B.Braun Avitum AG
Schwarzenberger Weg 73, 34212 Melsungen, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Andreas Walde seit 2.6.2025 | Vorstandsmitglied |
Christian Brüggemann seit 17.12.2024 | Prokura |
Oliver Stöhr seit 30.9.2024 | Prokura |
Jean-Claude Dr. Dubacher seit 25.4.2024 | Vorsitzender des Vorstands |
Silke Fricke seit 6.12.2023 | Prokura |
Jörn Dr. Meibaum seit 12.5.2022 | Prokura |
Holger Dr. Seeberg seit 23.7.2018 | Vorstandsmitglied |
Matthias Christian Mansla seit 23.7.2018 | Prokura |
Melanie Bubenik seit 7.6.2017 | Prokura |
Claudia Maria Prof. Dr. med. Barth seit 4.8.2014 | Prokura |
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% | |
| 100.00% |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
B. Braun Holding GmbH & Co. KGMelsungenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022KonzernlageberichtGrundlagen des B. Braun-KonzernsGeschäftsmodell B. Braun ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Medizintechnologie mit Hauptsitz in Melsungen, Deutschland. Zum 31. Dezember 2022 beschäftigte der B. Braun-Konzern 65.237 Mitarbeiter*innen (Vorjahr: 66.969) in 64 Ländern. Als verlässlicher Partner entwickeln wir intelligente Lösungen und setzen wegweisende Standards für den Fortschritt in der stationären und ambulanten Versorgung. Unsere Kunden sind Kliniken, Arztpraxen, Apotheken, Pflege- und Rettungsdienste - aber auch Patient*innen und ihre Angehörigen. Als nachhaltig wirtschaftendes Familienunternehmen investieren wir in neue Technologien, um die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt zu schützen und zu verbessern. B. Braun stellt über 5.000 Medizintechnik- und Pharmaprodukte her, die durch ein umfangreiches Angebot an Dienstleistungen ergänzt werden. Eine wachsende Anzahl unserer ganzheitlichen Lösungen hat digitale Komponenten, die Prozesse bei unseren Kunden verbessern, die Sicherheit erhöhen und medizinische Fachkräfte entlasten. Unsere Produkte und Dienstleistungen haben wir in 15 Therapiefelder und Indikationsgebiete unterteilt, die in den drei Sparten Hospital Care, Aesculap und Avitum organisiert sind. Tabelle/Grafik: B. Braun-Therapiefelder und -Indikationsgebiete
Hospital Care Die Sparte Hospital Care versteht sich als ein führender Versorger für die Infusions-, die Ernährungs- und die Schmerztherapie. Für die Infusionstherapie bieten wir umfassende Lösungen an - von Arzneimitteln und Verbrauchsmaterialien bis hin zu intelligenten Systemlösungen. In unseren über Jahrzehnten etablierten Produktlinien setzen wir mit Innovationen und neuen Technologien weltweite Standards im Hinblick auf Qualität, Effizienz und Sicherheit. Das sind Aspekte, die gerade bei Verbrauchsgütern für unsere Kunden kaufentscheidend sind. So konnten wir beispielsweise 2022 das viermilliardste Infusionsgerät Intrafix® in Melsungen produzieren. Auch bei der Behandlung von Krebserkrankungen werden Chemotherapeutika über Infusionssysteme appliziert. Um hierbei Medikationsfehler zu vermeiden und Patient*innen und Pflegepersonal sicher durch die Therapie führen zu können, haben wir OncoSafety Remote Control® entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Software, welche die onkologische Arzneimitteltherapie digital anleitet, kontrolliert und dokumentiert. Ein guter Ernährungszustand der Patient*innen ist Grundlage für jede erfolgreiche Therapie im präklinischen, stationären und häuslichen Bereich. Die parenterale Ernährung wird bei kritischen Indikationen in der Apotheke patientenindividuell hergestellt. Mit Apex® haben wir unseren Kunden ein System für die automatisierte Zubereitung vorgestellt, welches Zeit spart und hilft, Fehler zu vermeiden. Im Bereich der Anästhesie liegt ein Fokus auf regionalen Verfahren wie beispielsweise Nervenblockaden. Unter anderem für die Pädiatrie haben wir unser Portfolio intravenöser Arzneimittel erweitert. Mit Ibuprofen 200 mg steht nun ein Schmerzmittel speziell für diese besondere Patientengruppe zur Verfügung. Aesculap Die Sparte Aesculap ist Partner für operative und interventionelle Therapiekonzepte in der stationären und ambulanten Patientenversorgung. In der minimalinvasiven Chirurgie fokussieren wir uns auf die Laparoskopie. Hier entwickeln wir Therapiekonzepte, die beispielsweise durch das 3D-Kamerasystem EinsteinVision®, die Seal-&-Cut-Lösung Aesculap® Caiman® und spezialisierte Stapler- und Nahtlösungen in Kombination mit neuen OP-Prozessangeboten zu verbesserten Behandlungsergebnissen führen. Im Bereich des orthopädischen Gelenkersatzes und der Wirbelsäulenchirurgie haben wir mit der Einführung der innovativen Implantat-Plattform-Systeme CoreHip®, Plasmafit® Dual Mobility, Ennovate® und 3D Cages begonnen. Gepaart mit unserer bewährten Navigationstechnologie sowie unseren Service- und Prozesslösungen bieten wir patientenindividuelle Versorgungskonzepte über den gesamten Behandlungspfad hinweg. In der Neurochirurgie erweitern wir unser klassisches Angebot an Instrumenten und Implantaten gezielt um integrierte Lösungen wie unser digitales Operationsmikroskop Aesculap Aeos®. Mit dem implantierbaren Sensor M.scio® bieten wir eine innovative Lösung, mit der erstmals bei Hydrocephalus-Patient*innen der Hirndruck telemetrisch im Langzeitverlauf dokumentiert und analysiert werden kann. Dies führt zu einer Reduzierung von Krankenhauseinweisungen, geringerer Strahlenbelastung durch weniger CT-Untersuchungen und Vermeidung von operativen Eingriffen. In der interventionellen Gefäßtherapie eröffnen wir mit unserem Fokus auf klinische Evidenz neue Therapieoptionen. Innovative Technologien zur Diagnose, Prävention sowie lokalen Verabreichung von Medikamenten stehen hierbei im Mittelpunkt. Im Sterilgutmanagement sind wir ein Systemanbieter mit einem umfangreichen Portfolio an chirurgischen Instrumenten, Sterilcontainer- und chirurgischen Motorensystemen. Wir verbinden diese Produkte mit Beratungs-, Planungs- und technischen Dienstleistungen sowie mit der Integration von IT-basierten Prozessen. Damit unterstützen wir Krankenhäuser, ihre operativen Kosten zu senken. Seit mehr als 100 Jahren stellen wir zuverlässiges Nahtmaterial für Operationen her. Mit unseren Beratungsleistungen und Logistiklösungen verbessern wir Prozesse im Operationssaal und unterstützen ein nachhaltiges Management von Verbrauchsmaterialien. Avitum Für Menschen mit chronischen Erkrankungen bietet die Sparte Avitum Produkte und Dienstleistungen an, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Wir betreiben ein Netzwerk von 369 Dialysezentren in Europa, Asien-Pazifik, Lateinamerika und Afrika, in dem wir 27.500 dialysepflichtige Patient*innen versorgen. Im Berichtsjahr haben wir zudem Flüchtlinge aus der Ukraine innerhalb unseres Netzwerks in Europa versorgt und somit ihre kontinuierliche Dialysetherapie sichergestellt. In unseren fünf europäischen Home-Care-Organisationen ermöglichen wir eine umfassende Versorgung chronischer Erkrankungen auch zu Hause, zum Beispiel durch unser Angebot der Heimdialyse. Mit Diacan® Flex führten wir 2022 eine neue Generation von flexiblen Sicherheitskathetern zum einmaligen Gebrauch für den peripheren Gefäßzugang bei extrakorporalen Blutreinigungstherapien ein. Mit dem neuen Katheter können wir den Patientenkomfort erhöhen sowie das Risiko von Gefäßverletzungen und Nadelstichverletzungen verringern. Zudem haben medizinische Fachkräfte mit dem neu eingeführten Nexadia Mobile Companion einen vollständigen Zugriff auf digitale Patienten- und Behandlungsdaten in Dialysezentren mit mobilen Geräten. Im Bereich Wundmanagement spezialisieren wir uns mit den Produkten Prontosan® und Askina® Calgitrol® auf abgestimmte Behandlungskonzepte für die Behandlung von schweren Verbrennungswunden. Bei der Stomaversorgung erweitern wir unsere konvexen Stomabeutel-Systeme, die eine gute Abdichtung zur umgebenden Haut gewährleisten und Leckagen vermeiden. In der Kontinenzversorgung fokussieren wir uns mit gebrauchsfertigen Einmalkathetern weiterhin auf einfache Handhabung, Sicherheit und Verwendung von umweltschonenden Materialien. Wissenstransfer Als Fort- und Weiterbildungsforum des B. Braun-Konzerns bietet die Aesculap Akademie in über 40 Ländern wissenschaftliche und produktspezifische Trainings und Workshops an - virtuell und in Präsenz. Weltweit erreichten wir 2022 gemäß dem Leitbild der Aesculap Akademie "Connect. Exchange. Enable." Mit rund 4.200 Kursen über 268.000 medizinische Fachkräfte. Unternehmensführung Die strategisch-geschäftsleitende B. Braun Familienholding SE & Co. KG (Familienholding) beinhaltet die Konzernfunktionen Finanzen, Controlling, Steuern, Recht, Interne Revision, Personalwesen sowie die Unternehmenskommunikation. Die Familienholding stellt das Bindeglied zwischen Eigentümerfamilie und Unternehmen dar. Unterhalb der Familienholding hält die B. Braun SE als operative Konzernführungsgesellschaft unmittelbar oder mittelbar die Anteile an der B. Braun Melsungen AG (Hospital Care), der Aesculap AG (Aesculap) und der B. Braun Avitum AG (Avitum). Organe der B. Braun SE sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung. Die Mitglieder des Vorstands sind mit klaren Ressortzuständigkeiten gemeinschaftlich für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich. Zum 1. April 2022 wurde Dr. Jens von Lackum als stellvertretendes Mitglied in den Vorstand der B. Braun SE berufen. Er übernahm die Verantwortung für die Sparte Aesculap und damit einhergehend den Vorstandsvorsitz der Aesculap AG. In beiden Funktionen folgte Dr. Jens von Lackum auf Dr. Joachim Schulz, der in den Ruhestand eintrat. Zum gleichen Zeitpunkt wechselte Dr. Meinrad Lugan von der B. Braun SE in den Vorstand der B. Braun Familienholding Verwaltungs SE. Die Verantwortlichkeiten für die Sparte Hospital Care im Vorstand der B. Braun SE sowie die Position als Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG wurden von Markus Strotmann übernommen. Die bisherige Verantwortung von Markus Strotmann innerhalb des Konzernvorstands für die Sparte Avitum und als Vorstandsvorsitzender der B. Braun Avitum AG werden seitdem interimistisch von Anna Maria Braun, Vorstandsvorsitzende der B. Braun SE, übernommen. Der Aufsichtsrat der B. Braun SE besteht aus 16 Mitgliedern, die zur Hälfte von der Hauptversammlung des Unternehmens und zur anderen Hälfte von Arbeitnehmer*innen gewählt werden. Um die Arbeit des Aufsichtsrats effizient zu unterstützen, sind Ausschüsse eingerichtet. Der Arbeitsausschuss behandelt unter anderem Fragen zu Vorstandsverträgen und -vergütungen. Der Prüfungsausschuss überwacht die internen Kontrollsysteme, das integrierte Compliance-Management-System, den Rechnungslegungsprozess sowie die Abschlussprüfung. B. Braun ist über Tochtergesellschaften und Beteiligungen in 64 Ländern tätig. Zum Konzernkreis der B. Braun SE zählen 290 (Vorjahr: 299) vollkonsolidierte Unternehmen. Nach der Equity-Methode werden 20 (Vorjahr: 22) Beteiligungen erfasst. Wesentliche Fertigungsstandorte befinden sich in Melsungen, Bad Arolsen, Berlin, Denzlingen, Dresden, Glandorf, Roth, Tuttlingen (alle Deutschland), Rubí (Spanien), Nogent (Frankreich), Mirandola (Italien), Nowy Tomyśl (Polen), Gyöngyös (Ungarn), Crissier, Escholzmatt und Sempach (alle Schweiz), Allentown, PA, Daytona Beach, FL und Irvine, CL (alle USA), Suzhou (China), Tochigi (Japan), Penang (Malaysia), Hanoi (Vietnam), Neu Delhi (Indien) und São Gonçalo (Brasilien). Zu den strategischen Steuerungsgrößen gehören die Kennzahlen Umsatz und EBITDA sowie definierte Bilanzrelationen. Das operative Geschäft steuern wir im Wesentlichen über die Messgrößen Ergebnis nach Funktionskosten und EBIT. Zusätzlich beurteilen wir die Entwicklung des Working Capital anhand der Kennzahlen Days Sales Outstanding (DSO), Days Payables Outstanding (DPO) und Coverage in Weeks (CIW). Als Familienunternehmen bekennen wir uns zu einer rechtskonformen und gesellschaftlich verantwortlichen Unternehmensführung. Wir haben ein weltweites Compliance-Management-System etabliert, um die Einhaltung von Regeln und Gesetzen sicherzustellen. Compliance bedeutet für den B. Braun-Konzern nicht nur Rechtskonformität, sondern umfasst auch ethische Werte wie Integrität, Fairness und Nachhaltigkeit, die wir transparent nach innen und außen leben. Unser Code of Conduct setzt verbindliche Rahmenbedingungen für unsere weltweiten Aktivitäten und definiert das ethische Verhalten unserer Beschäftigten im Sinne unseres globalen Compliance-Management-Systems. Alle Unternehmen des B. Braun-Konzerns sind verpflichtet, entsprechende Mindestregeln verbindlich zu erlassen. Wir entwickeln das Compliance-Management-System kontinuierlich weiter. Durch digitale Prozesse können wir seine Effizienz steigern sowie Risiken effektiver erkennen und steuern. Strategie Die Gesundheitsbranche erlebt immer kürzere Innovationszyklen. Neue Technologien verändern die Anforderungen und Erwartungen unserer Kunden. Gleichzeitig steigt der Finanzierungsdruck auf Gesundheitssysteme durch demografische Veränderungen, eine starke Zunahme chronisch kranker Patient*innen und steigende regulatorische Anforderungen. Diesen Entwicklungen begegnet B. Braun mit dem strategischen Rahmen "B. Braun-the next decade" von 2020 bis 2030. Sparten, Zentralbereiche und Länderorganisationen haben detaillierte Entwicklungspläne mit klaren Meilensteinen ausgearbeitet und setzen den strategischen Rahmen gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen iterativ um. Darin beschrieben ist unser Wandel hin zu einem Unternehmen, das mit Sharing Expertise und der Kraft neuer Technologien den Fortschritt im Gesundheitswesen beschleunigt. Basis dafür ist ein finanzieller Rahmen, den wir zunächst bis 2025 gesteckt haben: Unser Umsatz soll um jährlich 5 bis 7 Prozent wachsen und die EBITDA-Marge 14 Prozent erreichen (jeweils währungskursbereinigt). Um die Zielerreichung in anhaltend unsicheren Märkten abzusichern und weiter in seine Zukunft investieren zu können, hat B. Braun zu Beginn des Berichtsjahres ein konzernweites Profitabilitätsprogramm als Teil der Konzernstrategie gestartet. Hier prüfen wir Strukturen, Prozesse und die Zusammenarbeit in allen Organisationsbereichen und passen sie an, um unsere Produktivität zu erhöhen, Kosten dauerhaft zu senken und so unser Ergebnis zu stabilisieren. Indem wir bereichsübergreifend handeln und verschiedene Expertisen und Perspektiven schnell integrieren, wollen wir der Komplexität und anhaltenden Unsicherheiten in den Märkten begegnen. In der Umsetzung unserer Strategie leiten uns unsere Werte Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig fördern wir eine Kultur, die von Vertrauen, Verantwortung und Vielfalt geprägt ist. Als Familienunternehmen haben wir einen langfristigen Fokus und wollen auch in der nächsten Dekade aus eigener Kraft wachsen. Innovationen Innovationen sind die treibende Kraft für den Erfolg von B. Braun: Die Fokussierung auf wichtige Schlüsseltechnologien im Rahmen unserer Strategie folgt einem spartenübergreifenden Ansatz: Im B. Braun-Konzern sind die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Centers of Excellence (CoEs) angesiedelt. Diese bündeln jeweils für bestimmte Therapiefelder Forschung, Entwicklung, Produktion und Produktzulassung. Die einzelnen Bereiche stehen in engem Austausch miteinander. In unseren Produktionen implementieren wir vernetzte und digitalisierte Prozesse sowie neue Technologien zur Automatisierung, wie zum Beispiel Robotik, Sensorik, Predictive Maintenance und künstliche Intelligenz. Bei der Entwicklung neuer Produkte achten wir auf den ressourcenschonenden Einsatz von Materialien. Die Sparte Hospital Care konzentriert sich in Forschung und Entwicklung auf Lösungen, die die Effizienz in Krankenhäusern steigern und die Sicherheit für Patient*innen und Anwender*innen erhöhen. Für die intravenösen Therapien entwickeln wir gebrauchsfertige Flüssigarzneimittel und Applikationssysteme, die Anwendungsfehler bei Zubereitung und Verabreichung reduzieren. Dadurch werden Pflegekräfte entlastet und Patient*innen besser geschützt. Auch die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Sicherheitsvenenverweilkanülen unterstützt diese Ziele. Darüber hinaus treiben wir die digitale Transformation in den Kliniken über unser neues Infusionspumpensystem Space®plus und OnlineSuiteplus voran. Dank der einfachen Netzwerkintegration, seiner Interoperabilität auf Basis des neuesten Technikstands und dem weiterentwickelten Ansatz für mehr Cyber-Sicherheit ist das Space®plus-System die digitale Lösung für die Zukunft. Die Infusionspumpen liefern während der Infusionen viele Daten, die mit unserem System direkt in die vorhandenen Datenmanagementsysteme der Kliniken überspielt werden können und damit dem Personal patientenbezogen zur Verfügung stehen. Wir arbeiten an weiteren Anwendungen, die mittels Datenanalyse klinische Prozesse optimieren und die Behandlung der Patient*innen verbessern. Die Sparte Aesculap setzt Innovationen in der Chirurgie mit einem Fokus auf die Wachstumsfelder Digitalisierung und Robotik um. Im Berichtsjahr haben wir die Entwicklungsaktivitäten rund um robotische Systeme ausgeweitet - immer mit dem Ziel, Mehrwerte für Patient*innen und Kunden zu schaffen. Wir nutzen Entwicklungsressourcen, um unsere digitalen Lösungen und klassischen Produkte nahtlos miteinander zu verbinden und so den Anwendernutzen zu erhöhen. Beispiele sind die Weiterentwicklung unseres roboterunterstützten Operationsmikroskops Aesculap Aeos® und die Digitalisierung unserer Sterilgüter. Die Vernetzung unserer Produkte und Systeme schafft die Voraussetzung für neuartige datenbasierte Therapieansätze und individualisierte Behandlungskonzepte beispielsweise in der Orthopädie. Durch die Weiterentwicklung unserer digitalen Innovationen im Reparatur- und Nachschubmanagement von Sterilgütern, Implantaten und Verbrauchsgütern erreichen wir Effizienzsteigerungen bei unseren Kunden und werden zum integralen Bestandteil der Versorgungskette. Für die Sparte Avitum bedeutet Innovation, die Behandlung von Menschen mit chronischen Erkrankungen durch Automatisierung und Digitalisierung kontinuierlich zu verbessern und weiterzuentwickeln. Wir treiben dabei die digitale Transformation in Dialysezentren über unser Nexadia-Patientendaten-Management-System (PDMS) voran, indem wir Maschinen, medizinische Geräte und Gesundheitsdaten von Patient*innen erfassen, verknüpfen und medizinische Berichte direkt davon ableiten. Diese dienen der kontinuierlichen Optimierung während einer Dialysetherapie. Zudem arbeiten wir an Anwendungen für Vorhersage-Analysen bei chronischen Erkrankungen mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz. Um Innovationen für B. Braun nutzbar zu machen und zu leben, führen wir das Potenzial interner und externer Expertisen mittels zahlreicher Initiativen und Plattformen zusammen: Wir arbeiten an Innovationen in eigenen Forschungs- und Entwicklungsbereichen und sind ein starker Industriepartner von jungen Unternehmen. So schaffen wir Angebote für externe Innovationen und unterstützen die Entwicklung von Start-ups, die neuartige Ideen in den Gesundheitsmarkt bringen. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Globale Entwicklung 1 Im Vergleich zu den Vorjahren verringerten sich die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Weltwirtschaft im Jahr 2022. Die Ausbreitung der Omikron-Variante führte zwar in einigen Staaten zu neuen Höchstständen bei den Neuinfektionen, Lockdowns wurden jedoch kaum als Gegenmaßnahmen eingesetzt. Ausnahme war hier China, wo erst gegen Ende 2022 die strikte Null-Covid-Politik aufgehoben wurde. Dadurch verlangsamte sich das chinesische Wirtschaftswachstum zusätzlich. Zudem war 2022 ein weltweit zunehmender Protektionismus zu beobachten, der sich abschwächend auf die Weltwirtschaft auswirkte. China, Europa und die USA zielten darauf ab, ihre Abhängigkeit bei strategischen Importen zu verringern und setzten Handelssanktionen als außenpolitisches Instrument ein. Am 24. Februar 2022 begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, dessen Folgen auch für die weltweite Wirtschaft spürbar waren. Energie- und Nahrungsmittelpreise stiegen stark an, die Inflation erreichte in mehreren entwickelten Ländern die 10-Prozent-Marke, weltweit waren es durchschnittlich 8,8 Prozent. Aufgrund dieser Entwicklungen und unterbrochenen Lieferketten verlangsamte sich das globale Wirtschaftswachstum 2022 auf 3,2 Prozent. Die wirtschaftlichen Entwicklungen beeinflussten auch die Gesundheitsmärkte. Die gestiegenen Energiekosten und das hohe Inflationsniveau beeinträchtigten die Wettbewerbsfähigkeit der Gesundheitsunternehmen. Die Unterbrechungen in den Lieferketten sorgten für Engpässe bei Vorprodukten, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Medizinprodukten und Arzneimitteln. Dennoch erwies sich der weltweite Gesundheitssektor im Berichtsjahr als Wachstumstreiber. Der Weltmarkt für Medizintechnik stieg um 7,8 Prozent auf ein Volumen von 499 Milliarden US-Dollar. Auf den nordamerikanischen Markt entfielen dabei 39 Prozent, gefolgt von der Region Asien-Pazifik mit 27 Prozent und Europa mit 26 Prozent. Veränderung des Bruttoinlandsprodukts in %
Deutschland Nach einem kräftigen Jahresauftakt, gestützt von privaten Konsumausgaben, kühlte sich die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr merklich ab. Die hohen Inflationsraten wirkten sich negativ auf Ersparnisse, Realeinkommen und Kaufkraft der Privathaushalte aus. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich 2022 um 1,5 Prozent, während die Inflationsrate um 8,5 Prozent zunahm. Finanzpolitische Maßnahmen im Zusammenhang mit hohen Energie- und Rohstoffkosten als auch dem Klimawandel belasteten 2022 die Staatskassen. Da sich jedoch die umfangreichen Corona-Hilfspakete der Regierung aus den Vorjahren positiv auswirkten, gingen die gesamtstaatlichen Defizit- und Schuldenquoten spürbar zurück. Trotz der globalen Unsicherheiten stabilisierte sich der Arbeitsmarkt wegen einer hohen Nachfrage nach Arbeitskräften. Die deutsche Gesundheitswirtschaft erreichte zuletzt mit 391,8 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung einen neuen Höchstwert. Das entsprach 12,1 Prozent der landesweiten Bruttowertschöpfung. Der Bund unterstützte im Herbst 2022 mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz die gesetzlichen Krankenkassen, um deren Finanzdefizit in Höhe von 17 Milliarden Euro auszugleichen. Die angespannte wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser setzte sich aufgrund fehlender Investitionen durch die Bundesländer, gestiegener Löhne und hoher Energiekosten fort. Die Umsätze der Medizintechnik-Unternehmen lagen 2022 laut einer Umfrage des Bundesverbands Medizintechnologie e.V. (BVMed) mit einem Plus von 3,3 Prozent über dem Vorjahr. Die Gewinne waren jedoch durch die stark gestiegenen Transport-, Rohstoff- und Energiekosten sowie den regulatorischen Mehraufwand durch die europäische Medizinprodukte-Verordnung (MDR) belastet. Das Innovationsklima für Medizintechnik-Unternehmen in Deutschland hat sich verschlechtert; die innovativsten Forschungsbereiche waren Kardiologie und Onkologie. EU-Länder Anhaltend hohe Energie- und Rohstoffpreise führten zu einem verlangsamten Wachstum der europäischen Wirtschaft, das nur aufgrund eines starken ersten Halbjahres bei insgesamt 2,1 Prozent lag. Die Inflationsrate lag 2022 im Durchschnitt bei 8,3 Prozent und damit leicht unter der weltweiten Inflationsrate. Signifikante Kostensteigerungen prägten auch den europäischen Gesundheitsmarkt, der umfangreiche Unterstützungsmittel aus dem europäischen Aufbauplan erhielt. Allein das "EU4Health"-Arbeitsprogramm setzte im Berichtsjahr 835 Millionen Euro zur Stärkung der EU-Gesundheitssysteme ein. Gemäß dem europäischen Medizintechnik-Dachverband MedTech Europe entfielen in Europa zuletzt durchschnittlich etwa 11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf das Gesundheitswesen, davon rund 7,6 Prozent auf Medizintechnologie und 15 Prozent auf Arzneimittel und Verbrauchsmaterialien. Ein Aufbauplan zur Förderung der Wirtschaft in Spanien sowie erneuerbare Energien und der Tourismus führten zu einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 4,3 Prozent. Positiv für die wirtschaftliche Entwicklung wirkten zudem Zuschüsse des Programms Next Generation EU in Höhe von 69,5 Milliarden Euro. Im spanischen Gesundheitsmarkt flossen EU-Hilfsgelder vor allem in die Digitalisierung des staatlichen Gesundheitsdienstes sowie in ein strategisches Sonderprojekt zur Spitzenmedizin. Das französische Wirtschaftswachstum erreichte nur 2,5 Prozent, verzeichnete jedoch durch das Einfrieren der Energiepreise mit etwa 5 Prozent im ersten Halbjahr eine der niedrigsten Inflationsraten innerhalb der EU. Neben umfangreichen Investitionen im öffentlichen Gesundheitswesen, teilfinanziert aus dem europäischen Aufbauplan, erfolgten in Frankreich erste Umsetzungsschritte des nationalen Gesundheitsinnovationsplans. Italiens Wirtschaft wuchs 2022 um 3,2 Prozent. Die italienische Regierung unterstützte Familien und Unternehmen mit milliardenschweren Hilfspaketen, erhöhte damit jedoch weiter die Verschuldung des Landes. Zudem investierte Italien EU-Mittel in den Aufbau eines modernen, digitalen Gesundheitssystems. Die Bruttoinlandsprodukte in Tschechien und Polen wuchsen 2022 aufgrund hohen Konsums und Investitionen um 1,9 und 3,8 Prozent. Im Jahresverlauf trübte sich allerdings das Wirtschaftsklima durch starke Energieabhängigkeit und fehlender Rohstoffe ein. Die Inflationsraten waren mit 16,3 und 13,8 Prozent vergleichsweise hoch. Beide Länder setzten EU-Hilfsgelder für Modernisierungsprojekte im Gesundheitswesen ein. Nicht-EU-Länder In Großbritannien stieg die Inflation im zweiten Halbjahr 2022 auf 9,1 Prozent und belastete das private Konsumverhalten. Die umfangreichen Steuersenkungen verhinderten einen möglichen Wachstumsstillstand. Der National Health Service (NHS) stand unter hohem finanziellen Druck und kämpfte mit zunehmendem Fachkräftemangel sowie langen Wartezeiten für Patient*innen. Auch veränderte Kennzeichnungs- und Zulassungsregelungen infolge des Brexits sorgten wie in den Vorjahren für Unsicherheit. In der Schweiz legte der private Konsum zu, gestützt durch positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt. Dieser erwies sich als Wachstumsmotor, begünstigt durch eine niedrige Inflation von 3,4 Prozent. Das im Mai 2021 ausgelaufene Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Medizinprodukten mit der EU beeinträchtigte durch zusätzliche Regelungen den grenzüberschreitenden Handel. Russland Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verhängte die Europäische Union 2022 mehrere Sanktionspakete gegen Russland. Die Abwertung des Rubels im ersten Quartal und der deutliche Rückgang des Handels durch den Rückzug westlicher Unternehmen erschwerten Importe. Die russische Zentralbank stabilisierte den Rubelkurs auf einem hohen Niveau, die Inflationsrate lag 2022 bei 13,8 Prozent. Die russische Wirtschaftsleistung ging 2022 um 3,4 Prozent zurück. Das von der russischen Regierung erklärte Einfuhrverbot für Transporte aus EU-Ländern galt nicht für Medizinprodukte und Arzneimittel. Gesundheitsprodukte waren auch von Sanktionen der EU und den USA ausgenommen. USA Im Jahr 2022 verringerte sich das Wirtschaftswachstum in den USA auf 1,6 Prozent. Dennoch zeigte sich die Binnenkonjunktur aufgrund guter Entwicklungen am Arbeitsmarkt im ersten Halbjahr robust. Die gestiegenen Löhne dämpften den Kaufkraftverlust der privaten Haushalte. Im zweiten Halbjahr stieg die Inflationsrate mit 8,1 Prozent zwar weniger stark als in der EU, dämpfte aber ebenfalls die konjunkturelle Entwicklung. Die Staatsverschuldung der USA erreichte mit 31,1 Billionen Dollar fast die Obergrenze von 31,4 Billionen Dollar. Im weltweit größten Gesundheitsmarkt stiegen die Gesundheitsausgaben 2022 um 6,5 Prozent auf rund 4,5 Billionen US-Dollar und erreichten einen Anteil von 17,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die US-Regierung bemühte sich, das im weltweiten Vergleich hohe Ausgabenniveau des Gesundheitssystems zu senken. Politische Anstrengungen wie der durch den US-Kongress verabschiedete "Inflation Reduction Act" (IRA) ermöglichten direkte Preisverhandlungen des öffentlichen Krankenversicherers Medicare mit den Herstellern für bestimmte, hochpreisige Medikamente. Generikaverschreibungen sollen zunehmen, um die Arzneimittelkosten zu reduzieren. Außerdem zielt der IRA auf einen breiteren Krankenversicherungsschutz für die rund vier Millionen unversicherten Menschen. Asien-Pazifik Das Wirtschaftswachstum im asiatisch-pazifischen Raum schwächte sich wegen des unsicheren globalen Umfeldes auf 4,0 Prozent ab. Aufgrund strenger Lockdowns durch Chinas Null-Covid-Politik, störanfällige Lieferketten und die Immobilienkrise reduzierte sich das chinesische Wirtschaftswachstum auf 3,2 Prozent. Im Gegensatz zu anderen Ländern verhinderte die Abkühlung der Wirtschaftstätigkeit eine Steigerung der Inflation, die mit 2,2 Prozent niedrig blieb. Auch Chinas Gesundheitsmarkt war 2022 stark durch die Pandemie geprägt. Besonders im ersten Halbjahr waren Krankenhäuser von Einschränkungen durch verordnete Lockdowns und unterbrochene Lieferketten betroffen. Volumenbasierte Ausschreibungen, sogenannte "Volume-Based Tenders", erhielten im Berichtsjahr zunehmende Bedeutung und führten zu niedrigeren Preisen bei ausgewählten Medizinprodukten und Arzneimitteln. In Japan erhöhte sich das Wirtschaftswachstum aufgrund der niedrigen inländischen Nachfrage nur um 1,7 Prozent. Die japanische Regierung steigerte 2022 die Gesundheitsausgaben, um die demografische Entwicklung auszugleichen. Die Länder im ASEAN-Wirtschaftsraum erzielten insgesamt ein Wirtschaftswachstum von 5,3 Prozent, ihre Inflationsrate lag bei 4,7 Prozent. Mit einem positiven Wirtschaftswachstum von 7,0 Prozent und einer relativ niedrigen Inflation von 3,8 Prozent zeigte Vietnam eine bessere Entwicklung als in den benachbarten Ländern. Die ASEAN-Länder verzeichneten 2022 eine steigende Nachfrage nach Medizintechnik. Während der Gesundheitsmarkt auf den Philippinen durch die Abwanderung von Fachpersonal ins Ausland betroffen war, profitierte Malaysia insbesondere vom Gesundheitstourismus. Vietnams Gesundheitsmarkt litt 2022, aufgrund von Problemen in Lieferketten, unter einem Mangel an Arzneimitteln, medizinischen Geräten und Verbrauchsmaterialien. Lateinamerika Das Wirtschaftswachstum in Lateinamerika verringerte sich 2022 auf 3,5 Prozent. Nur Brasilien profitierte als Nettoexporteur von den steigenden Weltmarktpreisen für Nahrungsmittel und Energie und verzeichnete somit hohe Kapitalzuflüsse und eine starke Aufwertung des brasilianischen Reals. Zur Eindämmung der Inflation von durchschnittlich 9,4 Prozent hob die Regierung den Leitzins an. Im zweiten Halbjahr verlangsamten der steigende US-Zins, die zunehmende Instabilität der Weltwirtschaft sowie die Präsidentschaftswahl die Entwicklung. Die Gesundheitsausgaben in Lateinamerika blieben auch im Jahr 2022, mit Ausnahme von Brasilien, auf einem niedrigen Niveau. Das angestrebte Investitionsziel in den Gesundheitssektor von 6 Prozent des nationalen Bruttoinlandsprodukts erreichten nur wenige Länder. Der Gesundheitsmarkt in Brasilien konnte im Berichtsjahr nicht mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Landes mithalten. Dies lag insbesondere an Störungen in den Lieferketten und der hohen Abhängigkeit von Importen. Afrika und Naher Osten Das Wirtschaftswachstum in der Region Afrika und Naher Osten stieg auf 5,0 Prozent, weitgehend aufgrund der günstigen Umstände für die Ölexporteure der Region. Die schwächere Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in der Region Sub-Sahara von 3,6 Prozent lag am niedrigen Wachstum der Handelspartner, an schwierigen finanziellen Bedingungen der Länderhaushalte und an schlechteren Handelsbedingungen für Rohstoffe. In Südafrika stieg das Wirtschaftswachstum nur um 2,1 Prozent, weil Stromausfälle, die sehr hohe Arbeitslosigkeit und eine Flutkatastrophe das Wachstum bremsten. Die Nachfrage nach Medizinprodukten ist 2022 durch eine stark wachsende Mittelschicht in Afrika gestiegen. Besonders internationale Organisationen investierten in den afrikanischen Gesundheitssektor. Von staatlicher Seite konnte der Ausbau der Gesundheitsmärkte dagegen kaum vorangetrieben werden, da viele Länder aufgrund der hohen Schuldenlast öffentliche Mittel einsparen mussten. Der Medizintechnikmarkt in Südafrika nahm 2022 mit einem Volumen von 1,3 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. Der Nahe Osten wurde 2022 als stark wachsender Markt für Medizintechnik wahrgenommen und zog internationale Investoren an. Geschäftsverlauf und Lage Geschäftsverlauf Im Berichtsjahr 2022 konnte B. Braun zu konstanten Wechselkursen einen Umsatzzuwachs von 3,6 Prozent erzielen. Damit erreichten wir in einem schwierigen globalwirtschaftlichen Umfeld zwar nicht unseren strategischen Zielkorridor von 5 bis 7 Prozent, konnten jedoch trotz deutlich negativer Einflussfaktoren unser Wachstum fortsetzen. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen sind wir mit der Umsatzentwicklung 2022 zufrieden, streben aber eine schnelle Rückkehr auf den ursprünglichen Wachstumspfad an. In Konzernwährung erhöhte sich der Umsatz um 8,1 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,9 Milliarden Euro). Dabei erzielten die Sparten Hospital Care und Aesculap gute Umsatzsteigerungen. Die Sparte Avitum konnte das Vorjahr zu konstanten Wechselkursen nicht übertreffen. Hospital Care profitierte von stabilen Mengen und Preiseffekten im abgeschlossenen Geschäftsjahr. Damit konnte der Nachfragerückgang bei dem Covid-spezifischen Produktportfolio gegenüber dem Vorjahr ausgeglichen werden. Die Sparte Aesculap erreichte ein starkes Umsatzwachstum, insbesondere in Europa sowie in Lateinamerika. Produktseitig zeigten sich Hüft- und Knieimplantate, aber auch bildgebende Systeme, Nahtmaterialien und chirurgische Instrumente als Wachstumstreiber. Avitum verzeichnete rückläufige Umsätze bei Schutzausrüstung und Handschuhen. Durch höhere Umsätze mit Produkten der Wund- und Stomaversorgung sowie für die Dialyse konnte dies weitgehend ausgeglichen werden. Zudem erhöhten sich die Behandlungszahlen in unseren eigenen Dialysezentren gegenüber den durch die Coronapandemie beeinflussten Vorjahren schneller als erwartet. Die Behandlungszahlen von vor der Coronapandemie konnten aber weiterhin nicht erreicht werden. Im März 2022 verkauften wir unsere Dialysezentren in Kolumbien. Zu diesem Zeitpunkt wurden in diesen Kliniken 1.263 Patient*innen behandelt. Durch den Verkauf reduzierte sich der Umsatz im Providerbereich um 9,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsatzentwicklung in Deutschland war 2022 aufgrund hoher Einmaleffekte im Vorjahr rückläufig. In Europa zeigten sich Großbritannien, die Schweiz, Benelux und Tschechien besonders stark, aber auch Polen, Spanien und Rumänien erzielten gute Steigerungen. Russland blieb lokal unter dem Vorjahresniveau. Die Entwicklung in Frankreich, Schweden und Ungarn entsprach nicht unseren Erwartungen. In Nordamerika konnten wir gestützt durch positive Währungseffekte ein erfreuliches zweistelliges Wachstum erzielen. Die Region Asien-Pazifik profitierte ebenfalls von positiven Umrechnungseffekten, zeigte sich lokal aber aufgrund volumenbasierter Ausschreibungen in China sowie hoher Umsätze im Vorjahr in Japan nur auf dem Niveau des Vorjahres. Die weiteren Länder der Region wiesen teils zweistellige Wachstumsraten auf. Lateinamerika wuchs kräftig, angeführt von einer erfreulichen Entwicklung in Brasilien. Lediglich der Umsatz in Kolumbien lag unter Vorjahr. In der Region Afrika und Naher Osten konnten wir den Umsatz ebenfalls ausbauen. Im Berichtsjahr war die Ergebnisentwicklung des B. Braun-Konzerns durch eine Vielzahl an Einmal- und Sondereffekten belastet. Wir konnten daher unser Ziel, die Profitabilität zu verbessern, nicht erreichen. Mit der Ergebnissituation sind wir nicht zufrieden und haben im Berichtsjahr umfangreiche Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung ergriffen, die auch in den Folgejahren fortgesetzt und weiter intensiviert werden. Deutlich gestiegene Rohstoff- und Energiepreise führten zu einem Rückgang der Bruttomarge (-0,9 Prozentpunkte). Auch die stark gestiegenen Frachtkosten (+18,3 Prozent) belasteten die Ergebnisentwicklung. Die Verwaltungskosten in Konzernwährung waren durch steigende Personalkosten und Währungseffekte beeinflusst (+7,1 Prozent). Aufgrund verschärfter regulatorischer Anforderungen und neuen Entwicklungsprojekten haben wir die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Berichtsjahr deutlich angehoben. Hinzu kamen außerplanmäßige Abschreibungen für eingestellte Entwicklungsprojekte in Höhe von 75,1 Millionen Euro. Die außerplanmäßigen Abschreibungen im Bereich der Produktion beliefen sich auf 21,2 Millionen Euro, sodass insgesamt eine einmalige Ergebnisbelastung im Jahr 2022 von 96,3 Millionen Euro erfolgte (Details siehe Entwicklung der Ergebniskennzahlen). Angepasst um diese Effekte beliefen sich das bereinigte Ergebnis nach Funktionskosten zu konstanten Wechselkursen im Berichtsjahr auf 408,4 Millionen Euro sowie das bereinigte EBIT auf 305,1 Millionen Euro und lagen damit 12,1 Prozent beziehungsweise 36,3 Prozent unter dem Vorjahr. Ohne diese Bereinigung betrugen das Ergebnis nach Funktionskosten zu konstanten Wechselkursen 317,9 Millionen Euro (31,6 Prozent) und die Kennzahl EBIT 214,6 Millionen Euro (55,2 Prozent). Die Kennzahl EBITDA zu konstanten Wechselkursen lag 2022 um 15,8 Prozent unter Vorjahr und betrug 934,3 Millionen Euro (Vorjahr: 1.109,2 Millionen Euro). Die EBITDA-Marge ging im Berichtsjahr auf 11,8 Prozent zurück (Vorjahr: 14,0 Prozent). Insgesamt erreichte der B. Braun-Konzern durch die gute Marktpositionierung ein stabiles Umsatzwachstum und befindet sich trotz der anhaltenden globalwirtschaftlichen Herausforderungen in einer guten und stabilen wirtschaftlichen Verfassung. Einflussfaktoren wie erneute Energie- und Rohstoffpreissteigerungen aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, unterbrochene Lieferketten oder Verwerfungen auf den Devisenmärkten können die Lage des Konzerns zukünftig belasten. Eine wesentliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Stabilität von B. Braun ist zurzeit aber nicht erkennbar. Ertragslage Umsatzentwicklung des B. Braun-Konzerns Im Geschäftsjahr 2022 erzielte der B. Braun-Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 8.499,9 Millionen Euro (Vorjahr: 7.859,9 Millionen Euro). Damit lag der Umsatz um 8,1 Prozent über Vorjahr (zu konstanten Wechselkursen 3,6 Prozent). Geschäftsentwicklung der Sparte Hospital Care Die Sparte Hospital Care erreichte im Umsatz eine Steigerung von 10,1 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 4,3 Prozent) auf 4.541,6 Millionen Euro (Vorjahr: 4.125,1 Millionen Euro). Für das Geschäftsjahr 2022 konnte in allen Produktbereichen und Regionen mit Ausnahme von China ein Umsatzwachstum erzielt werden. Inflationsbedingte Preisanpassungen und eine stabile Nachfrage ermöglichten die gute Spartenentwicklung und glichen Verwerfungen aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie geringere Mengen bei Produkten im Zusammenhang mit Coronabehandlungen aus. Geschäftsentwicklung der Sparte Aesculap Die Sparte Aesculap erreichte im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 2.056,4 Millionen Euro (Vorjahr: 1.869,1 Millionen Euro) und lag damit 10,0 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 6,8 Prozent) über dem Vorjahr. Die Sparte zeigte sich damit gegenüber den durch die Coronapandemie stark belasteten Jahren 2020 und 2021 erholt. Die Behandlungszahlen bei elektiven Eingriffen normalisierten sich auf das Vorkrisenniveau. Insbesondere die Nachfrage nach Knie- und Hüftimplantaten sowie chirurgischen Instrumenten und Nahtmaterial erhöhte sich. Rückläufig zeigte sich lediglich der Umsatz mit Produkten zur koronaren Angioplastie aufgrund der volumenbasierten Ausschreibungen in China. Die wichtigsten Wachstumsmärkte waren im Jahr 2022 neben Deutschland vor allem Polen, Tschechien, die Slowakei, Großbritannien, Brasilien, Türkei, Thailand sowie Spanien. Geschäftsentwicklung der Sparte Avitum Der Umsatz der Sparte Avitum erhöhte sich im Berichtsjahr um 1,7 Prozent (zu konstanten Wechselkursen -1,6 Prozent) auf 1.861,9 Millionen Euro (Vorjahr: 1.830,4 Millionen Euro). Durch den Verkauf der Dialysezentren in Kolumbien reduzierte sich der Umsatz um 9,6 Millionen Euro gegenüber 2021. Der Umsatz im Therapiefeld Extrakorporale Blutbehandlung verbesserte sich dennoch um 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hauptwachstumsmärkte waren China, USA, Italien und Brasilien. Aufgrund steigender Patienten- und Behandlungszahlen in Rumänien, Tschechien und Großbritannien konnte das Providergeschäft nach der Stagnation im Vorjahr wieder ein positives Wachstum erreichen. Die Behandlungszahlen von vor der Coronapandemie konnten jedoch weiterhin nicht erreicht werden. Zudem verhinderte die fehlende Verfügbarkeit von qualifizierten Pflegekräften eine stärkere Erholung. Das Geschäft mit Produkten in den Therapiefeldern Wundmanagement, Stoma- und Kontinenzversorgung konnte aufgrund der steigenden Nachfrage in Deutschland, China, Großbritannien und Frankreich deutlich ausgeweitet werden. Rückläufig gegenüber 2021 war die Entwicklung im Therapiefeld Hygienemanagement, da die hohen pandemiebedingten Umsätze in den Vorjahren erwartungsgemäß nicht wiederholt werden konnten. Entwicklung des Bruttoergebnisses Im Berichtsjahr 2022 erhöhte sich der Bruttogewinn um 5,6 Prozent auf 3.237,4 Millionen Euro (Vorjahr: 3.065,7 Millionen Euro). Dabei verringerte sich die Bruttomarge um 0,9 Prozentpunkte auf 38,1 Prozent (Vorjahr: 39,0 Prozent). Deutlich gestiegene Bezugspreise für Energie, Rohstoffe und Komponenten sowie höhere Lohnkosten belasteten die Bruttomarge. Hinzu kamen außerplanmäßige Abschreibungen auf die Produktionsanlagen in Indonesien sowie aufgrund der Einstellung eines Investitionsprojekts in Rumänien. Entwicklung der Funktionskosten Die Vertriebskosten stiegen um 8,4 Prozent auf 1.940,6 Millionen Euro (Vorjahr: 1.790,5 Millionen Euro). Die See- und Landfrachtraten erhöhten sich im Berichtsjahr deutlich, erst im letzten Quartal zeigten sich erste Anzeichen einer leichten Entspannung des Preisniveaus. Nach Auslaufen der Pandemiebeschränkungen erhöhten sich erwartungsgemäß die Vertriebsaufwendungen durch zunehmende Reise- und Messetätigkeit sowie höhere Personalkosten. Die Verwaltungskosten betrugen im Geschäftsjahr 421,9 Millionen Euro (Vorjahr: 393,8 Millionen Euro) und erhöhten sich somit um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kostensteigerung resultierte aus gestiegenen Personalkosten sowie Projektkosten zur Umsetzung von strategischen Maßnahmen. Im Berichtsjahr erhöhten sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 29,8 Prozent auf 541,2 Millionen Euro (Vorjahr: 416,9 Millionen Euro). Die gestiegenen regulatorischen Anforderungen (Medical Device Regulation, MDR) erforderten weiterhin umfangreiche personelle und finanzielle Aufwendungen. Kostenerhöhend wirkten sich auch neue Entwicklungsprojekte sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf eingestellte Entwicklungsprojekte aus. Entwicklung der Investitionen Im Berichtsjahr 2022 betrug die Summe der bilanziellen Zugänge zum Sachanlagevermögen, immateriellen Vermögen und zu Finanzanlagen sowie der Zugänge an assoziierten Unternehmen und Akquisitionen in vollkonsolidierte Gesellschaften 653,3 Millionen Euro (Vorjahr: 784,9 Millionen Euro). Davon entfielen 71,7 Millionen Euro (Vorjahr: 115,5 Millionen Euro) auf Zugänge von Nutzungsrechten gemäß IFRS 16 für die Verlängerung bestehender sowie den Abschluss neuer Verträge. Den Investitionen standen Abschreibungen mit einem Volumen von 747,1 Millionen Euro (Vorjahr: 630,1 Millionen Euro) gegenüber. Die Sparte Hospital Care hat in den Werkanlagen Pfieffewiesen in Melsungen (Deutschland) den Bau einer neuen Medical-Fertigung planmäßig fortgesetzt. Ebenfalls in Melsungen wurde ein zukunftsweisendes Projekt zur Automatisierung der Produktion von Infusionspumpen fortgeführt. Am Standort Bad Arolsen (Deutschland) wurde in die Erweiterung und Modernisierung der Spritzenfertigung investiert. Am Standort Daytona Beach, FL (USA) fand die Eröffnung des neuen B. Braun-Standorts statt. Dort werden großvolumige Infusionslösungen hergestellt. Am Standort Allentown, PA (USA) wurde ebenfalls eine neue Produktionsstätte eröffnet, in der künftig Medizinprodukte unter anderem für die Infusionstherapie hergestellt werden. Die Sparte Aesculap sicherte sich den Zugang zu der Technologie und dem Knowhow im Bereich endoskopischer Visualisierung durch die Übernahme der restlichen Unternehmensanteile an der Schölly Fiberoptic GmbH (Denzlingen, Deutschland). Am Standort Rubí (Spanien) investierten wir in Kapazitäten für Nahtmaterial-Produkte. In unserem polnischen Produktionswerk haben wir mit der Errichtung einer weiteren Sterilisationslinie sowie der Installation einer Produktionslinie zur Optimierung der Verpackungstechnologie begonnen. Die Sparte Avitum setzte die Bauarbeiten am Standort Sempach (Schweiz) für ein neues Werk zur Herstellung von Desinfektionsprodukten fort. Die Planungen zum Ausbau des Werks "Am Buschberg" in Melsungen (Deutschland) schritten voran. Im Rahmen des Projekts soll zudem ein Nachhaltigkeitskonzept zur CO 2 -Reduktion umgesetzt werden. In Italien begannen wir mit Erweiterungsinvestitionen in die Produktionsstätte in Nibbia, um medizinische Folien für wesentliche Produktgruppen selbst fertigen zu können. In Hanoi (Vietnam) entsteht eine moderne Fabrik für Hämodialysekonzentrate zur Versorgung lokaler und internationaler Märkte. Zum Bilanzstichtag lagen Investitionsverpflichtungen in Höhe von 262,8 Millionen Euro vor. Diese stehen überwiegend im Zusammenhang mit bereits begonnenen Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen an den genannten Standorten. Entwicklung des sonstigen Ergebnisses Der negative Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen betrug für das Berichtsjahr -91,2 Millionen Euro (Vorjahr: -6,7 Millionen Euro) und verschlechterte sich damit um 84,5 Millionen Euro. Dabei erhöhte sich das negative Währungsergebnis aus dem Vorjahr aufgrund der Fremdwährungsbewertung von Forderungen um 16,6 Millionen Euro auf -28,8 Millionen Euro (Vorjahr: -12,2 Millionen Euro). Weitere wesentliche negative Effekte im sonstigen Ergebnis resultierten aus höheren Aufwendungen für Genussrechte, der Anwendung der Rechnungslegungsvorschriften für Hyperinflation in der Türkei und Argentinien nach IAS 29, der Entkonsolidierung von Avitum in Kolumbien und einer Rückstellung für eine Zusatzbesteuerung von Medizintechnikumsätzen in Italien. Entwicklung des Finanzergebnisses Das negative Finanzergebnis erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 um 32,5 Prozent auf -55,6 Millionen Euro (Vorjahr: -41,9 Millionen Euro). Die Zinsaufwendungen beliefen sich auf 52,2 Millionen Euro und lagen damit um 4,4 Millionen Euro über dem Vorjahr (47,9 Millionen Euro). Die Zinserträge erreichten 8,1 Millionen Euro (Vorjahr: 6,2 Millionen Euro). Das Ergebnis aus Beteiligungen betrug 14,3 Millionen Euro (Vorjahr: 21,1 Millionen Euro). Entwicklung der Ergebniskennzahlen Das Ergebnis nach Funktionskosten betrug 333,6 Millionen Euro und sank damit um 28,2 Prozent (Vorjahr: 464,6 Millionen Euro). Um Sonder- und Einmaleffekte bereinigt, betrug das Ergebnis nach Funktionskosten 429,9 Millionen Euro (-7,5 Prozent gegenüber Vorjahr). Die Kennzahl EBIT erreichte im Berichtsjahr 256,1 Millionen Euro (Vorjahr: 479,0 Millionen Euro) und lag 222,9 Millionen Euro unter dem Vorjahr. Das bereinigte EBIT belief sich auf 352,4 Millionen Euro. Die Abschreibungen erhöhten sich auf 747,1 Millionen Euro (Vorjahr: 630,1 Millionen Euro) und leiteten zu einem EBITDA von 1.003,2 Millionen Euro über (Vorjahr: 1.109,2 Millionen Euro). Die EBITDA-Marge verringerte sich um 2,3 Prozentpunkte auf 11,8 Prozent vom Umsatz (Vorjahr: 14,1 Prozent vom Umsatz).
Das Ergebnis vor Steuern ging um 55,1 Prozent zurück und erreichte 186,8 Millionen Euro (Vorjahr: 416,0 Millionen Euro). Um die genannten Einmaleffekte bereinigt, betrug das Ergebnis vor Steuern 283,1 Millionen Euro. Die Ertragsteuern beliefen sich im Geschäftsjahr auf 36,1 Millionen Euro und fielen damit 73,6 Millionen Euro niedriger aus als im Vorjahr (109,7 Millionen Euro). Der Konzernjahresüberschuss betrug 150,7 Millionen Euro (Vorjahr: 306,3 Millionen Euro). Der um die genannten Einmaleffekte bereinigte Konzernjahresüberschuss beliefe sich auf 218,5 Millionen Euro. Finanzlage Liquidität Der operative Cashflow betrug 719,1 Millionen Euro (Vorjahr: 948,6 Millionen Euro) und fiel damit um 229,5 Millionen Euro geringer aus als im Vorjahr. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit 2 reduzierte sich im Berichtsjahr um 66,1 Millionen Euro auf 562,8 Millionen Euro (Vorjahr: 628,9 Millionen Euro). Durch Unterbrechungen der Lieferketten und der mangelnden Verfügbarkeit von Materialien kam es zu Verzögerung bei bereits laufenden Projekten. Im Rahmen der laufenden Optimierungsprogramme werden geplante Projekte neu bewertet. Im Berichtsjahr ergab sich ein positiver freier Cashflow von 156,3 Millionen Euro (Vorjahr: positiver freier Cashflow von 319,7 Millionen Euro). Dabei erreichte der Mittelabfluss für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 550,0 Millionen Euro (Vorjahr: 605,5 Millionen Euro) sowie für Investitionen in Finanzanlagen und Unternehmensakquisitionen 43,9 Millionen Euro (Vorjahr: 80,6 Millionen Euro). Gleichzeitig erhielt B. Braun Dividenden und dividendenähnliche Einnahmen in Höhe von 18,0 Millionen Euro (Vorjahr: 32,1 Millionen Euro). Die Nettokredittilgung betrug im Berichtsjahr -65,3 Millionen Euro (Vorjahr: Nettokredittilgung -294,2 Millionen Euro). Insgesamt erhöhten sich die liquiden Mittel am Bilanzstichtag um 18,8 Millionen Euro auf 113,5 Millionen Euro (Vorjahr: 94,7 Millionen Euro). Von den Zahlungsmitteln unterliegen 17,7 Millionen Euro Verfügungsbeschränkungen aufgrund von Sanktionen gegenüber Russland. Aufgrund des stabilen Cashflows aus operativer Tätigkeit in Verbindung mit freien, fest zugesagten Kreditlinien verfügte B. Braun zu jeder Zeit über eine ausreichend hohe Liquidität. Vermögensstruktur Die Bilanzsumme des B. Braun-Konzerns erhöhte sich zum 31. Dezember 2022 auf 10.566,5 Millionen Euro (Vorjahr: 10.198,1 Millionen Euro). Dies entsprach einer Steigerung von 3,6 Prozent. Zu konstanten Wechselkursen erhöhte sich die Bilanzsumme um 2,6 Prozent und spiegelte das deutlich höhere Working Capital wider. Die langfristigen Vermögenswerte verringerten sich um -1,3 Prozent auf 6.796,1 Millionen Euro (Vorjahr: 6.882,4 Millionen Euro). Dabei erhöhten sich die Sachanlagen um 1,4 Prozent auf 5.518,9 Millionen Euro (Vorjahr: 5.442,1 Millionen Euro). Die Steigerung resultierte im Wesentlichen aus Umrechnungseffekten. Die latenten Steuerforderungen reduzierten sich durch die geringeren Pensionsrückstellungen aufgrund des Zinsanstiegs deutlich um 89,2 Millionen Euro. Mit 1.908,6 Millionen Euro lagen die Vorräte zum Bilanzstichtag 16,4 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 15,1 Prozent) über dem Vorjahr (1.639,7 Millionen Euro). Die Bestandsreichweite betrug zum Bilanzstichtag 18,9 Wochen (Vorjahr: 17,8 Wochen). Störungen von Lieferketten und möglichen Produktionsunterbrechungen haben wir mit einer bewusst höheren Bevorratung entgegengewirkt. Zusätzlich führten Währungseffekte und deutliche Preissteigerungen zu einer betragsmäßigen Erhöhung der Vorräte. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 7,8 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 1,4 Prozent) auf 1.312,8 Millionen Euro (Vorjahr: 1.217,8 Millionen Euro). Die Außenstandsdauer der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhte sich um einen Tag auf 61 Tage im Vergleich zum Vorjahr (60 Tage). Finanzierungsstruktur Das Eigenkapital erhöhte sich um 16,7 Prozent (zu konstanten Wechselkursen +14,8 Prozent) auf 4.925,5 Millionen Euro (Vorjahr: 4.219,1 Millionen Euro). Die Eigenkapitalquote lag mit 46,6 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 46,3 Prozent) 5,2 Prozentpunkte über dem Vorjahr (41,4 Prozent). Damit erreichten wir unser strategisches Zielniveau von 45 Prozent. Unter der Berücksichtigung von Gesellschafterdarlehen entsprach die Eigenkapitalquote 47,4 Prozent. Im Berichtsjahr erhöhte sich der Kalkulationszinssatz für Pensionsrückstellungen auf 4,1 Prozent (Vorjahr: 1,5 Prozent). Die versicherungsmathematischen Verluste verringerten sich dadurch um 651,5 Millionen Euro. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen reduzierten sich dementsprechend um -35,9 Prozent auf 1.067,4 Millionen Euro (Vorjahr: 1.665,7 Millionen Euro). Die Nettofinanzschulden (inklusive IFRS 16) sanken um 14,8 Millionen Euro auf 2.331,1 Millionen Euro (Vorjahr: 2.345,9 Millionen Euro). Die Finanzschulden blieben mit 2.444,6 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres (2.440,6 Millionen Euro). Die langfristigen Finanzschulden erhöhten sich dabei um 16,5 Prozent auf 1.618,2 Millionen Euro (Vorjahr: 1.389,0 Millionen Euro). Demgegenüber verringerten sich die kurzfristigen Finanzschulden um -21,4 Prozent auf 826,5 Millionen Euro (Vorjahr: 1.051,6 Millionen Euro). Im Geschäftsjahr sanken die Finanzverbindlichkeiten aus Leasing um 18,6 Millionen Euro auf 373,6 Millionen Euro (Vorjahr: 392,2 Millionen Euro). Der Großteil der Finanzierung des Konzerns ist in Euro abgeschlossen. Zusätzlich bestehen Darlehen mit geringen Volumina in verschiedenen Fremdwährungen. Zum Bilanzstichtag waren 54,6 Prozent (Vorjahr: 46,1 Prozent) der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Banken und Versicherungen mit einer fixen Verzinsung ausgestattet. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 23,8 Prozent auf 637,9 Millionen Euro (Vorjahr: 515,4 Millionen Euro). Die Außenstandsdauer der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nahm um 6 Tage auf 49 Tage (Vorjahr: 43 Tage) zu. Im Jahr 2022 konnten wir fällige Finanzierungen im Wesentlichen über eine Schuldscheintransaktion (350 Millionen Euro) refinanzieren sowie zwei langfristige, bilaterale US-Dollar-Darlehen (jeweils 100 Millionen US-Dollar) abschließen. Der B. Braun-Konzern verfügte zum Bilanzstichtag über 1.330 Millionen Euro (Vorjahr: 1.489 Millionen Euro) fest zugesagte nicht genutzte Kreditlinien. Das "Asset Backed Securities"-Programm wurde im Berichtsjahr im Wesentlichen über die "Backup"-Liquiditätslinie finanziert. Alle mit den Banken vereinbarten Kennzahlen wurden eingehalten. Die Finanzlage des B. Braun-Konzerns wird als sehr stabil eingeschätzt. Risiko- und ChancenberichtRisikomanagement und Controlling Bei B. Braun werden alle strategischen und operativen Entscheidungen unter Berücksichtigung der damit verbundenen Chancen und Risiken getroffen. Wir verfolgen grundsätzlich eine umsichtige Unternehmensstrategie und meiden unkontrollierbare Gefährdungspotenziale. Risikomanagement und Controlling sind dabei eine zentrale Managementaufgabe und integraler Bestandteil der Konzernsteuerung. Das umfassende Risikomanagement des B. Braun-Konzerns trägt dazu bei, dass Risiken erkannt, erfasst, bewertet, überwacht und gesteuert werden. Risiken, die sich unmittelbar aus der Geschäftsentwicklung ergeben, werden durch unsere systematischen Controlling-Prozesse, die konzernweit in allen Geschäftsbereichen, Gesellschaften und Regionen implementiert sind, zeitnah erkannt und bewertet. Darüber hinaus erkennen und steuern wir Risiken, die nicht unmittelbar aus dem operativen Geschäft erwachsen. Die Sparten- und Konzern-Risikokomitees bewerten diese und dokumentieren entsprechende Gegenmaßnahmen. Vervollständigt wird unser Risikomanagement durch die interne Revision und letztlich die Jahresabschlussprüfung. Risiken Die im Folgenden genannten Risiken, die Auswirkungen auf B. Braun haben können, beschreiben nicht in jedem Fall alle Risiken, denen B. Braun ausgesetzt ist beziehungsweise ausgesetzt sein kann. Risiken, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts nicht bekannt sind oder als unwesentlich eingeschätzt werden, können die Ergebnis- und Finanzlage des B. Braun-Konzerns zusätzlich beeinflussen. Gesamtwirtschaftliche Risiken Makroökonomischer Abschwung, Erhöhung der Lebensmittel- und Energiepreise sowie Unterbrechungen von Lieferketten und zunehmender Protektionismus sind Risiken, die bereits im Jahr 2022 aufgrund der Auswirkungen von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und Chinas strikter Null-Covid-Politik eingetreten sind. Die Höhe des Ausmaßes der Risiken in den nächsten Jahren wird weiterhin in großen Teilen von der Entwicklung des Krieges einschließlich seiner wirtschaftlichen Folgen, der weltweiten Entwicklung der Pandemie und den Auswirkungen der hohen Teuerungsraten abhängig sein. Durch die Sanktionen gegen Russland sind ausländische Unternehmen in Abhängigkeit ihrer Branche in der Geschäftstätigkeit in Russland eingeschränkt. Zurzeit bestehen für Medizintechnik und pharmazeutische Produkte grundsätzlich keine Sanktionen. In dem gesetzlich zulässigen Rahmen haben wir unsere Geschäftstätigkeit in Russland zur Versorgung der dortigen Patient*innen fortgesetzt. In Abhängigkeit der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine besteht das Risiko des Geschäftsverlusts für B. Braun in Russland. Dies könnte eine einmalige Ergebnisbelastung im unteren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich zur Folge haben, die zum Teil durch Exportgarantien des Bundes abgesichert sind. Hauptrisiko für die wirtschaftlichen Aussichten ist eine hohe globale Inflation, begleitet von einem verhaltenen Wirtschaftswachstum. Dies führt zu einer deutlichen Straffung der Geldpolitik in den entwickelten Volkswirtschaften und zu finanziellem Druck in Schwellen- und Entwicklungsländern. Die Zentralbanken auf der ganzen Welt erhöhen gleichzeitig die Zinssätze als Reaktion auf die Inflation. Dies könnte eine globale Rezession und eine Reihe von Finanzkrisen in Schwellen- und Entwicklungsländern verursachen. Aufgrund ihrer großen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist die EU-Wirtschaft besonders anfällig für Preisentwicklungen an den Energiemärkten. Trotz der Bemühungen von der EU und nationalen Regierungen wird die Dynamik am Energiemarkt für Europa im Jahr 2023 herausfordernd bleiben. Es ist von weiterhin hohen Energiepreisen auszugehen, die sich negativ auf das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit Europas auswirken können. Branchenrisiken Nach einem Einbruch im Krisenjahr 2020 weist die Gesundheitswirtschaft inzwischen wieder ein solides Wachstum auf. Die treibende Kraft hinter dieser positiven Entwicklung ist in großen Teilen die industrielle Gesundheitswirtschaft. Die aktuelle Weltlage und die damit verbundenen Entwicklungen drohen jedoch den Erholungsprozess wieder zu verlangsamen. Insbesondere in der energieintensiven industriellen Gesundheitswirtschaft, zu der auch B. Braun zählt, ist von Einbußen auszugehen. So stellt die Inflation auch Medizintechnologie-Unternehmen vor große Aufgaben. Die hohen Energiekosten in der chemischen Grundstoffindustrie führen zu starken Preissteigerungen bei zentralen Vorprodukten, die Unternehmen wie B. Braun nicht ohne weiteres an ihre Kunden weitergeben können. Die Wirtschaftlichkeit nimmt dadurch ab. Die Krankenhäuser sind ebenfalls mit hohen Energiekosten konfrontiert. Insbesondere die Einrichtungen mit Intensivversorgung erwarten im Hinblick auf personelle Engpässe bei Pflegekräften ein forderndes Jahr 2023. Spürbar werden die Auswirkungen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes in der deutschen Gesundheitsbranche. Die ab dem 1. Januar 2023 geltende Erhöhung des Herstellerabschlags um fünf Prozentpunkte, insbesondere für patentgeschützte Arzneimittel, wird zu deutlichen Gewinneinbußen bei diesen Produkten führen. Darüber hinaus werden die mit dem Krankenhauspflegeentlastungsgesetz vorgesehenen Reformmaßnahmen, wie die Einführung von tagesstationären Behandlungen im Krankenhaus sowie die sektorengleiche Vergütung für das ambulante Operieren, schrittweise umgesetzt. Anhand erster vorliegender Eckpunkte für eine grundlegende Krankenhausreform ist mit einer strukturellen Veränderung der Krankenhauslandschaft in Deutschland zu rechnen. Ein Risikofaktor für Medizintechnologie-Unternehmen ist weiterhin die Implementierung der europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR). Eine große Anzahl etablierter und versorgungsrelevanter Medizinprodukte ist aufgrund fehlender europäischer Implementierungshilfen und Kapazitätsengpässen bei den Benannten Stellen bislang noch nicht nach der neuen Verordnung zertifiziert. Die von der EU beschlossene Fristverlängerung für bestimmte Bestandsprodukte kann dieses Risiko verringern. Weitere Regelungen, zum Beispiel zu Nischenprodukten, sind aber notwendig. Auch branchenübergreifende gesetzliche Anforderungen, insbesondere die Zunahme an nachhaltigkeitsbezogenen Gesetzgebungen, zum Beispiel die EU-Lieferkettenrichtlinie, die EU-Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sowie die EU-Taxonomie, werden einen signifikanten Einfluss auf die industrielle Gesundheitswirtschaft haben. Während die damit einhergehende Transparenzschaffung Chancen mit sich bringt, ist der zugrunde liegende Bürokratieaufwand immens und erfordert ein proaktives und systematisches Anforderungsmanagement, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden. Die strukturellen und regulatorischen Risiken für Unternehmen der Gesundheitsbranche haben weiterhin Bestand und können das Ergebnis von B. Braun belasten. Beschaffungsrisiken Risiken ergeben sich grundsätzlich aus Rohstoff- und Energiepreisentwicklungen und Versorgungsengpässen an den Beschaffungsmärkten. Die weltweite Verknappung von Gütern und Energieträgern kann zu einem erneuten Anziehen der Inflation sowie zur Verteuerung von Rohstoffen und Energie führen. Ein möglicher konjunktureller Abschwung könnte dagegen zeitversetzt zu einem Abschwächen der Inflation beitragen. Das Eintreten dieser Risiken kann Auswirkungen auf die Versorgung der Produktion und damit auf die Lieferfähigkeit von B. Braun haben. Infolge einer unzureichenden Gasversorgung sind dabei Auswirkungen auf die europäischen Produktionsstandorte grundsätzlich möglich. Der Winter 2022/2023 hat jedoch gezeigt, dass eine unterbrechungsfreie Gasversorgung für Unternehmen und die Bevölkerung in Europa sichergestellt werden kann. Für B. Braun und seine Lieferanten erwarten wir daher keine Engpässe für das Jahr 2023. Auch haben wir wesentliche Produktionsstandorte in Europa zusätzlich auf alternative Energieträger umgerüstet, sodass wir im Fall einer Gasmangellage auf diese umstellen können. Durch frühzeitig eingeleitete Maßnahmen, wie den Aufbau von Sicherheitsbeständen und eine einheitliche Marktansprache, konnten wir Beschaffungsrisiken bisher größtenteils abwenden, sodass es nicht zu wesentlichen Produktionsverzögerungen oder -unterbrechungen gekommen ist. Unsere lange, vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten ist dabei eine wesentliche Grundlage. Um die Risiken von Ausfällen zu minimieren, führen wir regelmäßig Risikobewertungen durch. Wird bei einem Lieferanten ein hohes Ausfallrisiko identifiziert, können wir mit etablierten Prozessen und Instrumenten eine durchgehende Versorgung sicherstellen. Hierzu gehören neben einem engen Austausch mit unseren Schlüssellieferanten auch Disaster-Recovery-Pläne, ein Bestandsaufbau bei B. Braun oder dem Lieferanten, Mehrlieferantenstrategien sowie eine notarielle Hinterlegung von Dokumenten zu Produktionsprozessen und Rezepturen. Für 2023 erwarten wir keine wesentliche Veränderung der Beschaffungsrisiken. Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklungen bauen wir unser Risikomanagement weiter aus, um die Beschaffungsrisiken zu reduzieren. Einzelne Lieferverzögerungen halten wir für wahrscheinlich. Anzeichen für eine dauerhafte Unterbrechung unserer Produktions- und Vertriebsprozesse durch Beschaffungsrisiken sehen wir zurzeit nicht. Produktrisiken Risiken aus der Anwendung unserer Produkte begegnen wir mit Qualitätsmanagementsystemen in den Spartenorganisationen. Diese orientieren sich an internationalen Standards und stellen die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften sicher. Eine regelmäßige Überprüfung der Qualitätsmanagementsysteme mithilfe von internen und externen Audits in Verbindung mit kontinuierlich stattfindenden Mitarbeiterschulungen vervollständigt unser Qualitätsmanagement. Um Risiken aus der Produkthaftpflicht zu minimieren, hat B. Braun ein sogenanntes internationales Haftpflichtversicherungsprogramm bei einem Konsortium bestehend aus fünf Erstversicherern platziert. Um die Einhaltung der jeweiligen landesspezifischen beziehungsweise gesetzlichen Anforderungen sicherzustellen, wurde in jedem Land, in dem B. Braun mit einer eigenen Gesellschaft (Mehrheitsbeteiligung) vertreten ist, eine lokale Police abgeschlossen. Im Anschluss daran bietet ein sogenannter Exzedentenvertrag einen weitergehenden, weltweit einheitlichen Versicherungsschutz. Darüber hinaus haben viele Länder aufgrund zunehmender Cyber-Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Cyber-Sicherheit erweitert. Daher bewerten wir regelmäßig die relevanten Standards und nutzen die Ergebnisse in unseren Entwicklungsprozessen. Rechtsrisiken B. Braun ist Risiken aus Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt. Hierzu können laufende Verfahren oder sich in Zukunft ergebene Verfahren gehören. Mögliche Verletzungen von gesetzlichen Vorschriften oder regulatorischen Bestimmungen können Sanktionen zur Folge haben, die sich nachteilig auf unsere Reputation und Ergebnisentwicklung auswirken können. Des Weiteren kann es zu Zahlungen im Rahmen außergerichtlicher Vergleiche kommen. Wir haben ein weltweites Compliance-Management-System etabliert, um die Einhaltung von Regeln und Gesetzen sicherzustellen. Es bestehen Klagen gegen US-amerikanische B. Braun-Gesellschaften im Zusammenhang mit dem Ethylenoxid-Sterilisationsverfahren in Allentown (PA), USA. Im Geschäftsjahr 2020 wurde eine Sammelklage eingereicht wegen eines angeblich höheren Krebsrisikos für Anwohner*innen, zu der am Bilanzstichtag noch kein Urteil vorliegt. Zum 31. Dezember 2022 liefen in den USA außerdem insgesamt 39 Zivilklagen. Es wird behauptet, dass Emissionen aus dem Betrieb der Anlage Personenschäden bei den Kläger*innen verursacht haben. Aus B. Braun-Sicht ist diese Behauptung unbegründet. Aus laufenden Verfahren und bekannten Sachverhalten bestehen zurzeit keine bestandsgefährdenden Risiken. Personalrisiken Aufgrund der volatilen Marktbedingungen wächst der Druck auf Unternehmen, effizienter zu agieren. Mit dem 2022 ins Leben gerufenen Profitabilitätsprogramm begegnet B. Braun diesen Veränderungen. So analysieren wir unsere aktuellen Strukturen und optimieren unsere Abläufe. Gleichzeitig verzichten wir auf Nachbesetzungen, wenn wir die Positionen durch weitere Automatisierung und Verbesserung von Prozessen kompensieren können. Eine kontinuierliche Digitalisierung hilft uns dabei in doppelter Hinsicht: Zum einen erhöhen wir den Digitalisierungsgrad unserer internen Abläufe, zum Beispiel durch den Einsatz von Data Mining, Automatisierung und künstlicher Intelligenz in verschiedenen Funktionsbereichen. Auch der Ausbau unserer Shared Service Center in Deutschland, Polen, Malaysia und Kolumbien wäre ohne Prozessautomatisierung nicht möglich. Zum anderen fördern wir durch digitale Lösungen auch die Motivation unserer Mitarbeitenden, zum Beispiel durch hybride Arbeitsmodelle mit Präsenzzeiten und Home Office. Wir erweitern kontinuierlich digitale Arbeits- und Lernformate, die fester Bestandteil der Arbeitskultur bei B. Braun sind. So ermöglichen wir eine individuelle, selbstgesteuerte und flexible Gestaltung von Zusammenarbeit und Lernwegen. Auch die demografischen Entwicklungen hin zu einer älteren Bevölkerung weltweit verändern die Gesellschaft und Arbeitswelt mit großer Geschwindigkeit. Das zeigt sich vor allem am Fachkräftemangel in Informatik, Maschinenbau, Logistik, Handwerk und Pflege. B. Braun bietet attraktive Ausbildungsmöglichkeiten, Arbeitsbedingungen und Konditionen, die über tarifliche Vereinbarungen hinausgehen. Wir setzen auf interne Weiterentwicklung mit dem Ziel, Mitarbeiter*innen auf den digitalen Wandel vorzubereiten und neue Kompetenzen für fachlich anspruchsvolle Funktionen bei B. Braun zu erwerben. Hierdurch stärken wir die Qualifizierung unserer Mitarbeiter*innen, mit dem Ziel, vakante Stellen primär intern zu besetzen. Aufgrund unserer stetig weiterentwickelten Personalprozesse erwarten wir, die Folgen der volatilen Marktbedingungen und des Fachkräftemangels abfedern zu können, auch wenn sich beide Entwicklungen in den nächsten Jahren weiter verstärken sollten. IT-Risiken Ein Ausfall wesentlicher IT-Systeme oder Verlust, unbefugte Veränderung oder Preisgabe von Daten können schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Hierzu zählen unter anderem Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs, Reputationsverlust sowie Bußgelder und Regressforderungen. Zur Verringerung dieser Risiken wurden verschiedene organisatorische und technische Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Diese beinhalten regelmäßige Datensicherungen und Schulungen der Mitarbeiter*innen ebenso wie Berechtigungskonzepte, Redundanzen und den Schutz gegen Schadsoftware. Im Rahmen eines umfangreichen IT-Security-Programms werden diese Maßnahmen laufend geprüft und ergänzt. Unter anderem führen wir erweiterte Schutzmaßnahmen für die Produktionsnetze und eine kontinuierliche Überwachung auf Angriffe ein. Darüber hinaus wurde ein Information Security Management System (ISMS) nach der internationalen Norm ISO/IEC 27001 implementiert und kontinuierlich nachgehalten. Ein solches ISMS erfasst systematisch die Risiken, denen die IT-Systeme und die darauf verarbeiteten Informationen unterliegen und definiert angemessene Schutzmaßnahmen. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung sowie einer sich ständig ändernden Bedrohungssituation, zum Beispiel durch neuartige Cyber-Angriffe, wird es auch künftig erforderlich sein, permanent neue Sicherheitsmaßnahmen zu prüfen und umzusetzen. Die Verringerung der Sicherheitsrisiken bleibt auch in Zukunft eine wesentliche Aufgabe, um einen reibungslosen Ablauf der konzerninternen Prozesse zu gewährleisten. Aufgrund der implementierten und in Umsetzung befindlichen Schutzmaßnahmen sind für B. Braun derzeit keine überdurchschnittlichen Gefährdungen durch IT-Risiken erkennbar. Finanzwirtschaftliche Risiken B. Braun ist aufgrund der internationalen Ausrichtung Währungsrisiken ausgesetzt, die durch Währungssicherungsgeschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten reduziert werden. Die Nettoposition aus bilanzierten Forderungen und Verbindlichkeiten sichert der Konzern regelmäßig mit derivativen Fremdwährungsgeschäften gegen Währungsrisiken ab. In Einzelfällen sichern wir mit rollierenden Sicherungen ("Layered Hedging") erwartete und noch nicht bilanzierte Verbindlichkeiten. Der Handel und die Verwaltung derivativer Finanzinstrumente sind durch interne Richtlinien geregelt und unterliegen einer ständigen Risikokontrolle. Einem Liquiditätsrisiko begegnen wir mit dem Halten einer ausreichenden Reserve an kurz- und langfristig zugesagten Kreditlinien. Hierzu gehört insbesondere ein Konsortialkreditvertrag in Höhe von 700 Millionen Euro, den wir im Berichtsjahr bis 2027 neu strukturiert und verlängert haben. Ein weiteres Risiko besteht in einer möglichen Verschlechterung des Zahlungsverhaltens unserer Kunden oder öffentlicher Kostenträger. Eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten können die Liquidität und die Zahlungsfähigkeit einzelner Kunden negativ beeinflussen. Während der Coronapandemie haben wir bisher kein erhöhtes Ausfallrisiko beobachten können, gehen aber für 2023 von einer Verschlechterung des Zahlungsverhaltens aus. Die zum Teil drastischen Kosten- und Preisanstiege sorgen bei unseren Kunden für eine weitere Verschärfung der bereits während der Coronapandemie angespannten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Weiterhin strapazierte Lieferketten und eine erschwerte Finanzierung durch steigende Zinsen könnten Konsolidierungstendenzen auf den internationalen Gesundheitsmärkten begünstigen, sodass wir 2023 von einem höheren Forderungsausfallrisiko ausgehen. Im Berichtszeitraum registrierten wir eine steigende Anzahl an Ländern, die den grenzüberschreitenden Kapital- und Geldmarktverkehr einschränkten. Dies kann dazu führen, dass im betroffenen Land ansässige Produktionsstätten von der Rohstoffversorgung abgeschnitten oder Vertriebsorganisationen nicht mehr ausreichend mit Fertigprodukten beliefert werden. Ferner kann der Kapitaldienst grenzüberschreitender Finanzierungen gefährdet sein. Auch bei unseren Lieferanten können Risiken in der Form bestehen, dass deren Liquiditätssituation stark belastet ist und im schlimmsten Fall das Fortbestehen der Lieferanten gefährdet sein könnte. Zudem kann ein weiterer Anstieg des Zinsniveaus die Finanzierungssituation aller Akteure verschlechtern. Chancen Neben den Risiken identifiziert und bewertet B. Braun regelmäßig die Chancen des Unternehmens. Grundsätzlich können sich Chancen durch die Weiterentwicklung medizinischer Standards oder durch die Markteinführung neuer Produkte und Dienstleistungen ergeben. Durch den engen Dialog mit unseren Kunden werden wir auch weiterhin Potenziale zügig nutzen und mit Innovationen neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Chancen durch eine positive wirtschaftliche Entwicklung Unsere Aussagen zur weiteren Entwicklung des Konzerns basieren auf dem im Prognosebericht beschriebenen zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Sollte sich die Weltwirtschaft dynamischer entwickeln als derzeit angenommen, können unsere Prognosen zur Umsatz- und Ertrags- sowie Finanzlage übertroffen werden. Chancen durch Wachstum Kapazitätserweiterungen ermöglichen es uns, an der steigenden Nachfrage nach Produkten der Gesundheitsversorgung und Medizintechnologie teilzuhaben. Die neuen, hochmodernen Produktionsprozesse verbessern unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter. Zudem können wir aufgrund unseres umfassenden Produktportfolios und unserer langjährigen Erfahrung effiziente Lösungen für unsere Kunden anbieten. Sollten sich die internationalen Gesundheitsmärkte schneller entwickeln als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf unsere Umsatz- und Ertragslage sowie unsere Cashflows auswirken. Chancen durch Forschung und Entwicklung Die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie Innovationen bei Therapiekonzepten und Prozessen ist Basis unserer Wachstumsstrategie. In engem Austausch mit unseren Kunden und den Anwender*innen arbeiten wir daran, neue und verbesserte Therapien auf den Markt zu bringen. Eine frühere Marktreife unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte als derzeit erwartet könnte unsere Umsatz- und Ertragslage sowie die Cashflows verbessern. Chancen durch Digitalisierung Digitale Technologien, Datenanalytik und künstliche Intelligenz verändern die Gesundheitsversorgung in hohem Tempo. Auf Kundenseite eröffnen sich zahlreiche Geschäftsmodelle hin zu Plattform-Ökonomien, die die individuelle Versorgung von Patient*innen entlang eines Behandlungspfads optimieren. Gleichzeitig bieten diese Technologien B. Braun zahlreiche Möglichkeiten, Abläufe zu optimieren, zu automatisieren und damit die Produktivität zu steigern. Die Basis hierfür sind Daten, die über zahlreiche Kanäle, intern oder beim Kunden, mit B. Braun-Produkten und -Dienstleistungen erfasst, analysiert und zu Mehrwert für verschiedene Zielgruppen verarbeitet werden. B. Braun hat die Entwicklung zu einem datenzentrierten Unternehmen begonnen und baut seine digitale Infrastruktur als auch die Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitarbeiter*innen im Umgang mit Daten und Analytik entschieden aus. Die konsequente Datenzentrierung schafft die Grundlage für intelligente Produkt-, Service- und Prozessdigitalisierung - also für Lösungen, die ganz auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. Digitale Services und Produkte (Software) bilden zusammen mit untereinander verbundenen Geräten und intelligenten Verbrauchsmaterialien (Hardware) integrierte Systeme, die eine datengesteuerte, hochwertige und effiziente Gesundheitsversorgung ermöglichen, und so Grundlage für weitere innovative Geschäftsmodelle sind. Neue Möglichkeiten in der Datenverarbeitung und -analyse können Einfluss auf unsere Produktions- und auch Absatzprozesse nehmen. Die Digitalisierung der Produktionen kann eine weitere Optimierung ermöglichen und somit die Ertragslage verbessern. Gleichzeitig bestehen Chancen in veränderten Interaktionsmöglichkeiten mit unseren Kunden. Ein umfangreicherer und schnellerer Austausch von Kundenbedürfnissen und Lösungsangeboten sowie digitale Vertriebsstrukturen können sich positiv auf unsere Umsatz- und Ertragslage wie auch unsere Cashflows auswirken. Chancen durch neue Technologien Zusätzlich zur Digitalisierung bieten weitere Technologien - zum Beispiel die Automatisierung, neue Fertigungstechnologien oder Innovationen in der Materialwissenschaft - Chancen, die Behandlungsqualität von Patient*innen zu erhöhen und die Abläufe bei Kunden sowie intern bei B. Braun effizienter und nachhaltiger zu gestalten. B. Braun erprobt ausgewählte Technologien und integriert sie in sein Portfolio, um der Verantwortung eines Gesundheitsunternehmens mit allen sich stellenden Aufgaben auch zukünftig gerecht zu werden. Mit unseren neuen Technologien schaffen wir einen Mehrwert für unsere Kunden, Patient*innen und Gesundheitssysteme, weil wir so dauerhaft die Versorgung mit B. Braun-Produkten in anhaltend unsicheren Märkten sicherstellen können. Der Einsatz neuer Technologien hat das Potenzial, unsere Umsatz- und Ertragsentwicklung zu verbessern. Chancen durch internationale Präsenz Die Öffnung weiterer Gesundheitsmärkte für internationale Medizintechnikunternehmen in Verbindung mit einem neuen gesellschaftlichen Fokus auf Gesundheit kann für B. Braun zusätzliche Chancen bieten. Aufgrund unserer internationalen Präsenz haben wir die Möglichkeit, an dieser Entwicklung teilzuhaben. Dies würde die Umsatz- und Ertragsentwicklung des B. Braun-Konzerns nachhaltig verbessern. Chancen durch Mitarbeiter*innen Bei B. Braun ist es unser Ziel, Mitarbeiter*innen zu motivieren, weiterzuentwickeln und langfristig an das Unternehmen zu binden. Das schaffen wir insbesondere durch hybride Arbeitsformen, digitale Arbeitsprozesse und flexible Arbeitszeiten. Wir investieren in gezielte Trainings und Weiterbildungen, um ganz im Sinne von "Sharing Expertise" das Wissen im Unternehmen zu halten und auszubauen. Durch regelmäßige Talent und Performance Reviews planen wir langfristig die Nachfolge von Management-Positionen. Eine besondere Aufgabe ist dabei, die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in produzierenden und administrativen Bereichen im Blick zu halten. B. Braun legt besonderen Wert auf die bedürfnisgerechte Förderung jedes Bereichs und aller Mitarbeitenden. Um diesen Bedürfnissen begegnen zu können, haben wir mit "Arbeiten bei B. Braun" ein Organisationsentwicklungsprojekt implementiert, das Feedback, Innovation, Führung und Personalentwicklung in produktiven Bereichen in den Fokus stellt. Aber auch kleinere Impulse, wie das Pilotprojekt "Learning Cubes" oder das Angebot "Offenheit für Veränderung in der Qualifizierungsschicht", bei dem das Lernen an die zeitlichen Anforderungen im Schichtbetrieb angepasst wurde, sind wichtige Impulse. Gleichzeitig unterstützt B. Braun eine Arbeitskultur, die von Vertrauen, Eigenverantwortung und Vielfalt geprägt ist. Wir forcieren einen Führungsstil, der motiviert, Feedbacks wertschätzt und Potenziale bei Mitarbeiter*innen analysiert. Die erfolgreiche Umsetzung der verschiedenen mitarbeiterbezogenen Initiativen und die Unterstützung durch die Mitarbeiterschaft kann B. Brauns Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich verbessern. Hieraus können sich positive Effekte auf die Umsatz- und Ertragslage sowie die Cashflows ergeben. Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation des Konzerns Aus heutiger Sicht sind keine Risiken oder Abhängigkeiten erkennbar, welche den Fortbestand des B. Braun-Konzerns für die überschaubare Zukunft gefährden könnten. Die Netto-Risikoposition hat sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erhöht. Dies hat unter anderem die bereits durch die Coronapandemie verursachten Volatilitäten auf den Beschaffungs- und Energiemärkten nochmals verstärkt und belastet auch B. Braun. Durch aktives Erarbeiten und Umsetzen von Gegenmaßnahmen konnten wir möglichen negativen Entwicklungen entgegenwirken, sodass wir auch weiterhin keine bestandsgefährdenden Risiken sehen. Unser breites Dienstleistungs- und Produktportfolio in Verbindung mit einer globalen Präsenz wirkt sich zudem stabilisierend aus. Für 2023 muss weiterhin mit einem volatilen Umfeld gerechnet werden. Die Risikoposition von B. Braun wird daher auf einem erhöhten Niveau verbleiben. Die Entwicklung auf den Devisenmärkten bleibt schwer zu prognostizieren, sodass sich hier kurzfristig Risiken ergeben können. Die bereits durchgeführten und noch zu erwartenden Zinserhöhungen stellen ein weiteres Risiko dar und können die Finanzierungsfähigkeit der Marktteilnehmer dauerhaft belasten. Für B. Braun besteht zudem das Risiko, dass wir inflationsbedingte Preissteigerungen nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können. Eine erneute Zunahme der IT-Risiken ist wahrscheinlich. Die fortschreitende Vernetzung und Digitalisierung sowohl auf der Anwenderseite als auch in den Produktionen werden vermehrt Cyber-Angriffe provozieren. Soweit möglich und angemessen, sind wir gegen Haftungsrisiken und Elementarschäden sowie weitere Risiken versichert. Um finanzielle Auswirkungen aus Cyber-Risiken zu minimieren, verfügt B. Braun über eine Cyber-Versicherung. Diese deckt im Wesentlichen Risiken wie Betriebsunterbrechungsschäden und Haftpflichtansprüche Dritter resultierend aus Verletzungen der Informationssicherheit. Trotz der hohen Deckungssumme unseres Versicherungsschutzes ist eine vollständige Absicherung der potenziellen Risiken aus Produkthaftung nicht darstellbar. Insgesamt sind wir aber davon überzeugt, dass die Entwicklung des B. Braun-Konzerns von den stets bestehenden Marktrisiken nicht überdurchschnittlich belastet wird. Diesen Marktrisiken stehen wesentliche Chancen gegenüber, die eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens ermöglichen können. PrognoseberichtBei den hier getroffenen Aussagen über die Entwicklung der Gesamtwirtschaft und des Unternehmens handelt es sich um zukunftsbezogene Aussagen. Die tatsächlichen Ergebnisse können demnach wesentlich - sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht - von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen. Unsere Prognosen beinhalten alle wesentlichen Ereignisse, die uns bei der Ausarbeitung des Konzernlageberichts bekannt waren und die Geschäftsentwicklung des B. Braun-Konzerns beeinflussen können. Die Erwartungen basieren unter anderem auf der beschriebenen gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Entwicklung. Erwartete gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Globale Entwicklung 3 Die Weltwirtschaft wird auch 2023 von mehreren kritischen Faktoren beeinträchtigt. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, unterbrochene Lieferketten und das Risiko einer Stagflation können zu einer langwierigen Phase schwachen Wachstums bei erhöhter Inflation führen. Die weltweite Wirtschaft soll 2023 um 2,7 Prozent wachsen (Vorjahr: 3,2 Prozent), die Inflation verringert sich Prognosen zufolge auf 6,5 Prozent (Vorjahr: 8,8 Prozent). Der globale Gesundheitsmarkt wird 2023 stärker als die Weltwirtschaft wachsen. Wichtiger Wachstumstreiber ist die fortschreitende Digitalisierung, die durch datenbasierte Systemlösungen zur Personalisierung der Medizin beiträgt und die medizinische Versorgung von Patient*innen direkt bei ihnen zu Hause ermöglicht. Zugleich erhöht die demografische Entwicklung hin zu alternden Bevölkerungen in vielen entwickelten Ländern die Anzahl der chronischen Erkrankungen und die Ausgaben für Gesundheit. Staatliche Gesundheitsausgaben werden sich zunehmend an sozialen und ökologischen Standards orientieren, die Auswirkungen auf den Medizintechnologie-Markt haben können. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die industrielle Gesundheitswirtschaft verändern sich auch durch den steigenden Kostendruck in den Gesundheitssystemen, durch verstärkten Personalmangel in der Gesundheitsbranche und durch die Auswirkungen der Coronapandemie in einigen Weltregionen. Die Entwicklungen tragen dazu bei, die Digitalisierung in den Gesundheitssystemen zu beschleunigen und die Nachfrage nach innovativen Medizinprodukten und Dienstleistungen zu erhöhen. Prognostizierte Veränderung des Bruttoinlandsprodukts in %
Deutschland In Deutschland wird für das Jahr 2023 ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent (Vorjahr: +1,5 Prozent) erwartet, Energiekosten und Inflationsniveau werden hoch bleiben. Ab Mitte 2023 ist wieder mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung zu rechnen. Trotz schwacher Konjunktur soll die Arbeitslosigkeit nur um 0,2 Prozent auf 5,4 Prozent steigen. Für den privaten Konsum sagen Prognosen einen Rückgang um 2,2 Prozent voraus. Die industrielle Gesundheitswirtschaft in Deutschland entwickelte sich im Zehnjahresvergleich mit 3,8 Prozent besser als die Gesamtwirtschaft (3,0 Prozent). Von einer Fortsetzung dieser Entwicklung ist grundsätzlich auszugehen. Jedoch können fortwährend hohe Energiekosten und Inflation Hersteller von Medizinprodukten und Arzneimitteln stark fordern und sich negativ auf ihre globale Wettbewerbsfähigkeit auswirken. Die Finanzsituation deutscher Krankenhäuser bleibt angespannt, was Preiserhöhungen und Absatz von Medizinprodukten und Arzneimitteln erschweren kann. Es ist zu erwarten, dass das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz nachgeschärft wird, um die Anforderungen der neuen EU-Richtlinie zu erfüllen. EU-Länder Restriktivere finanzielle Bedingungen sowie Zinserhöhungen werden sich weiterhin negativ auf die EU-Wirtschaft auswirken, das Wachstum beinträchtigen und zu einer hohen Inflation führen. Im Jahr 2023 wird das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich nur leicht um 0,6 Prozent wachsen. Über den europäischen Aufbauplan erhalten die Gesundheitsmärkte der EU-Länder weiterhin signifikante EU-Mittel. Allein das "EU4Health"-Förderprogramm sieht für 2023 über 735 Millionen Euro primär für die Europäische Gesundheitsunion vor. Im Bereich Forschung und Innovation stärkt das EU-Förderprojekt "IPCEI Health" insbesondere die europäische Medizin- und Pharmaindustrie. Neben branchenspezifischen Regularien wie der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) sind zunehmende branchenübergreifende Anforderungen aus dem "EU Green Deal" zu erwarten. Die Bruttoinlandsprodukte der großen EU-Länder werden 2023 stagnieren oder wenig wachsen, die Prozentraten liegen zwischen -0,2 Prozent in Italien und 1,2 Prozent in Spanien. Die spanische Wirtschaft profitiert dabei von Investitionen aus dem europäischen Aufbau- und Resilienzfonds. Italiens Wirtschaft wird durch unterbrochene Lieferketten stark beeinflusst, was durch geplante private und staatliche Investitionen zwar abgemildert, aber nicht kompensiert werden kann. Für die meisten EU-Länder wird 2023 mit weniger privaten und staatlichen Investitionen und einem geringeren Exportvolumen als im Vorjahr gerechnet. Die EU-Staaten investieren allerdings verstärkt in die Modernisierung ihrer Gesundheitssysteme, bekräftigt durch die Mittel aus europäischen Unterstützungsfonds. Die spanische Regierung plant, für Wissenschaft, Forschung und die Verbesserung seines staatlichen Gesundheitswesens über 4 Milliarden Euro von 2021 bis 2026 auszugeben. In Frankreich sind umfangreiche Krankenhausinvestitionen und 7 Milliarden Euro bis 2030 für Innovationen in der Arzneimittelforschung und Biotechnologie vorgesehen. Die italienische Regierung investiert, unterstützt durch den europäischen Aufbau- und Resilienzfonds, bis 2026 rund 20 Milliarden Euro in das Gesundheitssystem. Nicht-EU-Länder Für Großbritannien sagen Prognosen eine stagnierende Wirtschaft bei 0,3 Prozent voraus. Bis Jahresmitte dürfte sich die britische Wirtschaft in einer Rezession befinden, danach könnte sie langsam wachsen. Erst im Jahr 2024 wird mit einer Expansion der Wirtschaft von 2,4 Prozent und einen deutlichen Rückgang der Inflationsrate gerechnet. Die britische Gesundheitswirtschaft muss neue Produktkennzeichnungs- und Zulassungsregelungen nach dem Brexit erfüllen. Auswirkungen wird auch die "Net Zero"-Strategie des National Health Service (NHS) haben, die das britische Gesundheitswesen bis spätestens 2040 klimaneutral machen möchte. In der Schweiz wird sich wegen der geopolitischen Risiken und der Aufwertung des Schweizer Franken das Wirtschaftswachstum auf 0,8 Prozent verlangsamen. In Anbetracht steigender öffentlicher Ausgaben und Regulierungen im Gesundheitswesen gewinnen Effizienzpotenziale der Digitalisierung an Bedeutung. Russland Die wirtschaftliche Situation Russlands hängt maßgeblich vom Fortgang des Angriffskriegs gegen die Ukraine ab. Prognosen zufolge wird das russische Bruttoinlandsprodukt durch die Sanktionen des Westens auch 2023 rückläufig sein, mit 2,3 Prozent aber moderater als im Vorjahr. Der Gesundheitsmarkt wird zunehmend mit russischen Produkten bedient, Versorgungsengpässe sowie weitere Sanktionen sind nicht auszuschließen. USA Im Jahr 2023 wird sich das Wirtschaftswachstum in den USA voraussichtlich weiter abschwächen und auf 1,0 Prozent fallen (Vorjahr: 1,6 Prozent). Gründe dafür sind eine restriktivere Geldpolitik, stark steigende Zinsen und angespannte Arbeitsmärkte. Bis September 2023 wird mit einem US-Leitzins von durchgängig 4,5 Prozent gerechnet. Für den US-Medizintechnikmarkt werden bis 2026 jährliche Wachstumsraten von 5,4 Prozent prognostiziert. Durch den Inflation Reduction Act (IRA) kann die Anzahl der Krankenversicherten steigen, womit sich der Bedarf nach medizinischen Produkten und Dienstleistungen erhöht. Die im IRA gesetzlich verankerten Preisverhandlungen ab 2023 für hochpreisige Arzneimittel werden die Erlöse für einige Medikamente senken. Der Personalmangel im US-Gesundheitssektor führt zu einer stärkeren Nutzung von Produkten mit innovativen Technologien. Das Wachstumspotenzial ist aufgrund der alternden Bevölkerung und des weltweit höchsten Marktvolumens groß. Asien-Pazifik Im Jahr 2023 wird im asiatisch-pazifischen Raum mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts auf 4,3 Prozent gerechnet. In der gleichen Größenordnung soll das Wirtschaftswachstum in China steigen, wo sich durch das Ende der Null-Covid-Politik und die moderate Erhöhung der öffentlichen Investitionen die Konjunktur erholen soll. Die Industrieproduktion wird sich im Jahr 2023 verlangsamen, da von einer nachlassenden Nachfrage aus dem Ausland auszugehen ist. Aufgrund der demografischen Entwicklung und der kontinuierlich wachsenden staatlichen Ausgaben ist der Gesundheitsmarkt in China langfristig als starker Wachstumsmarkt einzuschätzen. Im Jahr 2023 wird die Gesundheitsbranche von staatlichen Maßnahmen gegen das Coronavirus beeinflusst. Zunehmend werden ausländische Anbieter von Gesundheitsleistungen den chinesischen Markt mit in China hergestellten Produkten bedienen müssen. In Japan wird 2023 ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent (Vorjahr: 1,7 Prozent) prognostiziert. Die Ausgaben für die medizinische Versorgung der im Ländervergleich sehr alten Bevölkerung werden steigen. Im ASEAN-Wirtschaftsraum wird sich 2023 das Bruttoinlandsprodukt auf 4,9 Prozent leicht reduzieren (Vorjahr: 5,3 Prozent). Gründe dafür liegen in der geringeren Handelsdynamik mit wichtigen Partnern wie China, den Kaufkraftrückgang aufgrund hoher Inflation und der schnellen Straffung der Geldpolitik. Die ASEAN-Gesundheitsmärkte werden stark wachsen, für deutsche Medizintechnikexporte sind jährliche Wachstumsraten von 9,9 Prozent prognostiziert. Durch den steigenden Bedarf an medizinischen Produkten und Dienstleistungen kommt es jedoch zu einem Mangel an Fachkräften. Auf den Philippinen erhöht sich das Gesundheitsbudget 2023 deutlich um 17,9 Prozent, in Malaysia steigt es auf 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In Indonesien wird aufgrund der Importbeschränkungen erwartet, dass chinesische Unternehmen westliche Konkurrenten verdrängen. Lateinamerika In Lateinamerika wird sich das Wirtschaftswachstum Prognosen zufolge auf 1,7 Prozent abschwächen, die sehr hohen Inflationsraten gehen auf 11,4 Prozent zurück. Vor allem die beiden wichtigsten Volkswirtschaften in der Region, Brasilien (1,0 Prozent) und Mexiko (1,2 Prozent), werden nur leicht wachsen, während Chiles Wirtschaft sogar in eine Rezession (-1,0 Prozent) geraten könnte. Die wirtschaftlichen Perspektiven für Brasilien sind aufgrund struktureller Schwächen und der hohen Schuldenquote belastet. Brasiliens neue Regierung will mit der Lockerung der Schuldenbremse staatliche Ausgaben, auch im Gesundheitswesen, erhöhen. Die Gesundheitsmärkte in Lateinamerika stehen 2023 vor der Aufgabe, die wachsende und alternde Bevölkerung zu versorgen. So möchte beispielsweise die mexikanische Regierung 9,4 Prozent mehr für das Gesundheitssystem ausgeben als im Vorjahr. Afrika und Naher Osten Im Jahr 2023 verringert sich das Wirtschaftswachstum in der Region Afrika und Naher Osten aufgrund hoher Inflationsraten voraussichtlich von 5,0 auf 3,6 Prozent. Die Inflation dürfte jedoch im Laufe des Jahres durch die straffere Geldpolitik der Notenbanken nachlassen. In Südafrika soll die Wirtschaft um 1,1 Prozent wachsen, die Arbeitslosigkeit bleibt jedoch mit rund 35 Prozent weiterhin hoch. Die Gesundheitsmärkte in Afrika werden 2023 durch die stark zunehmende Mittelschicht und der damit verbundenen Nachfrage nach einer qualitativen Gesundheitsversorgung wachsen. Weiterhin bleiben jedoch viele Länder aufgrund ihrer gesamtwirtschaftlichen Lage auf ausländische Investitionen angewiesen. Die südafrikanische Regierung arbeitet weiter an ihrem Ziel, bis 2026 eine allgemeine Krankenversicherung einzuführen. Der Markt für medizinische Produkte im Nahen Osten wird 2023, insbesondere aufgrund der alternden Bevölkerung, weiter anwachsen. Erwartete Geschäfts- und Ertragsentwicklung Für das Geschäftsjahr 2023 erwarten wir zu konstanten Wechselkursen eine Umsatzentwicklung im mittleren Bereich unseres strategischen Zielkorridors von 5 bis 7 Prozent. Dabei gehen wir von stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, überwiegend intakten Lieferketten und einer gesicherten Energieversorgung aus. Dynamische Wechselkursveränderungen aufgrund der Inflationsentwicklungen sowie der politischen Konfliktherde können die Steigerungsraten in Euro geringer ausfallen lassen. Wesentliche Effekte auf die Geschäfts- und Ertragsentwicklung aus dem Fortgang der Coronapandemie erwarten wir zurzeit nicht. Wir gehen davon aus, dass das aktuell hohe Preisniveau bei Rohstoffen, Energie und Logistikdienstleistungen kurz- bis mittelfristig Bestand haben wird und unsere Profitabilität reduzieren kann. Ein mögliches Abschwächen der globalen konjunkturellen Entwicklung zum Jahresende 2023 kann bei den Bezugspreisen zu einer leichten Entspannung führen. B. Braun ist grundsätzlich weniger konjunkturabhängig, sodass wir kurzfristig keine wesentlichen negativen Effekte aus einem konjunkturellen Abschwung erwarten. Mittelfristig können uns jedoch Zweitrundeneffekte durch begrenzte Budgets der weltweiten Gesundheitsmärkte treffen. Die bereits 2022 begonnen strukturellen Anpassungen werden 2023 fortgesetzt und intensiviert. Hieraus erwarten wir einen weiteren Ergebnisbeitrag, um die Kostensteigerungen ausgleichen zu können und unsere Profitabilität kontinuierlich zu verbessern. Für die Sparte Hospital Care erwarten wir 2023 zu konstanten Wechselkursen ein Wachstum auf Niveau des Gesamtkonzerns. In den USA und in Asien-Pazifik rechnen wir mit einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld. Wachstumsimpulse erwarten wir durch die erfolgte Kapazitätserweiterung für Infusionsbeutel in Daytona Beach, FL (USA) sowie durch medizinische Einmalartikel. Die Markteinführung der neuen Venenverweilkanüle Introcan Safety® 2 wird unsere Wettbewerbsposition weiter stärken. Mit unseren unterschiedlichen Infusionspumpen sehen wir sowohl in Europa als auch in Nord- und Lateinamerika weitere Marktchancen. Nachdem sich die Sparte Aesculap 2022 gut von den Coronaeffekten der vergangenen Jahre erholt hat, erwarten wir für 2023 erneut Steigerungsraten im Umsatz über dem Konzerndurchschnitt. Dabei werden Europa und die USA deutliche Wachstumsimpulse geben. Die geänderten Ausschreibungsverfahren und das Aussetzen elektiver Eingriffe aufgrund des Coronaausbruchs in China werden die Spartenentwicklung 2023 belasten. Es muss mit weiteren Preisreduktionen in den Therapiefeldern Neurochirurgie und interventionelle Gefäßdiagnostik und -therapie in China gerechnet werden. Ein deutliches Wachstum wird durch das neue digitale Mikroskop Aesculap Aeos® erwartet. Zusätzlich sehen wir weiterhin gute Absatzmöglichkeiten in den Bereichen der chirurgischen Instrumente, Container, Motoren und Endoskopie sowie mit Implantaten. Für die Sparte Avitum prognostizieren wir ein Umsatzwachstum leicht unterhalb der Konzernentwicklung. Dabei wird sich der Provider-Bereich durch eine Zunahme der Behandlungszahlen sowie einzelne länderabhängige Erhöhungen der Kostenerstattung weiter stabilisieren und einen positiven Ergebnisbeitrag leisten. In den Regionen Nordamerika und Asien-Pazifik erwarten wir eine deutliche Umsatzsteigerung. Neue Projekte im Bereich der Wasseraufbereitungsanlagen sollten die Entwicklung unterstützen. Für Produkte der Wund-, Stoma- und Kontinenzversorgung erwarten wir eine dynamische Entwicklung, da sich die Anzahl der durchgeführten Eingriffe in Krankenhäusern nach zwei Jahren coronabedingter Rückgänge wieder normalisiert. Dabei wird mit Wachstumsimpulsen in den Regionen Europa und Lateinamerika gerechnet. Die Nachfrage im Bereich der Infektionsprävention wird erneut schwächer als im Vorjahr erwartet und bewegt sich damit zunehmend auf das Vorkrisenniveau zu. Für unsere Steuerungsgrößen Ergebnis nach Funktionskosten und EBIT erwarten wir, dass sie sich jeweils zu konstanten Wechselkursen in einer Spanne von 480 bis 520 Millionen Euro (2022: Ergebnis nach Funktionskosten 333,6 Millionen Euro, bereinigt 425,7 Millionen Euro und EBIT 256,1 Millionen Euro, bereinigt 347,4 Millionen Euro) bewegen werden. Für die Kennzahl EBITDA prognostizieren wir zu konstanten Wechselkursen einen Anstieg auf 1.150 bis 1.200 Millionen Euro (2022: 1.003,2 Millionen Euro). Eine EBITDA-Marge von mindestens 13 Prozent des Umsatzes ist das Ziel. Das Erreichen der Ergebnisziele wird vom weiteren Verlauf der geopolitischen Konfliktherde abhängig sein. Auch die Realisierung der Ergebnisbeiträge durch die internen strukturellen Anpassungen wird die Zielerreichung beeinflussen. Mit einem aktiven Working Capital Management optimieren wir Bestandsreichweiten und Forderungslaufzeiten. Für DSO wollen wir das niedrige Niveau des Berichtsjahres (60 Tage) auch 2023 weitgehend beibehalten, wenngleich von einer tendenziellen Verschlechterung der Zahlungsfähigkeit unserer Kunden auszugehen ist. Grundsätzlich halten wir an unserem strategischen Ziel zu konstanten Wechselkursen für CIW von 16 Wochen (2022: 18,9 Wochen) fest. Mit einer bewusst umfangreicheren Bevorratung aufgrund von beeinträchtigten Lieferketten im Jahr 2022 wird die Reichweite auch 2023 oberhalb des strategischen Ziels bleiben. Eine Reduzierung gegenüber dem Vorjahr halten wir für möglich. Erwartete Finanzlage B. Braun wird auch in Zukunft die solide Finanzierungspolitik der vergangenen Jahre fortsetzen. Für das Jahr 2023 streben wir eine Eigenkapitalquote von über 45 Prozent an. Gleichzeitig werden wir die bisherige konservative Dividendenpolitik beibehalten. Das Refinanzierungsvolumen im Bereich der langfristigen Laufzeiten beträgt für das Jahr 2023 insgesamt 302 Millionen Euro und im Folgejahr 127 Millionen Euro. Aufgrund unserer langjährig gewachsenen Bankenbeziehungen und der nachhaltigen Ertragskraft von B. Braun erwarten wir keine wesentlichen Risiken bei den anstehenden Finanzierungsmaßnahmen. Die Abkehr von der expansiven Geldpolitik kann mit einem höheren Zinsniveau die Refinanzierungen für B. Braun verteuern. Auch ein Anhalten der geopolitischen Auseinandersetzungen kann die Unsicherheit auf den Kapitalmärkten erhöhen, sodass die Risikoprämien weiter steigen können. Wir erkennen hierbei aber aktuell kein überdurchschnittliches Risiko für B. Braun. Wir haben im Geschäftsjahr 2022 wesentliche Refinanzierungen zu attraktiven Konditionen abschließen können und beabsichtigen geplante Sachinvestitionen aus dem laufenden Cashflow zu finanzieren. Mit der Praxis des konzernweiten Cash Pooling werden wir auch in Zukunft eine optimale Finanzierung im Konzern sicherstellen. Darüber hinaus unterstützen wir mit konzernweiten Projekten zum Bestands- und Forderungsmanagement den Finanzierungsbedarf dauerhaft positiv. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns Vor dem Hintergrund der dargestellten Annahmen über die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Gesundheitsmarkts gehen wir für B. Braun 2023 von einer positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus. Mit den initiierten Maßnahmen zur strukturellen Optimierung werden wir den erneut zu erwartenden Kostensteigerungen entgegenwirken. Der Verlauf der geopolitischen Auseinandersetzungen kann unsere Entwicklung weiterhin beeinflussen. Wir rechnen aber auch über das Geschäftsjahr 2023 hinaus mit weiterem Wachstum. Wir werden neue Möglichkeiten schaffen, um Technologien im Gesundheitswesen in die Anwendung zu bringen. Mit innovativen Produkten und Lösungen sowie unserer konsequenten Ausrichtung auf Profitabilität werden wir uns auch zukünftig in einem volatilen Umfeld behaupten. Damit bleibt B. Braun ein verlässlicher Partner, der den Fortschritt im Gesundheitswesen beschleunigt und die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt schützt und verbessert.
Melsungen, den 17. April 2023 Die Geschäftsführung
1 OECD: Economic Outlook; ifo: Herbst-Prognose,
Economic Experts Survey, Sachverständigenrat zur
Konjunkturprognose (März 2022); IWF: World Economic
Outlook (Oktober 2022); GTAI; WifOR-Institut:
Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung 2021; BVMed:
Herbstumfrage 2022; BMWK: Publikationen 2022; MedTech
Europe: Breakdown of Total Healthcare Expenditure in Europe
2021; Europäische Kommission: Publikationen 2022
KONZERNABSCHLUSSKONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG
KONSOLIDIERTE GESAMTERGEBNISRECHNUNG
KONZERNBILANZ
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
KONZERNANHANGALLGEMEINE INFORMATION Der Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG - im Folgenden auch der B. Braun-Konzern - zum 31. Dezember 2022 wurde in Anwendung von § 315e Absatz 3 HGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt und wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und veröffentlicht. Bei der B. Braun Holding GmbH & Co. KG handelt es sich um ein international aufgestelltes Familienunternehmen mit Sitz in Melsungen, Bundesrepublik Deutschland. Die Adresse des Firmensitzes lautet: Carl-Braun-Str. 1, 34212 Melsungen. Die B. Braun Holding GmbH & Co. KG ist unter dieser Firma in das Handelsregister beim Amtsgericht Fritzlar (HR A 14031) eingetragen. Die Tochtergesellschaften der B. Braun Holding GmbH & Co. KG produzieren, vertreiben und verkaufen Produkte und Dienstleistungen zur medizinischen Grundversorgung, für Intensivstationen, Anästhesie und Notfallversorgung, der extrakorporalen Blutbehandlung sowie für die chirurgischen Kernprozesse. Die wesentlichen Produktionsstandorte befinden sich in der EU, der Schweiz, den USA, Malaysia, Vietnam und Brasilien. Die Gesellschaft vertreibt die Produkte über ein weltweites Netz von Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen. Die Geschäftsführung der B. Braun Holding GmbH & Co. KG hat den Konzernabschluss am 17. April 2023 zur Vorlage an die Gesellschafterversammlung der Gesellschaft freigegeben. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte auf Basis der historischen Kosten, mit Ausnahme der zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam angesetzten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten einschließlich derivativer Finanzinstrumente. Die dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden auf die dargestellten Berichtsperioden einheitlich angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten sowie Schulden unterschieden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Dabei werden den Umsatzerlösen die zu ihrer Erzielung angefallenen Aufwendungen gegenübergestellt, die den Funktionsbereichen Herstellung, Vertrieb, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung zugeordnet werden. Um den Informationsgehalt der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung zu verbessern, werden einzelne Posten im Konzernanhang weiter aufgegliedert. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. Euro) angegeben. Die im Konzernabschluss enthaltenen Kennzahlen sind kaufmännisch gerundet, wodurch Rundungsdifferenzen auftreten können. Die Jahresabschlüsse der B. Braun Holding GmbH & Co. KG und deren Tochterunternehmen werden unter Beachtung der einheitlich für den Konzern geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss einbezogen. Neue und geänderte International Financial Reporting Standards und Interpretationen, die für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen, erstmalig verpflichtend anzuwenden sind (IAS 8.28)
Neue und geänderte International Financial Reporting Standards und Interpretationen, die bereits veröffentlicht wurden, für Unternehmen mit Geschäftsjahresende 31. Dezember 2022 aber noch nicht verpflichtend anzuwenden sind (IAS 8.30) und deren Übernahme durch die EU teilweise noch aussteht
Kritische Annahmen und Schätzungen bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Erstellung von Jahresabschlüssen in Übereinstimmung mit IFRS erfordert vom Management Annahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusammenhang stehende Angaben haben. Obwohl diese Schätzungen nach bestem Wissen des Managements, basierend auf den gegenwärtigen Ereignissen und Maßnahmen, erfolgen, kann es bei den tatsächlichen Ergebnissen zu Abweichungen von diesen Schätzungen kommen. Schätzungen sind insbesondere erforderlich bei
Das Management des Konzerns bestimmt die erwarteten Nutzungsdauern der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen und den damit verbundenen Abschreibungsaufwand auf Basis von Erwartungen. Diese Annahmen können sich z.B. infolge von technologischen Innovationen und Handlungen der Wettbewerber wesentlich verändern. Sofern die tatsächlichen Nutzungsdauern unter den erwarteten liegen, wird das Management die Höhe der Abschreibungen anpassen. Technologisch überholte oder im Rahmen der aktuellen Strategie nicht mehr verwendungsfähige Vermögenswerte werden ganz oder teilweise abgeschrieben. Der Barwert der Pensionsverpflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen. Die bei der Ermittlung der Nettoaufwendungen (-erträge) für Pensionen verwendeten Annahmen schließen den Zinssatz für die Abzinsung der Verpflichtung mit ein. Jede Änderung dieser Annahmen wird Auswirkungen auf den Buchwert der Pensionsrückstellung haben. Die Verpflichtungen aus den leistungsorientierten Pensionsplänen sowie die Pensionskosten des Folgejahres werden auf Basis der in Textziffer 25 genannten Parameter ermittelt. Das Zinsfestlegungsverfahren ist gegenüber dem Vorjahr unverändert. Aus den ausgewerteten Unternehmensanleihen wird eine Zinsstrukturkurve hergeleitet. Der zu verwendende Rechnungszins ergibt sich, indem ein mit den Verhältnissen bei B. Braun vergleichbarer Musterzahlungsstrom mit der Zinsstrukturkurve bewertet und ein gleichwertiger einheitlicher Rechnungszins abgeleitet wird. Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgen auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Die tatsächliche Verpflichtung kann von den zurückgestellten Beträgen abweichen. Die Bemessung der Abwertung von Vorräten erfolgt anhand der erwarteten Nettoveräußerungserlöse (erwartete Erlöse abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten). Die tatsächlichen Erlöse und die noch anfallenden Kosten können von den erwarteten Beträgen abweichen. Aktive latente Steuern werden nur insoweit angesetzt, als ihre Realisierung hinreichend gesichert erscheint, d.h. wenn in zukünftigen Perioden ein positives steuerliches Ergebnis zu erwarten ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation in zukünftigen Perioden kann von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen. Die Prüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt jährlich auf Grundlage einer operativen Fünfjahreserwartungsrechnung und unter Annahme spezifischer jährlicher Wachstumsraten für den nachfolgenden Zeitraum. Die Erhöhung oder Kürzung der angenommenen jährlichen Wachstumsraten würde den geschätzten Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verändern. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss sind neben der B. Braun Holding GmbH & Co. KG 77 inländische und 218 ausländische Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die B. Braun Holding GmbH & Co. KG variablen Rückflüssen ausgesetzt ist und die Fähigkeit besitzt, diese zu beeinflussen. Tochterunternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen (Vollkonsolidierung), an dem die Kontrolle auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an dem die Kontrolle endet. Die Entwicklung der Anzahl der Konzerngesellschaften zum 31. Dezember 2022 bzw. 2021 stellt sich wie folgt dar:
Der Einfluss entkonsolidierter Unternehmen auf die Bilanz sowie auf die Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2022 war, bis auf den Verkauf des Provider-Geschäfts in Kolumbien am 15. März 2022, von untergeordneter Bedeutung. Dabei entstand im Rahmen der Entkonsolidierung der Gesellschaft B. BRAUN AVITUM S.A.S in Kolumbien ein Verlust in Höhe von 5,8 Mio. Euro, der in den sonstigen operativen Aufwendungen gezeigt wurde. Zusätzlich haben sich wegen einer Umstrukturierung innerhalb des B. Braun-Konzerns die Minderheiten um 24,4 Mio. Euro verringert. Im Rahmen der Erstkonsolidierung gab es im Geschäftsjahr 2022 keinen Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung sowie auf die Bilanz, da keine neuen Unternehmen aufgenommen wurden. Im Konzernabschluss sind zum Bilanzstichtag Beteiligungen an einem Gemeinschaftsunternehmen und 19 assoziierten Unternehmen bilanziert. Zwei assoziierte Unternehmen wurden wegen Unwesentlichkeit nicht nach der Equity-Methode bewertet. Die REVIUM Rückversicherung AG wird als 100-Prozent-Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG einbezogen. Einziger Geschäftszweck der REVIUM Rückversicherung AG ist der Abschluss von Rückversicherungen mit den Gesellschaften (Erstversicherern), mit denen der B. Braun-Konzern entsprechende Versicherungsverträge abgeschlossen hat. Es werden darüber hinaus keine Versicherungsverträge mit Dritten abgeschlossen und keine Risiken außerhalb des B. Braun-Konzerns abgedeckt. Infolge ihres eng definierten Geschäftszwecks ist die REVIUM Rückversicherung AG für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Im Rahmen eines Asset-Backed-Securities-Programms werden Handelsforderungen einzelner Konzernunternehmen an eine strukturierte Einheit abgetreten. Diese strukturierte Einheit ist nicht im Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG zu konsolidieren. Für weitere Angaben wird auf Textziffer 18 verwiesen. Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns und der B. Braun Holding GmbH & Co. KG ist Bestandteil des Konzernanhangs und wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Folgende in den Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG einbezogenen Gesellschaften nehmen Erleichterungen des § 264 b HGB bzw. § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch, um von der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs- und Lageberichts sowie zur Offenlegung des Jahresabschlusses befreit zu werden:
Die genannten Gesellschaften nehmen die Befreiungen in Anspruch. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE a) Tochterunternehmen Tochterunternehmen, d.h. solche Unternehmen, die von der B. Braun Holding GmbH & Co. KG beherrscht werden, werden in den Konsolidierungskreis einbezogen. Die B. Braun Holding GmbH & Co. KG beherrscht ein Unternehmen, wenn sie schwankenden Renditen aus ihrem Engagement mit dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels ihrer Macht über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Tochterunternehmen werden erstmals ab dem Zeitpunkt, zu dem die B. Braun Holding GmbH & Co. KG die Verfügungsgewalt über das erworbene Unternehmen erlangt, konsolidiert; sie werden bei Verlust der Verfügungsgewalt durch die B. Braun Holding GmbH & Co. KG entkonsolidiert. Verfügungsgewalt liegt vor, wenn die B. Braun Holding GmbH & Co. KG u.a. mittels der Mehrheit an Stimmrechten oder sonstiger vertraglicher Rechte die Möglichkeit hat, die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens zu lenken. Der Erwerb von Tochterunternehmen wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs bemessen sich nach den hingegebenen Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten sowie den beizulegenden Zeitwerten hingegebener Vermögenswerte, ausgegebener Anteile und/oder übernommener Schulden zu dem Zeitpunkt, zu dem erstmals die Beherrschungsmöglichkeit gegeben ist. Anschaffungsnebenkosten eines Unternehmenserwerbs werden aufwandswirksam erfasst. Bedingte Kaufpreisbestandteile werden mit dem zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden Zeitwert angesetzt. Spätere Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit werden aufwandswirksam oder im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Die den erworbenen Anteil an dem zu Zeitwerten bewerteten Reinvermögen des Tochterunternehmens übersteigenden Anschaffungskosten werden als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung unabhängig vom Umfang der nicht beherrschenden Anteile mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Für jeden Unternehmenserwerb wird auf individueller Basis entschieden, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden. Das Wahlrecht, die Minderheiten zum Fair Value anzusetzen, wird aktuell nicht ausgeübt. Somit werden die Minderheiten mit dem anteiligen auf sie entfallenden Nettovermögen und keinem Goodwill für die Anteile der Minderheiten angesetzt. Bei dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen von vollkonsolidierten Unternehmen entstehende Geschäfts- oder Firmenwerte werden erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden zu Zeitwerten bei Sukzessiverwerben von erstmals vollkonsolidierten Gesellschaften führt zu einer Erfassung der Neubewertung der "Alt"-Tranchen im Gewinn bzw. Verlust. Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden gegeneinander aufgerechnet. Unrealisierte Gewinne aus Geschäftsvorfällen zwischen Konzernunternehmen werden in voller Höhe eliminiert; unrealisierte Verluste werden insoweit eliminiert, als die daraus resultierenden Anschaffungs-/Herstellungskosten den erzielbaren Betrag des entsprechenden Vermögenswerts nicht übersteigen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Tochterunternehmen wurden, sofern erforderlich, an die dem Konzernabschluss zugrunde liegenden Methoden angepasst. b) Assoziierte Unternehmen Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, aber keine Kontrolle besitzt; regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 Prozent. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Der Anteil des Konzerns an assoziierten Unternehmen beinhaltet den beim Erwerb entstandenen Geschäfts- oder Firmenwert (nach Berücksichtigung kumulierter Wertminderungen). Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten aus assoziierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der Anteil an Veränderungen der Rücklagen in den Konzernrücklagen. Die kumulierten Veränderungen nach Erwerb werden gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet. Wenn der Verlustanteil des Konzerns an einem assoziierten Unternehmen dem Anteil des Konzerns an diesem Unternehmen, inklusive anderer ungesicherter Forderungen, entspricht bzw. diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verluste, es sei denn, er ist für das assoziierte Unternehmen Verpflichtungen eingegangen oder hat für das assoziierte Unternehmen Zahlungen geleistet. Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen zwischen Konzernunternehmen und assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert, sofern diese wesentlich sind. Nicht realisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, die Transaktion deutet auf eine Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts hin. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden assoziierter Unternehmen wurden - sofern notwendig - geändert, um eine konzerneinheitliche Bilanzierung zu gewährleisten. c) Gemeinsame Vereinbarungen Investitionen in gemeinsame Vereinbarungen werden entweder als gemeinschaftliche Tätigkeit oder als Gemeinschaftsunternehmen klassifiziert. Die gemeinsamen Vereinbarungen der B. Braun Holding GmbH & Co. KG stellen Gemeinschaftsunternehmen dar. Diese werden mittels Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Die Anteile werden anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und anschließend fortgeschrieben, um den Anteil des Konzerns an den Gewinnen und Verlusten im sonstigen Gesamtergebnis zu berücksichtigen. Wenn der Verlustanteil des Konzerns an einem Gemeinschaftsunternehmen dem Anteil des Konzerns an diesem Unternehmen, inklusive anderer ungesicherter Forderungen, entspricht bzw. diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verluste, es sei denn, er ist für das Gemeinschaftsunternehmen Verpflichtungen eingegangen oder hat für das Gemeinschaftsunternehmen Zahlungen geleistet. Unrealisierte Gewinne aus Transaktionen mit dem Gemeinschaftsunternehmen werden in Höhe des auf den Konzern entfallenden Anteils eliminiert. Unrealisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, die übertragenen Vermögenswerte sind wertgemindert. d) Inhaber nicht beherrschender Anteile Transaktionen mit Inhabern nicht beherrschender Anteile werden wie Transaktionen mit konzerninternen Parteien behandelt. Verkäufe von Anteilen an Inhaber nicht beherrschender Anteile führen zu Gewinn- bzw. Verlustrealisierungen im Konzernabschluss. Umgekehrt führen Käufe von Anteilen von Inhabern nicht beherrschender Anteile zu Goodwill in Höhe der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem anteiligen Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens. WÄHRUNGSUMRECHNUNG a) Funktionale Währung und Berichtswährung Die Konzernunternehmen stellen ihren Jahresabschluss auf Basis der Währung auf, die den wirtschaftlichen Gehalt der zugrundeliegenden Ereignisse und Umstände des jeweiligen Unternehmens am besten widerspiegelt (funktionale Währung). Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die funktionale Währung und die Berichtswährung der Unternehmensgruppe darstellt. b) Transaktionen und Salden Fremdwährungstransaktionen werden mit dem Wechselkurs zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Aufwendungen und Erträge, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Umrechnungsdifferenzen bei monetären Posten, deren Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet werden, sind als Teil des Gewinns bzw. Verlustes aus der Fair-Value-Bewertung auszuweisen. Demgegenüber sind Umrechnungsdifferenzen bei nicht-monetären Posten, deren Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts im Eigenkapital berücksichtigt werden, in der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital erfasst. c) Konzernunternehmen Die Ergebnisse und Bilanzposten aller Konzernunternehmen, die eine von der Konzernberichtswährung abweichende Währung haben, werden wie folgt in die Berichtswährung umgerechnet:
Geschäfts- oder Firmenwerte und Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts, die bei Erwerb eines ausländischen Unternehmens entstanden sind, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Unternehmens behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Wenn ein ausländischer Geschäftsbetrieb veräußert wird, werden bislang erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Währungsdifferenzen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil des Veräußerungsgewinns oder -verlustes erfasst. d) Hyperinflation Wegen der aktuellen Inflationsentwicklung in Argentinien und in der Türkei müssen die dort ansässigen Tochterunternehmen des B. Braun-Konzerns mit funktionaler Währung in Argentinischen Peso bzw. Türkischen Lira den Rechnungslegungsstandard IAS 29 - Rechnungslegung in Hochinflationsländern anwenden. Im Rahmen der Erstanwendung müssen die Buchwerte der nicht monetären Vermögenswerte und Schulden mit einem allgemeinen Preisindex im Eigenkapital erfasst werden. Die Anwendung erfolgt retrospektiv, so als ob die Länder schon immer hochinflationär gewesen wären. Der Schuldnergewinn oder Gläubigerverlust, der sich aus der Anpassung der nicht monetären Vermögenswerte und Schulden sowie des Eigenkapitals an den Preisindex ergibt, wird als sonstiger betrieblicher Ertrag oder Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Nach Anpassung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung an die Hyperinflation erfolgt die Umrechnung in die Berichtswährung zum Stichtagskurs. In Argentinien wurde für die Ermittlung ein allgemeiner Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes "indec" (Instituto Nacional de Estadística y Censos) herangezogen, der am 31. Dezember 2022 bei 1.134,32 (Vorjahr: 582,46) lag. Auch für die Türkei wurde ein allgemeiner Verbraucherpreisindex des "Turkish Statistical Institute" verwendet, der am 31. Dezember 2022 1.128,45 (Vorjahr: 686,95) betrug. Die folgende Übersicht zeigt die Anpassung des Vorjahres der argentinischen Tochtergesellschaft in den Sachanlagen:
Zusätzlich wurde auch das Eigenkapital um 13,2 Mio. Euro erhöht. Dabei wurde der Gläubigerverlust erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen berücksichtigt, da der Betrag unwesentlich ist. VERGLEICH AUSGEWÄHLTER WÄHRUNGEN
BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Umsatzerlöse Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden auf Basis eines fünfstufigen Rahmenmodells erfasst, in der für die übernommenen Leistungsverpflichtungen, also die Übertragung von Waren bzw. die Erbringung von Dienstleistungen, Gegenleistungen erwartet werden. Dieses umfasst
Die Anwendung dieses Modells hängt von den jeweiligen Umständen im Vertrag mit einem Kunden ab und erfordert Ermessensentscheidungen. Der Transaktionspreis ist die Gegenleistung, die der Konzern erwartungsgemäß vom Kunden für die Übertragung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen erhalten wird. In Fällen, in denen ein Vertrag Elemente mit variabler Gegenleistung enthält (z.B. aus Nachlässen, Rabatten, Skonti, Boni, Rückerstattungen), wird der Betrag der variablen Gegenleistung, den der Konzern im Rahmen des Vertrags erwartungsgemäß erhalten wird, geschätzt. Variable Beträge sind nur in dem Umfang im Transaktionspreis enthalten, für den es als hochwahrscheinlich anzusehen ist, dass der nachfolgende Wegfall der Unsicherheit in Bezug auf die Höhe dieser variablen Beträge nicht zu einer wesentlichen Anpassung der Umsatzerlöse führen wird. Wenn ein Vertrag mehrere Leistungsverpflichtungen umfasst, wird der Transaktionspreis auf die Leistungsverpflichtungen des Vertrags auf Basis der Einzelveräußerungspreise verteilt. Gewährte Preisnachlässe werden ebenfalls auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise verteilt. Wenn der Vertrag eine bedeutende Finanzierungsvereinbarung beinhaltet, wird der Transaktionspreis um den Zeitwert des Geldes angepasst, es sei denn, der Zeitraum zwischen Leistungserbringung und Zahlung durch den Kunden beträgt wahrscheinlich weniger als 12 Monate. Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Verfügungsmacht, d.h. die Möglichkeit den Nutzen aus der erbrachten Leistung zu ziehen und den weiteren Gebrauch zu bestimmen, übergeht. Dies kann entweder zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum hinweg erfolgen. Umsatzerlöse werden über einen Zeitraum hinweg erfasst, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:
Wenn die Leistungsverpflichtung nicht über einen Zeitraum hinweg erfüllt wird, wird sie zu einem Zeitpunkt erfüllt. Anhand folgender Faktoren wird der Zeitpunkt, zu dem die Verfügungsmacht übergeht, bestimmt:
Immaterielle Vermögenswerte a) Geschäfts- oder Firmenwerte Der Geschäfts- oder Firmenwert stellt den Überschuss des bei Unternehmenserwerben gezahlten Kaufpreises über die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt dar. Ein durch Unternehmenserwerb entstandener Geschäfts- oder Firmenwert wird den immateriellen Vermögenswerten zugeordnet. Ein Geschäfts- oder Firmenwert, der aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens resultiert, ist im Buchwert der Beteiligung an assoziierten Unternehmen enthalten. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (impairment test) unterzogen und mit seinen ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet. Die außerplanmäßigen Abschreibungen aktivierter Geschäfts- oder Firmenwerte werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Wertaufholungen sind unzulässig. Gewinne und Verluste aus der Veräußerung eines Unternehmens umfassen den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts, der dem abgehenden Unternehmen zugeordnet ist. b) Entwicklungskosten Der B. Braun-Konzern investiert einen beträchtlichen Anteil seiner finanziellen Mittel in Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Neben internen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten unterhält der Konzern zahlreiche Kooperationen mit Dritten. Entwicklungsaufwendungen werden als Kosten im Zusammenhang mit der Anwendung von Forschungsergebnissen oder Fachkenntnissen für die Produktionsplanung und den Produktionsverfahren vor Beginn der Produktion oder der Nutzung definiert. Entwicklungsaufwendungen werden als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn es als wahrscheinlich betrachtet wird, dass das Projekt kommerziell erfolgreich sein wird und technisch durchführbar ist und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Sonstige Entwicklungskosten, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden als Aufwand erfasst, wenn sie anfallen. Entwicklungskosten, die zuvor als Aufwand erfasst wurden, werden in nachfolgenden Geschäftsjahren nicht als Vermögenswerte aktiviert. Aktivierte Entwicklungskosten werden als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen. Bezüglich der Nutzungsdauer, der Abschreibungsmethode sowie der Überprüfung der Restbuchwerte verweisen wir auf den Abschnitt c. c) Sonstige immaterielle Vermögenswerte Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte, aus denen dem Konzern wahrscheinlich ein zukünftiger Nutzen zufließt und die verlässlich bewertet werden können, mit ihren Herstellungskosten aktiviert. Die Herstellungskosten umfassen dabei alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden innerhalb von vier bis acht Jahren planmäßig linear abgeschrieben. In begründeten Ausnahmefällen wird von der leistungsorientierten Abschreibungsmethode Gebrauch gemacht. Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und ggf. angepasst. Immaterielle Vermögenswerte werden zum Bilanzstichtag außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswerts unter den Buchwert gesunken ist. Die Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte werden den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Zuschreibungen bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Sofern vorhanden, werden immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Abgesehen von Geschäfts- oder Firmenwerten hatte der Konzern in den dargestellten Berichtsperioden keine wesentlichen immateriellen Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer. Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen daraufhin geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Liegen solche vor, wird ein Werthaltigkeitstest (impairment test) durchgeführt, bei dem der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt und dem entsprechenden Buchwert gegenübergestellt wird. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert (Barwert der erwarteten Free Cashflows). Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die CGU (Cash Generating Unit) bestimmt, die unabhängige Cashflows generiert und der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann. Liegt der erzielbare Betrag unterhalb des Buchwerts, erfolgt eine ergebniswirksame Wertminderung des Vermögenswerts. Eine ergebniswirksame Wertaufholung bis maximal zur Höhe des erzielbaren Betrags wird vorgenommen, wenn sich nach einer erfolgten Wertminderung zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag ergibt. Dabei ist die Wertaufholung auf den fortgeführten Buchwert begrenzt, der sich ohne die vorherige Wertminderung ergeben hätte. Sachanlagen Materielle Vermögenswerte, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Die planmäßige Abschreibung der Sachanlagen erfolgt anhand der linearen Abschreibungsmethode, bei der die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die geschätzte Nutzungsdauer verteilt werden, bis der Restwert erreicht ist. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den erwarteten Nutzungsdauern im Konzern. Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
* 1- Schicht-Betrieb Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. Nutzungsrechte an Grundstücken werden über die jeweilige Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Nachträgliche Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten werden nur dann als Teil des Vermögenswertes oder als separater Vermögensgegenstand erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass daraus dem Konzern zukünftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig ermittelt werden können. Alle Reparaturen und Wartungen werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind. Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und ggf. angepasst. Sachanlagen werden zum Bilanzstichtag außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der "erzielbare Betrag" des Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Zuschreibungen bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Gewinne und Verluste aus Abgängen werden erfolgswirksam erfasst. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass die Zuwendung erfolgen wird und der Konzern die notwendigen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendungen erfüllt. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswertes aktiviert. Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien werden zu Zwecken langfristiger Mieteinnahmen gehalten und vom Konzern nicht selbst genutzt. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen. Die Nutzungsdauer beträgt 25 bis 50 Jahre. Der beizulegende Zeitwert wird auf Grundlage von mehreren Vergleichsobjekten ermittelt. Leasingverhältnisse Vermögenswerte und Schulden aus Leasingverhältnissen werden beim Erstansatz zu Barwerten erfasst. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten den Barwert folgender Leasingzahlungen:
Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers abgezinst, da der dem Leasingverhältnis zugrundeliegende implizite Zinssatz i.d.R. nicht ohne weiteres bestimmbar ist. Der Grenzfremdkapitalzinssatz wird auf Basis von währungs- und laufzeitspezifischen Swapsätzen bestimmt und beinhaltet Margen- und Risikoaufschläge. Mögliche zukünftige Steigerungen variabler Leasingzahlungen, welche sich aus der Änderung eines Indexes oder (Zins-)Satzes ergeben können, werden bis zu deren Wirksamwerden nicht in der Leasingverbindlichkeit berücksichtigt. Sobald sich entsprechende Änderungen auf die Leasingzahlungen auswirken, werden die Leasingverbindlichkeit und das Nutzungsrecht angepasst. Leasingraten werden in Zins- und Tilgungszahlungen aufgeteilt. Der Zinsanteil wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst, so dass sich für jede Periode ein konstanter periodischer Zinssatz auf den Restbetrag der Verbindlichkeit ergibt. Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:
Nutzungsrechte werden linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer des Leasinggegenstands und Laufzeit der zugrundeliegenden Leasingvereinbarung abgeschrieben. Wenn die Ausübung einer Kaufoption als hinreichend sicher eingeschätzt wird, erfolgt die Abschreibung über die Nutzungsdauer des Leasinggegenstands. Die Verträge können sowohl Leasing- als auch Nichtleasingkomponenten beinhalten. Bei Verträgen über Immobilien und Fahrzeugen ordnet der Konzern den Transaktionspreis diesen Komponenten auf Basis ihrer relativen Einzelveräußerungspreise zu. In allen anderen Fällen macht der Konzern von dem Wahlrecht Gebrauch, keine Aufteilung zwischen Leasing- und Nichtleasingkomponente durchzuführen und stattdessen den Vertrag im Ganzen als Leasingvertrag zu behandeln. Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse von bis zu 12 Monaten und Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert von bis zu USD 5.000 werden als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dies gilt ebenso für variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind. Bei Leasingverhältnissen, in denen der Konzern Leasinggeber ist, wird unterschieden zwischen
Für eine Finanzierungsleasingvereinbarung weist der Konzern anfangs eine Forderung in Höhe der Nettoinvestition in die Leasingvereinbarung aus, welche dem Barwert der Leasingraten sowie des nicht garantierten Restwerts entspricht. Die Nettoinvestition wird nach dem der Leasingvereinbarung zugrundeliegenden Zinssatz abgezinst. Ein Finanzertrag wird nach dem Muster einer konstanten periodischen Verzinsung der Nettoinvestition in die Leasingvereinbarung über die Mietdauer ausgewiesen. In einer Operating-Leasingvereinbarung wird der dem Leasingverhältnis zugrundeliegende Vermögenswert über seine gewöhnliche wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Leasingraten werden als lineare Erträge oder nach einer anderen systematischen Grundlage ausgewiesen, wenn diese eher auf das Muster zutreffen, nach welchem der Nutzen aus der Verwendung des zugrundeliegenden Vermögensgegenstandes reduziert wird. Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und sonstige Finanzanlagen Anteile an at-Equity-bilanzierten Beteiligungen werden zunächst mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit dem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, die Ausschüttungen und alle weiteren Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht gesondert ausgewiesen, sondern sind im Wertansatz der Beteiligung enthalten. Eine planmäßige Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte findet nicht statt. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen werden außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet. Bei börsennotierten Anteilen erfolgt eine Überprüfung der Werthaltigkeit, wenn ein langfristiger und signifikanter Rückgang des Börsenwertes unter die durchschnittlichen Anschaffungskosten vorliegt. Kategorien finanzieller Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte werden in die folgenden beiden Klassifizierungskategorien eingeteilt:
Wenn finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, so können Aufwendungen und Erträge entweder vollständig im Periodenergebnis (at fair value through profit or loss) oder im sonstigen Ergebnis (at fair value through other comprehensive income) mit oder ohne nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente werden dagegen erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis klassifiziert, da sie als strategische Langzeitinvestitionen nicht mit der Absicht kurzfristiger Ertragsrealisierung gehalten werden. Die Klassifizierung wird festgelegt, wenn der finanzielle Vermögenswert erstmalig angesetzt wird, wenn also der B. Braun-Konzern Gegenpartei der vertraglichen Vereinbarungen des Instruments wird. Ein Schuldinstrument, das die folgenden zwei Bedingungen erfüllt, wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet:
Ein Schuldinstrument, das die folgenden zwei Bedingungen erfüllt, wird zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis und nachträglicher Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet:
Alle anderen Schuldinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im Periodenergebnis bewertet (at fair value through profit or loss). Alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Wertveränderungen werden im Periodenergebnis erfasst. Wenn ein Eigenkapitalinstrument nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann der B. Braun-Konzern beim erstmaligen Ansatz die unwiderrufliche Entscheidung treffen, dieses zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis zu bewerten. Eine nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung ist in diesem Falle ausgeschlossen. Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermögenswerten übertragen worden oder ausgelaufen sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten Wertminderungen von gehaltenen Schuldinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, beruhen auf der Prämisse, erwartete Verluste abzubilden. Diese werden mit einem Betrag in folgender Höhe erfasst:
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit und ohne signifikante Finanzierungskomponente, Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen wird der Wertminderungsbedarf stets auf Basis der über die gesamte Laufzeit erwarteten Verluste ermittelt. Für alle anderen Instrumente werden die Wertminderungen nur dann auf Basis der über die gesamte Laufzeit erwarteten Verluste ermittelt, wenn sich das Kreditrisiko seit erstmaligem Ansatz wesentlich erhöht hat. Die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, beruht auf einem Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeit seit Zugang. Andernfalls werden die Wertminderungen lediglich auf Basis der erwarteten Verluste ermittelt, die aus einem innerhalb von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag auftretenden Verlustereignis resultieren würden. In diesem Fall werden also Verlustereignisse nicht berücksichtigt, die später als 12 Monate nach dem Abschlussstichtag auftreten können. Ein finanzieller Vermögenswert weist objektive Hinweise auf Wertminderung auf, wenn ein oder mehrere Ereignisse stattgefunden haben, die eine signifikante Auswirkung auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswerts aufzeigen. Dazu gehören beobachtbare Daten, welche über die folgenden Ereignisse bekannt geworden sind:
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird eine Wertberichtigungstabelle zugrunde gelegt, welche die erwarteten Verluste über die Restlaufzeit als pauschalen Prozentsatz in Abhängigkeit von der Dauer der Überfälligkeit bestimmt. Zukunftsorientierte makroökonomische Informationen bleiben dabei unberücksichtigt, da diese aus Sicht des Konzerns keine wesentlichen Auswirkungen auf die erwarteten Verluste über die Restlaufzeit haben. Die Ausbuchung uneinbringlicher Forderungen erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern Kenntnis von der Uneinbringlichkeit der Forderung erhält. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden Bei den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten handelt es sich um Vermögenswerte, die in ihrem gegenwärtigen Zustand veräußert werden können und deren Veräußerung sehr wahrscheinlich ist. Die Veräußerung wird innerhalb von einem Jahr ab Zeitpunkt der Klassifizierung erwartet. Schulden, die zusammen mit Vermögenswerten in einer Transaktion veräußert werden sollen, werden ebenfalls gesondert ausgewiesen. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, sondern mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, sofern dieser niedriger ist als der Buchwert. Ergebnisse aus der Bewertung von zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden bis zur endgültigen Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen. Ergebnisse aus der Bewertung von zur Veräußerung bestimmten Geschäftsbereichen werden als Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen ausgewiesen. Vorräte Unter den Vorräten sind gemäß IAS 2 (Inventories) diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse und Waren), die sich in der Herstellung für den Verkauf befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die im Rahmen der Herstellung oder Erbringung von Dienstleistungen verbraucht werden sollen (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Die Bewertung der Vorräte erfolgt auf Basis der Durchschnittsmethode zum niedrigeren Wert aus ermittelten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und ihrem Nettoveräußerungswert, d.h. dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Fertigstellungs- und Vertriebskosten. Im Zusammenhang damit ist auch den Risiken, die sich insbesondere aus der Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit usw. ergeben, durch Abwertungen Rechnung getragen. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Darüber hinaus werden die anteiligen Kosten für die betriebliche Altersversorgung und für freiwillige soziale Leistungen des Unternehmens einbezogen. Kosten der Verwaltung werden berücksichtigt, soweit sie auf den Herstellungsbereich entfallen. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) unter Berücksichtigung zukünftiger Entgelt- und Rentenanpassungen und Fluktuation durch unseren versicherungsmathematischen Gutachter ermittelt. Die Neubewertungen der Nettoschulden werden in der Periode ihres Auftretens erfolgsneutral erfasst. Die Nettozinsen auf die Nettoschulden werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Ein Überschuss des Planvermögens gegenüber den Pensionsverpflichtungen wird höchstens in der Höhe als Aktivposten angesetzt, als er dem Barwert des wirtschaftlichen Nutzens entspricht. Sonstige Rückstellungen Rückstellungen werden angesetzt, wenn dem Konzern aus Ereignissen der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung entstanden ist, zur Erfüllung der Verpflichtung der Abfluss von Ressourcen wahrscheinlich ist und eine verlässliche Schätzung der Höhe möglich ist. Wenn eine Anzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht, wird die Vermögensbelastung auf Basis des wahrscheinlichsten Wertes für den Konzern passiviert. Für belastende Verträge werden Rückstellungen angesetzt, wenn der erwartete Nutzen aus dem vertraglichen Anspruch geringer als die erwarteten Kosten zur Erfüllung der Verpflichtung ist. Vor der Bildung einer entsprechenden Rückstellung wird die Wertminderung eines im Zusammenhang stehenden Vermögenswertes geprüft. Bei der Bemessung von Rückstellungen, die erst nach einem Jahr fällig werden, wird der entsprechende Barwert durch Abzinsung ermittelt. Rückstellungen werden gegen den Aufwandsposten aufgelöst, gegen den die Rückstellung gebildet worden ist. Sofern Zuführungen zu Rückstellungen unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden, wird deren Auflösung unter dem entsprechenden Posten in den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt. Finanzschulden Finanzschulden werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert, nach Abzug von Transaktionskosten, angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; jede Differenz zwischen dem Auszahlungsbetrag (nach Abzug der Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Schuld unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten erfasst, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Begleichung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben. Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Schulden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert, nach Abzug von Transaktionskosten, erfasst. Kurzfristige Schulden haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Langfristige Schulden, die nicht das Grundgeschäft in einem bilanziell zulässigen Sicherungszusammenhang darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Rechnungsabgrenzungsposten werden unter den übrigen Verbindlichkeiten passiviert. Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente werden zum Handelstag angesetzt. Sie werden im Rahmen der Zugangsbewertung zu ihrem beizulegenden Zeitwert, der ihnen am Tag des Vertragsabschlusses beizumessen ist, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls zum am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden beizulegenden Zeitwert. Die Methode zur Erfassung von Gewinnen und Verlusten ist davon abhängig, ob das derivative Finanzinstrument als Sicherungsinstrument designiert wurde und, falls ja, von der Art des abgesicherten Postens. Die beizulegenden Zeitwerte der verschiedenen derivativen Finanzinstrumente, die zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, sind in den sonstigen Vermögenswerten/sonstigen Schulden enthalten. Bewegungen der Bewertungsrücklage für Cashflow Hedges werden in der Entwicklung des Konzerneigenkapitals dargestellt. Derivative Finanzinstrumente und als Sicherungsinstrumente designierte derivative Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, werden als kurzfristige Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten ausgewiesen, sofern die Restlaufzeit zwölf Monate nicht übersteigt. Anderenfalls erfolgt ein Ausweis als langfristige Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten. Wenn ein Sicherungsgeschäft, das im Rahmen eines Cashflow Hedges designiert wurde, ausläuft, veräußert wird, die Designation bewusst aufgelöst wird oder nicht mehr die Kriterien zur Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllt, verbleibt der bis dahin im Eigenkapital kumulierte Gewinn oder Verlust im Eigenkapital und wird erst dann erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die ursprünglich gesicherte, zukünftige Transaktion erfolgswirksam wird. Wird der Eintritt der zukünftigen Transaktion nicht länger erwartet, sind die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne oder Verluste sofort in die Gewinn- und Verlustrechnung umzubuchen. Für weitere Erläuterungen zu den derivativen Finanzinstrumenten im Rahmen des Risikomanagements wird auf Textziffer 32 verwiesen. Latente Steuerposten Latente Steuern werden unter Verwendung der Verbindlichkeitsmethode für alle temporären Differenzen zwischen der Steuerbasis der Vermögenswerte/Verbindlichkeiten und ihren Buchwerten im Konzernabschluss angesetzt, es sei denn, die latente Steuer entsteht aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das bilanzielle noch das steuerliche Periodenergebnis beeinflusst. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuererstattungsansprüche bzw. der Begleichung der latenten Steuerschulden erwartet wird. Latente Steuererstattungsansprüche resultieren vor allem aus zeitlich abweichenden Wertansätzen zwischen der Handelsbilanz nach IFRS und der Steuerbilanz der einzelnen Gesellschaften sowie aus Konsolidierungsvorgängen. Latente Steuererstattungsansprüche auf Verlustvorträge und aus Steuergutschriften werden angesetzt, soweit es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, gegen das die Verlustvorträge verrechnet werden können. Latente Steuerschulden, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Darüber hinaus wird auf Textziffer 10 "Ertragsteuern" verwiesen. ERLÄUTERUNGEN DER KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG 1 Umsatzerlöse Die nachfolgende Übersicht zeigt die Umsatzentwicklung nach Sparten, Regionen und Erlösarten:
Auf noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen entfällt ein Betrag in Höhe von 255,4 Mio. Euro (Vorjahr: 263,0 Mio. Euro). Es wird erwartet, dass dieser Betrag innerhalb von fünf Jahren in den Umsatzerlösen erfasst werden kann. 2 Umsatzkosten Die Kosten der umgesetzten Leistungen umfassen die Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse und die Anschaffungskosten der verkauften Handelswaren. Die Herstellungskosten beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie Material-, Personal- und Energiekosten auch die herstellungsbezogenen Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf Produktionsanlagen. In den Umsatzkosten sind Abwertungen auf Vorräte enthalten. 3 Vertriebs- und Verwaltungskosten Die Vertriebskosten enthalten die Kosten für Marketing, Vertriebsorganisation sowie Vertriebslogistik. Des Weiteren werden hier auch die Kosten der anwendungstechnischen Beratung bei Kunden ausgewiesen. Allgemeine Verwaltungskosten umfassen die Verwaltungsaufwendungen, die weder einen Produktionsbezug haben noch Vertriebskosten darstellen. 4 Forschungs- und Entwicklungskosten Die Kosten für Forschung und Entwicklung enthalten die Kosten der Forschung sowie der Produkt- und Verfahrensentwicklung inklusive der Aufwendungen für Fremdleistungen sowie die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten. Aufwendungen für Forschung werden sofort als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die speziellen Aktivierungsvoraussetzungen nach IAS 38 kumulativ erfüllt sind. 5 Sonstige betriebliche Erträge
Die Währungserträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Kursveränderungen zwischen Entstehungszeitpunkt und Zahlungszeitpunkt aus Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Währungserträge aus der Bewertung zum Stichtagskurs. Die Nebenerlöse enthalten insbesondere Kostenerstattungen von Dritten sowie Erlöse aus Kantinenverkäufen. Unter der Position derivative Finanzinstrumente werden die Änderungen der Zeitwerte von nicht für Hedge Accounting designierte Devisentermingeschäfte erfasst. Die übrigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Schadensersatzleistungen sowie ertragsbezogene und sonstige Zuwendungen der öffentlichen Hand. Ertragsbezogene Zuwendungen werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Kosten, für deren Kompensation sie gewährt wurden, anfallen. Sie betragen 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 3,1 Mio. Euro). Im Geschäftsjahr wurden Zuwendungen in Höhe von 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro) ergebniswirksam realisiert. Im Vergleich zu letztem Jahr wurden keine Zuwendungen als Ausgleichzahlungen im Zusammenhang mit der Coronapandemie gewährt. Die sonstigen übrigen Erträge umfassen eine Vielzahl von Erträgen, deren Wertansätze im Einzelnen nur von untergeordneter Bedeutung sind. 6 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die Währungsaufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen aus Kursveränderungen zwischen Entstehungszeitpunkt und Zahlungszeitpunkt aus Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Währungsaufwendungen aus der Bewertung zum Stichtagskurs. Die Verluste aus Wertminderungen von kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten beinhalten Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Position "Rückstellungszuführungen" beinhaltet im Wesentlichen die Bildung einer Rückstellung für eine Zusatzbesteuerung von Medizintechnikumsätzen in Italien in Höhe von 5,0 Mio. Euro. Unter der Position derivative Finanzinstrumente werden die Änderungen der Zeitwerte von nicht für Hedge Accounting designierte Devisentermingeschäfte erfasst. In der Position "Übrige" sind im Wesentlichen Aufwendungen für Genussrechte, der ermittelte Gläubigerverlust aufgrund der Anwendung der Rechnungslegungsvorschriften für Hyperinflation in der Türkei und Argentinien in Höhe von 7,4 Mio. Euro sowie der Verlust aus der Entkonsolidierung von Avitum in Kolumbien in Höhe von 5,8 Mio. Euro enthalten. Daneben umfassen die übrigen Aufwendungen eine Vielzahl von Aufwendungen mit Wertansätzen von im Einzelfall nur untergeordneter Bedeutung. 7 Ergebnis aus at Equity bewerteten Finanzanlagen Das Ergebnis aus at Equity bewerteten Finanzanlagen setzt sich im Einzelnen wie folgt zusammen:
8 Finanzergebnis - netto
Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten im Wesentlichen den Zinsaufwand aus Finanzschulden. Im Übrigen werden hier Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. 9 Sonstiges Finanzergebnis
10 Ertragsteuern Als Ertragsteuern werden im Inland die Körperschaftsteuer und die Gewerbeertragsteuer sowie im Ausland vergleichbare ertragsabhängige Steuern ausgewiesen. Sie werden nach den für die einzelnen Unternehmen maßgeblichen Steuervorschriften ermittelt. Die latenten Steuern resultieren aus zeitlich abweichenden Wertansätzen zwischen den Steuerbilanzen der Gesellschaften und den Wertansätzen in der Konzernbilanz. Die Ermittlung erfolgt nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode und beruht auf der Anwendung der in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt erwarteten zukünftigen Steuersätze. Diese basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen gesetzlichen Regelungen. Latente Steuererstattungsansprüche werden saldiert, wenn ein Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steueransprüche und -schulden besteht und sie gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen. Der Ertragsteueraufwand einschließlich der latenten Steuern setzt sich wie folgt zusammen:
Auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzpositionen entfallen die folgenden bilanzierten aktiven latenten Steuererstattungsansprüche und passiven latenten Steuerschulden:
Es liegen keine temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen sowie aus Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen vor, für die gemäß IAS 12.39 keine latenten Steuerschulden bilanziert wurden. Die bestehenden nicht bilanzierten Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:
Der Betrag der nicht bilanzierten Steuergutschriften beträgt 15,4 Mio. Euro (Vorjahr: 19,9 Mio. Euro). Bei latenten Steueransprüchen in Höhe von 20,7 Mio. Euro (Vorjahr: 18,0 Mio. Euro) ist die Realisierung von zukünftigen zu versteuernden Ergebnissen abhängig, die höher als die Ergebniseffekte aus der Umkehr zu versteuernder temporärer Differenzen sind. Der Ansatz dieser Ansprüche ist trotz zuletzt erlittener Verluste begründet, da entsprechende Erwartungsrechnungen vorliegen, die eine Realisierung erwarten lassen. Es wurden latente Steuern in Höhe von 22,4 Mio. Euro (Vorjahr: 210,0 Mio. Euro) direkt im Eigenkapital erfasst. Im Wesentlichen entfallen davon auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste im Rahmen der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen 23,4 Mio. Euro (Vorjahr: 202,2 Mio. Euro), auf Marktwertveränderungen von Wertpapieren -4,9 Mio. Euro (Vorjahr: -4,2 Mio. Euro) und auf Marktwertveränderungen von als Cashflow Hedge designierten derivativen Finanzinstrumenten 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro). Für die steuerliche Überleitungsrechnung wurde der von der B. Braun SE anzuwendende Steuersatz von 29,6 (Vorjahr: 29,3 Prozent) verwendet, da dieser für den Abschlussadressaten am geeignetsten ist, um die Beziehung zwischen dem Steueraufwand und dem bilanziellen Ergebnis vor Steuern zu erklären. Der sich bei Anwendung dieses Steuersatzes ergebende Steueraufwand lässt sich zum tatsächlichen Steueraufwand wie folgt überleiten:
11 Ergebnisverwendung Von dem Jahresüberschuss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG des Geschäftsjahres in Höhe von 150,7 Mio. Euro wurde ein Betrag von 32 Mio. Euro den Kapitalkonten der Gesellschafter gutgeschrieben. 12 Sonstige Angaben zur Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung Materialaufwand In den Umsatzkosten sind die folgenden Materialaufwendungen enthalten:
Der in der Berichtsperiode in den Umsatzkosten erfasste Aufwand für die Wertberichtigung von Vorräten zur Berücksichtigung von Risiken, die sich insbesondere aus der Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, beträgt 64,9 Mio. Euro (Vorjahr: 57,5 Mio. Euro). Der Betrag der im Geschäftsjahr erfassten Wertaufholung (Erhöhung des Nettoveräußerungswerts) aufgrund des Wegfalls dieser Risiken beträgt 35,2 Mio. Euro (Vorjahr: 28,6 Mio. Euro). Personalaufwand/Personalstruktur In der Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Personalaufwendungen verrechnet:
Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen ergeben. Sie sind als Bestandteil des Zinsergebnisses ausgewiesen. Der Jahresdurchschnitt der Mitarbeiter*innen wird unter Berücksichtigung des Zeitpunktes der Erst- bzw. Entkonsolidierung zeitanteilig berechnet. In der Gesamtzahl sind die Mitarbeiter*innen von Gemeinschaftsunternehmen entsprechend dem jeweiligen Beteiligungsanteil enthalten. Auf die erstmalig konsolidierten Gesellschaften entfielen im Jahresdurchschnitt keine Mitarbeiter*innen, 2021 waren es 493 Mitarbeiter*innen. 13 Gesamthonorar des Abschlussprüfers Für die im Geschäftsjahr 2022 erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers wurden folgende Honorare weltweit als Aufwand erfasst:
Der Posten Honorare für Abschlussprüfungen enthält die gesamten an PricewaterhouseCoopers gezahlten und noch zu zahlenden Honorare samt Auslagen für die Konzernabschlussprüfung sowie für die Prüfung des Jahresabschlusses der B. Braun Holding GmbH & Co. KG und deren Tochterunternehmen. Honorare für Bestätigungsleistungen betreffen überwiegend Prüfungen im Rahmen von Akquisitionen und Desinvestitionen, die Prüfung des internen Kontrollsystems, insbesondere von IT-Systemen, sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit gesetzlichen oder gerichtlichen Vorgaben. Der Posten Steuerberatungsleistungen umfasst insbesondere Honorare für Beratung im Zusammenhang mit der Erstellung von Steuererklärungen, die Prüfung von Steuerbescheiden, die Unterstützung bei Betriebsprüfungen oder anderen Anfragen der Steuerbehörden sowie die Steuerberatung im Zusammenhang mit Transferpreisen. ERLÄUTERUNGEN DER KONZERNBILANZ 14 Immaterielle Vermögenswerte
Im Geschäftsjahr wurden Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 132,7 Mio. Euro (Vorjahr: 81,7 Mio. Euro) erfolgswirksam je nach Nutzung entweder in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den Verwaltungskosten oder in den Forschungs- und Entwicklungskosten der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die außerplanmäßigen Abschreibungen des Geschäftsjahres betreffen im Wesentlichen Abschreibungen auf selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte im Bereich der Therapie von Knorpelverletzungen in den USA aufgrund von weiteren Verzögerungen bei der Zulassung. Weiterhin wurden Abschreibungen auf geleistete Anzahlungen für diverse Entwicklungsprojekte in Deutschland vorgenommen, größtenteils aufgrund von gescheiterten Studienergebnissen. Der gesamte Wertminderungsaufwand wurde in den Forschungs- und Entwicklungskosten berücksichtigt. Der B. Braun-Konzern hat im Geschäftsjahr Entwicklungskosten in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 6,8 Mio. Euro) aktiviert. Die für die Aktivierung erforderlichen Voraussetzungen wurden kumulativ erfüllt. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf Cash Generating Units (zahlungsmittelgenerierende Einheiten) verteilt. Jede dieser Cash Generating Units stellt die Investition des Konzerns nach Geschäftsbereich dar. Eine Zusammenfassung der Verteilung der Geschäfts- oder Firmenwerte auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie die in den jeweiligen Werthaltigkeitstest eingeflossenen Annahmen sind im Folgenden dargestellt:
Der erzielbare Betrag einer CGU bestimmt sich durch Ermittlung ihrer Nutzungswerte. Diese Berechnungen basieren auf prognostizierten Cashflows, die aus der vom Management verabschiedeten Fünfjahreserwartungsrechnung abgeleitet werden. Neben einer steigenden Inflationserwartung und einem deutlich höheren Zinsniveau wurden mögliche Auswirkungen aufgrund steigender Gas-, Energie- und Rohstoffkosten sowie spezifische Länderrisiken in der Planung berücksichtigt, da der Verlauf geopolitischer Auseinandersetzungen die Entwicklung des B. Braun-Konzerns beeinflussen kann. Zusätzlich wurde angenommen, dass die im Geschäftsjahr 2022 initiierten Maßnahmen zur strukturellen Optimierung die erwartete Kostensteigerung in den folgenden Jahren ausgleichen und die Profitabilität verbessern. Daher wird in der verabschiedeten Fünfjahreserwartungsrechnung mit einem weiteren Wachstum gerechnet. Das Management hat die budgetierte Bruttomarge, basierend auf Entwicklungen in der Vergangenheit und Erwartungen bezüglich der zukünftigen Marktentwicklung, bestimmt. Die gewogenen durchschnittlichen Wachstumsraten stimmen weitgehend mit denen der Voraussagen aus Industrieberichten überein. Die genutzten Diskontierungszinssätze sind Vorsteuerzinssätze und reflektieren die spezifischen Risiken der betreffenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Läge das tatsächliche Umsatzwachstum zukünftig 10 Prozent unter dem nach Schätzung des Managements am 31. Dezember 2022 erwarteten Umsatzwachstum, hätte sich ebenfalls keine Wertminderung auf die bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte ergeben. Gleiches gilt, wenn der Abzinsungssatz, der bei der Berechnung des DCF angewendet wurde, um 10 Prozent über der Schätzung des Managements gelegen hätte. 15 Sachanlagen
Im Geschäftsjahr wurden Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 612,4 Mio. Euro (Vorjahr: 547,7 Mio. Euro) erfolgswirksam je nach Nutzung des Vermögenswertes entweder in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den Verwaltungskosten oder in den Forschungs- und Entwicklungskosten der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die außerplanmäßigen Abschreibungen betreffen im Wesentlichen die Abschreibungen auf die Produktionsanlagen in Indonesien in Höhe von 10,9 Mio. Euro, die in den Umsatzkosten erfasst wurden. Weiterhin wurde in den außerplanmäßigen Abschreibungen die Einstellung eines Investitionsprojektes für ein Pharmawerk in Rumänien mit 9,2 Mio. Euro berücksichtigt, was im Wesentlichen die Abschreibung eines Gebäudes und Anlagen im Bau betrifft und ebenfalls in den Umsatzkosten erfasst wurde. Zusätzlich sind in den Sachanlagen mehrere außerplanmäßige Abschreibungen enthalten, die im Zusammenhang mit dem Abbruch diverser Entwicklungsprojekte in Deutschland stehen, deren Wertansätze im Einzelnen von untergeordneter Bedeutung sind. Die im Geschäftsjahr aktivierten Fremdkapitalkosten betragen 15,1 Mio. Euro (Vorjahr: 6,4 Mio. Euro). Der für die Berechnung zugrunde gelegte Zinssatz beträgt 2,3 Prozent (Vorjahr: 1,4 Prozent). Der derzeitige Buchwert von Sachanlagen, die mittels Zuwendungen der öffentlichen Hand angeschafft wurden, beträgt 63,4 Mio. Euro (Vorjahr: 67,8 Mio. Euro). Zum Geschäftsjahresende bestanden keine unerfüllten Bedingungen oder Erfolgsunsicherheiten, die eine Korrektur des Bilanzansatzes erforderlich machten. Der Buchwert der Sachanlagen, mit denen ein beschränktes Eigentumsrecht verbunden ist, beträgt 23,9 Mio. Euro (Vorjahr: 26,0 Mio. Euro). Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien, hauptsächlich Bürogebäude, werden zu Zwecken langfristiger Mieteinnahmen gehalten und vom B. Braun-Konzern nicht selbst genutzt. Die Mieteinnahmen der als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien belaufen sich auf 0,7 Mio. Euro. Die direkten betrieblichen Aufwendungen der Immobilien liegen bei 0,1 Mio. Euro. Der beizulegende Zeitwert beträgt 12,2 Mio. Euro.
16 Leasingverhältnisse In diesem Abschnitt werden Informationen zu Leasingverhältnissen gegeben, in denen der Konzern Leasingnehmer ist. Für Angaben zu Leasingverhältnissen, in denen der Konzern Leasinggeber ist, wird auf Abschnitt 18 zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verwiesen. Der Konzern mietet verschiedene Immobilien, Produktionsanlagen, Fahrzeuge und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung. Mietkonditionen werden individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl unterschiedlicher Konditionen. Die Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume abgeschlossen, können jedoch Verlängerungsoptionen aufweisen. In der Bilanz werden folgende Posten im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen ausgewiesen:
Die Zuführung zu den Nutzungsrechten während des Geschäftsjahres 2022 betrugen 71,7 Mio. Euro (Vorjahr: 101,8 Mio. Euro). Die Gewinn- und Verlustrechnung beinhaltet folgende Beträge im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen:
Die gesamten Leasingzahlungen im Geschäftsjahr betrugen 140,5 Mio. Euro (Vorjahr: 136,5 Mio. Euro). 17 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und Gemeinschaftsunternehmen sowie sonstige Finanzanlagen Die Anteile des Konzerns an seinen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen stellen sich wie folgt dar:
Zum 31. Dezember 2022 beinhalteten die Buchwerte der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen einen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 25,7 Mio. Euro (Vorjahr: 26,7 Mio. Euro). Die Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen betrugen 15,6 Mio. Euro (Vorjahr: 6,5 Mio. Euro) und gegenüber Gemeinschaftsunternehmen 14,8 Mio. Euro (Vorjahr: 5,0 Mio. Euro).
18 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Überfälligkeitsanalyse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen a) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht einzelwertberichtigt sind
Zur Berechnung der über die Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditverluste (Expected Credit Loss = ECL) wurden die Bruttoforderungen abzüglich der im Rahmen des ABS-Programms zum Verkauf stehenden Forderungen sowie Kreditausfallraten in einer Bandbreite von 0,04 bis 0,34 Prozent (Vorjahr: von 0,02 bis 0,27 Prozent) herangezogen. Ein wesentlicher Teil der überfälligen nicht einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfällt auf Forderungen an Sozialversicherungsträger sowie staatliche Unternehmen oder Unternehmen mit öffentlich-rechtlicher Trägerschaft. Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands der Forderungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. b) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die einzelwertberichtigt sind
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
Der Gesamtbetrag der Zuführungen setzt sich zusammen aus Zuführungen aufgrund von Einzelwertberichtigungen und erwarteter Kreditausfälle über die Gesamtlaufzeit. In der folgenden Tabelle sind die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund von Uneinbringlichkeit sowie die Erträge aus dem Eingang von ausgebuchten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt:
Der beizulegende Zeitwert der erhaltenen Sicherheiten beträgt 10,6 Mio. Euro (Vorjahr: 10,5 Mio. Euro). Bei den Sicherheiten handelt es sich überwiegend um Zahlungsgarantien. Im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gibt es keine Konzentration hinsichtlich einzelner Kunden, Währungen oder geografischer Merkmale. Die höchste Forderung an einen Kunden entspricht ca. 1 Prozent der ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Im Rahmen eines Asset-Backed-Securities-Programms (ABS-Programm) mit einem Volumen von bis zu 100 Mio. Euro haben B. Braun-Konzernunternehmen zum 31. Dezember 2022 Forderungen in Höhe von 76,2 Mio. Euro (Vorjahr: 41,9 Mio. Euro) verkauft. Grundlage für die Transaktion ist die Abtretung von Handelsforderungen einzelner B. Braun-Unternehmen im Rahmen einer stillen Zession an eine strukturierte Einheit. Eine strukturierte Einheit ist nach IFRS 10 dann zu konsolidieren, wenn die Kriterien für eine Beherrschung dieser Gesellschaft erfüllt sind (IFRS 10.B2). Das Vorliegen eines Beherrschungsverhältnisses setzt Entscheidungsmacht und variable Rückflüsse sowie eine Verknüpfung zwischen beiden voraus. Da B. Braun nicht an der Variabilität der strukturierten Einheit partizipiert, ist diese Gesellschaft nicht im Konzernabschluss zu konsolidieren. Die Anforderungen an einen Forderungsabgang nach IFRS 9.3.2.1 werden erfüllt, da die Forderungen gemäß IFRS 9.3.2.4(a) übertragen werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergab die Prüfung von IFRS 9.3.2.6, dass weder nahezu alle Chancen und Risiken übertragen noch zurückbehalten worden sind. Die Kontrolle über die Forderungen ist bei B. Braun verblieben, da eine Weiterveräußerung der Forderungen für die strukturierte Einheit wirtschaftlich nachteilig ist. Folglich ist das verbleibende anhaltende Engagement (continuing involvement) von B. Braun zu erfassen. Dieses umfasst zum einen den maximalen Betrag, den B. Braun aus der übernommenen Ausfallgarantie im ersten bzw. dritten Rang eventuell zurückzahlen müsste (0,9 Mio. Euro; Vorjahr: 1,4 Mio. Euro). Zum anderen werden die maximal zu erwartenden Zinszahlungen bis zum Zahlungseingang in Bezug auf den Buchwert der übertragenen Forderungen bilanziert (0,6 Mio. Euro; Vorjahr: 20 Tsd. Euro). Der beizulegende Zeitwert der Garantie bzw. der zu übernehmenden Zinszahlungen wurde mit 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro) angesetzt und erfolgswirksam als sonstige Verbindlichkeit passiviert. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen schließen folgende Beträge ein, bei denen der Konzern Leasinggeber in einem Finanzierungsleasing ist. Im Wesentlichen handelt es sich um vermietete Dialysemaschinen, Infusionspumpen und Instrumentensets:
Der Veräußerungsgewinn im Geschäftsjahr betrug 1,6 Mio. Euro. Der Konzern vermietet im Rahmen unterschiedlicher Operating-Leasingverhältnisse Dialysemaschinen, Infusionspumpen und Instrumentensets, die als "Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung" zusammengefasst und unter der Position "Vermietete Anlagen" ausgewiesen werden. Die Summe der künftigen Leasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen beträgt:
Die Mieterträge aus Operating-Leasingverhältnissen belaufen sich im Geschäftsjahr auf 30,8 Mio. Euro. 19 Sonstige Vermögenswerte
Unter den sonstigen Forderungen und Vermögenswerten werden im Wesentlichen gewährte Kredite ausgewiesen. Hinsichtlich des Bestands der sonstigen Forderungen deuten zum Bilanzstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Am Bilanzstichtag bestanden keine wesentlichen Überfälligkeiten oder Wertberichtigungen. 20 Vorräte
Wie im Vorjahr wurden keine Vorräte als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet. 21 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen, andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die nur unwesentlichen Wertschwankungen ausgesetzt sind, mit einer Restlaufzeit von maximal drei Monaten und Kontokorrentkredite. In der Bilanz werden ausgenutzte Kontokorrentkredite als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter den kurzfristigen Finanzschulden gezeigt. Von den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten unterliegen 17,7 Mio. Euro Verfügungsbeschränkungen aufgrund von Sanktionen gegen Russland (u.a. Ausschluss russischer Banken aus dem internationalen SWIFT-Abkommen), wodurch dieser Betrag nicht für die sofortige Nutzung durch andere Konzernunternehmen zur Verfügung steht. Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Konzern-Kapitalflussrechnung zu entnehmen. 22 Festkapital der Kommanditisten Das Kommanditkapital der B. Braun Holding GmbH & Co. KG in Höhe von 6,1 Mio. Euro entspricht dem im Handelsregister eingetragenen Haftkapital und wird zum Nennwert ausgewiesen. 23 Kapital- und Gewinnrücklagen Die Rücklagen enthalten das Agio aus vorangegangenen Kapitalerhöhungen der B. Braun Holding GmbH & Co. KG (Kapitalrücklage), die Rücklage aus umgekehrten Unternehmenszusammenschlüssen sowie die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit diese nicht ausgeschüttet wurden. Des Weiteren enthalten die Rücklagen den Konzernjahresüberschuss abzüglich der nicht beherrschenden Anteile.
Die Entwicklung der übrigen Bestandteile des Eigenkapitals kann der Eigenkapitalveränderungsrechnung entnommen werden. Die Ansprüche der Anteilseigner auf Gewinnausschüttungen werden vorbehaltlich einer anderweitigen Beschlussfassung den Darlehenskonten (Kapitalkonten II) gutgeschrieben. 24 Nicht beherrschende Anteile Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen. Fremdanteile bestehen insbesondere bei der Almo-Erzeugnisse E. Busch GmbH, Bad Arolsen/Deutschland, der B. Braun Medical AG, Sempach/Schweiz, und der B. Braun Austria Ges.m.b.H., Maria Enzersdorf/Österreich. Die zusammengefassten Finanzinformationen dieser Tochterunternehmen vor Konsolidierung stellen sich wie folgt dar:
* Dividende wurde noch mit altem Anteil am Kapital berechnet. 25 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Für das Geschäftsjahr 2023 werden Zahlungen in Höhe von 48,3 Mio. Euro (Vorjahr: 45,8 Mio. Euro) erwartet. Davon entfallen 10,7 Mio. Euro (Vorjahr: 9,6 Mio. Euro) auf Beiträge in die externen Planvermögen und 37,6 Mio. Euro (Vorjahr: 36,2 Mio. Euro) auf Leistungen, die direkt vom Arbeitgeber an die Versorgungsberechtigten ausgezahlt werden. Im Konzern bestehen Zusagen auf betriebliche Altersversorgungsleistungen, die im Rahmen von Beitrags- und Leistungsplänen erbracht werden. Bei den Beitragsplänen geht der Konzern über die Zahlung eines Beitrages hinaus keine weitere Verpflichtung ein. Die Aufwendungen hierfür werden im operativen Ergebnis in Höhe des gezahlten Beitrages erfasst und belaufen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 44,6 Mio. Euro (Vorjahr: 37,4 Mio. Euro). Des Weiteren werden in einer Vielzahl von Ländern (einschließlich Deutschland) Beiträge für eine gesetzliche Grundversorgung der Arbeitnehmer*innen geleistet. Da hierbei unterschiedliche Sozialversicherungsleistungen abgedeckt werden, können keine exakten Angaben zu dem Teil gemacht werden, der auf reine Altersversorgungsleistungen entfällt. Diese Aufwendungen sind in der in Textziffer 12 "Personalaufwand" dargestellten Position "Soziale Abgaben" enthalten. Die Ansprüche der Mitarbeiter*innen aus den Leistungsplänen beruhen auf gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen. Bei den auf gesetzlichen Regelungen basierenden Leistungsplänen handelt es sich im Wesentlichen um im Ausland bestehende Leistungsverpflichtungen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die in Form eines Kapitalbetrages erbracht werden. Die Leistungshöhe ergibt sich überwiegend in Abhängigkeit von der Dienstzeit und der Höhe des zuletzt bezogenen Gehalts. Rund 72 Prozent der Pensionsverpflichtung im Konzern entfallen auf inländische Versorgungszusagen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Zusagen auf lebenslange Rentenleistungen, die im Falle der Invalidität, des Todes und bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden. Die wesentlichen inländischen Versorgungspläne für Mitarbeiter*innen mit Eintritt ab 1992 sind altersabhängige beitragsorientierte Bausteinpläne. Mitarbeiter*innen mit Eintritt vor 1992 wurden bis auf wenige Ausnahmen endgehaltsabhängige Zusagen erteilt. Die Finanzierung der Altersversorgung im Inland erfolgt im Wesentlichen über Pensionsrückstellungen. Rund 12 Prozent der Pensionsverpflichtung entfallen auf Versorgungszusagen in der Schweiz. Die Leistungen werden als lebenslange Rentenleistungen erbracht und im Falle der Invalidität, des Todes und bei Erreichen der Altersgrenze gewährt. Bei den Pensionszusagen handelt es sich um beitragsorientierte Pläne mit gesetzlich vorgeschriebenen Verrentungssätzen auf Basis impliziter Zinsgarantien. Rund 9 Prozent der Pensionsverpflichtung entfallen auf Versorgungszusagen in den USA. Hier handelt es sich um Rentenzusagen mit Kapitalwahloption. Die Leistungen werden bei Invalidität, Tod oder Erreichen der Altersgrenze gewährt. Bei der Zusage handelt es sich im Wesentlichen um einen Karrieredurchschnittsgehaltsplan für die bis 1998 erdienten Leistungen. Die Leistungszuwächse seither erfolgen als Cash Balance Plan. Die Finanzierung der Altersversorgung in der Schweiz und in den USA erfolgt über landestypische externe Pensionseinrichtungen, die von verschiedenen Gremien (z.B. Stiftungsrat, Trustees, etc.) im Rahmen der lokalen gesetzlichen Regelungen verwaltet werden. In beiden Ländern bestehen grundsätzlich Mindestfinanzierungsanforderungen. Diese haben wesentlichen Einfluss auf die Festlegung zukünftiger Finanzierungsbeiträge. Die zugesagten Leistungen bergen für den B. Braun-Konzern neben dem Langlebigkeitsrisiko, dem Rentenanpassungsrisiko und dem Gehaltssteigerungsrisiko auch Kapitalmarktrisiken, die sowohl Auswirkungen auf die Erträge aus dem Planvermögen als auch auf den Rechnungszins haben können. Die in der Bilanz ausgewiesene Rückstellung für Leistungspläne entspricht dem Barwert des am Bilanzstichtag erdienten Anteils an der Versorgungsleistung unter Berücksichtigung künftiger Trendannahmen (Defined Benefit Obligation) abzüglich des am Bilanzstichtag beizulegenden Zeitwerts des externen Planvermögens. Die Defined Benefit Obligation wird unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (projected unit credit method) berechnet. Der Zinssatz zur Ermittlung der Barwerte entspricht im Regelfall den Zinssätzen laufzeitkongruenter hochwertiger festverzinslicher Unternehmensanleihen. Der Rückstellungsbetrag in der Bilanz ermittelt sich wie folgt:
Der in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltene Aufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Einmalereignisse führten 2022 insgesamt zu einer aufwandswirksamen Entlastung (Past Service Credit) von 2,0 Mio. Euro. Diese setzt sich im Wesentlichen zusammen aus Änderungen der Planleistungen in der Schweiz (2,3 Mio. Euro). Die Überleitung der Pensionsverpflichtung und des externen Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
Die Zusammensetzung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
Die Anteile des Planvermögens, für das aktiv gehandelte Marktpreise vorhanden sind, am Gesamtvermögen ist wie folgt:
Das Planvermögen ist nicht in eigene Finanzinstrumente investiert. 88 Prozent (Vorjahr 86 Prozent) der Aktien und ähnliche Wertpapiere entfallen auf das Planvermögen in den USA. Die Aufsicht über das Planvermögen in den USA obliegt einem Pensionskomitee, das eine angemessene Streuung sicherstellt. Die Pensionsrückstellung hat sich folgendermaßen entwickelt:
Bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtung wurden folgende Prämissen zugrunde gelegt:
Der Ermittlung des Pensionsaufwandes liegen folgende Annahmen zugrunde:
Bei den angegebenen Werten handelt es sich um gewichtete Durchschnittswerte. Für Deutschland wurde zur Ermittlung der Pensionsverpflichtung ein Rechnungszins von 4,11 Prozent angesetzt (Vorjahr: 1,54 Prozent), für den restlichen Euroraum 4,13 Prozent (Vorjahr: 1,58 Prozent). Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden für die Bewertung der inländischen Versorgungsverpflichtungen die Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck verwendet. Das Ergebnis der Sensitivitätsanalyse wurde gemäß Vorjahresverfahren ermittelt. Dabei wird jeweils eine Annahme geändert, wobei die übrigen Annahmen unverändert bleiben. Mögliche Korrelationen zwischen den einzelnen Annahmen oder Effekte auf das Planvermögen aus den Annahmen-Änderungen, werden hierbei nicht betrachtet. Das Ergebnis der Sensitivitätsanalyse ist wie folgt:
Die verpflichtungsreduzierenden Sensitivitäten wirken sich vergleichbar aus. Die gewichtete Duration der Verpflichtung beträgt 16 Jahre (Vorjahr: 20 Jahre). 26 Sonstige Rückstellungen Die wesentlichen Rückstellungsgruppen haben sich wie folgt entwickelt:
Die langfristigen Rückstellungen für Personalaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Vorsorgen für Altersteilzeit und Jubiläumsvergütungen. Die Erhöhung des während des Geschäftsjahrs aufgrund des Zeitablaufs abgezinsten Rückstellungsbetrags beträgt 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,6 Mio. Euro). Die Auswirkung von Änderungen des Abzinsungssatzes beträgt -11,1 Mio. Euro (Vorjahr: -1,9 Mio. Euro). Die sonstigen Rückstellungen betreffen überwiegend Vorsorgen für sonstige Verpflichtungen des Personal- und Sozialbereichs, Garantieverpflichtungen, drohende Verluste aus Kontrakten, Rechts- und Beratungskosten sowie eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken. Die übrigen sonstigen Rückstellungen betreffen vorwiegend ausstehende Rechnungen, Boni, versicherungstechnische Rückstellungen sowie Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle der REVIUM Rückversicherung AG, Melsungen. Der überwiegende Teil der langfristigen Rückstellungen wird innerhalb von fünf Jahren zu Auszahlungen führen. 27 Finanzschulden
Fälligkeiten der Finanzschulden:
Im Rahmen des B. Braun Long Term Incentive Plan begibt der Konzern eine Serie von Genussrechten, die von den bezugsberechtigten Führungskräften auf freiwilliger Basis erworben werden können. Mit der Emission der Genussrechte gewährt das Unternehmen den Mitarbeiter*innen als Genussrechtsinhaber als Gegenleistung für die Überlassung von Kapital Vermögensrechte in Form einer Beteiligung am Gewinn und Verlust des Konzerns. Die Laufzeit der Genussrechte beträgt jeweils zehn Jahre. Die Genussrechtsvergütung ist an die Dividendenzahlung des Konzerns und der Rückzahlungsbetrag an das Konzerneigenkapital gekoppelt. Als Incentive für die von den Mitarbeiter*innen geleistete Einlage wird ein Bezugsbonus in Höhe von 25 Prozent in Form von zusätzlichen zugeteilten Genussrechten gewährt. Der Bezugsbonus fließt den Mitarbeiter*innen zwei Jahre, nachdem sie ihre Einlage geleistet haben, zu. Die zusätzlich zugeteilten Genussrechte werden zeitanteilig aufwandswirksam erfasst. Die B. Braun SE hat im August 2022 zusammen mit einem US-amerikanischen Tochterunternehmen und 12 Banken die Laufzeit des bestehenden Konsortialkreditvertrags über 700 Mio. Euro vorzeitig bis August 2027 verlängert. Der Kredit kann von den Kreditnehmern als revolvierender Barkredit in Euro, wahlweise in Teilbeträgen auch in US-Dollar und Britischem Pfund in Anspruch genommen werden und wird variabel in Anlehnung an EURIBOR, Term SOFR bzw. SONIA verzinst. Der Vertrag sieht weiterhin eine Anpassung der Zinsmarge je nach Verschuldungsgrad (Leverage) des B. Braun-Konzerns vor. Außerdem wurde B. Braun das Recht eingeräumt, den Vertrag - mit Zustimmung der Banken - zweimal um jeweils ein Jahr zu verlängern. Gemäß dem Konsortialkreditvertrag muss B. Braun neben anderen Pflichten eine maximale Verschuldung (Leverage) als Verhältnis zwischen den Netto-Finanzschulden und EBITDA einhalten. Die Berechnung der Kennzahl erfolgt auf Basis konsolidierter Werte für den B. Braun-Konzern, für die im Kreditvertrag vereinbarte Anpassungen vorgenommen werden. Die Kennzahl wird zum Bilanzstichtag klar eingehalten. Die B. Braun SE hat in einer Schuldscheintransaktion im Juni 2022 Schuldscheine in Höhe von insgesamt 350 Mio. Euro begeben. Die Schuldscheine haben eine Laufzeit von 5 Jahren (155,5 Mio. Euro), 7 Jahren (158,5 Mio. Euro) und 10 Jahren (36 Mio. Euro) und sind mit einer festen bzw. einer variablen Verzinsung ausgestattet. Zeichner der Schuldscheine waren überwiegend Banken bzw. Sparkassen in Deutschland. Desweiteren haben die B. Braun SE sowie ein US-amerikanisches Tochterunternehmen im Februar 2022 festverzinsliche Darlehen in Höhe von jeweils 100 Mio. US-Dollar aufgenommen. Die Laufzeit der beiden Darlehen beträgt jeweils 5 Jahre. Die aufgenommenen Mittel dienten der Refinanzierung auslaufender Darlehen bzw. kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten. Zum 31. Dezember 2022 verfügte der Konzern über ungenutzte Kreditlinien in verschiedenen Währungen in Höhe von insgesamt 1.330,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1.488,6 Mio. Euro). Die Zinssätze der Euro-Kredite betragen in Abhängigkeit von der Dauer der Zinsfestschreibung bis zu 3,89 Prozent p.a. für langfristige Kreditaufnahmen. Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten lauten auf folgende Währungen:
Von den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten sind 25,2 Mio. Euro (Vorjahr: 25,2 Mio. Euro) durch Grundpfandrechte gesichert. Bei den Kreditaufnahmen bei Nichtbanken handelt es sich um unbesicherte Kredite. Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der Finanzschulden, der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert ersichtlich:
Einbezogen wurden alle Instrumente, die am 31. Dezember 2022 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2022 festgestellten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet. 28 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten Buchwerte, beizulegende Zeitwerte und Bewertungskategorien/-klassifizierungen:
AmC Financial Assets or Liabilities measured at Amortized cost | FVPL Financial Assets or Liabilities measured at Fair Value through Profit & Loss | FVOCIw/o Financial Assets measured at Fair Value through other comprehensive income without recycling * Die Verzinsung der Genussrechte ist an die Dividendenzahlung des Konzerns und der Rückzahlungsbetrag an das Konzerneigenkapital gekoppelt. Ein beizulegender Zeitwert kann für dieses Instrument nicht verlässlich ermittelt werden. Die Nettogewinne oder Nettoverluste nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 39,4 Mio. Euro wurden als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert, da sie im Rahmen eines Asset-Backed-Securities-Programms zum Verkauf gehalten werden und damit nicht die Geschäftsmodellbedingung für eine Klassifizierung als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte erfüllen. Finanzinvestitionen in Fremdkapitalinstrumente in Höhe von 13,7 Mio. Euro wurden als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte klassifiziert, da sowohl die entsprechende Geschäftsmodellbedingung als auch die Zahlungsstrombedingung erfüllt sind. Es handelt sich dabei um Investitionen in Pfandbriefe und Anleihen. Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 70,9 Mio. Euro wurden als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis klassifiziert, da sie als strategische Langzeitinvestitionen nicht mit der Absicht kurzfristiger Ertragsrealisierung gehalten werden. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um fondsbasierte Unternehmensfinanzierungen. Auf diese Finanzinvestitionen wurden 2022 Dividenden in Höhe von 14,7 Mio. Euro erfasst. Die sonstigen Vermögenswerte enthalten sonstige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 154,4 Mio. Euro (Vorjahr: 157,1 Mio. Euro) sowie sonstige Ausleihungen in Höhe von 21,5 Mio. Euro (Vorjahr: 10,6 Mio. Euro). Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Finanzverbindlichkeiten und finanzielle Schulden haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar. Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Kreditgebern werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve ermittelt. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte wurde das Kreditrisiko berücksichtigt. Die nachstehende Tabelle stellt die Finanzinstrumente dar, deren Folgebewertung und -bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen wird. Diese sind unterteilt in Stufe 1 bis 3 je nachdem, inwieweit der beizulegende Zeitwert beobachtbar ist:
Bei den auf Stufe 3 bewerteten Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenszusammenschlüssen handelt es sich um zum Barwert angesetzte bedingte Verbindlichkeiten, deren endgültige Höhe teilweise erfolgsabhängig ist. Der angegebene Betrag stellt den auf Basis der vereinbarten Anpassungsparameter ermittelten beizulegenden Zeitwert für die tatsächliche Kaufpreisverbindlichkeit dar. Der Betrag von 12,5 Mio. Euro wird erfolgsabhängig auf Basis der Anzahl behandelter Patient*innen ermittelt. Bei einer um 10% günstigeren (ungünstigeren) Entwicklung des Parameters, würde sich die Verbindlichkeit um 0 Euro erhöhen (1,0 Mio. Euro verringern). Der Rückgang der Verbindlichkeiten im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 0,8 Mio. Euro ergibt sich aus einer erfolgswirksamen Neueinschätzung von Verbindlichkeiten (-0,8 Mio. Euro). Die Neueinschätzung von Verbindlichkeiten wurde erfolgswirksam erfasst, da sich die vereinbarten Anpassungsparameter, die auf Grundlage des Umsatzes und der Entwicklung des EBITDA in den Folgejahren ermittelt wurden, ungünstig entwickelt haben. Die nachstehende Tabelle stellt die Finanzinstrumente dar, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, deren beizulegende Zeitwerte jedoch angegeben werden.
Die folgenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unterliegen Aufrechnungsvereinbarungen:
Die nicht aufgerechneten Beträge sind im Falle eines Ausfalls oder einer Insolvenz eines Vertragspartners aufrechenbar. 29 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Schulden
Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Restkaufpreise für erworbene Unternehmen, Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen, Bonusverpflichtungen sowie Verbindlichkeiten aus ausstehenden Rechnungen. 30 Eventualschulden Die Haftungsverhältnisse resultieren ausschließlich aus Verpflichtungen, die gegenüber Dritten übernommen wurden, und entfielen auf:
Bei allen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die zum Bilanzstichtag noch völlig ungewiss ist. Der B. Braun-Konzern unterliegt im Zuge seiner normalen Geschäftstätigkeit möglichen Verpflichtungen aus Verfahren und geltend gemachten Ansprüchen. Schätzungen bezüglich möglicher zukünftiger Aufwendungen sind zahlreichen Unsicherheiten unterworfen. Es werden hieraus keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die wirtschaftliche bzw. finanzielle Situation des B. Braun-Konzerns erwartet. 31 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Bilanzstichtag bestehen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro) sowie zum Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 254,9 Mio. Euro (Vorjahr: 296,0 Mio. Euro). 32 Finanzrisikomanagement Finanzrisikofaktoren Durch seine Geschäftstätigkeit ist der Konzern verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Währungs- und Zinsänderungsrisiken sowie Kredit- und Liquiditätsrisiken. Die Unternehmenspolitik des B. Braun-Konzerns ist es, diese Risiken durch ein systematisches Risikomanagement zu begrenzen. Der Konzern nutzt hierzu u.a. derivative Finanzinstrumente. Das Risikomanagement erfolgt durch die Konzernfinanzabteilung entsprechend der von der Geschäftsführung vorgegebenen Leitlinien. Die Konzernfinanzabteilung identifiziert, bewertet und sichert finanzielle Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten des Konzerns. Die Geschäftsführung gibt sowohl die Prinzipien für das bereichsübergreifende Risikomanagement vor als auch Richtlinien für bestimmte Bereiche, wie z.B. den Umgang mit dem Fremdwährungsrisiko, dem Zins- und Kreditrisiko sowie dem Einsatz derivativer und nicht-derivativer Finanzinstrumente. a) Marktrisiko/Fremdwährungsrisiko Infolge der internationalen Tätigkeit des Konzerns ist er einem Fremdwährungsrisiko ausgesetzt, das auf den Wechselkursänderungen verschiedener Fremdwährungen basiert, überwiegend des US-Dollars. Fremdwährungsrisiken entstehen, wenn zukünftige Transaktionen, bilanzierte Vermögenswerte und Schulden auf eine Währung lauten, die nicht der funktionalen Währung des Unternehmens entspricht. Zur Absicherung solcher Risiken verwendet der Konzern Devisenterminkontrakte. Die Risikomanagementpolitik des Konzerns sieht die Absicherung bilanzierter Vermögenswerte und Schulden vor. Der Konzern betrachtet daher in einer Szenarioanalyse die Auswirkung von Wechselkursänderungen auf das Ergebnis bzw. das Eigenkapital des Konzerns (jeweils vor Steuern). In die Analyse gehen die Bilanzpositionen (insbesondere operative Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Kreditgewährungen bzw. -aufnahmen) ein sowie Devisengeschäfte, die zur Absicherung von Bilanzpositionen und zukünftigen Fremdwährungs-Cashflows (Cashflow Hedges) abgeschlossen wurden. Wäre der Kurs des US-Dollars gegenüber anderen Währungen am 31. Dezember 2022 um 10 Prozent stärker (schwächer) gewesen, wären die Vorsteuergewinne, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, um 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) niedriger (höher) ausgefallen. Bei einem gegenüber allen anderen Währungen um 10 Prozent stärkeren (schwächeren) Euro würde sich aus den sich im Eigenkapital auswirkenden Wertänderungen der Cashflow Hedges ein um ca. 2,4 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro) höheres (niedrigeres) Eigenkapital ergeben. b) Zinsrisiko Der Konzern hält keine wesentlichen verzinslichen Vermögenswerte, sodass eine Änderung des Marktzinssatzes hauptsächlich über verzinsliche Verbindlichkeiten den Konzerngewinn beeinflusst. Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung setzen den Konzern einem Cashflow-Zinsrisiko aus. Aus den festverzinslichen Verbindlichkeiten entsteht ein Fair-Value-Zinsrisiko. Die Finanzrisikopolitik des Konzerns sieht vor, dass ungefähr 50 Prozent der aufgenommenen Verbindlichkeiten festverzinslich sind. Der Konzern hat im Geschäftsjahr sein Cashflow-Zinsrisiko aus geplanten festverzinslichen Finanzierungen teilweise durch die Nutzung von Zinsswaps abgesichert. Bei diesen Zinsswaps ist der Konzern mit anderen Parteien übereingekommen, einen fest vereinbarten Zinssatz gegen einen variablen Referenzzinssatz, jeweils bezogen auf das vereinbarte Nominalvolumen, in bestimmten Intervallen zu tauschen. Die für diesen Zweck abgeschlossenen Zinsswaps wurden zum Zeitpunkt des Eintritts des Grundgeschäfts vorzeitig aufgelöst. Der Auflösungsbetrag wird über die Laufzeit der abgeschlossenen Finanzierung ergebniswirksam verteilt. Wären die Zinssätze am 31. Dezember 2022 um 100 Basispunkte höher gewesen, wären die Vorsteuergewinne, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für das Gesamtjahr um ca. 5,6 Mio. Euro (Vorjahr: 3,3 Mio. Euro) niedriger ausgefallen. Wären die Zinssätze am 31. Dezember 2022 um 50 Basispunkte niedriger gewesen, wären die Vorsteuergewinne, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für das Gesamtjahr um ca. 2,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,2 Mio. Euro) höher ausgefallen. Dies wäre überwiegend auf höhere bzw. niedrigere Zinsaufwendungen für variabel verzinsliche Finanzschulden zurückzuführen gewesen. Die anderen Komponenten des Eigenkapitals hätten sich nur geringfügig geändert. c) Kreditrisiko Im Konzern bestehen hinsichtlich Kundenforderungen keine wesentlichen Konzentrationen bezüglich möglicher Kreditrisiken. Es existieren Organisationsrichtlinien, die sicherstellen, dass Verkäufe an Kunden nur getätigt werden, wenn der Kunde in der Vergangenheit ein angemessenes Zahlungsverhalten aufgewiesen hat. Verträge über derivative Finanzinstrumente und Finanztransaktionen werden nur mit Finanzinstituten guter Bonität abgeschlossen und enthalten i.d.R. eine Bestimmung, die es erlaubt, im Falle einer Insolvenz eines Vertragspartners positive und negative Marktwerte gegeneinander aufzurechnen. Das maximale Kreditrisiko für jede Bewertungskategorie finanzieller Vermögenswerte entspricht dem jeweiligen Buchwert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind teilweise mit einem Eigentumsvorbehalt besichert, wodurch sich das maximale Ausfallrisiko in dieser Bewertungskategorie um 28,3 Mio. Euro (Vorjahr: 31,3 Mio. Euro) vermindert. Die Bruttobuchwerte finanzieller Vermögenswerte für jede Ausfallrisiko-Klasse stellen sich wie folgt dar:
d) Liquiditätsrisiko Ein vorsichtiges Liquiditätsmanagement schließt das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln sowie die Möglichkeit der Finanzierung durch einen adäquaten Betrag an zugesagten Kreditlinien ein. Aufgrund der Dynamik des Geschäftsumfelds, in dem der Konzern operiert, ist es Ziel der Konzernfinanzabteilung, die notwendige Flexibilität in der Finanzierung beizubehalten, indem ausreichend ungenutzte Kreditlinien bestehen. Kapitalrisikomanagement Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung als unabhängiges Familienunternehmen, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitzustellen, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer optimalen Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu reduzieren. Die Finanzierung des B. Braun-Konzerns erfolgt überwiegend durch Kreditaufnahmen der B. Braun SE. Die höchste Kreditaufnahme entfällt hierbei auf Schuldscheindarlehen. Derivative Finanzinstrumente Der beizulegende Zeitwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch unmittelbar beobachtbare Marktinputfaktoren ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps berechnet sich aus dem Barwert der zukünftigen Zahlungsströme unter Anwendung der zum Bilanzstichtag maßgeblichen Zinskurve. Der beizulegende Zeitwert von Fremdwährungstermingeschäften wird unter Zugrundelegung der Devisenterminkurse am Bilanzstichtag ermittelt. Die Marktwertveränderungen der derivativen Finanzinstrumente, die wirtschaftlich betrachtet wirksame Absicherungen im Rahmen der Konzernstrategie darstellen, werden, soweit kein Hedge Accounting vorliegt, ergebniswirksam erfasst. Bei Anwendung von Hedge Accounting für Cashflow Hedges werden die Marktwertveränderungen aus dem effektiven Teil erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Den ergebniswirksamen Marktwertveränderungen der Derivate stehen nahezu kompensierende Marktwertveränderungen aus den abgesicherten Grundgeschäften gegenüber.
In Abhängigkeit vom Marktwert am Bilanzstichtag werden derivative Finanzinstrumente als sonstiger Vermögenswert (bei positivem Marktwert) oder als sonstige Verbindlichkeit (bei negativem Marktwert) ausgewiesen. Die Risikomanagementpolitik des Konzerns sah eine rollierende Absicherung von bis zu 60 Prozent der in den folgenden 12 Monaten erwarteten Netto-Cashflows wesentlicher Währungen aus dem operativen Geschäft des B. Braun-Konzerns vor. Im Dezember 2019 wurde entschieden, die bisherige Sicherungsstrategie nicht fortzuführen. Die bisher durchgeführten rollierenden Sicherungen erwarteter und noch nicht bilanzierter Forderungen und Verbindlichkeiten in den Hauptwährungen des Konzerns werden nur noch in Einzelfällen eingesetzt. Der Konzern hat daher noch im folgenden Umfang Devisentermingeschäfte zur Sicherung von nicht in der funktionalen Währung denominierten, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten künftigen Fremdwährungsein- und -auszahlungen designiert:
Mit den Sicherungsmaßnahmen wird das Ziel verfolgt, die Ergebnisvolatilität aus den Fremdwährungseinnahmen und -auszahlungen (bzw. aus deren Bewertung) in Bezug auf das Devisenkursrisiko zu reduzieren. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird prospektiv mit der Critical-Terms-Match-Methode und retrospektiv nach der Dollar-Offset-Methode überprüft. Die Sicherungen waren bis zum Bilanzstichtag mit keinen Ineffektivitäten verbunden. Im Konzern waren zum 31. Dezember 2022 als Sicherungsinstrumente mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) als sonstiger Vermögenswert und in Höhe von 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro) als sonstige Verbindlichkeit im Rahmen von Cashflow Hedges designiert. Alle Sicherungsbeziehungen waren effektiv. Die im Eigenkapital unter den Sonstigen Rücklagen ausgewiesene Rücklage für Cashflow Hedges für diese Devisensicherungsgeschäfte hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
Die Reklassifizierung aus den Sonstigen Rücklagen aufgrund der Realisierung des Grundgeschäfts erfolgt in die Umsatzkosten. B. Braun erwartet, dass innerhalb der nächsten zwölf Monate im Eigenkapital erfasste Erträge von 0,4 Mio. Euro und Aufwendungen in Höhe von 1,2 Mio. Euro in die Gewinn- und Verlustrechnung reklassifiziert werden. Der ineffektive Teil der Wertänderungen wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Finanzergebnis erfasst. Reklassifizierungen aus den Sonstigen Rücklagen aufgrund einer aufgelösten bzw. ineffektiv gewordenen Sicherungsbeziehung bzw. einer vorzeitigen Beendigung von Cashflow Hedges haben wie im Vorjahr nicht stattgefunden. Außerdem ordnet der Konzern Devisensicherungen bestimmten konzerninternen Darlehensvergaben zu, die nicht in der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft abgeschlossen werden. Das Ergebnis der Sicherungen aus internen Darlehensvergaben wird im Zinsergebnis gezeigt. Wie im Vorjahr waren keine ineffektiven Teile der Wertänderung unter dem Nettofinanzergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. 33 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen werden angegeben, soweit sie nicht bereits als konsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen werden. Personen oder nahe Familienangehörige dieser Personen stehen dem berichtenden Unternehmen nahe, wenn diese das berichtende Unternehmen beherrschen oder an dessen gemeinschaftlicher Führung beteiligt sind, maßgeblichen Einfluss auf das berichtende Unternehmen haben oder im Management des berichtenden Unternehmens eine Schlüsselposition bekleiden. Ein Unternehmen steht dem berichtenden Unternehmen nahe, wenn beide Unternehmen zum selben Konzern gehören, eines der beiden Unternehmen ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen des anderen ist. Im Rahmen des operativen Geschäfts bezieht der B. Braun-Konzern weltweit Materialien, Vorräte und Dienstleistungen von zahlreichen Geschäftspartnern. Unter diesen befinden sich einige wenige, an denen der Konzern beteiligt ist, sowie Unternehmen, die mit Mitgliedern des Aufsichtsrats der B. Braun SE in Verbindung stehen. Geschäfte mit diesen Gesellschaften erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Die entsprechenden Umsätze sind aus Sicht des B. Braun-Konzerns nicht von materieller Bedeutung. Der B. Braun-Konzern war an keinen wesentlichen Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen beteiligt, die in ihrer Art oder Beschaffenheit unüblich waren und beabsichtigt dies auch zukünftig nicht. Die folgenden Geschäfte wurden mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigt:
Offene Posten aus dem Kauf/Verkauf von Waren/Dienstleistungen sowie aus Kreditaufnahmen am Geschäftsjahresende:
Beim Management in Schlüsselpositionen handelt es sich um die Geschäftsführung der B. Braun Holding GmbH & Co. KG und Mitglieder des Aufsichtsrats der B. Braun SE. Die Gruppe der nahestehenden Unternehmen umfasst neben assoziierten Unternehmen auch Joint Ventures sowie Unternehmen, die vom Management in Schlüsselpositionen oder deren engen Familienangehörigen beherrscht werden. Die Namen der assoziierten Unternehmen und Joint Ventures können der Anteilsbesitzliste entnommen werden. Die offenen Posten mit nahestehenden Personen und Unternehmen sind in folgenden Bilanzpositionen enthalten:
Die von nahestehenden Personen gewährten Darlehen haben kurzfristigen Charakter. Die Verzinsung orientiert sich an der Rendite für Pfandbriefe. Es bestehen keine Rückstellungen für zweifelhafte Forderungen im Zusammenhang mit ausstehenden Salden und es wurde kein Aufwand für wertgeminderte Forderungen gegenüber nahestehenden Personen erfasst. Bezüglich der Leasingverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen wird auf Textziffer 27 verwiesen. Geschäftsführer der persönlich haftenden Gesellschafterin:
Stellvertretende Geschäftsführer der persönlich haftenden Gesellschafterin:
Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung für die Wahrnehmung ihrer Organaufgaben im Mutterunternehmen und den Tochterunternehmen betrugen 0,1 Mio. Euro. Gegenüber den Mitgliedern der aktiven Geschäftsführer bestehen Pensionsverpflichtungen in Höhe von insgesamt 6,6 Mio. Euro. ERLÄUTERUNGEN DER KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des B. Braun-Konzerns im Berichtsjahr verändert haben. Dabei wurden die Zahlungsströme entsprechend IAS 7 nach den Mittelzu- und -abflüssen aus operativer Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt. 34 Brutto-Cashflow und Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit Der Brutto-Cashflow in Höhe von 915,9 Mio. Euro zeigt den betrieblichen Einnahmeüberschuss vor der Mittelbindung. Er liegt 34,8 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Die Veränderung resultiert insbesondere aus dem niedrigeren operativen Ergebnis. Im Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit von 719,1 Mio. Euro werden die Veränderungen des Umlaufvermögens, der kurzfristigen Rückstellungen und der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) dargestellt. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten und kurzfristigen Rückstellungen abzüglich der Erhöhung der Vorräte, Forderungen sowie sonstiger Vermögenswerte hat zu einem Mittelabfluss von -196,8 Mio. Euro geführt. Der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit liegt damit 229,5 Mio. Euro unter dem des Vorjahres. 35 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit Für den Kauf von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Finanzanlagen sowie für Unternehmensakquisitionen wurde im Jahr 2022 ein Betrag von 593,9 Mio. Euro aufgewendet. Dem standen Einnahmen aus dem Verkauf von Sachanlagen und dem Abgang von Beteiligungen (13,1 Mio. Euro) sowie erhaltene Dividendenzahlungen und ähnliche Einnahmen (18,0 Mio. Euro) gegenüber, sodass sich ein Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit von 562,8 Mio. Euro ergibt. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich eine Verminderung der Mittelabflüsse von 66,1 Mio. Euro. Die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen konnten vollständig durch den Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit gedeckt werden. Der hiernach verbleibende Free Cashflow beträgt 156,3 Mio. Euro (Vorjahr: 319,7 Mio. Euro). Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten aus Leasingverhältnissen führen zu keinem Mittelabfluss und werden daher nicht unter den Investitionen ausgewiesen. Die Zugänge des Geschäftsjahres betrugen 71,7 Mio. Euro (Vorjahr: 101,8 Mio. Euro). 36 Mittelzufluss/Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die Mittelabflüsse aus Finanzierungstätigkeit -115,2 Mio. Euro (Vorjahr: -340,9 Mio. Euro Mittelabfluss). Der Saldo der für Kreditaufnahmen und Schuldentilgung zu- und abgeflossenen Mittel beträgt -65,3 Mio. Euro (Vorjahr: -294,2 Mio. Euro). Dividendenzahlungen und Kapitaleinzahlungen von Minderheitsgesellschaftern führen insgesamt zu einem Mittelabfluss per Saldo von 44,0 Mio. Euro (Vorjahr: 42,4 Mio. Euro). Die Mittelabflüsse liegen mit 225,7 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Dies ist auf eine höhere Kreditaufnahme zurückzuführen. Die Fremdkapitalposten der Bilanz, bei denen verbundene Zahlungen in der Kapitalflussrechnung im Mittelzufluss/Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen wurden, haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
37 Finanzmittelfonds Der Finanzmittelfonds enthält Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die nur unwesentlichen Wertschwankungen ausgesetzt sind, mit einer Restlaufzeit von maximal drei Monaten. Zum 31. Dezember 2022 lagen Verfügungsbeschränkungen bezüglich des Finanzmittelfonds in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro) vor. Die Beschränkungen betrafen überwiegend Kautionen sowie Sicherheitsleistungen für Tender. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Nach dem Abschluss des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses haben sich keine Sachverhalte mit wesentlicher Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Geschäftsjahres 2022 ergeben.
Melsungen, den 17. April 2023 Die Geschäftsführung Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Barbara Braun-Lüdicke Dr. Jürgen Tertel Sabine Pflüger ANTEILSBESITZDER B. BRAUN HOLDING GMBH & CO. KG UND KONZERN(STAND 31.12.2022, BETRÄGE IN T€)
Die Beträge in Landeswährung der ausländischen Unternehmen wurden mit dem Mittelkurs am 31.12.2022 bzw. mit dem Durchschnittskurs des Berichtsjahres umgerechnet. 1) Durchgerechneter Anteil 2) Gesellschaften mit Ergebnisabführungsvertrag 3) Unkonsolidiert 4) At Equity konsolidiert 5) Assoziierte Unternehmen BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die B. Braun Holding GmbH & Co. KG, Melsungen Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG, Melsungen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der B. Braun Holding GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Kassel, den 17. April 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Michael Conrad, Wirtschaftsprüfer ppa. Oliver Böhm, Wirtschaftsprüfer Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 wurde am 22.06.2023 gebilligt. |
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