Stammdaten

Register
Amtsgericht Fritzlar HRB 11263
Vorher
B.Braun Medizintechnologie GmbH
Eingetragen
5.10.2000
Branche
Herstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen GerätenHerstellung von orthopädischen ErzeugnissenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von pharmazeutischen Erzeugnissen, medizinischen Artikeln, Krankenhaus-, Dental- und Altenpflegebedarf
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens sind die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von Medizinprodukten und Arzneimitteln, insbesondere von Produkten für die Dialyse, Akutdialyse, Plasmapherese und andere Blutbehandlungsverfahren sowie damit im Zusammenhang stehende Wartungs-, Service- und Reparaturarbeiten, Schulungen und Beratungen. Der Gegenstand des Unternehmens umfasst ferner den Betrieb von Dialysestationen sowie anderer medizinischer Leistungserbringer, die Erbringung medizinischer Dienstleistungen sowie die Beratung Dritter auf sämtlichen Gebieten, auf denen das Unternehmen tätig ist.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Andreas Walde
seit 2.6.2025
Vorstandsmitglied
Christian Brüggemann
seit 17.12.2024
Prokura
Oliver Stöhr
seit 30.9.2024
Prokura
Vorsitzender des Vorstands
Silke Fricke
seit 6.12.2023
Prokura
Jörn Dr. Meibaum
seit 12.5.2022
Prokura
Holger Dr. Seeberg
seit 23.7.2018
Vorstandsmitglied
Prokura
Melanie Bubenik
seit 7.6.2017
Prokura
Prokura

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

B. Braun Holding GmbH & Co. KG

Melsungen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht

Grundlagen des B. Braun-Konzerns

Geschäftsmodell

B. Braun ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Medizintechnologie mit Hauptsitz in Melsungen, Deutschland. Zum 31. Dezember 2022 beschäftigte der B. Braun-Konzern 65.237 Mitarbeiter*innen (Vorjahr: 66.969) in 64 Ländern.

Als verlässlicher Partner entwickeln wir intelligente Lösungen und setzen wegweisende Standards für den Fortschritt in der stationären und ambulanten Versorgung. Unsere Kunden sind Kliniken, Arztpraxen, Apotheken, Pflege- und Rettungsdienste - aber auch Patient*innen und ihre Angehörigen. Als nachhaltig wirtschaftendes Familienunternehmen investieren wir in neue Technologien, um die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt zu schützen und zu verbessern.

B. Braun stellt über 5.000 Medizintechnik- und Pharmaprodukte her, die durch ein umfangreiches Angebot an Dienstleistungen ergänzt werden. Eine wachsende Anzahl unserer ganzheitlichen Lösungen hat digitale Komponenten, die Prozesse bei unseren Kunden verbessern, die Sicherheit erhöhen und medizinische Fachkräfte entlasten. Unsere Produkte und Dienstleistungen haben wir in 15 Therapiefelder und Indikationsgebiete unterteilt, die in den drei Sparten Hospital Care, Aesculap und Avitum organisiert sind.

Tabelle/Grafik: B. Braun-Therapiefelder und -Indikationsgebiete

Hospital Care

Die Sparte Hospital Care versteht sich als ein führender Versorger für die Infusions-, die Ernährungs- und die Schmerztherapie.

Für die Infusionstherapie bieten wir umfassende Lösungen an - von Arzneimitteln und Verbrauchsmaterialien bis hin zu intelligenten Systemlösungen. In unseren über Jahrzehnten etablierten Produktlinien setzen wir mit Innovationen und neuen Technologien weltweite Standards im Hinblick auf Qualität, Effizienz und Sicherheit. Das sind Aspekte, die gerade bei Verbrauchsgütern für unsere Kunden kaufentscheidend sind. So konnten wir beispielsweise 2022 das viermilliardste Infusionsgerät Intrafix® in Melsungen produzieren. Auch bei der Behandlung von Krebserkrankungen werden Chemotherapeutika über Infusionssysteme appliziert. Um hierbei Medikationsfehler zu vermeiden und Patient*innen und Pflegepersonal sicher durch die Therapie führen zu können, haben wir OncoSafety Remote Control® entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Software, welche die onkologische Arzneimitteltherapie digital anleitet, kontrolliert und dokumentiert.

Ein guter Ernährungszustand der Patient*innen ist Grundlage für jede erfolgreiche Therapie im präklinischen, stationären und häuslichen Bereich. Die parenterale Ernährung wird bei kritischen Indikationen in der Apotheke patientenindividuell hergestellt. Mit Apex® haben wir unseren Kunden ein System für die automatisierte Zubereitung vorgestellt, welches Zeit spart und hilft, Fehler zu vermeiden.

Im Bereich der Anästhesie liegt ein Fokus auf regionalen Verfahren wie beispielsweise Nervenblockaden. Unter anderem für die Pädiatrie haben wir unser Portfolio intravenöser Arzneimittel erweitert. Mit Ibuprofen 200 mg steht nun ein Schmerzmittel speziell für diese besondere Patientengruppe zur Verfügung.

Aesculap

Die Sparte Aesculap ist Partner für operative und interventionelle Therapiekonzepte in der stationären und ambulanten Patientenversorgung.

In der minimalinvasiven Chirurgie fokussieren wir uns auf die Laparoskopie. Hier entwickeln wir Therapiekonzepte, die beispielsweise durch das 3D-Kamerasystem EinsteinVision®, die Seal-&-Cut-Lösung Aesculap® Caiman® und spezialisierte Stapler- und Nahtlösungen in Kombination mit neuen OP-Prozessangeboten zu verbesserten Behandlungsergebnissen führen.

Im Bereich des orthopädischen Gelenkersatzes und der Wirbelsäulenchirurgie haben wir mit der Einführung der innovativen Implantat-Plattform-Systeme CoreHip®, Plasmafit® Dual Mobility, Ennovate® und 3D Cages begonnen. Gepaart mit unserer bewährten Navigationstechnologie sowie unseren Service- und Prozesslösungen bieten wir patientenindividuelle Versorgungskonzepte über den gesamten Behandlungspfad hinweg.

In der Neurochirurgie erweitern wir unser klassisches Angebot an Instrumenten und Implantaten gezielt um integrierte Lösungen wie unser digitales Operationsmikroskop Aesculap Aeos®. Mit dem implantierbaren Sensor M.scio® bieten wir eine innovative Lösung, mit der erstmals bei Hydrocephalus-Patient*innen der Hirndruck telemetrisch im Langzeitverlauf dokumentiert und analysiert werden kann. Dies führt zu einer Reduzierung von Krankenhauseinweisungen, geringerer Strahlenbelastung durch weniger CT-Untersuchungen und Vermeidung von operativen Eingriffen.

In der interventionellen Gefäßtherapie eröffnen wir mit unserem Fokus auf klinische Evidenz neue Therapieoptionen. Innovative Technologien zur Diagnose, Prävention sowie lokalen Verabreichung von Medikamenten stehen hierbei im Mittelpunkt.

Im Sterilgutmanagement sind wir ein Systemanbieter mit einem umfangreichen Portfolio an chirurgischen Instrumenten, Sterilcontainer- und chirurgischen Motorensystemen. Wir verbinden diese Produkte mit Beratungs-, Planungs- und technischen Dienstleistungen sowie mit der Integration von IT-basierten Prozessen. Damit unterstützen wir Krankenhäuser, ihre operativen Kosten zu senken.

Seit mehr als 100 Jahren stellen wir zuverlässiges Nahtmaterial für Operationen her. Mit unseren Beratungsleistungen und Logistiklösungen verbessern wir Prozesse im Operationssaal und unterstützen ein nachhaltiges Management von Verbrauchsmaterialien.

Avitum

Für Menschen mit chronischen Erkrankungen bietet die Sparte Avitum Produkte und Dienstleistungen an, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Wir betreiben ein Netzwerk von 369 Dialysezentren in Europa, Asien-Pazifik, Lateinamerika und Afrika, in dem wir 27.500 dialysepflichtige Patient*innen versorgen. Im Berichtsjahr haben wir zudem Flüchtlinge aus der Ukraine innerhalb unseres Netzwerks in Europa versorgt und somit ihre kontinuierliche Dialysetherapie sichergestellt. In unseren fünf europäischen Home-Care-Organisationen ermöglichen wir eine umfassende Versorgung chronischer Erkrankungen auch zu Hause, zum Beispiel durch unser Angebot der Heimdialyse.

Mit Diacan® Flex führten wir 2022 eine neue Generation von flexiblen Sicherheitskathetern zum einmaligen Gebrauch für den peripheren Gefäßzugang bei extrakorporalen Blutreinigungstherapien ein. Mit dem neuen Katheter können wir den Patientenkomfort erhöhen sowie das Risiko von Gefäßverletzungen und Nadelstichverletzungen verringern. Zudem haben medizinische Fachkräfte mit dem neu eingeführten Nexadia Mobile Companion einen vollständigen Zugriff auf digitale Patienten- und Behandlungsdaten in Dialysezentren mit mobilen Geräten.

Im Bereich Wundmanagement spezialisieren wir uns mit den Produkten Prontosan® und Askina® Calgitrol® auf abgestimmte Behandlungskonzepte für die Behandlung von schweren Verbrennungswunden. Bei der Stomaversorgung erweitern wir unsere konvexen Stomabeutel-Systeme, die eine gute Abdichtung zur umgebenden Haut gewährleisten und Leckagen vermeiden. In der Kontinenzversorgung fokussieren wir uns mit gebrauchsfertigen Einmalkathetern weiterhin auf einfache Handhabung, Sicherheit und Verwendung von umweltschonenden Materialien.

Wissenstransfer

Als Fort- und Weiterbildungsforum des B. Braun-Konzerns bietet die Aesculap Akademie in über 40 Ländern wissenschaftliche und produktspezifische Trainings und Workshops an - virtuell und in Präsenz. Weltweit erreichten wir 2022 gemäß dem Leitbild der Aesculap Akademie "Connect. Exchange. Enable." Mit rund 4.200 Kursen über 268.000 medizinische Fachkräfte.

Unternehmensführung

Die strategisch-geschäftsleitende B. Braun Familienholding SE & Co. KG (Familienholding) beinhaltet die Konzernfunktionen Finanzen, Controlling, Steuern, Recht, Interne Revision, Personalwesen sowie die Unternehmenskommunikation. Die Familienholding stellt das Bindeglied zwischen Eigentümerfamilie und Unternehmen dar. Unterhalb der Familienholding hält die B. Braun SE als operative Konzernführungsgesellschaft unmittelbar oder mittelbar die Anteile an der B. Braun Melsungen AG (Hospital Care), der Aesculap AG (Aesculap) und der B. Braun Avitum AG (Avitum). Organe der B. Braun SE sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung. Die Mitglieder des Vorstands sind mit klaren Ressortzuständigkeiten gemeinschaftlich für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich.

Zum 1. April 2022 wurde Dr. Jens von Lackum als stellvertretendes Mitglied in den Vorstand der B. Braun SE berufen. Er übernahm die Verantwortung für die Sparte Aesculap und damit einhergehend den Vorstandsvorsitz der Aesculap AG. In beiden Funktionen folgte Dr. Jens von Lackum auf Dr. Joachim Schulz, der in den Ruhestand eintrat. Zum gleichen Zeitpunkt wechselte Dr. Meinrad Lugan von der B. Braun SE in den Vorstand der B. Braun Familienholding Verwaltungs SE. Die Verantwortlichkeiten für die Sparte Hospital Care im Vorstand der B. Braun SE sowie die Position als Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG wurden von Markus Strotmann übernommen. Die bisherige Verantwortung von Markus Strotmann innerhalb des Konzernvorstands für die Sparte Avitum und als Vorstandsvorsitzender der B. Braun Avitum AG werden seitdem interimistisch von Anna Maria Braun, Vorstandsvorsitzende der B. Braun SE, übernommen.

Der Aufsichtsrat der B. Braun SE besteht aus 16 Mitgliedern, die zur Hälfte von der Hauptversammlung des Unternehmens und zur anderen Hälfte von Arbeitnehmer*innen gewählt werden. Um die Arbeit des Aufsichtsrats effizient zu unterstützen, sind Ausschüsse eingerichtet. Der Arbeitsausschuss behandelt unter anderem Fragen zu Vorstandsverträgen und -vergütungen. Der Prüfungsausschuss überwacht die internen Kontrollsysteme, das integrierte Compliance-Management-System, den Rechnungslegungsprozess sowie die Abschlussprüfung.

B. Braun ist über Tochtergesellschaften und Beteiligungen in 64 Ländern tätig. Zum Konzernkreis der B. Braun SE zählen 290 (Vorjahr: 299) vollkonsolidierte Unternehmen. Nach der Equity-Methode werden 20 (Vorjahr: 22) Beteiligungen erfasst. Wesentliche Fertigungsstandorte befinden sich in Melsungen, Bad Arolsen, Berlin, Denzlingen, Dresden, Glandorf, Roth, Tuttlingen (alle Deutschland), Rubí (Spanien), Nogent (Frankreich), Mirandola (Italien), Nowy Tomyśl (Polen), Gyöngyös (Ungarn), Crissier, Escholzmatt und Sempach (alle Schweiz), Allentown, PA, Daytona Beach, FL und Irvine, CL (alle USA), Suzhou (China), Tochigi (Japan), Penang (Malaysia), Hanoi (Vietnam), Neu Delhi (Indien) und São Gonçalo (Brasilien). Zu den strategischen Steuerungsgrößen gehören die Kennzahlen Umsatz und EBITDA sowie definierte Bilanzrelationen. Das operative Geschäft steuern wir im Wesentlichen über die Messgrößen Ergebnis nach Funktionskosten und EBIT. Zusätzlich beurteilen wir die Entwicklung des Working Capital anhand der Kennzahlen Days Sales Outstanding (DSO), Days Payables Outstanding (DPO) und Coverage in Weeks (CIW).

Als Familienunternehmen bekennen wir uns zu einer rechtskonformen und gesellschaftlich verantwortlichen Unternehmensführung. Wir haben ein weltweites Compliance-Management-System etabliert, um die Einhaltung von Regeln und Gesetzen sicherzustellen. Compliance bedeutet für den B. Braun-Konzern nicht nur Rechtskonformität, sondern umfasst auch ethische Werte wie Integrität, Fairness und Nachhaltigkeit, die wir transparent nach innen und außen leben.

Unser Code of Conduct setzt verbindliche Rahmenbedingungen für unsere weltweiten Aktivitäten und definiert das ethische Verhalten unserer Beschäftigten im Sinne unseres globalen Compliance-Management-Systems. Alle Unternehmen des B. Braun-Konzerns sind verpflichtet, entsprechende Mindestregeln verbindlich zu erlassen. Wir entwickeln das Compliance-Management-System kontinuierlich weiter. Durch digitale Prozesse können wir seine Effizienz steigern sowie Risiken effektiver erkennen und steuern.

Strategie

Die Gesundheitsbranche erlebt immer kürzere Innovationszyklen. Neue Technologien verändern die Anforderungen und Erwartungen unserer Kunden. Gleichzeitig steigt der Finanzierungsdruck auf Gesundheitssysteme durch demografische Veränderungen, eine starke Zunahme chronisch kranker Patient*innen und steigende regulatorische Anforderungen. Diesen Entwicklungen begegnet B. Braun mit dem strategischen Rahmen "B. Braun-the next decade" von 2020 bis 2030. Sparten, Zentralbereiche und Länderorganisationen haben detaillierte Entwicklungspläne mit klaren Meilensteinen ausgearbeitet und setzen den strategischen Rahmen gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen iterativ um. Darin beschrieben ist unser Wandel hin zu einem Unternehmen, das mit Sharing Expertise und der Kraft neuer Technologien den Fortschritt im Gesundheitswesen beschleunigt.

Basis dafür ist ein finanzieller Rahmen, den wir zunächst bis 2025 gesteckt haben: Unser Umsatz soll um jährlich 5 bis 7 Prozent wachsen und die EBITDA-Marge 14 Prozent erreichen (jeweils währungskursbereinigt). Um die Zielerreichung in anhaltend unsicheren Märkten abzusichern und weiter in seine Zukunft investieren zu können, hat B. Braun zu Beginn des Berichtsjahres ein konzernweites Profitabilitätsprogramm als Teil der Konzernstrategie gestartet.

Hier prüfen wir Strukturen, Prozesse und die Zusammenarbeit in allen Organisationsbereichen und passen sie an, um unsere Produktivität zu erhöhen, Kosten dauerhaft zu senken und so unser Ergebnis zu stabilisieren. Indem wir bereichsübergreifend handeln und verschiedene Expertisen und Perspektiven schnell integrieren, wollen wir der Komplexität und anhaltenden Unsicherheiten in den Märkten begegnen. In der Umsetzung unserer Strategie leiten uns unsere Werte Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig fördern wir eine Kultur, die von Vertrauen, Verantwortung und Vielfalt geprägt ist. Als Familienunternehmen haben wir einen langfristigen Fokus und wollen auch in der nächsten Dekade aus eigener Kraft wachsen.

Innovationen

Innovationen sind die treibende Kraft für den Erfolg von B. Braun: Die Fokussierung auf wichtige Schlüsseltechnologien im Rahmen unserer Strategie folgt einem spartenübergreifenden Ansatz: Im B. Braun-Konzern sind die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Centers of Excellence (CoEs) angesiedelt. Diese bündeln jeweils für bestimmte Therapiefelder Forschung, Entwicklung, Produktion und Produktzulassung. Die einzelnen Bereiche stehen in engem Austausch miteinander. In unseren Produktionen implementieren wir vernetzte und digitalisierte Prozesse sowie neue Technologien zur Automatisierung, wie zum Beispiel Robotik, Sensorik, Predictive Maintenance und künstliche Intelligenz. Bei der Entwicklung neuer Produkte achten wir auf den ressourcenschonenden Einsatz von Materialien.

Die Sparte Hospital Care konzentriert sich in Forschung und Entwicklung auf Lösungen, die die Effizienz in Krankenhäusern steigern und die Sicherheit für Patient*innen und Anwender*innen erhöhen. Für die intravenösen Therapien entwickeln wir gebrauchsfertige Flüssigarzneimittel und Applikationssysteme, die Anwendungsfehler bei Zubereitung und Verabreichung reduzieren. Dadurch werden Pflegekräfte entlastet und Patient*innen besser geschützt. Auch die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Sicherheitsvenenverweilkanülen unterstützt diese Ziele.

Darüber hinaus treiben wir die digitale Transformation in den Kliniken über unser neues Infusionspumpensystem Space®plus und OnlineSuiteplus voran. Dank der einfachen Netzwerkintegration, seiner Interoperabilität auf Basis des neuesten Technikstands und dem weiterentwickelten Ansatz für mehr Cyber-Sicherheit ist das Space®plus-System die digitale Lösung für die Zukunft. Die Infusionspumpen liefern während der Infusionen viele Daten, die mit unserem System direkt in die vorhandenen Datenmanagementsysteme der Kliniken überspielt werden können und damit dem Personal patientenbezogen zur Verfügung stehen. Wir arbeiten an weiteren Anwendungen, die mittels Datenanalyse klinische Prozesse optimieren und die Behandlung der Patient*innen verbessern.

Die Sparte Aesculap setzt Innovationen in der Chirurgie mit einem Fokus auf die Wachstumsfelder Digitalisierung und Robotik um. Im Berichtsjahr haben wir die Entwicklungsaktivitäten rund um robotische Systeme ausgeweitet - immer mit dem Ziel, Mehrwerte für Patient*innen und Kunden zu schaffen. Wir nutzen Entwicklungsressourcen, um unsere digitalen Lösungen und klassischen Produkte nahtlos miteinander zu verbinden und so den Anwendernutzen zu erhöhen. Beispiele sind die Weiterentwicklung unseres roboterunterstützten Operationsmikroskops Aesculap Aeos® und die Digitalisierung unserer Sterilgüter. Die Vernetzung unserer Produkte und Systeme schafft die Voraussetzung für neuartige datenbasierte Therapieansätze und individualisierte Behandlungskonzepte beispielsweise in der Orthopädie. Durch die Weiterentwicklung unserer digitalen Innovationen im Reparatur- und Nachschubmanagement von Sterilgütern, Implantaten und Verbrauchsgütern erreichen wir Effizienzsteigerungen bei unseren Kunden und werden zum integralen Bestandteil der Versorgungskette.

Für die Sparte Avitum bedeutet Innovation, die Behandlung von Menschen mit chronischen Erkrankungen durch Automatisierung und Digitalisierung kontinuierlich zu verbessern und weiterzuentwickeln. Wir treiben dabei die digitale Transformation in Dialysezentren über unser Nexadia-Patientendaten-Management-System (PDMS) voran, indem wir Maschinen, medizinische Geräte und Gesundheitsdaten von Patient*innen erfassen, verknüpfen und medizinische Berichte direkt davon ableiten. Diese dienen der kontinuierlichen Optimierung während einer Dialysetherapie. Zudem arbeiten wir an Anwendungen für Vorhersage-Analysen bei chronischen Erkrankungen mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Um Innovationen für B. Braun nutzbar zu machen und zu leben, führen wir das Potenzial interner und externer Expertisen mittels zahlreicher Initiativen und Plattformen zusammen: Wir arbeiten an Innovationen in eigenen Forschungs- und Entwicklungsbereichen und sind ein starker Industriepartner von jungen Unternehmen. So schaffen wir Angebote für externe Innovationen und unterstützen die Entwicklung von Start-ups, die neuartige Ideen in den Gesundheitsmarkt bringen.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Globale Entwicklung 1

Im Vergleich zu den Vorjahren verringerten sich die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Weltwirtschaft im Jahr 2022. Die Ausbreitung der Omikron-Variante führte zwar in einigen Staaten zu neuen Höchstständen bei den Neuinfektionen, Lockdowns wurden jedoch kaum als Gegenmaßnahmen eingesetzt. Ausnahme war hier China, wo erst gegen Ende 2022 die strikte Null-Covid-Politik aufgehoben wurde. Dadurch verlangsamte sich das chinesische Wirtschaftswachstum zusätzlich. Zudem war 2022 ein weltweit zunehmender Protektionismus zu beobachten, der sich abschwächend auf die Weltwirtschaft auswirkte. China, Europa und die USA zielten darauf ab, ihre Abhängigkeit bei strategischen Importen zu verringern und setzten Handelssanktionen als außenpolitisches Instrument ein.

Am 24. Februar 2022 begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, dessen Folgen auch für die weltweite Wirtschaft spürbar waren. Energie- und Nahrungsmittelpreise stiegen stark an, die Inflation erreichte in mehreren entwickelten Ländern die 10-Prozent-Marke, weltweit waren es durchschnittlich 8,8 Prozent. Aufgrund dieser Entwicklungen und unterbrochenen Lieferketten verlangsamte sich das globale Wirtschaftswachstum 2022 auf 3,2 Prozent.

Die wirtschaftlichen Entwicklungen beeinflussten auch die Gesundheitsmärkte. Die gestiegenen Energiekosten und das hohe Inflationsniveau beeinträchtigten die Wettbewerbsfähigkeit der Gesundheitsunternehmen. Die Unterbrechungen in den Lieferketten sorgten für Engpässe bei Vorprodukten, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Medizinprodukten und Arzneimitteln. Dennoch erwies sich der weltweite Gesundheitssektor im Berichtsjahr als Wachstumstreiber. Der Weltmarkt für Medizintechnik stieg um 7,8 Prozent auf ein Volumen von 499 Milliarden US-Dollar. Auf den nordamerikanischen Markt entfielen dabei 39 Prozent, gefolgt von der Region Asien-Pazifik mit 27 Prozent und Europa mit 26 Prozent.

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts

in %

2021 2022
Europa 5,4 2,1
Deutschland 3,1 1,5
Frankreich 6,3 2,5
Großbritannien 6,8 3,6
Italien 5,8 3,2
Polen 5,1 3,8
Russland 4,7 -3,4
Schweiz 3,7 2,2
Spanien 5,7 4,3
Tschechien 3,8 1,9
Nordamerika 6,0 1,8
USA 6,0 1,6
Asien-Pazifik 6,5 4,0
ASEAN 2,9 5,3
China 8,0 3,2
Japan 2,4 1,7
Lateinamerika 6,3 3,6
Brasilien 5,2 2,8
Afrika und Naher Osten 4,1 5,0
Südafrika 5,0 2,1

Deutschland

Nach einem kräftigen Jahresauftakt, gestützt von privaten Konsumausgaben, kühlte sich die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr merklich ab. Die hohen Inflationsraten wirkten sich negativ auf Ersparnisse, Realeinkommen und Kaufkraft der Privathaushalte aus. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich 2022 um 1,5 Prozent, während die Inflationsrate um 8,5 Prozent zunahm. Finanzpolitische Maßnahmen im Zusammenhang mit hohen Energie- und Rohstoffkosten als auch dem Klimawandel belasteten 2022 die Staatskassen. Da sich jedoch die umfangreichen Corona-Hilfspakete der Regierung aus den Vorjahren positiv auswirkten, gingen die gesamtstaatlichen Defizit- und Schuldenquoten spürbar zurück. Trotz der globalen Unsicherheiten stabilisierte sich der Arbeitsmarkt wegen einer hohen Nachfrage nach Arbeitskräften.

Die deutsche Gesundheitswirtschaft erreichte zuletzt mit 391,8 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung einen neuen Höchstwert. Das entsprach 12,1 Prozent der landesweiten Bruttowertschöpfung. Der Bund unterstützte im Herbst 2022 mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz die gesetzlichen Krankenkassen, um deren Finanzdefizit in Höhe von 17 Milliarden Euro auszugleichen. Die angespannte wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser setzte sich aufgrund fehlender Investitionen durch die Bundesländer, gestiegener Löhne und hoher Energiekosten fort. Die Umsätze der Medizintechnik-Unternehmen lagen 2022 laut einer Umfrage des Bundesverbands Medizintechnologie e.V. (BVMed) mit einem Plus von 3,3 Prozent über dem Vorjahr. Die Gewinne waren jedoch durch die stark gestiegenen Transport-, Rohstoff- und Energiekosten sowie den regulatorischen Mehraufwand durch die europäische Medizinprodukte-Verordnung (MDR) belastet. Das Innovationsklima für Medizintechnik-Unternehmen in Deutschland hat sich verschlechtert; die innovativsten Forschungsbereiche waren Kardiologie und Onkologie.

EU-Länder

Anhaltend hohe Energie- und Rohstoffpreise führten zu einem verlangsamten Wachstum der europäischen Wirtschaft, das nur aufgrund eines starken ersten Halbjahres bei insgesamt 2,1 Prozent lag. Die Inflationsrate lag 2022 im Durchschnitt bei 8,3 Prozent und damit leicht unter der weltweiten Inflationsrate. Signifikante Kostensteigerungen prägten auch den europäischen Gesundheitsmarkt, der umfangreiche Unterstützungsmittel aus dem europäischen Aufbauplan erhielt. Allein das "EU4Health"-Arbeitsprogramm setzte im Berichtsjahr 835 Millionen Euro zur Stärkung der EU-Gesundheitssysteme ein. Gemäß dem europäischen Medizintechnik-Dachverband MedTech Europe entfielen in Europa zuletzt durchschnittlich etwa 11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf das Gesundheitswesen, davon rund 7,6 Prozent auf Medizintechnologie und 15 Prozent auf Arzneimittel und Verbrauchsmaterialien.

Ein Aufbauplan zur Förderung der Wirtschaft in Spanien sowie erneuerbare Energien und der Tourismus führten zu einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 4,3 Prozent. Positiv für die wirtschaftliche Entwicklung wirkten zudem Zuschüsse des Programms Next Generation EU in Höhe von 69,5 Milliarden Euro. Im spanischen Gesundheitsmarkt flossen EU-Hilfsgelder vor allem in die Digitalisierung des staatlichen Gesundheitsdienstes sowie in ein strategisches Sonderprojekt zur Spitzenmedizin. Das französische Wirtschaftswachstum erreichte nur 2,5 Prozent, verzeichnete jedoch durch das Einfrieren der Energiepreise mit etwa 5 Prozent im ersten Halbjahr eine der niedrigsten Inflationsraten innerhalb der EU. Neben umfangreichen Investitionen im öffentlichen Gesundheitswesen, teilfinanziert aus dem europäischen Aufbauplan, erfolgten in Frankreich erste Umsetzungsschritte des nationalen Gesundheitsinnovationsplans.

Italiens Wirtschaft wuchs 2022 um 3,2 Prozent. Die italienische Regierung unterstützte Familien und Unternehmen mit milliardenschweren Hilfspaketen, erhöhte damit jedoch weiter die Verschuldung des Landes. Zudem investierte Italien EU-Mittel in den Aufbau eines modernen, digitalen Gesundheitssystems. Die Bruttoinlandsprodukte in Tschechien und Polen wuchsen 2022 aufgrund hohen Konsums und Investitionen um 1,9 und 3,8 Prozent. Im Jahresverlauf trübte sich allerdings das Wirtschaftsklima durch starke Energieabhängigkeit und fehlender Rohstoffe ein. Die Inflationsraten waren mit 16,3 und 13,8 Prozent vergleichsweise hoch. Beide Länder setzten EU-Hilfsgelder für Modernisierungsprojekte im Gesundheitswesen ein.

Nicht-EU-Länder

In Großbritannien stieg die Inflation im zweiten Halbjahr 2022 auf 9,1 Prozent und belastete das private Konsumverhalten. Die umfangreichen Steuersenkungen verhinderten einen möglichen Wachstumsstillstand. Der National Health Service (NHS) stand unter hohem finanziellen Druck und kämpfte mit zunehmendem Fachkräftemangel sowie langen Wartezeiten für Patient*innen. Auch veränderte Kennzeichnungs- und Zulassungsregelungen infolge des Brexits sorgten wie in den Vorjahren für Unsicherheit. In der Schweiz legte der private Konsum zu, gestützt durch positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt. Dieser erwies sich als Wachstumsmotor, begünstigt durch eine niedrige Inflation von 3,4 Prozent. Das im Mai 2021 ausgelaufene Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Medizinprodukten mit der EU beeinträchtigte durch zusätzliche Regelungen den grenzüberschreitenden Handel.

Russland

Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verhängte die Europäische Union 2022 mehrere Sanktionspakete gegen Russland. Die Abwertung des Rubels im ersten Quartal und der deutliche Rückgang des Handels durch den Rückzug westlicher Unternehmen erschwerten Importe. Die russische Zentralbank stabilisierte den Rubelkurs auf einem hohen Niveau, die Inflationsrate lag 2022 bei 13,8 Prozent. Die russische Wirtschaftsleistung ging 2022 um 3,4 Prozent zurück. Das von der russischen Regierung erklärte Einfuhrverbot für Transporte aus EU-Ländern galt nicht für Medizinprodukte und Arzneimittel. Gesundheitsprodukte waren auch von Sanktionen der EU und den USA ausgenommen.

USA

Im Jahr 2022 verringerte sich das Wirtschaftswachstum in den USA auf 1,6 Prozent. Dennoch zeigte sich die Binnenkonjunktur aufgrund guter Entwicklungen am Arbeitsmarkt im ersten Halbjahr robust. Die gestiegenen Löhne dämpften den Kaufkraftverlust der privaten Haushalte. Im zweiten Halbjahr stieg die Inflationsrate mit 8,1 Prozent zwar weniger stark als in der EU, dämpfte aber ebenfalls die konjunkturelle Entwicklung. Die Staatsverschuldung der USA erreichte mit 31,1 Billionen Dollar fast die Obergrenze von 31,4 Billionen Dollar.

Im weltweit größten Gesundheitsmarkt stiegen die Gesundheitsausgaben 2022 um 6,5 Prozent auf rund 4,5 Billionen US-Dollar und erreichten einen Anteil von 17,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die US-Regierung bemühte sich, das im weltweiten Vergleich hohe Ausgabenniveau des Gesundheitssystems zu senken. Politische Anstrengungen wie der durch den US-Kongress verabschiedete "Inflation Reduction Act" (IRA) ermöglichten direkte Preisverhandlungen des öffentlichen Krankenversicherers Medicare mit den Herstellern für bestimmte, hochpreisige Medikamente. Generikaverschreibungen sollen zunehmen, um die Arzneimittelkosten zu reduzieren. Außerdem zielt der IRA auf einen breiteren Krankenversicherungsschutz für die rund vier Millionen unversicherten Menschen.

Asien-Pazifik

Das Wirtschaftswachstum im asiatisch-pazifischen Raum schwächte sich wegen des unsicheren globalen Umfeldes auf 4,0 Prozent ab. Aufgrund strenger Lockdowns durch Chinas Null-Covid-Politik, störanfällige Lieferketten und die Immobilienkrise reduzierte sich das chinesische Wirtschaftswachstum auf 3,2 Prozent. Im Gegensatz zu anderen Ländern verhinderte die Abkühlung der Wirtschaftstätigkeit eine Steigerung der Inflation, die mit 2,2 Prozent niedrig blieb. Auch Chinas Gesundheitsmarkt war 2022 stark durch die Pandemie geprägt. Besonders im ersten Halbjahr waren Krankenhäuser von Einschränkungen durch verordnete Lockdowns und unterbrochene Lieferketten betroffen. Volumenbasierte Ausschreibungen, sogenannte "Volume-Based Tenders", erhielten im Berichtsjahr zunehmende Bedeutung und führten zu niedrigeren Preisen bei ausgewählten Medizinprodukten und Arzneimitteln. In Japan erhöhte sich das Wirtschaftswachstum aufgrund der niedrigen inländischen Nachfrage nur um 1,7 Prozent. Die japanische Regierung steigerte 2022 die Gesundheitsausgaben, um die demografische Entwicklung auszugleichen.

Die Länder im ASEAN-Wirtschaftsraum erzielten insgesamt ein Wirtschaftswachstum von 5,3 Prozent, ihre Inflationsrate lag bei 4,7 Prozent. Mit einem positiven Wirtschaftswachstum von 7,0 Prozent und einer relativ niedrigen Inflation von 3,8 Prozent zeigte Vietnam eine bessere Entwicklung als in den benachbarten Ländern. Die ASEAN-Länder verzeichneten 2022 eine steigende Nachfrage nach Medizintechnik. Während der Gesundheitsmarkt auf den Philippinen durch die Abwanderung von Fachpersonal ins Ausland betroffen war, profitierte Malaysia insbesondere vom Gesundheitstourismus. Vietnams Gesundheitsmarkt litt 2022, aufgrund von Problemen in Lieferketten, unter einem Mangel an Arzneimitteln, medizinischen Geräten und Verbrauchsmaterialien.

Lateinamerika

Das Wirtschaftswachstum in Lateinamerika verringerte sich 2022 auf 3,5 Prozent. Nur Brasilien profitierte als Nettoexporteur von den steigenden Weltmarktpreisen für Nahrungsmittel und Energie und verzeichnete somit hohe Kapitalzuflüsse und eine starke Aufwertung des brasilianischen Reals. Zur Eindämmung der Inflation von durchschnittlich 9,4 Prozent hob die Regierung den Leitzins an. Im zweiten Halbjahr verlangsamten der steigende US-Zins, die zunehmende Instabilität der Weltwirtschaft sowie die Präsidentschaftswahl die Entwicklung.

Die Gesundheitsausgaben in Lateinamerika blieben auch im Jahr 2022, mit Ausnahme von Brasilien, auf einem niedrigen Niveau. Das angestrebte Investitionsziel in den Gesundheitssektor von 6 Prozent des nationalen Bruttoinlandsprodukts erreichten nur wenige Länder. Der Gesundheitsmarkt in Brasilien konnte im Berichtsjahr nicht mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Landes mithalten. Dies lag insbesondere an Störungen in den Lieferketten und der hohen Abhängigkeit von Importen.

Afrika und Naher Osten

Das Wirtschaftswachstum in der Region Afrika und Naher Osten stieg auf 5,0 Prozent, weitgehend aufgrund der günstigen Umstände für die Ölexporteure der Region. Die schwächere Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in der Region Sub-Sahara von 3,6 Prozent lag am niedrigen Wachstum der Handelspartner, an schwierigen finanziellen Bedingungen der Länderhaushalte und an schlechteren Handelsbedingungen für Rohstoffe. In Südafrika stieg das Wirtschaftswachstum nur um 2,1 Prozent, weil Stromausfälle, die sehr hohe Arbeitslosigkeit und eine Flutkatastrophe das Wachstum bremsten.

Die Nachfrage nach Medizinprodukten ist 2022 durch eine stark wachsende Mittelschicht in Afrika gestiegen. Besonders internationale Organisationen investierten in den afrikanischen Gesundheitssektor. Von staatlicher Seite konnte der Ausbau der Gesundheitsmärkte dagegen kaum vorangetrieben werden, da viele Länder aufgrund der hohen Schuldenlast öffentliche Mittel einsparen mussten. Der Medizintechnikmarkt in Südafrika nahm 2022 mit einem Volumen von 1,3 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. Der Nahe Osten wurde 2022 als stark wachsender Markt für Medizintechnik wahrgenommen und zog internationale Investoren an.

Geschäftsverlauf und Lage

Geschäftsverlauf

Im Berichtsjahr 2022 konnte B. Braun zu konstanten Wechselkursen einen Umsatzzuwachs von 3,6 Prozent erzielen. Damit erreichten wir in einem schwierigen globalwirtschaftlichen Umfeld zwar nicht unseren strategischen Zielkorridor von 5 bis 7 Prozent, konnten jedoch trotz deutlich negativer Einflussfaktoren unser Wachstum fortsetzen. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen sind wir mit der Umsatzentwicklung 2022 zufrieden, streben aber eine schnelle Rückkehr auf den ursprünglichen Wachstumspfad an. In Konzernwährung erhöhte sich der Umsatz um 8,1 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,9 Milliarden Euro). Dabei erzielten die Sparten Hospital Care und Aesculap gute Umsatzsteigerungen. Die Sparte Avitum konnte das Vorjahr zu konstanten Wechselkursen nicht übertreffen. Hospital Care profitierte von stabilen Mengen und Preiseffekten im abgeschlossenen Geschäftsjahr. Damit konnte der Nachfragerückgang bei dem Covid-spezifischen Produktportfolio gegenüber dem Vorjahr ausgeglichen werden. Die Sparte Aesculap erreichte ein starkes Umsatzwachstum, insbesondere in Europa sowie in Lateinamerika. Produktseitig zeigten sich Hüft- und Knieimplantate, aber auch bildgebende Systeme, Nahtmaterialien und chirurgische Instrumente als Wachstumstreiber. Avitum verzeichnete rückläufige Umsätze bei Schutzausrüstung und Handschuhen. Durch höhere Umsätze mit Produkten der Wund- und Stomaversorgung sowie für die Dialyse konnte dies weitgehend ausgeglichen werden. Zudem erhöhten sich die Behandlungszahlen in unseren eigenen Dialysezentren gegenüber den durch die Coronapandemie beeinflussten Vorjahren schneller als erwartet. Die Behandlungszahlen von vor der Coronapandemie konnten aber weiterhin nicht erreicht werden. Im März 2022 verkauften wir unsere Dialysezentren in Kolumbien. Zu diesem Zeitpunkt wurden in diesen Kliniken 1.263 Patient*innen behandelt. Durch den Verkauf reduzierte sich der Umsatz im Providerbereich um 9,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Die Umsatzentwicklung in Deutschland war 2022 aufgrund hoher Einmaleffekte im Vorjahr rückläufig. In Europa zeigten sich Großbritannien, die Schweiz, Benelux und Tschechien besonders stark, aber auch Polen, Spanien und Rumänien erzielten gute Steigerungen. Russland blieb lokal unter dem Vorjahresniveau. Die Entwicklung in Frankreich, Schweden und Ungarn entsprach nicht unseren Erwartungen. In Nordamerika konnten wir gestützt durch positive Währungseffekte ein erfreuliches zweistelliges Wachstum erzielen. Die Region Asien-Pazifik profitierte ebenfalls von positiven Umrechnungseffekten, zeigte sich lokal aber aufgrund volumenbasierter Ausschreibungen in China sowie hoher Umsätze im Vorjahr in Japan nur auf dem Niveau des Vorjahres. Die weiteren Länder der Region wiesen teils zweistellige Wachstumsraten auf. Lateinamerika wuchs kräftig, angeführt von einer erfreulichen Entwicklung in Brasilien. Lediglich der Umsatz in Kolumbien lag unter Vorjahr. In der Region Afrika und Naher Osten konnten wir den Umsatz ebenfalls ausbauen.

Im Berichtsjahr war die Ergebnisentwicklung des B. Braun-Konzerns durch eine Vielzahl an Einmal- und Sondereffekten belastet. Wir konnten daher unser Ziel, die Profitabilität zu verbessern, nicht erreichen. Mit der Ergebnissituation sind wir nicht zufrieden und haben im Berichtsjahr umfangreiche Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung ergriffen, die auch in den Folgejahren fortgesetzt und weiter intensiviert werden. Deutlich gestiegene Rohstoff- und Energiepreise führten zu einem Rückgang der Bruttomarge (-0,9 Prozentpunkte). Auch die stark gestiegenen Frachtkosten (+18,3 Prozent) belasteten die Ergebnisentwicklung. Die Verwaltungskosten in Konzernwährung waren durch steigende Personalkosten und Währungseffekte beeinflusst (+7,1 Prozent). Aufgrund verschärfter regulatorischer Anforderungen und neuen Entwicklungsprojekten haben wir die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Berichtsjahr deutlich angehoben. Hinzu kamen außerplanmäßige Abschreibungen für eingestellte Entwicklungsprojekte in Höhe von 75,1 Millionen Euro. Die außerplanmäßigen Abschreibungen im Bereich der Produktion beliefen sich auf 21,2 Millionen Euro, sodass insgesamt eine einmalige Ergebnisbelastung im Jahr 2022 von 96,3 Millionen Euro erfolgte (Details siehe Entwicklung der Ergebniskennzahlen). Angepasst um diese Effekte beliefen sich das bereinigte Ergebnis nach Funktionskosten zu konstanten Wechselkursen im Berichtsjahr auf 408,4 Millionen Euro sowie das bereinigte EBIT auf 305,1 Millionen Euro und lagen damit 12,1 Prozent beziehungsweise 36,3 Prozent unter dem Vorjahr. Ohne diese Bereinigung betrugen das Ergebnis nach Funktionskosten zu konstanten Wechselkursen 317,9 Millionen Euro (31,6 Prozent) und die Kennzahl EBIT 214,6 Millionen Euro (55,2 Prozent). Die Kennzahl EBITDA zu konstanten Wechselkursen lag 2022 um 15,8 Prozent unter Vorjahr und betrug 934,3 Millionen Euro (Vorjahr: 1.109,2 Millionen Euro). Die EBITDA-Marge ging im Berichtsjahr auf 11,8 Prozent zurück (Vorjahr: 14,0 Prozent).

Insgesamt erreichte der B. Braun-Konzern durch die gute Marktpositionierung ein stabiles Umsatzwachstum und befindet sich trotz der anhaltenden globalwirtschaftlichen Herausforderungen in einer guten und stabilen wirtschaftlichen Verfassung. Einflussfaktoren wie erneute Energie- und Rohstoffpreissteigerungen aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, unterbrochene Lieferketten oder Verwerfungen auf den Devisenmärkten können die Lage des Konzerns zukünftig belasten. Eine wesentliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Stabilität von B. Braun ist zurzeit aber nicht erkennbar.

Ertragslage

Umsatzentwicklung des B. Braun-Konzerns

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte der B. Braun-Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 8.499,9 Millionen Euro (Vorjahr: 7.859,9 Millionen Euro). Damit lag der Umsatz um 8,1 Prozent über Vorjahr (zu konstanten Wechselkursen 3,6 Prozent).

Geschäftsentwicklung der Sparte Hospital Care

Die Sparte Hospital Care erreichte im Umsatz eine Steigerung von 10,1 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 4,3 Prozent) auf 4.541,6 Millionen Euro (Vorjahr: 4.125,1 Millionen Euro). Für das Geschäftsjahr 2022 konnte in allen Produktbereichen und Regionen mit Ausnahme von China ein Umsatzwachstum erzielt werden. Inflationsbedingte Preisanpassungen und eine stabile Nachfrage ermöglichten die gute Spartenentwicklung und glichen Verwerfungen aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie geringere Mengen bei Produkten im Zusammenhang mit Coronabehandlungen aus.

Geschäftsentwicklung der Sparte Aesculap

Die Sparte Aesculap erreichte im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 2.056,4 Millionen Euro (Vorjahr: 1.869,1 Millionen Euro) und lag damit 10,0 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 6,8 Prozent) über dem Vorjahr. Die Sparte zeigte sich damit gegenüber den durch die Coronapandemie stark belasteten Jahren 2020 und 2021 erholt. Die Behandlungszahlen bei elektiven Eingriffen normalisierten sich auf das Vorkrisenniveau. Insbesondere die Nachfrage nach Knie- und Hüftimplantaten sowie chirurgischen Instrumenten und Nahtmaterial erhöhte sich. Rückläufig zeigte sich lediglich der Umsatz mit Produkten zur koronaren Angioplastie aufgrund der volumenbasierten Ausschreibungen in China. Die wichtigsten Wachstumsmärkte waren im Jahr 2022 neben Deutschland vor allem Polen, Tschechien, die Slowakei, Großbritannien, Brasilien, Türkei, Thailand sowie Spanien.

Geschäftsentwicklung der Sparte Avitum

Der Umsatz der Sparte Avitum erhöhte sich im Berichtsjahr um 1,7 Prozent (zu konstanten Wechselkursen -1,6 Prozent) auf 1.861,9 Millionen Euro (Vorjahr: 1.830,4 Millionen Euro). Durch den Verkauf der Dialysezentren in Kolumbien reduzierte sich der Umsatz um 9,6 Millionen Euro gegenüber 2021. Der Umsatz im Therapiefeld Extrakorporale Blutbehandlung verbesserte sich dennoch um 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hauptwachstumsmärkte waren China, USA, Italien und Brasilien. Aufgrund steigender Patienten- und Behandlungszahlen in Rumänien, Tschechien und Großbritannien konnte das Providergeschäft nach der Stagnation im Vorjahr wieder ein positives Wachstum erreichen. Die Behandlungszahlen von vor der Coronapandemie konnten jedoch weiterhin nicht erreicht werden. Zudem verhinderte die fehlende Verfügbarkeit von qualifizierten Pflegekräften eine stärkere Erholung. Das Geschäft mit Produkten in den Therapiefeldern Wundmanagement, Stoma- und Kontinenzversorgung konnte aufgrund der steigenden Nachfrage in Deutschland, China, Großbritannien und Frankreich deutlich ausgeweitet werden. Rückläufig gegenüber 2021 war die Entwicklung im Therapiefeld Hygienemanagement, da die hohen pandemiebedingten Umsätze in den Vorjahren erwartungsgemäß nicht wiederholt werden konnten.

Entwicklung des Bruttoergebnisses

Im Berichtsjahr 2022 erhöhte sich der Bruttogewinn um 5,6 Prozent auf 3.237,4 Millionen Euro (Vorjahr: 3.065,7 Millionen Euro). Dabei verringerte sich die Bruttomarge um 0,9 Prozentpunkte auf 38,1 Prozent (Vorjahr: 39,0 Prozent). Deutlich gestiegene Bezugspreise für Energie, Rohstoffe und Komponenten sowie höhere Lohnkosten belasteten die Bruttomarge. Hinzu kamen außerplanmäßige Abschreibungen auf die Produktionsanlagen in Indonesien sowie aufgrund der Einstellung eines Investitionsprojekts in Rumänien.

Entwicklung der Funktionskosten

Die Vertriebskosten stiegen um 8,4 Prozent auf 1.940,6 Millionen Euro (Vorjahr: 1.790,5 Millionen Euro). Die See- und Landfrachtraten erhöhten sich im Berichtsjahr deutlich, erst im letzten Quartal zeigten sich erste Anzeichen einer leichten Entspannung des Preisniveaus. Nach Auslaufen der Pandemiebeschränkungen erhöhten sich erwartungsgemäß die Vertriebsaufwendungen durch zunehmende Reise- und Messetätigkeit sowie höhere Personalkosten. Die Verwaltungskosten betrugen im Geschäftsjahr 421,9 Millionen Euro (Vorjahr: 393,8 Millionen Euro) und erhöhten sich somit um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kostensteigerung resultierte aus gestiegenen Personalkosten sowie Projektkosten zur Umsetzung von strategischen Maßnahmen. Im Berichtsjahr erhöhten sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 29,8 Prozent auf 541,2 Millionen Euro (Vorjahr: 416,9 Millionen Euro). Die gestiegenen regulatorischen Anforderungen (Medical Device Regulation, MDR) erforderten weiterhin umfangreiche personelle und finanzielle Aufwendungen. Kostenerhöhend wirkten sich auch neue Entwicklungsprojekte sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf eingestellte Entwicklungsprojekte aus.

Entwicklung der Investitionen

Im Berichtsjahr 2022 betrug die Summe der bilanziellen Zugänge zum Sachanlagevermögen, immateriellen Vermögen und zu Finanzanlagen sowie der Zugänge an assoziierten Unternehmen und Akquisitionen in vollkonsolidierte Gesellschaften 653,3 Millionen Euro (Vorjahr: 784,9 Millionen Euro). Davon entfielen 71,7 Millionen Euro (Vorjahr: 115,5 Millionen Euro) auf Zugänge von Nutzungsrechten gemäß IFRS 16 für die Verlängerung bestehender sowie den Abschluss neuer Verträge. Den Investitionen standen Abschreibungen mit einem Volumen von 747,1 Millionen Euro (Vorjahr: 630,1 Millionen Euro) gegenüber.

Die Sparte Hospital Care hat in den Werkanlagen Pfieffewiesen in Melsungen (Deutschland) den Bau einer neuen Medical-Fertigung planmäßig fortgesetzt. Ebenfalls in Melsungen wurde ein zukunftsweisendes Projekt zur Automatisierung der Produktion von Infusionspumpen fortgeführt. Am Standort Bad Arolsen (Deutschland) wurde in die Erweiterung und Modernisierung der Spritzenfertigung investiert. Am Standort Daytona Beach, FL (USA) fand die Eröffnung des neuen B. Braun-Standorts statt. Dort werden großvolumige Infusionslösungen hergestellt. Am Standort Allentown, PA (USA) wurde ebenfalls eine neue Produktionsstätte eröffnet, in der künftig Medizinprodukte unter anderem für die Infusionstherapie hergestellt werden.

Die Sparte Aesculap sicherte sich den Zugang zu der Technologie und dem Knowhow im Bereich endoskopischer Visualisierung durch die Übernahme der restlichen Unternehmensanteile an der Schölly Fiberoptic GmbH (Denzlingen, Deutschland). Am Standort Rubí (Spanien) investierten wir in Kapazitäten für Nahtmaterial-Produkte. In unserem polnischen Produktionswerk haben wir mit der Errichtung einer weiteren Sterilisationslinie sowie der Installation einer Produktionslinie zur Optimierung der Verpackungstechnologie begonnen.

Die Sparte Avitum setzte die Bauarbeiten am Standort Sempach (Schweiz) für ein neues Werk zur Herstellung von Desinfektionsprodukten fort. Die Planungen zum Ausbau des Werks "Am Buschberg" in Melsungen (Deutschland) schritten voran. Im Rahmen des Projekts soll zudem ein Nachhaltigkeitskonzept zur CO 2 -Reduktion umgesetzt werden. In Italien begannen wir mit Erweiterungsinvestitionen in die Produktionsstätte in Nibbia, um medizinische Folien für wesentliche Produktgruppen selbst fertigen zu können. In Hanoi (Vietnam) entsteht eine moderne Fabrik für Hämodialysekonzentrate zur Versorgung lokaler und internationaler Märkte.

Zum Bilanzstichtag lagen Investitionsverpflichtungen in Höhe von 262,8 Millionen Euro vor. Diese stehen überwiegend im Zusammenhang mit bereits begonnenen Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen an den genannten Standorten.

Entwicklung des sonstigen Ergebnisses

Der negative Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen betrug für das Berichtsjahr -91,2 Millionen Euro (Vorjahr: -6,7 Millionen Euro) und verschlechterte sich damit um 84,5 Millionen Euro. Dabei erhöhte sich das negative Währungsergebnis aus dem Vorjahr aufgrund der Fremdwährungsbewertung von Forderungen um 16,6 Millionen Euro auf -28,8 Millionen Euro (Vorjahr: -12,2 Millionen Euro). Weitere wesentliche negative Effekte im sonstigen Ergebnis resultierten aus höheren Aufwendungen für Genussrechte, der Anwendung der Rechnungslegungsvorschriften für Hyperinflation in der Türkei und Argentinien nach IAS 29, der Entkonsolidierung von Avitum in Kolumbien und einer Rückstellung für eine Zusatzbesteuerung von Medizintechnikumsätzen in Italien.

Entwicklung des Finanzergebnisses

Das negative Finanzergebnis erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 um 32,5 Prozent auf -55,6 Millionen Euro (Vorjahr: -41,9 Millionen Euro). Die Zinsaufwendungen beliefen sich auf 52,2 Millionen Euro und lagen damit um 4,4 Millionen Euro über dem Vorjahr (47,9 Millionen Euro). Die Zinserträge erreichten 8,1 Millionen Euro (Vorjahr: 6,2 Millionen Euro). Das Ergebnis aus Beteiligungen betrug 14,3 Millionen Euro (Vorjahr: 21,1 Millionen Euro).

Entwicklung der Ergebniskennzahlen

Das Ergebnis nach Funktionskosten betrug 333,6 Millionen Euro und sank damit um 28,2 Prozent (Vorjahr: 464,6 Millionen Euro). Um Sonder- und Einmaleffekte bereinigt, betrug das Ergebnis nach Funktionskosten 429,9 Millionen Euro (-7,5 Prozent gegenüber Vorjahr). Die Kennzahl EBIT erreichte im Berichtsjahr 256,1 Millionen Euro (Vorjahr: 479,0 Millionen Euro) und lag 222,9 Millionen Euro unter dem Vorjahr. Das bereinigte EBIT belief sich auf 352,4 Millionen Euro. Die Abschreibungen erhöhten sich auf 747,1 Millionen Euro (Vorjahr: 630,1 Millionen Euro) und leiteten zu einem EBITDA von 1.003,2 Millionen Euro über (Vorjahr: 1.109,2 Millionen Euro). Die EBITDA-Marge verringerte sich um 2,3 Prozentpunkte auf 11,8 Prozent vom Umsatz (Vorjahr: 14,1 Prozent vom Umsatz).

Außerplanmäßige Abschreibungen
In Mio. EUR
Bereinigtes EBIT 352,4
Außerplanmäßige Wertberichtigung auf Produktionsanlagen in Indonesien und Rumänien -21,2
Abschreibung auf aktive Entwicklungsleistungen und Lizenzen in den Bereichen Atemgasanalyse, Blutzuckermessung, Generika, Knorpelersatz und Regionalanästhesie -75,1
EBIT 256,1

Das Ergebnis vor Steuern ging um 55,1 Prozent zurück und erreichte 186,8 Millionen Euro (Vorjahr: 416,0 Millionen Euro). Um die genannten Einmaleffekte bereinigt, betrug das Ergebnis vor Steuern 283,1 Millionen Euro. Die Ertragsteuern beliefen sich im Geschäftsjahr auf 36,1 Millionen Euro und fielen damit 73,6 Millionen Euro niedriger aus als im Vorjahr (109,7 Millionen Euro). Der Konzernjahresüberschuss betrug 150,7 Millionen Euro (Vorjahr: 306,3 Millionen Euro). Der um die genannten Einmaleffekte bereinigte Konzernjahresüberschuss beliefe sich auf 218,5 Millionen Euro.

Finanzlage

Liquidität

Der operative Cashflow betrug 719,1 Millionen Euro (Vorjahr: 948,6 Millionen Euro) und fiel damit um 229,5 Millionen Euro geringer aus als im Vorjahr. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit 2 reduzierte sich im Berichtsjahr um 66,1 Millionen Euro auf 562,8 Millionen Euro (Vorjahr: 628,9 Millionen Euro). Durch Unterbrechungen der Lieferketten und der mangelnden Verfügbarkeit von Materialien kam es zu Verzögerung bei bereits laufenden Projekten. Im Rahmen der laufenden Optimierungsprogramme werden geplante Projekte neu bewertet. Im Berichtsjahr ergab sich ein positiver freier Cashflow von 156,3 Millionen Euro (Vorjahr: positiver freier Cashflow von 319,7 Millionen Euro). Dabei erreichte der Mittelabfluss für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 550,0 Millionen Euro (Vorjahr: 605,5 Millionen Euro) sowie für Investitionen in Finanzanlagen und Unternehmensakquisitionen 43,9 Millionen Euro (Vorjahr: 80,6 Millionen Euro). Gleichzeitig erhielt B. Braun Dividenden und dividendenähnliche Einnahmen in Höhe von 18,0 Millionen Euro (Vorjahr: 32,1 Millionen Euro). Die Nettokredittilgung betrug im Berichtsjahr -65,3 Millionen Euro (Vorjahr: Nettokredittilgung -294,2 Millionen Euro). Insgesamt erhöhten sich die liquiden Mittel am Bilanzstichtag um 18,8 Millionen Euro auf 113,5 Millionen Euro (Vorjahr: 94,7 Millionen Euro). Von den Zahlungsmitteln unterliegen 17,7 Millionen Euro Verfügungsbeschränkungen aufgrund von Sanktionen gegenüber Russland. Aufgrund des stabilen Cashflows aus operativer Tätigkeit in Verbindung mit freien, fest zugesagten Kreditlinien verfügte B. Braun zu jeder Zeit über eine ausreichend hohe Liquidität.

Vermögensstruktur

Die Bilanzsumme des B. Braun-Konzerns erhöhte sich zum 31. Dezember 2022 auf 10.566,5 Millionen Euro (Vorjahr: 10.198,1 Millionen Euro). Dies entsprach einer Steigerung von 3,6 Prozent. Zu konstanten Wechselkursen erhöhte sich die Bilanzsumme um 2,6 Prozent und spiegelte das deutlich höhere Working Capital wider.

Die langfristigen Vermögenswerte verringerten sich um -1,3 Prozent auf 6.796,1 Millionen Euro (Vorjahr: 6.882,4 Millionen Euro). Dabei erhöhten sich die Sachanlagen um 1,4 Prozent auf 5.518,9 Millionen Euro (Vorjahr: 5.442,1 Millionen Euro). Die Steigerung resultierte im Wesentlichen aus Umrechnungseffekten. Die latenten Steuerforderungen reduzierten sich durch die geringeren Pensionsrückstellungen aufgrund des Zinsanstiegs deutlich um 89,2 Millionen Euro.

Mit 1.908,6 Millionen Euro lagen die Vorräte zum Bilanzstichtag 16,4 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 15,1 Prozent) über dem Vorjahr (1.639,7 Millionen Euro). Die Bestandsreichweite betrug zum Bilanzstichtag 18,9 Wochen (Vorjahr: 17,8 Wochen). Störungen von Lieferketten und möglichen Produktionsunterbrechungen haben wir mit einer bewusst höheren Bevorratung entgegengewirkt. Zusätzlich führten Währungseffekte und deutliche Preissteigerungen zu einer betragsmäßigen Erhöhung der Vorräte. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 7,8 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 1,4 Prozent) auf 1.312,8 Millionen Euro (Vorjahr: 1.217,8 Millionen Euro). Die Außenstandsdauer der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhte sich um einen Tag auf 61 Tage im Vergleich zum Vorjahr (60 Tage).

Finanzierungsstruktur

Das Eigenkapital erhöhte sich um 16,7 Prozent (zu konstanten Wechselkursen +14,8 Prozent) auf 4.925,5 Millionen Euro (Vorjahr: 4.219,1 Millionen Euro). Die Eigenkapitalquote lag mit 46,6 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 46,3 Prozent) 5,2 Prozentpunkte über dem Vorjahr (41,4 Prozent). Damit erreichten wir unser strategisches Zielniveau von 45 Prozent. Unter der Berücksichtigung von Gesellschafterdarlehen entsprach die Eigenkapitalquote 47,4 Prozent. Im Berichtsjahr erhöhte sich der Kalkulationszinssatz für Pensionsrückstellungen auf 4,1 Prozent (Vorjahr: 1,5 Prozent). Die versicherungsmathematischen Verluste verringerten sich dadurch um 651,5 Millionen Euro. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen reduzierten sich dementsprechend um -35,9 Prozent auf 1.067,4 Millionen Euro (Vorjahr: 1.665,7 Millionen Euro). Die Nettofinanzschulden (inklusive IFRS 16) sanken um 14,8 Millionen Euro auf 2.331,1 Millionen Euro (Vorjahr: 2.345,9 Millionen Euro). Die Finanzschulden blieben mit 2.444,6 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres (2.440,6 Millionen Euro). Die langfristigen Finanzschulden erhöhten sich dabei um 16,5 Prozent auf 1.618,2 Millionen Euro (Vorjahr: 1.389,0 Millionen Euro). Demgegenüber verringerten sich die kurzfristigen Finanzschulden um -21,4 Prozent auf 826,5 Millionen Euro (Vorjahr: 1.051,6 Millionen Euro). Im Geschäftsjahr sanken die Finanzverbindlichkeiten aus Leasing um 18,6 Millionen Euro auf 373,6 Millionen Euro (Vorjahr: 392,2 Millionen Euro). Der Großteil der Finanzierung des Konzerns ist in Euro abgeschlossen. Zusätzlich bestehen Darlehen mit geringen Volumina in verschiedenen Fremdwährungen. Zum Bilanzstichtag waren 54,6 Prozent (Vorjahr: 46,1 Prozent) der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Banken und Versicherungen mit einer fixen Verzinsung ausgestattet. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 23,8 Prozent auf 637,9 Millionen Euro (Vorjahr: 515,4 Millionen Euro). Die Außenstandsdauer der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nahm um 6 Tage auf 49 Tage (Vorjahr: 43 Tage) zu.

Im Jahr 2022 konnten wir fällige Finanzierungen im Wesentlichen über eine Schuldscheintransaktion (350 Millionen Euro) refinanzieren sowie zwei langfristige, bilaterale US-Dollar-Darlehen (jeweils 100 Millionen US-Dollar) abschließen. Der B. Braun-Konzern verfügte zum Bilanzstichtag über 1.330 Millionen Euro (Vorjahr: 1.489 Millionen Euro) fest zugesagte nicht genutzte Kreditlinien. Das "Asset Backed Securities"-Programm wurde im Berichtsjahr im Wesentlichen über die "Backup"-Liquiditätslinie finanziert. Alle mit den Banken vereinbarten Kennzahlen wurden eingehalten. Die Finanzlage des B. Braun-Konzerns wird als sehr stabil eingeschätzt.

Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagement und Controlling

Bei B. Braun werden alle strategischen und operativen Entscheidungen unter Berücksichtigung der damit verbundenen Chancen und Risiken getroffen. Wir verfolgen grundsätzlich eine umsichtige Unternehmensstrategie und meiden unkontrollierbare Gefährdungspotenziale. Risikomanagement und Controlling sind dabei eine zentrale Managementaufgabe und integraler Bestandteil der Konzernsteuerung. Das umfassende Risikomanagement des B. Braun-Konzerns trägt dazu bei, dass Risiken erkannt, erfasst, bewertet, überwacht und gesteuert werden. Risiken, die sich unmittelbar aus der Geschäftsentwicklung ergeben, werden durch unsere systematischen Controlling-Prozesse, die konzernweit in allen Geschäftsbereichen, Gesellschaften und Regionen implementiert sind, zeitnah erkannt und bewertet. Darüber hinaus erkennen und steuern wir Risiken, die nicht unmittelbar aus dem operativen Geschäft erwachsen. Die Sparten- und Konzern-Risikokomitees bewerten diese und dokumentieren entsprechende Gegenmaßnahmen. Vervollständigt wird unser Risikomanagement durch die interne Revision und letztlich die Jahresabschlussprüfung.

Risiken

Die im Folgenden genannten Risiken, die Auswirkungen auf B. Braun haben können, beschreiben nicht in jedem Fall alle Risiken, denen B. Braun ausgesetzt ist beziehungsweise ausgesetzt sein kann. Risiken, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts nicht bekannt sind oder als unwesentlich eingeschätzt werden, können die Ergebnis- und Finanzlage des B. Braun-Konzerns zusätzlich beeinflussen.

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Makroökonomischer Abschwung, Erhöhung der Lebensmittel- und Energiepreise sowie Unterbrechungen von Lieferketten und zunehmender Protektionismus sind Risiken, die bereits im Jahr 2022 aufgrund der Auswirkungen von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und Chinas strikter Null-Covid-Politik eingetreten sind. Die Höhe des Ausmaßes der Risiken in den nächsten Jahren wird weiterhin in großen Teilen von der Entwicklung des Krieges einschließlich seiner wirtschaftlichen Folgen, der weltweiten Entwicklung der Pandemie und den Auswirkungen der hohen Teuerungsraten abhängig sein.

Durch die Sanktionen gegen Russland sind ausländische Unternehmen in Abhängigkeit ihrer Branche in der Geschäftstätigkeit in Russland eingeschränkt. Zurzeit bestehen für Medizintechnik und pharmazeutische Produkte grundsätzlich keine Sanktionen. In dem gesetzlich zulässigen Rahmen haben wir unsere Geschäftstätigkeit in Russland zur Versorgung der dortigen Patient*innen fortgesetzt. In Abhängigkeit der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine besteht das Risiko des Geschäftsverlusts für B. Braun in Russland. Dies könnte eine einmalige Ergebnisbelastung im unteren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich zur Folge haben, die zum Teil durch Exportgarantien des Bundes abgesichert sind.

Hauptrisiko für die wirtschaftlichen Aussichten ist eine hohe globale Inflation, begleitet von einem verhaltenen Wirtschaftswachstum. Dies führt zu einer deutlichen Straffung der Geldpolitik in den entwickelten Volkswirtschaften und zu finanziellem Druck in Schwellen- und Entwicklungsländern. Die Zentralbanken auf der ganzen Welt erhöhen gleichzeitig die Zinssätze als Reaktion auf die Inflation. Dies könnte eine globale Rezession und eine Reihe von Finanzkrisen in Schwellen- und Entwicklungsländern verursachen. Aufgrund ihrer großen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist die EU-Wirtschaft besonders anfällig für Preisentwicklungen an den Energiemärkten. Trotz der Bemühungen von der EU und nationalen Regierungen wird die Dynamik am Energiemarkt für Europa im Jahr 2023 herausfordernd bleiben. Es ist von weiterhin hohen Energiepreisen auszugehen, die sich negativ auf das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit Europas auswirken können.

Branchenrisiken

Nach einem Einbruch im Krisenjahr 2020 weist die Gesundheitswirtschaft inzwischen wieder ein solides Wachstum auf. Die treibende Kraft hinter dieser positiven Entwicklung ist in großen Teilen die industrielle Gesundheitswirtschaft. Die aktuelle Weltlage und die damit verbundenen Entwicklungen drohen jedoch den Erholungsprozess wieder zu verlangsamen. Insbesondere in der energieintensiven industriellen Gesundheitswirtschaft, zu der auch B. Braun zählt, ist von Einbußen auszugehen. So stellt die Inflation auch Medizintechnologie-Unternehmen vor große Aufgaben.

Die hohen Energiekosten in der chemischen Grundstoffindustrie führen zu starken Preissteigerungen bei zentralen Vorprodukten, die Unternehmen wie B. Braun nicht ohne weiteres an ihre Kunden weitergeben können. Die Wirtschaftlichkeit nimmt dadurch ab. Die Krankenhäuser sind ebenfalls mit hohen Energiekosten konfrontiert. Insbesondere die Einrichtungen mit Intensivversorgung erwarten im Hinblick auf personelle Engpässe bei Pflegekräften ein forderndes Jahr 2023.

Spürbar werden die Auswirkungen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes in der deutschen Gesundheitsbranche. Die ab dem 1. Januar 2023 geltende Erhöhung des Herstellerabschlags um fünf Prozentpunkte, insbesondere für patentgeschützte Arzneimittel, wird zu deutlichen Gewinneinbußen bei diesen Produkten führen. Darüber hinaus werden die mit dem Krankenhauspflegeentlastungsgesetz vorgesehenen Reformmaßnahmen, wie die Einführung von tagesstationären Behandlungen im Krankenhaus sowie die sektorengleiche Vergütung für das ambulante Operieren, schrittweise umgesetzt. Anhand erster vorliegender Eckpunkte für eine grundlegende Krankenhausreform ist mit einer strukturellen Veränderung der Krankenhauslandschaft in Deutschland zu rechnen.

Ein Risikofaktor für Medizintechnologie-Unternehmen ist weiterhin die Implementierung der europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR). Eine große Anzahl etablierter und versorgungsrelevanter Medizinprodukte ist aufgrund fehlender europäischer Implementierungshilfen und Kapazitätsengpässen bei den Benannten Stellen bislang noch nicht nach der neuen Verordnung zertifiziert. Die von der EU beschlossene Fristverlängerung für bestimmte Bestandsprodukte kann dieses Risiko verringern. Weitere Regelungen, zum Beispiel zu Nischenprodukten, sind aber notwendig.

Auch branchenübergreifende gesetzliche Anforderungen, insbesondere die Zunahme an nachhaltigkeitsbezogenen Gesetzgebungen, zum Beispiel die EU-Lieferkettenrichtlinie, die EU-Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sowie die EU-Taxonomie, werden einen signifikanten Einfluss auf die industrielle Gesundheitswirtschaft haben. Während die damit einhergehende Transparenzschaffung Chancen mit sich bringt, ist der zugrunde liegende Bürokratieaufwand immens und erfordert ein proaktives und systematisches Anforderungsmanagement, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden.

Die strukturellen und regulatorischen Risiken für Unternehmen der Gesundheitsbranche haben weiterhin Bestand und können das Ergebnis von B. Braun belasten.

Beschaffungsrisiken

Risiken ergeben sich grundsätzlich aus Rohstoff- und Energiepreisentwicklungen und Versorgungsengpässen an den Beschaffungsmärkten. Die weltweite Verknappung von Gütern und Energieträgern kann zu einem erneuten Anziehen der Inflation sowie zur Verteuerung von Rohstoffen und Energie führen. Ein möglicher konjunktureller Abschwung könnte dagegen zeitversetzt zu einem Abschwächen der Inflation beitragen. Das Eintreten dieser Risiken kann Auswirkungen auf die Versorgung der Produktion und damit auf die Lieferfähigkeit von B. Braun haben. Infolge einer unzureichenden Gasversorgung sind dabei Auswirkungen auf die europäischen Produktionsstandorte grundsätzlich möglich. Der Winter 2022/2023 hat jedoch gezeigt, dass eine unterbrechungsfreie Gasversorgung für Unternehmen und die Bevölkerung in Europa sichergestellt werden kann. Für B. Braun und seine Lieferanten erwarten wir daher keine Engpässe für das Jahr 2023. Auch haben wir wesentliche Produktionsstandorte in Europa zusätzlich auf alternative Energieträger umgerüstet, sodass wir im Fall einer Gasmangellage auf diese umstellen können.

Durch frühzeitig eingeleitete Maßnahmen, wie den Aufbau von Sicherheitsbeständen und eine einheitliche Marktansprache, konnten wir Beschaffungsrisiken bisher größtenteils abwenden, sodass es nicht zu wesentlichen Produktionsverzögerungen oder -unterbrechungen gekommen ist. Unsere lange, vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten ist dabei eine wesentliche Grundlage.

Um die Risiken von Ausfällen zu minimieren, führen wir regelmäßig Risikobewertungen durch. Wird bei einem Lieferanten ein hohes Ausfallrisiko identifiziert, können wir mit etablierten Prozessen und Instrumenten eine durchgehende Versorgung sicherstellen. Hierzu gehören neben einem engen Austausch mit unseren Schlüssellieferanten auch Disaster-Recovery-Pläne, ein Bestandsaufbau bei B. Braun oder dem Lieferanten, Mehrlieferantenstrategien sowie eine notarielle Hinterlegung von Dokumenten zu Produktionsprozessen und Rezepturen.

Für 2023 erwarten wir keine wesentliche Veränderung der Beschaffungsrisiken. Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklungen bauen wir unser Risikomanagement weiter aus, um die Beschaffungsrisiken zu reduzieren. Einzelne Lieferverzögerungen halten wir für wahrscheinlich. Anzeichen für eine dauerhafte Unterbrechung unserer Produktions- und Vertriebsprozesse durch Beschaffungsrisiken sehen wir zurzeit nicht.

Produktrisiken

Risiken aus der Anwendung unserer Produkte begegnen wir mit Qualitätsmanagementsystemen in den Spartenorganisationen. Diese orientieren sich an internationalen Standards und stellen die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften sicher. Eine regelmäßige Überprüfung der Qualitätsmanagementsysteme mithilfe von internen und externen Audits in Verbindung mit kontinuierlich stattfindenden Mitarbeiterschulungen vervollständigt unser Qualitätsmanagement.

Um Risiken aus der Produkthaftpflicht zu minimieren, hat B. Braun ein sogenanntes internationales Haftpflichtversicherungsprogramm bei einem Konsortium bestehend aus fünf Erstversicherern platziert. Um die Einhaltung der jeweiligen landesspezifischen beziehungsweise gesetzlichen Anforderungen sicherzustellen, wurde in jedem Land, in dem B. Braun mit einer eigenen Gesellschaft (Mehrheitsbeteiligung) vertreten ist, eine lokale Police abgeschlossen. Im Anschluss daran bietet ein sogenannter Exzedentenvertrag einen weitergehenden, weltweit einheitlichen Versicherungsschutz.

Darüber hinaus haben viele Länder aufgrund zunehmender Cyber-Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Cyber-Sicherheit erweitert. Daher bewerten wir regelmäßig die relevanten Standards und nutzen die Ergebnisse in unseren Entwicklungsprozessen.

Rechtsrisiken

B. Braun ist Risiken aus Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt. Hierzu können laufende Verfahren oder sich in Zukunft ergebene Verfahren gehören. Mögliche Verletzungen von gesetzlichen Vorschriften oder regulatorischen Bestimmungen können Sanktionen zur Folge haben, die sich nachteilig auf unsere Reputation und Ergebnisentwicklung auswirken können. Des Weiteren kann es zu Zahlungen im Rahmen außergerichtlicher Vergleiche kommen. Wir haben ein weltweites Compliance-Management-System etabliert, um die Einhaltung von Regeln und Gesetzen sicherzustellen.

Es bestehen Klagen gegen US-amerikanische B. Braun-Gesellschaften im Zusammenhang mit dem Ethylenoxid-Sterilisationsverfahren in Allentown (PA), USA. Im Geschäftsjahr 2020 wurde eine Sammelklage eingereicht wegen eines angeblich höheren Krebsrisikos für Anwohner*innen, zu der am Bilanzstichtag noch kein Urteil vorliegt. Zum 31. Dezember 2022 liefen in den USA außerdem insgesamt 39 Zivilklagen. Es wird behauptet, dass Emissionen aus dem Betrieb der Anlage Personenschäden bei den Kläger*innen verursacht haben. Aus B. Braun-Sicht ist diese Behauptung unbegründet.

Aus laufenden Verfahren und bekannten Sachverhalten bestehen zurzeit keine bestandsgefährdenden Risiken.

Personalrisiken

Aufgrund der volatilen Marktbedingungen wächst der Druck auf Unternehmen, effizienter zu agieren. Mit dem 2022 ins Leben gerufenen Profitabilitätsprogramm begegnet B. Braun diesen Veränderungen. So analysieren wir unsere aktuellen Strukturen und optimieren unsere Abläufe. Gleichzeitig verzichten wir auf Nachbesetzungen, wenn wir die Positionen durch weitere Automatisierung und Verbesserung von Prozessen kompensieren können.

Eine kontinuierliche Digitalisierung hilft uns dabei in doppelter Hinsicht: Zum einen erhöhen wir den Digitalisierungsgrad unserer internen Abläufe, zum Beispiel durch den Einsatz von Data Mining, Automatisierung und künstlicher Intelligenz in verschiedenen Funktionsbereichen. Auch der Ausbau unserer Shared Service Center in Deutschland, Polen, Malaysia und Kolumbien wäre ohne Prozessautomatisierung nicht möglich. Zum anderen fördern wir durch digitale Lösungen auch die Motivation unserer Mitarbeitenden, zum Beispiel durch hybride Arbeitsmodelle mit Präsenzzeiten und Home Office. Wir erweitern kontinuierlich digitale Arbeits- und Lernformate, die fester Bestandteil der Arbeitskultur bei B. Braun sind. So ermöglichen wir eine individuelle, selbstgesteuerte und flexible Gestaltung von Zusammenarbeit und Lernwegen.

Auch die demografischen Entwicklungen hin zu einer älteren Bevölkerung weltweit verändern die Gesellschaft und Arbeitswelt mit großer Geschwindigkeit. Das zeigt sich vor allem am Fachkräftemangel in Informatik, Maschinenbau, Logistik, Handwerk und Pflege. B. Braun bietet attraktive Ausbildungsmöglichkeiten, Arbeitsbedingungen und Konditionen, die über tarifliche Vereinbarungen hinausgehen. Wir setzen auf interne Weiterentwicklung mit dem Ziel, Mitarbeiter*innen auf den digitalen Wandel vorzubereiten und neue Kompetenzen für fachlich anspruchsvolle Funktionen bei B. Braun zu erwerben. Hierdurch stärken wir die Qualifizierung unserer Mitarbeiter*innen, mit dem Ziel, vakante Stellen primär intern zu besetzen.

Aufgrund unserer stetig weiterentwickelten Personalprozesse erwarten wir, die Folgen der volatilen Marktbedingungen und des Fachkräftemangels abfedern zu können, auch wenn sich beide Entwicklungen in den nächsten Jahren weiter verstärken sollten.

IT-Risiken

Ein Ausfall wesentlicher IT-Systeme oder Verlust, unbefugte Veränderung oder Preisgabe von Daten können schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Hierzu zählen unter anderem Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs, Reputationsverlust sowie Bußgelder und Regressforderungen. Zur Verringerung dieser Risiken wurden verschiedene organisatorische und technische Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Diese beinhalten regelmäßige Datensicherungen und Schulungen der Mitarbeiter*innen ebenso wie Berechtigungskonzepte, Redundanzen und den Schutz gegen Schadsoftware. Im Rahmen eines umfangreichen IT-Security-Programms werden diese Maßnahmen laufend geprüft und ergänzt. Unter anderem führen wir erweiterte Schutzmaßnahmen für die Produktionsnetze und eine kontinuierliche Überwachung auf Angriffe ein.

Darüber hinaus wurde ein Information Security Management System (ISMS) nach der internationalen Norm ISO/IEC 27001 implementiert und kontinuierlich nachgehalten. Ein solches ISMS erfasst systematisch die Risiken, denen die IT-Systeme und die darauf verarbeiteten Informationen unterliegen und definiert angemessene Schutzmaßnahmen. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung sowie einer sich ständig ändernden Bedrohungssituation, zum Beispiel durch neuartige Cyber-Angriffe, wird es auch künftig erforderlich sein, permanent neue Sicherheitsmaßnahmen zu prüfen und umzusetzen. Die Verringerung der Sicherheitsrisiken bleibt auch in Zukunft eine wesentliche Aufgabe, um einen reibungslosen Ablauf der konzerninternen Prozesse zu gewährleisten.

Aufgrund der implementierten und in Umsetzung befindlichen Schutzmaßnahmen sind für B. Braun derzeit keine überdurchschnittlichen Gefährdungen durch IT-Risiken erkennbar.

Finanzwirtschaftliche Risiken

B. Braun ist aufgrund der internationalen Ausrichtung Währungsrisiken ausgesetzt, die durch Währungssicherungsgeschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten reduziert werden. Die Nettoposition aus bilanzierten Forderungen und Verbindlichkeiten sichert der Konzern regelmäßig mit derivativen Fremdwährungsgeschäften gegen Währungsrisiken ab. In Einzelfällen sichern wir mit rollierenden Sicherungen ("Layered Hedging") erwartete und noch nicht bilanzierte Verbindlichkeiten. Der Handel und die Verwaltung derivativer Finanzinstrumente sind durch interne Richtlinien geregelt und unterliegen einer ständigen Risikokontrolle.

Einem Liquiditätsrisiko begegnen wir mit dem Halten einer ausreichenden Reserve an kurz- und langfristig zugesagten Kreditlinien. Hierzu gehört insbesondere ein Konsortialkreditvertrag in Höhe von 700 Millionen Euro, den wir im Berichtsjahr bis 2027 neu strukturiert und verlängert haben. Ein weiteres Risiko besteht in einer möglichen Verschlechterung des Zahlungsverhaltens unserer Kunden oder öffentlicher Kostenträger. Eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten können die Liquidität und die Zahlungsfähigkeit einzelner Kunden negativ beeinflussen. Während der Coronapandemie haben wir bisher kein erhöhtes Ausfallrisiko beobachten können, gehen aber für 2023 von einer Verschlechterung des Zahlungsverhaltens aus. Die zum Teil drastischen Kosten- und Preisanstiege sorgen bei unseren Kunden für eine weitere Verschärfung der bereits während der Coronapandemie angespannten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Weiterhin strapazierte Lieferketten und eine erschwerte Finanzierung durch steigende Zinsen könnten Konsolidierungstendenzen auf den internationalen Gesundheitsmärkten begünstigen, sodass wir 2023 von einem höheren Forderungsausfallrisiko ausgehen.

Im Berichtszeitraum registrierten wir eine steigende Anzahl an Ländern, die den grenzüberschreitenden Kapital- und Geldmarktverkehr einschränkten. Dies kann dazu führen, dass im betroffenen Land ansässige Produktionsstätten von der Rohstoffversorgung abgeschnitten oder Vertriebsorganisationen nicht mehr ausreichend mit Fertigprodukten beliefert werden. Ferner kann der Kapitaldienst grenzüberschreitender Finanzierungen gefährdet sein.

Auch bei unseren Lieferanten können Risiken in der Form bestehen, dass deren Liquiditätssituation stark belastet ist und im schlimmsten Fall das Fortbestehen der Lieferanten gefährdet sein könnte. Zudem kann ein weiterer Anstieg des Zinsniveaus die Finanzierungssituation aller Akteure verschlechtern.

Chancen

Neben den Risiken identifiziert und bewertet B. Braun regelmäßig die Chancen des Unternehmens. Grundsätzlich können sich Chancen durch die Weiterentwicklung medizinischer Standards oder durch die Markteinführung neuer Produkte und Dienstleistungen ergeben. Durch den engen Dialog mit unseren Kunden werden wir auch weiterhin Potenziale zügig nutzen und mit Innovationen neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen.

Chancen durch eine positive wirtschaftliche Entwicklung

Unsere Aussagen zur weiteren Entwicklung des Konzerns basieren auf dem im Prognosebericht beschriebenen zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Sollte sich die Weltwirtschaft dynamischer entwickeln als derzeit angenommen, können unsere Prognosen zur Umsatz- und Ertrags- sowie Finanzlage übertroffen werden.

Chancen durch Wachstum

Kapazitätserweiterungen ermöglichen es uns, an der steigenden Nachfrage nach Produkten der Gesundheitsversorgung und Medizintechnologie teilzuhaben. Die neuen, hochmodernen Produktionsprozesse verbessern unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter. Zudem können wir aufgrund unseres umfassenden Produktportfolios und unserer langjährigen Erfahrung effiziente Lösungen für unsere Kunden anbieten. Sollten sich die internationalen Gesundheitsmärkte schneller entwickeln als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf unsere Umsatz- und Ertragslage sowie unsere Cashflows auswirken.

Chancen durch Forschung und Entwicklung

Die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie Innovationen bei Therapiekonzepten und Prozessen ist Basis unserer Wachstumsstrategie. In engem Austausch mit unseren Kunden und den Anwender*innen arbeiten wir daran, neue und verbesserte Therapien auf den Markt zu bringen. Eine frühere Marktreife unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte als derzeit erwartet könnte unsere Umsatz- und Ertragslage sowie die Cashflows verbessern.

Chancen durch Digitalisierung

Digitale Technologien, Datenanalytik und künstliche Intelligenz verändern die Gesundheitsversorgung in hohem Tempo. Auf Kundenseite eröffnen sich zahlreiche Geschäftsmodelle hin zu Plattform-Ökonomien, die die individuelle Versorgung von Patient*innen entlang eines Behandlungspfads optimieren. Gleichzeitig bieten diese Technologien B. Braun zahlreiche Möglichkeiten, Abläufe zu optimieren, zu automatisieren und damit die Produktivität zu steigern. Die Basis hierfür sind Daten, die über zahlreiche Kanäle, intern oder beim Kunden, mit B. Braun-Produkten und -Dienstleistungen erfasst, analysiert und zu Mehrwert für verschiedene Zielgruppen verarbeitet werden.

B. Braun hat die Entwicklung zu einem datenzentrierten Unternehmen begonnen und baut seine digitale Infrastruktur als auch die Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitarbeiter*innen im Umgang mit Daten und Analytik entschieden aus. Die konsequente Datenzentrierung schafft die Grundlage für intelligente Produkt-, Service- und Prozessdigitalisierung - also für Lösungen, die ganz auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. Digitale Services und Produkte (Software) bilden zusammen mit untereinander verbundenen Geräten und intelligenten Verbrauchsmaterialien (Hardware) integrierte Systeme, die eine datengesteuerte, hochwertige und effiziente Gesundheitsversorgung ermöglichen, und so Grundlage für weitere innovative Geschäftsmodelle sind.

Neue Möglichkeiten in der Datenverarbeitung und -analyse können Einfluss auf unsere Produktions- und auch Absatzprozesse nehmen. Die Digitalisierung der Produktionen kann eine weitere Optimierung ermöglichen und somit die Ertragslage verbessern. Gleichzeitig bestehen Chancen in veränderten Interaktionsmöglichkeiten mit unseren Kunden. Ein umfangreicherer und schnellerer Austausch von Kundenbedürfnissen und Lösungsangeboten sowie digitale Vertriebsstrukturen können sich positiv auf unsere Umsatz- und Ertragslage wie auch unsere Cashflows auswirken.

Chancen durch neue Technologien

Zusätzlich zur Digitalisierung bieten weitere Technologien - zum Beispiel die Automatisierung, neue Fertigungstechnologien oder Innovationen in der Materialwissenschaft - Chancen, die Behandlungsqualität von Patient*innen zu erhöhen und die Abläufe bei Kunden sowie intern bei B. Braun effizienter und nachhaltiger zu gestalten.

B. Braun erprobt ausgewählte Technologien und integriert sie in sein Portfolio, um der Verantwortung eines Gesundheitsunternehmens mit allen sich stellenden Aufgaben auch zukünftig gerecht zu werden. Mit unseren neuen Technologien schaffen wir einen Mehrwert für unsere Kunden, Patient*innen und Gesundheitssysteme, weil wir so dauerhaft die Versorgung mit B. Braun-Produkten in anhaltend unsicheren Märkten sicherstellen können. Der Einsatz neuer Technologien hat das Potenzial, unsere Umsatz- und Ertragsentwicklung zu verbessern.

Chancen durch internationale Präsenz

Die Öffnung weiterer Gesundheitsmärkte für internationale Medizintechnikunternehmen in Verbindung mit einem neuen gesellschaftlichen Fokus auf Gesundheit kann für B. Braun zusätzliche Chancen bieten. Aufgrund unserer internationalen Präsenz haben wir die Möglichkeit, an dieser Entwicklung teilzuhaben. Dies würde die Umsatz- und Ertragsentwicklung des B. Braun-Konzerns nachhaltig verbessern.

Chancen durch Mitarbeiter*innen

Bei B. Braun ist es unser Ziel, Mitarbeiter*innen zu motivieren, weiterzuentwickeln und langfristig an das Unternehmen zu binden. Das schaffen wir insbesondere durch hybride Arbeitsformen, digitale Arbeitsprozesse und flexible Arbeitszeiten. Wir investieren in gezielte Trainings und Weiterbildungen, um ganz im Sinne von "Sharing Expertise" das Wissen im Unternehmen zu halten und auszubauen. Durch regelmäßige Talent und Performance Reviews planen wir langfristig die Nachfolge von Management-Positionen.

Eine besondere Aufgabe ist dabei, die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in produzierenden und administrativen Bereichen im Blick zu halten. B. Braun legt besonderen Wert auf die bedürfnisgerechte Förderung jedes Bereichs und aller Mitarbeitenden. Um diesen Bedürfnissen begegnen zu können, haben wir mit "Arbeiten bei B. Braun" ein Organisationsentwicklungsprojekt implementiert, das Feedback, Innovation, Führung und Personalentwicklung in produktiven Bereichen in den Fokus stellt. Aber auch kleinere Impulse, wie das Pilotprojekt "Learning Cubes" oder das Angebot "Offenheit für Veränderung in der Qualifizierungsschicht", bei dem das Lernen an die zeitlichen Anforderungen im Schichtbetrieb angepasst wurde, sind wichtige Impulse.

Gleichzeitig unterstützt B. Braun eine Arbeitskultur, die von Vertrauen, Eigenverantwortung und Vielfalt geprägt ist. Wir forcieren einen Führungsstil, der motiviert, Feedbacks wertschätzt und Potenziale bei Mitarbeiter*innen analysiert. Die erfolgreiche Umsetzung der verschiedenen mitarbeiterbezogenen Initiativen und die Unterstützung durch die Mitarbeiterschaft kann B. Brauns Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich verbessern. Hieraus können sich positive Effekte auf die Umsatz- und Ertragslage sowie die Cashflows ergeben.

Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation des Konzerns

Aus heutiger Sicht sind keine Risiken oder Abhängigkeiten erkennbar, welche den Fortbestand des B. Braun-Konzerns für die überschaubare Zukunft gefährden könnten. Die Netto-Risikoposition hat sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erhöht. Dies hat unter anderem die bereits durch die Coronapandemie verursachten Volatilitäten auf den Beschaffungs- und Energiemärkten nochmals verstärkt und belastet auch B. Braun. Durch aktives Erarbeiten und Umsetzen von Gegenmaßnahmen konnten wir möglichen negativen Entwicklungen entgegenwirken, sodass wir auch weiterhin keine bestandsgefährdenden Risiken sehen. Unser breites Dienstleistungs- und Produktportfolio in Verbindung mit einer globalen Präsenz wirkt sich zudem stabilisierend aus.

Für 2023 muss weiterhin mit einem volatilen Umfeld gerechnet werden. Die Risikoposition von B. Braun wird daher auf einem erhöhten Niveau verbleiben. Die Entwicklung auf den Devisenmärkten bleibt schwer zu prognostizieren, sodass sich hier kurzfristig Risiken ergeben können. Die bereits durchgeführten und noch zu erwartenden Zinserhöhungen stellen ein weiteres Risiko dar und können die Finanzierungsfähigkeit der Marktteilnehmer dauerhaft belasten. Für B. Braun besteht zudem das Risiko, dass wir inflationsbedingte Preissteigerungen nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können.

Eine erneute Zunahme der IT-Risiken ist wahrscheinlich. Die fortschreitende Vernetzung und Digitalisierung sowohl auf der Anwenderseite als auch in den Produktionen werden vermehrt Cyber-Angriffe provozieren. Soweit möglich und angemessen, sind wir gegen Haftungsrisiken und Elementarschäden sowie weitere Risiken versichert. Um finanzielle Auswirkungen aus Cyber-Risiken zu minimieren, verfügt B. Braun über eine Cyber-Versicherung. Diese deckt im Wesentlichen Risiken wie Betriebsunterbrechungsschäden und Haftpflichtansprüche Dritter resultierend aus Verletzungen der Informationssicherheit. Trotz der hohen Deckungssumme unseres Versicherungsschutzes ist eine vollständige Absicherung der potenziellen Risiken aus Produkthaftung nicht darstellbar.

Insgesamt sind wir aber davon überzeugt, dass die Entwicklung des B. Braun-Konzerns von den stets bestehenden Marktrisiken nicht überdurchschnittlich belastet wird. Diesen Marktrisiken stehen wesentliche Chancen gegenüber, die eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens ermöglichen können.

Prognosebericht

Bei den hier getroffenen Aussagen über die Entwicklung der Gesamtwirtschaft und des Unternehmens handelt es sich um zukunftsbezogene Aussagen. Die tatsächlichen Ergebnisse können demnach wesentlich - sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht - von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen. Unsere Prognosen beinhalten alle wesentlichen Ereignisse, die uns bei der Ausarbeitung des Konzernlageberichts bekannt waren und die Geschäftsentwicklung des B. Braun-Konzerns beeinflussen können. Die Erwartungen basieren unter anderem auf der beschriebenen gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Entwicklung.

Erwartete gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Globale Entwicklung 3

Die Weltwirtschaft wird auch 2023 von mehreren kritischen Faktoren beeinträchtigt. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, unterbrochene Lieferketten und das Risiko einer Stagflation können zu einer langwierigen Phase schwachen Wachstums bei erhöhter Inflation führen. Die weltweite Wirtschaft soll 2023 um 2,7 Prozent wachsen (Vorjahr: 3,2 Prozent), die Inflation verringert sich Prognosen zufolge auf 6,5 Prozent (Vorjahr: 8,8 Prozent).

Der globale Gesundheitsmarkt wird 2023 stärker als die Weltwirtschaft wachsen. Wichtiger Wachstumstreiber ist die fortschreitende Digitalisierung, die durch datenbasierte Systemlösungen zur Personalisierung der Medizin beiträgt und die medizinische Versorgung von Patient*innen direkt bei ihnen zu Hause ermöglicht. Zugleich erhöht die demografische Entwicklung hin zu alternden Bevölkerungen in vielen entwickelten Ländern die Anzahl der chronischen Erkrankungen und die Ausgaben für Gesundheit. Staatliche Gesundheitsausgaben werden sich zunehmend an sozialen und ökologischen Standards orientieren, die Auswirkungen auf den Medizintechnologie-Markt haben können.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die industrielle Gesundheitswirtschaft verändern sich auch durch den steigenden Kostendruck in den Gesundheitssystemen, durch verstärkten Personalmangel in der Gesundheitsbranche und durch die Auswirkungen der Coronapandemie in einigen Weltregionen. Die Entwicklungen tragen dazu bei, die Digitalisierung in den Gesundheitssystemen zu beschleunigen und die Nachfrage nach innovativen Medizinprodukten und Dienstleistungen zu erhöhen.

Prognostizierte Veränderung des Bruttoinlandsprodukts

in %

2022 2023
Europa 2,1 0,6
Deutschland 1,5 -0,3
Frankreich 2,5 0,7
Großbritannien 3,6 0,3
Italien 3,2 -0,2
Polen 3,8 0,5
Russland -3,4 -2,3
Schweiz 2,2 0,8
Spanien 4,3 1,2
Tschechien 1,9 1,5
Nordamerika 1,8 1,0
USA 1,6 1,0
Asien-Pazifik 4,0 4,3
ASEAN 5,3 4,9
China 3,2 4,4
Japan 1,7 1,6
Lateinamerika 3,6 1,7
Brasilien 2,8 1,0
Afrika und Naher Osten 5,0 3,6
Südafrika 2,1 1,1

Deutschland

In Deutschland wird für das Jahr 2023 ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent (Vorjahr: +1,5 Prozent) erwartet, Energiekosten und Inflationsniveau werden hoch bleiben. Ab Mitte 2023 ist wieder mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung zu rechnen. Trotz schwacher Konjunktur soll die Arbeitslosigkeit nur um 0,2 Prozent auf 5,4 Prozent steigen. Für den privaten Konsum sagen Prognosen einen Rückgang um 2,2 Prozent voraus.

Die industrielle Gesundheitswirtschaft in Deutschland entwickelte sich im Zehnjahresvergleich mit 3,8 Prozent besser als die Gesamtwirtschaft (3,0 Prozent). Von einer Fortsetzung dieser Entwicklung ist grundsätzlich auszugehen. Jedoch können fortwährend hohe Energiekosten und Inflation Hersteller von Medizinprodukten und Arzneimitteln stark fordern und sich negativ auf ihre globale Wettbewerbsfähigkeit auswirken. Die Finanzsituation deutscher Krankenhäuser bleibt angespannt, was Preiserhöhungen und Absatz von Medizinprodukten und Arzneimitteln erschweren kann. Es ist zu erwarten, dass das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz nachgeschärft wird, um die Anforderungen der neuen EU-Richtlinie zu erfüllen.

EU-Länder

Restriktivere finanzielle Bedingungen sowie Zinserhöhungen werden sich weiterhin negativ auf die EU-Wirtschaft auswirken, das Wachstum beinträchtigen und zu einer hohen Inflation führen. Im Jahr 2023 wird das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich nur leicht um 0,6 Prozent wachsen. Über den europäischen Aufbauplan erhalten die Gesundheitsmärkte der EU-Länder weiterhin signifikante EU-Mittel. Allein das "EU4Health"-Förderprogramm sieht für 2023 über 735 Millionen Euro primär für die Europäische Gesundheitsunion vor. Im Bereich Forschung und Innovation stärkt das EU-Förderprojekt "IPCEI Health" insbesondere die europäische Medizin- und Pharmaindustrie. Neben branchenspezifischen Regularien wie der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) sind zunehmende branchenübergreifende Anforderungen aus dem "EU Green Deal" zu erwarten.

Die Bruttoinlandsprodukte der großen EU-Länder werden 2023 stagnieren oder wenig wachsen, die Prozentraten liegen zwischen -0,2 Prozent in Italien und 1,2 Prozent in Spanien. Die spanische Wirtschaft profitiert dabei von Investitionen aus dem europäischen Aufbau- und Resilienzfonds. Italiens Wirtschaft wird durch unterbrochene Lieferketten stark beeinflusst, was durch geplante private und staatliche Investitionen zwar abgemildert, aber nicht kompensiert werden kann. Für die meisten EU-Länder wird 2023 mit weniger privaten und staatlichen Investitionen und einem geringeren Exportvolumen als im Vorjahr gerechnet.

Die EU-Staaten investieren allerdings verstärkt in die Modernisierung ihrer Gesundheitssysteme, bekräftigt durch die Mittel aus europäischen Unterstützungsfonds. Die spanische Regierung plant, für Wissenschaft, Forschung und die Verbesserung seines staatlichen Gesundheitswesens über 4 Milliarden Euro von 2021 bis 2026 auszugeben. In Frankreich sind umfangreiche Krankenhausinvestitionen und 7 Milliarden Euro bis 2030 für Innovationen in der Arzneimittelforschung und Biotechnologie vorgesehen. Die italienische Regierung investiert, unterstützt durch den europäischen Aufbau- und Resilienzfonds, bis 2026 rund 20 Milliarden Euro in das Gesundheitssystem.

Nicht-EU-Länder

Für Großbritannien sagen Prognosen eine stagnierende Wirtschaft bei 0,3 Prozent voraus. Bis Jahresmitte dürfte sich die britische Wirtschaft in einer Rezession befinden, danach könnte sie langsam wachsen. Erst im Jahr 2024 wird mit einer Expansion der Wirtschaft von 2,4 Prozent und einen deutlichen Rückgang der Inflationsrate gerechnet. Die britische Gesundheitswirtschaft muss neue Produktkennzeichnungs- und Zulassungsregelungen nach dem Brexit erfüllen. Auswirkungen wird auch die "Net Zero"-Strategie des National Health Service (NHS) haben, die das britische Gesundheitswesen bis spätestens 2040 klimaneutral machen möchte. In der Schweiz wird sich wegen der geopolitischen Risiken und der Aufwertung des Schweizer Franken das Wirtschaftswachstum auf 0,8 Prozent verlangsamen. In Anbetracht steigender öffentlicher Ausgaben und Regulierungen im Gesundheitswesen gewinnen Effizienzpotenziale der Digitalisierung an Bedeutung.

Russland

Die wirtschaftliche Situation Russlands hängt maßgeblich vom Fortgang des Angriffskriegs gegen die Ukraine ab. Prognosen zufolge wird das russische Bruttoinlandsprodukt durch die Sanktionen des Westens auch 2023 rückläufig sein, mit 2,3 Prozent aber moderater als im Vorjahr. Der Gesundheitsmarkt wird zunehmend mit russischen Produkten bedient, Versorgungsengpässe sowie weitere Sanktionen sind nicht auszuschließen.

USA

Im Jahr 2023 wird sich das Wirtschaftswachstum in den USA voraussichtlich weiter abschwächen und auf 1,0 Prozent fallen (Vorjahr: 1,6 Prozent). Gründe dafür sind eine restriktivere Geldpolitik, stark steigende Zinsen und angespannte Arbeitsmärkte. Bis September 2023 wird mit einem US-Leitzins von durchgängig 4,5 Prozent gerechnet. Für den US-Medizintechnikmarkt werden bis 2026 jährliche Wachstumsraten von 5,4 Prozent prognostiziert. Durch den Inflation Reduction Act (IRA) kann die Anzahl der Krankenversicherten steigen, womit sich der Bedarf nach medizinischen Produkten und Dienstleistungen erhöht. Die im IRA gesetzlich verankerten Preisverhandlungen ab 2023 für hochpreisige Arzneimittel werden die Erlöse für einige Medikamente senken. Der Personalmangel im US-Gesundheitssektor führt zu einer stärkeren Nutzung von Produkten mit innovativen Technologien. Das Wachstumspotenzial ist aufgrund der alternden Bevölkerung und des weltweit höchsten Marktvolumens groß.

Asien-Pazifik

Im Jahr 2023 wird im asiatisch-pazifischen Raum mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts auf 4,3 Prozent gerechnet. In der gleichen Größenordnung soll das Wirtschaftswachstum in China steigen, wo sich durch das Ende der Null-Covid-Politik und die moderate Erhöhung der öffentlichen Investitionen die Konjunktur erholen soll. Die Industrieproduktion wird sich im Jahr 2023 verlangsamen, da von einer nachlassenden Nachfrage aus dem Ausland auszugehen ist. Aufgrund der demografischen Entwicklung und der kontinuierlich wachsenden staatlichen Ausgaben ist der Gesundheitsmarkt in China langfristig als starker Wachstumsmarkt einzuschätzen. Im Jahr 2023 wird die Gesundheitsbranche von staatlichen Maßnahmen gegen das Coronavirus beeinflusst. Zunehmend werden ausländische Anbieter von Gesundheitsleistungen den chinesischen Markt mit in China hergestellten Produkten bedienen müssen. In Japan wird 2023 ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent (Vorjahr: 1,7 Prozent) prognostiziert. Die Ausgaben für die medizinische Versorgung der im Ländervergleich sehr alten Bevölkerung werden steigen.

Im ASEAN-Wirtschaftsraum wird sich 2023 das Bruttoinlandsprodukt auf 4,9 Prozent leicht reduzieren (Vorjahr: 5,3 Prozent). Gründe dafür liegen in der geringeren Handelsdynamik mit wichtigen Partnern wie China, den Kaufkraftrückgang aufgrund hoher Inflation und der schnellen Straffung der Geldpolitik. Die ASEAN-Gesundheitsmärkte werden stark wachsen, für deutsche Medizintechnikexporte sind jährliche Wachstumsraten von 9,9 Prozent prognostiziert. Durch den steigenden Bedarf an medizinischen Produkten und Dienstleistungen kommt es jedoch zu einem Mangel an Fachkräften. Auf den Philippinen erhöht sich das Gesundheitsbudget 2023 deutlich um 17,9 Prozent, in Malaysia steigt es auf 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In Indonesien wird aufgrund der Importbeschränkungen erwartet, dass chinesische Unternehmen westliche Konkurrenten verdrängen.

Lateinamerika

In Lateinamerika wird sich das Wirtschaftswachstum Prognosen zufolge auf 1,7 Prozent abschwächen, die sehr hohen Inflationsraten gehen auf 11,4 Prozent zurück. Vor allem die beiden wichtigsten Volkswirtschaften in der Region, Brasilien (1,0 Prozent) und Mexiko (1,2 Prozent), werden nur leicht wachsen, während Chiles Wirtschaft sogar in eine Rezession (-1,0 Prozent) geraten könnte. Die wirtschaftlichen Perspektiven für Brasilien sind aufgrund struktureller Schwächen und der hohen Schuldenquote belastet. Brasiliens neue Regierung will mit der Lockerung der Schuldenbremse staatliche Ausgaben, auch im Gesundheitswesen, erhöhen. Die Gesundheitsmärkte in Lateinamerika stehen 2023 vor der Aufgabe, die wachsende und alternde Bevölkerung zu versorgen. So möchte beispielsweise die mexikanische Regierung 9,4 Prozent mehr für das Gesundheitssystem ausgeben als im Vorjahr.

Afrika und Naher Osten

Im Jahr 2023 verringert sich das Wirtschaftswachstum in der Region Afrika und Naher Osten aufgrund hoher Inflationsraten voraussichtlich von 5,0 auf 3,6 Prozent. Die Inflation dürfte jedoch im Laufe des Jahres durch die straffere Geldpolitik der Notenbanken nachlassen. In Südafrika soll die Wirtschaft um 1,1 Prozent wachsen, die Arbeitslosigkeit bleibt jedoch mit rund 35 Prozent weiterhin hoch.

Die Gesundheitsmärkte in Afrika werden 2023 durch die stark zunehmende Mittelschicht und der damit verbundenen Nachfrage nach einer qualitativen Gesundheitsversorgung wachsen. Weiterhin bleiben jedoch viele Länder aufgrund ihrer gesamtwirtschaftlichen Lage auf ausländische Investitionen angewiesen. Die südafrikanische Regierung arbeitet weiter an ihrem Ziel, bis 2026 eine allgemeine Krankenversicherung einzuführen. Der Markt für medizinische Produkte im Nahen Osten wird 2023, insbesondere aufgrund der alternden Bevölkerung, weiter anwachsen.

Erwartete Geschäfts- und Ertragsentwicklung

Für das Geschäftsjahr 2023 erwarten wir zu konstanten Wechselkursen eine Umsatzentwicklung im mittleren Bereich unseres strategischen Zielkorridors von 5 bis 7 Prozent. Dabei gehen wir von stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, überwiegend intakten Lieferketten und einer gesicherten Energieversorgung aus. Dynamische Wechselkursveränderungen aufgrund der Inflationsentwicklungen sowie der politischen Konfliktherde können die Steigerungsraten in Euro geringer ausfallen lassen. Wesentliche Effekte auf die Geschäfts- und Ertragsentwicklung aus dem Fortgang der Coronapandemie erwarten wir zurzeit nicht. Wir gehen davon aus, dass das aktuell hohe Preisniveau bei Rohstoffen, Energie und Logistikdienstleistungen kurz- bis mittelfristig Bestand haben wird und unsere Profitabilität reduzieren kann. Ein mögliches Abschwächen der globalen konjunkturellen Entwicklung zum Jahresende 2023 kann bei den Bezugspreisen zu einer leichten Entspannung führen. B. Braun ist grundsätzlich weniger konjunkturabhängig, sodass wir kurzfristig keine wesentlichen negativen Effekte aus einem konjunkturellen Abschwung erwarten. Mittelfristig können uns jedoch Zweitrundeneffekte durch begrenzte Budgets der weltweiten Gesundheitsmärkte treffen. Die bereits 2022 begonnen strukturellen Anpassungen werden 2023 fortgesetzt und intensiviert. Hieraus erwarten wir einen weiteren Ergebnisbeitrag, um die Kostensteigerungen ausgleichen zu können und unsere Profitabilität kontinuierlich zu verbessern.

Für die Sparte Hospital Care erwarten wir 2023 zu konstanten Wechselkursen ein Wachstum auf Niveau des Gesamtkonzerns. In den USA und in Asien-Pazifik rechnen wir mit einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld. Wachstumsimpulse erwarten wir durch die erfolgte Kapazitätserweiterung für Infusionsbeutel in Daytona Beach, FL (USA) sowie durch medizinische Einmalartikel. Die Markteinführung der neuen Venenverweilkanüle Introcan Safety® 2 wird unsere Wettbewerbsposition weiter stärken. Mit unseren unterschiedlichen Infusionspumpen sehen wir sowohl in Europa als auch in Nord- und Lateinamerika weitere Marktchancen.

Nachdem sich die Sparte Aesculap 2022 gut von den Coronaeffekten der vergangenen Jahre erholt hat, erwarten wir für 2023 erneut Steigerungsraten im Umsatz über dem Konzerndurchschnitt. Dabei werden Europa und die USA deutliche Wachstumsimpulse geben. Die geänderten Ausschreibungsverfahren und das Aussetzen elektiver Eingriffe aufgrund des Coronaausbruchs in China werden die Spartenentwicklung 2023 belasten. Es muss mit weiteren Preisreduktionen in den Therapiefeldern Neurochirurgie und interventionelle Gefäßdiagnostik und -therapie in China gerechnet werden. Ein deutliches Wachstum wird durch das neue digitale Mikroskop Aesculap Aeos® erwartet. Zusätzlich sehen wir weiterhin gute Absatzmöglichkeiten in den Bereichen der chirurgischen Instrumente, Container, Motoren und Endoskopie sowie mit Implantaten.

Für die Sparte Avitum prognostizieren wir ein Umsatzwachstum leicht unterhalb der Konzernentwicklung. Dabei wird sich der Provider-Bereich durch eine Zunahme der Behandlungszahlen sowie einzelne länderabhängige Erhöhungen der Kostenerstattung weiter stabilisieren und einen positiven Ergebnisbeitrag leisten. In den Regionen Nordamerika und Asien-Pazifik erwarten wir eine deutliche Umsatzsteigerung. Neue Projekte im Bereich der Wasseraufbereitungsanlagen sollten die Entwicklung unterstützen. Für Produkte der Wund-, Stoma- und Kontinenzversorgung erwarten wir eine dynamische Entwicklung, da sich die Anzahl der durchgeführten Eingriffe in Krankenhäusern nach zwei Jahren coronabedingter Rückgänge wieder normalisiert. Dabei wird mit Wachstumsimpulsen in den Regionen Europa und Lateinamerika gerechnet. Die Nachfrage im Bereich der Infektionsprävention wird erneut schwächer als im Vorjahr erwartet und bewegt sich damit zunehmend auf das Vorkrisenniveau zu.

Für unsere Steuerungsgrößen Ergebnis nach Funktionskosten und EBIT erwarten wir, dass sie sich jeweils zu konstanten Wechselkursen in einer Spanne von 480 bis 520 Millionen Euro (2022: Ergebnis nach Funktionskosten 333,6 Millionen Euro, bereinigt 425,7 Millionen Euro und EBIT 256,1 Millionen Euro, bereinigt 347,4 Millionen Euro) bewegen werden. Für die Kennzahl EBITDA prognostizieren wir zu konstanten Wechselkursen einen Anstieg auf 1.150 bis 1.200 Millionen Euro (2022: 1.003,2 Millionen Euro). Eine EBITDA-Marge von mindestens 13 Prozent des Umsatzes ist das Ziel.

Das Erreichen der Ergebnisziele wird vom weiteren Verlauf der geopolitischen Konfliktherde abhängig sein. Auch die Realisierung der Ergebnisbeiträge durch die internen strukturellen Anpassungen wird die Zielerreichung beeinflussen. Mit einem aktiven Working Capital Management optimieren wir Bestandsreichweiten und Forderungslaufzeiten. Für DSO wollen wir das niedrige Niveau des Berichtsjahres (60 Tage) auch 2023 weitgehend beibehalten, wenngleich von einer tendenziellen Verschlechterung der Zahlungsfähigkeit unserer Kunden auszugehen ist. Grundsätzlich halten wir an unserem strategischen Ziel zu konstanten Wechselkursen für CIW von 16 Wochen (2022: 18,9 Wochen) fest. Mit einer bewusst umfangreicheren Bevorratung aufgrund von beeinträchtigten Lieferketten im Jahr 2022 wird die Reichweite auch 2023 oberhalb des strategischen Ziels bleiben. Eine Reduzierung gegenüber dem Vorjahr halten wir für möglich.

Erwartete Finanzlage

B. Braun wird auch in Zukunft die solide Finanzierungspolitik der vergangenen Jahre fortsetzen. Für das Jahr 2023 streben wir eine Eigenkapitalquote von über 45 Prozent an. Gleichzeitig werden wir die bisherige konservative Dividendenpolitik beibehalten.

Das Refinanzierungsvolumen im Bereich der langfristigen Laufzeiten beträgt für das Jahr 2023 insgesamt 302 Millionen Euro und im Folgejahr 127 Millionen Euro. Aufgrund unserer langjährig gewachsenen Bankenbeziehungen und der nachhaltigen Ertragskraft von B. Braun erwarten wir keine wesentlichen Risiken bei den anstehenden Finanzierungsmaßnahmen. Die Abkehr von der expansiven Geldpolitik kann mit einem höheren Zinsniveau die Refinanzierungen für B. Braun verteuern. Auch ein Anhalten der geopolitischen Auseinandersetzungen kann die Unsicherheit auf den Kapitalmärkten erhöhen, sodass die Risikoprämien weiter steigen können. Wir erkennen hierbei aber aktuell kein überdurchschnittliches Risiko für B. Braun. Wir haben im Geschäftsjahr 2022 wesentliche Refinanzierungen zu attraktiven Konditionen abschließen können und beabsichtigen geplante Sachinvestitionen aus dem laufenden Cashflow zu finanzieren.

Mit der Praxis des konzernweiten Cash Pooling werden wir auch in Zukunft eine optimale Finanzierung im Konzern sicherstellen. Darüber hinaus unterstützen wir mit konzernweiten Projekten zum Bestands- und Forderungsmanagement den Finanzierungsbedarf dauerhaft positiv.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

Vor dem Hintergrund der dargestellten Annahmen über die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Gesundheitsmarkts gehen wir für B. Braun 2023 von einer positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus. Mit den initiierten Maßnahmen zur strukturellen Optimierung werden wir den erneut zu erwartenden Kostensteigerungen entgegenwirken. Der Verlauf der geopolitischen Auseinandersetzungen kann unsere Entwicklung weiterhin beeinflussen. Wir rechnen aber auch über das Geschäftsjahr 2023 hinaus mit weiterem Wachstum. Wir werden neue Möglichkeiten schaffen, um Technologien im Gesundheitswesen in die Anwendung zu bringen. Mit innovativen Produkten und Lösungen sowie unserer konsequenten Ausrichtung auf Profitabilität werden wir uns auch zukünftig in einem volatilen Umfeld behaupten. Damit bleibt B. Braun ein verlässlicher Partner, der den Fortschritt im Gesundheitswesen beschleunigt und die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt schützt und verbessert.

 

Melsungen, den 17. April 2023

Die Geschäftsführung

1 OECD: Economic Outlook; ifo: Herbst-Prognose, Economic Experts Survey, Sachverständigenrat zur Konjunkturprognose (März 2022); IWF: World Economic Outlook (Oktober 2022); GTAI; WifOR-Institut: Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung 2021; BVMed: Herbstumfrage 2022; BMWK: Publikationen 2022; MedTech Europe: Breakdown of Total Healthcare Expenditure in Europe 2021; Europäische Kommission: Publikationen 2022
2 Die Differenz zwischen dem Zugang zum Anlagevermögen und dem Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit ergibt sich aus der Zahlungswirksamkeit der Investitionen und aus Umrechnungseffekten bei Fremdwährungen.
3 OECD: Economic Outlook; ifo: Herbst Prognose; IWF: World Economic Outlook (Oktober 2022); Worldbank: Global Economic Prospects; GTAI; WifOR-Institut: Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung 2021; BMWK: Publikationen 2022; Europäische Kommission: Publikationen 2022

KONZERNABSCHLUSS

KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG

Anhang 2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Umsatzerlöse 1) 8.499.909 7.859.865
Umsatzkosten 2) -5.262.558 -4.794.125
Bruttogewinn 3.237.351 3.065.740
Vertriebskosten 3) -1.940.611 -1.790.503
Verwaltungskosten -421.923 -393.772
Forschungs- und Entwicklungskosten 4) -541.246 -416.862
Ergebnis nach Funktionskosten 333.571 464.603
Sonstige betriebliche Erträge 5) 574.321 348.155
Sonstige betriebliche Aufwendungen 6) -665.529 -354.863
davon Nettoposition der monetären Posten gem. IAS 29 6) (-7.389) -
Operatives Ergebnis 242.363 457.895
Ergebnis aus at Equity bewerteten Finanzanlagen 7) 5.268 8.087
Finanzierungserträge 8.055 6.202
Finanzierungsaufwendungen -77.342 -69.247
Finanzergebnis - netto 8) -69.287 -63.045
Sonstiges Finanzergebnis 9) 8.469 13.041
Ergebnis vor Steuern 186.812 415.978
Ertragsteuern 10) -36.069 -109.729
Konzernjahresüberschuss 150.743 306.249
davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens (138.759) (270.279)
nicht beherrschende Anteile (11.984) (35.970)
150.743 306.249
Ergebnis je Aktie in Euro, das den Aktionären des Mutterunternehmens im Geschäftsjahr zusteht (verwässert und unverwässert) 11) 0,17 0,34

KONSOLIDIERTE GESAMTERGEBNISRECHNUNG

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Konzernjahresüberschuss 150.743 306.249
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Neubewertungen von Pensionsverpflichtungen 651.520 136.733
Ertragsteuern -182.554 -34.537
Veränderung des im Eigenkapital erfassten Betrags 468.966 102.196
Posten, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Marktwertveränderungen von Wertpapieren 1.424 14.106
Ertragsteuern -670 -4.228
Veränderung des im Eigenkapital erfassten Betrags 754 9.878
Sicherungsinstrument aus der Absicherung von Zahlungsströmen 4.605 -2.000
Ertragsteuern 124 680
Veränderung des im Eigenkapital erfassten Betrags 4.730 -1.320
Veränderung der Effekte aus der Währungsumrechnung 111.800 152.219
Ertragsteuern 0 0
Veränderung des im Eigenkapital erfassten Betrags 111.800 152.219
Direkt im Eigenkapital erfasste Wertänderungen nach Steuern 586.250 262.973
Gesamtergebnis der Periode 736.993 569.223
davon entfallen auf
Gesellschafter des Mutterunternehmens (686.919) (517.495)
nicht beherrschende Anteile (50.074) (51.728)

KONZERNBILANZ

Anhang 31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 14) 16) 732.780 833.334
Sachanlagen 15) 16) 5.518.902 5.442.119
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 15) 6.952 0
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 17) 75.569 76.191
Sonstige Finanzanlagen 17) 106.085 87.788
davon finanzielle Vermögenswerte (106.085) (87.788)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18) 24.429 24.334
Sonstige Vermögenswerte 19) 54.624 49.208
davon finanzielle Vermögenswerte (8.199) (8.714)
Ertragsteuererstattungsansprüche 1.934 5.427
Latente Steuererstattungsansprüche 274.802 363.998
6.796.077 6.882.399
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 20) 1.908.636 1.639.724
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18) 1.288.405 1.193.464
Sonstige Vermögenswerte 19) 356.091 326.480
davon finanzielle Vermögenswerte (147.639) (147.924)
Ertragsteuererstattungsansprüche 103.781 61.330
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 21) 113.499 94.668
3.770.412 3.315.666
Summe Vermögenswerte 10.566.489 10.198.065
Eigenkapital
Festkapital der Kommanditisten 22) 6.050 6.050
Kapital- und Gewinnrücklagen 23) 4.762.815 4.161.448
Unterschied aus der Währungsumrechnung -144.033 -241.374
Eigenkapital der Gesellschafter der B. Braun Holding GmbH & Co. KG 4.624.832 3.926.124
Nicht beherrschende Anteile 24) 300.689 292.963
Summe Eigenkapital 4.925.521 4.219.087
Schulden
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen u.ä. Verpflichtungen 25) 1.067.436 1.665.731
Sonstige Rückstellungen 26) 131.671 137.487
Finanzschulden 27) 1.618.176 1.389.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 29) 29 38
Sonstige Schulden 29) 86.150 75.380
davon finanzielle Verbindlichkeiten (4.584) (4.871)
Latente Steuerschulden 178.201 116.251
3.081.663 3.383.887
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 26) 81.166 72.292
Finanzschulden 27) 826.459 1.051.616
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 29) 637.873 515.411
Sonstige Schulden 29) 962.692 895.854
davon finanzielle Verbindlichkeiten (368.712) (314.360)
Ertragsteuerschulden 51.115 59.918
2.559.305 2.595.091
Summe Schulden 5.640.968 5.978.978
Summe Eigenkapital und Schulden 10.566.489 10.198.065

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

siehe Textziffern 22-24 Festkapital der Kommanditisten
in Tsd. Euro
Kapitalrücklage
in Tsd. Euro
Rücklage aus um- gekehrten Unternehmenserwerb
in Tsd. Euro
01.01.2021 6.050 10.226 393.950
Gewinnausschüttung der B. Braun Holding GmbH Co. KG 0 0 0
Erhöhung des gezeichneten Kapitals 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 0 0 0
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen nach Steuern
Marktwertveränderungen von Wertpapieren 0 0 0
Sicherungsinstrument aus der Absicherung von Zahlungsströmen 0 0 0
Neubewertungen von Pensionsverpflichtungen 0 0 0
Veränderung aus der Währungsumrechnung 0 0 0
Gesamtergebnis der Periode 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0
31.12.2021 6.050 10.226 393.950
01.01.2022 6.050 10.226 393.950
Gewinnausschüttung der B. Braun Holding GmbH Co. KG 0 0 0
Erhöhung des gezeichneten Kapitals 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 0 0 0
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen nach Steuern
Marktwertveränderungen von Wertpapieren 0 0 0
Sicherungsinstrument aus der Absicherung von Zahlungsströmen 0 0 0
Neubewertungen von Pensionsverpflichtungen 0 0 0
Veränderung aus der Währungsumrechnung 0 0 0
Gesamtergebnis der Periode 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0
31.12.2022 6.050 10.226 393.950
Gewinnrücklagen
in Tsd. Euro
Sonstige Rücklagen
in Tsd. Euro
Eigene Anteile
in Tsd. Euro
Eigenkapital, das auf Eigentümer entfällt
in Tsd. Euro
Nicht beherrschende Anteile
in Tsd. Euro
Eigenkapital
in Tsd. Euro
01.01.2021 3.438.429 -382.304 0 3.466.351 227.007 3.693.358
Gewinnausschüttung der B. Braun Holding GmbH Co. KG -32.000 0 0 -32.000 0 -32.000
Erhöhung des gezeichneten Kapitals 0 0 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 270.279 0 0 270.279 35.970 306.249
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen nach Steuern
Marktwertveränderungen von Wertpapieren 0 9.876 0 9.876 2 9.878
Sicherungsinstrument aus der Absicherung von Zahlungsströmen 0 -1.320 0 -1.320 0 -1.320
Neubewertungen von Pensionsverpflichtungen 96.801 0 0 96.801 5.395 102.196
Veränderung aus der Währungsumrechnung 0 141.859 0 141.859 10.361 152.220
Gesamtergebnis der Periode 367.080 150.415 0 517.495 51.728 569.223
Sonstige Veränderungen -25.722 0 0 -25.722 14.228 -11.494
31.12.2021 3.747.787 -231.889 0 3.926.124 292.963 4.219.087
01.01.2022 3.747.787 -231.889 0 3.926.124 292.963 4.219.087
Gewinnausschüttung der B. Braun Holding GmbH Co. KG -32.000 0 0 -32.000 0 -32.000
Erhöhung des gezeichneten Kapitals 0 0 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 138.759 0 0 138.759 11.984 150.743
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen nach Steuern
Marktwertveränderungen von Wertpapieren 0 761 0 761 -7 754
Sicherungsinstrument aus der Absicherung von Zahlungsströmen 0 4.730 0 4.730 0 4.730
Neubewertungen von Pensionsverpflichtungen 445.328 0 0 445.328 23.638 468.966
Veränderung aus der Währungsumrechnung 0 97.341 0 97.341 14.459 111.800
Gesamtergebnis der Periode 584.087 102.832 0 686.919 50.074 736.993
Sonstige Veränderungen 43.789 0 0 43.789 -42.348 1.441
31.12.2022 4.343.663 -129.057 0 4.624.832 300.689 4.925.521

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Anhang 2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Operatives Ergebnis 242.363 457.895
Nettoposition der monetären Posten gem. IAS 29 7.389 0
Gezahlte Ertragsteuern -133.933 -118.608
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (saldiert mit Zuschreibungen) 745.261 629.373
Veränderung langfristiger Rückstellungen -613.512 -74.617
Erhaltene Zinsen und sonstige Finanzeinnahmen 4.286 1.708
Gezahlte Zinsen und sonstige Finanzausgaben -35.081 -33.226
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 694.909 85.576
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen, immateriellen und sonstigen Vermögenswerten 4.197 2.587
Brutto-Cashflow 34) 915.879 950.688
Veränderung der Vorräte -250.981 -114.668
Veränderung der Forderungen sowie sonstiger Vermögenswerte -138.683 -18.693
Veränderung der Verbindlichkeiten, kurzfristiger Rückstellungen sowie sonstiger Schulden (ohne Finanzverbindlichkeiten) 192.863 131.263
Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) 34) 719.078 948.590
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -549.993 -605.545
Investitionen in Finanzanlagen -6.627 -16.281
Unternehmensakquisitionen abzüglich erworbener Nettozahlungsmittel -37.316 -64.283
Einnahmen aus dem Abgang von Tochterunternehmen und Beteiligungen 4.986 10.210
Einnahmen aus dem Verkauf von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und sonstigen Finanzanlagen 8.111 14.909
Erhaltene Dividenden und ähnliche Einnahmen 18.018 32.071
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit 35) -562.821 -628.919
Free Cashflow 156.257 319.672
Kapitaleinzahlungen 232 751
Gewinnausschüttung an die Gesellschafter der B. Braun Holding -32.000 -32.000
Dividendenzahlung an Minderheitsgesellschafter -12.267 -11.178
Ein- und Rückzahlungen für Genussrechte -5.857 -4.274
Kreditaufnahmen 281.546 7.021
Schuldentilgung -346.844 -301.253
Mittelabfluss/-zufluss aus Finanzierungstätigkeit 36) -115.190 -340.933
Veränderung der Zahlungsmittel aus Geschäftstätigkeit 41.067 -21.261
Finanzmittelfonds zu Beginn des Geschäftsjahres 94.668 149.141
Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelbestandes -22.236 -33.211
Finanzmittelfonds am Geschäftsjahresende 37) 113.499 94.668

KONZERNANHANG

ALLGEMEINE INFORMATION

Der Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG - im Folgenden auch der B. Braun-Konzern - zum 31. Dezember 2022 wurde in Anwendung von § 315e Absatz 3 HGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt und wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und veröffentlicht.

Bei der B. Braun Holding GmbH & Co. KG handelt es sich um ein international aufgestelltes Familienunternehmen mit Sitz in Melsungen, Bundesrepublik Deutschland. Die Adresse des Firmensitzes lautet: Carl-Braun-Str. 1, 34212 Melsungen. Die B. Braun Holding GmbH & Co. KG ist unter dieser Firma in das Handelsregister beim Amtsgericht Fritzlar (HR A 14031) eingetragen.

Die Tochtergesellschaften der B. Braun Holding GmbH & Co. KG produzieren, vertreiben und verkaufen Produkte und Dienstleistungen zur medizinischen Grundversorgung, für Intensivstationen, Anästhesie und Notfallversorgung, der extrakorporalen Blutbehandlung sowie für die chirurgischen Kernprozesse. Die wesentlichen Produktionsstandorte befinden sich in der EU, der Schweiz, den USA, Malaysia, Vietnam und Brasilien. Die Gesellschaft vertreibt die Produkte über ein weltweites Netz von Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen.

Die Geschäftsführung der B. Braun Holding GmbH & Co. KG hat den Konzernabschluss am 17. April 2023 zur Vorlage an die Gesellschafterversammlung der Gesellschaft freigegeben.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte auf Basis der historischen Kosten, mit Ausnahme der zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam angesetzten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten einschließlich derivativer Finanzinstrumente. Die dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden auf die dargestellten Berichtsperioden einheitlich angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist.

Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten sowie Schulden unterschieden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Dabei werden den Umsatzerlösen die zu ihrer Erzielung angefallenen Aufwendungen gegenübergestellt, die den Funktionsbereichen Herstellung, Vertrieb, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung zugeordnet werden. Um den Informationsgehalt der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung zu verbessern, werden einzelne Posten im Konzernanhang weiter aufgegliedert. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. Euro) angegeben. Die im Konzernabschluss enthaltenen Kennzahlen sind kaufmännisch gerundet, wodurch Rundungsdifferenzen auftreten können.

Die Jahresabschlüsse der B. Braun Holding GmbH & Co. KG und deren Tochterunternehmen werden unter Beachtung der einheitlich für den Konzern geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss einbezogen.

Neue und geänderte International Financial Reporting Standards und Interpretationen, die für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen, erstmalig verpflichtend anzuwenden sind (IAS 8.28)

Betroffene Standards Hintergrund In EU-Recht übernommen (Endorsement) Voraussichtliche Auswirkungen auf B. Braun-Konzern
Anwendungszeitpunkt ab 01. Januar 2022
IFRS 3 Unternehmenszusammenschluss Ergänzung des Verweises auf das aktualisierte Rahmenkonzept und eines expliziten Ansatzverbotes für erworbene Eventualforderungen Ja, am 28.06.2021 Kein wesentliche Auswirkung
IAS 16 Sachanlagen - Erlöse vor beabsichtigter Nutzung Erlöse und Kosten müssen getrennt ausgewiesen werden, sollte der produzierte Gegenstand nicht aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stammen Ja, am 28.06.2021 Keine wesentliche Auswirkung
IAS 37 Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung Klarstellung, dass zu den Erfüllungskosten eines Vertrages alle zurechenbaren Kosten zählen (über die sogenannten "incremental cost" hinaus) Ja, am 28.06.2021 Keine wesentliche Auswirkung
Verbesserung der IFRS (Zyklus 2018 - 2020) Kleinere Anpassungen bzw. Änderungen an den IFRS Standards oder erläuternden Beispielen Ja, am 28.06.2021 Keine wesentliche Auswirkung
IAS 32 Agenda-Entscheidungen des IFRS IC Bilanzielle Abbildung von Optionsscheinen - Keine wesentliche Auswirkung
IFRS 16 Wirtschaftlicher Nutzen aus der Nutzung eines Windparks
IFRS 9 + IAS20 Bilanzielle Abbildung des TLTRO II-Programms der Europäischen Zentralbank
IAS 7 Sichteinlagen mit vertraglichen Nutzungsbeschränkungen
IFRS 15 IFRS 15: Agieren Softwarehändler als Prinzipal oder Agent?

Neue und geänderte International Financial Reporting Standards und Interpretationen, die bereits veröffentlicht wurden, für Unternehmen mit Geschäftsjahresende 31. Dezember 2022 aber noch nicht verpflichtend anzuwenden sind (IAS 8.30) und deren Übernahme durch die EU teilweise noch aussteht

Betroffene Standards Hintergrund In EU-Recht übernommen (Endorsement) Voraussichtliche Auswirkungen auf B. Braun-Konzern
Anwendungszeitpunkt ab 01. Januar 2023
IAS 1 IFRS Practice Statement 2 Angaben von Rechnungslegungsmethoden Klarstellung, dass alle wesentlichen (material) Rechnungslegungsmethoden anzugeben sind. In dem IFRS Practice Statement 2 wurden Leitlinien zur Anwendung des Konzepts der Wesentlichkeit auf die Angaben bereitgestellt. 02.03.2022 Keine wesentliche Auswirkung erwartet
IAS 8 Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen Klarstellung, wie zwischen Änderungen von Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogenen Schätzungen zu unterscheiden ist 02.03.2022 Keine wesentliche Auswirkung erwartet
IAS 12 Latente Steuern aus Transaktionen Verpflichtung für Unternehmen, latente Steuern für Transaktionen anzusetzen, aus denen beim erstmaligen Ansatz betragsgleiche zu versteuernde und abzugsfähige temporäre Differenzen entstehen 11.08.2022 Auswirkungen werden noch geprüft
IFRS 10 Veräußerung von Klarstellung, dass der Gewinn oder Verlust aus der Übertragung von Vermögenswerten auf ein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen zu erfassen ist, wenn ein Geschäftsbetrieb übergeht Ausstehend Keine wesentliche Auswirkung erwartet
IAS 28 Vermögenswerten eines Investors
IFRS 17 Versicherungsverträge Der Standard löst IFRS 4 ab und enthält drei zentrale Ansätze für die Abbildung von Versicherungsverträgen, auch zu Rückversicherungsverträgen 19.11.2021 Keine wesentliche Auswirkung erwartet
Betroffene Standards Hintergrund In EU-Recht übernommen (Endorsement) Voraussichtliche Auswirkungen auf B. Braun-Konzern
Anwendungszeitpunkt ab 01. Januar 2024
IAS 1 Klassifizierung von Verbindlichkeiten Klarstellung, dass sich die Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig nach den bestehenden Rechten zum Ende der Berichtsperiode richten Ausstehend Auswirkungen werden noch geprüft
IFRS 16 Änderung - Leasingverbindlichkeiten in einem Sale and Leaseback Die Anpassung verlangt, dass Leasingverbindlichkeiten so zu bewerten sind, dass bei deren Folgebewertung kein Gewinn oder Verlust in Bezug auf das zurückbehaltene Nutzungsrecht entsteht. Ausstehend Auswirkungen werden noch geprüft

Kritische Annahmen und Schätzungen bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Erstellung von Jahresabschlüssen in Übereinstimmung mit IFRS erfordert vom Management Annahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusammenhang stehende Angaben haben. Obwohl diese Schätzungen nach bestem Wissen des Managements, basierend auf den gegenwärtigen Ereignissen und Maßnahmen, erfolgen, kann es bei den tatsächlichen Ergebnissen zu Abweichungen von diesen Schätzungen kommen. Schätzungen sind insbesondere erforderlich bei

der Beurteilung der Notwendigkeit sowie der Höhe von außerplanmäßigen Abschreibungen bzw. Wertberichtigungen,

der Bewertung von Pensionsverpflichtungen,

dem Ansatz und der Bemessung der Rückstellungen,

der Ermittlung des Abwertungsbedarfs bei Vorräten,

der Beurteilung der Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern,

der Berechnung von Nutzungswerten von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) im Rahmen von Impairment-Tests.

Das Management des Konzerns bestimmt die erwarteten Nutzungsdauern der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen und den damit verbundenen Abschreibungsaufwand auf Basis von Erwartungen. Diese Annahmen können sich z.B. infolge von technologischen Innovationen und Handlungen der Wettbewerber wesentlich verändern. Sofern die tatsächlichen Nutzungsdauern unter den erwarteten liegen, wird das Management die Höhe der Abschreibungen anpassen. Technologisch überholte oder im Rahmen der aktuellen Strategie nicht mehr verwendungsfähige Vermögenswerte werden ganz oder teilweise abgeschrieben.

Der Barwert der Pensionsverpflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen. Die bei der Ermittlung der Nettoaufwendungen (-erträge) für Pensionen verwendeten Annahmen schließen den Zinssatz für die Abzinsung der Verpflichtung mit ein. Jede Änderung dieser Annahmen wird Auswirkungen auf den Buchwert der Pensionsrückstellung haben. Die Verpflichtungen aus den leistungsorientierten Pensionsplänen sowie die Pensionskosten des Folgejahres werden auf Basis der in Textziffer 25 genannten Parameter ermittelt.

Das Zinsfestlegungsverfahren ist gegenüber dem Vorjahr unverändert. Aus den ausgewerteten Unternehmensanleihen wird eine Zinsstrukturkurve hergeleitet. Der zu verwendende Rechnungszins ergibt sich, indem ein mit den Verhältnissen bei B. Braun vergleichbarer Musterzahlungsstrom mit der Zinsstrukturkurve bewertet und ein gleichwertiger einheitlicher Rechnungszins abgeleitet wird.

Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgen auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Die tatsächliche Verpflichtung kann von den zurückgestellten Beträgen abweichen.

Die Bemessung der Abwertung von Vorräten erfolgt anhand der erwarteten Nettoveräußerungserlöse (erwartete Erlöse abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten). Die tatsächlichen Erlöse und die noch anfallenden Kosten können von den erwarteten Beträgen abweichen.

Aktive latente Steuern werden nur insoweit angesetzt, als ihre Realisierung hinreichend gesichert erscheint, d.h. wenn in zukünftigen Perioden ein positives steuerliches Ergebnis zu erwarten ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation in zukünftigen Perioden kann von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen.

Die Prüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt jährlich auf Grundlage einer operativen Fünfjahreserwartungsrechnung und unter Annahme spezifischer jährlicher Wachstumsraten für den nachfolgenden Zeitraum. Die Erhöhung oder Kürzung der angenommenen jährlichen Wachstumsraten würde den geschätzten Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verändern.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben der B. Braun Holding GmbH & Co. KG 77 inländische und 218 ausländische Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die B. Braun Holding GmbH & Co. KG variablen Rückflüssen ausgesetzt ist und die Fähigkeit besitzt, diese zu beeinflussen.

Tochterunternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen (Vollkonsolidierung), an dem die Kontrolle auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an dem die Kontrolle endet.

Die Entwicklung der Anzahl der Konzerngesellschaften zum 31. Dezember 2022 bzw. 2021 stellt sich wie folgt dar:

2022 2021
Einbezogen zum 31. Dezember des Vorjahres 304 295
Erstmals einbezogene Unternehmen 0 16
Entkonsolidierte Unternehmen -5 -4
Unternehmenszusammenschlüsse -4 -3
Einbezogen zum 31. Dezember des Berichtsjahres 295 304

Der Einfluss entkonsolidierter Unternehmen auf die Bilanz sowie auf die Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2022 war, bis auf den Verkauf des Provider-Geschäfts in Kolumbien am 15. März 2022, von untergeordneter Bedeutung. Dabei entstand im Rahmen der Entkonsolidierung der Gesellschaft B. BRAUN AVITUM S.A.S in Kolumbien ein Verlust in Höhe von 5,8 Mio. Euro, der in den sonstigen operativen Aufwendungen gezeigt wurde. Zusätzlich haben sich wegen einer Umstrukturierung innerhalb des B. Braun-Konzerns die Minderheiten um 24,4 Mio. Euro verringert.

Im Rahmen der Erstkonsolidierung gab es im Geschäftsjahr 2022 keinen Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung sowie auf die Bilanz, da keine neuen Unternehmen aufgenommen wurden.

Im Konzernabschluss sind zum Bilanzstichtag Beteiligungen an einem Gemeinschaftsunternehmen und 19 assoziierten Unternehmen bilanziert. Zwei assoziierte Unternehmen wurden wegen Unwesentlichkeit nicht nach der Equity-Methode bewertet.

Die REVIUM Rückversicherung AG wird als 100-Prozent-Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG einbezogen. Einziger Geschäftszweck der REVIUM Rückversicherung AG ist der Abschluss von Rückversicherungen mit den Gesellschaften (Erstversicherern), mit denen der B. Braun-Konzern entsprechende Versicherungsverträge abgeschlossen hat. Es werden darüber hinaus keine Versicherungsverträge mit Dritten abgeschlossen und keine Risiken außerhalb des B. Braun-Konzerns abgedeckt. Infolge ihres eng definierten Geschäftszwecks ist die REVIUM Rückversicherung AG für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Im Rahmen eines Asset-Backed-Securities-Programms werden Handelsforderungen einzelner Konzernunternehmen an eine strukturierte Einheit abgetreten. Diese strukturierte Einheit ist nicht im Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG zu konsolidieren. Für weitere Angaben wird auf Textziffer 18 verwiesen.

Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns und der B. Braun Holding GmbH & Co. KG ist Bestandteil des Konzernanhangs und wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Folgende in den Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG einbezogenen Gesellschaften nehmen Erleichterungen des § 264 b HGB bzw. § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch, um von der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs- und Lageberichts sowie zur Offenlegung des Jahresabschlusses befreit zu werden:

 

Aesculap AG, Tuttlingen,

 

Aesculap Akademie GmbH, Tuttlingen,

 

AESCULAP INTERNATIONAL GMBH, Tuttlingen,

 

AESCULAP SUHL GmbH, Suhl,

 

ALMO-Erzeugnisse Erwin Busch GmbH, Bad Arolsen,

 

B. Braun Ambulantes Herzzentrum Kassel MVZ GmbH, Kassel,

 

B. Braun Avitum AG, Melsungen,

 

B. Braun Avitum Saxonia GmbH, Radeberg,

 

B. Braun Deutschland GmbH & Co. KG, Melsungen,

 

B. Braun Facility Services GmbH & Co. KG, Melsungen,

 

B. Braun Familienholding SE & Co. KG, Melsungen,

 

B. Braun Gesundheitsservice GmbH, Hürth,

 

B. Braun Medical AG, Melsungen,

 

B. Braun Medizinisches Versorgungszentrum Baunatal GmbH, Baunatal,

 

B. Braun Melsungen AG, Melsungen,

 

B. Braun Miethke GmbH & Co. KG, Potsdam,

 

B. Braun New Ventures GmbH, Freiburg im Breisgau,

 

B. Braun Nordamerika Verwaltungsgesellschaft mbH, Melsungen,

 

B. Braun Service SE & Co. KG, Melsungen

 

B. Braun Surgical GmbH, Melsungen,

 

B. Braun Vet Care GmbH, Tuttlingen,

 

B. Braun via medis GmbH, Melsungen,

 

BBM Group Insurance Broker GmbH, Melsungen,

 

Bibliomed Medizinische Verlagsgesellschaft mbH, Melsungen,

 

CeCaVa GmbH & Co. KG, Tübingen,

 

DTZ Dialyse Trainings-Zentren GmbH, Nürnberg,

 

DTZ Oldenburg i.H. MVZ GmbH, Oldenburg in Holstein,

 

DTZ Sigmaringen MVZ GmbH, Sigmaringen,

 

DTZ Waldshut MVZ GmbH, Waldshut-Tiengen,

 

INKO Internationale Handelskontor GmbH, Roth,

 

Invitec GmbH & Co. KG, Essen,

 

ISYMED Gesellschaft für innovative Systeme in der Medizin mbH, Butzbach,

 

Medizinisches Versorgungszentrum ViaMedis Remscheid GmbH, Remscheid,

 

MVZ Hagenow GmbH, Hagenow,

 

MVZ Ludwigslust GmbH, Ludwigslust,

 

MVZ Medizinisches Versorgungszentrum Saarbrücken GmbH, Saarbrücken,

 

MVZ Parchim GmbH, Parchim,

 

MVZ Schwerin Ost GmbH, Schwerin,

 

MVZ Schwerin West GmbH, Schwerin,

 

Nierenzentrum Bad Kissingen MVZ GmbH, Bad Kissingen,

 

NUTRICHEM DIÄT + PHARMA GMBH, Roth,

 

Paul Müller Technische Produkte GmbH, Melsungen,

 

PPC Projekt-Planung & Consulting GmbH, Melsungen,

 

SteriLog GmbH, Tuttlingen,

 

via medis Medizinisches Versorgungszentrum Südharz GmbH, Herzberg am Harz,

 

via medis Nierenzentrum Bad Neustadt MVZ GmbH, Bad Neustadt an der Saale,

 

via medis Nierenzentrum Braunschweig MVZ GmbH, Braunschweig,

 

via medis Nierenzentrum Braunschweig-Mitte MVZ GmbH, Braunschweig,

 

via medis Nierenzentrum Bremerhaven MVZ GmbH, Bremerhaven,

 

via medis Nierenzentrum Bremerhaven-Speckenbüttel MVZ GmbH, Bremerhaven-Speckenbüttel,

 

via medis Nierenzentrum Dresden MVZ GmbH, Dresden,

 

via medis Nierenzentrum Dudweiler MVZ GmbH, Saarbrücken-Dudweiler,

 

via medis Nierenzentrum Neu-Ulm MVZ GmbH, Neu-Ulm,

 

via medis Nierenzentrum Oldenburg MVZ GmbH, Oldenburg,

 

via medis Nierenzentrum Riesa MVZ GmbH, Riesa,

 

via medis Nierenzentrum Südpfalz MVZ GmbH, Landau in der Pfalz,

 

via medis Nierenzentrum Suhl MVZ GmbH, Suhl,

 

via medis Nierenzentrum Wolfenbüttel MVZ GmbH, Wolfenbüttel,

 

ViaMedis Nierenzentrum Gifhorn MVZ GmbH, Gifhorn.

Die genannten Gesellschaften nehmen die Befreiungen in Anspruch.

KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

a) Tochterunternehmen

Tochterunternehmen, d.h. solche Unternehmen, die von der B. Braun Holding GmbH & Co. KG beherrscht werden, werden in den Konsolidierungskreis einbezogen. Die B. Braun Holding GmbH & Co. KG beherrscht ein Unternehmen, wenn sie schwankenden Renditen aus ihrem Engagement mit dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels ihrer Macht über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen.

Tochterunternehmen werden erstmals ab dem Zeitpunkt, zu dem die B. Braun Holding GmbH & Co. KG die Verfügungsgewalt über das erworbene Unternehmen erlangt, konsolidiert; sie werden bei Verlust der Verfügungsgewalt durch die B. Braun Holding GmbH & Co. KG entkonsolidiert. Verfügungsgewalt liegt vor, wenn die B. Braun Holding GmbH & Co. KG u.a. mittels der Mehrheit an Stimmrechten oder sonstiger vertraglicher Rechte die Möglichkeit hat, die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens zu lenken. Der Erwerb von Tochterunternehmen wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs bemessen sich nach den hingegebenen Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten sowie den beizulegenden Zeitwerten hingegebener Vermögenswerte, ausgegebener Anteile und/oder übernommener Schulden zu dem Zeitpunkt, zu dem erstmals die Beherrschungsmöglichkeit gegeben ist. Anschaffungsnebenkosten eines Unternehmenserwerbs werden aufwandswirksam erfasst. Bedingte Kaufpreisbestandteile werden mit dem zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden Zeitwert angesetzt. Spätere Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit werden aufwandswirksam oder im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Die den erworbenen Anteil an dem zu Zeitwerten bewerteten Reinvermögen des Tochterunternehmens übersteigenden Anschaffungskosten werden als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert.

Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung unabhängig vom Umfang der nicht beherrschenden Anteile mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Für jeden Unternehmenserwerb wird auf individueller Basis entschieden, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden. Das Wahlrecht, die Minderheiten zum Fair Value anzusetzen, wird aktuell nicht ausgeübt. Somit werden die Minderheiten mit dem anteiligen auf sie entfallenden Nettovermögen und keinem Goodwill für die Anteile der Minderheiten angesetzt.

Bei dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen von vollkonsolidierten Unternehmen entstehende Geschäfts- oder Firmenwerte werden erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden zu Zeitwerten bei Sukzessiverwerben von erstmals vollkonsolidierten Gesellschaften führt zu einer Erfassung der Neubewertung der "Alt"-Tranchen im Gewinn bzw. Verlust.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden gegeneinander aufgerechnet. Unrealisierte Gewinne aus Geschäftsvorfällen zwischen Konzernunternehmen werden in voller Höhe eliminiert; unrealisierte Verluste werden insoweit eliminiert, als die daraus resultierenden Anschaffungs-/Herstellungskosten den erzielbaren Betrag des entsprechenden Vermögenswerts nicht übersteigen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Tochterunternehmen wurden, sofern erforderlich, an die dem Konzernabschluss zugrunde liegenden Methoden angepasst.

b) Assoziierte Unternehmen

Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, aber keine Kontrolle besitzt; regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 Prozent. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Der Anteil des Konzerns an assoziierten Unternehmen beinhaltet den beim Erwerb entstandenen Geschäfts- oder Firmenwert (nach Berücksichtigung kumulierter Wertminderungen).

Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten aus assoziierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der Anteil an Veränderungen der Rücklagen in den Konzernrücklagen. Die kumulierten Veränderungen nach Erwerb werden gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet. Wenn der Verlustanteil des Konzerns an einem assoziierten Unternehmen dem Anteil des Konzerns an diesem Unternehmen, inklusive anderer ungesicherter Forderungen, entspricht bzw. diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verluste, es sei denn, er ist für das assoziierte Unternehmen Verpflichtungen eingegangen oder hat für das assoziierte Unternehmen Zahlungen geleistet.

Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen zwischen Konzernunternehmen und assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert, sofern diese wesentlich sind. Nicht realisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, die Transaktion deutet auf eine Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts hin. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden assoziierter Unternehmen wurden - sofern notwendig - geändert, um eine konzerneinheitliche Bilanzierung zu gewährleisten.

c) Gemeinsame Vereinbarungen

Investitionen in gemeinsame Vereinbarungen werden entweder als gemeinschaftliche Tätigkeit oder als Gemeinschaftsunternehmen klassifiziert. Die gemeinsamen Vereinbarungen der B. Braun Holding GmbH & Co. KG stellen Gemeinschaftsunternehmen dar. Diese werden mittels Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Die Anteile werden anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und anschließend fortgeschrieben, um den Anteil des Konzerns an den Gewinnen und Verlusten im sonstigen Gesamtergebnis zu berücksichtigen. Wenn der Verlustanteil des Konzerns an einem Gemeinschaftsunternehmen dem Anteil des Konzerns an diesem Unternehmen, inklusive anderer ungesicherter Forderungen, entspricht bzw. diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verluste, es sei denn, er ist für das Gemeinschaftsunternehmen Verpflichtungen eingegangen oder hat für das Gemeinschaftsunternehmen Zahlungen geleistet. Unrealisierte Gewinne aus Transaktionen mit dem Gemeinschaftsunternehmen werden in Höhe des auf den Konzern entfallenden Anteils eliminiert. Unrealisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, die übertragenen Vermögenswerte sind wertgemindert.

d) Inhaber nicht beherrschender Anteile

Transaktionen mit Inhabern nicht beherrschender Anteile werden wie Transaktionen mit konzerninternen Parteien behandelt. Verkäufe von Anteilen an Inhaber nicht beherrschender Anteile führen zu Gewinn- bzw. Verlustrealisierungen im Konzernabschluss. Umgekehrt führen Käufe von Anteilen von Inhabern nicht beherrschender Anteile zu Goodwill in Höhe der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem anteiligen Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

a) Funktionale Währung und Berichtswährung

Die Konzernunternehmen stellen ihren Jahresabschluss auf Basis der Währung auf, die den wirtschaftlichen Gehalt der zugrundeliegenden Ereignisse und Umstände des jeweiligen Unternehmens am besten widerspiegelt (funktionale Währung).

Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die funktionale Währung und die Berichtswährung der Unternehmensgruppe darstellt.

b) Transaktionen und Salden

Fremdwährungstransaktionen werden mit dem Wechselkurs zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Aufwendungen und Erträge, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Umrechnungsdifferenzen bei monetären Posten, deren Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet werden, sind als Teil des Gewinns bzw. Verlustes aus der Fair-Value-Bewertung auszuweisen. Demgegenüber sind Umrechnungsdifferenzen bei nicht-monetären Posten, deren Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts im Eigenkapital berücksichtigt werden, in der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital erfasst.

c) Konzernunternehmen

Die Ergebnisse und Bilanzposten aller Konzernunternehmen, die eine von der Konzernberichtswährung abweichende Währung haben, werden wie folgt in die Berichtswährung umgerechnet:

Vermögenswerte und Schulden werden für jeden Bilanzstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet,

Erträge und Aufwendungen werden für jede Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs umgerechnet, und

alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden als eigener Posten im Eigenkapital erfasst (Unterschied

Geschäfts- oder Firmenwerte und Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts, die bei Erwerb eines ausländischen Unternehmens entstanden sind, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Unternehmens behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet.

Wenn ein ausländischer Geschäftsbetrieb veräußert wird, werden bislang erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Währungsdifferenzen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil des Veräußerungsgewinns oder -verlustes erfasst.

d) Hyperinflation

Wegen der aktuellen Inflationsentwicklung in Argentinien und in der Türkei müssen die dort ansässigen Tochterunternehmen des B. Braun-Konzerns mit funktionaler Währung in Argentinischen Peso bzw. Türkischen Lira den Rechnungslegungsstandard IAS 29 - Rechnungslegung in Hochinflationsländern anwenden. Im Rahmen der Erstanwendung müssen die Buchwerte der nicht monetären Vermögenswerte und Schulden mit einem allgemeinen Preisindex im Eigenkapital erfasst werden. Die Anwendung erfolgt retrospektiv, so als ob die Länder schon immer hochinflationär gewesen wären. Der Schuldnergewinn oder Gläubigerverlust, der sich aus der Anpassung der nicht monetären Vermögenswerte und Schulden sowie des Eigenkapitals an den Preisindex ergibt, wird als sonstiger betrieblicher Ertrag oder Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Nach Anpassung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung an die Hyperinflation erfolgt die Umrechnung in die Berichtswährung zum Stichtagskurs.

In Argentinien wurde für die Ermittlung ein allgemeiner Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes "indec" (Instituto Nacional de Estadística y Censos) herangezogen, der am 31. Dezember 2022 bei 1.134,32 (Vorjahr: 582,46) lag. Auch für die Türkei wurde ein allgemeiner Verbraucherpreisindex des "Turkish Statistical Institute" verwendet, der am 31. Dezember 2022 1.128,45 (Vorjahr: 686,95) betrug.

Die folgende Übersicht zeigt die Anpassung des Vorjahres der argentinischen Tochtergesellschaft in den Sachanlagen:

Anschaffungs- oder Herstellungskosten Anpassung des Geschäftsjahres 2021 an Hyperinflation Grundstücke und Gebäude
in Tsd. Euro
Technische Anlagen und Maschinen
in Tsd. Euro
Andere Anlagen Betriebs- u. Geschäftsausstattung
in Tsd. Euro
Gesamt
in Tsd. Euro
Erhöhung der Sachanlagen 10.230 8.261 1.156 19.647
Abschreibung gem. IAS 29 3.366 2.719 380 6.465
Anpassungsbetrag per 31.12.2021 6.864 5.542 776 13.182

Zusätzlich wurde auch das Eigenkapital um 13,2 Mio. Euro erhöht. Dabei wurde der Gläubigerverlust erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen berücksichtigt, da der Betrag unwesentlich ist.

VERGLEICH AUSGEWÄHLTER WÄHRUNGEN

Mittelkurs am Bilanzstichtag Jahresdurchschnittskurs
ISO-Code 31.12.2022 31.12.2021 + -
in Prozent
2022 2021 + -
in Prozent
1 EUR = USD 1,068 1,132 -5,7 1,054 1,184 -10,9
1 EUR = GBP 0,887 0,840 5,6 0,853 0,860 -0,9
1 EUR = CHF 0,985 1,033 -4,7 1,005 1,081 -7,0
1 EUR = MYR 4,703 4,716 -0,3 4,630 4,902 -5,6
1 EUR = JPY 140,680 130,320 7,9 138,058 129,856 6,3

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden auf Basis eines fünfstufigen Rahmenmodells erfasst, in der für die übernommenen Leistungsverpflichtungen, also die Übertragung von Waren bzw. die Erbringung von Dienstleistungen, Gegenleistungen erwartet werden. Dieses umfasst

Identifizierung des Vertrags mit einem Kunden,

Identifizierung der eigenständigen Leistungsverpflichtungen in dem Vertrag,

Bestimmung des Transaktionspreises,

Verteilung des Transaktionspreises auf die Leistungsverpflichtungen des Vertrags,

Erlöserfassung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtungen durch den Konzern.

Die Anwendung dieses Modells hängt von den jeweiligen Umständen im Vertrag mit einem Kunden ab und erfordert Ermessensentscheidungen. Der Transaktionspreis ist die Gegenleistung, die der Konzern erwartungsgemäß vom Kunden für die Übertragung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen erhalten wird. In Fällen, in denen ein Vertrag Elemente mit variabler Gegenleistung enthält (z.B. aus Nachlässen, Rabatten, Skonti, Boni, Rückerstattungen), wird der Betrag der variablen Gegenleistung, den der Konzern im Rahmen des Vertrags erwartungsgemäß erhalten wird, geschätzt. Variable Beträge sind nur in dem Umfang im Transaktionspreis enthalten, für den es als hochwahrscheinlich anzusehen ist, dass der nachfolgende Wegfall der Unsicherheit in Bezug auf die Höhe dieser variablen Beträge nicht zu einer wesentlichen Anpassung der Umsatzerlöse führen wird. Wenn ein Vertrag mehrere Leistungsverpflichtungen umfasst, wird der Transaktionspreis auf die Leistungsverpflichtungen des Vertrags auf Basis der Einzelveräußerungspreise verteilt. Gewährte Preisnachlässe werden ebenfalls auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise verteilt. Wenn der Vertrag eine bedeutende Finanzierungsvereinbarung beinhaltet, wird der Transaktionspreis um den Zeitwert des Geldes angepasst, es sei denn, der Zeitraum zwischen Leistungserbringung und Zahlung durch den Kunden beträgt wahrscheinlich weniger als 12 Monate. Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Verfügungsmacht, d.h. die Möglichkeit den Nutzen aus der erbrachten Leistung zu ziehen und den weiteren Gebrauch zu bestimmen, übergeht. Dies kann entweder zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum hinweg erfolgen. Umsatzerlöse werden über einen Zeitraum hinweg erfasst, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

Mit Erfüllung durch das Unternehmen erhält der Kunde den Nutzen aus der erbrachten Leistung und verbraucht ihn gleichzeitig.

Mit seiner Leistung erzeugt oder verbessert das Unternehmen einen Vermögenswert, über den der Kunde die Verfügungsmacht während der Erzeugung oder Verbesserung besitzt.

Mit seiner Leistung erzeugt das Unternehmen einen Vermögenswert, der vom Unternehmen nicht anderweitig genutzt werden kann; dabei hat das Unternehmen einen Zahlungsanspruch für die bisher erbrachten Leistungen und kann zudem erwarten, dass der Vertrag wie vereinbart erfüllt wird.

Wenn die Leistungsverpflichtung nicht über einen Zeitraum hinweg erfüllt wird, wird sie zu einem Zeitpunkt erfüllt. Anhand folgender Faktoren wird der Zeitpunkt, zu dem die Verfügungsmacht übergeht, bestimmt:

Der Konzern besitzt gegenwärtig das Recht auf Bezahlung des Vermögenswerts;

der Kunde hat das rechtliche Eigentum an dem Vermögenswert;

das Unternehmen hat den Vermögenswert physisch (d.h. den Besitz) übertragen;

die wesentlichen Chancen und Risiken aus dem Besitz des Vermögenswerts liegen beim Kunden; und

der Kunde hat den Vermögenswert abgenommen.

Immaterielle Vermögenswerte

a) Geschäfts- oder Firmenwerte

Der Geschäfts- oder Firmenwert stellt den Überschuss des bei Unternehmenserwerben gezahlten Kaufpreises über die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt dar. Ein durch Unternehmenserwerb entstandener Geschäfts- oder Firmenwert wird den immateriellen Vermögenswerten zugeordnet. Ein Geschäfts- oder Firmenwert, der aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens resultiert, ist im Buchwert der Beteiligung an assoziierten Unternehmen enthalten. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (impairment test) unterzogen und mit seinen ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet. Die außerplanmäßigen Abschreibungen aktivierter Geschäfts- oder Firmenwerte werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Wertaufholungen sind unzulässig. Gewinne und Verluste aus der Veräußerung eines Unternehmens umfassen den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts, der dem abgehenden Unternehmen zugeordnet ist.

b) Entwicklungskosten

Der B. Braun-Konzern investiert einen beträchtlichen Anteil seiner finanziellen Mittel in Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Neben internen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten unterhält der Konzern zahlreiche Kooperationen mit Dritten.

Entwicklungsaufwendungen werden als Kosten im Zusammenhang mit der Anwendung von Forschungsergebnissen oder Fachkenntnissen für die Produktionsplanung und den Produktionsverfahren vor Beginn der Produktion oder der Nutzung definiert. Entwicklungsaufwendungen werden als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn es als wahrscheinlich betrachtet wird, dass das Projekt kommerziell erfolgreich sein wird und technisch durchführbar ist und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Sonstige Entwicklungskosten, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden als Aufwand erfasst, wenn sie anfallen. Entwicklungskosten, die zuvor als Aufwand erfasst wurden, werden in nachfolgenden Geschäftsjahren nicht als Vermögenswerte aktiviert. Aktivierte Entwicklungskosten werden als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen. Bezüglich der Nutzungsdauer, der Abschreibungsmethode sowie der Überprüfung der Restbuchwerte verweisen wir auf den Abschnitt c.

c) Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte, aus denen dem Konzern wahrscheinlich ein zukünftiger Nutzen zufließt und die verlässlich bewertet werden können, mit ihren Herstellungskosten aktiviert. Die Herstellungskosten umfassen dabei alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden innerhalb von vier bis acht Jahren planmäßig linear abgeschrieben. In begründeten Ausnahmefällen wird von der leistungsorientierten Abschreibungsmethode Gebrauch gemacht.

Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und ggf. angepasst.

Immaterielle Vermögenswerte werden zum Bilanzstichtag außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswerts unter den Buchwert gesunken ist.

Die Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte werden den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Zuschreibungen bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Sofern vorhanden, werden immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Abgesehen von Geschäfts- oder Firmenwerten hatte der Konzern in den dargestellten Berichtsperioden keine wesentlichen immateriellen Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer.

Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen daraufhin geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Liegen solche vor, wird ein Werthaltigkeitstest (impairment test) durchgeführt, bei dem der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt und dem entsprechenden Buchwert gegenübergestellt wird. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert (Barwert der erwarteten Free Cashflows). Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die CGU (Cash Generating Unit) bestimmt, die unabhängige Cashflows generiert und der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann. Liegt der erzielbare Betrag unterhalb des Buchwerts, erfolgt eine ergebniswirksame Wertminderung des Vermögenswerts. Eine ergebniswirksame Wertaufholung bis maximal zur Höhe des erzielbaren Betrags wird vorgenommen, wenn sich nach einer erfolgten Wertminderung zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag ergibt. Dabei ist die Wertaufholung auf den fortgeführten Buchwert begrenzt, der sich ohne die vorherige Wertminderung ergeben hätte.

Sachanlagen

Materielle Vermögenswerte, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Die planmäßige Abschreibung der Sachanlagen erfolgt anhand der linearen Abschreibungsmethode, bei der die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die geschätzte Nutzungsdauer verteilt werden, bis der Restwert erreicht ist. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den erwarteten Nutzungsdauern im Konzern.

Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude 25 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen * 5 bis 20 Jahre
Fahrzeuge 6 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 bis 20 Jahre

* 1- Schicht-Betrieb

Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. Nutzungsrechte an Grundstücken werden über die jeweilige Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

Nachträgliche Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten werden nur dann als Teil des Vermögenswertes oder als separater Vermögensgegenstand erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass daraus dem Konzern zukünftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig ermittelt werden können. Alle Reparaturen und Wartungen werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind.

Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und ggf. angepasst.

Sachanlagen werden zum Bilanzstichtag außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der "erzielbare Betrag" des Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Zuschreibungen bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Gewinne und Verluste aus Abgängen werden erfolgswirksam erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass die Zuwendung erfolgen wird und der Konzern die notwendigen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendungen erfüllt.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswertes aktiviert.

Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien werden zu Zwecken langfristiger Mieteinnahmen gehalten und vom Konzern nicht selbst genutzt. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen. Die Nutzungsdauer beträgt 25 bis 50 Jahre. Der beizulegende Zeitwert wird auf Grundlage von mehreren Vergleichsobjekten ermittelt.

Leasingverhältnisse

Vermögenswerte und Schulden aus Leasingverhältnissen werden beim Erstansatz zu Barwerten erfasst. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten den Barwert folgender Leasingzahlungen:

Feste Zahlungen einschließlich de facto fester Zahlungen, abzüglich etwaiger Leasinganreize

variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, anfänglich bewertet mit dem Index oder (Zins-)Satz zum Bereitstellungsdatum

erwartete Zahlungen aus der Inanspruchnahme aus Restwertgarantien

der Ausübungspreis Kaufoption, deren Ausübung als hinreichend sicher erachtet wird

Strafzahlungen im Zusammenhang mit der Kündigung eines Leasingverhältnisses, sofern die Ausübung der Kündigungsoption als hinreichend sicher erachtet wird

Leasingzahlungen aufgrund einer als hinreichend sicher erachteten Inanspruchnahme von Verlängerungsoptionen.

Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers abgezinst, da der dem Leasingverhältnis zugrundeliegende implizite Zinssatz i.d.R. nicht ohne weiteres bestimmbar ist. Der Grenzfremdkapitalzinssatz wird auf Basis von währungs- und laufzeitspezifischen Swapsätzen bestimmt und beinhaltet Margen- und Risikoaufschläge. Mögliche zukünftige Steigerungen variabler Leasingzahlungen, welche sich aus der Änderung eines Indexes oder (Zins-)Satzes ergeben können, werden bis zu deren Wirksamwerden nicht in der Leasingverbindlichkeit berücksichtigt. Sobald sich entsprechende Änderungen auf die Leasingzahlungen auswirken, werden die Leasingverbindlichkeit und das Nutzungsrecht angepasst. Leasingraten werden in Zins- und Tilgungszahlungen aufgeteilt. Der Zinsanteil wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst, so dass sich für jede Periode ein konstanter periodischer Zinssatz auf den Restbetrag der Verbindlichkeit ergibt. Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:

Der Betrag der Erstbewertung der Leasingverbindlichkeit

sämtliche vorab geleistete Leasingzahlungen abzüglich etwaig erhaltener Leasinganreize

alle dem Leasingnehmer entstandenen anfänglichen direkten Kosten und

geschätzte Kosten, die dem Leasingnehmer bei Demontage oder Beseitigung des zugrundeliegenden Vermögenswerts, bei der Wiederherstellung des Standorts, an dem sich dieser befindet, oder bei Rückversetzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts in den in mit dem Leasinggeber vereinbarten Zustand entstehen.

Nutzungsrechte werden linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer des Leasinggegenstands und Laufzeit der zugrundeliegenden Leasingvereinbarung abgeschrieben. Wenn die Ausübung einer Kaufoption als hinreichend sicher eingeschätzt wird, erfolgt die Abschreibung über die Nutzungsdauer des Leasinggegenstands.

Die Verträge können sowohl Leasing- als auch Nichtleasingkomponenten beinhalten. Bei Verträgen über Immobilien und Fahrzeugen ordnet der Konzern den Transaktionspreis diesen Komponenten auf Basis ihrer relativen Einzelveräußerungspreise zu. In allen anderen Fällen macht der Konzern von dem Wahlrecht Gebrauch, keine Aufteilung zwischen Leasing- und Nichtleasingkomponente durchzuführen und stattdessen den Vertrag im Ganzen als Leasingvertrag zu behandeln. Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse von bis zu 12 Monaten und Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert von bis zu USD 5.000 werden als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dies gilt ebenso für variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind.

Bei Leasingverhältnissen, in denen der Konzern Leasinggeber ist, wird unterschieden zwischen

Finanzierungsleasingverhältnissen, wenn im Wesentlichen alle mit dem Eigentum am zugrundeliegenden Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden, und

Operating-Leasingverhältnissen, wenn im Wesentlichen nicht alle mit dem Eigentum am zugrundeliegenden Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden.

Für eine Finanzierungsleasingvereinbarung weist der Konzern anfangs eine Forderung in Höhe der Nettoinvestition in die Leasingvereinbarung aus, welche dem Barwert der Leasingraten sowie des nicht garantierten Restwerts entspricht. Die Nettoinvestition wird nach dem der Leasingvereinbarung zugrundeliegenden Zinssatz abgezinst. Ein Finanzertrag wird nach dem Muster einer konstanten periodischen Verzinsung der Nettoinvestition in die Leasingvereinbarung über die Mietdauer ausgewiesen.

In einer Operating-Leasingvereinbarung wird der dem Leasingverhältnis zugrundeliegende Vermögenswert über seine gewöhnliche wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Leasingraten werden als lineare Erträge oder nach einer anderen systematischen Grundlage ausgewiesen, wenn diese eher auf das Muster zutreffen, nach welchem der Nutzen aus der Verwendung des zugrundeliegenden Vermögensgegenstandes reduziert wird.

Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und sonstige Finanzanlagen

Anteile an at-Equity-bilanzierten Beteiligungen werden zunächst mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit dem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, die Ausschüttungen und alle weiteren Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht gesondert ausgewiesen, sondern sind im Wertansatz der Beteiligung enthalten. Eine planmäßige Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte findet nicht statt. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen werden außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet. Bei börsennotierten Anteilen erfolgt eine Überprüfung der Werthaltigkeit, wenn ein langfristiger und signifikanter Rückgang des Börsenwertes unter die durchschnittlichen Anschaffungskosten vorliegt.

Kategorien finanzieller Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte werden in die folgenden beiden Klassifizierungskategorien eingeteilt:

zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und

zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte.

Wenn finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, so können Aufwendungen und Erträge entweder vollständig im Periodenergebnis (at fair value through profit or loss) oder im sonstigen Ergebnis (at fair value through other comprehensive income) mit oder ohne nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente werden dagegen erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis klassifiziert, da sie als strategische Langzeitinvestitionen nicht mit der Absicht kurzfristiger Ertragsrealisierung gehalten werden.

Die Klassifizierung wird festgelegt, wenn der finanzielle Vermögenswert erstmalig angesetzt wird, wenn also der B. Braun-Konzern Gegenpartei der vertraglichen Vereinbarungen des Instruments wird.

Ein Schuldinstrument, das die folgenden zwei Bedingungen erfüllt, wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet:

Geschäftsmodellbedingung: Die Zielsetzung des Geschäftsmodells des B. Braun-Konzerns liegt darin, die finanziellen Vermögenswerte zu halten, um so die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen.

Zahlungsstrombedingung: Die vertraglichen Bedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die einzig Rückzahlungen von Teilen des Nominalwerts und der Zinsen auf die noch nicht zurückgezahlten Teile des Nominalwerts sind.

Ein Schuldinstrument, das die folgenden zwei Bedingungen erfüllt, wird zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis und nachträglicher Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet:

Geschäftsmodellbedingung: Die Zielsetzung des Geschäftsmodells des B. Braun-Konzerns wird dadurch erreicht, dass sowohl die vertraglichen Zahlungsströme finanzieller Vermögenswerte vereinnahmt als auch finanzielle Vermögenswerte veräußert werden.

Zahlungsstrombedingung: Die vertraglichen Bedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die einzig Rückzahlungen von Teilen des Nominalwerts und der Zinsen auf die noch nicht zurückgezahlten Teile des Nominalwerts sind.

Alle anderen Schuldinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im Periodenergebnis bewertet (at fair value through profit or loss).

Alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Wertveränderungen werden im Periodenergebnis erfasst. Wenn ein Eigenkapitalinstrument nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann der B. Braun-Konzern beim erstmaligen Ansatz die unwiderrufliche Entscheidung treffen, dieses zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis zu bewerten. Eine nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung ist in diesem Falle ausgeschlossen.

Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermögenswerten übertragen worden oder ausgelaufen sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Wertminderungen von gehaltenen Schuldinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, beruhen auf der Prämisse, erwartete Verluste abzubilden. Diese werden mit einem Betrag in folgender Höhe erfasst:

dem "erwarteten 12-Monats-Verlust" (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem Abschlussstichtag resultieren); oder

den gesamten über die Restlaufzeit des Instruments erwarteten Verlust (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle infolge aller möglichen Ausfallereignisse über die Restlaufzeit des Finanzinstruments).

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit und ohne signifikante Finanzierungskomponente, Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen wird der Wertminderungsbedarf stets auf Basis der über die gesamte Laufzeit erwarteten Verluste ermittelt. Für alle anderen Instrumente werden die Wertminderungen nur dann auf Basis der über die gesamte Laufzeit erwarteten Verluste ermittelt, wenn sich das Kreditrisiko seit erstmaligem Ansatz wesentlich erhöht hat. Die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, beruht auf einem Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeit seit Zugang.

Andernfalls werden die Wertminderungen lediglich auf Basis der erwarteten Verluste ermittelt, die aus einem innerhalb von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag auftretenden Verlustereignis resultieren würden. In diesem Fall werden also Verlustereignisse nicht berücksichtigt, die später als 12 Monate nach dem Abschlussstichtag auftreten können.

Ein finanzieller Vermögenswert weist objektive Hinweise auf Wertminderung auf, wenn ein oder mehrere Ereignisse stattgefunden haben, die eine signifikante Auswirkung auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswerts aufzeigen. Dazu gehören beobachtbare Daten, welche über die folgenden Ereignisse bekannt geworden sind:

Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder des Schuldners;

ein Vertragsbruch wie beispielsweise ein Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen;

Zugeständnisse, die der Kreditgeber dem Kreditnehmer aus wirtschaftlichen oder vertraglichen Gründen im Zusammenhang mit finanziellen Schwierigkeiten des Kreditnehmers macht, ansonsten aber nicht gewähren würde;

eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht;

das durch finanzielle Schwierigkeiten bedingte Verschwinden eines aktiven Markts für diesen finanziellen Vermögenswert;

der Erwerb oder die Ausgabe eines finanziellen Vermögenswerts mit einem hohen Disagio, das die angefallenen Kreditausfälle widerspiegelt.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird eine Wertberichtigungstabelle zugrunde gelegt, welche die erwarteten Verluste über die Restlaufzeit als pauschalen Prozentsatz in Abhängigkeit von der Dauer der Überfälligkeit bestimmt. Zukunftsorientierte makroökonomische Informationen bleiben dabei unberücksichtigt, da diese aus Sicht des Konzerns keine wesentlichen Auswirkungen auf die erwarteten Verluste über die Restlaufzeit haben.

Die Ausbuchung uneinbringlicher Forderungen erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern Kenntnis von der Uneinbringlichkeit der Forderung erhält.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden

Bei den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten handelt es sich um Vermögenswerte, die in ihrem gegenwärtigen Zustand veräußert werden können und deren Veräußerung sehr wahrscheinlich ist.

Die Veräußerung wird innerhalb von einem Jahr ab Zeitpunkt der Klassifizierung erwartet. Schulden, die zusammen mit Vermögenswerten in einer Transaktion veräußert werden sollen, werden ebenfalls gesondert ausgewiesen. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, sondern mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, sofern dieser niedriger ist als der Buchwert. Ergebnisse aus der Bewertung von zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden bis zur endgültigen Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen. Ergebnisse aus der Bewertung von zur Veräußerung bestimmten Geschäftsbereichen werden als Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen ausgewiesen.

Vorräte

Unter den Vorräten sind gemäß IAS 2 (Inventories) diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse und Waren), die sich in der Herstellung für den Verkauf befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die im Rahmen der Herstellung oder Erbringung von Dienstleistungen verbraucht werden sollen (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Die Bewertung der Vorräte erfolgt auf Basis der Durchschnittsmethode zum niedrigeren Wert aus ermittelten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und ihrem Nettoveräußerungswert, d.h. dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Fertigstellungs- und Vertriebskosten. Im Zusammenhang damit ist auch den Risiken, die sich insbesondere aus der Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit usw. ergeben, durch Abwertungen Rechnung getragen.

Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Darüber hinaus werden die anteiligen Kosten für die betriebliche Altersversorgung und für freiwillige soziale Leistungen des Unternehmens einbezogen. Kosten der Verwaltung werden berücksichtigt, soweit sie auf den Herstellungsbereich entfallen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) unter Berücksichtigung zukünftiger Entgelt- und Rentenanpassungen und Fluktuation durch unseren versicherungsmathematischen Gutachter ermittelt. Die Neubewertungen der Nettoschulden werden in der Periode ihres Auftretens erfolgsneutral erfasst.

Die Nettozinsen auf die Nettoschulden werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Ein Überschuss des Planvermögens gegenüber den Pensionsverpflichtungen wird höchstens in der Höhe als Aktivposten angesetzt, als er dem Barwert des wirtschaftlichen Nutzens entspricht.

Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden angesetzt, wenn dem Konzern aus Ereignissen der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung entstanden ist, zur Erfüllung der Verpflichtung der Abfluss von Ressourcen wahrscheinlich ist und eine verlässliche Schätzung der Höhe möglich ist. Wenn eine Anzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht, wird die Vermögensbelastung auf Basis des wahrscheinlichsten Wertes für den Konzern passiviert.

Für belastende Verträge werden Rückstellungen angesetzt, wenn der erwartete Nutzen aus dem vertraglichen Anspruch geringer als die erwarteten Kosten zur Erfüllung der Verpflichtung ist. Vor der Bildung einer entsprechenden Rückstellung wird die Wertminderung eines im Zusammenhang stehenden Vermögenswertes geprüft.

Bei der Bemessung von Rückstellungen, die erst nach einem Jahr fällig werden, wird der entsprechende Barwert durch Abzinsung ermittelt.

Rückstellungen werden gegen den Aufwandsposten aufgelöst, gegen den die Rückstellung gebildet worden ist. Sofern Zuführungen zu Rückstellungen unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden, wird deren Auflösung unter dem entsprechenden Posten in den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.

Finanzschulden

Finanzschulden werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert, nach Abzug von Transaktionskosten, angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; jede Differenz zwischen dem Auszahlungsbetrag (nach Abzug der Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Schuld unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten erfasst, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Begleichung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben.

Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Schulden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert, nach Abzug von Transaktionskosten, erfasst.

Kurzfristige Schulden haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Langfristige Schulden, die nicht das Grundgeschäft in einem bilanziell zulässigen Sicherungszusammenhang darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Rechnungsabgrenzungsposten werden unter den übrigen Verbindlichkeiten passiviert.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden zum Handelstag angesetzt. Sie werden im Rahmen der Zugangsbewertung zu ihrem beizulegenden Zeitwert, der ihnen am Tag des Vertragsabschlusses beizumessen ist, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls zum am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden beizulegenden Zeitwert. Die Methode zur Erfassung von Gewinnen und Verlusten ist davon abhängig, ob das derivative Finanzinstrument als Sicherungsinstrument designiert wurde und, falls ja, von der Art des abgesicherten Postens. Die beizulegenden Zeitwerte der verschiedenen derivativen Finanzinstrumente, die zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, sind in den sonstigen Vermögenswerten/sonstigen Schulden enthalten. Bewegungen der Bewertungsrücklage für Cashflow Hedges werden in der Entwicklung des Konzerneigenkapitals dargestellt. Derivative Finanzinstrumente und als Sicherungsinstrumente designierte derivative Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, werden als kurzfristige Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten ausgewiesen, sofern die Restlaufzeit zwölf Monate nicht übersteigt. Anderenfalls erfolgt ein Ausweis als langfristige Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten.

Wenn ein Sicherungsgeschäft, das im Rahmen eines Cashflow Hedges designiert wurde, ausläuft, veräußert wird, die Designation bewusst aufgelöst wird oder nicht mehr die Kriterien zur Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllt, verbleibt der bis dahin im Eigenkapital kumulierte Gewinn oder Verlust im Eigenkapital und wird erst dann erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die ursprünglich gesicherte, zukünftige Transaktion erfolgswirksam wird. Wird der Eintritt der zukünftigen Transaktion nicht länger erwartet, sind die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne oder Verluste sofort in die Gewinn- und Verlustrechnung umzubuchen.

Für weitere Erläuterungen zu den derivativen Finanzinstrumenten im Rahmen des Risikomanagements wird auf Textziffer 32 verwiesen.

Latente Steuerposten

Latente Steuern werden unter Verwendung der Verbindlichkeitsmethode für alle temporären Differenzen zwischen der Steuerbasis der Vermögenswerte/Verbindlichkeiten und ihren Buchwerten im Konzernabschluss angesetzt, es sei denn, die latente Steuer entsteht aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das bilanzielle noch das steuerliche Periodenergebnis beeinflusst. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuererstattungsansprüche bzw. der Begleichung der latenten Steuerschulden erwartet wird.

Latente Steuererstattungsansprüche resultieren vor allem aus zeitlich abweichenden Wertansätzen zwischen der Handelsbilanz nach IFRS und der Steuerbilanz der einzelnen Gesellschaften sowie aus Konsolidierungsvorgängen. Latente Steuererstattungsansprüche auf Verlustvorträge und aus Steuergutschriften werden angesetzt, soweit es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, gegen das die Verlustvorträge verrechnet werden können.

Latente Steuerschulden, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Darüber hinaus wird auf Textziffer 10 "Ertragsteuern" verwiesen.

ERLÄUTERUNGEN DER KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG

1 Umsatzerlöse

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Umsatzentwicklung nach Sparten, Regionen und Erlösarten:

Umsatzerlöse nach Sparten 2022 2021 + -
in Tsd. Euro Prozent in Tsd. Euro Prozent in Prozent
Hospital Care 4.541.612 53,4 4.125.122 52,5 10,1
Aesculap 2.056.405 24,2 1.869.123 23,8 10,0
Avitum 1.861.929 21,9 1.830.443 23,3 1,7
Sonstige Umsatzerlöse 39.963 0,5 35.177 0,4 13,6
8.499.909 100,0 7.859.865 100,0 8,1
Umsatzerlöse nach Regionen 2022 2021 + -
in Tsd. Euro Prozent in Tsd. Euro Prozent in Prozent
Deutschland 1.289.039 15,2 1.362.188 17,3 -5,4
Europa (ohne Deutschland) 2.783.646 32,7 2.564.354 32,6 8,6
Nordamerika 2.267.978 26,7 1.952.200 24,8 16,2
Asien-Pazifik 1.407.374 16,6 1.345.514 17,2 4,6
Lateinamerika 478.082 5,6 409.694 5,2 16,7
Afrika und Naher Osten 273.790 3,2 225.915 2,9 21,2
8.499.909 100,0 7.859.865 100,0 8,1
Umsatzerlöse nach Erlösarten 2022 2021 + -
in Tsd. Euro Prozent in Tsd. Euro Prozent in Prozent
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren 7.342.118 86,4 6.808.908 86,6 7,8
Umsatzerlöse mit Dienstleistungen 1.157.791 13,6 1.050.957 13,4 10,2
8.499.909 100,0 7.859.865 100,0 8,1

Auf noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen entfällt ein Betrag in Höhe von 255,4 Mio. Euro (Vorjahr: 263,0 Mio. Euro). Es wird erwartet, dass dieser Betrag innerhalb von fünf Jahren in den Umsatzerlösen erfasst werden kann.

2 Umsatzkosten

Die Kosten der umgesetzten Leistungen umfassen die Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse und die Anschaffungskosten der verkauften Handelswaren. Die Herstellungskosten beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie Material-, Personal- und Energiekosten auch die herstellungsbezogenen Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf Produktionsanlagen. In den Umsatzkosten sind Abwertungen auf Vorräte enthalten.

3 Vertriebs- und Verwaltungskosten

Die Vertriebskosten enthalten die Kosten für Marketing, Vertriebsorganisation sowie Vertriebslogistik. Des Weiteren werden hier auch die Kosten der anwendungstechnischen Beratung bei Kunden ausgewiesen. Allgemeine Verwaltungskosten umfassen die Verwaltungsaufwendungen, die weder einen Produktionsbezug haben noch Vertriebskosten darstellen.

4 Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Kosten für Forschung und Entwicklung enthalten die Kosten der Forschung sowie der Produkt- und Verfahrensentwicklung inklusive der Aufwendungen für Fremdleistungen sowie die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten. Aufwendungen für Forschung werden sofort als Aufwand erfasst.

Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die speziellen Aktivierungsvoraussetzungen nach IAS 38 kumulativ erfüllt sind.

5 Sonstige betriebliche Erträge

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Währungserträge 462.131 236.058
Nebenerlöse 36.797 26.830
Derivative Finanzinstrumente 20.351 6.937
Periodenfremde Erträge 5.715 9.609
Erträge aus Werterhöhungen von kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten 3.179 3.165
Gewinne aus dem Abgang von Vermögenswerten 2.564 6.879
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 10.655 6.620
Übrige 32.929 52.057
574.321 348.155

Die Währungserträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Kursveränderungen zwischen Entstehungszeitpunkt und Zahlungszeitpunkt aus Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Währungserträge aus der Bewertung zum Stichtagskurs.

Die Nebenerlöse enthalten insbesondere Kostenerstattungen von Dritten sowie Erlöse aus Kantinenverkäufen.

Unter der Position derivative Finanzinstrumente werden die Änderungen der Zeitwerte von nicht für Hedge Accounting designierte Devisentermingeschäfte erfasst.

Die übrigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Schadensersatzleistungen sowie ertragsbezogene und sonstige Zuwendungen der öffentlichen Hand. Ertragsbezogene Zuwendungen werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Kosten, für deren Kompensation sie gewährt wurden, anfallen. Sie betragen 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 3,1 Mio. Euro). Im Geschäftsjahr wurden Zuwendungen in Höhe von 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro) ergebniswirksam realisiert. Im Vergleich zu letztem Jahr wurden keine Zuwendungen als Ausgleichzahlungen im Zusammenhang mit der Coronapandemie gewährt.

Die sonstigen übrigen Erträge umfassen eine Vielzahl von Erträgen, deren Wertansätze im Einzelnen nur von untergeordneter Bedeutung sind.

6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Währungsaufwendungen 504.816 239.734
Verluste aus Wertminderungen von kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten 17.037 7.787
Rückstellungszuführungen 15.292 9.177
Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten 7.190 10.101
Periodenfremde Aufwendungen 4.688 6.172
Derivative Finanzinstrumente 6.484 15.503
Übrige 110.022 66.389
665.529 354.863

Die Währungsaufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen aus Kursveränderungen zwischen Entstehungszeitpunkt und Zahlungszeitpunkt aus Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Währungsaufwendungen aus der Bewertung zum Stichtagskurs.

Die Verluste aus Wertminderungen von kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten beinhalten Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die Position "Rückstellungszuführungen" beinhaltet im Wesentlichen die Bildung einer Rückstellung für eine Zusatzbesteuerung von Medizintechnikumsätzen in Italien in Höhe von 5,0 Mio. Euro.

Unter der Position derivative Finanzinstrumente werden die Änderungen der Zeitwerte von nicht für Hedge Accounting designierte Devisentermingeschäfte erfasst.

In der Position "Übrige" sind im Wesentlichen Aufwendungen für Genussrechte, der ermittelte Gläubigerverlust aufgrund der Anwendung der Rechnungslegungsvorschriften für Hyperinflation in der Türkei und Argentinien in Höhe von 7,4 Mio. Euro sowie der Verlust aus der Entkonsolidierung von Avitum in Kolumbien in Höhe von 5,8 Mio. Euro enthalten. Daneben umfassen die übrigen Aufwendungen eine Vielzahl von Aufwendungen mit Wertansätzen von im Einzelfall nur untergeordneter Bedeutung.

7 Ergebnis aus at Equity bewerteten Finanzanlagen

Das Ergebnis aus at Equity bewerteten Finanzanlagen setzt sich im Einzelnen wie folgt zusammen:

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Erträge aus at Equity bewerteten Finanzanlagen 7.688 9.542
Aufwendungen aus at Equity bewerteten Finanzanlagen -2.420 -1.455
5.268 8.087

8 Finanzergebnis - netto

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Zinsen und ähnliche Erträge 8.055 6.202
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -52.229 -47.865
davon an verbundene Unternehmen (0) (0)
Zinsaufwand für Pensionsrückstellungen abzüglich erwarteter Erträge aus Planvermögen -25.113 -21.382
-69.287 -63.045
davon aus im sonstigen Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten:
Zinsertrag aus Abzinsung (1.212) (1.139)
Zinsaufwand aus Aufzinsung (210) (160)

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten im Wesentlichen den Zinsaufwand aus Finanzschulden. Im Übrigen werden hier Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

9 Sonstiges Finanzergebnis

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Beteiligungsergebnis (ohne Ergebnis aus at Equity bewerteten Finanzanlagen) 14.140 13.979
Übriges Finanzergebnis -5.671 -938
8.469 13.041

10 Ertragsteuern

Als Ertragsteuern werden im Inland die Körperschaftsteuer und die Gewerbeertragsteuer sowie im Ausland vergleichbare ertragsabhängige Steuern ausgewiesen. Sie werden nach den für die einzelnen Unternehmen maßgeblichen Steuervorschriften ermittelt.

Die latenten Steuern resultieren aus zeitlich abweichenden Wertansätzen zwischen den Steuerbilanzen der Gesellschaften und den Wertansätzen in der Konzernbilanz. Die Ermittlung erfolgt nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode und beruht auf der Anwendung der in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt erwarteten zukünftigen Steuersätze. Diese basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen gesetzlichen Regelungen. Latente Steuererstattungsansprüche werden saldiert, wenn ein Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steueransprüche und -schulden besteht und sie gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen. Der Ertragsteueraufwand einschließlich der latenten Steuern setzt sich wie folgt zusammen:

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Tatsächliche Ertragsteuern 85.267 129.854
Latente Steuern aus temporären Differenzen -13.177 -24.397
Latente Steuern aus Verlustvorträgen und Steuergutschriften ("Tax Credits") -36.021 4.272
36.069 109.729

Auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzpositionen entfallen die folgenden bilanzierten aktiven latenten Steuererstattungsansprüche und passiven latenten Steuerschulden:

31.12.2022 31.12.2021
aktiv
in Tsd. Euro
passiv
in Tsd. Euro
aktiv
in Tsd. Euro
passiv
in Tsd. Euro
Immaterielle Vermögenswerte 18.238 40.824 7.604 54.501
Sachanlagen 17.991 286.861 6.858 227.837
Finanzanlagen 6.209 7.627 3.865 5.403
Vorräte 122.679 13.949 91.589 9.797
Forderungen 18.559 9.448 16.223 8.123
Pensionsrückstellungen 107.657 657 286.402 893
Übrige Rückstellungen 26.275 3.673 30.955 2.367
Verbindlichkeiten 61.030 7.822 54.599 3.266
Sonstige Posten 522 1.520 657 1.397
379.159 372.379 498.752 313.584
davon langfristig (172.633) (344.736) (329.430) (295.432)
Saldierung -194.178 -194.178 -197.333 -197.333
184.981 178.201 301.419 116.251
Wertberichtigungen auf latente Steuererstattungsansprüche aus temporären Differenzen 132 - 599 -
Latente Steuern auf Steuergutschriften 60.810 - 44.461 -
Verlustvorträge (netto, nach Wertberichtigungen) 28.878 - 17.519 -
274.802 178.201 363.998 116.251

Es liegen keine temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen sowie aus Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen vor, für die gemäß IAS 12.39 keine latenten Steuerschulden bilanziert wurden.

Die bestehenden nicht bilanzierten Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
innerhalb von einem Jahr 1.701 2.463
innerhalb von zwei Jahren 3.165 1.290
innerhalb von drei Jahren 269 2.654
innerhalb von vier Jahren 269 323
innerhalb von fünf Jahren oder später 75.001 61.523
80.405 68.253
unbegrenzt vortragsfähig 176.664 159.831
257.069 228.084

Der Betrag der nicht bilanzierten Steuergutschriften beträgt 15,4 Mio. Euro (Vorjahr: 19,9 Mio. Euro). Bei latenten Steueransprüchen in Höhe von 20,7 Mio. Euro (Vorjahr: 18,0 Mio. Euro) ist die Realisierung von zukünftigen zu versteuernden Ergebnissen abhängig, die höher als die Ergebniseffekte aus der Umkehr zu versteuernder temporärer Differenzen sind. Der Ansatz dieser Ansprüche ist trotz zuletzt erlittener Verluste begründet, da entsprechende Erwartungsrechnungen vorliegen, die eine Realisierung erwarten lassen.

Es wurden latente Steuern in Höhe von 22,4 Mio. Euro (Vorjahr: 210,0 Mio. Euro) direkt im Eigenkapital erfasst. Im Wesentlichen entfallen davon auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste im Rahmen der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen 23,4 Mio. Euro (Vorjahr: 202,2 Mio. Euro), auf Marktwertveränderungen von Wertpapieren -4,9 Mio. Euro (Vorjahr: -4,2 Mio. Euro) und auf Marktwertveränderungen von als Cashflow Hedge designierten derivativen Finanzinstrumenten 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro).

Für die steuerliche Überleitungsrechnung wurde der von der B. Braun SE anzuwendende Steuersatz von 29,6 (Vorjahr: 29,3 Prozent) verwendet, da dieser für den Abschlussadressaten am geeignetsten ist, um die Beziehung zwischen dem Steueraufwand und dem bilanziellen Ergebnis vor Steuern zu erklären. Der sich bei Anwendung dieses Steuersatzes ergebende Steueraufwand lässt sich zum tatsächlichen Steueraufwand wie folgt überleiten:

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Steuersatz der B. Braun SE 29,6% 29,3%
Ergebnis vor Ertragsteuern 186.812 415.978
Erwartete Ertragsteuern bei Steuersatz des Mutterunternehmens -55.297 -121.882
Unterschiede aus abweichenden Steuersätzen 25.393 24.933
aufgrund von Steuersatzänderungen 1.979 -682
Steuerminderungen aufgrund von steuerfreien Erträgen 27.100 23.622
Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen -41.252 -22.308
Gewerbesteuerhinzurechnung/-kürzung sowie ähnliche ausländische Sachverhalte 287 1.885
Definitive Quellensteuern auf Gewinnausschüttungen -3.621 -2.731
Steuergutschriften ("Tax Credit") -5.231 -1.470
Steuerertrag/Steueraufwand, der frühere Perioden betrifft 2.099 -2.329
Veränderung von Wertberichtigungen auf latente Steuererstattungsansprüche 12.812 -4.476
Ergebnisse von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 941 2.005
Sonstige Steuereffekte -1.279 -6.296
Tatsächlicher Steueraufwand -36.069 -109.729
Effektiver Steuersatz 19,3% 26,4%

11 Ergebnisverwendung

Von dem Jahresüberschuss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG des Geschäftsjahres in Höhe von 150,7 Mio. Euro wurde ein Betrag von 32 Mio. Euro den Kapitalkonten der Gesellschafter gutgeschrieben.

12 Sonstige Angaben zur Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung

Materialaufwand

In den Umsatzkosten sind die folgenden Materialaufwendungen enthalten:

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Waren 3.847.436 3.503.443

Der in der Berichtsperiode in den Umsatzkosten erfasste Aufwand für die Wertberichtigung von Vorräten zur Berücksichtigung von Risiken, die sich insbesondere aus der Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, beträgt 64,9 Mio. Euro (Vorjahr: 57,5 Mio. Euro). Der Betrag der im Geschäftsjahr erfassten Wertaufholung (Erhöhung des Nettoveräußerungswerts) aufgrund des Wegfalls dieser Risiken beträgt 35,2 Mio. Euro (Vorjahr: 28,6 Mio. Euro).

Personalaufwand/Personalstruktur

In der Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Personalaufwendungen verrechnet:

Personalaufwand 2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Entgelte 2.675.119 2.480.985
Soziale Abgaben 400.265 377.595
Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 146.660 133.220
3.222.044 2.991.800
Mitarbeiter*innen nach Funktionen (Jahresdurchschnitt, einschl. Aushilfen)
Produktion 43.930 43.590
Marketing und Vertrieb 13.264 13.555
Forschung und Entwicklung 2.858 2.653
Technik und Verwaltung 6.132 6.222
66.184 66.020
davon Teilzeitbeschäftigte (6.467) (6.298)

Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen ergeben. Sie sind als Bestandteil des Zinsergebnisses ausgewiesen.

Der Jahresdurchschnitt der Mitarbeiter*innen wird unter Berücksichtigung des Zeitpunktes der Erst- bzw. Entkonsolidierung zeitanteilig berechnet. In der Gesamtzahl sind die Mitarbeiter*innen von Gemeinschaftsunternehmen entsprechend dem jeweiligen Beteiligungsanteil enthalten.

Auf die erstmalig konsolidierten Gesellschaften entfielen im Jahresdurchschnitt keine Mitarbeiter*innen, 2021 waren es 493 Mitarbeiter*innen.

13 Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Für die im Geschäftsjahr 2022 erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers wurden folgende Honorare weltweit als Aufwand erfasst:

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Abschlussprüfungen 5.411 5.412
davon PricewaterhouseCoopers GmbH, Deutschland (1.359) (1.299)
andere Bestätigungsleistungen 24 51
davon PricewaterhouseCoopers GmbH, Deutschland - -
Steuerberatungsleistungen 1.460 1.687
davon PricewaterhouseCoopers GmbH, Deutschland (227) (307)
Sonstige Leistungen 2.584 2.623
davon PricewaterhouseCoopers GmbH, Deutschland (1.907) (2.001)
9.479 9.773
davon PricewaterhouseCoopers GmbH, Deutschland (3.493) (3.607)

Der Posten Honorare für Abschlussprüfungen enthält die gesamten an PricewaterhouseCoopers gezahlten und noch zu zahlenden Honorare samt Auslagen für die Konzernabschlussprüfung sowie für die Prüfung des Jahresabschlusses der B. Braun Holding GmbH & Co. KG und deren Tochterunternehmen. Honorare für Bestätigungsleistungen betreffen überwiegend Prüfungen im Rahmen von Akquisitionen und Desinvestitionen, die Prüfung des internen Kontrollsystems, insbesondere von IT-Systemen, sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit gesetzlichen oder gerichtlichen Vorgaben. Der Posten Steuerberatungsleistungen umfasst insbesondere Honorare für Beratung im Zusammenhang mit der Erstellung von Steuererklärungen, die Prüfung von Steuerbescheiden, die Unterstützung bei Betriebsprüfungen oder anderen Anfragen der Steuerbehörden sowie die Steuerberatung im Zusammenhang mit Transferpreisen.

ERLÄUTERUNGEN DER KONZERNBILANZ

14 Immaterielle Vermögenswerte

Anschaffungs- oder Herstellungskosten Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte
in Tsd. Euro
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
in Tsd. Euro
Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte
in Tsd. Euro
Geleistete Anzahlungen
in Tsd. Euro
Gesamt
in Tsd. Euro
01.01.2021 381.452 729.830 138.281 135.743 1.385.306
Währungsveränderungen 1.387 18.394 11.554 178 31.513
Anpassung gemäß IAS 29 0 0 0 0 0
Zugänge zum Konsolidierungskreis 26.196 1.982 0 148 28.326
Abgänge aus dem Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0
Zugänge 161 15.750 683 19.920 36.514
Umbuchungen 0 107.389 0 -103.903 3.486
Abgänge von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 0 0 0 0 0
Abgänge -258 -25.822 0 -724 -26.804
31.12.2021 408.938 847.523 150.518 51.362 1.458.341
01.01.2022 408.938 847.523 150.518 51.362 1.458.341
Währungsveränderungen -1.262 11.865 8.940 35 19.578
Anpassung gemäß IAS 29 0 1.077 0 -36 1.041
Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0
Abgänge aus dem Konsolidierungskreis 0 -5 0 0 -5
Zugänge 0 13.529 845 12.885 27.259
Umbuchungen 0 13.636 0 -14.719 -1.083
Abgänge von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 0 0 0 0 0
Abgänge -1.505 -7.707 0 -96 -9.308
31.12.2022 406.171 879.918 160.303 49.431 1.495.823
Kumulierte Abschreibungen 2022 344 617.580 126.230 18.889 763.043
Kumulierte Abschreibungen 2021 341 552.736 71.235 695 625.007
Buchwerte 31.12.2022 405.827 262.338 34.073 30.542 732.780
Buchwerte 31.12.2021 408.597 294.787 79.283 50.667 833.334
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0 62.986 51.489 18.194 132.669
davon außerplanmäßig 0 422 44.459 18.194 63.075

Im Geschäftsjahr wurden Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 132,7 Mio. Euro (Vorjahr: 81,7 Mio. Euro) erfolgswirksam je nach Nutzung entweder in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den Verwaltungskosten oder in den Forschungs- und Entwicklungskosten der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die außerplanmäßigen Abschreibungen des Geschäftsjahres betreffen im Wesentlichen Abschreibungen auf selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte im Bereich der Therapie von Knorpelverletzungen in den USA aufgrund von weiteren Verzögerungen bei der Zulassung. Weiterhin wurden Abschreibungen auf geleistete Anzahlungen für diverse Entwicklungsprojekte in Deutschland vorgenommen, größtenteils aufgrund von gescheiterten Studienergebnissen. Der gesamte Wertminderungsaufwand wurde in den Forschungs- und Entwicklungskosten berücksichtigt.

Der B. Braun-Konzern hat im Geschäftsjahr Entwicklungskosten in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 6,8 Mio. Euro) aktiviert. Die für die Aktivierung erforderlichen Voraussetzungen wurden kumulativ erfüllt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf Cash Generating Units (zahlungsmittelgenerierende Einheiten) verteilt. Jede dieser Cash Generating Units stellt die Investition des Konzerns nach Geschäftsbereich dar.

Eine Zusammenfassung der Verteilung der Geschäfts- oder Firmenwerte auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie die in den jeweiligen Werthaltigkeitstest eingeflossenen Annahmen sind im Folgenden dargestellt:

Hospital Care
in Tsd. Euro
Aesculap
in Tsd. Euro
Avitum
in Tsd. Euro
Gesamt
in Tsd. Euro
31.12.2021
Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte 90.378 19.466 298.753 408.597
Umsatzwachstum p.a. 2,4% 2,1% 2,2%
Diskontierungssatz 6,8% 6,8% 6,9%
31.12.2022
Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte 89.631 19.467 296.729 405.827
Umsatzwachstum p.a. 2,4% 2,2% 2,3%
Diskontierungssatz 9,1% 8,7% 8,7%

Der erzielbare Betrag einer CGU bestimmt sich durch Ermittlung ihrer Nutzungswerte. Diese Berechnungen basieren auf prognostizierten Cashflows, die aus der vom Management verabschiedeten Fünfjahreserwartungsrechnung abgeleitet werden. Neben einer steigenden Inflationserwartung und einem deutlich höheren Zinsniveau wurden mögliche Auswirkungen aufgrund steigender Gas-, Energie- und Rohstoffkosten sowie spezifische Länderrisiken in der Planung berücksichtigt, da der Verlauf geopolitischer Auseinandersetzungen die Entwicklung des B. Braun-Konzerns beeinflussen kann. Zusätzlich wurde angenommen, dass die im Geschäftsjahr 2022 initiierten Maßnahmen zur strukturellen Optimierung die erwartete Kostensteigerung in den folgenden Jahren ausgleichen und die Profitabilität verbessern. Daher wird in der verabschiedeten Fünfjahreserwartungsrechnung mit einem weiteren Wachstum gerechnet.

Das Management hat die budgetierte Bruttomarge, basierend auf Entwicklungen in der Vergangenheit und Erwartungen bezüglich der zukünftigen Marktentwicklung, bestimmt. Die gewogenen durchschnittlichen Wachstumsraten stimmen weitgehend mit denen der Voraussagen aus Industrieberichten überein. Die genutzten Diskontierungszinssätze sind Vorsteuerzinssätze und reflektieren die spezifischen Risiken der betreffenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.

Läge das tatsächliche Umsatzwachstum zukünftig 10 Prozent unter dem nach Schätzung des Managements am 31. Dezember 2022 erwarteten Umsatzwachstum, hätte sich ebenfalls keine Wertminderung auf die bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte ergeben. Gleiches gilt, wenn der Abzinsungssatz, der bei der Berechnung des DCF angewendet wurde, um 10 Prozent über der Schätzung des Managements gelegen hätte.

15 Sachanlagen

Anschaffungs- oder Herstellungskosten Grundstücke und Gebäude
in Tsd. Euro
Technische Anlagen und Maschinen
in Tsd. Euro
Andere Anlagen Betriebs- u. Geschäftsausstattung
in Tsd. Euro
Vermietete Anlagen
in Tsd. Euro
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
in Tsd. Euro
Gesamt
in Tsd. Euro
01.01.2021 2.928.464 4.061.534 1.039.214 434.684 1.070.815 9.534.711
Währungsveränderungen 73.041 104.294 21.584 5.066 54.894 258.879
Anpassung gemäß IAS 29 10.230 8.261 1.156 0 0 19.647
Zugänge zum Konsolidierungskreis 24.834 2.246 4.689 - 0 31.769
Abgänge aus dem Konsolidierungskreis 0 0 0 - 0 0
Zugänge 97.544 66.903 109.395 9.682 384.090 667.614
Umbuchungen 96.118 198.482 30.988 8.879 -333.901 566
Abgänge von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 0 0 0 - 0 0
Abgänge -40.182 -65.328 -74.568 -9.481 -5.592 -195.151
31.12.2021 3.190.049 4.376.392 1.132.458 448.830 1.170.306 10.318.035
01.01.2022 3.190.049 4.376.392 1.132.458 448.830 1.170.306 10.318.035
Währungsveränderungen 36.596 55.660 11.376 7.539 48.110 159.281
Anpassung gemäß IAS 29 11.441 11.784 16.073 0 75 39.373
Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Abgänge aus dem Konsolidierungskreis -3.257 0 -6.029 0 0 -9.286
Zugänge 63.474 64.922 94.066 10.770 351.798 585.030
Umbuchungen 156.169 267.227 22.451 9.034 -455.475 -594
Abgänge von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 0 0 0 0 0 0
Abgänge -38.261 -45.029 -75.282 -14.115 2.251 -170.436
31.12.2022 3.416.211 4.730.956 1.195.113 462.058 1.117.065 10.921.403
Kumulierte Abschreibungen 2022 1.189.700 3.036.341 845.346 314.425 16.689 5.402.501
Kumulierte Abschreibungen 2021 1.055.999 2.749.707 762.813 300.618 6.780 4.875.917
Buchwerte 31.12.2022 2.226.511 1.694.615 349.767 147.633 1.100.376 5.518.902
Buchwerte 31.12.2021 2.134.050 1.626.685 369.645 148.212 1.163.526 5.442.118
Abschreibungen des Geschäftsjahres 153.706 287.111 138.494 20.999 12.138 612.448
davon außerplanmäßig 2.099 17.084 2.014 0 11.513 32.710

Im Geschäftsjahr wurden Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 612,4 Mio. Euro (Vorjahr: 547,7 Mio. Euro) erfolgswirksam je nach Nutzung des Vermögenswertes entweder in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den Verwaltungskosten oder in den Forschungs- und Entwicklungskosten der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die außerplanmäßigen Abschreibungen betreffen im Wesentlichen die Abschreibungen auf die Produktionsanlagen in Indonesien in Höhe von 10,9 Mio. Euro, die in den Umsatzkosten erfasst wurden. Weiterhin wurde in den außerplanmäßigen Abschreibungen die Einstellung eines Investitionsprojektes für ein Pharmawerk in Rumänien mit 9,2 Mio. Euro berücksichtigt, was im Wesentlichen die Abschreibung eines Gebäudes und Anlagen im Bau betrifft und ebenfalls in den Umsatzkosten erfasst wurde. Zusätzlich sind in den Sachanlagen mehrere außerplanmäßige Abschreibungen enthalten, die im Zusammenhang mit dem Abbruch diverser Entwicklungsprojekte in Deutschland stehen, deren Wertansätze im Einzelnen von untergeordneter Bedeutung sind.

Die im Geschäftsjahr aktivierten Fremdkapitalkosten betragen 15,1 Mio. Euro (Vorjahr: 6,4 Mio. Euro). Der für die Berechnung zugrunde gelegte Zinssatz beträgt 2,3 Prozent (Vorjahr: 1,4 Prozent).

Der derzeitige Buchwert von Sachanlagen, die mittels Zuwendungen der öffentlichen Hand angeschafft wurden, beträgt 63,4 Mio. Euro (Vorjahr: 67,8 Mio. Euro). Zum Geschäftsjahresende bestanden keine unerfüllten Bedingungen oder Erfolgsunsicherheiten, die eine Korrektur des Bilanzansatzes erforderlich machten.

Der Buchwert der Sachanlagen, mit denen ein beschränktes Eigentumsrecht verbunden ist, beträgt 23,9 Mio. Euro (Vorjahr: 26,0 Mio. Euro).

Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien, hauptsächlich Bürogebäude, werden zu Zwecken langfristiger Mieteinnahmen gehalten und vom B. Braun-Konzern nicht selbst genutzt. Die Mieteinnahmen der als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien belaufen sich auf 0,7 Mio. Euro. Die direkten betrieblichen Aufwendungen der Immobilien liegen bei 0,1 Mio. Euro. Der beizulegende Zeitwert beträgt 12,2 Mio. Euro.

Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Stand 01.01. 0 0
Währungsveränderungen 0 0
Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 0
Abgänge aus dem Konsolidierungskreis 0 0
Zugänge 0 0
Umbuchungen 8.201 0
Abgänge von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 0 0
Abgänge 0 0
Stand 31.12. 8.201 0
Kumulierte Abschreibungen 1.248 0
Buchwerte 6.953 0
Abschreibungen des Geschäftsjahres 144 0
davon außerplanmäßig 0 0

16 Leasingverhältnisse

In diesem Abschnitt werden Informationen zu Leasingverhältnissen gegeben, in denen der Konzern Leasingnehmer ist. Für Angaben zu Leasingverhältnissen, in denen der Konzern Leasinggeber ist, wird auf Abschnitt 18 zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verwiesen.

Der Konzern mietet verschiedene Immobilien, Produktionsanlagen, Fahrzeuge und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung. Mietkonditionen werden individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl unterschiedlicher Konditionen. Die Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume abgeschlossen, können jedoch Verlängerungsoptionen aufweisen.

In der Bilanz werden folgende Posten im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen ausgewiesen:

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 516 506
Gebäude 338.884 355.314
Technische Anlagen und Maschinen 3.203 4.325
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 37.948 39.725
Nettobuchwert 380.551 399.870

Die Zuführung zu den Nutzungsrechten während des Geschäftsjahres 2022 betrugen 71,7 Mio. Euro (Vorjahr: 101,8 Mio. Euro).

Die Gewinn- und Verlustrechnung beinhaltet folgende Beträge im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen:

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Abschreibungen auf Nutzungsrechte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte -24 -13
Gebäude -70.438 -70.439
Technische Anlagen und Maschinen -1.864 -1.782
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -24.611 -25.686
-96.937 -97.920
Zinsaufwendungen -13.094 -12.742
Aufwendungen i. Z. m. kurzfristigen Leasingverhältnissen -7.921 -7.622
Aufwendungen i. Z. m. Leasingverhältnissen über Vermögenswerte mit geringem Wert, die nicht in den o. g. kurzfristigen Leasingverhältnissen enthalten sind -2.957 -2.425
Aufwendungen i. Z. m. variablen Leasingzahlungen, die nicht in den Leasingverbindlichkeiten enthalten sind -6.896 -5.373
Erträge aus der Untervermietung von Nutzungsrechten 188 416

Die gesamten Leasingzahlungen im Geschäftsjahr betrugen 140,5 Mio. Euro (Vorjahr: 136,5 Mio. Euro).

17 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und Gemeinschaftsunternehmen sowie sonstige Finanzanlagen

Die Anteile des Konzerns an seinen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen stellen sich wie folgt dar:

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Assoziierte Unternehmen
Buchwert der Anteile 74.678 75.375
Anteil am Gewinn/Verlust 2.609 5.898
Anteil am Gesamtergebnis 2.609 5.898
Gemeinschaftsunternehmen
Buchwert der Anteile 892 816
Anteil am Gewinn/Verlust 31 93
Anteil am Gesamtergebnis 31 93

Zum 31. Dezember 2022 beinhalteten die Buchwerte der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen einen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 25,7 Mio. Euro (Vorjahr: 26,7 Mio. Euro). Die Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen betrugen 15,6 Mio. Euro (Vorjahr: 6,5 Mio. Euro) und gegenüber Gemeinschaftsunternehmen 14,8 Mio. Euro (Vorjahr: 5,0 Mio. Euro).

Anschaffungskosten Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen
in Tsd. Euro
Übrige Beteiligungen
in Tsd. Euro
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
in Tsd. Euro
Wertpapiere des Anlagevermögens
in Tsd. Euro
Sonstige Ausleihungen
in Tsd. Euro
Gesamt
in Tsd. Euro
01.01.2021 109.885 52.589 4.734 4.875 5.783 177.866
Währungsveränderungen 1.250 0 27 -1 72 1.348
Zugänge zum Konsolidierungskreis 113 0 0 0 0 113
Abgänge aus dem Konsolidierungskreis 0 -70.965 0 0 0 -70.965
Zugänge 5.655 68.670 1.856 503 601 77.285
Umbuchungen -11.675 13.434 -1.759 0 0 0
Zuschreibungen 0 0 0 0 0 0
Abgänge -28.264 -2.995 -276 -503 -431 -32.469
Marktwertanpassung 0 13.958 128 346 0 14.432
31.12.2021 76.964 74.691 4.710 5.220 6.025 167.610
01.01.2022 76.964 74.691 4.710 5.220 6.025 167.610
Währungsveränderungen 297 0 21 -1 12 329
Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Abgänge aus dem Konsolidierungskreis 0 -17.562 0 0 0 -17.562
Zugänge 2.177 26.126 100 65 12.581 41.049
Umbuchungen -1.353 1.603 -250 0 0 0
Zuschreibungen 0 0 0 0 0 0
Abgänge 0 -4.934 -606 -1 -1.030 -6.571
Marktwertanpassung 0 2.312 56 -76 0 2.292
31.12.2022 78.085 82.236 4.031 5.207 17.588 187.147
Kumulierte Abschreibungen 2022 2.516 94 0 2.745 138 5.493
Kumulierte Abschreibungen 2021 773 94 0 2.627 137 3.631
Buchwerte 31.12.2022 75.569 82.142 4.031 2.462 17.450 181.654
Buchwerte 31.12.2021 76.191 74.597 4.710 2.593 5.888 163.979
Abschreibungen des Geschäftsjahres 1.743 0 0 118 2 1.863

18 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Überfälligkeitsanalyse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

a) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht einzelwertberichtigt sind

in Tsd. Euro Summe Noch nicht fällig Überfällig bis 30 Tage
31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 957.367 786.969 61.896
davon Leasing 24.476 24.476 -
Gesamtlaufzeit-ECL -1.789 -1.608 -13
Buchwert 955.578 785.361 61.883
31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.015.313 824.382 60.119
davon Leasing 27.105 27.105 -
Gesamtlaufzeit-ECL -2.970 -2.764 -25
Buchwert 1.012.343 821.618 60.094
in Tsd. Euro Überfällig von 31 bis 60 Tage Überfällig von 61 bis 90 Tage Überfällig von 91 bis 180 Tage Überfällig mehr als 180 Tage
31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 30.465 17.133 22.781 38.122
davon Leasing - - - -
Gesamtlaufzeit-ECL -33 -46 -36 -53
Buchwert 30.432 17.087 22.745 38.069
31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 36.520 21.553 29.943 42.795
davon Leasing - - - -
Gesamtlaufzeit-ECL -24 -37 -39 -81
Buchwert 36.496 21.516 29.904 42.714

Zur Berechnung der über die Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditverluste (Expected Credit Loss = ECL) wurden die Bruttoforderungen abzüglich der im Rahmen des ABS-Programms zum Verkauf stehenden Forderungen sowie Kreditausfallraten in einer Bandbreite von 0,04 bis 0,34 Prozent (Vorjahr: von 0,02 bis 0,27 Prozent) herangezogen. Ein wesentlicher Teil der überfälligen nicht einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfällt auf Forderungen an Sozialversicherungsträger sowie staatliche Unternehmen oder Unternehmen mit öffentlich-rechtlicher Trägerschaft.

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands der Forderungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

b) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die einzelwertberichtigt sind

in Tsd. Euro Summe Noch nicht fällig Überfällig bis 30 Tage
31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 306.018 196.967 23.435
Wertberichtigungen -43.798 -7.471 -1.340
Buchwert 262.220 189.497 22.095
31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 345.581 220.537 31.456
Wertberichtigungen -45.090 -10.082 -1.654
Buchwert 300.491 210.455 29.802
in Tsd. Euro Überfällig von 31 bis 60 Tage Überfällig von 61 bis 90 Tage Überfällig von 91 bis 180 Tage Überfällig mehr als 180 Tage
31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13.902 8.484 13.394 49.836
Wertberichtigungen -981 -723 -1.290 -31.993
Buchwert 12.921 7.761 12.104 17.843
31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.969 7.995 17.362 57.262
Wertberichtigungen -721 -504 -1.795 -30.334
Buchwert 10.248 7.491 15.567 26.928

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Stand der Wertberichtigungen am 1. Januar 45.587 48.737
Währungsveränderung 179 399
Zuführungen 11.175 4.488
Verbrauch -4.592 -3.398
Auflösungen -4.289 -4.639
Stand der Wertberichtigungen am 31. Dezember 48.060 45.587
davon Einzelwertberichtigungen (45.090) (43.798)
davon Gesamtlaufzeit-ECL (2.970) (1.789)

Der Gesamtbetrag der Zuführungen setzt sich zusammen aus Zuführungen aufgrund von Einzelwertberichtigungen und erwarteter Kreditausfälle über die Gesamtlaufzeit.

In der folgenden Tabelle sind die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund von Uneinbringlichkeit sowie die Erträge aus dem Eingang von ausgebuchten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt:

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen 2.779 4.538
Erträge aus dem Eingang von ausgebuchten Forderungen 195 296

Der beizulegende Zeitwert der erhaltenen Sicherheiten beträgt 10,6 Mio. Euro (Vorjahr: 10,5 Mio. Euro). Bei den Sicherheiten handelt es sich überwiegend um Zahlungsgarantien.

Im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gibt es keine Konzentration hinsichtlich einzelner Kunden, Währungen oder geografischer Merkmale. Die höchste Forderung an einen Kunden entspricht ca. 1 Prozent der ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Im Rahmen eines Asset-Backed-Securities-Programms (ABS-Programm) mit einem Volumen von bis zu 100 Mio. Euro haben B. Braun-Konzernunternehmen zum 31. Dezember 2022 Forderungen in Höhe von 76,2 Mio. Euro (Vorjahr: 41,9 Mio. Euro) verkauft. Grundlage für die Transaktion ist die Abtretung von Handelsforderungen einzelner B. Braun-Unternehmen im Rahmen einer stillen Zession an eine strukturierte Einheit. Eine strukturierte Einheit ist nach IFRS 10 dann zu konsolidieren, wenn die Kriterien für eine Beherrschung dieser Gesellschaft erfüllt sind (IFRS 10.B2). Das Vorliegen eines Beherrschungsverhältnisses setzt Entscheidungsmacht und variable Rückflüsse sowie eine Verknüpfung zwischen beiden voraus. Da B. Braun nicht an der Variabilität der strukturierten Einheit partizipiert, ist diese Gesellschaft nicht im Konzernabschluss zu konsolidieren.

Die Anforderungen an einen Forderungsabgang nach IFRS 9.3.2.1 werden erfüllt, da die Forderungen gemäß IFRS 9.3.2.4(a) übertragen werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergab die Prüfung von IFRS 9.3.2.6, dass weder nahezu alle Chancen und Risiken übertragen noch zurückbehalten worden sind. Die Kontrolle über die Forderungen ist bei B. Braun verblieben, da eine Weiterveräußerung der Forderungen für die strukturierte Einheit wirtschaftlich nachteilig ist. Folglich ist das verbleibende anhaltende Engagement (continuing involvement) von B. Braun zu erfassen. Dieses umfasst zum einen den maximalen Betrag, den B. Braun aus der übernommenen Ausfallgarantie im ersten bzw. dritten Rang eventuell zurückzahlen müsste (0,9 Mio. Euro; Vorjahr: 1,4 Mio. Euro). Zum anderen werden die maximal zu erwartenden Zinszahlungen bis zum Zahlungseingang in Bezug auf den Buchwert der übertragenen Forderungen bilanziert (0,6 Mio. Euro; Vorjahr: 20 Tsd. Euro). Der beizulegende Zeitwert der Garantie bzw. der zu übernehmenden Zinszahlungen wurde mit 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro) angesetzt und erfolgswirksam als sonstige Verbindlichkeit passiviert.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen schließen folgende Beträge ein, bei denen der Konzern Leasinggeber in einem Finanzierungsleasing ist. Im Wesentlichen handelt es sich um vermietete Dialysemaschinen, Infusionspumpen und Instrumentensets:

Mindestleasingzahlungen für Forderungen aus Finanzierungsleasingverträgen 2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
bis zu 1 Jahr 8.997 8.927
im 2. Jahr 6.572 5.861
im 3. Jahr 5.473 4.302
im 4. Jahr 4.263 3.364
im 5. Jahr 1.681 2.322
nach mehr als 5 Jahren 1.216 1.280
Bruttoinvestition 28.202 26.056
Zinsbetrag 1.433 1.864
Summe abgezinster, nicht garantierter Restwert 337 283
Nettoinvestition 27.106 24.475

Der Veräußerungsgewinn im Geschäftsjahr betrug 1,6 Mio. Euro.

Der Konzern vermietet im Rahmen unterschiedlicher Operating-Leasingverhältnisse Dialysemaschinen, Infusionspumpen und Instrumentensets, die als "Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung" zusammengefasst und unter der Position "Vermietete Anlagen" ausgewiesen werden. Die Summe der künftigen Leasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen beträgt:

Fälligkeiten der Mindestleasingzahlungen 2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
bis zu 1 Jahr 41.488 40.725
im 2. Jahr 28.787 28.398
im 3. Jahr 22.550 20.962
im 4. Jahr 15.665 13.153
im 5. Jahr 10.412 7.400
nach mehr als 5 Jahren 17.714 9.437
Summe 136.616 120.075

Die Mieterträge aus Operating-Leasingverhältnissen belaufen sich im Geschäftsjahr auf 30,8 Mio. Euro.

19 Sonstige Vermögenswerte

31.12.2022 31.12.2021
Restlaufzeit < 1 Jahr
in Tsd. Euro
Restlaufzeit > 1 Jahr
in Tsd. Euro
Restlaufzeit < 1 Jahr
in Tsd. Euro
Restlaufzeit > 1 Jahr
in Tsd. Euro
Sonstige Steuerforderungen 109.665 0 91.396 0
Forderungen an Sozialversicherungsträger 5.330 0 5.057 0
Forderungen an Mitarbeitende 3.019 259 2.770 450
Geleistete Anzahlungen 30.631 43.108 26.072 36.630
Rechnungsabgrenzungsposten 59.807 3.058 53.261 3.414
208.452 46.425 178.556 40.494
Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten 25.699 0 6.643 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Wertpapiere 13.917 0 14.628 0
Zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere 35.578 0 40.983 0
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte 0 0 0 0
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 72.445 8.199 85.670 8.714
147.639 8.199 147.924 8.714
356.091 54.624 326.480 49.208

Unter den sonstigen Forderungen und Vermögenswerten werden im Wesentlichen gewährte Kredite ausgewiesen.

Hinsichtlich des Bestands der sonstigen Forderungen deuten zum Bilanzstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Am Bilanzstichtag bestanden keine wesentlichen Überfälligkeiten oder Wertberichtigungen.

20 Vorräte

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 569.484 444.329
Wertberichtigungen -40.085 -33.080
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe - netto 529.399 411.249
Unfertige Erzeugnisse 262.855 241.698
Wertberichtigungen -12.319 -11.612
Unfertige Erzeugnisse - netto 250.536 230.086
Fertige Erzeugnisse, Waren 1.236.680 1.108.274
Wertberichtigungen -107.979 -109.885
Fertige Erzeugnisse, Waren - netto 1.128.701 998.389
1.908.636 1.639.724

Wie im Vorjahr wurden keine Vorräte als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet.

21 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen, andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die nur unwesentlichen Wertschwankungen ausgesetzt sind, mit einer Restlaufzeit von maximal drei Monaten und Kontokorrentkredite. In der Bilanz werden ausgenutzte Kontokorrentkredite als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter den kurzfristigen Finanzschulden gezeigt.

Von den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten unterliegen 17,7 Mio. Euro Verfügungsbeschränkungen aufgrund von Sanktionen gegen Russland (u.a. Ausschluss russischer Banken aus dem internationalen SWIFT-Abkommen), wodurch dieser Betrag nicht für die sofortige Nutzung durch andere Konzernunternehmen zur Verfügung steht.

Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Konzern-Kapitalflussrechnung zu entnehmen.

22 Festkapital der Kommanditisten

Das Kommanditkapital der B. Braun Holding GmbH & Co. KG in Höhe von 6,1 Mio. Euro entspricht dem im Handelsregister eingetragenen Haftkapital und wird zum Nennwert ausgewiesen.

23 Kapital- und Gewinnrücklagen

Die Rücklagen enthalten das Agio aus vorangegangenen Kapitalerhöhungen der B. Braun Holding GmbH & Co. KG (Kapitalrücklage), die Rücklage aus umgekehrten Unternehmenszusammenschlüssen sowie die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit diese nicht ausgeschüttet wurden. Des Weiteren enthalten die Rücklagen den Konzernjahresüberschuss abzüglich der nicht beherrschenden Anteile.

Entwicklung der sonstigen Rücklagen Rücklage für Cashflow Hedges
in Tsd. Euro
Marktbewertung von erfolgsneutral bewerteten Wertpapieren
in Tsd. Euro
Rücklage für Währungsumrechnungsdifferenzen
in Tsd. Euro
Gesamt
in Tsd. Euro
01.01.2021 1.133 -205 -383.232 -382.304
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen nach Steuern
Marktwertveränderungen von Wertpapieren 0 9.876 0 9.876
Sicherungsinstrument aus der Absicherung von Zahlungsströmen -1.320 0 0 -1.320
Veränderung aus der Währungsumrechnung 0 0 141.859 141.859
Summe -1.320 9.876 141.859 150.415
31.12.2021 -187 9.671 -241.373 -231.889
01.01.2022 -187 9.671 -241.373 -231.889
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen nach Steuern
Marktwertveränderungen von Wertpapieren 0 761 0 761
Sicherungsinstrument aus der Absicherung von Zahlungsströmen 4.730 0 0 4.730
Veränderung aus der Währungsumrechnung 0 0 97.341 97.341
Summe 4.543 10.432 -144.032 102.832
Gesamtergebnis der Periode 4.356 20.103 -385.405 -129.057

Die Entwicklung der übrigen Bestandteile des Eigenkapitals kann der Eigenkapitalveränderungsrechnung entnommen werden.

Die Ansprüche der Anteilseigner auf Gewinnausschüttungen werden vorbehaltlich einer anderweitigen Beschlussfassung den Darlehenskonten (Kapitalkonten II) gutgeschrieben.

24 Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen. Fremdanteile bestehen insbesondere bei der Almo-Erzeugnisse E. Busch GmbH, Bad Arolsen/Deutschland, der B. Braun Medical AG, Sempach/Schweiz, und der B. Braun Austria Ges.m.b.H., Maria Enzersdorf/Österreich. Die zusammengefassten Finanzinformationen dieser Tochterunternehmen vor Konsolidierung stellen sich wie folgt dar:

Vermögen
in Tsd. Euro
Schulden
in Tsd. Euro
Erlöse
in Tsd. Euro
2021
Almo-Erzeugnisse E. Busch GmbH, Deutschland 72.944 47.351 71.097
B. Braun Austria Ges.m.b.H., Österreich 114.022 25.869 74.323
B. Braun Medical AG, Schweiz 513.665 192.169 383.557
700.631 265.389 528.977
2022
Almo-Erzeugnisse E. Busch GmbH, Deutschland 84.869 42.251 73.165
B. Braun Austria Ges.m.b.H., Österreich 142.937 25.407 75.625
B. Braun Medical AG, Schweiz 566.026 152.035 421.636
793.832 219.693 570.426
Gewinn/Verlust
in Tsd. Euro
sonstiges Ergebnis (OCI)
in Tsd. Euro
Gesamtergebnis
in Tsd. Euro
2021
Almo-Erzeugnisse E. Busch GmbH, Deutschland 2.833 -2.622 211
B. Braun Austria Ges.m.b.H., Österreich 16.746 -1.767 14.979
B. Braun Medical AG, Schweiz 45.113 -36.246 8.867
64.692 -40.635 24.057
2022
Almo-Erzeugnisse E. Busch GmbH, Deutschland 1.352 -408 944
B. Braun Austria Ges.m.b.H., Österreich 38.763 -1.157 37.606
B. Braun Medical AG, Schweiz 45.067 6.443 51.511
85.182 4.878 90.061
Hierauf entfallende(r)
Cashflow
in Tsd. Euro
nicht beherrschende Anteile
in Prozent
Gewinn/Verlust
in Tsd. Euro
Dividende
in Tsd. Euro
2021
Almo-Erzeugnisse E. Busch GmbH, Deutschland -3 40 1.133 584
B. Braun Austria Ges.m.b.H., Österreich 14 40 6.698 4.000
B. Braun Medical AG, Schweiz -8.843 49 22.105 5.344
-8.832 29.937 9.928
2022
Almo-Erzeugnisse E. Busch GmbH, Deutschland 0 27 369 616 *
B. Braun Austria Ges.m.b.H., Österreich -36 40 15.505 4.000
B. Braun Medical AG, Schweiz -9.679 49 22.083 5.741
-9.715 37.957 10.357

* Dividende wurde noch mit altem Anteil am Kapital berechnet.

25 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen 1.067.436 1.665.731

Für das Geschäftsjahr 2023 werden Zahlungen in Höhe von 48,3 Mio. Euro (Vorjahr: 45,8 Mio. Euro) erwartet. Davon entfallen 10,7 Mio. Euro (Vorjahr: 9,6 Mio. Euro) auf Beiträge in die externen Planvermögen und 37,6 Mio. Euro (Vorjahr: 36,2 Mio. Euro) auf Leistungen, die direkt vom Arbeitgeber an die Versorgungsberechtigten ausgezahlt werden.

Im Konzern bestehen Zusagen auf betriebliche Altersversorgungsleistungen, die im Rahmen von Beitrags- und Leistungsplänen erbracht werden.

Bei den Beitragsplänen geht der Konzern über die Zahlung eines Beitrages hinaus keine weitere Verpflichtung ein. Die Aufwendungen hierfür werden im operativen Ergebnis in Höhe des gezahlten Beitrages erfasst und belaufen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 44,6 Mio. Euro (Vorjahr: 37,4 Mio. Euro). Des Weiteren werden in einer Vielzahl von Ländern (einschließlich Deutschland) Beiträge für eine gesetzliche Grundversorgung der Arbeitnehmer*innen geleistet. Da hierbei unterschiedliche Sozialversicherungsleistungen abgedeckt werden, können keine exakten Angaben zu dem Teil gemacht werden, der auf reine Altersversorgungsleistungen entfällt. Diese Aufwendungen sind in der in Textziffer 12 "Personalaufwand" dargestellten Position "Soziale Abgaben" enthalten.

Die Ansprüche der Mitarbeiter*innen aus den Leistungsplänen beruhen auf gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen.

Bei den auf gesetzlichen Regelungen basierenden Leistungsplänen handelt es sich im Wesentlichen um im Ausland bestehende Leistungsverpflichtungen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die in Form eines Kapitalbetrages erbracht werden. Die Leistungshöhe ergibt sich überwiegend in Abhängigkeit von der Dienstzeit und der Höhe des zuletzt bezogenen Gehalts.

Rund 72 Prozent der Pensionsverpflichtung im Konzern entfallen auf inländische Versorgungszusagen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Zusagen auf lebenslange Rentenleistungen, die im Falle der Invalidität, des Todes und bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden. Die wesentlichen inländischen Versorgungspläne für Mitarbeiter*innen mit Eintritt ab 1992 sind altersabhängige beitragsorientierte Bausteinpläne. Mitarbeiter*innen mit Eintritt vor 1992 wurden bis auf wenige Ausnahmen endgehaltsabhängige Zusagen erteilt.

Die Finanzierung der Altersversorgung im Inland erfolgt im Wesentlichen über Pensionsrückstellungen.

Rund 12 Prozent der Pensionsverpflichtung entfallen auf Versorgungszusagen in der Schweiz. Die Leistungen werden als lebenslange Rentenleistungen erbracht und im Falle der Invalidität, des Todes und bei Erreichen der Altersgrenze gewährt. Bei den Pensionszusagen handelt es sich um beitragsorientierte Pläne mit gesetzlich vorgeschriebenen Verrentungssätzen auf Basis impliziter Zinsgarantien.

Rund 9 Prozent der Pensionsverpflichtung entfallen auf Versorgungszusagen in den USA. Hier handelt es sich um Rentenzusagen mit Kapitalwahloption. Die Leistungen werden bei Invalidität, Tod oder Erreichen der Altersgrenze gewährt. Bei der Zusage handelt es sich im Wesentlichen um einen Karrieredurchschnittsgehaltsplan für die bis 1998 erdienten Leistungen. Die Leistungszuwächse seither erfolgen als Cash Balance Plan.

Die Finanzierung der Altersversorgung in der Schweiz und in den USA erfolgt über landestypische externe Pensionseinrichtungen, die von verschiedenen Gremien (z.B. Stiftungsrat, Trustees, etc.) im Rahmen der lokalen gesetzlichen Regelungen verwaltet werden. In beiden Ländern bestehen grundsätzlich Mindestfinanzierungsanforderungen. Diese haben wesentlichen Einfluss auf die Festlegung zukünftiger Finanzierungsbeiträge.

Die zugesagten Leistungen bergen für den B. Braun-Konzern neben dem Langlebigkeitsrisiko, dem Rentenanpassungsrisiko und dem Gehaltssteigerungsrisiko auch Kapitalmarktrisiken, die sowohl Auswirkungen auf die Erträge aus dem Planvermögen als auch auf den Rechnungszins haben können.

Die in der Bilanz ausgewiesene Rückstellung für Leistungspläne entspricht dem Barwert des am Bilanzstichtag erdienten Anteils an der Versorgungsleistung unter Berücksichtigung künftiger Trendannahmen (Defined Benefit Obligation) abzüglich des am Bilanzstichtag beizulegenden Zeitwerts des externen Planvermögens. Die Defined Benefit Obligation wird unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (projected unit credit method) berechnet. Der Zinssatz zur Ermittlung der Barwerte entspricht im Regelfall den Zinssätzen laufzeitkongruenter hochwertiger festverzinslicher Unternehmensanleihen.

Der Rückstellungsbetrag in der Bilanz ermittelt sich wie folgt:

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Barwert der Pensionsverpflichtung 1.382.024 2.029.321
Externes Planvermögen -314.588 -363.590
Unter- bzw. Überdeckung 1.067.436 1.665.731
Pensionsrückstellung (netto) 1.067.436 1.665.731
davon Aktivum (540) (3.469)
davon Passivum (1.067.976) (1.669.200)

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltene Aufwand setzt sich wie folgt zusammen:

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
laufender Dienstzeitaufwand 75.770 82.274
Planänderungen / nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -2.001 -6.965
(Gewinne) / Verluste aus Planabgeltungen / Planwegfall 1.079 0
Dienstzeitaufwand 74.848 75.309
Zinsaufwand auf die Pensionsverpflichtung 31.056 25.022
Zinsertrag auf das externe Planvermögen -5.943 -3.640
Nettozinsaufwand aus der Versorgungsverpflichtung 25.113 21.382
Verwaltungskosten und Steuern 1.358 1.226
Pensionsaufwendungen aus Leistungsplänen 101.319 97.917
davon operatives Ergebnis (76.206) (76.535)
davon Finanzergebnis (25.113) (21.382)
Pensionsaufwendungen aus Beitragsplänen 44.597 37.417
Pensionsaufwendungen 145.916 135.334

Einmalereignisse führten 2022 insgesamt zu einer aufwandswirksamen Entlastung (Past Service Credit) von 2,0 Mio. Euro. Diese setzt sich im Wesentlichen zusammen aus Änderungen der Planleistungen in der Schweiz (2,3 Mio. Euro).

Die Überleitung der Pensionsverpflichtung und des externen Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Barwert der Verpflichtung zu Beginn des Jahres 2.029.321 2.076.648
laufender Dienstzeitaufwand 75.770 82.274
Planänderungen/(nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand) -2.001 -6.965
Effekte aus Planabgeltung/Planwegfall 1.079 0
Zinsaufwand auf die Versorgungsverpflichtung 31.056 25.022
gezahlte Renten- und Kapitalbeträge -81.170 -55.412
Abgeltungszahlungen -3.351 0
Arbeitnehmerbeiträge 5.577 5.120
Effekte aus geänderten finanziellen Annahmen -674.610 -116.346
Effekte aus geänderten demografischen Annahmen 666 -2.654
Effekte aus erfahrungsbedingten Anpassungen -15.132 -2.438
Effekte aus Übertragungen 0 0
Effekte aus Konsolidierungskreisänderungen 0 745
Effekte aus der Währungsumrechnung 14.819 23.327
Barwert der Verpflichtung am Ende des Jahres 1.382.024 2.029.321
31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Marktwert des Planvermögens zu Beginn des Jahres 363.590 327.951
Zinsertrag des externen Planvermögens 5.943 3.640
Neubewertungen des externen Planvermögens -37.555 15.147
Beiträge des Arbeitgebers 13.554 14.323
Beiträge des Arbeitnehmers 5.577 5.120
gezahlte Renten und Kapitalzahlungen des Fonds -46.053 -22.175
Abgeltungszahlungen -3.351 0
Effekte aus Konsolidierungskreisänderungen und Übertragungen 0 736
Effekte aus der Währungsumrechnung 12.883 18.848
Marktwert des Planvermögens am Ende des Jahres 314.588 363.590

Die Zusammensetzung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

31.12.2022
in Prozent
31.12.2021
in Prozent
Aktien und ähnliche Wertpapiere 17 23
Obligationen und ähnliche Wertpapiere mit festem Zinssatz 19 15
Versicherungsverträge 58 51
Barvermögen 2 1
Investment-Fonds 4 10
100 100

Die Anteile des Planvermögens, für das aktiv gehandelte Marktpreise vorhanden sind, am Gesamtvermögen ist wie folgt:

31.12.2022
in Prozent
31.12.2021
in Prozent
Aktien und ähnliche Wertpapiere 17 23
Obligationen und ähnliche Wertpapiere mit festem Zinssatz 19 15
Barvermögen 2 1
Investment-Fonds 4 10
41 49

Das Planvermögen ist nicht in eigene Finanzinstrumente investiert.

88 Prozent (Vorjahr 86 Prozent) der Aktien und ähnliche Wertpapiere entfallen auf das Planvermögen in den USA. Die Aufsicht über das Planvermögen in den USA obliegt einem Pensionskomitee, das eine angemessene Streuung sicherstellt.

Die Pensionsrückstellung hat sich folgendermaßen entwickelt:

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Pensionsrückstellung (netto) 01.01. 1.665.731 1.748.697
Übertragungen 0 0
Zahlungen -50.268 -48.786
Pensionsaufwand 101.319 97.917
Im Eigenkapital (OCI) erfasste Neubewertungen -651.520 -136.585
davon Effekte aus geänderten finanziellen Annahmen der Pensionsverpflichtung (-674.610) (-116.346)
davon Effekte aus geänderten demografischen Annahmen der Pensionsverpflichtung (666) (-2.654)
davon Effekte aus erfahrungsbedingten Anpassungen der Pensionsverpflichtung (-15.132) (-2.438)
davon Neubewertungen des externen Planvermögens (37.555) (-15.147)
davon sonstige Effekte (1) -
Effekte aus Konsolidierungskreisänderungen 0 9
Effekte aus der Währungsumrechnung 2.174 4.479
Pensionsrückstellung (netto) 31.12. 1.067.436 1.665.731

Bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtung wurden folgende Prämissen zugrunde gelegt:

31.12.2022
in Prozent
31.12.2021
in Prozent
Rechnungszins 4,1 1,5
Gehaltssteigerungstrend 2,9 2,8
Rentensteigerungstrend 1,9 1,6

Der Ermittlung des Pensionsaufwandes liegen folgende Annahmen zugrunde:

31.12.2022
in Prozent
31.12.2021
in Prozent
Rechnungszins zur Ermittlung des Zinsaufwandes 4,1 1,2
Rechnungszins zur Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwandes 4,1 1,3
Gehaltssteigerungstrend 2,8 2,7
Rentensteigerungstrend 1,6 1,6

Bei den angegebenen Werten handelt es sich um gewichtete Durchschnittswerte. Für Deutschland wurde zur Ermittlung der Pensionsverpflichtung ein Rechnungszins von 4,11 Prozent angesetzt (Vorjahr: 1,54 Prozent), für den restlichen Euroraum 4,13 Prozent (Vorjahr: 1,58 Prozent).

Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden für die Bewertung der inländischen Versorgungsverpflichtungen die Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck verwendet.

Das Ergebnis der Sensitivitätsanalyse wurde gemäß Vorjahresverfahren ermittelt. Dabei wird jeweils eine Annahme geändert, wobei die übrigen Annahmen unverändert bleiben. Mögliche Korrelationen zwischen den einzelnen Annahmen oder Effekte auf das Planvermögen aus den Annahmen-Änderungen, werden hierbei nicht betrachtet.

Das Ergebnis der Sensitivitätsanalyse ist wie folgt:

Verpflichtungserhöhende Wirkung 31.12.2022
in Prozent
31.12.2021
in Prozent
Rechnungszins um 100 Basispunkte reduziert 16 20
Gehaltssteigerungstrend um 25 Basispunkte erhöht 1 1
Rentensteigerungstrend um 25 Basispunkte erhöht 2 2
Erhöhung der Lebenserwartung um 1 Jahr 3 4

Die verpflichtungsreduzierenden Sensitivitäten wirken sich vergleichbar aus.

Die gewichtete Duration der Verpflichtung beträgt 16 Jahre (Vorjahr: 20 Jahre).

26 Sonstige Rückstellungen

Die wesentlichen Rückstellungsgruppen haben sich wie folgt entwickelt:

Sonstige langfristige Rückstellungen Personal- aufwendun- gen
in Tsd. Euro
Ungewisse Verbindlichkeiten
in Tsd. Euro
Übrige
in Tsd. Euro
Gesamt
in Tsd. Euro
01.01.2021 120.077 3.385 10.901 134.363
Währungsveränderungen 2.678 -105 20 2.592
Veränderungen Konsolidierungskreis 7 0 0 7
Verbrauch -5.567 -380 -39 -5.986
Auflösung -1.165 -16 -4.734 -5.915
Zuführung 8.513 1.878 2.034 12.425
31.12.2021 124.543 4.763 8.182 137.487
01.01.2022 124.543 4.763 8.182 137.487
Währungsveränderungen 1.963 -371 59 1.652
Verbrauch -7.230 -60 -490 -7.780
Auflösung -4.201 -834 -342 -5.377
Zuführung -2.615 5.862 2.442 5.689
31.12.2022 112.459 9.360 9.851 131.671
Sonstige kurzfristige Rückstellungen Personal- aufwendun- gen
in Tsd. Euro
Gewährleistungen
in Tsd. Euro
Ungewisse Verbindlichkeiten
in Tsd. Euro
Übrige
in Tsd. Euro
Gesamt
in Tsd. Euro
01.01.2021 6.330 18.029 11.853 24.331 60.541
Währungsveränderungen 271 1.177 67 969 2.483
Veränderungen Konsolidierungskreis 0 736 0 875 1.611
Verbrauch -1.471 -4.721 -956 -4.713 -11.861
Auflösung -336 -2.817 -3.723 -1.390 -8.266
Zuführung 2.749 6.319 6.703 12.013 27.784
31.12.2021 7.544 18.723 13.943 32.085 72.292
01.01.2022 7.544 18.723 13.943 32.085 72.292
Währungsveränderungen 192 -287 313 -751 -531
Veränderungen Konsolidierungskreis -144 0 220 -262 -186
Verbrauch -1.621 -1.140 -1.054 -11.080 -14.895
Auflösung -1.263 -5.132 -3.284 -2.950 -12.629
Zuführung 4.017 7.768 5.082 20.248 37.115
31.12.2022 8.725 19.932 15.220 37.290 81.166

Die langfristigen Rückstellungen für Personalaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Vorsorgen für Altersteilzeit und Jubiläumsvergütungen. Die Erhöhung des während des Geschäftsjahrs aufgrund des Zeitablaufs abgezinsten Rückstellungsbetrags beträgt 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,6 Mio. Euro). Die Auswirkung von Änderungen des Abzinsungssatzes beträgt -11,1 Mio. Euro (Vorjahr: -1,9 Mio. Euro).

Die sonstigen Rückstellungen betreffen überwiegend Vorsorgen für sonstige Verpflichtungen des Personal- und Sozialbereichs, Garantieverpflichtungen, drohende Verluste aus Kontrakten, Rechts- und Beratungskosten sowie eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken. Die übrigen sonstigen Rückstellungen betreffen vorwiegend ausstehende Rechnungen, Boni, versicherungstechnische Rückstellungen sowie Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle der REVIUM Rückversicherung AG, Melsungen.

Der überwiegende Teil der langfristigen Rückstellungen wird innerhalb von fünf Jahren zu Auszahlungen führen.

27 Finanzschulden

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Langfristige Finanzschulden
Genussrechte 105.014 98.602
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.194.949 927.865
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen 280.469 305.293
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0
Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen bei Nichtbanken 37.744 57.240
1.618.176 1.389.000
Kurzfristige Finanzschulden
Genussrechte 11.887 7.850
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 586.087 823.645
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen 93.139 86.948
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0
Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen bei Nichtbanken 105.646 100.614
Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahme bei verbundenen Unternehmen 126 61
Wechselverbindlichkeiten 12.945 12.958
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 16.629 19.538
826.459 1.051.614
Summe Finanzschulden 2.444.635 2.440.614

Fälligkeiten der Finanzschulden:

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Restlaufzeit bis 1 Jahr 826.459 1.051.616
Restlaufzeit 1-5 Jahre 1.197.925 1.010.194
Restlaufzeit über 5 Jahre 420.251 378.806
2.444.635 2.440.616

Im Rahmen des B. Braun Long Term Incentive Plan begibt der Konzern eine Serie von Genussrechten, die von den bezugsberechtigten Führungskräften auf freiwilliger Basis erworben werden können. Mit der Emission der Genussrechte gewährt das Unternehmen den Mitarbeiter*innen als Genussrechtsinhaber als Gegenleistung für die Überlassung von Kapital Vermögensrechte in Form einer Beteiligung am Gewinn und Verlust des Konzerns.

Die Laufzeit der Genussrechte beträgt jeweils zehn Jahre. Die Genussrechtsvergütung ist an die Dividendenzahlung des Konzerns und der Rückzahlungsbetrag an das Konzerneigenkapital gekoppelt.

Als Incentive für die von den Mitarbeiter*innen geleistete Einlage wird ein Bezugsbonus in Höhe von 25 Prozent in Form von zusätzlichen zugeteilten Genussrechten gewährt. Der Bezugsbonus fließt den Mitarbeiter*innen zwei Jahre, nachdem sie ihre Einlage geleistet haben, zu. Die zusätzlich zugeteilten Genussrechte werden zeitanteilig aufwandswirksam erfasst.

Die B. Braun SE hat im August 2022 zusammen mit einem US-amerikanischen Tochterunternehmen und 12 Banken die Laufzeit des bestehenden Konsortialkreditvertrags über 700 Mio. Euro vorzeitig bis August 2027 verlängert. Der Kredit kann von den Kreditnehmern als revolvierender Barkredit in Euro, wahlweise in Teilbeträgen auch in US-Dollar und Britischem Pfund in Anspruch genommen werden und wird variabel in Anlehnung an EURIBOR, Term SOFR bzw. SONIA verzinst. Der Vertrag sieht weiterhin eine Anpassung der Zinsmarge je nach Verschuldungsgrad (Leverage) des B. Braun-Konzerns vor. Außerdem wurde B. Braun das Recht eingeräumt, den Vertrag - mit Zustimmung der Banken - zweimal um jeweils ein Jahr zu verlängern. Gemäß dem Konsortialkreditvertrag muss B. Braun neben anderen Pflichten eine maximale Verschuldung (Leverage) als Verhältnis zwischen den Netto-Finanzschulden und EBITDA einhalten. Die Berechnung der Kennzahl erfolgt auf Basis konsolidierter Werte für den B. Braun-Konzern, für die im Kreditvertrag vereinbarte Anpassungen vorgenommen werden. Die Kennzahl wird zum Bilanzstichtag klar eingehalten.

Die B. Braun SE hat in einer Schuldscheintransaktion im Juni 2022 Schuldscheine in Höhe von insgesamt 350 Mio. Euro begeben. Die Schuldscheine haben eine Laufzeit von 5 Jahren (155,5 Mio. Euro), 7 Jahren (158,5 Mio. Euro) und 10 Jahren (36 Mio. Euro) und sind mit einer festen bzw. einer variablen Verzinsung ausgestattet. Zeichner der Schuldscheine waren überwiegend Banken bzw. Sparkassen in Deutschland. Desweiteren haben die B. Braun SE sowie ein US-amerikanisches Tochterunternehmen im Februar 2022 festverzinsliche Darlehen in Höhe von jeweils 100 Mio. US-Dollar aufgenommen. Die Laufzeit der beiden Darlehen beträgt jeweils 5 Jahre. Die aufgenommenen Mittel dienten der Refinanzierung auslaufender Darlehen bzw. kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten.

Zum 31. Dezember 2022 verfügte der Konzern über ungenutzte Kreditlinien in verschiedenen Währungen in Höhe von insgesamt 1.330,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1.488,6 Mio. Euro).

Die Zinssätze der Euro-Kredite betragen in Abhängigkeit von der Dauer der Zinsfestschreibung bis zu 3,89 Prozent p.a. für langfristige Kreditaufnahmen.

Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten lauten auf folgende Währungen:

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Euro 1.693.763 1.827.057
US-Dollar 330.440 110.046
Sonstige 420.432 503.513
2.444.635 2.440.616

Von den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten sind 25,2 Mio. Euro (Vorjahr: 25,2 Mio. Euro) durch Grundpfandrechte gesichert. Bei den Kreditaufnahmen bei Nichtbanken handelt es sich um unbesicherte Kredite.

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der Finanzschulden, der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert ersichtlich:

Buchwert
in Tsd. Euro
Mittelabfluss innerhalb 1 Jahr
in Tsd. Euro
Mittelabfluss innerhalb 1-2 Jahren
in Tsd. Euro
Mittelabfluss innerhalb 2-5 Jahren
in Tsd. Euro
Mittelabfluss innerhalb 5-10 Jahren
in Tsd. Euro
Mittelabfluss nach 10 Jahren
in Tsd. Euro
31.12.2021
Genussrechte 106.452 7.980 10.949 34.441 53.751 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.751.510 838.838 274.981 495.629 199.861 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen 392.241 96.687 86.916 127.299 89.940 45.809
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen gegenüber Verbundunternehmen 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen bei Nichtbanken 157.854 101.162 6.981 40.359 11.359 313
Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen sowie sonstige Finanzverbindlichkeiten 32.179 32.179 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 515.449 515.491 9 29 0 0
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 5.554 3.303 1.398 853 0 0
31.12.2022
Genussrechte 116.901 12.013 11.358 43.971 50.164 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.781.036 606.792 135.291 870.926 267.767 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen 373.608 103.928 71.696 121.929 88.477 38.589
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen gegenüber
Verbundunternehmen 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen bei Nichtbanken 143.390 108.334 3.919 32.780 2.579 0
Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen sowie sonstige Finanzverbindlichkeiten 36.959 36.959 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 637.902 637.880 29 0 0 0
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 11.936 10.742 58 1.136 0 0

Einbezogen wurden alle Instrumente, die am 31. Dezember 2022 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2022 festgestellten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.

28 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Buchwerte, beizulegende Zeitwerte und Bewertungskategorien/-klassifizierungen:

Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert 31.12.2022
in Tsd. Euro
Beizulegender Zeitwert 31.12.2022
in Tsd. Euro
Buchwert 31.12.2021
in Tsd. Euro
Beizulegender Zeitwert 31.12.2021
in Tsd. Euro
Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AmC 1.273.438 - 1.178.771 -
FVPL 39.394 39.394 39.027 39.027
Sonstige Forderungen AmC 100.862 - 104.780 -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FVOCIw/o 70.901 70.901 70.427 70.427
AmC 13.704 13.704 14.628 14.628
FVPL 13.866 13.866 6.688 6.688
Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte FVPL 35.578 35.578 40.983 40.983
Derivate ohne Hedge-Beziehung FVPL 25.309 25.309 6.387 6.387
Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 390 390 256 256
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AmC 113.499 - 94.668 -
Schulden
Genussrechte AmC 116.900 - * 106.453 - *
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AmC 1.781.036 1.703.613 1.751.510 1.776.694
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen n.a. 373.608 - 392.241 -
Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen bei Nichtbanken AmC 143.390 142.555 157.854 158.084
Sonstige Finanzverbindlichkeiten AmC 12.945 - 12.958 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AmC 637.902 - 515.449 -
Sonstige finanzielle Schulden AmC 350.098 - 302.686 -
Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenszusammenschlüssen FVPL 12.544 12.544 13.319 13.319
Derivate ohne Hedge-Beziehung FVPL 10.693 10.693 4.862 4.862
Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 1.243 1.243 692 692
Zusammenfassung nach Bewertungskategorien:
Vermögenswerte
Amortized Cost AmC 1.501.503 13.704 1.392.847 14.628
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet FVPL 114.147 114.147 93.085 93.085
Erfolgsneutral zum Zeitwert bewertet FVOCIw/o 70.901 70.901 70.427 70.427
Schulden
Amortized Cost AmC 3.042.271 1.846.168 2.846.910 1.934.778
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet FVPL 23.237 23.237 18.181 18.181

AmC Financial Assets or Liabilities measured at Amortized cost | FVPL Financial Assets or Liabilities measured at Fair Value through Profit & Loss | FVOCIw/o Financial Assets measured at Fair Value through other comprehensive income without recycling

* Die Verzinsung der Genussrechte ist an die Dividendenzahlung des Konzerns und der Rückzahlungsbetrag an das Konzerneigenkapital gekoppelt. Ein beizulegender Zeitwert kann für dieses Instrument nicht verlässlich ermittelt werden.

Die Nettogewinne oder Nettoverluste nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:

Nettogewinne oder -verluste aus finanziellen Vermögenswerten 2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
- zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet -5.066 -921
- im sonstigen Ergebnis als FVOCI bewertete Eigenkapitalinstrumente -201 -17
- verpflichtend zu FVPL bewertet 371 2.416
-4.896 1.478

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 39,4 Mio. Euro wurden als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert, da sie im Rahmen eines Asset-Backed-Securities-Programms zum Verkauf gehalten werden und damit nicht die Geschäftsmodellbedingung für eine Klassifizierung als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte erfüllen.

Finanzinvestitionen in Fremdkapitalinstrumente in Höhe von 13,7 Mio. Euro wurden als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte klassifiziert, da sowohl die entsprechende Geschäftsmodellbedingung als auch die Zahlungsstrombedingung erfüllt sind. Es handelt sich dabei um Investitionen in Pfandbriefe und Anleihen.

Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 70,9 Mio. Euro wurden als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis klassifiziert, da sie als strategische Langzeitinvestitionen nicht mit der Absicht kurzfristiger Ertragsrealisierung gehalten werden. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um fondsbasierte Unternehmensfinanzierungen. Auf diese Finanzinvestitionen wurden 2022 Dividenden in Höhe von 14,7 Mio. Euro erfasst.

Die sonstigen Vermögenswerte enthalten sonstige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 154,4 Mio. Euro (Vorjahr: 157,1 Mio. Euro) sowie sonstige Ausleihungen in Höhe von 21,5 Mio. Euro (Vorjahr: 10,6 Mio. Euro).

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Finanzverbindlichkeiten und finanzielle Schulden haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar.

Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Kreditgebern werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve ermittelt. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte wurde das Kreditrisiko berücksichtigt.

Die nachstehende Tabelle stellt die Finanzinstrumente dar, deren Folgebewertung und -bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen wird. Diese sind unterteilt in Stufe 1 bis 3 je nachdem, inwieweit der beizulegende Zeitwert beobachtbar ist:

Stufe 1 - Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert sind solche, die sich aus notierten Preisen (unangepasst) auf aktiven Märkten für identische finanzielle Vermögenswerte oder Schulden ergeben.

Stufe 2 - Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert sind solche, die auf Parametern beruhen, die nicht notierten Preisen für Vermögenswerte und Schulden wie in Stufe 1 entsprechen, entweder direkt abgeleitet (d.h. als Preise) oder indirekt abgeleitet (d.h. abgeleitet aus Preisen).

Stufe 3 - Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert sind solche, die sich aus Modellen ergeben, welche Parameter für die Bewertung von Vermögenswerten oder Schulden verwenden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Stufe 1
in Tsd. Euro
Stufe 2
in Tsd. Euro
Stufe 3
in Tsd. Euro
Gesamt
in Tsd. Euro
31.12.2021
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FVPL
Derivative finanzielle Vermögenswerte ohne Hedge-Beziehung 0 6.387 0 6.387
Derivative finanzielle Vermögenswerte mit Hedge-Beziehung 0 256 0 256
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 6.688 0 0 6.688
Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte 40.983 0 0 40.983
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 39.027 0 39.027
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FVOCIw/o
Wertpapiere 0 70.427 0 70.427
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie FVPL
Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 0 -13.319 -13.319
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne Hedge-Beziehung 0 -4.862 0 -4.862
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit Hedge-Beziehung 0 -692 0 -692
47.671 110.543 -13.319 144.895
31.12.2022
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FVPL
Derivative finanzielle Vermögenswerte ohne Hedge-Beziehung 0 25.309 0 25.309
Derivative finanzielle Vermögenswerte mit Hedge-Beziehung 0 390 0 390
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 13.866 0 0 13.866
Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte 35.578 0 0 35.578
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 39.394 0 39.394
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FVOCIw/o
Wertpapiere 0 70.901 0 70.901
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie FVPL
Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 0 -12.544 -12.544
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne Hedge-Beziehung 0 -10.693 0 -10.693
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit Hedge-Beziehung 0 -1.243 0 -1.243
49.444 124.058 -12.544 160.958

Bei den auf Stufe 3 bewerteten Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenszusammenschlüssen handelt es sich um zum Barwert angesetzte bedingte Verbindlichkeiten, deren endgültige Höhe teilweise erfolgsabhängig ist. Der angegebene Betrag stellt den auf Basis der vereinbarten Anpassungsparameter ermittelten beizulegenden Zeitwert für die tatsächliche Kaufpreisverbindlichkeit dar. Der Betrag von 12,5 Mio. Euro wird erfolgsabhängig auf Basis der Anzahl behandelter Patient*innen ermittelt. Bei einer um 10% günstigeren (ungünstigeren) Entwicklung des Parameters, würde sich die Verbindlichkeit um 0 Euro erhöhen (1,0 Mio. Euro verringern).

Der Rückgang der Verbindlichkeiten im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 0,8 Mio. Euro ergibt sich aus einer erfolgswirksamen Neueinschätzung von Verbindlichkeiten (-0,8 Mio. Euro). Die Neueinschätzung von Verbindlichkeiten wurde erfolgswirksam erfasst, da sich die vereinbarten Anpassungsparameter, die auf Grundlage des Umsatzes und der Entwicklung des EBITDA in den Folgejahren ermittelt wurden, ungünstig entwickelt haben.

Die nachstehende Tabelle stellt die Finanzinstrumente dar, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, deren beizulegende Zeitwerte jedoch angegeben werden.

Stufe 1
in Tsd. Euro
Stufe 2
in Tsd. Euro
Stufe 3
in Tsd. Euro
Gesamt
in Tsd. Euro
31.12.2021
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 14.628 0 0 14.628
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 1.776.694 0 1.776.694
Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen bei Nichtbanken 0 158.084 0 158.084
0 1.934.778 0 1.934.778
31.12.2022
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 13.704 0 0 13.704
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 1.703.613 0 1.703.613
Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen bei Nichtbanken 0 142.555 0 142.555
0 1.846.168 0 1.846.168

Die folgenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unterliegen Aufrechnungsvereinbarungen:

Entsprechende Beträge, die nicht aufgerechnet wurden
Buchwert brutto
in Tsd. Euro
Aufgerechneter Betrag
in Tsd. Euro
Buchwert netto
in Tsd. Euro
Finanzinstrumente
in Tsd. Euro
Erhaltene finanzielle Sicherheit
in Tsd. Euro
Nettobetrag
in Tsd. Euro
31.12.2021
zu Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte 1.392.847 0 1.392.847 -3.860 54 1.389.041
zu Zeitwerten bewertete Vermögenswerte 163.512 0 163.512 -5.126 0 158.386
davon FVPL 93.085 0 93.085 -5.126 0 87.959
davon FVOCIw/o 70.427 0 70.427 0 0 70.427
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 2.846.910 0 2.846.910 -7.049 0 2.839.861
zu Zeitwerten bewertete Verbindlichkeiten (FVPL) 18.181 0 18.181 -1.937 0 16.244
31.12.2022
zu Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte 1.501.503 0 1.501.503 -2.524 47 1.499.026
zu Zeitwerten bewertete Vermögenswerte 185.048 0 185.048 -24.054 0 160.994
davon FVPL 114.147 0 114.147 -24.054 0 90.093
davon FVOCIw/o 70.901 0 70.901 0 0 70.901
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 3.042.271 0 3.042.271 -21.123 0 3.021.148
zu Zeitwerten bewertete Verbindlichkeiten (FVPL) 23.237 0 23.237 -5.485 0 17.752

Die nicht aufgerechneten Beträge sind im Falle eines Ausfalls oder einer Insolvenz eines Vertragspartners aufrechenbar.

29 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Schulden

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Langfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 29 38
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 9.935 7.161
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 1.194 2.250
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden, Organmitgliedern und Gesellschaftern 68.551 55.997
Rechnungsabgrenzungsposten 1.563 4.923
81.243 70.331
Übrige Verbindlichkeiten 4.907 5.049
Summe sonstige Schulden 86.150 75.380
davon finanzielle Verbindlichkeiten (4.584) (4.871)
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 637.873 515.411
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 41.027 44.235
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden, Organmitgliedern und Gesellschaftern 352.508 364.336
Rechnungsabgrenzungsposten 33.205 35.704
Sonstige Steuerschulden 130.558 105.728
557.298 550.003
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 10.742 3.304
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Schulden 0 0
Übrige Verbindlichkeiten 394.652 342.547
405.394 345.851
Summe sonstige Schulden 962.692 895.854
davon finanzielle Verbindlichkeiten (368.711) (314.360)
Summe Schulden 1.686.743 1.486.683

Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Restkaufpreise für erworbene Unternehmen, Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen, Bonusverpflichtungen sowie Verbindlichkeiten aus ausstehenden Rechnungen.

30 Eventualschulden

Die Haftungsverhältnisse resultieren ausschließlich aus Verpflichtungen, die gegenüber Dritten übernommen wurden, und entfielen auf:

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Ungewisse Verbindlichkeiten 2.973 1.953
Bürgschaften 23.299 19.839
Vertragserfüllungsgarantien 41.383 33.229
67.655 55.021

Bei allen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die zum Bilanzstichtag noch völlig ungewiss ist. Der B. Braun-Konzern unterliegt im Zuge seiner normalen Geschäftstätigkeit möglichen Verpflichtungen aus Verfahren und geltend gemachten Ansprüchen. Schätzungen bezüglich möglicher zukünftiger Aufwendungen sind zahlreichen Unsicherheiten unterworfen. Es werden hieraus keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die wirtschaftliche bzw. finanzielle Situation des B. Braun-Konzerns erwartet.

31 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestehen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro) sowie zum Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 254,9 Mio. Euro (Vorjahr: 296,0 Mio. Euro).

32 Finanzrisikomanagement

Finanzrisikofaktoren

Durch seine Geschäftstätigkeit ist der Konzern verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Währungs- und Zinsänderungsrisiken sowie Kredit- und Liquiditätsrisiken. Die Unternehmenspolitik des B. Braun-Konzerns ist es, diese Risiken durch ein systematisches Risikomanagement zu begrenzen. Der Konzern nutzt hierzu u.a. derivative Finanzinstrumente.

Das Risikomanagement erfolgt durch die Konzernfinanzabteilung entsprechend der von der Geschäftsführung vorgegebenen Leitlinien. Die Konzernfinanzabteilung identifiziert, bewertet und sichert finanzielle Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten des Konzerns. Die Geschäftsführung gibt sowohl die Prinzipien für das bereichsübergreifende Risikomanagement vor als auch Richtlinien für bestimmte Bereiche, wie z.B. den Umgang mit dem Fremdwährungsrisiko, dem Zins- und Kreditrisiko sowie dem Einsatz derivativer und nicht-derivativer Finanzinstrumente.

a) Marktrisiko/Fremdwährungsrisiko

Infolge der internationalen Tätigkeit des Konzerns ist er einem Fremdwährungsrisiko ausgesetzt, das auf den Wechselkursänderungen verschiedener Fremdwährungen basiert, überwiegend des US-Dollars. Fremdwährungsrisiken entstehen, wenn zukünftige Transaktionen, bilanzierte Vermögenswerte und Schulden auf eine Währung lauten, die nicht der funktionalen Währung des Unternehmens entspricht. Zur Absicherung solcher Risiken verwendet der Konzern Devisenterminkontrakte.

Die Risikomanagementpolitik des Konzerns sieht die Absicherung bilanzierter Vermögenswerte und Schulden vor. Der Konzern betrachtet daher in einer Szenarioanalyse die Auswirkung von Wechselkursänderungen auf das Ergebnis bzw. das Eigenkapital des Konzerns (jeweils vor Steuern). In die Analyse gehen die Bilanzpositionen (insbesondere operative Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Kreditgewährungen bzw. -aufnahmen) ein sowie Devisengeschäfte, die zur Absicherung von Bilanzpositionen und zukünftigen Fremdwährungs-Cashflows (Cashflow Hedges) abgeschlossen wurden.

Wäre der Kurs des US-Dollars gegenüber anderen Währungen am 31. Dezember 2022 um 10 Prozent stärker (schwächer) gewesen, wären die Vorsteuergewinne, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, um 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) niedriger (höher) ausgefallen. Bei einem gegenüber allen anderen Währungen um 10 Prozent stärkeren (schwächeren) Euro würde sich aus den sich im Eigenkapital auswirkenden Wertänderungen der Cashflow Hedges ein um ca. 2,4 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro) höheres (niedrigeres) Eigenkapital ergeben.

b) Zinsrisiko

Der Konzern hält keine wesentlichen verzinslichen Vermögenswerte, sodass eine Änderung des Marktzinssatzes hauptsächlich über verzinsliche Verbindlichkeiten den Konzerngewinn beeinflusst. Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung setzen den Konzern einem Cashflow-Zinsrisiko aus. Aus den festverzinslichen Verbindlichkeiten entsteht ein Fair-Value-Zinsrisiko. Die Finanzrisikopolitik des Konzerns sieht vor, dass ungefähr 50 Prozent der aufgenommenen Verbindlichkeiten festverzinslich sind.

Der Konzern hat im Geschäftsjahr sein Cashflow-Zinsrisiko aus geplanten festverzinslichen Finanzierungen teilweise durch die Nutzung von Zinsswaps abgesichert. Bei diesen Zinsswaps ist der Konzern mit anderen Parteien übereingekommen, einen fest vereinbarten Zinssatz gegen einen variablen Referenzzinssatz, jeweils bezogen auf das vereinbarte Nominalvolumen, in bestimmten Intervallen zu tauschen. Die für diesen Zweck abgeschlossenen Zinsswaps wurden zum Zeitpunkt des Eintritts des Grundgeschäfts vorzeitig aufgelöst. Der Auflösungsbetrag wird über die Laufzeit der abgeschlossenen Finanzierung ergebniswirksam verteilt.

Wären die Zinssätze am 31. Dezember 2022 um 100 Basispunkte höher gewesen, wären die Vorsteuergewinne, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für das Gesamtjahr um ca. 5,6 Mio. Euro (Vorjahr: 3,3 Mio. Euro) niedriger ausgefallen. Wären die Zinssätze am 31. Dezember 2022 um 50 Basispunkte niedriger gewesen, wären die Vorsteuergewinne, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für das Gesamtjahr um ca. 2,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,2 Mio. Euro) höher ausgefallen. Dies wäre überwiegend auf höhere bzw. niedrigere Zinsaufwendungen für variabel verzinsliche Finanzschulden zurückzuführen gewesen. Die anderen Komponenten des Eigenkapitals hätten sich nur geringfügig geändert.

c) Kreditrisiko

Im Konzern bestehen hinsichtlich Kundenforderungen keine wesentlichen Konzentrationen bezüglich möglicher Kreditrisiken. Es existieren Organisationsrichtlinien, die sicherstellen, dass Verkäufe an Kunden nur getätigt werden, wenn der Kunde in der Vergangenheit ein angemessenes Zahlungsverhalten aufgewiesen hat. Verträge über derivative Finanzinstrumente und Finanztransaktionen werden nur mit Finanzinstituten guter Bonität abgeschlossen und enthalten i.d.R. eine Bestimmung, die es erlaubt, im Falle einer Insolvenz eines Vertragspartners positive und negative Marktwerte gegeneinander aufzurechnen.

Das maximale Kreditrisiko für jede Bewertungskategorie finanzieller Vermögenswerte entspricht dem jeweiligen Buchwert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind teilweise mit einem Eigentumsvorbehalt besichert, wodurch sich das maximale Ausfallrisiko in dieser Bewertungskategorie um 28,3 Mio. Euro (Vorjahr: 31,3 Mio. Euro) vermindert.

Die Bruttobuchwerte finanzieller Vermögenswerte für jede Ausfallrisiko-Klasse stellen sich wie folgt dar:

Stufe 1 12-Monats ECL
in Tsd. Euro
Stufe 2 Gesamtlaufzeit ECL (nicht wertgemindert)
in Tsd. Euro
Stufe 3 Gesamtlaufzeit ECL (wertgemindert)
in Tsd. Euro
vereinfachter Ansatz Gesamtlaufzeit ECL
in Tsd. Euro
31.12.2021
Nicht ausfallgefährdet 214.076 0 0 957.367
Ausfallgefährdet 0 0 0 306.018
Gesamt 214.076 0 0 1.263.385
31.12.2022
Nicht ausfallgefährdet 228.065 0 0 1.015.313
Ausfallgefährdet 0 0 0 345.582
Gesamt 228.065 0 0 1.360.894

d) Liquiditätsrisiko

Ein vorsichtiges Liquiditätsmanagement schließt das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln sowie die Möglichkeit der Finanzierung durch einen adäquaten Betrag an zugesagten Kreditlinien ein. Aufgrund der Dynamik des Geschäftsumfelds, in dem der Konzern operiert, ist es Ziel der Konzernfinanzabteilung, die notwendige Flexibilität in der Finanzierung beizubehalten, indem ausreichend ungenutzte Kreditlinien bestehen.

Kapitalrisikomanagement

Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung als unabhängiges Familienunternehmen, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitzustellen, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer optimalen Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu reduzieren.

Die Finanzierung des B. Braun-Konzerns erfolgt überwiegend durch Kreditaufnahmen der B. Braun SE. Die höchste Kreditaufnahme entfällt hierbei auf Schuldscheindarlehen.

Derivative Finanzinstrumente

Der beizulegende Zeitwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch unmittelbar beobachtbare Marktinputfaktoren ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps berechnet sich aus dem Barwert der zukünftigen Zahlungsströme unter Anwendung der zum Bilanzstichtag maßgeblichen Zinskurve. Der beizulegende Zeitwert von Fremdwährungstermingeschäften wird unter Zugrundelegung der Devisenterminkurse am Bilanzstichtag ermittelt.

Die Marktwertveränderungen der derivativen Finanzinstrumente, die wirtschaftlich betrachtet wirksame Absicherungen im Rahmen der Konzernstrategie darstellen, werden, soweit kein Hedge Accounting vorliegt, ergebniswirksam erfasst. Bei Anwendung von Hedge Accounting für Cashflow Hedges werden die Marktwertveränderungen aus dem effektiven Teil erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Den ergebniswirksamen Marktwertveränderungen der Derivate stehen nahezu kompensierende Marktwertveränderungen aus den abgesicherten Grundgeschäften gegenüber.

Nominalvolumen Nominalvolumen Restlaufzeit > 1 Jahr Beizulegender Zeitwert
31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Devisentermingeschäfte 1.371.939 1.277.811 22.907 14.770 14.341 1.340
Eingebettete Derivate 9.500 10.500 0 0 -954 -283
1.381.439 1.288.311 22.907 14.770 13.387 1.057

In Abhängigkeit vom Marktwert am Bilanzstichtag werden derivative Finanzinstrumente als sonstiger Vermögenswert (bei positivem Marktwert) oder als sonstige Verbindlichkeit (bei negativem Marktwert) ausgewiesen.

Die Risikomanagementpolitik des Konzerns sah eine rollierende Absicherung von bis zu 60 Prozent der in den folgenden 12 Monaten erwarteten Netto-Cashflows wesentlicher Währungen aus dem operativen Geschäft des B. Braun-Konzerns vor. Im Dezember 2019 wurde entschieden, die bisherige Sicherungsstrategie nicht fortzuführen. Die bisher durchgeführten rollierenden Sicherungen erwarteter und noch nicht bilanzierter Forderungen und Verbindlichkeiten in den Hauptwährungen des Konzerns werden nur noch in Einzelfällen eingesetzt. Der Konzern hat daher noch im folgenden Umfang Devisentermingeschäfte zur Sicherung von nicht in der funktionalen Währung denominierten, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten künftigen Fremdwährungsein- und -auszahlungen designiert:

Nominalvolumen Durchschnittlicher Sicherungskurs
ISO-Code 31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
31.12.2022 31.12.2021
EUR/BRL 23.800 21.400 5,9113 6,8293

Mit den Sicherungsmaßnahmen wird das Ziel verfolgt, die Ergebnisvolatilität aus den Fremdwährungseinnahmen und -auszahlungen (bzw. aus deren Bewertung) in Bezug auf das Devisenkursrisiko zu reduzieren. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird prospektiv mit der Critical-Terms-Match-Methode und retrospektiv nach der Dollar-Offset-Methode überprüft. Die Sicherungen waren bis zum Bilanzstichtag mit keinen Ineffektivitäten verbunden.

Im Konzern waren zum 31. Dezember 2022 als Sicherungsinstrumente mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) als sonstiger Vermögenswert und in Höhe von 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro) als sonstige Verbindlichkeit im Rahmen von Cashflow Hedges designiert.

Alle Sicherungsbeziehungen waren effektiv. Die im Eigenkapital unter den Sonstigen Rücklagen ausgewiesene Rücklage für Cashflow Hedges für diese Devisensicherungsgeschäfte hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Stand am 01.01. -436 1.548
Gewinn oder Verlust aus effektiven Sicherungsbeziehungen -5.256 -664
Reklassifizierungen aufgrund geänderter Erwartungen hinsichtlich des Eintritts des Grundgeschäfts n.a. n.a.
Reklassifizierungen aufgrund der Realisierung des Grundgeschäfts 4.877 -1.314
Reklassifizierung aufgrund eines Basis Adjustments n.a. n.a.
Stand am 31.12. -854 -436

Die Reklassifizierung aus den Sonstigen Rücklagen aufgrund der Realisierung des Grundgeschäfts erfolgt in die Umsatzkosten.

B. Braun erwartet, dass innerhalb der nächsten zwölf Monate im Eigenkapital erfasste Erträge von 0,4 Mio. Euro und Aufwendungen in Höhe von 1,2 Mio. Euro in die Gewinn- und Verlustrechnung reklassifiziert werden.

Der ineffektive Teil der Wertänderungen wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Finanzergebnis erfasst. Reklassifizierungen aus den Sonstigen Rücklagen aufgrund einer aufgelösten bzw. ineffektiv gewordenen Sicherungsbeziehung bzw. einer vorzeitigen Beendigung von Cashflow Hedges haben wie im Vorjahr nicht stattgefunden.

Außerdem ordnet der Konzern Devisensicherungen bestimmten konzerninternen Darlehensvergaben zu, die nicht in der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft abgeschlossen werden. Das Ergebnis der Sicherungen aus internen Darlehensvergaben wird im Zinsergebnis gezeigt.

Wie im Vorjahr waren keine ineffektiven Teile der Wertänderung unter dem Nettofinanzergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

33 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen werden angegeben, soweit sie nicht bereits als konsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen werden. Personen oder nahe Familienangehörige dieser Personen stehen dem berichtenden Unternehmen nahe, wenn diese das berichtende Unternehmen beherrschen oder an dessen gemeinschaftlicher Führung beteiligt sind, maßgeblichen Einfluss auf das berichtende Unternehmen haben oder im Management des berichtenden Unternehmens eine Schlüsselposition bekleiden. Ein Unternehmen steht dem berichtenden Unternehmen nahe, wenn beide Unternehmen zum selben Konzern gehören, eines der beiden Unternehmen ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen des anderen ist.

Im Rahmen des operativen Geschäfts bezieht der B. Braun-Konzern weltweit Materialien, Vorräte und Dienstleistungen von zahlreichen Geschäftspartnern. Unter diesen befinden sich einige wenige, an denen der Konzern beteiligt ist, sowie Unternehmen, die mit Mitgliedern des Aufsichtsrats der B. Braun SE in Verbindung stehen. Geschäfte mit diesen Gesellschaften erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Die entsprechenden Umsätze sind aus Sicht des B. Braun-Konzerns nicht von materieller Bedeutung. Der B. Braun-Konzern war an keinen wesentlichen Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen beteiligt, die in ihrer Art oder Beschaffenheit unüblich waren und beabsichtigt dies auch zukünftig nicht.

Die folgenden Geschäfte wurden mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigt:

2022
in Tsd. Euro
2021
in Tsd. Euro
Verkauf von Waren und Dienstleistungen
Nahestehende Unternehmen 1.446 1.393
davon assoziierte Unternehmen (1.446) (1.393)
Kauf von Waren und Dienstleistungen
Nahestehende Unternehmen 7.904 11.474
davon Gemeinschaftsunternehmen (0) (0)
davon assoziierte Unternehmen (7.904) (11.474)
Management in Schlüsselpositionen 614 250
8.518 11.724

Offene Posten aus dem Kauf/Verkauf von Waren/Dienstleistungen sowie aus Kreditaufnahmen am Geschäftsjahresende:

31.12.2022
in Tsd. Euro
31.12.2021
in Tsd. Euro
Offene Posten aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen
Nahestehende Unternehmen 5.875 1.059
davon Gemeinschaftsunternehmen (77) (62)
davon assoziierte Unternehmen (5.798) (997)
Bestellobligo 71 69
Offene Posten aus dem Kauf von Waren und Dienstleistungen sowie Kreditaufnahmen
Nahestehende Unternehmen 29.129 29.600
davon Gemeinschaftsunternehmen (14.786) (13.224)
davon assoziierte Unternehmen (14.343) (16.376)
Management in Schlüsselpositionen 54.479 54.667
83.608 84.267

Beim Management in Schlüsselpositionen handelt es sich um die Geschäftsführung der B. Braun Holding GmbH & Co. KG und Mitglieder des Aufsichtsrats der B. Braun SE. Die Gruppe der nahestehenden Unternehmen umfasst neben assoziierten Unternehmen auch Joint Ventures sowie Unternehmen, die vom Management in Schlüsselpositionen oder deren engen Familienangehörigen beherrscht werden. Die Namen der assoziierten Unternehmen und Joint Ventures können der Anteilsbesitzliste entnommen werden.

Die offenen Posten mit nahestehenden Personen und Unternehmen sind in folgenden Bilanzpositionen enthalten:

Sonstige Vermögenswerte

Finanzschulden

Sonstige Schulden

Die von nahestehenden Personen gewährten Darlehen haben kurzfristigen Charakter. Die Verzinsung orientiert sich an der Rendite für Pfandbriefe. Es bestehen keine Rückstellungen für zweifelhafte Forderungen im Zusammenhang mit ausstehenden Salden und es wurde kein Aufwand für wertgeminderte Forderungen gegenüber nahestehenden Personen erfasst.

Bezüglich der Leasingverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen wird auf Textziffer 27 verwiesen.

Geschäftsführer der persönlich haftenden Gesellschafterin:

 

Herr Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun, Melsungen

 

Frau Barbara Braun-Lüdicke, Melsungen

Stellvertretende Geschäftsführer der persönlich haftenden Gesellschafterin:

 

Frau Sabine Pflüger, Niestetal

 

Herr Dr. Jürgen Tertel, Körle

Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung für die Wahrnehmung ihrer Organaufgaben im Mutterunternehmen und den Tochterunternehmen betrugen 0,1 Mio. Euro. Gegenüber den Mitgliedern der aktiven Geschäftsführer bestehen Pensionsverpflichtungen in Höhe von insgesamt 6,6 Mio. Euro.

ERLÄUTERUNGEN DER KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des B. Braun-Konzerns im Berichtsjahr verändert haben. Dabei wurden die Zahlungsströme entsprechend IAS 7 nach den Mittelzu- und -abflüssen aus operativer Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt.

34 Brutto-Cashflow und Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit

Der Brutto-Cashflow in Höhe von 915,9 Mio. Euro zeigt den betrieblichen Einnahmeüberschuss vor der Mittelbindung. Er liegt 34,8 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Die Veränderung resultiert insbesondere aus dem niedrigeren operativen Ergebnis.

Im Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit von 719,1 Mio. Euro werden die Veränderungen des Umlaufvermögens, der kurzfristigen Rückstellungen und der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) dargestellt.

Die Erhöhung der Verbindlichkeiten und kurzfristigen Rückstellungen abzüglich der Erhöhung der Vorräte, Forderungen sowie sonstiger Vermögenswerte hat zu einem Mittelabfluss von -196,8 Mio. Euro geführt. Der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit liegt damit 229,5 Mio. Euro unter dem des Vorjahres.

35 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit

Für den Kauf von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Finanzanlagen sowie für Unternehmensakquisitionen wurde im Jahr 2022 ein Betrag von 593,9 Mio. Euro aufgewendet. Dem standen Einnahmen aus dem Verkauf von Sachanlagen und dem Abgang von Beteiligungen (13,1 Mio. Euro) sowie erhaltene Dividendenzahlungen und ähnliche Einnahmen (18,0 Mio. Euro) gegenüber, sodass sich ein Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit von 562,8 Mio. Euro ergibt. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich eine Verminderung der Mittelabflüsse von 66,1 Mio. Euro.

Die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen konnten vollständig durch den Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit gedeckt werden. Der hiernach verbleibende Free Cashflow beträgt 156,3 Mio. Euro (Vorjahr: 319,7 Mio. Euro).

Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten aus Leasingverhältnissen führen zu keinem Mittelabfluss und werden daher nicht unter den Investitionen ausgewiesen. Die Zugänge des Geschäftsjahres betrugen 71,7 Mio. Euro (Vorjahr: 101,8 Mio. Euro).

36 Mittelzufluss/Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die Mittelabflüsse aus Finanzierungstätigkeit -115,2 Mio. Euro (Vorjahr: -340,9 Mio. Euro Mittelabfluss). Der Saldo der für Kreditaufnahmen und Schuldentilgung zu- und abgeflossenen Mittel beträgt -65,3 Mio. Euro (Vorjahr: -294,2 Mio. Euro). Dividendenzahlungen und Kapitaleinzahlungen von Minderheitsgesellschaftern führen insgesamt zu einem Mittelabfluss per Saldo von 44,0 Mio. Euro (Vorjahr: 42,4 Mio. Euro). Die Mittelabflüsse liegen mit 225,7 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Dies ist auf eine höhere Kreditaufnahme zurückzuführen.

Die Fremdkapitalposten der Bilanz, bei denen verbundene Zahlungen in der Kapitalflussrechnung im Mittelzufluss/Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen wurden, haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

01.01.2022 Zahlungswirksame Veränderungen Nichtzahlungswirksame Veränderungen 31.12.2022
in Tsd. Euro in Tsd. Euro Erwerbe
in Tsd. Euro
Wechselkursbedingte Änderungen
in Tsd. Euro
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts
in Tsd. Euro
in Tsd. Euro
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 985.105 247.484 0 104 0 1.232.693
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 956.818 -216.537 0 -18.848 0 721.433
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 305.293 -98.719 122.983 -49.088 0 280.469
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 86.948 7.172 0 -981 0 93.139
Langfristige Genussrechte 98.602 4.800 0 0 1.612 105.014
Kurzfristige Genussrechte 7.850 -3.792 0 0 7.829 11.887
Gesamte Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 2.440.616 -59.592 122.983 -68.813 9.441 2.444.635

37 Finanzmittelfonds

Der Finanzmittelfonds enthält Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die nur unwesentlichen Wertschwankungen ausgesetzt sind, mit einer Restlaufzeit von maximal drei Monaten.

Zum 31. Dezember 2022 lagen Verfügungsbeschränkungen bezüglich des Finanzmittelfonds in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro) vor. Die Beschränkungen betrafen überwiegend Kautionen sowie Sicherheitsleistungen für Tender.

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Nach dem Abschluss des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses haben sich keine Sachverhalte mit wesentlicher Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Geschäftsjahres 2022 ergeben.

 

Melsungen, den 17. April 2023

Die Geschäftsführung

Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun

Barbara Braun-Lüdicke

Dr. Jürgen Tertel

Sabine Pflüger

ANTEILSBESITZ

DER B. BRAUN HOLDING GMBH & CO. KG UND KONZERN

(STAND 31.12.2022, BETRÄGE IN T€)

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital in % 1) Eigenkapital Ergebnis
Deutschland
Aesculap AG, Tuttlingen 2) 100,0 382.079 39.663
AESCULAP AKADEMIE GMBH, Tuttlingen 2) 100,0 26 0
Aesculap Holding GmbH, Melsungen 100,0 25 1
AESCULAP INTERNATIONAL GMBH, Tuttlingen 2) 100,0 43.978 -16
AESCULAP SUHL GMBH, Tuttlingen 2) 100,0 3.275 0
ALMO-Erzeugnisse Erwin Busch GmbH, Bad Arolsen 2) 72,7 42.617 1.352
BBM Group Insurance Broker GmbH, Melsungen 2) 100,0 415 13
B. Braun Ambulantes Herzzentrum Kassel MVZ GmbH, Kassel 2) 100,0 6.376 917
B. Braun Avitum AG, Melsungen 2) 100,0 209.023 7.411
B. Braun Avitum Saxonia GmbH, Radeberg 2) 100,0 41.196 278
B. Braun Deutschland GmbH & Co. KG, Melsungen 98,4 73.014 17.573
B. Braun Facility Services GmbH & Co. KG, Melsungen 100,0 2.121 555
B. Braun Facility Services Verwaltungs GmbH, Melsungen 100,0 26 -10
B. Braun Familienholding SE & Co. KG, Melsungen 100,0 1.115 347
B. Braun Familienholding Verwaltungs SE, Melsungen 100,0 221.253 32.673
B. Braun Gesundheitsservice GmbH, Hürth 2) 100,0 425 163
B. Braun Medical AG, Melsungen 2) 100,0 15.977 195
B. Braun Medizinisches Versorgungszentrum Baunatal GmbH, Baunatal 2) 100,0 -147 -5
B. Braun Melsungen AG, Melsungen 2) 100,0 1.663.988 46.676
B. Braun Miethke GmbH & Co. KG, Potsdam 65,1 686 -1.620
B. Braun Miethke Verwaltungs GmbH, Potsdam 65,1 26 1
B. Braun New Ventures GmbH, Freiburg im Breisgau 2) 100,0 8.105 0
B. Braun Nordamerika Verwaltungsgesellschaft mbH, Melsungen 2) 100,0 150.550 49
B. Braun SE, Melsungen 100,0 1.099.930 95.359
B. Braun Service Beteiligungs GmbH, Melsungen 100,0 31 2
B. Braun Service SE & Co. KG, Melsungen 100,0 8.176 999
B. Braun Surgical GmbH, Melsungen 2) 100,0 166.854 -2
B. Braun Vertriebs GmbH, Melsungen 100,0 25 0
B. Braun Vet Care GmbH, Tuttlingen 2) 100,0 1.347 157
B. Braun via medis GmbH, Melsungen 2) 100,0 -16.650 -273
B. Braun Vorratsgesellschaft Nr. 1 GmbH, Melsungen 100,0 1.766 122
Bibliomed Medizinische Verlagsgesellschaft mbH., Melsungen 2) 100,0 41 -46
CeCaVa GmbH & Co. KG, Tübingen 50,1 454 -1.100
CeCaVa Verwaltungs GmbH, Tübingen 50,1 11 -3
DTZ Dialyse Trainings-Zentren GmbH, Nürnberg 2) 100,0 34.874 -171
DTZ Oldenburg i.H. MVZ GmbH, Oldenburg/Holstein 2) 100,0 445 242
DTZ Sigmaringen MVZ GmbH, Sigmaringen 2) 100,0 1.273 215
DTZ Waldshut MVZ GmbH, Waldshut-Tiengen 2) 100,0 545 258
Hubertus Immobilien Verwaltung GmbH, Nürnberg 100,0 11 0
INKO Internationale Handelskontor GmbH, Roth 2) 100,0 4.548 9
INTERMEDT Medizin & Technik GmbH, Ostrhauderfehn 3) 100,0 - -
Invitec GmbH & Co. KG, Essen 2) 100,0 2.047 849
Invitec Verwaltungs GmbH, Essen 100,0 24 1
ISYMED Gesellschaft für innovative Systeme in der Medizin mbH, Melsungen 2) 100,0 646 -0
Kultur-Fabrik Melsungen GmbH & Co. Betriebs KG, Melsungen 3) 51,0 -5 -5
Kultur-Fabrik Melsungen Verwaltungs GmbH, Melsungen 3) 50,4 50 1
Langenbeck-Virchow-Haus-Veranstaltungs GmbH, Berlin 3) 100,0 75 -4
Langenbeck-Virchow-Haus-Verwaltung GmbH, Berlin 3) 50,8 91 -2
Medical Service und Logistik GmbH, Melsungen 100,0 435 32
medicut Stent Technology GmbH, Pforzheim 100,0 -5.313 -1.120
Medizinisches Versorgungszentrum ViaMedis Remscheid GmbH, Remscheid 2) 100,0 22 -8
MVZ Hagenow GmbH, Hagenow 2) 100,0 30 4
MVZ Ludwigslust GmbH, Ludwigslust 2) 100,0 35 7
MVZ Medizinisches Versorgungszentrum Saarbrücken GmbH, Saarbrücken 2) 100,0 2.070 69
MVZ Parchim GmbH, Parchim 2) 100,0 22 1
MVZ Schwerin Ost GmbH, Schwerin 2) 100,0 68 8
MVZ Schwerin West GmbH, Schwerin 2) 100,0 56 54
Neuroloop GmbH, Freiburg im Breisgau 88,3 -16.635 -6.961
Nierenzentrum Bad Kissingen MVZ GmbH, Bad Kissingen 2) 100,0 2.089 -53
Noah Beteiligungs GbR, Melsungen 100,0 1.682 0
NUTRICHEM DIÄT + PHARMA GMBH, Roth 2) 100,0 32.829 662
Paul Müller Technische Produkte GmbH, Melsungen 2) 100,0 392 36
PPC Projekt-Planung & Consulting GmbH, Melsungen 2) 100,0 2.043 235
REVIUM Rückversicherung AG, Melsungen 100,0 31.184 4.538
SCHÖLLY FIBEROPTIC GMBH, Denzlingen 100,0 44.259 -2.591
SteriLog GmbH, Tuttlingen 2) 100,0 532 -233
TETEC Tissue Engineering Technologies AG, Reutlingen 92,5 -56.440 -9.306
via medis Medizinisches Versorgungszentrum Südharz GmbH, Herzberg am Harz 2) 100,0 -1 -42
via medis Nierenzentrum Bad Neustadt MVZ GmbH, Bad Neustadt a. d. Saale 2) 100,0 4.048 1.454
via medis Nierenzentrum Braunschweig-Mitte MVZ GmbH, Braunschweig 2) 100,0 7.879 2.265
via medis Nierenzentrum Braunschweig MVZ GmbH, Braunschweig 2) 100,0 227 68
via medis Nierenzentrum Bremerhaven MVZ GmbH, Bremerhaven 2) 100,0 28 -7
via medis Nierenzentrum Bremerhaven-Speckenbüttel MVZ GmbH, Bremerhaven 2) 100,0 694 -92
via medis Nierenzentrum Dresden MVZ GmbH, Dresden 2) 100,0 3.937 923
via medis Nierenzentrum Dudweiler MVZ GmbH, Saarbrücken-Dudweiler 2) 100,0 939 341
ViaMedis Nierenzentrum Gifhorn MVZ GmbH, Gifhorn 2) 100,0 -172 -63
via medis Nierenzentrum Neu-Ulm MVZ GmbH, Neu-Ulm 2) 100,0 5.942 2.002
via medis Nierenzentrum Oldenburg MVZ GmbH, Oldenburg 2) 100,0 3.979 96
via medis Nierenzentrum Riesa MVZ GmbH, Riesa 2) 100,0 246 -58
via medis Nierenzentrum Südpfalz MVZ GmbH, Landau in der Pfalz 2) 100,0 6.460 163
via medis Nierenzentrum Suhl MVZ GmbH, Suhl 2) 100,0 2.235 -71
via medis Nierenzentrum Wolfenbüttel MVZ GmbH, Wolfenbüttel 2) 100,0 4.241 124
Europa
Aesculap Academy LLC, Sankt Petersburg/Russland 100,0 68 23
Aesculap Chifa Sp. z o.o., Nowy Tomyśl/Polen 99,3 161.405 8.604
Aesculap SAS, Chaumont/Frankreich 100,0 11.394 453
Aide au Traitement de l'Insuffisante Rénale en Rhône Alpes SAS, Saint-Cloud/Frankreich 100,0 816 73
A.N.D.R.A., Saint-Cloud/Frankreich 100,0 265 16
Asociatia Aesculap Pentru Educatie, Remetea Mare/Rumänien 74,2 24 -1
ATS Italia S.r.l., Mailand/Italien 65,0 1.474 103
Avitum Renal Care S.r.l., Mirandola/Italien 3) 51,0 1.306 -4
Avitum S.r.l., Sânandrei/Rumänien 100,0 11.215 3.731
B. Braun Adria BH d.o.o., Sarajevo/Bosnien-Herzegowina 36,0 8 1
B. Braun Adria d.o.o., Zagreb/Kroatien 36,0 17.527 2.919
B. Braun Adria RSRB d.o.o., Neu Belgrad/Serbien 36,0 4.560 1.381
B. Braun Austria Ges. m.b.H., Maria Enzersdorf/Österreich 60,0 117.530 38.763
B. Braun Avitum AB, Danderyd/Schweden 100,0 427 -233
B. Braun Avitum Austria Ges. mbH, Maria Enzersdorf/Österreich 66,0 11.498 295
B. Braun Avitum Cedival S.L., Valencia/Spanien 100,0 777 3
B. Braun Avitum Croatia d.o.o., Zagreb/Kroatien 100,0 744 0
B. Braun Avitum Espana SA, Rubí/Spanien 100,0 6.934 3.486
B. Braun Avitum France SAS, Saint-Cloud/Frankreich 100,0 15.650 2.549
B. Braun Avitum Hungary Egészségügyi Szolgáltató Zrt., Budapest/Ungarn 100,0 19.962 1.227
B. Braun Avitum Ireland Ltd., Dublin/Irland 100,0 -643 5
B. Braun Avitum Italy S.p.A., Mirandola/Italien 100,0 54.627 5.325
B. Braun Avitum Mafra S.A., Barcarena/Portugal 100,0 -1.028 -256
B. Braun Avitum Nefrovall S.L., Rubi/Spanien 100,0 2.132 127
B. Braun Avitum Russland Clinics OOO, Sankt Petersburg/Russland 100,0 -2.560 -1.710
B. Braun Avitum Russland OOO, Sankt Petersburg/Russland 100,0 90.773 6.891
B. Braun Avitum Servicios Renales S.A., Rubí/Spanien 100,0 11.091 1.063
B. Braun Avitum S.R.L., Sânandrei/Rumänien 100,0 8.550 2.201
B. Braun Avitum s.r.o., Bratislava/Slowakei 99,7 6.561 61
B. Braun Avitum s.r.o., Prag/Tschechien 99,7 11.625 4.382
B. Braun Avitum Turkey Sanayi Ticaret Anonim Ş irketi, Ankara/Türkei 100,0 1.132 50
B. Braun Avitum UAB, Vilnius/Litauen 100,0 5.266 1.544
B. Braun Avitum (UK) Ltd., Sheffield/England 100,0 -1.942 -1.082
B. Braun Avitum Unipessoal Lda., Barcarena/Portugal 100,0 12.422 -1.448
B. Braun Avitum Valnefron S.L., Rubi/Spanien 100,0 764 93
B. Braun Business Services Poland Sp.z o.o., Nowy Tomyśl/Polen 100,0 1.147 631
B. Braun Care B.V., Oss/Niederlande 100,0 -714 104
B. Braun Healthcare Ltd., Sheffield/England 100,0 476 0
B. Braun Hospicare Ltd., Co. Sligo/Irland 100,0 -498 -668
B. Braun Logistics S.L., Santa Oliva / Tarragona/Spanien 100,0 3.066 394
B. Braun Medical AB, Danderyd/Schweden 100,0 4.245 975
B. Braun Medical AG, Sempach/Schweiz 51,0 420.114 45.066
B. Braun Medical A/S, Frederiksberg/Dänemark 100,0 4.477 672
B. Braun Medical A/S, Vestskogen/Norwegen 100,0 3.237 521
B. Braun Medical B.V., Oss/Niederlande 100,0 18.459 1.542
B. Braun Medical Care AG, Urdorf/Schweiz 51,0 1.989 -1.354
B. Braun Medical EOOD, Sofia/Bulgarien 60,0 5.165 1.156
B. Braun Medical International S.L., Rubí/Spanien 100,0 486.947 -272
B. Braun Medical Kazakhstan LLP, Almaty/Kasachstan 100,0 1.248 178
B. Braun Medical Kft., Budapest/Ungarn 60,0 37.668 360
B. Braun Medical, Unipessoal Lda, Barcarena/Portugal 100,0 21.937 1.603
B. Braun Medical LLC, Sankt Petersburg/Russland 100,0 51.059 18.438
B. Braun Medical Ltd., Dublin/Irland 100,0 5.980 1.754
B. Braun Medical Ltd., Sheffield/England 100,0 67.038 5.494
B. Braun Medical N.V., Diegem/Belgien 100,0 3.097 143
B. Braun Medical OÜ, Tallinn/Estland 100,0 1.855 219
B. Braun Medical Oy, Helsinki/Finnland 100,0 5.100 3.013
B. Braun Medical S.A., Rubí/Spanien 100,0 123.632 5.274
B. Braun Medical S.A.S., Saint-Cloud/Frankreich 100,0 123.972 17.289
B. Braun Medical SIA, Riga/Lettland 100,0 2.654 163
B. Braun Medical s.r.o., Bratislava/Slowakei 70,0 12.611 1.223
B. Braun Medical s.r.o., Prag/Tschechien 70,0 22.618 2.497
B. Braun Medical UAB, Vilnius/Litauen 100,0 865 59
B. Braun Medical Ukraine LLC, Kiew/Ukraine 100,0 3.452 1.374
B. Braun Medikal Dis Ticaret A.S., Sarıyer Istanbul/Türkei 100,0 7.456 -626
B. Braun Milano S.p.A., Mailand/Italien 100,0 31.466 293
B. Braun Pharmaceuticals S.A., Timișoara/Rumänien 60,0 24.647 -2.945
B.BRAUN SHARED SERVICES ROMANIA S.R.L., Sânandrei/Rumänien 60,0 2.024 813
B.Braun SSC Hungary Kft., Budapest/Ungarn 100,0 1.864 -322
B. Braun Sterilog (Birmingham) Ltd., Sheffield/England 100,0 -2.393 -243
B. Braun Sterilog Ltd., Sheffield/England 100,0 -10.777 -1.024
B. Braun Sterilog (Yorkshire) Ltd., Sheffield/England 100,0 711 2.631
B. Braun Surgical SA, Rubí/Spanien 100,0 58.386 82
B. Braun Trading Kft., Budapest/Ungarn 60,0 2.966 1.179
B. Braun VetCare S.A., Rubí/Spanien 100,0 7.436 816
B. Braun Wellstone Ltd., Dublin/Irland 100,0 3.808 253
B-PACK S.p.A., San Pietro Mosezzo/Italien 100,0 14.676 1.082
Centre de Néphrologie B. Braun Avitum La Riviera S.A.S., Saint-Cloud/Frankreich 100,0 386 163
Centre de Néphrologie de Châteauroux SAS, Saint-Cloud/Frankreich 100,0 1.024 780
Centre de Néphrologie de Montargis SAS, Saint-Cloud/Frankreich 100,0 799 382
Centre d'Hémodialyse des Alpes SAS, Saint-Cloud/Frankreich 100,0 820 367
CIRAD SAS, Saint-Cloud/Frankreich 100,0 1.480 771
B. Braun - Cuidamos em Casa, Lda., Moita/Portugal 3) 70,0 19 0
"Dialis MC" LLC, Sankt Petersburg/Russland 100,0 3.391 -861
Dialis Nalchik LLC, Nalchik/Russland 100,0 -849 -472
Dializes Centrs SIA, Jelgava/Lettland 100,0 584 93
Dialyse Services G.I.E., Saint-Cloud/Frankreich 100,0 -173 -21
"Dialysis Centers "Paracels"", Kingisepp/Russland 100,0 -39 -55
DMP International AG, Sempach/Schweiz 51,0 151 1
Downs Surgical Limited, Sheffield/England 100,0 1.579 0
DTZ Dialyse Trainings-Zentren Austria GmbH, Maria Enzersdorf/Österreich 66,0 5.754 356
Elyse Gorinchem B.V., Oss/Niederlande 51,0 -1.322 -358
Elyse Holding B.V., Oss/Niederlande 100,0 -57 -692
ExpertCare B.V., Nieuwegein/Niederlande 100,0 2.399 -1.280
Gematek OOO, Sankt Petersburg/Russland 100,0 19.670 1.840
IDTDR - Instituto de Diagnóstico e Tratamento de Doenças Renais, Lda., Matosinhos/Portugal 100,0 977 201
Inko Diätkost- und Sportartikel Handelsgesellschaft mbH, Maria Enzersdorf/Österreich 100,0 -730 -28
Inko Sports AG, Bubendorf/Schweiz 100,0 165 -27
INMO "Nephrology Center", Stavropol, Russland 100,0 2.285 -771
Inzorg Nederland B.V., Nieuwegein/Niederlande 100,0 7.906 73
Le Ciminiere S.r.l., Catania/Italien 3) 51,0 272 20
LLC "BBN", Sankt Petersburg/Russland 100,0 3.065 113
LLC "B.BRAUN AESCULAP PRODUCTION INDUSTRIES", Sankt Petersburg/Russland 100,0 360 -643
LLC "Dialis Kovrov", Kovrov/Russland 100,0 1.686 -198
LLC "DIALIZ SP", Sankt Petersburg/Russland 100,0 2.742 -296
LLC Dialysis Center "B. Braun Avitum Russland", Sankt Petersburg/Russland 100,0 -174 508
LLC "Karelian nephrological center", Petrozavodsk/Russland 100,0 41 67
LLC MCP-Medicare, Sankt Petersburg/Russland 100,0 -1.574 -1.940
LLC "Medical center of high technologies outpatient department Nr.1", Moskau/Russland 100,0 -89 -458
LLC "Nephros", Krasnodar/Russland 100,0 263 -2.163
LLC "STAVMED", Sankt Petersburg/Russland 100,0 33 39
LLC "Tsentr Dializa", Chelyabinsk/Russland 100,0 497 348
Niercentrum Aan De Amstel B.V. (Nada), Amstelveen/Niederlande 50,0 2.220 530
Nurse & Care B.V., Nieuwegein/Niederlande 100,0 1.531 62
Ortopedicum Sp.zo.o., Krakau/Polen 99,3 6.302 727
PDV Private Dialyse Vorarlberg GmbH, Nenzing/Österreich 66,0 -109 -601
Poliklinika za internu medicinu i dijalizu B. Braun Avitum, Zagreb/Kroatien 51,0 128 -49
Référence Santé SAS, Saint-Cloud/Frankreich 100,0 341 -532
SC B. Braun Medical S.R.L., Sânandrei/Rumänien 62,6 9.757 3.891
SCHOELLY-OPTIX OOD, Panagyurishte/Bulgarien 60,0 3.839 -343
SCI La Ligure, Saint-Cloud/Frankreich 100,0 86 79
SOC Franc Developpt Techniques Medi S.A.S., Saint-Cloud/Frankreich 100,0 245 -42
Société Brestoise du Rein Artificiel S.A.S., Saint-Cloud/Frankreich 100,0 -404 -105
SOP s.r.o., Bratislava/Slowakei 99,7 39 -1
SteriLog Instrumentenmanagement GmbH, Maria Enzersdorf/Österreich 60,0 314 194
SteriLog Sterilgutversorgung Luzern AG, Luzern/Schweiz 40,2 1.228 -318
Stichting Elyse Klinieken, Oss/Niederlande 100,0 21 1
Suturex & Renodex S.A.S., Carsac-Aillac/Frankreich 100,0 21.545 4.189
Uninefro (Matosinhos) - Sociedade Prestadora de Cuidados Médicos e de Diálise S.A., Matosinhos/Portugal 100,0 2.778 260
Uninefro (Santo Tirso) - Sociedade Prestadora de Cuidados Médicos e de Diálise, S.A. ,Santo Tirso/Portugal 100,0 1.402 232
Uninefro - Sociedade Prestadora de Cuidados Médicos e de Diálise de Guimarães, S.A.,Guimarães/Portugal 100,0 3.225 640
Uninefro (Viseu) - Sociedade Prestadora de Cuidados Médicos e de Diálise, Lda., Viseu/Portugal 80,0 -1.330 88
Villa ExpertCare B.V., Nieuwegein/Niederlande 100,0 -231 -952
Nordamerika
Aesculap Biologics LLC, Center Valley/USA 95,5 -4.149 -41.648
Aesculap Implant Systems LLC, Center Valley/USA 95,5 -5.970 -9.183
Aesculap Inc., Center Valley/USA 95,5 227.939 27.273
AesDex LLC., Wilmington/USA 95,5 525 0
B. Braun CeGaT U.S. LLC, Bethlehem/USA 47,7 0 0
B. Braun Interventional Systems Inc., Bethlehem/USA 95,5 15.106 4.319
B. Braun Medical Inc., Bethlehem/USA 95,5 806.567 -19.701
B. Braun of America Inc., Bethlehem/USA 95,5 271.581 37.369
B. Braun of Canada Ltd., Mississauga/Kanada 95,5 8.248 1.180
Central Admixture Pharmacy Services Inc., Santa Fe Springs/USA 95,5 141.189 47.527
SCHOELLY USA Inc., Northborough/USA 100,0 2.098 453
Sterinova Inc., Saint-Hyacinthe Quebec/Kanada 100,0 -18.378 -14.761
Asien-Pazifik
Aesculap Academy (Suzhou) Training Co., Ltd., Suzhou/China 100,0 289 83
AESCULAP SURGICAL INDUSTRIES SDN. BHD., Penang/Malaysia 100,0 38 -1
AG Infrastructure Private Limited., Neu-Delhi/Indien 99,0 0 1
Ahlcon Parenterals (India) Limited., Neu-Delhi/Indien 96,1 -11.466 -1.750
Anqing Bingfeng Hospital Co., Ltd., Anqing City/China 70,0 365 -159
B. Braun Aesculap Japan Co. Ltd., Tokio/Japan 100,0 53.012 2.752
B. Braun Australia Pty. Ltd., Sydney/Australien 100,0 19.781 2.977
B. Braun Avitum Australia Pty Ltd, Sydney/Australien 100,0 -975 -997
B. Braun Avitum Holdings Singapore Pte. Ltd., Singapur/Singapur 100,0 197 -21
B. Braun Avitum (M) Sdn. Bhd., Penang/Malaysia 3) 100,0 6 -18
B. Braun Avitum Philippines Inc., Taguig City/Philippinen 100,0 25.211 -1.458
B. Braun Avitum Renal Services Sdn. Bhd., Petaling Jaya/Malaysia 100,0 4.968 1.096
B. Braun Avitum (Shanghai) Trading Co. Ltd., Shanghai/China 100,0 19.671 6.219
B. Braun Korea Co. Ltd., Seoul/Republik Korea 100,0 22.713 -899
B. Braun Lanka (Private) Limited, Colombo/Sri Lanka 100,0 1.520 117
B. Braun Medical (H.K.) Ltd., Hongkong/China 100,0 27.258 885
B. Braun Medical (India) Pvt. Ltd., Mumbai/Indien 100,0 41.078 5.516
B. Braun Medical Industries Sdn. Bhd., Penang/Malaysia 100,0 731.307 88.838
B. Braun Medical (Shandong) Co., Ltd., Zibo (Shandong)/China 100,0 -2.575 -602
B. Braun Medical (Shanghai) International Trading Co. Ltd., Shanghai/China 100,0 26.332 133
B. Braun Medical Supplies Inc., Taguig City/Philippinen 100,0 16.725 1.116
B. Braun Medical Supplies Sdn. Bhd., Petaling Jaya/Malaysia 100,0 42.059 2.322
B. Braun Medical (Suzhou) Company Limited, Suzhou/China 100,0 39.555 2.168
B. Braun Needle Industries Sdn. Bhd., Penang/Malaysia 100,0 101 -2
B. Braun New Zealand Pty. Ltd., Auckland/Neuseeland 100,0 1.083 135
B. Braun Pakistan (Private) Ltd., Karatschi/Pakistan 100,0 2.000 623
B. Braun Pharmaceutical Industries Sdn. Bhd., Penang/Malaysia 100,0 -1 0
B. Braun Precision Engineering Sdn. Bhd., Penang/Malaysia 100,0 4.785 -2
B. Braun Precision Medicine Technology (Shanghai) Ltd., Shanghai/China 100,0 375 368
B. Braun Singapore Holdings Pte. Ltd., Singapur/Singapur 100,0 -0 -3
B. Braun Singapore Pte. Ltd., Singapur/Singapur 100,0 76.537 1.368
B. Braun Surgical Sdn. Bhd., Penang/Malaysia 100,0 38 -2
B. Braun Taiwan Co. Ltd., Taipeh/Taiwan 100,0 4.608 414
B. Braun (Thailand) Ltd., Bangkok/Thailand 100,0 16.835 2.108
B. Braun Vietnam Co. Ltd., Hanoi/Vietnam 100,0 89.280 4.897
Harmoni Dialysis Sdn. Bhd.,Petaling Jaya/Malaysia 100,0 37 -6
Mimir Holdings Sdn. Bhd., Penang/Malaysia 3) 100,0 7 -17
Oyster Medisafe Private Ltd.,Telangana/Indien 92,9 -3.250 -2.437
PT. B. Braun Medical Indonesia, Jakarta/Indonesien 99,0 57.713 -2.994
PT. B. Braun Pharmaceutical Indonesia, Jakarta/Indonesien 93,1 -2.138 -7.719
Renal-Link Sdn. Bhd., Petaling Jaya/Malaysia 30,0 1.007 154
Schoelly Corporation Japan, Saitama City/Japan 3) 100,0 339 96
Schoelly (Guangzhou) Visualization Technologies Co., Ltd., Guangzhou/China 100,0 528 -242
Shanghai B. Braun Avitum Hospital Management Co. Ltd., Shanghai/China 100,0 4.078 104
Siam Sampun Healthcare Co., Ltd., Bangkok/Thailand 74,0 343 72
Siam Tai Tiem Sam Pun Co., Ltd., Bangkok/Thailand 49,0 282 6
Smart Care Dialysis Sdn. Bhd., Petaling Jaya/Malaysia 100,0 198 3
Suturex & Renodex International Ltd., Samutprakarn/Thailand 100,0 3.808 940
Teparak Medical Center Co. Ltd., Samutprakan/Thailand 74,0 637 88
Therapy Management Services Phils, Inc., Taguig City/Philippinen 100,0 506 -187
TransCare Healthservices Malaysia Sdn. Bhd., Petaling Jaya/Malaysia 100,0 -231 -3
Whiteinc Space Private Limited, Neu-Delhi/India 99,0 0 -0
Lateinamerika
Aesculap Academy SpA, San Bernardo/Chile 86,1 -32 -5
B. Braun Aesculap de México S.A. DE C.V., Mun. Santa Cruz Atizapán/Mexiko 100,0 20.449 1.109
B. Braun Business Services S.A.S., Bogotá D.C./Kolumbien 100,0 262 102
B. Braun Medical Central America & Caribe S.A. de C.V., San Salvador/El Salvador 51,0 2.000 65
B. Braun Medical de México S.A.PI. DE C.V., Mun. Santa Cruz Atizapán/Mexiko 100,0 13.547 3.575
B. Braun Medical International Paraguay S.A., Mariano Roque Alonso/Paraguay 100,0 3.183 7
B. Braun Medical Paraguay S.A., Mariano Roque Alonso/Paraguay 100,0 3.664 371
B. Braun Medical Peru S.A., Lima/Peru 100,0 22.577 1.539
B. Braun Medical S.A., Bogotá D.C./Kolumbien 100,0 10.017 307
B. Braun Medical S.A., Buenos Aires/Argentinien 100,0 44.390 -14.650
B. Braun Medical S.A., Quito/Ecuador 100,0 17.799 430
B. Braun Medical SpA, Santiago de Chile/Chile 86,1 15.978 3.542
B.BRAUN SIME DIALISIS S.A., Quito/Ecuador 51,0 497 -316
B. Braun Surgical S.A.S, Mosquera/Kolumbien 100,0 1.487 479
Centro de Dialisis, Quito/Ecuador 60,0 984 82
Laboratorios B. Braun S.A., São Gonçalo/Brasilien 100,0 114.688 5.444
Schölly Latin America Importação e Comércio Ltda., Belo Horizonte/Brasilien 90,0 1.545 349
Afrika und Naher Osten
B. Braun Avitum (Pty) Limited, Johannesburg/Südafrika 100,0 2.729 167
B. Braun Medical Gulf FZ-LLC, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate 100,0 1.310 388
B. Braun Medical Kenya Ltd., Nairobi/Kenia 100,0 -178 -392
B. Braun Medical Ghana Limited, Accra/Ghana 100,0 345 89
B. Braun Medical (Pty) Limited, Johannesburg/Südafrika 100,0 19.196 -887
B. Braun Medical Products (Pty) Ltd., Johannesburg/Südafrika 100,0 -843 -11
B Braun Medical Zambia Limited, Lusaka/Sambia 74,0 -340 15
B BRAUN PHARMACEUTICALS EPZ LTD., Nairobi/Kenia 100,0 4.868 -2.978
B. Braun Zimbabwe (Pvt) Ltd., Harare/Simbabwe 75,0 118 485
E. Owen and Partners, Johannesburg/Südafrika 100,0 373 -34
ÜBRIGER ANTEILSBESITZ
Deutschland
AXIOS 3D Services GmbH, Oldenburg 4) 30,0 44 -108
CeGaT GmbH, Tübingen 4) 30,0 35.000 7.063
Christoph Miethke GmbH & Co. KG, Potsdam 4) 24,9 5.543 3.316
Christoph Miethke Verwaltungs GmbH, Potsdam 3) 4) 24,9 31 0
C.R.S. iiMotion GmbH, Villingen-Schwenningen 4) 29,5 2.046 196
DESOTEC GmbH Sondermaschinenbau, Winnenden-Hertmannsweiler 4) 56,5 1.687 14
Diomedes GmbH, Melsungen 4) 25,0 351 45
Findos Investor Fund I GmbH & Co. KG, München 3) 16,7 - -
Findos Investor Fund II GmbH & Co. KG, München 3) 16,7 - -
Findos Investor Fund III GmbH & Co. KG, München 3) 16,7 - -
Findos Investor Fund IV GmbH & Co. KG, München 3) 16,7 - -
GINo Gesellschaft für Innovation Nordhessen mbH, Kassel 3) 5) 50,0 - -
IT4process GmbH, Herzogenrath 4) 30,1 -48 -119
Residenz-Hotel-Tagungszentrum Kassel GmbH, Kassel 3) 14,1 - -
Residenz-Hotel-Tagungszentrum Kassel GmbH & Co. Investitions KG, Kassel 3) 14,1 - -
Sophia GmbH & Co. KG, Rotenburg (Wümme) 4) 49,0 30 23
Sophia Verwaltungs GmbH, Rotenburg (Wümme) 4) 49,0 10 0
Tuttlinger Wohnbau GmbH, Tuttlingen 3) 13,3 - -
ukb-AESCULAP InstrumentenManagement GmbH, Berlin 4) 48,2 652 70
Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Melsungen mbH, Melsungen 3) 29,8 - -
Europa
Anlage- u. Finanzierungs AG, Sempach/Schweiz 4) 50,0 1.948 63
Babolat V.S., Lyon/Frankreich 4) 33,3 98.575 12.996
Cabinet néphrologique Dr. Schiele et Dr. Schmid, Forbach/Frankreich 4) 25,0 126 1
Medizinproduktaufbereitung Vorarlberg GmbH, Rankweil/Österreich 4) 29,4 2.436 173
MPAT-Medizinprodukteaufbereitung Tirol GmbH, Zirl/Österreich 4) 29,4 -227 -194
Pigreco Omnia Salus S.r.l., Rom/Italien 3) 5) 35,0 885 -98
SLI Sterilgut Logistik und Instrumentenmanagement GmbH, Wels/Österreich 4) 25,8 3.066 124
SteriNoord B.V., Groningen/Niederlande 3) 33,0 - -
WPM Wund Pflege Management GmbH, Bad Pirawarth/Österreich 4) 30,0 -43 24
270 Vision Limited, Winchester/England 4) 39,7 -620 -47
Nordamerika
Digital Surgery Systems, Inc., Goleta CA/USA 4) 25,1 4.470 -8.257
Asien-Pazifik
Trendlines Medical Singapore Pte. Ltd., Singapur/Singapur 4) 20,0 -1.688 -820
Afrika und Naher Osten
Fidmi Medical Ltd., Misgav/Israel 3) 16,8 - -

Die Beträge in Landeswährung der ausländischen Unternehmen wurden mit dem Mittelkurs am 31.12.2022 bzw. mit dem Durchschnittskurs des Berichtsjahres umgerechnet.

1) Durchgerechneter Anteil

2) Gesellschaften mit Ergebnisabführungsvertrag

3) Unkonsolidiert

4) At Equity konsolidiert

5) Assoziierte Unternehmen

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die B. Braun Holding GmbH & Co. KG, Melsungen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG, Melsungen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der B. Braun Holding GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Kassel, den 17. April 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Conrad, Wirtschaftsprüfer

ppa. Oliver Böhm, Wirtschaftsprüfer

Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 wurde am 22.06.2023 gebilligt.

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