Bonifaz Kohler GmbH
Goßholz 30b, 88161 Lindenberg im Allgäu, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
HOCHLAND SEHeimenkirchKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzern-Lagebericht1. Grundlage und GeschäftsmodellDie HOCHLAND-Gruppe (im Folgenden "HOCHLAND") mit Sitz in Heimenkirch im Allgäu gehört mit einem Umsatz von 2,2 Mrd. EUR und rund 6000 Mitarbeitern an fünfzehn Produktionsstätten zu den größten Herstellern und Veredlern von Käse in Europa. Das Unternehmen wurde 1927 gegründet und ist heute national und international in allen bedeutenden Käsesegmenten vertreten. Käse aus dem Hause HOCHLAND wird in rund 80 Ländern vertrieben. Zu den Vertragspartnern von HOCHLAND gehören in den Kernmärkten alle wesentlichen Lebensmittel-Einzelhändler. HOCHLAND ist mit seinen Produkten nicht nur im Lebensmitteleinzelhandel vertreten, sondern beliefert darüber hinaus auch Unternehmen der Lebensmittelindustrie und der Gastronomie mit speziell für die Kunden entwickelten Produktkonzepten in allen gewünschten Angebotsformen. Produktionsstätten sowie Vertriebsgesellschaften der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen bestehen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Polen, Rumänien, Russland und den USA. Daneben betreibt Hochland Maschinenbaufirmen in Deutschland und Australien, welche Maschinen zur Herstellung, Bearbeitung und Verpackung von Käse fertigen und vertreiben. Die HOCHLAND SE ist die Muttergesellschaft der HOCHLAND Gruppe. In der folgenden Tabelle wird die Struktur des Unternehmenskreises zum 31.12.2022 dargestellt (sortiert nach Bilanzsumme):
Bei HOCHLAND entspricht das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr. 2. Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2.1.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Aufgrund der Corona-Pandemie schrumpfte die Weltwirtschaft 2020 um 3,1%. 2021 stieg die weltweite Wirtschaftsleistung um 6,1% an. Für das Jahr 2022 sagt der Internationale Währungsfonds (IWF) ein globales Wachstum von 3,2% voraus. Die Weltwirtschaft wurde schwer durch den Ukraine-Krieg, die hohe Inflation, anhaltende Lieferkettenprobleme sowie die Folgen der Corona-Pandemie belastet. Im Euroraum rechnet der IWF mit einem Wachstum von 3,1%. Der IWF sieht in der derzeit sehr hohen Inflation eine Gefahr für die Stabilität der Wirtschaft und des Finanzsystems. Diese betrifft nicht mehr nur die Energie- und Lebensmittelpreise, sondern breite sich immer mehr aus. Für alle Industrienationen rechnet der IWF für 2022 mit einer Teuerungsrate von 6,6%. Um dagegen zu steuern, haben bereits viele Notenbanken ihre Zinsen angehoben. Für die Eurozone rechnet der IWF 2022 mit einem Wirtschaftswachstum von 3,1%. Gegenüber dem Vorjahr ging die Arbeitslosenquote von 7% auf 6% leicht zurück (Eurostat). Die Inflation stieg in der Eurozone gegenüber dem Vorjahr von 5,0% auf 9,9% stark an (Eurostat). Der Euro liegt 2022 im Durchschnitt mit einem Wert von 1,1 USD/EUR unter dem Kurs von 2021 (Vorjahr 1,2 USD/EUR). a) Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Deutschland Nachdem die deutsche Wirtschaft zum Jahresanfang 2022 gut gestartet war, hat sich diese im Sommer abgeschwächt. Hierzu trugen insbesondere, die gestiegenen Energiepreise sowie Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen und Vorprodukten bei. Die Verbraucherpreise stiegen im aktuellen Jahr um 8% (Vorjahr 3%) an. Der IWF geht in Deutschland mit einem Wachstum von 1,5% des Bruttoinlandsproduktes aus. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vorjahr auf ca. 5% leicht gesunken (Vorjahr 6%). b) Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Russland Aufgrund des militärischen Angriffes auf die Ukraine wurde Russland von westlichen Staaten sanktioniert. Hierdurch kam es zu einem starken Rückgang der Importe und viele Firmen haben seitdem Schwierigkeiten Komponenten, wie Halbleiter oder andere wichtige High-Tech-Produkte zu erwerben. Gleichzeitig nahm auch der Export von Massenartikeln und Verbrauchsgütern stark ab. Die Einnahme aus dem Öl- und Gasgeschäft stützen zwar weiterhin die Staatsfinanzen, auch wenn Russland gezwungen ist mehr Öl und Gas zu niedrigeren Preisen nach Asien zu verkaufen. Für 2022 erwartet der IWF einen Rückgang von 3,4% für die russische Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote sank 2022 von knapp über 4% auf knapp unter 4%. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Inflation von ca. 8% auf rund 12% stark angestiegen. 2022 liegt der Rubel mit dem Jahresdurchschnittskurs von 73,6 RUB/EUR deutlich unter dem Kurs von 2021 (Vorjahr 87,2 RUB/EUR). c) Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Polen Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet der IWF 3,8% Wirtschaftswachstum in Polen. Die Arbeitslosenquote blieb mit knapp über 5% auf Vorjahresniveau (Vorjahr 5%). Die Inflationsrate ist mit 13% deutlich über dem Vorjahresniveau (Vorjahr 5%). Die polnische Zentralbank hat den Leitzins in mehreren Schritten auf 6,75% stark erhöht, um die Inflation abzubremsen. Dieser starke Anstieg wirkt sich negativ auf die Baubranche aus und verteuert Neuinvestitionen in der Wirtschaft. Der Jahresdurchschnittskurs des polnischen Zloty stieg 2022 gegenüber dem Vorjahr leicht an 4,7 PLN/EUR (Vorjahr 4,6 PLN/EUR). d) Wirtschaftliche Rahmenbedingungen USA Für das Wirtschaftsjahr 2022 rechnet der IWF mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6%. Nachdem die Wirtschaftsleistung in der ersten Jahreshälfte sank, stieg sie ab dem dritten Quartal trotz der hohen Inflation und steigender Zinsen stark an. Hierzu trug der Anstieg bei Unternehmensinvestitionen sowie Verbraucherausgaben bei. Auch die Exporte stiegen trotz des starken Dollars an. Die Arbeitslosenquote von 3,5% (Vorjahr 4%) hat den niedrigsten Stand seit rund 50 Jahren erreicht. Die Inflationsrate hat sich zum Vorjahr deutlich erhöht und lag 2022 bei knapp über 7% (Vorjahr 4,7%). Im Jahr 2022 hat die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins bereits mehrere Male erhöht, um gegen die Inflation anzukämpfen. Derzeit liegt dieser bei einer Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent. Der Wert des USD war mit dem Jahresdurchschnittskurs von 1,1 USD/EUR unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr 1,2 USD/EUR). e) Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Rumänien Für die rumänische Wirtschaft geht der IWF für 2022 von einem Wachstum in Höhe von 4,8% aus. Hierzu trägt der gesamte private Verbrauch, der Dienstleistungssektor sowie die Begünstigung durch die Aufhebung der Coronaeinschränkungen bei. Die Arbeitslosenquote blieb mit 3% auf Vorjahresniveau (Vorjahr 3%). Die Inflationsrate ist mit über 16% deutlich über dem Vorjahresniveau (Vorjahr 8%). Der Jahresdurchschnittskurs des rumänischen Leu (RON) hat sich gegenüber dem Vorjahr mit 4,9 RON/EUR (Vorjahr 4,9 RON/EUR) kaum verändert. 2.1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen Gemäß der IFCN AG (International Farm Comparison Network Center AG) ist die globale Milchanlieferungsmenge in dem Zeitraum 1-8/2022 gegenüber 1-8/2021 um 0,7% gesunken. Hierzu trugen gestiegene Kosten bei den Erzeugern, Wettereinflüsse sowie zusätzliche Umwelt- und Tierschutzvorschriften bei. Für das gesamte Jahr 2022 schätzt die IFCN AG einen Rückgang der globalen Milchproduktion auf -0,5% ein. Im Jahr 2022 sind laut Rabobank die Ab-Hof-Milchpreise in den meisten Regionen weltweit gestiegen. Jedoch trugen diese zu keinem Produktionswachstum bei. Die Milcherzeuger hatten mit steigenden Energiepreisen, Lohnkosten, Tierfutterpreisen sowie wetterbedingten Problemen zu kämpfen. Der durchschnittliche Auktionspreis auf der internationalen Handelsplattform für alle Milchprodukte Global Dairy Trade (GDT) lag im Dezember 2021 bei 1.333 Punkten. Danach stieg dieser bis März 2022 stetig an, bis es die Jahreshöchstmarke von 1.593 Punkten erreicht hat. Bis Dezember 2022 sank dieser wieder bis auf 1.060 Punkte ab. Gegenüber dem Stand Ende 2021 bedeutet dies eine Reduzierung um 273 Punkte bzw. 20%. (Quelle: GlobalDairyTrade Holdings Limited). Der durchschnittlich gewichtete Milchpreis in der EU stieg gegenüber dem Vorjahr kontinuierlich an. Im Dezember 2022 betrug der Milchpreis 57,4 Cent/kg. Im Vergleich zum Milchpreis vom Dezember 2021 stellt dies eine Preiserhöhung von 39% dar. (Quelle: Europäische Kommission). Nachdem der Butterpreis in der EU bereits im Vorjahr um 65% auf 5,53 EUR/kg stark anstieg, setzte sich dieser Trend bis Juni 2022 fort und erreichte einen Preis von 7,27 EUR/kg. Danach gab der Butterpreis etwas nach. Im Dezember 2022 betrug dieser 5,77 EUR/kg, was gegenüber Dezember 2021 einen Preisanstieg von 4% ausmacht. (Quelle: Europäische Kommission). Bei dem Preis für Magermilchpulver kam es bereits im Mai 2022 zu einer Wende. Bis Mai stieg dieser kontinuierlich bis zu einem Höchststand von 4,11 EUR/kg an. Danach gab dieser stark nach. Im Dezember kostete ein Kilogramm Magermilchpulver bereits 2,80 EUR/kg. Das macht gegenüber dem Preis vom Dezember 2021 einen Rückgang von 15% aus. (Quelle: Europäische Kommission). Mit den französischen Unternehmen Savencia und Lactalis, dem finnischen Valio, dem dänisch-schwedischen Unternehmen ArlaFoods und FrieslandCampina aus den Niederlanden sind die wichtigsten Hauptkonkurrenten innerhalb der EU zu nennen. a) Branchenbezogene Rahmenbedingungen Deutschland Laut den Daten der "Zentralen Milchmarkt Berichterstattung" (ZMB) nahm in Deutschland die Milchanlieferungsmenge 2022 gegenüber dem Vorjahr mit knapp rund 1% ab. Hierbei wurde der Vergleich für die Zeiträume Januar bis August 2022 versus Vorjahr angestellt. Der gesamte Käsemarkt für die Gelbe Linie hatte 2021 ein Umsatzvolumen von 9,5 Mrd. EUR bei einem Volumen von rund 1.200 Tsd. Tonnen. Im laufenden Jahr blieb der Umsatz auf Vorjahresniveau. Der Absatz sank gegenüber dem Vorjahr um knapp über 6% ab. HOCHLAND befindet sich im Gesamtkäsemarkt mit einem Marktanteil von rund 5% unter den Top-2-Marktführern (Quelle: AC Nielsen). Der Milchpreis stieg 2022 kontinuierlich an, bis er im November 2022 den Preis von 61,2 Cent/kg erreicht hat. Hierbei handelt es sich um den Höchstwert seit der ersten Aufzeichnung des Milchpreises in Deutschland durch die Europäische Kommission im Jahr 1977. Im Dezember sank der Milchpreis auf den Preis von 57,9 Cent/kg leicht ab. Gegenüber dem Preis vom Dezember 2021 handelt es sich immer noch um einen Anstieg von 37%. (Quelle: Europäische Kommission). b) Branchenbezogene Rahmenbedingungen Russland In Russland ist das Milchaufkommen 1-8/2022 im Vergleich zu 1-7/2021 um rund 1% gestiegen (Quelle: ZMB). Der Käsemarkt im Selbstbedienungsregal in Russland hatte 2021 ein Umsatzvolumen von 106 Mrd. Rubel bei knapp über 170 Tsd. Tonnen. 2022 ist der Markt wertmäßig um 11% gestiegen und beim Volumen um rund 5% gesunken. Zur Gewinnung dieser Marktdaten durch Nielsen werden in Russland nur die 16 größten Städte in Betracht gezogen. Laut Nielsen ist HOCHLAND mit einem Marktanteil von rund 9% Marktführer auf dem gesamten Käsemarkt. HOCHLAND ist in den Käsebereichen Schmelz-, Frisch- sowie Weißkäse zum Teil mit großem Abstand Marktführer (Quelle AC Nielsen). c) Branchenbezogene Rahmenbedingungen Polen Laut der ZMB hat die Milchanlieferungsmenge 1-8/2022 gegenüber 1-8/2021 um knapp über 2% zugenommen. Der gesamte Käsemarkt für die gelbe Linie hatte 2021 ein Umsatzvolumen von rund 8 Mrd. PLN Zloty bei einem Volumen von rund 400 Tsd. Tonnen. Im laufenden Jahr stiegen die Umsätze um 21%, wobei der Absatz um lediglich 1% zunahm. Der Milchpreis entwickelte sich 2022 stetig nach oben. Im Dezember betrug der Milchpreis 59,4 Cent/kg. Dieser Preis übersteigt den Preis vom Dezember 2021 um 48%. Hierbei handelt es sich um den Höchstwert seit der ersten Aufzeichnung des Milchpreises in Polen durch die Europäische Kommission aus dem Jahr 2003. (Quelle: Europäische Kommission). HOCHLAND befindet sich im Gesamtkäsemarkt mit einem Marktanteil von rund 10% unter den Top-2-Marktführern. In den Käsebereichen Schmelz- und Frischkäse ist HOCHLAND mit großem Abstand Marktführer (Quelle: AC Nielsen). d) Branchenbezogene Rahmenbedingungen USA Von Januar bis August 2022 befand sich die Milchproduktion in den Vereinigten Staaten leicht unter Vorjahresniveau. Die Veränderung liegt bei knapp unter 0%. (Quelle: ZMB). Im Dezember 2021 betrug der Milchpreis in den USA 42,5 Cent/kg. Danach stieg dieser bis Juni 2022 kontinuierlich bis zu einem Preis von 56,9 Cent/kg an. Danach sank der Preis wieder. Im August 2022 betrug dieser 52,9 Cent/kg. Gegenüber Dezember 2021 stellt dies einen Preisanstieg von 24% dar (Quelle: ZMB). e) Branchenbezogene Rahmenbedingungen Rumänien Im Zeitraum Januar bis August 2022 reduzierte sich die Milchanlieferungsmenge in Rumänien im Jahresvergleich 2021 um rund 4% gegenüber dem Vorjahr (Quelle: ZMB). Der Käsemarkt hatte 2021 ein Volumen von knapp über 100 Tsd. Tonnen bei einem Wert von 3 Mrd. RON. Im Jahr 2022 ist der Markt wertmäßig um 16% gestiegen und der Absatz hingegen um knapp über 1% gesunken. 2022 stieg der Milchpreis auf dem rumänischen Markt kontinuierlich auf den Wert von 58,6 Cent/kg im Dezember 2022 an. Dieser Wert ist um 63% höher als der Preis vom Dezember 2021. Auch in Rumänien stellt dies den Höchstpreis seit der ersten Aufzeichnung des Milchpreises durch die Europäische Kommission aus 2009 dar. (Quelle: Europäische Kommission). Auch 2022 schafft es Hochland seine Position als klarer Marktführer mit rund 25% Marktanteil zu festigen. In den einzelnen Käsesegmenten für Frisch-, Schmelz- und Weißkäse ist HOCHLAND klarer Marktführer (Quelle AC: Nielsen). 2.1.3 Gesamtaussage zu gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen In den Kernmärkten von HOCHLAND hat sich die Wirtschaft unterschiedlich entwickelt. In Rumänien und Polen rechnet der IWF mit dem stärksten Wachstum von 4,8% bzw. 3,8%. In Deutschland und den USA soll die Wirtschaft lediglich um 1,5% bzw. 1,6% zulegen. Für Russland rechnet der IWF, aufgrund der mit dem militärischen Angriff auf die Ukraine verbundenen Sanktionen, mit einer Rezession in Höhe von 3,4%. Die globale Milchproduktion ist 2022 um 0,7% gesunken. Der durchschnittliche Auktionspreis auf der internationalen Handelsplattform für alle Milchprodukte Global Dairy Trade (GDT) reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 20%. In der EU stieg der Milchpreis mit 39% stark an. Beim Butterpreis kam es in der EU zu einem Anstieg von 4%. Lediglich der Preis für Magermilchpulver gab 2022 um 15% nach. Beim gesamten Käsemarkt in Deutschland, Russland und Rumänien kam es zu einem Absatzrückgang. In Polen kam es zu einem leichten Absatzwachstum. 2.2 Finanzielle Leistungsindikatoren Für HOCHLAND zählen Absatz, Umsatzerlöse und die EBT-Marge zu den wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren, auf welche im Folgenden näher eingegangen wird.
Zum Zwecke der Unternehmenssteuerung verwendet Hochland keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Im Konzernlagebericht 2021 wurde für die finanziellen Leistungsindikatoren Absatz, Umsatzerlöse und EBT-Marge eine Prognose für das Geschäftsjahr 2022 aufgestellt. In der folgenden Tabelle werden die prognostizierten Werte der tatsächlichen Entwicklung im aktuellen Geschäftsjahr gegenübergestellt:
Bei der Prognose für das Geschäftsjahr 2022 erwartete das HOCHLAND Management ein moderates Wachstum von Absatz, stark ansteigende Umsatzerlöse sowie eine leicht ansteigende EBT-Marge. Bei der prognostizierten Absatzmenge ging HOCHLAND von den größten Steigerungen in Deutschland sowie Russland aus. In Polen erwartete HOCHLAND den größten Absatzrückgang. Die Prognose zur Absatzsteigerung in Russland war aufgrund des Ukraine-Krieges mit Unsicherheiten verbunden. Den größten Beitrag zur Umsatzsteigerung erwartete HOCHLAND ebenfalls auf dem deutschen und russischen Markt. Für Polen wurde mit dem kleinsten Wachstum gerechnet. Bei der Prognose für die Umsatzsteigerung in Russland hat HOCHLAND die Unsicherheit bei der Rubel-Bewertung erwähnt, die einen Einfluss auf die in Euro umgerechnete Umsatzerlöse in Russland haben könnten. Zwar ging HOCHLAND von einem starken Anstieg des Jahresergebnisses vor Steuern (EBT) aus, aufgrund der ebenfalls positiven Prognose für die Umsatzerlöse ging HOCHLAND für 2022 nur von einer leicht steigenden EBT-Marge aus. Der größte positive Effekt auf das Ergebnis (EBT) wurde in Russland, Deutschland und USA erwartet. Die größten Ergebnisrückgänge wurden in Polen und Rumänien prognostiziert. Auch bei dem erwarteten Ergebnis hat HOCHLAND die Unsicherheit bezüglich einer Rubel-Abwertung infolge des Ukraine-Krieges erwähnt, die dazu führen könnte, dass sich das Ergebnis lediglich moderat anstatt stark verbessert. Denn das Ergebnis in Russland könnte bei der Umrechnung von Rubel in Euro zu einem Rückgang führen. Die Prognose traf bei den Umsatzerlösen ein. Dagegen wurde die prognostizierte EBT-Marge sowie Absatzsteigerung nicht erreicht. Der Absatz sowie die EBT-Marge blieben auf Vorjahresniveau. Das für 2022 prognostizierte moderate Absatzwachstum ist nicht eingetreten. Anders als erwartet, kam es nicht in Deutschland und Russland zum größten Absatzanstieg, sondern in Rumänien, USA und Polen. Zum größten Absatzrückgang kam es nicht in Polen, sondern im Exportgeschäft sowie in Russland. Insgesamt blieb der Absatz damit auf Vorjahresniveau. Wie prognostiziert stiegen die Umsatzerlöse 2022 stark an. Den größten Beitrag zum Umsatzwachstum konnte HOCHLAND wie erwartet in Russland und Deutschland erzielen. In Polen wurde mehr erzielt wie prognostiziert. Da sich der Rubel im Laufe des Jahres stabilisierte, kam es nicht zum befürchteten in Euro umgerechneten Umsatzrückgang in Russland. Die EBT-Marge blieb auf Vorjahresniveau. Die größte Ergebnisverbesserung (EBT) wurde in Russland und den USA erzielt. Anders, als erwartet nahm das Ergebnis (EBT) in Deutschland nicht zu, sondern ab. In Polen kam es wie erwartet zu einem Ergebnisrückgang. Der prognostizierte Ergebnisrückgang in Rumänien konnte verhindert werden. Durch die Stärkung des Rubels im Laufe des aktuellen Jahres blieb der befürchtete in Euro gerechnete Ergebnisrückgang in Russland aus. 2.3 Geschäftsverlauf und Ertragslage
Die Entwicklung der Umsatzerlöse bei HOCHLAND wird in der folgenden Tabelle aufgeteilt nach Geschäftsfeldern und Regionen dargestellt:
a) Hochland Gruppe Die Materialkosten sind gegenüber dem Vorjahr um 450 MEUR (38%) angestiegen. Den bei weitem größten Anstieg gab es im Rohwarenbereich. Der Anstieg ist hauptsächlich auf Preiserhöhungen zurückzuführen. Die Umsatzerlöse der Hochland Gruppe sind ebenfalls gegenüber dem Vorjahr um 499 MEUR (29%) stark angestiegen. Im Wesentlichen getrieben aufgrund durchgeführter Preiserhöhungen, die infolge der stark erhöhten Materialkosten sowie steigender Energie- und Logistikkosten notwendig waren. Zwar erhöhten sich die Materialeinsatzquote von 68,2% auf 72,4% (siehe die nächste Tabelle), in absoluten Zahlen konnte das Rohergebnis (=Gesamtleistung - Materialaufwand) jedoch von 550 MEUR auf 620 MEUR gesteigert werden. Der Personalaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 31 MEUR (13%) erhöht. Dieser ist auf Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie dem Anstieg der Anzahl an Mitarbeitern zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um 20 MEUR erhöht. Die stärksten Anstiege gab es bei den sonstigen Betriebskosten von 6,0 MEUR, den Kosten für Instandhaltung und Reparaturen von 5,2 MEUR sowie den Fracht- und Transportkosten von 4,1 MEUR. In der folgenden Tabelle werden weitere Kennzahlen im Vergleich zum Vorjahr abgebildet:
1 Flüssige Mittel inkl. festverzinslichen Festgeldanlagen und Anleihen b) Europäische Union In der EU stiegen die Umsätze gegenüber dem Vorjahr stark an. Der Anstieg konnte sowohl in allen HOCHLAND Kernländern als auch beim Export innerhalb der EU erzielt werden. Der Absatz innerhalb der EU stieg gegenüber 2021 leicht an. Beim Export innerhalb der EU kam es zum größten Absatzrückgang. Der größte Anstieg wurde in Rumänien erzielt. Das Ergebnis (EBT) innerhalb der EU ging stark zurück. Dieser Rückgang ist auf die deutlich gestiegenen Materialkosten zurückzuführen. Es wurden zwar Preiserhöhungen durchgeführt, jedoch mit einem zeitlichen Verzug. Am stärksten sank das Ergebnis in Deutschland ab. c) Sonstige Länder Außerhalb der EU kam es bei den Umsatzerlösen ebenfalls zu einem starken Anstieg. In den Kernländern außerhalb der EU (USA und Russland) kam es zum größten Beitrag beim Umsatzwachstum. Auch im Exportgeschäft außerhalb der EU wurde ein starker Umsatzanstieg erzielt. In den sonstigen Ländern blieb der Absatz auf Vorjahresniveau. Während in den USA ein moderater Absatzanstieg erzielt werden konnte, kam es in Russland und dem Exportgeschäft außerhalb der EU zu einem leichten Absatzrückgang. In den sonstigen Ländern konnte das Ergebnis stark verbessert werden, im Wesentlichen in Russland und USA. In diesen beiden Ländern konnten aufgrund von erheblichen Milchpreiserhöhungen ebenfalls notwendige Preiserhöhungen umgesetzt werden. Im Exportgeschäft außerhalb der EU kam es zu einem Ergebnisrückgang. 2.4 Finanz- und Vermögenslage Die zum 31.12.2022 verfügbaren finanziellen Mittel zeigten im Geschäftsjahr folgende Entwicklung:
Der Nettomittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit war um 44,9 MEUR niedriger als im Vorjahr. Das macht eine Reduzierung von 62% aus. Die wesentliche Reduzierung kommt aus dem um 80,7 MEUR gestiegenen Working Capital (Veränderung von Vorräten sowie Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) von 7,7 MEUR auf 88,4 MEUR. Die größten positiven Effekte resultierten aus dem höheren Betriebsergebnis (EBIT), welches sich gegenüber dem Vorjahr um 22,1 MEUR erhöht hat sowie aus der Entwicklung der Rückstellungen, welche im aktuellen Geschäftsjahr lediglich um 0,1 MEUR abnahmen. Im Vorjahr nahmen die Rückstellungen um 7,5 MEUR ab. Im Geschäftsjahr 2022 investierte HOCHLAND 119,8 MEUR (Vorjahr 125,5 MEUR) in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Damit lagen die Investitionen um 58,7 MEUR über den Abschreibungen. Zu den Abschreibungen verweisen wir auf Ziffer 13 und Ziffer 14 im Konzernanhang. Die Mittelabflüsse für das Anlagevermögen verteilten sich vor allem über die Werke in Deutschland. Investiert wurde insbesondere in den Ausbau von Produktionskapazitäten sowie Infrastruktur. Die Investitionen in festverzinsliche Festgeldanlagen und Anleihen sanken gegenüber dem Vorjahr. 2022 kam es zu Auszahlungen für Finanzinvestitionen von 82,5 MEUR (Vorjahr 224,3 MEUR) und Einzahlungen aus Finanzinvestitionen von 158,2 MEUR (Vorjahr 255,8 MEUR). Bei der Gesamtbetrachtung der Ein- und Auszahlungen im Finanzinvestitionsbereich ergibt sich ein Zufluss von Finanzmitteln in Höhe von 75,7 MEUR (Vorjahr Zufluss von 31,5 MEUR). Auf den Nettoabfluss aus der Finanzierungstätigkeit wirkten sich Auszahlungen an Anteilseigner von 13,4 MEUR (Vorjahr 19,3 MEUR) sowie Auszahlungen für die Tilgung von Finanzschulden von 11,3 MEUR (Vorjahr 13,5 MEUR) aus. Entgegengesetzt trugen die Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden von 22,5 MEUR (Vorjahr 42,0 MEUR) dieser Entwicklung bei. Für weitere Anmerkungen zur Kapitalflussrechnung verweisen auf den Konzernanhang. Im Geschäftsjahr 2022 entwickelten sich die Bilanzpositionen wie folgt:
Die folgende Tabelle stellt die Veränderung der Bilanzstruktur gegenüber dem Vorjahr dar:
der Aktivseite gab es gegenüber dem Vorjahr die mit Abstand größten Veränderungen bei den Vorräten (Zunahme von 76,0 MEUR), den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten (Abnahme um 71,7 MEUR) sowie bei den Sachanlagen (Zunahme um 70,7 MEUR). Die Zunahme bei den Vorräten beruht vor allem auf den gestiegenen Rohstoffpreisen. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte nahmen insbesondere aus der Reduzierung von Investitionen in festverzinsliche Festgeldanlagen und Anleihen ab. Die Zunahme bei den Sachanlagen beruht auf den hohen Investitionen in das Sachanlagevermögen, auf welche am Anfang dieses Kapitels eingegangen wird. Die größten Veränderungen auf der Passivseite fanden bei den Gewinnrücklagen (Zunahme um 70,4 MEUR), Rückstellungen für Pensionen (Abnahme um 29,8 MEUR) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Zunahme von 21,7 MEUR) statt. Die sonstigen Gewinnrücklagen stiegen aufgrund des positiven Jahresüberschusses von 59,5 MEUR sowie dem versicherungsmathematischen Gewinn aus Pensionsrückstellungen von 30,5 MEUR an. Dieser versicherungsmathematische Gewinn ist im Wesentlichen aufgrund des von 1,32% auf 3,59% erhöhten Kapitalisierungszinssatzes entstanden, welcher für die Abzinsung der Pensionsrückstellungen verwendet wird. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen aufgrund höherer Einkaufspreise an. 2.5 Weitere Leistungsindikatoren 2.5.1 Mitarbeiter Zum Jahresende waren bei HOCHLAND gruppenweit rund 6000 Mitarbeiter beschäftigt. Zu der Struktur der HOCHLAND Mitarbeiter verweisen wir auf Ziffer 36 im Konzernanhang. Weiterbildung Das Jahr 2022 stand im Zeichen der Vorbereitungen für den Go-Live von SAP S/4 HANA in den deutschen Gesellschaften, welcher für das Käsegeschäft auf den 1.1.2023 verschoben wurde. Aus den Teilprozessen heraus wurde Schulungsmaterial für technische und funktionale Änderungen für die Zielgruppe der mehr als 120 Key User und Multiplikatoren erstellt - vornehmlich als Click-Tutorials, in denen den Nutzern die neuen Click-Wege veranschaulicht werden. Das Schulungsmaterial wurde mit der "Lernwelt" verlinkt, so dass anhand unserer Prozess-Software "Signavio" die relevanten Informationen dort auffindbar sind, wo der Prozess-Schritt oder die Prozess-Ebene es verlangt. Parallel wurde das Prozessverständnis im neuen S/4 Umfeld geschult, sowie die Navigation in der Lernwelt, aber auch SAP-Grundlagenschulungen und Impulse zum Umgang mit dem Wandel, der mit S/4 HANA einhergeht. Altersvorsorge Informationen zur Altersvorsorge sind Ziffer 7 und 28 im Konzernanhang zu entnehmen. 2.5.2 Nachhaltigkeit Nachhaltigkeit ist eine der strategischen Säulen der HOCHLAND Gruppe. Der Gesamtvorstand ist regelmäßig in relevante Entwicklungen für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung eingebunden und trifft wegweisende Entscheidungen. In allen Hochland Gesellschaften besteht ein lokales Nachhaltigkeitsmanagement, welches in Abstimmung mit der jeweiligen Geschäftsführung Maßnahmen für "mehr Nachhaltigkeit" implementiert. Das Group Sustainability Management in der Hochland SE initiiert und fördert den internationalen Austausch und Wissenstransfer im Hochland Netzwerk und stellt die Umsetzung der strategischen Zielrichtung durch Gruppenprojekte sicher. HOCHLAND möchte einen Beitrag für eine tragfähige und lebenswerte Zukunft leisten. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich daran unsere Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern. Der Klimawandel ist die größte Herausforderung unserer Zeit und erfordert von HOCHLAND eine aktive Auseinandersetzung mit den Auswirkungen und Risiken. Daher haben wir für die Hochland Gruppe konkrete und messbare Ziele zur Reduktion der Treibhausgase festgelegt, welche in unseren Werken verursacht werden. Die CO 2 e-Emissionen der Werke pro Tonne Fertigprodukte sollen bis 2025 um 50% reduziert werden (im Vergleich zu 2019). Die Treibhausgas-Emissionen an den Produktionsstätten der Gruppe stammen hauptsächlich aus dem Energiemix und den Prozessen, die zur Herstellung unserer Produkte erforderlich sind. Ein Aspekt der Reduktionsstrategie ist der Umstieg auf erneuerbare Energie. Der Anteil an extern bezogenem Strom aus erneuerbaren Energieträgern betrug im Geschäftsjahr 2021 rund 80%. Der Biogasanteil betrug im Geschäftsjahr 2021 rund 5% unseres Gasverbrauchs. Photovoltaik-Anlagen sind an ausgewählten Standorten in Betrieb. Die so erzeugte Menge erneuerbarer Strom ist jedoch derzeit nicht ausreichend, um einen wesentlichen Anteil unseres Energiebedarfs zu decken. 2.5.3 Qualität Lebensmittelsicherheit und Qualität sind nicht nur die Grundvoraussetzungen für jeden Lebensmittelhersteller, sondern sie werden durch die etablierte HOCHLAND Qualitätskultur von allen Mitarbeitern in allen Organisationsebenen aktiv gelebt. Die intensive, kontinuierliche Arbeit an unseren Prozessen und Qualitäts-Systemen sowie das Vorantreiben von Digitalisierung und modernen Untersuchungsmethoden ermöglichen es HOCHLAND ein sehr hohes Maß an Lebensmittelsicherheit und Qualität langfristig aufrecht zu erhalten. Im Rahmen dieser kontinuierlichen Verbesserung haben wir bereits gestartet gruppenweit unsere gesamten Labordaten in SAP umzuziehen, eine Computer Software zu installieren, um das ganzheitliche Qualitätsmanagement System abzubilden und alle Prozesse digital in einer Prozesslandkarte zu definieren und darzustellen. 2.6 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und der Lage Die Geschäftslage von HOCHLAND war 2022 herausfordernder als 2021. Starke Umsatzerlössteigerungen konnten den gestiegenen Materialaufwand, aufgrund erhöhter Rohstoffkosten, nicht ganz auffangen. Der Absatz blieb auf Vorjahresniveau. Trotz einer EBT-Marge auf Vorjahresniveau konnte das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) gesteigert werden. Die Umsatzerlöse konnten in allen Regionen, in denen HOCHLAND tätig ist, gesteigert werden. Das größte prozentuelle Umsatzwachstum konnte HOCHLAND in Russland und den USA erzielen. Auch wenn der Absatz auf Vorjahresniveau blieb, kam es regional zu unterschiedlichen Entwicklungen. Während der Absatz insbesondere in Rumänien und USA gesteigert werden konnte, kam es vor allem in Russland und dem Exportgeschäft zu den größten Rückgängen. Die Ergebnisverbesserung wurde insbesondere in Russland und USA erzielt. Eine entgegengesetzte Entwicklung fand vor allem auf dem deutschen Markt statt. Hierfür waren insbesondere gestiegene Rohwarenkosten verantwortlich. 3. Risiko- und ChancenberichtDie Risiken sowie Chancen, die in der künftigen Entwicklung einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können, werden im Folgenden dargestellt. Die Aufzählung der Risiken und Chancen erfolgt in einer Reihenfolge entsprechend ihrer Bedeutung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bei HOCHLAND. Zur Quantifizierung von Unternehmensrisiken und -chancen werden bei HOCHLAND die Bewertungskriterien verwendet, welche in der folgenden Tabelle dargestellt werden.
Geschäftsrisiken Die Effekte des Weltmarktes beeinflussen eindeutig auch die heimischen Märkte. Politische Entwicklungen, wechselhafte Nachfrage und Interventionsbestände, veränderte Beschaffungs-, Absatz- und Finanzmärkte sowie geänderte Ernährungsgewohnheiten wirken sich teils mit hoher Reaktionsgeschwindigkeit auf die Preisbildung aus. Operative Risiken und Chancen Als größte Risiken im Absatzbereich haben sich 2022 der zeitliche Verzug und die teilweise fehlende Möglichkeit herausgestellt, gestiegene Kosten, insbesondere für Rohstoffe, Energie und Transport, in ausreichendem Umfang an die Kunden weiterzugeben. Bei drastisch gestiegener Inflation, die auch das Konsumverhalten der Verbraucher beeinflusst, wird ein weiterer deutlicher Kosten-Anstieg zu einer hohen Schadensauswirkung führen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Szenarios wird als mittel eingeschätzt. Eine leichte Entspannung der Kostensituation könnte dagegen die Ertragslage positiv beeinflussen. Sowohl die Wahrscheinlichkeit als auch die Ergebnisauswirkung wird als mittel bewertet. Im Absatzbereich liegen unternehmerische Risiken in der hohen Wettbewerbsintensität vor, die durch weitere Konsolidierung und Konzentration des Marktes auf Anbieterseite wächst und in Ausnahmefällen auch zu Auslistungen bei Kunden führen können. Die Eintrittswahrscheinlichkeit bei diesem Risiko wird als mittel, der hierdurch drohende Schaden als mittel, eingeschätzt. Gleichzeitig besteht die Chance mit einer mittleren Wahrscheinlichkeit vor allem mit neuen Produkten und in neuen Regionen bei zusätzlichen Kunden gelistet zu werden. Im Falle des Eintretens wird hierbei mit einem mittleren Ertrag gerechnet, HOCHLAND begegnet dem starken Wettbewerb mit einem hohen Qualitätsanspruch, bestmöglicher Produktivität, einer noch stärkeren Konzentration auf Produktinnovationen sowie einer hohen Marken- und Mediaunterstützung. Eine weitere Spezialisierung der Werke in Europa ist nicht ausgeschlossen, um die Potenziale der einzelnen Produktionsstätten optimal zu nutzen und die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von HOCHLAND innerhalb der EU zu stärken. Risiken, die über die normalen, regelmäßig überwachten Marktrisiken hinausgehen und sich auf Produkte, Sachwerte und Vermögen beziehen, sind schwer einschätzbar. Produktions - und Energie risiken Die Risiken der Produktion sind in einem möglichen Qualitätsverlust der Erzeugnisse zu sehen. Diese Risiken werden über ein voll entwickeltes Qualitätsmanagement weitestgehend ausgeschaltet und werden somit als gering eingeschätzt. HOCHLAND ist über verschiedene Qualitätsstandards wie ISO, IFS oder SQF zertifiziert und unterzieht sich in diesem Zusammenhang regelmäßig stattfindenden Qualitätsprüfungen. Ein Eintritt dieses Risikos hätte einen hohen Schaden für HOCHLAND. Nachteilige Auswirkungen möglicher Produktionsausfälle, welche einen hohen Schaden für HOCHLAND bedeuten würden, können durch eine flexible Produktionssteuerung aufgefangen und durch Versicherungen wirtschaftlich sinnvoll abgesichert werden. Deswegen wird sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch die Auswirkung im Falle eines Eintretens dieses Risikos als gering eingeschätzt. Das infolge des Ukraine-Krieges deutlich gestiegene Risiko einer Energiemangellage könnte eine partielle oder vollständige Einstellung der Produktion in einzelnen Werken zur Folge haben. Insgesamt wird das Eintrittsrisiko als mittel, die Schadensauswirkung in einem solchen Fall als hoch eingeschätzt. Vorsorgemaßnahmen sind ergriffen, die zumindest zeitweise ein Ausweichen auf andere Energieträger gewährleisten. Produktionseinschränkungen in Folge nicht oder unzureichend verfügbarer Produktionsmittel wie CO 2 , Salzsäure, Natronlauge etc., die mit hoher Wahrscheinlichkeit kommen können, würden zu einer mittleren Ergebnisauswirkung führen. Ein möglicher Produktionsstopp in einem oder mehreren Werken aufgrund eines Wiederaufflammens der COVID-19-Pandemie wird aufgrund der ergriffenen Vorsorgemaßnahmen mit einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit eingeschätzt. Im Falle des Eintretens hätte dies eine geringe Ergebnisauswirkung. Zu den Vorsorgemaßnahmen gehört unter anderem ein von HOCHLAND entwickelter Warnstufenplan, von welchem sich die Verhaltensregeln für HOCHLAND-Mitarbeiter ableiten. Der Warnstufenplan ist in drei Stufen unterteilt und beinhaltet Regelungen in Abhängigkeit unterschiedlicher Faktoren. Zudem gelten für alle Mitarbeiter unabhängig von der Warnstufe Verhaltensregeln, die zur Vermeidung der Ausbreitung des Corona-Virus beitragen sollen. Bislang kam es aufgrund der COVID-19_Pandemie zu keinem Produktionsstopp in einem HOCHLAND-Werk. Beschaffungsrisiken und -chancen Die Verwerfungen auf den Rohwarenmärkten und teilweise gestörte Lieferketten der letzten Jahre haben gezeigt, dass die nachhaltige Versorgungssicherheit aller Standorte für HOCHLAND absolute Priorität hat. Ein Preisanstieg im Rohwarenbereich kann ebenso eine negative Auswirkung auf das Gesamtergebnis zur Folge haben wie eingeschränkt oder gar nicht verfügbare wichtige Rohwaren oder andere produktionswichtige Materialien wie z.B. Verpackungen. Die Volatilität der Rohwarenmärkte erfordert kurzfristige Reaktionen auf der Beschaffungsseite. Zur Risikominimierung nutzt HOCHLAND die Möglichkeiten, durch Produktion von Rohware aus Überschussmilch im Intercompany-Geschäft etwas unabhängiger von Markt- und Lieferkettenrisiken zu werden. Für 2023 geht das HOCHLAND Management mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von Rohwarenpreisen auf weiterhin hohem Niveau aus. In der ersten Jahreshälfte könnte es jedoch eine leichte Entspannung bei den Rohwarenpreisen geben. Das Risiko des Ausfalles wichtiger Lieferanten bzw. von Problemen durch unterbrochene Lieferketten wird mit einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit eingeschätzt. Im Falle des Eintretens dieses Risikos geht HOCHLAND von einem Schaden in mittlerer Höhe aus. Politische Risiken in Russland Die seit Februar 2022 anhaltenden kriegerischen Handlungen Russlands in der Ukraine haben die Weltwirtschaft stärker beeinflusst als jeder andere Konflikt der vergangenen Jahrzehnte. Einige der dargestellten Risiken für HOCHLAND, wie deutlich gestiegene Preise für Rohwaren, Energie, fehlende oder beschränkt verfügbare Rohstoffe sind ursächlich auf diesen Krieg zurückzuführen oder wurden durch ihn zumindest deutlich verschärft. Auf das Geschäft von HOCHLAND in Russland wirken sich die bestehenden und sich ständig ändernden Wirtschaftssanktionen des Westens, aber auch die entsprechenden Gegenmaßnahmen der russischen Regierung derzeit nicht sehr stark auf den operativen Betrieb der Gesellschaft aus. Die Produktion und der Warenverkauf der Hochland Russland OOO laufen bisher normal weiter, da die Hochland Russland einen hohen Selbstversorgungsgrad hat. Eine weitere Verschärfung der beiderseitigen Sanktionen könnte allerdings über einzelne fehlende Ersatzteile, Rohstoffe, Zutaten oder Verpackungsmaterialien Schadenswirkungen im mittleren Bereich nach sich ziehen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit hierfür wird ebenfalls als mittel eingeschätzt. Geldtransfers für die wenigen international bezogenen Waren und Dienstleistungen sind über europäische Banken möglich, werden aber vereinzelt von Empfängerbanken nicht akzeptiert. Der Zugriff auf IT-Systeme, welche außerhalb Russlands gehostet werden und die grundsätzliche Möglichkeit zur Nutzung von Software-Produkten aus den USA oder der EU könnte ebenfalls Gegenstand von Sanktionen werden oder durch einen Rückzug der entsprechenden Anbieter aus Russland gefährdet sein. Hier werden zur Risikominimierung Lösungen über lokale Provider erarbeitet. Die Volatilität der russischen Währung beeinflusst Umsatz und Ergebnis in der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung stark. Während der Rubel nach einer massiven Abwertung im März 2022 bis Dezember sehr stark notierte, zeigt der Kurs wieder leichte Abwertungserscheinungen. Die lokale Nachfrage nach Produkten der Hochland Russland wird als stabil eingeschätzt. Grundsätzlich bestehen derzeit Beschränkungen zur Ausschüttung von Dividenden an "unfreundliche" Staaten, zu denen auch Deutschland zählt. Im Jahr 2022 konnte aufgrund einer Sondergenehmigung eine Dividende in geplanter Höhe ausgeschüttet werden. Es wird davon ausgegangen, dass erneut eine Sondergenehmigung erteilt wird, jedoch ist dies mit bedeutenden Unsicherheiten behaftet. Eine wesentliche Beschränkung der Höhe der künftigen Dividendenausschüttungen stellt ein Finanzierungsrisiko dar, dass als mittel eingeschätzt und mit einem mittleren Schaden verbunden wäre. Eine weitere Eskalation des Kriegs in der Ukraine bis hin zu einem nuklearen Zwischenfall könnte für hohe Schadensauswirkungen für HOCHLAND sowohl in Russland selbst als auch in angrenzenden Ländern haben und HOCHLAND zu einem Rückzug aus dem Land zwingen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Szenarios wird als gering eingeschätzt. Auch eine massive Verschärfung von Repressalien des russischen Staats mit im schlimmsten Fall einer Enteignung wird als unwahrscheinlich, aber mit einer hohen Schadensauwirkung verbunden eingeschätzt. Regulatorische Risiken und Chancen Zu den regulatorischen Risiken zählen unter anderem mögliche Einfuhrbeschränkungen in Länder außerhalb der Europäischen Union. Diesem Risiko wird begegnet durch die Schaffung von Produktionsstätten in diesen Märkten. Hierbei sieht HOCHLAND die Chance, sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenzunternehmen zu verschaffen, welche in diese Länder nur exportieren möchten. Gleichzeitig bestehen Risken regulatorischer Eingriffe in Beschaffungsmärkte (z.B. den Milchpreis) oder staatlich beeinflusstem Protektionismus in einzelnen Ländern, der sich auf die Geschäftslage auswirkt. Gesetzesänderungen in den Kernmärkten von HOCHLAND (z.B. in Deklarationsvorschriften, Handelsrecht, lokaler Protektionismus, sonstige regulatorische Eingriffe) könnten Risiken mit mittlerer Ergebnisauswirkung bewirken. Deren Eintrittswahrscheinlichkeit wird von HOCHLAND als mittel eingeschätzt. IT-Risiken Die Verfügbarkeit von IT-Systemen und Informationen, deren Integrität sowie der Schutz gegen unberechtigten Zugriff sind grundlegende Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf unserer Geschäftsprozesse. HOCHLAND setzt dafür bewährte Informationstechnologien ein, die stets auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Für kritische Systeme und Verbindungen gibt es stets ein Ausfallrisiko, dessen Wirksamkeit regelmäßig überprüft wird. Die im Jahr 2021 restrukturierte IT-Bereitschaft hat definitiv dazu geführt, dass 24/7 die adäquaten Fachpersonen zur Verfügung stehen und die Belastung für die Mitarbeiter gut tragbar ist. Aufgrund der vorhandenen Vorsichtsmaßnahmen im IT-Bereich, wird ein Ausfallszenario mit einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit eingeschätzt. Im Falle eines Eintreffens, wird mit einem Schaden im geringen Bereich gerechnet. Die Berechtigungsvergabe erfolgt stets aufgabenbezogen nach den Anforderungen des Arbeitsplatzes, unterliegt einem Genehmigungsverfahren und wird jährlich, auch durch externe Dienstleister, geprüft. Im Zuge des laufenden SAP-Projektes wurde die Berechtigungsvergabe noch einmal grundsätzlich überarbeitet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für eine nicht ordnungsgemäße Berechtigungsvergabe wird als gering eingeschätzt. Im Falle eines Eintritts wird mit einem geringen Schaden gerechnet. Cloud-Lösungen werden nach wie vor nur dann eingesetzt, wenn die Datensicherheit entsprechend gewährleistet ist. Die Einführung des bisher größten Cloud-Projektes, Microsoft Office365, ist abgeschlossen. Es wurden weitere zusätzliche Schutzmaßnahmen, wie z.B. eine weitere Absicherung der Datenbackups installiert. Die M365 Umgebung wurde bezüglich Partner, Datensicherheit und Risiko beurteilt und aufgrund der verarbeiteten Daten mit einer geringen Risikobewertung beurteilt. Neue Cloud-Applikationen werden dementsprechend beurteilt und nur bei geringer Risikobewertung installiert. Die wesentlichen Veränderungen aus der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und den entsprechend angepassten nationalen Datenschutzgesetzen sind umgesetzt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von (bußgeldbewehrten) Datenschutzverstößen wird als gering eingeschätzt. Im Falle eines Eintretens dieses Risikos geht HOCHLAND von einem Schaden in mittlerer Höhe aus. Das Thema Security und das Engagement zu den Themen Security Policy, Data Security and Intrusion Prevention hat nach wie vor oberste Priorität und ist durch den Russland-Ukraine-Krieg und den vermehrten russischen Cyberangriffen relevant wie nie zuvor. Durch die zunehmende Zahl der Cyber-Attacken, auch bei Marktbegleitern, ist es notwendig diesem Thema die entsprechende Priorität zu geben. Durch den CISO (Chief Information Security Officer) erfolgte mittlerweile, neben mehreren technischen und organisatorischen Maßnahmen, die Schaffung einer internationalen Securitygroup mit allen Konzernmitgliedern. Ein SOC (Security Operations Center) überwacht mittlerweile alle Aktivitäten im gruppenweiten WAN. Trotz der installierten Schutzmaßnahmen wird das Eintreten eines Security Vorfalles aufgrund der massiven Bedrohungen mit einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit eingeschätzt. Die Ergebnisauswirkung im Falle des Eintretens wird derzeit als mittel eingeschätzt. Das seit 2019 laufende Gruppenprojekt S4Future beschäftigt alle Gruppenmitglieder und belastet die Organisation mit hohem zusätzlichen Workload, besonders bei den Leistungsträgern. Eine Abschätzung der Projektrisiken erfolgt im Rahmen des Projektes separat, wird monatlich mit dem Lenkungsausschuss besprochen und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Das Risiko für eine Beeinträchtigung des Business der HLDE durch den GoLive zum Jahreswechsel 2022/23 wird als gering eingeschätzt. Die Ergebnisauswirkung im Falle des Eintretens wird derzeit als mittel eingeschätzt. Finanzielle Risiken und Chancen Durch die hohe Eigenkapitalquote verbunden mit der nachhaltigen Ertragskraft ist HOCHLAND weiterhin ein finanziell gut ausgestatteter Partner mit wenigen Risiken. Der wesentliche Teil der derzeit geplanten Projekte können aus Eigenmitteln finanziert werden. Für geplante Investitionsprojekte werden signifikante Finanzmittel benötigt. Im Falle fehlender Liquidität aus Eigenmitteln besteht für HOCHLAND die Möglichkeit, auf Bankenfinanzierungen zurückzugreifen. Aufgrund der bestehenden Eigenkapitalausstattung und dem Zugang zu möglichen Fremdfinanzierungen werden die Finanzrisiken als gering eingeschätzt. Das in Folge der weltweiten Inflationsentwicklungen in diesem Jahr in allen relevanten Märkten deutlich gestiegene Zinsniveau und die Weltmarktpreisschwankungen (z.B. für Öl- und Gaspreise) mit ihren Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaftslage in einzelnen Ländern, welche Kernmärkte für HOCHLAND darstellen, könnten eine mittlere Ergebnisauswirkung haben. Deren Eintritt wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit prognostiziert. Personalrisiken und -chancen Auch das "post-pandemische" Jahr 2022 war weiterhin geprägt von Unsicherheiten in Bezug auf Gesundheitsrisiken und möglicher weiterer Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Der Krieg im Herzen Europas und seine menschlichen, wirtschaftlichen und geopolitischen Konsequenzen zehren an der Fähigkeit zur Resilienz der Menschen. Zudem war die Hochland Gruppe und auch einzelne Mitarbeiter in den sozialen Medien Ziel aggressiver Wortmeldungen zu unserem Engagement in Russland. Dies führte zum zeitweiligen Stopp unserer Employer Branding Kampagnen, zunächst in Deutschland, gefolgt von Polen sowie Rumänien und auch Russland hielt sich zurück, und das neu erarbeitete Konzept ging erst zum Jahresende hin im kleinen Umfang "on air". Nach wie vor ist das globale Risiko für einen Arbeitskräftemangel nicht mehr als "Eintrittswahrscheinlichkeit" zu bewerten, sondern schlichtweg eine Realität geworden, die sich weiter verschärft. Konsequent und authentisch weiter an den Kernversprechen unserer Arbeitgebermarken zu arbeiten ist ein Weg diesem zu begegnen. Die hohe Attraktivität von Hochland auch auf das "Neue Arbeiten" im hybriden Format zu übertragen, ist dabei eine der Herausforderungen der Zukunft. Eine Ergebnisauswirkung sehen wir konzernweit nach wie vor als mittel an. Operatives Währungsrisiko Im operativen Bereich sind die Tätigkeiten der Landesgesellschaften überwiegend auf die jeweilige Landeswährung beschränkt. Deshalb wird das operative Währungsrisiko der Unternehmensgruppe hinsichtlich der operativen Tätigkeit als gering eingeschätzt. Währungsumrechnungsrisiken Hier liegen die Risiken in der Umrechnung von Einzelabschlüssen der Tochtergesellschaften, die ihren Sitz außerhalb des Euro-Währungsraums haben und ihre Abschlüsse von der lokalen Währung in die Konzernwährung Euro umrechnen müssen. Veränderungen der Wechselkurse von Landeswährungen gegenüber dem Euro können sich sowohl positiv als auch negativ im Konzernergebnis niederschlagen. Dieser Effekt ist jedoch nicht zahlungswirksam und das damit verbundene Risiko ist deshalb als gering zu betrachten. In der folgenden Tabelle wird die Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung auf das Konzernergebnis, durch die Umrechnung der Einzelabschlüsse in EUR, bei einer möglichen Abschwächung von Landeswährungen in den Kernmärkten von HOCHLAND, dargestellt.
Risiken aus der Nichteinhaltung von Code of Conduct Richtlinien Der gruppenweit gültige Code of Conduct wurde 2021 angepasst und es wurde insbesondere den Aspekten Menschenrechte und Nachhaltigkeit/Tierwohl zusätzliches Gewicht verliehen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für einen Verstoß gegen die Richtlinien des Code of Conduct wird als gering eingeschätzt. Denn durch prozessimmanente und nachgelagerte Kontrollen, Funktionstrennungen und weitere Maßnahmen des internen Kontrollsystems wird die regelkonforme Umsetzung und Einhaltung der Prozesse sichergestellt bzw. werden Abweichungen erkannt. Das 2021 in allen Landesgesellschaften eingeführte webbasierte Hinweisgebersystem "Tell us!" gibt zudem jedermann die Möglichkeit, Hinweise auf Compliance-Verstöße zu melden. Ein Verstoß gegen den Code of Conduct würde einen mittleren Schaden mit sich ziehen. Steuerrisiken Die Zunahme der internationalen operativen Geschäfte in der Unternehmensgruppe hat zur Folge, dass eine Vielzahl internationaler und landesspezifischer Regelungen von Finanzverwaltungen zu berücksichtigen sind. Abgabenrechtliche Risiken können durch fehlende Berücksichtigung von steuerlichen Vorschriften oder durch die unterschiedliche steuerliche Würdigung von Sachverhalten und Transaktionen entstehen. Insbesondere steuerliche Betriebsprüfungen und sich daraus möglicherweise ergebende Prüfungsfeststellungen mit entsprechenden Zinswirkungen und Steuernachzahlungen können zu einer Belastung für die Gesellschaft führen. Die steuerlichen Risiken werden regelmäßig und systematisch geprüft und bewertet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für Steuerrisiken wird als mittel und deren Auswirkung im Falle eines Eintritts als mittel eingeschätzt. Risiko Klimawandel In diesem Jahr konnte in Deutschland und weiten Teilen Europas Trockenheitsperioden beobachtet werden, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Folgen dieser Wasserknappheit können Rückgänge verfügbarer Milchmengen sein sowie steigende Preise für Milch und andere natürliche Rohstoffe. Das Risiko wird mit mittlerer Eintrittswahrscheinlichkeit und hoher Ergebnisauswirkung eingeschätzt. Wertberichtigungsrisiken von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Für die Bewertung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verwendet HOCHLAND Annahmen über abgezinste Cashflows in den künftigen Perioden. Sofern sich zukünftig Abweichungen der eingetretenen Größen im Vergleich zu den angenommenen Größen ergeben, besteht das Risiko, dass eine Abwertung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erfolgen muss. Bei den Annahmen über abgezinste Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Hochland Russland" besteht eine Unsicherheit, die von der Entwicklung des Krieges sowie damit zusammenhängenden Sanktionen und Gegensanktionen abhängen. Von einem möglichen Abwertungsbedarf geht HOCHLAND mit einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit aus. Der daraus resultierende Schaden wird als hoch eingeschätzt. Chancen- und Risikomanagement Durch ein wirksames Risikomanagement sollen Chancen und Risiken für HOCHLAND frühzeitig erkannt werden. Hierdurch soll auf der einen Seite ein rechtzeitiges Gegensteuern bei Risiken ermöglicht werden, um deren Auswirkungen oder Eintrittswahrscheinlichkeit zu senken. Auf der anderen Seite soll dadurch das Nutzen von Chancen für das Unternehmen ermöglicht werden, um daraus mögliche Wettbewerbsvorteile aufzubauen. Das Chancen- und Risikomanagement von HOCHLAND ist ein Prozess, der durch die Überwachungs- und Leitungsorgane, Führungskräfte und Mitarbeiter ausgeführt wird. Dieser wird angewandt bei der Strategiefestlegung, sowie innerhalb der Gesamtorganisation und ist gestaltet, um die das Unternehmen beeinflussenden, möglichen Ereignisse zu erkennen, sowie um hinreichende Sicherheit bezüglich des Erreichens der Ziele von HOCHLAND zu gewährleisten. An den Aufsichtsrat erfolgt das ausführliche Risikomanagement-Reporting regelmäßig in Sitzungen. Gesamtaussage zum Risiko- und Chancenbericht Die Gesamtrisiko- und -chancensituation der Gesellschaft setzt sich aus den geschilderten Einzelchancen und -risiken aller Risikocluster der Geschäftsbereiche und der Zentralfunktionen zusammen. Risiken, die für sich allein oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind nicht erkennbar. Vor dem Hintergrund, dass weiterhin gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Risiken bestehen sowie der nicht abschließend absehbaren Risiken in Russland, können Rückschläge auf dem Weg zur nachhaltigen Realisierung unserer angestrebten Wachstums- und Renditeziele nicht vollständig ausgeschlossen werden. Insgesamt sind wir der Auffassung, dass das derzeitige Chancen- und Risikoprofil der Gesellschaft ausgewogen ist, sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr die Risiken erhöht haben. 4. PrognoseberichtGesamtwirtschaftliche Prognose Das Wachstum der Weltwirtschaft 2023 wird vom Internationalen Währungsfonds (IWF) auf 2,7% geschätzt. Das wären 0,5 Prozentpunkte weniger als 2022. Der IWF betont jedoch, dass die Prognosen außerordentlich unsicher seien. Die künftige Entwicklung der Weltwirtschaft hänge insbesondere von dem Verlauf des Krieges in der Ukraine, der Inflation, der Geldpolitik, anhaltenden Lieferkettenprobleme und Corona-Einschränkungen in China ab. Für 2023 rechnet der IWF mit einer Inflationsrate von 3,3% für die Industrienationen, 9,5% für die Schwellenländer und von 7,3% für die Entwicklungsländer. Für den Euroraum erwartet der IWF ein Wirtschaftswachstum von 0,5%. Das stellt einen Rückgang von 2,6 Prozentpunkten gegenüber 2022 dar. Die Europäische Kommission geht davon aus, dass die Inflation im Jahr 2023 zwar zurückgeht, aber mit 6,1% im Euroraum hoch bleibt. Die Arbeitslosenquote soll mit 6,5% auf Niveau 2022 bleiben. Auch die wirtschaftlichen Aussichten für die Europäische Union sind laut der Europäischen Kommission mit einem außergewöhnlichen Maß an Unsicherheit behaftet, da insbesondere der Krieg in der Ukraine anhält und das Potenzial für weitere wirtschaftliche Störungen mit sich bringt. Die größte Bedrohung sieht die Europäische Kommission bei ungünstigen Entwicklungen auf dem Gasmarkt sowie beim Risiko von Engpässen, insbesondere im Winter 2023/2024. Auch die länger anhaltende Inflation und mögliche Anpassungen der globalen Finanzmärkte an das neue Hochzinsumfeld werden als Risikofaktoren angesehen. Für Deutschland sagt der IWF eine Rezession von 0,3% voraus, was eine Reduzierung der Wirtschaftsleistung von 1,8 Prozentpunkten gegenüber 2022 bedeutet. Der IWF geht davon aus, dass die Energiekrise in Deutschland nicht so schnell verschwinden wird. Deutschland hat einen größeren Industriesektor als andere Länder und bekommt dadurch die Probleme aus unterbrochenen Lieferketten sowie rasant steigenden Energiekosten besonders zu spüren. Für Russland rechnet der IWF für 2023 mit einer Rezession von 2,3%. Das stellt eine Verbesserung von 1,1 Prozentpunkten gegenüber 2022 dar. 2021, vor dem militärischen Angriff auf die Ukraine und der damit verhängten Sanktionen vom Westen, ist die russische Wirtschaft noch um 4,7% gewachsen. Für die USA wird vom Internationalen Währungsfonds (IWF) ein Wirtschaftswachstum von 1,0% prognostiziert. Gegenüber 2022 stellt das eine Verschlechterung von 0,6 Prozentpunkten dar. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2023 wird durch Statista mit 0,5% für Polen (2022: 3,8%) und 3,1% (2022: 4,8%) Rumänien geschätzt. Branchenbezogene Prognose Die Rabobank erwartet, dass die Milchproduktion in den sieben bedeutendsten Regionen der Welt leicht ansteigen wird. Hierzu gehören die USA, EU, Neuseeland, Australien, Brasilien, Argentinien sowie Uruguay. Das prognostizierte Wachstum hängt wesentlich insbesondere vom Wetterrisiko ab. Für das kommende Jahr geht die EU-Kommission von einem weiteren Rückgang des Milchviehbestandes von 0,8% aus. Unter der Annahme einer Normalisierung des Wetters wird ein Wachstum des Ertrags je Kuh von 0,6% erwartet. Infolgedessen könnte die Milchanlieferung in der EU bei einer Normalisierung des Wetters um 0,2% zurückgehen. Bei der Produktion von Käse erwartet die EU-Kommission für das Jahr 2023 einen Zuwachs von 0,6%. Bei den EU-Ausfuhren wird ein Anstieg von 0,4% erwartet. Die EU-Kommission rechnet mit einem stabilen Käseverbrauch innerhalb der Europäischen Union. Die EU-Kommission geht sowohl bei der Produktion von Butter als auch Magermilchpulver von jeweils 0,5% Wachstum aus. Mittelfristig erwartet die EU-Kommission eine Verlangsamung des Anstiegs der Milchproduktion. Auf der einen Seite wird die Nachfrage nach kurzen Lieferketten und lokalen Lebensmittelproduktionen zum Anstieg beitragen. Auf der anderen Seite werden steigende Umweltanforderungen sowie eine steigende Nachfrage nach Differenzierung von Milchprodukten (z.B. Weide-, Bio- und lokale Produkte) das Wachstum ausbremsen. Als ein weiterer Grund für diesen Trend wird die zunehmende Selbstversorgung in vielen Entwicklungsländern genannt, die zu einer geringeren Nachfrage nach Importmilch beitragen wird. Voraussichtliche Entwicklung von HOCHLAND Die Entwicklung der wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2023 wird in der folgenden Tabelle dargestellt:
Für das Geschäftsjahr 2023 geht HOCHLAND von einem leichten Absatzwachstum aus. Bei der prognostizierten Absatzmenge geht HOCHLAND von den größten Steigerungen auf dem russischen Markt sowie im Exportgeschäft aus. Aufgrund des Russland-Ukraine-Konflikts könnte der Absatz auf dem russischen Markt sich anders entwickeln als bisher prognostiziert. Das HOCHLAND Management prognostiziert stark steigendende Umsatzerlöse. Die größten Beiträge hierzu werden in Deutschland und dem Exportgeschäft erwartet. Auch in Russland wird mit ansteigenden Umsatzerlösen gerechnet, jedoch besteht hier die Unsicherheit infolge des Ukraine-Krieges. Außerdem könnten bei einer Abwertung des Rubels die in Euro umgerechnete Umsatzerlöse in Russland weniger ansteigen als erwartet. HOCHLAND erwartet einen starken Anstieg der EBT-Marge, auch unter Berücksichtigung des starken Umsatzwachstums. Der größte positive Effekt auf die Ergebnisverbesserung (EBT) wird in Deutschland, Spanien und den USA erwartet. Die Beherrschung volatiler Rohwarenmärkte bleibt eine der größten Herausforderungen für HOCHLAND, wie auch für die gesamte Milchbranche. Für HOCHLAND bedeutet dies, noch genauer auf die Kosten zu achten und effizienter zu arbeiten, sowohl in den Werken als auch in der gesamten Organisation. Dies gilt für alle Standorte der Hochland-Gruppe. HOCHLAND wird neue Expansionsmöglichkeiten für die Gruppe genau analysieren und damit die Chancen des Unternehmens auf ein weiteres organisches und externes Wachstum wahren. Ein zusätzlicher Fokus liegt weiterhin auf Stärkung der Marken durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Produkte und stetige Investition in Neuprodukte. Partnerschaften mit wichtigen Käsevermarktern außerhalb Europas eröffnen HOCHLAND weitere interessante Zukunftsmärkte. Gesamtaussage Prognose Die gesamtwirtschaftliche Prognose zur konjunkturellen Lage deren Länder, welche für HOCHLAND die Kernmärkte darstellen, sehen unterschiedlich aus. Während für Russland und Deutschland eine Rezession erwartet wird, geht man für Polen und USA von einem leichten Wirtschaftswachstum aus. In Rumänien sieht die Prognose deutlich besser aus. Bei der branchenbezogenen Prognose wird mit einem leichten Anstieg der Milchmenge gerechnet. Für die EU wird ein Zuwachs bei der Milchanlieferungsmenge und der Käseproduktion von 0,2% bzw. 0,6% erwartet. Das HOCHLAND Management rechnet damit, dass der Absatz leicht und die Umsatzerlöse sowie die EBT-Marge der HOCHLAND-Gruppe stark ansteigen werden. 5. AbhängigkeitsberichtDer Bericht des Vorstands zu den Geschäftsbeziehungen der HOCHLAND SE mit dem herrschenden Unternehmen HOCHLAND Holding GmbH & Co. KG und dessen verbundenen Unternehmen (§ 312 AktG) schließt mit folgender Erklärung: "Die vorgenommenen Rechtsgeschäfte erfolgten alle auf der Basis marktgerechter Konditionen. Den entsprechenden Leistungen standen stets angemessene Gegenleistungen gegenüber. Eine Benachteiligung unserer Gesellschaft ist aus diesen Geschäften nicht eingetreten. Getroffene oder unterlassene Maßnahmen auf Veranlassung bzw. im Interesse des herrschenden Unternehmens oder eines mit ihm verbundenen Unternehmens waren im Geschäftsjahr 2022 nicht zu verzeichnen." 6. NachtragsberichtZu Informationen über Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verweisen wir auf Ziffer 39 im Konzernanhang.
Heimenkirch, den 22. März 2023 Vorstand HOCHLAND SE Peter Stahl Sebastian Schaeffer, Hubert Staub Josef Stitzl Vorstand HOCHLAND SE Konzern - Gewinn- und Verlustrechnung
Konzern - Gesamtergebnisrechnung
1 Zu mehr Details verweisen wir auf Ziffer 28 im Konzernanhang 2 Hierbei geht es um die Trennung von Komponenten der Gesamtergebnisrechnung, die zu einem späteren Zeitpunkt in die GuV umklassifiziert werden können oder nicht. Konzern - BilanzAKTIVA
Konzern - Eigenkapitalveränderungsrechnung
Konzern - Kapitalflussrechnung
Zu mehr Details verweisen wir auf Ziffer 25 und Kapitel "Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung" im Konzernanhang Konzern-Anhang1. Allgemeine InformationenDer Konzernabschluss der HOCHLAND SE ("Gesellschaft" oder "HOCHLAND") zum 31. Dezember 2022 wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC, vormals als Standing Interpretation Committee (SIC) bekannt) und den ergänzend nach den gemäß § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften, aufgestellt. Die HOCHLAND SE ist ein in Deutschland ansässiges, international tätiges Unternehmen, dessen Aktivitäten sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Käseprodukten konzentrieren. Die HOCHLAND SE hat ihren eingetragenen Firmensitz in der Kemptener Straße 17, 88178 Heimenkirch, Deutschland und ist in das Handelsregister beim Amtsgericht Kempten unter der HRB-Nr. 10539 eingetragen. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Die Betragsangaben im Konzernabschluss erfolgen in Euro (EUR), Tausend Euro (TEUR) bzw. Millionen Euro (MEUR). Den Jahresabschlüssen der in diesen Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen (Einzelabschlüsse) liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Wertansätze, die auf steuerlichen Vorschriften beruhen, werden nicht in den Konzernabschluss übernommen. Die Einzelabschlüsse sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Bilanz und der Kapitalflussrechnung werden die Veränderungen des Eigenkapitals gezeigt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt worden. In der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Bilanz werden einzelne Posten zur Verbesserung der Klarheit zusammengefasst. Sie werden im Anhang erläutert. Die Bilanzgliederung erfolgt nach der Fristigkeit der Vermögenswerte und Schulden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, wenn sie innerhalb eines Jahres oder aber innerhalb des normalen Geschäftszyklus des Unternehmens bzw. Konzerns fällig sind oder veräußert werden sollen. Entsprechend werden Vermögenswerte und Schulden als langfristig klassifiziert, wenn sie länger als ein Jahr im HOCHLAND-Konzern verbleiben. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Steuererstattungsansprüche, Steuerverbindlichkeiten sowie Vorräte werden grundsätzlich als kurzfristige Posten ausgewiesen. Latente Steueransprüche bzw. -verbindlichkeiten werden grundsätzlich als langfristig dargestellt. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden im Anhang erläutert. Die rückwirkende Anwendung von überarbeiteten und neuen Standards verlangt, sofern für den betreffenden Standard keine abweichende Regelung vorgesehen ist, dass die Ergebnisse des Vorjahres und die Eröffnungsbilanz dieser Vergleichsperiode so angepasst werden, als ob die neuen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden schon immer angewandt worden wären. 2. Anwendung von neuen RechnungslegungsstandardsIm laufenden Geschäftsjahr erstmals angewandte Rechnungslegungsvorschriften HOCHLAND hat alle IFRS und IFRIC Interpretationen angewendet, die vom IASB veröffentlicht wurden und zum 31. Dezember 2022 in Kraft getreten und von der Europäischen Union (EU) übernommen worden sind. Die Bezeichnung IFRS schließt ebenfalls alle gültigen International Accounting Standards (IAS) mit ein. Die Tabelle 1 beinhaltet alle im laufenden Geschäftsjahr erstmals anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften.
Tabelle 1 : Erstmals anzuwendende IFRS Die erstmals 2022 anzuwenden Standards (Tabelle 1) haben bei HOCHLAND keine oder unwesentliche Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Neu herausgegebene Rechnungslegungsnormen Die folgenden Standards und Interpretationen wurden veröffentlicht und von der EU angenommen, treten jedoch erst in späteren Berichtsperioden in Kraft und werden vom Unternehmen nicht vorzeitig angewendet:
Tabelle 2: IFRS von der EU übernommen Das IASB bzw. IFRIC hat nachfolgende Standards, Änderungen von Standards bzw. Interpretationen herausgegeben, deren Anwendung jedoch bislang nicht verpflichtend ist. Die Anwendung dieser IFRS bzw. IFRIC setzt voraus, dass sie im Rahmen des IFRS-Übernahmeverfahrens (Endorsement) durch die EU angenommen werden. Die in Tabelle 3 dargestellten Standards und Interpretationen wurden vom IASB veröffentlicht, befinden sich jedoch noch im EU-Endorsement-Prozess.
Tabelle 3: IFRS von der EU noch nicht übernommen Von den in Tabelle 2 und 3 genannten Standards erwartet HOCHLAND keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. 3. Grundlage des Konzernabschlusses3.1. Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden In den Konzernabschluss werden die Abschlüsse der Gesellschaft und der von der Gesellschaft beherrschten Unternehmen (ihre Tochterunternehmen) ab dem Zeitpunkt einbezogen, ab dem die HOCHLAND SE unmittelbar oder mittelbar die Möglichkeit der Beherrschung erhält. Die Einbeziehung endet mit dem Zeitpunkt der Aufgabe dieser Beherrschungsmöglichkeit. Beherrschung liegt vor, wenn die Gesellschaft aus seiner Beteiligung am Unternehmen variablen Renditen ausgesetzt ist bzw. Anspruch auf diese hat, und diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen beeinflussen kann. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt grundsätzlich nach IFRS 10 bzw. IFRS 3 durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbs. Die Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten der Tochterunternehmen werden dabei mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein verbleibender Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert. Die Ergebnisse der im Laufe eines Geschäftsjahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des Erwerbs oder bis zum effektiven Abgangszeitpunkt in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung einbezogen. Auf konzernfremde Gesellschafter entfallende Anteile am Jahresergebnis bzw. Bilanzgewinn oder verlust werden getrennt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung sowie im Konzerneigenkapital ausgewiesen. Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert. Bei den Konsolidierungsvorgängen werden die ertragssteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht. 3.2. Währungsumrechnung Soweit die Jahresabschlüsse der Gesellschaften nicht-monetäre Posten enthalten, denen Beträge zugrunde liegen, die auf fremde Währung lauten oder ursprünglich auf fremde Währung lauteten, erfolgt die Umrechnung in die Berichtswährung auf Basis des Kurses zum Transaktionszeitpunkt. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in fremder Währung werden zum Stichtagskurs in die Berichtswährung umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden in der Periode, in der sie entstanden sind, erfolgswirksam erfasst. Die Jahresabschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften, die ihren Sitz außerhalb des Euro-Währungsraums haben, werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Als funktionale Währung gilt hiernach die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem eine Tochtergesellschaft tätig ist. Bei den Tochtergesellschaften der HOCHLAND SE, die ihren Sitz außerhalb des Euroraums haben, entspricht die funktionale Währung der jeweiligen lokalen Währung. Nach dem Konzept der funktionalen Währung ist für sie somit die Umrechnungsmethode "modifizierte Stichtagskursmethode" vorgesehen. Bei dieser Methode werden die Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs, Aufwendungen und Erträge zum Transaktionskurs bzw. dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Differenzen aus der Verwendung unterschiedlicher Wechselkurse für Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung werden ergebnisneutral im Eigenkapital verrechnet und in einem gesonderten Eigenkapitalposten ausgewiesen. Bei Desinvestitionen erfolgt eine ergebniswirksame Auflösung der entsprechenden Währungsumrechnungsdifferenz. Bei der Hochland Romania Srl, der Hochland Russland OOO sowie der Hochland Polska Sp. z o.o. erfolgt die Umrechnung des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte sowie der dazugehörigen planmäßigen Abschreibungen anhand der historischen Kurse. Diese Vorgehensweise entspricht nicht der Umrechnung nach IAS 21 (Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse) wird jedoch aus praktikablen Gründen vom Management so gehandhabt. Der Effekt aus dieser Vorgehensweise ist in Ziffer 13 und 14 abgebildet. Die Veränderung der Wechselkurse von für HOCHLAND relevanten Währungen, wird in der Tabelle 4 dargestellt.
Tabelle 4: Wechselkurse wichtiger Währungen Aufgrund des seit Februar 2022 andauernden Ukraine-Krieges entschied eine große Anzahl an Staaten eine Reihe von Sanktionen gegen Russland. Um Kapitalabflüsse zu verhindern und den russischen Rubel zu stabilisieren verhängte Russland Gegensanktionen und führte Kapitalkontrollen in Russland ein. Als Folge darauf stellte die Europäische Zentralbank die Veröffentlichung eines offiziellen RUB/EUR-Wechselkurses mit der Wirkung zum 2. März 2022 ein. Für die Zwecke der Währungsumrechnung wurde der Wechselkurs verwendet, welchen die russische Zentralbank veröffentlicht. Seit Kriegsausbruch analysierte HOCHLAND stets, ob der von der russischen Zentralbank veröffentlichte Wechselkurs dem Wechselkurs entspricht, zu welchem HOCHLAND die Rubel-Werte in Euro umtauschen konnte. Der im Verlauf des Jahres für die Währungsumrechnung verwendete Kurs stimmte im Wesentlichen mit dem Wechselkurs überein, mit welchem HOCHLAND die Rubel-Werte hätte abrechnen können. Dieser entsprach auch annähernd dem von "Refinitiv US Holdings Inc." veröffentlichte Wechselkurs, welcher für viele Unternehmen als Basis zur Währungsumrechnung dient. Refinitiv US Holdings Inc. ist ein Dienstleistungsunternehmen der Branche "Wirtschaftsinformationsdienst" tätig ist. 3.3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Ertragsrealisierung Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern werden erfasst, sobald der Käufer je nach vereinbarten Incoterms die Beherrschung über die Waren erlangt hat. Eine Forderung wird bei Versand der Güter ausgewiesen, weil zu diesem Zeitpunkt der Anspruch auf Gegenleistung unbedingt ist, d.h. dass die Fälligkeit ab diesem Zeitpunkt automatisch mit Zeitablauf eintritt. Entgelte aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald der Kunde, den aus der erbrachten Dienstleistung resultierenden Nutzen erlangt. Erträge, die zwar im Rahmen der betrieblichen Geschäftstätigkeit erwirtschaftet werden, jedoch nicht mit dem Kerngeschäft in Verbindung stehen, werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Zinserträge werden zeitproportional, unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswertes erfasst. Nutzungsentgelte werden periodengerecht in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des zugrunde liegenden Vertrags erfasst. Ertragsteuern Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe aus tatsächlichen und latenten Ertragsteuern dar. Der tatsächliche Ertragsteueraufwand basiert auf den steuerpflichtigen Jahresergebnissen. Die Berechnung erfolgt unter der Anwendung der zum Bilanzstichtag geltenden Steuersätze. Die Ermittlung latenter Steuern erfolgt nach IAS 12. Dies bedeutet, dass latente Steuern aufgrund von temporären Unterschieden zwischen dem Buchwert eines Vermögenswertes / einer Schuld und seinem / ihrem Steuerwert sowie auf bestimmte Konsolidierungsschritte errechnet werden. Die Berechnung erfolgt unter der Anwendung der für die künftigen Perioden geltenden Steuersätze. Aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen sowie noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge werden in dem Umfang aktiviert, in dem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass das jeweilige Unternehmen zukünftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen erzielen kann. Latente Steuern werden erfolgswirksam erfasst, es sei denn sie betreffen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Sachverhalte; in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, soweit sie Ertragsteuern betreffen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und der Konzern beabsichtigt, den Ausgleich seiner laufenden Steueransprüche und Steuerschulden auf Nettobasis vorzunehmen. Immaterielle Vermögenswerte Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet. Soweit es sich um Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer handelt, werden diese planmäßig abgeschrieben:
Tabelle 5: Nutzungsdauer immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden einmal jährlich auf Wertminderungsbedarf geprüft. Zu mehr Details verweisen wir auf den Abschnitt "Wertminderungen". Neben dem Geschäfts- oder Firmenwert bestehen bei HOCHLAND auch erworbene Marken, die mit unbestimmter Nutzungsdauer berücksichtigt werden. Der Zeitraum, über den diese Marken bei HOCHLAND einen Nutzen stiften, ist nicht bestimmbar, da die fortwährende Nutzung beabsichtigt ist. Sachanlagen Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und, sofern erforderlich, außerplanmäßiger Wertminderungen erfasst. Die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen umfassen die Materialeinzelkosten, die Fertigungseinzelkosten sowie die direkt zurechenbaren Material- und Fertigungsgemeinkosten. Die Abschreibung dieser Vermögenswerte beginnt mit deren Fertigstellung bzw. Erreichen des betriebsbereiten Zustands. Sie erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie bei vergleichbaren anderen Gegenständen des Sachanlagevermögens. Im Bau befindliche Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich identifizierter Wertminderungen bilanziert. Die planmäßige Abschreibung erfolgt in der Weise, dass die Kosten oder der Wertansatz von Vermögenswerten, mit Ausnahme von Grundstücken oder Anlagen im Bau, über deren voraussichtliche Nutzungsdauer linear auf folgender Grundlage verteilt werden:
Tabelle 6: Nutzungsdauer Sachanlagen Der Gewinn oder Verlust aus dem Abgang oder der endgültigen Stilllegung eines Vermögenswertes wird als Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes bestimmt und erfolgswirksam erfasst. Forschungs- und Entwicklungskosten Forschungs- und Entwicklungskosten werden bei HOCHLAND sofort im Aufwand erfasst, da im Lebensmittelbereich eine Trennung zwischen Forschungs- und Entwicklungsphase nicht möglich ist. Leasing Ein Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der das Recht auf Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt überträgt. Grundsätzlich hat ein Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen sowie die damit zusammenhängenden Verbindlichkeiten mit deren Barwerten auf Basis der betreffenden Leasingraten zu bilanzieren. Die Diskontierung der Mindestleasingraten erfolgt anhand eines Grenzfremdkapitalzinssatzes des Leasingnehmers. 2022 wurden in der HOCHLAND Gruppe Grenzfremdkapitalzinssätze in der Bandbreite von 0,8% - 11,1% verwendet. Die Nutzungsrechte werden unter Sachanlagen ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Nutzungsrechte werden linear über den Zeitraum des Vertragsverhältnisses abgeschrieben. Bei Bedarf kann es auch zu einer außerplanmäßigen Abschreibung bzw. einer Anpassung durch Wertänderungen bei der Leasingverbindlichkeit aufgrund von Veränderungen in den Bewertungsbestandteilen (bspw. Laufzeiten, Zinsen, Leasingraten, Verlängerungsoptionen) kommen. Für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) und Leasinggegenstände von geringem Wert (= Neupreis des Leasingvermögenswertes liegt unter 5 TEUR) wendet HOCHLAND die Anwendungserleichterungen gemäß IFRS 16 an. Hierbei erfolgt keine Bilanzierung von Nutzungsrechten sowie Leasingverbindlichkeiten. Die Zahlungen werden erfolgswirksam als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei Leasingverhältnissen mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nichtausübung von Kündigungsoptionen bieten. Solche Art von Laufzeitänderungen werden bei der Vertragslaufzeit nur bei hinreichender Sicherheit berücksichtigt. Der Leasinggeber unterscheidet für Bilanzierungszwecke zwischen Operating- und Finanzierungs-Leasing-Vereinbarungen. Beim Operating-Leasing hat der Leasinggeber das Leasingobjekt als Vermögenswert im Sachanlagevermögen zu fortgeführten Anschaffungskosten auszuweisen und die Leasingeinnahmen auf die Leasingperioden verteilt in der Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen. Beim Finanzierungs-Leasing hat der Leasinggeber eine Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswerts auszuweisen. Die Folgebewertung des Finanzierungs-Leasings umfasst einen Zins- und einen Tilgungsanteil und ist auch dementsprechend aufzuspalten. Die Zinserträge aus dem Leasingverhältnis werden während der Laufzeit als konstante Verzinsung der Nettoinvestition realisiert. Der Zinsaufwand umfasst die Aufzinsung des Nettoinvestitionswertes und der Tilgungsanteil reduziert die Leasinganforderung. At-Equity-bewertete Beteiligungen Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Bezeichnung "assoziiertes Unternehmen" wird für Unternehmen verwendet, an dem der Anteilseigner einen maßgeblichen Einfluss hat. Hiervon ausgeschlossen sind Tochterunternehmen (Beherrschung) sowie Gemeinschaftsunternehmen (gemeinschaftliche Beherrschung). Ein maßgeblicher Einfluss wird in der Regel angenommen, wenn der Anteilseigner über mittel- oder unmittelbare Stimmrechtsanteile von 20 bis 50% verfügt. Eine nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung ist beim Erwerbszeitpunkt zu Anschaffungskosten zu aktivieren. Bei der Folgebewertung wird der Buchwert der Beteiligung um auf die den Konzern entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens jährlich angepasst. Wertminderungen Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte seiner Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte, um festzustellen, ob es Anhaltspunkte für einen Wertminderungsbedarf bei diesen Vermögenswerten gibt. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt, um den Umfang des eventuellen Wertminderungsaufwands festzustellen. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu der der Vermögenswert gehört. Wenn der geschätzte erzielbare Betrag eines Vermögenswertes (oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit) den Buchwert unterschreitet, wird der Buchwert des Vermögenswertes (oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) auf den erzielbaren Betrag vermindert. Der Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Bei anschließender Umkehrung einer Wertminderung wird der Buchwert des Vermögenswertes (oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) auf den geschätzten erzielbaren Betrag erhöht. Die Erhöhung des Buchwerts ist dabei auf den Wert beschränkt, der bestimmt worden wäre, wenn für den Vermögenswert (oder die zahlungsmittelgenerierende Einheit) in Vorjahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Eine Umkehrung des Wertminderungsaufwands wird sofort erfolgswirksam erfasst. Geschäfts- oder Firmenwerte werden jährlich auf Wertminderungen überprüft und zusätzlich, wenn Anhaltspunkte für einen Wertminderungsbedarf vorliegen. Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Zahlungsmittelgenerierende Einheiten stellen die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten dar, die Mittelzuflüsse erzeugen, welche weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte sind. Liegt der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der dem höheren der beiden Beträge aus ihrem Verkehrswert abzüglich Veräußerungskosten und ihrem Nutzungswert entspricht, unter dem Buchwert, wird eine Wertminderung des Buchwertes erfasst. Wertaufholungen von durchgeführten Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sind nicht erlaubt. Die getroffenen Prämissen sowie die zugrundeliegende Methodik haben Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Ansätze für immaterielle Vermögenswerte, soweit diese eine unbestimmte Nutzungsdauer aufweisen, werden ebenfalls jährlich auf Wertminderungen überprüft. Hinsichtlich der Ermittlung des erzielbaren Betrags der Marke gelten vorherstehende Ausführungen zum Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend. Zuwendungen der öffentlichen Hand Die erhaltenen Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte werden als Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt und über die erwartete Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte aufgelöst. Die Auflösung des passiven Rechnungsabgrenzungspostens wird gemäß IAS 20.26 als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst. Finanzielle Vermögenswerte Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich aus den Forderungen, den erworbenen Eigenkapital- und Schuldtiteln, den Zahlungsmitteln bzw. Zahlungsmitteläquivalenten und den Derivaten mit positiven beizulegenden Zeitwerten zusammen. Die Bilanzierung und Bewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt nach IFRS 9 "Finanzinstrumente ". Demnach werden finanzielle Vermögenswerte in der Konzernbilanz angesetzt, wenn HOCHLAND ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe von originären finanziellen Vermögenswerten werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert. Der erstmalige Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Transaktionskosten, die beim Erwerb von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten anfallen, werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Unverzinsliche oder unterverzinsliche Forderungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem Barwert der erwarteten zukünftigen Cashflows angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte zu den nachstehenden Bewertungskategorien, die für HOCHLAND relevant sind:
Unter diese Kategorie fallen die nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte, welche die folgenden Voraussetzungen kumulativ erfüllen:
Sind diese beiden Voraussetzungen nicht erfüllt, ist ein finanzieller Vermögenswert der nachfolgenden Kategorie (FVOCI) zuzuordnen. Somit kommt die Kategorie AC für Derivate sowie Eigenkapitalinstrumente (z.B. Aktien, GmbH-Anteile) nicht in Betracht. Die Bewertung der finanziellen Vermögenswerte dieser Kategorie erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter der Anwendung der Effektivzinsmethode. Der Zinsertrag aus Positionen dieser Kategorie wird unter Anwendung der Effektivzinsmethode ermittelt, soweit es sich nicht um kurzfristige Forderungen handelt und der Effekt aus der Aufzinsung immateriell ist.
Diese Kategorie ist für folgende finanzielle Vermögenswerte vorgesehen:
Dieser Kategorie sind die folgenden finanziellen Vermögenswerte zuzuordnen:
Für finanzielle Vermögenswerte werden Wertminderungen auf erwartete Verluste erfasst. Diese werden auf Basis des Kreditrisikos ermittelt. Zur Ermittlung werden die Finanzinstrumente in eine von drei Stufen zugeordnet, nach denen sich der zu erfassende Verlust richtet. Zur Stufe 1 werden in der Regel alle Finanzinstrumente bei ihrem Zugang hinzugerechnet. Auf dieser Stufe erfolgt die Ermittlung des zu erfassenden Wertminderungsaufwandes nach dem sogenannten erwarteten 12-Monats-Verlust. Hierbei wird der Barwert der möglichen Zahlungsausfälle verstanden, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag erwartet wird. Die Ermittlung basiert auf historischen Kreditausfällen und wird durch die Zuhilfenahme von externen Marktdaten um eine zukunftsgerichtete Komponente erweitert. Sobald es zu einer Änderung in die Stufe 2 oder 3 kommt, wird dies an den entsprechenden Stellen in den Anhangsangaben erwähnt. Auf Stufe 2 des Wertminderungsmodells rücken die finanziellen Vermögenswerte auf, deren Ausfallrisiko sich zum Bilanzstichtag signifikant erhöht hat. Hinweise auf eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos sind unter anderem:
Der Wertminderungsaufwand für diese finanziellen Vermögenswerte wird in Höhe des Barwerts, der über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Verluste erfasst. Für die Ermittlung der erwarteten Verluste werden, wie bei Stufe 1, Informationen über historische Kreditausfälle und externe Marktdaten, welche um eine zukunftsgerichtete Komponente erweitert werden, verwendet. In die Stufe 3 des Wertminderungsmodells werden finanzielle Vermögenswerte, mit vorliegenden objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung, transferiert. Objektive Hinweise auf Wertminderungen sind unter anderem:
Die Ermittlung des Wertminderungsbedarfes erfolgt analog zu Stufe 2. Im Gegensatz zur Stufe 1 und 2 erfolgt die Vereinnahmung von Zinserträgen im Rahmen der Effektivzinsmethode auf Basis des wertgeminderten Nettobuchwertes der jeweiligen finanziellen Vermögenswerte. Sofern an einem Bilanzstichtag kein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung oder auf ein signifikantes Ausfallrisiko mehr besteht, wird ein finanzieller Vermögenswert wieder in die vorhergehende Stufe zurück transferiert. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, vertragliche Vermögenswerte sowie Leasingforderungen wendet HOCHLAND ein vereinfachtes Wertminderungsmodell an. Diese Arten von Forderungen werden bereits beim Zugang pauschal der Stufe zwei zugeordnet. Somit wird für diese der gesamte erwartete Verlust über die Restlaufzeit ermittelt. Hierbei basieren die fälligkeitsspezifischen Wertberichtigungsfaktoren auf historischen sowie zukunftsorientierten Informationen. Die erwarteten Verluste über die Restlaufzeit werden als Prozentsätze in Abhängigkeit von der Dauer der Überfälligkeit bestimmt. Eine weitere Sonderregelung beim Wertminderungsmodell gilt für finanzielle Vermögenswerte, die bereits beim Zugang objektive Hinweise auf Wertminderungen aufweisen. Diese Finanzinstrumente werden unmittelbar bei ihrem Zugang der Stufe 3 zugeordnet. Bei der Berechnung von Zins- und Tilgungsanteil ist der Buchwert des finanziellen Vermögenswerts anzuwenden, welcher bereits um die zu erwartenden Verluste gemindert ist. Für diese finanziellen Vermögenswerte besteht ein Übertragungsverbot auf Stufe 1 oder Stufe 2. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten auslaufen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Risiken und Chancen übertragen werden. Der Umgang mit Finanzrisiken sowie insbesondere die Bilanzierung werden in den Anhangsangaben 33 sowie 34 näher erläutert. Vorräte Unter den Vorräten sind die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Handelswaren grundsätzlich zu Anschaffungskosten, unfertige und fertige Erzeugnisse zu Herstellungskosten bewertet. Soweit notwendig, erfolgt der Wertansatz zu dem niedrigeren Nettoveräußerungswert. Die Herstellungskosten beinhalten neben den Einzelkosten direkt zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Die Bewertung basiert auf den in IAS 2 erlaubten Bewertungsvereinfachungsverfahren Fifo- und Durchschnittsmethode. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Veräußerungserlös abzüglich der geschätzten Kosten für die Fertigstellung und der bis zum Verkauf anfallenden Kosten. Rückstellungen für Pensionen Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Kosten für die Leistungsbereitstellung mittels der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt, wobei zu jedem Bilanzstichtag eine versicherungsmathematische Bewertung unter Zugrundelegung der Heubeck-Richttafeln 2018 G (RT 2018 G) durchgeführt wird. Der bilanzierte Betrag stellt somit eine Nettoschuld als Differenz aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung und dem Zeitwert des Planvermögens zum Bilanzstichtag dar. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen werden die versicherungsmathematischen Annahmen aufeinander abgestimmt. Es werden erwartete Einkommensentwicklungen und künftige Rentenanpassungen berücksichtigt. Der Kapitalisierungszinssatz wurde nach den Verhältnissen am Kapitalmarkt zum Bilanzstichtag unter Beachtung der Währungs- und Laufzeitäquivalenz angesetzt. Dabei wurden zum Bilanzstichtag identifizierte Effekte erwarteter kurzfristiger Marktschwankungen berücksichtigt. Für die betriebliche Altersversorgung bestehen im Konzern neben den leistungsorientierten Zusagen auch beitragsorientierte Beiträge. Bei diesen zahlt HOCHLAND aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen beziehungsweise auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Für HOCHLAND entsteht über die Erbringung dieser Beträge hinaus keine weitergehende Zahlungsverpflichtung. Die zu leistenden Zahlungen werden mit Fälligkeit in der Berichtsperiode im Personalaufwand erfasst. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Verpflichtungen entsprechend IAS 37, die wahrscheinlich zu einem Abfluss von wirtschaftlich nutzbaren Ressourcen führen, der zuverlässig geschätzt werden kann. Sie werden in Höhe des Betrages angesetzt, der nach bestmöglicher Schätzung zum Bilanzstichtag erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen, erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen des Konzerns abzudecken. Dabei wird jeweils der Betrag angesetzt, der sich bei sorgfältiger Prüfung als der Wahrscheinlichste ergibt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit Marktzinssätzen, die dem Risiko und Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen, abgezinst. Der in den Folgejahren entstehende Aufwand aus der Aufzinsung wird im Finanzergebnis erfasst. Finanzielle Verbindlichkeiten Die für HOCHLAND relevanten finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich aus originären Verbindlichkeiten zusammen. Originäre Verbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn HOCHLAND eine vertragliche Pflicht hat, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte auf eine andere Partei zu übertragen. Der erstmalige Ansatz einer originären Verbindlichkeit erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung bzw. zum Wert der erhaltenen Zahlungsmittel abzüglich ggf. angefallener Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt bei den Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode (Kategorie gemäß IFRS 9: zu fortgeführten Anschaffungskosten - at Amortised Cost "AC"). Angaben zu finanziellen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen verweisen wir auf den Abschnitt "Leasing". Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind. 3.4. Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von HOCHLAND im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Die Auswirkungen der Veränderung des Konsolidierungskreises sind dabei eliminiert. In Übereinstimmung mit IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer und investiver Tätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten. Ebenfalls enthalten sind Finanztitel mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten. Die von den ausländischen Tochterunternehmen ausgewiesenen Beträge werden grundsätzlich zu Transaktionskursen umgerechnet. Hiervon abweichend wird die Liquidität wie in der Bilanz zum Stichtagskurs angesetzt. Der Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel wird gesondert gezeigt. 3.5. Schätzungen und Annahmen Im Konzernabschluss müssen in einem bestimmten Umfang Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden, die Auswirkungen auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten haben können. Die Schätzungen des Managements beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als angemessen erachtet werden. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen und Annahmen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft. Hauptanwendungsbereiche für Annahmen und Schätzungen liegen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des Anlagevermögens, der Ermittlung abgezinster Cashflows im Rahmen von Werthaltigkeitstests und der Bildung von Rückstellungen. Zu den wesentlichen Bereichen werden die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen und zum Abschlussstichtag bestehenden Quellen von Unsicherheiten bei Schätzungen im Folgenden erläutert.
Die Nutzungsdauern der immateriellen Vermögenswerte sowie des Sachanlagevermögens basieren auf Beurteilungen des Managements. In der Nachbetrachtung können diese von den tatsächlichen Nutzungsdauern einzelner Vermögenswerte abweichen.
Hierbei kann die tatsächliche Entwicklung der Cashflows in den künftigen Perioden von den bei den Werthaltigkeitstests geschätzten Cashflows aus der Mittelfristplanung abweichen. Eine gewisse Unsicherheit liegt auch bei der für diese Ermittlung wesentlichen Annahme, dem Diskontierungszinssatz, vor.
Unsicherheiten liegen hier insbesondere bei den Rückstellungen für Pensionen vor. Das liegt vor allem aufgrund der Langfristigkeit der getätigten Zusagen sowie der Vielzahl an Faktoren, die bei einer Erhöhung bzw. Reduzierung zu Abweichungen in der Höhe führen können. Die Einschätzungen, die für den Ansatz sowie Bewertung von sonstigen Rückstellungen getroffen werden, basieren hauptsächlich auf Erfahrungswerten sowie auf den Umständen, die zum Abschlussstichtag vorliegen. Die tatsächlichen Verpflichtungen können in den folgenden Jahren hiervon abweichen. 4. Veränderungen im Konzern4.1. Konsolidierungskreis Der Konsolidierungskreis der HOCHLAND SE umfasst folgende voll konsolidierte Unternehmen; die angegebenen Beteiligungsquoten betreffen gleichermaßen den Anteil am Kapital sowie den Stimmrechtsanteil:
Tabelle 7: Konsolidierungskreis Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-/ Verlustrechnung5. Umsatzerlöse
Tabelle 8: Um satzerlöse In dem aktuellen Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse von 25.873 TEUR (Vorjahr 22.991 TEUR) erfasst, die zu Beginn der Periode im Saldo der vertraglichen Verbindlichkeiten (siehe Tabelle 53 und 54 unter Ziffer 31) enthalten waren. 6. Materialaufwand
Tabelle 9: Materialaufwand 7. Personalaufwand
Tabelle 10: Personalaufwand Zur Zusammensetzung der Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung siehe Tabelle 11.
Tabelle 11: Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung Für die betriebliche Altersversorgung bestehen im Konzern neben den leistungsorientierten Zusagen (siehe "Rückstellungen für Pensionen unter Ziffer 3.3 und 28) beitragsorientierte Beiträge. Die laufenden Beitragszahlungen von 27.395 TEUR (Vorjahr 23.203 TEUR) sind als Aufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen und setzen sich wie folgt zusammen:
Bezüglich der Zuführung zu den Rückstellungen für Pensionen verweisen wir auf Ziffer 28. "Rückstellungen für Pensionen". Der in der Veränderung der Pensionsrückstellung enthaltene Zinsanteil aus Aufzinsung ("interest cost") wird als Bestandteil des Finanzergebnisses ausgewiesen. Wir verweisen auf Tabelle 19 unter Ziffer 10. 8. Sonstige betriebliche Erträge
Tabelle 12: Sonstige betriebliche Erträge 9. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Tabelle 13: Sonstige betriebliche Aufwendungen In den Aufwendungen "Maschinenmieten und Leasing" sowie "Gebäudemieten" werden Leasingverhältnisse abgebildet, die gemäß IFRS 16 Ausnahmen darstellen (hierzu verweisen wir auf Ziffer 3.3) und für die keine Nutzungsrechte zu aktivieren sind. In der folgenden Tabelle werden diese Ausnahmen erläutert:
Tabelle 14: Leasingaufwendungen Für die kommenden Geschäftsjahre bestehen bei HOCHLAND sonstige finanzielle Verpflichtungen, die insbesondere aus langfristigen Miet- und Pachtverhältnissen resultieren, für die keine Nutzungsrechte gemäß IFRS 16 aktiviert wurden.
Tabelle 15: Sonstige finanzielle Verpflichtungen 202 2 Unter den Rechts- und Beratungskosten (siehe Tabelle 13) sind Aufwendungen für den Konzern-Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers-Netzwerk in Höhe von 830 TEUR (Vorjahr 621 TEUR) sowie für sonstige Abschlussprüfer in Höhe von 347 TEUR (Vorjahr 208 TEUR) enthalten, welche die Abschlussprüfung für zwei ausländische Tochtergesellschaften durchgeführt haben. Zu deren Zusammensetzung siehe Tabelle 16 und 17.
Tabelle 16: Aufwendungen für den Abschlussprüfer 202 2
Tabelle 17: Aufwendungen für den Abschlussprüfer 202 1 In der folgenden Tabelle werden die Abschlussprüfer-Honorare für in Deutschland ansässige Unternehmen angeben. In der HOCHLAND Gruppe werden diese Unternehmen ausschließlich von PricewaterhouseCoopers GmbH geprüft.
Tabelle 18: Aufwendungen für Abschlussprüfer in Deutschland Von diesen Aufwendungen für Abschlussprüfer in Deutschland wurden 119 TEUR als Anschaffungsnebenkosten beim ERP-Projekt zur Implementierung von S/4HANA aktiviert. 10. Finanzergebnis
Tabelle 19: Finanzergebnis 11. ErtragsteuernSteueraufwand Als Ertragsteuern in Höhe von 19.688 TEUR (Vorjahr 20.979 TEUR) werden die von den einzelnen Gesellschaften gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 18.862 TEUR (Vorjahr 21.100 TEUR) sowie dem latenten Steueraufwand in Höhe von 826 TEUR (Vorjahr Ertrag 121 TEUR) ausgewiesen. Der latente Steueraufwand setzt sich aus einem latenten Steuerertrag aus steuerlichen Verlustvorträgen von 99 TEUR (Vorjahr Aufwand 1.154 TEUR) sowie einem latenten Steueraufwand aus temporären Wertdifferenzen von 925 TEUR (Vorjahr Ertrag 1.275 TEUR) zusammen. Tabelle 20 stellt die Überleitung des Steueraufwandes zum bilanziellen Ergebnis dar.
Tabelle 20: Überleitung des Steueraufwandes Bei dem anzuwendenden Konzernsteuersatz von 27,0% handelt es sich um den Steuersatz des Mutterunternehmens. Dieser ergibt sich aus einer Körperschaftsteuer von 15,0% zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5% auf die Körperschaftsteuer sowie unter Berücksichtigung der Gewerbesteuer mit einem Hebesatz von 335,7%. Der Konzernsteuersatz, sowie seine Bestandteile haben sich in ihrer Höhe gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Die Steuersätze der ausländischen Gesellschaften bewegen sich in der Bandbreite von 16,0 - 30,0%. Aus welchen Bilanzpositionen die latenten Steuerabgrenzungen - latente Steueransprüche und latente Steuerschulden - resultieren und zu deren Entwicklung im Geschäftsjahr siehe Tabelle 21 und 22.
Tabelle 21: Latente Steueransprüche
Tabelle 22: Latente Steuerschulden Tabelle 23 stellt die Aufgliederung zur Finanzberichterstattung dar.
Tabelle 23: Aufgliederung zur Finanzberichterstattung 12. Auf konzernfremde Gesellschafter entfallendes ErgebnisDer Anteil konzernfremder Gesellschafter am Konzernjahresüberschuss entfällt 2022 auf den 40%-igen Minderheitsgesellschafter der Hochland Española S.A. in Höhe von -1.713 TEUR (Vorjahr -1.643 TEUR). Erläuterungen zur Konzern-Bilanz13. Immaterielle Vermögenswerte
Tabelle 24: Immaterielle Vermögenswerte 202 2 Bei der Umrechnung der immateriellen Vermögenswerte zum Stichtagskurs würde der Restbuchwert zum 31.12.2022 einen Wert von 207.988 TEUR betragen. 1 Hauptsächlich handelt es sich hier um Marken mit einer unbestimmten Nutzungsdauer. Aus der Akquisition von Franklin Foods Inc. im Jahr 2017 sind Marken mit bestimmter Nutzungsdauer erworben worden, die über sechs Jahre abgeschrieben werden.
Tabelle 25: Immaterielle Vermögenswerte 202 1 Die verpflichtend jährliche Werthaltigkeitsprüfung führt HOCHLAND für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) "Hochland Deutschland", "Franklin Foods" und "Hochland Russland" in Übereinstimmung mit der unter 3.3. (Wertminderungen) dargestellten Vorgehensweise durch. Diesen ZGEs sind Geschäfts- oder Firmenwerte und / oder immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer nach dem externen Rechnungswesen zugeordnet.
Tabelle 26: Zuordnung zu ZGEs 202 2
Tabelle 27: Zuordnung zu ZGEs 202 1 Der erzielbare Betrag dieser ZGE wird auf der Basis des Nutzungswertes ermittelt. Zu den wesentlichen Bewertungsannahmen zur Berechnung des erzielbaren Betrages zählen der Diskontierungszinssatz, die nachhaltige Wachstumsrate sowie die Wachstumsrate der Umsatzerlöse. Die Festlegung Diskontierungszinssatzes wird anhand von externen Informationsquellen ermittelt. Alle anderen Bewertungsannahmen zur beruhen auf internen Annahmen auf Basis vergangenen Erfahrungen. Die Ermittlung erfolgt anhand von Cashflow-Projektionen, die auf Basis von strategischen Zielrenditen abgeleitet werden und mit einem Diskontierungszinssatz vor Steuern berechnet werden. Für ZGEs, deren Aufnahme in den Konsolidierungskreis der HOCHLAND Gruppe aufgrund von Unternehmenszusammenschlüssen noch nicht lange her ist, beruhen die Cashflow-Projektionen auf der vom Vorstand genehmigten Planungen. In der folgenden Tabelle werden die für die Ermittlung der erzielbaren Beträge angewandten Diskontierungssätze dargestellt:
Tabelle 28: Diskontierungszinssätze Bei der Ermittlung des erzielbaren Betrages für diese drei ZGEs werden die Cashflows jenseits der 5-Jahres-Frist mit einer Wachstumsrate von 1,0% (Vorjahr 1,0%) extrapoliert. Die Werthaltigkeitsprüfungen ergaben im aktuellen Geschäftsjahr einen Nutzungswert, welcher die Buchwerte dieser ZGEs übersteigt und somit ist in allen drei Fällen kein Wertminderungsbedarf vorhanden. Eine Erhöhung bzw. Reduzierung des Diskontierungssatzes oder der nachhaltigen Wachstumsrate um 1,0% bzw. 0,5% würde ebenfalls zu keinem Wertminderungsbedarf führen. Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der ZGE "Hochland Russland" wurde die unsichere Lage der Gesellschaft aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges entsprechend abgebildet und berücksichtigt. Der Zugang bei "Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und ähnliche Rechte" resultiert hauptsächlich aus dem ERP-Projekt zur Implementierung von S/4HANA. Hierdurch sind im aktuellen Geschäftsjahr Kosten für den Kauf von Software von 0,3 MEUR (Vorjahr 0,4 MEUR) und für die Implementierung von 19,0 MEUR (Vorjahr 15,4 MEUR) entstanden. Bei den Implementierungskosten handelt es sich um Aufwendungen für das Versetzen der S/4HANA-Software in den betriebsbereiten Zustand, wobei hier insbesondere die Anpassungen auf die Bedürfnisse der HOCHLAND Gruppe Berücksichtigung finden. 14. Sachanlagen
Tabelle 29: Sachanlagen 202 2 Bei der Umrechnung der Sachanlagen zum Stichtagskurs würde der Restbuchwert zum 31.12.2022 einen Wert von 414.597 TEUR betragen. Die hohen Zugänge bei Sachanlagen verteilten sich vor allem über die Werke in Deutschland, Russland, Polen und Frankreich. Investiert wurde insbesondere in den Ausbau von Produktionskapazitäten, Neuprodukte sowie Infrastruktur.
Tabelle 30: Sachanlagen 202 1 15. Leasingverhältnisse
Tabelle 31: Nutzungsrechte 202 2
Tabelle 32: Nutzungsrechte 202 1 Die zu den Nutzungsrechten korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten werden unter Ziffer 34.4 dargestellt. 16. FinanzanlagenBei den Finanzanlagen handelt es sich um die 3,51% Anteile an der Re-milk Ltd. (Israel). 17. At-Equity-bewertete BeteiligungenBei den at-Equity-bewerteten Beteiligungen von 9.057 TEUR (Vorjahr 7.588 TEUR) handelt es sich um die Beteiligung von Hochland Russland OOO an der GMZ Liskinskij OOO (Stadtmolkerei Liski GmbH), um die Beteiligung von HOCHLAND SE an der "Ktinotrofiki Magnisias - Synergazomenes Ekmetalefseis-Anonymos Eteria SA" (Greek Family Farm) sowie um die Beteiligung von Hochland Polska Sp. z o. o. an der "Wege Siostry Sp. z o. o." mit jeweils 25% am Gesellschaftskapital. In den folgenden zwei Tabellen werden die Finanzkennzahlen der at-Equity-bewerteten Beteiligungen für die Jahre 2021 und 2020 dargestellt:
Tabelle 33: Finanzkennzahlen GMZ Lsikinskij OOO
Tabelle 34: Finanzkennzahlen Greek Family Farms
Tabelle 35: Finanzkennzahlen Wege Siostry Sp. z o. o. 18. Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
Tabelle 36: Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte Bei den sonstigen Ausleihungen an Dritte handelt es sich im Wesentlichen um Darlehen der Fromagerie Henri Hutin S.a.r.l., Dieue-sur-Meuse an die Handelskammer in Höhe von 462 TEUR (Vorjahr 581 TEUR) sowie Darlehen der Hochland Polska Sp. z o.o., Kaźmierz / Polen an Landwirte in Höhe von 248 TEUR (Vorjahr 298 TEUR). Bezüglich der Festgeldanlagen und kurzfristigen festverzinsliche Anleihen verweisen wir auf "Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung". Aus Wesentlichkeitsgründen wurden bei der Bewertung keine erwarteten Verluste berücksichtigt. 19. Vorräte
Tabelle 37: Vorräte Im aktuellen Geschäftsjahr werden 16.574 TEUR (Vorjahr 12.679 TEUR) an Betriebsstoffen mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. 2022 wurde eine Wertreduzierung von 886TEUR (Vorjahr 600 TEUR) unter "Sonstige betriebliche Aufwendungen" (Instandhaltung und Reparaturen) vorgenommen. Siehe hierzu Tabelle 13. 20. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Tabelle 38: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit ihrem Gesamtbetrag innerhalb eines Jahres fällig. Unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden die vertraglichen Vermögenswerte von 2.342 TEUR (Vorjahr 4.205 TEUR) abgebildet. Aus Wesentlichkeitsgründen wurden bei der Bewertung der vertraglichen Vermögenswerte keine erwarteten Verluste berücksichtigt. Zu der Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen siehe Tabelle 39.
Tabelle 39: Wertberichtigungen auf Forderungen In der folgenden Tabelle werden überfällige nicht einzelwertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt:
Tabelle 40: Überfällige Forderungen 21. Sonstige kurzfristige Forderungen
Tabelle 41: Sonstige kurzfristige Forderungen Eventualforderungen bestehen zum Bilanzstichtag nicht. Aus Wesentlichkeitsgründen wurden bei der Bewertung keine erwarteten Verluste berücksichtigt. 22. Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Tabelle 42: Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte Bezüglich der Festgeldanlagen und kurzfristigen festverzinsliche Anleihen verweisen wir auf "Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung". Aus Wesentlichkeitsgründen wurden bei der Bewertung keine erwarteten Verluste berücksichtigt. 23. SteuerforderungenDie Steuerforderungen von 24.892 TEUR (Vorjahr 19.121 TEUR) setzen sich aus Umsatzsteuerforderungen in Höhe von 14.090 TEUR (Vorjahr 14.174 TEUR) und Ertragssteuerforderungen in Höhe von 10.802 TEUR (Vorjahr 4.947 TEUR) zusammen. 24. Zum Verkauf bestimmte AnlagenBei HOCHLAND sind zum 31.12.2022 keine wesentlichen zum Verkauf bestimmten Anlagen vorhanden. 25. Flüssige MittelBei den flüssigen Mitteln handelt es sich um Kassenbestände, Guthaben bei der Bank und Schecks von insgesamt 45.545 TEUR (Vorjahr 82.163 TEUR). Aus Wesentlichkeitsgründen wurden bei der Bewertung keine erwarteten Verluste berücksichtigt. 26. Eigenkapital
Tabelle 43: Eigenkapital Das gezeichnete Kapital ist eingeteilt in 30.030.000 nennwertlose Stück-Namensaktien, auf die ein rechnerisch anteiliger Betrag von 3,33 EUR je Aktie entfällt. Alle Aktien wurden vollständig eingezahlt. Während des Geschäftsjahres 2022 wurde eine Dividende in Höhe von 0,45 EUR (Vorjahr 0,64 EUR) je Stückaktie an die Muttergesellschaft ausgeschüttet. Die Ausschüttungssumme betrug 13.400 TEUR (Vorjahr 19.300 TEUR). Die ausgewiesenen Kapitalrücklagen betreffen die Muttergesellschaft HOCHLAND SE. Nach deutschem Recht ist bei Auszahlungen von Dividenden Kapitalertragsteuer in Höhe von 25% zuzüglich 5,5% Solidaritätszuschlag durch die ausschüttende Gesellschaft abzuführen. Die Anteile konzernfremder Gesellschafter entfallen auf den 40%-igen Gesellschafter der Hochland Española S.A. Zur weiteren Erläuterung verweisen wir auf die Eigenkapitalveränderungsrechnung. Der Posten sonstiges Ergebnis (nach Steuern) im Eigenkapital setzt sich bei HOCHLAND aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, sonstigem Ergebnis sowie der Währungsdifferenzen zusammen (siehe Tabelle 43). In den folgenden Tabellen werden diese Posten im Detail dargestellt:
Tabelle 44: Sonstiges Ergebnis innerhalb der Gewinnrücklagen 202 2
Tabelle 45: Sonstiges Ergebnis innerhalb der Gewinnrücklagen 202 1 27. KapitalmanagementHOCHLAND verfolgt grundsätzlich das Ziel, die Eigenkapitalbasis nachhaltig zu sichern und eine angemessene Rendite auf das eingesetzte Kapital zu erwirtschaften. Das buchhalterische Kapital des Konzerns dient hierbei jedoch lediglich als passives Sicherungskriterium, während der Umsatz und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) als aktive Steuerungsgrößen herangezogen werden. Zum 31. Dezember 2022 liegt die Eigenkapitalquote ohne Anteile konzernfremder Gesellschafter bei 63,8% (Vorjahr 62,1%). 28. Rückstellungen für PensionenRegelung für die Mitarbeiter der HOCHLAND SE, Hochland Deutschland GmbH, Hochland Natec GmbH, E.V.A. GmbH Die Betriebsangehörigen der HOCHLAND SE, der Hochland Deutschland GmbH, der Hochland Natec GmbH sowie der E.V.A. GmbH, die vor 2012 eingetreten sind, erhalten nach einer mindestens 10-jährigen ununterbrochenen Betriebszugehörigkeit (Wartezeit) eine Rente auf Lebenszeit bei Erreichen der Regelaltersgrenze, wegen Erlangung der vorgezogenen Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung und wegen Invalidität, sofern das Ausscheiden aus diesem Grunde nach dem 55. Lebensjahr erfolgt. Die Höhe der monatlichen Rente ermittelt sich aus einem Grundbetrag von 33,50 EUR und Steigerungsbeträgen von 7,50 EUR für jedes nach Vollendung des 20. Lebensjahres in dem Unternehmen geleistete Dienstjahr. Darauf angerechnet werden die Leistungen aus der externen Finanzierung über die Hamburger Pensionskasse (HPK). Diese externe Finanzierung erfolgt anhand einer jährlichen Beitragszahlung in Höhe von 1.000 EUR je vollzeitbeschäftigten Mitarbeiter. Die Betriebsrente erhöht sich ab Rentenbeginn jährlich je nach Zusage um 1,0% -2,5%. Es bestehen außerdem Anwartschaften auf eine Hinterbliebenenversorgung in Höhe von 60% der Versorgungsanwartschaft bzw. der laufenden Rente der primär Rentenberechtigten. Bei der HPK handelt es sich um eine regulierte Pensionskasse, die der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) Aufsicht unterliegt. Neben der allgemeinen Versorgungsordnung haben die Gesellschaften Sonderzusagen erteilt. Regelungen für die ehemaligen Mitarbeiter der Grünland GmbH Versorgungsberechtigt sind alle ehemaligen Mitarbeiter, die vor dem 1. Januar 1987 eingetreten sind und in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis zur Grünland GmbH standen. Hiervon ausgenommen sind ehemalige Mitarbeiter, die nur eine geringfügige oder andere versicherungsfreie Beschäftigung ausübten oder nur aushilfsweise oder unregelmäßig beschäftigt waren sowie Mitarbeiter, die bei Beginn ihrer anrechenbaren Dienstzeit das Höchstalter von 58 Jahren (Männer) bzw. 55 Jahren (Frauen) überschritten haben. Sie erhalten eine Rente auf Lebenszeit wegen Vollendung des 65. Lebensjahres, wegen Erlangung der vorgezogenen Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung und wegen Invalidität, sofern das Ausscheiden aus diesem Grunde nach dem 50. Lebensjahr sowie einer anrechenbaren Dienstzeit von mindestens 15 Jahren eintrat oder auf Berufsunfall oder Berufskrankheit zurückzuführen war. Die Altersrente beträgt für jedes Dienstjahr 0,7%, insgesamt höchstens 17,5% des rentenfähigen Arbeitsverdienstes. Für den die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung übersteigenden Betrag verdoppeln sich die genannten Prozentsätze. Der so ermittelte Betrag wird gemäß §2 des Betriebsrentengesetzes zum 31.12.1992 anteilig umgerechnet für Ruhegeld als vorzeitige Altersrente oder Invalidenrente. Es wird eine "erreichbare Altersrente" konstruiert, die im Verhältnis der zurückgelegten rentenfähigen Dienstjahre zu den bis zur Altersgrenze erreichbaren rentenfähigen Dienstjahren gekürzt wird. Beim Tod eines Anwärters bzw. Ruhegeldempfängers erfolgt die Auszahlung einer Witwen- oder Witwerrente, die 50% der erreichbaren Altersrente bzw. des gezahlten Ruhegeldes ausmacht. Waisenrenten werden bis zu einer Altersgrenze von 18 Jahren an Vollwaisen in Höhe von 20% des Ruhegelds sowie an Halbwaisen in Höhe von 10% gewährt. In Tabelle 46 wird die Überleitungsrechnung für den Barwert der definierten Leistungsverpflichtung dargestellt.
Tabelle 46: Barwert der definierten Leistungsverpflichtung Die Überleitungsrechnung für das Planvermögen wird in der folgenden Tabelle abgebildet.
Tabelle 47: Zeitwert des Planvermögens Das Planvermögen besteht aus qualifizierenden Versicherungsverträgen, die die Voraussetzungen gemäß IAS 19.115 erfüllen. Der Zeitwert des Planvermögens entspricht aufgrund der Deckungsgleichheit von zugesagten und versicherten Leistungen dem Barwert der abgedeckten Verpflichtung. Zur Zusammensetzung der Nettoschuld aus leistungsbezogenen Versorgungsplänen (Rückstellungen aus Pensionen), bei der es sich um eine Saldogröße aus dem Barwert der definierten Leistungsverpflichtung und dem Zeitwert des Planvermögens handelt, siehe die folgende Tabelle:
Tabelle 48: Nettoschuld aus leistungsbezogenen Versorgungsplänen Der versicherungsmathematische Verlust aus Veränderungen bei demographischen Annahmen stellen Schätzungsänderungen dar, die sich aufgrund der neuen "Heubeck-Richttafeln 2018 G" ergeben. Zu den zugrunde liegenden versicherungsmathematischen Annahmen siehe die folgende Tabelle.
Tabelle 49: Versicherungsmathematische Annahmen Künftige Zahlungsströme sowie durchschnittliche Laufzeit der definierten Leistungsverpflichtung Die Finanzierungsbeträge für die leistungsorientierten Versorgungspläne machen für das Geschäftsjahr 2022 einen Betrag in Höhe von 928 TEUR (Vorjahr 968 TEUR) aus. Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der definierten Leistungsverpflichtung beträgt 15 Jahre (Vorjahr 19 Jahre). Sensitivitätsanalyse zum Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen Tabelle 50 stellt den Barwert der definierten Leistungsverpflichtung zum 31.12.2022 dar, welche sich aus der Sensitivitätsanalyse ergibt.
Tabelle 50: Ergebnis der Sensitivitätsanalyse 202 2
Tabelle 51: Ergebnis der Sensitivitätsanalyse 202 1 Wie im Vorjahr wurden für die Sensitivitätsanalysen bis auf den Zinssatz die gleichen versicherungsmathematischen Annahmen sowie die gleiche Methode verwendet, wie für die Ermittlung des tatsächlichen Barwerts der definierten Leistungsverpflichtung. Für die Erstellung wurden Zinssätze in Höhe von 2,59%, 4,25% und 4,59% (Vorjahr 0,82% und 1,82%) verwendet. Im Vergleich zum Vorjahr wurde zum 31.12.2022 noch eine dritte Sensitivitätsanalyse mit einem Zinssatz von 4,25% aufgestellt. Der Grund dafür ist, dass innerhalb der Erstellung der versicherungsmathematischen Gutachten Mitte Dezember 2022 und dem 31.12.2022 der marktübliche anzuwendende Zinssatz von 3,59% auf 4,25% gestiegen ist. 29. Sonstige Rückstellungen
Tabelle 5 2 : Sonstige Rückstellungen Die Verpflichtungen aus Personalaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Urlaubsrückstellungen, Rückstellungen für die Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter sowie Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen und Prämien. Der Abfluss der Jubiläumsrückstellungen orientiert sich an der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und wird an die jeweiligen Arbeitnehmer ausbezahlt, sobald sie gewisse Jahre an Zugehörigkeit erreicht haben. Die übrigen Rückstellungen umfassen eine Vielzahl von Einzelthemen. Unter anderem sind hier Garantierückstellungen sowie Rückstellungen für Rechts- und Beratungskosten enthalten. Die Inanspruchnahme der als kurzfristig ausgewiesenen Rückstellungen erfolgt innerhalb des nächsten Geschäftsjahres. 30. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenDie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit ihrem Gesamtbetrag innerhalb eines Jahres fällig. 31. Sonstige VerbindlichkeitenDie sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten werden in Tabelle 53 dargestellt.
Tabelle 53: Sonstige langfristige Verbindlichkeiten Bei den langfristigen Verbindlichkeiten handelt es sich um keine Finanzinstrumente. Bei den vertraglichen Verbindlichkeiten handelt es sich um erhaltene Anzahlungen, die hauptsächlich die Hochland Natec GmbH betreffen. Die Laufzeiten der Verbindlichkeiten betragen mehr als ein Jahr. Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten werden in Tabelle 54 dargestellt.
Tabelle 54: Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten Die vertraglichen Verbindlichkeiten stellen erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen und Verbindlichkeiten für Provisionen und Rabatte dar. Wesentliche Eventualschulden bestehen zum Bilanzstichtag nicht. 32. Steuerschulden
Tabelle 55: Steuerschulden 33. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten
Tabelle 56: Aufgliederung der bilanziellen Buchwerte nach IFRS 9 (202 2 )
Tabelle 57: Aufgliederung der bilanziellen Buchwerte nach IFRS 9 (202 1 ) In Tabelle 56 und 57 wird die nach IFRS 7 erforderliche Aufgliederung der bilanziellen Buchwerte nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 dargestellt. In diesen Tabellen werden die folgenden Abkürzungen verwendet (zu mehr Details siehe Ziffer 3.3):
Erläuterungen 1 Für die Finanzanlagen wird die FVOCI-Option ausgeübt, da die Strategie von HOCHLAND das Halten der Finanzanlagen vorsieht und deswegen den Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung durch die ergebniswirksame Darstellung der Gewinne und Verluste aus Wertänderungen des beizulegenden Zeitwertes von Finanzanlagen vermeiden möchte. 2 Aufgrund der Kurzfristigkeit entspricht der beizulegende Zeitwert bei diesen Finanzinstrumenten deren Buchwert. Auf eine Angabe des beizulegenden Zeitwertes wird gemäß IFRS 7.29a verzichtet. Bewertungsstufen Die Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten bei Finanzinstrumenten wird zwischen den folgenden drei Bewertungsstufen unterschieden:
Während des Jahres wurden keine Umgliederungen zwischen den Bewertungsstufen vorgenommen. In den folgenden Tabellen 58 und 59 wird die hierarchische Einstufung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 dargestellt:
Tabelle 58: Hierarchische Einstufung 202 2
Tabelle 59: Hierarchische Einstufung 2021 Nettogewinn (-Verlust) Der Nettogewinn (-Verlust) aus Finanzinstrumenten, welcher erfolgswirksam erfasst worden ist, setzt sich wie folgt zusammen:
Tabelle 60: Nettogewinn/-verlust aus Finanzinstrumenten GuV Der Nettogewinn (-Verlust) aus Finanzinstrumenten, welcher erfolgsneutral erfasst worden ist, setzt sich wie folgt zusammen:
Tabelle 61: Nettogewinn/-verlust aus Finanzinstrumenten OCI Hinsichtlich der flüssigen Mittel wird auf Ziffer 25. Flüssige Mittel verwiesen. 34. Management von RisikenDer Konzern ist verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt, die sich aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit und den Finanztätigkeiten des Konzerns ergeben. Die für den Konzern bedeutendsten finanziellen Risiken ergeben sich aus Änderungen der Fremdwährungskurse, der Zinssätze sowie der Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit der Gegenparteien des Konzerns. Im Rahmen des Risikomanagementsystems erhält der Vorstand regelmäßige, in der Regel monatliche Reports über die wichtigsten Risiken und die Risikoentwicklung der Gesellschaft sowie der Tochtergesellschaften. Das finanzielle Risikomanagement erfolgt entsprechend den Finanzleitlinien von HOCHLAND. Diese regeln das Risikomanagement von Wechselkurs-, Zinssatz-, Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiken. Es dürfen nur operative Risiken abgesichert werden. Der Konzern nutzt in der Regel keine derivativen Finanzinstrumente, ebenso ist Bilanz-Hedging ausgeschlossen. Gegen einige wesentliche Risiken wie Debitoren- und Haftpflichtrisiken, Elementarschäden usw. wird über ein aktives Versicherungsmanagement Vorsorge betrieben. Die im Februar 2022 gestartete militärische Konfrontation Russlands mit der Ukraine und die daraus folgenden Wirtschaftssanktionen des Westens gegen Russland haben die bereits seit dem dritten Quartal 2021 beobachtete Erhöhung der Preise für Rohwaren, Energie, Transporte etc. nochmals massiv verschärft und inflationäre Effekte beschleunigt. Wegen der Unsicherheit über die Entwicklung des Krieges und die Sanktionen und Gegensanktionen sind die Auswirkungen auf die Hochland Russland selbst nicht abschätzbar. Produktion und Warenverkauf im Land selbst laufen aufgrund des hohen Selbstversorgungsgrades weiterhin unverändert. Im Folgenden wird auf die einzelnen Risiken sowie das Risikomanagement eingegangen. 34.1 Währungsrisiko Währungsrisiken bestehen insbesondere wenn Forderungen, Schulden, Zahlungsmittel und geplante Transaktionen in einer anderen als in der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen bzw. entstehen werden. Die Währungsrisiken werden systematisch erfasst und analysiert und zentral durch den Bereich Konzern-Finanzen gemanagt. Der Umfang der Absicherung wird regelmäßig festgelegt. Im Geschäftsjahr 2022 wirkten sich Wechselkursänderungen positiv mit 1.796 TEUR (Vorjahr positiv mit 5.299 TEUR) auf das Ergebnis vor Steuern aus. Ein wesentlicher Anteil von 1.448 TEUR (Vorjahr 3.078 TEUR) kommt aus der Umbewertung einer in USD ausgereichten Ausleihung der HOCHLAND SE an eine Tochtergesellschaft. Aufgrund des Russland-Ukraine-Konfliktes wurde der Rubel 2022 zunächst stark ab-, dann aber auch sehr stark aufgewertet. Auch hier ist die künftige Entwicklung des Währungskurses abhängig vom weiteren Verlauf des Krieges und der damit im Zusammenhang stehenden Maßnahmen. Über die Umrechnung von GuV- und Bilanzpositionen der Hochland Russland wird sich die Entwicklung des Kurses auch deutlich auf Umsatz und Ergebnis in der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Konzern-Bilanz auswirken. 34.2 Zinsrisiko Das Zinsänderungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows von Finanzinstrumenten aufgrund von Marktzinsänderungen schwanken. Steigende Zinsen können die bei Werthaltigkeitsprüfungen verwendete Diskontierungszinsätze und somit auch die Ergebnisse der Werthaltigkeitsprüfungen negativ beeinflussen. Das Zinsrisiko von HOCHLAND hängt hauptsächlich von den Entscheidungen der Zentralbanken (über die Höhe der Leitzinssätze) ab. Die Leitzinssätze der europäischen Zentralbank als auch von den Zentralbanken anderer Länder, in denen HOCHLAND tätig ist, befinden sich nach Jahren der Stagnation auf einem Niedrigzinsniveau nun in einem Aufwärtstrend. Die Zinserhöhungen im Laufe des Jahres 2022 sind verglichen mit den Vorjahren hoch ausgefallen, mit weiteren moderaten Erhöhungen ist zu rechnen. Somit ist von einem höheren Zinsniveau als in der Vergangenheit auszugehen, was zu einem steigenden Zinsrisiko für HOCHLAND führt. Ein wesentlicher Teil der langfristigen Finanzschulden ist festverzinst und unterliegt deshalb keinem Zinsrisiko. Bei langfristigen Finanzschulden mit variablen Zinssätzen tritt aufgrund der Leitzinserhöhungen der Zentralbanken seit Mitte des Jahres 2022 ein erhöhtes Zinsrisiko auf. Dieses Risiko entsteht vor allem bei den Bankdarlehen der US-Gesellschaft Franklin Foods, da hier ein relevantes Exposure besteht und die Federal Reserve (FED) die Leitzinssätze in den USA vergleichsweise stark erhöht hat. Auch bei den sonstigen lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten, die bei HOCHLAND hauptsächlich Ausleihungen darstellen, sowie bei kurzfristigen Finanzschulden ist das Zinsrisiko durch die Leitzinserhöhungen der Zentralbanken angestiegen, im Gesamten jedoch als moderat zu bewerten. 34.3 Kreditrisiko Ein Kreditrisiko besteht für HOCHLAND dahingehend, dass der Wert der Vermögenswerte beeinträchtigt werden könnte, wenn Transaktionspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Zur Minimierung der Kreditrisiken werden Geschäfte nur mit Schuldnern erstklassiger Bonität bzw. unter Einhaltung von vorgegebenen Risikolimits abgeschlossen. Darüber hinaus werden die Forderungen gegen Ausfall - bei Übernahme eines Selbstbehalts - versichert. Im Falle nicht versicherter Forderungen werden von HOCHLAND unter anderem Bankbürgschaften verlangt oder Verträge mit Vorkasse abgeschlossen. Das maximale Ausfallrisiko für die übrigen Finanzanlagen und die sonstigen finanziellen Vermögenswerte entspricht den jeweils in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerten. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht ein maximales Ausfallrisiko in Höhe des Buchwertes von 204.657 TEUR (Vorjahr 170.686 TEUR) und davon abgesichert sind 165.780 TEUR (Vorjahr 141.231 TEUR). Dieser Betrag wurde unter Berücksichtigung des Selbstbehalts von 10% sowie der Überdeckung des Versicherungsschutzes ermittelt. HOCHLAND berücksichtigt die Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen anhand der Einzelwertberichtigungen sowie Wertberichtigungen auf erwartete Verluste. Hierzu verweisen wir auf Ziffer 20. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Unter Ziffer 20 werden unter anderem auch die überfälligen, nicht einzelwertberichtigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt. Auf das Geschäft mit den zehn größten Kunden entfallen bei HOCHLAND ca. 54% (Vorjahr 54%) des Umsatzes. Diese Kunden haben jedoch alle erstklassige Bonität, die Forderungen mit ihnen sind (mit Selbstbehalt) versichert. Bei der Betrachtung des Ausfallrisikos der Forderungen mit diesen Kunden, im Verhältnis zum Gesamtausfallrisiko, liegt hier keine Risikokonzentration vor. Alle sonstigen kurz- und langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 92.864 TEUR (Vorjahr 204.521 TEUR) befinden sich in Stufe 1, eine Wertminderung wurde nicht vorgenommen und es bestehen im aktuellen Geschäftsjahr keine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos. 34.4 Liquiditätsrisiko Liquiditätsrisiken entstehen dadurch, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner sich aus den finanziellen Verbindlichkeiten ergebenden Verpflichtungen hat. Die aufgrund der Preisentwicklungen in den meisten Hochland-Gesellschaften rückläufige Ertragslage bei gleichzeitig nach wie vor hoher Investitionstätigkeit hat dazu geführt, dass die Bestände an flüssigen Mitteln und geldnahen Finanzanlagen gegenüber dem Vorjahr abgenommen haben. Allerdings stehen unverändert ausreichend Mittel zur Verfügung, dass Hochland jederzeit in der Lage ist, laufende Beträge sowie Verpflichtungen aus Finanztätigkeiten bedienen zu können. Im Falle fehlender Liquidität aus Eigenmitteln, besteht für HOCHLAND die Möglichkeit auf Bankenfinanzierung zurückzugreifen. Die originären finanziellen Verbindlichkeiten haben nach ihren vertraglichen Bedingungen die folgende Fälligkeitsstruktur:
Tabelle 62: Finanzielle Verbindlichkeiten Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden in Tabelle 63 dargestellt.
Tabelle 63: Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Bis auf die Darlehen bei der Hochland Española S.A. werden alle Darlehen, die in der vorherigen Tabelle abgebildet werden, durch Garantien der HOCHLAND SE abgesichert. Bei der Deutschen Bank nahm die Bergland Holding, Inc. Ihr Darlehen 2019 und die Franklin Foods, Inc. 2021 auf. Zudem hat die Franklin Foods, Inc. ein Darlehen bei der Landesbank Baden-Württemberg 2021 und ein Darlehen bei der Bank of West 2022 aufgenommen. Die Hochland Española S.A. nahm 2022 ein Darlehen bei der Bank "Banco Santander" auf. Die zinslosen Darlehen an die Hochland Española S.A. wurden von der CDTI (Centre for the Development of Industrial Technology) gewährt. Diese Darlehen werden mit einer Bürgschaft des Kreditinstitutes "Santander" abgesichert. Erläuterungen zur Konzern-KapitalflussrechnungDie Finanzierungsrechnung wurde nach IAS 7 (Cashflow-Statements) erstellt. Die Zahlungsströme der Kapitalflussrechnung sind getrennt nach den Teilbereichen "betriebliche Tätigkeit", "Investitionstätigkeit" und "Finanzierungstätigkeit" dargestellt, wobei die Summe der Zahlungsmittelbewegungen aus diesen drei Teilbereichen der Änderung des Finanzmittelfonds entspricht. Die Finanzmittelbestände umfassen Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten sowie Zahlungsmitteläquivalente, welche in der Bilanzposition "Flüssige Mittel" (siehe Ziffer 25. Flüssige Mittel) dargestellt sind. Das Working Capital stellt einen Abfluss (Zufluss) der kurzfristig liquidierbaren Aktiva über die kurzfristigen Passiva dar. Diese Größe umfasst somit die Vorräte (Zunahme 75.955 TEUR) und Forderungen (Zunahme 34.103 TEUR) bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Zunahme 21.673 TEUR).
Tabelle 64: Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit 202 2
Tabelle 65: Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit 202 1 Die Ein- und Auszahlungen aus Finanzinvestitionen von 158.235 TEUR bzw. -82.545 TEUR stellen hauptsächlich einen Nettozufluss bzw. -abfluss an Zahlungsmittel aus festverzinslichen Festgeldanlagen und Anleihen dar. Zum 31.12.2022 beträgt deren Buchwert 32.158 TEUR. Diese Finanzanlagen sind von ihrer Charakteristik den flüssigen Mitteln nahe. Wenn diese die Kriterien von flüssigen Mitteln vollständig erfüllen würden, würde der Finanzmittelbestand zum 31.12.2022 einen Wert von 77.703 TEUR (Vorjahr 189.959 TEUR) betragen. Das entspricht einem Nettoabfluss des Finanzmittelbestands von 112.256 TEUR. In den folgenden Tabellen werden die Änderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit dargestellt. Die Spalte "Cashflows" spiegelt die Werte wider, die in Positionen "Einzahlungen aus Finanzinvestitionen" und "Auszahlungen aus Finanzinvestitionen" der Kapitalflussrechnung dargestellt werden. Sonstige Erläuterungen35. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenZu nahestehenden Unternehmen und Personen zählen i.S.d. IAS 24 juristische oder natürliche Personen, die auf HOCHLAND Einfluss nehmen können oder der Kontrolle bzw. einem maßgeblichen Einfluss durch HOCHLAND unterliegen. Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und ihren Tochterunternehmen, die als nahestehende Unternehmen anzusehen sind, sind durch die Konsolidierung eliminiert worden und werden in diesem Anhang nicht erläutert. Die zwischen den Konzernunternehmen und diesen nahestehenden Unternehmen stattgefundenen Transaktionen, die nicht eliminiert wurden, werden nachstehend ausgeführt. Der Verkauf der Waren, der Abschluss von Lizenzvereinbarungen sowie die Weiterberechnung von Dienstleistungen erfolgte zu üblichen Preisen und Konditionen. 35.1 Anteilseigner Die HOCHLAND Holding GmbH & Co. KG (HOCHLAND KG) ist ein nahestehendes Unternehmen i.S.d. IAS 24 Nr. 9.a, da sie als Mutterunternehmen die Möglichkeit besitzt, die HOCHLAND SE zu beherrschen. Die HOCHLAND KG hat ihren eingetragenen Firmensitz in der Kemptener Straße 17, 88178 Heimenkirch, Deutschland, und legt ihren Konzernabschluss im Bundesanzeiger offen. In der folgenden Tabelle werden die Geschäftsvorfälle des HOCHLAND SE Konzerns in Verbindung mit der HOCHLAND KG dargestellt:
Tabelle 66: Geschäftsvorfälle mit der HOCHLAND KG Bei den Aufwendungen handelt es sich im Wesentlichen um Abschreibungen des Nutzungsrechts von 1.989 TEUR (Vorjahr 1.900 TEUR) und Leasingzinsen von 542 TEUR (Vorjahr 270 TEUR) in Verbindung mit einem Leasingverhältnis sowie Lizenzgebühren von 832 TEUR (Vorjahr 681 TEUR). Den wesentlichen Teil der Verbindlichkeiten machen die Leasingverbindlichkeiten von 10.263 TEUR (Vorjahr 4.216 TEUR) aus. 35.2 Organe der Gesellschaft Die Mitglieder des Vorstandes sowie des Aufsichtsrates stellen bei HOCHLAND das Management in Schlüsselpositionen dar und stehen gemäß IAS 24 HOCHLAND nahe.
Tabelle 67: Zusammensetzung des Vorstandes Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat der Hochland SE setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:
35.3 Bezüge der Organmitglieder Für die tätigen Vorstände wurden zum 31. Dezember 2022 Rückstellungen für Verpflichtungen aus laufenden Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen, Tantieme sowie für nicht genommenen Urlaub in Höhe von 4.693 TEUR (Vorjahr 8.604 TEUR) gebildet. Für frühere Vorstände wurden zum 31. Dezember 2022 Rückstellungen für Verpflichtungen aus laufenden Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen in Höhe von 4.756 TEUR (Vorjahr 5.275 TEUR) ausgewiesen.
Tabelle 68: Gesamtbezüge der tätigen Vorstände Bei den "Gesamtbezügen der tätigen Vorstände" handelt es sich um kurzfristige fällige Leistungen.
Tabelle 69: Gesamtbezüge der früheren Vorstände
Tabelle 70: Gesamtbezüge des Aufsichtsrats 36. ArbeitnehmerMit insgesamt 5974 Beschäftigten (Vorjahr 5843) hat sich die Mitarbeiterzahl von HOCHLAND zum 31. Dezember 2022 um 131 Mitarbeiter/innen erhöht. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Belegschaft damit um ca. 2,2%. Im Jahresdurchschnitt waren 5925 Mitarbeiter/innen beschäftigt (Vorjahr 5730).
Tabelle 71: Anzahl der Arbeitnehmer In der HOCHLAND SE, der Hochland Deutschland GmbH, der Bonifaz Kohler GmbH, der Hochland Natec GmbH und der E.V.A. GmbH sind insgesamt 2328 Mitarbeiter/innen (Vorjahr 2236) beschäftigt. Die sonstigen Standorte in Frankreich, Spanien, Polen, Russland, Rumänien, Australien und USA zählen zusammen 3646 Beschäftigte (Vorjahr 3607). 37. Befreiung Offenlegung der TochtergesellschaftenDie einbezogenen Tochterunternehmen Hochland Deutschland GmbH, Heimenkirch, Bonifaz Kohler GmbH, Lindenberg-Goßholz, Hochland Natec GmbH, Heimenkirch, Grünland GmbH, Heimenkirch, E.V.A. GmbH, Oberreute, und Beetgold GmbH, Heimenkirch, machen vom Wahlrecht des § 264 Abs. 3 HGB hinsichtlich Offenlegung ihres Jahresabschlusses sowie des Verzichts der Erstellung des Lageberichts und des Anhangs für das Geschäftsjahr 2022 Gebrauch. Die HOCHLAND SE stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis und die HOCHLAND KG den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf. Beide Konzernabschlüsse werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. 38. Abweichungen von den RechnungslegungsgrundsätzenDie im Konzern-Anhang auf Ziffer 3.2 (Währungsumrechnung) dargestellte Abweichung von den IFRS-Rechnungslegungsgrundsätzen und dessen Auswirkung auf den Konzernabschluss sind aus Sicht des Vorstands für den Konzernabschluss unwesentlich. Der Konzernabschluss vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Die aufgeführte Abweichung von den IFRS-Standards erfolgt ausschließlich aus Praktikabilitätsgründen. 39. Ereignisse nach dem Bilanzierungsstichtag - NachtragsberichtSeit dem Beginn des Geschäftsjahres 2023 haben sich bei HOCHLAND keine wesentlichen Änderungen der Unternehmenssituation oder des Branchenumfeldes ergeben. Unterschrift Vorstand Der Vorstand hat den vorliegenden Konzernabschluss sowie Konzernlagebericht am 22. März 2023 zur Veröffentlichung freigegeben.
Heimenkirch, 22. März 2023 Peter Stahl, Vorstandsvorsitzender Hubert Staub, Vorstand Sebastian Schaeffer, Vorstand Josef Stitzl, Vorstand BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die HOCHLAND SE, Heimenkirch Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der HOCHLAND SE, Heimenkirch, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der HOCHLAND SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernla geberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 22. März 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Dietmar Eglauer, Wirtschaftsprüfer Christoph Tübbing, Wirtschaftsprüfer Auszug aus dem Protokoll der Hauptversammlung der HOCHLAND SE v. 29. April 2023Punkt 2 Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns für das am 31.12.2022 endende Geschäftsjahr Der Vorsitzende rief sodann den zweiten Tagesordnungspunkt auf und stellte folgenden Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Abstimmung: "Der Bilanzgewinn für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr in Höhe von EUR 446.960.960,19 ist wie folgt zu verwenden:
Die Dividende wird am 8. November 2023 ausgezahlt. Durch Handzeichen wurde einstimmig der vorstehende Beschlussvorschlag angenommen. Der Vorsitzende gab das Ergebnis der Abstimmung bekannt und stellte fest, dass die Hauptversammlung dem Gewinnverwendungsvorschlag einstimmig zugestimmt hat. Bericht des Aufsichtsratsder Hochland SEIn unserer Aufgabe, den Vorstand zu beraten und seine Geschäftsführung zu überwachen, wurden wir vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend unterrichtet. Alle Sachverhalte, die der Entscheidung durch den Aufsichtsrat bedurften, wurden diesem vom Vorstand vorgelegt. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat in vier ordentlichen Sitzungen insbesondere über folgende Sachverhalte informiert:
Weitere Themen wurden in einer Sondersitzung und in regelmäßigen Gesprächen zwischen dem Vorstand und einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrats erörtert, notwendige Beschlüsse in den ordentlichen Sitzungen getroffen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand durch Hinweise und Empfehlungen unterstützt. Der Jahresabschluss/Lagebericht, der Konzernabschluss/-lagebericht sowie der Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen, jeweils für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2021, wurden von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft. Über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung wurde der Aufsichtsrat durch den Abschlussprüfer unterrichtet. Die schriftlichen Berichte hat der Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen. Die Prüfungen haben keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben. Es wurde jeweils ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt. Als Ergebnis seiner Prüfung des Abhängigkeitsberichts hat der Abschlussprüfer bestätigt, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen worden sind. Pflichtgemäß hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss/Lagebericht, den Konzernabschluss/ -lagebericht, jeweils für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2021, den Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns zum 31. Dezember 2021 sowie den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Es ergaben sich keine Beanstandungen. In der Aufsichtsratssitzung am 21. April 2022 wurden der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 festgestellt sowie der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 gebilligt. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen zu erheben.
Heimenkirch, 21.04.2022 Der Aufsichtsrat Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 wurde am 27.04.2023 gebilligt. |
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