Simplie Hair GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit kosmetischen Erzeugnissen und Körperpflegemitteln
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
David Hubert Dr. Meyer seit 10.4.2026 | Vorstandsmitglied |
Manuela, geb. Lohse Spörl seit 5.8.2022 | Vorstandsmitglied |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
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| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
ERWO Holding AktiengesellschaftSchwaigKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20231. Grundlagen des Konzerns1.1. Geschäftsmodell Der ERWO Konzern ist eine Unternehmensgruppe der Textilindustrie, die seit vielen Jahren erfolgreich unterschiedliche Arten von Textilien produziert und diese international auf allen Märkten dieser Welt vertreibt. Die hohen Anforderungen, die sich im letzten Jahrzehnt im Zuge des grundlegenden Strukturwandels der globalen Textilindustrie ergeben haben, wurden erfolgreich bewältigt. Die ERWO Holding AG (ERWO) ist eine nicht börsennotierte Holdinggesellschaft mit Sitz in Schwaig bei Nürnberg (Deutschland). Die Aktien befinden sich vollständig in Familienbesitz. Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung von Beteiligungen, die Übernahme von Geschäftsführungstätigkeiten und die Erbringung von Dienstleistungen, einschließlich der Finanzierung und des Finanzmanagements sowie die Verwaltung von Grundstücken. Weiterer Gegenstand ist die Vermögensverwaltung. Die ERWO Holding AG fungiert als Mutterunternehmen der Südwolle Group GmbH. Unter dieser Gesellschaft sind die Kammgarnaktivitäten des ERWO Konzerns gebündelt. Die aus Wolle und Wollmischungen hergestellten Garne finden überwiegend im Bekleidungsmarkt Anwendung. Darüber hinaus ist die ERWO Holding AG mit einer Beteiligungsquote von knapp 85 % an der HOFTEX GROUP AG beteiligt. Die Aktien der HOFTEX GROUP AG werden im Freiverkehr an der Börse München im Marktsegment m:access gehandelt. Der Fokus dieser Beteiligung liegt ebenfalls in der Textilindustrie und hier insbesondere im Bereich der technischen Textilien. Des Weiteren hält die ERWO Holding noch Beteiligungen an einigen kleineren Gesellschaften, die sich mit Immobilien-Management und mit Solar-Energie beschäftigen. 1.2. Organisationsstruktur Die ERWO Group ist mittlerweile mit ca. 45 Gesellschaften in 14 Ländern vertreten. Insgesamt beschäftigt die Gruppe - die sich durch eine flache hierarchische Struktur kennzeichnet - im Geschäftsjahr 2023 im Durchschnitt 4.056 Arbeitnehmer. Die ERWO Holding AG ist in ihrer Funktion als Holdinggesellschaft für die strategische Gesamtausrichtung des Konzerns verantwortlich. Die operativen Bereiche verantworten und steuern die weltweit zugeordneten Produkte, Produktionen, Märkte und Kunden eigenverantwortlich. Der Vorstand setzt sich zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses aus zwei Mitgliedern zusammen, während die Geschäftsbereiche in den einzelnen Tochtergesellschaften von den Geschäftsführern geführt werden, welche den Vorstand regelmäßig über die Geschäftsentwicklung informieren. Der Aufsichtsrat bestehend aus sechs Mitgliedern, berät den Vorstand und überwacht dessen Geschäftsführung. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen wird der Aufsichtsrat eingebunden. Insbesondere prüft er den Jahresabschluss der ERWO Holding AG, den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht und berichtet über die Abschlussprüfung an die Hauptversammlung. Im Aufsichtsrat sind Mitglieder der Eigentümerfamilie der ERWO Holding AG sowie externe Experten vertreten. 1.3. Strategie und Ziele Der ERWO Konzern hat sich über seine Beteiligungen vom Standard-Textilproduzenten in mehreren Schritten zum diversifizierten Anbieter hochinnovativer Textilprodukte entwickelt. Als Hersteller von textilen Lösungen werden die Unternehmen des ERWO Konzerns als kompetenter und zuverlässiger Partner für Kunden in einer Vielzahl zukunfts- und wachstumsstarker Industrien geschätzt. Dabei fokussieren sich die Beteiligungen auf Produkte, welche innovativ und zuverlässig sind und höchste Produktqualitätsansprüche erfüllen müssen. Die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden stehen dabei immer im Mittelpunkt und bilden die Grundlage jeder Strategie und Entwicklung. Der ERWO Konzern bekennt sich zu fairen Handelspraktiken und den jeweils landesüblichen sozialen Standards. Es wird eine Wachstumsstrategie in expandierende Märkte verfolgt, wobei in diesem Zusammenhang dem Grundsatz der Nachhaltigkeit große Bedeutung beigemessen wird. Ebenso werden Produktinnovationen und Innovationen im technischen Bereich stets unter Beachtung der Gebote der Rationalität, der Effizienz und insbesondere der Umweltverträglichkeit vorangetrieben. Die ERWO Group hat den grundlegenden Strukturwandel in der Textilindustrie erfolgreich bewältigt und sich durch ständige Produktweiterentwicklungen und den weltweiten Aufbau von Produktionsstätten als zuverlässiger Partner für unsere global agierenden Kundengruppen etabliert. Bereits in den neunziger Jahren wurde mit dem Aufbau einer Produktionsstätte in Polen der Grundstein für die Internationalisierung der Firmengruppe gelegt. Einer der wichtigsten Meilensteine war die Gründung eines Produktionsstandortes in China, welcher heute der größte Standort im Bereich der Kammgarnaktivitäten ist. Die weitere Expansion nach Vietnam zeigt die wichtige Rolle des asiatischen Kontinents für die Firmengruppe. Bei unseren strategischen Entscheidungen spielen neben der Markt- und Produktstrategie auch politische Entwicklungen eine Rolle. Insofern dienen die jüngsten Investitionen in Vietnam ebenso der Risikodiversifizierung. Unsere Arbeitnehmer sichern den nachhaltigen Erfolg der ERWO Group. Durch Professionalität, Qualitätsbewusstsein, Loyalität, unternehmerisches Handeln und Motivation tragen sie entscheidend zur Erreichung der ausgegebenen strategischen Ziele bei. An den weltweiten Standorten sind Menschen unterschiedlichster Nationalitäten tätig. Die ERWO Group sieht sich als eine Familie mit gemeinsamen Werten. Fachliche und soziale Kompetenz der Arbeitnehmer werden gefördert und die strategische Personalpolitik ist auf kontinuierliche Förderungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie einen integrativen Führungsstil ausgerichtet. Die beständige Eigentümerstruktur der ERWO Holding AG und ihr balanciertes Produkt- und Leistungsportfolio gewährleisten eine langfristig ausgerichtete, stabile Unternehmensentwicklung und eine kontinuierliche Verfolgung der Unternehmensstrategie. Außerdem haben die Kunden des ERWO Konzerns so auch über mehrjährige Produktzyklen hinweg die Sicherheit, einen verlässlichen und liefertreuen Partner an ihrer Seite zu wissen. 1.4. Nachhaltigkeit [Unterabschnitt vom Abschlussprüfer nicht geprüft.] Die aktuellen globalen Entwicklungen beeinflussen die ERWO Gruppe auch 2023 weiterhin. Dazu gehören knappe Ressourcen und schwankende Rohstoff- und Energiepreise, Klimawandel, politische Unsicherheiten, der russische Angriffskrieg in der Ukraine und eine schwache Weltwirtschaft. Die Inflation ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Deshalb ist es für die ERWO Unternehmen wichtig, ihre Kompetenzen in ihren Geschäftsfeldern zu stärken. Dank ihrer langjährigen Expertise im Textilbereich, vor allem in Technologie, Produktionstechnik und Produktentwicklung, können sie sich an die Marktbedingungen und Herausforderungen anpassen und innovative, nachhaltige Textillösungen anbieten. Die Nutzung von erneuerbaren oder recycelten Rohstoffen, der Ersatz von umweltschädlichen Chemikalien und Farbstoffen und die Verbesserung von Prozessen für eine ressourcensparende Herstellung unserer Textilprodukte sind auch in Zukunft die wichtigsten Ansatzpunkte für eine nachhaltige Textilbranche in der ERWO Group. Die Nachhaltigkeitsanforderungen unseres Unternehmens im Hinblick auf künftige gesetzliche Vorgaben auf nationaler und internationaler Ebene werden immer größer. Wir begegnen den Anforderungen unserer Kunden und den strengeren gesetzlichen Vorgaben mit einer Nachhaltigkeitsstrategie, die alle Aspekte unseres Handelns abdecken wird. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie setzt weiterhin auf ein effektives Energie- und Umweltmanagement. Damit wollen wir unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wir verfolgen verschiedene Ansätze, um unseren Energieverbrauch zu senken, besonders angesichts der steigenden Energiepreise. Außerdem verbessern wir stetig unsere Materialflüsse, Lagerhaltung und Produktionsprozesse, um Verschwendung zu vermeiden. Die Unternehmen der ERWO Group unterziehen sich weiterhin regelmäßigen Audits und Zertifizierungen, um Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit nachzuweisen und kontinuierlich zu optimieren. Dies unterstützt unser Ziel, effizienter und profitabler zu werden. Die verschiedenen Zertifizierungen sind für die Stakeholder der ERWO Group weiterhin ein wichtiger Nachweis und Garant für das erbrachte Engagement und stärken unsere Position als zuverlässiger Geschäftspartner. 1.5. Steuerungssystem Zu den für die Unternehmenssteuerung wichtigen finanziellen Leistungsindikatoren gehören neben dem Umsatz das EBITDA und der Konzernjahresüberschuss. Der Vorstand steuert zusammen mit dem Konzerncontrolling die Gesellschaften auf Konzernebene. Neben den finanziellen Steuerungskennzahlen gibt es die nachfolgenden Indikatoren, welche in der Geschäftsleitung und dem Führungskreis kontinuierlich verfolgt und regelmäßig besprochen werden:
Die Konzernleitung erhält aus allen operativen Geschäftsbereichen Planungen und strategische Ausarbeitungen. Diese werden geprüft und bei Bedarf durch die Geschäftsbereiche angepasst. Daraus entsteht eine detaillierte Konzernplanung. Abgestimmt auf diese Planung werden Kennzahlen ermittelt. Abweichungen werden analysiert und im Falle negativer Abweichungen bestmöglich gegengesteuert. Wochenmeldungen, Monats- und Quartalsabschlüsse zeigen die ergebnismäßigen Auswirkungen von Planabweichungen. In regelmäßigen Besprechungen mit den Verantwortlichen werden Status, Abweichungen und Verbesserungsmaßnahmen diskutiert und verfolgt. 1.6. Forschung und Entwicklung Die ERWO Group misst der eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit eine große Bedeutung bei und betrachtet diese als einen kritischen Faktor für den Erfolg des Konzerns. Die Produkte erfordern in der Regel eine intensive Entwicklungsarbeit, um die mit den Kunden definierten Produkteigenschaften technisch und kosteneffizient darzustellen. Dabei steht der Kundennutzen im Mittelpunkt. Das Ziel besteht darin, neue Ideen aufzugreifen, Lösungen für Fragestellungen und Probleme zu finden und daraus Produkte zu entwickeln, die unseren Kunden einen Nutzen bringen. Die genannten Faktoren eröffnen der ERWO Group Chancen, neue Anwendungen und Marktsegmente zu erschließen und unsere Marktposition zu stärken und auszubauen. Ein weiterer Aspekt unserer Forschung und Entwicklung ist die kontinuierliche Verbesserung bereits bestehender Produkte und Anwendungen. Hierbei legen wir einen Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte wie Effizienzsteigerungen und Ressourcen-Schonung sowie den Einsatz nachhaltiger Rohstoffe und Produktionsprozesse. Es bestehen verschiedene Kooperationen und Auftragsforschungsprojekte mit Hochschulen, Universitäten und Forschungsinstituten. Die wichtigsten sind: Fachhochschule Hof, Technische Universität Chemnitz, STFI Chemnitz, Fraunhofer Institut, Technische Universität Dresden und Westsächsische Hochschule Zwickau. Darüber hinaus konnten mehrere Kooperationen und Projekte mit Industriepartnern etabliert werden. Die Südwolle Group arbeitet hier unter anderem mit den Textilmaschinenherstellern SANTONI und KARL MAYER zusammen. Weiterhin bestehen enge Partnerschaften mit Designern, Textilhochschulen und Textilverbänden. Konkret lassen sich unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wie folgt zusammenfassen: Material: Einsatz von Garnen, Fasern, Filamenten in unterschiedlichen Mischungen je nach Eigenschaften und Kundenanforderungen an Funktionalität und Design. Technologie: Technologische Veränderungen in der Produktion aufgrund von Effizienzanforderungen, Nachhaltigkeit und/oder Kundenanforderungen (Funktionalität und/oder Design). Nachhaltigkeit: Einsatz ökologischer Materialien und ressourcenschonende Produktion. In Abhängigkeit vom Produktportfolio haben die Produktentwicklungsteams der einzelnen Geschäftsbereiche in den letzten Jahren beispielsweise die Verwendung neuer Rohstoffe oder Mischungen, die Suche und Tests von Varianten im Produktionsprozess sowie die Entwicklung neuer Designs und Bindungstechniken vorangetrieben. Im Jahr 2023 wurden innerhalb der Kammgarnsparte 440 neue Garne entwickelt und produziert. Die Abteilung Südwebs ist für die Bereiche Product Management & Innovation sowie Certification & Sustainability zuständig und beschäftigt 13 Arbeitnehmer. Diese arbeiten eng mit allen anderen Fachabteilungen zusammen, beispielsweise mit der Produktion, dem Labor und dem Vertrieb. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Hoftex Group konzentrierten sich auch im Geschäftsjahr 2023 auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produkte und Fertigungstechnologien. Insgesamt waren 25 Arbeitnehmer (Vorjahr: 25) in diesem Bereich beschäftigt. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochtergesellschaften der Hoftex Group statt. 2. Wirtschaftsbericht2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die globalwirtschaftliche Entwicklung verlief 2023 insgesamt gedämpft, war dabei aber von erheblichen regionalen Unterschieden gekennzeichnet. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt stieg um 3,1 % an und blieb somit geringfügig hinter dem Vorjahreswert von 3,5 % zurück. Das Wirtschaftswachstum war in zahlreichen Ländern durch hohe Inflationsraten und steigende Zinsen belastet. Im Vorjahresvergleich war die Inflation zwar stark gesunken, blieb mit über 6 % aber deutlich erhöht. Die weltweit veranlassten fiskalpolitischen Maßnahmen zur Inflationseindämmung zeigten also erste Wirkung, erschwerten im Gegenzug jedoch wirtschaftliche Aktivitäten. Während von den USA vorsichtige, positive außenwirtschaftliche Impulse ausgingen, wuchs die chinesische Volkswirtschaft - ehemals Motor der Weltwirtschaft - weniger als erwartet. Die Wirtschaftsleistung der EU-Länder stagnierte 2023 größtenteils. Konnte die Wirtschaft im Jahr 2022 noch von gewissen Nachholeffekten von der überwundenen Covid-19-Pandemie profitieren, nahm die Güternachfrage im Jahr 2023 deutlich langsamer zu. Zudem befand sich die Weltwirtschaft weiterhin unter dem Einfluss einer massiven, geopolitischen Spannungslage, welche maßgeblich durch die russische Invasion in der Ukraine - aber auch durch weitere Konfliktherde - geprägt wurde. Entwicklung des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2016 bis 2023 (gegenüber dem Vorjahr)
Quelle: Eigene Darstellung basierend auf den jeweils veröffentlichten Zahlen des IWF (WEO vom Jan. 2024) Die Wirtschaftsleistung der Industriestaaten stieg 2023 um 1,6 % an und blieb somit einen Prozentpunkt hinter dem Wachstum des Vorjahres von 2,6 % zurück. Der Euroraum verbuchte eine BIP-Zunahme von lediglich 0,5 % (Vorjahr: 3,4 %). Im Vergleich der großen europäischen Volkswirtschaften musste Deutschland den größten Rückgang verzeichnen und war das einzige Land mit einem geschrumpften BIP (-0,3 %; Vorjahr: 1,8 %). Die Wirtschaftsleistung Deutschlands liegt damit derzeit in etwa auf demselben Niveau wie zu Beginn der Covid-Pandemie Anfang 2020. Frankreich (0,8 %), Italien (0,7 %) und Großbritannien (0,5 %) wiesen hingegen zumindest leichte BIP-Zugewinne auf - Spanien ist hierbei mit einer Wachstumsrate von 2,4 % hervorzuheben (Vorjahr: 5,8 %). Die USA (2,5 %; Vorjahr: 1,9 %) und Japan (1,9 %; Vorjahr: 1,0 %) waren die einzigen Industrienationen, welche ihr Wirtschaftswachstum im Vergleich zu 2022 steigern konnten. Bei den Schwellen- und Entwicklungsländern zeigt sich ein anderes Bild: Bei einem Mittelwert von 4,1 % Wachstumsrate erlebten nahezu alle Volkswirtschaften BIP-Zuwächse von über 2,0 % (Ausnahme: Saudi-Arabien: -1,1 %). Die Wirtschaft der Volksrepublik China wuchs um 5,2 % (Vorjahr: 3,0 %), wobei zahlreiche Ökonomen nach der Aufhebung sämtlicher Covid-Restriktionen Ende 2022 mit einem wesentlich höheren Wachstum im Jahr 2023 gerechnet hatten. Als Gründe dafür sind die Unsicherheit im Umfeld der Immobilienkrise sowie das schwächelnde Exportgeschäft in Folge der gedämpften Weltkonjunktur anzuführen. Indiens Wirtschaft verzeichnete ein Wachstum von 6,7 % und bestätigte damit den Trend des Vorjahres (7,2 %). Der Verband der südostasiatischen Staaten ASEAN verbuchte ein Wirtschaftswachstum von 4,2 % und liegt damit etwa im Durchschnitt dieses Sektors. Die russische Wirtschaftsleistung konnte 2023 ein Wachstum von 3,0 % verbuchen, nachdem das BIP im Vorjahr noch um -1,2 % geschrumpft war. Diese Entwicklung ist auf die gestiegenen Investitionen im Militärbereich zurückzuführen. 2.2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen Für die Textil- und Modebranche gestaltete sich das Jahr 2023 insgesamt nicht zufriedenstellend. Für die einzelnen Segmente verlief die Entwicklung unterschiedlich: Während die Bekleidungsindustrie steigende Kennzahlen im Hinblick auf Umsatz und Beschäftigung verzeichnete, war die Entwicklung bei den Textilherstellern zumeist von Rückgängen geprägt. Die Textilhersteller sind weiterhin mit starkem Preisdruck konfrontiert, welcher sehr hohen Beschaffungs- und Energiekosten gegenübersteht. Die nur mäßig gestiegenen Erzeugerpreise kompensieren die höheren Kosten oftmals nicht. Der Außenhandel leistete dabei keinen positiven Beitrag: Sowohl die Exporte als auch die Importe waren deutlich gesunken. Die jüngsten Umfrageergebnisse lassen hierbei ebenfalls auf keine baldige Trendwende hoffen. Der Gesamtumsatz der deutschen Textil- und Modeindustrie (bezogen auf Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten) lag 2023 bei 17,7 Milliarden EUR. Gemäß dem Konjunkturbericht des Gesamtverbands textil+mode verzeichnete die Industrie somit eine Umsatzsteigerung von 2,7 % (2022: 11,7 %).
Für die Teilsegmente Textil und Bekleidung verlief das Jahr dabei sehr unterschiedlich: Während der Bekleidungssektor seine Umsätze um +10,8 % deutlich steigern konnte, musste der Textilsektor, trotz der Inflation, einen Umsatzrückgang von -1,9 % hinnehmen.
Quelle: Gesamtverband textil+mode, Konjunkturbericht Feb. 2024 Der Umsatzrückgang im Teilsegment Textil ist maßgeblich auf die Performance der Technischen Textilien und der Vliesstoffe zurückzuführen: Beide Bereiche gehören zu den größten Sektoren, verzeichneten im Vorjahr die höchsten Zuwächse und gelten für gewöhnlich als Umsatztreiber - mussten aber im Jahr 2023 signifikante Umsatzrückgänge von -11,2 % bzw. -4,0 % hinnehmen. Abgesehen von den Sparten Weberei (-1,9 %), Wirk/Strick (-0,1 %) und sonstigen Textilwaren (-4,8 %) erzielten alle weiteren Bereiche Umsatzzugewinne, konnten die branchenweiten Einbußen allerdings nicht kompensieren. Die konfektionierten Textilwaren, im Vorjahr noch schwächster Sektor, waren 2023 die erfolgreichste Sparte (+5,7 %).
Quelle: Gesamtverband textil+mode, Konjunkturbericht Feb. 2024 Im Bekleidungssegment konnte der größte Sektor, die Sonstige Oberbekleidung, die erfreuliche Performance des Vorjahres (+24,7 %) bestätigen und erreichte wiederum eine zweistellige Umsatzsteigerung (+10,2 %; ca. 400 Mio. EUR). Auch die Bereiche der Arbeits- und Berufskleidung (+10,0 %) und der Strumpfwaren (+6,9 %) verzeichneten kräftige Umsatzzuwächse. Lediglich im Bereich der Wäsche (-1,0 %) und bei den Sonstigen Kleidung Wirk/Strick Waren (-6,5 %) mussten gesunkene Umsatzzahlen verzeichnet werden. Die Preise im Bekleidungssegment sind dabei um 4,8 % zum Vorjahr gestiegen. Die Umsatzsteigerungen des Bekleidungssegments konnten sowohl im Inland (+10,7 %) als auch im Ausland (+10,9 %) generiert werden. Der Umsatzrückgang im Textilsegment ist durch die rückläufigen Exporte bedingt: Während der Inlandsumsatz um 2,0 % stieg, war der Auslandsumsatz um 5,2 % gefallen - hierbei schlugen vor allem die verringerten Exporte ins außereuropäische Ausland (-8,8 %) zu Buche. Das deutsche Außenhandelsvolumen war im vergangenen Jahr gesunken. Exporte und Importe sanken teils deutlich. Die Exportrückgänge betrafen dabei überwiegend das Textilsegment. Insbesondere die Exporte im EU-Binnenmarkt waren stark zurück gegangen. Hierbei sind vorrangig die Länder Österreich, Italien und Niederlande zu nennen. Die Exporte nach China waren ebenfalls wieder gesunken - prozentual gar um über 20 %. Nur in wenige Länder, wie beispielsweise in die Türkei oder die Ukraine, konnten die Exporte gesteigert werden. Nachdem der Trend der rückläufigen Beschäftigungszahlen in der Textil- und Modeindustrie im Vorjahr vorerst gestoppt werden konnte (+0,2 %), ging die Beschäftigung 2023 wiederum leicht zurück (-0,8 %). Die unterschiedliche Beschäftigungsentwicklung erfolgte dabei analog zur Umsatzentwicklung der beiden Teilsegmente: Während die Beschäftigung im Bekleidungssektor um 1,5 % zunahm, wurden im Textilsektor 1,9 % der Stellen abgebaut. Die geleisteten Arbeitsstunden waren im Jahresdurchschnitt um 0,5 % gesunken - der Rückgang ist durch die verringerten Arbeitsstunden im Textilbereich bedingt (-2,3 %), die geleisteten Arbeitsstunden im Bekleidungssegment waren hingegen um 3,8 % angestiegen. Die Lohn- und Gehaltssummen stiegen im Jahresvergleich nominal um 2,0 % an, wobei die Belegschaften im Bekleidungssektor von den Erhöhungen (+7,4 %) stärker profitierten als die Beschäftigten in der Textilsparte (+3,7 %). Nicht nur die Entwicklung der Textil- und Modebranche hat großen Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnissituation der ERWO Group. Auch die konjunkturelle Entwicklung des Automobilsektors ist ausschlaggebend für die Performance der ERWO Group im Jahresverlauf. In Deutschland wurden laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) im Jahr 2023 mit 4,1 Mio. Pkw wieder mehr Personenkraftwagen als im Vorjahr (circa 3,4 Mio.) produziert (https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2024/240104_PM_Pkw_Produktionszahlen_Dezember_2023). Allerdings wird weiterhin nicht das Vorkrisenniveau von 2019 (4,7 Mio.) erreicht, denn die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen - geopolitische Unsicherheiten, gesamtwirtschaftlich rückläufige Nachfrage, fortlaufend hohe Energie- und Verbraucherpreise - bleiben auch für die Automobilindustrie, insbesondere in Europa, herausfordernd. Im internationalen Vergleich zeigt sich laut Pressemitteilung des VDA vom 18. Januar 2024 (https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2024/240118_PM_Internationale-Pkw-M-rkte-im-Jahr-2023-mit-kr-ftigem-Wachstum) eine uneinheitliche Entwicklung: Auf dem europäischen Pkw-Markt zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Erholung, jedoch bleibt die Anzahl der Neuzulassungen weit unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Ein ähnlicher Verlauf ist auf dem US-Light-Vehicle-Markt zu beobachten, wenngleich das Vorkrisenniveau nicht in dem Maße wie im europäischen Markt unterschritten wurde. Der chinesische Markt hingegen verzeichnete im Jahr 2023 ein Rekordjahr im Hinblick auf die Anzahl der Neuzulassungen und stützte damit die ansonsten schwache Konjunktur. 2.3. Geschäftsverlauf und Wirtschaftslage Makroökonomische und geopolitische Unsicherheiten wie hohe Inflationsraten, gestiegene Zinsen, schwächere Konsumneigung sowie zunehmende geopolitische Spannungen, prägten den Geschäftsverlauf des ERWO Konzerns im Geschäftsjahr 2023. Aufgrund der eingetrübten Konjunktur konnten unsere Absatz- und Umsatzziele nicht erreicht werden. Bei der Südwolle Group führte eine geringere Kundennachfrage, bei der Hoftex Group insbesondere die Restrukturierung und Neuausrichtung im Geschäftsbereich NEUTEX zu einer deutlichen Belastung des Ergebnisses. Für die Südwolle Group war das Geschäftsjahr 2023 ein äußerst herausforderndes Jahr, geprägt von hohen Lagerbeständen an Fertigwaren bei den Kunden, bei gleichzeitig hohen Finanzierungskosten aufgrund gestiegener Zinssätze und Kaufzurückhaltung durch Konsumenten. Diese Situation führte zu einer deutlich reduzierten Nachfrage nach Garnen bei der Südwolle Group und einer schlechteren Auslastung insbesondere der europäischen Betriebe. Von dem geringeren Absatz waren alle Segmente mit Ausnahme des Segments "Biella Yarn" (Flachstrick) betroffen, wo der Absatz leicht über dem des Vorjahres lag. Sowohl die Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite als auch die gestiegenen Produktionskosten des Vorjahres konnten nun - zeitversetzt - weitestgehend an die Kunden weitergegeben werden, bei einer gleichzeitigen Entspannung der Rohstoff- und Produktionskosten im laufenden Geschäftsjahr. Die dadurch bedingte Verbesserung der Rohertragsprofitabilität war jedoch nicht ausreichend um eine fehlende Fixkostendeckung in den anderen Kostenpositionen zu kompensieren, so dass das EBITDA insgesamt deutlich hinter dem Vorjahr zurückblieb. Hierbei wirkten sich gegenüber dem Vorjahr allerdings auch eine Bestandsabwertung aufgrund gesunkener Wollpreise sowie (Netto-) Wechselkursverluste negativ aus. Auch bei der Hoftex Group wirkte sich insbesondere die schwache Nachfrage der Bekleidungs- und Heimtextilien-Industrie negativ auf die Absatzmengen der Geschäftsbereiche Neutex und Hoftex aus. Der Geschäftsbereich TENOWO konnte aufgrund seiner Marktdiversifizierung Absatzeinbußen im Bekleidungssegment durch höheren Absatz in anderen Segmenten sowie Preiserhöhungen über alle Segmente überkompensieren. Die Kosten für die Restrukturierung und Neuausrichtung im Geschäftsbereich Neutex sowie die schwache Auslastung im Geschäftsbereich Hoftex (Färberei) führten aber insgesamt auch zu einem rückläufigen EBITDA der Hoftex Group. Ertragslage Die ERWO Group erzielte im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 625,5 Mio. EUR, was einem Umsatzrückgang gegenüber Vorjahr (664,8 Mio. EUR) von 5,9 % entspricht. Im Einzelnen gliedern sich die Umsatzerlöse wie folgt:
Nur der Geschäftsbereich TENOWO konnte den Umsatz gegenüber dem Vorjahr steigern, während der Umsatz in allen anderen Geschäftsbereichen rückläufig war. Der umsatzgrößte Geschäftsbereich Südwolle Group verzeichnete den absolut höchsten Umsatzrückgang von 43,3 Mio. EUR bzw. 8,5 %. Preiserhöhungen konnten die fehlenden Absatzmengen nur teilweise kompensieren. Der zweitgrößte Bereich TENOWO konnte seinen Umsatz durch Preissteigerungen und eine Verschiebung des Produktmixes hin zu höhermargigen Produkten gegenüber dem Vorjahr auf 138,7 Mio. EUR (Vorjahr: 132,6 Mio. EUR) erhöhen, was einem Umsatzwachstum von 4,7 % entspricht. Im Geschäftsbereich NEUTEX wurden im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 10,0 Mio. EUR realisiert (Vorjahr: 11,2 Mio. EUR), im Geschäftsbereich HOFTEX waren es 5,9 Mio. EUR (Vorjahr: 7,1 Mio. EUR). Der Bereich Sonstiges umfasst vor allem die Mieteinnahmen der Immobiliengesellschaften, die Einnahmen aus einer Photovoltaikanlage sowie die Umsätze der Schaffarm in Australien. Der Großteil unserer Umsätze stammt aus dem Auslandsgeschäft, welches jedoch im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang verzeichnete. Während wir im Vorjahr noch Exportumsätze in Höhe von 593,2 Mio. EUR erzielen konnten, lagen wir im Geschäftsjahr 2023 mit 555,4 Mio. EUR um 37,8 Mio. EUR darunter. Der Anteil der Exporte am Gesamtumsatz des Konzerns betrug somit 88,8 % (Vorjahr: 89,2 %). Davon entfielen 228,3 Mio. EUR auf Länder der Europäischen Union (ohne Deutschland), was eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 220,5 Mio. EUR bedeutet. Der Umsatz im Inland belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf 70,0 Mio. EUR und war damit nur geringfügig niedriger als der Vorjahreswert von 71,6 Mio. EUR
*) GJ 2022 mit einer Umgliederung von Kosten für Leiharbeitnehmer vom Materialaufwand (2.060 TEUR) und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (249 TEUR) in den Personalaufwand. Die Bestandsveränderungen der fertigen und unfertigen Erzeugnisse betrugen -16,2 Mio. EUR (Vorjahr: +36,5 Mio. EUR), wobei sich die Bestände sowohl mengenmäßig als auch wertmäßig reduzierten. Die rückläufigen Umsatzerlöse bei gleichzeitiger Reduzierung der Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnisse führten zu einer Verschlechterung der Gesamtleistung um 92,1 Mio. EUR auf 609,3 Mio. EUR im Berichtsjahr 2022 (Vorjahr: 701,4 Mio. EUR). Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 19,8 Mio. EUR fielen gegenüber dem Vorjahr (36,8 Mio. EUR) deutlich geringer aus und enthalten 2,3 Mio. EUR erhaltene Versicherungsentschädigungen für den im Vorjahr eingetretenen Hochwasserschaden am TENOWO-Standort Hof (Vorjahr: 8,5 Mio. EUR) und 11,3 Mio. EUR (Vorjahr: 19,1 Mio. EUR) Erträge aus Kursdifferenzen und Währungsumrechnung. Aufgrund des Absatzrückgangs, aber auch wegen rückläufiger Rohstoff- und Energiepreise, reduzierten sich die Materialaufwendungen auf 373,7 Mio. EUR (Vorjahr: 468,7 Mio. EUR). Entsprechend war eine Reduzierung der Materialaufwandsquote von 66,8 % im Vorjahr auf nunmehr 61,3 % zu verzeichnen. Wolle stellt eine wichtige Rohstoffposition für den Südwolle Group-Bereich dar. Zum Stichtag lag der Wollpreis des Eastern Market Indicator (EMI) bei 1.212 AUD Cent und damit leicht unter dem Vorjahr (31.12.2022: 1.327 AUD Cent). Der im Berichtsjahr angefallene Personalaufwand von 114,5 Mio. EUR lag 2,0 % über dem Vorjahresbetrag von 112,3 Mio. EUR. Der Anteil der Personalaufwendungen an der Gesamtleistung erhöhte sich aufgrund einer fehlenden Fixkostendeckung durch die reduzierte Gesamtleistung von 16,0 % im Vorjahr auf nunmehr 18,8 % im Berichtsjahr. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind mit 91,9 Mio. EUR im aktuellen Geschäftsjahr weitestgehend auf dem Vorjahresniveau von 91,4 Mio. EUR. Aufgrund der geringeren Gesamtleistung erhöhte sich der Anteil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen an der Gesamtleistung auf 15,1 % gegenüber 13,0 % im Vorjahr. Im Berichtsjahr sank das EBITDA von 65,7 Mio. EUR im Vorjahr auf 49,1 Mio. EUR. Die EBITDA-Marge betrug 8 % im Geschäftsjahr 2023, verglichen mit 10 % im Vorjahr. Das Finanzergebnis verschlechterte sich aufgrund der starken Zinserhöhungen der EZB um 5,4 Mio. EUR auf -10,8 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Der Konzernjahresüberschuss lag nach Abzug der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag von -8,7 Mio. EUR (Vorjahr -6,8 Mio. EUR) und der sonstigen Steuern von -1,4 Mio. EUR (Vorjahr -1,5 Mio. EUR) bei 1,4 Mio. EUR (Vorjahr: 22,5 Mio. EUR). Finanzlage Der Konzern erzielte im Berichtszeitraum ein Ergebnis von 1,4 Mio. EUR und einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 82,5 Mio. EUR, der hauptsächlich auf einen gezielten Lagerabbau zurückging. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit des Konzerns betrug im Jahr 2023 -28,3 Mio. EUR und war damit etwas höher als im Vorjahr (-25,1 Mio. EUR). Dieser negative Cashflow wurde hauptsächlich durch Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen verursacht. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit des Konzerns lag im Berichtszeitraum bei -48,1 Mio. EUR, nachdem er im Vorjahr noch positiv war (50,6 Mio. EUR). Dieser starke Rückgang war vor allem auf Auszahlungen für planmäßige Tilgungen und die Rückführung von Kreditlinien in Höhe von -100,0 Mio. EUR, Dividendenzahlungen von -4,1 Mio. EUR und Zinsaufwendungen von -11,5 Mio. EUR zurückzuführen. Die Inanspruchnahme von Kreditfazilitäten in Höhe von 67,6 Mio. EUR stand dem gegenüber. Zum 31.12.2023 verfügte die ERWO Group daher über liquide Mittel von 56,4 Mio. EUR. Vermögenslage Die Bilanzsumme der ERWO Group reduzierte sich zum 31.12.2023 auf 719,5 Mio. EUR und lag damit 65,3 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 784,8 Mio. EUR. Auf der Aktivseite nahmen die immateriellen Vermögensgegenstände um 0,2 Mio. EUR auf 10,2 Mio. EUR zu. Die Sachanlagen verminderten sich per Saldo leicht von 236,5 Mio. EUR auf 233,2 Mio. EUR. Die Finanzanlagen enthalten im Wesentlichen Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,8 Mio. EUR). Im Berichtszeitraum wurden 31,9 Mio. EUR (Vorjahr: 25,9 Mio. EUR) in Sachanlagen, immaterielle Vermögensgegenstände und Finanzanlagen investiert. Den Investitionen standen Abschreibungen von 27,0 Mio. EUR (Vorjahr: 29,5 Mio. EUR) gegenüber. Im Umlaufvermögen reduzierten sich die Vorräte durch gezieltes Working Capital Management von 367,1 Mio. EUR auf 310,7 Mio. EUR. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren insbesondere aufgrund des schwächeren Umsatzes rückläufig und lagen zum Stichtag bei 77,7 Mio. EUR (Vorjahr: 86,7 Mio. EUR). Die sonstigen Vermögensgegenstände stiegen um 3,7 Mio. EUR auf 24,7 Mio. EUR an. Zum Geschäftsjahresende am 31.12.2023 lagen die liquiden Mittel bei 56,4 Mio. EUR (31.12.2022: 57,2 Mio. EUR). Das Eigenkapital liegt mit 452,3 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 462,9 Mio. EUR). Diese Reduzierung resultiert insbesondere aus Effekten aus der Währungsumrechnung. Die Quote des bilanziellen Eigenkapitals beträgt 62,9 % gegenüber 59,0 % im Vorjahr. Eine sehr solide Eigenkapitalausstattung ist wichtig für den ERWO Konzern, um sich als Gruppe weiterentwickeln zu können. Die Rückstellungen lagen mit 25,2 Mio. EUR leicht über dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: 24,9 Mio. EUR). Sie setzen sich zusammen aus Pensionsrückstellungen in Höhe von 9,8 Mio. EUR (Vorjahr: 9,9 Mio. EUR), Steuerrückstellungen in Höhe von 0,4 Mio. EUR (Vorjahr: 0,4 Mio. EUR) und sonstigen Rückstellungen in Höhe von 15,0 Mio. EUR (Vorjahr: 14,6 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten der ERWO Group reduzierten sich im Vergleich zum Jahresende 2022 um 54,3 Mio. EUR auf 238,9 Mio. EUR (Vorjahr 293,1 Mio. EUR). Ursächlich hierfür war insbesondere eine Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf 167,3 Mio. EUR (Vorjahr: 205,4 Mio. EUR) durch planmäßige Tilgungen sowie die Rückführung nicht benötigter Mittel aufgrund der deutlichen Bestandsreduzierung. Die Nettobankverschuldung (d.h. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten abzüglich liquider Mittel) des ERWO Konzerns betrug damit 110,9 Mio. EUR zum 31.12.2023 (Vorjahr: 148,3 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen um 12,9 Mio. EUR zurück und betrugen zum Stichtag 31.12.2023 49,0 Mio. EUR (Vorjahr: 61,9 Mio. EUR). Die sonstigen Verbindlichkeiten beliefen sich auf 17,0 Mio. EUR (Vorjahr: 18,1 Mio. EUR). 2.4. Gesamtaussage Das Management beurteilt die Entwicklung des ERWO Konzerns im Jahr 2023 als akzeptabel. Auch wenn die geplanten Ziele im Hinblick auf wesentliche Steuerkennzahlen insgesamt nicht erfüllt werden konnten, so liegt das um Sondereffekte (Restrukturierung Neutex, Bestandsabwertung, Versicherungserstattungen, Währungseffekte) bereinigte EBITDA etwa auf Vorjahresniveau. Der negative Ergebniseffekt, insbesondere durch den Absatzrückgang in der Südwolle Group, konnte somit operativ durch Preiserhöhungen und Kostensenkungen kompensiert werden. Die Umsatzreduzierung ist durch die Südwolle Group und deren schwächeren Absatz im Geschäftsjahr 2023 bedingt. Zeitverzögerte Preiserhöhungen zur Weitergabe von Preissteigerungen auf der Beschaffungs- und Produktionsseite bei gleichzeitig gesunkenen Rohstoff- und Energiekosten im Geschäftsjahr 2023 konnten den absatzbedingt fehlenden Rohertrag nicht vollständig kompensieren, was in Verbindung mit einer fehlenden Fixkostendeckung und höheren Darlehenszinsen insgesamt zu einem Ergebnisrückgang führte. Für die Geschäftsbereiche des Teilkonzerns Hoftex Group entwickelten sich die Marktbedingungen im Geschäftsjahr 2023 uneinheitlich. Im Geschäftsbereich Tenowo konnte eine schwächere Nachfrage im Bekleidungssegment insbesondere durch eine höhere Nachfrage im Segment Consumer Goods, aber auch in anderen Segmenten, ausgeglichen werden. Konsequente Preiserhöhungen zur Kompensation der gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten über alle Segmente führten insgesamt zu einer Umsatzsteigerung und Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr. Der Geschäftsbereich Neutex war von einer schwächeren Nachfrage, vor allem aber durch Zusatzkosten und Rückstellungen aufgrund der entschiedenen Restrukturierung, negativ beeinflusst. Insbesondere dieser Zusatzaufwand führte dazu, dass das Ergebnis der Hoftex Group insgesamt hinter dem Vorjahr zurückblieb. 2.5. Arbeitnehmer Im Jahresdurchschnitt waren 4.056 Arbeitnehmer (Vorjahr 4.122) beschäftigt. Davon waren 799 (Vorjahr 796) Angestellte und 3.257 (Vorjahr 3.326) gewerbliche Arbeitnehmer. Darüber hinaus waren im Jahresdurchschnitt 32 (Vorjahr 35) Auszubildende in Deutschland beschäftigt. Ziel ist es, die Personalentwicklung in Einklang mit dem Geschäftsverlauf zu bringen. Darüber hinaus wird die Demographie der Arbeitnehmer analysiert, um rechtzeitig auf Personalbedarf reagieren zu können. 3. Risiko- und ChancenberichtMarkt und Strategie Die ERWO Group ist ein international agierendes Unternehmen und ist damit stets Risiken der weltweiten konjunkturellen Entwicklungen ausgesetzt. Im Jahr 2022 erschütterte der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine die Welt mit allen direkten und indirekten Folgen wie beispielsweise steigender Inflation und hoher Unsicherheit. Auch im Geschäftsjahr 2023 verweilten Inflations- und Zinsraten auf hohem Niveau und trugen erheblich zu andauernd hohen Beschaffungs- und Produktionskosten auf der einen Seite sowie zurückhaltendem Konsumverhalten auf der Nachfrageseite bei. Im Oktober 2023 begann infolge einer Terrorattacke auf Israel der Gaza-Krieg im Nahen Osten, der bislang Zehntausende von Opfern gefordert hat und eine humanitäre Katastrophe für die Bevölkerung ausgelöst hat. Ausweitungen der aktuellen geopolitischen Spannungen sowie die Eskalation von Handelskonflikten schwächen die weltweite Wirtschaft und verursachen somit tendenziell auch einen weiteren Abschwung des Konsumverhaltens. Zeitweise Blockaden wichtiger Handelsrouten oder gar Angriffe auf Frachtschiffe, beispielsweise im roten Meer, bedeuten ein Risiko erhöhter Frachtkosten, verlängerter Lieferzeiten und könnten sogar eine Vernichtung von Waren nach sich ziehen. Ein globaler Wirtschaftsabschwung beeinflusst eine Vielzahl von Unternehmen und wirkt sich daher auf der Kundenseite auch auf die Nachfrage nach unseren Produkten aus, vor allem bei einer negativen Entwicklung der für uns wichtigen Bekleidungs- und Automobilindustrie. Die rückläufige Nachfrage nach unseren Produkten wirkt sich potenziell negativ auf unsere Kapazitätsauslastungen, Umsatz- und Ergebnissituation aus. Auf der Lieferantenseite ist die ERWO Group unmittelbar abhängig von der Branche der Woll- und Faserproduzenten. Ein Abschwung in den genannten Branchen kann allgemein zu einem Risiko für die ERWO Group führen. Durch eine kontinuierlich an die aktuellen Gegebenheiten angepasste Vertriebs- und Marketingstrategie, wird versucht, neue Märkte und neue Kunden zu gewinnen, um dem genannten Risiko entgegenzuwirken und um die Absatzstrategie weiter zu diversifizieren. Als Maßnahme gegen die kontinuierlichen Risiken, sowohl auf der Beschaffungs- als auch der Absatzseite, kann die ERWO Group durch das seit Jahren entwickelte globale Sourcing auf alternative Bezugsquellen ausweichen. Produktionsstätten in verschiedenen Regionen und Ländern ermöglichen es, für lokale Märkte zu produzieren und somit internationale Transportrouten zu reduzieren. Die ERWO Group sieht sich weltweit mit starken Wettbewerbern aus der Textilindustrie konfrontiert. Vor allem ein Vordringen chinesischer und anderer asiatischer Konkurrenten auf den europäischen Markt kann ein potenzielles Risiko sein. Ein weiterer Anstieg des Wettbewerbsdrucks, gefüttert durch volatile Rohstoffpreise und einen steigenden Preisdruck seitens der Kunden, kann signifikante Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage der Gruppe haben. Als Gegenmaßnahme wird kontinuierlich an guten und engen Kundenbeziehungen gearbeitet und die relevanten Märkte werden fortlaufend analysiert. Als weiteres zusätzliches Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmensgruppe sehen wir das unterschiedliche Energiepreisniveau zwischen Europa und der restlichen Welt. Mit unserer Internationalisierungsstrategie steuert die ERWO Group hier ausgleichend dagegen. Weiterhin ist die Digitalisierung ein nicht zu unterschätzender Treiber in der Weltwirtschaft und demnach auch in der Textilbranche und in großem Maße auch für die ERWO Group relevant. Durch Digitalisierungsinitiativen sowohl in der Produktion wie auch in der Verwaltung und im Vertrieb, wird versucht, der Branche einen Schritt voraus zu sein. Es wird als eine wichtige zukunftsweisende Chance angesehen, in diesem Feld auf dem aktuellen Stand zu sein und eine Vorreiterposition in der Branche zu übernehmen. Auch das Thema Automatisierung gewinnt weiterhin an Bedeutung für die ERWO Group. So wird im Kammgarnbereich an vollautomatisierten Abläufen und die Möglichkeit der standortübergreifenden digitalen Vernetzung der Produktion gearbeitet. Anhand vermehrter digitaler Prozesse und Technologien ist eine verstärkte Nutzung von aktuellen Qualitätssicherungssystemen und -instrumenten entlang der Wertschöpfungskette möglich, welche dem Reklamationsrisiko vorbeugen kann. Des Weiteren ist man fortlaufend und aktiv auf der Suche nach potenziellen neuen Lieferanten und strebt zukünftig neue Entwicklungen mit den Lieferanten an, um auch hier eine engere Bindung zu schaffen und neuartige Rohstoffvarianten für Produkte und Kunden zu generieren. Diese wesentlichen Einzelrisiken können einen großen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Operativ Forschung und Entwicklung Die F&E-Aktivitäten der ERWO Group erstrecken sich über vielseitige Produkt- und Anwendungsbereiche innerhalb der Textilwelt. Durch wesentliche Investitionen in die Entwicklung von Produkten, die am Markt nicht nachgefragt werden, kann hier ein erhöhtes Verlustrisiko entstehen, welches sich auf die Vermögens- und Ertragslage auswirken kann. Dennoch ist die innovative und kreative Arbeit des F&E-Teams ein signifikanter Chancentreiber für die gesamte ERWO Group und unabdingbar in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit. Des Weiteren lassen sich durch enge Entwicklungskooperationen mit Kunden und Lieferanten Synergien heben und Chancen realisieren, die sich auch auf die Teams Einkauf/Beschaffung und Vertrieb ausdehnen können. Darüber hinaus ist das F&E-Team beständig im engen Austausch mit seinen internen Kunden im Konzern. Durch den eng vernetzen Wissenstransfer innerhalb der ERWO Group ergeben sich Chancen, da gezielt auf relevante und geeignete Märkte, Produkte und Lösungen eingegangen werden kann, die zukunftsweisend und erfolgskritisch für sämtliche der ERWO Group zugehörigen Gesellschaften sind. Einkauf/Beschaffung Als ein sehr von der Rohstoffbeschaffung abhängender Unternehmensverbund, ist die ERWO Group beschaffungsmarktseitig einigen Risiken ausgesetzt. Konkret sind hier insbesondere Rohstoffqualität, -verfügbarkeit und -kosten anzuführen. Insbesondere die Südwolle Group - die Kammgarnsparte der ERWO Group - ist volatilen Rohstoffpreisen ausgesetzt. In den Geschäftsbereichen der HOFTEX GROUP AG unterliegen die Rohstoffpreise regelmäßigen Schwankungen und durch einen generellen Anstieg der Rohstoffnachfrage tendenziell ansteigenden Preisen. Gerade in den Vorjahren wurden wir, ausgelöst durch die Covid-Pandemie sowie den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, auch mit den Risiken steigender Beschaffungspreise konfrontiert, die sich direkt auf unsere Ertragssituation auswirkten. Im Geschäftsjahr 2023 hat sich die Situation wieder etwas entspannt. Als energieintensives Produktionsunternehmen sind wir abhängig von externer Energieversorgung. Damit sind wir auch den finanziellen Risiken ausgesetzt, die durch enorm steigende Energiepreise - vor allem im europäischen Markt - ausgelöst werden. Bei Einschränkungen der Gasversorgung könnten Produktionsunterbrechungen drohen. Produktionsunterbrechungen könnten eine Vielzahl von Störungen der im Unternehmen etablierten und optimierten Abläufe bewirken und damit negativen Einfluss auf unsere Lieferfähigkeit haben. Mit konzernweit gebildeten Energie-Teams arbeiten wir kontinuierlich an Maßnahmen einer gasreduzierten Produktionsoptimierung bzw. an der Diversifizierung unserer Energiequellen, um diesen Herausforderungen zu begegnen. In regelmäßigen Abständen besprechen wir die Umsetzung sämtlicher Maßnahmen, um die Energieverbräuche sinnvoll und effektiv zu reduzieren. Beispielsweise werden wir mit Projekten zur Installation von Photovoltaikanlagen in Zukunft einen Teil unseres Strombedarfs selbst abdecken. Die im Geschäftsjahr 2022 begonnene Investition in eine Photovoltaikanlage am Standort Reichenbach wurde im Geschäftsjahr 2023 umgesetzt und wird in 2024 final in Betrieb genommen. Weiterhin können wir durch die Erstellung konzernweiter Notfallpläne im Falle einer unterbrochenen Gasversorgung schnell reagieren und den drohenden Schaden bestmöglich begrenzen. Die weitere Entwicklung des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine sowie dessen Auswirkungen sind aktuell unvorhersehbar. Insgesamt sehen wir aufgrund dieser kriegerischen Auseinandersetzung eine Intensivierung des Risikos. Das Risiko von Qualitätsschwankungen wird im ERWO Konzern durch ein fortlaufendes Monitoring der Lieferanten abgefangen. Die Beschaffungsteams arbeiten eng mit den jeweiligen Lieferanten zusammen und streben auch hier nach immer weiteren Entwicklungsmöglichkeiten zur Minimierung von Beschaffungsrisiken auf beiden Seiten. Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem jeweiligen Beschaffungsteam und den Lieferanten lässt sich der anhaltende Trend nach immer mehr Transparenz in Bezug auf Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette als Chance für die Zukunft nutzen, indem wir durch geeignete Maßnahmen nachhaltige Wertschöpfungsketten zu Marketingzwecken verwenden. Produktion Die Produktionsbereiche der zwei Tochterkonzerne (HOFTEX GROUP AG und Südwolle Group GmbH) sind von einer detaillierten und weit vorausschauenden Planung abhängig. Gibt es Abweichungen zum Plan durch interne oder externe Einflüsse wie Lieferverzögerungen durch den Lieferanten oder kurzfristige Änderungswünsche vom Kunden, besteht das Risiko der Produktionsverzögerung. Das kann wiederum zu einer punktuellen Über- oder Unterproduktion führen. Durch eine enge Kommunikation der Produktionsstätten untereinander und durch unsere internationale Ausrichtung, lassen sich Produktionskapazitäten innerhalb der Tochterkonzerne bei Bedarf verlagern und somit kann kurzfristig auf Probleme reagiert werden, um das genannte Risiko zu minimieren. Zudem gelingt es hierdurch immer besser, die Kundenbedürfnisse immer stärker in den Vordergrund zu stellen. Um hier sukzessive besser zu werden, wird aktuell an der Optimierung der Zusammenarbeit zwischen den technischen Verantwortlichen und Vertriebsverantwortlichen gearbeitet. Darüber hinaus ist im Bereich der Produktion mit kontinuierlichen Risiken im Rahmen der Qualität, Sicherheit und Umwelt zu rechnen. Diesen Risiken wird mit geeigneten Managementsystemen, Arbeits- und Umweltsicherungsschulungen sowie entsprechenden Versicherungen entgegengewirkt. Neue Produktionstechnologien, welche durch die Digitalisierung begünstigt werden, bieten für die ERWO Group eine große Chance. Durch eine vernetzte Produktion über alle Standorte hinweg, kann es sein, anhand geeigneter Datenanalysen zukünftig effizienter zu produzieren, die Qualität zu verbessern und Kosteneinsparungen zu realisieren. Vertrieb Für die ERWO Group können verschiedene Risiken und Chancen im Bereich der Nachfrage von Bedeutung sein. Eine mögliche Kaufzurückhaltung unserer Kunden kann durch eine negative Berichterstattung in Bezug auf die Textilindustrie im Allgemeinen und speziell in Bezug auf die wollproduzierende Industrie sowie die Automobilindustrie entstehen. Gleichzeitig kann jedoch eine positive Berichterstattung in den Medien eine Chance für Teilbereiche und den gesamten ERWO Konzern bedeuten. Personal Der Wettbewerb um hoch qualifizierte Arbeitnehmer und Talente in speziellen Bereichen z.B. der Digitalisierung und Teilen der Produktion, ist in der Textilindustrie im Allgemeinen und im Speziellen in den Regionen, in denen die ERWO Group tätig ist, weiterhin sehr stark. Generell besteht das Risiko, dass Arbeitnehmer die ERWO Group verlassen und es dadurch in der Produktion sowie in der Verwaltung zu Wissensverlust kommt. Hier bieten Digitalisierung und neue Technologien die Chance, Arbeitnehmer durch eine interessante, moderne und flexible Arbeitsatmosphäre sowie Arbeitsmethoden zu binden, zu motivieren und neue potenzielle Bewerber zu finden und für uns zu begeistern. Um die Attraktivität als Arbeitgeber zu sichern und auszubauen, fördert die ERWO Group eine wertebasierte Unternehmenskultur und eine Atmosphäre der Offenheit und des Teamgeistes. Den Arbeitnehmern werden unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle, individuelle Entwicklungsprogramme und die Möglichkeit zur permanenten Fortbildung angeboten, um Perspektiven innerhalb unserer Unternehmensgruppe zu eröffnen. Die ERWO Group betrachtet Zuwanderung als Chance, Talente zu fördern und langfristig im Unternehmen zu binden. IT Im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Geschäftsmodelle und Prozesse, spielt die Systemlandschaft der ERWO Group eine signifikante Rolle. Als global agierende Unternehmensgruppe ist es unerlässlich, dass Informationen aktuell, vollständig und korrekt vorliegen und ausgetauscht werden können. Um dies zu gewährleisten, wird kontinuierlich in die IT-Infrastruktur investiert und die Systemlandschaft fortlaufend ausgebaut, um diese den aktuellen Bedingungen - intern wie extern - anzupassen. Darauf aufbauend wurde bereits das Projektmanagement ausgedehnt und entsprechend angepasst. Der Hauptfokus lag auch im Geschäftsjahr 2023 auf der Implementierung eines neuen ERP-Systems bei der Südwolle Group und dem weiteren globalen Rollout zusätzlicher Module des bestehenden ERP-Systems bei der Hoftex Group. Mit der Erarbeitung und Implementierung einer E-Commerce-Lösung im Bereich Südwolle Group eröffnen wir uns zusätzliche Vertriebskanäle und nutzen damit Chancen zur weiteren Marktdurchdringung durch Zusatznutzen für unsere Kunden. Durch die Bedrohung von Systemausfällen und besonders durch vermehrte Cyberangriffe auf Firmensysteme sind wir einem erhöhten IT-Sicherheitsrisiko ausgesetzt. So werden laufend organisatorische und technische Maßnahmen überprüft und im Bedarfsfall umgesetzt. Investitionen in IT-Sicherheit und regelmäßige Schulungen und Prüfung der Arbeitnehmer sind essenzielle Bestandteile unserer Risikovermeidungsstrategie. Zusätzliche Risikoverlagerung besteht durch eine Cyber Security Versicherung. Ein großes Risiko stellen Phishing-Mails dar. Neben der permanenten Prüfung und Umsetzung technischer Maßnahmen zum Schutz vor Cyberangriffen, setzten wir auch im Geschäftsjahr 2023 stark auf die Sensibilisierung unserer Arbeitnehmer durch Schulungen, Mailaktionen und Trainings. Finanziell Wechselkurse und Zinsen Die ERWO Group ist als international agierender Konzern Risiken und Chancen in Bezug auf Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Diese resultieren in besonderem Umfang aus Schwankungen des US-Dollars (USD), des Chinesischen-Yuan (CNY), des Schweizer Franken (CHF) und des Britischen-Pfund (GBP) sowie anderen Währungen, wie zum Beispiel dem Vietnamesischen-Dong (VDN), gegenüber dem Euro. Risiken und Chancen im operativen Geschäft entstehen vor allem, wenn Umsatzerlöse oder Einkäufe in einer anderen Währung generiert werden als die dazugehörigen Kosten (Transaktionsrisiko). Das daraus resultierende Risiko wird intensiv beobachtet und bei Bedarf werden Devisentermingeschäfte zur Absicherung abgeschlossen. Des Weiteren bestehen Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Umrechnung der Einzelabschlüsse von Konzerngesellschaften außerhalb der Eurozone in die Konzernwährung Euro (Translationsrisiko). Zinsrisiken und -chancen können für die ERWO Group durch steigende oder sinkende Finanzierungskosten infolge eines Zinsniveauanstiegs oder Zinsniveaurückgangs entstehen. Zur Absicherung gegen mögliche Risiken werden Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen und die Zinsentwicklungen kontinuierlich beobachtet. Forderungen Innerhalb der finanziellen Risiken ist auch das Risiko von Forderungsausfällen zu nennen, welche aufgrund von möglicher Zahlungsunfähigkeit bzw. Insolvenz einzelner Kunden entstehen könnten. Sollten Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, könnte sich dies negativ auf die Liquidität auswirken. Um etwaige Risiken frühzeitig zu erkennen, betreiben wir aktives Debitorenmanagement und können so bei Bedarf gegensteuern. Weiterhin verringern wir unser finanzielles Risiko durch Ausfälle und Zahlungsunfähigkeiten der Kunden durch den Abschluss von Warenkreditversicherungen. Die Bonitäten der Kunden werden regelmäßig über die Warenkreditversicherer geprüft sowie durch ein Credit-Insurance-Team überwacht und kontrolliert. Weiterhin wird zur Minimierung des Forderungsausfallrisikos Factoring praktiziert. Liquidität Für die ERWO Group können Liquiditätsrisiken darin bestehen, dass ausstehenden Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Eine fortlaufende Liquiditätsplanung sowie eine mehrjährige Finanzplanung ermöglichen es, langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorzuhalten. Dadurch werden auch die Zahlungsfähigkeit und finanzielle Flexibilität des Konzerns sichergestellt. Durch die laufenden Konsortialkreditverträge ist eine mittelfristige Finanzierung und ausreichende Liquidität gesichert. Im Rahmen dieser Konsortialfinanzierung sind bestimmte Covenants einzuhalten, namentlich der Verschuldungsgrad und die Eigenkapitalquote. Eine Nichteinhaltung von Covenants im Zusammenhang mit der Konsortialfinanzierung kann grundsätzlich zu einer Kündigung der gewährten Darlehen führen. Die daraus resultierende Rückzahlungsverpflichtung birgt somit ein potenzielles Risiko für die Finanzlage der Gesellschaft und des Konzerns. Kapitalmarkt Die ERWO Holding AG ist durch die Notierung ihres Tochterkonzerns HOFTEX GROUP AG im Freiverkehr an der Börse München indirekt bestimmten Kapitalmarktrisiken, Regulierungsrichtlinien und Gesetzen ausgesetzt. Zu den für den ERWO Konzern relevanten Kapitalmarktrisiken zählt vor allem die Marktpreisschwankung der an der HOFTEX GROUP AG gehaltenen Anteile. Um den Kapitalmarktrisiken entgegenzuwirken, stehen wir in engem Kontakt zu einer Rechtsanwaltskanzlei, die uns hierbei unterstützt. Versicherungen Durch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder andere Ereignisse wie Feuer kann es zu Produktionsstopps kommen, die sich negativ auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage auswirken können. Diesen nicht beeinflussbaren externen Risiken wird durch Abschluss von entsprechenden Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen Rechnung getragen. Zudem werden interne Vorkehrungen und organisatorische Maßnahmen für den Schadeneintrittsfall getroffen. Eine eigene Betriebsfeuerwehr an einigen Standorten der ERWO Group kann bei Eintreten eines Katastrophenfalls schnelle Erstmaßnahmen ergreifen. Neben den bestehenden Hochwasserschutzvorkehrungen und -maßnahmen wurden an dem von einem Überschwemmungsschaden im Jahr 2021 betroffenen Tenowo Standort Hof im Berichtsjahr zusätzliche Maßnahmen, wie z.B. Abschottungsvorrichtungen, geplant und umgesetzt. Auch in weitere Brandschutzertüchtigungen wurde investiert. Prinzipiell können jedoch nicht alle möglichen Schadensszenarien vollständig durch den Abschluss von Versicherungen abgedeckt werden. Compliance Wie andere international agierende Unternehmensgruppen auch, ist die ERWO Group verschiedenen Rechts- und Compliance-Risiken ausgesetzt. Dabei geht es um Risiken aus möglichen Rechtsstreitigkeiten und Compliance-Verstößen sowie aus der Nichteinhaltung von regulatorischen Vorgaben. Darüber hinaus unterliegt die ERWO Group weltweit vielfältiger staatlicher Regulierungen im Bereich des Umweltschutzes, Datenschutzes und weiterer gesetzlicher Vorgaben. Die Nichteinhaltung kann zu erheblichen Strafen, Schadensersatzzahlungen und Reputationsverlusten führen. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird eng mit einigen auf die jeweiligen Themen spezialisierten beratenden Anwaltskanzleien zusammengearbeitet. Zur Umsetzung, Koordination und Unterstützung sämtlicher Aktivitäten zur Vermeidung rechtlicher und regulatorischer Risiken haben wir verschiedene Teams und Beauftragte eingesetzt, wie z.B. Datenschutzbeauftragte und Datenschutzkoordinatoren, oder ein Informationssicherheits-Team. Ein Compliance-Beauftragter unterstützt den Vorstand bei der Durchführung von Maßnahmen zur Sicherstellung eines regelkonformen und ethisch korrekten Verhaltens aller Arbeitnehmer im Unternehmen. Es erfolgt eine regelmäßige Sensibilisierung zu verschiedenen Themen der Compliance im Rahmen von E-Learnings sowie Präsenzschulungen für alle Arbeitnehmer. Ergänzt wird dies durch den Erlass von internen Leitlinien und Richtlinien, um Fehlverhalten in der Organisation vorzubeugen. Darüber hinaus wird ein Übersichtsbericht über unsere Umweltschutzmaßnahmen (Ecobalance) geführt, welcher einmal im Jahr unter anderem auf der Website veröffentlicht wird. 4. Prognosebericht4.1. Ausblick gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Der Internationale Währungsfonds prognostiziert für 2024 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,1 % und liegt damit unter dem historischen Durchschnitt von 3,8 % (2000-2019). Nach aktueller Einschätzung aufgrund der derzeitigen Desinflation, sowie des geringen, aber stabilen Wachstums, wird davon ausgegangen, dass eine globale Rezession abgewendet werden kann. Vor allem die Volkswirtschaften der USA und einiger Schwellen- und Entwicklungsländer haben sich bisher robuster gezeigt, als zunächst angenommen (https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-03042024-ap). Die Prognose für die globale Inflation im Jahr 2024 liegt bei 5,8 % und sinkt somit schneller als ursprünglich erwartet. Diese Einschätzungen berücksichtigen die gestiegenen Leitzinsen, welche sich hilfreich als fiskalpolitische Maßnahme zur Inflationsbekämpfung erwiesen, aber ein weiterhin gedämpftes Investitions- und Konsumverhalten befürchten lassen. Die aktuellen Schätzungen der Inflationsraten März 2024 liegen bei 2,2% für Deutschland (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/04/PD24_133_611.html), 3,5 % in den USA (https://www.nbcnews.com/business/economy/inflation-report-march-2024-percentage-how-high-interest-rate-cuts-rcna146991) und 2,4 % in Europa (https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-03042024-ap). Positive, grenzüberschreitende Wachstumseffekte könnten durch eine weitere Lockerung der Fiskalpolitik oder Produktivitätssteigerungen aufgrund struktureller Reformen erzeugt werden. Negative Auswirkungen sind vor allem durch Preisspitzen im Rohstoffmarkt denkbar - hierbei sind als potenzielle Auslöser geopolitische Schocks, wie die aktuellen Kriege oder die anhaltenden Angriffe im Roten Meer, Lieferstörungen, oder die Krise im chinesischen Immobiliensektor anzuführen. Zu Jahresbeginn erwarteten die Konjunkturexperten des IWF weitestgehend positive, aber meist geringe Wachstumsraten. Die Prognosen für die Industriestaaten zeigen eine Steigerung der Wirtschaftsleistung von 1,5 %. Die errechneten Zuwächse des deutschen BIPs belaufen sich hingegen auf lediglich 0,5 %. Ebenso bewegen sich die Wachstumserwartungen des gesamten Euroraums mit 0,9 % auf einem niedrigen Niveau (Frankreich: 1,0 %, Italien: 0,7 %, Spanien 1,5 %). Für die USA wird mit einem Wachstum von 2,1 % gerechnet, was eine leicht überdurchschnittliche Wachstumsrate im Vergleich der Industriestaaten darstellt. Den weiteren G7-Staaten Japan (0,9 %), Kanada (1,4 %) und Großbritannien (0,6 %) werden hingegen geringere Wachstumsraten prognostiziert. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer wird der Vorjahrestrend bestätigt und ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 4,1 % prognostiziert. Die Wachstumserwartungen für die chinesische Wirtschaft bleiben mit einem erwarteten Zuwachs von 4,6 % zwar hinter den eigenen Ansprüchen zurück, fallen aber ähnlich wie die Prognosen der ASEAN-Staaten (4,7 %) aus. Für die indische Konjunktur zeichnet sich bei einer Wachstumsprognose von 6,5 % analog zu den hohen Vorjahresraten (2022: 7,2 %, 2023: 6,7 %) ein weiteres Boomjahr ab. Die beiden übrigen BRICS-Staaten Brasilien und Südafrika können bei erwarteten Wachstumsraten von 1,7 % bzw. 1,0 % in dieser Hinsicht nicht mit den asiatischen Ländern mithalten. 4.2. Ausblick branchenbezogene Rahmenbedingungen Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Textil und Bekleidung verschlechterte sich im Verlauf des vergangenen Jahres sukzessive. Insbesondere die anfänglich durchaus optimistische Stimmungslage im Bekleidungssegment trübte sich deutlich ein. Vertreter der gesamten Industrie äußerten sich bezüglich deren aktuellen Einschätzungen weitestgehend pessimistisch. Aufgrund der zahlreichen Verflechtungen des Textilsegments mit anderen Industriebranchen, verlaufen die Geschäftsprognosen daher annähernd parallel zu denen der Industrieunternehmen insgesamt und weisen derzeit weitaus negativere Erwartungen aus als im langjährigen Durchschnitt. Umfragen des Gesamtverbandes textil+mode zeigen seit nunmehr zwei Jahren einen kontinuierlichen Abwärtstrend des Konjunkturklimas in der Branche. Die Lageeinschätzungen und Erwartungshaltungen im Textil- und Bekleidungssegment verschlechterten sich dabei im Jahresvergleich wiederholt merklich. Dieser Trend scheint sich vorerst fortzusetzen - die kurzzeitige konjunkturelle Erholungsphase nach der Covid-Pandemie ist mittlerweile abgeebbt. Eine kurz- oder mittelfristige Trendwende ist derzeit nicht in Sicht.
Quelle: ifo-Konjunkturklimaindex für die Segmente Textil und Bekleidung von Feb 2023 bis Feb 2024 Betrachtet man die Kombination aus Auftragsbeständen und der Branchen-Trendentwicklung, so lassen sich meist zumindest kurzfristige Prognosen bezüglich der darauffolgenden Umsätze abschätzen. Gemäß den Angaben des Gesamtverbandes textil+mode sind die Auftragsbestände 2023 im Vergleich zum Vorjahr im Textilsegment geringer (-0,5 %) - im Bekleidungssegment hingegen höher (+14,9 %) ausgefallen. Die positiven Werte im Bekleidungssegment sind dabei auf die optimistischen Einschätzungen des ersten Halbjahres zurückzuführen - im Dezember 2023 lag die Anzahl der Auftragseingänge im Bekleidungsbereich 10,7 % unterhalb denen des Vorjahres. Im Jahresmittel haben sich die Auftragseingänge im Bekleidungssegment im Vorjahresvergleich lediglich um 0,6 % erhöht. Im Textilbereich waren die Auftragseingänge gar um 5,4 % zurückgegangen. Inwieweit der aktuell hohe Auftragsbestand im Bekleidungsbereich noch immer durch etwaige Nachholeffekte zu Beginn des letzten Jahres bedingt ist, wird sich im Jahresverlauf zeigen. Insgesamt ist die Stimmungslage in der Branche wenig optimistisch. Aktuell ist aufgrund des mäßigen Konsumverhaltens ein negatives Wachstum zu befürchten. Präzise Prognosen bleiben allerdings schwierig - es bleiben zudem die Entwicklung der aktuellen geopolitischen Krisen sowie der Ausgang der US-Wahl im November abzuwarten. 4.3. Ausblick Geschäftsverlauf Die nachfolgende Prognose des Vorstands für den Geschäftsverlauf 2024 enthält zukunftsgerichtete Aussagen sowie Vorhersagen über die zukünftige Leistung unserer Unternehmensgruppe, die Risiken und Ungewissheiten beinhalten. Hierbei wird der Kenntnisstand des Vorstands im Zeitpunkt der Berichterstellung wiedergegeben. Die getroffenen Aussagen können durch den Eintritt bekannter und unbekannter Risiken und Chancen erheblich - positiv wie negativ - von der tatsächlichen Entwicklung abweichen. Im Jahr 2023 haben sich die weltweiten geopolitischen Konflikte nicht gelöst, sondern im Gegenteil, weiter ausgeweitet und verschärft. Diese Entwicklungen und Ereignisse als Hauptquelle der Unsicherheit haben sich negativ auf die Konjunkturaussichten für 2024 ausgewirkt. Darüber hinaus belasten hohe Staatsschulden, steigende Zinsen und hohe Inflationsraten das Wirtschaftswachstum. Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen erwarten wir für das laufende Jahr folgende Entwicklung: Nach einem herausfordernden Jahr 2023 bleibt auch im Jahr 2024 die Marktsituation schwierig. Das Ziel des Vorstands ist die Stärkung und der Ausbau der guten weltweiten Marktposition, auch in dem derzeitigen herausfordernden Umfeld. Mit der Modernisierung der Färberei in Deutschland sowie dem Bau einer Färberei in Vietnam baut die Südwolle Group weitere Färbekapazitäten auf und stärkt ihre Position als wichtiger Partner für unsere Bekleidungskunden. Bei der Hoftex Group erschließt die Tenowo mit der Installation von weiteren Vlies-Anlagen in der neuen Produktionsstätte in Vietnam einen neuen regionalen Markt und bietet in mehreren Segmenten neue, innovative Vliesstofflösungen an. Im Geschäftsbereich Neutex markiert die Schließung der Gewebeproduktion zum Ende des ersten Quartals 2024 den Beginn einer neuen Zeit. Das neue Geschäftsmodell wird sich auf das wachsende Segment der Maßkonfektion von Heimtextilien und Sonnenschutzlösungen konzentrieren, die vom Kunden individuell auf digitalem Wege konfiguriert werden können. Darüber hinaus setzen die Unternehmen der ERWO Group ihre Programme und Maßnahmen fort, um die Wettbewerbsfähigkeit in ihren Kerngeschäftsfeldern zu steigern. Dafür verstärken wir gruppenweit u. a. die Anstrengungen zur Kostenreduzierung, Effizienzsteigerung und Working Capital Reduzierung zur Senkung der Finanzierungskosten. Unter der Voraussetzung, dass keine neuen gesamtwirtschaftlichen Verwerfungen auftreten, gehen wir für das Geschäftsjahr 2024 von einer verbesserten Marktlage mit einer Absatz- und Umsatzsteigerung und einer damit verbundenen besseren Fixkostendeckung in der Südwolle Group, aber einem weitestgehend stagnierenden Umsatzniveau bei verbesserten Kostenstrukturen in der Hoftex Group aus. Bezüglich der Rohstoffmärkte und Energiekosten nehmen wir eine Stabilisierung auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2023 an. Sofern sich die aktuellen Annahmen über das Geschäftsjahr 2024 als zutreffend erweisen, erwartet der Vorstand der ERWO Holding AG im Rahmen seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2024 einen Gesamtumsatz in einer Bandbreite zwischen 650 Mio. EUR und 700 Mio. EUR. Ausgehend von den für 2024 angenommenen Rahmenbedingungen erwarten wir ein EBITDA zwischen 60 Mio. EUR bis 70 Mio. EUR und ein Jahresergebnis zwischen 15 Mio. EUR bis 20 Mio. EUR. Die wichtigsten Risiken für unsere Planung sind eine schwächere Nachfrage aufgrund der Konjunktur, ein erhöhter Preisdruck durch den Wettbewerb, steigende Beschaffungs- und Personalkosten bei stagnierender Kundennachfrage. Wir werden uns diesen Herausforderungen stellen, um unsere Planung 2024 zu erreichen. Das Jahr 2024 bleibt für uns eine Herausforderung, aber wir haben klare Ziele und Strategien, um unsere globale Marktposition zu stärken und auszubauen. Wir investieren in der Südwolle Group in neue Färbekapazitäten in Vietnam, um unsere Kunden weltweit optimal zu bedienen. Tenowo erschließt mit neuen Vlies-Anlagen in Vietnam einen neuen regionalen Markt und bietet innovative Vliesstofflösungen für verschiedene Segmente an. Im Geschäftsbereich Neutex beginnt mit der Schließung der Gewebeproduktion Ende des ersten Quartals 2024 eine neue Ära. Wir konzentrieren uns auf das wachsende Segment der maßgeschneiderten Heimtextilien und Sonnenschutzlösungen, die unsere Kunden digital nach ihren Wünschen gestalten können. Außerdem arbeiten wir gruppenweit weiterhin an der Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit in unseren Kerngeschäftsfeldern. Dazu gehören u. a. Kostensenkung, Effizienzsteigerung und Working Capital Optimierung.
Schwaig bei Nürnberg, den 3. Mai 2024 ERWO Holding AG Manuela Spörl, Vorstand Daniel Köster, Vorstand Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023Amtsgericht Nürnberg HRB 9560A. KonsolidierungskreisSoweit nicht anders vermerkt, erfolgt die Vollkonsolidierung der Tochterunternehmen gemäß § 290 Abs. 2 Nr. 1 HGB. Der Kreis der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen setzt sich wie folgt zusammen:
Der Südwolle Teilkonzern per 31. Dezember 2023 besteht aus folgenden Gesellschaften:
Der HTG Teilkonzern per 31. Dezember 2023 besteht aus folgenden Gesellschaften:
Der ISBE Holding AG, Interlaken, Schweiz, Teilkonzern per 31. Dezember 2023 besteht aus folgenden Gesellschaften:
Nicht konsolidiertes verbundenes Unternehmen Folgende Tochtergesellschaft wurde wegen Unwesentlichkeit (Jahresergebnis/-umsatz weniger als 1 % des Konzernergebnisses/-umsatzes) nicht in den Konzernabschluss einbezogen:
Zugänge zu den vollkonsolidierten Gesellschaften Im Geschäftsjahr 2023 wurden folgende Gesellschaften gegründet und infolgedessen erstkonsolidiert:
Änderungen der Beteiligungsquoten an vollkonsolidierten Gesellschaften Bei folgenden Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2023 die Anteile am Kapital ohne Auswirkungen auf den Konsolidierungskreis erhöht:
Darüber hinaus haben sich im Geschäftsjahr 2023 folgende gesellschaftsrechtliche Änderungen ergeben, die aber keine Auswirkungen auf den Konsolidierungskreis haben: Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2023 wurde die Hoftex Färberei Betriebs GmbH, Hof, auf die Hoftex Färberei GmbH, Hof, verschmolzen. Die Gesellschaft ISBE Holding AG, Interlaken, wurden von der ERWO Holding AG, Schwaig, in der Südwolle Group GmbH, Schwaig, eingebracht. Die wirtschaftliche Wirkung war zum 1. Juli 2023. Neben den Tochtergesellschaften bestehen Beteiligungen, die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind. Anmerkungen zum Jahresergebnis und zum Eigenkapital unterbleiben gemäß § 313 Abs. 3 Satz 4 HGB.
1 Die gekennzeichneten Unternehmen machen von
den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB
bzw. § 264b HGB (für
Personenhandelsgesellschaften) teilweise bzw. in vollem
Umfang Gebrauch.
B. KonsolidierungsgrundsätzeDer Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 der ERWO Holding AG wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuchs und der einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes erstellt. Darstellung, Gliederung und Bewertung des Konzernabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Für Erstkonsolidierungen aus der Zeit vor dem 1. Januar 2010 erfolgt die Kapitalkonsolidierung gemäß Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB nach der Buchwertmethode. Für Erstkonsolidierungen ab diesem Zeitpunkt erfolgt diese nach der Neubewertungsmethode, bei der das Eigenkapital des Tochterunternehmens zum Erstkonsolidierungszeitpunkt vollständig zum beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten bewertet wird. Die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode erfolgt durch Verrechnung des Kaufpreises mit dem neubewerteten Konzernanteil am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung unter Fortführung der Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung. Aktivische Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden grundsätzlich den Vermögensgegenständen der Tochtergesellschaften zugerechnet bzw. als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer begründet sich hauptsächlich in der kurzfristigen Vertragsdisposition mit den Abnehmerkreisen. Nicht dem Konzern zuzurechnende Anteile am Eigenkapital sind unter der Position "Anteile nicht beherrschender Gesellschafter" innerhalb des Eigenkapitals gesondert ausgewiesen. Werden nach Erlangung des beherrschenden Einflusses weitere Anteile an einem Tochterunternehmen erworben oder verkauft, ohne dass sich der Status als Tochterunternehmen ändert, wird die Transaktion gemäß dem Wahlrecht in DRS 23.171 ff. als Kapitalvorgang behandelt. Zwischenergebnisse, konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen gegen einbezogene und Verbindlichkeiten gegenüber einbezogenen Unternehmen werden eliminiert. Soweit das Jahresergebnis aufgrund ergebniswirksamer Konsolidierungsmaßnahmen von der Summe der Ergebnisse der Einzelabschlüsse abweicht, wurde ein Abgrenzungsbetrag für latente Steuern nach § 306 HGB gebildet. Im Konzernabschluss erfolgt die Umrechnung der Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen ausländischen Tochtergesellschaften mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag. Auf die Eigenkapitalpositionen wurden die historischen Kurse angewendet. Die Aufwendungen und Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Die Umrechnungsunterschiede aus Stichtagskurs und Durchschnittskurs sind innerhalb des Konzerneigenkapitals unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. C. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenAllgemeines Die Jahresabschlüsse bzw. Reporting Packages der einbezogenen Konzernunternehmen werden grundsätzlich nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Das Geschäftsjahr läuft vom 1. Januar bis zum 31. Dezember eines jeden Kalenderjahres. Sämtliche Davon-Angaben zu Posten der Konzernbilanz sowie der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden einheitlich im Konzernanhang gemacht. Immaterielle Vermögensgegenstände Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bewertet, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen. Entfällt der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung in Folgejahren, so wird eine Zuschreibung maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. Die planmäßigen Abschreibungen wurden unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, die zwischen fünf und zehn Jahren beträgt, grundsätzlich nach der linearen Methode errechnet. Für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände besteht nach § 248 Abs. 2 HGB ein Aktivierungswahlrecht in Höhe der Herstellungskosten, soweit es sich hierbei nicht um selbst geschaffene Marken, Drucktitel, Verlagsrechte, Kundenlisten oder vergleichbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens handelt. Das Wahlrecht wurde unverändert nicht in Anspruch genommen. Sachanlagevermögen Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen die direkt zurechenbaren Einzelkosten und angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Bewertung einbezogen. Die planmäßigen Abschreibungen wurden unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer grundsätzlich nach der linearen Methode und ggf. unter Berücksichtigung mehrschichtiger Nutzung errechnet. Die Nutzungsdauern für Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie sonstige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens orientieren sich an den steuerlichen Abschreibungstabellen (Mindestsätze) und Erfahrungswerten. Entfällt der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung in Folgejahren, so wird eine Zuschreibung maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen. Finanzanlagen Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Zwischenzeitliche Wertaufholungen werden mittels entsprechender Zuschreibung bis höchstens zu den historischen Anschaffungskosten nachgezogen. Vorräte In den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit den Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Tagespreis des Beschaffungsmarktes am Bilanzstichtag angesetzt. Fertige und unfertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet; niedrigere Wiederbeschaffungs-, Wiederherstellungskosten oder realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Abschreibungen auf den niedrigsten Wert berücksichtigt. Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip der verlustfreien Bewertung beachtet. Für Verwertungsrisiken sind angemessene Abschreibungen vorgenommen worden. Die Herstellungskosten enthalten Materialeinzel- und Materialgemeinkosten, Fertigungseinzel- und Fertigungsgemeinkosten, den fertigungsbedingten Werteverzehr des Anlagevermögens sowie betriebliche Verwaltungskosten. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Erkennbare Risiken werden durch entsprechende Wertberichtigungen berücksichtigt. Latente Steuern Latente Steuern werden auf Basis des Temporary-Konzepts gebildet. Dementsprechend wird in den Einzelabschlüssen der einbezogenen Gesellschaften ein Passivposten für latente Steuern gebildet, wenn sich zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen ergeben, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, und sich daraus eine Steuerbelastung ergibt. Ergeben sich aus den unterschiedlichen Wertansätzen künftig Steuerentlastungen, so erfolgt eine Berücksichtigung maximal bis zur Höhe passiver latenter Steuern aus anderen Bewertungsdifferenzen. Ein Überhang der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern wird nicht aktiviert. Bei inländischen Gesellschaften wurden die latenten Steuern unter Zugrundelegung eines unternehmensspezifischen Ertragsteuersatzes ermittelt, der zwischen 11 % und 27 % liegt. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften wurde der im jeweiligen Land gültige Steuersatz, der zwischen 15 % und 30 % liegt, verwendet. Soweit sich aus den Vorschriften zur Vollkonsolidierung (§§ 300 bis 307 HGB) zusätzliche Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und deren steuerlichen Wertansätzen ergeben, die sich in späteren Zeiträumen voraussichtlich ausgleichen, wurden aktive und passive latente Steuern angesetzt, die mit der pauschalen Steuerquote von 27 % ermittelt wurden. Gemäß dem Wahlrecht nach § 306 HGB werden diese nicht saldiert. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Bei der Bewertung des Erfüllungsbetrags wurde eine angemessene Kostensteigerung berücksichtigt. Längerfristige Rückstellungen wurden mit den Zinssätzen nach RückAbzinsV abgezinst. Die Pensionsrückstellungen der ERWO Gruppe werden nach den versicherungsmathematischen Grundsätzen mithilfe der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck berechnet. Dabei sind - soweit Erhöhungen erfolgen - die Lohn- und Gehaltssteigerungen mit 2,0 % p.a. und jährliche Rentenanpassungen zwischen 2,5 % und 3,0 % entsprechend berücksichtigt. Da es sich um einen geschlossenen Bestand handelt, wurde keine Fluktuation berücksichtigt. Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt. Als Abzinsungsfaktor wurde der von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,82 % angesetzt. Der sich aus der sieben- und zehnjährigen Durchschnittsbetrachtung ergebende Unterschiedsbetrag beträgt TEUR 112 (Vorjahr: TEUR 499). Aufwendungen infolge von Änderungen des Marktzinssatzes werden im Zinsaufwand ausgewiesen. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Währungsumrechnung Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs zum Transaktionszeitpunkt oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Forderungen in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden - soweit keine Bewertungseinheiten vorliegen - mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen werden mit ihrem Umrechnungskurs zum Transaktionszeitpunkt oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Bewertungseinheiten Soweit Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet werden, werden diese nach der sog. "Einfrierungsmethode" bilanziert. Derivative Finanzinstrumente Devisentermingeschäfte Die Zeitwerte der Devisentermingeschäfte werden von Kontrahentenbanken anhand anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt und der Gesellschaft mitgeteilt. Zinsswapgeschäfte Die Zeitwerte von Zinsswapgeschäften werden von Kontrahentenbanken anhand von anerkannten Bewertungsmethoden unter Zugrundelegung der jeweiligen Zinsstrukturkurven ermittelt und der Gesellschaft mitgeteilt. Erträge und Aufwendungen Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt, sobald die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind bzw. der Gefahrenübergang auf den Kunden erfolgt ist. Umsatzerlöse werden nach Abzug von Rabatten und Skonti ausgewiesen. Sonstige betriebliche Erträge bzw. betriebliche Aufwendungen werden mit Erbringung bzw. Inanspruchnahme der Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Realisierung bzw. Verursachung als Ertrag bzw. Aufwand erfasst. Erforderlichenfalls werden Zahlungen abgegrenzt, um sie periodengerecht als Ertrag bzw. Aufwand zu erfassen. Zuschreibungen auf Immaterielle Anlagen und Sachanlagen werden grundsätzlich in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Zinsen werden zeitanteilig mit dem Betrag, der auf das Geschäftsjahr entfällt, als Aufwand bzw. Ertrag erfasst. Einzelne Konzerngesellschaften setzen regelmäßig Leiharbeiter ein, die arbeitsrechtlich den eigenen Mitarbeitern gleichgestellt sind. Die in diesem Zusammenhang entstehenden Aufwendungen werden aus diesem Grund seit dem Geschäftsjahr 2023 im Personalaufwand erfasst und ausgewiesen (zuvor: bezogene Leistungen im Materialaufwand und sonstiger betrieblicher Aufwand). Die Aufwendungen für Leiharbeiter betrugen 2023 TEUR 1.991 und im Vorjahr TEUR 2.309. Mit dieser Ausweisänderung sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage verbunden. Die Vorjahresausweise wurden nicht angepasst. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. D. Erläuterungen zur KonzernbilanzEntwicklung des AnlagevermögensDie Entwicklung des Anlagevermögens des Konzerns ist im Anlagengitter als Anlage zu diesem Konzernanhang dargestellt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände In den sonstigen Vermögensgegenständen sind TEUR 994 (Vorjahr: TEUR 0) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Alle übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert zum Vorjahr nominal TEUR 23.500 und ist eingeteilt in 23.500.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1,00. Alle Aktien lauteten auf den Inhaber und sind vinkuliert. Die Kapitalrücklage beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 30.469 und umfasst mit TEUR 26.448 ein Agio aus der Verschmelzung der ERWO Holding AG und der ESS Holding AG, Schwaig (HRB 27619), das in die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB eingestellt wurde. Teile des grundsätzlich frei verfügbaren Eigenkapitals der Muttergesellschaft unterliegen der Ausschüttungssperre. Der Gesamtbetrag nach den §§ 253 Abs. 6 und 268 Abs. 8 HGB beträgt TEUR 171 (Vorjahr: TEUR 391) und resultiert aus dem Unterschiedsbetrag, der sich bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen zwischen der sieben- und zehnjährigen Durchschnittsbetrachtung ergibt (TEUR 67, Vorjahr: TEUR 283) und den Vermögensgegenständen, die nach § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden (TEUR 104, Vorjahr: TEUR 108).
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus dem Personalbereich, Gewährleistungen, Rechts- und Prozesskosten sowie ausstehende Rechnungen. Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB sind Rückdeckungsversicherungsguthaben, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, mit diesen Verpflichtungen verrechnet worden. Die Anschaffungskosten der verrechneten Vermögenswerte betragen TEUR 9.680 (Vorjahr: TEUR 9.510), die von den Versicherungsunternehmen mitgeteilten Zeitwerte der Vermögenswerte belaufen sich auf insgesamt TEUR 9.784 (Vorjahr: TEUR 9.618), der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt TEUR 13.533 (Vorjahr: TEUR 13.185). Es ergibt sich ein passiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von TEUR 3.749 (Vorjahr: TEUR 3.567). Nach § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB und dessen Auslegung in DRS 19 (Bekanntmachung 20. Dezember 2019) sind Unterstützungskassen in den Konzernabschluss einzubeziehen. Diese Rechtsauffassung hat zur Folge, dass auch die Unterstützungskasse der Hoftex Group in den Konzernabschluss einzubeziehen ist. Die Unterstützungskasse hat einen Großteil ihrer Verpflichtungen über Lebensversicherungen ausfinanziert. Die Ansprüche an die Versicherung haben zum Bilanzstichtag einen Zeitwert von TEUR 1.260 (Vorjahr: TEUR 1.363). Die Pensionsverpflichtungen, bewertet nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB belaufen sich auf TEUR 2.202 (Vorjahr: TEUR 2.488). Der verbleibende Verpflichtungsüberhang in Höhe von TEUR 942 (Vorjahr: TEUR 1.125) wird in der Konzernbilanz gemäß Art. 28 Abs. 1 EGHGB nicht angesetzt. Der Zinsaufwand aus den Pensionsverpflichtungen beträgt TEUR 297 (Vorjahr: TEUR 321) und ist in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsaufwand ausgewiesen. Der Ertrag aus dem Pensionsvermögen beläuft sich auf TEUR 0 (Vorjahr: Aufwand von TEUR 212) und wird im Zinsaufwand saldiert ausgewiesen.
Die durch Grundschulden besicherten Darlehen betragen TEUR 3.062. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zum 31.12.2023 mit einem Betrag von TEUR 4.800 durch Sicherungsübereignungen besichert. Das besicherte Darlehen valutiert zum 31. Dezember 2023 mit TEUR 1.429. Des Weiteren sind Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zum 31. Dezember 2023 mit einem Betrag von TEUR 58.771 durch Sicherungsübereignungen betreffend das inländische bewegliche Umlaufvermögen (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Fertigwaren, somit das gesamte Warenlager mit seinem jeweils wechselnden Bestand an den Standorten Hof Moschendorf und Stadtallendorf) besichert. Das besicherte Darlehen valutiert zum 31. Dezember 2023 mit TEUR 64.350. Die HOFTEX GROUP AG und ihre Tochtergesellschaften bilden gegenüber den kreditgebenden Banken einen gesamtschuldnerischen Haftungsverbund. D.h. grundsätzlich haftet jede einzelne Gesellschaft bis zur vollen Höhe des Gesamtbetrags (§ 421 BGB). Der Kreditrahmen beläuft sich auf insgesamt TEUR 51.000. Er ist zum Abschlussstichtag mit TEUR 27.125 (Vorjahr TEUR 23.125) in Anspruch genommen. Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen auf Steuern TEUR 3.770 (Vorjahr: TEUR 5.122). Die Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit betragen TEUR 1.392 (Vorjahr: TEUR 1.473). Latente Steuern Die aktiven latenten Steuern ergeben sich im Wesentlichen aus Differenzen bei den Sachanlagen, Vorräten, Pensionsrückstellungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten. Darüber hinaus bestehen steuerliche Verlustvorträge. Passive latente Steuern ergeben sich aus Differenzen bei den Sachanlagen, Vorräten sowie Forderungen. In den Jahresabschlüssen wurden latente Steuern angesetzt, wenn sich insgesamt ein Überhang der passiven latenten Steuern über die aktiven latenten Steuern ergab. Die sich aus Konsolidierungsmaßnahmen ergebenden aktiven und passiven latenten Steuern wurden ausnahmslos in der Konzernbilanz berücksichtigt. Die latenten Steuersalden haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
E. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Sonstige betriebliche Erträge Diese Position enthält unter anderem Erträge aus Kursdifferenzen und Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 11.285 (Vorjahr: TEUR 19.086), aus Versicherungsentschädigungen für Sachschäden und für Erlöseinbußen infolge einer Betriebsunterbrechung aus einem in 2021 entstandenen Hochwasserschaden am Vliesstandort Hof in Höhe von TEUR 2.290 (Vorjahr: TEUR 8.473), aus Förderungen wegen Energiekrise in Höhe von TEUR 1.319 (Vorjahr: TEUR 2.976), aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.619 (Vorjahr: TEUR 1.774), aus dem Abgang von Anlagevermögen in Höhe von TEUR 236 (Vorjahr: TEUR 1.070), aus dem Eingang abgeschriebener Forderungen und der Herabsetzung nicht mehr benötigter Wertberichtigungen zu Forderungen von TEUR 476 (Vorjahr: TEUR 72).
Abweichend zum Vorjahr sind im Personalaufwand Aufwendungen für Leiharbeiter in Höhe von TEUR 1.991 enthalten. Diese wurden im Geschäftsjahr 2022 unter Materialaufwand (TEUR 2.060) und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 249) ausgewiesen.
Im Geschäftsjahr 2023 sind unter den Angestellten 1 und unter den gewerblichen Arbeitnehmern 80 Leiharbeiter enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten folgende Positionen:
In den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind Kursdifferenzen aus der Währungsumrechnung von insgesamt TEUR 17.140 (Vorjahr: TEUR 17.022) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 618 (Vorjahr: TEUR 182) enthalten. Zinsen und ähnliche Aufwendungen In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 297 (Vorjahr: TEUR 394) enthalten. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten latenten Steueraufwand in Höhe von TEUR 860 (Vorjahr: latenter Steuerertrag von TEUR 645). F. Sonstige Angaben zum KonzernabschlussAußerbilanzielle Geschäfte Es besteht eine Vereinbarung über den revolvierenden Verkauf von ausgewählten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen eines sog. "echten" Factorings mit einem Volumen von bis zu TEUR 25.000. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von TEUR 11.021 (Vorjahr: TEUR 8.512) verkauft. Das Factoring dient der kurzfristigen Verbesserung der Kapitalstruktur und Liquidität. Sämtliche Forderungsausfallrisiken gehen auf den Forderungskäufer über. Haftungsverhältnisse
Aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit und der aktuellen Unternehmensplanungen gehen wir nicht von einer Inanspruchnahme aus. Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Mietverträgen sowie aus Bestellobligen in Höhe von TEUR 3.830 (Vorjahr: TEUR 4.195). Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten Die ERWO Immobilien und Beteiligungen GmbH & Co. KG, Schwaig bei Nürnberg hat zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos eines variabel verzinslichen Darlehens in Höhe von nominal TEUR 3.062 ein Zinsswapgeschäft mit gleichem Nominalvolumen abgeschlossen. Das Zinsswapgeschäft weist zum 31. Dezember 2023 einen beizulegenden Zeitwert von TEUR 163 auf. Das Zinsswapgeschäft hat eine Laufzeit bis längstens 31. Juli 2029. Sein Nominalwert vermindert sich analog zum Tilgungsplan des Darlehens. Ein Bilanzansatz des Swapgeschäfts mit dem beizulegenden Zeitwert ist nicht erfolgt, da das Derivat in eine Bewertungseinheit mit dem Darlehen (Mikrohedge) einbezogen wird. Das Darlehen wird zum 3-Monats-EURIBOR zzgl. einer Marge verzinst und nach einem Tilgungsplan getilgt. Aus dem Zinsswap erhält die Gesellschaft einen variablen Zins und zahlt jeweils einen festen Zinssatz. Die Zinstermine von Darlehen und jeweiligem Zinsswap sind identisch. Die Risiken ebenso wie die Zahlungsstromschwankungen aus dem Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich vollständig aus, da sie jeweils identisch hinsichtlich Nominalbetrag, Währung, Basiszinssatz und Feststellungstagen sind. Aufgrund dieses vollständigen Ausgleichs erübrigt sich eine weitere Ermittlung der Wirksamkeit. In der Südwolle Group GmbH bestehen zum Stichtag folgende derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten: Am 17. Oktober 2022 hat die Südwolle Group GmbH einen Konsortialkreditvertrag mit einem Gesamtvolumen von TEUR 135.000 geschlossen. Die Laufzeit der Finanzierung betrug ursprünglich vier Jahre, d.h. bis zum 17. Oktober 2026, mit der Option, bei Zustimmung der Kreditgeber, um bis zu zwei Jahre zu verlängern. Am 14. August 2023 hat die Südwolle Group GmbH eine Verlängerung um ein Jahr beantragt, welcher die Konsortialbanken mit Antwortschreiben vom 19. September 2023 zugestimmt haben. Die neue Endfälligkeit ist somit der 17. Oktober 2027. Die Inanspruchnahme zum 31. Dezember 2023 beträgt TEUR 64.350 (Vorjahr: TEUR 78.750). Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos wurden TEUR 39.350 jeweils mit einem Zinsswap zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst (Microhedge). Die Darlehen werden zum 3-Monats-EURIBOR zzgl. einer Marge verzinst und nach einem Tilgungsplan getilgt. Der Nominalbetrag des jeweiligen Zinsswaps entspricht dem Nominalbetrag des jeweiligen Darlehens und reduziert sich entsprechend dem Tilgungsplan des jeweiligen Darlehens über dieselbe Laufzeit. Aus den Zinsswaps erhält die Südwolle Group GmbH einen variablen Zins in Höhe des 3-Monats-EURIBORs und zahlt jeweils einen festen Zinssatz. Die Zinstermine von Darlehen und jeweiligen Zinsswaps sind identisch. Die Risiken ebenso wie die Zahlungsstromschwankungen aus dem Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich vollständig aus, da sie jeweils identisch hinsichtlich Nominalbetrag, Währung und Feststellungstagen sind. Zudem hat die Gesellschaft am 1. Dezember 2023 Zinsbegrenzungsgeschäfte in Höhe von insgesamt TEUR 25.000 in der Form von Höchst- und Mindestsatzvereinbarungen (sog. "Collar") abgeschlossen. Diese begrenzen den anwendbaren 3-Monats-EURIBOR nach oben auf 4,00% (sog. "Cap") und nach unten auf 1,55% (sog. "Floor"). Zum Bilanzstichtag waren daher keine Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Die beizulegenden negativen Zeitwerte betrugen insgesamt TEUR 530 (Vorjahr: TEUR 15). Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken von variabel verzinslichen langfristigen Bankverbindlichkeiten wurden von der HOFTEX GROUP AG zwei Zinsswaps mit Floor abgeschlossen, um das Risiko aus künftigen Zinssteigerungen zu begrenzen. Sie stehen in Sicherungsbeziehungen (Mikro-Hedges) zu den bilanzierten Darlehen. Die Sicherungsgeschäfte bilden deckungsgleich die Merkmale der originären Finanzgeschäfte ab. Die korrespondierenden Aufwendungen und Erträge werden saldiert im Zinsaufwand erfasst. Für die von der Gesellschaft aktuell abgeschlossenen drei Zinssicherungsgeschäfte ergeben sich zum 31. Dezember 2023 folgende, ausschließlich positive, beizulegenden Zeitwerte:
Darüber hinaus bestehen derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken. Die Südwolle Group GmbH fakturiert Warenverkäufe an Kunden in GBP. Zum Bilanzstichtag bestehen daraus in GBP lautende abzusichernde Grundgeschäfte aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Guthaben bei Kreditinstituten. Den Zahlungseingängen in GBP stehen keine ausreichenden Mittelabflüsse in GBP entgegen, um das Risiko aus nachteiligen Änderungen von Fremdwährungskursen ausgleichen zu können. Der regelmäßige Unterhang an Zahlungsausgängen in GBP wird daher mit Termingeschäften (Verkauf) bei Kreditinstituten ausgeglichen. Alle Fremdwährungssicherungsgeschäfte werden in Makro-Hedge-Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die gegenläufigen Zahlungsströme haben sich aufgrund weitgehender Laufzeit- und Volumenkongruenz bis Februar 2024 ausgeglichen. Der Umfang der in die Bewertungseinheiten einbezogenen Vermögensgegenstände, bewertet mit den Stichtagskursen zum 31. Dezember 2023 ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
Zudem tätigt die Südwolle Group GmbH Rohstoffeinkäufe in CNY. Zum Bilanzstichtag bestehen daraus auf CNY lautende abzusichernde Grundgeschäfte aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Guthaben bei Kreditinstituten. Den Zahlungsabflüsse in CNY stehen keine ausreichenden Mittelzuflüsse in CNY entgegen, um das Risiko aus nachteiligen Änderungen von Fremdwährungskursen ausgleichen zu können. Die regelmäßige Unterdeckung an Zahlungszuflüssen in CNY wird daher mit Termingeschäften (Kauf) bei Kreditinstituten ausgeglichen. Alle Fremdwährungssicherungsgeschäfte werden in Makro-Hedge-Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die gegenläufigen Zahlungsströme haben sich aufgrund weitgehender Laufzeit- und Volumenkongruenz bis Februar 2024 ausgeglichen. Der Umfang der in die Bewertungseinheiten einbezogenen Schulden, bewertet mit den Stichtagskursen zum 31. Dezember 2023 ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers Durch den Konzernabschlussprüfer wurden für das Geschäftsjahr 2023 Honorare von insgesamt TEUR 745 (Vorjahr: TEUR 803) berechnet.
Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten. Konzern-Kapitalflussrechnung Die Aufstellung der Kapitalflussrechnung erfolgte nach DRS 21. Dabei wurde für die Ermittlung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit die indirekte Methode verwendet. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen bzw. Erträge betreffen vor allem Währungskursverluste bzw. -gewinne. Der Finanzmittelfonds beinhaltet kurzfristig verfügbare liquide Mittel sowie Kontokorrentverbindlichkeiten. Organe der Gesellschaft Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr aus folgenden Mitgliedern: Tom Steger, selbstständiger Rechtsanwalt, Nürnberg (Vorsitzender) Martin Steger, selbstständiger Kaufmann, Nürnberg (stellvertretender Vorsitzender) Joseph Kronfli, selbstständiger Unternehmensberater, Nürnberg Renate Dempfle, Leitende Angestellte im Verlagswesen, Augsburg Werner Berlet, im Ruhestand (ehem. IT-Manager), Bad Homburg Melanie Liebert, selbstständige Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin, Augsburg Seit dem 22. März 2023 wird einem Mitglied des Aufsichtsrats ein Darlehen in Höhe von 0,5 Mio. EUR gewährt. Das Darlehen wird mit am jeweiligen Stichtag (Quartal) gültigen 3-Monats-EURIBOR plus Bankmarge plus 0,15 % verzinst und hat eine Laufzeit von 2 Jahren. Vorstand Die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft waren im Berichtsjahr: Klaus Steger, Wirtschaftsingenieur, Chief Executive Officer, Vorsitzender, Nürnberg (bis 29. Februar 2024) Manuela Spörl, Diplom-Betriebswirtin, Chief Financial Officer (bis 29. Februar 2024), Chief Executive Officer (seit 01. März 2024), Hof Daniel Köster, Diplom-Kaufmann, Vorstandsmitglied (seit 13. November 2023), Chief Financial Officer (seit 01. März 2024) Manfred Heinrich, Wirtschaftsingenieur, Chief Technical Officer, Zhangjiagang City, China (bis 30. Juni 2023) Hans-Georg von Schuh, Diplom-Kaufmann, Chief Sales Officer, Fürth (bis 30. Juni 2023) Eine Angabe über ein an einen Vorstand gewährtes Darlehen kann entfallen, da der Vorstand ausgeschieden ist. Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich im Berichtsjahr auf TEUR 141. Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Berichtsjahr TEUR 1.109. Die Angabe der Bezüge für frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen gemäß § 314 Nr. 6b HGB unterbleibt unter Anwendung der Befreiungsvorschrift der §§ 314 Abs. 3 i.V.m. 286 Abs. 4 HGB. Gewinnverwendungsvorschlag für das MutterunternehmenDer Vorstand der ERWO Holding AG schlägt folgende Verwendung des Bilanzgewinns des Mutterunternehmens in Höhe von 97.668.105,14 EUR vor:
Schwaig bei Nürnberg, den 3. Mai 2024 ERWO Holding AG Manuela Spörl, Vorstand Daniel Köster, Vorstand Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
Konzern-EigenkapitalspiegelGeschäftsjahr 2022
Geschäftsjahr 2023
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die ERWO Holding AG, Schwaig bei Nürnberg Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der ERWO Holding AG, Schwaig bei Nürnberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ERWO Holding AG, Schwaig bei Nürnberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Unterabschnitt "1.4.Nachhaltigkeit" des Konzernlageberichts enthaltenen und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben haben wir nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Der Vorstand bzw. der Aufsichtsrat ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Im Übrigen ist der Vorstand für die sonstigen Informationen verantwortlich. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 3. Mai 2024 Deloitte
GmbH
Klaus Löffler, Wirtschaftsprüfer Tanja Markert, Wirtschaftsprüferin Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die ERWO Holding AG, Schwaig bei Nürnberg Bericht des AufsichtsratsIm Geschäftsjahr 2023 hat der Aufsichtsrat der ERWO Holding AG den Vorstand gemäß Aktiengesetz, Satzung und Geschäftsordnung bei allen wesentlichen Geschäftsvorfällen und strategischen Entscheidungen, die das Unternehmen und den Konzern betrafen, überwacht und beratend begleitet. Vom Vorstand wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend, sowohl durch schriftliche als auch mündliche Berichte über die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft sowie deren Geschäftsbereiche und wesentliche Tochtergesellschaften unterrichtet und über Projekte mit erheblicher Bedeutung informiert. Anhand des periodischen Berichtswesens war der Aufsichtsrat ebenso in die Investitions-, Finanz- und Personalplanung eingebunden. Hierzu gehörten weiter Berichte über Auftragseingänge, Umsatz, Cashflow, Ertragslage, Plan- / Ist-Abweichungen und die Liquiditätslage mit denen sich der Aufsichtsrat intensiv befasst hat. Alle Maßnahmen und Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, wurden in den Aufsichtsratssitzungen intensiv mit dem Vorstand diskutiert und vom Aufsichtsrat eingehend und pflichtgemäß geprüft. Zusätzlich zur Berichterstattung durch den Vorstand in den Aufsichtsratssitzungen hat sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats auch außerhalb der Sitzungen in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstand über die aktuelle Situation und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informieren lassen. Im Berichtsjahr fanden vier turnusmäßige Aufsichtsratssitzungen in hybrider Form statt. Der Aufsichtsrat nahm an den Sitzungen geschlossen teil - Ausnahme bildete lediglich die Dezember-Sitzung, bei der ein Mitglied des Aufsichtsrates entschuldigt war. Im Berichtszeitraum wurde der Personalausschuss anlässlich personeller Veränderungen insgesamt fünfmal einberufen. Ansonsten wurden im Berichtsjahr keine weiteren Ausschüsse durch den Aufsichtsrat gebildet. In der Sitzung am 13. März 2023 wurden die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Wirtschaftsjahr besprochen. Das Geschäftsjahr 2022 war erfolgreich verlaufen und der Ausblick für 2023 gestaltete sich ebenso optimistisch. Weitere Themen waren die Updates über die verschiedenen laufenden Investitionsprojekte: die Modernisierung der Richter Färberei- & Ausrüstungs GmbH, die Einführung des neuen ERP-Systems und die Planung der neuen Färberei in Vietnam. Am 15. Mai 2023 befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit den Jahresabschlüssen und Prüfungsberichten für die ERWO Holding AG und den Konzern zum 31. Dezember 2022. Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Berichterstattung des Vorstands über die aktuelle Geschäftsentwicklung nach Abschluss des 1. Quartals, sowie die Festlegung der Tagesordnung für die Hauptversammlung und des Beschlusses über die Art der Durchführung. Zudem wurden die Beschlüsse für das Investitionsbudget der Färberei in Vietnam und die Erhöhung des Investitionsbudgets für die Modernisierung der Richter Färberei- & Ausrüstungs GmbH, gefasst. In der Sitzung am 29. September 2023 wurde der Aufsichtsrat über die aktuelle Markt- und Wettbewerbssituation informiert. Der Vorstand informierte des Weiteren über den gegenwärtigen Sachstand der Modernisierung der Richter Färberei- und Ausrüstungs GmbH, den Bau der neuen Färberei in Vietnam und die Einführung des neuen ERP-Systems. In seiner außerordentlichen Sitzung am 23.10.2023 beschloss der Aufsichtsrat über die Bestellung von Herrn Daniel Köster zum Vorstand ab dem 13.11.2023. Es ist vorgesehen, dass Frau Manuela Spörl, die seit 2020 dem Vorstand für das Ressort Finanzen angehört, die Nachfolge von Herrn Klaus Steger antritt, der als Vorstandsvorsitzender zum 29.02.2024 ausscheidet. Das Aufsichtsratsgremium beschließt einstimmig die interimsweise Erhöhung der bisher zwei Vorstandsmitglieder auf drei Vorstände bis zum Ausscheiden von Herrn Klaus Steger. In der letzten Sitzung des Berichtsjahres am 11. Dezember 2023 stellte der Vorstand die aktuelle Geschäftssituation per September 2023, den Forecast 2024, die Unternehmensplanung 2024 und die Investitionsplanung 2024 vor. Der vorgelegte Investitionsplan für das Geschäftsjahr 2024 wurde durch den Aufsichtsrat bewilligt. Der Erwerb der Hofmann Treuhand und Dienstleistungen AG in Interlaken und die damit einhergehende Satzungsänderung der ISBE Holding AG wurden ebenfalls genehmigt. Ferner informierte der Vorstand den Aufsichtsrat wiederum über die Situation der derzeitigen Projekte sowie über das Projekt der Automatisierung verschiedener Produktionsprozesse in der chinesischen Spinnerei mittels selbstentwickelter Roboter. Des Weiteren beschloss der Aufsichtsrat die Abberufung von Herrn Klaus Steger als Vorstand zum Ablauf des 29.02.2024 sowie die Bestellung von Frau Manuela Spörl zur Vorstandsvorsitzenden mit Wirkung zum 01.03.2024. Ebenfalls ab dem 01.03.2024 wurde Herr Daniel Köster als Nachfolger von Frau Manuela Spörl zum Finanzvorstand berufen. Als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 hatte die Hauptversammlung die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, gewählt. Diese hat den Jahresabschluss der ERWO Holding AG und den Konzernabschluss zum 31.12.2023 sowie den Konzernlagebericht unter Einschluss der Buchführung und des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Prüfungsberichte wurden den Aufsichtsratsmitgliedern unverzüglich nach Fertigstellung übersandt. Der Aufsichtsrat hat die Bilanzsitzung am 17. Mai 2024 gemeinsam mit dem Abschlussprüfer der Gesellschaft durchgeführt. Dabei wurden der Jahresabschluss der ERWO Holding AG und der Konzernabschluss zum 31.12.2023, der Lagebericht des Konzerns, der Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte mit dem Abschlussprüfer ausführlich erörtert. Der Aufsichtsrat nahm die Prüfungsergebnisse zustimmend zur Kenntnis. Er hat seinerseits den Jahres- und Konzernabschluss, den Konzernlagebericht sowie den Gewinnverwendungsvorschlag geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung sind auch von ihm keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der ERWO Holding AG per 31.12.2023 gebilligt und damit festgestellt. Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht wurden ebenfalls gebilligt. Das Gremium schließt sich dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns an. Über Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat der ERWO Holding AG ist folgendes zu berichten: Die Vorstände Hans-Georg von Schuh und Manfred He ́öinrich schieden zum 30.6.2023 aus dem Vorstand aus. Der Aufsichtsrat dankt Herrn von Schuh und Herrn Heinrich für ihr Engagement und die geleistete Arbeit. Die Mitglieder des Aufsichtsrats danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens für ihre engagierte Arbeit im Geschäftsjahr 2023.
Schwaig, im Mai 2024 Der Aufsichtsrat der ERWO Holding AG Tom Steger, Vorsitzender des Aufsichtsrats. |
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