Stammdaten

Register
Amtsgericht Coesfeld HRB 4313
Eingetragen
8.1.2004
Branche
Ambulante Betreuungsdienste für Menschen mit BehinderungAmbulante Betreuungsdienste für ältere MenschenErbringung von ergotherapeutischen Dienstleistungen
Gegenstand
Die Gesellschaft verfolgt in Erfüllung caritativer Aufgaben der katholischen Kirche ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung. Zweck der Körperschaft ist die Förderung der Jugend- und Altenhilfe, der Erziehung sowie Volks- und Berufsbildung, des öffentlichen Gesundheitswesens, des Wohlfahrtswesens und die Unterstützung hilfsbedürftiger Personen. Die Gesellschaft kann darüber hinaus auch andere Körperschaften fördern, die die vorgenannten steuerbegünstigten Zwecke verfolgen und kann die hierzu erforderlichen Mittel im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zur Verfügung stellen (Förderkörperschaft i. S. d. § 58 Nr. 1 AO in der aktuell geltenden Fassung). Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch -den Betrieb eines Berufsbildungswerkes als ein Ort der Bildung unter Einbeziehung von dezentralen Lernorten in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes; -den Betrieb einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen unter Berücksichtigung der Förderung zum Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt durch ausgelagerte Arbeitsplätze; -den Betrieb ambulanter Dienste und vergleichbaren dezentralen personenzentrierten Angeboten entsprechend vertraglicher Regelungen mit Kommunen / Kostenträgern; -differenzierte Wohnangebote für Erwachsene, Jugendliche und Kinder orientiert an den gesetzlichen Rahmenbedingungen und den gesellschaftlichen Anforderungen der Inklusion; -den Betrieb von Fachdiensten (Sozialdienst, Integrationsdienst, medizinisch-therapeutischer Dienst, psychologischer Dienst; Physiotherapie, Ergotherapie); individuelle personenzentrierte Angebote im Rahmen der Unterstützung hilfsbedürftiger Personen, wie z.B. Eingliederungshilfen; - das planmäßige Zusammenwirken mit anderen steuerbegünstigten Gesellschaften, namentlich der JG Services gGmbH; diese erbringt Serviceleistungen (insbesondere Reinigungsleistungen und hauswirtschaftliche Leistungen an die Gesellschaft. -weitere Dienste, die dem Zweck i.S.d. Absatz (2) dienen. Die Gesellschaft ist berechtigt, sämtliche Geschäfte vorzunehmen, die geeignet sind, den Gesellschaftszweck unmittelbar oder mittelbar zu fördern; insbesondere darf die Gesellschaft gleichgerichtete Unternehmen errichten, erwerben und/oder sich an ihnen beteiligen. Soweit die Gesellschaft ihre Ziele nicht selbst verfolgt, kann sie sich zur Zweckerfüllung einer Hilfsperson i.S.d. § 57 AO in der jeweils gültigen Fassung bedienen. Die Gesellschaft und ihre Einrichtungen dienen dem gemeinsamen Werke christlicher Nächstenliebe als Lebens- und Wesensäußerung der katholischen Kirche. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben deshalb ihren Dienst im Sinne und in der Erfüllung der sich daraus ergebenen allgemeinen und besonderen Dienstverpflichtungen zu leisten. Die Gesellschaft erkennt die durch den Bischof von Münster erlassene "Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse" in ihrer im Kirchlichen Amtsblatt für die Diözese Münster veröffentlichten jeweiligen Fassung als verbindlich an und wird diese anwenden. Das gleiche gilt, wenn die vorgenannten Bestimmungen durch andere Regelungen ersetzt werden.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Martin Jörg Bodin
seit 8.10.2012
Geschäftsführer
Jürgen Böbisch
seit 26.10.2011
Prokura
Norbert Rohlf
seit 26.10.2011
Prokura
Thomas Joachim Spaan
seit 29.7.2009
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Benediktushof gGmbH

Reken

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

I. Grundlagen der Gesellschaft

Die Benediktushof gGmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die in Maria Veen (Gemeinde Reken, Kreis Borken) Einrichtungen der Behindertenhilfe betreibt.

Der Benediktushof bietet eine Vielzahl von Rehabilitationsangeboten für Menschen mit Behinderung mit insgesamt 770 Plätzen. Diese verteilen sich auf ein Schulinternat für Kinder und Jugendliche, ein Berufsbildungswerk, eine Werkstatt für behinderte Menschen sowie ein differenziertes Wohnangebot.

II. Wirtschaftsbericht

1. Entwicklung der Branche

Das abgelaufene Geschäftsjahr war abermals durch Krisensituationen gekennzeichnet. Neben der Corona-Pandemie wurden insbesondere die Auswirkungen des im Februar 2022 begonnen Ukraine-Kriegs auf die Welt- und Binnenwirtschaft spürbar. Auf dem Energie- und Rohstoffmarkt wurde die Abhängigkeit Deutschlands von osteuropäischen Gasvorkommen und internationalen Lieferketten deutlich. Basierend auf dem Lieferstopp von russischem Gas verteuerten sich im Jahresverlauf die Marktpreise insbesondere für Gas und Strom überproportional. Darüber hinaus sehen sich die Unternehmen auch dem Druck von erheblichen Lohnforderungen der Arbeitnehmervertreter bei anhaltendem Fachkräftemängel auch in der kritischen Infrastruktur ausgesetzt. Die Inflation in Deutschland lag im Monatsvergleich zum Vorjahr bei teilweise über 10 % und im Jahresschnitt 2022 bei knapp 8 %. 1

1 Vgl. o. V.: Inflationsrate im Dezember 2022 voraussichtlich + 8,6 %, in: Pressemitteilung Nr. 003 des Statistisches Bundesamt (Destatis), 3. Januar 2023

Auf der Basis dieser Entwicklungen haben sich auch die Anforderungen an das deutsche Gesundheits- und Sozialsystem, insbesondere in der medizinischen Versorgung von Patienten und der Schutz und die Betreuung von vulnerablen Menschen, weiterhin verschärft. Trotz rückläufiger Corona-Inzidenzzahlen im Jahresverlauf besteht in Deutschland und im europäischen Binnenmarkt weiterhin große Unsicherheit in Gesellschaft und Wirtschaft hinsichtlich der ökonomischen Entwicklung der Gesamtwirtschaft, auch vor dem Hintergrund einer vielfach diskutierten Rezession für das Jahr 2023. 2

Die Deutsche Bundesbank geht in einer Konjunkturprognose für das Jahr 2023 von einem Wachstum von 0,5 % (2022: 1,9 %) aus. Für die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflation des kommenden Jahres wird ein Rückgang auf 7,2 % erwartet auch wegen der staatlichen Strom- und Gaspreisbremse. 3

Für die Unternehmen und Träger im Gesundheits- und Sozialwesen war das Jahr weiterhin mit vielfach ausbleibenden Belegungszahlen bei teils reduzierten Leistungsangeboten verbunden. Die Belastung des Personals war weiterhin überdurchschnittlich, sodass die Aufrechterhaltung der Versorgungsaufträge teils zu erheblichen Anstrengungen in den Einrichtungen führte. Mit der Zusage von staatlichen Unterstützungshilfen zur Dämpfung der Kostenbelastung wird weiterhin die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaften im Gesundheits- und Sozialsystem gestützt. Der Bund stellt hierfür unter anderem mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds eine Milliardenhilfe in Aussicht. 4

Die ohnehin hohe Abhängigkeit von den jeweiligen Kosten- und Leistungsträgern im Gesundheitswesen und die sich verschlechternde finanzielle Situation der öffentlichen Haushalte durch die Ausgabe von Finanzierungshilfen zur Abmilderung der Kosten für Energie sowie die Eindämmung der Inflation wird weiterhin dazu führen, dass ein hoher Druck im Bereich der Finanzierung des sozialen Sektors bestehen bleibt. 5

2 Vgl. o. V.: Aktualisierte Konjunkturprognose 2022 und 2023, in: Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, 30. März 2022
3 Vgl. o. V.: Perspektiven der deutschen Wirtschaft für die Jahre 2023 bis 2025, in: Deutsche Bundesbank Monatsbericht Dezember 2022, Dezember 2022, S.17
4 Vgl. Finlayson, Dagmar: Ohne Liquiditätshilfen droht in Kliniken ein Stellenabbau, in: Krankenhaus-IT Journal, 22. April 2022
5 Vgl. o. V.: Bundesregierung muss die besondere Betroffenheit der Kliniken in der Krise erkennen und handeln, in: Pressemitteilung der deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zu Energiepreisbremse und Härtefallfonds der Krankenhäuser, 1. Dezember 2022

Durch diese Ausgangssituation besteht für alle Träger in diesem Bereich die Notwendigkeit, ihre Angebote unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Einflussgrößen und des immer größer werdenden Personalmangels in der Pflege und Betreuung hilfebedürftiger Menschen weiter zu optimieren. 6

Neben diesen generellen Herausforderungen sehen sich die Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen fortlaufend gesetzlichen Veränderungen gegenüber.

Behindertenhilfe / Rehabilitation

Alle Leistungsbereiche der Behindertenhilfe / Rehabilitation mussten sich weiterhin mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auseinandersetzen, sowohl in Bezug auf notwendige Veränderungen der Leistungsangebote (insbesondere Berufsbildungs-/Berufsförderungswerke), als auch bezogen auf die anfallenden außerordentlichen Aufwendungen im Rahmen der Leistungserbringung. Hinzu kam die Notwendigkeit, Sonderaktivitäten zu organisieren bzw. deren Umsetzung zu gewährleisten, z. B. Impfungen der Leistungsnehmer und Mitarbeiter, die Kontrolle des Impfstatus und Zugangskontrollen zu den Gebäuden. Nicht zuletzt mussten Corona-Tests organisiert und abgerechnet werden.

Für den Bereich der Werkstätten für Menschen mit Behinderung ist die Nachfrage nach wie vor ungebrochen. 7 Die durch das Bundesteilhabegesetz ermöglichte Konkurrenz durch andere Leistungsanbieter hat hier noch zu keiner wesentlichen Änderung geführt. Die Corona-Pandemie führte im Bereich der Werkstätten zu stark erhöhtem administrativen Aufwand, insbesondere im Bereich der Leistungsabrechnung.

Die befürchteten Auswirkungen der Inklusion auf die Belegung der Schulen sind nicht eingetreten. Die üblichen Schwankungen bei den Anmeldezahlen für die Schulen lassen sich nicht auf diesen Effekt zurückführen.

Im Bereich der Berufsbildungswerke zeigen sich in der Belegung keine Auswirkungen der Corona-Pandemie. Bezüglich des Preismodells gab es in 2022 keine weiteren Entwicklungen.

6 Vgl. o. V.: Personalmangel bei Pflegekräften verschärft sich, finanzielle Absicherung fehlt, in: Ärzteblatt, 10. Januar 2022
7 Vgl. Glasmacher, Sabine / Kramer, Petra: Die Eingliederungshilfe-Leistungen des LVR im Rheinland: Regionalisierter Datenbericht 2019, in: öffentliche Vorlage Nr. 15/286 des Sozialausschusses (LVR), 23.08.2022, S. 18 ff

2. Geschäftsverlauf

Insgesamt ist der Geschäftsverlauf für die Benediktushof gGmbH im Jahr 2022 erfolgreich gewesen. Das Jahresergebnis liegt zwar um 4 TEUR unter dem Ergebnis des Vorjahres, ist aber trotz der Corona-Pandemie bzw. des Ukraine-Kriegs nach wie vor positiv. Das geplante Betriebsergebnis wurde nicht erreicht.

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft

Die folgenden Leistungsindikatoren geben einen Überblick über den Verlauf des abgelaufenen Geschäftsjahres. Für die interne Steuerung stellen die Umsatzerlöse und der Personalaufwand die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren dar.

3.1. Ertragslage

Insgesamt beliefen sich die Erträge der Benediktushof gGmbH im Geschäftsjahr 2022 auf 36.193 TEUR (i. Vj. 35.046 TEUR).

Der größte Anteil an den betrieblichen Erträgen sind die Umsatzerlöse aus Pflege und Betreuung sowie aus der beruflichen Bildung.

Die Umsatzerlöse betrugen 32.177 TEUR und liegen damit über dem Vorjahresniveau (31.631 TEUR) sowie leicht über der Planung. Wesentliche Ursachen für die positive Entwicklung sind Pflegesatzerhöhungen, die Ausweitung des ambulant betreuten Wohnens und das Betreiben eines Corona-Bürgertestzentrums.

Die Aufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 insgesamt auf 36.034 TEUR (i. Vj. 34.884 TEUR).

Innerhalb der betrieblichen Aufwendungen stellen die Personalaufwendungen den größten Posten dar. Sie sind daher ein weiterer wichtiger Leistungsindikator für die interne Steuerung. Im Vergleich zum Vorjahr sind sie um 1.307 TEUR auf 26.449 TEUR gestiegen und liegen über dem geplanten Wert. Die Ursachen hierfür sind im Wesentlichen die Anhebung des Tarifs um 1,8 % zum 1. April 2022, der Anstieg bei der Mehrarbeit bzw. beim nicht genommenen Urlaub, der Anstieg bei den Altersteilzeitvereinbarungen sowie die Tarifeinigung für den Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes über die Gewährung von Zulagen und zusätzlichen Regenerationstagen zum 1. Juli 2022.

Zum Ende des Jahres 2022 wurden bei der Benediktushof gGmbH ohne Geschäftsführer 474 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Zusätzlich waren 37 Auszubildende und Praktikanten tätig. 28 Mitarbeiter/innen waren in Elternteilzeit beziehungsweise in der Freiphase der Altersteilzeit.

Die Richtlinien für Arbeitsverträge in Einrichtungen des Deutschen Caritasverbandes (AVR) kommen zur Anwendung. Die dort festgelegte betriebliche Altersversorgung erfolgt bei der "Kommunale Versorgungskasse Westfalen-Lippe" (kvw).

Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Jahresüberschuss von 159 TEUR (i. Vj. 163 TEUR) erzielt, was einen Rückgang von 4 TEUR entspricht.

3.2. Vermögenslage

Zum 31. Dezember 2022 beträgt die Bilanzsumme für die Benediktushof gGmbH 32.034 TEUR.

Die Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände stellen auf der Aktivseite mit 18.514 TEUR bzw. 57,8 % der Bilanzsumme das langfristige Vermögen dar.

Für das Geschäftsjahr 2022 erfolgten Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und in das Sachanlagevermögen in Höhe von insgesamt 1.124 TEUR (i. Vj. 1.065 TEUR).

Auf die Aktivierung von Gebäuden und Außenanlagen entfällt ein Anteil von 495 TEUR.

In die Erneuerung oder Erweiterung der technischen Anlagen und Maschinen sowie der Einrichtung und Ausstattung flossen im Jahre 2022 Mittel in Höhe von 889 TEUR.

Mit 6.610 TEUR (bzw. 20,6 % der Bilanzsumme) stellen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen den größten Anteil am kurzfristigen Vermögen (insgesamt 13.520 TEUR) dar.

Auf der Passivseite weist die Bilanzstruktur einen Eigenkapitalanteil (ohne Sonderposten) von 15.703 TEUR (49,0 % der Bilanzsumme) aus.

Der Anteil der Sonderposten an der Bilanzsumme beträgt 22,6 %. Die sonstigen Rückstellungen betragen zum 31. Dezember 2022 2.777 TEUR bzw. 8,7 % der Bilanzsumme.

3.3. Finanzlage

Der in der Bilanz ausgewiesene Gesamtbestand an flüssigen Mitteln in Höhe von 3.638 TEUR ist Ausgangspunkt für die Beurteilung der Finanzlage.

Setzt man die flüssigen Mittel und die kurzfristigen Forderungen auf der einen Seite und die kurzfristigen Verbindlichkeiten auf der anderen Seite ins Verhältnis, so ergibt sich eine Liquidität 2. Grades von 349,3 %.

Die Zahlungsfähigkeit im Geschäftsjahr 2022 war jederzeit uneingeschränkt gewährleistet.

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gibt ein den tatsächlichen Verhältnissen der Gesellschaft entsprechendes Bild wieder.

III. Prognosebericht

Hinsichtlich der aktuellen Herausforderungen durch die Nachwirkungen der Corona-Krise, des Ukrainekrieges und der erhöhten Inflation, ist eine zuverlässige Prognose der finanziellen Auswirkungen auf die Gesellschaft nur schwierig möglich.

1. Umsatzerlösentwicklung

Die Planung für das Geschäftsjahr 2023 geht für alle Bereiche der Benediktushof gGmbH von einem leicht positiven Umsatzwachstum aus.

In den ersten 2 Monaten des Jahres 2023 zeichnet sich ab, dass diese Wachstumsannahmen auch realisiert werden können.

2. Personalaufwands- und Ergebnisentwicklung

Für das Geschäftsjahr 2023 wurde ein Anstieg der Personalkosten geplant. Die Tarifeinigung für Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes über die Gewährung von Zulagen ist dabei berücksichtigt.

Der Anstieg der Personalkosten wird durch die Anpassung der Vergütungssätze nicht in allen Bereichen ausgeglichen werden können.

Unter Berücksichtigung der ursprünglichen Rahmenbedingungen wurde bei einer vorsichtigen Planung für das Geschäftsjahr 2023 ein positives Jahresergebnis auf Vorjahresniveau erwartet. Basierend auf den am Erstellungszeitpunkt vorliegenden Hochrechnungen für das Jahr 2023 erwarten wir keine wesentlichen Abweichungen gegenüber unserer ursprünglichen Planung.

3. Vermögens- und Finanzlage

Wesentliche Veränderungen der Vermögens- und Finanzlage insbesondere aufgrund der Ukraine-Krise sind aktuell nicht absehbar, werden auch nicht erwartet.

IV. RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Die größten Risiken werden in den Auswirkungen der aktuellen Preisentwicklung und dem Fachkräftemangel sowie in der weltpolitischen Lage rund um den Ukraine-Krieg gesehen.

Trotz fortlaufender Risikoanalyse und Umsetzung von Maßnahmen verbleibt für die Gesellschaft weiterhin ein hohes Risiko in der Leistungs-, Umsatz- und Kostenentwicklung, welches sich insbesondere aus einer reduzierten Belegung, aus Personalvakanzen und -ausfällen sowie aus der Kostenentwicklung aus dem Bezug von wesentlichen Sachmitteln und Dienstleistungen ergeben kann.

Nachfolgend sind die Risiken themenspezifisch und darin absteigend nach ihrer Bedeutung für die Gesellschaft angegeben:

AUSLASTUNGSRISIKEN UND MARKTCHANCEN

Risiken:

Bei den Werkstätten für Menschen mit Behinderung ergeben sich vor allem mittelfristige Risiken aus der geänderten konjunkturellen Entwicklung.

Die Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Auslastung ist im Bereich der beruflichen Bildung hoch. Grund hierfür ist zum einen die Abhängigkeit von sehr wenigen Leistungsträgern, in der Regel die Agentur für Arbeit, sowie die Frage des zukünftigen Umgangs der Kostenträger mit Internatsunterbringungen und einer möglichen hybriden Leistungserbringung.

Chancen:

Durch die Einbindung der Einrichtungen der Josefs-Gesellschaft in die Konzernstruktur ist ein solider Rückhalt gegeben. Die Verbundstruktur mit ihren unterschiedlichen Bereichen stellt somit einen weiteren Vorteil dar, da so Synergien und wirtschaftliche Ausgleichseffekte ermöglicht werden. Wir sehen daher gute Chancen, uns mit unseren Angeboten am Markt behaupten zu können.

Risiken und Chancen im Personalbereich

Risiken:

Die Personalgewinnung stellt nach wie vor das größte Risiko im Personalbereich dar.

Die Besetzung von Lehrerstellen in den Schulen der JG-Gruppe gestaltet sich zunehmend als äußerst schwierig. Auch hier kommt der allgemeine Lehrermangel zur Geltung. 8

Neben den bereits erfolgten Tariferhöhungen für das Jahr 2022 liegen zum Erstellungszeitpunkt keine weiteren Tarifabschlüsse für die Folgejahre vor. Die durchschnittliche, geplante Tarifsteigerung für 2023 liegt bei ca. 5,0 %.

Mit Beschluss vom 20. Oktober 2022 wurden Zulagen für den Sozial- und Erziehungsdienst für die Jahre 2022 bis 2024 vereinbart, die zu erheblichen Mehrkosten in Teilen der Eingliederungshilfe führt.

Eine Anpassung der Vergütungssätze wird nicht in allen Bereichen ausgeglichen werden können.

Chancen:

Die Anwendung der AVR kann für die Gesellschaft bei der Gewinnung von Personal durchaus zum Vorteil werden. Im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter kann sie als attraktiver katholischer Arbeitgeber einen sicheren Arbeitsplatz bieten. Darüber bieten die trägereigenen Pflegeschulen sowie die Trainee- und Lead-Programme Chancen zur Mitarbeitergewinnung und Weiterentwicklung von internen Führungsqualitäten.

8 Vgl. Lehrermangel: Bis 2030 fehlen mindestens 81.000 Lehrkräfte

Risiken und Chancen der Gesetzgebung

Risiken:

Das Risiko von Veränderungen der Finanzierungssysteme besteht für die Gesellschaften der Josefs-Gesellschaft jederzeit.

Die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes zieht sich weiter hin, wobei in einzelnen Bundesländern zumindest mit Pilotprojekten bezüglich der Erstellung von Fachkonzepten und Leistungsvereinbarungen begonnen wurde. Allerdings stockt auch dieser Prozess. Insgesamt ist die geplante Umsetzung des BTHG gescheitert. Es ist zu beobachten, dass Leistungsträger verstärkt in die Überprüfung der Leistungserbringer gehen, vor allem auch mit der Zielsetzung Rückzahlungen zu erreichen.

Chancen:

Die Schaffung neuer komplexer Fachleistungsarrangements beinhaltet die Erweiterung des Leistungsspektrums und die zunehmende Differenzierung der Leistungsangebote. Die Trennung der existenzsichernden Leistungen und der Fachleistungen ist mittlerweile etabliert.

Die Vernetzung interner Fachleistungsangebote zu komplexen Leistungsarrangements soll neue Interessensgruppen ansprechen und Leistungsangebote für andere Leistungsanbieter ermöglichen.

Durch die gemeinsame Beschulung von Schüler/-innen mit einer Behinderung und ohne eine Behinderung im Rahmen der Inklusion ergeben sich Chancen, die Nachfrage nach Beschulung von Förderschulen nachhaltig zu stärken.

Dies zeigt, dass das BTHG Chancen auf neue Betätigungsfelder und Interessensgruppen eröffnet.

Liquiditäts- und Risikomanagement

Die Benediktushof gGmbH nimmt am konzernweiten Risikomanagement teil. Zur Erkennung der geschäftsspezifischen Risiken erfolgt eine jährliche Risikobewertung durch die Geschäftsführer der Tochtergesellschaften. Über die Ergebnisse erfolgt regelmäßig eine Berichterstattung gegenüber der Holding und den Aufsichtsgremien (Aufsichtsrat) der JG-Gruppe.

Durch die zentrale Bündelung der liquiden Mittel (Cash-Management) in der Zentrale der JG- Gruppe und den monatlichen Liquiditätsstatus für den gesamten Konzern wird die Liquidität für alle Tochtergesellschaften sichergestellt.

 

Reken, den 31. März 2023

Thomas Spaan, Geschäftsführer

Martin Bodin, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVSEITE

31.12.2022 31.12.2021
EUR TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.978,00 0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 15.636.724,27 16.156
2. Technische Anlagen und Maschinen 613.423,00 713
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.178.162,00 2.044
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 82.098,13 370
18.510.407,40 19.283
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 150,00 0
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 408.453,00 362
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 11.332,00 12
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 52.506,00 49
472.291,00 423
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.352.655,66 1.831
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.609.563,77 5.972
3. Sonstige Vermögensgegenstände 287.456,71 162
9.249.676,14 7.965
III. Kassenbestand und, Guthaben bei Kreditinstituten 3.637.845,15 4.316
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 160.653,99 - 151
32.034.001,68 32.138
TREUHANDVERMÖGEN 23.134,71 18

PASSIVSEITE

31.12.2022 31.12.2021
EUR TEUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000
II. Kapitalrücklage 11.829.816,63 11.830
III. Gewinnrücklagen 2.873.463,87 2.714
15.703.280,50 15.544
B. SONDERPOSTEN AUS ZUWENDUNGEN ZUR FINANZIERUNG DES ANLAGEVERMÖGENS
1. Sonderposten aus öffentlicher Förderung zur Finanzierung des Anlagevermögens 4.004.181,00 4.324
2. Sonderposten aus nicht-öffentlicher Förderung zur Finanzierung des Anlagevermögens 3.235.902,00 3.431
7.240.083,00 7.755
C. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 68.800,00 71
2. Steuerrückstellungen 1.900,00 2
3. Sonstige Rückstellungen 2.776.800,00 1.763
2.847.500,00 1.836
D. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.346.107,41 4.457
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 113.833,64 EUR (Vorjahr 127 TEUR)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 4.232.273,77 EUR (Vorjahr 4.330 TEUR)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 229.763,14 257
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 229.763,14 EUR (Vorjahr 257 TEUR)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 153.327,72 102
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 153.327,72 EUR (Vorjahr 102 TEUR)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.215.068,82 1.857
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 785.698,37 EUR (Vorjahr 1.297 TEUR)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 429.370,45 EUR (Vorjahr 560 TEUR)
- davon aus Steuern 182.416,81 EUR (Vorjahr 0 TEUR)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 299,70 EUR (Vorjahr 0 TEUR)
5.944.267,09 6.673
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 298.871,09 330
32.034.001,68 32.138
TREUHANDVERBINDLICHKEIT 23.134,71 18

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022

2022 2021
EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 32.177.341,40 31.631
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 3.978,00 -4
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 1.631,01 0
4. Sonstige betriebliche Erträge 3.269.978,29 2.819
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 2.586.883,73 2.707
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.266.881,88 1.161
3.853.765,61 3.868
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 19.049.643,13 17.906
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 7.399.761,80 7.236
- davon für Altersversorgung 1.693.710,07 EUR (Vorjahr 1.649 TEUR)
26.449.404,93 25.142
7. Erträge aus öffentlicher und nicht-öffentlicher Förderung von Investitionen 118.032,02 38
8. Erträge aus der Auflösung von Sonderposten 621.770,02 563
9. Aufwendungen aus der Zuführung zu Sonderposten/Verbindlichkeiten 120.282,02 37
10. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.894.672,35 1.872
11. Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.667.338,77 3.879
12. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 6,75 0
13. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 196,59 0
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 42.493,00 81
- davon aus der Aufzinsung 8.020,00 EUR (Vorjahr 14 TEUR)
-42.289,66 -81
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.046,85 0
16. Ergebnis nach Steuern 163.930,55 168
17. Sonstige Steuern 4.804,43 5
18. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 159.126,12 163
19. Einstellung in Gewinnrücklagen -159.126,12 -163
20. Bilanzgewinn/-verlust 0,00 0

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 der Benediktushof gGmbH wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Die Benediktushof gGmbH hat ihren Sitz in Reken und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Coesfeld (HRB 4313). Die Gliederungen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen grundsätzlich den §§ 266 und 275 HGB. Eine Erweiterung des Gliederungsschemas wurde nur vorgenommen, soweit dies zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung führt.

Die Gesellschaft ist als steuerbegünstigte Körperschaft von der Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit. Nicht befreit sind die steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe.

Die für die Bewohner verwalteten Verwahrgelder (Taschengelder) werden als Treuhandvermögen bzw. Treuhandverbindlichkeit unter der Bilanz ausgewiesen.

Die Benediktushof gGmbH ist zum Bilanzstichtag eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt.

Die Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear auf der Basis der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern. Abnutzbare bewegliche Anlagegüter, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind und deren Anschaffungskosten mehr als 250,00 EUR und maximal 800,00 EUR (ohne Umsatzsteuer) betragen, werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben.

Finanzanlagen werden zum Nennwert bilanziert.

Die Vorräte betreffen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen sowie fertige Erzeugnisse und Waren und werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bei Anwendung zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bilanziert. Ausfallrisiken werden durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt.

Die Kassenbestände und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zu ihren Nominalbeträgen angesetzt.

Die Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens werden in Höhe der gewährten Zuwendungsbeträge gebildet und jährlich um den anteiligen Abschreibungsbetrag der geförderten Anlagegüter aufgelöst.

Die Rückstellungen berücksichtigen sämtliche zum Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zum notwendigen Erfüllungsbetrag gebildet worden. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgte gemäß § 253 Abs. 1 und 2 HGB nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der Heubeck-Richttafeln 2018 G im Wege der Einzelbewertung nach der Projected-Unit-Credit-Methode. Die Abzinsung erfolgte pauschal mit dem zehnjährigen Durchschnittszinssatz von 1,78 %, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Weitere Berechnungsgrundsätze sind, dass ein Trend für Renten und Anwartschaften von 0 % p. a. und keine Fluktuation angenommen werden. Die Differenz der Rückstellungen aus dem siebenjährigen und zehnjährigen Jahresdurchschnitt des Zinssatzes und damit der ausschüttungsgesperrte Betrag i. S. d. § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB (Gewinn aus Zinssatzänderung) zum 31. Dezember 2022 beträgt 2 TEUR (i. Vj. 4 TEUR).

Die Bewertung der Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeit, Dienstjubiläen und gegenüber pensionierten beamteten Lehrern und Pensionsanwärtern erfolgte jeweils zu ihrem, nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten, Barwert mittels des so genannten Anwartschaftsbarwertverfahrens. Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet.

Der Bewertung liegt ein Rechnungszinssatz von 0,52 % (i. Vj.0,34 %) für die Altersteilzeit, 1,44 % (i. Vj.1,35 %) für die Dienstjubiläen und für die Verpflichtungen gegenüber pensionierten beamteten Lehrern und Pensionsanwärtern zu Grunde. Als weitere Prämissen werden für die Jubiläumsverpflichtung ein Gehaltstrend von 2,5 % sowie eine Fluktuationsrate von 10,0 % unterstellt. Bei der Wahl des Rechnungszinssatzes für die Jubiläumsverpflichtung wurde von dem Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht, welches die Anwendung eines durchschnittlichen Marktzinssatzes bei einer Restlaufzeit von 15 Jahren für alle Anspruchsberechtigte gestattet.

Die nach § 8a Altersteilzeitgesetz vorzunehmende Insolvenzsicherung von Arbeitszeitguthaben zuzüglich der darauf entfallenden Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung von Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern, die sich in Altersteilzeit befinden, erfolgt für alle Gesellschaften der JG-Gruppe zentral durch die Konzernmuttergesellschaft Josefs-Gesellschaft gGmbH, Olsberg.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind nur Zahlungen vor dem Bilanzstichtag, die Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, ausgewiesen.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagennachweis dargestellt, der diesem Anhang als abschließende Anlage beigefügt ist.

Die in den Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthaltenen Forderungen gegen Gesellschafter betragen 6.601 TEUR (i. Vj. 5.970 TEUR). Sie haben im Wesentlichen den Charakter von Sichteinlagen bei Kreditinstituten.

Sämtliche Forderungen haben - wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Den Arbeitnehmern der Benediktushof gGmbH wird eine Zusatzversorgung gewährt, die über die Kommunale Versorgungskassen Westfalen-Lippe (kvw) abgewickelt wird. Diese mittelbare Pensionsverpflichtung ist gemäß Artikel 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB nicht passiviert. Für das Geschäftsjahr 2022 betrug der laufende Beitrag an die kvw 1.270 TEUR (i. Vj. 1.225 TEUR), er beträgt 4,5 % zuzüglich 3,25 % Sanierungsgeld des beitragspflichtigen Entgelts. Die Summe der beitragspflichtigen Gehälter beläuft sich im Jahr 2022 auf 16.388 TEUR (i. Vj. 15.807 TEUR). Für 2023 wird mit einem gleichbleibenden Beitragssatz gerechnet.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR
Personalrückstellungen 2.483
Übrige 294
Summe 2.777

Die Rückstellungen für Personalaufwendungen enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Urlaub, Gleitzeit, Altersteilzeit und Dienstjubiläen sowie Verpflichtungen gegenüber pensionierten beamteten Lehrern und Pensionsanwärtern.

Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten geht aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel hervor:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bis zu fünf Jahren Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt 31.12.2022 (31.12.2021) davon gesichert
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 114 452 3.780 4.346 4.344
(127) (512) (3.818) (4.457) (4.456)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 230 0 0 230 0
(257) (0) (0) (257) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 153 0 0 153 0
(102) (0) (0) ( 102) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 786 335 94 1.215 560
(1.296) (430) (130) (1.856) (690)
1.283 787 3.874 5.944 4.904
(1.782) (942) (3.948) (6.672) ( 5.146)

Sicherung durch Grundpfandrechte (Grundschulden, Hypotheken)

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse enthalten u. a. Erlöse aus Pflege und Betreuung in Höhe von 27.774 TEUR (i. Vj. 27.362 TEUR), Verkaufserlöse in Höhe von 1.572 TEUR (i. Vj. 1.475 TEUR) und Erlöse aus medizinisch-therapeutischen Leistungen von 788 TEUR (i. Vj. 743 TEUR), Erträge aus Hilfs-/Nebenbetrieben von 333 TEUR (i. Vj. 334 TEUR) sowie Zuwendungen zur Finanzierung der laufenden Aufwendungen für die von der Gesellschaft unterhaltene Schule von 1.710 TEUR (i. Vj. 1.717 TEUR).

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich insbesondere aus Erstattungen der Sozialversicherungsbeiträge für behinderte Menschen und Personalkostenzuschüssen zusammen. Mit insgesamt 405 TEUR (Vorjahr 245 TEUR) sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen Erstattungen für Coronatestungen (Personal- und Sachkosten) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Verwaltungskosten, Instandhaltungen, Versicherungen und Abgaben sowie Mieten, Pacht- und Leasingaufwendungen enthalten.

Innerhalb des Postens Zinsen und ähnliche Aufwendungen werden Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 8 TEUR (i. Vj. 14 TEUR) ausgewiesen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 1 TEUR (i. Vj.0 TEUR) angefallen.

5. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 476 (i. Vj.477) Arbeitnehmer (AN) beschäftigt. Sie verteilen sich wie folgt:

2022 AN 2021 AN
Pflegedienst, Betreuungsdienst, Heimpädagogischer Dienst, Medizinisch-Technischer Dienst, Funktionsdienst 242 240
Lehrer und Ausbilder 58 61
Sonstige Gruppen (Wirtschaftsdienst, Verwaltung, Technik, etc.) 176 176
Summe 476 477

Auszubildende, Praktikanten, Volontäre (31, i. Vj. 29) sowie Arbeitnehmer in der Freistellungsphase einer Altersteilzeit und Mitarbeiter in Elternzeit (26, i. Vj. 15) sind hierbei nicht berücksichtigt.

Geschäftsführung

Zu hauptberuflichen Geschäftsführern der Gesellschaft waren im Berichtszeitraum

 

Herr Thomas Spaan, Datteln,

 

Herr Martin Bodin, Münster,

bestellt.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird unter Bezugnahme auf die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen der Gesellschaft aus Leasing- und Mietverträgen belaufen sich auf rund 2.009 TEUR, davon 1.335 TEUR aus Erbbauzinsen und 3 TEUR gegenüber verbundenen Unternehmen.

Haftungsverhältnisse

Mittelbare Versorgungszusagen gegenüber den Arbeitnehmern aus Altersversorgungsverpflichtungen bestehen bei den Kommunalen Versorgungskassen Westfalen-Lippe (kvw) in Münster. Diese Zusagen werden durch entsprechendes Deckungsvermögen der kvw, laufende Beiträge und zusätzliche Sanierungsbeiträge der beteiligten Unternehmen vollständig finanziert. Ein Risiko der Inanspruchnahme besteht in Höhe einer eventuellen Deckungslücke. Bezüglich der mittelbaren Pensionsverpflichtungen bei der kvw verweisen wir auf unsere Ausführungen unter den Erläuterungen zur Bilanz.

Konzernzugehörigkeit

Die Benediktushof gGmbH wird in den Konzernabschluss der Josefs-Gesellschaft gGmbH, Olsberg, (eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht in Arnsberg unter HR B 6609) einbezogen, der im elektronischen Bundesanzeiger offen gelegt wird.

Die Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers werden im Anhang des Konzernabschlusses dargestellt.

Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung hat den Jahresüberschuss entsprechend einem Grundsatzbeschluss des Alleingesellschafters Josefs-Gesellschaft gGmbH, Olsberg, in die Gewinnrücklagen eingestellt.

 

Reken, den 31. März 2023

Thomas Spaan, Geschäftsführer

Martin Bodin, Geschäftsführer

Anlagennachweis für das Geschäftsjahr 2022

Entwicklung der Anschaffungswerte
Bilanzposten Anfangsstand Zugang Umbuchungen Abgang Endstand
A. Anlagevermögen EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 162.821,62 3.184,44 0,00 0,00 166.006,06
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 43.984.327,57 150.346,08 345.066,67 0,00 44.479.740,32
2. Technische Anlagen und Maschinen 10.996.850,73 0,00 0,00 0,00 10.996.850,73
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.861.143,68 888.838,28 25.361,88 203.967,22 14.571.376,62
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 370.428,55 82.098,13 - 370.428,55 0,00 82.098,13
69.212.750,53 1.121.282,49 0,00 203.967,22 70.130.065,80
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 150,00 0,00 0,00 0,00 150,00
69.375.722,15 1.124.466,93 0,00 203.967,22 70.296.221,86
Entwicklung der Abschreibungen
Bilanzposten Anfangsstand Abschreibungen Zuschreibung (-) Geschäftsjahr Entnahme für Abgänge Endstand
A. Anlagevermögen EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 162.431,62 596,44 0,00 163.028,06
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 27.828.795,30 1.014.220,75 0,00 28.843.016,05
2. Technische Anlagen und Maschinen 10.283.599,73 99.828,00 0,00 10.383.427,73
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.817.154,68 780.027,16 203.967,22 12.393.214,62
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
49.929.549,71 1.894.075,91 203.967,22 51.619.658,40
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
50.091.981,33 1.894.672,35 203.967,22 51.782.686,46
Bilanzposten Buchwert Stand 31.12.2022 Buchwert Stand 31.12.2021
A. Anlagevermögen EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.978,00 390,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 15.636.724,27 16.155.532,27
2. Technische Anlagen und Maschinen 613.423,00 713.251,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.178.162,00 2.043.989,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 82.098,13 370.428,55
18.510.407,40 19.283.200,82
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 150,00 150,00
18.513.535,40 19.283.740,82

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Benediktushof gGmbH, Reken

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Benediktushof gGmbH, Reken, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Benediktushof gGmbH, Reken, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Köln, 19. Juni 2023

Solidaris Revisions-GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Dr. Thomas Drove, Wirtschaftsprüfer

Stefan Wißler, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 19. Juli 2023 festgestellt.

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