Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 130569
Vorher
Blitz H14-372 GmbHImtech Marine Schiffbau-/Dockbautechnik GmbH
Eingetragen
3.2.2014
Branche
Gas-, Wasser-, Heizungs- sowie Lüftungs- und KlimainstallationIngenieurbüros für Fachplanung von technischer GebäudeausrüstungBau von Schiffen und schwimmenden Vorrichtungen für zivile Zwecke, ohne Boots- und Yachtbau
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Projektierung, der Vertrieb, die Installation und Wartung von Geräten und Anlagen der Klima- und Lüftungstechnik sowie Brandschutzsysteme insbesondere im Schiffahrts/-Marinebereich für Wasserfahrzeuge jeglicher Art.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Michael Siol
seit 7.11.2023
Prokura
Geschäftsführer
Tomas Marutz
seit 15.2.2021
Geschäftsführer
Michael Dittkuhn
seit 15.2.2021
Prokura
Klaus Horst Aulich
seit 3.12.2018
Prokura
Ingrid Albrecht
seit 25.5.2016
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Heinen & Hopman Engineering B.V.NLD
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Heinen & Hopman Engineering B.V.
Netherlands
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Aerius Marine GmbH

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1. Grundlagen

Die AERIUS Marine GmbH (im Folgenden auch "AERIUS") ist ein Anbieter für Design, Montage, Komponentenauswahl und -lieferung sowie Inbetriebnahme komplexer schiffsklimatechnischer Lösungen und ist darüber hinaus in den Bereichen Rohrbau, Kältetechnik und Brandschutz tätig. AERIUS ist ein Full- Service-Dienstleister und Systemintegrator für maßgeschneiderte, innovative und nachhaltige technologische Lösungen und konzentriert ihre Aktivitäten vor allem auf die Segmente Passagierschiffe und Marineschiffe. Die Geschichte des Unternehmens ist traditionsreich mit Wurzeln, die auf das 1858 gegründete Unternehmen Rudolf Otto Meyer zurückgehen.

Die AERIUS Marine GmbH mit Hauptsitz in Hamburg war 2023 in Deutschland, UK, Indien und Australien vertreten und beschäftigte durchschnittlich 158 Mitarbeiter. Seit Oktober 2021 ist AERIUS Teil der Heinen & Hopman Group in den Niederlanden, die in den Konzernabschluss der Salor Spakenburg B.V., Spakenburg/Niederlande, einbezogen wird. Dadurch hat AERIUS Zugang zu einem internationalen Netzwerk mit ungefähr 50 Standorten weltweit und einer konzerninternen Fertigung. Zusätzlich besteht durch die Zusammenarbeit die Möglichkeit, neue Angebotsfelder zu erschließen.

Die Lösungen finden Anwendung in den Segmenten Kreuzfahrtschiffe und Marineschiffe, in der Berufsschifffahrt als auch im Spezialschiffbau. Die Dienstleistungen werden schwerpunktmäßig in Europa angeboten und ausgeführt. Die Märkte in Australien nehmen in ihrer Bedeutung zu. Im asiatischen Markt ist die Gesellschaft mit der Tochtergesellschaft AERIUS Marine India Pvt. Ltd. vertreten. Im Jahr 2017 hat die AERIUS Marine GmbH die AERIUS Marine Australia PTY Ltd. gegründet. Hier konnten erste Aufträge abgeschlossen werden und seit 2022 hat AERIUS Australia PTY erste Mitarbeiter.

2. Wirtschaftsbericht

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Bedrohung der Seewege im Roten Meer, die Spannungen im Südchinesischen Meer und die Nachwirkungen der Corona-Epidemie haben weiter starke Auswirkungen auf die Wirtschaft und speziell auf die Marineschifffahrt. Die extremen Preissteigerungen haben sich zuletzt wieder abgeschwächt, der Markt ist aber weiterhin geprägt von Volatilität und einem Preis- und Margenverfall und einem Preisdruck auf den Beschaffungsmärkten.

Das Passagierschiffssegment war 2023 weiter, wie schon 2019 bis 2022, durch Covid-19 und die wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt. Für den Kreuzfahrtbereich verzeichnet die Geschäftsführung erste Marktbelebungen, rechnet aber kurzfristig nicht mit einer Nachfrage nach Neubauten über den konkretisierten Bestand hinaus. Im Bereich der Werften ist eine starke Konzentration zu beobachten, asiatische Investoren und große europäische Werften erwerben weitere Werften. In Asien werden in Zukunft weitere Kreuzfahrtschiffe gebaut.

Mehrere Werften überlegen, die Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen (HLK-Anlagen) im eigenen Haus zu planen, zu installieren und in Betrieb zu nehmen.

Das Segment Marine wird durch die allgemeine weltpolitische Krisensituation und die Bedrohung durch bestimmte geografische Gebiete stimuliert. Ein weiterer Faktor ist die Notwendigkeit, die Schiffe des "Cold War Design" zu ersetzen, deren Betrieb kostspielig ist. Überall auf der Welt werden neue Investitionen in Seeschiffe bekannt gegeben. Hier konnte ein Auftragseingang verzeichnet werden.

Im Segment des Spezialschiffbaus konnte ein Auftrag realisiert werden und die Geschäftsführung sieht weitere Chancen.

2.1. Geschäftsverlauf

Im Berichtsjahr betrug der Auftragseingang 17,7 Mio. Euro (Vorjahr: 35,2 Mio. Euro). Neben diversen Reparatur- und Umbauaufträgen für die Marine und Yachten handelte es sich um ein Neubauprojekt für den Marinebereich.

Die Umsatzerlöse in Höhe von 11,6 Mio. Euro (Vorjahr: 46,4 Mio. Euro) setzen sich aus Projektgeschäften in Höhe von 7,5 Mio. Euro (Vorjahr: 44,3 Mio. Euro), aus Servicegeschäften von 2,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro) und konzerninternen Leistungen in Höhe von 1,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro) zusammen. Die niedrigen Umsatzerlöse aus dem Projektgeschäft resultieren aus dem Bestandsaufbau von langfristigen Fertigungsaufträgen, die im Berichtsjahr zu einem Aufbau des Bestands an unfertigen Leistungen um insgesamt 12,7 Mio. Euro (Vorjahr: Bestandsabbau 26,3 Mio. Euro) führten.

Die Betriebsleistung (Umsatzerlöse und Bestandsveränderung) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Mio. Euro auf 24,2 Mio. Euro. Die Erhöhung beruht auf Auftragseingängen, die Ende des Jahres 2022 realisiert werden konnten. Die um 4,2 Mio. Euro gestiegene Betriebsleistung führte zu einer verbesserten Auslastung und damit einhergehend zu einer höheren Verrechnung der indirekten Kosten.

Es wurde im Geschäftsjahr 2023 ein Jahresfehlbetrag von -2,3 Mio. Euro (Vorjahr: -5,3 Mio. Euro) erwirtschaftet. Die Ergebnisverbesserung resultiert aus der erhöhten Betriebsleistung und der daraus resultierenden Deckung der indirekten Kosten.

2.2. Ertragslage

Insgesamt erzielte die AERIUS im abgelaufenen Wirtschaftsjahr ein EBITDA (Ergebnis vor Erträgen aus Beteiligungen, Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Anlagevermögen) in Höhe von -0,8 Mio. Euro (Vorjahr: -3,6 Mio. Euro).

Bezogen auf die Umsatzerlöse und Bestandsveränderungen an unfertigen Erzeugnissen verbesserte sich die EBITDA-Marge auf -3,33 % (Vorjahr: -17,77 %) deutlich.

Die Betriebsleistung (Umsatzerlöse und Bestandsveränderungen) von 24,2 Mio. Euro (Vorjahr: 20,1 Mio. Euro) war nicht ausreichend, die indirekten Kosten zu decken.

Die Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen lagen mit 63 % (Vorjahr: 60 %) bezogen auf Umsatzerlöse und Bestandsveränderung an unfertigen Erzeugnissen auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Reduzierung der Mitarbeiterzahl (auf Vollzeitbasis) auf 82 Mitarbeiter (Vorjahr: 102 Mitarbeiter) führte nur zu einem Rückgang der Personalaufwendungen auf 7,2 Mio. Euro (Vorjahr: 9,4 Mio. Euro), da im Vorjahr Kosten der Restrukturierung enthalten waren.

2.3. Finanzlage

Die Finanzlage der Gesellschaft war im Berichtsjahr stets geordnet. Aufgrund des langfristigen Projektgeschäfts und der hiermit verbundenen Vorleistungen hat die Gesellschaft einen Finanzierungsbedarf, der durch erhaltene Anzahlungen sowie die Einbindung in die Konzernfinanzierung gedeckt wird.

Am Ende der Berichtsperiode betrug das Eigenkapital -14,0 Mio. Euro (Vorjahr: -11,7 Mio. Euro). Auf Basis der Auftragsplanung und der daraus abgeleiteten Zahlungsströme sowie unter Berücksichtigung der nachfolgend erwähnten Patronatserklärung geht die Geschäftsführung von einer positiven Unternehmensfortführung und Finanzentwicklung aus. Zur Sicherstellung der Liquidität und der Unternehmensfortführung hat die Gesellschafterin am xx. Februar 2024 eine harte Patronatserklärung über 7,0 Mio. Euro, befristet bis zum 31. Oktober 2025 gegeben.

2.4. Vermögenslage

Die Bilanzsumme des Unternehmens beträgt für das Wirtschaftsjahr 90,7 Mio. Euro (Vorjahr: 74,7 Mio. Euro). Im Bereich des Anlagevermögens wurden nur notwendige Investitionen vorgenommen. Der Wert der unfertigen Erzeugnisse beträgt 66,0 Mio. Euro (Vorjahr: 48,2 Mio. Euro). Diesen stehen Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen in Höhe von 80,9 Mio. Euro (Vorjahr: 65,4 Mio. Euro) gegenüber. Die Projekte sind damit zu 32,8 % (Vorjahr: 35,6 %) überfinanziert und tragen wesentlich zur Finanzlage bei. Auf den Halbfertigwarenbestand entfiel zum Stichtag ein anteiliger Gewinn in Höhe von 4,7 Mio. Euro (Vorjahr: 3,5 Mio. Euro), der nicht im handelsrechtlichen Ergebnis enthalten ist und bei Schlussrechnung der Projekte realisiert wird. Flüssige Mittel betrugen zum Bilanzstichtag 7,3 Mio. Euro (Vorjahr: 6,7 Mio. Euro).

Die Bilanz weist zum Stichtag einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von -14,0 Mio. Euro (Vorjahr: -11,7 Mio. Euro) aus.

Sämtliche Vermögensgegenstände wurden im Rahmen des Jahresabschlusses einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, deren Nutzungsdauer zeitlich begrenzt ist, werden entsprechend den handelsrechtlichen Vorgaben abgeschrieben.

Die Verbindlichkeiten und Rückstellungsposten der Gesellschaft in Höhe von 90,7 Mio. Euro (Vorjahr: 74,7 Mio. Euro) sind sämtlich mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert und resultieren mit Ausnahme der Rückstellungen für Restrukturierungen in Höhe von 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,4 Mio. Euro) aus operativer Tätigkeit.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1. Prognosebericht

Die Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2024 geht, bezogen auf das EBITDA, nach einer Rückkehr in die Gewinnzone zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres, von einem positiven EBITDA (Ergebnis vor Erträgen aus Beteiligungen, Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Anlagevermögen) für das Gesamtjahr 2024 aus.

Für das Jahr 2024 wird auf Basis der derzeit vorliegenden aktuellen Zahlen sowie auf Basis der Unternehmensplanung durch das Hochfahren der Produktion für die Bestandsprojekte von einer deutlich gestiegenen Betriebsleistung (Umsatz und Bestandsveränderung) ausgegangen. Zusammen mit den weitestgehend abgeschlossen Personalmaßnahmen führt das zu einer Verbesserung von EBITDA und EBITDA-Marge. Für 2024 wird, auch durch die Realisierung des anteiligen Gewinns aus einem langlaufenden Fertigungsauftrag, von einem positiven Jahresergebnis ausgegangen.

In seinem Wintergutachten vom 14. Dezember 2023 geht das ifo-Institut für 2024 von einem weiteren Rückgang der Inflation, kräftig steigenden Löhnen und einer sehr hohen Beschäftigung aus. Durch die steigende Kaufkraft rechnet das ifo-Institut mit einer Steigerung des preisbereinigten Bruttosozialproduktes um 0,9%. Das ifo-Institut weist auf die angespannten Arbeitsmärkte hin, verstärkt durch die demographische Entwicklung. Als Risiken werden weiter die Haushaltslücke, wirtschaftliche Unsicherheit und weltpolitische Krisen und Kriege genannt. 1

Der VSM (Verband für Schiffbau und Meerestechnik e.V.) stellt in seiner aktuellen Publikation 01/2024 fest, dass die Neubestellungen im Schiffbauweltmarkt das dritte Jahr in Folge auf einem hohen Niveau bleiben und auch für die deutsche maritime Zulieferindustrie zu einer hohen Auslastung führt. Der VSM weist auf die Innovationskraft der Branche hin, die auch in der aktuellen Situation, zum Beispiel der Offshore-Erzeugung von Windenergie. der Reduzierung der Emissionen, Chancen bietet. 2

In "Kurs der Marine 2035+" zitiert die Bundeswehr (Herausgeber: Inspekteur der Marine Marinekommando) Bundeskanzler Olaf Scholz auf der Bundeswehrtagung 2022, die Bundeswehr müsse "zum Grundpfeiler der konventionellen Verteidigung in Europa werden, zur am besten ausgestatteten Streitkraft in Europa". Daraus leitet sie umfangreiche Maßnahmen ab, zum Beispiel das konsequente Umsetzen des Faktors 3 bei der Anzahl der erforderlichen Seekriegsmittel (1/3 in der Werft, 1/3 in voller Gefechtsbereitschaft, 1/3 in abgestufter Gefechtsbereitschaft), woraus sich ein erhebliches Neubaupotential ergibt. 3

In ihrem Monatsbericht Januar 2024 berichtet die Bundesbank von einem erwarteten verringerten Preisdruck auf vorgelagerte Wirtschaftsstufen. 4

Die Gesellschaft hat sich durch entsprechende Absicherungen in Lieferantenverträgen gegen mögliche Preissteigerungen abgesichert. Die erwarteten Lohnsteigerungen sind in der Planungsrechnung ausreichend berücksichtigt worden.

Den Herausforderungen des Fachkräftemangels stellt sich die Gesellschaft offensiv und ist im engen Austausch mit Mitarbeiter*innen und Bewerber*innen.

1 Quelle: https://www.ifo.de/fakten/2023-12-14/ifo-konjunkturprognose-winter-2023-konjunkturerholung-verzoegert-sich
2 Quelle: https://www.vsm.de/de/service/publikation-und-medien/schiffbau-industrie
3 Quelle: https://www.bundeswehr.de/de/organisation/marine/aktuelles/zielbild-marine-2035-5600748
4 Quelle: https://www.bundesbank.de/de/publikationen/berichte/monatsberichte/aktuelle-monatsberichte-764436, 76. Jahrgang, Nr. 1

3.2. Chancen und Risikomanagement

Anhand eines monatlichen Konzernberichtswesens auf Basis "Dutch GAAP" werden neben den Steuerungsgrößen Betriebsleistung und EBITDA bzw. EBITDA-Marge weitere relevante Unternehmenskennzahlen analysiert und kontrolliert. Strukturelle Veränderungen bzw. relevante Risiken in der Unternehmensentwicklung, wie beispielsweise im Working Capital, können somit analysiert und im Bedarfsfall durch Einleitung gezielter Maßnahmen kontrolliert und minimiert werden.

Ein weiteres Augenmerk wird auf die Liquiditätsentwicklung gelegt.

3.3. Chancen für die Weiterentwicklung des Geschäftsbetriebes

Seit November 2021 gehört AERIUS zur Heinen & Hopman Group, die in den Konzernabschluss der Salor Spakenburg B.V., Spakenburg/Niederlande, einbezogen wird. Die Zentrale liegt in den Niederlanden, ca. 50 Unternehmen in 23 Ländern mit ungefähr 2.500 Mitarbeitern gehören zur Gruppe.

Der Focus liegt in der maritimen Klima- und Lüftungstechnologie. In diesem Verbund hat AERIUS die Chance, die in der Gruppe vorhandenen Produkte und ausländischen Produktionsstätten und Service Standorte in die Projektbetrachtungen zu integrieren. Dies unterstützt unsere Bemühungen im Marineexportmarkt vom Kunden erwartete Local-Content-Vorschriften zu erfüllen. Mit der Integration in die Heinen & Hopman Group steigen die Chancen, Marineprojekte zu realisieren.

Durch die globalen Entwicklungen in der Sicherheitspolitik steigt der Bedarf bei Instandhaltung und Erweiterung der Marinekapazitäten. AERIUS ist in Großbritannien ein etablierter Partner der Marinezulieferindustrie, in diesem Verbund bauen wir unsere Aktivitäten in Australien und Kanada aus.

Auch der deutsche Marinesektor ist in der Instandhaltung von der neuen Sicherheitslage betroffen, hier werden wir unsere Aktivitäten weiter ausbauen.

Die bisherige Erfolgsgeschichte des europäischen Schiffbaus, der sich nach der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 anspruchsvollen Nischenmärkten zuwandte und so dem negativen Trend des letzten Jahrzehnts im weltweiten Standardschiffbau entkam, erlitt mit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie einen Rückschlag. Mittlerweile haben sich die Aussichten wieder deutlich verbessert.

Mit Neubestellungen von großen Kreuzfahrtschiffen in signifikantem Umfang rechnet die Gesellschaft nicht vor 2025.

Für den zivilen Bereich sieht AERIUS für 2024 Chancen im Spezialschiffbau.

Die sicherheitspolitische Lage in Europa und das Sondervermögen des Bundestages für die Bundeswehr sind ein Beschleuniger für Marineprojekte. Hier sehen wir eine gute Chance die Marktposition von AERIUS weiter zu stärken.

In allen Bereichen stärkt auch die Zugehörigkeit zur Heinen & Hopman Group unsere Position.

Wir bewerten die Bedeutung der Chancen als positiv.

3.4. Risiken

Auf mittlere Sicht betrachtet hängt der Geschäftserfolg davon ab, die unternehmerischen Risiken zu beherrschen, operative Exzellenz auf allen Gebieten zu gewährleisten sowie vorhandene geschäftliche Chancen zu erkennen und auszuschöpfen.

Neben den latenten Risiken, wie Claim Management und Störungen bei der Auftragsabwicklung, muss die AERIUS durch Innovationsoffenheit Sorge dafür tragen, dass Kundenerwartungen durch die Gewährleistung modernster technologischer und energetischer Standards und gemäß den gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden können.

3.4.1. Projektrisiken

Potenzielle Risikofaktoren, wie insbesondere Defizite in der Projektausführung, der Priorisierung, der Finalisierung von Projekten und der Wirtschaftlichkeit, können im Falle einer negativen Planabweichung einen erheblichen Einfluss auf die Ertragslage haben. Dem Risiko einer nicht genügenden Auslastung durch nicht ausreichende Anschlussaufträge soll durch aktiven Vertrieb mit Bestandspflege und Neukundengewinnung begegnet werden und wird deshalb gesondert beobachtet. Die Einhaltung terminlicher und finanzieller Vorgaben in der Projektabwicklung hat weiterhin oberste Priorität, um möglichen Claims der Auftraggeber frühzeitig entgegenzuwirken. Möglichen Risiken, die sich aus Beschaffungs- und Absatzmärkten ergeben, wird durch ein Risikomanagement begegnet, das in das unternehmensinterne Frühwarnsystem eingebettet ist. Komponenten sind effektive Bonitätsprüfung, kontinuierliche Liquiditätskontrolle und umfassendes Controlling.

Durch einen geschäftsführenden Gesellschafter ist die Abstimmung über signifikante Verträge und Verpflichtungen zwischen der Heinen & Hopman Group und den operativen Einheiten sichergestellt. Zur Minimierung möglicher Risiken in dem operativen Geschäft ist ein klar strukturiertes und ganzheitliches Projektcontrolling als Steuerungsinstrument implementiert. Es beinhaltet Richtlinien für die Auswahl von Projekten, die sich anschließende Angebotsbearbeitung und Auftragserfüllung sowie letztlich die Abwicklung etwaiger Gewährleistungsansprüche.

Zum Umgang mit Projektrisiken gehört auch die zeitliche, juristische, technische und kaufmännische Steuerung. Im Einzelnen stehen Themen wie Kalkulation, Vertragsmanagement, technische Ausführung, Steuerung der Subunternehmen, Steuerung der eigenen Mitarbeiter, Qualitäten, Termine, Beschaffung, Kosten- und Budgetverfolgung und die Projektfinanzierung jeweils im Fokus der kaufmännischen und technischen Projektmanager. Als Risiko werden negative Abweichungen vom Projektplan gesehen, Risikoanalysen werden monatlich aktualisiert und sind ein fester Bestandteil unseres internen Reportings. Fehlentwicklungen und Gegensteuerungsmaßnahmen werden regelmäßig an die Unternehmensleitung kommuniziert, um umgehend reagieren zu können.

Als Bestandteil des Risikomanagementprozesses finden regelmäßige Projekt-Review-Gespräche statt. Übergeordnet finden regelmäßige "Management-Meetings" der Geschäftsführung statt.

Das Controlling der "Key-Faktoren" (Working Capital, Produktion, Auftragseingang und Auftragsergebnisse) ist durch standardisierte, im monatlichen Berichtswesen enthaltene Abfragen weiter verfeinert worden.

Die verankerten Systeme zur Risikovorsorge und zum Risk-Management gewährleisten eine umfassende Risikovorsorge, um denkbare Risiken in unseren Geschäftsbereichen rechtzeitig zu erkennen, zu bewerten und zu mindern.

Wir bewerten die projektbezogenen Risiken mit mittel.

Im Rahmen des Risiko-Controllings ist die Abhängigkeit von einigen wenigen Großkunden als Hauptrisiko erkannt worden. Der Wegfall von einem Großkunden kann erheblichen Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage der AERIUS haben. AERIUS bemüht sich, dieses zu verbessern und das Geschäft breiter aufzustellen. Zwecks Vermeidung eines finanzwirtschaftlichen Risikos im Forderungsbereich ist es Ziel, unsere Kunden optimiert in die Projektfinanzierung einzubinden. Wir bewerten das Risiko unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit als mittel.

Es besteht grundsätzlich das Risiko, dass Auftragseingänge nicht wie geplant oder zeitlich verzögert eingehen. Dieses Risiko kann erhebliche Auswirkungen auf die Ertrags- und Finanzlage haben. Wir bewerten das Risiko mit mittel.

Die Corona-Pandemie und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine haben die Anfälligkeiten der Lieferketten gezeigt. Die aktuellen Spannungen im Roten und Südchinesischen Meer bieten Anlaß zu entsprechender Sorge. Die jüngsten Krisen haben gezeigt, dass AERIUS die Folgen gut verarbeiten konnte und wir arbeiten weiter an entsprechender Vorsorge. Das Risiko möglicher Lieferverzögerungen bewerten wir mit mittel.

Die finanziellen Risiken der hohen Preissteigerungen begegnet die Gesellschaft durch Preisgleitungsklauseln. Das Risiko wird als gering betrachtet.

3.4.2. Finanzrisiken

Für die finanzielle Lage sind die Anzahlungen für Fertigungsaufträge entscheidend. Mögliche Risiken sind durch die Vertragsgestaltung und Bürgschaften abgedeckt. Durch das Forderungsmanagement werden mögliche Störungen rechtzeitig behoben.

Die oben genannten Projektrisiken können erhebliche Auswirkungen auf die Finanzlage haben.

Die Geschäftsführung stellt fest, dass im Wirtschaftsjahr 2023 die Gesellschaft ständig über entsprechende finanzielle Mittel verfügte und ihren Verbindlichkeiten fristgerecht und vollumfänglich nachkommen konnte. Auch für die kommenden 12 Monate sehen wir bezogen auf die relevanten Annahmen in der Unternehmensplanung keine nachhaltigen Änderungen und gehen von einer jederzeitigen Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft aus.

Auf Grundlage der aktuellen Planungsrechnung hat die Gesellschafterin, die Heinen & Hopman Engineering B.V., im April 2024 eine bis zum 30. April 2026 befristete Patronatserklärung erteilt, die betragsmäßig auf 7,0 Mio. Euro begrenzt ist.

Soweit die der Planung zugrundeliegenden wesentlichen Annahmen nicht eintreten sollten, kann sich die Situation ergeben, dass die mit der Patronatserklärung zugesagten finanziellen Mittel nicht ausreichen, um die dann zu erwartende Liquiditätslücke zu schließen. In diesem Fall ist es erforderlich, dass die Gesellschafterin weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stellt. Diese Ereignisse und Gegebenheiten deuten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein Risiko für den Fortbestand der Gesellschaft darstellt. Die gesetzlichen Vertreter gehen davon aus, dass die Gesellschafterin in einem solchen Fall weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stellen wird.

 

Hamburg, den 28. März 2024

Jochem Willem Eduard Hopman, geschäftsführender Gesellschafter

Tomas Marutz, CEO

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

Stand am 31.12.2023 Stand am 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 328.578,00 1.827.259,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 10.870,00 14.454,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 152.810,24 235.716,00
163.680,24 250.170,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 6.206,74 6.206,74
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 855.983,93 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 544.983,99 603.326,75
1.407.174,66 609.533,49
1.899.432,90 2.686.962,49
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 59.968.000,00 48.241.000,00
2. Geleistete Anzahlungen 1.967.207,48 1.142.299,69
61.935.207,48 49.383.299,69
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.489.455,74 2.570.667,05
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 873.676,14 684.322,16
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.482.496,19 897.999,56
4.845.628,07 4.152.988,77
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 7.287.046,84 6.709.851,91
74.067.882,39 60.246.140,37
C. Rechnungsabgrenzungsposten 90.145,44 79.963,62
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 14.000.136,24 11.704.542,69
90.057.596,97 74.717.609,17

Passiva

Stand am 31.12.2023 Stand am 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 41.160.172,85 41.158.988,85
III. Verlustvortrag -52.888.531,54 -47.635.539,89
IV. Jahresfehlbetrag -2.296.777,55 -5.252.991,65
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 14.000.136,24 11.704.542,69
0,00 0,00
B. Rückstellungen
1. Rückellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 778.374,00 892.995,00
2. Sonstige Rückstellungen 4.210.365,00 5.009.180,39
4.988.739,00 5.902.175,39
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 80.929.668,18 65.392.221,69
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.649.033,34 1.669.611,79
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 139.780,37 1.126.682,79
4. Sonstige Verbindlichkeiten 338.445,98 626.917,51
- davon aus Steuern: € 290.040,71 (Vorjahr: € 564.749,14) -
85.056.927,87 68.815.433,78
D. Rechnungsabgrenzungsposten 11.930,10 0,00
90.057.596,97 74.717.609,17

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2022
1. Umsatzerlöse 11.637.587,96 46.404.762,50
2. Erhöhung (Vorjahr: Verminderung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 12.617.000,00 -26.258.687,57
3. Sonstige betriebliche Erträge 352.185,23 318.809,45
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -8.122.641,24 -6.258.681,72
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -7.380.049,09 -15.502.690,33 -5.876.224,33
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -6.072.884,58 -8.332.345,40
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.156.023,45 -7.228.908,03 -1.087.586,56
- davon für Altersversorgung: € 34.956,71 (Vorjahr: € 20.534,41) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.592.672,60 -1.620.463,48
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.691.542,70 -2.499.296,32
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 146.821,95 8.250,26
- davon aus verbundenen Unternehmen: € 47.454,50 (Vorjahr: € 3.672,13) -
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -28.859,20 -41.568,92
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 -35.263,00
11. Ergebnis nach Steuern -2.291.077,72 -5.278.295,09
12. Sonstige Steuern -5.699,83 25.303,44
13. Jahresfehlbetrag -2.296.777,55 -5.252.991,65

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2023

1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des GmbH-Gesetzes (GmbHG) in Euro erstellt.

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

Die Gesellschaft gilt als große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Die Gesellschaft ist in das Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg unter der Nummer HRB 130569 eingetragen.

Die Gesellschaft hat bei der Bilanzierung eine positive Prämisse zur Unternehmensfortführung unterstellt. Hinsichtlich der wesentlichen Unsicherheit, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann, verweisen wir auf die Ausführungen in Abschnitt 3.3.2 des Lageberichts.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen werden einzeln erfaßt und zu Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet.

Der erworbene Kundenstamm wurde aktiviert und wird planmäßig über die Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. Die Nutzungsdauer für den Kundenstamm wurde aus laufenden Auftragsbeziehungen mit Kunden abgeleitet.

Bei beweglichen Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens werden die Abschreibungen linear über die Nutzungsdauer vorgenommen.

Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird diesem durch außerplanmäßige Abschreibung Rechnung getragen.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen werden marktüblich verzinst und mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Der Wert der sonstigen Ausleihungen wurde in Höhe des Erstattungsanspruchs aus einer Pensionsverpflichtung versicherungsmathematisch ermittelt und für eine Rückdeckungsversicherung in Höhe des Aktivwertes der Versicherung angesetzt.

Die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse erfolgt auf Basis der angefallenen Material- und Fertigungseinzelkosten, der Material- und Fertigungsgemeinkosten und angemessener Verwaltungsgemeinkosten, soweit nicht zur Beachtung des Niederwertprinzips ein niedrigerer Wertansatz geboten ist.

Abwertungen auf unfertige Leistungen resultieren aus der verlustfreien Bewertung der einzelnen Projekte. Dabei wird der Abwertungsbedarf je Projekt ermittelt als negativer Unterschiedsbetrag zwischen der Summe des jeweiligen Auftragsbestandes und den bereits im Projektbestand erfassten Kosten zuzüglich der noch erwarteten Kosten andererseits.

Die geleisteten Anzahlungen werden zum Nennbetrag ausgewiesen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Erkennbare Risiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

Die Guthaben bei Kreditinstituten und der Kassenbestand werden zum Nennwert angesetzt.

Unter dem Posten Rechnungsabgrenzung werden Leistungen, die nach dem Abschlussstichtag aufwandswirksam zu erfassen sind, zum Nennbetrag ausgewiesen.

Latente Steuern werden für Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt, soweit sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Steuerliche Verlustvorträge sind bei der Berechnung aktiver latenter Steuern in Höhe der innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erwartenden Verlustverrechnung einzubeziehen. Im Falle einer Steuerentlastung wird vom entsprechenden Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht. Die Bewertung der latenten Steuern aus temporären Differenzen erfolgt auf der Grundlage des Körperschaftsteuersatzes und des durchschnittlichen gewerbesteuerlichen Hebesatzes, die sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben werden.

Das gezeichnete Kapital wurde vollständig eingezahlt und wird mit dem Nennwert angesetzt.

Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen wurde auf Basis des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes durchgeführt und erfolgte nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der sogenannten "Projected-Unit-Credit-Methode". Die Pensionsrückstellung wurde mit einem Rechnungszinssatz von 1,83 % p. a. (Vj. 1,78 % p. a.) unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Zur Berücksichtigung des Rententrends wurden unverändert 2,00 % zugrunde gelegt. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Absatz 6 HGB beträgt TEUR 5 (Vj: TEUR 26); insoweit besteht eine Ausschüttungssperre.

Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen und in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Währungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten sind zum Entstehungskurs oder zum niedrigeren bzw. höheren Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden neben den unrealisierten Verlusten auch die unrealisierten Gewinne aus der Stichtagskursbewertung berücksichtigt. Bei Deckung durch Termingeschäfte werden die Währungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten mit dem Terminkurs bewertet.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der Posten des Anlagevermögens ergibt sich aus dem beigefügten Anlagenspiegel.

Bei den sonstigen Ausleihungen in Höhe von TEUR 545 (Vj: TEUR 603) handelt es sich um einen Erstattungsanspruch gegen einen früheren Eigentümer für Pensionsverpflichtungen gegenüber einem ehemaligen Geschäftsführer in Höhe von TEUR 395 (Vj: TEUR 510) und den Aktivwert einer Altersteilzeitversicherung in Höhe von TEUR 150 (Vj: TEUR 93).

Bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen handelt es sich um ein Darlehen in Höhe von TEUR 500 mit einer festen Laufzeit bis zum 20.03.2028 und 9 Darlehen mit variabler Laufzeit in Höhe von TEUR 301 zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen.

Die Gesellschaft hält zum 31.12.2023 die folgenden Beteiligungen:

Name Anteil Wechselkurs Eigenkapital Letztes Jahresergebnis
AERIUS Marine India Pvt. Ltd., New Delhi/Indien * 99,9% 91,90450 TINR 13.186 TINR 6.684
AERIUS Marine UK Ltd., Glasgow/Scotland ** 100,0% 0,86905 TGBP 632 TGBP 746
AERIUS Marine Australia PTY Ltd., Sydney/Australien ** 100,0% 1,62630 TAUD -17 TAUD-12

* 0,1% werden von der 100%igen Tochter AERIUS Marine UK Ltd. gehalten, Bilanzstichtag 31.03.2023
** Bilanzstichtag 31.12.2020

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit TEUR 56 (Vj: TEUR 16) Umsatzerlöse, mit TEUR 818 (Vj: TEUR 359) Dienstleistungen für verbundene Unternehmen sowie mit TEUR 0 (Vj: TEUR 309) ein kurzfristiges Darlehen an ein verbundenes Unternehmen.

Eigenkapital

Zum 31. Dezember 2023 beträgt das Eigenkapital der Gesellschaft TEUR -14.000 (Vj: TEUR -11.705).

Das gezeichnete Kapital in Höhe von TEUR 25 (Vj: TEUR 25) war am Bilanzstichtag in voller Höhe einbezahlt.

Die Gesellschafterin Heinen & Hopman Engineering B.V., Spakenburg/Niederlande, hat im Februar 2024 eine bis zum 31. Oktober 2025 befristete und auf TEUR 7.000 begrenzte harte Patronatserklärung ausgestellt, die die Unternehmensfortführung der AERIUS Marine GmbH auf Basis der erstellten Planungsrechnung sicherstellt.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Sie betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 3.407 (Vj: TEUR 3.855), Rückstellungen für Restrukturierung in Höhe von TEUR 290 (Vj: TEUR 444), sonstige personalbezogene Rückstellungen in Höhe von TEUR 503 (Vj: TEUR 627) und Gewährleistungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 10.

Verbindlichkeiten

Seit dem Berichtsjahr werden erfasste Eingangsrechnungen aus dem Folgejahr, deren Leistungsumfang dem Geschäftsjahr zuzuordnen ist, nicht mehr in den sonstigen Verbindlichkeiten, sondern bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Der Vorjahresausweis wurde zur besseren Vergleichbarkeit sowohl bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als auch bei den sonstigen Verbindlichkeiten um T€ 459 angepasst.

Die Angaben zu den Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 85.057 (Vj: TEUR 68.815) ergeben sich aus nachfolgender Übersicht:

Restlaufzeit Gesamtbetrag
bis zu 1 Jahr über 1 Jahr und weniger als 5 Jahre über 5 Jahre 31.12.2023
TEUR TEUR TEUR TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.287 78.324 319 80.930
(Vj) (1.710) (63.658) (24) (65.392)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.649 0 0 3.649
(Vj) (1.211) (0) (0) (1.670)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 140 0 0 140
(Vj) (1.127) (0) (0) (1.127)
Sonstige Verbindlichkeiten 338 0 0 338
(Vj) (627) (0) (0) (627)
- davon aus Steuern 290 (0) (0) 290
(Vj) (565) (0) (0) (565)
Gesamt 6.414 78.324 319 85.057
(Vj) (4.675) (63.658) (24) (68.816)
davon durch Pfandrechte und ähnliche Rechte gesichert Art und Form der Sicherheit
TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 n/a
(Vj) (0) n/a
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 n/a
(Vj) (0) n/a
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 n/a
(Vj) (0) n/a
Sonstige Verbindlichkeiten 0 n/a
(Vj) (0) n/a
- davon aus Steuern 0 n/a
(Vj) (0) n/a
Gesamt 0 n/a
(Vj) (0) n/a

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 140 (Vj: TEUR 1.127) aus Lieferungen und Leistungen.

Latente Steuern

Zum Bilanzstichtag ergeben sich aktive latente Steuern. Diese werden in Ausübung des Wahlrechtes des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt. Passive latente Steuern auf temporäre Differenzen waren nicht zu bilden.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

01.01.2023 bis 31.12.2023 01.01.2022 bis 31.12.2022
TEUR TEUR
Umsatz aus Projektgeschäft 8.822 44.274
Umsatz aus Servicegeschäft 2.816 2.131
Gesamt 11.638 46.405
01.01.2023 bis 31.12.2023 01.01.2022 bis 31.12.2022
TEUR TEUR
Umsatz in Deutschland 2.978 36.587
Sonstiger Umsatz innerhalb der EU 815 4207
Umsatz im Drittland 7.845 5.611
Gesamt 11.638 46.405

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge aus der Ausbuchung von Altverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 246 (Vj: TEUR 0), Kostenerstattungen in Höhe von TEUR 233 (Vj: TEUR 0), der Wechselkursumrechnung in Höhe von TEUR 161 (Vj: TEUR 144) und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 0 (Vj: TEUR 175).

Personalaufwand

In 2023 erfolgte keine Zahlung von Kurzarbeitergeld, daher erfolgte keine Erstattung eines Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung, der im Vorjahr mit dem Personalaufwand verrechnet wurde, in Höhe von TEUR 0 (Vj: TEUR 23).

Im Personalaufwand sind keine Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen enthalten; TEUR 0 (Vj: TEUR 1.967) enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Wechselkursumrechnung in Höhe von TEUR 167 (Vj: TEUR 330).

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind keine Restrukturierungskosten (Vj: TEUR 41) enthalten.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Zinsen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 15 (Vj: TEUR 0).

5. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Verpflichtungen aus befristeten Miet-, Leasing-, Lizenz-, Bürgschafts- und Dienstleistungsverträgen bestehen und sind, soweit diese nicht bilanziert sind, in nachfolgender Übersicht erläutert:

Laufzeit Gesamtbetrag
Sonstige finanzielle Verpflichtungen bis zu 1 Jahr 2 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre 31.12.2023
TEUR TEUR TEUR TEUR
Mietverträge 710 1.310 0 2.020
Leasingverträge 99 64 0 163
Bürgschaftsverpflichtung 0 47 0 47
sonstige Verpdlichtungen 17 0 0 17
Gesamt 826 1.421 0 2.247

Organe der Gesellschaft

Mitglieder der Geschäftsführung sind:

Herr Tomas Marutz, Eutin-Fissau, Chief Executive Officer

Herr Jochem Willem Eduard Hopman, geschäftsführender Gesellschafter, Bunschoten / Niederlande

In den Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 778 (Vj: TEUR 893) sind Verpflichtungen gegenüber ehemaligen Geschäftsführern in Höhe von TEUR 505 (Vj: TEUR 617) enthalten.

Hieraus besteht eine Rückforderung in Höhe von TEUR 395 (Vj: TEUR 510) gegen einen vorherigen Eigentümer.

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2023 beträgt für Prüfungsleistungen TEUR 60.

Mitarbeiter

Das Unternehmen beschäftigte im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich insgesamt 94 (Vj: 111) Mitarbeiter, wovon 13 (Vj: 16) gewerbliche Arbeitnehmer, 75 (Vj: 94) Angestellte und 6 (Vj: 6) Auszubildende waren.

Ergebnisverwendung

Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 2.296 (Vj: -TEUR 5.253) ab. Die Geschäftsführung plant, den Jahresfehlbetrag in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht

Es haben sich keine berichtspflichtigen Sachverhalte nach dem Bilanzstichtag ereignet.

Konzernklausel

Die Salor Spakenburg B.V., Spakenburg/Niederlande ist das Mutterunternehmen, das seit dem Jahr 2021 den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss wird im niederländischen Handelsregister, Chamber of Commerce, offengelegt.

Die Gesellschaft geht davon aus, dass die Voraussetzungen für die Befreiung von der Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichtes nach § 291 HGB vorliegen werden und sie somit von der Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichtes befreit ist.

 

Hamburg, den 28. März 2024

Jochem Willem Eduard Hopman, geschäftsführender Gesellschafter

Tomas Marutz, CEO

Entwicklung des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am 1.1.2023 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 16.614.216,77 0,00 0,00 16.614.216,77
16.614.216,77 0,00 0,00 16.614.216,77
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 73.225,87 0,00 0,00 73.225,87
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.327.030,23 7.501,17 0,00 1.334.531,40
1.400.256,10 7.501,17 0,00 1.407.757,27
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 71.206,74 0,00 0,00 71.206,74
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 855.983,93 0,00 855.983,93
3. Sonstige Ausleihungen 603.326,75 56.066,24 114.409,00 544.983,99
674.533,49 912.050,17 114.409,00 1.472.174,66
Summe Anlagevermögen 18.689.006,36 919.551,34 114.409,00 19.494.148,70
kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2023 Zugänge Stand am 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 14.786.957,77 1.498.681,00 16.285.638,77
14.786.957,77 1.498.681,00 16.285.638,77
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 58.771,87 3.584,00 62.355,87
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.091.314,23 90.406,93 1.181.721,16
1.150.086,10 93.990,93 1.244.077,03
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 65.000,00 0,00 65.000,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00
65.000,00 0,00 65.000,00
Summe Anlagevermögen 16.002.043,87 1.592.671,93 17.594.715,80
Restbuchwerte
Stand am 31.12.2023 Stand am 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 328.578,00 1.827.259,00
328.578,00 1.827.259,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 10.870,00 14.454,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 152.810,24 235.716,00
163.680,24 250.170,00
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 6.206,74 6.206,74
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 855.983,93 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 544.983,99 603.326,75
1.407.174,66 609.533,49
Summe Anlagevermögen 1.899.432,90 2.686.962,49

Nach dem Ergebnis unserer Prüfung erteilen wir dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 sowie dem Lagebericht der AERIUS Marine GmbH, Hamburg, den folgenden

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die AERIUS Marine GmbH, Hamburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der AERIUS Marine GmbH, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AERIUS Marine GmbH, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Ausführungen in Abschnitt I. "Allgemeine Angaben" des Anhangs und in den Abschnitten 2.3. "Finanzlage" und 3.4.2. "Finanzrisiken" des Lageberichts. Dort beschreiben die gesetzlichen Vertreter, dass sie im Prognosezeitraum ausweislich ihrer Planung von der Entstehung einer Liquiditätslücke ausgehen. Diese Liquiditätslücke muss durch die Gesellschafterin geschlossen werden, die zu diesem Zweck eine bis zum 30. April 2026 befristete und damit über den Prognosezeitraum hinausgehende und betragsmäßig begrenzte Patronatserklärung erteilt hat. Soweit die der Planung zugrundeliegenden wesentlichen Annahmen nicht eintreten sollten, kann sich die Situation ergeben, dass die mit der Patronatserklärung zugesagten finanziellen Mittel nicht ausreichen, um die dann zu erwartende Liquiditätslücke zu schließen. In diesem Fall ist es erforderlich, dass die Gesellschafterin weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stellt. Die gesetzlichen Vertreter gehen davon aus, dass die Gesellschafterin in einem solchen Fall weitere finanzielle Mitte zur Verfügung stellen wird. Wie in Abschnitt 1 "Allgemeine Angaben" des Anhangs und den Abschnitten 2.3. "Finanzlage" und 3.4.2. "Finanzrisiken" des Lageberichts dargestellt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 5. April 2024

Roser GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Faust, Wirtschaftsprüfer

Bischoff, Wirtschaftsprüferin

Datum der Feststellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2023: 5. April 2024

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