Sparkasse Neckartal-Odenwald

Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRA 440657
Eingetragen
12.10.2000
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Alle banküblichen Geschäfte im Sinne des § 6 Sparkassengesetz für Baden-Württemberg

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Gerd Weiß
seit 4.7.2019
Vorstandsmitglied
Michael Krähmer
seit 4.10.2016
Vorstandsmitglied
Martin Graser
seit 6.10.2015
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sparkasse Neckartal-Odenwald

Mosbach, Buchen Odenwald, Eberbach und Osterburken

Jahresabschluss zum 31.12.2023

der Sparkasse Neckartal-Odenwald
Land Baden-Württemberg
Regierungsbezirk Karlsruhe

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

EUR EUR EUR 31.12.2022
TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 14.276.848,62 14.101
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 22.451.910,00 22.809
36.728.758,62 36.910
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 218.400.552,31 273.235
b) andere Forderungen 444.986.749,47 396.923
663.387.301,78 670.159
4. Forderungen an Kunden 1.721.295.907,45 1.638.243
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 714.205.969,76 EUR (662.946)
Kommunalkredite 170.900.333,04 EUR (162.040)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR (0)
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 27.952.472,11 36.947
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 27.952.472,11 EUR (36.947)
bb) von anderen Emittenten 278.652.471,52 268.527
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 199.423.123,76 EUR (189.700)
306.604.943,63 305.473
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag 0,00 EUR (0)
306.604.943,63 305.473
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 257.735.017,23 255.157
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 25.136.247,90 25.573
darunter:
an Kreditinstituten 455.741,42 EUR (456)
an Finanzdienstleistungsinstituten 2.253.651,69 EUR (2.254)
an Wertpapierinstituten 156.801,00 EUR (152)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 287.000,00 287
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 EUR (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
9. Treuhandvermögen 2.765.870,60 2.960
darunter:
Treuhandkredite 2.765.870,60 EUR (2.960)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 70.904,16 141
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
70.904,16 141
12. Sachanlagen 26.896.967,36 24.782
13. Sonstige Vermögensgegenstände 1.011.729,54 1.128
14. Rechnungsabgrenzungsposten 213.040,49 101
Summe der Aktiva 3.042.133.688,76 2.960.914

Passivseite

EUR EUR EUR 31.12.2022
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 15.203.425,15 11.102
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 530.160.914,89 607.292
545.364.340,04 618.394
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 392.966.814,65 532.849
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 685.293,93 5.818
393.652.108,58 538.667
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 1.323.694.615,12 1.493.627
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 517.100.693,89 68.658
1.840.795.309,01 1.562.285
2.234.447.417,59 2.100.952
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 EUR (0)
0,00 0
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 2.765.870,60 2.960
darunter:
Treuhandkredite 2.765.870,60 EUR (2.960)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.697.612,31 1.189
6. Rechnungsabgrenzungsposten 436.891,12 399
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 23.192.466,00 23.351
b) Steuerrückstellungen 9.247.092,28 5.420
c) andere Rückstellungen 13.043.102,96 14.311
45.482.661,24 43.083
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 EUR (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 100.000.000,00 84.000
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 0,00 0
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 109.937.371,23 108.368
109.937.371,23 108.368
d) Bilanzgewinn 2.001.524,63 1.570
111.938.895,86 109.937
Summe der Passiva 3.042.133.688,76 2.960.914
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 26.939.876,31 23.261
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 0
26.939.876,31 23.261
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 131.861.886,42 174.341
131.861.886,42 174.341

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 56.461.258,55 32.647
darunter:
abgesetzte negative Zinsen 2.148,86 EUR (36)
aus der Abzinsung von Rückstellungen 0,01 EUR (16)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 11.283.718,94 1.843
67.744.977,49 34.489
2. Zinsaufwendungen 31.059.202,64 7.176
darunter:
abgesetzte positive Zinsen 48.402,41 EUR (991)
aus der Aufzinsung von Rückstellungen 330.286,41 EUR (686)
36.685.774,85 27.313
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 9.629.322,22 6.661
b) Beteiligungen 2.181.412,91 1.762
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 310.000,00 330
12.120.735,13 8.753
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 18.448.113,84 17.588
6. Provisionsaufwendungen 1.273.845,08 1.343
17.174.268,76 16.245
7. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 1.868.081,93 2.658
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung 86.474,79 EUR (165)
9. (weggefallen)
67.848.860,67 54.969
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 18.047.558,11 16.928
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 5.890.999,84 6.634
darunter:
für Altersversorgung 2.502.155,91 EUR (3.459)
23.938.557,95 23.562
b) andere Verwaltungsaufwendungen 12.384.294,84 11.897
36.322.852,79 35.459
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 2.070.788,95 1.793
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 831.210,19 644
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung 2.633,66 EUR (2)
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 2.711.505,58 0
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 2.023
2.711.505,58 2.023
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 890.637,78 3.035
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0,00 0
890.637,78 3.035
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 16.000.000,00 8.300
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 9.021.865,38 7.762
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 6.918.493,89 6.093
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 101.846,86 98
7.020.340,75 6.192
25. Jahresüberschuss 2.001.524,63 1.570
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
2.001.524,63 1.570
27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0
2.001.524,63 1.570
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage 0,00 0
29. Bilanzgewinn 2.001.524,63 1.570

Anhang

A. ALLGEMEINE ANGABEN

Die Sparkasse Neckartal-Odenwald hat ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Eine Konsolidierung des Tochterunternehmens der Sparkasse wäre für die Verpflichtung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, von untergeordneter Bedeutung, da die Vermögenswerte des Tochterunternehmens in Relation zur Bilanzsumme der Sparkasse und das Jahresergebnis im Verhältnis zu den GV-Posten der Sparkasse unwesentlich sind. Die Sparkasse hat daher in Anwendung von § 296 Abs. 2 HGB auf die Aufstellung eines Konzernabschlusses verzichtet.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Forderungen an Kunden und Kreditinstitute (einschließlich Schuldscheine und Namensschuldverschreibungen) sind zum Nennwert bilanziert. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien bzw. bezahlte Agien werden auf deren Laufzeit bzw. Festzinsbindungsdauer verteilt.

Für die im Rahmen unserer Kreditprozesse insbesondere zur Forderungsbewertung identifizierten akuten Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Die Höhe der Einzelwertberichtigung entspricht i. d. R. dem Blankokreditanteil des ausfallgefährdeten Kreditengagements. Sicherheiten werden dabei mit ihrem erwarteten Realisationswert berücksichtigt. Das latente Kreditrisiko ist durch Pauschalwertberichtigungen abgeschirmt. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Grundsätze des IDW RS BFA 7. Hierbei wurde das Bewertungsvereinfachungsverfahren angewandt und der erwartete Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien angesetzt. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt mit der Anwendung, die in der internen Steuerung eingesetzt wird. Basis dieser Berechnung waren insbesondere die mit unseren Ratingverfahren auf Grundlage der Vergangenheit ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer für einen 12-Monatszeitraum und die im Rahmen der Kreditprozesse bewerteten Sicherheiten. Kreditnehmer, die im Rahmen der internen Risikosteuerung im Hinblick auf einen Ausfall als risikolos betrachtet werden, wurden auch für die handelsbilanzielle Betrachtung ausgeschlossen. Die Voraussetzungen für die Anwendung des vereinfachten Bewertungsverfahrens sind nach dem Ergebnis unserer Analysen gegeben. Die im Rahmen der Berechnung der Pauschalwertberichtigung verwendeten Modelle und Parameter spiegeln nach unserer Einschätzung die Risikosituation zum Abschlussstichtag ausreichend wider.

Die Wertpapiere werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Kurswerten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert (strenges Niederstwertprinzip). Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden.

In den Fällen, in denen wir insoweit nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten, haben wir die Bewertung anhand von gerechneten Kursen des kursversorgenden Systems vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted Cashflow-Modell zugrunde liegt. Bei einzelnen Wertpapieren wurde der Net-Asset-Value zugrunde gelegt.

Die Beteiligungen und Anteile an einem verbundenen Unternehmen wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.

Die immateriellen Anlagewerte und das Sachanlagevermögen werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer in Anlehnung an die steuerlichen Abschreibungstabellen, bilanziert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Aus Vereinfachungsgründen werden bei den Sachanlagen in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen Vermögensgegenstände von geringem Wert (bis 250 EUR) sofort als Sachaufwand erfasst und geringwertige Vermögensgegenstände (bis 800 EUR) sofort abgeschrieben.

Die in den Sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Forderungen und Vermögenswerte wurden mit dem Niederstwert bewertet.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Unterschied zwischen Erfüllungs- und Ausgabebetrag wird unter den Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen.

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

Die Pensionsrückstellungen wurden unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze mit dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2018 G ermittelt. Für die Abzinsung wurde der sich aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren ergebende durchschnittliche Marktzinssatz von 1,83 % bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren verwendet. Die Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes seit dem letzten Abschlussstichtag werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Bei der Berechnung wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,0 % und ein Rententrend von jährlich 2,5 % berücksichtigt. Einen Fluktuationsabschlag haben wir weiterhin nicht angesetzt. Aus der Berechnung der Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre und der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von 205 TEUR. Eine Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 HGB besteht nicht, da in Vorjahren bereits in entsprechender Höhe die Sicherheitsrücklage dotiert wurde.

Sparkassen haben ihren Arbeitnehmern Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des "Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes - Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der Zusatzversorgungskasse des Kommunalen Versorgungsverbands Baden-Württemberg (ZVK). Die ZVK finanziert die Versorgungsverpflichtungen im Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren (Hybridfinanzierung).

Hierbei werden im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz und ein Zusatzbeitrag bezogen auf die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten Beschäftigten ermittelt. Aus den Zusatzbeiträgen wird gemäß § 64 ZVK-Satzung innerhalb des Vermögens der ZVK ein separater Kapitalstock aufgebaut.

Die ZVK erhebt zusätzlich zur Deckung der im ehemaligen Gesamtversorgungssystem entstandenen Versorgungsansprüche ein Sanierungsgeld.

Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZVK, während die Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin besteht, der ZVK im Rahmen des mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in seinem Rechnungslegungsstandard IDW RS HFA 30 n. F. vertretenen Rechtsauffassung begründet die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei einem externen Versorgungsträger wie der ZVK handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZVK hat im Auftrag der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW (vgl. IDW RS HFA 30 n. F.) zu ermittelnden Barwert der auf die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 2023 ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F. für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2 EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag auf 43,9 Mio. EUR.

Der Barwert der auf die Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung wurde in Anlehnung an die versicherungsmathematischen Grundsätze und Methoden (Anwartschaftsbarwertverfahren), die auch für unmittelbare Pensionsverpflichtungen angewendet wurden, unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigerung von 1 % und unter Anwendung der Heubeck-Richttafeln RT 2005 G (in einer an den Bestand der ZVK angepassten Modifikation) ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 1,82 % verwendet, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da es sich nicht um ein endgehaltsbezogenes Versorgungssystem handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der Versorgungseinrichtung per 31. Dezember 2023 liegen derzeit noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31. Dezember 2022 abgestellt wurde. Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern die ZVK die vereinbarten Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen gemäß der Einschätzung des Verantwortlichen Aktuars im Aktuar-Gutachten 2023 für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der Verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem Gutachten die Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen der ZVK.

Bezüglich der als wesentlich einzuordnenden, bei den sonstigen Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesenen Rückstellungen für Zinsanpassungsklauseln für Prämiensparverträge, Prämien für Prämiensparverträge und für Sparkassensonderzahlung ergeben sich folgende ergänzende Hinweise: Bei der Ermittlung der im Zusammenhang mit der Rückstellungsbewertung entstehenden Aufwendungen und Erträge wird davon ausgegangen, dass die Änderung des Abzinsungssatzes zum Beginn der Periode eingetreten ist. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes oder der Restlaufzeit werden einheitlich im Finanzergebnis ausgewiesen.

Bei den Rückstellungen für steigende Prämien bei Spareinlagen haben wir einen Fluktuationsabschlag von 1,6 % angesetzt. Sie werden auch bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger abgezinst.

Für den variablen (individuell-leistungsbezogenen und unternehmenserfolgsbezogenen) Anteil der Sparkassensonderzahlung wurde eine Rückstellung gebildet. Eine Abzinsung erfolgt nicht, da wir von einer Zahlung während des nächsten Jahres ausgehen.

Für die vom BGH-Urteil vom 6. Oktober 2021 zur Wirksamkeit von Zinsänderungsklauseln bei Prämiensparverträgen mittelbar betroffenen Sparverträge haben wir für mögliche Zinsansprüche der Kunden Rückstellungen gebildet. Dabei haben wir im Rahmen einer vernünftigen kaufmännischen Beurteilung unter Berücksichtigung bisheriger und erwarteter Kundenreaktionen die Wahrscheinlichkeit eingeschätzt, dass Ansprüche geltend gemacht werden. Den Referenzzinssatz, der einen wesentlichen Parameter für die Bewertung der Rückstellungen darstellt, haben wir aufgrund der derzeit noch ungeklärten Rechtslage für Zwecke der Bewertung der Rückstellungen unter Berücksichtigung des handelsrechtlichen Vorsichtsprinzips festgelegt. Darüber hinaus wurden bei der Berechnung der Rückstellungen hinsichtlich der konkreten einzelnen Vertragsverläufe vereinfachte Annahmen berücksichtigt. Eine Abzinsung erfolgt nicht, da wir von einer Inanspruchnahme während des nächsten Jahres ausgehen.

Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie derivative Finanzinstrumente (insbesondere Zins-Swaps) des Bankbuchs einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Weiterhin wurden Gebühren und Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des Bankbuchs berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag ergibt sich kein Verpflichtungsüberschuss.

Die strukturierten Produkte Collared Floater (Schuldscheine), die Forwarddarlehen (Kreditzusagen für Festzinsdarlehen mit Vorlaufzeiten von 6 bis max. 36 Monaten), die variablen Darlehen mit Zinsuntergrenze, die Schuldscheindarlehen mit Schuldnerkündigungsrecht, die Anleihen mit Schuldnerkündigungsrecht, die variabel verzinslichen Anleihen mit Zinsobergrenze und Zinsuntergrenze und die Kapitalmarktfloater wurden unter Berücksichtigung des IDW RS HFA 22 einheitlich (ohne Abspaltung der Nebenrechte) bilanziert und ggf. bewertet.

Die zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte wurden in die verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) einbezogen und waren somit nicht gesondert zu bewerten.

Wertpapiere mit Buchwerten von 261,3 Mio. EUR wurden mit zugeordneten Sicherungsgeschäften (Zinsswaps) in Bewertungseinheiten (Mikro-Hedges) einbezogen. Die Sicherungsbeziehungen haben eine Ursprungslaufzeit von 6 bis 10 Jahren.

Hierbei folgt die handelsbilanzielle Abbildung der im Risikomanagement vorgenommenen Zusammenfassung. Sind die Voraussetzungen für eine Bewertungseinheit erfüllt, bewerten wir die zugehörigen Grund- und Sicherungsgeschäfte - soweit sich die aus dem abgesicherten Risiko ergebenden Wertentwicklungen ausgleichen - kompensatorisch.

Die bilanzielle Abbildung der wirksamen Teile der gebildeten Bewertungseinheiten erfolgt mit der Einfrierungsmethode. Die nicht abgesicherten Bestandteile der in die Bewertungseinheit einbezogenen Geschäfte werden einzeln imparitätisch bewertet.

Sofern die wertbestimmenden Faktoren zwischen Grund- und Sicherungsgeschäften übereinstimmen, nutzen wir zur Darstellung der prospektiven und retrospektiven Wirksamkeit die Critical-Terms-Match-Methode.

Die Wertänderungen der abgesicherten Risiken gleichen sich vollständig aus; die Grundgeschäfte werden stets über die gesamte Laufzeit abgesichert. Das abgesicherte Risiko beläuft sich bzgl. des Zinsänderungsrisikos auf insgesamt 25,2 Mio. EUR.

Das Währungsrisiko wird über eine Währungsgesamtposition je Währung als Einheit gesteuert. In diese werden je Währung die einzelnen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Kassageschäfte eingestellt. Eine besondere Deckung gemäß § 340h HGB wird in Höhe der sich hierbei betragsmäßig ausgleichenden Positionen je Währung angenommen. Die Umrechnung der auf fremde Währung lautenden Bilanzposten erfolgte mit dem Kassamittelkurs.

Die Sortenbestände wurden zum Ankaufskurs der Landesbank Hessen-Thüringen bewertet. Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Die Erträge aus der Umrechnung besonders gedeckter Geschäfte wurden ebenfalls erfolgswirksam vereinnahmt. Der Ausweis der Aufwendungen und Erträge aus besonders gedeckten Positionen erfolgte saldiert im sonstigen betrieblichen Ergebnis.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR JAHRESBILANZ UND ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Aktivseite

3. Forderungen an Kreditinstitute

In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 52 37
Forderungen an die eigene Girozentrale 48.336

Die Unterposition b) - andere Forderungen - (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 15.558
mehr als drei Monate bis ein Jahr 47.554
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 138.000
mehr als fünf Jahre 239.991

4. Forderungen an Kunden

In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 21.030 21.029

Diese Position (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 37.867
mehr als drei Monate bis ein Jahr 138.661
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 478.484
mehr als fünf Jahre 1.022.414
mit unbestimmter Laufzeit 42.880

5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Beträge, die in dem auf den Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig werden (ohne anteilige Zinsen) 59.683
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind börsennotiert 206.548

6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Anteile an Investmentvermögen

Die Sparkasse hält mehr als 10 % der Anteile am A-AMOS-Fonds. Es handelt sich um einen gemischten Fonds. Der Buchwert und Marktwert belief sich zum Jahresende auf 244.377 TEUR. An Erträgen wurden 8.939 TEUR im Geschäftsjahr 2023 durch die Sparkasse vereinnahmt.

9. Treuhandvermögen

Das ausgewiesene Treuhandvermögen stellt in voller Höhe Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) dar.

12. Sachanlagen

In dieser Position sind enthalten:

TEUR
im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzte Grundstücke und Gebäude 14.278
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.244

13. Sonstige Vermögensgegenstände

In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
nachrangige Vermögensgegenstände 17 17

14. Rechnungsabgrenzungsposten

In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und höherem Auszahlungsbetrag von Forderungen 22 34
Unterschiedsbetrag zwischen Erfüllungs- und niedrigerem Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten oder Anleihen 160 35

Mehrere Positionen betreffende Angaben

TEUR
Von den Vermögensgegenständen lauten auf Fremdwährung 5.345

ANLAGENSPIEGEL

Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben
in TEUR)
Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Stand am 1.1. des Geschäftsjahres Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31.12. des Geschäftsjahres Stand am 1.1. des Geschäftsjahres
Immaterielle Anlagewerte 443 -- .. 443 302
Sachanlagen 78.943 4.129 594 -- 82.478 54.161
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben
in TEUR)
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Abschreibungen im Geschäftsjahr Zuschreibungen im Geschäftsjahr Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Stand am 31.12. des Geschäftsjahres
Zugängen Abgängen Umbuchungen
Immaterielle Anlagewerte 70 -- -- -- -- 372
Sachanlagen 2.000 -- -- 580 -- 55.581
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben
in TEUR)
Buchwerte
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres Stand am 31.12. des Vorjahres
Immaterielle Anlagewerte 71 141
Sachanlagen 26.897 24.782
Veränderungssaldo (§ 34 Abs. 3 RechKredV) (ohne anteilige Zinsen)
Forderungen an Kreditinstitute 25.000 310.000 285.000
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 744 304.775 304.031
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 2.578 244.377 241.799
Beteiligungen -437 25.136 25.573
Anteile an verbundenen Unternehmen -- 287 287
Sonstige Vermögensgegenstände -- 17 17

Passivseite

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale 359.491
Der Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände für in dieser Position enthaltene Verbindlichkeiten beläuft sich auf insgesamt 369.437

Die Unterposition b) - mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 30.547
mehr als drei Monate bis ein Jahr 110.607
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 218.913
mehr als fünf Jahre 166.722

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 501 481

Die Unterposition ab) - Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 25
mehr als drei Monate bis ein Jahr 553
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 107
mehr als fünf Jahre --

Die Unterposition bb) - andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 212.775
mehr als drei Monate bis ein Jahr 141.999
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 157.817
mehr als fünf Jahre 35

4. Treuhandverbindlichkeiten

Bei den Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Passivposten 1).

6. Rechnungsabgrenzungsposten

In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und niedrigerem Auszahlungsbetrag von Forderungen 428 382

Mehrere Positionen betreffende Angaben

TEUR
Von den Schulden lauten auf Fremdwährung 4.519

Passivseite unter dem Strich

2. Andere Verpflichtungen

Im Posten "Andere Verpflichtungen" sind im Unterposten c) "Unwiderrufliche Kreditzusagen" 3 Einzelposten von wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten; die Einzelbeträge liegen zwischen 3,0 Mio. EUR und 7,3 Mio. EUR. Bei den genannten unwiderruflichen Kreditzusagen handelt es sich mit 11,8 Mio. EUR um Kontokorrentkredite und mit 3,0 Mio. EUR um Darlehen. Wir gehen derzeit grundsätzlich davon aus, dass die unwiderruflichen Kreditzusagen künftig von den Kreditnehmern in Anspruch genommen werden.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

2. Zinsaufwendungen

In dieser Position sind enthalten:

Periodenfremde Aufwendungen: TEUR
Close-out-Zahlungen aus Zinsswaps 1.480

5. Provisionserträge

Wir haben Provisionserträge aus gegenüber Dritten erbrachten Dienstleistungen für die Vermittlung und Verwaltung von Versicherungen, Bausparverträgen, Investmentanteilen und Krediten erhalten.

10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

In dieser Position sind enthalten:

Periodenfremde Aufwendungen: TEUR
Zuführungen zu Pensionsrückstellungen 616

29. Bilanzgewinn

Der Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 in seiner für den 12. Juni 2024 vorgesehenen Sitzung feststellen. Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, den Bilanzgewinn vollständig der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

D. SONSTIGE ANGABEN

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Name, Sitz Höhe des Kapitalanteils Eigenkapital Jahresergebnis
Sparkassenverband Baden-Württemberg, Stuttgart 1,47 % -1) -1)
SVB-Sparkassen-Versicherung Beteiligungs-GmbH Nr. 5, Stuttgart 11,30 % 94.201 TEUR (30.09.2023) + 2.781 TEUR (2022/2023)

1) Keine Angabe gemäß § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB

Der übrige Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB ist für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.

Der Sparkassenverband Baden-Württemberg hat sich zusammen mit den weiteren Trägern quotal entsprechend seinem Stammkapitalanteil an der Bereitstellung von zusätzlichem Eigenkapital für die Landesbank Baden-Württemberg beteiligt. Als Mitglied des Sparkassenverbands Baden-Württemberg sind wir verpflichtet, über Umlagen den nicht anderweitig gedeckten Verbandsaufwand entsprechend dem maßgeblichen Umlageschlüssel abzudecken. Darüber hinaus sind wir Mitglied des Sicherungssystems der Deutschen Sparkassenorganisation, wobei das System der freiwilligen Institutssicherung beibehalten wurde. Zusätzlich erfüllt das Sicherungssystem auch die Anforderungen des Einlagensicherungsgesetzes. Aus diesen Verpflichtungen ist über die laufenden jährlichen Beitragsverpflichtungen hinaus derzeit ein akutes Risiko einer wesentlichen Inanspruchnahme nicht erkennbar.

Zum Erwerb der Landesbank Berlin Holding AG (LBBH) durch die S-Finanzgruppe haben wir uns über den Deutschen Sparkassen- und Giroverband ö.K. (DSGV) an der Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH & Co. KG (Erwerbsgesellschaft) als Kommanditistin unterbeteiligt. In diesem Zusammenhang besteht ein Aufwendungsersatzanspruch des DSGV gegenüber den Unterbeteiligten für den Fall, dass die über die Erwerbsgesellschaft auszuschüttenden Dividenden der LBBH die laufenden Aufwendungen (im Wesentlichen aus der Fremdfinanzierung) nicht abdecken. Aktuell ist aus dieser Verpflichtung kein akutes Risiko einer Inanspruchnahme erkennbar.

Derivative Finanzinstrumente

Die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten Termingeschäfte gliedern sich wie folgt:

Nominalbeträge
in TEUR
nach Restlaufzeiten Insgesamt
bis 1 Jahr 1-5 Jahre >5 Jahre
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 73.000 283.500 530.903 887.403

Bei den zinsbezogenen Termingeschäften handelt es sich um Deckungsgeschäfte.

Bei den Kontrahenten im Derivategeschäft per 31. Dezember 2023 handelt es sich um die Landesbank Baden-Württemberg, die DekaBank und die Bayerische Landesbank.

Für die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Derivate, die nicht einer Bewertungseinheit gemäß § 254 HGB zugeordnet sind, ergeben sich folgende zusätzliche Angaben nach § 285 Nr. 19 HGB:

Nominalbeträge
in TEUR
Zeitwerte in TEUR 1 Buchwerte
in TEUR
Insgesamt + ./. Optionsprämie Rückstellung (P7)
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 624.403 31.597 9.461 -- --

1 ohne anteilige Zinsen

Bei OTC-gehandelten derivativen Finanzinstrumenten werden theoretisch ermittelte Werte als Zeitwerte angesetzt (Mark to Model Bewertung). Bei der Mark to Model Bewertung wird bezüglich der derivativen Finanzinstrumente wie folgt verfahren:

Die Zinsswaps werden in die Basisbestandteile Kuponanleihe und Floater zerlegt und unter Zugrundelegung entsprechender Zinsstrukturkurven getrennt bewertet. Der Barwert der Swaps ergibt sich dabei aus der Differenz der Barwerte der beiden Basisprodukte. Die in die Zinsbuchsteuerung einbezogenen Derivate wurden bei der verlustfreien Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) berücksichtigt (vgl. Abschnitt B) und waren insoweit nicht gesondert zu bewerten.

Latente Steuern

Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsvorschriften zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen zum Bilanzstichtag Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen durch absehbare Steuerentlastungen überdeckt.

Ein Ausweis passiver latenter Steuern war insoweit nicht erforderlich, auf den Ansatz aktiver latenter Steuern hat die Sparkasse entsprechend § 274 Abs. 1 HGB verzichtet. Die wesentlichen künftigen Steuerbelastungen resultieren aus bilanziellen Ansatzunterschieden bei den anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren und Sachanlagen. Die zum Ausgleich der künftigen Steuerbelastungen benötigten absehbaren künftigen Steuerentlastungen ergeben sich aus unterschiedlichen bilanziellen Ansätzen bei den Rückstellungen. Der Ermittlung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 29,8 % (Körperschaft- und Gewerbesteuer zzgl. Solidaritätszuschlag) zugrunde gelegt. Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende, lediglich der Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen wurden bei den Berechnungen mit einem Steuersatz von 15,8 % berücksichtigt.

Abschlussprüferhonorare

Für das Geschäftsjahr wurden von unserem Abschlussprüfer für folgende Leistungen Honorare berechnet:

TEUR
für die Abschlussprüfung 293
für andere Bestätigungen 7
für die Steuerberatung 11

Mitarbeiter/-innen

Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Anzahl
Vollzeitkräfte 196
Teilzeitkräfte (anteilig) 80
Auszubildende 20
Insgesamt 296

Bezüge / Kreditgewährungen an Vorstand und Verwaltungsrat

Für die früheren Mitglieder des Vorstands bzw. deren Hinterbliebene wurden Versorgungsbezüge in Höhe von 1.362 TEUR bezahlt. Für diese Personengruppe bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 18.644 TEUR.

Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Berichtsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 143 TEUR.

Die Sparkasse hatte Mitgliedern des Vorstands Ende 2023 Kredite in Höhe von 1.074 TEUR und Mitgliedern des Verwaltungsrats Kredite (einschließlich Haftungsverhältnisse) von 4.642 TEUR gewährt.

Organe

Name, Vorname Beruf
Verwaltungsrat
Vorsitzender Stipp, Julian Oberbürgermeister
stv. Vorsitzende
Reichert, Peter Bürgermeister
Burger, Roland Bürgermeister
Mitglieder
Dörr, Meikel Bürgermeister ab 05.10.2023
Frey, Jan Bürgermeister
Galm, Jürgen Bürgermeister
Günther, Markus Bürgermeister bis 31.08.2023
Huber, Jörg Pädagogischer Vorstand (Sozialwirtschaftliches Unternehmen)
Kammerer, Melanie Wirtschaftsprüferin/ Steuerberaterin
Schaller, Rouven Geschäftsführung (Abfallbeseitigung)
Stuber, Christian Bürgermeister
Weiss, Uwe Geschäftsführung (Sondermaschinentechnik)
Wittmann, Jens Bürgermeister
Emig, Karlheinz Sparkassenangestellter bis 31.12.2023
Hansal, Thomas Sparkassenangestellter
Mattern, André Sparkassenangestellter
Reinhard, Christian Sparkassenangestellter ab 01.01.2024
Schäfer, Daniel Sparkassenangestellter
Scior, Karin Sparkassenangestellte
Ulrich, Lars Sparkassenangestellter
Vorstand
Vorsitzender Krähmer, Michael
stv. Vorsitzender Mitglied
Graser, Martin
Weiß, Gerd (stv. Mitglied mit ständigem Stimmrecht)

 

Mosbach, 29. April 2024

Sparkasse Neckartal-Odenwald

Der Vorstand

Krähmer

Graser

Weiß

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023

("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Sparkasse Neckartal-Odenwald hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Neckartal-Odenwald besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Sparkasse Neckartal-Odenwald definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 67.849 TEUR.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt im Jahresdurchschnitt 276.

Der Gewinn vor Steuern beträgt 9.022 TEUR.

Die Steuern auf den Gewinn betragen 6.918 TEUR. Die Steuern betreffen laufende Steuern.

Die Sparkasse Neckartal-Odenwald hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Lagebericht

der Sparkasse Neckartal-Odenwald

1. GRUNDLAGEN DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT DER SPARKASSE NECKARTAL-ODENWALD

Die Sparkasse Neckartal-Odenwald ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitzen in Mosbach, Buchen, Eberbach und Osterburken. Sie ist Mitglied des Sparkassenverbands Baden-Württemberg (SVBW), Stuttgart, und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV), Berlin, angeschlossen. Sie ist beim Amtsgericht Mannheim unter der Nummer HRA 440657 im Handelsregister eingetragen.

Die Sparkasse betreibt alle banküblichen Geschäfte, soweit das Sparkassengesetz Baden-Württemberg, die Sparkassengeschäftsverordnung oder die Satzung keine Einschränkungen vorsehen. Träger der Sparkasse sind die Städte Adelsheim, Buchen, Eberbach, Krautheim, Mosbach, Osterburken, Ravenstein und Walldürn sowie die Gemeinden Aglasterhausen, Ahorn, Billigheim, Binau, Elztal, Fahrenbach, Haßmersheim, Hüffenhardt, Limbach, Mudau, Neckargerach, Neckarzimmern, Neunkirchen, Obrigheim, Rosenberg, Schefflenz, Schönbrunn, Schwarzach, Seckach, Waldbrunn und Zwingenberg.

Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat.

Als selbständiges regionales Wirtschaftsunternehmen verfolgt die Sparkasse das Ziel, auf Grundlage der Markt- und Wettbewerbserfordernisse in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft - insbesondere des Mittelstands - und der öffentlichen Hand mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen sicherzustellen. Sie unterstützt damit die Aufgabenerfüllung der Kommunen im wirtschaftlichen, regionalpolitischen, sozialen und kulturellen Bereich und fördert den Sparsinn und die Vermögensbildung breiter Bevölkerungskreise sowie die Wirtschaftserziehung der Jugend. Dieser öffentliche Auftrag ist im Sparkassengesetz niedergeschrieben und prägt das Geschäftsmodell und das gesellschaftliche Engagement der Sparkasse.

Sicherheit ist uns ein großes Anliegen. Unsere Sparkasse ist als Mitglied im Sparkassenverband Baden-Württemberg (SVBW) über dessen Sparkassen-Teilfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) anerkannt. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass den Kunden der Sparkassen der gesetzliche Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("diskretionäre Institutssicherung").

Die Gesamtzahl der Beschäftigten hat sich im Berichtsjahr um 4,8 % auf 392 erhöht. Zum Jahresende beschäftigt die Sparkasse 25 Auszubildende und 5 Studenten an der Dualen Hochschule. 128 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - dies entspricht 40,3 % der bankspezifisch Beschäftigten - arbeiten in Teilzeit.

Die Entwicklung des Gesamtpersonalbestands resultiert aus der höheren Ausbildungsquote. Zum Ausbildungsbeginn 2023 haben 14 Auszubildende ihre Ausbildung und 2 DHBW-Studenten ihr Studium begonnen. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der bankspezifisch Beschäftigten um 9 auf 318 erhöht.

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2023

Volkswirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft hatte in den letzten Jahren mit der Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und schließlich der Inflation und den damit einhergehenden steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen. Hinzu kamen zunehmende geopolitische Spannungen, die Unsicherheit schürten. Zugleich dämpften die Zinserhöhungen zahlreicher Notenbanken die Wirtschaftsaktivität. Das alles belastete das globale Wachstum merklich.

Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) ist die globale Wirtschaftsleistung 2023 um voraussichtlich 3,1 % gewachsen. Im Euro-Raum dürfte sie lediglich um 0,5 % gestiegen sein. Die deutsche Volkswirtschaft verzeichnete 2023 voraussichtlich ein um 0,3 % schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt. Ursächlich hierfür waren die hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen, die ungünstigen Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen sowie eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland.

In Baden-Württemberg ist aufgrund der engen globalen Verflechtung der Wirtschaft das Bruttoinlandsprodukt sogar um voraussichtlich 0,6 % zurückgegangen. Das außenwirtschaftliche Umfeld zeigte sich eingetrübt, die Inflation belastete weiter die Kaufkraft der privaten Haushalte und die Ertragserwartungen der Unternehmen. Die wirtschaftliche Entwicklung ist maßgeblich auf zurückgehende Aufträge und die rückläufige Produktion im verarbeitenden Gewerbe zurückzuführen.

Der deutsche Arbeitsmarkt war trotz schwacher Konjunktur robust. Die Arbeitslosenquote stieg nach der Bundesagentur für Arbeit lediglich leicht von durchschnittlich 5,4 % in 2022 auf 5,7 % in 2023 und in Baden-Württemberg von 3,6 % auf 4,0 %. Gleichzeitig haben Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den Jahreswerten etwas zugenommen. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern hat spürbar nachgelassen, ist aber weiterhin vergleichsweise hoch. Die konjunkturell bedingte Kurzarbeit lag im Jahresverlauf auf einem im langjährigen Vergleich moderaten Niveau.

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind 2023 gemessen am Verbraucherpreisindex um 5,9 % im Durchschnitt gegenüber 2022 gestiegen. Zwar lagen sie damit unter dem historischen Höchststand des Jahres 2022 seit Einführung des Euros von 6,9 %, jedoch verharren die Preissteigerungsraten über dem 2 %-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Auch 2023 hat die EZB daher den Kampf gegen die anhaltend hohen Inflationsraten weitergeführt. Insgesamt hat die EZB im Berichtsjahr 2023 ihren Hauptrefinanzierungssatz um insgesamt 200 Basispunkte auf 4,50 % erhöht. Den Einlagensatz hat sie ebenfalls um insgesamt 200 Basispunkte auf 4,0 % erhöht. Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen sind insbesondere im vierten Quartal 2023 per Saldo gesunken. Zum Schluss des Jahres 2022 lagen sie bei 2,51 %. Ende 2023 wurde für diese Benchmark eine Rendite von 2,02 % verzeichnet.

Auf den Immobilienmärkten wurde 2023 eine deutliche Preiskorrektur vollzogen. Die Zinswende übte einen Abwärtsdruck auf die Bewertung von Immobilien aus. Sowohl die Preise für Wohnimmobilien als auch die Preise für Bürogebäude waren 2023 rückläufig.

Die Wohnungs- und Büromieten tendierten hingegen aufwärts. Die Bauinvestitionen sanken im dritten Jahr in Folge, 2023 noch einmal preisbereinigt um 2,1 %. Am stärksten war der Rückgang im Wohnungsbau und das trotz Wohnungsknappheit. 2023 wurden bundesweit 26,6 % weniger Baugenehmigungen für Wohnungen als 2022 erteilt; in Baden-Württemberg war ein Rückgang von 32,1 % zu verzeichnen. Bauunternehmen und Bauträger kämpfen mit massiv gestiegenen Baukosten und höheren Zinsen.

Im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar zeigte sich zwischen Januar und Mai 2023 insgesamt eine leichte konjunkturelle Aufwärtsbewegung, bis Herbst wieder eine Abwärts- und bis zum Jahresende eine Seitwärtsbewegung. Der Preisauftrieb ließ zwar bis Ende 2023 nach, die Geschäfte liefen jedoch in vielen Branchen trotzdem schlechter als zum Ende des Vorjahres. Da sich die Lage seit Herbst jedoch nicht weiter verschlechtert hat, könnte die Talsohle durchschritten sein. Vor allem der Mangel an Fachkräften macht den Unternehmen in der Region schwer zu schaffen. Auch die Sorge vor einem Rückgang der Inlandsnachfrage hat zugenommen. Die Belastungen bei den hohen Energiepreisen sind zwar im Vergleich zum Vorjahresherbst zurückgegangen, sie stellen aber nach wie vor für über die Hälfte aller Betriebe eine große Herausforderung dar.

Der regionale Arbeitsmarkt bewegt sich zum Jahresende 2023 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist im Neckar-Odenwald-Kreis, in dem der weitaus größte Teil unseres Geschäftsgebietes liegt, im Dezember 2023 im Vergleich zum Vorjahresmonat von 3,6 Prozent auf 3,7 Prozent leicht angestiegen. Der Anteil der Arbeitslosen in unserem Geschäftsgebiet war somit zum Jahresende 2023 niedriger wie die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg.

Branchenumfeld und rechtliche Rahmenbedingungen 2023

Das makrofinanzielle Umfeld ist von der Zinswende und einer erhöhten Unsicherheit geprägt. Dabei hat sich das seit 2022 gestiegene Zinsniveau, welches sich in 2023 invers entwickelte, sowohl auf der Aktiv- wie auch auf der Passivseite deutlich auf das Geschäft der Kreditinstitute ausgewirkt.

Im Aktivgeschäft verzeichneten die Kreditinstitute nach Angaben der Deutschen Bundesbank nur noch eine leichte Zunahme der Kredite an inländische Nichtbanken um 1,0 % von Dezember 2022 bis Dezember 2023, nach einem Anstieg um 6,5 % im Jahr 2022. Am Jahresende 2023 lag der Bestand an Unternehmenskrediten 1,1 % über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Bei den Krediten an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen verzeichneten die Kreditinstitute ein Plus von 0,7 %. Die Kreditnachfrage privater Haushalte zum Erwerb von Wohneigentum entwickelte sich - nach dem Einbruch um gut 60 % im Jahresverlauf 2022 - weiterhin schwach.

Die Sparkassen in Baden-Württemberg verzeichneten nur eine geringfügige Zunahme des Kreditvolumens (1,8 %). Dieses Plus wurde von den Unternehmenskunden getragen (3,5 %), während das Privatkundengeschäft konstant blieb. Im Neugeschäft ging insbesondere die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten im Vergleich zum Vorjahr zurück (-46,6 %).

Über mehrere Jahre hinweg hatten Niedrig- bzw. Negativzinsen und der Mangel an sicheren Anlagealternativen zu einem starken Anstieg der Sichteinlagen geführt. Im Zuge des steigenden Zinsniveaus kam es zu erheblichen Umschichtungen von Sichteinlagen zu Termingeldern und verzinsten Anlageprodukten, die sich im laufenden Jahr fortsetzen dürften. In Summe nahmen laut der Deutschen Bundesbank die Einlagen von Nichtbanken bei Kreditinstituten im Inland im Jahr 2023 um 2,0 % zu (2022: +4,1 %). Während die täglich fälligen Bankguthaben um 6,6 % zurückgingen, gab es deutliche Steigerungen bei Termineinlagen (+25,9 %).

Die Entwicklung bei den baden-württembergischen Sparkassen bewegte sich im Trend der gesamten Kreditwirtschaft. Insgesamt nahmen die Kundeneinlagen um 1,5 % leicht zu, bei gleichzeitig deutlichen zinsbedingten Umschichtungen von Sicht- und Spareinlagen (-16,2 %) zu Gunsten einer Vervierfachung von Termingeldern und Eigenemissionen.

Das nicht bilanzwirksame Kunden-Wertpapiergeschäft der baden-württembergischen Sparkassen hat sich in Folge des gestiegenen Zinsniveaus spürbar belebt und insbesondere zu einer höheren Nachfrage nach festverzinslichen Papieren geführt. Der gesamte Wertpapierumsatz erreichte 25 Mrd. Euro und lag damit fast ein Viertel über dem Vorjahreswert.

Nachdem die langandauernde Niedrigzinsphase die Ertragskraft der Kreditinstitute deutlich belastet hatte, führte die Zinswende der EZB zu einem spürbaren Anstieg der zentralen Ertragsquelle "Zinsüberschuss" und machte sich 2023 positiv in der Ertragslage der Banken bemerkbar. Wie die Deutsche Bundesbank in ihrer Analyse der Ertragslage der deutschen Kreditinstitute hervorhebt, wird sich der Wertberichtigungsbedarf auf festverzinsliche Wertpapiere im Jahr 2023 voraussichtlich verringern, demgegenüber werden die Kreditinstitute voraussichtlich eine höhere Kreditvorsorge zu bilden haben.

Die Analyse für die Ertragsentwicklung in der Kreditwirtschaft im Allgemeinen gilt im Wesentlichen auch für die baden-württembergischen Sparkassen. Die Zinswende der EZB führte zu einem spürbaren Anstieg der zentralen Ertragsquelle "Zinsüberschuss". Dagegen erhöhte sich der Verwaltungsaufwand bedingt durch die hohe Inflation deutlich. Vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen ergibt sich ein steigendes Kreditrisiko, das sich in einer verstärkten Risikovorsorge für Kredite bei baden-württembergischen Sparkassen widerspiegelt.

Die Stabilität der Sparkassen-Finanzgruppe insgesamt ist durch das Verbundrating erneut bestätigt worden. Die Ratingagenturen Fitch (A+), DBRS (A high) und Moodys (Aa2) haben an ihren Einstufungen festgehalten.

Aufsichtsrechtliche Änderungen ergaben sich durch die Aktualisierung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (7. MaRisk-Novelle) durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Juni 2023. Mit dieser Novelle wurden die Anforderungen an die Kreditvergabe und Überwachung sowie Regelungen zur Handhabung des Immobiliengeschäfts und der Nachhaltigkeitsrisiken angepasst bzw. ergänzt. Soweit die Änderungen der MaRisk klarstellenden Charakter hatten, trat die neue Fassung mit ihrer Veröffentlichung in Kraft. Für neue Anforderungen galt eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2024. Dies bezog sich insbesondere auf die Regelungen zu den Immobiliengeschäften.

Insgesamt müssen sich die Kreditinstitute auf eine Fortsetzung der Regulierungspolitik der letzten Jahre sowie mittelfristig auf weiter erhöhte Eigenmittelanforderungen einstellen. So wurde beispielsweise am 15. Februar 2024 bereits die 8. MaRisk-Novelle von der BaFin zur Konsultation gestellt.

2.2 Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren

Als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren dienen in Übereinstimmung mit der sparkasseninternen Berichterstattung folgende Steuerungsgrößen:

Veränderung Kundenkredite 1

Veränderung Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 2

Veränderung Zinsüberschuss 3

Veränderung Provisionsüberschuss 4

Veränderung Verwaltungsaufwand 5

Betriebsergebnis vor Bewertung 6

1 Bestand gemäß "Geschäftsentwicklung der Sparkassen (GEWI) - Tabelle 01" (ohne S-Kreditpartner)
2 Bestand gemäß "Geschäftsentwicklung der Sparkassen (GEWI) - Tabelle 05" abzüglich Geldaufnahme Bundesländer
3 gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs (Saldo Zinserträge und -aufwendungen)
4 gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs (Saldo Provisionserträge und -aufwendungen)
5 gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs (Personal- und Sachaufwand)
6 gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)

2.3 Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Bestand zum Jahresende Anteil in % des Geschäftsvolumens
2023
Mio. EUR
2022
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Veränderung
%
%
Bilanzsumme 3.042,1 2.960,9 81,2 2,7 -
DBS 1 2.977,4 2.767,2 210,2 7,6 -
Geschäftsvolumen 2 3.069,1 2.984,2 84,9 2,8 -
Forderungen an Kreditinstitute 663,4 670,2 -6,8 -1,0 21,6
Kundenkreditvolumen 1.751,0 1.664,4 86,6 5,2 57,1
Wertpapieranlagen 564,3 560,6 3,7 0,7 18,4
Beteiligungen/Anteilsbesitz 25,4 25,9 -0,5 -1,9 0,8
Sachanlagen 27,0 24,9 2,1 8,4 0,9
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 545,4 618,4 -73,0 -11,8 17,8
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 2.234,4 2.100,9 133,5 6,4 72,8
Rückstellungen 45,5 43,1 2,4 5,6 1,5
Eigenkapital 111,9 109,9 2,0 1,8 3,6
Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren
Kundenkredite 3 1.736,9 1.649,7 87,2 5,3 -
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 4 2.180,8 2.101,3 79,5 3,8 -

1 Durchschnittsbilanzsumme in der Abgrenzung des Betriebsvergleichs
2 Geschäftsvolumen = Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten
3 Bestand gemäß "Geschäftsentwicklung der Sparkassen (GEWI) - Tabelle 01" (ohne S-Kreditpartner)
4 Bestand gemäß "Geschäftsentwicklung der Sparkassen (GEWI) - Tabelle 05" abzüglich Geldaufnahme Bundesländer

2.3.1 Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Jahr 2023 um 2,7 % auf 3.042 Mio. EUR. Das Geschäftsvolumen nahm um 2,8 % auf 3.069 Mio. EUR zu. Die Bestandsentwicklung war auf der Aktivseite gekennzeichnet durch einen Zuwachs beim Kundenkreditvolumen (+86,6 Mio. EUR) und einem leichten Rückgang bei den Forderungen an Kreditinstituten (-6,8 Mio. EUR). Auf der Passivseite erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (+133,5 Mio. EUR), während die Bankverbindlichkeiten (-73,0 Mio. EUR) rückläufig waren.

2.3.2 Aktivgeschäft
2.3.2.1 Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute reduzierten sich um 1,0 % auf 663 Mio. EUR. Der Anstieg bei den Anlagen in Schuldscheindarlehen und Termingeldanlagen konnte den Rückgang aus der Verminderung der Übernachtguthaben im Rahmen der Einlagenfazilität bei der Deutschen Bundesbank nicht ganz ausgleichen.

2.3.2.2 Kundenkreditvolumen

Infolge der Zinsentwicklung im Jahr 2023 war eine Reduzierung der Kreditnachfrage insgesamt zu beobachten. Dennoch erhöhte sich das Kundenkreditvolumen (Aktiva 4 und 9 zuzüglich Eventualverbindlichkeiten) um 5,2 % auf 1.751 Mio. EUR. Die Kundenkredite (bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator) erhöhten sich um 5,3 % (Vorjahr 10,1 %). Insbesondere die Baufinanzierungen waren im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Bei den gewerblichen Kreditkunden waren Zuwächse vor allem im langfristigen Bereich zu beobachten (+ 9,0 %). Den Kunden wurden 2023 insgesamt rund 266 Mio. EUR an neuen Krediten zugesagt. Dies entspricht einem Rückgang von 22,3 % gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtbetrag aller Darlehensauszahlungen liegt zum Jahresende bei 280 Mio. EUR. Dies entspricht einem Rückgang von 17,5 %. Ein Indikator für die zukünftige Entwicklung sind die offenen Darlehenszusagen. Diese beliefen sich zum Jahresende auf 105 Mio. EUR und wurden in das neue Geschäftsjahr übernommen.

2.3.2.3 Wertpapieranlagen

Zum Bilanzstichtag erhöhte sich der Bestand an Wertpapieranlagen gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 0,7 % auf 564 Mio. EUR. Die Wertpapieranlagen dienen der dauerhaften Anlage und setzen sich im Wesentlichen aus festverzinslichen Wertpapieren erstklassiger Adressen und aus Anlagen in Immobilienfonds und einem Spezialfonds zusammen.

2.3.2.4 Beteiligungen / Anteilsbesitz

Im Geschäftsjahr 2023 verringerte sich das Volumen der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen um 0,5 Mio. EUR auf 25,4 Mio. EUR.

2.3.2.5 Sachanlagen

Die Sachanlagen erhöhten sich von 25 Mio. EUR auf 27 Mio. EUR.

Auch in 2023 führte die Sparkasse verschiedene Maßnahmen durch, um sich technisch und organisatorisch auf aktuellem Stand zu halten bzw. weiterzuentwickeln und die Digitalisierung vermehrt auszubauen. Im Rahmen dieser Maßnahmen hat die Sparkasse großen Wert daraufgelegt, neueste Technik zu integrieren.

Die Sparkasse ist in ihrem Geschäftsgebiet flächendeckend mit ihren Haupt- und Geschäftsstellen präsent. Den erweiterten Kundenbedürfnissen wird die Sparkasse durch ihr umfassendes und stetig wachsendes digitales Angebot gerecht. Auf diesem Weg gelingt es der Sparkasse, ihre Kunden ganzheitlich und bedarfsgerecht über alle Kanäle zu beraten.

2.3.3 Passivgeschäft

2.3.3.1 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich deutlich um 11,8 % auf 545 Mio. EUR reduziert. Die Sparkasse hat insbesondere die kurz- und mittelfristigen Verbindlichkeiten zurückgeführt.

2.3.3.2 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden erhöhten sich von 2.101 Mio. EUR um 133 Mio. EUR auf 2.234 Mio. EUR (+ 6,4 %). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden abzüglich Geldaufnahme Bundesländer (bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator) erhöhten sich um 3,8 %.

Aufgrund gestiegener Zinsen bevorzugten unsere Kunden höher verzinsliche Termingeldeinlagen (+ 177 Mio. EUR) und Sparkassenbriefe (+ 271 Mio. EUR). Sichteinlagen (- 170 Mio. EUR) sind dabei aufgrund der Zinsreagibilität und Umschichtungen zu höher verzinslichen Anlageformen zurückgegangen. Rückläufig waren auch die Spareinlagen. Sie verringerten sich um 145 Mio. EUR auf 394 Mio. EUR.

2.3.4 Dienstleistungsgeschäft

Die Erträge aus dem Dienstleistungsgeschäft der Sparkasse Neckartal-Odenwald lagen im Jahr 2023 insgesamt über dem Vorjahresniveau (+ 4,9 %). Während die Erträge aus dem Giroverkehr (+ 13,7 %), im Wertpapiergeschäft (+ 30,5 %) und bei den sonstigen Dienstleistungen (+ 5,3 %) gesteigert werden konnten, waren die Erträge im Immobiliengeschäft (- 13,4 %), im Verbundgeschäft (- 10,8 %) und im Auslandsgeschäft (- 73,9 %) rückläufig.

2.3.5 Derivate

Im derivativen Geschäftsfeld wurden Zinsswaps, die der Sicherung der eigenen Positionen und der Steuerung des Zinsänderungsrisikos dienen, abgeschlossen. Eine Übersicht zum Jahresende, wie sich die Kontrakte nach Art und Umfang sowie nach Fristigkeiten und Kontrahenten gliedern, ist dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen.

2.4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage

2.4.1 Vermögenslage

Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich Verschiebungen in der Bilanzstruktur (Anteile am Geschäftsvolumen). Auf der Aktivseite trat der Anteil des Kundenkreditvolumens mit 57,1 % (Vorjahr: 55,8 %) stärker in den Vordergrund, während der Anteil der Forderungen an Kreditinstitute mit 21,6 % (Vorjahr: 22,5 %), das Wertpapiervermögen mit 18,4 % (im Vorjahr: 18,8 %) und der Anteil der Sonstigen Vermögenswerten (incl. Guthaben bei der Deutschen Bundesbank) mit 1,2 % (im Vorjahr: 1,3 %) abnahm. Auf der Passivseite erhöhte sich der Anteil der Kundengelder auf 72,8 % (im Vorjahr: 70,4 %), während sich der Anteil der Bankverbindlichkeiten auf 17,8 % (im Vorjahr: 20,7 %) reduzierte.

Sämtliche Vermögensgegenstände und Rückstellungen werden vorsichtig bewertet. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Einzelheiten sind dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen.

Die zum Jahresende ausgewiesene Sicherheitsrücklage erhöhte sich durch die Zuführung des Bilanzgewinns 2022. Insgesamt weist die Sparkasse inklusive des Bilanzgewinns 2023 vor Gewinnverwendung ein Eigenkapital von 111,9 Mio. EUR (Vorjahr 109,9 Mio. EUR) aus. Neben der Sicherheitsrücklage verfügt die Sparkasse über umfangreiche weitere Eigenkapitalbestandteile.

Die Eigenkapitalanforderungen der CRR wurden jederzeit eingehalten. Die Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 CRR (Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die risikobezogenen Positionswerte) übertrifft am 31. Dezember 2023 mit 15,0 % (im Vorjahr: 15,0 %) die aufsichtlichen Mindestanforderungen von 8,0 % gemäß CRR zuzüglich SREP-Zuschlag sowie den kombinierten Kapitalpufferanforderungen zzgl. den Kapitalerhaltungspuffer übersteigenden Anteil der Eigenmittelempfehlung nach § 6d KWG. Zum 1. Februar 2022 erhöhte sich der antizyklische Kapitalpuffer von null auf 0,75 % der risikogewichteten Positionswerte. Zudem wurde ein Systemrisikopuffer von 2,00 % für den Wohnimmobiliensektor eingeführt. Beide Kapitalpufferanforderungen sind seit dem 1. Februar 2023 zu erfüllen. Zudem können wir die von der Aufsicht festgelegte den Kapitalerhaltungspuffer übersteigenden Anteil der Eigenmittelempfehlung zur Abdeckung von Risiken in Stresssituationen vorhalten.

Auch die harte Kernkapitalquote und die Kernkapitalquote übersteigen die aufsichtlich vorgeschriebenen Werte deutlich.

Die Verschuldungsquote (Verhältnis des Kernkapitals zur Summe der bilanziellen und außerbilanziellen Positionen) beträgt zum 31. Dezember 2023 7,64 % und liegt damit über der aufsichtlichen Mindestanforderung von 3,0 %.

Auf Grundlage unserer normativen Risikotragfähigkeit bis zum Jahr 2028 ist eine gute Kapitalbasis für die geplante zukünftige Geschäftsausweitung und die Erreichung unserer Geschäftsziele vorhanden.

2.4.2 Finanzlage

Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) lag mit 121,67 % bis 171,04 % oberhalb des zu erfüllenden Mindestwerts von 100 %. Die LCR-Quote lag zum 31. Dezember 2023 bei 151,32 %. Die strukturelle Liquiditätsquote (Net-Stable Funding Ratio - NSFR) lag in einer Bandbreite von 112,72 % bis 116,51 %; damit wurde die aufsichtliche Mindestquote von 100 % eingehalten. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden Guthaben bei der Deutschen Bundesbank geführt. Kredit- und Dispositionslinien bestehen bei der Deutschen Bundesbank und der Landesbank Baden-Württemberg. Die Sparkasse nahm 2023 am elektronischen Verfahren "MACCs (Mobilisation and Administration of Credit Claims)" der Deutschen Bundesbank zur Nutzung von Kreditforderungen als notenbankfähige Sicherheiten teil.

Die Zahlungsfähigkeit ist nach unserer Finanzplanung gesichert.

2.4.3 Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Gewinn- und Verlustrechnung laut Jahresabschluss sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Die Erträge und Aufwendungen sind nicht um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt.

2023
Mio. EUR
2022
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Veränderung
%
Zinsüberschuss 1 48,8 36,1 12,7 35,2
Provisionsüberschuss 2 17,2 16,2 1,0 6,2
Nettoergebnis des Handelsbestands - - - -
Sonstige betriebliche Erträge 3 1,8 2,7 -0,9 -33,3
Personalaufwand 23,9 23,6 -0,3 -1,3
Anderer Verwaltungsaufwand 12,4 11,9 -0,5 -4,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen 4 2,9 2,4 -0,5 -20,8
Ergebnis vor Bewertung und Risikovorsorge 28,6 17,1 11,5 67,3
Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge 5 -3,6 -1,0 -2,6 -260,0
Zuführungen Fonds für allgemeine Bankrisiken 16,0 8,3 7,7 92,8
Ergebnis vor Steuern 9,0 7,8 1,2 15,4
Steueraufwand 7,0 6,2 - 0,8 -12,9
Jahresüberschuss 2,0 1,6 0,4 25,0
Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren
Zinsüberschuss 6 49,5 35,0 14,5 41,4
Provisionüberschuss 7 18,3 17,3 1,0 5,8
Verwaltungsaufwand 8 36,3 34,5 1,8 5,2
Betriebsergebnis vor Bewertung 9 32,1 18,4 13,7 74,5

1 Zinsüberschuss: GuV-Posten Nr. 1 bis 4
2 Provisionsüberschuss: GuV-Posten Nr. 5 und 6
3 Sonstige betriebliche Erträge: GuV-Posten Nr. 8 und 20
4 Sonstige betriebliche Aufwendungen: GuV-Posten Nr. 11, 12, 17 und 21
5 Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge: GuV-Posten Nr. 13 bis 16
6 gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs (Saldo Zinserträge und -aufwendungen)
7 gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs (Saldo Provisionserträge und -aufwendungen)
8 gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs (Personal- und Sachaufwand)
9 gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)

Zur Analyse der Ertragslage wird für interne Zwecke und für den überbetrieblichen Vergleich der bundeseinheitliche Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation eingesetzt, in dem eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses unserer Sparkasse in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme erfolgt. Zur Ermittlung eines Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge und Aufwendungen um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt, die in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis zugerechnet werden. Nach Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses ergibt sich das Betriebsergebnis nach Bewertung. Unter Berücksichtigung des neutralen Ergebnisses und der Steuern verbleibt der Jahresüberschuss.

Auf dieser Basis beträgt das Betriebsergebnis vor Bewertung (bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator) 1,08 % (Vorjahr 0,67 %) der durchschnittlichen Bilanzsumme des Jahres 2023; es liegt damit über dem Durchschnitt der baden-württembergischen Sparkassen vergleichbarer Größenordnung. Aufgrund eines steigenden Zins- und Provisionsüberschusses und trotz eines Anstiegs des Verwaltungsaufwands entwickelte sich das Betriebsergebnis vor Bewertung positiv.

Nach den Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung hat sich der Zinsüberschuss infolge des seit 2022 gestiegenen Zinsniveaus, welches sich in 2023 invers entwickelte, im Geschäftsjahr um 35,2 % auf 48,8 Mio. EUR verbessert. Belastungen ergaben sich durch Close-Out-Zahlungen aus der vorzeitigen Auflösung von Zinsswaps. Der Zinsüberschuss (bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator) erhöhte sich um 41,4 %. Der Provisionsüberschuss lag mit 17,2 Mio. EUR um 6,2 % über dem Vorjahreswert. Der Provisionsüberschuss (bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator) erhöhte sich um 5,8 % (Vorjahr 16,1 %). Die Personalaufwendungen erhöhten sich leicht um 1,3 % auf 23,9 Mio. EUR. Der andere Verwaltungsaufwand nahm um 4,2 % auf 12,4 Mio. EUR zu. Der Verwaltungsaufwand (bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator) erhöhte sich um 5,2 % (Vorjahr 4,9 %).

Abschreibungen und Wertberichtigungen (Bewertung und Risikovorsorge nach Verrechnung mit Erträgen) bestanden in Höhe von -3,6 Mio. EUR (Vorjahr -1,0 Mio. EUR). Das Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft war negativ (Vorjahr positiv). Das Bewertungsergebnis aus den Wertpapieranlagen war durch Abschreibungen negativ (Vorjahr negativ). Sonstige Bewertungsmaßnahmen waren von untergeordneter Bedeutung.

Der Sonderposten nach § 340 g HGB wurde um 16,0 Mio. EUR aufgestockt. Für das Geschäftsjahr 2023 war ein um 0,8 Mio. EUR höherer Steueraufwand in Höhe von 7,0 Mio. EUR auszuweisen. Vor dem Hintergrund des intensiven Wettbewerbs und der Auswirkungen der Veränderung des Zinsniveaus sind wir mit der Entwicklung der Ertragslage im Jahr 2023 zufrieden. Die gemäß § 26a Absatz 1 Satz 4 KWG offen zu legende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Jahresüberschuss und Bilanzsumme, beträgt 0,07 %.

2.4.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

Die geschäftliche Entwicklung und die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage kann unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Entwicklung sowie der Folgen des Ukraine-Kriegs als günstig bezeichnet werden.

Bei den Kundenkrediten wurde das erwartete spürbare Wachstum deutlich übertroffen. Das erwartete leichte Wachstum der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden wurde deutlich übertroffen.

Der erwartete erhebliche Anstieg des Zinsüberschusses wurde ebenfalls deutlich übertroffen. Ursächlich hierfür waren die kräftig gestiegenen kurzfristigen Marktzinsen, die vor allem im Eigengeschäft zu hohen Mehreinnahmen führten. Der Provisionsüberschuss hat sich entgegen der Erwartung eines in etwa gleichbleibenden Ergebnisses spürbar erhöht. Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich wie erwartet deutlich.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der Durchschnittsbilanzsumme (DBS; gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen) ist insgesamt wie erwartet gegenüber dem Vorjahr erheblich gestiegen. Absolut betrachtet bewegte sich das Betriebsergebnis vor Bewertung ebenfalls erheblich über dem Vorjahresniveau.

3. NACHTRAGSBERICHT

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 haben sich nicht ergeben.

4. RISIKOBERICHT

4.1 Risikomanagementsystem

Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein Risikotragfähigkeitskonzept mit einer regelmäßigen Berechnung der Risikotragfähigkeit (ökonomische Perspektive) und einer Kapitalplanung (normative Perspektive) ein. Die Risikotragfähigkeit wird ergänzt um Stresstests, und es erfolgt eine prozessuale Verknüpfung mit den Strategien, der Risikoinventur und der Risikoberichterstattung. Erstmals zum 31. März 2023 wurden damit fristgerecht die Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.

In der Geschäftsstrategie werden die Ziele des Instituts für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.

Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um deren Wesentlichkeit beurteilen zu können. Zudem werden regelmäßig quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen.

Auf der Grundlage der zuletzt durchgeführten Risikoinventur wurden folgende Risiken in der ökonomischen und der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:

Risikoart Risikokategorie
Adressenrisiko
Kundengeschäft
Eigengeschäft
Marktpreisrisiko
Zinsänderungsrisiko
Spreadrisiko
Aktienrisiko
Immobilienrisiko
Infrastrukturinvestmentrisiko
Beteiligungsrisiko
Liquiditätsrisiko Zahlungsunfähigkeitsrisiko
Operationelles Risiko

Für die frühzeitige Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von risikoartenübergreifenden Effekten wurden Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen Merkmalen basieren.

Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive ist die Gewährleistung des Gläubigerschutzes. Die Sparkasse ermittelte zum 31. Dezember 2023 ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 270,7 Mio. EUR. Das daraus abgeleitete Gesamtlimit von 200,0 Mio. EUR wurde auf die wesentlichen Risiken verteilt und so bemessen, dass eine angemessene Steuerung der Risiken ermöglicht wird. Die wesentlichen Risiken werden vierteljährlich (Marktpreisrisiken: monatlich) ermittelt und den Limiten gegenübergestellt. Die bereitgestellten Limite reichten sowohl unterjährig als auch zum Bilanzstichtag aus, um die wesentlichen Risiken abzudecken.

Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurden für alle wesentlichen Risiken das Konfidenzniveau auf 99,9 % und der Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend festgelegt. Zwischen den wesentlichen Risikoarten werden keine risikomindernden Diversifikationseffekte berücksichtigt. Die Sparkasse berücksichtigt innerhalb des Adressenrisikos zwischen dem Kunden- und dem Eigengeschäft und innerhalb des Marktpreisrisikos zwischen den Risikofaktoren Zinsen und Spreads risikomindernde Diversifikationseffekte. Das auf der Grundlage des Gesamtlimits eingerichtete Limitsystem in der ökonomischen Perspektive stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Limit Limitauslastung
TEUR TEUR %
Adressenrisiko 18.000 12.594 70 %
Kundengeschäft 12.000 10.907 91 %
Eigengeschäft 6.000 1.687 28 %
Marktpreisrisiko 161.000 117.755 73 %
Renditerisiko 116.000 87.310 75 %
Aktienrisiko 11.000 5.897 54 %
Immobilienrisiko 28.000 21.943 78 %
Infrastrukturinvestmentrisiko 6.000 2.605 43 %
Beteiligungsrisiko 8.000 6.360 79 %
Operationelles Risiko 13.000 10.147 78 %
Risikotragfähigkeitslimit/Gesamtrisiko 200.000 146.856 73 %

Die zuständigen Stellen steuern die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstands.

Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive ist die Fortführung der Sparkasse. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2027. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für das Planszenario sowie für mehrere adverse Szenarien getroffen.

In der normativen Perspektive sind alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie die darauf basierenden internen Anforderungen zu berücksichtigen. Relevante Steuerungsgrößen sind die Kernkapitalanforderung, die Gesamtkapitalanforderung (SREP-Gesamtkapitalanforderung, die kombinierte Pufferanforderung) und die Eigenmittelempfehlung sowie die Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals, die Höchstverschuldungsgrenze und die Großkreditgrenze.

Für den betrachteten Zeitraum von laufendem und drei Folgejahren können die aufsichtlichen Anforderungen im Planszenario vollständig erfüllt werden. Gleiches gilt im Falle der Betrachtung adverser Entwicklungen, in dem jedoch nur die harten Mindestkapitalanforderungen zwingend einzuhalten sind.

Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst (Validierung).

Die Sparkasse setzt zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente (Swapgeschäfte) ein. Sie wurden in die verlustfreie Bewertung des Bankbuchs einbezogen. Darüber hinaus wurden Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB als Micro-Hedges zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken von Wertpapieren gebildet.

Stresstests werden ergänzend zur Risikotragfähigkeit durchgeführt. Ziel ist die Abbildung außergewöhnlicher aber plausibel möglicher Ereignisse über Szenario- und Sensitivitätsanalysen. Als Ergebnis dieser Simulationen ist festzuhalten, dass auch bei extrem ungünstigen Entwicklungen die Risikotragfähigkeit gegeben ist.

Die turnusmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand umfasst den Gesamtrisikobericht und ergänzende Berichte zu den wesentlichen Risikoarten. Die Berichte enthalten neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.

Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen (Interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.

Die Risikocontrolling-Funktion, die aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die Aufgabe, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Der Risikocontrolling-Funktion obliegen die Methodenauswahl, die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren, sowie die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und -controllingprozesse. Zusätzlich verantwortet die Risikocontrolling-Funktion die Umsetzung der aufsichtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung und die laufende Überwachung der Einhaltung von Limiten. Sie unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die Risikocontrolling-Funktion wird durch Mitarbeiter des Geschäftsbereichs III wahrgenommen.

Die Compliance-Funktion wirkt auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der für die Sparkasse wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben und entsprechender Kontrollen hin. Ferner hat sie den Vorstand hinsichtlich der Einhaltung dieser rechtlichen Regelungen und Vorgaben zu unterstützen und zu beraten.

Die Interne Revision prüft und beurteilt risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig.

Verfahren zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (Neu-Produkt-Prozess) sind festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.

4.2 Strukturelle Darstellung der wesentlichen Risiken

4.2.1 Adressenrisiko

Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie das Migrationsrisiko eines Schuldners unterteilt.

Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners entsteht.

Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners verändert hat.

Das Länderrisiko umfasst neben dem bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das politische Risiko, z. B. aus einem Transferstopp. Das Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.

Die Messung des Adressenrisikos erfolgt in der ökonomischen Perspektive über eine Monte-Carlo-Simulation mithilfe der Anwendung Credit Portfolio View (CPV). Dabei wird die Wertentwicklung der einzelnen Geschäfte in einem jeweils spezifischen ökonomischen Umfeld simuliert. Zur Bewertung werden neben den Portfoliodaten der Sparkasse Risikoparameter (z. B. Ausfallzeitreihen, Korrelationen, Migrations- und Shiftmatrizen, Verwertungs-, Neubewertungs- und Einbringungsquoten) verwendet, die aus historischen Daten aller Sparkassen ermittelt wurden. Die Ergebnisse der simulierten Wertentwicklungen werden zu einer Wertänderungsverteilung zusammengeführt, woraus die Risikokennzahlen wie z. B. der Value-at-Risk abgeleitet werden. Die Risikomessung von Kunden- und Eigengeschäft erfolgt integriert.

4.2.1.1 Adressenrisiko im Kundengeschäft

Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst einerseits die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines originären Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avale (Ausfallrisiko). Andererseits umfasst es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht ausreichen oder überhaupt nicht beitragen können (Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko).

Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).

Die Steuerung des Adressenrisikos im Kundengeschäft erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der Engagements.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Trennung zwischen Markt (Vertrieb 1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands.

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung des Kapitaldienstes auf Basis aktueller Unterlagen.

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren) in Kombination mit bonitätsabhängiger Preisgestaltung und bonitätsabhängigen Kompetenzen.

Interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Kreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenzen des KWG liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese Obergrenze überschreiten, unterliegen einer verstärkten Beobachtung.

Regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten.

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das gewährleistet, dass bei Auftreten von signifikanten Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können.

Festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung.

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen und normativen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View".

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting.

Nach dem internen Adressenausfallrisikobericht zum 31. Dezember 2023 belaufen sich die Kundenkredite (einschließlich Zusagen) auf 2.131,5 Mio. EUR. Dabei wurden 47,3 % (1.009,0 Mio. EUR) der zum Jahresende ausgelegten Kreditmittel an Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen, 48,9 % (1.041,8 Mio. EUR) an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen und 3,8 % (80,3 Mio. EUR) an öffentliche Haushalte vergeben.

Die regionale Wirtschaftsstruktur spiegelt sich auch im Kreditgeschäft der Sparkasse wider. Den Schwerpunktbereich bilden mit 19,5 % die Ausleihungen an das Grundstückswesen. Darüber hinaus entfallen 13,5 % auf das verarbeitende Gewerbe und 12,8 % auf den Bereich Gesundheit / Soziales. Bei allen anderen Branchen liegt der Anteil bezogen auf ausgelegte Kreditmittel an Unternehmen und wirtschaftlich selbständige Privatpersonen unter 10,0 %.

Die Größenklassenstruktur zeigt insgesamt eine breite Streuung des Ausleihgeschäfts. 59,3 % des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19 Abs. 1 KWG entfallen auf Kreditengagements mit einem Kreditvolumen bis 1,0 Mio. EUR. 40,7 % des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19 Abs. 1 KWG betreffen Kreditengagements mit einem Kreditvolumen von mehr als 1,0 Mio. EUR.

Die Adressenausfallrisikostrategie ist ausgerichtet auf Kreditnehmer mit guten Bonitäten bzw. geringeren Ausfallwahrscheinlichkeiten. Dies wird durch die Neugeschäftsplanung unterstützt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich im Kundengeschäft folgende Ratingklassenstruktur:

Ratingklasse Anzahl in % Volumen
in %
1 bis 9 94,2 96,2
10 bis 15 5,2 3,1
16 bis 18 0,6 0,7

Das Länderrisiko ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung. Das an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland ausgelegte Kreditvolumen betrug am 31. Dezember 2023 16,0 Mio. EUR.

Insgesamt sind wir der Auffassung, dass unser Kreditportfolio sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch nach Ratinggruppen gut diversifiziert ist. Risikokonzentrationen sehen wir keine.

Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Für latente Risiken im Forderungsbestand wurden Pauschalwertberichtigungen gebildet.

Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet. Eine ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.

Entwicklung der Risikovorsorge:

Art der Risikovorsorge Anfangsbestand per 01.01.2023
TEUR
Zuführung
TEUR
Auflösung
TEUR
Verbrauch
TEUR
Endbestand per 31.12.2023
TEUR
EWB 4.095 1.488 -1.743 -114 3.726
Rückstellungen * 194 46 -145 - 95
PWB 1.671 29 -28 - 1.672
Gesamt 5.960 1.563 -1.916 -114 5.493

* einschließlich Rückstellungen für offene Kreditlinien

Das Verfahren für die Bildung der Pauschalwertberichtigungen ist im Anhang zum Jahresabschluss erläutert.

4.2.1.2 Adressenrisiko im Eigengeschäft

Das Adressenrisiko im Eigengeschäft umfasst die Gefahr eines Verlustes, der aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultieren kann.

Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko). Dabei unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein Wiedereindeckungs-, ein Vorleistungs- und ein Erfüllungsrisiko.

Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall von den prognostizierten Werten abweichen.

Ferner beinhalten Aktien eine Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer negativen Wertveränderung aufgrund von Bonitätsverschlechterung oder Ausfall des Aktienemittenten.

Die Steuerung des Adressenrisikos des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des Risikos der Engagements.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limiten je Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite).

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen.

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen und normativen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View".

Die Eigengeschäfte umfassen zum Stichtag 31. Dezember 2023 des internen Adressenausfallrisikoberichts ein Volumen von 1.274,0 Mio. EUR (Buchwerte vor Bewertung zuzüglich verbindlicher Zeichnungen bei Immobilienfonds). Wesentliche direkt oder indirekt über den Spezialfonds gehaltene Positionen sind dabei Schuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen und Festgelder (831,0 Mio. EUR), Einlagenfazilität (207,2 Mio. EUR), Zinsswaps (Kreditäquivalenzbetrag 91,7 Mio. EUR), Aktien, Aktienfonds und Aktienanleihen (26,6 Mio. EUR) sowie Immobilien- und Infrastrukturfonds (117,4 Mio. EUR).

Dabei zeigt sich folgende Ratingverteilung (in TEUR):

Externes Rating Moody's / Standard & Poor's Aaa bis Baa1 AAA bis BBB+ Baa2 bis Baa3 BBB bis BBB- Ba1 bis Ba3 BB+ bis BB- B1 bis C B+ bis C Ausfall ungeratet
31.12.2023 1.147.429 125.949 573 - - -
31.12.2022 1.201.907 115.076 577 - - -

Die direkt durch die Sparkasse oder indirekt über den Spezialfonds gehaltenen Geldanlagen verfügen entweder über ein Rating oder es erfolgt bei fehlendem Rating die Zuweisung zur jeweiligen Ratingklasse über die Risikogewichtung gemäß CRR.

Mit Ausnahme der Aktie ProSiebenSat.1 sowie der Unternehmensanleihe Carnival PLC (beide im A-Amos-Fonds) befinden sich alle Geldanlagen im Bereich des Investmentgrades.

Das Länderrisiko ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung. Das Volumen in Form von Wertpapieren betrug am 31. Dezember 2023 134,9 Mio. EUR.

Konzentrationen bestehen hinsichtlich der Eigengeschäfte mit Instituten im Haftungsverbund bzw. mit Sicherstellung durch Institute im Haftungsverbund. Diese Konzentration ergibt sich als Folge der Mitgliedschaft in der Sparkassen-Finanzgruppe. Zu berücksichtigen sind dabei das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe sowie die Beteiligungen, von denen ebenfalls ein hoher Anteil auf Gesellschaften der Sparkassen-Finanzgruppe entfällt.

4.2.2 Marktpreisrisiko

Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren ergibt.

Die Steuerung der Marktpreisrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der festgelegten Limite und der vereinbarten Anlagerichtlinien für unseren Spezialfonds. Der Geld- und Kapitalmarktausschuss hat die Aufgabe, den Vorstand bei der Umsetzung der Strategie zu unterstützen.

4.2.2.1 Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. In einer periodischen Sicht bzw. in der normativen Perspektive können sich Veränderungen im Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere sowie aus einer Bildung bzw. Veränderung einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. ergeben. Schwankungen im Zinskonditionsbeitrag sind in die Betrachtung des Zinsänderungsrisikos in der normativen Perspektive integriert.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Ermittlung der Risiken auf Basis verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendungen "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus" und SimCorp Dimension ("SCD"), Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres und der sechs Folgejahre bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtliche Ergebnis.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der S-Rating und Risikosysteme GmbH entwickelten IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Steuerung des wertorientierten Zinsänderungsrisikos auf Basis der Modernen Historischen Simulation, wobei die Sparkasse den VaR als Differenz zwischen dem statistischen Erwartungswert (Mittelwert) und dem Quantilswert des Konfidenzniveaus am Planungshorizont definiert, für die monatliche Risikomessung mit einem Konfidenzniveau von 95,0 % und dem Risikobetrachtungshorizont von 3 Monaten.

Ermittlung des Zinsrisikokoeffizienten und des Frühwarnindikators gemäß § 25a Abs. 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2019 vom 6. August 2019.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip.

Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken bildet die Sparkasse Micro-Hedges (Bewertungseinheiten). Hierfür werden Zinsswaps im Nominalbetrag von 263 Mio. EUR eingesetzt.

Die Auswirkungen eines Zinsschocks um + bzw. - 200 Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Währung Zinsänderungsrisiken
Barwertveränderung
+200 Basispunkte -200 Basispunkte
TEUR -26.932 +31.378
In % der Eigenmittel -13,16 +15,34

Konzentrationen bestehen im Bereich der Konditionsbeiträge Passiv bei den Sichteinlagen/Termingeldern, was sich positiv auf den Zinsüberschuss auswirkt. Risiken ergeben sich hierbei aus der allgemeinen Senkung der Marktzinsen oder der Erhöhung der Einlagenzinsen, d. h. aus der Einengung der Margen.

Der Zinsrückgang zum Jahresende 2023 führte zu gestiegenen Bar- und Marktwerten zinstragender Geschäfte, die in die Bewertung des Zinsbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. eingehen. Zukünftige Zinsanstiege erhöhen das Risiko eines Verpflichtungsüberschusses und damit das Risiko zur Bildung einer Drohverlustrückstellung in künftigen Jahresabschlüssen.

4.2.2.2 Spreadrisiko

Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Ermittlung der Risiken auf Basis verschiedener Spreadszenarien mittels der IT-Anwendungen "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus" und SimCorp Dimension ("SCD").

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Berücksichtigung von Risiken aus dem Spezialfonds nach dem Durchschauprinzip.

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.

Konzentrationen bestehen hinsichtlich der Spreadrisiken aus Bankanleihen der Ratingklassen AA und A.

4.2.2.3 Aktienrisiko

Das Aktienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine Adressenrisikokomponente.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Ermittlung der Risiken auf Basis verschiedener Szenarien mittels unter "Excel" erstellten Berechnungen.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde im Varianz-Kovarianz-Ansatz die Delta-Gamma-Variante ausgewählt. Für Aktienanleihen erfolgt die Ermittlung der Risiken mittels unter "Excel" erstellten Berechnungen.

Berücksichtigung von Risiken aus dem Spezialfonds nach dem Durchschauprinzip.

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.

Aktienmarktabhängige Wertpapiere werden in einem bedeutenden Umfang zurzeit ausschließlich im Spezialfonds gehalten.

4.2.2.4 Immobilienrisiko

Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Marktwerten aus Immobilien ergibt. Immobilieninvestitionen umfassen sowohl Direktinvestitionen (Renditeobjekte, Rettungserwerb) als auch indirekte Investitionen (Immobilienfonds, Beteiligungen in Immobiliengesellschaften).

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Ermittlung der Risiken auf Basis verschiedener Szenarien mittels unter "Excel" erstellten Berechnungen.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "caballito".

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.

Immobilien im Eigenbestand werden in einem überschaubaren Umfang und Immobilienfonds in einem bedeutenden Umfang gehalten. Besondere Risiken sind aus den Anlagen derzeit nicht erkennbar.

Konzentrationen bestehen hinsichtlich der Immobilienrisiken in der Land-Nutzungsart-Kombination "Deutschland/Büro".

4.2.2.5 Infrastrukturinvestmentrisiko

Das Infrastrukturinvestmentrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welche sich aus der Veränderung der Bewertung von Infrastrukturinvestments aufgrund von Veränderungen des Zins- und Spreadniveaus sowie der Ausgestaltung und Veränderungen im Rahmen der aufsichtsrechtlichen Regulierung ergibt.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Ermittlung der Risiken auf Basis verschiedener Szenarien mittels unter "Excel" erstellten Berechnungen.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk (empirisch) mittels unter "Excel" erstellten Berechnungen.

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.

Infrastrukturinvestments werden in einem überschaubaren Umfang gehalten.

4.2.3 Beteiligungsrisiko

Das Beteiligungsrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes durch eine negative Wertänderung einer Beteiligung.

Je nach Beteiligungsart unterscheidet man nach dem Risiko aus strategischen Beteiligungen, Funktionsbeteiligungen und Kapitalbeteiligungen.

Die Steuerung des Beteiligungsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Rückgriff auf das Beteiligungscontrolling des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg für die Verbundbeteiligungen.

In der normativen Perspektive wird die Auswirkung auf aufsichtliche Quoten durch Beteiligungen berücksichtigt.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis einer Szenarioanalyse.

Wertansätze für Beteiligungsinstrumente:

Gruppen von Beteiligungsinstrumenten Buchwert
(in TEUR)
Strategische Beteiligungen 25.440
Funktionsbeteiligungen 0
Kapitalbeteiligungen 0

Das Beteiligungsportfolio besteht vorwiegend aus strategischen Beteiligungen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe. Neben strategischen Beteiligungen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe, die den Schwerpunkt des Portfolios bilden, bestehen weitere strategische Beteiligungen von untergeordneter Bedeutung.

4.2.4 Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.

Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.

Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab, dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung des institutseigenen Spreads sowie aus der unerwarteten Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen. Sowohl in der ökonomischen als auch in der normativen Perspektive wird das Refinanzierungskostenrisiko der Sparkasse als unwesentlich eingestuft.

Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio, LCR).

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio, NSFR).

Regelmäßige Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz.

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur.

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden.

Tägliche Disposition der laufenden Konten.

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassen-Finanzgruppe.

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans.

Erstellung einer Refinanzierungsplanung.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der S-Rating und Risikosysteme GmbH entwickelten IT-Anwendung "RKR". Der Risikowert beschreibt die Veränderung des Liquiditätsbarwerts bei veränderten Refinanzierungskosten, die aus veränderten Marktliquiditätsspreads resultieren. Die voraussichtliche Liquiditätsspreadbindungsdauer der variabel verzinslichen Geschäfte wird über Liquiditätsmischungsverhältnisse abgebildet.

Regelmäßige Überwachung der Fundingkonzentration zur Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung.

Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B. vorzeitige Kündigungen sowie Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern, werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen des kombinierten Stressfalls sowohl ein Abfluss von Verbindlichkeiten gegenüber Kunden als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert wird.

Die Survival Period der Sparkasse beträgt zum 31. Dezember 2023 im kombinierten Stressfall länger als 5 Monate.

Risikokonzentrationen bestehen im Hinblick auf mögliche Mittelabflüsse je Gegenpartei bei der Landesbank Baden-Württemberg als größtem Geldgeber und der DekaBank sowie im Hinblick auf das Liquiditätsdeckungspotenzial je Gegenpartei bei der Landesbank Baden-Württemberg.

Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

4.2.5 Operationelles Risiko

Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines Verlustes durch Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder in Folge externer Einflüsse eintreten.

Die Steuerung des operationellen Risikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige jährliche Schätzung des operationellen Risikos auf Basis der szenariobezogenen Schätzung von risikorelevanten Verlustpotenzialen aus der IT-Anwendung OpRisk-Szenarien.

Systematische Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle in einer Schadensfalldatenbank.

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Abbildung im Plan- und adversen Szenario.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis der IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren" der SR. Die Sparkasse schätzt zunächst den Median ihrer eigenen Schadensfallhistorie. Dieser Median wird mit dem Median des OpRisk-Pools adjustiert und anschließend zur Ermittlung des Risikos mittels sog. q-Faktoren auf das gewünschte Konfidenzniveau skaliert. Die q-Faktoren werden aus Schadensfällen aller Sparkassen abgeleitet.

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT, sowie Abschluss von Versicherungen.

Konzentrationen bestehen beim operationellen Risiko in folgenden Bereichen:

Aufgrund der überwiegenden Nutzung von IT-Anwendungen der Finanzinformatik bzw. der Dienstleistungen der Sparkassen Rating- und Risikosysteme GmbH bestehen hohe Abhängigkeiten.

4.3 Gesamtbeurteilung der Risikolage

Unser Haus verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß § 25a KWG. Mit den eingerichteten Risikosteuerungs- und -controllingprozessen können die wesentlichen Risiken frühzeitig identifiziert und gesteuert sowie relevante Informationen an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden.

In 2023 bewegten sich die Risiken innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite. Limitanpassungen ergaben sich zum 31. März 2023 aufgrund der Umstellung auf die neue Risikotragfähigkeit. Das Risikotragfähigkeitslimit (ökonomische Perspektive) war am Bilanzstichtag mit 73 % ausgelastet. Die Mindestanforderungen an die Einhaltung aufsichtlicher Kenngrößen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im Planszenario als auch unter der Berücksichtigung adverser Entwicklungen vollständig erfüllt. Demnach war und ist die Risikotragfähigkeit derzeit gegeben. Die durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können.

Die Risikolage ist als günstig einzustufen. Bezüglich der Adresse LBBW besteht eine Risikokonzentration. Darüber hinaus bestehen Risikokonzentrationen bei Adressenausfallrisiken in Bezug auf die Eigengeschäfte mit Instituten im Haftungsverbund bzw. mit Sicherstellung durch Institute im Haftungsverbund. Bei Marktpreisrisiken bestehen Risikokonzentrationen hinsichtlich der Spreadrisiken aus Bankanleihen der Ratingklassen AA und A sowie der Immobilienrisiken in der Land-Nutzungsart-Kombination "Deutschland/Büro". Bei Liquiditätsrisiken bestehen, neben der LBBW, Risikokonzentrationen bei der DekaBank. Im Bereich der operationellen Risiken bestehen Risikokonzentrationen in Bezug auf das Rechenzentrum (Finanz Informatik) sowie die Sparkassen Rating- und Risikosysteme GmbH. Ferner besteht eine Ertragskonzentration im Bereich der Konditionsbeiträge Passiv bei Sichteinlagen/Termingeldern.

Risiken der künftigen Entwicklung ergeben sich in erster Linie aus der Einengung der Margen im Kundeneinlagengeschäft bei einem sich gleichzeitig verschärfendem Wettbewerb sowie aus höheren Verwaltungsaufwendungen u. a. durch Belastungen aus höheren Löhnen und Gehältern aufgrund von Tarifabschlüssen. Des Weiteren können sich durch regulatorische Verschärfungen für die Finanzwirtschaft Belastungen ergeben.

Bestandsgefährdende oder entwicklungsbeeinträchtigende Risiken sind auf Grundlage der Risikoinventur nicht erkennbar. Die Sparkasse sieht sich durch das bestehende Risikomanagement sowohl für das bestehende Geschäft als auch für die kommenden Herausforderungen gut gerüstet.

5. CHANCEN- UND PROGNOSEBERICHT

5.1 Chancenbericht

Das Chancenmanagement unserer Sparkasse ist in den jährlichen strategischen Planungsprozess integriert. Dies ermöglicht es, Trends und Veränderungen im Marktumfeld zu erkennen, zu analysieren und dient als Basis zur Bewertung von Chancen.

In den strategischen Planungsprozess sind der Direktor Unternehmenssteuerung, die Direktorin Vorstandsstab, der Abteilungsleiter Organisation und die Abteilungsleiterin Vertriebsmanagement als "Strategieteam" unter Federführung der Abteilung Unternehmenssteuerung eingebunden. Das "Strategieteam" unterstützt den Vorstand bei der Erstellung der Geschäftsstrategie.

Im Rahmen der Kommunikation der Geschäftsstrategie werden unsere Mitarbeiter über die identifizierten Chancenpotenziale informiert. Auf Basis von Soll-Ist-Abweichungen wird die Zielerreichung durch einen vierteljährlichen Reportingprozess überwacht.

Die Sparkasse Neckartal-Odenwald hat in ihrem Geschäftsgebiet traditionell eine starke Marktstellung. Durch die enge Verbindung zu unserer Region besteht in besonderem Maße die Möglichkeit, unseren Wirtschaftsraum und damit die regionale Wirtschaftskraft weiter zu entwickeln. Dadurch ergeben sich auch Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung der Sparkasse.

Durch die anhaltende Stärkung unserer Eigenmittel in den vergangenen Jahren sehen wir uns für die quantitativ und qualitativ zunehmenden Kapitalanforderungen gut gerüstet. Damit sind wir in der Lage, die erforderliche Eigenkapitalunterlegung für die geplante Geschäftsentwicklung zu erfüllen.

Ein auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittenes umfassendes Produkt- und Dienstleistungsangebot bietet Chancen für unseren aktiven Vertrieb im Kundengeschäft. Ziel hierbei ist, die Zufriedenheit unserer Kunden zu steigern, um sie stärker an die Sparkasse zu binden, sowie gezielt die Gewinnung von Neukunden zu erreichen. Die Ausschöpfung unserer Kundenpotenziale ist eine wesentliche Grundlage für unseren geschäftlichen Erfolg und die Sicherung unserer Marktanteile.

Chancen erwarten wir aus unseren Investitionen im Bereich der Informationstechnologien. Als Schlüsselthemen der kommenden Jahre sehen wir die Fortentwicklung unserer bestehenden Steuerungsinstrumente und die verstärkte Nutzung medialer/ digitaler Vertriebskanäle an. Dabei stehen die Anwendungen auf Basis der Gesamtbanklösung OSPlus in der Kundenberatung und in der Gesamtbanksteuerung im Vordergrund.

Um die Kundenbindung weiter zu intensivieren und die partnerschaftliche Zusammenarbeit innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe zu fördern, bedarf es geeigneter technischer Lösungen, die eine unternehmensübergreifende Anbindung von Geschäftsprozessen ermöglichen und eine ganzheitliche Sicht auf den Kunden gewähren, damit wir künftig in der Lage sind, mit unseren Partnern "Finanzprodukte aus einer Hand" anzubieten. Hierzu unterstützen durchgängige Geschäftsprozesse ohne Medienbrüche eine schlanke, fallabschließende Abwicklung.

Die durchgängige Integration medialer Vertriebskanäle, wie Telefonbanking oder Internet auf der einen Seite und des stationären Vertriebs in der Geschäftsstelle auf der anderen Seite, erweitert die Chancen, dass wir unsere Kunden bedarfsgerecht beraten und zielgerichtet ansprechen können.

5.2 Prognosebericht

Die nachfolgenden Einschätzungen haben Prognosecharakter. Sie stellen unsere Einschätzungen der wahrscheinlichsten künftigen Entwicklung auf Basis der uns zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen dar.

Da Prognosen mit Unsicherheit behaftet sind bzw. sich durch die Veränderungen der zugrundeliegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, ist es möglich, dass die tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen. Zu diesen gehören insbesondere die Konjunktur-, Inflations- und Zinsentwicklung, die Entwicklung der Immobilienmärkte, aber auch geopolitische Krisen.

Der Prognosezeitraum umfasst das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr.

Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

5.2.1 Rahmenbedingungen

Nach dem Internationalen Währungsfonds (IWF) dürfte die Weltwirtschaft im laufenden Jahr um 3,1 % wachsen. Im Euroraum soll das Wirtschaftswachstum 2024 leicht anziehen auf 0,9 % nach 0,5 % im Jahr zuvor. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt soll nach der Konjunkturprognose des ifo Instituts vom März 2024 im laufenden Jahr nur um 0,2 % wachsen; in Baden-Württemberg nach der Landesbank Baden-Württemberg um 0,1 %. Getrieben sind diese Werte von einem negativen statistischen Überhang aus 2023 und dem schwachen Jahresauftakt 2024. Getragen wird das Wachstum vor allem von einer unterstellten Erholung des privaten Konsums, der in 2024 preisbereinigt um 1,0 % zulegen könnte. Für die Lage bei den Bauinvestitionen und im Außenhandel bleibt eine Prognose für 2024 dagegen noch schwierig. Die konjunkturelle Schwäche wird den Beschäftigungsaufbau verlangsamen und die Arbeitslosigkeit zunächst weiter steigen lassen. Für die Arbeitslosenquote wird nach der Konjunkturprognose des ifo Instituts erwartet, dass diese in diesem Jahr mit durchschnittlich 5,9 % um 0,2 %-Punkte höher liegt als noch im Jahr 2023. Der weitgehend geräumte Arbeitsmarkt dürfte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Gütermärkte mit einer Seitwärtsbewegung bei der Erwerbstätigkeit begleiten. Diese Prognosen stehen natürlich unter dem Vorbehalt, dass es nicht zu weiteren Verschärfungen bei den zahlreichen geostrategischen und politischen Konflikten kommt.

Die Inflationsraten dürften auch aufgrund gesunkener Energiepreise im laufenden Jahr weiter zurückgehen. In Deutschland ist mit einer Inflationsrate von 2,5 % zu rechnen. Nachdem die Notenbanken in 2023 weltweit zunächst ihren restriktiven Kurs fortgeführt hatten und in den vergangenen Monaten das Leitzinsniveau stabil gehalten haben, deuten sich nunmehr erste Tendenzen für Zinssenkungen der Zentralbanken im Jahr 2024 an.

Nach einem Ausblick der Deutschen Bundesbank wird erwartet, dass der zunehmende Wettbewerb im Einlagengeschäft, das schwache Kreditneugeschäft sowie steigende Verwaltungsaufwendungen durch notwendige Investitionen (u. a. zur Verhinderung von Cyberkriminalität und zur verstärkten Digitalisierung) die Ertragslage der nächsten Jahre belasten werden. Eine schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung könnte zusätzlich zu einem Anstieg von Kreditausfällen führen. Vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Gesamtsituation unterliegt die Einschätzung zur Entwicklung der Risikovorsorge im Kreditgeschäft den gleichen Unsicherheiten wie die Prognose zur Wirtschaftsentwicklung.

5.2.2 Geschäftsentwicklung

Im Kundenkreditgeschäft gehen wir aufgrund des mäßigen Wirtschaftswachstums und der Folgen des Ukraine-Kriegs ebenfalls nur von einem mäßigen Wachstum aus.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden wird aufgrund des verschärften Wettbewerbs mit einer gleichbleibenden Entwicklung gerechnet.

Das Dienstleistungs- und Vermittlungsgeschäft wird sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegen.

5.2.3 Finanzlage

Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Zahlungsfähigkeit gewährleistet ist und die bankaufsichtlichen Anforderungen eingehalten werden können.

5.2.4 Ertrags- und Vermögenslage

Aufgrund von Umschichtungen von null- oder niedrigverzinslichen Einlagen in höherverzinsliche Einlagen und infolge des starken Wettbewerbs in der Kreditwirtschaft wird in 2024 von einem leicht sinkenden Zinsüberschuss gegenüber 2023 ausgegangen.

Beim Provisionsüberschuss rechnen wir in 2024 mit einem gegenüber 2023 in etwa gleichbleibendem Ergebnis. Dem verschlechterten wirtschaftlichen Umfeld soll durch verschiedene Cross-Selling-Maßnahmen im Rahmen des Giro-Hausbankmodells entgegengewirkt werden, insbesondere im Wertpapiergeschäft. Mit Einführung des Kompetenzcenters Kredit für das Konsumentenkreditgeschäft wird eine bessere Marktdurchdringung in diesem Geschäftsfeld erwartet.

Beim Personalaufwand gehen wir insbesondere aufgrund der Erhöhung der Löhne und Gehälter der Beschäftigten aufgrund von Tarifsteigerungen sowie eines erhöhten Personalbestandes von einer spürbaren Erhöhung aus. Der Sachaufwand wird unter anderem aufgrund der allgemeinen Preissteigerungen und zusätzlicher Ausgaben für Projekte deutlich belastet. Für den Verwaltungsaufwand insgesamt wird daher eine erhebliche Zunahme erwartet.

Für das Betriebsergebnis vor Bewertung (gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen) erwarten wir aufgrund des sinkenden Zinsüberschusses und eines erheblichen Anstiegs des Verwaltungsaufwands insgesamt ein erheblich sinkendes Betriebsergebnis vor Bewertung.

Des Weiteren können sich aufgrund regulatorischer Verschärfungen für die Finanzwirtschaft (Vereinheitlichung der Einlagensicherung, Basel III-Regelungen, Meldewesen) weitere Belastungen ergeben, die sich auf die Ergebnis- und Kapitalentwicklung der Sparkasse negativ auswirken können.

5.3 Gesamtaussage

Unsere Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024 beurteilen wir in Bezug auf die von uns erwarteten Entwicklungen der Rahmenbedingungen und unserer bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren trotz einer rückläufigen Ertragslage zusammengefasst als günstig.

Bei der prognostizierten Entwicklung der Ertragslage sollte eine weitere Stärkung der Eigenmittel gesichert sein.

Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Risikotragfähigkeit und die Einhaltung aller bankaufsichtsrechtlichen Kennziffern durchgängig gewährleistet sind.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Sparkasse Neckartal-Odenwald, Mosbach, Buchen, Eberbach und Osterburken

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse Neckartal-Odenwald (im Folgenden: Sparkasse) bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 Handelsgesetzbuch (im Folgenden: HGB) erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden: EU-APrVO) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchstabe f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung von Forderungen an Kunden

a) Sachverhalt und Problemstellung

Das Kundenkreditgeschäft ist ein maßgebliches Geschäftsfeld der Sparkasse. Bei der Bewertung einzelner Kundenforderungen ist das Adressenausfallrisiko des Kreditnehmers, d. h. insbesondere die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, sowie die Bewertung der ggf. vorliegenden Sicherheiten, maßgeblich. Die Bewertung dieser Forderungen beruht somit in einem hohen Maße auf den Einschätzungen und Annahmen des Vorstands der Sparkasse zu den genannten Sachverhalten. Die Unsicherheiten bei diesen Ermessensentscheidungen sind aktuell insbesondere durch die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Einschätzung, inwieweit die hieraus resultierenden Belastungen die Kapitaldienstfähigkeit der betroffenen Kreditnehmer dauerhaft negativ beeinflussen. Diese Thematik hat daher wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage der Sparkasse. Für die Zwecke der Rechnungslegung sind insofern die Kreditprozesse zur Bewertung der Forderungen von besonderer Bedeutung. Die Bewertung von Forderungen an Kunden bedarf insoweit einer besonderen Befassung durch den Abschlussprüfer.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Bereits im Rahmen unserer vorgezogenen Prüfung der organisatorischen Pflichten haben wir die Ordnungsmäßigkeit der Kreditprozesse, u. a. die Früherkennungsverfahren für Kreditrisiken und den Forderungsbewertungsprozess, betrachtet. Die relevanten Kreditprozesse sowie die Ausgestaltung und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems bei der Bewertung der Kundenforderungen beurteilen wir regelmäßig auf Grundlage von Aufbau- und Funktionsprüfungen.

Bei einer risikoorientierten - unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - vorgenommenen bewussten Auswahl von Kreditengagements haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen in Form von Einzelfallprüfungen vorgenommen und auf der Grundlage von Kreditunterlagen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen die von der Sparkasse vorgenommene Beurteilung des kreditnehmerbezogenen Adressenausfallrisikos sowie die Bewertung der Kreditsicherheiten bei ausfallgefährdeten Forderungen nachvollzogen.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Weitere Informationen und Erläuterungen sind in den Anhangangaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Abschnitt B) sowie zu den Beständen zum Bilanzposten Aktiva 4 (Abschnitt C) enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellungen und Erläuterungen im Lagebericht (Abschnitte 2.3.2.2, 2.4.1 und 4.2.1.1).

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter (Vorstand) und des Aufsichtsorgans (Verwaltungsrat) für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und, sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO

Wir sind nach § 30 Abs. 2 Satz 2 Sparkassengesetz für Baden-Württemberg i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht nach Art. 11 EU-APrVO in Einklang stehen.

Von uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Sparkasse erbracht:

Prüfung im Zusammenhang mit dem "MACCs-Verfahren" (Kreditforderungen - Einreichung und Verwaltung) gemäß Abschnitt V Nr. 11 (1) der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutschen Bundesbank

Prüfung im Zusammenhang mit der Kostenumlage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht für den Aufsichtsbereich Wertpapierhandel gemäß § 16j Abs. 2 Satz 2 des Gesetzes über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz - FinDAG)

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Peter Ohnimus.

 

Stuttgart, den 29. Mai 2024

Sparkassenverband Baden-Württemberg
Prüfungsstelle

Ohnimus, Wirtschaftsprüfer

VERWALTUNGSRATSBESCHLUSS zur Sitzung vom 12. Juni 2024

Beschluss-Nr. 15

Blatt: Punkt 15 der Tagesordnung

Feststellung des Jahresabschlusses 2023 gem. § 30 Abs. 3 Satz 1 SpG

Nach der Berichterstattung über die Jahresabschlussprüfung kann der Jahresabschluss 2023 gem. § 30 Abs. 3 Satz 1 SpG durch den Verwaltungsrat festgestellt werden. Es wurden vorgelegt:

der Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts 2023 mit Testat der Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg vom 29. Mai 2024

der Jahresabschluss 2023 - Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung - (Anlage zu vorgenanntem Prüfungsbericht)

Es wird darum gebeten, die erforderliche Feststellung des vorgenannten Jahresabschlusses vorzunehmen.

Zum Bilanzstichtag errechnet sich zwischen der Sicherheitsrücklage und der Bilanzsumme eine Relation von 3,6 %. Insoweit ist der Überschuss gemäß § 31 Abs. 1 SpG in voller Höhe der Sicherheitsrücklage zuzuführen (§ 31 Abs. 2 SpG).

Beschluss:

1. Der Jahresabschluss 2023 der Sparkasse Neckartal-Odenwald mit einer Bilanzsumme von 3.042.133.688,76 EUR und einem Bilanzgewinn von 2.001.524,63 EUR wird festgestellt.

2. Der Bilanzgewinn von 2.001.524,63 EUR wird in voller Höhe der Sicherheitsrücklage zugeführt.

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