VisualVest GmbH
Frankfurt am Main
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Hinweis
Der nachfolgende Lagebericht sollte im Kontext mit
den geprüften Finanzdaten und den Anhangsangaben, die
an anderer Stelle stehen, gelesen werden. Der Lagebericht
enthält auch in die Zukunft gerichtete Aussagen, also
Aussagen, die nicht auf historischen Tatsachen, sondern auf
aktuellen Planungen, Annahmen und Schätzungen beruhen.
Zukunftsaussagen sind immer für den Zeitpunkt
gültig, zu dem sie gemacht werden. VisualVest
übernimmt keine Verpflichtung, diese beim Auftreten
neuer Informationen zu überarbeiten. Zukunftsaussagen
unterliegen immer Risiken und Unsicherheiten.
Diesbezüglich ist deutlich darauf hinzuweisen, dass
eine Reihe von Faktoren die tatsächlichen Ereignisse
dahingehend beeinflussen können, dass diese von den
prognostizierten wesentlich abweichen. Aus aktueller Sicht
wesentliche Faktoren sind im Abschnitt Prognose-, Chancen-
und Risikobericht und in weiteren Teilen dieses Berichts
beschrieben.
Hinweis: Aus rechentechnischen Gründen
können in Tabellen und bei Verweisen
Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt
ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben, usw.)
auftreten.
Lagebericht
2023
A Grundlagen der Gesellschaft
Die Gesellschaft VisualVest bietet ein digitales
Vermögensverwaltungsangebot an. Mithilfe des Robo
Advisors von VisualVest können Anleger online in breit
gestreute Portfolios aus Investmentfonds investieren. Auf
Basis wissenschaftlicher Modelle wird dabei das
individuelle Chancen-Risiko-Profil sowie darauf aufbauend
eine Anlagestrategie entwickelt und umgesetzt.
VisualVest ist ein von der BaFin lizenziertes
Wertpapierinstitut mit den erlaubnispflichtigen
Tätigkeiten "Anlageberatung" nach § 2 Abs. 2 Nr.
4 WpIG, "Finanzportfolioverwaltung" nach § 2 Abs. 2
Nr. 9 WpIG, "Anlagevermittlung" nach § 2 Abs. 2 Nr. 3
WpIG und "Abschlussvermittlung" nach § 2 Abs. 2 Nr. 5
WpIG und unterliegt den entsprechenden Regulierungen. Nach
den Einstufungskriterien gemäß Art. 12 IFR wird
die VisualVest als "mittleres" Wertpapierinstitut
eingestuft.
Das Geschäftsmodell der Gesellschaft besteht aus
vier Säulen. Über die Online-Plattform von
VisualVest werden erstens Privatkunden direkt angesprochen.
Die Zielgruppen sowie das Produktangebot sind dabei so
definiert, dass keine Konkurrenzsituation zum bestehenden
exklusiven Markenauftritt der Genossenschaftlichen
Finanz-Gruppe und der Positionierung von Union Investment
entsteht. Die zweite Säule stellt der Ausbau und die
Lizensierung der Plattform "vestHUB" dar. Ziel ist es,
neben dem VisualVest-Privatkundengeschäft die
Plattform stetig um zusätzliche Module zu erweitern,
beispielsweise die White-Label-Lösung "MeinInvest"
oder "Bankindividuelle Steuerung" für die
Genossenschaftliche FinanzGruppe. Drittens werden zudem
innerhalb des Geschäftsbereichs "B2C4B"
Unterstützungsleistungen für die
Primärbanken bei der Besetzung der Kundenschnittstelle
entwickelt und angeboten. Innerhalb der Union Investment
Gruppe hat VisualVest viertens die Rolle als
Forschungslabor inne. In diesem Rahmen werden über
VisualVest mit einem Start-Up-ähnlichen Vorgehen
Erfahrungen in Vertriebswegen und mit Kundensegmenten
gesammelt.
Die VisualVest GmbH ist ein 100-prozentiges
Tochterunternehmen der Union Asset Management Holding AG
und damit Teil der Union Investment Gruppe.
Die Union Investment Gruppe besteht aus verschiedenen
Einzelgesellschaften mit der Union Asset Management Holding
AG (UMH) als Führungsgesellschaft. Das aktuelle
Beteiligungsportfolio der UMH enthält 19 Unternehmen.
1 Die bedeutendsten Beteiligungen des Union
Investment-Portfolios lassen sich untergliedern nach:
| ― |
Kapitalverwaltungsgesellschaften
im In- und Ausland:
Bündelung der Asset Management-Kompetenz
für unterschiedliche Managementstile,
Assetklassen oder regionale Kapitalmärkte.
|
| ― |
Wertpapierinstitute/-firmen im
In- und Ausland:
Angebot differenzierter Portfoliomanagement-,
Anlageberatungs-, Fondsbrokerage-, Vertriebs- und
Betreuungsleistungen sowie Bereitstellung von
Investmentdepots.
|
| ― |
Finanzunternehmen:
Übernahme und Verwaltung von Beteiligungen
zum Erwerb von Immobilien,
Vertriebsunterstützungsleistungen.
|
| ― |
Anbieter von
Nebendienstleistungen:
Bereitstellung von Dienstleistungen aus den
Bereichen Fondsadministration und Infrastruktur sowie
Ankauf, Verkauf und Bewirtschaftung von
Immobilien.
|
1 Umfasst die im Konsolidierungskreis des UMH
Konzerns enthaltenen Unternehmen, Stand 31.12.2023.
Im Einzelnen handelt es sich um folgende
Gesellschaften:
Im Außenverhältnis erfolgt die
Führung der Union Investment Gruppe über die
einzelnen Gesellschaften als juristische Personen. Im
Innenverhältnis ist das Steuerungskonzept von Union
Investment durch eine durchgängige gesellschafts- und
standortübergreifende Organisation nach Segmenten
gekennzeichnet. Die Kernkompetenzfelder Marktbearbeitung
und Portfoliomanagement sind jeweils in zwei Segmenten
organisiert: Segmente Privatkunden und Institutionelle
Kunden sowie Segmente Portfoliomanagement und Immobilien.
Darüber hinaus gibt es die Segmente
Fondsdienstleistungen (Fondsadministration,
Investmentdepotgeschäft, Fondsbrokerage) und
Infrastruktur (IT, Strategischer Einkauf, Business
Services, Projektmanagement).
Die Gesellschaften der Union Investment Gruppe werden
grundsätzlich den Segmenten zugeordnet. Zum Teil
erfolgt dabei die Aufteilung einzelner Einheiten einer
Gesellschaft auf jeweils unterschiedliche Segmente.
Ausnahmen hiervon bilden aufgrund ihrer
Eigentümerstruktur nicht-integrierte Gesellschaften
wie Joint Ventures (zum Beispiel BEA Union Investment)
sowie Union Investment-Beteiligungen, bei denen aufgrund
ihres Geschäftsmodells oder anderer Kriterien eine
eigenständige Führung vorteilhaft ist (zum
Beispiel die Unternehmen der ZBI-Gruppe). Diese
Gesellschaften werden über das jeweilige
Aufsichtsgremium gesteuert.
B Wirtschaftsbericht
I. Gesamtwirtschaftliches Umfeld und
Branchenentwicklung
Kapitalmarktentwicklung
Eine zunächst robuster als erwartete und sich im
weiteren Jahresverlauf abschwächende globale
Konjunktur, eine rückläufige Inflation und
Notenbanken, die nach weiteren Leitzinserhöhungen bis
zum Sommer ab Herbst die Hoffnungen auf Zinssenkungen im
kommenden Jahr schürten, prägten das
Kapitalmarktumfeld 2023. Die Bankenkrise im Frühjahr,
Notenbanken im geldpolitischen Straffungsmodus und die
geopolitische Eskalation im Nahen Osten sorgten jeweils nur
kurzzeitig für Verunsicherung. Als Treiber für
Aktien wirkte zusätzlich die Perspektive auf
Produktivitätsgewinne durch
Künstliche-Intelligenz-Anwendungen. Neben steigenden
Kursen an den Anleihemärkten verzeichneten viele
Aktienindizes und auch der Goldpreis kurz vor dem
Jahresende neue Allzeithöchststände. Die schwache
globale Wachstumsdynamik und das Ausbleiben eines
chinesischen Wachstumsimpulses lasteten hingegen auf
chinesischen Aktien und den Preisen von Energieroh-stoffen
und konjunktursensitiven Metallen.
Das Kapitalmarktumfeld in 2023 spiegelte sich auch in
der Wertentwicklung der 14 angebotenen Portfoliostrukturen
von VisualVest wider. Auf Jahressicht wiesen alle
Portfolios von VisualVest eine positive Wertentwicklung
auf. Die Wertentwicklung der VestFolios lag zwischen 5,6
und 12,5 Prozent. Die der GreenFolios reichte von 6,4 bis
14,9 Prozent.
2
Branchenentwicklung
Die FinTech-Branche in Deutschland ist ein dynamisch
wachsender Markt, aus dem sich kontinuierlich neue
Geschäftsmodelle und Segmente herausbilden. Das
Teil-Segment Robo Advisor beschreibt FinTechs, welche eine
digitale Vermögensverwaltung und somit eine der
zentralen Funktionen von Finanzdienstleistungen anbieten.
Der Robo Advisor-Markt in Deutschland wächst wie
die gesamte FinTech-Branche sehr dynamisch.
Gegenwärtig sind knapp über 30 Anbieter am
deutschen Markt aktiv. Darunter befinden sich Robo Advisor
von Startups, etablierten Banken sowie von klassischen
Vermögensverwaltungen.
Ungeachtet der Wachstumsperspektiven rein digitaler
Angebote, treffen insbesondere auch Hybridlösungen der
Vermögensverwaltung auf eine steigende
Kundennachfrage. Hierbei sind menschliche Interaktionen in
den Anlageberatungsprozess inbegriffen, die als eine
Ergänzung zu den teil- bzw. vollautomatisierten
Softwarelösungen dienen. Etablierte
Finanz-dienstleister erweitern so kosteneffizient ihre
Vertriebskanäle, neben klassischen Beratungsformen.
2 Quelle: VisualVest, Stand: 30.12.2023,
Performancezahlen ohne Berücksichtigung der
Servicegebühr
II. Geschäftspolitische
Rahmenbedingungen
Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank
(EZB) war in den vergangenen Jahren durch eine
Niedrigzinspolitik geprägt. Die Corona-Pandemie und
der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sorgten
für eine steigende Inflation. Zinsen und Inflation
beeinflussen sich gegenseitig.
Im November 2023 hat die Europäischen
Zentralbank (EZB) ihren Finanzstabilitätsbericht
aktualisiert und vor einem fragilen Finanzsystem im
Euroraum gewarnt. Auch die etwas rückläufige
Inflationsentwicklung gibt
einschätzungsgemäß keinen Grund zur
Entwarnung.
Um der Inflation angemessen zu begegnen, hat die EZB
ihre Leitzinsen im Zeitraum von Juli 2022 bis September
2023 insgesamt zehn Mal erhöht. Der Zinssatz für
die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die
Zinssätze für die
Spitzenrefinanzierungsfazilität und die
Einlagefazilität liegen zum Jahresende bei 4,50 %,
4,75 % bzw. 4,00 %.
Aufgrund der hohen Zinssätze ergeben sich
für Unternehmen und private Haushalte gestiegenen
Finanzierungskosten, was die Inlandsnachfrage reduziert.
Die Indikatoren zum Wirtschaftswachstum deuten darauf hin,
dass Konsumausgaben und Investitionen teilweise
zurückgestellt werden, was sich negativ auf das
Bruttoinlandsprodukt auswirkt.
III. Geschäftsverlauf
Das Geschäftsmodell von VisualVest basiert auf
vier Säulen:
1. VisualVest Privatkundengeschäft
2. Ausbau und Lizensierung der Plattform
3. Forschungs- und Entwicklungsauftrag
4. B2C4B
Diese vier Geschäftsbereiche wurden im letzten
Jahr konsequent ausgebaut und weiterentwickelt:
Entwicklung der
Plattformbestände
Auf der vestHUB-Plattform von VisualVest wurden
produktübergreifend zum 31.12.2023 rd. 13,5 Mrd. Euro
verwaltet. Gegenüber dem Vorjahresbestand in Höhe
von rd. 7,6 Mrd. Euro entspricht dies einem Wachstum von
rd. 78 %. Auch die Anzahl der Kunden, die die
Vermögensverwaltungsplattform vestHUB
produktübergreifend nutzen, hat sich im Vergleich zum
Vorjahr (rd. 360.000) um rd. 38 % auf ca. 500.000
erhöht.
Das Wachstum der verwalteten Gelder speist sich
weiterhin übergreifend aus allen auf der Plattform
angebotenen Produktformaten.
VisualVest
Privatkundengeschäft
VisualVest ist ein digitaler Vermögensverwalter,
dessen Angebot sich an Privatkunden richtet. Über die
Online-Plattform www.visualvest.de bzw. die VisualVest-App
können Privatanleger ihr Geld in breit gestreute
Portfolios aus Investmentfonds anlegen.
Portfolioanpassungen: Im Jahr 2023 fanden insgesamt
fünf Anpassungen (3x VestFolio und 2x GreenFolio) der
angebotenen Portfolios statt, um deren Asset Allokation im
Kontext der jeweiligen Marktsituation zu optimieren. Die
Anpassungen wurden jeweils im Investment Komitee
diskutiert, von der Geschäftsführung von
VisualVest beschlossen und den entsprechenden Kunden
mitgeteilt.
Malina: Seit Oktober 2019 hat VisualVest das
Machine-Learning-Tool "Malina" im Kontext der VestFolios im
Einsatz. Malina kann berechnen, mit welcher
Wahrscheinlichkeit eine Anlageklasse eine bessere
Wertentwicklung erzielen wird als eine andere Anlageklasse.
Diese Erkenntnisse nutzte das Investment Komitee von
VisualVest im Jahr 2023 unterstützend für
Anlageentscheidungen.
Produktverbesserungen: 2023 wurden diverse technische
Optimierungen umgesetzt. Dies umfasst die folgenden Punkte:
| ― |
Einführung von
Push-Notifications für die VisualVest-App
|
| ― |
Einführung des Dark-Mode
für die VisualVest-App
|
| ― |
Einführung eines
Demo-Depots für die VisualVest-App
|
| ― |
Erweiterung der Fragestrecke um
eine Live-Chat-Funktion mit dem Kundenservice
|
| ― |
Einführung eines Widgets,
das die Gesamtentwicklung des Investments anzeigt
|
Vermarktung: Im Bereich Vermarktung setzt VisualVest
weiter primär auf digitale Werbemaßnahmen
für online-affine Anleger. Im Jahr 2023 wurden diverse
Themenschwerpunkte vorangetrieben. Darunter fallen folgende
Punkte:
| ― |
Einführung einer
Kommunikationskachel in der Depotübersicht
für die Webanwendung und App, in der z. B.
Kapitalmarkt-Updates platziert werden
|
| ― |
Einführung eines
dauerhaften Kunden-werben-Kunden-Programms
|
| ― |
Weiterentwicklung eines Customer
Relationship Management Systems
|
| ― |
Implementierung von
Tracking-Pixel
|
Auszeichnungen: Im Jahr 2023 erhielt VisualVest
mehrere Auszeichnungen von Finanz- und
Wirtschaftsmagazinen, die Robo-Advisor in Deutschland
testen. Darunter sind unter anderem Auszeichnungen von
FondsConsult, Capital und ExtraMagazin.
Überarbeitung Fragestrecke: Die Fragestrecke und
Simulationsseite von VisualVest wurde 2023 vollständig
überarbeitet, um die Bedienbarkeit und
Nutzerführung zur optimieren.
Ausbau und Lizensierung der
Plattform
Ziel ist es, neben dem VisualVest
Privatkundengeschäft, die Plattform stetig um neue
Funktionalitäten zu erweitern und einen
kontinuierlichem Optimierungspfad zu verfolgen Durch die
Entwicklung zusätzlicher Module, können die
Banken in ihrer Beratung und Kundenansprache
unterstützt und weitere potentielle Zielgruppen und
Geschäftspartner erschlossen werden. Ebenso wurde der
Übergang von der Beratung in den Banken und dem
Onlinebanking an die Plattform weiter forciert, indem
Schnittstellen geschaffen und ausgebaut wurden.
MeinInvest: Die White-Label-Lösung MeinInvest,
basiert auf den Erkenntnissen und Erfahrungen von
VisualVest. Sie wurde den besonderen Anforderungen einer
digitalen Vermögensverwaltung für den
genossenschaftlichen Finanzverbund angepasst. 2023 wurden
diverse Themen weiterentwickelt, um neue Zielgruppen zu
gewinnen. Hierzu gehörte u. a. eine vollständige
Überarbeitung der Fragestrecke und Simulationsseite,
die die Bedienbarkeit und Nutzerführung verbessern
sollen, sowie der Ausbau der Transaktions- und
Sparplanfunktionalitäten.
VermögenPlus: VermögenPlus wurde im Jahr
2018 als Vermögensverwaltung für das gehobene
Segment der Betreuungskunden entwickelt. 2023 wurden
diverse Themen umgesetzt, um die Produktreife und
-durchdringung zu steigern. Hierzu gehören u. a. die
Erweiterung des Angebots der Anlagestrategien sowie der
Ausbau der Transaktions- und Sparplanfunktionalitäten.
Bankindividuelle Steuerung: Seit dem Jahr 2018 wird
Banken der genossenschaftlichen Finanzgruppe das Produkt
"Bankindividuelle Steuerung" (BIS) angeboten. Bei der
"Bankindividuellen Steuerung" handelt es sich ebenfalls um
eine White-Label-Lösung der VisualVest-Plattform.
Für die Genossenschaftsbanken wird dabei das
Kunden-Frontend in Bezug auf den Algorithmus, den
Markenauftritt der Bank und Textformulierungen
individualisiert. Kernelement bei der Bankindividuellen
Steuerung ist insbesondere die Portfoliosteuerung durch die
nutzende Bank. Im Jahr 2023 konnten weitere Banken für
die Nutzung des Produkts sowohl beim Einsatz in der
Beratung von Privat- als auch Firmenkunden akquiriert
werden.
FirmenkundenInvest: FirmenkundenInvest VVL wurde 2021
als Fondsverwaltungslösung für institutionelle
und Firmenkunden der Primärbanken lanciert. Im Jahr
2023 wurde insbesondere die Möglichkeit
eingeführt mit einem Kundenkonto mehrere Anlageziele
abzuschließen. Darüber hinaus können
Bankberater im Serviceportal jetzt auch Transaktionen von
weiteren Bevollmächtigten umsetzen.
UnionDepotOnline: Die Neugestaltung von
UnionDepotOnline wurde 2021 entwickelt. Die Anwendung wird
seitdem am Bedarf der Kunden weiterentwickelt. Seit Mitte
2023 bietet UnionDepotOnline den vollen Funktionsumfang,
damit Kunden ihr UnionDepot ohne Einschränkung online
verwalten können. Dieses Jahr wurde damit begonnen
neue Funktionen zur Digitalisierung weiterer Selfservices
zu implementieren. Darunter der lesende Onlinezugang
für Verfügungsberechtigte sowie der
Dokumenten-Upload. Die seit März 2022 verfügbare
UnionDepotOnline-App hat mittlerweile einen
größeren Funktionsumfang erreicht und mit 4,6
von 5 Sternen eine hervorragende Bewertung in den App
Stores.
UnionDepotKomfort: Mit UnionDepot Komfort steht
unseren Partnerbanken seit 2021 eine neue, innovative
Depotlösung zur Verfügung. Das Produkt bietet
Kunden die Möglichkeit dank eines Komplettpreises ihr
Depot bequem zu verwalten, sodass keine separaten
Depotgebühren oder Ausgabeaufschläge anfallen.
Die Eröffnung des UnionDepot Komfort erfolgt über
digitale Abschlussstrecken. Berater haben die
Möglichkeit entweder ein neues Depot zu eröffnen
oder ein bestehendes UnionDepot in ein UnionDepot Komfort
zu übertragen. Seit Go-Live arbeiten wir stetig an der
Weiterentwicklung des Produktes. So besteht z.B. ab Anfang
2024 die Möglichkeit ETFs im UnionDepot Komfort zu
verwahren.
Forschungs- und
Entwicklungsauftrag
VisualVest evaluiert, konzipiert und entwickelt im
Rahmen ihres Forschungs- und Entwicklungsauftrages
innerhalb der UIG neue Technologien und Online-Services mit
dem Ziel, erfolgreich erprobte Entwicklungen in die
genossenschaftliche Finanzgruppe zu übertragen. Neue
digitale Services und Software-Module im Bereich Beratung
und Angebote zur Geldanlage können bei VisualVest
für Privatanleger unter Marktbedingungen getestet
werden.
Analytics-Plattform: Ausbau der Analytics-Plattform
um automatisierte Prozesse der Datenbereinigung und
-aufbereitung, sowie um Tests zur Sicherstellung einer
höchstmöglichen Datenqualität.
Marketing-Mix-Modeling: Entwicklung eines Minimum
Viable Products für ein sogenanntes Marketing Mix
Model, das mittels statistischer Analysen eine optimierte
Verteilung des Marketingbudgets auf die unterschiedlichen
Kanäle unterstützen kann
Digitaler Kunden-Coach: Im Jahr 2023 ist ein weiteres
Modul des Conversational Interface hinzugekommen. Zudem
wurde in den bereits bestehenden Themenbereich
Nachhaltigkeit die von OpenAI entwickelte künstliche
Intelligenz (KI) GPT-3 integriert.
B2C4B
Der Bereich B2C4B ist seit 2023 ein neues
Geschäftsfeld von VisualVest. Banken im
genossenschaftlichen Verbund nutzen aktuell noch nicht das
volle Potenzial, um ihre Bestandskunden gezielt
anzusprechen. Mit B2C4B ist ein neuer Service von
VisualVest im Aufbau, der hier ansetzt und die
Direktansprache von Partnerbank-Kunden anbieten soll. Auf
einem entwickelten B2C4B-Portal "MASHub" können
Partnerbanken unterschiedliche Sales- und
Marketingmaßnahmen buchen. Derzeit befindet sich das
Projekt noch in der Pilot-Phase.
IV. Lage der Gesellschaft
1. Ertragslage
|
2023 |
2022 |
Veränderung |
|
TEUR |
TEUR |
TEUR |
| Zinsüberschuss |
607 |
-10 |
617 |
|
Provisionsüberschuss |
-298 |
-360 |
62 |
| Sonstige betriebliche
Erträge |
37.735 |
28.347 |
9.388 |
| Personalaufwand |
11.777 |
5.429 |
6.347 |
| Andere
Verwaltungsaufwendungen |
20.197 |
17.077 |
3.121 |
| Abschreibungen |
3.819 |
3.635 |
184 |
| Sonstige betriebliche
Aufwendungen |
5 |
6 |
-1 |
| Ergebnis der normalen
Geschäftstätigkeit |
2.246 |
1.830 |
416 |
| Jahresergebnis vor
Gewinnabführung = Gewinnabführung |
2.246 |
1.830 |
416 |
Das Zinsergebnis der VisualVest GmbH hat sich in 2023
gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Dies ist im
starken Anstieg des Zinsniveaus begründet, der sich
auch in der Verzinsung der Kontokorrentguthaben von VisV
widerspiegelt.
Das Provisionsergebnis der Gesellschaft konnte sich
in 2023 leicht verbessern, ist jedoch weiter negativ. Grund
hierfür sind die weiter gestiegenen Erträge aus
der Vermögensverwaltung bei nahezu unveränderten
Aufwänden für Kundenservice, Fondsbeschaffung und
Portfoliomanagement.
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten
im Wesentlichen die Erträge aus der konzerninternen
Leistungsverrechnung (LV) gegenüber Gesellschaften der
Union Investment Gruppe (UIG). Die Verrechnung besteht zum
einen aus Entwicklungsleistungen für die
Whitelabel-Produkte der UIG auf der Plattform vestHUB.
Daneben vereinnahmte VisualVest Servicegebühren
für die PK-Plattformprodukte wie bspw. MeinInvest oder
VermögenPlus und für FirmenkundenInvest für
Support, Betrieb und Wartung. Außerdem sind im
sonstigen betrieblichen Ergebnis LV-Erträge für
F&E-Leistungen gegenüber UI-Gesellschaften
enthalten. Neben den LV-Erträgen generierte VisualVest
Erträge aus der Auslagerungsgebühr für das
Produkt Bankindividuelle Steuerung. Aufgrund des steigenden
Vermögens stiegen die Erträge hier gegenüber
dem Vorjahr um rd. 30 % an. Zusätzlich dazu wurden
Erträge aus EDV-Dienstleistungen für
Entwicklungs-, Support- und Betriebsleistungen vereinnahmt.
In 2023 wurden zudem erstmalig LV-Erträge aus
Beratungsleistungen für digitale Vertriebswege sowie
für Marktbearbeitungs- und Vertriebsunterstützung
vereinnahmt.
Der Anstieg des Personalaufwands ist sowohl auf das
umfangreiche Mitarbeitendenwachstum sowie auf eine
Erhöhung der laufenden Bezüge und gestiegener
Rückstellungen für Sonderzahlungen
zurückzuführen.
Die Anderen Verwaltungsaufwendungen lagen mit einem
Wert von rd. 20,2 Mio. Euro über dem Vorjahreswert.
Dies ist durch Wachstum der bestehenden Aufwandspositionen
begründet, die auf das Wachstum der Gesellschaft
zurückgehen. Neu sind in 2023 erstmalig laufende
Aufwände für das neue Produkt "MASHub" - einer
Marketing- und Salesplattform, die die Banken der
genossenschaftlichen Finanzgruppe ab 2024 nutzen
können werden.
Aufgrund weiter hoher Investitionen in den Ausbau der
Plattform vestHUB sind die Abschreibungen in 2023
gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen.
In Summe setzt sich der positive Ergebnistrend der
vergangenen Jahre durch ein im Vergleich zum Vorjahr weiter
gestiegenes Ergebnis der normalen
Geschäftstätigkeit fort.
Vergleich mit dem ursprünglich
prognostizierten Ergebnis
Der 2023 erwirtschaftete Gewinn in Höhe von rd.
2.246 TEuro lag um 1.940 TEuro unter dem ursprünglich
prognostizierten Ergebnis in Höhe von rd. 4.406 TEuro.
Der Verwaltungsaufwand lag 2023 gegenüber der ersten
Planung rd. 3 Mio. Euro über dem ursprünglich
geplanten Aufwand, was das große Wachstum, insb. im
Personal- und Sachaufwand widerspiegelt. Dem gegenüber
steht insb. ein rd. 0,5 Mio. Euro höheres sonst.
betriebliches Ergebnis. Das Provisionsergebnis fiel rund
0,1 Mio. Euro weniger negativ aus, als ursprünglich
angenommen. Im Zinsergebnis gibt es darüber hinaus
gegenüber der ursprünglichen Ergebnisplanung eine
deutliche Verbesserung i. H. v. rd. 0,6 Mio. Euro
gegenüber der ersten Ergebnisplanung.
2. Liquiditätssteuerung und
Finanzlage
2.1 Liquiditätssteuerung
Ziel der Liquiditätssteuerung ist die
Sicherstellung einer permanenten Zahlungsfähigkeit der
Gesellschaft. Basis der Steuerung sind die laufende
Überwachung und Analyse sämtlicher
Zahlungsströme und Finanzmittelbestände. Darauf
aufbauend wird im Rahmen einer regelmäßigen
Liquiditätsplanung die finanzielle Entwicklung der
nächsten 15 Monate abgeleitet.
Die verfügbaren Finanzmittel sind auf den
Bankkonten der Gesellschaft allokiert.
2.2 Finanzlage
Der Gesamtbestand an finanziellen Mitteln umfasset
alle Bankbestände auf gesellschaftseigenen Konten.
Sämtliche Finanzmittel sind dem Anlagebuch im Sinne
des CRR zugeordnet.
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
Veränderung |
|
Buchwerte |
Buchwerte |
|
|
TEUR |
% |
TEUR |
% |
TEUR |
| Gesamtbestand an
finanziellen Mitteln |
|
|
|
|
|
| Bankbestände |
21.551 |
100,0 |
18.973 |
100,0 |
2.578 |
| Gesamt |
21.551 |
100,0 |
18.973 |
100,0 |
2.578 |
Die innerhalb eines Jahres fälligen
Verbindlichkeiten und Rückstellungen sind
vollständig durch Bankguthaben und kurzfristig
fällige Forderungen gedeckt.
Unter Berücksichtigung des Bestandes der
verfügbaren finanziellen Mittel zum Abschlussstichtag
und der auf Basis der rollierenden
15-Monats-Liquiditätsplanung erwarteten
Liquiditätsentwicklung ist die Gesellschaft zum
Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts bei
plangemäßen Geschäftsverlauf jederzeit in
der Lage, ihre im genannten Planungszeitraum fällig
werdenden finanziellen Verpflichtungen aus liquiden Mitteln
bedienen zu können.
3. Vermögenslage
3.1 Übersicht über die
Vermögenslage
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
Veränderung |
|
TEUR |
% |
TEUR |
% |
TEUR |
| Aktivseite |
|
|
|
|
|
| Forderungen an
Kreditinstitute |
24.722 |
67,7 |
21.386 |
68,8 |
3.336 |
| Forderungen an
Kunden |
446 |
1,2 |
390 |
1,3 |
56 |
| Immaterielle
Anlagewerte |
11.096 |
30,4 |
9.044 |
29,1 |
2.053 |
| Sachanlagen |
34 |
0,1 |
51 |
0,2 |
-17 |
| Sonstige
Vermögensgegenstände und übrige
Aktiva |
216 |
0,6 |
198 |
0,6 |
18 |
| Bilanzsumme |
36.515 |
100,0 |
31.069 |
100,0 |
5.446 |
| Passivseite |
|
|
|
|
|
| Sonstige
Verbindlichkeiten und übrige Passiva |
3.609 |
9,9 |
3.166 |
10,2 |
443 |
| Rückstellungen |
4.381 |
12,0 |
2.378 |
7,7 |
2.003 |
| Eigenkapital |
28.525 |
78,1 |
25.525 |
82,2 |
3.000 |
| Bilanzsumme |
36.515 |
100,0 |
31.069 |
100,0 |
5.446 |
Die Position Forderungen an Kreditinstitute
beinhaltet weitestgehend täglich fällige
Forderungen aus Bankbeständen.
Die Forderungen an Kunden beziehen sich auf
Forderungen aus dem Depotkundengeschäft in Höhe
von 446 TEuro.
Für Investitionen in Immaterielle Anlagewerte
wurden 5.835 TEuro aufgewendet, denen Abschreibungen in
Höhe von 3.782 TEuro gegenüberstehen. Die
Investitionen entfallen weitestgehend auf den weiteren
Ausbau der Direktplattform der VisualVest GmbH.
In den Sachanlagen sind Abschreibungen in Höhe
von 37 TEuro enthalten.
Die Posten Sonstige Verbindlichkeiten erhöhten
sich. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die
im Vergleich zum Vorjahr um 417 TEuro gestiegenen
Verbindlichkeiten aus der Gewinnabführung an die Union
Asset Management Holding AG.
Die Rückstellungen für Sonderzahlungen
betreffen vertraglich zugesicherte sowie freiwillige
Zahlungen an Mitarbeiter und erhöhten sich im
Vergleich zum Vorjahr um 1.734 TEuro aufgrund der
Entwicklung der Unternehmenskennzahlen. Die
Rückstellungen für den Long Term Incentive Plan
betreffen die von der Gesellschaft vertraglich zugesagten
Leistungen an ausgewählte Mitarbeiter.
Die Eigenmittel der Gesellschaft nach Art. 9
Verordnung (EU) 2019/2033 (IFR) in Verbindung mit Art. 26
ff. Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) betragen 15.473,3
TEuro (nach Feststellung 22.275,5 TEuro), die
Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 11 Abs. 1
IFR 6.733,9 TEuro (nach Feststellung 9.129,7 TEuro).
Zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit der
VisualVest GmbH erfolgte eine Zuzahlung in die
Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in
Höhe von 3,0 Mio. Euro durch die Union Asset
Management Holding AG. Die Gesellschaft weist zum
Bilanzstichtag eine Eigenkapitalquote von 78,1 Prozent auf.
Aus Sicht der Gesellschaft ist die Vermögenslage
geordnet.
3.2 Nichtfinanzielle Indikatoren
Mitarbeitende
Zielorientierte Mitarbeitendenführung sowie der
Einsatz leistungsorientierter Vergütungsinstrumente
bewirken, dass die Mitarbeitenden auf allen hierarchischen
Ebenen eine unternehmerische Denk- und Handlungsweise
entwickeln. Variable, an individuellen Leistungszielen
bemessene Gehaltsbestandteile unterstützen zudem den
Leistungswillen und die Zielorientierung der
Mitarbeitenden. Zum 31. Dezember 2023 beschäftigte die
Gesellschaft 93 Mitarbeitende (Vorjahr: 52 Mitarbeitende)
mit einem durchschnittlichen Alter von 35,1 Jahren
(Vorjahr: 33,8 Jahre) und einer durchschnittlichen
Betriebszugehörigkeit von 4,2 Jahren (Vorjahr: 3,6
Jahre).
Markenleistung
Aussagen zur Markenleistung, wie die Bekanntheit der
Marke VisualVest, die Werbeerinnerung sowie
Kaufbereitschaft, sind zum Stand Dezember 2023, aufgrund
fehlender repräsentativer Erhebungen, nicht
möglich. Gleiches gilt für Kennzahlen wie den
Markenstärkeindex.
Kundenzufriedenheit
Der für das Jahr 2023 gemessene
Durchschnittswert der Zufriedenheit von VisualVest-Kunden
liegt bei 3,9 auf einer 5-Sterne-Skala, damit leicht unter
dem Vorjahreswert von 4,1. Die gemessene Zufriedenheit ist
insgesamt weiterhin als positiv zu bewerten.
Nachhaltigkeitsmanagement in der Union
Investment Gruppe
Nachhaltigkeit ist fest im Wertegerüst und den
Strukturen der Union Investment Gruppe verankert.
Nachhaltigkeit ist Teil des Selbstverständnisses,
welches die Union Investment Gruppe in unserem Leitbild zum
Ausdruck bringen. Im unternehmensweiten
Nachhaltigkeitskodex sind die Grundprinzipien und
Leitideen, nach denen sich Nachhaltigkeit in Denken und
Handeln widerspiegelt, verankert.
Die Gesellschaft ist in den Nachhaltigkeitsbericht
der Union Investment Gruppe sowie den
Nachhaltigkeitsbericht der DZ Bank Gruppe einbezogen.
Nachhaltigkeitsstrategie
Union Investment verfolgt eine gruppenweite, vom
Gesamtvorstand der Union Investment verabschiedete
Nachhaltigkeitsstrategie, welche aus fünf strategische
Handlungsfelder besteht: "Positionierung und
Kommunikation", "Leistungen und Kompetenzen",
"Vermarktung", "Produkte" sowie "Betrieb". Die
Nachhaltigkeitsstrategie wird in regelmäßigen
Abständen geprüft und bei Bedarf
weiterentwickelt.
Die Klimastrategie von der Union Investment Gruppe
zielt auf eine Klimaneutralität im
Geschäftsbetrieb bis 2045 und bei unseren durch die
Produkte finanzierte Emissionen bis 2050 ab.
Im Berichtsjahr 2023 wurde eine gruppenweite und
umfassende Diversity &Inclusion-Strategie
verabschiedet.
C Chancen- Risiko- und
Prognosebericht
I. Chancenbericht
VisualVest verfolgt eine wertorientierte
Unternehmenspolitik und plant den Unternehmenswert stetig
zu steigern. Das Ziel ist es, ein dauerhaftes und
profitables Wachstum durch den fortschreitenden Ausbau und
die Lizensierung der vestHUB-Plattform, sowie die
kontinuierliche Steigerung von Kunden und Assets under
Management im B2C-Bereich zu generieren. Daneben sollen
Erkenntnisse und Expertise an die genossenschaftliche
Finanzgruppe übertragen, Auftragsarbeiten erfolgreich
umgesetzt und neue Technologien und Services entwickelt
werden. Durch das neue Geschäftsfeld B2C4B möchte
VisualVest das Geschäftsmodell verbreitern und den
Genossenschaftsbanken Mehrwerte bei der Erschließung
der Kundenschnittstelle bieten.
Die großen gesellschaftlichen und
technologischen Trends sind weiter intakt, mit dem
Geschäftsfeld B2C4B kommt VisV zudem neu mit den
Herausforderungen in Kontakt, die die Genossenschaftsbanken
im Bereich ihrer Kundenstruktur beschäftigt.
In diesem Zusammenhang sehen wir folgende Chancen:
Das Verhalten und die Einstellung vieler Menschen
gegenüber digitalen Geschäftsmodellen, hat sich
in den vergangenen Jahren verändert. Junge Menschen
wachsen ganz selbstverständlich im digitalen Zeitalter
auf und suchen vermehrt nach zentralen und ansprechenden
Anwendungen. Online-affine Anleger gehen so neue Wege,
fernab klassischer Beratungsmöglichkeiten in
Bankfilialen, und setzen flexible und digitalisierte
Lösungen, die zeit- und ortsunabhängig abrufbar
sind, immer häufiger voraus. Als digitaler
Vermögensverwalter bedient VisualVest diese Nachfrage
und ermöglicht einen unkomplizierten und flexiblen
Zugang zum Kapitalmarkt. Für Anleger, die nach wie vor
Wert auf einen persönlichen Kontakt zu einem Berater
legen, bieten Hybridlösungen, wie z.B.
VermögenPlus, die über die vestHUB Plattform
laufen, eine Möglichkeit zur Geldanlage.
Die Erkenntnis der Notwendigkeit einer privaten
Altersvorsorge, die sich durch den demografischen Wandel
und dessen Folgen für die Rentenkassen ergibt, gelangt
mehr und mehr in die breite Öffentlichkeit.
Insbesondere für jüngere Menschen bietet es sich
somit an, über die Kapitalmärkte langfristig an
der Entwicklung der Wirtschaft zu partizipieren. Dies
stellt eine Chance für VisualVest dar, indem Anleger
über die Plattform in breit gestreute Portfolios aus
Investmentfonds investieren können.
Der Robo-Advisor-Markt in Deutschland befindet sich
weiterhin in einem dynamischen Wachstumsumfeld.
3 Die zunehmende Bekanntheit und Akzeptanz von
Robo-Advisor-Angeboten sowie die wahrgenommene
Komplexität im Bereich Geldanlage bei Privatkunden
bietet VisualVest das Potenzial, neue Kunden zu gewinnen.
Steigende regulatorische Anforderungen in der
Finanzbranche können zu erheblichem Mehraufwand
für Finanzdienstleister führen. Da VisualVest
einen Großteil der Prozesse automatisiert und neueste
Technologien integriert, können Kosten und Ressourcen
eingespart werden. Individuelle Fehler werden durch
Automatisierung zudem deutlich reduziert. Zusätzlich
profitieren Kunden davon, indem sie die Services und
Lösungen zu einem niedrigeren Preis erhalten.
Forschung und Entwicklung ist ein strategischer
Bestandteil des Geschäftsmodells von VisualVest. Da
neue Entwicklungen und Technologien kontinuierlich
analysiert werden, kann VisualVest aufkommende Trends
frühzeitig erkennen und Lösungen entwickeln. Dies
betrifft im Jahr 2024 insbesondere den Bereich KI, der eine
Vielzahl an Anknüpfungspunkten im Finanzbereich
bietet.
Indem VisualVest mit MASHub die Genossenschaftsbanken
bei der Erschließung und Verteidigung der
Kundenschnittstelle unterstützt, kann VisualVest dazu
beitragen, dass die genossenschaftliche Finanzgruppe
weiterhin über eine nachhaltige Kundenbasis
verfügt, die eine Affinität zu den oben genannten
Geldanlagelösungen hat.
3 Quelle: Statista Market Insights, Stand:
August 2023, Rob-Advisors Deutschland, URL:
https://de.statista.com/outlook/fmo/vermoegensverwaltung/digital-investment/robo-advisors/deutschland
II. Risikobericht
1. Bewährte Systeme zur
Identifizierung und Steuerung von Risiken
VisualVest ist der zentrale Leistungsanbieter
für die Entwicklung und den Betrieb einer
"Robo-Advise-Plattform" innerhalb der Union Investment
Gruppe. Die internetbasierte Finanzportfolioverwaltung
wurde im Geschäftsjahr 2023 den Anlegern direkt
angeboten. Daneben bietet VisualVest die
Funktionalitäten der Plattform im Rahmen des
Geschäftsfeldes Ausbau und Lizenzierung der Plattform
Dritten in Form von Whitelabel-Produkten zwecks
Vertriebsunterstützung an. VisualVest steht dabei
für flexible, digitale und effiziente Lösungen.
Sie ist verantwortlich für die Weiterentwicklung und
Betrieb des Algorithmus zur Portfoliozusammenstellung des
Anlegers. Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeitet
VisualVest konsequent an neuen digitalen Produkten bzw.
Financial Services und neuartigen Vertriebsansätzen.
VisualVest verfolgt eine wertorientierte
Unternehmenspolitik mit dem langfristigen Ziel, den
Unternehmenswert unter Berücksichtigung von Rendite
und Risiko nachhaltig zu steigern.
Die internen Steuerungssysteme sind dabei u.a. darauf
ausgerichtet, Risiken zu identifizieren,
regelmäßig zu überwachen und aktiv zu
steuern. So sollen Risiken, die zu negativen Abweichungen
vom prognostizierten Geschäftsverlauf führen
können, möglichst frühzeitig erkannt und
Maßnahmen zur Risikoreduzierung eingeleitet werden.
Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass
unternehmerische Chancen unter Beachtung von
Risikotragfähigkeit und Profitabilität genutzt
werden können.
Das Risikomanagementsystem (RMS) der VisualVest ist
ein fortlaufender Prozess, der die Gesamtheit aller
organisatorischen Maßnahmen und Regelungen zur
Identifizierung, Bewertung, Überwachung und Steuerung
von Risiken umfasst. Das RMS ist gemäß den
aufsichtsrechtlichen Anforderungen organisiert. Als
Konzerngesellschaft der Union Investment Gruppe ist
VisualVest in das Risikomanagement des Konzerns
eingebunden.
Die Verantwortung für die Risikosteuerung der
Gesellschaft obliegt der Geschäftsführung. Im
Risikoappetitstatement (RAS) triff die
Geschäftsführung die wesentlichen Aussagen zum
Risikoappetit. Es beinhaltet neben der Beschreibung des
Geschäftsmodells und der Risiken insbesondere
qualitative Vorgaben für das Eingehen von Risiken
(risikopolitische Leitsätze) sowie Vorgaben zur deren
quantitativen Steuerung. In der Risikostrategie der
VisualVest sind die identifizierten wesentlichen
Risikoarten abgegrenzt, die grundlegenden Verfahren zur
Risikomessung festgelegt und konkrete Leitlinien für
den Umgang mit dem jeweiligen Risiko vorgegeben. Die
Risikostrategie steht im Einklang mit der Risikostrategie
der Union Investment Gruppe. Für alle im Rahmen der
Risikoinventur identifizierten wesentlichen Risikoarten
wurden Verfahren für die Risikomessung und Steuerung
entwickelt. Der Risikoausschuss der VisualVest diskutiert
in seinen Sitzungen die Risikosituation der Gesellschaft
und bereitet Entscheidungen für die
Geschäftsführung vor. Der Risikobeauftragte
berichtet gemeinsam mit dem Chief Risk Officer der Union
Investment Gruppe quartalsweise an die
Geschäftsführung, die auf Basis dieser Berichte
den Aufsichtsrat informiert.
Die Details zum RMS inklusive aller Richtlinien und
Fachkonzepte sind im Risikohandbuch der VisualVest
dokumentiert.
Die Interne Revision überprüft die
Funktionsfähigkeit des RMS in der Union
Investment-Gruppe im jährlichen Rhythmus.
Im Folgenden sind die wesentlichen Elemente des RMS
der VisualVest dargestellt:
Risikotragfähigkeitsanalyse
Zur Sicherung des Fortbestandes der Gesellschaft wird
die Risikotragfähigkeit im Rahmen der
ökonomischen Risiko- und Kapitalsteuerung
regelmäßig überwacht. Die wesentlichen
Risikoarten werden gemäß den Vorgaben der
Risikostrategie und unter Beachtung der zur Verfügung
stehenden Risikodeckungsmasse limitiert und mit
Risikokapital unterlegt. Dabei wird, entsprechend der
Risikoneigung, das maximal zulässige Risiko durch
Verlustobergrenzen so begrenzt, dass VisualVest nicht im
Bestand gefährdet wird. Es werden keine
Diversifikationseffekte zwischen den Risikoarten
berücksichtigt. Die Ermittlung des
Risikokapitalbedarfs und die Überwachung der
Verlustobergrenzen erfolgen nach marktüblichen
Standards und Methoden durch eine unabhängige Stelle.
Ergänzend dazu werden regelmäßig
Stresstests durchgeführt. Die angewandten Methoden
unterliegen einer jährlichen
Angemessenheitsprüfung.
Neben den Limiten für die wesentlichen Risiken
aus der Risikoinventur werden Mindestwerte (RAS-Schwellen)
in Form von quantitativen Risikotoleranzen für
aufsichtlich geforderte Kapital- und
Liquiditätsanforderungen abgeleitet und berichtet.
Frühwarnsystem
In dem Frühwarnsystem werden
regelmäßig Risikoindikatoren erhoben und zu zehn
Kategorien aggregiert. Sofern die vordefinierten
Toleranzgrenzen überschritten sind oder das Risiko als
erhöht eingestuft wird, wird ein Frühwarnimpuls
ausgelöst, der eine Ursachenanalyse und
Maßnahmen zur Risikobewältigung bei den für
die Risikosteuerung Verantwortlichen auslöst. Die aus
dem System generierten Steuerungsimpulse gewährleisten
damit frühzeitige Steuerungsmaßnahmen. Das
Risikoindikatorensystem umfasst insbesondere operationelle
Risiken, Geschäftsrisiken sowie Risiken, die sich aus
ausgelagerten Tätigkeiten ergeben können.
Ergänzend hierzu besteht ein Ad-hoc-Meldewesen zur
Früherkennung außerordentlicher
Risikosituationen mit kurzfristigem Handlungsbedarf.
Risikoberichtswesen
Die Geschäftsführung der VisualVest wird
quartalsweise in schriftlicher Form über die
Entwicklung der Risikolage in dem Berichtszeitraum
informiert. Im Risikobericht wird die Gesamtrisikolage
dargestellt und beurteilt. Es werden kritische
Risikopotenziale aufgezeigt und bei Bedarf
Handlungsempfehlungen zur Bewältigung der kritischen
Risikopotenziale dargestellt. Auf Basis dieses Berichtes
informiert die Geschäftsführung den Aufsichtsrat.
Außerhalb der regelmäßigen Risikoberichte
werden unter Risikogesichtspunkten kritische Informationen
unverzüglich an die Geschäftsführung und bei
Bedarf an den Aufsichtsrat eskaliert.
2. Darstellung der wesentlichen
Risiken⁴
Die im Rahmen der jährlichen Risikoinventur
identifizierten und als wesentlich bewerteten Risiken sind
Gegenstand der Risikostrategie der Gesellschaft. Auf Basis
der in der Strategie festgelegten Leitlinien werden diese
Risiken mit Hilfe des Risikomanagementsystems
regelmäßig überwacht und gesteuert.
Operationelles Risiko
Das operationelle Risiko bezeichnet das Risiko von
Verlusten durch menschliches Verhalten, technologisches
Versagen, Prozess- oder Projektmanagementschwächen
oder durch externe Ereignisse. Das Rechtsrisiko ist in
dieser Definition eingeschlossen. Dem operationellen Risiko
kommt im Vergleich zu den anderen Risiken große
Bedeutung zu, da der Schwerpunkt der
Geschäftstätigkeit der VisualVest in der
internetbasierte Finanzportfolioverwaltung und nicht in der
Übernahme von Risiken auf eigene Rechnung liegt.
Die Quantifizierung des Risikokapitalbedarfs erfolgt
gemäß Standardansatz der Capital Requirements
Regulation (CRR). Zum 31.12.2023 wurde ein
Risikokapitalbedarf in Höhe von 2,6 Mio. Euro
ermittelt. Die Verlustobergrenze belief sich auf 3,0 Mio.
Euro. Im Jahresverlauf lag der Risikokapitalbedarf
jederzeit unterhalb der Verlustobergrenze. Das
ergänzend zu der Berechnung des ökonomischen
Risikokapitalbedarfs eingesetzte Risikoindikatorensystem
setzte bestimmungsgemäß durch verschiedene
Risikoindikatoren Impulse und daraus abgeleitet
Maßnahmen für die Risikosteuerung. Im
Jahresverlauf gab es keine Hinweise auf eine
unternehmenskritische Situation.
In der internen Verlustdatensammlung erfasst die
Gesellschaft alle Verluste ab einem Betrag von 1.000 Euro
brutto, die beim Eintritt von operationellen Risiken
entstehen. Neben den materiellen Verlusten kann es auch zu
Verzögerungen oder Unterbrechungen im Betriebsablauf
oder in der Folge zu Reputationsrisiken kommen. Die
Sammlung der Verlustereignisse ermöglicht es, die
schlagend gewordenen operationellen Risiken zu analysieren
sowie Trends und Konzentrationen zu erkennen. Somit
können die im Weiteren dargestellten Maßnahmen
zur Minderung oder Vermeidung des Risikoeintrittes
gezielter ausgestaltet werden. Bei Verlusten ab einer
Schadenshöhe von 500.000 Euro brutto wird ein
standardisierter Maßnahmen Management-Prozess
eingeleitet. Aufgrund von in Einzelfällen sehr
geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten für
größere Schäden treten
regelmäßig Schwankungen der Schadenverläufe
im Zeitablauf auf. Der Schadenverlauf war im
Berichtszeitraum in Bezug auf die Verlustobergrenze zu
jeder Zeit unkritisch.
4 Quelle: eigene Berechnungen entsprechend der
im Risikohandbuch beschriebenen Methoden, Stand 31.12.2023.
In dem regelmäßigen Risk Self Assessment
wird durch szenariobasierte Analysen das Risikoprofil aus
operationellen Risiken geschärft. Dabei spielen gerade
Worst-Case-Szenarien eine wesentliche Rolle. Sie geben
steuerungsrelevante Hinweise auf den Umgang mit extremen
Risikoausprägungen.
Zur Minderung oder Vermeidung der Auswirkungen aus
operationellen Risiken hat die Gesellschaft verschiedene
organisatorische Vorkehrungen getroffen:
Für alle wesentlichen
Geschäftsvorgänge existieren Richtlinien, in
denen Zuständigkeiten und Abläufe beschrieben
sind. Die Angemessenheit und Aktualität der
Richtlinien unterliegt der regelmäßigen
Prüfung durch die interne Revision.
Die in der Union Investment Gruppe praktizierte
Bündelung von Aktivitäten und die damit
verbundene Spezialisierung auf einzelne
Wertschöpfungsstufen trägt elementar zur
Reduktion operationeller Risiken bei. Zusätzlich zu
der internen Aufgabenbündelung erfolgt die Auslagerung
von Leistungen auf spezialisierte, externe Anbieter,
beispielsweise im IT-Betrieb. Dabei durchlaufen alle
geplanten Auslagerungen einen standardisierten
Outsourcingprozess, der auch eine Risikoanalyse des
Auslagerungsvorhabens umfasst. In Abhängigkeit vom
Ergebnis der Analyse werden ausgelagerte Aktivitäten
und Prozesse im Risikomanagementsystem berücksichtigt.
Bestehende Auslagerungen werden überwacht und
darüber regelmäßig an den Vorstand
berichtet. Bei Bedarf werden erforderliche Maßnahmen
eingeleitet.
Ergänzend sind verschiedene organisatorische,
technische und personelle Maßnahmen umgesetzt, die
die Prozessstabilität verbessern und Risiken
reduzieren. Dieses sind beispielsweise die Implementierung
eines internen Kontrollsystems, die Einrichtung einer
zentralen Stelle zur Prävention strafbarer Handlungen,
die Umsetzung der Funktionstrennung bis auf die Ebene der
Geschäftsführung, die Einrichtung einer
angemessenen technischen Infrastruktur, die Qualifikation
der Mitarbeitenden und die Bereitstellung ausreichender
Personalressourcen.
Die Ausgestaltung der Vergütungssysteme
unterliegt in der Union Investment Gruppe dem Bereich
Konzern-Personal und ist in der Vergütungsrichtlinie
verankert. Ziel der Vergütungssysteme ist es, die
Leistungen der Mitarbeitenden angemessen zu honorieren und
wirksame Leistungsanreize zu setzen. Dabei sollen
ausdrücklich keine Ziele vereinbart werden, die zum
Eingehen unverhältnismäßig hoher Risiken
verleiten. Dies trägt zur Minimierung der
operationellen Risiken bei.
Für bestimmte Risiken, die sich zum Teil auch
der Steuerung durch die Gesellschaft entziehen, werden
Versicherungen abgeschlossen.
Zur Verminderung der Auswirkungen von extern
verursachten Risiken mit sehr hohen bis hin zu
existenzbedrohenden Schadenspotenzialen besteht ein
gruppenweites Konzept zur Notfall- und Krisenvorsorge.
Marktpreisrisiko
Das Marktpreisrisiko setzt sich aus dem
Marktpreisrisiko i.e.S. und dem Marktliquiditätsrisiko
zusammen.
Das Marktpreisrisiko i.e.S. bezeichnet das Risiko von
Verlusten aus Finanzinstrumenten bzw. anderen
Vermögenswerten, verursacht durch eine
Veränderung der Marktpreise oder preisbeeinflussenden
Parameter (zum Beispiel Zinsrisiko, Spread- und
Migrationsrisiko, Währungsrisiko, Aktienrisiko,
Fondspreisrisiko oder Asset Management-Risiko). Das
Marktliquiditätsrisiko ist das Risiko eines Verlustes,
der aufgrund nachteiliger Veränderungen der
Marktliquidität, zum Beispiel durch Verschlechterung
der Marktiefe oder durch Marktstörungen, eintreten
kann. Das Marktliquiditätsrisiko hat nur geringe
Bedeutung.
Das Vermögen der Gesellschaft war im
Geschäftsjahr vollständig in Sichteinlagen in
Euro bei Kreditinstituten in Deutschland investiert. Aus
diesen Einlagen resultiert kein Marktpreisrisiko.
Geschäftsrisiko
Das Geschäftsrisiko bezeichnet das Risiko eines
Verlustes aus Ergebnisschwankungen, die sich bei gegebener
Geschäftsstrategie ergeben können und die nicht
durch andere Risikoarten abgedeckt sind. Insbesondere
umfasst dies das Risiko, dass aufgrund von
Veränderungen wesentlicher Rahmenbedingungen (z.B.
Wirtschafts- und Produktumfeld, Kundenverhalten,
Wettbewerbssituation) den Verlusten rein operativ nicht
begegnet werden kann. Somit würde die Gesellschaft bei
Risikoeintritt einen operativen Verlust ausweisen.
Die Ermittlung des ökonomischen
Risikokapitalbedarfs erfolgt mit einem Earnings-at-Risk
Ansatz als Value-at-Risk im 1-Jahres-Horizont zum
Konfidenzniveau von 99,9 Prozent. Zum 31.12.2023 wurde ein
Risikokapitalbedarf in Höhe von Null Euro ausgewiesen.
Aufgrund des niedrigen Geschäftsrisikos und der
erwarteten Ergebnisentwicklung betrug die Verlustobergrenze
Geschäftsrisiko für 2023 ebenfalls Null. Das
ergänzend eingesetzte Risikoindikatorensystem setzte
bestimmungsgemäß durch verschiedene
Risikoindikatoren Impulse und daraus abgeleitet
Maßnahmen für die Risikosteuerung. Im
Jahresverlauf gab es keine Hinweise auf eine
unternehmenskritische Situation.
Reputationsrisiko
Das Reputationsrisiko bezeichnet das Risiko von
Verlusten aus Ereignissen, die das Vertrauen in VisualVest
oder in die angebotenen Produkte und Dienstleistungen
insbesondere bei Kunden, Distributoren, Anteilseignern,
Mitarbeitenden, auf dem Arbeitsmarkt, in der allgemeinen
Öffentlichkeit und bei der Aufsicht beschädigen.
Aus der Finanzportfolioverwaltung und dem Betrieb und
der Entwicklung der White Label Produkte heraus können
Reputationsrisiken für die Gesellschaft entstehen. Der
Eintritt von Reputationsrisiken könnte zum Abfluss von
Kundengeldern und damit zu geringeren künftigen
Erträgen führen. Die Auswirkungen aus
Reputationsrisiken werden in der Risikomessung des
Geschäftsrisikos berücksichtigt.
Zusätzlich wird das Reputationsrisiko in der
Union Investment Gruppe über einen
stakeholderbasierten Ansatz erfasst und gesteuert. Für
jeden Stakeholder wird anhand von quantitativen und
qualitativen Indikatoren eine Einwertung des
Reputationsrisiko-Niveaus vorgenommen. Das
Reputationrisiko-Niveau der Gesellschaft wird aus den
Werten der relevanten Stakeholder berechnet. Quartalsweise
wird im Rahmen des Risikoberichts über die Einwertung
der Reputation für die relevanten Stakeholder sowie
möglicher Reputationsereignisse an die
Geschäftsführung berichtet. Im Jahresverlauf gab
es keine kritischen Reputationsereignisse.
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko bezeichnet das Risiko unerwarteter
Verluste durch Ausfall von Gegenparteien. Das Kreditrisiko
der Gesellschaft ergibt sich im Wesentlichen aus Salden auf
Geschäftskonten bei Kreditinstituten. Die
Quantifizierung des Risikos orientiert sich am
aufsichtsrechtlichen Kreditrisikostandardansatz (KSA). Zum
31.12.2023 wurde ein Risikokapitalbedarf in Höhe von
0,4 Mio. Euro ausgewiesen. Die Verlustobergrenze belief
sich auf 1,5 Mio. Euro. Im Jahresverlauf lag der
Risikokapitalbedarf jederzeit unterhalb der
Verlustobergrenze.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko ist der Verlust, der
dadurch entstehen kann, dass Geldmittel zur Erfüllung
von Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt der
Fälligkeit nicht in ausreichendem Maße zur
Verfügung stehen (Liquiditätsrisiko im engeren
Sinne) oder dass Geldmittel bei Bedarf nur zu erhöhten
Konditionen beschafft werden können
(Refinanzierungsrisiko). Bei den Positionen, aus denen
Liquiditätsrisiken entstehen können, handelt es
sich im Wesentlichen um die Zahlungsverpflichtungen der
Gesellschaft. Der Eintritt von Liquiditätsrisiken
könnte zu Verzögerungen bei der Erfüllung
der Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft führen.
Um dies zu vermeiden, unterliegen die
Liquiditätspositionen einem laufenden
Liquiditätsmanagement. Dabei zielt die aktive Planung
und Steuerung der Liquiditätspositionen darauf ab, die
Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft jederzeit
sicherzustellen. Im Berichtszeitraum war die
Zahlungsfähigkeit zu keinem Zeitpunkt gefährdet.
Nachhaltigkeitsrisiko
Nachhaltigkeitsrisiken werden im Sinne von Umwelt-,
sozialen- oder Governance-Risiken nicht als
eigenständige Risikoart betrachtet, sondern als
Treiber bestehender Risikoarten verstanden, deren Eintreten
tatsächlich oder potenziell erhebliche negative
Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage sowie auf die Reputation eines Unternehmens
haben kann. Dies schließt klimabezogene Risiken in
Form von physischen Risiken und Transitionsrisiken ein,
aber auch Risiken, die sich aus regulatorischen
Anforderungen mit Klima- oder Nachhaltigkeitsbezug ergeben.
Im Rahmen der jährlichen Risikoinventur werden
Nachhaltigkeitsrisiken als Treiber der finanziellen und
nicht-finanziellen Risikoarten berücksichtigt und eine
Betroffenheitsanalyse durchgeführt.
So können Nachhaltigkeitsrisikotreiber
beispielsweise die operationellen Risiken beeinflussen,
indem sich finanzielle Verluste aus
nachhaltigkeitsbedingten Rechtsansprüchen oder im Fall
von Klima- und Umweltereignisse auch aus der
Beeinträchtigung der Geschäftskontinuität
aufgrund extremer Wetterereignisse ergeben. Im Zusammenhang
mit Governance-Risiken können unzureichend
funktionsfähige interne Kontroll- und
Risikomanagementsysteme einen Einfluss auf das
Operationelle Risiko haben.
Nachhaltigkeitsrisikotreiber können auch zu
einer Veränderung der Ertragslage und der
Reputationsrisiken führen, in dem sich beispielsweise
eine negative Wirkung auf die Reputation durch Produkte
oder Geschäftsbeziehungen ergibt, die hinsichtlich
klima- und umweltschädlicher Einflüsse kontrovers
von den Stakeholdern gesehen werden.
Reputationsrisiken können darüber hinaus
auch aufgrund eines aktiven nicht nachhaltigen Handelns
entstehen oder auch, wenn sich die Union Investment Gruppe
in der Wahrnehmung ihrer Stakeholder zu passiv verhält
und nachhaltiges Handeln unterlässt.
Die Nachhaltigkeitsrisikotreiber werden wie andere
Risikotreiber implizit in der Risikomessung
berücksichtigt. So werden nachhaltigkeitsgetriebene
operationelle Risiken in den Instrumenten
Verlustdatensammlung, szenariobasiertes Risk Self
Assessment und Risikoindikatoren berücksichtigt und
darüber gesteuert und überwacht. Auch im
Geschäftsrisiko und Reputationsrisiko werden
verschiedene Risikoindikatoren erhoben, die
Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen.
Art und Umfang der Prozesse zur Berücksichtigung
von Nachhaltigkeitsrisiken im Risikomanagementsystem werden
vor dem Hintergrund der aktuellen Umfeldbedingungen
kontinuierlich weiterentwickelt bzw. ergänzt.
3. Zusammenfassende Darstellung der
Risikolage im Berichtszeitraum
Die Ergebnisse der Risikoüberwachung wurden in
den regelmäßigen Sitzungen des Risikoausschusses
der Gesellschaft diskutiert und bei Bedarf Maßnahmen
abgeleitet. Mit den quartalsweisen Risikoberichten und bei
Bedarf durch die Ad hoc-Eskalation kritischer Sachverhalte
wurde die Geschäftsführung über die
risikorelevanten Sachverhalte informiert. Auf Basis dieser
Informationen hat die Geschäftsführung
Maßnahmen zur Risikosteuerung ergriffen und den
Aufsichtsrat über die Risikolage der Gesellschaft in
Kenntnis gesetzt. Einzelnen risikobehafteten Entwicklungen
konnte durch gezielte Maßnahmen der Risikosteuerung
begegnet werden.
Im gesamten Geschäftsjahr 2023 traten keine
bestandsgefährdenden Risiken für die VisualVest
auf. Die Analyse der Risikotragfähigkeit zeigt keine
auffälligen Entwicklungen, die nicht mit den
eingeleiteten Maßnahmen zu bewältigen waren. Die
Risikotragfähigkeit der VisualVest war jederzeit
sichergestellt. Alle Verlustobergrenzen wurden während
des Berichtszeitraums eingehalten. Für
geschäftliche und steuerliche Risiken wurden im
Jahresabschluss nach vernünftigem kaufmännischem
Ermessen Rückstellungen gebildet. Die
Zahlungsfähigkeit der VisualVest war zu keiner Zeit
gefährdet.
III. Prognosebericht
Der Prognosezeitraum bezieht sich auf das
Geschäftsjahr 2024.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, bedingt durch
den Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten und
Wachstumssorgen, will VisualVest konsequent Chancen
für eine positive Geschäftsentwicklung im
B2C-Bereich nutzen. VisualVest strebt eine kontinuierliche
Steigerung der Kundenanzahl und Optimierung der angebotenen
Services und deren Nutzerfreundlichkeit an. Darüber
hinaus ist von einer Zunahme der Assets under Management
auszugehen. Im B2B- sowie B2C4B-Bereich stehen darüber
hinaus die Weiterentwicklung und kontinuierliche
Optimierung der angebotenen Produkte und Services innerhalb
der Plattform im Fokus. Durch die Entwicklung
zusätzlicher Module, können Banken in ihrer
Beratung und Kundenansprache unterstützt und weitere
potentielle Zielgruppen und Geschäftspartner
erschlossen werden.
Aufgrund der verfolgten Wachstumsstrategie von
VisualVest rechnet die Gesellschaft im Jahr 2024 mit einem
positiven Ergebnis auf leicht höherem Niveau in
Höhe von rund 5,6 Mio. Euro und damit über dem
Ergebnis von 2023. Der Verwaltungsaufwand sollte sich in
2024 ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres bewegen,
34,8 Mio. Euro im Vergleich zu 35,8 Mio. Euro in 2023. Die
Gesellschaft kalkuliert zudem mit einem leicht gestiegenen
sonstigen betrieblichen Ergebnis in Höhe von rund 40,1
Mio. Euro. Gezielte Investitionen erfolgen vor allem in den
Ausbau der IT- und Entwicklungsabteilung sowie in die
Infrastruktur.
Frankfurt, den 24. Januar
2024
VisualVest GmbH
| Name |
| Markus Knetsch |
| Gabriel Placentra |
| Jörg Schmidt |
| Marco Zohren |
Bilanz zum 31. Dezember 2023 der VisualVest GmbH
AKTIVSEITE
|
|
|
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
EUR |
TEUR |
EUR |
EUR |
TEUR |
| 1 Forderungen an
Kreditinstitute |
|
|
|
|
|
| a) täglich
fällig |
|
|
21.551.046,62 |
|
18.994 |
| davon an verbundene
Unternehmen |
21.351.015,80 |
(i. Vj. 13.726) |
|
|
|
| b) andere
Forderungen |
|
|
3.171.350,00 |
24.722.396,62 |
2.392 |
| 2 Forderungen an
Kunden |
|
|
|
446.215,76 |
390 |
| 3 Immaterielle
Anlagewerte |
|
|
|
|
|
a) entgeltlich erworbene
Konzessionen,
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten |
|
|
9.538.092,58 |
|
8.878 |
| b) geleistete
Anzahlungen |
|
|
1.558.347,46 |
11.096.440,04 |
165 |
| 4 Sachanlagen |
|
|
|
33.958,86 |
51 |
| 5 Sonstige
Vermögensgegenstände |
|
|
|
38.585,91 |
24 |
| 6
Rechnungsabgrenzungsposten |
|
|
|
177.613,79 |
174 |
| Summe der Aktiva |
|
|
|
36.515.210,98 |
31.069 |
PASSIVSEITE
|
|
|
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
EUR |
TEUR |
EUR |
EUR |
TEUR |
| 1 Sonstige
Verbindlichkeiten |
|
|
|
3.609.169,24 |
3.166 |
| davon gegenüber
verbundenen Unternehmen |
2.560.116,65 |
(i. Vj. 2.065) |
|
|
|
| 2
Rückstellungen |
|
|
|
|
|
| a) andere
Rückstellungen |
|
|
4.381.041,74 |
4.381.041,74 |
2.378 |
| 3 Eigenkapital |
|
|
|
|
|
| a) gezeichnetes
Kapital |
|
|
25.000,00 |
|
25 |
| b)
Kapitalrücklage |
|
|
28.500.000,00 |
28.525.000,00 |
25.500 |
| Summe der Passiva |
|
|
|
36.515.210,98 |
31.069 |
Gewinn-
und Verlustrechnung der VisualVest GmbH für die Zeit
vom 01. Januar bis 31. Dezember 2023
|
|
|
|
|
2023 |
2022 |
|
EUR |
TEUR |
EUR |
EUR |
EUR |
TEUR |
1 Zinserträge aus
Kredit- und
Geldmarktgeschäften |
|
|
|
615.724,92 |
|
54 |
| 2 Zinsaufwendungen |
|
|
|
8.540,69 |
607.184,23 |
64 |
| 3
Provisionserträge |
|
|
|
417.769,60 |
|
366 |
| 4
Provisionsaufwendungen |
|
|
|
715.369,39 |
-297.599,79 |
726 |
| 5 Sonstige betriebliche
Erträge |
|
|
|
|
37.734.692,64 |
28.347 |
6 Allgemeine
Verwaltungsaufwendungen |
|
|
|
|
|
|
| a) Personalaufwand |
|
|
|
|
|
|
| aa) Löhne und
Gehälter |
|
|
10.255.473,25 |
|
|
4.674 |
ab) Soziale Abgaben und
Aufwendungen für
Altersversorgung und
für Unterstützung |
|
|
1.521.086,58 |
11.776.559,83 |
|
755 |
| darunter: für
Altersversorgung |
259.078,81 |
(i. Vj. 145) |
|
|
|
|
| b) andere
Verwaltungsaufwendungen |
|
|
|
20.197.488,61 |
31.974.048,44 |
17.077 |
7 Abschreibungen und
Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte
und Sachanlagen |
|
|
|
|
3.818.758,19 |
3.635 |
8 Sonstige betriebliche
Aufwendungen |
|
|
|
|
5.007,89 |
6 |
9 Ergebnis der normalen
Geschäftstätigkeit |
|
|
|
|
2.246.462,56 |
1.830 |
10 Auf Grund einer
Gewinngemeinschaft, eines
Gewinnabführungs- oder eines
Teilgewinnabführungsvertrags
abgeführte Gewinne |
|
|
|
|
2.246.462,56 |
1.830 |
| 11
Jahresüberschuss |
|
|
|
|
0,00 |
0 |
Anhang
Allgemeine Angaben
Grundlagen zur Aufstellung des
Abschlusses
Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr
2023 ist unter Anwendung der Vorschriften des
Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die
Rechnungslegung der Kreditinstitute und
Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) sowie des
GmbH-Gesetzes aufgestellt.
Der Einzelabschluss der Gesellschaft wird in den
Konzernabschluss der Union Asset Management Holding AG,
Frankfurt am Main, einbezogen, die den Konzernabschluss
für den kleinsten Kreis einzubeziehender Unternehmen
aufstellt. Die Union Asset Management Holding AG wird unter
der Nummer HRB 47289 im Handelsregister des Amtsgerichts
Frankfurt am Main geführt. Der Konzernabschluss der
Union Asset Management Holding AG wird in den
Konzernabschluss der DZ BANK AG Deutsche
Zentral-Genossenschafts-bank, Frankfurt am Main,
einbezogen. Diese stellt den Konzernabschluss für den
größten Kreis einzubeziehender Unternehmen auf
und wird unter der Nummer HRB 45651 im Handelsregister des
Amtsgerichts Frankfurt am Main geführt. Der
Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger
veröffentlicht und ist bei der DZ BANK AG
erhältlich.
Die VisualVest GmbH ist Teil der DZ BANK Gruppe. In
bestimmten Rechtsordnungen, in denen die DZ BANK Gruppe
tätig ist, wurden Gesetze zur globalen
Mindestbesteuerung (BEPS 2.0 Pillar 2) erlassen oder
inhaltlich umgesetzt. In Deutschland erfolgt die Umsetzung
im Rahmen des Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie (EU)
2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen
Mindestbesteuerung und weiterer Begleitmaßnahmen, das
am 27.12.2023 im Bundesgesetzblatt veröffentlich
wurde. Das Gesetz tritt für das am 1. Januar 2024
beginnende Geschäftsjahr des Konzerns in Kraft. Der
Konzern fällt in den Geltungsbereich der erlassenen
oder materiell-rechtlich umgesetzten Rechtsvorschriften und
hat eine Bewertung der potenziellen Betroffenheit des
Konzerns von der globalen Mindestbesteuerung vorgenommen.
Die VisualVest GmbH ist Teil der Mindeststeuergruppe
gemäß § 3 Abs. 1 MinStG mit der DZ BANK AG
als oberste Muttergesellschaft und Gruppenträger. Der
Gruppenträger schuldet die Mindeststeuer nach dem
MinStG und hat den Mindeststeuer-Bericht sowie die
entsprechende Steuererklärung im Inland abzugeben. Die
DZ BANK Gruppe erwartet aus Konzernsicht ein lediglich
unwesentliches Ertragsteuerrisiko aus der globalen
Mindestbesteuerung.
Die VisualVest GmbH, mit Sitz in Frankfurt am Main,
wird im Registergericht des Amtsgerichts Frankfurt am Main
unter der Registernummer HRB 101346 geführt.
Alle Beträge sind gemäß § 244
HGB in Euro angegeben.
Posten der Bilanz oder der Gewinn- und
Verlustrechnung, die keinen Betrag ausweisen, werden nicht
aufgeführt, es sei denn, dass im vorhergehenden
Geschäftsjahr unter diesen Posten ein Betrag
ausgewiesen wurde.
Sofern nicht abweichend gekennzeichnet, sind alle
Beträge in Tausend Euro (TEUR) dargestellt.
Beträge unter 500.000,00 Euro werden als 0 TEUR
angegeben; sofern ein Posten 0,00 Euro beträgt, wird
dieser mit einem Strich gekennzeichnet. Es wird
kaufmännisch gerundet. Hierdurch können sich bei
der Bildung von Summen und bei der Berechnung von
Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.
Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag
angesetzt.
Immaterielle Anlagewerte und
Sachanlagen
Die Bilanzierung der immateriellen Anlagewerte und
Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- beziehungsweise
Herstellungskosten, vermindert um planmäßige
lineare Abschreibungen entsprechend der
betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und soweit
erforderlich um außerplanmäßige
Abschreibungen. Selbständig nutzbare, bewegliche
Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit
Anschaffungskosten von 50,01 Euro bis 800,00 Euro werden im
Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben.
Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten
bis zu 50,00 Euro sind unmittelbar im Aufwand gebucht.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem
Erfüllungsbetrag passiviert.
Rückstellungen
Die anderen Rückstellungen werden nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in
Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrags für
ungewisse Verbindlichkeiten oder für drohende Verluste
aus schwebenden Geschäften gebildet.
Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem
Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden
durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben
Geschäftsjahre abgezinst, der von der Deutschen
Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird. Erträge
aus der Abzinsung beziehungsweise Aufwendungen aus der
Aufzinsung von Rückstellungen, Erfolge aus der
Änderung der Abzinsungssätze sowie der
Schätzung der Restlaufzeiten werden unter den
Sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise den
Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Bei der
Ermittlung der Aufwendungen und Erträge aus
Aufzinsungs- und Zinsänderungseffekten wird davon
ausgegangen, dass eine Änderung des Abzinsungssatzes
erst zum Ende der Periode eintritt, so dass der
Nominalbetrag der Verpflichtung mit dem Zinssatz zu Beginn
der Periode aufgezinst wird. Entsprechendes gilt für
eine Veränderung des Verpflichtungsumfangs. In Bezug
auf den Verbrauch von Rückstellungen wird die Annahme
getroffen, dass dieser ebenfalls erst zum Ende der
jeweiligen Periode erfolgt.
Fremdwährungsposten
Die Währungsumrechnung erfolgt auf Basis des
§ 340h in Verbindung mit § 256a HGB. Auf fremde
Währung lautende Forderungen und Verbindlichkeiten
werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag
umgerechnet. Die Bewertungseffekte aus diesen
Geschäften werden in den Sonstigen betrieblichen
Erträgen beziehungsweise Sonstigen betrieblichen
Aufwendungen ausgewiesen. Handelsgeschäfte werden
nicht getätigt. Erträge und Aufwendungen in
Fremdwährung werden grundsätzlich mit dem
Stichtagskurs zum Zeitpunkt ihrer ergebniswirksamen
Erfassung umgerechnet.
Latente Steuern
Aufgrund der ertragsteuerlichen Organschaft der
VisualVest GmbH zum Organträger Union Asset Management
Holding AG werden die latenten Steuern auf die
inländischen temporären Differenzen der
VisualVest GmbH auf Ebene des Organträgers
ausgewiesen, sodass die Anhangangaben zu den latenten
Steuern der Gesellschaft ebenfalls dort erfolgen.
Erläuterungen zur Bilanz
Aktivseite
Forderungen an Kreditinstitute
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
TEUR |
TEUR |
| Forderungen an
verbundene Unternehmen |
21.351 |
13.726 |
| täglich
fällig |
21.351 |
13.726 |
| Forderungen an
angeschlossene Kreditistitute |
3.371 |
7.660 |
| täglich
fällig |
200 |
5.268 |
| bis 3 Monate |
3.171 |
2.392 |
| Gesamt |
24.722 |
21.386 |
Forderungen an Kunden
Die Forderungen an Kunden sind innerhalb von drei
Monaten fällig.
Entwicklung des
Anlagevermögens
|
Immaterielle
Anlagewerte |
Sachanlagen |
Gesamt |
|
TEUR |
TEUR |
TEUR |
| Historische
Anschaffungskosten zum 01.01.2023 |
22.567 |
289 |
22.856 |
| Zugänge im
Geschäftsjahr |
5.835 |
20 |
5.855 |
| Abgänge im
Geschäftsjahr |
- |
39 |
39 |
| Umbuchungen im
Geschäftsjahr |
- |
- |
- |
| Anschaffungskosten zum
31.12.2023 |
28.402 |
270 |
28.672 |
| Kumulierte
Abschreibungen zum 01.01.2023 |
13.523 |
238 |
13.761 |
| Abschreibungen des
Geschäftsjahres |
3.782 |
37 |
3.819 |
| Zuschreibungen des
Geschäftsjahres |
- |
- |
- |
| Änderungen aus
Zugängen |
- |
- |
- |
| Änderungen aus
Abgängen |
- |
38 |
38 |
| Umbuchungen im
Geschäftsjahr |
- |
- |
- |
| Kumulierte
Abschreibungen zum 31.12.2023 |
17.305 |
236 |
17.541 |
| Buchwert zum
31.12.2023 |
11.096 |
34 |
11.130 |
Der ausgewiesene Bilanzwert der Sachanlagen
entspricht vollständig dem Wert der Betriebs- und
Geschäftsausstattung.
Sonstige
Vermögensgegenstände
Die sonstigen Vermögensgegenstände setzen
sich wie folgt zusammen:
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
TEUR |
TEUR |
| Union Asset Management
Holding AG (Ertragssteuern) |
21 |
- |
| Reisetätigkeit |
16 |
4 |
| Sonstige |
2 |
20 |
| Gesamt |
39 |
24 |
Passivseite
Sonstige Verbindlichkeiten
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
TEUR |
TEUR |
| Union Asset Management
Holding AG (Gewinnabführung) |
2.246 |
1.830 |
| Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen |
915 |
1.030 |
| Union Asset Management
Holding AG (Umsatzsteuerumlage) |
314 |
235 |
| Finanzamt Frankfurt am
Main (Lohn- und Kirchensteuer) |
134 |
72 |
| Sonstige |
0 |
0 |
| Gesamt |
3.609 |
3.166 |
Fremdwährung
Zum Stichtag bestehen keine auf Fremdwährung
lautenden Vermögensgegenstände und Schulden.
Rückstellungen
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
TEUR |
TEUR |
| Personalbereich |
3.756 |
1.825 |
| Nicht abgerechnete
Leistungen |
267 |
211 |
| Prüfung
Jahresabschluss |
143 |
134 |
| Miete und
Mietnebenkosten |
89 |
52 |
|
Aufbewahrungspflichten |
78 |
121 |
| Sonstige |
49 |
36 |
| Gesamt |
4.381 |
2.378 |
Die Rückstellungen im Personalbereich stellen
sich wie folgt dar:
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
TEUR |
TEUR |
| Sonderzahlungen |
3.333 |
1.600 |
| Long Term Incentive Plan
(LTIP) |
218 |
117 |
|
Urlaubsrückstände |
124 |
76 |
| Sonstige |
81 |
32 |
| Gesamt |
3.756 |
1.825 |
Entwicklung des Eigenkapitals
|
Gezeichnetes
Kapital |
Kapitalrücklage |
Gewinnrücklage |
Bilanzgewinn |
Gesamt |
|
TEUR |
TEUR |
TEUR |
TEUR |
TEUR |
| Stand zum
01.01.2023 |
25 |
25.500 |
- |
- |
25.525 |
| Zuführung |
- |
3.000 |
- |
- |
3.000 |
| Jahresergebnis 2023 |
- |
- |
- |
2.246 |
2.246 |
| Ergebnisabführung
2023 |
- |
- |
- |
-2.246 |
-2.246 |
| Stand zum
31.12.2023 |
25 |
28.500 |
- |
- |
28.525 |
Sonstige finanzielle
Verpflichtungen
An sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen
gemäß § 285 Nr. 3a HGB Verpflichtungen aus
Kfz-Leasingverträgen in Höhe von 92 TEUR.
Erläuterungen zur Gewinn- und
Verlustrechnung
Provisionserträge
Der Posten Provisionserträge enthält
Erträge aus Online Beratung in Höhe von 418
TEuro.
Provisionsaufwendungen
|
2023 |
2022 |
|
TEUR |
TEUR |
| Aufwand für
gruppeninterne Leistungsverrechnung |
679 |
701 |
|
Wertpapiergeschäft |
32 |
23 |
| Sonstige |
4 |
3 |
| Gesamt |
715 |
726 |
Die Aufwendungen für Leistungsverrechnungen
stellen sich wie folgt dar:
| Tätigkeit |
Gesellschaft |
2023 |
2022 |
|
|
TEUR |
TEUR |
| Fondsmanagement |
Union Investment
Institutional GmbH |
371 |
357 |
| Vertriebsleistungen |
Union Investment Service
Bank AG |
308 |
344 |
| Gesamt |
|
679 |
701 |
Sonstige betriebliche Erträge
|
2023 |
2022 |
|
TEUR |
TEUR |
| Erträge aus
gruppeninterner Leistungsverrechnung |
18.257 |
16.127 |
| davon
Servicegebühr |
13.942 |
12.742 |
| davon Forschung und
Entwicklung |
3.101 |
3.252 |
| davon Digitale
Vertriebswege |
825 |
- |
| davon Marketings und
Vertriebsunterstützung |
389 |
- |
| davon Onboarding
Fee |
- |
133 |
| Erträge aus
konzerninterner Sachkostenverrechnung |
15.300 |
8.996 |
| Erträge
Bankindividuelle Steuerung (BIS) |
2.597 |
2.003 |
| Erträge aus
EDV-Dienstleistungen |
967 |
1.161 |
| Aktivierung interne
Personentage |
537 |
- |
| Sonstige |
78 |
59 |
| Gesamt |
37.735 |
28.347 |
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
|
2023 |
2022 |
|
TEUR |
TEUR |
|
Personalaufwendungen |
11.777 |
5.429 |
| Gehälter |
10.255 |
4.674 |
| Aufwendungen für
Altersversorgung und soziale Abgaben |
1.521 |
755 |
| Andere
Verwaltungsaufwendungen |
20.197 |
17.077 |
| Prüfungs- und
Beratungsleistungen |
8.383 |
7.636 |
| IT-Kosten |
4.345 |
3.874 |
| Leistungsverrechnung
Union Investment Gruppe |
3.206 |
2.358 |
|
Öffentlichkeitsarbeit/Marketing |
1.622 |
1.324 |
|
Grundstücksaufwendungen/Raumkosten |
1.395 |
1.188 |
| Bürobetrieb |
609 |
437 |
| Laufende Honorare |
347 |
173 |
| Sonstige |
291 |
86 |
| Gesamt |
31.974 |
22.506 |
Die Aufwendungen für Beratungsleistungen und
IT-Kosten beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für
die Weiterentwicklung und Modularisierungen der
Online-Plattform.
Die Aufwendungen im Bereich
Öffentlichkeitsarbeit und Marketing stehen
überwiegend im Zusammenhang mit dem Werbeauftritt der
Gesellschaft in den sozialen Netzwerken und dem
Affiliate-Marketing mittels Online-Suchmaschinen.
Die Aufwendungen für Leistungsverrechnungen
innerhalb der Union Investment Gruppe beinhalten im
Wesentlichen folgende Positionen:
| Tätigkeit |
Gesellschaft |
2023 |
2022 |
|
|
TEUR |
TEUR |
| IT-Dienstleistungen |
Union IT-Services
GmbH |
1.448 |
765 |
| Stabsleistungen |
Union Asset Management
Holding AG |
1.231 |
1.154 |
| Personal |
Union
Service-Gesellschaft mbH |
326 |
256 |
|
Union Investment
Institutional GmbH |
|
|
| Fondsservices |
Union
Service-Gesellschaft mbH |
168 |
168 |
| Aufwand Miete
BGA/SW |
Union Asset Management
Holding AG |
33 |
15 |
| Gesamt |
|
3.206 |
2.358 |
Die rechtliche Grundlage für die internen
Leistungsverrechnungen bildet der Konzernrahmenvertrag
Sonstige betriebliche Aufwendungen
In der Position sind Aufwendungen aus der
Währungsumrechnung in Höhe von 1 TEuro enthalten.
Sonstige Angaben
Anzahl der durchschnittlich
beschäftigten Mitarbeiter
|
Weiblich |
Männlich |
Gesamt |
|
Vollzeitbeschäftigte |
22,5 |
56,5 |
79,0 |
|
Teilzeitbeschäftigte |
7,8 |
3,0 |
10,8 |
| Gesamt |
30,3 |
59,5 |
89,8 |
Angaben zum
Abschlussprüferhonorar
Auf die Angabe des von dem Abschlussprüfer
berechneten Gesamthonorars wird gemäß § 285
Nr.17 HGB verzichtet.
Bezüge des Aufsichtsrates und der
Geschäftsführung
Die Bezüge des Aufsichtsrates betragen im
Berichtszeitraum 9 TEuro. Die Vergütung der
Geschäftsführung beträgt im
Geschäftsjahr 967 TEuro. Bei
Mehrfachbeschäftigung werden die Vergütungen nur
in der Gesellschaft ausgewiesen, bei der sie auch
aufwandswirksam erfasst sind. Im Berichtsjahr bestanden
keine Bezüge von ehemaligen Mitgliedern des
Aufsichtsrates beziehungsweise der
Geschäftsführung gemäß § 285 Nr.
9b HGB.
Aufsichtsrat
| Name |
Position |
Beruf |
| Giovanni Gay |
Vorsitzender |
Mitglied des
Vorstands, |
|
|
Union Asset Management
Holding AG, |
|
|
Frankfurt am Main |
| Stephan Nasterlack |
Stv. Vorsitzender |
Mitglied der
Geschäftsführung, |
|
|
Union IT-Services
GmbH, |
|
|
Frankfurt am Main |
| Dirk Kannacher |
Mitglied |
Mitglied des
Vorstands, |
|
|
GLS Gemeinschaftsbank
eG |
|
|
Bochum |
| Christoph
Pöhlsen |
Mitglied |
Mitglied des
Vorstands, |
|
(seit 1. Juli 2023) |
Union Investment Service
Bank AG, |
|
|
Frankfurt am Main |
| Barbara Resch |
Mitglied |
Mitglied des
Vorstands, |
|
(bis 30. Juni 2023) |
Union Investment Service
Bank AG, |
|
|
Frankfurt am Main |
| Stefan Schindler |
Mitglied |
Vorsitzender des
Vorstands, |
|
|
Sparda-Bank
Nürnberg eG, |
|
|
Nürnberg |
| Leif
Schönstedt |
Mitglied |
Mitglied der
Geschäftsführung, |
|
|
Union Investment
Institutional GmbH, |
|
|
Frankfurt am Main |
| Eberhard Spies |
Mitglied |
Vorsitzender des
Vorstands, |
|
|
VR Bank Heilbronn
Schwäbisch Hall eG |
|
|
Schwäbisch
Hall |
Geschäftsführer
| Name |
Beruf |
| Markus Knetsch |
Mitglied der
Geschäftsführung |
| Gabriel Placentra |
Mitglied der
Geschäftsführung |
| Jörg Schmidt |
Mitglied der
Geschäftsführung |
| Marco Zohren |
Mitglied der
Geschäftsführung |
Gesellschafter
Das Stammkapital der Gesellschaft per 31. Dezember
2023 beträgt 25 TEuro. Alleinige Gesellschafterin ist
die Union Asset Management Holding AG,
Weißfrauenstraße 7, 60311 Frankfurt am Main.
Gewinnverwendungsvorschlag
Gemäß § 2 des
Gewinnabführungsvertrages vom 31. März 2015 in
der Fassung vom 15. Juni 2020 zwischen der Union Asset
Management Holding AG und der VisualVest GmbH wird der
Gewinn in Höhe von 2.246 TEuro an die Union Asset
Management Holding AG abgeführt.
Nachtragsbericht
Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich
nach dem Geschäftsjahresabschluss nicht ereignet.
Datum / Unterschriften
Frankfurt am Main, den 24.
Januar 2024
VisualVest GmbH
| Name |
| Markus Knetsch |
| Gabriel Placentra |
| Jörg Schmidt |
| Marco Zohren |
BESTÄTIGUNGSVERMERK
DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die VisualVest GmbH, Frankfurt am Main
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der VisualVest GmbH,
Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31.
Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für
das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember
2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung
der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der
VisualVest GmbH für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und
vermittelt unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum
31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für
das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31.
Dezember 2023 und
|
| ― |
vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der
Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen
steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, entspricht den deutschen
gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
dar.
|
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die
Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen
unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen
Vertreter und des Aufsichtsrats für den
Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den
deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen
wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen
wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen
im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und
führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf
diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher
als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt
werden, da dolose Handlungen kollusives
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen
interner Kontrollen beinhalten können.
|
| ― |
gewinnen wir ein
Verständnis von dem für die Prüfung
des Jahresabschlusses relevanten internen
Kontrollsystem und den für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme
der Gesellschaft abzugeben.
|
| ― |
beurteilen wir die
Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die
Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten geschätzten Werte und damit
zusammenhängenden Angaben.
|
| ― |
ziehen wir Schlussfolgerungen
über die Angemessenheit des von den gesetzlichen
Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung
der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.
Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir
verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im
Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen
unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis
zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse
oder Gegebenheiten können jedoch dazu
führen, dass die Gesellschaft ihre
Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen
kann.
|
| ― |
beurteilen wir Darstellung,
Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt
einschließlich der Angaben sowie ob der
Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung
der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt.
|
| ― |
beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild
von der Lage der Gesellschaft.
|
| ― |
führen wir
Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben
im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender
geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir
dabei insbesondere die den zukunftsorientierten
Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde
gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die
sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten
Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges
Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten
Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen
geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches
unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse
wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
|
Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie
bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 30.
Januar 2024
PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Andre Hütig |
ppa. Claudia Ullmer |
|
Wirtschaftsprüfer |
Wirtschaftsprüferin |
Bericht des Aufsichtsrates
Der Aufsichtsrat ließ sich während des
Geschäftsjahres 2023 in Erfüllung seiner
gesetzlichen und satzungsgemäßen Aufgabe
insbesondere in zwei Sitzungen von der
Geschäftsführung über die allgemeine
Geschäftsentwicklung, wichtige Einzelvorgänge und
die personelle Entwicklung berichten.
Ereignisse und Maßnahmen von besonderer
Bedeutung wurden vor allem im Rahmen der
turnusmäßigen Sitzungen behandelt. Soweit
notwendig, wurden Einzelfälle gesondert beraten.
Die Geschäftsführung hat den
Jahresabschluss und den Lagebericht aufgestellt und dem
Abschlussprüfer zur Prüfung vorgelegt. Durch die
Gesellschafterversammlung am 7. Februar 2023 war PWC GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main,
zum Abschlussprüfer gewählt und
anschließend vom Aufsichtsrat mit der Prüfung
beauftragt worden. Die Gesellschaft hat den Jahresabschluss
und den Lagebericht geprüft und den
uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.
Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen in Anwesenheit des
Wirtschaftsprüfers eingehend geprüft. Es ergaben
sich keine Einwendungen.
Ausgehend von der in § 107 Abs. 3 Satz 2 AktG
kodifizierten Verpflichtung des Aufsichtsrates zur
Überwachung der Qualität der
Abschlussprüfung befasste sich der Aufsichtsrat 2023
intensiv mit geeigneten Beurteilungskriterien und
verabschiedete entsprechende Leitlinien.
Zur Überwachung der Qualität der
Abschlussprüfung im Jahr 2023 hat der Aufsichtsrat die
PricewaterhouseCoopers GmbH um einen Qualitätsbericht
gebeten, in dem die von der Prüfungsgesellschaft
getroffenen Prozesse und Maßnahmen zur
Qualitätssicherung, u.a. zur Auftragsannahme und
-fortführung sowie zur unabhängigen
auftragsbegleitenden Qualitätssicherung,
erläutert werden. Außerdem beurteilte der
Aufsichtsrat selbst die Qualität der
Abschlussprüfung anhand der von ihm zuvor
beschlossenen Indikatoren.
Der Aufsichtsrat empfiehlt der
Gesellschafterversammlung, den vorgelegten Jahresabschluss
festzustellen.
Frankfurt am Main, den 5.
Februar 2024
| Der Aufsichtsrat |
| Giovanni Gay |
| - Vorsitzender |
Beschlussfassung über die
Feststellung des Jahresabschlusses 2023 und die Verwendung
des Ergebnisses
Die Gesellschafterversammlung der VisualVest GmbH hat
am 05. Februar 2024 den Jahresabschluss für das
Geschäftsjahr 2023 festgestellt.
Der Jahresüberschuss in Höhe von
2.246.462,56 EUR wurde auf Grundlage eines Beherrschungs-
und Gewinnabführungsvertrags an die Union Asset
Management Holding AG abgeführt.
|