Studio 100 International GmbH

Neumarkter Straße 18, 81673 München, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 250436
Vorher
Studio 100 Media GmbH
Eingetragen
30.7.2019
Branche
Fernsehveranstalter und Verbreitung von VideoinhaltenHörfunkveranstalter und Verbreitung von AudioinhaltenBetrieb von Einrichtungen für kunstschaffende Tätigkeiten und darstellende Künste a. n. g.
Gegenstand
Produktion, Erwerb, Vertrieb und Vermarktung von Kinder- und Jugendprogrammen (einschließlich Zeichentrickprogrammen), Veranstaltung und Vermarktung von Kinder- und Jugendfernsehkanälen sowie Erwerb, Produktion, Vertrieb und Vermarktung von Rechten an Kinofilmen, TV- und anderen audiovisuellen Werken (insbesondere im Kinder- und Jugendbereich, einschließlich Zeichentrickprogrammen) und Merchandising-Rechten aller Art, Herstellung und Auswertung von Musikproduktionen, Betrieb von Musikverlagen, sowie alle damit zusammenhängenden Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Holger Mautz
seit 2.4.2024
Prokura
Ellen Van Elsen
seit 14.10.2022
Prokura
Martin Krieger
seit 20.8.2019
Geschäftsführer
Hans Bourlon
seit 30.7.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Studio 100 N.V.BEL
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Studio 100 N.V.
Belgium
50.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Studio 100 International GmbH (vormals: Studio 100 Media GmbH)

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.161.557,39 7.482.938,92
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.121.013,60 6.053.380,22
10.282.570,99 13.536.319,14
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 100.521,49 100.037,73
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 195.245,88 149.415,31
295.767,37 249.453,04
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 110.501,00 81.001,00
10.688.839,36 13.866.773,18
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
Waren 115.240,82 133.027,20
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.615.576,36 4.615.575,93
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.987.979,30 6.994.311,59
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.691.417,09 3.539.372,42
14.294.972,75 15.149.259,94
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.091.196,99 271.262,85
15.501.410,56 15.553.549,99
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 114.610,21 48.684,80
D. NICHT DURCH EIGENKAPITAL GEDECKTER FEHLBETRAG 27.440.023,47 23.581.194,59
53.744.883,60 53.050.202,56

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 50.000,00 50.000,00
II. Kapitalrücklage 16.085.162,57 16.085.162,57
III. Verlustvortrag -39.716.357,16 -21.958.797,39
IV. Jahresfehlbetrag -3.858.828,88 -17.757.559,77
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 27.440.023,47 23.581.194,59
0,00 0,00
B. SONDERPOSTEN FÜR INVESTITIONSZUSCHÜSSE 860.003,00 1.167.751,32
C. RÜCKSTELLUNGEN
Sonstige Rückstellungen 5.441.535,15 6.800.286,23
D. VERBINDLICHKEITEN
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.214.495,71 1.723.527,69
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 960.815,46 545.241,92
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 43.385.429,46 36.835.126,03
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.882.604,82 5.978.269,37
- davon aus Steuern: EUR 134.715,22 (Vorjahr: EUR 89.267,34)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 9.820,95 (Vorjahr: EUR 9.235,83)
47.443.345,45 45.082.165,01
53.744.883,60 53.050.202,56

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1.1. BIS ZUM 31.12.2023

1.1. - 31.12.2023 1.1.- 31.12.2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 12.003.800,48 15.577.180,03
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 408.803,87 562.602,91
3. Sonstige betriebliche Erträge 5.719.408,63 2.579.120,16
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 64.535,34 (Vorjahr: EUR 176.862,93)
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Lizenzen, Provisionen und Material -851.676,60 -1.426.042,22
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -936.037,90 -1.485.998,71
-1.787.714,50 -2.912.040,93
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -4.267.662,54 -3.899.874,21
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -660.878,88 -650.546,25
- davon für Altersversorgung: EUR 6.351,42 (Vorjahr: EUR 5.287,19)
-4.928.541,42 -4.550.420,46
6. Abschreibungen -8.330.822,11 -14.018.424,45
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.846.067,02 -4.386.014,32
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 103.065,70 (Vorjahr: EUR 91.253,94)
8. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 0,00 53.455,69
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 102.796,30 93.058,55
davon aus verbundenen Unterrnehmen: EUR 102.785,30 (Vorjahr: EUR 85.477,07)
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0,00 -8.744.858,80
11. Aufwendungen aus Verlustübernahme -1.106.414,72 -841.415,38
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.052.826,30 -1.076.875,40
- davon an verbundene Unternehmen: EUR 989.510,42 (Vorjahr: EUR 1.076.838,40)
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -40.338,09 -91.044,93
14. Ergebnis nach Steuern -3.857.914,88 -17.755.677,33
15. Sonstige Steuern -914,00 -1.882,44
16. Jahresfehlbetrag -3.858.828,88 -17.757.559,77

ANHANG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 01. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2023

Allgemeine Erläuterungen

Mit Eintragung ins Handelsregister vom 21. Februar 2024 firmiert die Gesellschaft als Studio 100 International GmbH (vorher: Studio 100 Media GmbH) mit Sitz in München und ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter Nummer HRB 250436 eingetragen.

Der Jahresabschluss der Studio 100 International GmbH, München, wird gemäß der Vorschriften einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft aufgestellt. Es gelten die Vorschriften des Handelsgesetzbuches gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes.

Der Abschluss ist in Euro aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit hängt maßgeblich von der finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft Studio 100 N.V. (kurz S100 NV) ab. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2023 hat die S100 NV einen Rangrücktritt von EUR 26,0 Mio. in Bezug auf das Intercompany Darlehen in Höhe von EUR 39,9 Mio. erklärt. Zudem hat die S100 NV eine harte Patronatserklärung mit Laufzeit bis zum 31. Dezember 2025 abgegeben. Die Geschäftsführung geht weiterhin von einer positiven Fortführungsprognose aus. Dabei waren, bis auf nachfolgende Erläuterung, unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

In diesem Jahr sind erstmalig die Aktiv- und Passivposten der Wertzeitkonten saldiert. Der Aktivwert beträgt in diesem Jahr TEUR 27 (Vj. TEUR 104) und der Passivwert beträgt TEUR 26 (Vj. TEUR 95).

Selbst geschaffene Filmrechte und Kinoproduktionen sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Material- und Lohnkosten angemessene Teile der betrieblichen Gemeinkosten. Allgemeine Verwaltungskosten, Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersvorsorge sowie Vertriebskosten werden nicht aktiviert. Die Abschreibung erfolgt entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer degressiv in Abhängigkeit vom Verhältnis zwischen den periodischen und den insgesamt erwarteten Umsatzerlösen.

Der Restbuchwert der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände (TEUR 6.162; Vj. TEUR 7.483) gilt als ausschüttungsgesperrt nach § 268 Abs. 8 HGB.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen (2 bis 20 Jahre) vermindert.

Abweichend zum Vorjahr wurden selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände mit einem Restbuchwert von TEUR 78 (Vj. TEUR 6.161) von den entgeltlich erworbenen Rechten und Lizenzen in die selbst geschaffenen Rechte und Werte umgegliedert. Im Anlagespiegel wurde dies in der Umbuchungsspalte ausgewiesen.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen erfolgen pro rata temporis linear über eine Nutzungsdauer von 3 bis 13 Jahren. Zinsen für Fremdkapital werden bei den Herstellungskosten nicht angesetzt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert von netto bis zu EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst, ihr sofortiger Abgang wird unterstellt.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn in Folge veränderter Umstände eine voraussichtlich dauernde Wertminderung gegeben ist. Bei Wegfall der Gründe, für in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden folgende außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen:

Zusammensetzung: 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
außerplanmäßige Abschreibungen 33 769

Drei in Planung befindliche Projekte im Anlagevermögen werden nicht mehr weiterentwickelt. Diese Entwicklungskosten wurden zu 100 % im aktuellen Geschäftsjahr abgeschrieben.

Die Waren werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Für bestimmte Vorräte (gleichartige Handelsware) werden die Werte mithilfe zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren unter Beachtung des Niederstwertprinzips ermittelt.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind abgezinst.

Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert oder - im Falle von Fremdwährungen - mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet bilanziert.

Rechnungsabgrenzungsposten werden für Ausgaben oder Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit diese Aufwand oder Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Erhaltene Investitionszuschüsse werden auf der Passivseite als Sonderposten für Investitionszuschüsse ausgewiesen und über die entsprechende Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände ertragswirksam vereinnahmt.

Die Rückstellungen berücksichtigen ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags, wobei ggf. künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt werden.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen (rd. 33 %) im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts. Wesentliche Differenzen bestehen beim Anlagevermögen bei den selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen.

Zeitpunkt der Umsatzrealisierung

Vertriebs- und Vermarktungsprovisionen für Film- und Merchandisingrechte werden bei Abschluss der Verträge erfasst, da die Gesellschaft ihre Leistung erfüllt hat.

Darüber hinaus erfolgt die Umsatzrealisierung erst dann, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

es liegt ein vor dem Bilanzstichtag gültiger Vertrag vor,

die Filme und Serien bzw. Programme sind fertig gestellt und ausgeliefert oder stehen zur Auslieferung bereit,

es kann davon ausgegangen werden, dass nichts gegen die Begleichung der Forderungen spricht,

der Gesamtbetrag der Lizenzgebühren steht fest, er ist mit dem Lizenznehmer vereinbart und auch bei Nichtausstrahlung der Serien bzw. Programme seitens des Lizenznehmers zu zahlen und

die Lizenzzeit hat begonnen oder die Gesellschaft hat ihre Leistung bereits erfüllt.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (siehe Anlage) dargestellt.

Angaben zum mittel- und unmittelbaren Anteilsbesitz

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital Eigenkapital 2023 Ergebnis 2023
in % in TEUR in TEUR 1
Unmittelbar gehaltene Anteile:
m4e GmbH, München 100 -7.222 -420
Studio 100 Verwaltungs GmbH, München 100 -8.526 -86
Studio 100 Film GmbH, München 100 253 0
Studio 100 Entertainment GmbH, München 100 13 0
Studio Isar Animation GmbH, München 100 25 0
Studio 100 Holding GmbH, München 100 16 -9

1 Ergebnis nach Ergebnisabführung

Zwischen der Gesellschaft und den verbundenen Unternehmen Studio 100 Film GmbH und Studio 100 Entertainment GmbH besteht seit 2016 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag sowie ergänzend auch seit dem 16. September 2018 mit der Studio Isar Animation GmbH.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben TEUR 1.286 (Vj. TEUR 956) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Zusammensetzung: 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Bruttoforderung 4.928 4.885
Abzinsung langfristiger Forderungen -13 5
Wertberichtigungen -299 -274
Nettoforderung 4.616 4.616

Unverzinsliche Forderungen mit einer Endfälligkeit größer einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst, wie er von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird.

Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 299 (Vj. TEUR 274) wurden separat auf diejenigen Forderungen vorgenommen, soweit die Fälligkeit der Forderungen nach Einzelfallprüfung um mindestens 180 Tage überschritten wurde oder individuelle Gründe hierfür vorlagen.

Die Bildung der Einzelwertberichtigungen erfolgt nach folgender Staffel:

Überfälligkeit: Wertberichtigung:
> 180 Tage 25 %
> 270 Tage 50 %
> 360 Tage 100 %

Weitere Wertberichtigungen durch Bildung einer Pauschalwertberichtigung wurden nicht vorgenommen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung: 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Bruttoforderung 7.551 7.476
Abzinsung langfristiger Forderungen 0 0
Wertberichtigungen -563 -482
Nettoforderung 6.988 6.994

Die ausgewiesenen Forderungen haben eine Fälligkeit von weniger als einem Jahr; TEUR 5.528 (Vj. TEUR 6.872) betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 126 (Vj. TEUR 29).

Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 563 (Vj. TEUR 482) wurden separat auf diejenigen Forderungen vorgenommen, soweit die Fälligkeit der Forderungen nach Einzelfallprüfung um mindestens 180 Tage überschritten wurde oder individuelle Gründe hierfür vorlagen.

Weitere Wertberichtigungen durch Bildung einer Pauschalwertberichtigung wurden nicht vorgenommen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung: 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Garantiezahlungen 620 1.206
noch nicht eingegangene Filmförderungen 1.429 1.422
Kautionen, Restlaufzeit größer ein Jahr 121 121
Wertzeitkonten 1 104
Umsatzsteuer 515 681
übrige Forderungen 5 6
Gesamt 2.691 3.540

Bei den Garantiezahlungen handelt es sich um bezahlte Minimumgarantien für Vertriebs- und Vermarktungsrechte.

Sonderposten für Investitionszuschüsse

Die erhaltenen Zuschüsse werden entsprechend der Nutzungsdauer und Abschreibungsmethode der ihnen zugehörigen Vermögensgegenstände erfolgswirksam vereinnahmt. Es wurden Erträge in Höhe von TEUR 1.856 (Vj. TEUR 1.494) ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung: 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Lizenzgebühren/Lizenzgeberansprüche 1.430 2.360
ausstehende Rechnungen Dritte 329 695
Lizenzgeberansprüche verb. Unternehmen 983 1.380
ausstehende Rechnungen verb. Unternehmen 1.644 1.425
Personalrückstellungen 330 306
Abschluss- und Prüfungskosten 268 224
Wertzeitkonten 0 95
sonstige Rückstellungen 459 315
Gesamt 5.442 6.800

Die Lizenzgeberansprüche gegen verbundene Unternehmen enthalten Ansprüche vom Gesellschafter in Höhe von TEUR 111 (Vj. TEUR 22).

Die ausstehenden Rechnungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Rechnungen vom Gesellschafter in Höhe von TEUR 0 (Vj. TEUR 77).

Verbindlichkeiten

in TEUR 31.12.2023
Restlaufzeit gesamt
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.214 0 0 1.214
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 961 0 0 961
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 25.683 17.702 0 43.385
Sonstige Verbindlichkeiten 1.883 0 0 1.883
davon aus Steuern 135 0 0 135
davon im Rahmen der sozialen 0 0 0 0
in TEUR 31.12.2022
Restlaufzeit gesamt
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.724 0 0 1.724
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 545 0 0 545
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.134 17.701 0 36.835
Sonstige Verbindlichkeiten 5.978 0 0 5.978
davon aus Steuern 89 0 0 89
davon im Rahmen der sozialen 0 0 0 0

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen TEUR 39.852 (Vj. TEUR 33.107) die alleinige Gesellschafterin Studio 100 N.V., Schelle. Davon entfallen TEUR 17.702 (Vj. TEUR 17.701) auf eine Darlehensverpflichtung und TEUR 22.150 (Vj. TEUR 15.406) auf das konzerninterne Cashpooling. Von den verbleibenden Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ergibt sich ein Betrag in Höhe von TEUR 2.427 (Vj. TEUR 2.887) aus Lieferungen und Leistungen. Aus Ergebnisabführungsvereinbarungen mit Tochtergesellschaften werden TEUR 1.106 (Vj. TEUR 841) ausgewiesen.

Der Darlehensvertrag mit der Muttergesellschaft Studio 100 NV, Belgien hat eine neue Endfälligkeit bis zum Jahr 2025.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Zusammensetzung: 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
TV-Sales 4.848 6.743
Merchandising & Licensing incl. HE 1.667 2.228
Filmerlöse 3.537 4.601
Musikrechte 469 511
Sonstiges 1.483 1.494
Gesamt 12.004 15.577

Die Gesellschaft erzielt ihren Umsatz aus der Vermittlung bzw. Vermarktung von Drittrechten und erhält hierfür eine Provision zwischen 20 und 50 Prozent des abgeschlossenen Lizenzvolumens. Weiterhin hält die Gesellschaft Eigenrechte, welche sie zur langfristigen Nutzung erworben hat und zur Umsatzerzielung unterlizensiert.

Im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurden Erträge aus der Minimumgarantie am Film Mia and Me in Höhe von TEUR 1.120 gegenüber dem verbundenen Unternehmen Studio 100 Film GmbH als Umsatz vereinnahmt.

Von den Umsätzen entfallen geographisch TEUR 8.426 (Vj. TEUR 12.951) auf den deutschsprachigen Raum, TEUR 1.199 (Vj. TEUR 1.654) auf das restliche Europa und TEUR 2.379 (Vj. TEUR 972) auf die restliche Welt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung: 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Überbrückungshilfe III 441 832
Ausbuchung Darlehen Filmförderanstalt 3.780 0
Auflösung von Rückstellungen 459 1.080
Auflösung von Einzelwertberichtigungen 41 257
Erträge aus Kursdifferenzen 65 177
Weiterbelastungen 667 146
periodenfremde Erträge 227 22
Sonstige Erträge 39 65
Gesamt 5.719 2.579

Die periodenfremden Erträge bestehen im Wesentlichen aus verjährten Lizengeberverpflichtungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung: 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Beratungs- und Consultingkosten 428 564
Marketingkosten 1.120 1.308
Reisekosten 168 142
Managementkosten 309 300
Mietkosten incl. Nebenkosten 407 387
Verluste aus Kursdifferenzen 103 91
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskoste 278 227
Rechtsanwaltskosten 10 20
Wartungskosten für Hard- und Software 297 323
Forderungsverluste 0 247
Einstellung EWB 147 281
Versicherungen und Abgaben 81 76
Kfz-Kosten 72 70
periodenfremde Aufwendungen 70 27
Sonstige Aufwendungen 1.356 323
Gesamt 4.846 4.386

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Am 31. Dezember 2023 bestanden folgende finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Miet- und Leasingverträgen:

Zusammensetzung: 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Fällig innerhalb eines Jahres 404 297
Fällig zwischen einem und fünf Jahren 720 507
Fällig über mehr als fünf Jahre 0 0
Gesamt 1.124 804

Bei der Ermittlung der sonstigen finanziellen Verpflichtungen wurden keine Abzinsungen vorgenommen. Den sonstigen finanziellen Verpflichtungen liegen vertragliche Vereinbarungen zu Grunde, von einer Inanspruchnahme ist daher auszugehen.

Haftungsverhältnisse

Im Jahr 2020 wurde eine Bankbürgschaft gegenüber dem Geschäftspartner Leonine Distribution GmbH in Höhe von TEUR 50 als Sicherheit von Zahlungsverpflichtungen aus dem Retourenrisiko hinterlegt. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme dieser Bankbürgschaft wird als gering eingeschätzt.

Anzahl der Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte im abgelaufenen Berichtszeitraum durchschnittlich 56 (Vj. 60) Mitarbeiter. Es handelt sich bei den Mitarbeitern ausnahmslos um Angestellte.

Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 3.859 auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäftsführer:

Hans Bourlon CEO der Studio 100 Gruppe, Antwerpen, Belgien
Geschäftsführer seit 30. Juli 2019
Martin Krieger Kaufmann, München, Deutschland
Geschäftsführer seit 20. August 2019

Für die Bezüge der Geschäftsführung nimmt die Gesellschaft die Befreiungsmöglichkeit nach § 286 Abs. 4 HGB wahr.

Konsolidierungskreis

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Studio 100 N.V., Schelle, einbezogen, welcher im "Belgisch Staatsblad" veröffentlicht wird. Die Studio 100 N.V., Schelle erstellt den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis der Unternehmen.

Nachtragsbericht

Es haben sich nach Schluss des Geschäftsjahres 2023 keine weiteren Vorgänge ereignet, die für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von besonderer Bedeutung sind und zu einer veränderten Beurteilung des Unternehmens führen könnten.

 

München, den 17. Mai 2024

Studio 100 International GmbH, München

Martin Krieger, Geschäftsführer

Hans Bourlon, Geschäftsführer

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2023

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
1. Jan. 2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31. Dez. 2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 43.631.940,93 4.780.550,15 677.970,49 0,00 49.090.461,57
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 38.305.291,77 211.128,11 -677.970,49 1.630.659,52 36.207.789,87
81.937.232,70 4.991.678,26 0,00 1.630.659,52 85.298.251,44
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 262.794,86 15.771,57 0,00 0,00 278.566,43
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 669.362,80 126.298,28 0,00 124.656,26 671.004,82
932.157,66 142.069,85 0,00 124.656,26 949.571,25
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 12.397.039,80 29.500,00 0,00 0,00 12.426.539,80
95.266.430,16 5.163.248,11 0,00 1.755.315,78 98.674.362,49
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
1. Jan. 2023 Zugänge Umbuchungen
EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 36.149.002,01 6.179.902,16 600.000,01
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 32.251.911,55 2.065.524,25 -600.000,01
68.400.913,56 8.245.426,41 0,00
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 162.757,13 15.287,81 0,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 519.947,49 70.107,89 0,00
682.704,62 85.395,70 0,00
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 12.316.038,80 0,00 0,00
81.399.656,98 8.330.822,11 0,00
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
Abgänge Zuschreibungen 31. Dez. 2023
EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00 42.928.904,18
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.596.272,10 -34.387,42 32.086.776,27
1.596.272,10 -34.387,42 75.015.680,45
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 0,00 178.044,94
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 114.296,44 0,00 475.758,94
114.296,44 0,00 653.803,88
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 12.316.038,80
1.710.568,54 -34.387,42 87.985.523,13
NETTOBUCHWERTE
31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.161.557,39 7.482.938,92
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.121.013,60 6.053.380,22
10.282.570,99 13.536.319,14
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 100.521,49 100.037,73
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 195.245,88 149.415,31
295.767,37 249.453,04
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 110.501,00 81.001,00
10.688.839,36 13.866.773,18

LAGEBERICHT FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2023

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell

Die Studio 100 International GmbH (vormals: Studio 100 Media GmbH; im folgenden S100Int) ist ein international tätiges Produktions- und Vertriebsunternehmen im Bereich Kinder- und Familienunterhaltung. Die Gesellschaft mit Sitz in München ist Teil der belgischen Studio 100 Gruppe und eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Studio 100 N.V ., Schelle, Belgien.

Das Unternehmen entwickelt und akquiriert neue Programmformate, engagiert sich als Koproduzent und ist zudem für den weltweiten Vertrieb des eigenen Rechte-Portfolios sowie für den Drittvertrieb von Programmen und Lizenzen zuständig. Darüber hinaus produziert die S100Int Kinofilme.

Die Geschäftsbereiche der S100Int erstrecken sich auf sämtliche Wertschöpfungsaktivitäten eines integrierten Medienunternehmens und sind unterteilt in die folgenden drei Segmente:

Movie (Produktion von Kinofilmen und weltweiter Vertrieb von Kinofilmen)

Global Distribution (Produktion von Serien und weltweiter Vertrieb von TV-, VOD-, EST- und Home Entertainment Rechten)

Licensing & Merchandising (Vermarktung von Rechten an Eigen- und Drittmarken wie "Bluey")

Damit wird fast die gesamte Wertschöpfungskette des Film-, Fernseh- und Streaminggeschäftes abgedeckt. Die Kundenstruktur setzt sich dementsprechend zusammen aus Kinoverleihern, privaten- und öffentlich-rechtlichen Broadcastern, Streamingplattformen sowie Handels- und Produktionsunternehmen im Rahmen des Licensing Geschäftes.

1.2 Strategie

Die Studio 100 Gruppe verfolgt das strategische Ziel, nachhaltig profitabel zu wachsen. Im Mittelpunkt steht dabei die vorhandenen Marken kontinuierlich mit neuen Inhalten zu versorgen, am Puls der Zeit zu sein und neue Möglichkeiten für das Lizenzprogramm zu entwickeln.

Die S100Int sieht sich als ein führendes Unternehmen im Independent Kinder Unterhaltungsbereich mit dem Ziel, attraktiven Content herzustellen und die Marken von morgen zu schaffen, die Kinder, Familien und die Entertainment-Industrie schätzen.

Die S100Int verfügt bereits über einen umfangreichen Programmkatalog mit namhaften Marken wie "Biene Maja", "Heidi", "Nils Holgersson", "Mia and me" und "Wickie" und hat erfolgreich neue Serien- und Kinoproduktionen wie z.B. "100% Wolf" inhouse oder mit anderen Studio 100 Tochtergesellschaften entwickelt. Des Weiteren erwirbt die S100Int attraktive Vermarktungsrechte an Lizenzen wie "Vegesaurs" oder "Bluey" und vermarktet diese in der DACH-Region aber auch global.

1.3 Unternehmensstruktur

Die Organisationsstruktur der S100Int stellt sich wie folgt dar.

BEAV = Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag.

Die S100Int ist der internationale Vertriebsarm der gesamten Studio 100 Gruppe und steuert die Aktivitäten der Studio 100 Gruppe in Deutschland. Hier sind auch die deutschen Zentralfunktionen wie Legal, Marketing & Presse, Accounting, Finanzen, Steuern, Controlling, HR und IT angesiedelt. Die Studio Isar Animation GmbH ist das eigene Produktionsstudio für Animationen im Kinder- und Familienunterhaltungs-Bereich. Die Studio 100 Film GmbH ist für den internationalen Kinovertrieb außerhalb der DACH-Region zuständig. Die m4e GmbH hält den Rechtekatalog der im Jahr 2017 übernommenen m4e AG und produziert Serien basierend auf eigenentwickelten Charakteren. Die Studio 100 Entertainment GmbH und die Studio 100 Verwaltungs GmbH sind derzeit nicht operativ tätig.

1.4 Steuerungssysteme

Zielsetzung der Steuerungssysteme ist die Erreichung der Unternehmensziele gemäß dem verabschiedeten Budget und der 5 Jahresplanung.

Dabei kommen zwei zentrale Steuerungsgrößen zum Einsatz:

Kennzahl: Berechnung:
Umsatzerlöse Umsatz der Periode
EBITDA Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen

Die Umsätze werden nach den drei Segmenten Movie, Global Distribution und Licensing & Merchandising gesteuert und monatlich in Verkaufsmeetings analysiert sowie Jahresprognosen erstellt. Des Weiteren werden die Kennzahlen viermal im Jahr im Rahmen von Forecasts aktualisiert, um bei Bedarf rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Diese Forecasts werden vierteljährlich von den Gesellschaftern verabschiedet. Des Weiteren werden Deckungsbeitragsrechnungen nach Geschäftsbereichen zur Feinsteuerung erstellt. Für neue Programmprojekte werden sogenannte "Greenlightsheets" erstellt, in denen die Profitabilität und Finanzierung eingeschätzt wird. Diese werden im Anschluss durch die Gesellschafterversammlung freigegeben. Laufende Projekte werden auch mit Hilfe dieser Greenlightsheets gesteuert. Rechnungen und Verträge werden durch digitale mehrstufige Freigabeworkflows kontrolliert und freigegeben.

1.5 Forschung und Entwicklung

Die S100Int entwickelt ständig neue Programmformate und Marken. Dies erfolgt Inhouse im Rahmen von Eigenentwicklungen aber auch durch Koproduktionen oder durch den Zukauf von Drittrechten. Zur Verstärkung der Aktivitäten und um sicherzustellen, dass genügend Produktionen für die Distribution zur Verfügung stehen, wird die Gesellschaft von zwei Executive Producern für nationale und für internationale Projekte unterstützt. Insgesamt arbeiteten Ende des Geschäftsjahres in der Entwicklung 6 (Vorjahr: 6) Mitarbeiter. Im Berichtsjahr wurden selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände i.H.v. EUR 4,8 Mio. (Vorjahr: EUR 0,6 Mio.) aktiviert.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug das Wirtschaftswachstum 0,1 % 1. Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2023 geprägt von den Folgen des Krieges in der Ukraine sowie den starken Energiepreiserhöhungen. Hinzu kamen Material- und Lieferengpässe, deutlich steigende Preise beispielsweise für Nahrungsmittel sowie der Fachkräftemangel.

1 DESTATIS, Pressemitteilung vom 15.01.2024

2.2 Branchenumfeld Entertainment Industrie

Der Anteil der Audio- und audiovisuellen Mediennutzung am gesamten Medienzeitbudget der Nutzer:innen in Deutschland (ab 14 Jahren) lag im zurückliegenden Jahr bei knapp 90 %. Im Durchschnitt konsumierten die Menschen im Jahr 2023 mit 9 Stunden und 46 Minuten täglich acht Minuten weniger als im Vorjahr, jedoch ca. eine Stunde länger Audio- und audiovisuelle Medien als noch im Vorkrisenjahr 2019 (2019: 8 Stunden und 59 Minuten). Im Verhältnis zum Rekordjahr 2021 ist die durchschnittliche Nutzung 2023 leicht zurückgegangen (2021: 10 Stunden). Dies geht aus der aktuellen VAUNET-Mediennutzungsanalyse 2023 hervor, die der "VAUNET - Verband privater Medien" Mitte Februar 2024 auf Basis von Sekundärquellen veröffentlich hat. 2 Mit Filmen und Serien wurden laut Digital TV Research OTT (Over-the-Top) Plattformen in Westeuropa in 2023 ca. USD 31 Mrd. Umsatz erzielt (Vorjahr USD 27,1 Mrd. Umsatz). Bis zum Jahr 2029 wird ein OTT-Markt von USD 48 Mrd. erwartet. 3

2 VAUNET, Mediennutzungsanalyse 2023, Pressemitteilung vom 13.02.2024

3 Digital TV research, Western Europe OTT TV and Video Forecasts - Published March 2024

Kino

Der Erholungskurs des Kinos hält auch im Jahr 2023 weiter an. Die Umsätze in Deutschland erhöhten sich von EUR 722 Mio. in 2022 auf EUR 929 Mio. in 2023 (vor Corona Jahr 2019 Umsatz EUR 1,024 Mio.). 4 Auch global entwickelte sich der Kinomarkt im Jahr 2023 gut und erzielt ein Umsatzplus von ca. 30,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Jedoch ist der Gesamtmarkt immer noch ca. 15 % unter dem 3-Jahresdurchschnitt (2017-2019) vor der Corona Pandemie. 5

4 Statista, Entwicklung des Kinoumsatzes in Deutschland in den Jahren 1992 bis 2023

5 Deadline, Global Box Offices Reaches $33.9B In 2023 - Published 04.01.2024

Produktion

Der deutsche Produktionsmarkt ist sehr fragmentiert. Eine große Anzahl von mittelständischen Produzenten produziert für die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, die privaten Broadcaster und zunehmend für die internationalen und nationalen Streamingplattformen. Dies führt zu einer Nachfrage nach hochwertigen, lokalen und zunehmend auch international ausgerichteten Produktionen, um sich gegenüber dem Wettbewerb zu differenzieren. Trotzdem hat die Pandemie teilweise zu niedrigeren Produktionsmargen bei gleichzeitig steigenden Kosten geführt. Auch die Programmbudgets bei den klassischen TV-Kunden wurden zum Teil gekürzt. Des Weiteren haben die internationalen Streamingplattformen durch die zunehmende Konkurrenz und geringeres Abonnentenwachstum ihr Kostenmanagement verschärft. 6

6 Blickpunkt Film vom 03.04.2023, S.54-56, "Streamer ersetzen Sender nicht bei Investitionen; Bundesanzeiger, Leonine Geschäftsbericht 2021, S.39

S100Int produziert im Wesentlichen für die eigene Distribution und vermarktet ihren Content nicht nur in der DACH-Region, sondern hat eine globale Ausrichtung. Dies stellt einen strategischen Vorteil gegenüber lokalen deutschen Produzenten dar. Gleichzeitig arbeitet S100Int mit nationalen und internationalen Partnern und Koproduzenten zusammen, um Risiken zu reduzieren und die Finanzierung zu ermöglichen.

Global Distribution

Die S100Int ist durch ihren umfangreichen Rechtekatalog einer der größten Lizenzhändler für Kinder- und Familienprogramm im deutschsprachigen Raum. Des Weiteren hält die S100Int auch viele internationale Rechte und vermarktet diese weltweit zum größten Teil selbst. Gleichzeitig werden laufend neue Programme hergestellt oder mit Tochtergesellschaften der Studio 100 Gruppe koproduziert. Des Weiteren werden im Bereich Global Distribution auch attraktive Drittthemen zur Vermarktung und Ergänzung der eigenen Library erworben (wie z.B. Vegesaurs).

Content Abnehmer sind vor allem die großen öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Sender sowie die internationalen Streaming Anbieter wie z.B. Amazon oder Netflix. Gleichzeitig bauen die nationalen TV Sender Ihre eigenen Mediatheken aus (RTL+, JOYN, Toggo von Super RTL, etc.) und neue Streamingplattformen kommen auf den Markt wie z.B. Paramount+, Apple+ und Max (die gemeinsame Plattform von HBO, Warner und Discovery).

Dies sorgte weiterhin für eine große Nachfrage nach Kinder- und Jugendprogrammen im Jahr 2023. Im Allgemeinen führt die hohe Nachfrage jedoch nicht zu einem entsprechenden Anstieg des Preisniveaus. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass eine Vielzahl an Katalogprogramm am Markt angeboten wird und gleichzeitig die Streamingplattformen durch den zunehmenden Wettbewerb Ihre Kosten reduzieren müssen. Durch die vielen neuen Plattformen und die meist nicht-exklusiven Programmverkäufe kann dies meist durch eine höhere Anzahl an Vertragsabschlüssen ausgeglichen werden. 7

Licensing / Merchandising

Wie bereits in den Vorjahren gehören Lizenzprodukte zum festen Warenangebot von Discountern und Einzelhandelsunternehmen. Trademarks und Brands haben eine große Bedeutung bei der Vermarktung im Merchandising. Gerade in Verbindung mit neuen Inhalten sind die sogenannten Markenklassiker wie bspw. "Die Biene Maja", "Wickie" sowie "Heidi" Marken, die sich dauerhaft am Markt behaupten können. Darüber hinaus betreibt die Gesellschaft den Vertrieb von Drittrechten wie "Sesamstraße", "Bluey" und "Miffy" und hat mit den "Vegesaurs" eine neu kreierte Marke im Portfolio, die global bereits Erfolge zeigt und in mehrere Länder verkauft werden konnte. In Deutschland zeigte sich der Einzelhandel 2023 insgesamt aufgrund der Ukraine Krise, der hohen Inflation und den gestiegenen Energiepreisen weiterhin noch recht zurückhaltend bei Neuaufträgen.

Musikrechte

Musikrechte haben sich als relativ krisensicher erwiesen. Durch den Vormarsch der Digitalisierung und Dank der User-getriebenen Streaming-Kultur, die über Spotify hinaus auch die Gaming-Industrie, On-Demand-Videoplattformen oder gar Fitness-Apps umfasst, gibt es immer neue Vermarktungsoptionen. Das grundsätzlich attraktive Wachstumsumfeld resultiert in steigenden Marktpreisen in den letzten Jahren. 8

2.3 Geschäftsverlauf

Insgesamt lag der Geschäftsverlauf im Jahr 2023 leicht über den Erwartungen. Die Aufhebung der Corona Sanktionen, die weltweite Öffnung der Kinos, die wieder stattfindenden nationalen und internationalen Verkaufsmessen wie MIPCOM, MIPTV, KIDSSCREEN etc. und die hohe Nachfrage bei den bestehenden und neuen Streaming Plattformen führten zu einer Stabilisierung des Geschäftes.

7 Blickpunkt Film, Ausgabe 51/52 vom Dez. 2022, S.72-75, Streamingmarkt 2022 Blickpunkt Film vom 10.04.2023, S.50-53, "SVOD braucht den Werbedollar"
8 Finance Magazin, Januar / Februar 2023, S.33-34, "Moneymaker Musikrechte"

Die Umsätze haben sich in den drei Bereichen Global Distribution EUR 4,8 Mio. (Vorjahr EUR 6,7 Mio.), Merchandising & Licensing EUR 1,7 Mio. (Vorjahr EUR 2,2 Mio.) sowie Filmerlöse EUR 3,5 Mio. (Vorjahr EUR 4,6 Mio.) aufgrund einer geringeren Anzahl an Neuproduktionen reduziert.

Die Gesamtleistung bleibt mit EUR 18,1 Mio. leicht unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr EUR 18,7 Mio.) und lag um 5,9 % leicht über den Erwartungen. Die Umsätze haben sich um 23 % von EUR 15,6 Mio. auf EUR 12,0 Mio. reduziert und damit lag der Umsatzrückgang leicht über den Erwartungen von bis zu 20 %. Dies lag zum einen an einer geringen Anzahl von Neuproduktionen gegenüber dem Vorjahr. Darüber hinaus standen Neuproduktionen später zur Verfügung als ursprünglich geplant, und somit kam es zu einer späteren Vermarktung und geringen Distributionserlösen im Geschäftsjahr. Gegenläufig ist der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge von EUR 2,6 Mio. auf EUR 5,7 Mio. im Wesentlichen aufgrund von ertragswirksamen Filmfördereinnahmen.

Das EBITDA ohne Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen lag mit EUR 6,6 Mio. leicht unter dem Vorjahresniveau von EUR 6,9 Mio. und damit über den Erwartungen. Erwartet worden war eine EBITDA-Reduzierung zwischen 20 %-30 %. Dies ist weitestgehend auf die höheren sonstigen betrieblichen Erträge sowie auf Kosteneinsparungen zurückzuführen.

Der Ukraine Krieg und die erhöhte Inflation hatten im Geschäftsjahr wenig Auswirkungen auf die 3 Geschäftssegmente. Im Movie Bereich konnte ein Film "Giants of la Mancha" fertiggestellt werden. Die Umsätze im Bereich Global Distribution reduzierten sich, da keine neuen Serienproduktionen zur Lieferung fertiggestellt waren.

2.4 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens

2.4.1 Vermögenslage

Das Anlagevermögen hat sich um EUR 3,2 Mio. bzw. 23 % auf insgesamt EUR 10,7 Mio. vermindert. Diese Reduktion resultiert im Wesentlichen aus geplanten Programmabschreibungen in Höhe von EUR 8,2 Mio., gegenläufig sind Zugänge im Anlagevermögen in Höhe von EUR 5,0 Mio., weitestgehend aufgrund der laufenden Kinofilmproduktion "Heidi Movie".

Das Umlaufvermögen ohne Kassenbestand hat sich um EUR 0,9 Mio. bzw. 6 % auf EUR 14,4 Mio. (Vj. EUR 15,3 Mio.) verringert. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den sonstigen Vermögensgegenständen aufgrund von rückgeführter Minimumgarantien in Höhe von EUR 0,6 Mio. sowie einer Reduktion der Umsatzsteuerforderungen in Höhe von EUR 0,2 Mio.

Das Guthaben bei Kreditinstituten hat sich im Berichtsjahr auf EUR 1,1 Mio. um EUR 0,8 Mio. bzw. 302 % aufgrund von erhaltenen Filmförderungen erhöht.

Auf der Passivseite erhöhte sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag im Jahr 2023 um EUR 3,9 Mio. auf EUR 27,4 Mio. Da dies vor allem aus Programmabschreibungen resultiert, ergibt sich keine wesentliche Änderung der Cash Situation gegenüber dem Vorjahr. Ein buchmäßiger Fehlbetrag ist grundsätzlich nicht geeignet, eine Überschuldung der Gesellschaft im Sinne der Insolvenzordnung festzustellen. Das Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 39,9 Mio. ist nachrangig bis EUR 26,0 Mio. Die Muttergesellschaft Studio 100 N.V. hat zudem eine harte Patronatserklärung bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025 ausgestellt. Die Geschäftsführung geht daher davon aus, dass die Fortführung des Unternehmens in den nächsten zwölf Monaten nach den beschriebenen Umständen überwiegend wahrscheinlich ist.

Die Sonderposten für Investitionszuschüsse reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,3 Mio. auf EUR 0,9 Mio., da durch die Fertigstellung von Filmproduktionen die Verbindlichkeiten aus Förderungen ertragswirksam ausgebucht werden konnten.

Die Rückstellungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt EUR 1,4 Mio. bzw. 20 % auf EUR 5,4 Mio. reduziert. Im Wesentlichen resultiert der Rückgang aus der Auflösung und dem Verbrauch von Lizenzrückstellungen gegenüber Dritten sowie gegenüber verbundenen Unternehmen.

Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft sind im Geschäftsjahr 2023 um insgesamt EUR 2,4 Mio. bzw. 5 % auf insgesamt EUR 47,4 Mio. gestiegen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um EUR 0,4 Mio. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich um EUR 6,6 Mio. aufgrund von Programmlieferungen sowie der Erhöhung eines konzerninternen Darlehens der Muttergesellschaft Studio 100 N.V. Die gesamte Darlehenssumme zum Stichtag 31. Dezember 2023 belief sich auf EUR 39,9 Mio. (Vj. EUR 33,1 Mio.). Gegenläufig ist die Verminderung der sonstigen Verbindlichkeiten um EUR 4,1 Mio. auf EUR 1.9 Mio. aufgrund der ertragswirksamen Ausbuchung von Filmförderdarlehen. Ebenfalls rückläufig sind die erhaltenen Anzahlungen um EUR 0,5 Mio., aufgrund der Fertigstellung von Produktionen.

2.4.2 Finanzlage

Das Finanzergebnis beläuft sich in der Berichtsperiode auf EUR -2,1 Mio. (Vj. EUR -10,6 Mio.). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen daraus, dass es keine Abschreibung auf Finanzanlagen gab (Vj. EUR 8,7 Mio) gab.

Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt durch ein konzerninternes Darlehen gegenüber der Muttergesellschaft Studio 100 N.V. Die gesamte Darlehenssumme zum Stichtag 31. Dezember 2023 belief sich auf EUR 39,9 Mio. (Vj. EUR 33,1 Mio.). Die Endfälligkeit des Darlehens ist der 31. Dezember 2025. Der Zinssatz wird jeweils quartalsweise zum gewichteten Kapitalkostensatz der Studio 100 Gruppe neu ermittelt und lag Ende 2023 bei 2,65 % p.a. (Vj. 4. Quartal 2,75 %).

Die Nettofinanzschulden (Darlehen abzüglich Bankguthaben) lagen zum 31. Dezember 2023 bei EUR 38,8 Mio. und damit um EUR 6,0 Mio. über dem Vorjahr.

Die Muttergesellschaft Studio 100 N.V. hat einen Rangrücktritt von EUR 26,0 Mio. in Bezug auf das Intercompany Darlehen in Höhe von aktuell EUR 39,9 Mio. erklärt.

Des Weiteren hat die Studio 100 N.V. gegenüber der S100Int eine harte Patronatserklärung ("Letter of Support") abgegeben und sich damit verpflichtet jederzeit eine angemessene finanzielle Unterstützung zu gewähren und die S100Int bei der Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten zu unterstützen, soweit dem Unternehmen keine Mittel zur Erfüllung dieser Verbindlichkeiten zur Verfügung stehen. Dies umfasst insbesondere die Vermeidung der Zahlungsunfähigkeit im Sinne des § 17 der Insolvenzordnung und die Vermeidung der Überschuldung im Sinne des § 19 der Insolvenzordnung. Diese Erklärung gilt mindestens bis zum 31. Dezember 2025.

Die S100Int nimmt am Cash Pooling der Studio 100 Gruppe teil. Damit werden Cash Überschüsse der S100Int an die Muttergesellschaft überwiesen und gleichzeitig Liquidität bei anstehenden Zahlungen bereitgestellt. Damit ist die S100Int von der Cash Bereitstellung und Liquidität der Muttergesellschaft Studio 100 N.V. abhängig.

Die Muttergesellschaft Studio 100 N.V. verfügt über ein Darlehen in dreistelliger Millionenhöhe bei einem belgischen Bankenkonsortium und über ausreichend freie Kreditlinien. Die S100 Int erhält in regelmäßigen Abständen den Finanzstatus der Studio 100 Gruppe.

Die Gesellschaft wickelt ihre Geschäfte zum Großteil in Euro ab, so dass die Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft nicht über das Normalmaß hinaus abhängig ist von Wechselkursentwicklungen.

Die Entwicklungen in der Ukraine und die damit verbundenen Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland haben nur eine sehr geringe Auswirkung auf die Ertrags- und die Finanzlage der S100Int.

Der operative Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag im Geschäftsjahr bei EUR 2,2 Mio. (Vj. EUR 8,2 Mio). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf EUR -5,2 Mio. (Vj. EUR -7,1 Mio.). Es wurden EUR 5,0 Mio. in Content und EUR 0,2 Mio. in Sachanlagen und Software investiert. Die Programminvestitionen bestehen vor allem in der Erstellung von eigenen oder koproduzierten Serien- und Kinofilmformaten sowie in der Akquise von Drittthemen.

Der Cashflow aus Finanzierung betrug EUR +4,2 Mio. in Form von Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR + 5,3 Mio. sowie Zinszahlungen an die Muttergesellschaft in Höhe von EUR -1 Mio. Der Free Cashflow der Gesellschaft belief sich auf EUR +0,8 Mio.

Die S100Int war im Berichtsjahr jederzeit in der Lage ihre fälligen Verbindlichkeiten fristgerecht zu bedienen.

2.4.3 Ertragslage

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 12,0 Mio. verminderten sich um 23 % bzw. EUR 3,6 Mio. gegenüber dem Vorjahr. Verantwortlich für diese Umsatzminderung ist die geringere Anzahl an gelieferten Neuproduktionen, welche sich auf alle wesentlichen Distributionsbereiche auswirkt.

31.12.2023 31.12.2022 Abs. Abw. Rel. Abw.
TEUR TEUR TEUR in %
Global Distribution (TV, VOD, HE) 4.848 6.742 -1.894 -28%
Merchandising & Licensing incl. HE 1.667 2.228 -561 -25%
Filmerlöse 3.537 4.601 -1.064 -23%
Musikrechte 469 511 -42 -8%
Sonstiges 1.483 1.494 -11 -1%
Gesamt 12.004 15.576 -3.572 -23%

Von den Umsätzen entfallen geographisch EUR 8,4 Mio. (Vj. EUR 13,0 Mio.) auf den deutschsprachigen Raum, EUR 1,2 Mio. (Vj. EUR 1,7 Mio.) auf das restliche Europa und EUR 2,4 Mio. (Vj. EUR 1,0 Mio.) auf die restliche Welt.

31.12.2023 31.12.2022 Abs. Abw. Rel. Abw.
TEUR TEUR TEUR in %
D/AT/CH 8.426 12.951 -4.525 -35%
Europa 1.199 1.654 -455 -27%
Restliche Welt 2.379 972 1.407 145%
Gesamt 12.004 15.577 -3.573 -23%

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im Jahr 2023 um EUR 3,1 Mio. gegenüber Vorjahr. Dies liegt im Wesentlichen daran, dass im Jahr 2023 bedingt rückzahlbare Förderdarlehen in Höhe von EUR 3,8 Mio. ertragswirksam ausgebucht werden konnten. Der Materialaufwand mit EUR 1,8 Mio. lag um ca. 39 % unter dem Vorjahresniveau von EUR 2,9 Mio. aufgrund des geringeren Umsatzes und der Ausbuchung von Lizenzgeberverbindlichkeiten. Der Personalaufwand lag mit EUR 4,9 Mio. über dem Vorjahresniveau (Vj. EUR 4,6 Mio.) weitestgehend aufgrund von Inflationsanpassungen der Gehälter.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände reduzierten sich von EUR 14,0 Mio. in 2022 auf EUR 8,3 Mio. in 2023, da keine wesentlichen außerplanmäßigen Abschreibungen wie im Vorjahr vorgenommen wurden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um EUR 0,5 Mio. erhöht und betrifft diverse sonstige Aufwendungen.

Das Finanzergebnis beläuft sich in der Berichtsperiode auf EUR -2,1 Mio. (Vj. EUR -10,6 Mio.). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen daraus, dass es keine Abschreibung auf Finanzanlagen gab (Vj. EUR 8,7 Mio) gab. Das Ergebnis vor Steuern lag bei EUR -3,9 Mio. (Vj. EUR -17,8 Mio.).

Die Gesellschaft fokussiert sich im Wesentlichen auf die Kennzahlen Umsatz und EBITDA die sich wie folgt darstellen und anhand derer die Gesellschaft gesteuert wird.

in TEUR Abw. 2023 zu 2022
Zusammensetzung: 2023 2022 2021 absolut prozentual
Umsatz 12,0 15,6 10,8 -3,6 -23%
andere aktivierte Leistungen 0,4 0,6 1,0 -0,2 -33%
sonstiger betrieblicher Ertrag 5,7 2,6 4,7 3,1 120%
Summe Output 18,1 18,8 16,5 -0,7 -4%
Materialaufwand 1,8 2,9 2,8 -1,1 -38%
Personalaufwand 4,9 4,6 4,4 0,3 7%
sonstiger betrieblicher Aufwand 4,8 4,4 3,8 0,4 9%
EBITDA 6,6 6,9 5,4 -0,3 -4%

3. Chancen und Risikobericht

3.1 Risikobericht

3.1.1 Risikomanagementsystem

Die Verantwortung für die Früherkennung und Steuerung unternehmensgefährdender Risiken obliegt der Geschäftsführung, wobei die operative Verantwortung bei den Abteilungsleitern liegt. Der Risikomanagementprozess ist in den regulären Planungsprozess integriert. Im Rahmen von Forecast, Budgets und einer Mehrjahresplanung werden potenzielle Risiken identifiziert, bewertet und entsprechende Maßnahmen zur Gegensteuerung beschlossen. Diese werden regelmäßig im Rahmen der Gesellschaftermeetings besprochen. Trotz angemessener und funktionsfähiger Methoden kann eine absolute Sicherheit zur vollständigen Identifizierung und Steuerung der Risiken nicht gewährleistet werden.

Die untenstehende Risikobewertung erfolgt durch Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken einerseits und den damit verbundenen finanziellen Auswirkungen andererseits.

3.1.2 Einzelrisiken

3.1.2.1 Gesamtwirtschaftliche Risiken

Längere Phasen eines wirtschaftlichen Abschwunges wie auch Phasen von konjunkturellen Schwankungen können zu einer Veränderung der wirtschaftlichen Situation für Kunden, Wettbewerber und Zulieferer der S100Int führen. Auch Änderungen des Konsumentenverhaltens, der Medienregulierungen und des Werbe- und Streamingmarktes können die Programmauswahl und die damit verbundene Einkaufsstrategie von Fernsehsendern und Plattformen beeinflussen und sich somit positiv oder negativ auf die Nachfrage nach Programmen für das Unternehmen auswirken und zu Nachfragerisiken führen. Eine stärkere Konkurrenzsituation und ein schwaches Wirtschaftsumfeld können zu stärkerem Druck auf die Margen und zu Preisrisiken führen.

Die Abschaffung der Coronamaßnahmen wirkt sich insgesamt positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung von S100Int aus. Der Ukrainekrieg verbunden mit Sanktionen gegen Russland, die hohen Energiekosten sowie die Inflation haben bisher nur geringe Effekte auf das Geschäft der S100Int.

Die Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Risiken gegenüber dem Vorjahr hat sich nicht geändert. Unter Berücksichtigung der gegenläufigen Effekte und gestützt auf die offiziellen Konjunkturerwartungen schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von gesamtwirtschaftlichen Risiken als unwahrscheinlich ein, bei einer potenziell moderaten Schadenshöhe.

3.1.2.2 Branchenrisiken

Die Situation der Medienbranche hat sich, wie oben beim Geschäftsverlauf beschrieben, durch den Wegfall der Corona Beschränkungen deutlich verbessert. Insbesondere der Bereich Movie hat sich durch die Öffnung der Kinos positiv entwickelt.

Wir schätzen das branchenbezogene Risiko gegenüber dem Vorjahr als unverändert ein. Wir schätzen damit die Eintrittswahrscheinlichkeit der branchenbezogenen Risiken als möglich ein bei einer potenziell moderaten Schadensauswirkung.

3.1.2.3 Operative Risiken

Produktionsrisiken

Die S100Int produziert neuen Film- und Seriencontent in Form von Eigen- oder Koproduktionen. Dafür wird ein entsprechender Finanzierungs- und Kostenplan im Rahmen von sogenannten Greenlightsheets erstellt, die von der Gesellschafterversammlung genehmigt werden müssen. Die Finanzierung besteht dabei aus Kofinanzierungen, Förderungen, Vorabverkäufen und Einschätzungen zu globalen Absatzpotenzialen. Nur wenn die Gesamtfinanzierung gesichert ist, wird ein Projekt freigegeben. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass es aus produktionstechnischen Gründen zu einer Erhöhung der kalkulierten Herstellungskosten kommt oder das prognostizierte Absatzpotenzial niedriger als erwartet ausfällt. Kommen diese Risiken zum Tragen, reduziert sich der Deckungsbeitrag oder es kann zu Verlusten kommen. Um dies zu vermeiden, wird von den Inhouse-Produzenten gemeinsam mit dem Controlling eine Überwachung der internen und externen Projektkosten sowie eine Liquiditätssteuerung durchgeführt. Die Einschätzung des Risikos hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Die Eintrittswahrscheinlichkeit stufen wir aktuell als möglich bei einer mittleren Schadenshöhe ein.

Vermarktungsrisiken

Im Berichtsjahr entfallen ca. 67 % der Gesamtleistung auf die 10 größten Kunden. Ein Ausfall eines Großkunden kann deutliche finanzielle Auswirkungen haben. S100Int pflegt daher sehr enge Kundenbeziehungen, um frühzeitig auf Entwicklungen reagieren zu können. Gleichzeitig erweitert S100Int laufend seine Kundenbasis und treibt die internationale Vermarktung weiter voran.

Der wirtschaftliche Erfolg von neu produzierten oder eingekauften Kinofilmen und Serien ist abhängig von der richtigen Prognose der Zuschauerpräferenzen und den zukünftigen Programmstrategien der Sender und Plattformen. Hier kommt es daher auf die richtige Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen durch das Management und die verantwortlichen Produzenten an, um Vermarktungsrisiken und finanzielle Verluste zu vermeiden.

Die Risiken von Kundeninsolvenzen sind im DACH- und europäischen Raum eher gering einzuschätzen, da S100Int einen hohen Anteil der Umsätze mit größeren bonitätsstarken Kunden macht und gleichzeitig ein proaktives Forderungsmanagement betreibt. Im außereuropäischen Raum sind die Risiken von Umsatzausfällen höher, jedoch ist das Verkaufsvolumen im Berichtsjahr mit ca. 20 % der Gesamtleistung im Rahmen der Prognosen und es wird zudem oft mit lang etablierten Partnern gearbeitet, welches das Insolvenzrisiko erheblich reduziert.

Die Vermarktungsrisiken gegenüber dem Vorjahr sind gleichgeblieben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Vertriebsrisiken wird als möglich eingestuft. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Vermarktungsrisikos wird als hoch angesehen, jedoch mit einer geringen wirtschaftlichen Auswirkung.

Personalrisiken

Das Risiko von Knowhow Verlust durch Mitarbeiteraustritte besteht in allen Bereichen. Neukundengewinnung, die Pflege bestehender Kundenbeziehungen sowie die Akquise neuer Film- und Serienproduktionen hängen zum großen Teil von den persönlichen Beziehungen der Geschäftsführung, dem Führungs- und dem Vertriebspersonal ab. Des Weiteren ist für die Tochtergesellschaft Studio Isar Animation GmbH die Bindung von Mitarbeitern und die Akquise von neuem Fachpersonal für einen effektiven und effizienten Produktionsprozess sehr wichtig. Des Weiteren besteht in Abteilungen mit geringen Mitarbeiterzahlen und hohen Spezialkenntnissen ein höheres Risiko, diese Kenntnisse kurzfristig ersetzen zu können.

S100Int begegnet diesen Herausforderungen durch Jahresgespräche, Vergütungsregelungen, Schulungsangebote sowie Firmenevents. Des Weiteren gibt es u.a. Remote Working Vereinbarungen und attraktive ergänzende Mitarbeiterleistungen, um so wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen und eine produktive Unternehmenskultur zu schaffen.

Die Einschätzung gegenüber dem Vorjahr ist gleichgeblieben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos wird als möglich eingeschätzt bei einer moderaten finanziellen Auswirkung.

3.1.2.4 Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit hängt von der weiteren finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft ab. Die Geschäftsführung geht von einer positiven Fortführungsprognose für die nächsten Jahre aus. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Liquiditätsrisiko schätzt die Geschäftsführung als gering, die potenzielle Schadenshöhe als sehr hoch ein. Das Risiko hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert.

3.1.2.5 Sonstige Risiken

Rechtliche und vertragliche Risiken

Die S100Int hat eine Vielzahl von Verträgen über die Lizenzierung und Herstellung von Programmen mit Produzenten, Lizenzgebern und Lizenznehmern geschlossen. Dabei bestehen zum einen allgemeine vertragliche Risiken, z.B. das Vertragserfüllungsrisiko, zum anderen müssen die zu einer Auswertung der Programme benötigten Urheber- und Leistungsschutzrechte der Gesellschaft eingeräumt werden. Trotz umfassender Rechtebestandsgarantien in den zu Grunde liegenden Verträgen ist nicht auszuschließen, dass Dritte Ansprüche im Hinblick auf Urheber- und Leistungsschutzrechte geltend machen.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Vertragsrisikos wird als möglich und die finanziellen Auswirkungen bei Schadenseintritt als moderat angesehen. Das Risiko bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Compliance Risiken

Zum Schutz vor Compliance Verstößen hat die Muttergesellschaft Studio 100 N.V. Geschäftsordnungen erlassen, die vor allem auch zustimmungspflichtige Geschäfte regeln. Ein Inhouse Justiziar sowie die Geschäftsleitung stellen die Einhaltung dieser und gesellschaftsrechtlicher Gesetze und Vorschriften sicher. Des Weiteren gibt es Reise- und Bewirtungsrichtlinien. In regelmäßigen Abständen werden seitens der Muttergesellschaft interne Audits bzgl. verschiedener Prozessthemen durchgeführt, die von einem Audit Komitee gesteuert werden. Die Einschätzung des Risikos hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Aktuell schätzen wir die Compliance Risiken als gering mit einer moderaten Schadenshöhe ein.

Regulatorische Risiken

Die Regulierung der Medienbranche kann sowohl auf der Umsatzseite (Werberegulierung, Rundfunkgebühren, Verwertungsrechte), auf der Kostenseite (Green Production, urheberrechtliche Vergütungsansprüche) als auch bezüglich der Fördermöglichkeiten (Reform der Filmförderung, Steueranreizmodelle) auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene erheblichen Einfluss auf die Chancen und Risiken der S100Int haben. Hier verfügt das Unternehmen über eigene Experten für Förderthemen und ist in relevanten Branchenverbänden wie der Produzentenallianz vertreten.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos wird als möglich mit einem moderaten finanziellen Risiko eingeschätzt. Das Risiko hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

Währungsrisiken

Die S100Int tätigt Ihre Geschäfte im Wesentlichen auf EURO Basis und im EURO Raum. Die Geschäfte mit anderen Währungen, insbesondere dem USD, sind überschaubar. Daher erfolgen aktuell auch keine Währungsabsicherungen. Die Einschätzung des Risikos gegenüber dem Vorjahr hat sich nicht geändert. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für Währungsrisken und das Ausmaß einer finanziellen Auswirkung wird als gering angesehen.

IT und Cybercrime Risiken

Die Betreuung der IT erfolgt durch die Muttergesellschaft Studio 100 N.V. sowie durch einen lokalen IT-Betreuer. Im Jahr 2022 wurden neue Backup Systeme angeschafft und im Frühjahr 2023 wurden die bestehenden Server, Switches und Storages erneuert.

Das Unternehmen ist auf eine hohe Verfügbarkeit Ihrer IT-Systeme angewiesen. Daher werden in Zusammenarbeit mit der Muttergesellschaft laufend Maßnahmen ergriffen, um Risiken bezüglich Computerkriminalität und dem Ausfall von EDV-Komponenten zu vermeiden.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken hat sich durch die Investitionen in neue EDV-Komponenten und IT-Sicherheit sowie Mitarbeiterschulungen gegenüber dem letzten Stichtag reduziert. Allerdings nehmen die Bedrohungen durch Cyberangriffe zu, so dass wir das Risiko insgesamt als möglich bei einer potenziell hohen Schadenssumme einschätzen.

3.2 Chancenbericht

Im Rahmen der Mehrjahresplanung, des Budgets und des Forecastprozesses werden Chancen laufend identifiziert, bewertet und in der Planung in konkrete Maßnahmen umgesetzt. Als Grundlage dienen Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie der regelmäßige Austausch im internen Führungsteam, mit Managern der Konzernmutter, auf der Gesellschafterversammlung sowie im Rahmen von Gesprächen mit Kunden, Wettbewerbern sowie externen Experten.

Folgend finden sich Chancen, die im Rahmen der Mehrjahresplanung bis 2028 aufgenommen wurden:

Ausbau des Produktionsvolumens durch Eigenentwicklungen, internationale Koproduktionen und der Akquise von Drittprogrammen zur Vermarktung

Aufbau von FAST und SVOD Channels (z.B. auf Amazon Prime)

Ausbau des Merchandising- & Licensing Geschäftes mit Drittmarken

3.3 Gesamtaussage zur Risiko- und Chancenlage

Alle dargestellten Risiken bestehen zum Bilanzstichtag und betreffen auch die zukünftige Entwicklung. Bestandsgefährdende Risiken bestehen im Rahmen der Finanzierung. Hier ist die Gesellschaft auf die Finanzierung durch die Muttergesellschaft angewiesen wie oben detailliert dargestellt ist. Die Risiko- und Chancenlage hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert.

4. Prognosebericht

4.1 Gesamtwirtschaft

Im Jahreswirtschaftsbericht 2024 erwartet die Bundesregierung für 2024 eine leichte Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 % (Vj. -0,3 %), jedoch bestehen weiterhin Unsicherheiten aufgrund des Krieges in der Ukraine, der schwachen weltwirtschaftlichen Entwicklung und der hohen Energiepreise. Die Inflationsrate wird für 2024 mit 2,8 % (Vj. 5,9 %) erwartet. Es wird mit einer Steigerung des verfügbaren Einkommens von 3,8 % gerechnet, was zu einem Zuwachs des Realeinkommens bei den Haushalten führt. 9

Der IWF hob die Prognose für das Weltwirtschaftswachstum von zuletzt 2,9 % auf 3,1 % an. 10

9 Jahreswirtschaftsbericht 2024 der Bundesregierung vom 23.02.2024

10 Zeit Online vom 30.01.2024, "IWF senkt Schätzung für deutsches Wirtschaftswachstum 2024"

4.2 Entertainment Branche

Kino

Während sich die Kinobesucherzahlen in mehreren Ländern von der COVID-19-Krise fast erholt haben, stellen zum einen strukturelle Änderungen den Kinomarkt vor Herausforderungen, wie z. B. die zunehmende Konkurrenz durch abonnementbasierte Online-Videoplattformen. Darüber hinaus sind auch andere Faktoren relevant, wie z. B. Veränderungen im Publikumsverhalten. 11 Insgesamt wird jedoch das internationale Branchenumfeld positiv bewertet.

11 Europäische Audiovisuelle Informationsstelle "the-european-audiovisual-observatory-announces-its-two-2024-cannes-conferences"-Press Release April 2024

Merchandising & Licensing

Im Bereich Licensing & Merchandising ist aktuell die Zurückhaltung im Einzelhandel zu spüren, da es zu mehreren Insolvenzen (z.B. Karstadt), der weiteren Schließung von stationären Geschäften (z.B. aller Filialen der Otto Group Tochter "mytoys") kam. Hier wirkt die Corona Krise noch nach und es ist die teilweise vorhandene Kaufzurückhaltung der Verbraucher zu spüren, auch teilweise bedingt durch die hohe Inflation der vergangenen Jahre. In der Modebranche wird insgesamt mit einem Abschwung gerechnet. 12

12 RTL news vom 12.03.2023, "Mytoys schließt: Alle Filialen machen dicht"; Express.de vom 04.03.2023"Nächste Pleite nach Karstadt, Görtz & Co .: Mode-Händler aus NRW steht vor dem Aus"

Global Distribution

Im Geschäftsfeld Global Distribution hat sich für die Segmente TV & Video on Demand ein stabiles Umsatz- Niveau abgezeichnet. Dank eines großen Rechtekatalogs wird von vielen Relizenzen profitiert, da neue Produktionen seit einiger Zeit länger brauchen bis sie finanziert sind und Relizenzen somit die Lücke schließen. Der Bereich physisches Home Entertainment (DVD/Blu-ray) hingegen verzeichnet insgesamt einen starken Umsatzrückgang, auf Grund eines allgemein regressiven Home Entertainment-Marktes. Die Endkonsumenten nutzen mittlerweile immer mehr Video On Demand-Angebote, weshalb der stationäre Handel den Verkauf von DVDs & Blu-rays immer mehr reduziert und sich das verbleibende Home Entertainment Geschäft vor allem zu Amazon verlagert hat.

4.3 Unternehmen

Das Jahr 2024 ist weiterhin ein Übergangsjahr für die Gesellschaft. Der Output eigener neuer IP aus anderen Produktionsgesellschaften der Studio 100 Gruppe für die Vermarktung ist auch im Jahr 2024 begrenzt. Die S100Int wird sich deswegen weiterhin konsequent zu einem Produktionsunternehmen für Content weiterentwickeln, damit mehr eigene Programme für die Distribution zur Verfügung stehen. Das zukünftige Distributionsvolumen wird durch zusätzliche Eigenentwicklungen, Koproduktionen und der Akquise von Drittprogrammen erhöht. Hierfür wurden Executive Producer national und international eingestellt. Aufgrund einer Produktionsverschiebung ins Jahr 2025 stehen im Jahr 2024 keine eigenen Neuproduktionen aus dem Konzernverbund zur Verfügung, dafür jedoch eine höhere Anzahl von Drittprogrammen mit geringeren Margen. Es wird ein Umsatzanstieg von ca. 30 % und ein Rückgang beim EBITDA von ca. 70 % erwartet. Ab 2025 wird wieder ein deutlich wachsender Umsatz und ein höheres EBITDA erwartet.

Die geplante Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren basiert auf den derzeitigen Konjunkturprognosen. Sollten sich die Rahmenbedingungen über die getroffenen Annahmen hinaus verschlechtern oder größere Risiken eintreten, könnte dies die Ergebnisziele negativ beeinflussen. Der Start in das 1. Quartal lässt jedoch eine positive Entwicklung auf Budgetniveau erwarten.

 

München, den 17. Mai 2024

Studio 100 International GmbH

Martin Krieger

Hans Bourlon

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Studio 100 International GmbH, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Studio 100 International GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Studio 100 International GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Anhangs und im Abschnitt "Finanzwirtschaftliche Risiken" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Gesellschaft am Bilanzstichtag bilanziell überschuldet ist und die alleinige Gesellschafterin, die Studio 100 N.V., Schelle, Belgien, für bestehende Verbindlichkeiten in Höhe eines Betrages von EUR 26,0 Mio. eine Rangrücktrittserklärung abgegeben hat. Daneben rechnet die Geschäftsführung aufgrund von weiteren Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und die daraus resultierenden Abschreibungen mit einem negativen Ergebnis und einem negativen Cashflow der Gesellschaft für das kommende Jahr. Die Geschäftsführung geht von einer positiven Fortführungsprognose für die nächsten Jahre aus, gestützt auf die von der Studio 100 N.V. mit Laufzeit bis zum 31. Dezember 2025 abgegebenen harten Patronatserklärung, in der sich die Muttergesellschaft verpflichtet, die Studio 100 International GmbH derart mit finanziellen Mitteln auszustatten, dass diese jederzeit in der Lage ist, ihren Verbindlichkeiten nachzukommen, sofern kein anderweitiger Zugriff auf Liquidität besteht. Die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit hängt daher von der weiteren finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft ab. Damit wird auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hingewiesen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, 17. Mai 2024

DR. KLEEBERG & PARTNER GMBH
WIRTSCHAFTSPRÜFUNGSGESELLSCHAFT
STEUERBERATUNGSGESELLSCHAFT

Markus Wittmann, Wirtschaftsprüfer

Lorenz Neu, Wirtschaftsprüfer

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