Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 101346
Eingetragen
2.2.2015
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem AnteilsbesitzManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Gegenstand
das Betreiben von Geschäften, die darauf gerichtet sind, Finanzinstrumente, insbesondere Anteile an Investmentvermögen, die von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft oder im Rahmen eines im Inland zulässigen Vertriebs von einer ausländischen Investmentgesellschaft ausgegeben worden sind, im fremden Namen und für fremde Rechnung anzuschaffen oder zu veräußern, Anlageberatungs- und Anlagevermittlungstätigkeiten in Bezug auf oben genannte Finanzinstrumente zu erbringen, einzelne in oben genannte Finanzinstrumente angelegte Vermögen für andere mit Entscheidungsspielraum zu verwalten sowie sonstige mit den vorgenannten Geschäften unmittelbar verbundene Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Joanna Rautenberg
seit 24.10.2025
Prokura
Katja Speck
seit 15.4.2025
Geschäftsführer
Sebastian Tusch
seit 5.4.2024
Prokura
Jörg Schmidt
seit 6.2.2023
Geschäftsführer
Marco Zohren
seit 30.10.2022
Geschäftsführer
Daniel Seidler
seit 19.1.2022
Prokura
Margit Lehwalder
seit 19.1.2022
Prokura
Mario Beck
seit 1.7.2020
Prokura
Tina Brügmann
seit 26.7.2017
Prokura
Stefan Dr. Mai
seit 24.11.2015
Prokura
Stefan Kittan
seit 24.11.2015
Prokura
Peter Schulte
seit 28.4.2015
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Union Asset Management Holding AG
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

VisualVest GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Hinweis


Der nachfolgende Lagebericht sollte im Kontext mit den geprüften Finanzdaten und den Anhangsangaben, die an anderer Stelle stehen, gelesen werden. Der Lagebericht enthält auch in die Zukunft gerichtete Aussagen, also Aussagen, die nicht auf historischen Tatsachen, sondern auf aktuellen Planungen, Annahmen und Schätzungen beruhen. Zukunftsaussagen sind immer für den Zeitpunkt gültig, zu dem sie gemacht werden. VisualVest übernimmt keine Verpflichtung, diese beim Auftreten neuer Informationen zu überarbeiten. Zukunftsaussagen unterliegen immer Risiken und Unsicherheiten. Diesbezüglich ist deutlich darauf hinzuweisen, dass eine Reihe von Faktoren die tatsächlichen Ereignisse dahingehend beeinflussen können, dass diese von den prognostizierten wesentlich abweichen. Aus aktueller Sicht wesentliche Faktoren sind im Abschnitt Prognose-, Chancen- und Risikobericht und in weiteren Teilen dieses Berichts beschrieben.


Hinweis: Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben, usw.) auftreten.

Lagebericht 2023

A Grundlagen der Gesellschaft


Die Gesellschaft VisualVest bietet ein digitales Vermögensverwaltungsangebot an. Mithilfe des Robo Advisors von VisualVest können Anleger online in breit gestreute Portfolios aus Investmentfonds investieren. Auf Basis wissenschaftlicher Modelle wird dabei das individuelle Chancen-Risiko-Profil sowie darauf aufbauend eine Anlagestrategie entwickelt und umgesetzt.


VisualVest ist ein von der BaFin lizenziertes Wertpapierinstitut mit den erlaubnispflichtigen Tätigkeiten "Anlageberatung" nach § 2 Abs. 2 Nr. 4 WpIG, "Finanzportfolioverwaltung" nach § 2 Abs. 2 Nr. 9 WpIG, "Anlagevermittlung" nach § 2 Abs. 2 Nr. 3 WpIG und "Abschlussvermittlung" nach § 2 Abs. 2 Nr. 5 WpIG und unterliegt den entsprechenden Regulierungen. Nach den Einstufungskriterien gemäß Art. 12 IFR wird die VisualVest als "mittleres" Wertpapierinstitut eingestuft.


Das Geschäftsmodell der Gesellschaft besteht aus vier Säulen. Über die Online-Plattform von VisualVest werden erstens Privatkunden direkt angesprochen. Die Zielgruppen sowie das Produktangebot sind dabei so definiert, dass keine Konkurrenzsituation zum bestehenden exklusiven Markenauftritt der Genossenschaftlichen Finanz-Gruppe und der Positionierung von Union Investment entsteht. Die zweite Säule stellt der Ausbau und die Lizensierung der Plattform "vestHUB" dar. Ziel ist es, neben dem VisualVest-Privatkundengeschäft die Plattform stetig um zusätzliche Module zu erweitern, beispielsweise die White-Label-Lösung "MeinInvest" oder "Bankindividuelle Steuerung" für die Genossenschaftliche FinanzGruppe. Drittens werden zudem innerhalb des Geschäftsbereichs "B2C4B" Unterstützungsleistungen für die Primärbanken bei der Besetzung der Kundenschnittstelle entwickelt und angeboten. Innerhalb der Union Investment Gruppe hat VisualVest viertens die Rolle als Forschungslabor inne. In diesem Rahmen werden über VisualVest mit einem Start-Up-ähnlichen Vorgehen Erfahrungen in Vertriebswegen und mit Kundensegmenten gesammelt.


Die VisualVest GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Union Asset Management Holding AG und damit Teil der Union Investment Gruppe.

Die Union Investment Gruppe besteht aus verschiedenen Einzelgesellschaften mit der Union Asset Management Holding AG (UMH) als Führungsgesellschaft. Das aktuelle Beteiligungsportfolio der UMH enthält 19 Unternehmen. 1 Die bedeutendsten Beteiligungen des Union Investment-Portfolios lassen sich untergliedern nach:

Kapitalverwaltungsgesellschaften im In- und Ausland:
Bündelung der Asset Management-Kompetenz für unterschiedliche Managementstile, Assetklassen oder regionale Kapitalmärkte.

Wertpapierinstitute/-firmen im In- und Ausland:
Angebot differenzierter Portfoliomanagement-, Anlageberatungs-, Fondsbrokerage-, Vertriebs- und Betreuungsleistungen sowie Bereitstellung von Investmentdepots.

Finanzunternehmen:
Übernahme und Verwaltung von Beteiligungen zum Erwerb von Immobilien, Vertriebsunterstützungsleistungen.

Anbieter von Nebendienstleistungen:
Bereitstellung von Dienstleistungen aus den Bereichen Fondsadministration und Infrastruktur sowie Ankauf, Verkauf und Bewirtschaftung von Immobilien.

1 Umfasst die im Konsolidierungskreis des UMH Konzerns enthaltenen Unternehmen, Stand 31.12.2023.


Im Einzelnen handelt es sich um folgende Gesellschaften:


Im Außenverhältnis erfolgt die Führung der Union Investment Gruppe über die einzelnen Gesellschaften als juristische Personen. Im Innenverhältnis ist das Steuerungskonzept von Union Investment durch eine durchgängige gesellschafts- und standortübergreifende Organisation nach Segmenten gekennzeichnet. Die Kernkompetenzfelder Marktbearbeitung und Portfoliomanagement sind jeweils in zwei Segmenten organisiert: Segmente Privatkunden und Institutionelle Kunden sowie Segmente Portfoliomanagement und Immobilien. Darüber hinaus gibt es die Segmente Fondsdienstleistungen (Fondsadministration, Investmentdepotgeschäft, Fondsbrokerage) und Infrastruktur (IT, Strategischer Einkauf, Business Services, Projektmanagement).


Die Gesellschaften der Union Investment Gruppe werden grundsätzlich den Segmenten zugeordnet. Zum Teil erfolgt dabei die Aufteilung einzelner Einheiten einer Gesellschaft auf jeweils unterschiedliche Segmente. Ausnahmen hiervon bilden aufgrund ihrer Eigentümerstruktur nicht-integrierte Gesellschaften wie Joint Ventures (zum Beispiel BEA Union Investment) sowie Union Investment-Beteiligungen, bei denen aufgrund ihres Geschäftsmodells oder anderer Kriterien eine eigenständige Führung vorteilhaft ist (zum Beispiel die Unternehmen der ZBI-Gruppe). Diese Gesellschaften werden über das jeweilige Aufsichtsgremium gesteuert.

B Wirtschaftsbericht

I. Gesamtwirtschaftliches Umfeld und Branchenentwicklung

Kapitalmarktentwicklung


Eine zunächst robuster als erwartete und sich im weiteren Jahresverlauf abschwächende globale Konjunktur, eine rückläufige Inflation und Notenbanken, die nach weiteren Leitzinserhöhungen bis zum Sommer ab Herbst die Hoffnungen auf Zinssenkungen im kommenden Jahr schürten, prägten das Kapitalmarktumfeld 2023. Die Bankenkrise im Frühjahr, Notenbanken im geldpolitischen Straffungsmodus und die geopolitische Eskalation im Nahen Osten sorgten jeweils nur kurzzeitig für Verunsicherung. Als Treiber für Aktien wirkte zusätzlich die Perspektive auf Produktivitätsgewinne durch Künstliche-Intelligenz-Anwendungen. Neben steigenden Kursen an den Anleihemärkten verzeichneten viele Aktienindizes und auch der Goldpreis kurz vor dem Jahresende neue Allzeithöchststände. Die schwache globale Wachstumsdynamik und das Ausbleiben eines chinesischen Wachstumsimpulses lasteten hingegen auf chinesischen Aktien und den Preisen von Energieroh-stoffen und konjunktursensitiven Metallen.

Das Kapitalmarktumfeld in 2023 spiegelte sich auch in der Wertentwicklung der 14 angebotenen Portfoliostrukturen von VisualVest wider. Auf Jahressicht wiesen alle Portfolios von VisualVest eine positive Wertentwicklung auf. Die Wertentwicklung der VestFolios lag zwischen 5,6 und 12,5 Prozent. Die der GreenFolios reichte von 6,4 bis 14,9 Prozent. 2

Branchenentwicklung


Die FinTech-Branche in Deutschland ist ein dynamisch wachsender Markt, aus dem sich kontinuierlich neue Geschäftsmodelle und Segmente herausbilden. Das Teil-Segment Robo Advisor beschreibt FinTechs, welche eine digitale Vermögensverwaltung und somit eine der zentralen Funktionen von Finanzdienstleistungen anbieten.


Der Robo Advisor-Markt in Deutschland wächst wie die gesamte FinTech-Branche sehr dynamisch. Gegenwärtig sind knapp über 30 Anbieter am deutschen Markt aktiv. Darunter befinden sich Robo Advisor von Startups, etablierten Banken sowie von klassischen Vermögensverwaltungen.


Ungeachtet der Wachstumsperspektiven rein digitaler Angebote, treffen insbesondere auch Hybridlösungen der Vermögensverwaltung auf eine steigende Kundennachfrage. Hierbei sind menschliche Interaktionen in den Anlageberatungsprozess inbegriffen, die als eine Ergänzung zu den teil- bzw. vollautomatisierten Softwarelösungen dienen. Etablierte Finanz-dienstleister erweitern so kosteneffizient ihre Vertriebskanäle, neben klassischen Beratungsformen.

2 Quelle: VisualVest, Stand: 30.12.2023, Performancezahlen ohne Berücksichtigung der Servicegebühr

II. Geschäftspolitische Rahmenbedingungen


Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) war in den vergangenen Jahren durch eine Niedrigzinspolitik geprägt. Die Corona-Pandemie und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sorgten für eine steigende Inflation. Zinsen und Inflation beeinflussen sich gegenseitig.


Im November 2023 hat die Europäischen Zentralbank (EZB) ihren Finanzstabilitätsbericht aktualisiert und vor einem fragilen Finanzsystem im Euroraum gewarnt. Auch die etwas rückläufige Inflationsentwicklung gibt einschätzungsgemäß keinen Grund zur Entwarnung.


Um der Inflation angemessen zu begegnen, hat die EZB ihre Leitzinsen im Zeitraum von Juli 2022 bis September 2023 insgesamt zehn Mal erhöht. Der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität liegen zum Jahresende bei 4,50 %, 4,75 % bzw. 4,00 %.


Aufgrund der hohen Zinssätze ergeben sich für Unternehmen und private Haushalte gestiegenen Finanzierungskosten, was die Inlandsnachfrage reduziert. Die Indikatoren zum Wirtschaftswachstum deuten darauf hin, dass Konsumausgaben und Investitionen teilweise zurückgestellt werden, was sich negativ auf das Bruttoinlandsprodukt auswirkt.

III. Geschäftsverlauf


Das Geschäftsmodell von VisualVest basiert auf vier Säulen:


1. VisualVest Privatkundengeschäft


2. Ausbau und Lizensierung der Plattform


3. Forschungs- und Entwicklungsauftrag


4. B2C4B


Diese vier Geschäftsbereiche wurden im letzten Jahr konsequent ausgebaut und weiterentwickelt:

Entwicklung der Plattformbestände


Auf der vestHUB-Plattform von VisualVest wurden produktübergreifend zum 31.12.2023 rd. 13,5 Mrd. Euro verwaltet. Gegenüber dem Vorjahresbestand in Höhe von rd. 7,6 Mrd. Euro entspricht dies einem Wachstum von rd. 78 %. Auch die Anzahl der Kunden, die die Vermögensverwaltungsplattform vestHUB produktübergreifend nutzen, hat sich im Vergleich zum Vorjahr (rd. 360.000) um rd. 38 % auf ca. 500.000 erhöht.


Das Wachstum der verwalteten Gelder speist sich weiterhin übergreifend aus allen auf der Plattform angebotenen Produktformaten.

VisualVest Privatkundengeschäft


VisualVest ist ein digitaler Vermögensverwalter, dessen Angebot sich an Privatkunden richtet. Über die Online-Plattform www.visualvest.de bzw. die VisualVest-App können Privatanleger ihr Geld in breit gestreute Portfolios aus Investmentfonds anlegen.


Portfolioanpassungen: Im Jahr 2023 fanden insgesamt fünf Anpassungen (3x VestFolio und 2x GreenFolio) der angebotenen Portfolios statt, um deren Asset Allokation im Kontext der jeweiligen Marktsituation zu optimieren. Die Anpassungen wurden jeweils im Investment Komitee diskutiert, von der Geschäftsführung von VisualVest beschlossen und den entsprechenden Kunden mitgeteilt.


Malina: Seit Oktober 2019 hat VisualVest das Machine-Learning-Tool "Malina" im Kontext der VestFolios im Einsatz. Malina kann berechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Anlageklasse eine bessere Wertentwicklung erzielen wird als eine andere Anlageklasse. Diese Erkenntnisse nutzte das Investment Komitee von VisualVest im Jahr 2023 unterstützend für Anlageentscheidungen.


Produktverbesserungen: 2023 wurden diverse technische Optimierungen umgesetzt. Dies umfasst die folgenden Punkte:

Einführung von Push-Notifications für die VisualVest-App

Einführung des Dark-Mode für die VisualVest-App

Einführung eines Demo-Depots für die VisualVest-App

Erweiterung der Fragestrecke um eine Live-Chat-Funktion mit dem Kundenservice

Einführung eines Widgets, das die Gesamtentwicklung des Investments anzeigt


Vermarktung: Im Bereich Vermarktung setzt VisualVest weiter primär auf digitale Werbemaßnahmen für online-affine Anleger. Im Jahr 2023 wurden diverse Themenschwerpunkte vorangetrieben. Darunter fallen folgende Punkte:

Einführung einer Kommunikationskachel in der Depotübersicht für die Webanwendung und App, in der z. B. Kapitalmarkt-Updates platziert werden

Einführung eines dauerhaften Kunden-werben-Kunden-Programms

Weiterentwicklung eines Customer Relationship Management Systems

Implementierung von Tracking-Pixel


Auszeichnungen: Im Jahr 2023 erhielt VisualVest mehrere Auszeichnungen von Finanz- und Wirtschaftsmagazinen, die Robo-Advisor in Deutschland testen. Darunter sind unter anderem Auszeichnungen von FondsConsult, Capital und ExtraMagazin.


Überarbeitung Fragestrecke: Die Fragestrecke und Simulationsseite von VisualVest wurde 2023 vollständig überarbeitet, um die Bedienbarkeit und Nutzerführung zur optimieren.

Ausbau und Lizensierung der Plattform


Ziel ist es, neben dem VisualVest Privatkundengeschäft, die Plattform stetig um neue Funktionalitäten zu erweitern und einen kontinuierlichem Optimierungspfad zu verfolgen Durch die Entwicklung zusätzlicher Module, können die Banken in ihrer Beratung und Kundenansprache unterstützt und weitere potentielle Zielgruppen und Geschäftspartner erschlossen werden. Ebenso wurde der Übergang von der Beratung in den Banken und dem Onlinebanking an die Plattform weiter forciert, indem Schnittstellen geschaffen und ausgebaut wurden.


MeinInvest: Die White-Label-Lösung MeinInvest, basiert auf den Erkenntnissen und Erfahrungen von VisualVest. Sie wurde den besonderen Anforderungen einer digitalen Vermögensverwaltung für den genossenschaftlichen Finanzverbund angepasst. 2023 wurden diverse Themen weiterentwickelt, um neue Zielgruppen zu gewinnen. Hierzu gehörte u. a. eine vollständige Überarbeitung der Fragestrecke und Simulationsseite, die die Bedienbarkeit und Nutzerführung verbessern sollen, sowie der Ausbau der Transaktions- und Sparplanfunktionalitäten.


VermögenPlus: VermögenPlus wurde im Jahr 2018 als Vermögensverwaltung für das gehobene Segment der Betreuungskunden entwickelt. 2023 wurden diverse Themen umgesetzt, um die Produktreife und -durchdringung zu steigern. Hierzu gehören u. a. die Erweiterung des Angebots der Anlagestrategien sowie der Ausbau der Transaktions- und Sparplanfunktionalitäten.


Bankindividuelle Steuerung: Seit dem Jahr 2018 wird Banken der genossenschaftlichen Finanzgruppe das Produkt "Bankindividuelle Steuerung" (BIS) angeboten. Bei der "Bankindividuellen Steuerung" handelt es sich ebenfalls um eine White-Label-Lösung der VisualVest-Plattform. Für die Genossenschaftsbanken wird dabei das Kunden-Frontend in Bezug auf den Algorithmus, den Markenauftritt der Bank und Textformulierungen individualisiert. Kernelement bei der Bankindividuellen Steuerung ist insbesondere die Portfoliosteuerung durch die nutzende Bank. Im Jahr 2023 konnten weitere Banken für die Nutzung des Produkts sowohl beim Einsatz in der Beratung von Privat- als auch Firmenkunden akquiriert werden.


FirmenkundenInvest: FirmenkundenInvest VVL wurde 2021 als Fondsverwaltungslösung für institutionelle und Firmenkunden der Primärbanken lanciert. Im Jahr 2023 wurde insbesondere die Möglichkeit eingeführt mit einem Kundenkonto mehrere Anlageziele abzuschließen. Darüber hinaus können Bankberater im Serviceportal jetzt auch Transaktionen von weiteren Bevollmächtigten umsetzen.


UnionDepotOnline: Die Neugestaltung von UnionDepotOnline wurde 2021 entwickelt. Die Anwendung wird seitdem am Bedarf der Kunden weiterentwickelt. Seit Mitte 2023 bietet UnionDepotOnline den vollen Funktionsumfang, damit Kunden ihr UnionDepot ohne Einschränkung online verwalten können. Dieses Jahr wurde damit begonnen neue Funktionen zur Digitalisierung weiterer Selfservices zu implementieren. Darunter der lesende Onlinezugang für Verfügungsberechtigte sowie der Dokumenten-Upload. Die seit März 2022 verfügbare UnionDepotOnline-App hat mittlerweile einen größeren Funktionsumfang erreicht und mit 4,6 von 5 Sternen eine hervorragende Bewertung in den App Stores.


UnionDepotKomfort: Mit UnionDepot Komfort steht unseren Partnerbanken seit 2021 eine neue, innovative Depotlösung zur Verfügung. Das Produkt bietet Kunden die Möglichkeit dank eines Komplettpreises ihr Depot bequem zu verwalten, sodass keine separaten Depotgebühren oder Ausgabeaufschläge anfallen. Die Eröffnung des UnionDepot Komfort erfolgt über digitale Abschlussstrecken. Berater haben die Möglichkeit entweder ein neues Depot zu eröffnen oder ein bestehendes UnionDepot in ein UnionDepot Komfort zu übertragen. Seit Go-Live arbeiten wir stetig an der Weiterentwicklung des Produktes. So besteht z.B. ab Anfang 2024 die Möglichkeit ETFs im UnionDepot Komfort zu verwahren.

Forschungs- und Entwicklungsauftrag


VisualVest evaluiert, konzipiert und entwickelt im Rahmen ihres Forschungs- und Entwicklungsauftrages innerhalb der UIG neue Technologien und Online-Services mit dem Ziel, erfolgreich erprobte Entwicklungen in die genossenschaftliche Finanzgruppe zu übertragen. Neue digitale Services und Software-Module im Bereich Beratung und Angebote zur Geldanlage können bei VisualVest für Privatanleger unter Marktbedingungen getestet werden.


Analytics-Plattform: Ausbau der Analytics-Plattform um automatisierte Prozesse der Datenbereinigung und -aufbereitung, sowie um Tests zur Sicherstellung einer höchstmöglichen Datenqualität.


Marketing-Mix-Modeling: Entwicklung eines Minimum Viable Products für ein sogenanntes Marketing Mix Model, das mittels statistischer Analysen eine optimierte Verteilung des Marketingbudgets auf die unterschiedlichen Kanäle unterstützen kann


Digitaler Kunden-Coach: Im Jahr 2023 ist ein weiteres Modul des Conversational Interface hinzugekommen. Zudem wurde in den bereits bestehenden Themenbereich Nachhaltigkeit die von OpenAI entwickelte künstliche Intelligenz (KI) GPT-3 integriert.

B2C4B


Der Bereich B2C4B ist seit 2023 ein neues Geschäftsfeld von VisualVest. Banken im genossenschaftlichen Verbund nutzen aktuell noch nicht das volle Potenzial, um ihre Bestandskunden gezielt anzusprechen. Mit B2C4B ist ein neuer Service von VisualVest im Aufbau, der hier ansetzt und die Direktansprache von Partnerbank-Kunden anbieten soll. Auf einem entwickelten B2C4B-Portal "MASHub" können Partnerbanken unterschiedliche Sales- und Marketingmaßnahmen buchen. Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Pilot-Phase.

IV. Lage der Gesellschaft

1. Ertragslage

2023 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR
Zinsüberschuss 607 -10 617
Provisionsüberschuss -298 -360 62
Sonstige betriebliche Erträge 37.735 28.347 9.388
Personalaufwand 11.777 5.429 6.347
Andere Verwaltungsaufwendungen 20.197 17.077 3.121
Abschreibungen 3.819 3.635 184
Sonstige betriebliche Aufwendungen 5 6 -1
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 2.246 1.830 416
Jahresergebnis vor Gewinnabführung = Gewinnabführung 2.246 1.830 416


Das Zinsergebnis der VisualVest GmbH hat sich in 2023 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Dies ist im starken Anstieg des Zinsniveaus begründet, der sich auch in der Verzinsung der Kontokorrentguthaben von VisV widerspiegelt.


Das Provisionsergebnis der Gesellschaft konnte sich in 2023 leicht verbessern, ist jedoch weiter negativ. Grund hierfür sind die weiter gestiegenen Erträge aus der Vermögensverwaltung bei nahezu unveränderten Aufwänden für Kundenservice, Fondsbeschaffung und Portfoliomanagement.


Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen die Erträge aus der konzerninternen Leistungsverrechnung (LV) gegenüber Gesellschaften der Union Investment Gruppe (UIG). Die Verrechnung besteht zum einen aus Entwicklungsleistungen für die Whitelabel-Produkte der UIG auf der Plattform vestHUB. Daneben vereinnahmte VisualVest Servicegebühren für die PK-Plattformprodukte wie bspw. MeinInvest oder VermögenPlus und für FirmenkundenInvest für Support, Betrieb und Wartung. Außerdem sind im sonstigen betrieblichen Ergebnis LV-Erträge für F&E-Leistungen gegenüber UI-Gesellschaften enthalten. Neben den LV-Erträgen generierte VisualVest Erträge aus der Auslagerungsgebühr für das Produkt Bankindividuelle Steuerung. Aufgrund des steigenden Vermögens stiegen die Erträge hier gegenüber dem Vorjahr um rd. 30 % an. Zusätzlich dazu wurden Erträge aus EDV-Dienstleistungen für Entwicklungs-, Support- und Betriebsleistungen vereinnahmt. In 2023 wurden zudem erstmalig LV-Erträge aus Beratungsleistungen für digitale Vertriebswege sowie für Marktbearbeitungs- und Vertriebsunterstützung vereinnahmt.


Der Anstieg des Personalaufwands ist sowohl auf das umfangreiche Mitarbeitendenwachstum sowie auf eine Erhöhung der laufenden Bezüge und gestiegener Rückstellungen für Sonderzahlungen zurückzuführen.


Die Anderen Verwaltungsaufwendungen lagen mit einem Wert von rd. 20,2 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Dies ist durch Wachstum der bestehenden Aufwandspositionen begründet, die auf das Wachstum der Gesellschaft zurückgehen. Neu sind in 2023 erstmalig laufende Aufwände für das neue Produkt "MASHub" - einer Marketing- und Salesplattform, die die Banken der genossenschaftlichen Finanzgruppe ab 2024 nutzen können werden.


Aufgrund weiter hoher Investitionen in den Ausbau der Plattform vestHUB sind die Abschreibungen in 2023 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen.


In Summe setzt sich der positive Ergebnistrend der vergangenen Jahre durch ein im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegenes Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit fort.

Vergleich mit dem ursprünglich prognostizierten Ergebnis


Der 2023 erwirtschaftete Gewinn in Höhe von rd. 2.246 TEuro lag um 1.940 TEuro unter dem ursprünglich prognostizierten Ergebnis in Höhe von rd. 4.406 TEuro. Der Verwaltungsaufwand lag 2023 gegenüber der ersten Planung rd. 3 Mio. Euro über dem ursprünglich geplanten Aufwand, was das große Wachstum, insb. im Personal- und Sachaufwand widerspiegelt. Dem gegenüber steht insb. ein rd. 0,5 Mio. Euro höheres sonst. betriebliches Ergebnis. Das Provisionsergebnis fiel rund 0,1 Mio. Euro weniger negativ aus, als ursprünglich angenommen. Im Zinsergebnis gibt es darüber hinaus gegenüber der ursprünglichen Ergebnisplanung eine deutliche Verbesserung i. H. v. rd. 0,6 Mio. Euro gegenüber der ersten Ergebnisplanung.

2. Liquiditätssteuerung und Finanzlage

2.1 Liquiditätssteuerung


Ziel der Liquiditätssteuerung ist die Sicherstellung einer permanenten Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft. Basis der Steuerung sind die laufende Überwachung und Analyse sämtlicher Zahlungsströme und Finanzmittelbestände. Darauf aufbauend wird im Rahmen einer regelmäßigen Liquiditätsplanung die finanzielle Entwicklung der nächsten 15 Monate abgeleitet.


Die verfügbaren Finanzmittel sind auf den Bankkonten der Gesellschaft allokiert.

2.2 Finanzlage


Der Gesamtbestand an finanziellen Mitteln umfasset alle Bankbestände auf gesellschaftseigenen Konten. Sämtliche Finanzmittel sind dem Anlagebuch im Sinne des CRR zugeordnet.

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
Buchwerte Buchwerte
TEUR % TEUR % TEUR
Gesamtbestand an finanziellen Mitteln
Bankbestände 21.551 100,0 18.973 100,0 2.578
Gesamt 21.551 100,0 18.973 100,0 2.578


Die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten und Rückstellungen sind vollständig durch Bankguthaben und kurzfristig fällige Forderungen gedeckt.


Unter Berücksichtigung des Bestandes der verfügbaren finanziellen Mittel zum Abschlussstichtag und der auf Basis der rollierenden 15-Monats-Liquiditätsplanung erwarteten Liquiditätsentwicklung ist die Gesellschaft zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts bei plangemäßen Geschäftsverlauf jederzeit in der Lage, ihre im genannten Planungszeitraum fällig werdenden finanziellen Verpflichtungen aus liquiden Mitteln bedienen zu können.

3. Vermögenslage

3.1 Übersicht über die Vermögenslage

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR
Aktivseite
Forderungen an Kreditinstitute 24.722 67,7 21.386 68,8 3.336
Forderungen an Kunden 446 1,2 390 1,3 56
Immaterielle Anlagewerte 11.096 30,4 9.044 29,1 2.053
Sachanlagen 34 0,1 51 0,2 -17
Sonstige Vermögensgegenstände und übrige Aktiva 216 0,6 198 0,6 18
Bilanzsumme 36.515 100,0 31.069 100,0 5.446
Passivseite
Sonstige Verbindlichkeiten und übrige Passiva 3.609 9,9 3.166 10,2 443
Rückstellungen 4.381 12,0 2.378 7,7 2.003
Eigenkapital 28.525 78,1 25.525 82,2 3.000
Bilanzsumme 36.515 100,0 31.069 100,0 5.446


Die Position Forderungen an Kreditinstitute beinhaltet weitestgehend täglich fällige Forderungen aus Bankbeständen.


Die Forderungen an Kunden beziehen sich auf Forderungen aus dem Depotkundengeschäft in Höhe von 446 TEuro.


Für Investitionen in Immaterielle Anlagewerte wurden 5.835 TEuro aufgewendet, denen Abschreibungen in Höhe von 3.782 TEuro gegenüberstehen. Die Investitionen entfallen weitestgehend auf den weiteren Ausbau der Direktplattform der VisualVest GmbH.


In den Sachanlagen sind Abschreibungen in Höhe von 37 TEuro enthalten.


Die Posten Sonstige Verbindlichkeiten erhöhten sich. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die im Vergleich zum Vorjahr um 417 TEuro gestiegenen Verbindlichkeiten aus der Gewinnabführung an die Union Asset Management Holding AG.


Die Rückstellungen für Sonderzahlungen betreffen vertraglich zugesicherte sowie freiwillige Zahlungen an Mitarbeiter und erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 1.734 TEuro aufgrund der Entwicklung der Unternehmenskennzahlen. Die Rückstellungen für den Long Term Incentive Plan betreffen die von der Gesellschaft vertraglich zugesagten Leistungen an ausgewählte Mitarbeiter.


Die Eigenmittel der Gesellschaft nach Art. 9 Verordnung (EU) 2019/2033 (IFR) in Verbindung mit Art. 26 ff. Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) betragen 15.473,3 TEuro (nach Feststellung 22.275,5 TEuro), die Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 11 Abs. 1 IFR 6.733,9 TEuro (nach Feststellung 9.129,7 TEuro).


Zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit der VisualVest GmbH erfolgte eine Zuzahlung in die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in Höhe von 3,0 Mio. Euro durch die Union Asset Management Holding AG. Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag eine Eigenkapitalquote von 78,1 Prozent auf.


Aus Sicht der Gesellschaft ist die Vermögenslage geordnet.

3.2 Nichtfinanzielle Indikatoren

Mitarbeitende


Zielorientierte Mitarbeitendenführung sowie der Einsatz leistungsorientierter Vergütungsinstrumente bewirken, dass die Mitarbeitenden auf allen hierarchischen Ebenen eine unternehmerische Denk- und Handlungsweise entwickeln. Variable, an individuellen Leistungszielen bemessene Gehaltsbestandteile unterstützen zudem den Leistungswillen und die Zielorientierung der Mitarbeitenden. Zum 31. Dezember 2023 beschäftigte die Gesellschaft 93 Mitarbeitende (Vorjahr: 52 Mitarbeitende) mit einem durchschnittlichen Alter von 35,1 Jahren (Vorjahr: 33,8 Jahre) und einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von 4,2 Jahren (Vorjahr: 3,6 Jahre).

Markenleistung


Aussagen zur Markenleistung, wie die Bekanntheit der Marke VisualVest, die Werbeerinnerung sowie Kaufbereitschaft, sind zum Stand Dezember 2023, aufgrund fehlender repräsentativer Erhebungen, nicht möglich. Gleiches gilt für Kennzahlen wie den Markenstärkeindex.

Kundenzufriedenheit


Der für das Jahr 2023 gemessene Durchschnittswert der Zufriedenheit von VisualVest-Kunden liegt bei 3,9 auf einer 5-Sterne-Skala, damit leicht unter dem Vorjahreswert von 4,1. Die gemessene Zufriedenheit ist insgesamt weiterhin als positiv zu bewerten.

Nachhaltigkeitsmanagement in der Union Investment Gruppe


Nachhaltigkeit ist fest im Wertegerüst und den Strukturen der Union Investment Gruppe verankert. Nachhaltigkeit ist Teil des Selbstverständnisses, welches die Union Investment Gruppe in unserem Leitbild zum Ausdruck bringen. Im unternehmensweiten Nachhaltigkeitskodex sind die Grundprinzipien und Leitideen, nach denen sich Nachhaltigkeit in Denken und Handeln widerspiegelt, verankert.


Die Gesellschaft ist in den Nachhaltigkeitsbericht der Union Investment Gruppe sowie den Nachhaltigkeitsbericht der DZ Bank Gruppe einbezogen.

Nachhaltigkeitsstrategie


Union Investment verfolgt eine gruppenweite, vom Gesamtvorstand der Union Investment verabschiedete Nachhaltigkeitsstrategie, welche aus fünf strategische Handlungsfelder besteht: "Positionierung und Kommunikation", "Leistungen und Kompetenzen", "Vermarktung", "Produkte" sowie "Betrieb". Die Nachhaltigkeitsstrategie wird in regelmäßigen Abständen geprüft und bei Bedarf weiterentwickelt.


Die Klimastrategie von der Union Investment Gruppe zielt auf eine Klimaneutralität im Geschäftsbetrieb bis 2045 und bei unseren durch die Produkte finanzierte Emissionen bis 2050 ab.


Im Berichtsjahr 2023 wurde eine gruppenweite und umfassende Diversity &Inclusion-Strategie verabschiedet.

C Chancen- Risiko- und Prognosebericht

I. Chancenbericht


VisualVest verfolgt eine wertorientierte Unternehmenspolitik und plant den Unternehmenswert stetig zu steigern. Das Ziel ist es, ein dauerhaftes und profitables Wachstum durch den fortschreitenden Ausbau und die Lizensierung der vestHUB-Plattform, sowie die kontinuierliche Steigerung von Kunden und Assets under Management im B2C-Bereich zu generieren. Daneben sollen Erkenntnisse und Expertise an die genossenschaftliche Finanzgruppe übertragen, Auftragsarbeiten erfolgreich umgesetzt und neue Technologien und Services entwickelt werden. Durch das neue Geschäftsfeld B2C4B möchte VisualVest das Geschäftsmodell verbreitern und den Genossenschaftsbanken Mehrwerte bei der Erschließung der Kundenschnittstelle bieten.


Die großen gesellschaftlichen und technologischen Trends sind weiter intakt, mit dem Geschäftsfeld B2C4B kommt VisV zudem neu mit den Herausforderungen in Kontakt, die die Genossenschaftsbanken im Bereich ihrer Kundenstruktur beschäftigt.


In diesem Zusammenhang sehen wir folgende Chancen:


Das Verhalten und die Einstellung vieler Menschen gegenüber digitalen Geschäftsmodellen, hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Junge Menschen wachsen ganz selbstverständlich im digitalen Zeitalter auf und suchen vermehrt nach zentralen und ansprechenden Anwendungen. Online-affine Anleger gehen so neue Wege, fernab klassischer Beratungsmöglichkeiten in Bankfilialen, und setzen flexible und digitalisierte Lösungen, die zeit- und ortsunabhängig abrufbar sind, immer häufiger voraus. Als digitaler Vermögensverwalter bedient VisualVest diese Nachfrage und ermöglicht einen unkomplizierten und flexiblen Zugang zum Kapitalmarkt. Für Anleger, die nach wie vor Wert auf einen persönlichen Kontakt zu einem Berater legen, bieten Hybridlösungen, wie z.B. VermögenPlus, die über die vestHUB Plattform laufen, eine Möglichkeit zur Geldanlage.


Die Erkenntnis der Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge, die sich durch den demografischen Wandel und dessen Folgen für die Rentenkassen ergibt, gelangt mehr und mehr in die breite Öffentlichkeit. Insbesondere für jüngere Menschen bietet es sich somit an, über die Kapitalmärkte langfristig an der Entwicklung der Wirtschaft zu partizipieren. Dies stellt eine Chance für VisualVest dar, indem Anleger über die Plattform in breit gestreute Portfolios aus Investmentfonds investieren können.

Der Robo-Advisor-Markt in Deutschland befindet sich weiterhin in einem dynamischen Wachstumsumfeld. 3 Die zunehmende Bekanntheit und Akzeptanz von Robo-Advisor-Angeboten sowie die wahrgenommene Komplexität im Bereich Geldanlage bei Privatkunden bietet VisualVest das Potenzial, neue Kunden zu gewinnen.


Steigende regulatorische Anforderungen in der Finanzbranche können zu erheblichem Mehraufwand für Finanzdienstleister führen. Da VisualVest einen Großteil der Prozesse automatisiert und neueste Technologien integriert, können Kosten und Ressourcen eingespart werden. Individuelle Fehler werden durch Automatisierung zudem deutlich reduziert. Zusätzlich profitieren Kunden davon, indem sie die Services und Lösungen zu einem niedrigeren Preis erhalten.


Forschung und Entwicklung ist ein strategischer Bestandteil des Geschäftsmodells von VisualVest. Da neue Entwicklungen und Technologien kontinuierlich analysiert werden, kann VisualVest aufkommende Trends frühzeitig erkennen und Lösungen entwickeln. Dies betrifft im Jahr 2024 insbesondere den Bereich KI, der eine Vielzahl an Anknüpfungspunkten im Finanzbereich bietet.


Indem VisualVest mit MASHub die Genossenschaftsbanken bei der Erschließung und Verteidigung der Kundenschnittstelle unterstützt, kann VisualVest dazu beitragen, dass die genossenschaftliche Finanzgruppe weiterhin über eine nachhaltige Kundenbasis verfügt, die eine Affinität zu den oben genannten Geldanlagelösungen hat.

3 Quelle: Statista Market Insights, Stand: August 2023, Rob-Advisors Deutschland, URL: https://de.statista.com/outlook/fmo/vermoegensverwaltung/digital-investment/robo-advisors/deutschland

II. Risikobericht

1. Bewährte Systeme zur Identifizierung und Steuerung von Risiken


VisualVest ist der zentrale Leistungsanbieter für die Entwicklung und den Betrieb einer "Robo-Advise-Plattform" innerhalb der Union Investment Gruppe. Die internetbasierte Finanzportfolioverwaltung wurde im Geschäftsjahr 2023 den Anlegern direkt angeboten. Daneben bietet VisualVest die Funktionalitäten der Plattform im Rahmen des Geschäftsfeldes Ausbau und Lizenzierung der Plattform Dritten in Form von Whitelabel-Produkten zwecks Vertriebsunterstützung an. VisualVest steht dabei für flexible, digitale und effiziente Lösungen. Sie ist verantwortlich für die Weiterentwicklung und Betrieb des Algorithmus zur Portfoliozusammenstellung des Anlegers. Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeitet VisualVest konsequent an neuen digitalen Produkten bzw. Financial Services und neuartigen Vertriebsansätzen.


VisualVest verfolgt eine wertorientierte Unternehmenspolitik mit dem langfristigen Ziel, den Unternehmenswert unter Berücksichtigung von Rendite und Risiko nachhaltig zu steigern.


Die internen Steuerungssysteme sind dabei u.a. darauf ausgerichtet, Risiken zu identifizieren, regelmäßig zu überwachen und aktiv zu steuern. So sollen Risiken, die zu negativen Abweichungen vom prognostizierten Geschäftsverlauf führen können, möglichst frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Risikoreduzierung eingeleitet werden. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass unternehmerische Chancen unter Beachtung von Risikotragfähigkeit und Profitabilität genutzt werden können.


Das Risikomanagementsystem (RMS) der VisualVest ist ein fortlaufender Prozess, der die Gesamtheit aller organisatorischen Maßnahmen und Regelungen zur Identifizierung, Bewertung, Überwachung und Steuerung von Risiken umfasst. Das RMS ist gemäß den aufsichtsrechtlichen Anforderungen organisiert. Als Konzerngesellschaft der Union Investment Gruppe ist VisualVest in das Risikomanagement des Konzerns eingebunden.


Die Verantwortung für die Risikosteuerung der Gesellschaft obliegt der Geschäftsführung. Im Risikoappetitstatement (RAS) triff die Geschäftsführung die wesentlichen Aussagen zum Risikoappetit. Es beinhaltet neben der Beschreibung des Geschäftsmodells und der Risiken insbesondere qualitative Vorgaben für das Eingehen von Risiken (risikopolitische Leitsätze) sowie Vorgaben zur deren quantitativen Steuerung. In der Risikostrategie der VisualVest sind die identifizierten wesentlichen Risikoarten abgegrenzt, die grundlegenden Verfahren zur Risikomessung festgelegt und konkrete Leitlinien für den Umgang mit dem jeweiligen Risiko vorgegeben. Die Risikostrategie steht im Einklang mit der Risikostrategie der Union Investment Gruppe. Für alle im Rahmen der Risikoinventur identifizierten wesentlichen Risikoarten wurden Verfahren für die Risikomessung und Steuerung entwickelt. Der Risikoausschuss der VisualVest diskutiert in seinen Sitzungen die Risikosituation der Gesellschaft und bereitet Entscheidungen für die Geschäftsführung vor. Der Risikobeauftragte berichtet gemeinsam mit dem Chief Risk Officer der Union Investment Gruppe quartalsweise an die Geschäftsführung, die auf Basis dieser Berichte den Aufsichtsrat informiert.


Die Details zum RMS inklusive aller Richtlinien und Fachkonzepte sind im Risikohandbuch der VisualVest dokumentiert.


Die Interne Revision überprüft die Funktionsfähigkeit des RMS in der Union Investment-Gruppe im jährlichen Rhythmus.


Im Folgenden sind die wesentlichen Elemente des RMS der VisualVest dargestellt:

Risikotragfähigkeitsanalyse


Zur Sicherung des Fortbestandes der Gesellschaft wird die Risikotragfähigkeit im Rahmen der ökonomischen Risiko- und Kapitalsteuerung regelmäßig überwacht. Die wesentlichen Risikoarten werden gemäß den Vorgaben der Risikostrategie und unter Beachtung der zur Verfügung stehenden Risikodeckungsmasse limitiert und mit Risikokapital unterlegt. Dabei wird, entsprechend der Risikoneigung, das maximal zulässige Risiko durch Verlustobergrenzen so begrenzt, dass VisualVest nicht im Bestand gefährdet wird. Es werden keine Diversifikationseffekte zwischen den Risikoarten berücksichtigt. Die Ermittlung des Risikokapitalbedarfs und die Überwachung der Verlustobergrenzen erfolgen nach marktüblichen Standards und Methoden durch eine unabhängige Stelle. Ergänzend dazu werden regelmäßig Stresstests durchgeführt. Die angewandten Methoden unterliegen einer jährlichen Angemessenheitsprüfung.


Neben den Limiten für die wesentlichen Risiken aus der Risikoinventur werden Mindestwerte (RAS-Schwellen) in Form von quantitativen Risikotoleranzen für aufsichtlich geforderte Kapital- und Liquiditätsanforderungen abgeleitet und berichtet.

Frühwarnsystem


In dem Frühwarnsystem werden regelmäßig Risikoindikatoren erhoben und zu zehn Kategorien aggregiert. Sofern die vordefinierten Toleranzgrenzen überschritten sind oder das Risiko als erhöht eingestuft wird, wird ein Frühwarnimpuls ausgelöst, der eine Ursachenanalyse und Maßnahmen zur Risikobewältigung bei den für die Risikosteuerung Verantwortlichen auslöst. Die aus dem System generierten Steuerungsimpulse gewährleisten damit frühzeitige Steuerungsmaßnahmen. Das Risikoindikatorensystem umfasst insbesondere operationelle Risiken, Geschäftsrisiken sowie Risiken, die sich aus ausgelagerten Tätigkeiten ergeben können. Ergänzend hierzu besteht ein Ad-hoc-Meldewesen zur Früherkennung außerordentlicher Risikosituationen mit kurzfristigem Handlungsbedarf.

Risikoberichtswesen


Die Geschäftsführung der VisualVest wird quartalsweise in schriftlicher Form über die Entwicklung der Risikolage in dem Berichtszeitraum informiert. Im Risikobericht wird die Gesamtrisikolage dargestellt und beurteilt. Es werden kritische Risikopotenziale aufgezeigt und bei Bedarf Handlungsempfehlungen zur Bewältigung der kritischen Risikopotenziale dargestellt. Auf Basis dieses Berichtes informiert die Geschäftsführung den Aufsichtsrat. Außerhalb der regelmäßigen Risikoberichte werden unter Risikogesichtspunkten kritische Informationen unverzüglich an die Geschäftsführung und bei Bedarf an den Aufsichtsrat eskaliert.

2. Darstellung der wesentlichen Risiken⁴


Die im Rahmen der jährlichen Risikoinventur identifizierten und als wesentlich bewerteten Risiken sind Gegenstand der Risikostrategie der Gesellschaft. Auf Basis der in der Strategie festgelegten Leitlinien werden diese Risiken mit Hilfe des Risikomanagementsystems regelmäßig überwacht und gesteuert.

Operationelles Risiko


Das operationelle Risiko bezeichnet das Risiko von Verlusten durch menschliches Verhalten, technologisches Versagen, Prozess- oder Projektmanagementschwächen oder durch externe Ereignisse. Das Rechtsrisiko ist in dieser Definition eingeschlossen. Dem operationellen Risiko kommt im Vergleich zu den anderen Risiken große Bedeutung zu, da der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der VisualVest in der internetbasierte Finanzportfolioverwaltung und nicht in der Übernahme von Risiken auf eigene Rechnung liegt.


Die Quantifizierung des Risikokapitalbedarfs erfolgt gemäß Standardansatz der Capital Requirements Regulation (CRR). Zum 31.12.2023 wurde ein Risikokapitalbedarf in Höhe von 2,6 Mio. Euro ermittelt. Die Verlustobergrenze belief sich auf 3,0 Mio. Euro. Im Jahresverlauf lag der Risikokapitalbedarf jederzeit unterhalb der Verlustobergrenze. Das ergänzend zu der Berechnung des ökonomischen Risikokapitalbedarfs eingesetzte Risikoindikatorensystem setzte bestimmungsgemäß durch verschiedene Risikoindikatoren Impulse und daraus abgeleitet Maßnahmen für die Risikosteuerung. Im Jahresverlauf gab es keine Hinweise auf eine unternehmenskritische Situation.


In der internen Verlustdatensammlung erfasst die Gesellschaft alle Verluste ab einem Betrag von 1.000 Euro brutto, die beim Eintritt von operationellen Risiken entstehen. Neben den materiellen Verlusten kann es auch zu Verzögerungen oder Unterbrechungen im Betriebsablauf oder in der Folge zu Reputationsrisiken kommen. Die Sammlung der Verlustereignisse ermöglicht es, die schlagend gewordenen operationellen Risiken zu analysieren sowie Trends und Konzentrationen zu erkennen. Somit können die im Weiteren dargestellten Maßnahmen zur Minderung oder Vermeidung des Risikoeintrittes gezielter ausgestaltet werden. Bei Verlusten ab einer Schadenshöhe von 500.000 Euro brutto wird ein standardisierter Maßnahmen Management-Prozess eingeleitet. Aufgrund von in Einzelfällen sehr geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten für größere Schäden treten regelmäßig Schwankungen der Schadenverläufe im Zeitablauf auf. Der Schadenverlauf war im Berichtszeitraum in Bezug auf die Verlustobergrenze zu jeder Zeit unkritisch.

4 Quelle: eigene Berechnungen entsprechend der im Risikohandbuch beschriebenen Methoden, Stand 31.12.2023.


In dem regelmäßigen Risk Self Assessment wird durch szenariobasierte Analysen das Risikoprofil aus operationellen Risiken geschärft. Dabei spielen gerade Worst-Case-Szenarien eine wesentliche Rolle. Sie geben steuerungsrelevante Hinweise auf den Umgang mit extremen Risikoausprägungen.


Zur Minderung oder Vermeidung der Auswirkungen aus operationellen Risiken hat die Gesellschaft verschiedene organisatorische Vorkehrungen getroffen:


Für alle wesentlichen Geschäftsvorgänge existieren Richtlinien, in denen Zuständigkeiten und Abläufe beschrieben sind. Die Angemessenheit und Aktualität der Richtlinien unterliegt der regelmäßigen Prüfung durch die interne Revision.


Die in der Union Investment Gruppe praktizierte Bündelung von Aktivitäten und die damit verbundene Spezialisierung auf einzelne Wertschöpfungsstufen trägt elementar zur Reduktion operationeller Risiken bei. Zusätzlich zu der internen Aufgabenbündelung erfolgt die Auslagerung von Leistungen auf spezialisierte, externe Anbieter, beispielsweise im IT-Betrieb. Dabei durchlaufen alle geplanten Auslagerungen einen standardisierten Outsourcingprozess, der auch eine Risikoanalyse des Auslagerungsvorhabens umfasst. In Abhängigkeit vom Ergebnis der Analyse werden ausgelagerte Aktivitäten und Prozesse im Risikomanagementsystem berücksichtigt. Bestehende Auslagerungen werden überwacht und darüber regelmäßig an den Vorstand berichtet. Bei Bedarf werden erforderliche Maßnahmen eingeleitet.


Ergänzend sind verschiedene organisatorische, technische und personelle Maßnahmen umgesetzt, die die Prozessstabilität verbessern und Risiken reduzieren. Dieses sind beispielsweise die Implementierung eines internen Kontrollsystems, die Einrichtung einer zentralen Stelle zur Prävention strafbarer Handlungen, die Umsetzung der Funktionstrennung bis auf die Ebene der Geschäftsführung, die Einrichtung einer angemessenen technischen Infrastruktur, die Qualifikation der Mitarbeitenden und die Bereitstellung ausreichender Personalressourcen.


Die Ausgestaltung der Vergütungssysteme unterliegt in der Union Investment Gruppe dem Bereich Konzern-Personal und ist in der Vergütungsrichtlinie verankert. Ziel der Vergütungssysteme ist es, die Leistungen der Mitarbeitenden angemessen zu honorieren und wirksame Leistungsanreize zu setzen. Dabei sollen ausdrücklich keine Ziele vereinbart werden, die zum Eingehen unverhältnismäßig hoher Risiken verleiten. Dies trägt zur Minimierung der operationellen Risiken bei.


Für bestimmte Risiken, die sich zum Teil auch der Steuerung durch die Gesellschaft entziehen, werden Versicherungen abgeschlossen.


Zur Verminderung der Auswirkungen von extern verursachten Risiken mit sehr hohen bis hin zu existenzbedrohenden Schadenspotenzialen besteht ein gruppenweites Konzept zur Notfall- und Krisenvorsorge.

Marktpreisrisiko


Das Marktpreisrisiko setzt sich aus dem Marktpreisrisiko i.e.S. und dem Marktliquiditätsrisiko zusammen.


Das Marktpreisrisiko i.e.S. bezeichnet das Risiko von Verlusten aus Finanzinstrumenten bzw. anderen Vermögenswerten, verursacht durch eine Veränderung der Marktpreise oder preisbeeinflussenden Parameter (zum Beispiel Zinsrisiko, Spread- und Migrationsrisiko, Währungsrisiko, Aktienrisiko, Fondspreisrisiko oder Asset Management-Risiko). Das Marktliquiditätsrisiko ist das Risiko eines Verlustes, der aufgrund nachteiliger Veränderungen der Marktliquidität, zum Beispiel durch Verschlechterung der Marktiefe oder durch Marktstörungen, eintreten kann. Das Marktliquiditätsrisiko hat nur geringe Bedeutung.


Das Vermögen der Gesellschaft war im Geschäftsjahr vollständig in Sichteinlagen in Euro bei Kreditinstituten in Deutschland investiert. Aus diesen Einlagen resultiert kein Marktpreisrisiko.

Geschäftsrisiko


Das Geschäftsrisiko bezeichnet das Risiko eines Verlustes aus Ergebnisschwankungen, die sich bei gegebener Geschäftsstrategie ergeben können und die nicht durch andere Risikoarten abgedeckt sind. Insbesondere umfasst dies das Risiko, dass aufgrund von Veränderungen wesentlicher Rahmenbedingungen (z.B. Wirtschafts- und Produktumfeld, Kundenverhalten, Wettbewerbssituation) den Verlusten rein operativ nicht begegnet werden kann. Somit würde die Gesellschaft bei Risikoeintritt einen operativen Verlust ausweisen.


Die Ermittlung des ökonomischen Risikokapitalbedarfs erfolgt mit einem Earnings-at-Risk Ansatz als Value-at-Risk im 1-Jahres-Horizont zum Konfidenzniveau von 99,9 Prozent. Zum 31.12.2023 wurde ein Risikokapitalbedarf in Höhe von Null Euro ausgewiesen.


Aufgrund des niedrigen Geschäftsrisikos und der erwarteten Ergebnisentwicklung betrug die Verlustobergrenze Geschäftsrisiko für 2023 ebenfalls Null. Das ergänzend eingesetzte Risikoindikatorensystem setzte bestimmungsgemäß durch verschiedene Risikoindikatoren Impulse und daraus abgeleitet Maßnahmen für die Risikosteuerung. Im Jahresverlauf gab es keine Hinweise auf eine unternehmenskritische Situation.

Reputationsrisiko


Das Reputationsrisiko bezeichnet das Risiko von Verlusten aus Ereignissen, die das Vertrauen in VisualVest oder in die angebotenen Produkte und Dienstleistungen insbesondere bei Kunden, Distributoren, Anteilseignern, Mitarbeitenden, auf dem Arbeitsmarkt, in der allgemeinen Öffentlichkeit und bei der Aufsicht beschädigen.


Aus der Finanzportfolioverwaltung und dem Betrieb und der Entwicklung der White Label Produkte heraus können Reputationsrisiken für die Gesellschaft entstehen. Der Eintritt von Reputationsrisiken könnte zum Abfluss von Kundengeldern und damit zu geringeren künftigen Erträgen führen. Die Auswirkungen aus Reputationsrisiken werden in der Risikomessung des Geschäftsrisikos berücksichtigt.


Zusätzlich wird das Reputationsrisiko in der Union Investment Gruppe über einen stakeholderbasierten Ansatz erfasst und gesteuert. Für jeden Stakeholder wird anhand von quantitativen und qualitativen Indikatoren eine Einwertung des Reputationsrisiko-Niveaus vorgenommen. Das Reputationrisiko-Niveau der Gesellschaft wird aus den Werten der relevanten Stakeholder berechnet. Quartalsweise wird im Rahmen des Risikoberichts über die Einwertung der Reputation für die relevanten Stakeholder sowie möglicher Reputationsereignisse an die Geschäftsführung berichtet. Im Jahresverlauf gab es keine kritischen Reputationsereignisse.

Kreditrisiko


Das Kreditrisiko bezeichnet das Risiko unerwarteter Verluste durch Ausfall von Gegenparteien. Das Kreditrisiko der Gesellschaft ergibt sich im Wesentlichen aus Salden auf Geschäftskonten bei Kreditinstituten. Die Quantifizierung des Risikos orientiert sich am aufsichtsrechtlichen Kreditrisikostandardansatz (KSA). Zum 31.12.2023 wurde ein Risikokapitalbedarf in Höhe von 0,4 Mio. Euro ausgewiesen. Die Verlustobergrenze belief sich auf 1,5 Mio. Euro. Im Jahresverlauf lag der Risikokapitalbedarf jederzeit unterhalb der Verlustobergrenze.

Liquiditätsrisiko


Das Liquiditätsrisiko ist der Verlust, der dadurch entstehen kann, dass Geldmittel zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt der Fälligkeit nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) oder dass Geldmittel bei Bedarf nur zu erhöhten Konditionen beschafft werden können (Refinanzierungsrisiko). Bei den Positionen, aus denen Liquiditätsrisiken entstehen können, handelt es sich im Wesentlichen um die Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft. Der Eintritt von Liquiditätsrisiken könnte zu Verzögerungen bei der Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft führen. Um dies zu vermeiden, unterliegen die Liquiditätspositionen einem laufenden Liquiditätsmanagement. Dabei zielt die aktive Planung und Steuerung der Liquiditätspositionen darauf ab, die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft jederzeit sicherzustellen. Im Berichtszeitraum war die Zahlungsfähigkeit zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Nachhaltigkeitsrisiko


Nachhaltigkeitsrisiken werden im Sinne von Umwelt-, sozialen- oder Governance-Risiken nicht als eigenständige Risikoart betrachtet, sondern als Treiber bestehender Risikoarten verstanden, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation eines Unternehmens haben kann. Dies schließt klimabezogene Risiken in Form von physischen Risiken und Transitionsrisiken ein, aber auch Risiken, die sich aus regulatorischen Anforderungen mit Klima- oder Nachhaltigkeitsbezug ergeben.


Im Rahmen der jährlichen Risikoinventur werden Nachhaltigkeitsrisiken als Treiber der finanziellen und nicht-finanziellen Risikoarten berücksichtigt und eine Betroffenheitsanalyse durchgeführt.


So können Nachhaltigkeitsrisikotreiber beispielsweise die operationellen Risiken beeinflussen, indem sich finanzielle Verluste aus nachhaltigkeitsbedingten Rechtsansprüchen oder im Fall von Klima- und Umweltereignisse auch aus der Beeinträchtigung der Geschäftskontinuität aufgrund extremer Wetterereignisse ergeben. Im Zusammenhang mit Governance-Risiken können unzureichend funktionsfähige interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme einen Einfluss auf das Operationelle Risiko haben.


Nachhaltigkeitsrisikotreiber können auch zu einer Veränderung der Ertragslage und der Reputationsrisiken führen, in dem sich beispielsweise eine negative Wirkung auf die Reputation durch Produkte oder Geschäftsbeziehungen ergibt, die hinsichtlich klima- und umweltschädlicher Einflüsse kontrovers von den Stakeholdern gesehen werden.


Reputationsrisiken können darüber hinaus auch aufgrund eines aktiven nicht nachhaltigen Handelns entstehen oder auch, wenn sich die Union Investment Gruppe in der Wahrnehmung ihrer Stakeholder zu passiv verhält und nachhaltiges Handeln unterlässt.


Die Nachhaltigkeitsrisikotreiber werden wie andere Risikotreiber implizit in der Risikomessung berücksichtigt. So werden nachhaltigkeitsgetriebene operationelle Risiken in den Instrumenten Verlustdatensammlung, szenariobasiertes Risk Self Assessment und Risikoindikatoren berücksichtigt und darüber gesteuert und überwacht. Auch im Geschäftsrisiko und Reputationsrisiko werden verschiedene Risikoindikatoren erhoben, die Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen.


Art und Umfang der Prozesse zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken im Risikomanagementsystem werden vor dem Hintergrund der aktuellen Umfeldbedingungen kontinuierlich weiterentwickelt bzw. ergänzt.

3. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage im Berichtszeitraum


Die Ergebnisse der Risikoüberwachung wurden in den regelmäßigen Sitzungen des Risikoausschusses der Gesellschaft diskutiert und bei Bedarf Maßnahmen abgeleitet. Mit den quartalsweisen Risikoberichten und bei Bedarf durch die Ad hoc-Eskalation kritischer Sachverhalte wurde die Geschäftsführung über die risikorelevanten Sachverhalte informiert. Auf Basis dieser Informationen hat die Geschäftsführung Maßnahmen zur Risikosteuerung ergriffen und den Aufsichtsrat über die Risikolage der Gesellschaft in Kenntnis gesetzt. Einzelnen risikobehafteten Entwicklungen konnte durch gezielte Maßnahmen der Risikosteuerung begegnet werden.


Im gesamten Geschäftsjahr 2023 traten keine bestandsgefährdenden Risiken für die VisualVest auf. Die Analyse der Risikotragfähigkeit zeigt keine auffälligen Entwicklungen, die nicht mit den eingeleiteten Maßnahmen zu bewältigen waren. Die Risikotragfähigkeit der VisualVest war jederzeit sichergestellt. Alle Verlustobergrenzen wurden während des Berichtszeitraums eingehalten. Für geschäftliche und steuerliche Risiken wurden im Jahresabschluss nach vernünftigem kaufmännischem Ermessen Rückstellungen gebildet. Die Zahlungsfähigkeit der VisualVest war zu keiner Zeit gefährdet.

III. Prognosebericht


Der Prognosezeitraum bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2024.


Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, bedingt durch den Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten und Wachstumssorgen, will VisualVest konsequent Chancen für eine positive Geschäftsentwicklung im B2C-Bereich nutzen. VisualVest strebt eine kontinuierliche Steigerung der Kundenanzahl und Optimierung der angebotenen Services und deren Nutzerfreundlichkeit an. Darüber hinaus ist von einer Zunahme der Assets under Management auszugehen. Im B2B- sowie B2C4B-Bereich stehen darüber hinaus die Weiterentwicklung und kontinuierliche Optimierung der angebotenen Produkte und Services innerhalb der Plattform im Fokus. Durch die Entwicklung zusätzlicher Module, können Banken in ihrer Beratung und Kundenansprache unterstützt und weitere potentielle Zielgruppen und Geschäftspartner erschlossen werden.


Aufgrund der verfolgten Wachstumsstrategie von VisualVest rechnet die Gesellschaft im Jahr 2024 mit einem positiven Ergebnis auf leicht höherem Niveau in Höhe von rund 5,6 Mio. Euro und damit über dem Ergebnis von 2023. Der Verwaltungsaufwand sollte sich in 2024 ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres bewegen, 34,8 Mio. Euro im Vergleich zu 35,8 Mio. Euro in 2023. Die Gesellschaft kalkuliert zudem mit einem leicht gestiegenen sonstigen betrieblichen Ergebnis in Höhe von rund 40,1 Mio. Euro. Gezielte Investitionen erfolgen vor allem in den Ausbau der IT- und Entwicklungsabteilung sowie in die Infrastruktur.

 

Frankfurt, den 24. Januar 2024


VisualVest GmbH

Name
Markus Knetsch
Gabriel Placentra
Jörg Schmidt
Marco Zohren

Bilanz zum 31. Dezember 2023 der VisualVest GmbH

AKTIVSEITE

31.12.2023 31.12.2022
EUR TEUR EUR EUR TEUR
1 Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 21.551.046,62 18.994
davon an verbundene Unternehmen 21.351.015,80 (i. Vj. 13.726)
b) andere Forderungen 3.171.350,00 24.722.396,62 2.392
2 Forderungen an Kunden 446.215,76 390
3 Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen,
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten
9.538.092,58 8.878
b) geleistete Anzahlungen 1.558.347,46 11.096.440,04 165
4 Sachanlagen 33.958,86 51
5 Sonstige Vermögensgegenstände 38.585,91 24
6 Rechnungsabgrenzungsposten 177.613,79 174
Summe der Aktiva 36.515.210,98 31.069

PASSIVSEITE

31.12.2023 31.12.2022
EUR TEUR EUR EUR TEUR
1 Sonstige Verbindlichkeiten 3.609.169,24 3.166
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 2.560.116,65 (i. Vj. 2.065)
2 Rückstellungen
a) andere Rückstellungen 4.381.041,74 4.381.041,74 2.378
3 Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 25.000,00 25
b) Kapitalrücklage 28.500.000,00 28.525.000,00 25.500
Summe der Passiva 36.515.210,98 31.069

Gewinn- und Verlustrechnung der VisualVest GmbH für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR TEUR EUR EUR EUR TEUR
1 Zinserträge aus Kredit- und
Geldmarktgeschäften
615.724,92 54
2 Zinsaufwendungen 8.540,69 607.184,23 64
3 Provisionserträge 417.769,60 366
4 Provisionsaufwendungen 715.369,39 -297.599,79 726
5 Sonstige betriebliche Erträge 37.734.692,64 28.347
6 Allgemeine
Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 10.255.473,25 4.674
ab) Soziale Abgaben und
Aufwendungen für
Altersversorgung und
für Unterstützung
1.521.086,58 11.776.559,83 755
darunter: für Altersversorgung 259.078,81 (i. Vj. 145)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 20.197.488,61 31.974.048,44 17.077
7 Abschreibungen und
Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte
und Sachanlagen
3.818.758,19 3.635
8 Sonstige betriebliche
Aufwendungen
5.007,89 6
9 Ergebnis der normalen
Geschäftstätigkeit
2.246.462,56 1.830
10 Auf Grund einer
Gewinngemeinschaft, eines
Gewinnabführungs- oder eines
Teilgewinnabführungsvertrags
abgeführte Gewinne
2.246.462,56 1.830
11 Jahresüberschuss 0,00 0

Anhang

Allgemeine Angaben

Grundlagen zur Aufstellung des Abschlusses


Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 ist unter Anwendung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) sowie des GmbH-Gesetzes aufgestellt.


Der Einzelabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main, einbezogen, die den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis einzubeziehender Unternehmen aufstellt. Die Union Asset Management Holding AG wird unter der Nummer HRB 47289 im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main geführt. Der Konzernabschluss der Union Asset Management Holding AG wird in den Konzernabschluss der DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschafts-bank, Frankfurt am Main, einbezogen. Diese stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis einzubeziehender Unternehmen auf und wird unter der Nummer HRB 45651 im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main geführt. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht und ist bei der DZ BANK AG erhältlich.


Die VisualVest GmbH ist Teil der DZ BANK Gruppe. In bestimmten Rechtsordnungen, in denen die DZ BANK Gruppe tätig ist, wurden Gesetze zur globalen Mindestbesteuerung (BEPS 2.0 Pillar 2) erlassen oder inhaltlich umgesetzt. In Deutschland erfolgt die Umsetzung im Rahmen des Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung und weiterer Begleitmaßnahmen, das am 27.12.2023 im Bundesgesetzblatt veröffentlich wurde. Das Gesetz tritt für das am 1. Januar 2024 beginnende Geschäftsjahr des Konzerns in Kraft. Der Konzern fällt in den Geltungsbereich der erlassenen oder materiell-rechtlich umgesetzten Rechtsvorschriften und hat eine Bewertung der potenziellen Betroffenheit des Konzerns von der globalen Mindestbesteuerung vorgenommen.


Die VisualVest GmbH ist Teil der Mindeststeuergruppe gemäß § 3 Abs. 1 MinStG mit der DZ BANK AG als oberste Muttergesellschaft und Gruppenträger. Der Gruppenträger schuldet die Mindeststeuer nach dem MinStG und hat den Mindeststeuer-Bericht sowie die entsprechende Steuererklärung im Inland abzugeben. Die DZ BANK Gruppe erwartet aus Konzernsicht ein lediglich unwesentliches Ertragsteuerrisiko aus der globalen Mindestbesteuerung.


Die VisualVest GmbH, mit Sitz in Frankfurt am Main, wird im Registergericht des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter der Registernummer HRB 101346 geführt.


Alle Beträge sind gemäß § 244 HGB in Euro angegeben.


Posten der Bilanz oder der Gewinn- und Verlustrechnung, die keinen Betrag ausweisen, werden nicht aufgeführt, es sei denn, dass im vorhergehenden Geschäftsjahr unter diesen Posten ein Betrag ausgewiesen wurde.


Sofern nicht abweichend gekennzeichnet, sind alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) dargestellt. Beträge unter 500.000,00 Euro werden als 0 TEUR angegeben; sofern ein Posten 0,00 Euro beträgt, wird dieser mit einem Strich gekennzeichnet. Es wird kaufmännisch gerundet. Hierdurch können sich bei der Bildung von Summen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände


Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen


Die Bilanzierung der immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und soweit erforderlich um außerplanmäßige Abschreibungen. Selbständig nutzbare, bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten von 50,01 Euro bis 800,00 Euro werden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu 50,00 Euro sind unmittelbar im Aufwand gebucht.

Verbindlichkeiten


Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Rückstellungen


Die anderen Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrags für ungewisse Verbindlichkeiten oder für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird. Erträge aus der Abzinsung beziehungsweise Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen, Erfolge aus der Änderung der Abzinsungssätze sowie der Schätzung der Restlaufzeiten werden unter den Sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Bei der Ermittlung der Aufwendungen und Erträge aus Aufzinsungs- und Zinsänderungseffekten wird davon ausgegangen, dass eine Änderung des Abzinsungssatzes erst zum Ende der Periode eintritt, so dass der Nominalbetrag der Verpflichtung mit dem Zinssatz zu Beginn der Periode aufgezinst wird. Entsprechendes gilt für eine Veränderung des Verpflichtungsumfangs. In Bezug auf den Verbrauch von Rückstellungen wird die Annahme getroffen, dass dieser ebenfalls erst zum Ende der jeweiligen Periode erfolgt.

Fremdwährungsposten


Die Währungsumrechnung erfolgt auf Basis des § 340h in Verbindung mit § 256a HGB. Auf fremde Währung lautende Forderungen und Verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Die Bewertungseffekte aus diesen Geschäften werden in den Sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Handelsgeschäfte werden nicht getätigt. Erträge und Aufwendungen in Fremdwährung werden grundsätzlich mit dem Stichtagskurs zum Zeitpunkt ihrer ergebniswirksamen Erfassung umgerechnet.

Latente Steuern


Aufgrund der ertragsteuerlichen Organschaft der VisualVest GmbH zum Organträger Union Asset Management Holding AG werden die latenten Steuern auf die inländischen temporären Differenzen der VisualVest GmbH auf Ebene des Organträgers ausgewiesen, sodass die Anhangangaben zu den latenten Steuern der Gesellschaft ebenfalls dort erfolgen.

Erläuterungen zur Bilanz

Aktivseite

Forderungen an Kreditinstitute

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Forderungen an verbundene Unternehmen 21.351 13.726
täglich fällig 21.351 13.726
Forderungen an angeschlossene Kreditistitute 3.371 7.660
täglich fällig 200 5.268
bis 3 Monate 3.171 2.392
Gesamt 24.722 21.386

Forderungen an Kunden


Die Forderungen an Kunden sind innerhalb von drei Monaten fällig.

Entwicklung des Anlagevermögens

Immaterielle Anlagewerte Sachanlagen Gesamt
TEUR TEUR TEUR
Historische Anschaffungskosten zum 01.01.2023 22.567 289 22.856
Zugänge im Geschäftsjahr 5.835 20 5.855
Abgänge im Geschäftsjahr - 39 39
Umbuchungen im Geschäftsjahr - - -
Anschaffungskosten zum 31.12.2023 28.402 270 28.672
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2023 13.523 238 13.761
Abschreibungen des Geschäftsjahres 3.782 37 3.819
Zuschreibungen des Geschäftsjahres - - -
Änderungen aus Zugängen - - -
Änderungen aus Abgängen - 38 38
Umbuchungen im Geschäftsjahr - - -
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2023 17.305 236 17.541
Buchwert zum 31.12.2023 11.096 34 11.130


Der ausgewiesene Bilanzwert der Sachanlagen entspricht vollständig dem Wert der Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Sonstige Vermögensgegenstände


Die sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Union Asset Management Holding AG (Ertragssteuern) 21 -
Reisetätigkeit 16 4
Sonstige 2 20
Gesamt 39 24

Passivseite

Sonstige Verbindlichkeiten

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Union Asset Management Holding AG (Gewinnabführung) 2.246 1.830
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 915 1.030
Union Asset Management Holding AG (Umsatzsteuerumlage) 314 235
Finanzamt Frankfurt am Main (Lohn- und Kirchensteuer) 134 72
Sonstige 0 0
Gesamt 3.609 3.166

Fremdwährung


Zum Stichtag bestehen keine auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände und Schulden.

Rückstellungen

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Personalbereich 3.756 1.825
Nicht abgerechnete Leistungen 267 211
Prüfung Jahresabschluss 143 134
Miete und Mietnebenkosten 89 52
Aufbewahrungspflichten 78 121
Sonstige 49 36
Gesamt 4.381 2.378


Die Rückstellungen im Personalbereich stellen sich wie folgt dar:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Sonderzahlungen 3.333 1.600
Long Term Incentive Plan (LTIP) 218 117
Urlaubsrückstände 124 76
Sonstige 81 32
Gesamt 3.756 1.825

Entwicklung des Eigenkapitals

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklage Bilanzgewinn Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand zum 01.01.2023 25 25.500 - - 25.525
Zuführung - 3.000 - - 3.000
Jahresergebnis 2023 - - - 2.246 2.246
Ergebnisabführung 2023 - - - -2.246 -2.246
Stand zum 31.12.2023 25 28.500 - - 28.525

Sonstige finanzielle Verpflichtungen


An sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen gemäß § 285 Nr. 3a HGB Verpflichtungen aus Kfz-Leasingverträgen in Höhe von 92 TEUR.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Provisionserträge


Der Posten Provisionserträge enthält Erträge aus Online Beratung in Höhe von 418 TEuro.

Provisionsaufwendungen

2023 2022
TEUR TEUR
Aufwand für gruppeninterne Leistungsverrechnung 679 701
Wertpapiergeschäft 32 23
Sonstige 4 3
Gesamt 715 726


Die Aufwendungen für Leistungsverrechnungen stellen sich wie folgt dar:

Tätigkeit Gesellschaft 2023 2022
TEUR TEUR
Fondsmanagement Union Investment Institutional GmbH 371 357
Vertriebsleistungen Union Investment Service Bank AG 308 344
Gesamt 679 701

Sonstige betriebliche Erträge

2023 2022
TEUR TEUR
Erträge aus gruppeninterner Leistungsverrechnung 18.257 16.127
davon Servicegebühr 13.942 12.742
davon Forschung und Entwicklung 3.101 3.252
davon Digitale Vertriebswege 825 -
davon Marketings und Vertriebsunterstützung 389 -
davon Onboarding Fee - 133
Erträge aus konzerninterner Sachkostenverrechnung 15.300 8.996
Erträge Bankindividuelle Steuerung (BIS) 2.597 2.003
Erträge aus EDV-Dienstleistungen 967 1.161
Aktivierung interne Personentage 537 -
Sonstige 78 59
Gesamt 37.735 28.347

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

2023 2022
TEUR TEUR
Personalaufwendungen 11.777 5.429
Gehälter 10.255 4.674
Aufwendungen für Altersversorgung und soziale Abgaben 1.521 755
Andere Verwaltungsaufwendungen 20.197 17.077
Prüfungs- und Beratungsleistungen 8.383 7.636
IT-Kosten 4.345 3.874
Leistungsverrechnung Union Investment Gruppe 3.206 2.358
Öffentlichkeitsarbeit/Marketing 1.622 1.324
Grundstücksaufwendungen/Raumkosten 1.395 1.188
Bürobetrieb 609 437
Laufende Honorare 347 173
Sonstige 291 86
Gesamt 31.974 22.506


Die Aufwendungen für Beratungsleistungen und IT-Kosten beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für die Weiterentwicklung und Modularisierungen der Online-Plattform.


Die Aufwendungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing stehen überwiegend im Zusammenhang mit dem Werbeauftritt der Gesellschaft in den sozialen Netzwerken und dem Affiliate-Marketing mittels Online-Suchmaschinen.


Die Aufwendungen für Leistungsverrechnungen innerhalb der Union Investment Gruppe beinhalten im Wesentlichen folgende Positionen:

Tätigkeit Gesellschaft 2023 2022
TEUR TEUR
IT-Dienstleistungen Union IT-Services GmbH 1.448 765
Stabsleistungen Union Asset Management Holding AG 1.231 1.154
Personal Union Service-Gesellschaft mbH 326 256
Union Investment Institutional GmbH
Fondsservices Union Service-Gesellschaft mbH 168 168
Aufwand Miete BGA/SW Union Asset Management Holding AG 33 15
Gesamt 3.206 2.358


Die rechtliche Grundlage für die internen Leistungsverrechnungen bildet der Konzernrahmenvertrag

Sonstige betriebliche Aufwendungen


In der Position sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 1 TEuro enthalten.

Sonstige Angaben

Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter

Weiblich Männlich Gesamt
Vollzeitbeschäftigte 22,5 56,5 79,0
Teilzeitbeschäftigte 7,8 3,0 10,8
Gesamt 30,3 59,5 89,8

Angaben zum Abschlussprüferhonorar


Auf die Angabe des von dem Abschlussprüfer berechneten Gesamthonorars wird gemäß § 285 Nr.17 HGB verzichtet.

Bezüge des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung


Die Bezüge des Aufsichtsrates betragen im Berichtszeitraum 9 TEuro. Die Vergütung der Geschäftsführung beträgt im Geschäftsjahr 967 TEuro. Bei Mehrfachbeschäftigung werden die Vergütungen nur in der Gesellschaft ausgewiesen, bei der sie auch aufwandswirksam erfasst sind. Im Berichtsjahr bestanden keine Bezüge von ehemaligen Mitgliedern des Aufsichtsrates beziehungsweise der Geschäftsführung gemäß § 285 Nr. 9b HGB.

Aufsichtsrat

Name Position Beruf
Giovanni Gay Vorsitzender Mitglied des Vorstands,
Union Asset Management Holding AG,
Frankfurt am Main
Stephan Nasterlack Stv. Vorsitzender Mitglied der Geschäftsführung,
Union IT-Services GmbH,
Frankfurt am Main
Dirk Kannacher Mitglied Mitglied des Vorstands,
GLS Gemeinschaftsbank eG
Bochum
Christoph Pöhlsen Mitglied Mitglied des Vorstands,
(seit 1. Juli 2023) Union Investment Service Bank AG,
Frankfurt am Main
Barbara Resch Mitglied Mitglied des Vorstands,
(bis 30. Juni 2023) Union Investment Service Bank AG,
Frankfurt am Main
Stefan Schindler Mitglied Vorsitzender des Vorstands,
Sparda-Bank Nürnberg eG,
Nürnberg
Leif Schönstedt Mitglied Mitglied der Geschäftsführung,
Union Investment Institutional GmbH,
Frankfurt am Main
Eberhard Spies Mitglied Vorsitzender des Vorstands,
VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall eG
Schwäbisch Hall

Geschäftsführer

Name Beruf
Markus Knetsch Mitglied der Geschäftsführung
Gabriel Placentra Mitglied der Geschäftsführung
Jörg Schmidt Mitglied der Geschäftsführung
Marco Zohren Mitglied der Geschäftsführung

Gesellschafter


Das Stammkapital der Gesellschaft per 31. Dezember 2023 beträgt 25 TEuro. Alleinige Gesellschafterin ist die Union Asset Management Holding AG, Weißfrauenstraße 7, 60311 Frankfurt am Main.

Gewinnverwendungsvorschlag


Gemäß § 2 des Gewinnabführungsvertrages vom 31. März 2015 in der Fassung vom 15. Juni 2020 zwischen der Union Asset Management Holding AG und der VisualVest GmbH wird der Gewinn in Höhe von 2.246 TEuro an die Union Asset Management Holding AG abgeführt.

Nachtragsbericht


Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach dem Geschäftsjahresabschluss nicht ereignet.


Datum / Unterschriften

 

Frankfurt am Main, den 24. Januar 2024


VisualVest GmbH

Name
Markus Knetsch
Gabriel Placentra
Jörg Schmidt
Marco Zohren

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS


An die VisualVest GmbH, Frankfurt am Main

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der VisualVest GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der VisualVest GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.


Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 30. Januar 2024


PricewaterhouseCoopers GmbH


Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Andre Hütig ppa. Claudia Ullmer
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Bericht des Aufsichtsrates


Der Aufsichtsrat ließ sich während des Geschäftsjahres 2023 in Erfüllung seiner gesetzlichen und satzungsgemäßen Aufgabe insbesondere in zwei Sitzungen von der Geschäftsführung über die allgemeine Geschäftsentwicklung, wichtige Einzelvorgänge und die personelle Entwicklung berichten.


Ereignisse und Maßnahmen von besonderer Bedeutung wurden vor allem im Rahmen der turnusmäßigen Sitzungen behandelt. Soweit notwendig, wurden Einzelfälle gesondert beraten.


Die Geschäftsführung hat den Jahresabschluss und den Lagebericht aufgestellt und dem Abschlussprüfer zur Prüfung vorgelegt. Durch die Gesellschafterversammlung am 7. Februar 2023 war PWC GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, zum Abschlussprüfer gewählt und anschließend vom Aufsichtsrat mit der Prüfung beauftragt worden. Die Gesellschaft hat den Jahresabschluss und den Lagebericht geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen in Anwesenheit des Wirtschaftsprüfers eingehend geprüft. Es ergaben sich keine Einwendungen.


Ausgehend von der in § 107 Abs. 3 Satz 2 AktG kodifizierten Verpflichtung des Aufsichtsrates zur Überwachung der Qualität der Abschlussprüfung befasste sich der Aufsichtsrat 2023 intensiv mit geeigneten Beurteilungskriterien und verabschiedete entsprechende Leitlinien.


Zur Überwachung der Qualität der Abschlussprüfung im Jahr 2023 hat der Aufsichtsrat die PricewaterhouseCoopers GmbH um einen Qualitätsbericht gebeten, in dem die von der Prüfungsgesellschaft getroffenen Prozesse und Maßnahmen zur Qualitätssicherung, u.a. zur Auftragsannahme und -fortführung sowie zur unabhängigen auftragsbegleitenden Qualitätssicherung, erläutert werden. Außerdem beurteilte der Aufsichtsrat selbst die Qualität der Abschlussprüfung anhand der von ihm zuvor beschlossenen Indikatoren.


Der Aufsichtsrat empfiehlt der Gesellschafterversammlung, den vorgelegten Jahresabschluss festzustellen.

 

Frankfurt am Main, den 5. Februar 2024

Der Aufsichtsrat
Giovanni Gay
- Vorsitzender

Beschlussfassung über die Feststellung des Jahresabschlusses 2023 und die Verwendung des Ergebnisses


Die Gesellschafterversammlung der VisualVest GmbH hat am 05. Februar 2024 den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 festgestellt.


Der Jahresüberschuss in Höhe von 2.246.462,56 EUR wurde auf Grundlage eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags an die Union Asset Management Holding AG abgeführt.

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