Reparatur und Instandhaltung von Schienenfahrzeugen
ambria GmbHLiquidiert
Obere Marktstraße 24, 92318 Neumarkt in der Oberpfalz, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Ingrid Renate Lutz seit 6.4.2017 | Geschäftsführer |
Nicole Hildegard Kilian seit 6.4.2017 | Geschäftsführer |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Otto (GmbH & Co KG)HamburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.03.2021 bis zum 28.02.2022FINANCIALS Otto (GmbH & Co KG) zum 28. Februar 2022 KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG VOM 1. MÄRZ 2021 BIS ZUM 28. FEBRUAR 2022
KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG VOM 1. MÄRZ 2021 BIS ZUM 28. FEBRUAR 2022
KONZERN-BILANZ ZUM 28. FEBRUAR 2022
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG VOM 1. MÄRZ 2021 BIS ZUM 28. FEBRUAR 2022
ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS
ENTWICKLUNG DES KONZERN-ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2021/22
ENTWICKLUNG DES KONZERN-ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2020/21
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
* Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beinhalten im Geschäftsjahr 2021/22 liquiditätsneutrale Zugänge aufgrund von Veränderungen des Konsolidierungskreises im Segment Plattformen in Höhe von 2.035.602 TEUR.
KONZERNLAGEBERICHTzum 28. Februar 2022Otto (GmbH & Co KG)VORWORT ZUM GESCHÄFTSJAHR 2021/22 Der Konzernabschluss der Otto Group für das Geschäftsjahr 2021/22 und die Darstellung der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage sind durch eine Anpassung der Segmentberichterstattung sowie die Vollkonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE im Vorwege ihres Börsengangs geprägt. Zudem stellt der Krieg in der Ukraine ein wesentliches Ereignis im Geschäftsjahr 2021/22 dar. Der fokussierten Wachstumsstrategie der Otto Group wird mit einer veränderten Darstellung der Segmentberichterstattung Rechnung getragen, die beginnend mit dem Konzernabschluss 2021/22 Anwendung findet. Die Darstellung der Segmente wurde sowohl für das Geschäftsjahr 2021/22 als auch für das vorangegangene Geschäftsjahr 2020/21 angepasst. Die bisherigen Segmente Multichannel-Einzelhandel, Service und Finanzdienstleistungen wurden durch die Segmente Plattformen, Markenkonzepte, Händler, Services und Finanzdienstleistungen abgelöst. Diese stärkere Differenzierung der Segmentstruktur bildet die vielfältigen Geschäftsaktivitäten der Otto Group noch genauer ab und ermöglicht somit einen besseren Einblick in die Geschäftstätigkeit der Unternehmensgruppe. Ein Ereignis, das die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzernabschlusses 2021/22 der Otto Group wesentlich beeinflusst hat, ist die Vollkonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE und ihrer operativen Tochtergesellschaften - nachfolgend About You - im Juni 2021. Zur Vorbereitung des Börsengangs wurde eine Governance-Struktur geschaffen, die dazu führte, dass die Otto Group Beherrschung im Sinne des IFRS 10 über About You erlangt hat. About You wird daher, insbesondere auf Basis der Aufsichtsratsbesetzung der ABOUT YOU Holding SE, seit Juni 2021 vollkonsolidiert in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogen. Darüber hinaus stellt der Einmarsch russischer Streitkräfte in die souveräne Ukraine am 24. Februar 2022 ein wertbegründendes Ereignis im Konzernabschluss zum 28. Februar 2022 dar. Der Konzernabschluss berücksichtigt die bis zum Aufstellungszeitpunkt vorliegenden Erkenntnisse und möglichen Auswirkungen aus dem Krieg in der Ukraine auf die Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden der Otto Group zum 28. Februar 2022. Während die Auswirkungen auf den Konzernabschluss zum 28. Februar 2022 begrenzt sind, erscheinen die mittelbaren Folgen des Krieges in der Ukraine auf das Marktumfeld der Otto Group und auf die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwer vorhersehbar. Demnach ist die Prognose für das Geschäftsjahr 2022/23 zusätzlich mit hohen Unsicherheiten behaftet. GRUNDLAGEN DES KONZERNS Konzernstruktur Die Otto Group ist eine weltweit agierende Handels- und Dienstleistungsgruppe mit durchschnittlich 43.249 Mitarbeiter*innen * und einem Umsatz von 16,1 Mrd. EUR im Geschäftsjahr 2021/22. Mit 30 wesentlichen Unternehmensgruppen ist sie vornehmlich in den drei Wirtschaftsräumen Deutschland, übriges Europa und USA präsent. Die Otto Group gehört mit einem Onlineumsatz von rund 12,1 Mrd. EUR zu den weltweit größten Onlinehändlern. ( *Eine weitergehende Darstellung erfolgt im Kapitel "Unternehmerische Verantwortung".) Die Handelsaktivitäten der Otto Group über die Vertriebskanäle E-Commerce, stationärer Einzelhandel und Katalog bilden den Geschäftskern der Unternehmensgruppe. Zum Sortiment gehören dabei Mode, Schuhe und Lifestyle-Artikel, Möbel und Einrichtungsaccessoires, Spielwaren, Technik-, Sport- und Freizeitartikel sowie Do-it-yourself-Sortimente rund um Renovierung und Gartenbau. Die Otto Group gliedert ihre Aktivitäten in die folgenden Segmente: Das Segment Plattformen umfasst im Wesentlichen die beiden E-Commerce-Plattformen OTTO und About You, bei denen der strategische Schwerpunkt neben dem eigenen Handelsgeschäft auch auf dem Betreiben einer Marktplatzlösung liegt, auf der teilnehmende Partner Waren und Dienstleistungen an Endkund*innen verkaufen. Zudem werden neben dem Handelsgeschäft und den dazugehörigen B2C-Services auch an das Handelsgeschäft angrenzende B2B-Services angeboten. Das SegmentMarkenkonzepte umfasst international vertretene vertikale Konzepte und Produktmarken, darunter insbesondere die bonprix-, die Witt- und die Crate and Barrel-Gruppe, die sowohl Produkte eigener Marken als auch Lizenzmarken an Endkund*innen verkaufen. Dabei werden hauptsächlich eigene Vertriebskanäle, neben dem E-Commerce auch der stationäre Einzelhandel und Kataloge, genutzt. Das SegmentHändler umfasst Multichannel-Handelskonzepte, die vornehmlich Produkte von Eigen- und Fremdmarken ein- und verkaufen. Der E-Commerce bildet auch hier einen Schwerpunkt in den Vertriebskanälen. Zu diesem Segment gehört unter anderem die myToys-Gruppe. Das SegmentServices umfasst die Logistik- und Einkaufsgesellschaften der Otto Group. Diese erbringen ihre Leistungen sowohl gegenüber Kunden außerhalb der Unternehmensgruppe als auch für Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler. Die Hermes Gruppe prägt dieses Segment und bietet dabei zahlreiche Dienstleistungen entlang der logistischen Wertschöpfungskette an - vom Transport über Lagerung bis hin zur Zustellung an Privatkund*innen und Geschäftskunden. Das SegmentFinanzdienstleistungen umfasst das Angebot an internationalen Finanzservices der Otto Group. Die international aufgestellte EOS Gruppe als einer der führenden Experten der technologiebasierten Bearbeitung notleidender Forderungen bestimmt die Hauptaktivität des Segments. Sie bietet mit ihren zahlreichen Konzerngesellschaften vielfältige Services rund um das Forderungsmanagement. Das Portfolio der Otto Group setzt sich aus unterschiedlichen Konzerngesellschaften in verschiedenen Segmenten zusammen. Die folgenden Fokusgesellschaften bilden dabei den Schwerpunkt der fokussierten Wachstumsstrategie der Unternehmensgruppe: Segment Plattformen Die Konzerngesellschaft OTTO (Otto (GmbH & Co KG) mit ihrer operativen Geschäftstätigkeit) ist eines der erfolgreichsten E-Commerce-Unternehmen Europas und ein großer Onlinehändler für Möbel und Wohnaccessoires in Deutschland. Bei OTTO stehen der Ausbau und die konsequente Weiterentwicklung des hybriden E-Commerce-Plattformgeschäftsmodells im Fokus. In diesem Konzept werden Umsätze aus drei Geschäftsfeldern erzielt: als klassischer Händler, als Service- und als Marktplatzanbieter. Der Onlineanteil am Umsatz liegt bei OTTO im Geschäftsjahr 2021/22 bei rund 97 % (2020/21: rund 96 %). About You digitalisiert den klassischen Einkaufsbummel und schafft ein personalisiertes Einkaufserlebnis auf dem Smartphone. Kunden finden auf aboutyou.com sowie in der mehrfach ausgezeichneten About You App neben vielseitiger Inspiration ein Sortiment mit mehr als 500.000 Artikeln von über 3.500 Marken. * About You ist aktuell in 26 europäischen Märkten vertreten. Mit SCAYLE bietet das Fashion-Tech-Unternehmen darüber hinaus eine eigene E-Commerce-Infrastruktur als Lizenzprodukt an. Der Onlineanteil am Umsatz beträgt bei About You im Geschäftsjahr 2021/22 rund 92 % ** . ( * Die Angaben sind freiwillig und daher ungeprüft.) ( ** In den About You Onlineshops in den Regionen DACH und Rest of Europe) Segment Markenkonzepte Die bonprix-Gruppe ist in rund 30 Ländern weltweit vertreten. Die Unternehmensgruppe vertreibt über ihre Eigenmarken Mode zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis und in einer großen Stil- und Größenvielfalt. Home-&-Living-Produkte ergänzen das breite Sortiment, das sich primär an die weibliche Zielgruppe richtet. Die Marke bonprix wird zu einer starken internationalen Modemarke weiterentwickelt. Der Onlineanteil am Umsatz liegt bei der bonprix-Gruppe im Geschäftsjahr 2021/22 bei rund 90 % (2020/21: rund 88 %). Die Crate and Barrel-Gruppe ist Anbieter von Möbeln, Haushaltswaren und Wohnaccessoires für gehobene Ansprüche auf dem nordamerikanischen Markt. Neben der Marke Crate and Barrel betreibt die Gruppe außerdem die Marken CB2, Crate&kids und Hudson Grace. Mit Onlinehandel und Katalogen sowie über hundert Filialen hat sich die Crate and Barrel-Gruppe als Multichannel-Händler in den USA und in Kanada fest etabliert. Der Onlineanteil am Umsatz beträgt im Geschäftsjahr 2021/22 rund 63 % (2020/21: rund 68 %). Die Witt-Gruppe zählt zu den führenden textilen Multichannel-Unternehmen für die Zielgruppe 50plus. Ihr Motto: "Für die beste Zeit des Lebens". Mit zehn Marken - darunter WITT WEIDEN, heine und Sieh an! - spricht sie Kund*innen mit unterschiedlichen Bedürfnissen in Bezug auf Kleidungsstil, Preis, Passform und Größenauswahl an. Die Witt-Gruppe erreicht ihre Kund*innen über Onlineshops, Kataloge und rund einhundertzwanzig Filialen in Deutschland. Der Onlineanteil am Umsatz liegt im Geschäftsjahr 2021/22 bei rund 37 % (2020/21: rund 35 %). Segment Händler Unter der Marke myToys betreibt die myToys-Gruppe im Hinblick auf den Umsatz seit über zehn Jahren den Nr. 1 Onlineshop für Spielzeug und Produkte rund ums Kind in Deutschland sowie 19 gleichnamige Filialen. Die Unternehmensgruppe, zu der neben myToys die Shopping-Angebote von limango, mirapodo und yomonda gehören, zählt im Hinblick auf den Umsatz zu den größten deutschen E-Commerce-Unternehmen für die Zielgruppe Familien. Der Onlineanteil am Umsatz liegt im Geschäftsjahr 2021/22 bei rund 96 % (2020/21: rund 97 %). Segment Services Hermes ist ein international tätiger Logistikdienstleister mit Sitz in Hamburg. Die Unternehmen der Hermes Gruppe erbringen relevante handelsnahe Logistikdienstleistungen und sind Partner zahlreicher Multichannel-Händler und Online-Retailer im In- und Ausland sowie im Cross-Border-Bereich. Dabei entfällt der größte Teil des Geschäfts auf die Zusammenarbeit mit externen Kunden, daneben spielen aber auch Dienstleistungen gegenüber Konzerngesellschaften der Otto Group eine bedeutende Rolle. Im Geschäftsjahr 2020/21, mit Wirkung zum 30. November 2020, übernahm Advent International 25 % der Anteile an der Hermes Germany GmbH sowie 75 % der Anteile an der Hermes Parcelnet Limited in Großbritannien. Die entsprechenden Gesellschaften und ihre Tochterunternehmen werden seitdem nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Segment Finanzdienstleistungen Die EOS Gruppe ist einer der international führenden Experten der technologiebasierten Bearbeitung notleidender Forderungen. Mit über 45 Jahren Erfahrung und Standorten in 24 Ländern bietet die EOS Gruppe Banken sowie Unternehmen, insbesondere aus den Bereichen Immobilien, Telekommunikation, Energieversorgung und E-Commerce, Dienstleistungen rund ums Forderungsmanagement an. Mithilfe eines internationalen Netzwerks von Partnerunternehmen hat die EOS Gruppe Zugriff auf Ressourcen in mehr als 180 Ländern. Konzernstrategie Shareholder-Vision, Geschäftsauftrag und Leitbild Zum Ende des Geschäftsjahres 2019/20 haben die Gesellschafter die Vision "Responsible commerce that inspires" formuliert, welche die Wichtigkeit von nachhaltigem Handel betont und einen klaren Anspruch artikuliert, wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer und ökologischer Verantwortung zu vereinen. Zusammen mit dem Geschäftsauftrag der Gesellschafter konkretisiert diese Shareholder-Vision, innerhalb welcher Rahmenbedingungen und Leitplanken nachhaltig profitable Geschäftsmodelle der Otto Group entwickelt und betrieben werden sollen. Darüber hinaus schafft ein im Jahr 2017 partizipativ entwickeltes Leitbild unter dem Leitsatz "Gemeinsam setzen wir Maßstäbe" das programmatische Fundament der Otto Group. "Responsible commerce that inspires" ist somit die Richtungsvorgabe der Gesellschafter, die zusammen mit dem Leitbild den Rahmen für die strategische Entwicklung der Otto Group bildet. Dieser Rahmen wird unter dem Begriff "Otto Group Path" weiter konkretisiert. Der Otto Group Path beschreibt den Entwicklungspfad der Unternehmensgruppe seit dem Jahr 2017. Er steckt die strategischen Ziele ab, setzt Schwerpunkte für alle Konzerngesellschaften der Otto Group und gibt den Handlungsrahmen für die Portfoliostrategie sowie für die Strategie zur Einhaltung der sozialen und ökologischen Verantwortung vor. Die Ziele des Otto Group Path aus dem Jahr 2017 wurden bereits im Geschäftsjahr 2020/21 und damit ein Jahr früher als geplant erreicht, sodass der Otto Group Path weiterentwickelt wurde. Basierend auf der finanziellen Stabilität der Unternehmensgruppe wurde die zukünftige Strategie geschärft und es wurden neue, ambitionierte Ziele gesetzt. Für den Otto Group Path wurde ein Planungszeitraum bis zum Geschäftsjahr 2025/26 festgelegt und hierfür ein anhaltend dynamisches Umsatzwachstum mit hoher Ertragskraft avisiert. Mit gezielten Investitionen in den Auf- und Ausbau bestehender und neuer Geschäftsmodelle stellt sich die Otto Group in dieser Zeit zukunftsgerecht auf und sichert sich zudem durch eine konstant gute Bonität und Kapitalstruktur die nötige Flexibilität für die Zukunft. Darüber hinaus steckt sich die Otto Group mit ihrer Corporate Responsibility-Strategie - nachfolgend CR-Strategie - weiterhin hohe Nachhaltigkeitsziele und verpflichtet sich unter anderem zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2030. Um dies zu erreichen, legt der Otto Group Path besondere Schwerpunkte auf den Code of Ethics als konzernweit gültigen Wertekompass, auf die Verbesserung der operativen Exzellenz sowie auf das mutige und leidenschaftliche Vorantreiben des Kulturwandels als Grundvoraussetzung für den Erhalt von Flexibilität und nachhaltiger Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus wird über eine klare Portfoliostrategie der strategische Handlungsrahmen für die Segmente Plattformen, Markenkonzepte, Händler, Services und Finanzdienstleistungen abgeleitet. Innerhalb dieser fünf Segmente verfolgt die Unternehmensgruppe eine fokussierte Wachstumsstrategie: Es wird gezielt in marktrelevante Geschäftsmodelle und jene Konzerngesellschaften investiert, denen man ein besonders gutes Leistungsvermögen im Hinblick auf Rendite bei gleichzeitig hohem Wachstum zutraut. Durch das Portfoliomanagement und andere Steuerungsmechanismen werden die Ziele des Otto Group Path auf die Konzerngesellschaften übertragen und so miteinander verknüpft. Der Konzernvorstand selbst ist sowohl auf die Erreichung der wirtschaftlichen als auch der CR-Ziele incentiviert. Portfoliostrategie Die Otto Group ist international ausgerichtet und deckt nahezu alle relevanten Wertschöpfungsstufen in Handel, konsumentennahen Services sowie Finanzdienstleistungen ab. Diese strategische Ausrichtung wird die Otto Group fortführen. Das Portfoliomanagement zielt auf die Stärkung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Otto Group ab, die den dynamischen Verschuldungsgrad (Netto-Finanzverschuldung/Cash EBITDA) und den Verschuldungskoeffizienten (Netto-Finanzverschuldung/Konzern-Eigenkapital) als weitere finanzielle Leistungsindikatoren beinhaltet. Sowohl der dynamische Verschuldungsgrad als auch der Verschuldungskoeffizient konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich gesenkt werden. * (* Für die Entwicklung dieser finanziellen Leistungsindikatoren im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2021/22 wird auf das Kapitel "Bonitätskennzahlen" verwiesen.) Zur Sicherstellung der langfristigen Leistungsfähigkeit überprüft die Otto Group fortlaufend die Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit jeder einzelnen Konzerngesellschaft. Daneben investiert die Otto Group entlang der Strategien in den einzelnen Segmenten gezielt in zukunftsträchtige Geschäftsmodelle, Technologien und Kompetenzen sowie in die Erhöhung der Reichweite durch Expansion (unter anderem in neue Märkte). Die Umsetzung neuer Geschäftsideen und -konzepte und die Erschließung neuer Ertragsquellen wird in der Otto Group mit einer hohen Investitionsbereitschaft vorangetrieben. Um die stärkere Diversifizierung des Portfolios zu fördern, werden passgenaue M&A-Opportunitäten laufend bewertet und sind als mögliche anorganische Erweiterungen der Unternehmensgruppe Teil des Investitionsfokus der Portfoliostrategie. Wichtiger Rahmenparameter ist dabei die Aufrechterhaltung der guten Bonität und soliden Kapitalstruktur der Otto Group. Für Konzerngesellschaften ohne nachhaltige Perspektive in der Otto Group wird über das Portfoliomanagement nach langfristigen Lösungen außerhalb der Unternehmensgruppe gesucht. In diesem Zusammenhang hat der Vorstand der Otto Group beispielsweise im Herbst 2020 entschieden, die Innovationsfunktionen der Otto Group Digital Solutions-Gruppe - nachfolgend OGDS-Gruppe - näher an den operativen Kern der verschiedenen Geschäftsmodelle der Unternehmensgruppe zu rücken und für die verbleibenden kleineren Unternehmen aus dieser Gruppe strategische Optionen zu prüfen. Im Zuge dessen wurde mit Wirkung zum 1. September 2021 die adSoul GmbH, Anbieter von automatisiertem Suchmaschinenmarketing, von der phinx Ventures GmbH übernommen. Weiterhin wurde am 22. September 2021 die Veräußerung der shopping 24 Gesellschaft für multimediale Anwendungen mbH an die YK Group GmbH bekannt gegeben. Darüber hinaus erfolgte bereits die Veräußerung der collect Artificial Intelligence GmbH an die Aareal Bank Gruppe, allerdings mit Wirkung im nachfolgenden Geschäftsjahr 2022/23. Als weiteres Beispiel ist die Beendigung der Geschäftsaktivitäten der MEKIS Japan Inc. i.L. (bis zum 28.02.2022 Eddie Bauer Japan, Inc.), einem Joint Venture der Otto Group und Eddie Bauer LLC, im Geschäftsjahr 2021/22 zu nennen. Das Geschäftsmodell war nicht zuletzt aufgrund der gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht mehr tragfähig.
Das Segment Plattformen umfasst plattformbasierte Geschäftsmodelle mit starker Marktposition in einem breit angelegten Themenfeld oder mit Fokus auf bestimmte Kategorien. Hier haben der mit hohen Investitionen verbundene Geschäftsmodellwandel der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform sowie die Weiterentwicklung der großen Handelsplattform About You hohe Priorität. Mit ihrer Reichweite tragen beide Konzerngesellschaften die Shareholder-Vision als faire und verantwortungsvolle Handelsplattformen und inspirierende Anlaufstellen für Kund*innen und Partner. Die Weiterentwicklung von OTTO von einem reinen Onlinehändler hin zur E-Commerce-Plattform geht planmäßig voran. Mittlerweile werden Umsätze in drei Geschäftsfeldern erzielt: als Händler, als Serviceanbieter und als Marktplatzanbieter. Hierbei spielen neben der Kund*innenzufriedenheit der weitere Hochlauf der Anzahl an Marktplatzpartnern, die Vereinheitlichung der Payment-Prozesse und der Ausbau der B2B- und B2C-Services eine entscheidende Rolle. Dank eines automatisierten Anmeldeverfahrens wächst die Zahl der Kooperationen und Partner auf der Plattform weiterhin über Plan. Zudem wurde mit OTTO DOCK 6 eine Anlaufstelle für Start-ups geschaffen mit dem Ziel, interne Problemstellungen mit externen Lösungsanbietern zu vernetzen und die Zusammenarbeit mit Start-ups weiter auszubauen. Mit dem erfolgreichen Börsengang von About You realisierte die Otto Group im Geschäftsjahr 2021/22 den ersten Börsengang ihrer Unternehmensgeschichte und bleibt auch nach dem Börsengang größter Anteilseigner von About You. Der Großteil der durch den Börsengang von About You erzielten Mittel soll für die internationale Skalierung des Angebots, den beschleunigten Ausbau des Software-as-a-Service-Geschäfts im Bereich Technologie, Medien und Enabling sowie die Stärkung der technischen Infrastruktur und der Distributionszentren von About You verwendet werden. Somit wird der internationale und technologische Wachstumspfad von About You konsequent fortgeführt.
Im Segment Markenkonzepte sind margenstarke (vertikale) Produktmarken, die über unterschiedliche Kanäle ausgespielt werden können, angesiedelt. Hier sind vor allem die international vertretenen Marken bonprix, Witt sowie Crate and Barrel zu nennen. Die Bedeutung des ertragsstarken Segments Markenkonzepte wird durch Investitionen in den Ausbau und das Wachstum der vertikalen Markenkonzepte weiter gestärkt.
Händler sind Ein- und Verkäufer von Eigen- und Fremdmarken, die sich im Wesentlichen über die Händlermarge monetarisieren. Bei den Handelskonzepten der Otto Group liegt der Schwerpunkt auf der konsequenten Fortführung bereits laufender Transformationen hin zur stärkeren Digitalisierung, zukunftsfähiger Positionierung im Wettbewerb und Steigerung von operativer Exzellenz mit Fokus auf dem Erlebnis für die Kund*innen. Hierzu gehören unter anderem eine stärkere Personalisierung des Angebots sowie eine klare Ausrichtung auf eine inspirierende Customer Journey mit besonderem Blick auf den Handel über verschiedene Endgeräte, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und gleichzeitig das Ökosystem rund um die Plattformen der Otto Group zu stärken sowie die Reichweite der Unternehmensgruppe zu erhöhen.
Services sind einer der bedeutendsten Faktoren im Endkund*innengeschäft. Einen weiteren Schwerpunkt der Strategie der Otto Group bilden daher B2C- und B2B-Services, die unter der Dachmarke Hermes gebündelt werden. Neben Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Transparenz der Lieferkette legt die Hermes Gruppe besonderen Wert auf die Servicequalität an allen Kontaktpunkten mit den Endkund*innen. Hervorzuheben sind hier die Bereiche im Distributionsgeschäft, mit denen über die Beteiligungsgesellschaften in Deutschland und Großbritannien erfolgreich operiert wird, das Zwei-Mann-Handling, in dem die HERMES Einrichtungs Service GmbH & Co. KG in Deutschland sowie GIRARD AGEDISS in Frankreich zu den Marktführern zählen, sowie Warehousing, das über die Hermes Fulfilment-Gruppe und die Logistikaktivitäten der Baur-Gruppe für die Handelsaktivitäten der Otto Group eine Schlüsselrolle spielt. Insbesondere im Paket-Distributionsgeschäft konnte die Hermes Gruppe in den beiden großen europäischen E-Commerce-Märkten Deutschland und Großbritannien in den vergangenen Jahren eine wichtige Rolle nach den ehemaligen Staatsunternehmen spielen. Um in diesem besonders dynamischen Marktumfeld künftig noch innovativer vorangehen und den Geschäftspartnern der Hermes Gruppe, innerhalb wie außerhalb der Otto Group, ein noch leistungsfähigeres Serviceversprechen anbieten zu können, hat sich die Otto Group im Geschäftsjahr 2020/21 dafür entschieden, das Paket-Distributionsgeschäft der Hermes Gruppe in Großbritannien und Deutschland mit Advent International als starkem Partner weiterzuentwickeln. Darüber hinaus erfolgte im Geschäftsjahr 2021/22 der vollständige Verkauf von MONDIAL RELAY in Frankreich an den international tätigen Paketdienstleister InPost S.A. Im B2B-Bereich wurden weitere Transformationsmaßnahmen eingeleitet und strategische Entscheidungen zur Neuausrichtung getroffen, um das Wachstum unter dem Dach der Hermes Fulfilment-Gruppe zu gestalten und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Mit dem langfristigen Ziel, kosteneffiziente Abwicklungsvolumen im osteuropäischen Raum zu bündeln, wurde die Schließung des in Hamburg-Bramfeld ansässigen Retourenbetriebs in der zweiten Jahreshälfte 2021 umgesetzt. Dieser wichtige Schritt ist in einem zunehmend internationaler werdenden Wettbewerb mit hoher Dynamik und hohem Kostendruck notwendig, um eine konkurrenzfähige und wirtschaftlich nachhaltige Ausrichtung dieser Konzernaktivität zu ermöglichen. In den nachfolgenden Geschäftsjahren erfolgen durch die Hermes Fulfilment-Gruppe hohe Investitionen in einen neuen Standort im polnischen Ilowa, der auf die logistische Abwicklung kleinvolumiger Sortimente zugeschnitten wird. Parallel dazu wird ein bestehender Logistikstandort im hessischen Gernsheim bei laufendem Betrieb erweitert und umgestaltet. Beide Standorte, Ilowa und Gernsheim, sollen zukünftig vernetzt agieren und werden gleichermaßen Sortimente der Konzerngesellschaft OTTO sowie der myToys-Gruppe logistisch abwickeln. Zudem wurde im Geschäftsjahr 2021/22 in einem gemeinsamen Gesellschafterbeschluss der Otto Group und der Friedrich-Baur-GmbH vorgesehen, dass die Hermes Fulfilment-Gruppe gemeinsam mit der Baur-Gruppe hohe Investitionen in die logistische Infrastruktur am Standort der Baur-Gruppe im bayrischen Altenkunstadt tätigt, um den Standort auszubauen, technologisch auf hohem Niveau zu modernisieren und weiterzuentwickeln sowie langfristig Arbeitsplätze in der Region und in Deutschland zu sichern. Damit werden unter anderem die Voraussetzungen geschaffen, der wachstumsstarken About You-Gruppe, deren Logistiknetzwerk teilweise am Standort in Altenkunstadt liegt, langfristig nachgefragte Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Erste wesentliche Investitionen werden, wie auch in die Standorte Ilowa und Gernsheim, bereits im Geschäftsjahr 2022/23 erfolgen.
Die Strategie der Otto Group im Segment Finanzdienstleistungen setzt vor allem auf die verantwortungsvolle nationale und internationale Weiterentwicklung des Forderungsmanagementgeschäfts. Der Fokus liegt hier auf der EOS Gruppe, die als führender Finanzdienstleister ihre Investitionsschwerpunkte auf unbesicherte und besicherte Forderungsportfolios sowie Immobilien setzt. In diesen Bereichen wurden die Services in den vergangenen Geschäftsjahren konsequent ausgebaut, sie werden inzwischen in 24 Ländern erfolgreich angeboten. Auch in Zukunft werden sich die Finanzdienstleistungen der Otto Group, gestützt durch hohe Investitionen in weiteres Wachstum sowie in die Digitalisierung, über ihre Professionalität sowie ein faires und verantwortungsvolles Angebot positiv vom Wettbewerb abheben und hiermit einen wesentlichen Beitrag zur Profitabilität der Otto Group leisten. CR-Strategie Der Vorstand ist überzeugt, dass die Otto Group nicht nur Verantwortung für die ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit trägt, sondern dass Nachhaltigkeit auch die Basis für den langfristigen wirtschaftlichen Unternehmenserfolg darstellt. Die CR-Strategie ist daher fester Bestandteil der Unternehmensstrategie sowie des Otto Group Path. Darüber hinaus ist die variable Vorstandsvergütung bereits seit dem Geschäftsjahr 2014/15 auch an die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen gekoppelt. Damit sind die Grundsätze nachhaltigen Wirtschaftens tief in der Konzernorganisation und in den Geschäftsprozessen verankert. Mit der im März 2021 in Kraft getretenen neuen CR-Strategie löst die Otto Group die erfolgreich abgeschlossene CR-Strategie 2020 ab und setzt sich neue ambitionierte Ziele. Konkret umfasst die aktuelle CR-Strategie der Otto Group sieben Themenbereiche, die sich aus einer Wesentlichkeitsanalyse ergeben: Climate, Sustainable Materials, Supply Chain, Circularity, Empowered Employees, Conscious Customers und Digital Responsibility. * Die Otto Group sieht in diesen Themenbereichen die Chance, innerhalb der Geschäftsmodelle der Konzerngesellschaften gezielt Einfluss zu nehmen, um belastende Auswirkungen der Geschäftstätigkeit weiter zu reduzieren sowie messbare positive ökologische und soziale Wirkungen zu erzielen. Innerhalb der sieben Themenbereiche wurden je ein "Transformational Goal" (langfristiges, transformatorisches Ziel) und mehrere "Core Priorities" (zeitlich begrenzte, konkrete, quantitative und qualitative Ziele) festgelegt. Die Zielsetzungen aus der CR-Strategie werden regelmäßig überprüft und an neue Rahmenbedingungen und Handlungsoptionen angepasst. ( * Eine weitergehende Darstellung der CR-Strategie erfolgt im Kapitel "Unternehmerische Verantwortung".) Mit der CR-Strategie leistet die Otto Group einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und begegnet gleichzeitig den stetig wachsenden Anforderungen sowie dem zunehmenden Handlungsdruck von außen. Die CR-Strategie setzt auf wesentlichen Prinzipien des Kulturwandels auf, die eine wichtige Grundlage für den Erfolg der Bestrebungen der Otto Group sind: Sichtbarkeit von CR-relevanten Themen wird über alle Hierarchien und Fachbereiche hinweg geschaffen, Gestaltungsspielräume für Konzerngesellschaften, ihre individuellen Beiträge zu den gruppenweiten Zielen zu formulieren, werden eröffnet, und Vernetzung und Zusammenarbeit innerhalb der Otto Group werden gefördert, um voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. WIRTSCHAFTLICHES UMFELD Gesamtwirtschaftliches Umfeld Die Weltwirtschaft stand im Jahr 2021 trotz der anhaltenden Corona-Pandemie auf Expansionskurs. Angesichts fortschreitender Impfquoten in vielen Ländern konnten Eindämmungsmaßnahmen, auch unter Berücksichtigung der schnellen Ausbreitung des Corona-Virus, (teilweise) reduziert werden, sodass der Einfluss der Corona-Pandemie auf die wirtschaftliche Aktivität nachgelassen hat. Insgesamt ergibt sich für das Jahr 2021 ein signifikanter Anstieg des globalen Bruttoinlandsproduktes - nachfolgend BIP - in Höhe von preisbereinigt 5,8 %, der damit deutlich über dem Vorjahreswert von -3,3 % liegt. Die konjunkturelle Entwicklung der fortgeschrittenen Volkswirtschaften zeigte regional bedeutsame Unterschiede. Während in den USA das Schlussquartal noch einmal zulegen konnte, verlief das Wirtschaftswachstum in der Eurozone aufgrund stark ansteigender Infektionszahlen und daraus bedingt weiterer Infektionsschutzmaßnahmen nur noch auf schwachem Niveau. Maßgeblich betroffen waren kontaktintensive Dienstleistungen. Die im Jahresverlauf 2021 stark angestiegenen Energierohstoffpreise führten in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften, darunter vor allem in den USA, zu hohen Inflationsraten, welche belastend auf die Kaufkraft der privaten Haushalte wirkten. Die Entwicklung in den Schwellenländern war durch einen hohen Produktionsanstieg trotz unterjähriger Schwankungen gekennzeichnet. Die Industrieproduktion und der Welthandel gewannen angesichts nachlassender Lieferkettenstörungen zum Jahresende spürbar an Fahrt. Auf das Gesamtjahr 2021 betrachtet war der Welthandel von einer starken Erholung geprägt, sodass sich das Welthandelsvolumen mit einem Anstieg von 10,3 % (2020: -5,4 %) äußerst dynamisch zeigte. Die gesamtwirtschaftliche Produktion der deutschen Volkswirtschaft erhöhte sich im Jahr 2021 und war durch eine im Vorjahresvergleich deutliche Verbesserung des realen BIP in Höhe von 2,9 % (2020: -4,6 %) gekennzeichnet. Nach einem kräftigen Anstieg des realen BIP in der Jahresmitte zeigte sich die gesamtwirtschaftliche Dynamik zum Jahresende, unter anderem bedingt durch die Folgewirkungen der vierten Welle der Corona-Pandemie, rückläufig. Die privaten Konsumausgaben entwickelten sich wechselwirkend zum Pandemiegeschehen, wodurch es im Sommerhalbjahr zu einem kräftigen Anstieg kam, dessen Dynamik im vierten Quartal aufgrund steigender Fallzahlen nachgelassen hat. In der Gesamtjahresbetrachtung stagnierten die privaten Konsumausgaben mit einem preisbereinigten Anstieg von 0,1 % annähernd auf dem Vorjahresniveau. Die kontaktintensiven Wirtschaftsbereiche waren hiervon abermals in besonderem Maße betroffen. Angesichts der eingeschränkten Konsummöglichkeiten infolge von Infektionsschutzmaßnahmen verblieb die Sparquote der privaten Haushalte auch im Jahr 2021 auf einem hohen Niveau. Der starke Anstieg der Verbraucherpreise getrieben durch Rohstoffpreisanstiege sowie gestörte Lieferketten wirkte sich negativ auf die Kaufkraft der verfügbaren Einkommen aus. Die Erwerbstätigkeit zeigte sich 2021 nach einem Rückgang im vergangenen Jahr robust, sodass die Zahl der Erwerbstätigen leicht anstieg. Die öffentlichen Haushalte stellten durch die pandemiebedingt weiterhin hohen Mehrausgaben einen expansiven Faktor für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im vergangenen Jahr dar. Zusätzlich nahmen die Unternehmensinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr wieder zu, obgleich die Erholung angesichts bestehender Lieferengpässe moderat verlief. Der Außenhandel zog trotz der Belastungsfaktoren durch die Corona-Pandemie kräftig an und konnte einen positiven Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten. Dabei legten sowohl die Ausfuhren als auch die Einfuhren insbesondere im vierten Quartal deutlich zu und lagen in der Ganzjahresbetrachtung nur leicht unter dem Vorkrisenniveau von 2019. In der Eurozone zeigte sich die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2021 im Vorjahresvergleich stark aufwärtsgerichtet, was sich in einer Veränderung des realen BIP in Höhe von 5,3 % (2020: -6,5 %) widerspiegelte. Das beschleunigte Wachstum ist dabei vor allem auf das Sommerhalbjahr zurückzuführen, während die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zum Jahresende durch steigende Infektionszahlen und Lieferengpässe nur schwach zulegte. Die Konsumeinschränkungen, bedingt durch ein erhöhtes Infektionsgeschehen, schlugen sich korrespondierend im privaten Konsum nieder, welcher sich nach einem Sommerhoch im vierten Quartal wieder rückläufig zeigte. Insbesondere die hohen Energiepreise trieben die Verbraucherpreise seit Jahresbeginn 2021 kontinuierlich an, welche zu Lasten der verfügbaren Einkommen die Kaufkraft zusätzlich schmälerten. Der Außenbeitrag entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr wieder positiv, da die stark steigende Exportquote das Importwachstum überstieg. Die pandemiebedingt negative Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wurde unterbrochen, sodass die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote auf 7,7 % (2020: 8,0 %) sank. In den nicht zur Eurozone gehörenden Ländern der EuropäischenUnion zeigte sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung insgesamt betrachtet ebenfalls deutlich aufwärtsgerichtet. Dabei kam es in den Ländern Mittel- und Osteuropas, wie beispielsweise Polen, zu einem stärker ausgeprägten Anstieg der Konjunktur als im Durchschnitt der Europäischen Union. Die konjunkturelle Entwicklung in Großbritannien zeigte sich mit einem Anstieg des realen BIP in Höhe von 7,5 % (2020: -9,4 %) ebenfalls stark expansiv. Hier sendeten das Exportvolumen, hohe Investitionstätigkeiten und staatliche Konsumausgaben positive Impulse. In den USA zeigte sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2021 mit einem preisbereinigten Anstieg des BIP in Höhe von 5,7 % (2020: -3,4 %) ausgesprochen dynamisch. Der private Konsum stieg im Vorjahresvergleich signifikant um 7,9 % an, wobei diese Entwicklung insbesondere durch die hohe Nachfrage nach Waren gestärkt wurde. Das Konsumausgabenniveau für Dienstleistungen erholte sich zunächst langsam, wurde zum Jahresende allerdings von der Ausbreitung der Omikron-Virusvariante erneut gebremst. Die stark expansive gesamtwirtschaftliche Entwicklung führte auf dem Arbeitsmarkt zu einer signifikanten Verminderung der Arbeitslosenquote auf 5,4 % (2020: 8,1 %). Die hohe Arbeitskräftenachfrage führte gleichsam zum Anstieg der Nominallöhne, während die Reallöhne im Zuge hoher Anstiege in den Verbraucherpreisen nachließen. Der starke Inflationsdruck in fast allen Bereichen wirkte sich belastend auf die Kaufkraft der privaten Haushalte aus, die gleichwohl von hohen Ersparnissen während der Pandemie gestützt werden konnte. Auch die Unternehmensinvestitionen stiegen spürbar an, wodurch die konjunkturelle Dynamik gestärkt wurde. Vom Außenhandel ging im Jahr 2021, insgesamt betrachtet, kein positiver Impuls aus, da die Einfuhren die Ausfuhren deutlich überstiegen.
Branchenspezifisches Umfeld Plattformen, Markenkonzepte und Händler Der deutsche Einzelhandel war im Jahr 2021 weiterhin durch den Einfluss der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Entwicklungen geprägt. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld in Deutschland zeigte sich mit einem Anstieg des realen BIP wieder deutlich aufwärtsgerichtet. Nachdem im Vorjahr der über 14 Jahre anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit endete, kam es im Jahr 2021 zu einem erneut leichten Anstieg der Erwerbstätigenzahl auf 44,9 Millionen. Die Reallöhne, welche im Vorjahr einen Rückgang von 1,1 % verzeichneten, sanken im Jahr 2021 abermals leicht um 0,1 %. Einem generellen Zuwachs der Nominallöhne stand hierbei ein deutlicher Anstieg der Verbraucherpreise gegenüber, welcher im Jahresdurchschnitt 2021 mit 3,1 % signifikant über der Jahresteuerungsrate des Vorjahres lag. Zurückzuführen ist der Inflationsanstieg unter anderem auf krisenbedingte Preisanstiege sowie Lieferengpässe. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte wurden weiterhin vom Geschehen der Corona-Pandemie und den damit einhergehend eingeschränkten Konsummöglichkeiten beeinflusst, sodass diese im Jahr 2021 mit einem Zuwachs von preisbereinigt 0,1 % (2020: -5,9 %) beinahe auf Vorjahresniveau verblieben. Der zurückgehaltene private Konsum äußerte sich in einer auf hohem Niveau verbliebenen Sparquote sowie einer stark aufgestauten Kaufkraft. Die im Vorjahr zu beobachtende dynamische Nachfrage nach langlebigen Gebrauchsgütern flachte im Jahr 2021 ab. Dies lag in einem Sättigungseffekt begründet, nachdem die Nachfrage der Privathaushalte im Vorjahr unter anderem aufgrund der signifikanten Verschiebung zwischen den Wirtschaftsbereichen und unterstützt durch die temporäre Mehrwertsteuersatzsenkung in der zweiten Jahreshälfte vorgezogen wurde. Trotz einer leicht rückläufigen Reallohnentwicklung und einer damit einhergehend wenig dynamischen Entwicklung der privaten Konsumausgaben verzeichnete der gesamte deutsche Einzelhandel im Jahr 2021 eine nominale Steigerung der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 2,7 % (2020: 5,9 %). Dies entspricht einem preisbereinigten Anstieg von 0,7 % (2020: 4,8 %). Damit konnten die deutschen Einzelhändler, trotz der seit zwei Jahren andauernden Corona-Pandemie, das zwölfte Jahr in Folge sowohl nominale als auch preisbereinigte Umsatzsteigerungen gegenüber dem jeweiligen Vorjahr erzielen. Der deutsche Online- und Versandhandel konnte seine Umsätze mit Waren im Jahr 2021 deutlich um 18,9 % auf 100,3 Mrd. EUR (2020: 84,4 Mrd. EUR) steigern. Insbesondere im E-Commerce-Bereich zeigten sich überdurchschnittliche Umsatzsteigerungen in Höhe von 19,0 % (2020: 14,6 %), wodurch 99,1 Mrd. EUR (2020: 83,3 Mrd. EUR) mit Waren im reinen Onlinegeschäft umgesetzt wurden. Der warengetriebene E-Commerce in Deutschland ist damit seit dem Jahr 2017 insgesamt betrachtet um 69,4 % gewachsen. Bekleidung blieb auch im Jahr 2021 weiterhin die umsatzstärkste Warengruppe im E-Commerce-Bereich - gefolgt von Elektronik- und Telekommunikationsartikeln, Computerzubehör und -spielen sowie Softwareprodukten. Sehr deutliche Umsatzsteigerungen in Höhe von 23 % konnten auch die Sortimente aus dem Einrichtungsbereich verzeichnen, sodass mit Haushaltswaren und -geräten, Möbeln, Lampen und Dekoration sowie Haus- und Heimtextilien erstmals knapp 15,6 Mrd. EUR im Jahr 2021 umgesetzt wurden. Die hohe E-Commerce-Nachfrage nach Gebrauchsgütern aus dem Einrichtungsbereich erfolgte teilweise zu Lasten des Stationärhandels. Die Internetnutzung über Smartphones und Tablets zeigte sich im Jahr 2021 sehr dynamisch. Der Umsatzanteil der Warenbestellungen im deutschen E-Commerce, der über mobile Endgeräte erfolgte, lag im Jahr 2021 mit 40,2 % deutlich über dem Vorjahresniveau (2020: 33,8 %). Services Die deutsche Transport- und Logistikbranche war im Jahr 2021 ebenfalls durch die gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinflusst. Die aufgrund der Corona-Pandemie in vielen Ländern beschlossenen Schutzmaßnahmen hatten zunächst erhebliche Auswirkungen auf die Produktion und den Handel, im Jahresverlauf ebbten diese allerdings schrittweise ab. In der Folge kam es zu einer Aufholbewegung in der gesamtwirtschaftlichen Produktion, dem Handelsvolumen sowie der Industrieproduktion. Das gesamte Transportaufkommen in Deutschland stieg daher im Jahresdurchschnitt um 2,1 % (2020: -3,5 %). Der Straßengüterverkehr wuchs dabei weniger stark als andere Verkehrsbereiche. Neben dem weiterhin sehr wettbewerbsintensiven Marktumfeld haben vor allem die Entwicklung der Lohnkosten und des Rohölpreises einen spürbaren Einfluss auf die deutsche Transport- und Logistikbranche. Dabei zeigte sich das allgemeine Kostenniveau im deutschen Güterverkehr im Jahr 2021 weiterhin aufwärtsgerichtet. Das anhaltende Sendungsmengenwachstum durch die dynamische Entwicklung im Online- und Versandhandel hat sich infolge des hohen Infektionsgeschehens beschleunigt und zu einer anhaltend hohen Auslastung bei den Paketzulieferungen geführt. Der damit einhergehend gestiegene Personalbedarf traf auf den weiterhin bestehenden Fahrer*innenmangel in der Distributionslogistik. In der Folge kam es auch im Jahr 2021 aufgrund von tariflichen Vereinbarungen sowie notwendigen Lohnanpassungen zu deutlich steigenden Personalaufwendungen. Die Kraftstoffkostenentwicklung war im Jahr 2021 insgesamt durch einen signifikanten Anstieg von 22,6 % (2020: -9,9 %) gekennzeichnet. Die Verteuerung ist insbesondere auf die CO 2-Bepreisung und den Rohölpreisanstieg zurückzuführen. Gleichwohl führte die Kraftstoffkostenentwicklung zu keinen signifikanten Auswirkungen auf die deutsche Transport- und Logistikbranche. Die extrem dynamische Entwicklung im deutschen Online- und Versandhandel, beschleunigt durch das anhaltende Geschehen in der Corona-Pandemie, führte zu einem starken Sendungsmengenwachstum bei Paketlieferungen an Privathaushalte. Vor diesem Hintergrund haben die deutschen Paketdienstleister auch im Jahr 2021 hohe Investitionen in die logistische Infrastruktur und die weitere Digitalisierung getätigt, um das steigende Sendungsmengenwachstum bewältigen zu können. Weiterhin wurden neue Lösungsansätze konzipiert und erprobt, um den sich verändernden Kund*innenanforderungen gerecht zu werden sowie umweltbewusste Zustellmethoden kontinuierlich auszubauen. Darunter fallen unter anderem Fortschritte in der Digitalisierung, wie eine intelligente Be- und Entlade-Assistenzlösung zur Optimierung von Zustellprozessen, und der Ausbau der emissionsfreien Zustellung mittels E-Mobilität. Finanzdienstleistungen Das weiterhin vom Verlauf der Corona-Pandemie geprägte Jahr 2021 wirkte sich auch auf den deutschen Finanzdienstleistungssektor aus. Trotz der teilweisen Reduktion staatlicher Hilfsprogramme ist der im Vorjahr prognostizierte Anstieg der Unternehmensinsolvenzen nicht eingetreten, was unter anderem auf eine gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2021 zurückzuführen ist. Die durch den Gesetzgeber ausgesetzte Insolvenzantragspflicht galt für Unternehmen, deren Corona-Hilfsleistungen seit November 2020 ausstanden, bis Ende April 2021. Zusätzlich wurde das Aussetzen der Insolvenzantragspflicht für jene Unternehmen bis zum 31. Januar 2022 verlängert, deren Insolvenztatbestand aus der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 resultierte. Im Vorjahresvergleich ging die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen um 11,7 % auf 13.993 Fälle (2020: 15.841 Fälle) zurück. Damit sank die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen zum zwölften Mal in Folge und erreichte im zurückliegenden Jahr den niedrigsten Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999. Die Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen stiegen dementsprechend auf 48,3 Mrd. EUR (2020: 44,1 Mrd. EUR) und die durchschnittliche Forderungshöhe je Insolvenz betrug 3,5 Mio. EUR (2020: 2,8 Mio. EUR). Der überproportionale Anstieg der Forderungen im Vergleich zum Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen resultiert aus der Tatsache, dass im Jahr 2021 eine größere Zahl wirtschaftlich bedeutender Unternehmen als im Vorjahr Insolvenz anmelden mussten. Bei Unternehmen wurden als Gründe für das Nichtnachkommen von Zahlungsverpflichtungen insbesondere Liquiditätsengpässe aufgrund der Corona-Pandemie, hohe Zahlungsausfälle bei eigenen Kund*innen, eine schlechte Auftragslage sowie Insolvenz genannt. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2021 zeigte im Vorjahresvergleich beinahe eine Verdopplung. Mit 79.620 Fällen lag sie um 90,7 % über dem entsprechenden Vorjahreswert von 41.753 Fällen. Der kräftige Anstieg resultierte gleichwohl primär aus dem Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren, welches das Insolvenzverfahren von sechs auf drei Jahre verkürzte, und ist daher einem Sondereffekt geschuldet. Da das Gesetz zum 1. Oktober 2020 in Kraft trat, ist davon auszugehen, dass Anträge im vergangenen Jahr bewusst zurückgehalten wurden, um von den neuen gesetzlichen Regelungen Gebrauch machen zu können. Als Gründe für das erfolgte Nichtnachkommen von Zahlungsverpflichtungen bei Verbraucher*innen wurden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie insbesondere die Kurzarbeit, krisenbedingte Liquiditätsengpässe, Überschuldung sowie Arbeitslosigkeit genannt. Gemäß des am 10. November 2021 veröffentlichten SchuldnerAtlas Deutschland 2021 von Creditreform, Boniversum und Microm ist die Überschuldungsquote der Privatpersonen im Jahr 2021 trotz der stark angestiegenen Verbraucherinsolvenzen weiterhin rückläufig. Dies ist unter anderem auf eine hohe Sparquote zurückzuführen, deren Anstieg insbesondere durch Konsumverzicht, Konsumzurückhaltung und eine allgemeine Ausgabenvorsicht, maßgeblich geprägt durch die Corona-Pandemie, beeinflusst wurde. GESCHÄFTSVERLAUF Im Geschäftsjahr 2021/22 zeigte sich eine Normalisierung der Geschäftstätigkeit der Otto Group gegenüber dem ersten Geschäftsjahr unter Pandemiebedingungen, die Otto Group verzeichnete dennoch ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr. Die sehr hohen Umsatzzuwächse im ersten Geschäftsjahr der Corona-Pandemie wirkten bis in das Geschäftsjahr 2021/22 hinein. Der Onlinetrend hielt unverändert an und der stationäre Einzelhandel erholte sich merklich. Die Otto Group blickt umsatz- und ergebnisseitig auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2021/22 zurück. Grundlage dieser positiven Entwicklung war unverändert die konsequente Digitalisierung der Geschäftsmodelle der Konzerngesellschaften sowie der entsprechenden Vertriebskanäle, sodass auf das zunehmend veränderte Einkaufsverhalten der Konsument*innen in Richtung E-Commerce schnell und verlässlich reagiert werden kann. Darüber hinaus profitierte die Otto Group von einer sehr guten logistischen Infrastruktur. Die Umsatzentwicklung in den Geschäftsjahren 2020/21 und 2021/22 war durch strukturelle Veränderungen im Unternehmensportfolio der Otto Group geprägt, die einen Vergleich zwischen beiden Geschäftsjahren erschweren. Einen wesentlichen Einfluss hatten hierbei insbesondere die Einbeziehung von About You in den Konzernabschluss der Otto Group ab Juni 2021, die Entkonsolidierungen der Paket-Distributionsgesellschaften Hermes Germany GmbH in Deutschland sowie Hermes Parcelnet Limited in Großbritannien im Geschäftsjahr 2020/21 und die Entkonsolidierung von MONDIAL RELAY in Frankreich zum 1. Juli 2021. Unter anderem aufgrund dieser wesentlichen Veränderungen im Konsolidierungskreis erfolgt neben der ausgewiesenen Umsatzentwicklung auch eine Betrachtung auf vergleichbarer Basis. Die Otto Group konnte im Geschäftsjahr 2021/22 ihre Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung - nachfolgend vereinfachend Umsatz genannt - auf vergleichbarer Basis, das heißt bereinigt um Währungskurseffekte und insbesondere um die vorstehend beschriebenen Veränderungen im Konsolidierungskreis, um 12,9 % * auf 16,1 Mrd. EUR steigern. Das Wachstum der Unternehmensgruppe lag mit ausgewiesenen Zahlen, das heißt ohne Bereinigungen, bei 2,7 %. ( * Für die Ermittlung der vergleichbaren Basis werden die Veränderungen im Konsolidierungskreis durch eine entsprechende periodengerechte Anpassung des Vorjahres an die im Geschäftsjahr 2021/22 (anteilig) ausgewiesene Umsatzentwicklung berücksichtigt.) Der Onlinehandel als mit Abstand wichtigster Vertriebskanal der Otto Group in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler sowie wesentlicher und verlässlicher Zukunftstreiber der Unternehmensgruppe entwickelte sich ebenfalls positiv. Die Onlineumsätze der Otto Group sind weltweit auf vergleichbarer Basis um 12,0 % auf rund 12,1 Mrd. EUR gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg ohne Bereinigungen von 21,6 %. In Deutschland legten die Onlineumsätze auf vergleichbarer Basis um 12,0 % auf 8,0 Mrd. EUR zu. Dies entspricht einem Anstieg ohne Bereinigungen von 15,2 %. Im Konzernlagebericht des Vorjahres wurde für das Geschäftsjahr 2021/22 eine weiterhin positive Umsatzentwicklung prognostiziert, die aber nur teilweise an das durch die Sonderbedingungen der Corona-Pandemie geprägte Vorjahr mit einer Wachstumsrate von 17,2 % auf vergleichbarer Basis anknüpfen kann. Vor diesem Hintergrund wurde ein Anstieg der Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis im oberen einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Der Anstieg im Geschäftsjahr 2021/22 betrug auf vergleichbarer Basis 12,9 %. Die prognostizierte Umsatzentwicklung wurde damit klar übertroffen. Die Otto Group verzeichnete einen leichten Rückgang des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 688,4 Mio. EUR im Vorjahr auf sehr beachtliche 677,4 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021/22. Einen deutlich belastenden Einfluss auf die Entwicklung des EBIT hatten Struktureffekte aus den Veränderungen des Konsolidierungskreises in beiden Geschäftsjahren. Bis zum Zeitpunkt der anteiligen Veräußerung der Paket-Distributionsgesellschaften der Hermes Gruppe in Deutschland und Großbritannien im Geschäftsjahr 2020/21 trugen diese Gesellschaften noch vollständig mit ihren Ergebnisbeiträgen zum EBIT der Otto Group bei, während diese seitdem aufgrund der Einbeziehung nach der Equity-Methode nur auf Basis des anteiligen EAT im Konzernabschluss berücksichtigt werden. Zudem wird MONDIAL RELAY, eine französische Paket-Distributionsgesellschaft, seit dem vollständigen unterjährigen Verkauf im Geschäftsjahr 2021/22 nicht mehr in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogen. Eine weitere strukturelle Veränderung des Konsolidierungskreises mit Ergebnisbelastung im Vorjahresvergleich ergibt sich aus der Vollkonsolidierung von About You im Geschäftsjahr 2021/22. Auch unter Berücksichtigung der vorjährigen EBIT-Effekte aus der Einbeziehung von About You nach der Equity-Methode wirkten im Geschäftsjahr 2021/22 insbesondere die planmäßigen Abschreibungen auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation angesetzten Vermögenswerte als Folge der Vollkonsolidierung belastend. Das Geschäftsjahr 2021/22 enthält wie auch das Vorjahr hohe temporäre Belastungen, wie beispielsweise die Transformation der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform, Investitionen in die Restrukturierung und den Ausbau der logistischen Infrastruktur sowie hohe außerplanmäßige Abschreibungen bei einer Konzerngesellschaft aus dem Segment Händler. Zudem belastete im Geschäftsjahr 2021/22 die getroffene Risikovorsorge in der Folge des Kriegs in der Ukraine das EBIT der Otto Group. Demgegenüber erwirtschafteten nahezu sämtliche Fokusgesellschaften, darunter die Konzerngesellschaft OTTO, die bonprix-Gruppe, die Crate and Barrel-Gruppe, die Witt-Gruppe, die EOS Gruppe und die Hermes Gruppe sehr deutlich positive EBIT-Beiträge. Im Konzernlagebericht 2020/21 wurde für das Geschäftsjahr 2021/22 ein EBIT prognostiziert, welches unter Berücksichtigung des vollständigen Verkaufs von MONDIAL RELAY, aber ohne Berücksichtigung von weiteren Portfolioveränderungen ungefähr an das EBIT von 688,4 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2020/21 heranreichen sollte. Diese prognostizierte Entwicklung wurde klar übererfüllt. Das um die Effekte aus der Vollkonsolidierung von About You bereinigte EBIT der Otto Group im Geschäftsjahr 2021/22 lag durch die guten operativen Ergebnisse unterschiedlicher Konzerngesellschaften deutlich über dem EBIT des Vorjahres. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 1.862,7 Mio. EUR lag erheblich über dem EBT des Vorjahres in Höhe von 1.103,8 Mio. EUR. Das Finanzergebnis beinhaltete im Geschäftsjahr 2021/22 im Wesentlichen sehr positive Effekte aus der Vollkonsolidierung von About You und der damit verbundenen Bewertung zum Zeitwert der von der Otto Group gehaltenen Anteile sowie der Entkonsolidierung von MONDIAL RELAY in Frankreich. Nach einem Konzernjahresüberschuss in Höhe von 971,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2020/21 erzielte die Otto Group nunmehr einen Konzernjahresüberschuss von 1.813,6 Mio. EUR. Die Otto Group blickt in Summe auf ein sehr positives Geschäftsjahr zurück. Ertragslage des Konzerns Die wesentlichen Kennzahlen der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Insgesamt wurden 87,3 % des ausgewiesenen Umsatzes der Otto Group mit dem Verkauf von Handelswaren (14.013,8 Mio. EUR, 2020/21: 74,5 %), 5,0 % mit Erlösen aus Finanzdienstleistungen (801,1 Mio. EUR, 2020/21: 5,1 %), 6,6 % mit Erlösen aus übrigen Dienstleistungen (1.065,0 Mio. EUR, 2020/21: 19,2 %) und 1,1 % mit Erlösen aus Kundenfinanzierung (180,1 Mio. EUR, 2020/21: 1,2 %) erzielt. Der Verkauf von Handelswaren über die Kanäle Onlinehandel, Katalogversand und stationärer Einzelhandel prägte somit auch im Geschäftsjahr 2021/22 die umsatzseitige Entwicklung der Unternehmensgruppe. Die Umsatzentwicklung wurde im Wesentlichen durch die Konzerngesellschaften und -gruppen beeinflusst, in die im Rahmen der fokussierten Wachstumsstrategie gezielt investiert wurde. Zu den Fokusgesellschaften zählen die Konzerngesellschaft OTTO, About You, die Markenkonzepte der bonprix-Gruppe, der Crate and Barrel-Gruppe und der Witt-Gruppe, die myToys-Gruppe, die Hermes Gruppe sowie die EOS Gruppe. Die vor rund fünf Jahren initiierte stärkere Fokussierung auf ausgewählte Konzerngesellschaften und -gruppen im Rahmen der fokussierten Wachstumsstrategie zahlte sich aus. Die bereits genannten Fokusgesellschaften konnten in Summe deutliche Umsatzzuwächse verzeichnen und legten auf vergleichbarer Basis um 14,0 % und ausgewiesen um 3,0 % zu. * ( * Die Umsätze der operativen Tochtergesellschaften der ABOUT YOU Holding SE sind durch den Wechsel auf Vollkonsolidierung seit Juni 2021 in den Umsätzen der Otto Group enthalten. Im Geschäftsjahr 2020/21 und in den ersten drei Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres waren sie aufgrund der Einbeziehung nach der Equity-Methode nicht in den ausgewiesenen Umsätzen der Otto Group enthalten. Im Geschäftsjahr 2020/21 - mit Wirkung zum 30. November 2020 - wurde für das Paket-Distributionsgeschäft der Hermes Gruppe in Deutschland und Großbritannien eine strategische Partnerschaft eingegangen. Die Umsätze der seitdem at Equity einbezogenen Konzerngesellschaften Hermes Germany GmbH und Hermes Parcelnet Limited sind somit seit Dezember 2020 nicht mehr in den ausgewiesenen Umsätzen der Otto Group enthalten.) Mit einem leicht gesunkenen Anteil von 60,9 % (2020/21: 61,3 %) am Umsatz der Otto Group war Deutschland im Geschäftsjahr 2021/22 weiterhin der bedeutendste regionale Absatzmarkt für die Unternehmensgruppe. Während im übrigen Europa 21,9 % (2020/21: 24,4 %) der Umsätze realisiert wurden, trugen die USA 15,7 % (2020/21: 12,8 %) zum Umsatz der Otto Group bei. Der Umsatz nach Regionen stellt sich wie folgt dar:
Die Umsatzentwicklung verlief in allen wesentlichen Absatzmärkten der Unternehmensgruppe sehr erfreulich. Die um Währungskurseffekte und Veränderungen im Konsolidierungskreis bereinigte Entwicklung lag in allen Regionen deutlich über dem ausgewiesenen Umsatzanstieg. Dies resultierte im Wesentlichen aus den bereits vorstehend genannten Veränderungen im Konsolidierungskreis. In Deutschland wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr ein ausgewiesenes Umsatzwachstum von 2,0 %, auf vergleichbarer Basis von 9,0 %, realisiert. Im Hauptabsatzmarkt Deutschland trugen vor allem die Fokusgesellschaften OTTO und About You sowie die Witt- und die bonprix-Gruppe zu dem hohen Umsatzzuwachs auf vergleichbarer Basis bei. Im übrigen Europa war ein ausgewiesener Umsatzrückgang von 7,8 % zu verzeichnen. Auf vergleichbarer Basis ergab sich hingegen ein starker Umsatzzuwachs in Höhe von 14,1 %. Dieser Effekt ergibt sich unter anderem daraus, dass die im Geschäftsjahr 2020/21 enthaltenen Umsätze der Hermes Parcelnet Limited in Großbritannien, welche im Geschäftsjahr 2020/21 entkonsolidiert wurde, für die Ermittlung der vergleichbaren Basis vollständig herausgerechnet wurden. Die für die Otto Group wichtigsten europäischen Absatzmärkte waren Polen und Frankreich, in denen deutliche Umsatzzuwächse erreicht wurden. Durch die Entkonsolidierung der Hermes Parcelnet Limited im Geschäftsjahr 2020/21 hat Großbritannien für die Otto Group umsatzseitig an Bedeutung verloren. Der Umsatz im übrigen Europa im Geschäftsjahr 2021/22 ist darüber hinaus belastet durch den Krieg in der Ukraine, der zu einer Abwertung von notleidenden Forderungen in der EOS Gruppe führte, welche sich ausweisbedingt in den Umsatzerlösen niederschlägt. Die Umsätze in den USA, im Wesentlichen geprägt durch die Einrichtungs- und Lifestylegruppe Crate and Barrel, konnten einen Anstieg um 25,6 %, währungskursbereinigt um 27,2 %, verzeichnen. Der durchschnittliche Umsatz je Mitarbeiter*in konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich von 313,5 TEUR auf 371,3 TEUR gesteigert werden, was im Wesentlichen aus Veränderungen des Konsolidierungskreises bei den Segmenten Plattformen und Services resultierte. Die Rohertragsquote der Unternehmensgruppe lag mit 46,5 % (2020/21: 45,9 %) leicht über dem Niveau des Vorjahres. Durch den Umsatzanstieg konnte der Rohertrag bei einem unterproportional gestiegenen Materialaufwand absolut betrachtet um 294,8 Mio. EUR auf 7.475,6 Mio. EUR gesteigert werden. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine führten im Rahmen einer angemessenen Risikovorsorge zu Wertberichtigungen auf Forderungen und Handelsware, die den Rohertrag der Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2021/22 in oberer zweistelliger Millionenhöhe belasteten. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Finanzdienstleistungen betreffen angekaufte Forderungen einer Konzerngesellschaft aus dem Segment Finanzdienstleistungen in Russland. Abwertungen werden hierbei umsatzmindernd berücksichtigt. Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen im Geschäftsjahr 2021/22 um 60,4 Mio. EUR zurück, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, im Wesentlichen die Versandkosten, stiegen um 784,9 Mio. EUR an. Der Anstieg der Versandkosten resultiert im Wesentlichen aus dem Wechsel der Einbeziehung der Paket-Distributionsgesellschaften der Hermes Gruppe. Sie werden seit Dezember 2020 nach der Equity-Methode in den Konzern einbezogen. Bis zum 30. November 2020 wurden sie vollkonsolidiert, sodass die konzerninternen Versandkosten im Rahmen der Aufwands- und Ertragseliminierung im Konzernabschluss der Otto Group eliminiert wurden. Der Personalaufwand verzeichnete hingegen einen Rückgang um 340,2 Mio. EUR, im Wesentlichen bedingt durch die Entkonsolidierung unterschiedlicher Konzerngesellschaften in den Geschäftsjahren 2021/22 und 2020/21. Daneben wirkten weiterhin Maßnahmen für den Geschäftsmodellwandel der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler zu einer E-Commerce-Plattform und die damit einhergehende Neuausrichtung der Geschäftsprozesse sowie die Restrukturierung und den Ausbau der logistischen Infrastruktur in hoher zweistelliger Millionenhöhe (2020/21: in niedriger dreistelliger Millionenhöhe) ergebnisbelastend. Darüber hinaus sind seit dem Zeitpunkt der Vollkonsolidierung die operativen Erträge und Aufwendungen von About You erstmalig in diesen Positionen enthalten und stellen insgesamt eine Ergebnisbelastung dar. Das Beteiligungsergebnis wies im Geschäftsjahr 2021/22 eine deutliche Verbesserung um 93,0 Mio. EUR aus. Diese Entwicklung liegt im Wesentlichen in der Vollkonsolidierung von About You begründet. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde nur das periodisch anteilige Ergebnis der ersten drei Monate von About You in Höhe von -10,7 Mio. EUR im Beteiligungsergebnis ausgewiesen. Im vorangegangenen Geschäftsjahr beliefen sich die anteilig zu bilanzierenden Verluste von About You auf 72,0 Mio. EUR. Darüber hinaus resultiert der Anstieg des Beteiligungsergebnisses in Höhe von 17,7 Mio. EUR aus Beteiligungen der Venture-Aktivitäten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag, bedingt durch die vorstehend beschriebenen Effekte, im Geschäftsjahr 2021/22 mit 1.204,2 Mio. EUR leicht unter dem EBITDA des Vorjahres in Höhe von 1.294,4 Mio. EUR. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Nutzungsrechte gingen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 79,2 Mio. EUR auf 526,8 Mio. EUR zurück. Während die planmäßigen Abschreibungen moderat anstiegen, verminderten sich die außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte deutlich. Die planmäßigen Abschreibungen lagen mit insgesamt 460,5 Mio. EUR über dem Vorjahreswert in Höhe von 417,5 Mio. EUR. Sie entfielen im Wesentlichen auf Nutzungsrechte auf Grundstücke, Sachanlagen sowie erworbene Markenrechte. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr hängt insbesondere mit der Vollkonsolidierung von About You seit Juni 2021 zusammen. Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden Kundenlisten und Markenrechte angesetzt. Die planmäßige Abschreibung auf diese immateriellen Vermögenswerte betrug im Geschäftsjahr 2021/22 76,7 Mio. EUR. Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte gingen von 188,4 Mio. EUR auf 66,3 Mio. EUR zurück. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Die im Geschäftsjahr 2020/21 vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte betrafen im Wesentlichen eine deutsche Handelsgesellschaft sowie einen französischen Dienstleister. Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Nutzungsrechte des Geschäftsjahres 2021/22 entfielen im Wesentlichen auf Einbauten in Lager, Gebäude sowie Nutzungsrechte für Gebäude und Flächen einer deutschen Konzerngesellschaft aus dem Segment Händler. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieb im Geschäftsjahr 2021/22 unter Berücksichtigung der vorstehend dargestellten Effekte mit 677,4 Mio. EUR leicht unter dem Niveau des Vorjahres in Höhe von 688,4 Mio. EUR. Aufgrund des im Gegensatz zum Umsatz gesunkenen EBIT sank die EBIT-Marge geringfügig auf 4,2 % nach 4,4 % im Vorjahr. Das Finanzergebnis der Unternehmensgruppe weist im Geschäftsjahr 2021/22 mit 1.185,3 Mio. EUR eine Steigerung von 769,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von 415,4 Mio. EUR auf. Dabei hat sich das Zinsergebnis infolge des fortgesetzten Schuldenabbaus sowie des Wegfalls von Zinsbelastungen der im Vorjahr entkonsolidierten Gesellschaften des Paket-Distributionsgeschäfts der Hermes Gruppe um 42,1 Mio. EUR auf -102,4 Mio. EUR verbessert. Der wesentliche Anteil des sehr starken Anstiegs des Finanzergebnisses resultiert aus dem sonstigen Finanzergebnis. Es betrug 1.287,7 Mio. EUR nach 559,8 Mio. EUR im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2021/22 beinhaltete das sonstige Finanzergebnis Erträge in Höhe von 947,0 Mio. EUR aus der Übergangskonsolidierung von About You von einem bislang assoziierten zu einem vollkonsolidierten Unternehmen. Des Weiteren verzeichnete die Otto Group im Geschäftsjahr 2021/22 Erträge aus der Entkonsolidierung von Konzerngesellschaften, insbesondere aus dem Verkauf von MONDIAL RELAY, in Höhe von 456,4 Mio. EUR. Das sonstige Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2020/21 in Höhe von 607,6 Mio. EUR beinhaltete neben den Gewinnen aus Entkonsolidierungen, insbesondere des Paket-Distributionsgeschäfts der Hermes Gruppe in Deutschland und Großbritannien, einen positiven Effekt aus der Bewertungsänderung einer nachträglichen, bedingten Kaufpreiskomponente für die RatePAY GmbH. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) weist mit 1.862,7 Mio. EUR gegenüber dem entsprechenden Ergebnis des Vorjahres in Höhe von 1.103,8 Mio. EUR einen starken Anstieg von 759,0 Mio. EUR aus. Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag im Geschäftsjahr 2021/22 betrug 49,1 Mio. EUR und lag damit deutlich unter dem Ertragsteueraufwand des Vorjahres in Höhe von 132,4 Mio. EUR. Trotz Erhöhung der laufenden Steuern im Ausland, die im Wesentlichen durch die positive Geschäftsentwicklung unterschiedlicher Konzerngesellschaften, beispielsweise bei der Crate and Barrel-Gruppe, bedingt ist, konnte ein Rückgang durch positive Effekte aus latenten Steuern verzeichnet werden. Die positiven Effekte aus latenten Steuern ergaben sich im Wesentlichen aus der Fortschreibung der Kaufpreisallokation im Rahmen der Vollkonsolidierung von About You. Neben der Auflösung passiver latenter Steuern spielt in diesem Zusammenhang zudem die Aktivierung von latenten Steuern auf die laufenden steuerlichen Verluste eine Rolle. Der Jahresüberschuss verzeichnete einen Anstieg um 842,3 Mio. EUR auf 1.813,6 Mio. EUR (2020/21: 971,3 Mio. EUR). Vom Jahresüberschuss entfielen auf die Anteile der Gesellschafter des Mutterunternehmens 1.781,5 Mio. EUR (2020/21: 908,1 Mio. EUR), auf nicht beherrschende Anteile 8,7 Mio. EUR (2020/21: 45,1 Mio. EUR) und auf kapitalmarktnotiertes Eigenkapital und Genussscheine 23,4 Mio. EUR (2020/21: 18,1 Mio. EUR). Ertragslage der Segmente
Im Konzernlagebericht 2020/21 wurde für das bisherige Segment Multichannel-Einzelhandel unter der Annahme, dass die Unternehmensgruppe weiterhin von den positiven Rahmenbedingungen des E-Commerce-Geschäftes und der hohen Anzahl an Neukund*innen profitieren kann, für das Geschäftsjahr 2021/22 ein Anstieg der Umsatzerlöse prognostiziert, der auf vergleichbarer Basis im oberen einstelligen Prozentbereich liegen könnte. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass die Konzerngesellschaften im Segment Multichannel-Einzelhandel einen unterschiedlichen Einfluss auf die prognostizierte Entwicklung haben. Auch wenn die stärkere Differenzierung der Segmentstruktur die Vergleichbarkeit im Geschäftsjahr 2021/22 beeinflusst, kann festgehalten werden, dass die Prognose in Gänze übertroffen wurde. Die weitergehende Darstellung der Erreichung des prognostizierten Umsatzanstiegs ist in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler enthalten. Plattformen Das Segment Plattformen realisierte im Geschäftsjahr 2021/22 einen Umsatz von 6.545,6 Mio. EUR (2020/21: 4.930,3 Mio. EUR) und trug einen Anteil von 40,8 % (2020/21: 31,5 %) zum Umsatz der Otto Group bei. Der Anstieg der ausgewiesenen Umsatzerlöse betrug 32,8 %. Bereinigt um Währungskurseffekte und Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises legten die Umsätze um 12,3 % gegenüber dem Vorjahr zu. Die ausgewiesene Umsatzentwicklung wurde im Geschäftsjahr 2021/22 neben der sehr positiven Entwicklung der Konzerngesellschaft OTTO im Wesentlichen durch die Vollkonsolidierung von About You beeinflusst. About You wird - nach vorheriger Konsolidierung nach der Equity-Methode - seit Juni 2021 wieder vollkonsolidiert in den Konzernabschluss einbezogen, sodass die Vergleichbarkeit der ausgewiesenen Aufwendungen und Erträge und damit einhergehend auch der Umsatzerlöse mit dem Vorjahr stark beeinflusst ist. Die Aufwendungen und Erträge dieser Konzerngesellschaften sind in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2021/22 mit neun Monaten vollständig enthalten. Im Vorjahr und in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2021/22 wurden hingegen ausschließlich die anteilig zu bilanzierenden Verluste von About You im Beteiligungsergebnis ausgewiesen. Darüber hinaus sind in dem Segment Plattformen weitere Konzerngesellschaften enthalten, die die Plattformaktivitäten der Konzerngesellschaft OTTO unterstützen. Mit der Umsatzsteigerung von 12,3 % auf vergleichbarer Basis wurde die im Konzernlagebericht 2020/21 für das Segment Multichannel-Einzelhandel getroffene Prognose eines Umsatzanstiegs im oberen einstelligen Prozentbereich im Geschäftsjahr 2021/22 im Segment Plattformen deutlich übertroffen. Die Konzerngesellschaft OTTO zeigte eine ausgesprochen erfreuliche Entwicklung. Die Außenumsätze konnten deutlich um 13,2 % auf rund 5,1 Mrd. EUR gesteigert werden. Der Onlinehandel ist dabei der stärkste Wachstumstreiber. OTTO positionierte sich auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie als verlässlicher Anbieter und attraktive Einkaufsstätte für Kund*innen. Die Zahl der aktiven Kund*innen auf otto.de nahm stark zu. Sie stieg erstmals auf über 11,5 Millionen. Zum Wachstum trug darüber hinaus die wachsende Anzahl an Marktplatzpartnern bei. Der Geschäftsmodellwandel der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler zu einer E-Commerce-Plattform verläuft weiterhin erfolgreich. Die Umsatzentwicklung wurde darüber hinaus durch die im Geschäftsjahr 2021/22 erfolgte gesellschaftsrechtliche Integration der baumarkt direkt GmbH & Co KG auf die Konzerngesellschaft OTTO gestützt. About You trägt mit Beginn der Vollkonsolidierung im Konzernabschluss der Otto Group ab Juni 2021 im Geschäftsjahr 2021/22 mit 1,3 Mrd. EUR * zum Umsatz des Segments Plattformen bei. ( * Der in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung der Otto Group berücksichtigte Außenumsatz von About You weicht von dem von About You veröffentlichten Außenumsatz ab, da About You in geringfügigem Maße Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften der Otto Group erzielt, die im Rahmen der Aufwands- und Ertragseliminierung im Konzernabschluss der Otto Group eliminiert werden.) Durch den Umsatzanstieg im Segment Plattformen konnte der Rohertrag bei einem unterproportional gestiegenen Materialaufwand um 643,6 Mio. EUR gesteigert werden. Die Rohertragsquote lag im Geschäftsjahr 2021/22 mit 35,1 % über dem Niveau des Vorjahres (2020/21: 33,5 %). Die positive Entwicklung der Rohertragsquote im Geschäftsjahr 2021/22 ist durch die Vollkonsolidierung von About You mit einhergehender veränderter Sortimentsstruktur des Gesamtsegments geprägt. Die Verbesserung des operativen Ergebnisses bei der Konzerngesellschaft OTTO wirkte sich positiv auf das EBIT des Segments Plattformen aus. Dem durch anhaltende Wachstumsinvestitionen beeinflussten operativen Ergebnis von About You im Geschäftsjahr 2021/22 standen im vorangegangenen Geschäftsjahr 2020/21 anteilig zu bilanzierende Verluste von About You in Höhe von 72,0 Mio. EUR im Beteiligungsergebnis der Otto Group gegenüber. Im Geschäftsjahr 2021/22 wirkten bei About You darüber hinaus planmäßige Abschreibungen auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation angesetzten Kundenlisten und Markenrechte ergebnisbelastend. In der Folge sank das EBIT im Segment Plattformen von 22,7 Mio. EUR im Vorjahr auf -58,9 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021/22. Im Segment Plattformen belasteten im Geschäftsjahr 2021/22 weitere Maßnahmen für den Geschäftsmodellwandel der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler zu einer E-Commerce-Plattform und die damit einhergehende Neuausrichtung der Geschäftsprozesse das Ergebnis in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe (2020/21: in niedriger dreistelliger Millionenhöhe). Markenkonzepte Das Segment Markenkonzepte verzeichnete im Geschäftsjahr 2021/22 einen Anstieg des Umsatzes von 4.722,2 Mio. EUR auf 5.525,2 Mio. EUR, das entspricht einem Zuwachs von 17,0 %. Es trug einen Anteil von 34,4 % (2020/21: 30,2 %) zum Umsatz der Otto Group bei. Bereinigt um Währungskurseffekte - betraf im Wesentlichen die US-Dollar-Entwicklung - legten die Umsätze um 17,5 % gegenüber dem Vorjahr zu. Mit dieser Umsatzsteigerung von 17,5 % auf vergleichbarer Basis wurde die im Konzernlagebericht 2020/21 für das Segment Multichannel-Einzelhandel getroffene Prognose eines Umsatzanstiegs im oberen einstelligen Prozentbereich im Geschäftsjahr 2021/22 im Segment Markenkonzepte deutlich übertroffen. Bei der in den USA und Kanada tätigen Einrichtungs- und Lifestylegruppe Crate and Barrel stiegen die Umsätze um 28,6 % und währungskursbereinigt sogar um 29,2 %. Bei guter Marktlage und gutem gesamtwirtschaftlichen Umfeld erhöhte sich die Zahl der Kund*innen und die Nachfrage nach langlebigen Wirtschaftsgütern stieg stark an. Der Onlineanteil am Umsatz ging bei der Crate and Barrel-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr auf rund 63 % nach rund 68 % im Vorjahr zurück. Der Crate and Barrel-Gruppe mit einem traditionell hohen Stationäranteil ist es im Geschäftsjahr 2020/21 durch eine reaktionsschnelle und entsprechend angepasste Ansprache der Kund*innen gelungen, einen sehr erfolgreichen Wechsel hin zum Onlineverkauf zu realisieren und die E-Commerce-Umsätze signifikant zu steigern. Da es im Geschäftsjahr 2021/22 im Gegensatz zum Vorjahr keine Schließung von Stationärstandorten infolge der durch die Corona-Pandemie bedingten Infektionsschutzmaßnahmen gab, nahm der Stationäranteil am Umsatz entsprechend wieder zu. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass beide Vertriebskanäle - Online- und Stationärgeschäft - im Geschäftsjahr 2021/22 deutlich wuchsen. Die Witt-Gruppe und die bonprix-Gruppe mit ihren überwiegend durch Textilien geprägten Sortimenten haben sich umsatzseitig sehr gut entwickelt und konnten ihre Umsätze im Geschäftsjahr 2021/22 um 12,8 % beziehungsweise 9,9 % steigern. Das Wachstum liegt damit deutlich über dem Vorjahresniveau. Dabei spielen zum einen die aufgrund der Corona-Pandemie für den Textilhandel umsatzschwachen Monate im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21 mit entsprechender Auswirkung auf den Basiseffekt eine Rolle, zum anderen konnte die Kund*innenbasis während der Corona-Pandemie nachhaltig ausgebaut werden. Durch den Umsatzanstieg im Segment Markenkonzepte konnte der Rohertrag bei einem überproportional gestiegenen Materialaufwand um 403,6 Mio. EUR gesteigert werden. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine führten, um den konjunkturellen Risiken Rechnung zu tragen, in diesem Segment zu Wertberichtigungen auf Handelsware, die den Rohertrag im Geschäftsjahr 2021/22 in niedriger zweistelliger Millionenhöhe belasteten. Die Rohertragsquote lag im Geschäftsjahr 2021/22 mit 57,1 % unter dem Niveau des Vorjahres (2020/21: 58,3 %). Die Verbesserung der operativen Ergebnisse bei diversen Konzerngesellschaften, vor allem bei der bonprix-Gruppe, der Witt-Gruppe und der Crate and Barrel-Gruppe, wirkte sich positiv auf die Ertragslage des Segments Markenkonzepte aus. Vor allem bei der Crate and Barrel-Gruppe machten sich im Geschäftsjahr 2021/22 deutlich gestiegene Logistikkosten, unter anderem höhere Containerpreise, bemerkbar. In Summe führten die beschriebenen Faktoren, insbesondere der gestiegene Rohertrag, zu dem starken Anstieg des EBIT im Segment Markenkonzepte im Geschäftsjahr 2020/21 von 261,3 Mio. EUR auf 337,8 Mio. EUR. Händler Im Segment Händler konnte im Geschäftsjahr 2021/22 ein Umsatzanstieg von 2.404,4 Mio. EUR auf 2.506,7 Mio. EUR verzeichnet werden, das entspricht einem Zuwachs von 4,3 %. Der Anteil am Umsatz der Otto Group betrug 15,6 % (2020/21: 15,4 %). Bereinigt um Währungskurseffekte - betraf im Wesentlichen die Entwicklung des Britischen Pfunds - und marginale Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises legten die Umsätze um 4,4 % gegenüber dem Vorjahr zu. Im Konzernlagebericht 2020/21 wurde für das Segment Multichannel-Einzelhandel ein Umsatzanstieg im oberen einstelligen Prozentbereich im Geschäftsjahr 2021/22 prognostiziert. In der Prognose wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Konzerngesellschaften im Segment Multichannel-Einzelhandel einen unterschiedlichen Einfluss auf die prognostizierte Entwicklung haben und dass für die myToys-Gruppe, die in das Segment Händler fällt, keine umsatzseitigen Wachstumsimpulse erwartet werden. Mit der Umsatzsteigerung von 4,4 % auf vergleichbarer Basis im Segment Händler wurde diese Prognose somit ebenfalls erfüllt. Die auf die Zielgruppe Familien spezialisierte myToys-Gruppe hat sich umsatzseitig gut behauptet und konnte ihre Umsätze um 1,2 % steigern. Die myToys.de GmbH mit ihrem Fokus auf Spielzeug profitierte im Geschäftsjahr 2020/21 von dem in der Corona-Pandemie gestiegenen Bedarf an Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder. Sie liegt mit ihrem Umsatz im Geschäftsjahr 2021/22 nur leicht unter dem hohen Umsatzniveau des vorangegangenen Geschäftsjahres. Durch die aus operativen Gründen erfolgte Einstellung der myToys-Geschäftsaktivitäten in Russland zu Beginn des Geschäftsjahres 2021/22 war bei der OOO MT click, Moskau, ein starker Umsatzrückgang zu verzeichnen. Das Shoppingangebot der Limango GmbH hat sich weiterhin als Wachstumstreiber erwiesen und sich als zentrale Plattform für das Familienshopping etabliert. Durch den leichten Umsatzanstieg im Segment Händler konnte der Rohertrag bei einem überproportional gestiegenen Materialaufwand um 39,7 Mio. EUR gesteigert werden. Die Rohertragsquote lag im Geschäftsjahr 2021/22 mit 43,1 % annähernd auf dem Niveau des Vorjahres (2020/21: 43,3 %). Der Anstieg des Rohertrags wurde durch gegenläufige Effekte in den betrieblichen Erträgen und Aufwendungen aufgehoben. Abschreibungen deutlich unter Vorjahresniveau wirkten sich positiv auf die Entwicklung der Ertragslage des Segments Händler aus. Das Segment Händler war im Geschäftsjahr 2021/22 durch außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 54,4 Mio. EUR nach 104,2 Mio. EUR im Vorjahr belastet. Die beschriebenen Faktoren führten im Wesentlichen zu der starken Verbesserung des EBIT im Segment Händler im Geschäftsjahr 2021/22 von -64,3 Mio. EUR auf 6,8 Mio. EUR. Services Im Segment Services wurde im Geschäftsjahr 2020/21 eine strategische Partnerschaft im Bereich des Paket-Distributionsgeschäftes eingegangen. Mit Wirkung zum 30. November 2020 übernahm Advent International 25 % der Anteile an der Hermes Germany GmbH sowie 75 % der Anteile an der Hermes Parcelnet Limited in Großbritannien. Die entsprechenden Gesellschaften und ihre Tochterunternehmen werden seitdem nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Die Vergleichbarkeit der Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres 2021/22 mit dem Vorjahr ist hierdurch wesentlich beeinflusst, da die Aufwendungen und Erträge dieser Konzerngesellschaften in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2020/21 noch mit neun Monaten vollständig enthalten waren. Darüber hinaus wurde MONDIAL RELAY in Frankreich im Geschäftsjahr 2021/22 vollständig verkauft und ist in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2021/22 nur mit den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres enthalten. Aus den vorgenannten Gründen verzeichnete das Segment Services im Geschäftsjahr 2021/22 einen ausgewiesenen Rückgang des Außenumsatzes von 2.732,5 Mio. EUR auf 626,1 Mio. EUR, das entspricht einer Abnahme von 77,1 %. Bereinigt um Währungskurseffekte und die vorstehend beschriebenen Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises ergab sich ein sehr starker Anstieg der Außenumsätze von 33,5 %, der im Wesentlichen aus MONDIAL RELAY resultierte. Die Paketzustellung in Frankreich war die ersten vier Monate des Geschäftsjahres 2020/21 im Zuge der Corona-Pandemie weitgehend geschlossen, sodass der Umsatz von MONDIAL RELAY in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2021/22 stark über Vorjahr lag. Die Außenumsätze, also Umsätze mit Kunden außerhalb der Unternehmensgruppe, trugen im Segment Services nach 69,3 % im vorangegangenen Geschäftsjahr 39,7 % zum Gesamtumsatz des Segments im Geschäftsjahr 2021/22 bei. Der Anteil am Umsatz der Unternehmensgruppe sank aufgrund der vorstehend beschriebenen Veränderungen im Unternehmensportfolio von 17,5 % auf 3,9 %. Im Konzernlagebericht 2020/21 wurde für das Segment Services ein Außenumsatzwachstum auf vergleichbarer Basis im oberen einstelligen Prozentbereich im Geschäftsjahr 2021/22 prognostiziert. Dabei wurde der Verkauf und damit die Entkonsolidierung von MONDIAL RELAY zu Beginn des Geschäftsjahres 2021/22 unterstellt. Da die Entkonsolidierung von MONDIAL RELAY jedoch entgegen der vorstehend genannten Annahme erst zum 1. Juli 2021 erfolgte, profitierte dieses Segment im Geschäftsjahr 2021/22 noch vom oben beschriebenen Umsatzwachstum von MONDIAL RELAY. Die insgesamt sehr erfreuliche Steigerung der Außenumsätze um 33,5 % auf vergleichbarer Basis übertrifft die Prognose dadurch bei Weitem, allerdings wäre die Prognose auch ohne diese zeitliche Verzögerung im Verkaufsprozess erreicht worden. Das Segment wird weiterhin vor allem durch die Konzerngesellschaften unter der Dachmarke Hermes geprägt. Insgesamt nahm der ausgewiesene Umsatz der Hermes Gruppe aufgrund des oben beschriebenen Entkonsolidierungseffekts um 80,7 % ab, bereinigt um Währungskurseffekte und Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises legte sie jedoch um beachtliche 40,9 % zu. Das bestehende Portfolio profitierte weiterhin von den aufgrund der Corona-Pandemie zusätzlich gestiegenen E-Commerce-Umsätzen und der damit in Zusammenhang stehenden Zunahme der handelsnahen Dienstleistungen aus dem Servicebereich. Im Geschäftsjahr 2021/22 konnte die Hermes Gruppe ihren Außenumsatz neben der bereits erläuterten, bereinigten Umsatzsteigerung von MONDIAL RELAY vor allem im Bereich Zwei-Mann-Handling in Deutschland und Frankreich gegenüber dem Vorjahr steigern. Das EBIT des Segments ging im Geschäftsjahr 2021/22 um 109,0 Mio. EUR auf 159,6 Mio. EUR zurück. Der Rückgang resultierte aus den Veränderungen des Konsolidierungskreises, da es aufgrund der Entkonsolidierung des Paket-Distributionsgeschäfts der Hermes Gruppe zu einem Wegfall von Ergebnisbeiträgen kam. Darüber hinaus belastete die Neuausrichtung der logistischen Infrastruktur das Ergebnis des Segments Services in niedriger zweistelliger Millionenhöhe, und damit in geringerer Größenordnung als im Vorjahr. Finanzdienstleistungen Das Segment Finanzdienstleistungen verzeichnete im Geschäftsjahr 2021/22 einen ausgewiesenen Umsatzanstieg von 1,5 %. Die Umsatzerlöse betrugen 813,0 Mio. EUR nach 801,0 Mio. EUR im Vorjahr. Der Anteil des Segments am Umsatz der Unternehmensgruppe lag mit 5,1 % auf dem Vorjahresniveau von 5,1 %. Währungskursbereinigt und bereinigt um die Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises betrug der Umsatzzuwachs im Segment Finanzdienstleistungen 3,0 %. Die EOS Gruppe, welche mit ihren internationalen Geschäftsaktivitäten das Segment Finanzdienstleistungen prägt, verzeichnete einen Umsatzanstieg von 12,0 Mio. EUR, das entspricht einem Anstieg von 1,6 %, auf vergleichbarer Basis 3,1 %. Der Umsatzanstieg bei der EOS Gruppe wurde insbesondere durch die Wertberichtigung notleidender Forderungen in Russland geschmälert. Diese notleidenden Forderungen unterliegen aufgrund des Krieges in der Ukraine einem Risiko hinsichtlich der Realisierung und wurden dementsprechend im Rahmen der Risikovorsorge mit mindernder Wirkung auf den Umsatz abgewertet. Im Konzernlagebericht des Vorjahres wurde für das Geschäftsjahr 2021/22 ein deutlicher Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Mit der Umsatzsteigerung von 3,0 % auf vergleichbarer Basis trat die prognostizierte Entwicklung im Segment Finanzdienstleistungen vor allem aufgrund der oben beschriebenen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine nicht ein. Das EBIT des Segments Finanzdienstleistungen ging im Geschäftsjahr 2021/22 um 29,9 Mio. EUR auf 296,4 Mio. EUR zurück, was insbesondere aus der Risikovorsorge resultiert. Wie in den Vorjahren trug die EOS Gruppe jedoch mit einer weiterhin hohen Profitabilität zum hervorragenden EBIT dieses Segments bei, auch wenn dieses Geschäftsjahr durch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine belastet war. Sonstige/Holding/Konsolidierung Im Segment Sonstige/Holding/Konsolidierung sind die Konzerngesellschaften enthalten, deren Geschäftstätigkeit in keinem der vorstehenden Segmente abgebildet ist. Enthalten sind unter anderem die verbleibenden Aktivitäten der OGDS-Gruppe, für die derzeit strategische Optionen geprüft werden, sowie die Venture-Aktivitäten. Darüber hinaus wurden in diesem Segment neben Effekten der intersegmentären Konsolidierung auch übergreifende Kosten der Konzernfunktion ausgewiesen, die den vorstehenden Segmenten nicht auf einer verlässlichen Basis zugeordnet werden konnten. Das EBIT des Segments Sonstige/Holding/Konsolidierung verbesserte sich im Geschäftsjahr 2021/22 um 61,8 Mio. EUR auf -64,3 Mio. EUR. Hierbei entfällt eine EBIT-Verbesserung in Höhe von 22,5 Mio. EUR auf die OGDS-Gruppe. Durch die im Geschäftsjahr 2020/21 beschlossene veränderte Ausrichtung der OGDS-Gruppe, die mittlerweile nur noch als Holding fungiert, haben sich die Verluste aus den Company-Building-Aktivitäten, insbesondere aufgrund von Verkäufen einzelner Konzerngesellschaften, gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert. Der Anstieg des Beteiligungsergebnisses aus Beteiligungen der Venture-Aktivitäten trug darüber hinaus in Höhe von 17,7 Mio. EUR zu der Verbesserung bei. FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE Konzern-Kapitalflussrechnung
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Auszahlungen für den Ankauf von Forderungen und Immobilienportfolios durch die EOS Gruppe stellt den finanziellen Leistungsindikator für die operative Zahlkraft und damit die Entschuldungsfähigkeit der Otto Group dar. Er lag im Geschäftsjahr 2021/22 mit 1.131,6 Mio. EUR deutlich unter dem entsprechenden Vorjahreswert von 2.559,4 Mio. EUR. Dieser Rückgang lässt sich im Wesentlichen auf das Working Capital, insbesondere bei Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler, zurückführen. Die Entwicklung des Working Capital wurde dabei vor allem durch einen deutlichen Bestandsaufbau der Vorräte geprägt, welcher weit überwiegend auf das Segment Plattformen sowie auf die Crate and Barrel-Gruppe im Segment Markenkonzepte entfiel. Der in Relation zur Umsatzentwicklung des Geschäftsjahres 2021/22 signifikant überproportionale Anstieg der Vorräte ergab sich zum einen durch eine bewusste Erhöhung der Warenverfügbarkeit und soll vor dem Hintergrund der angespannten Situation auf den Beschaffungsmärkten und der teilweise gestörten Lieferketten zum anderen das Risiko von Lieferausfällen minimieren. Zudem war der im Vorjahr ausgewiesene Vorratsbestand aufgrund restriktiverer Beschaffungen in Relation zur erheblichen Ausweitung der operativen Geschäftstätigkeit bei zahlreichen Konzerngesellschaften unterzeichnet. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich, bereinigt um Effekte aus Veränderungen im Konsolidierungskreis, im Vorjahresvergleich trotz des deutlichen Bestandsaufbaus bei den Vorräten insgesamt betrachtet leicht. Während About You und die Crate and Barrel-Gruppe einen deutlichen Anstieg verzeichneten, verblieben die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bei den anderen Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler teilweise auf Vorjahresniveau oder verminderten sich, wie bei der Konzerngesellschaft OTTO, deutlich. Infolge der teilweisen Nachfrageabschwächung bei einzelnen Sortimenten im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 haben diese Konzerngesellschaften den zunächst deutlichen Vorratsaufbau teilweise gedrosselt, was sich entsprechend auf die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auswirkte. Darüber hinaus verzeichneten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einen leichten Anstieg im Geschäftsjahr 2021/22, der jedoch unter anderem aufgrund der Zunahme von Sofortzahlarten sowie der Ausweitung von Kund*innenanzahlungen, insbesondere bei der Crate and Barrel-Gruppe, insgesamt betrachtet unterproportional zur Umsatzentwicklung verlief. Die Auszahlungen für den Ankauf von Forderungen und Immobilienportfolios bei der EOS Gruppe entwickelten sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2021/22 deutlich aufwärtsgerichtet, wenngleich die Investitionsmöglichkeiten immer noch unter dem Niveau der Geschäftsjahre vor der Corona-Pandemie liegen. Die Auszahlungen für den Ankauf von Forderungen und Immobilienportfolios bei der EOS Gruppe lagen dementsprechend mit 624,5 Mio. EUR über dem Vorjahreswert in Höhe von 535,9 Mio. EUR. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit wurde im Geschäftsjahr 2021/22 wesentlich durch die anhaltend hohen Investitionen in die IT- und Logistikinfrastruktur sowie die Weiterentwicklung von Stationär- und Unternehmensstandorten unterschiedlicher Konzerngesellschaften, insbesondere aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Services, geprägt. Dabei wirkten sich besonders der bereits in großen Schritten vorangegangene Geschäftsmodellwandel bei der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform, die Weiterentwicklung der Crate and Barrel-Gruppe sowie hohe Investitionen der Hermes Fulfilment-Gruppe in bestehende und die Entwicklung neuer Warehousing-Standorte sowie die in diesem Zusammenhang relevanten technischen Anlagen und die IT-bezogenen Ausstattungen aus. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen betrugen 307,9 Mio. EUR nach 320,7 Mio. EUR im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2021/22 ergaben sich darüber hinaus weitere Zahlungsmittelzuflüsse und -abflüsse im Cashflow aus Investitionstätigkeit. So wurden weitere Investitionen in Beteiligungen der Venture-Aktivitäten getätigt. Darüber hinaus betrugen die Einzahlungen aus dem Verkauf von vollkonsolidierten Unternehmen im Geschäftsjahr 2021/22 insgesamt 515,3 Mio. EUR. Darin ist primär der Zahlungsmittelzufluss aus dem vollständigen Verkauf von MONDIAL RELAY, einer Paket-Distributionsgesellschaft der Hermes Gruppe in Frankreich, in Höhe von 500,6 Mio. EUR enthalten. Weitere wesentliche Zahlungsmittelzuflüsse im Geschäftsjahr 2021/22 ergaben sich aus Veräußerungen von durch die Venture-Aktivitäten gehaltenen Beteiligungen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wurde im Geschäftsjahr 2021/22 im Wesentlichen durch eine erneut signifikante Nettotilgung von Finanzverbindlichkeiten, die Eigenkapitalzuführungen aus dem Börsengang von About You sowie die erfolgten Ausschüttungen geprägt. Die erneut signifikante Entschuldung der Otto Group ergab sich dabei vor dem Hintergrund der strukturellen Veränderungen im Portfolio der Unternehmensgruppe, welche unter anderem auf den vollständigen Verkauf von MONDIAL RELAY zurückzuführen ist. Die EOS Gruppe aus dem Segment Finanzdienstleistungen trug zudem durch ihre herausragende Profitabilität erneut wesentlich zur Entschuldung der Unternehmensgruppe bei. Die im Geschäftsjahr 2021/22 weiterhin hohen Bestände an flüssigen Mitteln wurden aktiv dazu genutzt, insbesondere die im langfristigen Fremdkapital enthaltene Verschuldung in Form von Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten vorzeitig zurückzuführen. Insgesamt betrachtet ergab sich im Geschäftsjahr 2021/22 eine signifikante Nettotilgung von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 763,3 Mio. EUR. Im Vorjahr konnte bereits eine Nettotilgung in Höhe von 974,2 Mio. EUR erreicht werden. Die Eigenkapitalzuführungen im Geschäftsjahr 2021/22 in Höhe von 560,8 Mio. EUR ergaben sich aus der Vollkonsolidierung und dem anschließenden Börsengang von About You und der hierbei erfolgten Kapitalerhöhung durch die Ausgabe neuer Aktien. Ein Zahlungsmittelabfluss ergab sich durch Ausschüttungen an die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) und an nicht beherrschende Anteilseigner sowie an Genussschein- und Hybridkapitalgeber in Höhe von insgesamt 163,8 Mio. EUR. Eigenkapital und Finanzierung Die Konzern-Bilanz der Otto Group weist zum 28. Februar 2022 eine um 2.998,9 Mio. EUR erhöhte Bilanzsumme von 13.690,6 Mio. EUR aus. Dies entspricht einem signifikanten Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 28,0 %.
Das Eigenkapital der Otto Group erhöhte sich im Geschäftsjahr 2021/22 um 3.272,4 Mio. EUR auf 5.495,2 Mio. EUR. Dieser signifikante Anstieg ist auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen, wobei der maßgebliche Einflussfaktor durch den im Geschäftsjahr 2021/22 erzielten Jahresüberschuss in Höhe von 1.813,6 Mio. EUR gegeben ist. Dieser beinhaltete neben den positiven operativen Ergebnisbeiträgen nahezu aller Fokusgesellschaften insbesondere auch die im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesenen Erträge aus der Übergangskonsolidierung von bislang assoziierten zu vollkonsolidierten Unternehmen in Höhe von 947,0 Mio. EUR, die aus der Vollkonsolidierung von About You resultieren, sowie Erträge aus der Entkonsolidierung in Höhe von 456,4 Mio. EUR, die im Wesentlichen auf den Verkauf von MONDIAL RELAY entfallen. Darüber hinaus ergaben sich innerhalb des Eigenkapitals insgesamt betrachtet erfolgsneutral erfasste Erträge und Aufwendungen in Höhe von 687,4 Mio. EUR. Diese entfielen in Höhe von 239,5 Mio. EUR auf Bewertungen der Pensionsrückstellungen, wobei die Erträge maßgeblich in der Berücksichtigung von versicherungsmathematischen Gewinnen begründet liegen, welche nahezu vollständig aus dem Anstieg des Rechnungslegungszinssatzes resultierten. Darüber hinaus ergaben sich Erträge in Höhe von 187,7 Mio. EUR aus Veränderungen der Zeitwerte von sonstigen Finanzanlagen, unter anderem bei den Venture-Aktivitäten, sowie in Höhe von 163,1 Mio. EUR aus Bewertungen von assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, die at Equity in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogen werden und im Wesentlichen auf die Venture-Aktivitäten entfallen. Einen deutlich positiven Effekt auf die Entwicklung des Eigenkapitals hatten zudem die Vollkonsolidierung sowie der sich anschließende Börsengang von About You auf die nicht beherrschenden Anteilseigner. Die Vollkonsolidierung von About You und die im Rahmen dessen durchgeführte Kaufpreisallokation führten zu einem Ansatz von immateriellen Vermögenswerten, die entsprechend ihrer Anteilsquote auf nicht beherrschende Aktionäre allokiert wurden. Aus dem anschließenden Börsengang und der hierbei erfolgten Kapitalerhöhung durch die Ausgabe neuer Aktien ergab sich darüber hinaus eine weitere Erhöhung des Eigenkapitals der Unternehmensgruppe. Diese beiden Effekte auf die nicht beherrschenden Anteile wirkten in einer Höhe von 897,6 Mio. EUR auf das Eigenkapital. Zu einem gegenläufigen Effekt auf die Entwicklung des Eigenkapitals im Geschäftsjahr 2021/22 führten hingegen Ausschüttungen an die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) und an nicht beherrschende Anteilseigner sowie an Genussschein- und Hybridkapitalgeber in Höhe von insgesamt 163,8 Mio. EUR. Zudem erfolgte ein anteiliger Rückkauf der im Geschäftsjahr 2018/19 begebenen und im Eigenkapital ausgewiesenen Hybridanleihe. Der signifikante Anstieg des Eigenkapitals bei einer ebenfalls gestiegenen Bilanzsumme führte insgesamt betrachtet zu einer deutlichen Erhöhung der Quote des Konzern-Eigenkapitals. Diese stieg von 20,8 % im Vorjahr auf 40,1 % zum 28. Februar 2022 an. Das langfristige Fremdkapital verminderte sich im Vorjahresvergleich um 752,4 Mio. EUR auf 3.516,4 Mio. EUR. Dieser deutliche Rückgang um 17,6 % ist insbesondere auf eine erneut signifikante Entschuldung der Otto Group im Geschäftsjahr 2021/22 zurückzuführen. Ein wesentlicher Teil der hohen Mittelzuflüsse aus der sehr guten operativen Geschäftsentwicklung bei unterschiedlichen Konzerngesellschaften sowie aus der Kaufpreiszahlung für den vollständigen Verkauf von MONDIAL RELAY, einer Paket-Distributionsgesellschaft der Hermes Gruppe in Frankreich, wurde dabei zur Reduktion der Verschuldung mittels Anleiherückkäufen und vorfälligen Tilgungen von Darlehen eingesetzt. Wesentlicher Treiber für den Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten aus Anleihen in Höhe von 347,6 Mio. EUR war die Ausübung von Vertragsoptionen zur vorzeitigen Rückführung von zwei Euro-Anleihen mit einem Nominalvolumen von 217 Mio. EUR. Des Weiteren sind Anleiherückkäufe von Euro-Anleihen mit einem Nominalvolumen von 109 Mio. EUR sowie Anleiherückkäufe von unterschiedlichen in Schweizer Franken dotierten Anleihen mit einem Nominalvolumen von 29 Mio. CHF durchgeführt worden. Die im langfristigen Fremdkapital enthaltenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten im Vorjahresvergleich durch proaktive Rückführungen ebenfalls deutlich um 251,3 Mio. EUR reduziert werden. Ein vermindernder Effekt auf das langfristige Fremdkapital ergab sich zudem aus einem Rückgang der Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 198,1 Mio. EUR, der primär in veränderten finanziellen Annahmen (Anstieg des Rechnungslegungszinssatzes) begründet liegt. Das kurzfristige Fremdkapital erhöhte sich im Geschäftsjahr 2021/22 deutlich um 365,4 Mio. EUR, entsprechend 8,9 %, auf 4.491,6 Mio. EUR. Einen wesentlichen Einfluss auf den Anstieg des kurzfristigen Fremdkapitals hatten dabei die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2021/22 um 317,7 Mio. EUR, was im Wesentlichen auf die Vollkonsolidierung von About You und die damit einhergehende Berücksichtigung der entsprechenden Verbindlichkeitenposition in der Konzern-Bilanz zurückzuführen ist. Zudem ergab sich insbesondere bei der Crate and Barrel-Gruppe sowie bei About You (ab dem Zeitpunkt der Vollkonsolidierung) ein Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der mit einem deutlichen und durchgängigen Aufbau der Vorräte im Geschäftsjahr 2021/22 vor dem Hintergrund der Ausweitung der operativen Geschäftstätigkeit einhergeht. Bei den anderen Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler verblieben die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen trotz des deutlichen Vorratsaufbaus teilweise auf Vorjahresniveau oder verminderten sich, wie bei der Konzerngesellschaft OTTO, deutlich. Infolge der teilweisen Nachfrageabschwächung bei einzelnen Sortimenten im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 haben diese Konzerngesellschaften den zunächst deutlichen Vorratsaufbau teilweise gedrosselt, was sich entsprechend auf die ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Geschäftsjahresende auswirkte. Die sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt betrachtet um 362,8 Mio. EUR, wobei sich unter anderem in den vertraglichen Verbindlichkeiten ein hoher Anstieg ergab. Dieser entfällt im Wesentlichen auf die Crate and Barrel-Gruppe, die eine deutliche Zunahme der Kund*innenanzahlungen verzeichnete. Zu einem gegenläufigen Effekt auf das kurzfristige Fremdkapital führte die Entwicklung der sich aus den Finanzierungstätigkeiten der Otto Group ergebenden Verbindlichkeiten, welche sich vor dem Hintergrund der Entschuldung der Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2021/22 auch innerhalb des kurzfristigen Fremdkapitals rückläufig zeigten. Bei den kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Anleihen und Schuldverschreibungen ergab sich der Rückgang aus der Begleichung einer im Geschäftsjahr 2021/22 fälligen Anleihe mit einem Nominalvolumen von 45 Mio. EUR. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verminderten sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls deutlich und sanken um 64,2 Mio. EUR. Ein gegenläufiger Effekt auf das kurzfristige Fremdkapital ergab sich auch aus den zur Veräußerung gehaltenen Schulden. Diese lagen im Vorjahr bei 135,8 Mio. EUR und betrafen MONDIAL RELAY, eine Paket-Distributionsgesellschaft der Hermes Gruppe in Frankreich, deren vollständiger Verkauf im Geschäftsjahr 2021/22 erfolgte. Aufgrund der damit einhergehenden Entkonsolidierung dieser Konzerngesellschaft enthält diese Position im Geschäftsjahr 2021/22 entsprechend keine Werte mehr. Netto-Finanzverschuldung Die Netto-Finanzverschuldung der Otto Group konnte im Geschäftsjahr 2021/22 annähernd halbiert werden und verminderte sich um 708,8 Mio. EUR auf 713,8 Mio. EUR. Der wesentliche Treiber für den deutlichen Rückgang der Netto-Finanzverschuldung sind die im Geschäftsjahr 2021/22 erfolgten strukturellen Veränderungen im Portfolio der Unternehmensgruppe. Zum einen ist hier der hohe Zahlungsmittelzufluss aus dem vollständigen Verkauf von MONDIAL RELAY zu nennen. Zum anderen erfolgte die Vollkonsolidierung von About You, die aufgrund des anschließenden Börsengangs mit hohen Liquiditätsbeständen ausgestattet ist. Auf der operativen Seite erfolgte vor allem in den Segmenten Plattformen und Markenkonzepte im Rahmen einer bewussten Erhöhung der Warenverfügbarkeit und zur Risikominimierung vor dem Hintergrund der angespannten Situation auf den Beschaffungsmärkten und der teilweise gestörten Lieferketten ein überdurchschnittlich hoher Bestandsaufbau bei den Vorräten. Im Vorjahr war der ausgewiesene Vorratsbestand aufgrund restriktiverer Beschaffungen in Relation zur erheblichen Ausweitung der operativen Geschäftstätigkeit bei zahlreichen Konzerngesellschaften zudem unterzeichnet. Aufgrund des deutlichen Vorratsaufbaus im Geschäftsjahr 2021/22 wirkte sich die gute bis sehr gute Entwicklung der operativen Geschäftstätigkeit bei vielen Konzerngesellschaften in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler teilweise unterproportional auf die Liquiditätsbeiträge dieser Konzerngesellschaften aus. Die EOS Gruppe aus dem Segment Finanzdienstleistungen trug dagegen durch ihre herausragende Profitabilität bei marktbedingt noch immer unter dem Niveau der Geschäftsjahre vor der Corona-Pandemie liegenden Investitionsmöglichkeiten erneut signifikant zur Entschuldung der Unternehmensgruppe bei. Im Segment Services wurden wie geplant hohe Investitionen, insbesondere in bestehende und die Entwicklung neuer Warehousing-Standorte sowie die in diesem Zusammenhang relevanten technischen Anlagen und die IT-bezogenen Ausstattungen, getätigt. Dennoch konnten insgesamt betrachtet auch die Konzerngesellschaften aus dem Segment Services zur Entschuldung der Unternehmensgruppe beitragen. Die im Geschäftsjahr 2021/22 weiterhin hohen Bestände an flüssigen Mitteln wurden zudem aktiv dazu genutzt, die im langfristigen Fremdkapital enthaltene Verschuldung in Form von Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten vorzeitig zurückzuführen. Insgesamt entwickelte sich die Netto-Finanzverschuldung der Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2021/22 wie folgt:
Vermögensstruktur Das in der Konzern-Bilanz der Otto Group ausgewiesene Gesamtvermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2021/22 um 2.998,9 Mio. EUR auf 13.690,6 Mio. EUR zum 28. Februar 2022. Dies entspricht einem Anstieg in Höhe von 28,0 %. Die signifikante Erhöhung der Bilanzsumme der Unternehmensgruppe ist dabei maßgeblich durch die Vollkonsolidierung und den anschließenden Börsengang von About You sowie durch einen Bestandsaufbau der Vorräte bei unterschiedlichen Konzerngesellschaften bedingt.
Das langfristig gebundene Vermögen lag im Geschäftsjahr 2021/22 mit 7.398,0 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahreswert von 5.429,0 Mio. EUR und wird zu 121,8 % (2020/21: 119,6 %) durch langfristiges Kapital gedeckt. Der Anstieg des langfristig gebundenen Vermögens lässt sich im Wesentlichen auf die signifikanten Zuwächse bei den immateriellen Vermögenswerten zurückführen. Vor dem Hintergrund der Vollkonsolidierung von About You wurden im Rahmen der Kaufpreisallokation innerhalb der immateriellen Vermögenswerte Kundenlisten und Markenrechte in Höhe von 976,2 Mio. EUR angesetzt. Zudem ergab sich aus der Vollkonsolidierung der Ansatz eines derivativen Geschäfts- oder Firmenwertes in Höhe von 989,9 Mio. EUR. Unter Herausrechnung der initialen Effekte aus der Vollkonsolidierung von About You zeigten sich die immateriellen Vermögenswerte insgesamt betrachtet leicht rückläufig, wohingegen die Sachanlagen und Nutzungsrechte im Vorjahresvergleich zulegten. Einen maßgeblichen Einfluss hatten hierbei die anhaltend hohen Investitionen der Unternehmensgruppe in die IT- und Logistikinfrastruktur sowie die Weiterentwicklung von Stationär- und Unternehmensstandorten unterschiedlicher Konzerngesellschaften sowie gegenläufig die im Geschäftsjahr 2021/22 erfolgten außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 66,3 Mio. EUR. Zudem erhöhten sich, unter anderem bedingt durch Aufwertungen von Beteiligungen der Venture-Aktivitäten, die innerhalb des Anlagevermögens ausgewiesenen Anteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen sowie die sonstigen Finanzanlagen insgesamt betrachtet um 259,3 Mio. EUR. Innerhalb der übrigen langfristigen Vermögenswerte ergab sich ein deutlicher Rückgang in den sonstigen Vermögenswerten, der im Wesentlichen durch die im Vorwege des Börsengangs von About You erfolgte Ausbuchung der bisher gehaltenen festverzinslichen Vorzugsanteile bedingt ist. Hieraus ergab sich ein reduzierender Effekt von 390,5 Mio. EUR. Das kurzfristig gebundene Vermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2021/22 ebenfalls deutlich um 983,1 Mio. EUR auf 6.071,4 Mio. EUR. Dies entspricht einem Anstieg von 19,3 %. Einen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung des kurzfristig gebundenen Vermögens hatten die Vorräte. Diese legten insgesamt betrachtet um 965,8 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr zu. Der deutliche Bestandsaufbau entfiel dabei weit überwiegend auf das Segment Plattformen sowie auf die Crate and Barrel-Gruppe im Segment Markenkonzepte. Der in Relation zur Umsatzentwicklung des Geschäftsjahres 2021/22 signifikant überproportionale Anstieg der Vorräte ergab sich zum einen durch eine bewusste Erhöhung der Warenverfügbarkeit, insbesondere zur Steigerung der Kund*innenzufriedenheit, und soll vor dem Hintergrund der angespannten Situation auf den Beschaffungsmärkten und der teilweise gestörten Lieferketten zum anderen das Risiko von Lieferausfällen minimieren. Zudem war der im Vorjahr ausgewiesene Vorratsbestand aufgrund restriktiverer Beschaffungen in Relation zur erheblichen Ausweitung der operativen Geschäftstätigkeit bei zahlreichen Konzerngesellschaften unterzeichnet, sodass insbesondere in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2021/22, bei einzelnen Konzerngesellschaften auch ganzjährig, ein deutlicher Aufbau erfolgte. Durch die Vollkonsolidierung von About You werden zudem erstmalig die entsprechenden Vorratspositionen in der Konzern-Bilanz der Otto Group berücksichtigt. Ein erhöhender Effekt auf das kurzfristig gebundene Vermögen ergab sich zudem aus den flüssigen Mitteln, welche im Geschäftsjahr 2021/22 insgesamt betrachtet leicht um 63,2 Mio. EUR zulegten. Innerhalb der flüssigen Mittel ergaben sich einerseits hohe Zahlungsmittelzuflüsse aus dem erfolgten Börsengang von About You. Andererseits wurde ein wesentlicher Teil der weiteren flüssigen Mittel, unter anderem aus den ebenfalls hohen Zahlungsmittelzuflüssen aus dem vollständigen Verkauf von MONDIAL RELAY, zur Tilgung von Finanzverbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2021/22 verwendet. Darüber hinaus verzeichneten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einen leichten Anstieg im Geschäftsjahr 2021/22, der unter anderem aufgrund der Zunahme von Sofortzahlarten sowie der Ausweitung von Kund*innenanzahlungen, insbesondere bei der Crate and Barrel-Gruppe, unterproportional zur Umsatzentwicklung verlief. Ein gegenläufiger Effekt auf das kurzfristig gebundene Vermögen ergab sich aufgrund der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte. Diese lagen im Vorjahr bei 182,9 Mio. EUR und betrafen MONDIAL RELAY, eine Paket-Distributionsgesellschaft der Hermes Gruppe in Frankreich, deren vollständiger Verkauf im Geschäftsjahr 2021/22 erfolgte. Aufgrund der damit einhergehenden Entkonsolidierung dieser Konzerngesellschaft enthält diese Position im Geschäftsjahr 2021/22 entsprechend keine Werte mehr. Investitionen Die im Geschäftsjahr 2021/22 getätigten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrafen insbesondere die IT- und Logistikinfrastruktur sowie die Weiterentwicklung von Stationär- und Unternehmensstandorten unterschiedlicher Konzerngesellschaften. Der weit überwiegende Teil der Investitionen entfiel dabei auf Konzerngesellschaften in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Services. Innerhalb der ausgewiesenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen des Geschäftsjahres 2021/22 in Höhe von 2.336,7 Mio. EUR ergaben sich im Segment Plattformen signifikante initiale Effekte aus der Vollkonsolidierung von About You in Höhe von 2.035,6 Mio. EUR. Diese betrafen im Wesentlichen Kundenlisten und Markenrechte, die im Rahmen der erfolgten Kaufpreisallokation in den immateriellen Vermögenswerten angesetzt wurden, sowie einen derivativen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 989,9 Mio. EUR, der ebenfalls in den immateriellen Vermögenswerten berücksichtigt wurde. Für eine bessere Vergleichbarkeit der Investitionstätigkeit der Otto Group zwischen den beiden Geschäftsjahren werden diese einmaligen Effekte der Vollkonsolidierung von About You bei den nachfolgenden Ausführungen nicht berücksichtigt und es wird auf die um diese liquiditätsneutralen Effekte bereinigten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 301,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021/22 abgestellt. Bei den im Geschäftsjahr 2021/22 getätigten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen handelte es sich wie im Vorjahr weit überwiegend um Erweiterungsinvestitionen.
* In den für das Segment Services ausgewiesenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sind für das Geschäftsjahr 2021/22 keine Investitionen von MONDIAL RELAY, einer Paket-Distributionsgesellschaft der Hermes Gruppe in Frankreich, enthalten, da diese Gesellschaft bis zu ihrem vollständigen Verkauf im Geschäftsjahr 2021/22 als Veräußerungsgruppe gemäß IFRS 5 dargestellt wurde. Bis zum Zeitpunkt der Entkonsolidierung ergaben sich dabei Investitionen in einer Höhe von 8,4 Mio. EUR. Im Vorjahr betraf dies neben MONDIAL RELAY auch die Paket-Distributionsgesellschaften der Hermes Gruppe in Deutschland und Großbritannien. Auf diese Gesellschaften entfielen im Geschäftsjahr 2020/21 gleichsam Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in einer Höhe von 86,9 Mio. EUR. Im Segment Plattformen stand bei der Konzerngesellschaft OTTO die konsequente Fortsetzung des bereits in großen Schritten vorangegangenen Geschäftsmodellwandels hin zu einer E-Commerce-Plattform im Fokus. Es wurden auch im Geschäftsjahr 2021/22 hohe Investitionen in Zukunftstechnologien sowie die IT-Landschaft vorgenommen, um diese an die sich verändernden Kund*innenbedürfnisse anzupassen. Zudem wurden wesentliche Investitionen in den weiteren Aufbau eines eigenen Payment-Dienstleisters getätigt, um zukünftig aus einer Hand wettbewerbsfähige Zahlungsdienstleistungen für Kund*innen und Marktplatzpartner auf otto.de anbieten zu können. Die umfassenden Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen am Standort Hamburg-Bramfeld wurden fortgesetzt. Die Handelsplattform About You legte den Investitionsschwerpunkt im Geschäftsjahr 2021/22 primär auf die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur, um den internationalen und technologischen Wachstumspfad konsequent fortführen zu können. Im Segment Markenkonzepte wurden erneut hohe Investitionen in den weiteren Ausbau und das Wachstum der vertikalen Markenkonzepte der Otto Group getätigt. Die Crate and Barrel-Gruppe in den USA und Kanada investierte vor dem Hintergrund der erneut sehr guten operativen Geschäftsentwicklung und einer deutlichen Steigerung der E-Commerce-Umsatzerlöse sowohl in bestehende und neue Lagerkapazitäten als auch in die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur und der Onlineshops. Zudem erfolgten Investitionen in neue Stationärstandorte. Die Witt-Gruppe tätigte wesentliche Investitionen in den Ausbau und die Weiterentwicklung der eigenen Logistikstandorte. Bei den weiteren Handelskonzepten der Otto Group im Segment Händler lag der Investitionsfokus auf der konsequenten Fortführung der laufenden Transformation hin zu einer stärkeren Digitalisierung der Geschäftsmodelle, auf einer zukunftsfähigen Positionierung im Wettbewerb sowie auf der Steigerung der operativen Exzellenz. Im Segment Services lag der Investitionsschwerpunkt im Geschäftsjahr 2021/22 bei der Hermes Fulfilment-Gruppe, die mit ihren Warehousing-Aktivitäten eine Schlüsselrolle für die Handelsaktivitäten der Otto Group und das weitere Umsatzwachstum der Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler spielt. Es wurden hohe Investitionen in bestehende und die Entwicklung neuer Warehousing-Standorte sowie die in diesem Zusammenhang relevanten technischen Anlagen und die IT-bezogenen Ausstattungen getätigt. Die Investitionstätigkeit der EOS Gruppe, die das Segment Finanzdienstleistungen wesentlich prägt, fokussierte im Geschäftsjahr 2021/22 weiterhin die Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle. Die primäre operative Investitionstätigkeit der EOS Gruppe zielt gleichwohl auf den Ankauf von Forderungen und Immobilienportfolios im Rahmen der Ausweitung der Forderungsmanagementtätigkeiten ab. Diese Ankäufe sind Bestandteil der Entwicklung des Working Capital und werden nicht als klassische Investition ausgewiesen. Sie sind daher nicht in den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen enthalten. Mittelbindung nach Segmenten Die Mittelbindung der Otto Group wurde im Geschäftsjahr 2021/22 primär durch die Segmente Plattformen, Markenkonzepte und Finanzdienstleistungen geprägt:
Die deutlichen Verschiebungen in den prozentualen Anteilen der Segmente im Geschäftsjahr 2021/22 gegenüber dem Vorjahr ergaben sich im Wesentlichen aus der Vollkonsolidierung von About You im Segment Plattformen. BONITÄTSKENNZAHLEN Als wesentliche Indikatoren der finanziellen Leistungsfähigkeit der Otto Group werden der dynamische Verschuldungsgrad sowie der Verschuldungskoeffizient verwendet. Dabei wird entsprechend des Marktstandards für Finanzdienstleister im Bereich Forderungsmanagement das sogenannte "Cash EBITDA" zur Berechnung des dynamischen Verschuldungsgrads verwendet. Das bedeutet, dass Tilgungen auf Forderungspakete und aus Verkaufserlösen aus Immobilienverwertungen bei der EOS Gruppe zum ausgewiesenen EBITDA addiert werden. Hintergrund ist, dass die operativen Rückflüsse aus Finanzdienstleistungen gemäß IFRS - anders als Rückflüsse aus sonstigen Investitionen - nicht vollständig im EBITDA abgebildet werden, sondern bereits um diese Abschreibungskomponente saldiert werden. Das Cash EBITDA in Relation zur Netto-Finanzverschuldung spiegelt somit die vollständige Entschuldungsfähigkeit der Otto Group wider. Für die vollständige Rückführung der Netto-Finanzverschuldung inklusive der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen aus dem Cash EBITDA wäre theoretisch ein Zeitraum von 0,4 Jahren erforderlich. Der Rückgang zum Vorjahreswert in Höhe von 0,8 Jahren ist im Wesentlichen durch die deutliche Entschuldung bei weiterhin hoher operativer Profitabilität bedingt. Auch der Verschuldungskoeffizient konnte durch den Rückgang der Netto-Finanzverschuldung sowie die signifikante Stärkung des Eigenkapitals deutlich reduziert werden und lag zum 28. Februar 2022 bei 0,1 (28. Februar 2021: 0,6). Die Quote des Konzern-Eigenkapitals konnte aufgrund der in den vorherigen Kapiteln beschriebenen Entwicklungen von 20,8 % im Vorjahr auf 40,1 % gesteigert werden.
* Der Vorjahreswert wurde aufgrund einer Anpassung der Ermittlungsmethode um 11,4 Mio. EUR erhöht. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Governance-Systeme Als Familienunternehmen ist die Otto Group nach den Werten ihres Code of Ethics tätig: respektvoll miteinander umgehen, verantwortungsvoll, fair und nachhaltig agieren. Diese Werte sind Teil der Unternehmenskultur, die von den Mitarbeiter*innen täglich gelebt und gestaltet wird. Regelkonformes Verhalten basiert wesentlich auf den Werten und dem Miteinander. Daneben ist die werteorientierte Steuerung von Risiken und Chancen integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie der Otto Group. Dazu hat die Otto Group diverse Governance-Systeme auf Basis des "Three Lines of Defence"-Modells konzeptioniert und etabliert. Kerngedanke dieses Modells ist, dass die operativ Verantwortlichen (1. Linie) - ausgehend von ihrer Risikobewertung und unter Berücksichtigung von Vorgaben - Maßnahmen und Kontrollen implementieren. Für risikobehaftete Themen erlässt die 2. Linie (Überwachung) Vorgaben und überwacht die Wirksamkeit der Maßnahmen und Kontrollen. Die 3. Linie (Revision) sorgt für eine unabhängige Prüfung der Risikobewältigung durch die 1. und 2. Linie:
Im Folgenden werden die einzelnen Governance-Systeme - das Risikomanagementsystem, das Interne Kontrollsystem, das Compliance Management System und das Interne Revisionssystem - näher beschrieben: Risikomanagement- und Internes Kontrollsystem Alle Konzerngesellschaften, an denen die Otto Group unmittelbar oder mittelbar mit mehr als 50 % der Stimmrechte beteiligt ist oder über die sie einen beherrschenden Einfluss ausüben kann, sind über die konzernweit gültigen Richtlinien und Vorgaben in das Risikomanagementsystem - nachfolgend RMS - und Interne Kontrollsystem - nachfolgend IKS - einbezogen. Die Durchführung der Risikoerhebung vollzieht sich bottom-up, von den einzelnen Konzerngesellschaften stufenweise über die Konzerngruppen bis zum Konzern. Durch diese Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die Risiken am Ort ihres Entstehens erfasst werden. Die enge Vernetzung der bestehenden Kontroll- und Managementsysteme und die einheitlichen Methoden und Prozesse garantieren ein ganzheitliches Risikomanagement. Das RMS ermöglicht es, Risiken schnell zu identifizieren und gegebenenfalls umgehend geeignete Maßnahmen zu treffen oder Kontrollen abzuleiten, um entweder die Eintrittswahrscheinlichkeit zu senken oder die möglichen Auswirkungen der Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Falle ihres Eintritts zu begrenzen. Die hohe Transparenz im Hinblick auf Risiken und Maßnahmen in einem gemeinsamen Tool ermöglicht das Nutzen von Synergieeffekten zwischen den Konzerngesellschaften. Der hierzu implementierte Prozess umfasst folgende Schritte: Identifizierung und Bewertung Der Aufruf zur Risikoerhebung erfolgt einmal jährlich durch den Konzern und umfasst jeweils den Zeitraum Juni bis November. Als Basis der Risikoerhebung sind die für die Unternehmenstätigkeit der Konzerngesellschaft relevanten Risikofelder zu identifizieren. Dabei orientieren sich die Verantwortlichen entlang der Wertschöpfungskette beziehungsweise der Geschäftsprozesse mithilfe des im RMS-Tool hinterlegten Risikokatalogs. Die von den Konzerngesellschaften und den Konzernfunktionen gemeldeten Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher Auswirkungen beurteilt. Zur Bewertung der Schadenshöhe stehen fünf verschiedene Kategorien zur Verfügung (finanziell, operativ, strategisch, Compliance, Reputation). Die Bewertung erfolgt sowohl als Bruttobetrachtung vor Risikosteuerungsmaßnahmen als auch als Nettobetrachtung nach Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Um die gesamte Breite denkbarer Tendenzen aufzuzeigen, werden für relevante Risiken verschiedene Zukunftsszenarien erarbeitet und deren Auswirkungen auf die Otto Group quantitativ untersucht. Hierfür verwendet die Otto Group standardisierte Methoden. Relevante Risiken werden mit einheitlichen Schadensverteilungsmaßen beurteilt, zum Beispiel mit einer Dreiecksverteilung aus einem Best-Case-, wahrscheinlichsten und Worst-Case-Szenario. Die inhaltliche Qualität der Risikomeldung wird zusätzlich durch Validierungsmaßnahmen seitens der Holdingfunktionen gewährleistet. Außerdem erfolgt eine Prüfung der Risiken auf mögliche Reputationsschäden sowie Compliance-Verstöße. Zur Vervollständigung des Risikoinventars werden zudem mögliche Extremrisiken aus Konzernsicht erhoben und bewertet. Per Definition ist ein Extremrisiko ein Risiko, das mit einer sehr niedrigen Wahrscheinlichkeit zu extremen negativen Auswirkungen (Extremereignissen) innerhalb von wenigen Jahren führen kann. Die Risikoerhebung orientiert sich dabei an makroökonomisch-politischen Umfeldanalysen und Krisenszenarien. Steuerung und Überwachung Die Risikoverantwortlichen haben die Aufgabe, geeignete risikomindernde Maßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen sowie Chancen in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen zu nutzen. Darüber hinaus erarbeiten sie eine allgemeine Strategie zum Umgang mit den identifizierten Risiken. Zu diesen Strategien zählen Risikovermeidung, Risikoverringerung mit dem Ziel, die Auswirkung beziehungsweise die Eintrittswahrscheinlichkeit zu minimieren, Risikotransfer auf Dritte oder Risikoakzeptanz. Die Entscheidung über die Umsetzung der entsprechenden Strategie zur Steuerung des Risikos berücksichtigt auch die Kosten in Verbindung mit der Effektivität etwaiger geplanter risikomindernder Maßnahmen. Risiken, die aufgrund ihrer Bewertung als wesentlich eingestuft werden, sowie die für das Risiko relevanten Indikatoren und Gegenmaßnahmen werden verstärkt überwacht. Analog dazu sind entsprechende Kontrollen abzuleiten und die Wirksamkeit ist zu dokumentieren. Berichterstattung Gemäß individuell festgelegter Wesentlichkeitsgrenzen beziehungsweise von der Unternehmensgröße abhängiger Schwellenwerte zur Einstufung der Schadenshöhe fließen die Risiken in die Berichterstattung ein. Die in der jährlichen Risikoinventur gemeldeten Risiken werden unterjährig aktualisiert und zu den Beiratssitzungen der jeweiligen Konzerngesellschaften präsentiert. Die aus Konzernsicht wesentlichen Risiken werden in einer Risikomatrix dargestellt. Diese gliedert alle Risiken nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren jeweiligen Auswirkungen und stellt somit die Transparenz der Risikolage der Otto Group sicher. Erstmalig wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 zudem die Risikotragfähigkeit der Otto Group bestimmt sowie die Gesamtrisikoposition mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt. Der Konzernvorstand und der Aufsichtsrat werden sowohl über eine potenzielle Bestandsgefährdung als auch über relevante Entwicklungen im Risikomanagement informiert. Eine Ad-hoc-Risikomeldung dient dazu, auch außerhalb der genannten offiziellen Meldezeitpunkte neue wesentliche Risiken umgehend an den Konzernvorstand zu melden. Die Verantwortung für das Risikomanagement liegt beim Konzernvorstand und den Geschäftsführern der Konzerngesellschaften. Die enge Verzahnung des RMS mit dem IKS und dem Controlling/Berichtswesen dient der Wirksamkeit des RMS. Darüber hinaus dienen der Aufbau und das regelmäßige Überprüfen des Compliance Management Systems dazu, gesetzliche Bestimmungen und unternehmensinterne Richtlinien einzuhalten. Das RMS wird von dem organisatorisch verantwortlichen Management in Zusammenarbeit mit der Abteilung Risikomanagement fortlaufend weiterentwickelt und von der Konzern-Revision überprüft. Ein weiterer zentraler Bestandteil des Risikomanagements der Otto Group ist die koordinierte Unternehmenskommunikation. Durch die kontinuierliche und vertrauensbildende Kommunikation relevanter Themen beugt die Otto Group Reputationsrisiken generell vor. Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem Das rechnungslegungsbezogene IKS ist eingebettet in das IKS der Otto Group und berücksichtigt dessen Anforderungen. Ziel des rechnungslegungsbezogenen IKS der Otto Group ist es, die Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungslegung sowie der Finanzberichterstattung sicherzustellen. Dabei soll insbesondere gewährleistet werden, dass alle Geschäftsvorfälle auf Basis geltender Normen, Rechnungslegungsvorschriften sowie interner Konzernregelungen zeitnah, einheitlich und korrekt buchhalterisch erfasst werden. Fehler in der Rechnungslegung sollen vermieden beziehungsweise wesentliche Fehlbewertungen zeitnah aufgedeckt werden. Der Konzernabschluss der Otto Group wird auf Basis eines zentral vorgegebenen konzeptionellen Rahmens erstellt. Dieser umfasst im Wesentlichen die folgenden organisatorischen und technischen Maßnahmen, in die alle Konzerngesellschaften einbezogen sind. Die zentral vorgegebene Konzernrichtlinie sowie ergänzende Bilanzierungsanweisungen stellen die relevanten Regelungen der IFRS sowie die konzernweit verbindlichen Vorgaben für die Ausübung von Wahlrechten und Gestaltungsmöglichkeiten dar. Sie stellen sicher, dass die Bilanzierungsstandards nach IFRS einheitlich und konzernweit angewendet werden. Darüber hinaus ist ein einheitlicher Konzernkontenplan für alle Konzerngesellschaften verpflichtend. Die Datenmeldung zur Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt auf der Detailebene dieses Kontenplans. Er hat die Aufgabe, zusammen mit der Konzernrichtlinie eine ordnungsgemäße und einheitliche Erstellung des Konzernabschlusses der Otto Group sicherzustellen, und ist deshalb wesentlicher Bestandteil der internen Kontrollen für die Finanzberichterstattung. Neuerungen in der internationalen Rechnungslegung werden vom Direktionsbereich Group Controlling & Accounting zeitnah auf Relevanz überprüft und ihre Umsetzung wird den Konzerngesellschaften frühzeitig, beispielsweise in monatlichen Newslettern, angekündigt. Schließlich garantiert die konzerneinheitlich gesteuerte Durchführung des Abschlussprozesses im Rahmen eines zentral verwalteten Abschlusskalenders einen strukturierten Prozess der Rechnungslegung. Die IFRS Einzelabschlüsse (Reporting Packages) der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften werden entweder lokal durch die Konzerngesellschaft oder durch ein Shared Service Center erstellt. Sie werden daraufhin in einem einheitlichen System erfasst. Automatische Plausibilitätsprüfungen und systemseitige Validierungen der Daten stellen qualitätssichernde Maßnahmen im Prozess der Datenerfassung dar. Die Konsolidierung erfolgt anschließend an einem zentralen Standort mithilfe einer weiteren Software. Bei den Systemen handelt es sich um etablierte Softwareprodukte, die auf Ordnungsmäßigkeit geprüft sind. Darüber hinaus sind zum Schutz vor nicht autorisiertem Zugriff in den rechnungslegungsbezogenen IT-Systemen Zugriffsberechtigungen definiert. Letzteres erfolgt in Übereinstimmung mit den Bestimmungen zur Informationssicherheit der Otto Group. Auf Konzernebene wird durch den Direktionsbereich Group Controlling & Accounting die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der von den Konzerngesellschaften berichteten IFRS Einzelabschlüsse überprüft. Nach dem Finalisieren aller Konsolidierungsschritte wird der Konzernabschluss durch den Direktionsbereich Group Controlling & Accounting der Otto Group unter Einbeziehung weiterer Fachabteilungen erstellt. Die Erstellung des Konzernlageberichts erfolgt ebenfalls durch diesen Direktionsbereich in Zusammenarbeit mit den relevanten Fachbereichen der Otto Group Holding. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht durchlaufen während des Erstellungsprozesses mehrere Qualitätsdurchsichten. Die Mitglieder der Geschäftsführung erteilen der finalen Fassung die Genehmigung zur Veröffentlichung. Compliance Management System Die Otto Group unterhält ein Compliance Management System - nachfolgend CMS. Dieses verfolgt das Ziel, Compliance als integrativen Bestandteil in allen Geschäftsprozesse fest zu verankern. In diesem Zusammenhang erhebt und bewertet die Otto Group die relevanten Compliance-Risiken und realisiert Maßnahmen, um regelwidriges Verhalten zu vermeiden. Dazu zählen beispielsweise Richtlinien, Schulungen und Beratungen. Die Maßnahmen werden regelmäßig auf ihre Wirksamkeit überprüft und stetig verbessert. Zentrales Gremium des CMS ist das Compliance Committee - unter dem Vorsitz der Konzern-Vorständin für Finanzen, Controlling und Personal. In dem Committee sind unter anderem die Risikofunktionen der Otto Group vertreten. Die Mitglieder des Compliance Committee definieren das CMS der Otto Group und die verbindlichen Anforderungen für alle Konzerngesellschaften. Unterstützt wird das Compliance Committee operativ durch das Compliance Office, dessen Mitglieder in der Otto Group als Ansprechpartner*innen für Compliance-Fragen zur Verfügung stehen. Zudem bildet das Compliance Office die Schnittstelle zu den Konzerngesellschaften. Diese haben eigene, dezentrale Compliance-Organisationen, die an den gruppenweiten Anforderungen und Standards ausgerichtet sind. Die Compliance-Themen sind fachlich in verschiedenen Konzernbereichen verankert. Die Otto Group hat dabei Compliance-Kernthemen von gruppenweiter Bedeutung definiert, die von zentralen Themenverantwortlichen gesteuert werden. Die Compliance-Arbeit der Otto Group beschränkt sich indes nicht nur auf diese Compliance-Kernthemen, sondern berücksichtigt die vielfältigen Herausforderungen der Otto Group. Darüber hinaus werden die Prozesse fortlaufend hinterfragt und überprüft und neue Compliance-Risiken in die Strukturen des CMS integriert. Damit Fehlverhalten und Zuwiderhandlungen rechtzeitig entdeckt, nachverfolgt und Abhilfemaßnahmen ergriffen werden können, hat die Otto Group ein Hinweisgebersystem etabliert. Alle Mitarbeiter*innen und Außenstehende können Verstöße gegen Gesetze und interne Regelungen über verschiedene Kanäle - auch anonym - melden. Jede eingehende Meldung wird sorgfältig geprüft und Verdachtsfällen wird nachgegangen. Internes Revisionssystem Die (Interne) Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen und unterstützt dadurch den Konzernvorstand und die Geschäftsführungen der Konzerngesellschaften in ihren Überwachungsaufgaben. Die Revision ist darauf ausgerichtet, einen Mehrwert zu schaffen und die Organisation bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen. Sie trägt zur Gewährleistung der Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit von Prozessen sowie zum Schutz des Vermögens und zur Verhinderung von Reputationsschäden bei. Dazu prüft die Revision insbesondere die Wirksamkeit (Angemessenheit und Funktionsfähigkeit) des RMS, des IKS, des CMS und der Führungs- und Überwachungsprozesse und hilft, diese zu verbessern. Das Interne Revisionssystem - nachfolgend IRS - der Otto Group wird durch eine Konzernrichtlinie beschrieben und sieht vor, dass der Revisionsbedarf vom Konzernvorstand (hoheitliche Sicht) und den jeweiligen Geschäftsführer*innen für ihre Konzerngesellschaft (lokale Sicht) risikoorientiert zu erheben und angemessen abzudecken ist. Der Konzernvorstand kann Prüfungen im gesamten Geltungsbereich dieser Konzernrichtlinie veranlassen und beauftragt damit den Bereich Group Audit. Geschäftsführungen der Konzerngesellschaften veranlassen Prüfungen in ihrer Gesellschaft sowie deren Tochtergesellschaften und beauftragen damit Group Audit, eine lokale Revision oder externe Prüfer. Die Leitung von Group Audit koordiniert die Revisionsaktivitäten konzernweit und erlässt hierzu fachliche Vorgaben in einem "Manual Internal Auditing". Dazu sind ihr die lokalen Revisionen in den Konzerngesellschaften fachlich unterstellt, diese "dotted-line" dient zudem der Förderung der Unabhängigkeit der lokalen Revisionen. Prüfungsplanung Die Revisionstätigkeit erfolgt risikoorientiert unter Berücksichtigung des Umfanges und des Risikogehaltes der Geschäftsprozesse. Grundsätzlich wird ein Jahresplan mit einem Kontingent für ungeplante Sonderprüfungen aufgestellt. Das Audit Universe umfasst alle operativen Konzerngesellschaften. In diesen Gesellschaften werden regelmäßig General Audits durchgeführt (diese Prüfungen umfassen unter anderem die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung sowie die Themengebiete IKS, RMS, CMS und IRS). Der hoheitliche Prüfungsplan wird vom Vorstandsvorsitzenden genehmigt und beinhaltet neben den oben genannten General Audits Risikoprüfungen (Konzernsicht). Lokale Prüfungspläne werden von der jeweiligen Geschäftsführung genehmigt. Prüfungsdurchführung, Berichterstattung und Follow-up Die Prüfungen der Revisionen werden in Anlehnung an die Standards für die berufliche Praxis der Internen Revision (The Institute of Internal Auditors: www.theiia.org) und insbesondere dem Code of Ethics des Institute of Internal Auditors - nachfolgend IIA - durchgeführt. Über jede Prüfung wird zeitnah schriftlich berichtet. Zur Beseitigung der festgestellten Mängel und Begrenzung der identifizierten Risiken werden Empfehlungen abgeleitet, deren Umsetzung nachgehalten wird (Follow-up). Wirksamkeit Die Wirksamkeit des IRS der Otto Group und die Einhaltung der Berufsgrundsätze des IIA wird durch ein Qualitätssicherungs- und Verbesserungsprogramm gefördert. Dazu zählt insbesondere die regelmäßige (in der Regel alle fünf Jahre) Beauftragung von externen Quality Reviews. Zuletzt erfolgte dies im Januar 2019 durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Die Wirksamkeit des IRS der Otto Group wurde dabei bestätigt. Chancenmanagement Die Otto Group verfolgt eine fokussierte Wachstumsstrategie und tätigt gezielt hohe Investitionen in bestehende Stärken, national und international, sowie in den Auf- und Ausbau neuer Geschäftsmodelle, die das bestehende Unternehmensportfolio ergänzen. Über die unterschiedlichen Segmente hinweg sieht die Unternehmensgruppe gute Chancen zum Wachsen, denen sie mit unterschiedlichen Maßnahmen begegnet - vom fokussierten Ausbau ertragsstarker Geschäfte über den Aufbau zukunftsorientierter Konzepte hin zu Mergers & Acquisitions. Ein bewusstes Abwägen vom Inkaufnehmen von Risiken zur Realisierung von Chancen findet in diesem Zusammenhang statt und wird in der Entscheidungsfindung berücksichtigt. Ausgesprochen große Chancen eröffnen sich durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Logistikinfrastruktur, die Umsetzung vorhandener Skalierungsmöglichkeiten, aber auch durch Investitionen zugunsten der Technologiekapazitäten und somit für den fortlaufenden Geschäftsmodellwandel, unter anderem durch den Einsatz neuer Technologien auf Basis von Künstlicher Intelligenz. Zudem bieten die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit sowie die Expansion in neue Märkte zusätzliche Absatzchancen. In den Kapiteln "Konzernstrategie" und "Wirtschaftliches Umfeld" sind die Chancen und jeweiligen Strategien für die Unternehmensgruppe sowie die Segmente näher beschrieben. Sofern sich aus der Risikobetrachtung jedoch auch Chancen ergeben können, werden diese an der entsprechenden Stelle im Risikobericht genannt. Risikobericht Die nachfolgende Berichterstattung bietet einen Gesamtüberblick über die wesentlichen Risiken und zeigt deren Bedeutung für die Otto Group auf. Dabei werden die Risiken anhand einer Matrix mit den Dimensionen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit klassifiziert. Für die Risikobewertung der Otto Group gelten folgende Schwellenwerte mit den entsprechenden Schadenshöhen, die erstmals basierend auf der Grundlage der Deutschen Rechnungslegungs Standards in diesem Chancen- und Risikobericht genannt werden. Die Referenzgröße bildet das EBT:
Sofern in der Szenariobetrachtung neben der Risikobetrachtung auch Chancenkomponenten ermittelt wurden, werden diese analog zur oben angegebenen Methodik bewertet. Die in diesem Risiko- und Chancenbericht dargestellten Risiken wurden im oben erwähnten Berichtszeitraum von Juni bis November gesammelt. Haben sich perspektivisch darüber hinaus noch wesentliche Änderungen in der Bewertung ergeben, sind diese entsprechend ausgewiesen. Volkswirtschaftliche Chancen und Risiken Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und somit auch auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group. Unvorhersehbare Störungen innerhalb der globalen Wirtschaftsverflechtungen können zu schwer abschätzbaren Auswirkungen führen. Gesamtwirtschaftliche Risiken führen potenziell zu einer Reduzierung der Kaufkraft der privaten Haushalte in den betroffenen Ländern und Regionen und können damit einen Rückgang der Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen der Otto Group bewirken. Volkswirtschaftliche Risiken könnten wegen der damit verbundenen Absatzschwankungen mit hohen Ergebnisauswirkungen verbunden sein. Die Corona-Pandemie hat seit ihrem Ausbruch einen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung der Weltwirtschaft und die wesentlichen Absatz- und Beschaffungsmärkte der Otto Group. Aufgrund der in vielen Ländern erfolgten Impfkampagnen und dem damit einhergehenden sukzessiven Abbau der durch die Pandemie bedingten Einschränkungen dürfte der Prozess der wirtschaftlichen Erholung bedeutende Fortschritte machen. Allerdings zeigen sich nach wie vor Störungen in den weltweiten Lieferketten, sodass Einschränkungen in der Warenverfügbarkeit kurz- und mittelfristig Folge der Pandemie bleiben werden. Der Einmarsch russischer Streitkräfte in die Ukraine am 24. Februar 2022 ist ein tiefgreifendes Ereignis, das auch in der weltwirtschaftlichen Entwicklung deutliche Spuren hinterlassen wird. Das Ausmaß der negativen Auswirkungen auf die Güter- und Finanzmärkte kann derzeit noch nicht hinlänglich prognostiziert werden. Der Krieg in der Ukraine birgt für die Otto Group - wie auch für alle anderen Marktakteure - unterschiedliche Risiken. Der Einfluss auf die bereits hohen Energiepreise und die übrigen Preissteigerungen bei anderen Waren und Dienstleistungen können zu einer Eintrübung der Konsumaktivität der privaten Haushalte und damit auch der Geschäftsentwicklung führen. In der Beschaffung und Supply Chain sind daher auch Einschränkungen sowie Preissteigerungen möglich. Bereits verhängte Sanktionen gegen am Krieg in der Ukraine beteiligte Staaten und ihre Staatsbürger*innen haben einen Einfluss auf die konzerninternen Geschäftsbeziehungen mit den operativ tätigen Konzerngesellschaften der Otto Group in Russland sowie auf die lokale Geschäftstätigkeit. Abgesehen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Krieges in der Ukraine waren in den vergangenen Jahren Anzeichen innerhalb der Europäischen Union erkennbar, die auf ein mögliches Abnehmen des Zusammenhalts der Europäischen Union hingewiesen haben. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union im Januar 2020 war beispielsweise ein relevantes Ereignis hierfür. In diesem Kontext sieht die Otto Group im Zerfall der Eurozone ein Risiko, das nach aktueller Einschätzung für die Otto Group als mittel eingestuft wird. Dabei wurden sowohl die finanziellen Auswirkungen als auch die Eintrittswahrscheinlichkeit nach unten korrigiert. Die Folgen des Brexits selbst sind für die Otto Group von untergeordneter Bedeutung. Branchenspezifische und betriebliche Chancen und Risiken
Risiken ergeben sich marktseitig insbesondere aus den zuvor beschriebenen Effekten der noch anhaltenden Corona-Pandemie und vor allem aus den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen infolge des Krieges in der Ukraine. Das Umfeld in den vergangenen beiden Geschäftsjahren hat vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie im E-Commerce zu deutlich gesteigerten Wachstumsraten geführt (Onlineshift), wodurch sich auch Marktchancen ergeben haben. Mit Blick auf den Wettbewerb ist es gleichzeitig vielen E-Commerce-Plattformen und Händlern im Markt gelungen, vom Onlineshift zu profitieren und stark zu wachsen. Hier ist in Zukunft eine weitere Verschiebung der relativen Marktanteile möglich, die sowohl eine Chance als auch ein Risiko für die entsprechenden Geschäftsmodelle der Otto Group darstellen kann. Die Konzerngesellschaften der Otto Group, die als Vertriebskanal auch den stationären Einzelhandel nutzen, haben es während der Corona-Pandemie geschafft, den durch die temporären Schließungen weggebrochenen Umsatz online auszugleichen oder sogar überzukompensieren. Die Erfahrungen, die stationäre Händler während des Lockdowns im Rahmen der Corona-Pandemie in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler gesammelt haben, werden genutzt, um das Erlebnis für die Kund*innen auch langfristig zu optimieren und so den Kund*innenbestand weiter auszubauen. Auch der Blick auf beliebte Omnichannel-Services zeigt, wie wichtig das Stationärgeschäft ist, denn Konsument*innen nutzen Click & Reserve, Click & Collect sowie die Option, online bestellte Ware im Stationärgeschäft zurückzugeben. Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie sind weitere Einschränkungen im Stationärgeschäft nicht auszuschließen - somit besteht immer noch ein Risiko. Durch die vielfältigen Vertriebsmaßnahmen der Konzerngesellschaften hinsichtlich eines verbesserten Zusammenspiels aus Online- und Offline-Kanälen, der digitalen Verflechtung und den bereits genannten vielfältigen Möglichkeiten wird den Risiken entgegengewirkt. Um Risiken aus dem Markt- und Wettbewerbsumfeld zu begegnen, wurde zudem eine Vielzahl weiterer Maßnahmen ergriffen. Dazu zählt das aktive Portfoliomanagement der Otto Group, welches die erfolgreiche Umsetzung der strategischen Ziele der Unternehmensgruppe unterstützt. In der in regelmäßigen Abständen stattfindenden Portfolioanalyse wird jede Konzerngesellschaft der Otto Group auf ihre Wirtschaftlichkeit und ihre Zukunftsfähigkeit hin überprüft und das Portfolio bei Bedarf verändert oder erweitert. Zu den zuletzt erfolgten Portfoliomaßnahmen zählt unter anderem der vollständige Verkauf von MONDIAL RELAY in Frankreich an den international tätigen Paketdienstleister InPost S.A. im Geschäftsjahr 2021/22. Die mehrheitliche Beteiligung an der Schweizer Medgate Gruppe zu Beginn des Geschäftsjahres 2022/23 ist ein Beispiel für ein Buy-Side-seitiges Portfoliomanagement. Für weitere Angaben zur Medgate Gruppe wird auf den Abschnitt zur Entwicklung der Otto Group verwiesen. Die Strategie der Otto Group trägt durch die internationale Ausrichtung und die Bedienung unterschiedlicher Marktsegmente über verschiedene Vertriebskanäle langfristig zur Risikostreuung bei und begegnet mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen den je nach regionaler Marktentwicklung entstehenden Anforderungen. Aus dem Markt- und Wettbewerbsumfeld ergibt sich für die Otto Group nach Ablauf des vergangenen Geschäftsjahres insgesamt ein mittleres Risiko. Aufgrund des bereits thematisierten Krieges in der Ukraine steigt das Risiko.
Die Otto Group ist nach wie vor dem Risiko ausgesetzt, dass angestrebte Neuausrichtungen bei einzelnen Konzerngesellschaften nicht gelingen. Dieses Risiko konnte durch Portfoliobereinigungen gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden. Dennoch wird es - aufgrund der potenziellen Liquiditäts- und Ergebnisbelastungen, aber auch aufgrund der Reputationsrisiken von Restrukturierungen und Unternehmensverkäufen - aktuell als hoch eingestuft. Zu den nicht erfolgreichen Turnarounds zählten beispielsweise die Einstellung der japanischen Aktivitäten durch den Verkauf von Otto Japan Inc. im Geschäftsjahr 2020/21 und zum Ende des Geschäftsjahres 2021/22 die Beendigung der Geschäftsaktivitäten der MEKIS Japan Inc. i.L. (bis zum 28.02.2022 Eddie Bauer Japan, Inc.), einem Joint Venture der Otto Group und Eddie Bauer LLC, deren Geschäftsmodell nicht zuletzt aufgrund der gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht mehr tragfähig war. Die geschäftlichen Aktivitäten, die sich in einem Prozess des Turnarounds befinden, werden beispielsweise durch ein geeignetes Meilensteinreporting überwacht.
Es besteht eine Vielzahl an Projekten, die die unterschiedlichen Geschäftsmodelle in den Segmenten entwickeln und stärken. Hierfür werden im Geschäftsjahr 2022/23 sowie in den nachfolgenden Geschäftsjahren erhebliche Investitionen getätigt, unter anderem in die logistische Infrastruktur, die Digitalisierung und in die technologische Transformation. Im Segment Plattformen konnte die Konzerngesellschaft OTTO auch im Geschäftsjahr 2021/22 durch eine gezielte Ansprache sowie den allgemeinen durch die Corona-Pandemie bedingten Onlineshift ihre Kund*innenbasis massiv ausbauen und somit trotz der sehr hohen Ausgangsbasis vom Geschäftsjahr 2020/21 den Umsatz und das Kund*innenniveau noch einmal weiter steigern. Entstandene Spielräume im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden für Investitionen zugunsten der Technologiekapazitäten und somit für den fortlaufenden Geschäftsmodellwandel von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform genutzt. So können sich Partner nunmehr automatisiert anbinden, um das Geschäft bestmöglich zu skalieren und den Kund*innen eine noch größere Auswahl anbieten zu können. Mehr als 3.500 Marktplatzpartner verkaufen bereits auf otto.de, mit deutlich steigender Tendenz. Darüber hinaus schreitet die Entwicklung einer eigenen Zahlungslösung planmäßig voran. Eine neue Konzerngesellschaft zur Abwicklung von Zahlungen auf otto.de wurde mit der PEG-Payment Entwicklungsgesellschaft mbH gegründet, um zukünftig aus einer Hand wettbewerbsfähige Zahlungsdienstleistungen für Kund*innen und Marktplatzpartner anbieten zu können. Nach der noch ausstehenden Erlaubniserteilung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wird die Konzerngesellschaft OTTO zukünftig ihren Kund*innen einen einheitlichen Check-out ohne externen Anbieter anbieten können, unabhängig davon, ob ein Artikel von OTTO als Händler oder einem Marktplatzpartner verkauft wird. Neben der rein technologischen Transformation von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform passt OTTO auch die interne Organisation und die Prozesse im Rahmen eines Großprojektes auf das neue Geschäftsmodell an und startet somit in die Umsetzung der organisatorischen Transformation. Durch eine verstärkte Automatisierung und Standardisierung werden mit dem oben genannten Großprojekt die prozessualen und organisatorischen Voraussetzungen zum Skalieren der Plattform geschaffen. Des Weiteren sind hohe Investitionen in die Konzerngesellschaften aus dem Segment Services geplant. Die Investitionen in die technologische und logistische Infrastruktur, die seitens der Hermes Fulfilment-Gruppe im Bereich Warehousing und Retourenabwicklung geleistet werden, sichern und erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit der Otto Group insgesamt. Dabei werden in den nächsten Geschäftsjahren hohe Investitionen in einen neuen Standort im polnischen Ilowa getätigt, der auf die logistische Abwicklung kleinvolumiger Sortimente, wie Bekleidung und Spielzeug, zugeschnitten wird. Die Fertigstellung des Standortes ist für das Jahresende 2023 avisiert. Parallel dazu wird ein bestehender Logistikstandort im hessischen Gernsheim bei laufendem Betrieb erweitert und umgestaltet. Beide Standorte, Ilowa und Gernsheim, sollen zukünftig vernetzt agieren und werden Sortimente der Konzerngesellschaft OTTO sowie der myToys-Gruppe logistisch abwickeln. Zudem wurde im Geschäftsjahr 2021/22 beschlossen, dass die Hermes Fulfilment-Gruppe gemeinsam mit der Baur-Gruppe hohe Investitionen in die logistische Infrastruktur am Standort der Baur-Gruppe im bayrischen Altenkunstadt tätigt, um den Standort auszubauen und technologisch auf hohem Niveau weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang wird unter anderem ein 16.300 qm großes, vollautomatisiertes Shuttlelager gebaut. Damit werden unter anderem die Voraussetzungen geschaffen, der wachstumsstarken About You-Gruppe, deren Logistiknetzwerk teilweise am Standort in Altenkunstadt liegt, als konzerneigenem Kunden langfristig nachgefragte Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Erste wesentliche Investitionen werden, wie auch in die Standorte Ilowa und Gernsheim, bereits im Geschäftsjahr 2022/23 erfolgen. Des Weiteren werden entsprechend des Leitbildes einer kundenzentrierten Logistik und Supply Chain weiterhin erhebliche Investitionen getätigt, um entsprechende Standards in der Paketlogistik zu erreichen, wie beispielsweise Next-Day-Delivery, Same-Day-Delivery, verschiedene Liefer- und Zustelloptionen sowie personalisierte Lieferaussagen. Profitieren sollen davon insbesondere die Kund*innen der Konzerngesellschaften in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler. Die oben erwähnten Projekte haben einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der Otto Group. Es besteht - wie bei jedem Projekt - das Risiko, dass sich diese Projekte verzögern, sich Budgets erhöhen, Ziele nicht erreicht werden oder im Extremfall Projekte scheitern. Dieses Risiko besteht vor allem aufgrund der starken Abhängigkeiten der Projekte untereinander bezüglich der Zeitschiene, den notwendigen Ressourcen und des Budgets. Auch wenn das kurzfristige finanzielle Risiko als gering eingestuft wird, wird das Risiko insgesamt als sehr hoch gewertet, da sich bei Nicht-Gelingen der angestrebten Transformationen mittel- und langfristig hohe Risiken für die Erreichung der Geschäftsziele und der Strategie der Otto Group ergeben.
Aus den operativen Aufgabenbereichen ergeben sich Chancen und Risiken in den Bereichen Beschaffung und Logistik. Die Lieferbereitschaft in hoher Qualität ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor und hat für die Kund*innen der Unternehmensgruppe einen hohen Stellenwert. Neben der Corona-Pandemie und einer allgemeinen und weltweiten Rohstoffknappheit ist es auch die im zweiten Halbjahr 2021 gestiegene Zahl von Kapazitätsengpässen, die die Risikolage bestimmt. Deshalb besteht das Risiko von Produktionsausfällen oder der Schließung von Betriebsstätten von Lieferanten, wodurch es zu Lieferengpässen beziehungsweise -ausfällen kommen kann. Dies betrifft beispielsweise sowohl die Handelswaren als auch Verpackungsmaterialien. Spürbare Engpässe in der Verfügbarkeit von Seefracht-Containern haben Preise und Lead-Times ansteigen lassen. Durch unvorhergesehene Ereignisse wie die Blockierung des Suez-Kanals ist die gesamte Zeitplanung innerhalb der Supply Chain bis heute teilweise gestört. Das Risiko von Lieferengpässen, die unzureichende Verfügbarkeit von Containern und hohe Frachtkosten im Inbound konnten die Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler durch eine konsequente Beschaffungsstrategie und hohe Warenverfügbarkeit in den Lägern teilweise mindern. Auch der Abschluss von langfristigen Verträgen federt die Auswirkungen von hohen Frachtkosten, wie zum Beispiel Containerpreisen, ab. Auf die stabile Warenversorgung zahlen außerdem die Bündelung des Einkaufs in der konzerneigenen und hoch spezialisierten Einkaufsorganisation Otto International sowie die langjährigen Beziehungen zu einer stark diversifizierten Lieferantenbasis positiv ein. Der Einsatz von konzernübergreifenden Taskforces zu Lieferanteninsolvenzen oder Verpackungen sichert zusätzlich eine durchgehend stabile Warenverfügbarkeit ab und bietet die Chance, dass Insolvenzen von wesentlichen Lieferanten frühzeitig begegnet werden kann. Über ihre Transport- und Beschaffungsnetzwerke ist die Otto Group auf ähnlich gelagerte Fälle vorbereitet. Die Bevorratung in den Lägern stellt den Absatz auch bei anhaltender Dynamik in der Supply Chain sicher. Das Beschaffungsmanagement der Otto Group legt zudem einen besonderen Wert auf die Auswahl und Schulung der Lieferanten, um den ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsanforderungen durch direkte Lieferanten und durch deren Zulieferer gerecht zu werden. Im Rahmen der Risikoanalyse wurde das (reputative) Risiko als sehr hoch eingestuft. Zudem stellen mögliche Geldbußen bei Verstößen gegen gesetzliche ökologische und soziale Mindeststandards, beispielsweise aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, ein finanzielles Risiko dar. Potenzielle Qualitätsmängel sind durch eine enge Zusammenarbeit mit den direkten Lieferanten und Herstellern sowie durch ständige Qualitätskontrollen weitgehend begrenzt. Ein besonderes Augenmerk legen die Konzerngesellschaften der Otto Group auf die Absicherung sozialverträglicher Arbeitsbedingungen. Diese sind Bestandteil der Supplier Declaration und damit Grundlage jeder Geschäftsbeziehung mit Lieferanten. Die Einhaltung wird im Rahmen von Sozial-Audits, die überwiegend nach den externen Anforderungen der Initiative amfori BSCI sowie dem Sozialstandard SA 8000 erfolgen, in den Endfertigungsfabriken überprüft. Auch die Einhaltung von Umweltanforderungen wird mithilfe von Richtlinien, Audits und Trainings kontrolliert. Zudem setzt die Otto Group auf die Beschaffung von zertifizierten Materialien wie Baumwolle mit dem Siegel der Initiative Cotton made in Africa oder Möbelholz und Papier mit dem Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC), die sowohl ökologische als auch soziale Anforderungen beinhalten. Aufgrund der komplexen Lieferkettenstrukturen fehlt es jedoch oft an Transparenz in der nachgelagerten Lieferkette. Das Ziel der neuen CR-Strategie besteht daher darin, über die Endfertigungsstätten hinaus Transparenz über die Produktionsbedingungen in der gesamten Lieferkette zu erlangen.
Neben der Beschaffung ist eine stabile Logistik von den Produktionsstätten bis hin zu den Endkund*innen Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum der Plattform-, Marken- und Handelskonzepte in der Otto Group. Diese entwickelt sich zu einem wettbewerbsdifferenzierenden Faktor. Dabei richtet die Otto Group ihre Logistikaktivitäten auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Konzerngesellschaften aus. Aufgrund der weiterhin sehr dynamischen Lage werden die Risiken aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr die Otto Group auch im Geschäftsjahr 2022/23 begleiten: Die steigenden Kund*innenanforderungen an die Logistik und höhere Bestellmengen treffen auf starke vertriebsseitige Volumenschwankungen, wie beispielsweise durch den Black Friday, das Weihnachtsgeschäft oder die Wiedereröffnung des Stationärhandels, sowie auf Sortimentsschwankungen durch ein geändertes Konsumverhalten, auf den Fachkräftemangel im gewerblichen Bereich und auf Ressourcenengpässe. Zusätzlich hält die Corona-Pandemie weiterhin an. Die Eindämmung der Auswirkungen aus der Corona-Pandemie auf die logistische Abwicklungsstabilität bleibt eine der wesentlichen Herausforderungen im Geschäftsjahr 2022/23. Größere und kurzfristige Schwankungen in der Nachfrage oder dem Angebot von Logistikkapazitäten sind mit erheblichen Auswirkungen auf die operative Planung von Ressourcen, insbesondere den Einsatz von Mitarbeiter*innen, sowie die notwendige Flexibilisierung im Netzwerk von Standorten zu berücksichtigen. Eine zu lange Adaptionszeit führt zu Wettbewerbsnachteilen und ist zu vermeiden. Besonders hohe Bestellmengen in kurzen Zeiträumen fordern von der Logistik flexibel skalierbare Kapazitäten. Um auch zukünftig eine schnelle, flexible und stabile Abwicklung gewährleisten zu können, investiert die Otto Group wie vorstehend bereits beschrieben in ihre Abwicklungskapazität bei unterschiedlichen Konzerngesellschaften. Hierbei wird in den kommenden Geschäftsjahren die Serviceleistung für die Kund*innen gesteigert und die fokussierte Wachstumsstrategie der Otto Group gefestigt. Hinsichtlich der Corona-Pandemie steht der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter*innen weiter an erster Stelle, potenzielle Lagerschließungen oder Betriebsausfälle gilt es zu verhindern. Diesen Zielen wurde mit etablierten und erfolgreich angewandten Pandemiekonzepten begegnet, welche in allen Konzerngesellschaften erarbeitet, implementiert und fortlaufend den behördlichen Vorgaben sowie dem Infektionsgeschehen entsprechend angepasst werden. Die Abwicklungsfähigkeit war seit Beginn der Corona-Pandemie durchweg sichergestellt. Dadurch gelang es, die Lieferzeiten während der Corona-Pandemie auf einem absolut wettbewerbsfähigen Niveau zu halten und so neue Kund*innen zu gewinnen. Im Bereich der Distributionslogistik hat die zum Segment Services zählende Hermes Germany GmbH * auch im Geschäftsjahr 2021/22 einen deutlichen Mehrumsatz gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr erzielen können. Neben dem Wachstum bei relevanten Bestandskunden war auch eine erfolgreiche Neukundengewinnung zu verzeichnen. Mit dem Standort Berlin hat die Hermes Germany GmbH den Einstieg in die emissionsfreie Zustellung "Green Delivery" begonnen, welche im Geschäftsjahr 2022/23 weiter ausgebaut wird. Mit der starken logistischen Leistung und dem zunehmenden Anteil emissionsfreier Belieferung hat sich die Hermes Germany GmbH gut aufgestellt, um im wie schon seit Jahren zunehmend aggressiven Wettbewerb bestehen zu können. ( * Die Hermes Germany GmbH wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogen. Die Umsätze sind daher nicht in den in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung ausgewiesenen Umsätzen der Otto Group enthalten.) Trotz der dargestellten umfangreichen Schutzmaßnahmen und der Erfüllung der geltenden regulatorischen Anforderungen wird das Risiko im Bereich Logistik weiterhin als hoch eingestuft und kann eine hohe Ergebniswirkung entfalten. Eine positive Wirkung auf die Stabilität und Weiterentwicklung der Logistikaktivitäten in der Otto Group ergibt sich durch die unterstützende Rolle aus dem Bereich Supply Chain Management der Otto Group Holding. Konzernübergreifend werden gemeinsam Projekte umgesetzt, die Synergien in der gesamten Unternehmensgruppe heben. Eine übergeordnete Technologiestrategie ermöglicht die Nutzung einheitlicher und doch individuell nutzbarer IT-Systeme.
Die zum Segment Plattformen gehörende About You ist die am schnellsten wachsende digitale Modeplattform Europas. Sie hat im Geschäftsjahr 2021/22 erneut ein hohes Umsatzwachstum erzielt. Durch den sowohl in Deutschland als auch europaweit stark steigenden Anteil des E-Commerce-Geschäfts am gesamten Einzelhandel sieht die Otto Group weiterhin ausgeprägte Wachstumschancen für diese Konzerngruppe. Gleichwohl bestehen bei dieser Skalierung auch operative Risiken, wie beispielsweise im Bereich der Beschaffung oder Logistik, die das angestrebte Kund*innen- und Umsatzwachstum limitieren können. Im Segment Finanzdienstleistungen bestehen weiterhin Marktchancen für profitables Wachstum. Die EOS Gruppe konnte auch unter den anspruchsvollen Rahmenbedingungen des Geschäftsjahres 2021/22 ihre stabile Entwicklung fortsetzen und den Umfang an Forderungskäufen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020/21 ausbauen. Positiv hervorzuheben ist hierbei die weitere Diversifikation der Portfoliokäufe über die einzelnen Märkte. Vor dem Hintergrund der fehlenden Skaleneffekte sowie den sich weiter verschärfenden regulatorischen Rahmenbedingungen, insbesondere in den USA, erfolgte im Geschäftsjahr 2021/22 der Verkauf der nordamerikanischen EOS Aktivitäten an Transworld Systems Inc., ein amerikanisches Inkassounternehmen. Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine bestehen aktuell Risiken für den operativen Betrieb der EOS Gruppe im russischen Markt. In der EOS Gruppe liegt auch zukünftig der Schwerpunkt im Erwerb von unbesicherten Forderungen, gleichzeitig tragen besicherte Forderungen sowie Immobilienportfolios zur Diversifikation bei. Ausgesprochen große Chancen zu Effizienzsteigerungen bestehen durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der IT-Systeme im Inkassoprozess, unter anderem durch den Einsatz neuer Technologien auf Basis von Künstlicher Intelligenz. Gegenläufig können sich Verschärfungen der rechtlichen Rahmenbedingungen ergeben, da diese in den einzelnen Ländern einem ständigen Veränderungsprozess unterliegen. Risiken aus branchenunabhängigen beziehungsweise unterstützenden Prozessen
Der ausgeprägte Einsatz von Informationstechnologie durch den hohen Grad an Digitalisierung innerhalb der Otto Group erhöht den Schutzbedarf von Informationen deutlich. Neben den Anforderungen an Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von elektronisch gehaltenen und verarbeiteten Informationen wachsen auch die Anforderungen an die damit verbundene IT. Risiken im Zusammenhang mit unberechtigten Datenzugriffen und Datenmissbrauch (Cyberkriminalität), aber auch Unterbrechungen beziehungsweise Störungen von wesentlichen Geschäftsprozessen aufgrund von IT-Störungen zählen zu den wesentlichen Risiken für die Informationssicherheit und IT bei der Otto Group. Diese können eine hohe Ergebnisauswirkung haben und werden trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen und Erfüllung der geltenden regulatorischen Anforderungen hinsichtlich ihrer Risikohöhe als hoch eingestuft. Auch sind Reputationsschäden eine mittelbare Folge des Risikos. Die Absicherung der Otto Group gegen Informationssicherheits- und IT-Risiken erfolgt über eine umfassende Sicherheitsstrategie, die neben organisatorischen Maßnahmen auch technische Maßnahmen beinhaltet. Die organisatorischen Maßnahmen betreffend verfügt die Otto Group über ein umfassendes und konzernweites IT-Governance-Regelwerk mit Richtlinien und Grundsätzen zur kontinuierlichen Sicherstellung der Einhaltung der rechtlichen und regulatorischen Anforderungen. Hierzu zählen zum Beispiel regelmäßige Kommunikations-, Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen für alle Anwender*innen, regelmäßige interne Prüfungen und Sicherheitsreviews durch die Interne Revision oder Teams der Otto Group Informationssicherheit, aber auch die Erarbeitung und Umsetzung von Group Information Security Mindeststandards für alle Cloud- und On-Premise-Anwendungen. Diese Maßnahmen schaffen ein hohes Sicherheitsverständnis und Risikobewusstsein. Bei Kooperationen und Partnerbeziehungen schützt die Otto Group die Kund*innen- und Mitarbeiter*innendaten durch klar definierte Vorgaben zum Informationsschutz sowie zur Nutzung der Informationstechnologie. Zudem existieren Prozesse, um sicherzustellen, dass die Anforderungen der Otto Group an die Einhaltung von Vorschriften (das heißt Informationssicherheit, Datenschutz und vertragliche/rechtliche Anforderungen) in die entsprechenden Phasen der Beschaffung (zum Beispiel Beschaffung von Software/Anwendungen und externen Dienstleistungen/Outsourcing) integriert werden. Die technischen Aspekte der Sicherheitsstrategie beinhalten unter anderem Firewall-Systeme auf unterschiedlichen Ebenen, den Einsatz von Virenscannern sowie Zugriffskontrollen auf Betriebssystem- und Anwendungsebene. Als direkte Maßnahme wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Zero Tolerance Policy für anfällige alte Betriebssysteme umgesetzt. Darüber hinaus werden regelmäßig Sicherheitstests durch interne und externe Spezialist*innen durchgeführt und daraus abgeleitete Maßnahmen konsequent umgesetzt. Im Geschäftsjahr 2022/23 wird die im abgelaufenen Geschäftsjahr begonnene Etablierung eines "Central Security Incident Response Teams" (CSIRT) weiter umgesetzt und der Rollout der Advanced Threat Protection (ATP) Lösung von Microsoft vorangetrieben, um eine kontinuierliche Verkleinerung des Angriffsvektors durch eine Cyberattacke zu erreichen. Der Rechenzentrumsbetrieb gliedert sich in ein primäres Rechenzentrum, welches als Co-Location extern betrieben wird, sowie den Rechenzentrumsbetrieb am Standort der Konzernzentrale in Hamburg-Bramfeld zur Nutzung als Sekundär-Rechenzentrum. Die externe Co-Location sowie die Netzwerk-Backend-Infrastruktur entsprechen damit höchsten Tier-3+-Standards. Die geschäftskritischen Systeme werden in zwei Rechenzentren redundant gehalten. Das gilt auch für die wichtigen Datenbestände, die permanent über beide Rechenzentren gespiegelt werden. Zusätzlich erfolgt eine regelmäßige Sicherung der Datenbestände. Der etablierte IT-Notfall-Managementprozess sorgt zusätzlich für den permanenten Ausbau der IT-Notfall-Vorsorgemaßnahmen. Regelmäßige Notfallübungen werden durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen einzeln und im Verbund zu überprüfen. Unter Gesichtspunkten der Risikominimierung werden sämtliche Systementwicklungen grundsätzlich in separaten Umgebungen vorgenommen, vor der Übernahme in den Praxisbetrieb umfangreichen Tests unterzogen und erst nach Freigabe in den laufenden Betrieb übernommen. Das Hosting eines Großteils der inländischen SAP-Systeme erfolgt in den Rechenzentren eines strategischen Partners, wobei dieser regelmäßig unter definierten Kriterien geprüft wird - inklusive seiner Prozesse und seiner Leistungserbringung. Daneben ist die Otto Group IT als SAP Customer Center of Expertise zertifiziert, womit der Otto Group IT sowohl technische und funktionale Skills als auch prozessuale Exzellenz bestätigt werden.
Auch aufgrund ihrer weltweiten Ausrichtung trifft die Otto Group auf eine Reihe finanzieller Risiken. Diese Risiken werden identifiziert und mit entsprechenden Gegenmaßnahmen gesteuert. Für die Otto Group ist neben dem Kontrahentenrisiko und dem Liquiditätsrisiko auch das Währungsrisiko als Teil des Marktrisikos zu betrachten. Den Rahmen für den Umgang mit Finanzrisiken bildet eine konzernweit verbindliche Richtlinie. Die Unternehmensgruppe ist einem Kontrahentenrisiko ausgesetzt, das durch Nichterfüllung von vertraglichen Vereinbarungen seitens der Kontrahenten entsteht. Im engeren Sinne wird darunter das Risiko verstanden, dass Kreditnehmer oder Kontrahenten aufgrund einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse Verbindlichkeiten gegenüber der Otto Group nicht oder nur zum Teil begleichen können. Die Kreditausfallrisiken werden durch adäquate Kreditsteuerungssysteme unter Berücksichtigung einer angemessenen Risikosegmentierung des Kund*innenportfolios begrenzt. Die Risikosegmentierung wird permanent angepasst. Darüber hinaus werden die Kreditaktivitäten im Rahmen des Risikomanagements regelmäßig auf die geschäftsmodellspezifischen Risiken aus der Veränderung von Umfeldfaktoren hin untersucht und die bestehenden Reaktionsmechanismen bei Bedarf modifiziert. Zudem arbeitet die Otto Group zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos grundsätzlich nur mit Geschäftsbanken zusammen, die über eine ausreichende Bonität verfügen. Sowohl durch diesen qualitativen Auswahlprozess als auch durch ein ausgewogenes Bankenportfolio wird das Ausfallrisiko auf ein vertretbares Maß reduziert. Die Bonität der Geschäftsbanken der Otto Group wird regelmäßig anhand verschiedener Instrumente vom Finanzrisikocontrolling überprüft. Das Liquiditätsrisiko für die Otto Group besteht darin, dass sie nicht über genügend Finanzierungsmittel verfügen könnte, um fixierten Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, oder benötigte Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann. Das Finanzierungsmanagement sichert die jederzeitige Aufrechterhaltung der Liquidität der Otto Group ab. So wird sichergestellt, dass für das operative Geschäft und für Investitionen jederzeit ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen. Als Refinanzierungsinstrumente kommen grundsätzlich sämtliche Geld- und Kapitalmarktprodukte, aber auch Leasing und Factoring infrage. Die Otto Group verfügt über ein ausgewogenes Bankenportfolio und einen sehr komfortablen Puffer an freien Kreditlinien. Dank der in den vergangenen Geschäftsjahren erfolgreich umgesetzten Maßnahmen zur Stärkung der finanziellen Leistungsfähigkeit sowie langfristiger, enger Bankbeziehungen ist die Otto Group auch in einem volatilen Finanzmarktumfeld in der Lage, flexibel auf geänderte Rahmenbedingungen zu reagieren und ihren Liquiditätsbedarf jederzeit abzusichern. Dabei werden bei den im Rahmen der zentralen Konzernfinanzierung abgeschlossenen Verträgen keine Financial Covenants vereinbart. Neben dem Bankenmarkt hat die Otto Group zur Deckung von Finanzierungsbedarf Zugang zum Kapitalmarkt, an dem die Unternehmensgruppe sich über regelmäßige Anleihetransaktionen als Emittent etablieren konnte. Aufgrund des sehr guten operativen Geschäftsverlaufs bei einer Vielzahl von Konzerngesellschaften im Geschäftsjahr 2021/22 sowie der Vollkonsolidierung von About You und des vollständigen Verkaufs der Paket-Distributionsgesellschaft MONDIAL RELAY in Frankreich verfügt die Otto Group zum Geschäftsjahresende 2021/22 über liquide Mittel in Höhe von 1.310,3 Mio. EUR. Daneben wurde verfügbare Liquidität auch im Geschäftsjahr 2021/22 teilweise zum Abbau der Bruttofinanzverschuldung, unter anderem durch Anleiherückkäufe sowie die vorzeitige Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, genutzt. Die weiter bestehenden Guthaben werden bei einem breit diversifizierten Kreis von Banken angelegt, deren Bonität einem permanenten Monitoring unterliegt. Der Liquiditätsbedarf der Otto Group wird rollierend über eine vierteljährliche Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von mindestens 24 Monaten, eine monatliche Liquiditätsplanung für das laufende Geschäftsjahr sowie eine tägliche Planung mit einem Horizont von mindestens vier Wochen ermittelt. Alle Planungen werden regelmäßigen Abweichungsanalysen unterzogen. Marktrisiken im Sinne der Kategorien des IFRS 7 beschränken sich in der Otto Group auf Währungen und Zinssätze. Bedeutsame Währungsrisiken ergeben sich aus Zahlungseingängen in Fremdwährung aus dem Kund*innengeschäft sowie aus Zahlungsverpflichtungen gegenüber Lieferanten, die in einer Fremdwährung zu begleichen sind. Letztere entstehen zum großen Teil aus dem Wareneinkauf in US-Dollar beziehungsweise in Hongkong-Dollar und dem anschließenden Warenverkauf in Euro. Zinsänderungsrisiken entstehen aus der Veränderung von Zinssätzen, die zu Gewinnen beziehungsweise Verlusten der zinstragenden Positionen führen. Währungs- und Zinsänderungsrisiken werden durch eine währungs- und fristenkongruente Refinanzierung begrenzt. Verbleibende Risiken aus den offenen Währungs- und Zinspositionen werden mit adäquaten Risikomessmethoden bewertet. Bei Bedarf erfolgt eine weitere Risikoreduzierung vor allem durch den Einsatz von Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäften sowie von Zinsswaps. Grundsätzliches Ziel des Risikomanagements ist es, Auswirkungen von Marktpreisänderungen auf Cashflows auf ein vertretbares Maß zu begrenzen. Die unabhängige Risikoüberwachung überprüft die Angemessenheit und Wirksamkeit der Steuerungsmaßnahmen und die Einhaltung der Referenz- beziehungsweise internen Verrechnungskurse. Das relevante Fremdwährungsrisiko wird aufgrund der abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte als gering eingestuft. Zur finanziellen Risikokonzentration wird auf den Konzernanhang verwiesen (siehe hierzu Konzernanhang zum 28. Februar 2022, Ziffer (36) "Finanzinstrumente").
Als international tätige Unternehmensgruppe mit einem breit diversifizierten Unternehmensportfolio ist die Otto Group einer Vielzahl von rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Risiken ausgesetzt. Zu den Compliance-Risiken der Otto Group gehören segmentübergreifend - auch in Anbetracht des erheblichen Sanktionspotenzials - weiterhin Risiken im Bereich des Wettbewerbs- und Kartellrechts, des Datenschutzes sowie des Mahn- und Inkassowesens. Das Wettbewerbs- und Kartellrecht ist nach wie vor geprägt von einem dynamischen und anspruchsvollen rechtlichen und regulatorischen Umfeld. Verschiedene aktuelle Gesetzgebungsvorhaben auf nationaler sowie europäischer Ebene, wie die Überarbeitung des Vertriebskartellrechts oder Gesetzgebungsinitiativen im Plattformbereich und der Digitalwirtschaft, betreffen Kernbereiche der Geschäftsmodelle der Otto Group. Darüber hinaus ist nach wie vor eine hohe Aktivität der Behörden im Bereich wettbewerbsbeschränkender Praktiken im Marktumfeld zu beobachten. An aussagekräftigen Leitentscheidungen, die insbesondere im Plattformkontext eine rechtssichere Orientierung ermöglichen, fehlt es bislang. Im Rahmen des CMS der Otto Group werden risikominimierende Maßnahmen struktureller sowie organisatorischer Art entwickelt, Handlungsempfehlungen abgeleitet und es wird die Umsetzung in den Konzerngesellschaften begleitet. Zudem werden die Mitarbeiter*innen für die relevanten Fragestellungen durch entsprechende Schulungsprogramme sensibilisiert. Auch unter Berücksichtigung der zuvor beschriebenen Maßnahmen wird das Risiko etwaiger nachteiliger Auswirkungen vor dem Hintergrund bestehender Unsicherheiten im Plattformkontext und im Bereich der Digitalwirtschaft, insbesondere aufgrund der sehr hohen potenziellen Schadenshöhe, als sehr hoch bewertet. Relevante Compliance-Risiken erwachsen nach wie vor aus einem möglichen Verstoß gegen die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Rechtsprechung hat unter anderem hohe Anforderungen an die Durchführung eines Onlinetrackings sowie an die Übermittlung von Daten in "unsichere" Drittländer gestellt. Dies hat insbesondere für den Bereich des Online-Marketings Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und führt zu erheblichen Aufwänden zum Beispiel für die Verschlüsselung von Cloud-Infrastrukturen. Im Rahmen des CMS der Otto Group wurden zentrale Vorgaben zu Sicherheitsanforderungen in der Cloud-Infrastruktur erarbeitet und die relevanten Auswirkungen in den Bereichen Onlinetracking und Datentransfer in unsichere Drittstaaten evaluiert und risikominimierende Maßnahmen abgeleitet. Im Rahmen der bestehenden Schulungs- und Trainingsformate werden diese und weitere datenschutzrechtliche Themenstellungen fortlaufend in die Konzerngesellschaften transportiert. Darüber hinaus beobachtet und begleitet die Otto Group aktuelle Gesetzgebungsprozesse und -initiativen. Trotz aller ergriffenen Maßnahmen bestehen in Anbetracht der bestehenden Rechtsunsicherheiten Risiken. Compliance-Risiken bestehen im Bereich des Mahn- und Inkassowesens. Die rechtlichen Rahmenbedingungen verändern sich stetig. Die in diesem Bereich tätigen Konzerngesellschaften der Otto Group sind zudem unterschiedlich durch entsprechende Aufsichtsbehörden beziehungsweise staatliche Institutionen in den für die Unternehmensgruppe relevanten Ländern reguliert. Das Risiko wird dennoch vor dem Hintergrund der sich tendenziell verschärfenden rechtlichen Rahmenbedingungen als hoch bewertet. Hinzu kommt, dass in Teilbereichen nur durch Rechtsverfahren eine verlässliche Konkretisierung stattfindet. Ein aktuell anhängiges Rechtsverfahren betrifft die EOS Investment GmbH. Im Rahmen einer Musterfeststellungsklage wird ermittelt, ob diese Gesellschaft für die EOS beziehungsweise die Otto Group im Rahmen des sogenannten Konzerninkassos Inkassodienstleistungen erbringen und hierfür Kosten geltend machen darf. Die Otto Group ist überzeugt davon, sich rechtlich korrekt zu verhalten und hat die Klage entsprechend erwidert. Die Otto Group verfolgt stetig die internationale Entwicklung und hat entsprechende risikominimierende Maßnahmen implementiert. Gesamtrisikolage Bestandsgefährdende Entwicklungen sind nicht nur als bestandsgefährdende Einzelrisiken anzusehen, sondern im Allgemeinen als Szenarien, bei denen eine beliebige Kombination bestehender Risiken zur Bestandsgefährdung führen kann. Die Früherkennung bestandsgefährdender Entwicklungen erfordert aufgrund der Nichtaddierbarkeit von Risiken eine Risikosimulation (Monte-Carlo-Simulation), also die Simulation des gleichzeitigen Eintritts mehrerer Risiken. In der Gesamtbeurteilung der Risikosituation der Unternehmensgruppe lässt sich auf Grundlage der heute bekannten Informationen feststellen, dass weder aufgrund von Einzelrisiken noch aufgrund der Gesamtrisikoposition eine Bestandsgefährdung besteht und auch für die Zukunft keine absehbar ist. UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG Mitarbeiter*innen Die Mitarbeiter*innen sind für die Otto Group einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren. Ihre vielfältigen Kompetenzen, ihre Erfahrungen, ihre Leistungsfähigkeit und ihr Engagement sind die Grundlage für die weitere Entwicklung der Unternehmensgruppe. In der Otto Group waren im Geschäftsjahr 2021/22 - auf Vollzeitkräfte umgerechnet - durchschnittlich 43.249 Mitarbeiter*innen beschäftigt (2020/21: 49.895).
Die Entwicklung der Anzahl der Mitarbeiter*innen in den Geschäftsjahren 2021/22 und 2020/21 wurde in einzelnen Segmenten durch Veränderungen im Konsolidierungskreis wesentlich beeinflusst. Der ausgewiesene Anstieg im Segment Plattformen ist maßgeblich durch die Vollkonsolidierung von About You seit Juni 2021 bedingt. Die rückläufige Entwicklung im Segment Händler resultiert vor allem aus dem unterjährigen Verkauf der Otto Japan Inc. im Geschäftsjahr 2020/21 sowie aus der Beendigung der Geschäftsaktivitäten der MEKIS Japan Inc. i.L. (bis zum 28.02.2022 Eddie Bauer Japan, Inc.) im Geschäftsjahr 2021/22. Der Rückgang im Segment Services ist insbesondere auf die unterjährig im Geschäftsjahr 2020/21 entkonsolidierten Paket-Distributionsgesellschaften der Hermes Gruppe in Deutschland und Großbritannien sowie auf den vollständigen Verkauf von MONDIAL RELAY im Geschäftsjahr 2021/22 zurückzuführen. Auf vergleichbarer Basis, also unter Berücksichtigung der sich aus den Veränderungen des Konsolidierungskreises ergebenden Effekte, ist die Anzahl der Mitarbeiter*innen im Geschäftsjahr 2021/22 um 3,1 % gestiegen. Hierbei haben insbesondere die Crate and Barrel-Gruppe und die Logistikaktivitäten der Baur-Gruppe die Mitarbeiter*innenzahl deutlich erhöht. Die Vielfalt, die in einer Gesellschaft vorhanden ist, ist ein wesentlicher Treiber für die Veränderung, Entwicklung und Innovation innerhalb der Otto Group. Das bedeutet, dass die individuellen Unterschiede wie auch Gemeinsamkeiten der Mitarbeiter*innen der Otto Group nicht nur die Organisation prägen, sondern die Unternehmensgruppe auch weiterentwickeln. Dabei können alle Dimensionen von Vielfalt (Geschlecht, Alter, Religion, Nationalität oder Migrationsgeschichte, langfristige gesundheitliche Beeinträchtigung beziehungsweise Behinderung, sexuelle Orientierung, aber auch die familiäre Situation oder die soziale Herkunft von Personen) in der Belegschaft der Otto Group vorhanden sein und somit eine Rolle spielen und Veränderungsbedarfe innerhalb der Organisation initiieren. Entsprechend braucht es ein Arbeitsumfeld, in dem sich alle Mitarbeiter*innen wohlfühlen können, Wertschätzung erfahren und ihr Potenzial entfalten können. Dies sind nicht nur wesentliche Elemente einer innovativen und adaptiven Personalstrategie in Zeiten der Digitalisierung und des "war for talents", sondern auch in den Werten der Otto Group seit langem verankerte Ansprüche. Aus diesem Grund hat die Otto Group im Geschäftsjahr 2021/22 für die operative und strategische Verankerung von Diversity und Inclusion - nachfolgend D&I - den holistischen Drei-Säulen-Ansatz "Envision, Embrace und Grow" entwickelt. Im Rahmen der Säule "Envision (We measure)" werden mittels eines datengestützten Vorgehens wie auch durch qualitative Erhebungen innerhalb der Unternehmensgruppe strukturelle Analysen durchgeführt, Entwicklungen nachgezeichnet und Prognosen erarbeitet. Auf dieser Basis wiederum lassen sich institutionelle sowie individuelle Veränderungsbedarfe identifizieren und davon entsprechende Maßnahmenansätze ableiten, um diese Bedarfe zu adressieren. Hierfür dient die konzeptionelle Säule "Grow (We take action)". Entscheidend für die Ganzheitlichkeit der Verankerung von D&I in der Otto Group ist die Säule "Embrace (We take care for you and ourselves)", mit der unter anderem die Vernetzung und Stärkung von Personen in konzernweiten Netzwerken (Communities) angeregt und in der Organisation eine Kultur des Miteinanders geschaffen wird. Mit der Community-Arbeit im Geschäftsjahr 2021/22 wurden regelmäßige Anlässe für Mitarbeiter*innen geschaffen, sich besonders zu engagieren und neue Ideen zu Diversity-Themen zu entwickeln. Dadurch wurde die Sichtbarkeit des Themas gestärkt und unabhängig von festen Organisationsstrukturen projekt- beziehungsweise themenbezogen zusammengearbeitet. Wie gewinnbringend Netzwerkarbeit sein kann, zeigt auch das Beispiel des Netzwerks "Power of Diversity", in dem sich Female Top Executives konzernübergreifend zu relevanten Diversity-Themen austauschen, Bedarfe identifizieren und Impulse für Maßnahmen generieren und zusammen ausgestalten. Im Zuge der Implementierung des Drei-Säulen-Ansatzes "Envision, Embrace und Grow" war im abgelaufenen Geschäftsjahr ein wesentlicher Meilenstein die Entwicklung individueller Antworten auf die grundsätzlichen Vorgaben des Führungspositionen-Gesetzes (Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen, kurz FüPoG), das den Rahmen für die Quote für den Frauenanteil in Führungspositionen setzt und gleichzeitig strukturelle wie auch operative Wirkung entfaltet. Die Otto Group hält weiterhin an ambitionierten Zielquoten hinsichtlich der Besetzung von Führungspositionen mit Frauen fest. In diesem Zusammenhang hat sich die Otto Group folgende Ziele gesetzt: Im Aufsichtsrat der Unternehmensgruppe soll bis zum 28. Februar 2023 eine Zielquote von mindestens 25 % erreicht werden. Für die Geschäftsführung der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH wurde zum 28. Februar 2023 eine Zielquote von mindestens 30 % festgelegt. Für die Konzerngesellschaften, die Zielquoten definiert haben * , hatte sich die Otto Group zum 31. Dezember 2021 Ziele gesetzt, die nunmehr überprüft wurden: In den Geschäftsführungen dieser Konzerngesellschaften (ausgenommen der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH) wurde angestrebt, dass bis zum 31. Dezember 2021 jeweils mindestens eine Position von einer Frau besetzt wird. Dieses Ziel konnte zum 31. Dezember 2021 in einigen Konzerngesellschaften bereits erreicht werden, allerdings noch nicht in allen. Das Ziel wird weiterverfolgt und soll nun zum 31. Dezember 2025 erreicht werden. Für die erste Führungsebene setzten sich die Konzerngesellschaften das Ziel, im Mittel eine Quote von 23 % zu erreichen. Diese wurde zum 31. Dezember 2021 mit 24 % erfüllt. Die neue Zielquote zum 31. Dezember 2025 ** wird auf 32 % festgelegt. Auf der zweiten Führungsebene wurde die Zielquote von 33 % mit einer gemittelten Ist-Quote von 37 % zum 31. Dezember 2021 ebenfalls erreicht. Die neue Zielquote zum 31. Dezember 2025 beträgt 39 %. ( * Zur konzernweiten Förderung des Frauenanteils in Führungspositionen setzt sich die Otto Group Zielquoten für alle Konzerngesellschaften, die unter den Geltungsbereich des FüPoG fallen oder in der Regel mehr als 500 Mitarbeiter*innen beschäftigen. Insgesamt fallen 12 Konzerngesellschaften hierunter.) ( ** Die Frist für die Zielerreichung bei der ABOUT YOU SE & Co. KG endet sowohl für die erste als auch für die zweite Führungsebene am 1. Juni 2026.) Mit dem gewählten Drei-Säulen-Ansatz und den entsprechenden Zielquoten sind Diversity und Inclusion wesentliche Teile des Otto Group Path und gelebte Werte im Mindset der Otto Group. Wesentlicher Bestandteil des Otto Group Path und wichtiger Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit der Otto Group ist ebenfalls das Thema Lebenslanges Lernen. Damit Lernen und digitale Bildung im Arbeitsalltag eigenverantwortlich, individualisiert und arbeitsintegriert erfolgen können, wurde die Weiterbildungsinitiative TechUcation im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter ausgerollt. Im deutschsprachigen Raum ist der Rollout unter den kaufmännischen Mitarbeiter*innen der begleitenden digitalen Lernplattform Masterplan abgeschlossen: Mehr als 26.000 Kolleg*innen wurden auf Masterplan eingeladen. Die Aktivitätsquote * auf der Lernplattform konnte im Geschäftsjahr 2021/22 auf einem stabilen Niveau von circa 30 % gehalten werden. Zudem wurde TechUcation in den internationalen Konzerngesellschaften pilotiert; der Rollout erfolgt sukzessive im Geschäftsjahr 2022/23. ( * Aktivitätsquote = Anteil der Nutzer*innen, die Masterplan mindestens einmal im Monat nutzen) Für die Mitarbeiter*innen in der Logistik wurde ein zielgruppenspezifischer Digitalisierungsgrundkurs entwickelt und auf Masterplan bereitgestellt, um ein Grundverständnis für die Digitalisierung zu schaffen, Mitarbeiter*innen für neue Arbeitsformen zu aktivieren und somit den Kulturwandel zu stärken. Alle beteiligten Konzerngesellschaften aus dem Segment Services haben die technischen und räumlichen Voraussetzungen hierfür umgesetzt und den Grundkurs erfolgreich pilotiert. Von insgesamt 10.052 Mitarbeiter*innen haben sich bis Dezember 2021 circa 46 % auf der Lernplattform registriert. Der flächendeckende Rollout soll spätestens bis Ende August 2022 in allen Konzerngesellschaften abgeschlossen sein. Um zukunftsgerichtete Lernangebote zu stärken, wurde die Möglichkeit geschaffen, zielgruppenspezifische Lernpfade bereitzustellen: Durch konzerninterne Content-Produktionen wurden Lernformate zu strategisch relevanten Themen erstellt, wie beispielsweise zum Otto Group Path und zu dem für die Otto Group strategisch relevanten Thema Nachhaltigkeit. Durch die Lernpfadfunktion können Mitarbeiter*innen ihr Wissen nun selbstständig im Konzern sichtbar machen und mit Kolleg*innen teilen - konzernweit sind so mehr als 90 Lernpfade entstanden. Die Otto Group ist überzeugt, dass die Souveränität im Lernen Voraussetzung für die Flexibilität und Selbstverantwortung aller Mitarbeiter*innen ist: Die Vielfalt und Komplexität der Arbeitswelt kann durch Co-Creation und selbst erstellten Content abgebildet werden. Der Fokus liegt dabei auf der individuellen Lernerfahrung; Lernangebote können selbstgesteuert und eigenverantwortlich als Teil der Arbeit genutzt werden. Um dies mehr und mehr zu ermöglichen, wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr entsprechende Aktivierungsmaßnahmen umgesetzt. So fanden beispielsweise die zweiten Remote Learning Days auch unter Beteiligung der internationalen Konzerngesellschaften statt: In mehr als 60 Sessions wurde konzernweit Wissen geteilt, diskutiert, miteinander gelernt und die Kultur des gemeinsamen Lernens gefördert. Konzernweite Communities wie beispielsweise der Learning & Development Expert-Circle wurden gestärkt, um den Expert*innenaustausch zu fördern und Lernmomente im Netzwerk zu schaffen. Auch im Geschäftsjahr 2022/23 werden wieder Agile Coaches und Lerncoaches ausgebildet, die ihre Organisationen, Teams und Kolleg*innen ins agile Arbeiten und Lernen begleiten. Für die Mitarbeiter*innen der Otto Group sind Angebote zu lebenslangem Lernen folglich eine Selbstverständlichkeit. Eine weitere, wesentliche Säule der gruppenweiten Personalstrategie bilden daher unter anderem die systematisch an den Bedarfen der Unternehmensgruppe orientierten Entwicklungsprogramme für Führungskräfte und Professionals der Otto Group Academy. Hier werden im Rahmen verschiedener gruppenweiter Formate auch verstärkt Mindset und Methoden agiler Organisation vermittelt und ein gemeinsames Verständnis zu den vielfältigen Dimensionen des Themas Digitalisierung gefördert. Um im Kontext der Digitalisierung den vielfältigen Herausforderungen der Transformation von Organisationsmodellen bestmöglich begegnen zu können, liegt seit Herbst 2020 ein weiterer Schwerpunkt in der Schulung des Topmanagements zum Thema Organisationsentwicklung. Das Talent Management der Otto Group entwickelt sich darüber hinaus auch in weiteren Aspekten. Ein Fokus liegt dabei in der vereinfachten Ermöglichung konzernübergreifender Entwicklungswege zwischen den Konzerngesellschaften der Otto Group. Ziele dabei sind, Talenten zum einen vielfältigere Optionen zu bieten und zum anderen anstehende Besetzungen aus den eigenen Reihen bedienen zu können. Hierfür wurden verschiedene "Test & Learn"-Ansätze etabliert, um Talent Mobility laufend zu fördern. Wesentliche Basis hierfür bildet dabei auch eine deutlich intensivierte Zusammenarbeit der Talent Manager*innen aller Konzerngesellschaften. Menschen machen Business - das gilt für alle Mitarbeiter*innen in der Otto Group. Da das Thema Organisationsentwicklung damit ebenfalls nicht nur auf der Ebene der Entscheider*innen zu verorten ist, wird es im Rahmen des seit 2015 sehr erfolgreich laufenden Kulturwandel 4.0-Prozesses über alle Hierarchieebenen stärker partizipativ ausgestaltet. Über stetige Arbeit in verschiedenen Dimensionen der Unternehmensgruppe soll laufend Veränderung in der Organisation erzielt und die organisationale "Fitness" in Richtung stärkerer Anpassungsfähigkeit an ein sich veränderndes Marktumfeld gesteigert werden. Der Kulturwandel als zugrunde liegendes Mindset für die Personalarbeit der Otto Group und die dort verwendeten Tools tragen zu einer agileren Arbeitsweise, einem verstärkten Wissensaustausch und einer schnelleren Entscheidungsfindung in der Otto Group bei. Er fördert die konzernweite Vernetzung, schafft damit wertvolle Synergien und ermöglicht eine deutlich verbesserte Reaktionsfähigkeit auf die Anforderungen des Marktes. Nachhaltigkeit Die CR-Strategie der Otto Group umfasst die wirtschaftliche, ökologische und soziale Dimension der Nachhaltigkeit und berücksichtigt die gesamte Wertschöpfungskette. Nachdem die CR-Strategie 2020 im Geschäftsjahr 2020/21 erfolgreich abgeschlossen wurde, gilt seit dem 1. März 2021 eine neue CR-Strategie. Diese beinhaltet sieben Themenfelder: Climate, Sustainable Materials, Supply Chain, Circularity, Conscious Customers, Empowered Employees und Digital Responsibility. Die Strategie gibt den Konzerngesellschaften einen Rahmen, in dem sie eigenständige, zu ihren jeweiligen Geschäftsmodellen passende Lösungen entwickeln. CR-Strategie ab 2021 Die CR-Strategie * ist, zusammen mit dem Code of Ethics, fest im Otto Group Path verankert. Die Ziele aus der CR-Strategie sind dynamisch, werden regelmäßig überprüft und können inhaltlich oder zeitlich angepasst werden, falls veränderte Rahmenbedingungen und neue Handlungsoptionen dies erfordern. Seit dem Geschäftsjahr 2014/15 ist die jährliche variable Vergütung der Mitglieder des Konzernvorstands auch an die Zielerreichung der CR-Strategie geknüpft. ( * Die Betrachtung der Kennzahlen erfolgt auf Basis des Kalenderjahres.) Die CR-Strategie wird von allen Konzerngesellschaften umgesetzt, die in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren einen wesentlichen Beitrag zum Außenumsatz der Otto Group leisten. Die in die CR-Strategie einbezogenen Konzerngesellschaften erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2021/22 rund 82 % des ausgewiesenen Konzernaußenumsatzes und waren für über 95 % der ökologischen Schadwirkungen verantwortlich. Entsprechend dieser Definition liegen insgesamt 16 Konzerngesellschaften oder -gruppen im Anwendungsbereich der CR-Strategie: Im Segment Plattformen betrifft dies die Konzerngesellschaft OTTO, im Segment Markenkonzepte werden die bonprix-Gruppe, die Witt-Gruppe, die Crate and Barrel-Gruppe, die Venus Fashion, Inc. und die sheego GmbH sowie im Segment Händler die Baur-Gruppe, die myToys-Gruppe, die Freemans Grattan Group, die UNITO Versand & Dienstleistungen GmbH, die Limango GmbH und die Frankonia Handels GmbH & Co. KG berücksichtigt. Im Segment Finanzdienstleistungen liegen zudem die EOS Gruppe sowie im Segment Services die Hermes Fulfilment GmbH, die HERMES Einrichtungs Service GmbH & Co KG und die Hermes Germany GmbH * im Anwendungsbereich der CR-Strategie. ( * Die Hermes Germany GmbH wird seit dem Geschäftsjahr 2020/21 nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogen.) Die jeweiligen Themenfelder gelten für eine Konzerngesellschaft oder -gruppe als verbindlich, sobald diese für die Konzerngesellschaften relevant sind und die je Teilstrategie definierte Wesentlichkeitsschwelle oder das Wesentlichkeitskriterium überschritten wurde. Zielerreichungsstand zu den Teilstrategien Die CR-Strategie der Otto Group definiert für jedes der sieben Themenfelder langfristige, visionäre Ziele ("Transformational Goals") ebenso wie Ziele mit klar definierten Zeithorizonten ("Core Priorities"). In den Themenfeldern Circularity, Conscious Customers, Empowered Employees und Digital Responsibility gelten auf Ebene der Otto Group verbindliche qualitative Ziele, die durch individuelle Maßnahmenpläne der Konzerngesellschaften konkretisiert werden. Für die Themenfelder Climate, Sustainable Materials und Supply Chain gibt die CR-Strategie verbindliche, mit quantitativen Indikatoren hinterlegte Ziele für alle im Anwendungsbereich der Strategie liegenden Konzerngesellschaften und -gruppen vor. Diese Indikatoren werden extern geprüft. Im Themenfeld Climate wird langfristig das Ziel verfolgt, Klimaneutralität in der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen. Bis 2030 soll die Klimaneutralität bereits mit Blick auf die eigenen Standorte der Otto Group, die Transporte, die Mobilität der Mitarbeiter*innen sowie auf die Verarbeitung von Daten in externen Rechenzentren und von der Otto Group genutzten Cloud-Diensten realisiert werden. Bereits im Kalenderjahr 2025 will die Unternehmensgruppe eine Verringerung der bereinigten CO 2e-Emissionen * um 40 % gegenüber dem Basisjahr 2018 erreichen. Im Jahr 2021 sind die bereinigten CO 2e-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2018 von 383.375 t auf 315.873 t gesunken. Die Reduktion beträgt damit 18 %, diese wurde vollständig ohne Kompensation über Zertifikate erreicht und sie liegt deutlich über dem Planwert für 2021 in Höhe eines Rückgangs von 8 %. Der Grund für die weitere Senkung liegt vor allem an Reduktionsmaßnahmen in den Bereichen Standorte und Beschaffungstransporte. Das größte Potenzial, um CO 2e-Emissionen zu reduzieren, liegt für die Otto Group auch zukünftig in der Umstellung der Warentransporte vom Flugzeug auf Schiff und Bahn, der weiteren Steigerung der Energieeffizienz sowie dem vollständigen Umstieg auf Grünstrom. ( * Unter CO 2-Äquivalente (CO 2e) werden alle Treibhausgase (CO 2, CH 4, N 2O, SF 6, HFC und PFC) entsprechend ihrer Treibhauswirkung im Vergleich zu CO 2 verstanden.) Im Themenfeld Sustainable Materials verfolgt die Otto Group jeweils spezifische Ziele für die Bereiche Textilien, Möbel, Katalogpapier und Verpackungen: Bis 2025 soll der Anteil sogenannter "Preferred Fibers" - also Textilfasern, die im Vergleich zu konventionellen Alternativen geringere negative Auswirkungen auf die Umwelt haben - auf 65 % steigen. Im Jahr 2021 lag ihr Anteil bei 53 % und damit über dem Planwert von 48 %. Auch das Ziel, bei Eigen- und Lizenzmarken 100 % nachhaltige Baumwolle einzusetzen, konnte mit einem Anteil von 95 % im Jahr 2021 fast vollständig erreicht werden und wird auch zukünftig weiterverfolgt. Im Bereich Möbel strebt die Otto Group an, bis 2025 ausschließlich Holz zu verarbeiten, welches aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft stammt und vom Forest Stewardship Council® - nachfolgend FSC - zertifiziert wurde. Im Jahr 2021 lag der Anteil von FSC-zertifizierten Holzartikeln an der Gesamtanzahl bei 78 %. Damit wurde der Planwert von 74 % übertroffen, da die Konzerngesellschaft OTTO sowie die Crate and Barrel-Gruppe überdurchschnittlich gut abgeschnitten haben. Für Kataloge soll bis 2025 ausschließlich Papier mit FSC-Zertifikat beziehungsweise EU-Ecolabel verwendet werden. 2021 hat die Otto Group den Planwert von 75 % mit einem tatsächlichen Anteil von 77 % übertroffen, was vor allem auf die unerwartete Lieferung von nachhaltigem Papier durch einen Hauptlieferanten ein Jahr früher als geplant zurückzuführen ist. Aufgrund des Krieges in der Ukraine sind Engpässe in der Beschaffung von Materialien zu erwarten, insbesondere für FSC-zertifiziertes Holz und Papier. Der Anteil nachhaltiger Verpackungen lag 2021 mit 71 % unterhalb des Otto Group Planwertes von 81 %. Dass das Ziel in diesem Bereich nicht erreicht werden konnte, ist neben der geringen Verfügbarkeit von nachhaltigem Papier und Kartonagen auf dem Markt auch auf ein stark gestiegenes E-Commerce-Volumen im Jahr 2021 zurückzuführen. Im Themenfeld Supply Chain verfolgt die Otto Group das übergeordnete Ziel, gemeinsam mit Geschäftspartnern messbare soziale und ökologische Verbesserungen entlang der gesamten Lieferkette zu realisieren. Dazu strebt die Otto Group an, 100 % der Produzenten vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt für Eigenmarken zu identifizieren. Im Jahr 2021 wurden dabei 2.942 neue Produzenten identifiziert (prozessuale Zählweise), der Planwert von 700 wurde somit deutlich überschritten. Der Grund hierfür liegt vor allem an einem erfolgreich durchgeführten strategischen Transparenzprojekt von Otto International. Weiterhin gilt die Vorlage eines von der Otto Group anerkannten, gültigen Sozial Audits (ursprüngliches Ziel der CR-Strategie 2020) - das heißt eine Zertifizierung nach dem internationalen Arbeitsstandard SA 8000, ein Audit von amfori BSCI oder eine Auditierung nach dem eigenen Otto Group Standard - als Basisanforderung an alle für die Otto Group herstellenden Endfertigungsstätten in Risikoländern (außer Fremdmarken). In den Themenfeldern Circularity, Conscious Customers, Empowered Employees und Digital Responsibility verfolgt die Otto Group qualitative Ziele. Maßnahmen dieser Themen werden auf Ebene der Konzerngesellschaften und -gruppen gesetzt und variieren daher. Hierzu zählen beispielsweise ein Lernpfad zu Nachhaltigkeit im Rahmen der digitalen Weiterbildungsinitiative TechUcation, den die Otto Group Holding gemeinsam mit Kolleg*innen der Konzerngesellschaften produziert hat. Im Rahmen von Circularity hat die bonprix-Gruppe erste kreislauffähige Cradle to Cradle Certified TM Produkte ins Sortiment genommen und die myToys-Gruppe bietet über den Shop mirapodo Secondhand-Produkte an. Kund*innen sollen im Rahmen von Conscious Customers für nachhaltigeren Konsum sensibilisiert werden - dafür hat unter anderem die Konzerngesellschaft OTTO eine mehrmonatige Nachhaltigkeitskampagne aufgesetzt, die Crate and Barrel-Gruppe arbeitet mit Nachhaltigkeits-Influencer*innen zusammen und bonprix hat eine Nachhaltigkeitswoche im Hamburger Store durchgeführt.
* Relativ zu ihren Leistungseinheiten dargestellt ** Die Emissionen aus dem Bereich Standorte basieren aufgrund einer zeitlichen Verzögerung der Datenverfügbarkeit stets auf Vorjahreswerten. Emissionen aus Rechenzentren sowie Emissionen aus dem Bezug von Cloud-Dienstleistungen und von externen Rechenzentren werden nicht relativ zu ihren Leistungseinheiten, sondern absolut erhoben. *** Im "Preferred Fiber Portfolio" werden Fasern, die im Vergleich zu konventionellen Fasern derselben Faserkategorie eine deutlich geringere Auswirkung auf die Umwelt haben (beispielsweise Bio-Baumwolle im Vergleich zu konventioneller Baumwolle), sowie recycelte Materialien und tierische Fasern, bei denen in besonderem Maße auf das Tierwohl geachtet wird, berücksichtigt. **** Angabe der absoluten Zahl an Produzenten in der Lieferkette, die zusätzlich zu den schon bekannten Produzenten identifiziert werden sollen beziehungsweise bereits identifiziert wurden (prozessuale Zählweise). AUSBLICK Der Ausblick und die Prognosen für das Geschäftsjahr 2022/23 stehen voll unter dem Einfluss der gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Folgewirkungen der seit zwei Jahren anhaltenden weltweiten Corona-Pandemie sowie der jüngsten geopolitischen Entwicklungen durch den Krieg in der Ukraine. Die sich in den zurückliegenden Monaten ausbreitende Omikron-Virusvariante führte weltweit zu einem drastischen Anstieg der Infektionszahlen, der angesichts der hohen Impfquoten in vielen Ländern toleriert wurde, ohne dass (erneute) Verschärfungen von Infektionsschutzmaßnahmen ergriffen wurden. In vielen Ländern wurde bereits ein schrittweiser und partiell vollständiger Abbau der Infektionsschutzmaßnahmen umgesetzt. Die fortschreitende Überwindung der Corona-Pandemie wirkte sich positiv auf das gesamtwirtschaftliche Umfeld aus. Der am 24. Februar 2022 durch die in die Ukraine einmarschierenden russischen Streitkräfte ausgelöste Krieg in der Ukraine trifft die Weltwirtschaft hingegen inmitten eines noch nicht vollständig von der Corona-Pandemie erholten gesamtwirtschaftlichen Umfeldes. Er führte, insbesondere bedingt durch die bereits verhängten Sanktionen gegenüber Russland, zu deutlich erhöhten Rohstoffpreisen, Verschärfungen der bereits bestehenden Lieferengpässe sowie schwindenden Absatzmöglichkeiten. Die erhöhten Rohstoffpreise verringern die Kaufkraft der privaten Haushalte und belasten damit den privaten Konsum. Die nachfolgenden Einschätzungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, zur Branchenentwicklung und zur Entwicklung der Otto Group im Prognosezeitraum unterliegen vor diesem Hintergrund einem ungewöhnlich hohen Maß an Unsicherheit. Die weiteren Verläufe sowohl der weltweiten Corona-Pandemie als auch des Krieges in der Ukraine bilden die wichtigsten Risikofaktoren im Prognosezeitraum, deren Folgen gleichwohl nicht absehbar und daher nur unzureichend prognostizierbar sind. Diese Unvorhersehbarkeiten stellen eine große Herausforderung dar, um die Auswirkungen auf die für die Otto Group relevanten Absatz- und Beschaffungsmärkte verlässlich einzuschätzen. Gleichwohl wird für eine Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung weltweit, in Deutschland, in der Eurozone und in den USA sowie für eine Prognose der branchenbezogenen Entwicklungen grundsätzlich auf die gängigen Gutachten und Verbandseinschätzungen wie beispielsweise die Frühjahrskonjunkturgutachten vom Kiel Institut für Weltwirtschaft - nachfolgend IfW Kiel - zurückgegriffen. Insbesondere den Prognosen des IfW Kiel liegen dabei zwei zentrale Annahmen zugrunde: Zum einen wird erwartet, dass im Prognosezeitraum nur noch wenige bis gar keine Infektionsschutzmaßnahmen mehr in Kraft sind und die unmittelbare gesamtwirtschaftliche Beeinflussung durch die Corona-Pandemie in den allermeisten Ländern im Wesentlichen entfallen wird. Zum anderen wird unterstellt, dass die bislang verhängten Sanktionen gegenüber Russland während des gesamten Prognosezeitraums in Kraft bleiben, jedoch nicht verschärft und die russischen Lieferungen von Energierohstoffen demnach fortgesetzt werden. Die Einschätzungen zur Entwicklung der Otto Group im Prognosezeitraum berücksichtigen die vorstehend genannten Prognosen und deren Annahmen. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Nach Einschätzungen des IfW Kiel vom 17. März 2022 wird die weltwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2022 durch einen preisbereinigten Anstieg des globalen BIP in Höhe von 3,5 % (2021: 5,8 %) gekennzeichnet sein. (Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft: "Verlangsamte Expansion bei hoher Inflation" vom 17. März 2022) Das weltwirtschaftliche Expansionstempo wird sich demnach durch die gesamtwirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine wieder verlangsamen. Mit der fortschreitenden Überwindung der Corona-Pandemie werden, vor allem in Ländern mit einer hohen Impfquote, die Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie schrittweise aufgehoben, wodurch eine Rückkehr zum gewohnten Konsum ermöglicht wird. Besonders belebend auf die Konsumausgaben dürften sich die während der Corona-Pandemie gebildeten Ersparnisse auswirken. Die bereits im Vorjahr deutlich erhöhte Inflationsrate in vielen Volkswirtschaften wird von den wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges zusätzlich stark belastet. Gestiegene Unsicherheiten in der Rohstoffverfügbarkeit belasten die Preise, wobei insbesondere Energierohstoffe, aber auch andere Rohstoffbereiche betroffen sind. Zusammen mit den von der westlichen Staatengemeinschaft verhängten Sanktionen gegen Russland entstehen Störungen in den Produktions- und Lieferketten, welche die konjunkturelle Entwicklung in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften spürbar ausbremsen werden. Zusätzlich bewirkt die voraussichtlich hohe Inflation einen starken Kaufkraftentzug. Eine Ausweitung der bereits verhängten Sanktionen auf den Rohstoffhandel mit Russland würde die weltwirtschaftliche Entwicklung zusätzlich massiv beeinträchtigen. Die gleichsam auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Schwellenländer belastende Wirkung von Inflation und Lieferengpässen kann in einigen Ländern durch höhere Einnahmen aus Rohstoffexporten abgefedert werden. Der Welthandel dürfte angesichts des angespannten konjunkturellen Umfeldes in den kommenden Monaten zurückgehen und in der Gesamtjahresbetrachtung mit einem Wachstum von 0,5 % im Vorjahresvergleich deutlich an Dynamik verlieren. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft wird im Jahr 2022 durch eine fortgesetzte Erholung gekennzeichnet sein, die allerdings in einem voraussichtlich deutlich langsameren Tempo erfolgt. Das reale BIP dürfte preisbereinigt um 2,1 % (2021: 2,9 %) wachsen. (Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft: "Erholung gefährdet - Preisdruck hoch" vom 17. März 2022) Für diese Prognose wurde unterstellt, dass die dämpfenden Einflüsse der Corona-Pandemie deutlich nachlassen und die postpandemischen Auftriebskräfte die Wirtschaftsleistung signifikant stärken und damit die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen aus den unmittelbaren und mittelbaren Folgen des Krieges in der Ukraine teilweise abfedern. Demnach führten die eingeschränkten Konsummöglichkeiten in der Vergangenheit zu einer hohen aufgestauten Kaufkraft, welche sich in einer erhöhten Sparquote äußerte. Mit dem Rückgang des Pandemiegeschehens dürfte sich das Konsumverhalten der privaten Haushalte normalisieren, sodass, unter anderem gestützt durch die hohe aufgestaute Kaufkraft, eine kräftige Erholung für das Sommerhalbjahr prognostiziert wird. Mit dem bereits absehbaren Wegfall der allermeisten Infektionsschutzmaßnahmen dürften vor allem die kontaktintensiven Dienstleistungsbereiche stark zulegen. Die Rückkehr der Privathaushalte zu den gewohnten Konsumausgaben sowie die hohe Zahlungsbereitschaft bedingt durch die während der Corona-Pandemie aufgestauten Ersparnisse erhöhen dabei den Preisdruck. Deutlich signifikanter wirkt sich hingegen der Krieg in der Ukraine durch weitere Preissteigerungen für importierte Energierohstoffe und gestörte Lieferketten auf die Entwicklung der Inflationsrate aus. Die dadurch bedingte Verteuerung beziehungsweise Verknappung des Angebots wird einhergehend mit einer robusten Nachfrage der Konsument*innen zu einem hohen Verbraucherpreisanstieg führen, der die Kaufkraft der verfügbaren Einkommen wiederum schmälern und deutlich belastend auf den privaten Konsum wirken dürfte. Für den Arbeitsmarkt wird erwartet, dass die Erwerbstätigkeit weiter ansteigt, wenngleich das Fortschreiten, unter anderem bedingt durch die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns, gedämpft wird. Dies dürfte insgesamt betrachtet einen Effekt auf die Beschäftigungshöhe und damit die jahresdurchschnittliche Erwerbslosenquote haben, die voraussichtlich von 3,3 % im Jahr 2021 auf 2,8 % im Prognosejahr sinken wird. Die entstehenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine dürften belastend auf die Unternehmensinvestitionen wirken. Der während der Corona-Pandemie aufgestaute Auftragsüberhang wird von wieder zunehmenden Lieferengpässen belastet, wodurch sich der Anstieg in den Unternehmensinvestitionen zunächst moderat verhalten dürfte. Auf den deutschen Exportmärkten dürften sich die anhaltenden Lieferengpässe ebenfalls belastend auswirken, sodass die deutschen Ausfuhren erst in der zweiten Jahreshälfte kräftig ansteigen. Da die prognostizierten Ausfuhren mit schwächeren Anstiegen beziffert werden als die Einfuhren, dürfte vom Außenhandel im Prognosezeitraum ein negativer Expansionsbeitrag ausgehen. Für die Eurozone wird auf Basis der Einschätzungen des IfW Kiel für das Jahr 2022 insgesamt betrachtet eine positive Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Produktion erwartet, sodass das preisbereinigte BIP voraussichtlich um 2,8 % (2021: 5,3 %) zulegen dürfte. (Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft: "Kriegsschock lastet auf Erholung" vom 17. März 2022) Die Konsumausgaben der privaten Haushalte dürften mit dem weiteren Wegfall eindämmender Infektionsschutzmaßnahmen sowie saisonal rückläufiger Corona-Infektionszahlen im Prognosezeitraum noch einmal kräftiger als im Vorjahr zulegen, wenngleich das Konsumklima durch die steigende Inflationsrate belastet wird. Hier wirken sich während der Pandemie aufgebaute Ersparnisse ebenfalls positiv auf den Konsum aus. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt dürfte sich im Prognosezeitraum weiter verbessern und durch eine jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote von 6,7 % gekennzeichnet sein, die damit deutlich unter dem Vorjahreswert in Höhe von 7,7 % liegt. Die Unternehmensinvestitionen dürften sich angesichts günstiger Finanzierungsbedingungen sowie aufgrund von Aufholeffekten aus der Corona-Pandemie weiter steigern und einen spürbaren Einfluss auf die Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion haben. Ein wachstumsmindernder Faktor dürfte sich aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld ergeben, da sowohl Exporte als auch Importe rückläufig sein werden, während die Importquote das Exportwachstum voraussichtlich übersteigen wird. Für die übrigen Länder der Europäischen Union, insbesondere in Osteuropa, wird im Prognosezeitraum ebenfalls ein Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion erwartet, wenngleich dieser unter dem Durchschnitt der Europäischen Union liegen dürfte. Besonders bei den mittel- und osteuropäischen Mitgliedsstaaten - mit Ausnahme von Polen - äußern sich die geografische Nähe und die engeren Handelsverflechtungen mit Russland und der Ukraine wachstumshemmend. In Großbritannien sind die Perspektiven für die konjunkturelle Entwicklung angesichts der hohen Inflation ebenfalls verlangsamt. Mit einem preisbereinigten Anstieg des BIP von prognostizierten 2,5 % (2021: 7,5 %) verliert die britische Wirtschaft voraussichtlich spürbar an Dynamik. In den USA dürfte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2022 den Aufwärtskurs - wenngleich weniger dynamisch als im Vorjahr - fortsetzen, sodass mit einem Anstieg des preisbereinigten BIP in Höhe von 3,1 % (2021: 5,7 %) gerechnet wird. (Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft: "Verlangsamte Expansion bei hoher Inflation" vom 17. März 2022) Der private Konsum dürfte mit einem Wachstum in Höhe von 3,0 % (2021: 7,9 %) weiterhin positive Impulse setzen, wenngleich der Inflationsdruck die real verfügbaren Einkommen und damit das Konsumverhalten der privaten Haushalte schwächt. Die Verbraucherpreise, die in fast allen Warenbereichen steigen, werden im Prognosejahr voraussichtlich um 6,9 % auf ein Rekordniveau anziehen. Zusätzlich verengt die starke wirtschaftliche Expansion die Situation auf dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt, wodurch sich die Arbeitslosigkeit dem Niveau vor der Corona-Pandemie deutlich annähert. Für die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote wird in der Prognose mit einem Wert von 3,6 % (2021: 5,4 %) gerechnet. Unter anderem durch die zügig voranschreitende Eindämmung der Corona-Pandemie dürfte die Investitionstätigkeit der US-Unternehmen einen wachstumstreibenden Faktor darstellen. Der Außenhandel wird trotz steigender Exporte und stark rückläufiger Importe voraussichtlich wie im Vorjahr einen leicht negativen Expansionsbeitrag leisten.
Branchenentwicklung Plattformen, Markenkonzepte und Händler Die Entwicklung des deutschen Einzelhandels dürfte im Jahr 2022 von den starken postpandemischen Auftriebskräften geprägt sein, wenngleich die Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion durch die Folgewirkungen des Krieges in der Ukraine teilweise gebremst wird. (Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft: "Erholung gefährdet - Preisdruck hoch" vom 17. März 2022) Nach einem leichten Anstieg der Erwerbstätigkeit im Vorjahr wird für das Prognosejahr mit einem stärkeren Zuwachs gerechnet. Vor dem Hintergrund der Impffortschritte sowie einer geringeren Krankheitslast werden höhere Inzidenzen toleriert und bestehende Infektionsschutzmaßnahmen abgebaut. Mit dem Wegfall der entsprechenden Corona-Beschränkungen werden den privaten Haushalten wieder alle Konsummöglichkeiten geöffnet. Der durch die Corona-Pandemie bedingte Konsumverzicht hat bei den Konsument*innen zu einer aufgestauten Kaufkraft und einer erhöhten Sparquote geführt, welche in der postpandemischen Phase nunmehr zu einer höheren Kaufbereitschaft führen dürften. Unter Berücksichtigung der stark angestiegenen Verbraucherpreise ist davon auszugehen, dass etwa 20 % dieser Ersparnisse in den privaten Konsum fließen werden. Für das Sommerhalbjahr 2022 wird daher ein kräftiger Anstieg der privaten Konsumausgaben prognostiziert. Belastet wird diese Entwicklung gleichwohl durch den im Vorjahresvergleich erwarteten signifikanten Anstieg der Verbraucherpreise um prognostizierte 5,8 %. Neben den durch die Corona-Pandemie bedingten Auswirkungen verstärken zusätzliche Rohstoffpreisanstiege und Lieferengpässe infolge des Krieges in der Ukraine die Inflationsrate und schmälern die Kaufkraft der verfügbaren Einkommen. Im Gesamtjahresdurchschnitt wird gleichwohl ein nominaler Anstieg der privaten Konsumausgaben von 9,6 % unterstellt. Dies entspräche einem preisbereinigten Anstieg von 3,9 %. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel erwartet in der im Januar 2022 (Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) vom 26. Januar 2022) veröffentlichten jährlichen Prognose eine Fortsetzung der dynamischen Entwicklung der zurückliegenden Jahre für den deutschen Online- und Versandhandel. Die Umsätze mit Waren im E-Commerce-Bereich werden demnach im Jahr 2022 voraussichtlich auf ungefähr 111 Mrd. EUR (2021: 99,1 Mrd. EUR) steigen, was einem Wachstum von rund 12 % (2021: 19,0 %) entspräche. In einer aktualisierten Veröffentlichung aus dem April 2022 (Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) vom 8. April 2022) gibt der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel an, dass die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine die zum Jahresbeginn 2022 verzeichnete starke Umsatzdynamik im E-Commerce-Bereich im Verlauf des ersten Quartals zwar gebremst hätten, aber dennoch keine wesentlichen Veränderungen des Einkaufsverhaltens der Kund*innen im Onlinehandel zu beobachten seien. Aufgrund des weiterhin stabilen Einkaufverhaltens dürfte es demnach zu keinem Wachstumsabbruch im E-Commerce-Bereich kommen, wenngleich sich eine zumindest temporäre Verlangsamung der Umsatzdynamik in einzelnen Warengruppen abzeichnet. Unter der Annahme, dass keine erneuten Restriktionen aufgrund der Corona-Pandemie in Kraft treten, dürfte es zu keiner erneuten Schließung von Teilen des Stationärhandels kommen. Der E-Commerce konnte während der Corona-Pandemie in vielen Warenbereichen die Versorgung der Bevölkerung sichern. Nach sehr dynamischen Wachstumsausschlägen zu Beginn der Corona-Pandemie dürfte sich das Wachstum langfristig stabilisieren, da der Onlinehandel seine Vorteile unter Beweis stellen konnte und in der Breite der Konsument*innen angekommen ist. Services Nach der Mittelfristprognose des Bundesamtes für Güterverkehr aus dem November 2021 (Quelle: Bundesamt für Güterverkehr: "Gleitende Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr - Kurzfristprognose Sommer 2021") wird für die deutsche Transport- und Logistikbranche für das Jahr 2022 eine weitere Aufholbewegung erwartet. Der gesamte Güterverkehr dürfte in Deutschland im Prognosezeitraum um 3,1 % (2021: 2,1 %) steigen. Infolge des am 24. Februar 2022 durch die in die Ukraine einmarschierenden russischen Streitkräfte ausgelösten Krieges in der Ukraine kommt es gleichwohl zu massiven Rohstoffpreisanstiegen und Lieferkettenproblemen, sodass der Güterverkehr in Deutschland im Prognosezeitraum voraussichtlich weniger stark als im November 2021 prognostiziert zulegen dürfte. Einen wesentlichen Bestandteil der deutschen Transport- und Logistikbranche bilden die Distributionstätigkeiten der deutschen Paketdienstleister. Deren Entwicklung hängt unmittelbar mit der Umsatzentwicklung im deutschen Online- und Versandhandel zusammen. Die im Januar 2022 (Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) vom 26. Januar 2022) veröffentlichte Prognose des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel geht auch für das Jahr 2022 von einer weiterhin dynamischen Entwicklung sowie spürbaren Umsatzsteigerungen aus. Wenngleich die Umsatzdynamik des E-Commerce-Bereiches im ersten Quartal 2022 infolge des Krieges in der Ukraine nachgelassen hat, ist weiterhin kurz- und mittelfristig ein dynamischer Wachstumstrend aufgrund des stabilen Einkaufsverhaltens der Konsument*innen zu erwarten, sodass Paketdienstleister auch im Prognosezeitraum vor die große Herausforderung gestellt werden dürften, ein steigendes Sendungsmengenwachstum zu bewältigen. Das Kostenniveau in der deutschen Transport- und Logistikbranche wird sich weiterhin aufwärtsgerichtet zeigen. Während für die Kraftstoffkostenentwicklung im Jahr 2022 infolge des Krieges in der Ukraine expansive Energierohstoffpreisanstiege über das Vorjahr hinaus prognostiziert werden, die voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte wieder nachgeben dürften, ist hinsichtlich des Fahrer*innenmangels in der Distributionslogistik weiterhin eine erschwerte Gewinnung von Arbeitskräften zu erwarten. Zusätzlich wird die zum 1. Oktober 2022 vorgesehene Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns die Personalkosten entsprechend beeinflussen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der hohe Anstieg der Faktorpreise zu einem Anstieg der Versandkosten und damit einer Weitergabe der Effekte an die Privatkund*innen und Unternehmenskunden führen wird. Kurz- und insbesondere mittelfristig erfordert die Entwicklung im deutschen Online- und Versandhandel, dessen dynamisches Wachstum sich stabilisieren dürfte, ein anhaltend hohes Investitionsniveau in der Paketdistribution, insbesondere für den Ausbau der logistischen Infrastruktur sowie die weitere Digitalisierung. Um das steigende Sendungsmengenvolumen trotz umfangreicher Anforderungen der Kund*innen, des anhaltenden Mitarbeiter*innenmangels in der Distribution und in der Lagerlogistik sowie der weiterhin angespannten verkehrlichen Situation bewältigen zu können, wird kontinuierlich an neuen (digitalen) Lösungsansätzen gearbeitet. Zusätzlich dürften zunehmende Ansprüche an umweltbewusstes und nachhaltiges Wirtschaften den weiteren Ausbau der E-Mobilität zur Emissionsreduktion vorantreiben. Finanzdienstleistungen Die prognostizierte Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft im Jahr 2022 wird sich auch auf den deutschen Finanzdienstleistungssektor auswirken. Angesichts der mit hoher Unsicherheit behafteten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist eine Prognose über die Solvenz der Unternehmen schwer vorherzusagen. Fiskalpolitische und gesetzgeberische Maßnahmen, wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis April 2021 für Unternehmen, deren pandemiebedingten Hilfsleistungen seit November 2020 noch nicht ausgezahlt wurden, beziehungsweise bis Januar 2022 für unternehmerische Insolvenztatbestände aufgrund der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021, schützten die Unternehmen im Vorjahr vor einer möglichen Insolvenz. Erkennbar haben die staatlichen Hilfsmaßnahmen während der Corona-Pandemie signifikantere Auswirkungen verhindert. Gleichwohl kann ein Anstieg der Unternehmensinsolvenzen im Prognosezeitraum nicht ausgeschlossen werden. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen hingegen dürfte im Prognosezeitraum nicht weiter ansteigen, nachdem es im Jahr 2021 durch das Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre zu einem Nachholeffekt aus dem Vorjahr kam. Hinsichtlich des insgesamt stark risikobehafteten gesamtwirtschaftlichen Umfeldes im Prognosezeitraum wird dennoch mit einem Anstieg notleidender Forderungen und damit des Angebots an Forderungspaketen gerechnet. Der in den zurückliegenden Jahren anhaltende Trend des Rückgangs der Überschuldungsquote wird sich nach der im November 2021 veröffentlichten Prognose von Creditreform, Boniversum und microm (Quelle: Creditreform, Boniversum, microm: "SchuldnerAtlas Deutschland 2021" vom 10. November 2021) infolge mittel- und langfristiger Liquiditätseinbußen durch die Corona-Pandemie sowie gestiegener Langzeitarbeitslosigkeit voraussichtlich umkehren und die Überschuldungslage von Privatpersonen dürfte sich erwartungsgemäß, wenn auch zeitverzögert, verschlechtern. Entwicklung der Otto Group Der Otto Group Path beschreibt den weiteren Entwicklungspfad der Otto Group und steckt dabei die strategischen Ziele ab, setzt Schwerpunkte für alle Konzerngesellschaften der Unternehmensgruppe und gibt einen Handlungsrahmen für die Weiterentwicklung der Portfolio- und der CR-Strategie vor. Das Schaffen von herausragenden Kund*innenerlebnissen ist dabei der Anspruch, an dem die Otto Group ihr Handeln ausrichtet. Das bedingt eine entsprechende Kund*innenzentrierung und eine hohe Kund*innenzufriedenheit, die die Otto Group in den zurückliegenden Geschäftsjahren unter Beweis gestellt hat und auch in den kommenden Geschäftsjahren stetig weiterentwickeln wird. So wird die Unternehmensgruppe beispielsweise durch Innovationen und neue Services sowie mit vielfältigen Angeboten und breit aufgestellten Sortimenten auch in den kommenden Geschäftsjahren den Bedürfnissen und Wünschen der Kund*innen gerecht werden. Mit einer ambitionierten CR-Strategie sind ambitionierte quantitative und qualitative Nachhaltigkeitsziele in sieben Themenfeldern gesteckt. Unter anderem hat sich die Otto Group zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 verpflichtet. Die Umsetzung der CR-Strategie wird langfristig positive Auswirkungen auf die Segmente der Otto Group haben. Sie zahlt auf die soziale und ökologische Verantwortung ein. Die weitere Entwicklung der Otto Group basiert auf finanzieller Stabilität und guter Bonität. Die Unternehmensgruppe konnte sich durch die in Vorjahren initiierten strategischen Maßnahmen und der zuletzt sehr positiven Geschäftsentwicklung, vor allem im E-Commerce-Bereich, hervorragend im Wettbewerb positionieren und zudem ihre finanziellen Leitplanken erheblich verbessern. Die fokussierte Wachstumsstrategie und die zahlreichen umgesetzten Portfoliomaßnahmen waren unter anderem ursächlich für diese Entwicklung. Die Netto-Finanzverschuldung der Unternehmensgruppe hat sich im Geschäftsjahr 2021/22 annähernd halbiert und konnte signifikant um 708,8 Mio. EUR auf 713,8 Mio. EUR reduziert werden. Vor diesem Hintergrund haben sich die Bonitätskennzahlen (dynamischer Verschuldungsgrad und Verschuldungskoeffizient) deutlich verbessert. Die Eigenkapitalquote verdoppelte sich im Geschäftsjahr 2021/22 nahezu und erhöhte sich auf 40,1 % nach 20,8 % im Vorjahr. Diese sehr erfolgreiche Entwicklung der Otto Group ist eine ausgesprochen solide Ausgangsbasis für das kommende Geschäftsjahr 2022/23, das aus Sicht des Vorstands der Otto Group unter dem Aspekt des Marktumfeldes und aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen dennoch sehr herausfordernd sein dürfte. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Otto Group und somit auch auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmensgruppe. Die Geschäftsentwicklung der Unternehmensgruppe im Prognosejahr 2022/23 dürfte maßgeblich durch die gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Folgewirkungen der seit zwei Jahren anhaltenden weltweiten Corona-Pandemie sowie der jüngsten geopolitischen Entwicklungen durch den Krieg in der Ukraine bestimmt sein. Die durch die Corona-Pandemie bedingten Störungen der weltweiten Lieferketten halten nach wie vor an und können sich auch auf die Warenverfügbarkeit der einzelnen Sortimente der Konzerngesellschaften in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler auswirken. Der weitere Verlauf der Corona-Pandemie hängt davon ab, welche weiteren Varianten des Corona-Virus auftreten. Dabei sind durchaus unterschiedliche Szenarien denkbar. Die Dauer und die Intensität des Krieges in der Ukraine bestimmen maßgeblich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Europa und aufgrund der hohen Rohstoffabhängigkeit von Russland unmittelbar auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld in Deutschland. Die Otto Group hat zwar ihre Aktivitäten in Russland in den vergangenen Geschäftsjahren bereits merklich reduziert, die mittelbaren Folgen für das gesamtwirtschaftliche Gefüge bleiben allerdings auch für die Otto Group relevant. Durch das allgemein aufwärtsgerichtete Preisniveau, insbesondere für Energierohstoffe, erwartet die Otto Group durchaus negative Auswirkungen auf das allgemeine Konsumverhalten der Kund*innen der Unternehmensgruppe. Auf der Beschaffungsseite sind zudem ergebnisbelastende Auswirkungen infolge der zuvor beschriebenen Preisentwicklung bei Energieprodukten und weiteren Rohstoffen, wie Holz oder Baumwolle, erkennbar. Die Unternehmensgruppe ist vor diesem Hintergrund mit einer hohen Prognoseunsicherheit in das neue Geschäftsjahr 2022/23 gestartet. Wie bereits vorstehend in den Ausführungen zur gesamtwirtschaftlichen und zur Branchenentwicklung dargelegt, wird unterstellt, dass die Corona-Pandemie im kommenden Winterhalbjahr saisonale Infektionswellen aufweisen könnte, deren Ausmaß und Schweregrad der gegenwärtigen Virusvariante ähneln. Es wird grundsätzlich aber unterstellt, dass im Prognosezeitraum nur noch wenige bis gar keine Infektionsschutzmaßnahmen mehr in Kraft sind und die unmittelbare gesamtwirtschaftliche Beeinflussung durch die Corona-Pandemie in den allermeisten Ländern im Wesentlichen entfallen wird. Dadurch dürfte sich gewissermaßen eine Normalisierung des Geschäfts- und Wirtschaftslebens in den für die Otto Group relevanten Absatzmärkten einstellen und die weltweiten Störungen der Lieferketten sukzessiv abnehmen. Mit der hohen Kund*innenbasis bestehen somit wesentliche Chancen, von den Marktentwicklungen im E-Commerce-Bereich profitieren zu können. Auch die Nachfrage in den handelsnahen Dienstleistungen dürfte unmittelbar von den Entwicklungen im E-Commerce-Bereich profitieren. Im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine stehen die nachfolgenden Aussagen unter der Annahme, dass sich keine größere rezessive Entwicklung in Europa oder in Deutschland infolge einer möglichen Verschärfung der bislang verhängten Sanktionen, beispielsweise im Rahmen eines Gasembargos oder eines russischen Lieferstopps von Energierohstoffen, entwickelt. Die nachfolgenden Angaben und die Aussagen für die Otto Group und für die Segmente unterstellen grundsätzlich eine Geschäftsentwicklung, die nicht durch Währungskurseffekte beeinflusst wird. Darüber hinaus werden Effekte aus bereits bekannten Veränderungen des Konsolidierungskreises bei allen prognostischen Angaben berücksichtigt und demnach eine Prognose auf vergleichbarer Basis abgeleitet. Die Umsatzerlöse im Segment Plattformen konnten im Geschäftsjahr 2021/22 auf vergleichbarer Basis, das heißt bereinigt um Veränderungen des Konsolidierungskreises, deutlich um 12,3 % auf 6.545,6 Mio. EUR gesteigert werden. Die Otto Group erwartet, dass dieses Segment im Geschäftsjahr 2022/23 mit seinen E-Commerce-Plattformen OTTO und About You weiterhin von den guten, wenngleich im Vorjahresvergleich weniger dynamischen Rahmenbedingungen des E-Commerce-Geschäftes sowie von der hohen Anzahl an Neukund*innen profitieren kann, und prognostiziert für das Segment Plattformen ein Umsatzniveau, das auf vergleichbarer Basis deutlich über dem Umsatzniveau des Geschäftsjahres 2021/22 liegen dürfte. Die konsequente Fortsetzung der bereits in großen Schritten vorangegangenen Transformation der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform ist auch im Geschäftsjahr 2022/23 einer der prägenden Schwerpunkte. Es werden weiterhin Investitionen in die IT-Landschaft und Zukunftstechnologien getätigt und OTTO wird sich im Rahmen der Transformation für weitere Marken und Händler öffnen. Aufgrund des vollständig automatisierten Anmeldeverfahrens ist die Anzahl an Marktplatzpartnern, die den Kund*innen auf otto.de gegen Zahlung einer Provision eigene Sortimente anbieten, bereits deutlich gestiegen und wird im Prognosezeitraum kontinuierlich zunehmen. Das Angebot an nachhaltigen Produkten wird dynamisch wachsen und einen Schwerpunkt der Sortimentsgestaltung bilden. Das Produkt- und Artikelportfolio von OTTO wird sich dementsprechend im Prognosezeitraum deutlich erweitern. Der Aufbau eines im Herbst 2020 gestarteten eigenen Payment-Dienstleisters PEG-Payment Entwicklungsgesellschaft mbH soll vorbehaltlich der Erlaubniserteilung der BaFin im Geschäftsjahr 2022/23 den operativen Betrieb aufnehmen. Damit wird ein wichtiger Meilenstein realisiert, um unter anderem aus einer Hand wettbewerbsfähige Zahlungsdienstleistungen für Kund*innen und Marktplatzpartner anbieten zu können. About You wird seinen Fokus im Geschäftsjahr 2022/23 auf die Weiterentwicklung als große Handelsplattform legen und dabei den internationalen und technologischen Wachstumspfad konsequent fortführen. Mit der Skalierung des Angebots im DACH-Raum und im restlichen Europa sowie dem Ausbau der B2B-Aktivitäten im Bereich Technologie, Medien und Enabling trägt About You maßgeblich zum Umsatzwachstum im Segment Plattformen bei. Die Umsatzerlöse im Segment Markenkonzepte konnten im Geschäftsjahr 2021/22 auf vergleichbarer Basis deutlich um 17,5 % gesteigert werden. Die Unternehmensgruppe prognostiziert für das Geschäftsjahr 2022/23 einen Anstieg der Umsatzerlöse in diesem Segment, der im unteren einstelligen Prozentbereich liegen dürfte. Die das Segment prägenden und international vertretenen vertikalen Markenkonzepte der Crate and Barrel-, der Witt- und der bonprix-Gruppe erwarten eine Geschäftsentwicklung, die neben der durch die Corona-Pandemie bedingten Normalisierung der Konsumaktivitäten unter dem Aspekt der allgemeinen Nachfrageschwäche und des volatilen Geschäftsumfelds, unter anderem bedingt durch die Folgen des Krieges in der Ukraine, von einer gedämpften Umsatzentwicklung geprägt sein wird. Mittelfristig erwartet die Otto Group für dieses Segment starke Umsatzwachstumsraten mindestens im zweistelligen Prozentbereich. Das Segment Händler verzeichnete im Geschäftsjahr 2021/22 ein Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis in Höhe von 4,4 %. Für das Prognosejahr 2022/23 erwartet die Otto Group eine umsatzseitige Segmententwicklung, die auf vergleichbarer Basis an die Umsatzwachstumsrate des Vorjahres heranreichen könnte. Die Geschäftsentwicklung des Segments zeigt in Bezug auf die einzelnen Konzerngesellschaften ein heterogenes Bild. Während beispielsweise die Limango-Gruppe ein starkes Umsatzwachstum auf dem Zuwachsniveau des Vorjahres erzielen könnte, gehen andere Konzerngesellschaften von einem nur moderaten Wachstum aus. Die Entwicklung im Segment Händler im Prognosezeitraum ist unter anderem dadurch bedingt, dass sich infolge der E-Commerce-Zuwächse der vergangenen zwei Geschäftsjahre eine gewisse Normalisierung einstellen dürfte und die allgemeinen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zudem belastend wirken. Im Segment Services spiegelt der in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung der Otto Group berücksichtigte Außenumsatz nur bedingt die geschäftliche Entwicklung dieses Segmentes wider, da die Hermes Fulfilment-Gruppe beispielsweise das Warehousing und die Abwicklung der Retouren insbesondere gegenüber den Konzerngesellschaften der Otto Group bereitstellt. Zudem werden die Umsatzerlöse aus den Paket-Distributionsaktivitäten der Hermes Germany GmbH in Deutschland und der Hermes Parcelnet Limited in Großbritannien nicht mehr in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogen. Die Außenumsatzwachstumsrate des Segments Services, welche im Geschäftsjahr 2021/22 auf vergleichbarer Basis bei 33,5 % lag, dürfte sich im Prognosezeitraum auf einem mittleren bis oberen einstelligen Niveau bewegen. Der prognostizierte Zuwachs betrifft im Wesentlichen den Geschäftsbereich des 2-Mann-Handling mit der HERMES Einrichtungs Service GmbH & Co. KG in Deutschland und GIRARD AGEDISS in Frankreich sowie die Logistikaktivitäten der Baur-Gruppe. Ein robustes Fulfilment mit einer schnellen Warenverfügbarkeit sowie einer hohen Abwicklungsfähigkeit ist die Grundvoraussetzung für das prognostizierte Umsatzwachstum der Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler. Im Rahmen ihrer Standortstrategie hat die Hermes Fulfilment-Gruppe, die mit ihren Warehousing-Aktivitäten eine Schlüsselrolle für die Handelsaktivitäten der Otto Group spielt, weitere Transformationsmaßnahmen eingeleitet und strategische Entscheidungen zur Neuausrichtung getroffen, um das weitere Mengenwachstum zu gestalten und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Im Prognosezeitraum tätigt die Hermes Fulfilment-Gruppe hohe Investitionen, um das Serviceangebot für die Handelsaktivitäten der Otto Group, insbesondere das Warehousing und die Abwicklung der Retouren, weiter zu optimieren, und sichert beziehungsweise erhöht damit die Wettbewerbsfähigkeit der Otto Group insgesamt. Im Prognosezeitraum erfolgen hohe Investitionen in einen neuen Standort im polnischen Ilowa, der auf die logistische Abwicklung kleinvolumiger Sortimente, wie Bekleidung und Spielzeug, zugeschnitten wird. Der Baubeginn war im April 2022, die Fertigstellung ist für das Jahresende 2023 avisiert. Parallel dazu wird ein bestehender Logistikstandort im hessischen Gernsheim bei laufendem Betrieb erweitert und umgestaltet. Beide Standorte, Ilowa und Gernsheim, sollen zukünftig vernetzt agieren und werden gleichermaßen Sortimente der Konzerngesellschaft OTTO sowie der myToys-Gruppe logistisch abwickeln. Zudem wurde im Geschäftsjahr 2021/22 beschlossen, dass die Hermes Fulfilment-Gruppe gemeinsam mit der Baur-Gruppe hohe Investitionen in die logistische Infrastruktur am Standort der Baur-Gruppe im bayerischen Altenkunstadt tätigt, um den Standort auszubauen und technologisch auf hohem Niveau weiterzuentwickeln. Damit werden unter anderem die Voraussetzungen geschaffen, der wachstumsstarken About You-Gruppe, deren Logistiknetzwerk teilweise am Standort in Altenkunstadt liegt, langfristig nachgefragte Kapazitäten zur Verfügung stellen zu können. Erste wesentliche Investitionen werden, wie auch in die Standorte Ilowa und Gernsheim, bereits im Geschäftsjahr 2022/23 erfolgen. Das Segment Finanzdienstleistungen, welches im Wesentlichen durch die international tätige EOS Gruppe geprägt wird, verzeichnete im Geschäftsjahr 2021/22 einen Umsatzanstieg auf vergleichbarer Basis in Höhe von 3,0 %. Diese Segmententwicklung war gleichwohl durch eine Risikovorsorge in Bezug auf den russischen Geschäftsbetrieb seitens der EOS Gruppe belastet. Für das Geschäftsjahr 2022/23 erwartet die Otto Group für dieses Segment eine umsatzseitige Entwicklung, die auf vergleichbarer Basis deutlich über der Wachstumsrate des Vorjahres liegen dürfte. Die EOS Gruppe konnte im Geschäftsjahr 2021/22 trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen ihre stabile Entwicklung fortsetzen und den Umfang an Forderungskäufen im Vergleich zum Vorjahr ausbauen. Im Prognosezeitraum wird die EOS Gruppe weiterhin den Schwerpunkt auf den Ankauf von unbesicherten Forderungen legen. Gleichzeitig tragen sowohl der Ankauf von besicherten Forderungen als auch der Erwerb von Immobilienportfolios insgesamt zur Diversifikation der Portfoliokäufe bei. Für das Geschäftsjahr 2022/23 wird aufgrund des voraussichtlichen Anstiegs von notleidenden Forderungen vor dem Hintergrund des insgesamt schwierigen und stark risikobehafteten gesamtwirtschaftlichen Umfeldes mit einem Anstieg des Angebots an Forderungspaketen in den für die EOS Gruppe relevanten Märkten gerechnet. Die EOS Gruppe wird die sich ergebenden Chancen aus dem voraussichtlich steigenden Angebot an Forderungspaketen nutzen und im Prognosezeitraum, unter Berücksichtigung der in den jeweiligen Märkten geltenden regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den hohen Ansprüchen an die Profitabilität, weiter in den Ankauf von Forderungen und Immobilienportfolios investieren. Im Prognosejahr 2022/23 und in den nachfolgenden Geschäftsjahren sind auf Konzernebene hohe und über dem Niveau der vergangenen beiden Geschäftsjahre liegende Investitionen in die IT- und Logistikinfrastruktur unterschiedlicher Konzerngesellschaften, aber auch in strategische Initiativen geplant. Ein Beispiel für eine strategische Initiative ist die zu Beginn des Geschäftsjahres 2022/23 erfolgte mehrheitliche Beteiligung an der Schweizer Medgate Holding, einem Anbieter digitaler Gesundheitsservices, darunter auch telemedizinische Beratung. Der mehrheitliche Erwerb umfasst auch die BetterDoc GmbH, ein im DACH-Raum aktiver Datenanalyse-Servicer, der Patient*innen hilft, die für ihre Erkrankung passenden Ärzt*innen und Kliniken zu identifizieren. Gemeinsam mit Medgate und BetterDoc erweitert die Otto Group ihre digitalen Angebote gezielt um den Bereich Digital Health, um das in diesem Bereich vorhandene relevante Potenzial zu heben. Wichtiger Rahmenparameter der Investitionstätigkeit sowie der strategischen Initiativen wird auch zukünftig die Aufrechterhaltung der guten Bonität und soliden Kapitalstruktur der Otto Group bleiben. Auf Konzernebene hat die Otto Group im Geschäftsjahr 2021/22 insgesamt betrachtet ein deutliches Umsatzwachstum in Höhe von 12,9 % auf vergleichbarer Basis erzielt. Für das Geschäftsjahr 2022/23 geht die Otto Group grundsätzlich von einem weiteren Anstieg der Umsatzerlöse aus. Vor dem Hintergrund des volatilen Marktumfeldes und der herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet die Unternehmensgruppe jedoch entsprechend der prognostizierten Entwicklung in den Segmenten im Vorjahresvergleich eine insgesamt betrachtet gedämpfte Umsatzdynamik. Die Profitabilität der Segmente dürfte sich im Prognosejahr 2022/23 unterschiedlich entwickeln. Das Segment Plattformen ist durch den Wachstumspfad von About You einschließlich der planmäßigen Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation im Zuge der Vollkonsolidierung von About You noch belastet. Zudem befindet sich die Konzerngesellschaft OTTO weiterhin in der Transformation und wird den bereits in großen Schritten vorangegangenen Geschäftsmodellwandel von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform konsequent fortsetzen. Für die Segmente Markenkonzepte und Finanzdienstleistungen wird eine geringere, aber immer noch gute Profitabilität erwartet. Zudem erwartet die Otto Group durch das aktuelle Marktumfeld und die unmittelbaren Auswirkungen des Krieges in der Ukraine eine starke ergebnisseitige Belastung, die sich neben einer allgemeinen Nachfrageschwäche insbesondere in den kostenseitigen Positionen niederschlagen dürfte. Es ist davon auszugehen, dass die teilweise signifikanten Kostensteigerungen für Energieprodukte und sonstige Rohstoffe, wie beispielsweise Baumwolle und Holz, sowie für den Warenverkehr insgesamt auch im Prognosejahr anhalten und damit die Ergebnisentwicklung der Otto Group beeinflussen werden. Die Unternehmensgruppe erwartet daher für das Geschäftsjahr 2022/23 auf Konzernebene ein EBIT, das ohne Berücksichtigung von weiteren möglichen Portfolioveränderungen deutlich unterhalb des beachtlichen EBIT in Höhe von 677,4 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021/22 liegen dürfte. Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung der Otto Group Aus der starken Position des erfolgreichen Geschäftsjahres 2021/22 heraus wird die Unternehmensgruppe ihren Otto Group Path fortsetzen, dessen Kernelemente eine fokussierte Wachstumsstrategie, hohe Investitionen in bestehende Stärken, das Treiben von Innovationen in den Aufbau und den Ausbau neuer Geschäftsideen und -felder und die Übernahme sozialer und ökologischer Verantwortung mit klaren und ambitionierten Zielen sind. Die größeren Wachstums- und Transformationsinitiativen, insbesondere im Segment Plattformen bei der Konzerngesellschaft OTTO sowie bei About You, aber auch die unterschiedlichen logistischen Entwicklungsprojekte im Segment Services werden in den kommenden Geschäftsjahren konsequent umgesetzt. Darüber hinaus hat auch die Entwicklung der Segmente Markenkonzepte und Finanzdienstleistungen eine hohe Relevanz für die weitere Entwicklung der Unternehmensgruppe. Die Otto Group bekennt sich zu ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette - von den Partnern und Lieferanten über die Mitarbeiter*innen bis hin zu den Kund*innen. Die Unternehmensgruppe vereint soziale und ökologische Verantwortung und wirtschaftlichen Erfolg und betrachtet diese nicht als Gegensätze. Die von den Gesellschaftern ausgegebene Vision "Responsible commerce that inspires" prägt das Handeln der Mitarbeiter*innen. Die Beibehaltung finanzieller Stabilität bleibt ein Eckpfeiler der zukünftigen Entwicklung der Unternehmensgruppe. Der Vorstand sieht die Otto Group für das Prognosejahr 2022/23 und für die nachfolgenden Geschäftsjahre sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig weiterhin auf einem guten Weg, wenngleich die Marktbedingungen volatil und die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen kurz- und möglicherweise mittelfristig belastend wirken können. Mit einer sehr soliden Finanz- und Vermögenslage der Otto Group beurteilt der Vorstand die wirtschaftliche Lage der Unternehmensgruppe positiv.
Hamburg, den 9. Mai 2022 Die Geschäftsführung der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH Alexander Birken Dr. Marcus Ackermann Sergio Bucher Sebastian Klauke Petra Scharner-Wolff Kay Schiebur KONZERNANHANG zum 28. Februar 2022Otto (GmbH & Co KG)GRUNDLAGEN UND METHODEN DES KONZERNABSCHLUSSES Die Otto (GmbH & Co KG), Werner-Otto-Straße 1-7, 22179 Hamburg, Deutschland (HRA 62024, Amtsgericht Hamburg), und ihre Tochterunternehmen (im Folgenden: "Otto Group") bilden einen Handels- und Dienstleistungskonzern, der im Wesentlichen in den drei Wirtschaftsräumen Deutschland, übriges Europa und USA tätig ist. Die Tätigkeit des Konzerns umfasst Handelsaktivitäten über die Vertriebskanäle E-Commerce, stationärer Einzelhandel und Katalog, abgebildet in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler, sowie weitere Dienstleistungen in den Bereichen Logistik und Service zusammengefasst in dem Segment Services. Die Konzernaktivitäten im Segment Finanzdienstleistungen beinhalten im Wesentlichen Inkassodienstleistungen und Dienstleistungsaktivitäten. Die OTTO Aktiengesellschaft für Beteiligungen, Hamburg, ist Mutterunternehmen und zugleich oberstes Mutterunternehmen der Otto (GmbH & Co KG). Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der OTTO Aktiengesellschaft für Beteiligungen sowie der Otto (GmbH & Co KG) werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Geschäftsführung hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der Otto (GmbH & Co KG) am 9. Mai 2022 zur Veröffentlichung genehmigt.
Der Konzernabschluss zum 28. Februar 2022 der Otto (GmbH & Co KG) wurde in Anwendung der Regelungen der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 i.V.m. § 315e Abs. 3 HGB nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Zusätzlich wurden die gemäß § 315e Abs. 3 HGB i.V.m. § 315e Abs. 1 HGB geltenden ergänzenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt. Die Anforderungen der IFRS wurden vollständig erfüllt und führen zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf der Basis einer Bilanzierung der Vermögenswerte und Schulden zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Davon ausgenommen sind einige originäre Finanzinstrumente, sämtliche derivative Finanzinstrumente sowie Investitionen in Eigenkapitalinstrumente, die jeweils zum am Bilanzstichtag geltenden Zeitwert angesetzt werden. Auf der Grundlage des in IAS 1 enthaltenen Wahlrechts werden die ergebniswirksam erfassten Erträge und Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt, während die Überleitung vom Periodenergebnis zum Gesamtergebnis über die erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen in einer separaten Gesamtergebnisrechnung gezeigt wird. Einzelne Posten der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung sowie der Konzern-Bilanz sind zur Verbesserung der Übersichtlichkeit der Darstellung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang erläutert. Die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.
In den Konzernabschluss der Otto Group sind alle wesentlichen in- und ausländischen Konzerngesellschaften einbezogen, bei denen die Otto (GmbH & Co KG) die Möglichkeit zur Beherrschung dieser Gesellschaften gemäß IFRS 10 oder die gemeinsame Beherrschung zusammen mit anderen Parteien gemäß IFRS 11 und IAS 28 hat. Beherrschung gemäß IFRS 10 liegt vor, wenn die Otto (GmbH & Co KG) die Entscheidungsgewalt über die relevanten Prozesse besitzt, variablen Rückflüssen ausgesetzt ist und infolge der Entscheidungsmacht die Höhe der variablen Rückflüsse beeinflussen kann. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt auf den Erwerbszeitpunkt nach der Erwerbsmethode. Der Erwerbszeitpunkt stellt den Zeitpunkt dar, an dem die Möglichkeit der Beherrschung des Reinvermögens und der finanziellen und operativen Aktivitäten des erworbenen Unternehmens auf die Otto Group übergeht. Bei der Erwerbsmethode werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile inklusive etwaiger bedingter Kaufpreisbestandteile mit dem anteiligen Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und Schulden und Eventualverbindlichkeiten der Konzerngesellschaft zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Ein aus der Verrechnung entstehender Unterschiedsbetrag wird als derivativer Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge, die aus der Kapitalkonsolidierung zum Erwerbszeitpunkt entstehen, werden sofort erfolgswirksam aufgelöst. Bestandteile der nicht beherrschenden Anteile werden zu deren Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet. Kosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile stehen, werden sofort ergebniswirksam erfasst. Die bei der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum Zeitwert im Rahmen der Erstkonsolidierung aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden in den Folgeperioden entsprechend der Entwicklung der Vermögenswerte und Schulden fortgeführt, abgeschrieben bzw. aufgelöst. Ein derivativer Geschäfts- oder Firmenwert wird in den Folgeperioden regelmäßig auf Werthaltigkeit überprüft und bei vorliegendem Wertminderungsbedarf auf den erzielbaren Betrag wertgemindert. Bei einem sukzessiven Erwerb von Anteilen an Unternehmen, in dessen Rahmen die Otto Group die Beherrschungsmöglichkeit über das Unternehmen erwirbt, werden die Regelungen des IFRS 3 hinsichtlich der vollständigen Neubewertung der Vermögenswerte und Schulden zum Zeitpunkt des Erwerbs der Beherrschungsmöglichkeit angewandt. In die Bemessung der Anschaffungskosten werden die bereits von der Otto Group gehaltenen Anteile zum Zeitwert einbezogen. Eventuell bestehende Differenzen zum bisherigen Ansatz dieser Anteile werden inklusive der bisher in den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen enthaltenen Beträge erfolgswirksam erfasst. Sukzessive Erwerbe bei Konzerngesellschaften, bei denen der Otto (GmbH & Co KG) im Gegensatz zu dem vorstehend beschriebenen Sachverhalt bereits vor der Transaktion direkt oder indirekt die Beherrschungsmöglichkeit hinsichtlich der jeweiligen Konzerngesellschaft zuzurechnen ist, werden als Transaktionen zwischen Gesellschaftern bilanziert. Ein aus diesem Erwerb resultierender Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und dem den außenstehenden Gesellschaftern bisher zuzurechnenden Anteil am Nettovermögen wird als "Ausgleichsposten aus sukzessiven Erwerben" im Konzern-Eigenkapital ausgewiesen. Eine Aufdeckung stiller Reserven und Lasten bzw. die Bilanzierung eines derivativen Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgt für derartige Transaktionen nicht. Bei einem Verlust der Beherrschung an Konzerngesellschaften, bei denen die Otto (GmbH & Co KG) einen maßgeblichen Einfluss weiterhin behält, werden die Vermögenswerte und Schulden der Konzerngesellschaften und alle etwaigen nicht beherrschenden Anteile an diesen Konzerngesellschaften ausgebucht. Der beizulegende Zeitwert der verbleibenden Anteile stellt zugleich den Zugangswert für die nachfolgende Bilanzierung nach der Equity-Methode dar. Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Zwischenergebnisse sind, sofern wesentlich, herausgerechnet. Wesentliche assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen werden in den Konzernabschluss nach der Equity-Methode einbezogen. Gemeinschaftliche Tätigkeiten sind mit ihren anteiligen Vermögenswerten und Schulden sowie mit anteiligen Erträgen und Aufwendungen zu bilanzieren. Eine gemeinsame Beherrschung an einer Gesellschaft gemäß IFRS 11 besteht, wenn eine vertraglich vereinbarte, gemeinsam ausgeübte Führung des Unternehmens vorliegt. Als assoziierte Unternehmen werden Unternehmen definiert, bei denen die Otto (GmbH & Co KG) - in der Regel aufgrund eines Stimmrechtsanteils zwischen 20 % und 50 % - einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann. Gemäß IFRS 11 werden je nach Ausgestaltung der vertraglich vereinbarten Teilung von Kontrolle gemeinsame Vereinbarungen (joint arrangements) in Gemeinschaftsunternehmen (joint ventures) und in gemeinschaftliche Tätigkeiten (joint operations) unterteilt. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist ein rechtlich selbstständiges Unternehmen, bei dem die gemeinschaftlich führenden Parteien Rechte am Nettovermögen der Gesellschaft besitzen. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit besteht, wenn die gemeinschaftlich herrschenden Parteien unmittelbare Rechte an den Vermögenswerten und unmittelbare Verpflichtung für die Verbindlichkeiten haben. In der Otto Group bestehen zurzeit keine gemeinschaftlichen Tätigkeiten, da die Otto Group bei allen Gesellschaften keinen Residualanspruch auf die in der gemeinschaftlichen Aktivität enthaltenen einzelnen Vermögenswerte und Schulden hat. Disquotale Kapitalerhöhungen gegen Einlage bei assoziierten Unternehmen, die ein Abschmelzen der Beteiligungsquote der Otto Group an diesen Unternehmen zur Folge hat, führen zu einer erfolgswirksamen Anpassung des Equity-Buchwerts. Hinsichtlich der Ermittlung von derivativen Geschäfts- oder Firmenwerten sowie der anteiligen Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden gelten die Grundsätze der Vollkonsolidierung. Verluste aus assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, die den Beteiligungsbuchwert bzw. sonstige langfristige Forderungen aus der Finanzierung dieser Unternehmen übersteigen, werden nicht erfasst, sofern keine Nachschusspflicht besteht. Kosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb dieser Anteile stehen, werden als Bestandteil der Anschaffungskosten aktiviert. Die Abschlüsse der Otto (GmbH & Co KG) sowie der einbezogenen Tochter-, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Die Abschlüsse der im Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich auf den Stichtag der Konzernobergesellschaft erstellt. Konzerngesellschaften mit abweichendem Stichtag werden auf der Grundlage der auf ihren Abschlussstichtag aufgestellten Abschlüsse einbezogen, soweit der Abschlussstichtag höchstens drei Monate vor dem Konzernabschlussstichtag liegt. Vorgänge von besonderer Bedeutung zwischen den Abschlussstichtagen werden berücksichtigt.
Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Sofern nicht anderweitig angegeben, sind alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Die Vermögenswerte und Schulden von Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum geltenden Währungskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Eine Umrechnung mit dem Stichtagskurs erfolgt ebenfalls für derivative Geschäfts- oder Firmenwerte sowie stille Reserven und Lasten, die im Rahmen der Erstkonsolidierung einer Konzerngesellschaft bilanziert worden sind. Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum gewogenen Durchschnittskurs des jeweiligen Geschäftsjahres umgerechnet. Eigenkapitalkomponenten der Konzerngesellschaften werden zum entsprechenden historischen Kurs bei Entstehung umgerechnet. Die aus der Umrechnung resultierenden Währungsdifferenzen werden als Ausgleichsposten aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen innerhalb der kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen bzw. der Anteile anderer Gesellschafter erfasst. Für die Umrechnung relevanter Fremdwährungsabschlüsse in Euro wurden die folgenden Kurse verwendet:
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden mit den Kosten angesetzt, die in der Entwicklungsphase nach dem Zeitpunkt der Feststellung der technologischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit bis zur Fertigstellung entstanden sind. Die aktivierten Herstellungskosten umfassen die direkt und indirekt der Entwicklungsphase zurechenbaren Kosten. Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer liegen in der Otto Group nicht vor mit Ausnahme der derivativen Geschäfts- oder Firmenwerte sowie angesetzter Markenrechte und Domains. Diese Markenrechte und Domains bestehen im Segment Plattformen in Höhe von 3.800 TEUR (28. Februar 2021: 1.061 TEUR), im Segment Markenkonzepte in Höhe von 75 TEUR (28. Februar 2021: 70 TEUR), im Segment Händler in Höhe von 16.594 TEUR (28. Februar 2021: 18.633 TEUR) sowie im Segment Services in Höhe von 44 TEUR (28. Februar 2021: 41 TEUR). Für diese Markenrechte werden entsprechende Unterhaltungsinvestitionen getätigt, um die dauerhafte Werthaltigkeit zu erhalten. Alle anderen selbst erstellten und erworbenen immateriellen Vermögenswerte einschließlich Markenrechte mit einer begrenzten Nutzungsdauer werden ab dem Zeitpunkt der Nutzung linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer wie folgt abgeschrieben:
Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und planmäßig linear entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Änderungen der Restwerte bzw. der Nutzungsdauern, die während der Nutzung der Vermögenswerte eintreten, werden in der Bemessung der Abschreibungsbeträge berücksichtigt. Die Kosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen alle Einzelkosten sowie alle Gemeinkosten, die im Zusammenhang mit dem Herstellungsvorgang anfallen. Nachträgliche Aufwendungen werden aktiviert, wenn diese zu einer Änderung des Nutzungszwecks bzw. zu einer Erhöhung des Nutzungswerts der Sachanlage führen. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen konzerneinheitlich über die folgenden Nutzungsdauern:
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte inklusive derivativer Geschäfts- oder Firmenwerte sowie auf Sachanlagen und Nutzungsrechte werden vorgenommen, sofern die Buchwerte der Vermögenswerte nicht mehr durch die zu erwartenden Veräußerungserlöse bzw. die diskontierten Netto-Cashflows aus der weiteren Nutzung gedeckt sind. Wenn eine Ermittlung des erzielbaren Betrags für einzelne Vermögenswerte nicht möglich ist, wird der Cashflow für die nächsthöhere Gruppierung von Vermögenswerten bestimmt, für die ein derartiger Cashflow ermittelt werden kann. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und solche, die sich in der Entwicklung befinden, werden immer dann auf Wertberichtigungsbedarf überprüft, wenn bestimmte Ereignisse oder veränderte Umstände erwarten lassen, dass der erzielbare Betrag nicht mehr dem Buchwert entspricht, jedoch mindestens einmal jährlich. Die Zuordnung derivativer Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt zum Zweck der Überprüfung auf eine Wertminderung den Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, die aus den Synergien der Unternehmenszusammenschlüsse Nutzen ziehen sollen. Da die derivativen Geschäfts- oder Firmenwerte vom Vorstand der Otto Group grundsätzlich auf Ebene der Segmente überwacht werden, entsprechen die Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten den Segmenten. Die Überwachung der derivativen Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt erstmalig im Geschäftsjahr 2021/22 auf Ebene der Segmente. Die Veränderung steht im Zusammenhang mit dem veränderten management approach und der einhergehenden geänderten Segmentberichterstattung (siehe Ziffer 34). Eine Ausnahme bildet das Segment Finanzdienstleistungen, wo die Geschäfts- oder Firmenwerte auf Ebene der Konzerngesellschaften bzw. -gruppen innerhalb des Segments überwacht werden. Außerplanmäßige Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte werden auf Basis der jährlich durchgeführten Werthaltigkeitstests vorgenommen. Für die Bestimmung des erzielbaren Betrags bei der Bemessung der außerplanmäßigen Abschreibungen werden in der Regel die diskontierten Netto-Cashflows aus der weiteren Nutzung (value in use) verwendet. Im Segment Plattformen wurde für die Bestimmung des erzielbaren Betrags der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (fair value less cost to sell) zugrunde gelegt. Für das Segment Plattformen wurde für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung der Börsenkurs von der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, zum Bilanzstichtag zugrunde gelegt. Für die Otto (GmbH & Co KG) inklusive der dazu gehörenden Gesellschaften wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung unter Zugrundelegung diskontierter Cashflow-Prognosen bemessen. Die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts für die Otto (GmbH & Co KG) inklusive der dazu gehörenden Gesellschaften ist der Hierarchiestufe 3 zugeordnet. Der Prognosehorizont für die zukünftigen Cashflows beträgt fünf Jahre. Die wesentlichen Annahmen sind die ewige Rente und der Kapitalisierungszins zur Diskontierung der zukünftigen Cashflows. Die Ermittlung der Netto-Cashflows aus der weiteren Nutzung erfolgt grundsätzlich auf der Grundlage der Konzernplanung mit einem Prognosehorizont von drei Jahren, auf deren Basis eine Trendermittlung der Netto-Cashflows für die nachfolgenden Perioden auf Grundlage eines Wachstumsfaktors von 0,50 % bis 0,75 % (28. Februar 2021: 0,75 % bis 1,25 %) vorgenommen wird. Der Konzernplanung liegen dabei Annahmen hinsichtlich makroökonomischer Entwicklungen, sowie der Entwicklung von insbesondere Verkaufs- und Beschaffungspreisen, zugrunde. Neben diesen aktuellen Prognosen werden auch Entwicklungen und Erfahrungen aus der Vergangenheit berücksichtigt. Die Diskontierung der prognostizierten Netto-Cashflows wird unter Nutzung eines risikoadjustierten länderspezifischen Zinssatzes auf Nachsteuerbasis durchgeführt. Weitere Parameter werden standardisierten Branchenangaben entnommen. Für die Durchführung der Werthaltigkeitstests wurden Kapitalisierungszinssätze zwischen 5,77 % und 9,74 % (28. Februar 2021: 5,36 % bis 9,51 %) angewandt. Für das Segment Plattformen und Markenkonzepte wurde ein Kapitalisierungszinssatz von 6,71% bzw. 6,66% zugrunde gelegt. Zuschreibungen werden vorgenommen, sofern in den Folgeperioden die Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen entfallen sind. Eine Zuschreibung erfolgt dabei höchstens auf den Betrag, der sich ohne die Vornahme der außerplanmäßigen Abschreibung ergeben hätte. Eine Zuschreibung auf außerplanmäßig abgeschriebene Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt nicht.
In der Otto Group werden originäre und derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese umfassen flüssige Mittel, Forderungen, sonstige Finanzanlagen, sonstige finanzielle Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten sowie Devisentermingeschäfte, Währungsswaps, Devisenoptionen und Zinsswaps. Finanzielle Vermögenswerte werden in der Otto Group grundsätzlich bei Lieferung, das heißt zum Erfüllungstag, bilanziert. Eine Ausnahme bilden derivative Finanzinstrumente, deren Bilanzierung zum Handelstag erfolgt. Die erstmalige Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt anhand seiner Einstufung in die drei Kategorien des IFRS 9: "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (AC)", "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI)" und "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVPL)". Bei der erstmaligen Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts wird dieser in der Otto Group zum Zeitwert zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten erfasst, sofern dieser nicht der Kategorie FVPL zuzuordnen ist. Eine Ausnahme bilden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponenten, welche zum Transaktionspreis bewertet werden. Die Folgebewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt nach IFRS 9 entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode oder erfolgsneutral bzw. erfolgswirksam jeweils zum beizulegenden Zeitwert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden im Zeitpunkt der Erstbilanzierung zum Zeitwert unter Berücksichtigung von Agien, Disagien und Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bewertet. Bei finanziellen Verbindlichkeiten der Kategorie FVPL erfolgt sowohl in der Erst- als auch in der Folgebilanzierung eine Bewertung zum Zeitwert. Die Berechnung der Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten basiert gemäß IFRS 9 auf einem Modell der erwarteten Kreditausfälle. Dies erfordert Ermessensentscheidungen bezüglich der Beurteilung, inwieweit die erwarteten Kreditausfälle durch Veränderungen bei den wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werden. Die Bewertung nach dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle ist immer für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und für Vertragsvermögenswerte ohne wesentliche Finanzierungskomponente anzuwenden sowie wenn das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts am Abschlussstichtag seit dem erstmaligen Ansatz signifikant gestiegen ist. Die Otto Group verwendet für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen das vereinfachte Modell zur Abbildung der Risikovorsorge, wonach sich die Höhe der Wertberichtigung ab der erstmaligen Erfassung der Forderung anhand der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemisst. Die pauschalen Wertberichtigungen für expected credit losses (ECL) werden für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in der Regel nach der Methode der Mahnstufenwanderung ermittelt, die jeder Mahnstufe eine explizite Ausfallwahrscheinlichkeit zuweist. Die Zuordnung ist möglich, da Forderungen, bevor sie an ein Inkassounternehmen abgegeben werden, bestimmte und klar definierte Prozessschritte des Kreditmanagements durchlaufen. Gemäß empirischer Beobachtung tritt eine Inkassoabgabe regelmäßig nur bei Forderungen ein, die mindestens 90 Tage überfällig sind. Nicht jede Forderung mit einer Zahlungsverzögerung von 90 Tagen wird zwingend dem Inkasso zugeführt, da zum Beispiel eine gewährte Stundung vorliegen kann. Die in diesem Modell angewandten Wertberichtigungsquoten basieren auf dem rollierenden Jahresdurchschnitt der vergangenen 5 Jahre und enthalten zudem eine Prognose zukünftiger makroökonomischer und politischer Verhältnisse bzw. individueller Risikoeinschätzungen. Ein finanzieller Vermögenswert wird einzelwertberichtigt, wenn zum Abschlussstichtag Hinweise vorliegen, dass der Kreditnehmer seine Verpflichtungen gegenüber der Otto Group voraussichtlich nicht vollständig erfüllt bzw. der finanzielle Vermögenswert an ein Inkassounternehmen abgegeben wird. Die Otto Group gibt eine Forderung an ein Inkassounternehmen dann ab, wenn die zahlungsverzögerte Forderung die vorherigen Mahnstufen erfolglos durchlaufen hat. Zu diesem Zeitpunkt sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mindestens seit 90 Tagen überfällig. Ist von einer Uneinbringlichkeit auszugehen, zum Beispiel aufgrund von Insolvenz oder Tod der Kund*in, werden die entsprechenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgebucht. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden keine Änderungen an signifikanten Annahmen zur Einschätzung von Wertberichtigungen vorgenommen. Für Forderungen aus Finanzdienstleistungen wird die Sondervorschrift für finanzielle Vermögenswerte mit objektivem Hinweis auf Wertminderungen bei Zugang verwendet. Diese sind mit ihrem, um die für die Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditverluste reduzierten, Buchwert anzusetzen und entsprechend mit einem risikoadjustierten Effektivzinssatz zu amortisieren. Zum Abschlussstichtag sind nur die kumulierten Veränderungen der seit dem erstmaligen Ansatz über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste als Wertberichtigung zu erfassen. Finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, sofern entweder die Rechte auf die aus den Vermögenswerten generierbaren Zahlungsströme erloschen sind oder nahezu alle Risiken in einer Form auf einen Dritten übertragen wurden, sodass die Kriterien für eine Ausbuchung erfüllt sind. Von verschiedenen Konzerngesellschaften der Otto Group werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft und gehen aus der Konzern-Bilanz ab. Die Konzerngesellschaften haben sich gegenüber dem Käufer verpflichtet, auch nach dem Verkauf die Verwaltung dieser Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu übernehmen. Für diese Verpflichtungen werden zum Bilanzstichtag angemessene Rückstellungen in Höhe von 5.727 TEUR (28. Februar 2021: 4.992 TEUR) gebildet. Finanzielle Schulden werden ausgebucht, wenn die Verpflichtungen entweder erfüllt, aufgehoben oder abgelaufen sind sowie bei wesentlichen Änderungen der Vertragsbedingungen. Alle Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert im Abschluss bilanziert werden, werden in die folgenden Hierarchiestufen gemäß IFRS 13 eingeordnet: Stufe 1: an aktiven, für das Unternehmen zugänglichen Märkten notierte (nicht angepasste) Preise für gleiche Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten; Stufe 2: Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die auf Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt in Ableitung von Preisen) beobachten lassen; Stufe 3: nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierende Faktoren für die Bewertung des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren). Reklassifizierungen zwischen den verschiedenen Hierarchiestufen werden zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist, erfasst. Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Die flüssigen Mittel umfassen die Kassenbestände und Bankguthaben. Sie sind zum Nominalwert bilanziert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus Finanzdienstleistungen und sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte werden bei erstmaliger Erfassung mit ihren Zeitwerten angesetzt. In den Forderungen aus Finanzdienstleistungen sind angekaufte Forderungen enthalten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Diese Kategorie beinhaltet Earn-Out-Vereinbarungen, deren Zeitwert an eine bestimmte vertraglich vereinbarte Voraussetzung geknüpft ist. Darüber hinaus sind Wertpapiere, die am Kapitalmarkt gehandelt werden, sowie Wandeldarlehen ebenfalls dieser Kategorie zugeordnet. Investitionen in Eigenkapitalinstrumente Anteile an Unternehmen, die nicht nach IFRS 10, IFRS 11 bzw. IAS 28 bilanziert werden, werden in den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesen. Für diese Investitionen in Eigenkapitalinstrumente sieht der IFRS 9 entweder eine erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert oder die Möglichkeit einer Erfassung der Wertänderungen in den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen vor. Die Entscheidung zur Klassifizierung ist auf Ebene des einzelnen Finanzinstruments zu treffen. Die Otto Group erfasst die Investitionen in Eigenkapitalinstrumente sowohl erfolgsneutral als auch erfolgswirksam. Investitionen, für die es nicht möglich ist, die Wertänderungen in den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen zu berücksichtigen, sind erfolgswirksam bewertet. Dies ist der Fall, wenn die Anteile die in IAS 32 definierten Kriterien hinsichtlich der Eigenkapitalklassifizierung nicht erfüllen oder nicht zu strategischen Zwecken gehalten werden. Für alle anderen Beteiligungen ist grundsätzlich eine Bewertung zum Zeitwert erfolgsneutral möglich. Die Entscheidung für eine Klassifizierung zum FVOCI bzw. FVPL wird auf Einzelfallebene vorgenommen. Konzerngesellschaften, die aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Für Investitionen in Eigenkapitalinstrumente erfolgt eine Bewertung zu Anschaffungskosten, wenn der Zeitwert weder aus Börsen- bzw. Referenztransaktionswerten abgeleitet noch aufgrund volatiler bzw. nicht verlässlich bestimmbarer Cashflows mittels geeigneter Bewertungsmodelle ermittelt werden kann. Werden Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral erfasst wurden, veräußert oder aufgrund einer dauerhaften Wertminderung abgeschrieben, werden die bis zu diesem Zeitpunkt nicht realisierten Gewinne und Verluste unter Berücksichtigung ihrer steuerlichen Auswirkungen erfolgsneutral in das erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital umgegliedert. Bei erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Investitionen werden die aus der Veränderung des Zeitwerts resultierenden Gewinne und Verluste direkt erfolgswirksam erfasst. Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Die Otto Group bietet ausgewählten Lieferanten seit einigen Jahren Reverse-Factoring-Lösungen an. Hierbei erhalten Lieferanten eine zusätzliche Option bei der Gestaltung ihrer eigenen Refinanzierung. Die Forderungen der Lieferanten aus Reverse-Factoring-Lösungen im Rahmen von Supply-Chain-Finanzierungsvereinbarungen werden in der Konzern-Bilanz weiterhin in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Darüber hinaus besteht im Konzern seit dem Geschäftsjahr 2021/22 ein weiteres Reverse-Factoring-Programm, bei welchem es zu einer Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der Berücksichtigung als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten kommt. Zum 28. Februar 2022 wurden im Konzern im Rahmen von Reverse-Factoring-Lösungen Forderungen von Lieferanten in Höhe von 205.873 TEUR von Factoring-Anbietern vorfinanziert (28. Februar 2021: 74.508 TEUR). Davon entfallen 156.579 TEUR auf Supply-Chain-Finanzierungsvereinbarungen (28. Februar 2021: 74.508 TEUR) und auf das weitere Reverse-Factoring-Programm 49.294 TEUR (28. Februar 2021: 0 TEUR). Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen Derivative Finanzinstrumente werden in der Otto Group zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken eingesetzt. Der Ansatz der derivativen Finanzinstrumente erfolgt dabei zum Zeitwert. Die Bilanzierung von Zeitwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente hängt davon ab, ob diese Instrumente als Sicherungsinstrumente eingesetzt werden und die Voraussetzungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen gemäß IFRS 9 erfüllt sind. Sind diese Voraussetzungen trotz eines bestehenden wirtschaftlichen Sicherungszusammenhangs nicht gegeben, werden die Zeitwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente unmittelbar erfolgswirksam erfasst. Der effektive Teil der Zeitwertänderung eines derivativen Finanzinstruments, das als Sicherungsinstrument bestimmt wurde und die Voraussetzungen für die Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung für die Absicherung von Zahlungsströmen erfüllt (cash flow hedge), wird unter Berücksichtigung des darauf entfallenden steuerlichen Effekts unmittelbar in den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen bilanziert. Der ineffektive Teil wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der effektive Teil wird dann ergebniswirksam in die Umsatzerlöse bzw. direkt in die Anschaffungskosten der Vorräte einbezogen, wenn die erwarteten Zahlungsströme aus dem Grundgeschäft den Gewinn oder Verlust beeinflussen. Des Weiteren bestehen Optionen auf von der Otto Group gehaltene Anteile an assoziierten Unternehmen, insbesondere hinsichtlich der Anteile an der COFIDIS PARTICIPATIONS, Villeneuve d'Ascq, Frankreich, und Hermes Germany, Hamburg, Deutschland. Die Optionen werden entsprechend IFRS 9 mit dem Zeitwert bewertet. Änderungen der Zeitwerte werden erfolgswirksam im sonstigen Finanzergebnis erfasst. Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb Die Zeitwertänderung eines monetären Postens, der als Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb klassifiziert ist und auf Veränderungen des Fremdwährungskurses zurückgeht, wird in den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen bilanziert. Der Gewinn oder Verlust, der in den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst wurde, ist bei Veräußerung oder Liquidation des ausländischen Geschäftsbetriebs vom Konzern-Eigenkapital in die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung umzugliedern. Der monetäre Posten stellt einen Bestandteil der Nettoinvestition in den ausländischen Geschäftsbetrieb dar, wenn dessen Abwicklung auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist. Zeitwerte der Finanzinstrumente Der beizulegende Zeitwert der Finanzinstrumente ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der dem Preis zugrunde liegende Geschäftsvorfall entweder auf dem Hauptmarkt oder dem vorteilhaftesten Markt, zu dem die Otto Group Zugang hat, stattfindet. Der Preis bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung zugrunde legen würden, und beinhaltet die Berücksichtigung des Kreditrisikos. Die Zeitwerte der Finanzinstrumente werden auf Basis entsprechender Marktwerte oder durch Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden bestimmt. Für flüssige Mittel und andere originäre kurzfristige Finanzinstrumente wird angenommen, dass der Zeitwert dem Buchwert entspricht. Bei langfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie langfristigen Verbindlichkeiten erfolgt die Bestimmung des Zeitwerts auf Grundlage der erwarteten Zahlungsströme unter Anwendung der zum Bilanzstichtag herrschenden Marktzinssätze. Die Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden auf Grundlage der zum Bilanzstichtag bestehenden Fremdwährungsterminkurse sowie Marktzinssätze ermittelt. Das Kreditausfallrisiko des jeweiligen Kontrahenten wird auf Basis des Add-on-Verfahrens unter Berücksichtigung der kontrahentenspezifischen Ausfallwahrscheinlichkeit ermittelt. Dabei wird die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis von liquiden CDS-Spreads oder marktnotierten Bondpreisen ermittelt. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Put-Optionen berücksichtigt vertraglich vereinbarte Zahlungen. Sofern geplante Erfolgskomponenten für den beizulegenden Zeitwert relevant sind, werden diese auf Basis der Discounted-Cashflow-Methode unter Berücksichtigung der jeweiligen Unternehmensplanungen ermittelt. Die Abzinsungssätze basieren auf gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten. Relevante nicht beobachtbare Inputfaktoren für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts sind geplante Erfolgskomponenten. Der Konzern führt eine regelmäßige Überprüfung der wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren sowie der Bewertungsanpassungen durch. Bei den Zinsswaps erfolgt die Bewertung durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze. Für die Ermittlung der Marktwerte von Devisentermingeschäften wird der kontrahierte Terminkurs mit dem Terminkurs des Bilanzstichtags für die Restlaufzeit verglichen. Der daraus resultierende Wert wird unter Berücksichtigung aktueller Marktzinssätze der entsprechenden Währung auf den Bilanzstichtag diskontiert. Die Bewertung der Devisenoptionen erfolgt mittels eines anerkannten finanzmathematischen Verfahrens (Black-Scholes-Modell) unter Berücksichtigung der am Bilanzstichtag geltenden Devisenkurse und Devisenvolatilitäten. Die Otto Group schließt Derivate ausschließlich mit Banken mit einem mindestens ausreichenden Bonitätsrating ab. Das eigene sowie das kontrahentenspezifische Ausfallrisiko werden regelmäßig überwacht und in die Ermittlung der Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente einbezogen.
Die Bewertung der Vorräte zum Bilanzstichtag erfolgt zum jeweils niedrigeren Betrag aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert stellt dabei den voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten dar. Für die in den Vorräten enthaltenen Handelswaren sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt die Ermittlung der Anschaffungskosten auf der Grundlage eines gewichteten Durchschnittswerts bzw. unter Anwendung der Standardkostenmethode. Die Herstellungskosten der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen umfassen alle der Leistungserstellung zurechenbaren Einzelkosten und Gemeinkosten.
Rückstellungen für Pensions- und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) unter Berücksichtigung von zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen errechnet. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt dabei auf Basis von Pensionsgutachten unter Einbeziehung der zur Deckung dieser Verpflichtungen bestehenden Vermögenswerte (Planvermögen). Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unmittelbar in den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst. Die Neubewertung umfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, den Ertrag aus Planvermögen (ohne in den Nettozinsaufwendungen enthaltene Zinserträge) und die Auswirkungen einer etwaigen Vermögensobergrenze (ohne in den Nettozinsaufwendungen enthaltene Zinserträge). Der Konzern ermittelt die Nettozinsaufwendungen auf die Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen für die Berichtsperiode mittels Anwendung des Abzinsungssatzes, der für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung zu Beginn der jährlichen Periode verwendet wurde. Die Nettozinsaufwendungen sowie laufender und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand werden in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung erfasst.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle zum Abschlussstichtag bestehenden, auf vergangene Ereignisse zurückzuführenden rechtlichen und faktischen Verpflichtungen der Otto Group gegenüber Dritten, deren Erfüllung wahrscheinlich ist und deren Höhe zuverlässig ermittelt werden kann. Die Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bewertet. Dieser stellt die bestmögliche Schätzung der Ausgabe dar, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlich ist. Langfristige Rückstellungen werden auf der Grundlage entsprechender Marktzinssätze mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert. Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen werden angesetzt, wenn zum Bilanzstichtag die Maßnahmen hinreichend konkretisiert sind und eine Kommunikation an die durch die Maßnahmen Betroffenen bzw. deren Interessenvertretung erfolgt ist.
Leasingnehmer Zu Beginn eines Leasingverhältnisses wird beurteilt, ob der zugrunde liegende Vertrag ein Leasingverhältnis im Sinne des IFRS 16 begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Zum Bereitstellungszeitpunkt oder bei Änderungen eines Leasingverhältnisses wird das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise aufgeteilt und eine Trennung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten vorgenommen. Sofern dies nicht möglich ist, wird die Erleichterungsvorschrift in Anspruch genommen, auf eine Trennung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten zu verzichten. Die Otto Group erfasst als Leasingnehmer zum Bereitstellungszeitpunkt grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen. Das Nutzungsrecht wird zu Beginn zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen entsprechen. Zusätzlich erfolgt eine Anpassung um bereits geleistete Zahlungen am oder vor dem Bereitstellungsdatum zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten zur Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswerts abzüglich etwaiger erhaltener Anreizzahlungen durch den Leasinggeber. Das Nutzungsrecht wird vom Bereitstellungszeitpunkt bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben. Geht hingegen das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Leasingnehmer über oder ist in den Kosten des Nutzungsrechts berücksichtigt, dass eine Kaufoption wahrgenommen wird, wird das Nutzungsrecht über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswerts abgeschrieben. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht, sofern notwendig, fortlaufend um Wertminderungen berichtigt und um bestimmte Neubewertungen oder Modifikationen der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen angepasst. Die Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen wird zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, die mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns diskontiert werden, angesetzt. Die in die Bewertung der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen einbezogenen Leasingzahlungen umfassen feste Zahlungen, einschließlich de facto fester Zahlungen, sowie variable Leasingzahlungen, die an einen Index gekoppelt sind. Die variablen Leasingzahlungen werden anhand des am Bereitstellungszeitpunkt gültigen Indexes bewertet. Ebenfalls einbezogen werden Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind, sowie Ausübungspreise einer Kaufoption oder Leasingzahlungen für eine Verlängerungsoption, sofern hinreichend sicher ist, dass diese ausgeübt werden. Die Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Die Verbindlichkeit wird neu bewertet, wenn sich die zukünftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Indexanpassung ändern oder wenn die Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwertgarantie angepasst wird. Ebenfalls erfolgt eine Neubewertung, wenn der Leasingnehmer seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung verändert. Eine Modifikation der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen erfolgt, wenn eine Änderung von Leasingzahlungen eintritt, die im ursprünglichen Leasingvertrag nicht enthalten war. Bei einer Neubewertung oder Modifikation der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen erfolgt eine entsprechende Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts. Diese Anpassung wird erfolgswirksam vorgenommen, wenn der Buchwert des Nutzungsrechts einen Wert von Null aufweist oder die Verringerung des Buchwerts des Nutzungsrechts von der Verringerung der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen absolut betrachtet abweicht. Für unmittelbar aufgrund der Corona-Pandemie erhaltene Mietkonzessionen des Leasinggebers wendet die Otto Group die Erleichterungsvorschriften des IFRS 16 Amendment für COVID-19-bedingte Mietkonzessionen an. Für diese Leasingverhältnisse entfällt durch den praktischen Behelf eine Beurteilung, ob es sich um eine Modifikation des Leasingvertrags handelt. Der praktische Behelf wird für Verträge mit ähnlichen Merkmalen und unter vergleichbaren Umständen einheitlich verwendet. Für Mietkonzessionen im Rahmen von Leasingverhältnissen, für die der Konzern den praktischen Behelf nicht anwendet oder auf die der praktische Behelf nicht anwendbar ist, schätzt die Otto Group ein, ob eine Änderung eines Leasingverhältnisses vorliegt. Die Otto Group wendet die Ausnahmeregelungen für Leasingverträge über kurzfristige Leasingverhältnisse sowie Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte an und setzt für diese Leasingverhältnisse kein Nutzungsrecht und keine Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen an. Die mit diesen Leasingverhältnissen in Zusammenhang stehenden Leasingzahlungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear als Aufwand erfasst. Leasinggeber In einem geringen Umfang tritt die Otto Group als Leasinggeber auf. In diesen Fällen erfolgt eine Klassifizierung der Leasingverhältnisse in Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse im Sinne der Definition des IFRS 16. Als Leasinggeber bei einem Operating-Leasingverhältnis bilanziert die Otto Group das Leasingobjekt weiterhin als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen. Die vereinnahmten Leasingraten aus Operating-Leasingverhältnissen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Im Falle eines Finanzierungs-Leasingverhältnisses wird der überlassene Leasinggegenstand ausgebucht und ein Vermögenswert aus dem Finanzierungs-Leasingverhältnis, dargestellt als Forderung, in Höhe des Nettoinvestitionswerts aus dem Leasingverhältnis eingebucht.
Latente Steuern werden zur Berücksichtigung zukünftiger steuerlicher Folgen von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Bemessungsgrundlagen der Vermögenswerte und Schulden und deren Wertansätzen im IFRS-Abschluss sowie auf steuerliche Verlustvorträge gebildet. Die Bemessung der latenten Steuern erfolgt dabei auf Grundlage der vom Gesetzgeber zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres erlassenen Regelungen für die Geschäftsjahre, in denen sich die Differenzen ausgleichen bzw. die Verlustvorträge wahrscheinlich genutzt werden. Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge werden nur dann angesetzt, sofern ihre Realisierbarkeit in näherer Zukunft hinreichend gesichert erscheint. Auf temporäre Unterschiede, die aus der Zeitwertbilanzierung von Vermögenswerten und Schulden im Rahmen von Unternehmenserwerben resultieren, werden latente Steuern bilanziert. Latente Steuern werden auf temporäre Unterschiede bei derivativen Geschäfts- oder Firmenwerten nur dann angesetzt, wenn die Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte steuerlich geltend gemacht werden können. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, sofern sich diese auf Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und die laufenden Steuern miteinander verrechnet werden können. Die Bilanzierung laufender und latenter Steuerschulden, bei denen Unsicherheiten bezüglich der ertragssteuerlichen Behandlung bestehen, erfolgt nur in den Fällen, in denen es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuerbeträge bezahlt oder erstattet werden. Dabei ist davon auszugehen, dass die Steuerbehörden ihr Recht zur Überprüfung erklärter Beträge ausüben werden und dabei vollständige Kenntnis aller zugehörigen Informationen besitzen. In entsprechenden Fällen nimmt die Otto Group stets eine Einzelbetrachtung der steuerlichen Sachverhalte vor und bewertet diese mit dem wahrscheinlichsten Betrag.
Umsatzerlöse werden dann realisiert, wenn die Leistungsverpflichtung durch Übergang der Kontrolle über das Gut bzw. die Leistung an die Kund*innen erfüllt ist. In den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler erfolgt die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen. Somit wird der Umsatz realisiert, wenn die Verfügungsgewalt auf die Endkund*innen mit Übergabe des Gutes an diese übergeht. Einen Teil der Umsätze generiert die Otto Group durch die Bereitstellung von Handelsplattformen an externe Verkäufer. Die hieraus resultierenden Vermittlungsleistungen werden zum Zeitpunkt des Kaufvertragsabschlusses mit den Endkund*innen realisiert. Überwiegend erfolgen die Zahlungseingänge der Kund*innen vor Erreichen des Zahlungsziels. Die Zahlungsziele richten sich nach den geltenden Geschäftsbedingungen der jeweiligen Konzerngesellschaft. Der Anspruch auf Zahlung wird jedoch maximal 60 Tage (2020/21: 60 Tage) nach Lieferung fällig. Finanzierungskäufe auf Basis marktüblicher Zinssätze werden wie im Vorjahr mit einer Laufzeit von bis zu 68 Monaten angeboten. Bei Vereinnahmung der Zahlungen vor Erfüllung der vertraglichen Leistung werden diese als vertragliche Verbindlichkeit passiviert. Sie resultieren im Wesentlichen aus von Kund*innen getätigten Anzahlungen, Kund*innenbindungsprogrammen, noch nicht eingelösten Kund*innengutscheinen und noch nicht in Anspruch genommenen Garantieverlängerungen. Zinserlöse aus Kundenfinanzierungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung separat ausgewiesen. Der Transaktionspreis enthält variable Komponenten in Form von eingeräumten Rückgaberechten und Rabatten. Die prognostizierten Retouren werden auf Grundlage der Erwartungen für die einzelnen Produktkategorien bestimmt. Rücknahmeverpflichtungen für erwartete Erstattungen werden passivisch ausgewiesen. Ein Anspruch auf Rücklieferung der Ware wird als sonstiger Vermögenswert aktiviert. Im Segment Services wird der Umsatz vor allem durch Transport- und Fulfilmentleistungen generiert und zeitraumbezogen erfasst. Den Kund*innen fließt der Nutzen aus der Dienstleistung zu, während diese erbracht wird. Die Umsatzerfassung richtet sich somit nach dem Leistungsfortschritt. Bei Transporterlösen entspricht dies zum Beispiel dem Verhältnis von bereits gefahrener Strecke zur Gesamtstrecke. Bei Umsätzen mit privaten Endverbraucher*innen, also im B2C-Geschäft, erfolgt der Zahlungseingang mit Aufgabe des Transportgutes. Die Zahlung wird in Abhängigkeit des Leistungsfortschritts als vertragliche Verbindlichkeit passiviert. Im B2B-Geschäft wird ein Zahlungsziel von bis zu 90 Tagen (2020/21: 90 Tagen) gewährt. Der Zahlungseingang erfolgt überwiegend bis zu diesem Zeitpunkt. Umsätze im Segment Finanzdienstleistungen werden maßgeblich durch Treuhandinkasso zum Zeitpunkt der Leistungserbringung realisiert. Die Leistung gilt mit Zahlungseingang als erbracht. Die vereinbarte Provision wird von der Zahlung einbehalten und mindert den Auszahlungsbetrag an die Kund*innen. Erträge aus angekauften Forderungen werden bei Geldeingang in den Umsatzerlösen erfasst. Die Umsatzerlöse entsprechen den Geldeingängen aus den angekauften Forderungen vermindert um die nach der Effektivzinsmethode ermittelten Tilgungen. Vertraglich festgelegte Boni werden auf Basis von Erwartungswerten als variable Komponente in den Transaktionspreis einbezogen. In allen fünf Segmenten unterteilt die Otto Group die vertraglichen Verbindlichkeiten in noch ausstehende Leistungsverpflichtungen mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr bzw. mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Letztere beinhalten vor allem Kund*innenbindungsprogramme, Kund*innengutscheine und Garantieverlängerungen. Bei Kund*innenbindungsprogrammen und Kund*innengutscheinen wird der Umsatz zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme realisiert. Üblicherweise erfolgt die Inanspruchnahme innerhalb von 2 Monaten (2020/21: 2 bis 6 Monaten) nach Kauf des Gutscheins bzw. innerhalb von 13 Monaten (2020/21: innerhalb von 13 Monaten) nach Erlangung der Bonuspunkte. Im Falle von Garantieverlängerungen wird der Umsatz im Zeitablauf linear realisiert. Weitere noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen weisen eine Laufzeit von bis zu einem Jahr auf und werden unter Anwendung der Vereinfachungsmöglichkeiten nicht gesondert ausgewiesen. Kosten der Vertragserlangung bei einer Nutzungsdauer von bis zu einem Jahr werden sofort aufwandswirksam erfasst. Die Erfassung in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt zum Zeitpunkt der Leistungserbringung, sofern die Höhe der Erträge zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich zufließen wird. Erträge aus Sale-and-lease-back-Transaktionen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Zinserträge, die in der Otto Group aus der Kreditierung des Verkaufs von Handelswaren entstehen, werden unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode periodengerecht vereinnahmt. Gebühren aus Bankdienstleistungen und sonstigen Finanzdienstleistungen wie dem Forderungsmanagement bzw. der Inkassotätigkeit werden als Erträge aus Finanzdienstleistungen erfasst, sobald die entsprechende Leistung erbracht worden ist. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst. Die Kosten für Werbe- und Verkaufsförderungsmaßnahmen werden zu dem Zeitpunkt aufwandswirksam erfasst, an dem die Otto Group die Verfügungsmacht über die in dem Zusammenhang verwendeten Waren bzw. Dienstleistungen erlangt. Die Werbe- und Verkaufsförderungsmaßnahmen umfassen entsprechend dem IAS 38 auch die in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler verwendeten Kataloge. Zinsen werden periodengerecht als Aufwand bzw. Ertrag erfasst. Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der Anschaffung und Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten werden gemäß IAS 23 aktiviert. Ein qualifizierter Vermögenswert ist ein Vermögenswert, für den bei der Otto Group in der Regel ein Zeitraum von über einem Jahr für die Anschaffung bzw. Herstellung vorgesehen ist. Zinsvorteile aus unterverzinslichen Darlehen der öffentlichen Hand werden ergebniswirksam vereinnahmt und periodengerecht abgegrenzt, wobei der Anteil für zukünftige Geschäftsjahre in einen Abgrenzungsposten eingestellt wird. Dividenden werden grundsätzlich mit der Entstehung des Rechtsanspruchs als Ertrag realisiert.
Bei der Konzerngesellschaft ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, sind anteilsbasierte Vergütungsprogramme gewährt worden. Die nähere Ausgestaltung dieser Programme wird in Ziffer 30 beschrieben.
Die Otto (GmbH & Co KG) als Konzernobergesellschaft ist in der Rechtsform einer Personenhandelsgesellschaft organisiert, bei der der Gesellschafter durch Ausübung eines gesetzlichen Kündigungsrechts, das durch den Gesellschaftsvertrag nicht ausgeschlossen werden kann, die Gesellschaft zur Auszahlung der Kapitaleinlagen und der auf sie entfallenden Gewinnanteile (Buchwertklausel) verpflichten kann. Gemäß IAS 32 sind kündbare Finanzinstrumente bei Erfüllung bestimmter Bedingungen als Eigenkapital zu klassifizieren. Zu diesen Bedingungen zählen u.a. die Qualifizierung des Finanzinstruments als nachrangigste Klasse und der Anspruch der Inhaber der Finanzinstrumente auf das anteilige Nettoreinvermögen im Falle der Liquidation sowie die Abhängigkeit der für das Finanzinstrument erwarteten Cashflows vom Ergebnis bzw. von Wertänderungen des Nettoreinvermögens. Diese Bedingungen sind für die Kommanditanteile bei der Otto (GmbH & Co KG) aufgrund der gesetzlichen und gesellschaftsvertraglichen Bestimmungen gegeben, sodass die Kommanditanteile im Konzern-Eigenkapital ausgewiesen werden. Die Gewinnzuweisungen an die Kommanditisten werden dementsprechend in der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals als Gesellschaftertransaktion außerhalb des Konzern-Gesamtergebnisses erfasst. Die Anteile außenstehender Gesellschafter an konsolidierten Personenhandelsgesellschaften, bei denen derartige Kündigungsrechte bestehen, sind als Fremdkapital zu klassifizieren und werden unter dem Posten sonstige finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen, da diese Anteile die nach IAS 32 definierten Kriterien hinsichtlich der Eigenkapitalklassifikation nicht erfüllen. Die Wertänderungen und Zinsbestandteile der Verbindlichkeit werden in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung als Aufwand oder Ertrag erfasst.
Finanzinstrumente, die die Otto Group am Kapitalmarkt ausgibt, werden als Eigenkapital klassifiziert, sofern aufgrund fehlender Inhaberkündigungsrechte die Otto Group keine Verpflichtung zur Rückzahlung des durch die Inhaber eingezahlten Kapitals hat. Die Vergütung für derartige Instrumente wird dementsprechend nicht als Zinsaufwand, sondern als Zuweisung im Rahmen der Ergebnisverwendung bilanziert. Von der Otto Group ausgegebene Genussscheine sind Teil des Konzern-Eigenkapitals, sofern sich aufgrund der Ausgestaltung der Genussscheinbedingungen keine Verpflichtung der Otto Group zur Rückzahlung ergibt, deren Entstehung außerhalb des Ermessens der Otto Group steht. Die Vergütung auf diese Genussscheine wird dementsprechend im Rahmen der Ergebnisverwendung erfasst. Die Transaktionskosten werden als Abzug vom Eigenkapital bilanziert.
Genussrechte, die die Otto Group an Mitarbeiter*innen ausgibt, werden gemäß IAS 32 als Fremdkapital klassifiziert, da nach Ablauf einer sechsjährigen Sperrfrist auf Verlangen des Genussrechtsinhabers eine Rücknahmeverpflichtung für die Otto Group entstehen kann. Sie zählen zur Klasse der kündbaren Finanzinstrumente (puttable instruments), die im Liquidationsfall vorrangig vor den Ansprüchen der Gesellschafter bedient werden. Die auf die ausgegebenen Genussrechte gewährten Firmenzuschüsse werden im Personalaufwand und die erfolgsabhängigen Gewinn- und Verlustbeteiligungen unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen bzw. Erträgen ausgewiesen.
Einkäufe und Verkäufe in Fremdwährungen werden mit dem zum Zeitpunkt der Lieferung geltenden Tageskurs umgerechnet. Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem geltenden Währungskurs am Bilanzstichtag in die funktionale Währung umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden ergebniswirksam erfasst.
Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden unter den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten ausgewiesen, sofern eine Veräußerung der Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen innerhalb der nächsten zwölf Monate als sehr wahrscheinlich angesehen wird, sich die Vermögenswerte in einem veräußerungsbereiten Zustand befinden und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Diese Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Ein Wertminderungsaufwand einer Veräußerungsgruppe würde zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert und dann unter Berücksichtigung der Vorgaben des IFRS 5 den verbleibenden Vermögenswerten und Schulden anteilig zugeordnet werden, mit der Ausnahme, dass den Vorräten, finanziellen Vermögenswerten, latenten Steueransprüchen und Vermögenswerten im Zusammenhang mit Leistungen an Arbeitnehmer*innen, die weiterhin gemäß den sonstigen Rechnungslegungsmethoden des Konzerns bewertet werden, kein Verlust zugeordnet wird. Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Wertminderungsaufwendungen, die bei der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten entstehen, und spätere Gewinne und Verluste der Neubewertung bis zur Veräußerung werden ergebniswirksam erfasst. Sofern Anteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, die bisher nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wurden, aufgrund des Vorliegens der Kriterien des IFRS 5 in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte umgegliedert werden, wird die Bilanzierung nach der Equity-Methode nicht mehr fortgesetzt. Eine zur Veräußerung gehaltene Gruppe von Vermögenswerten wird als aufgegebener Geschäftsbereich im Sinne des IFRS 5 klassifiziert, wenn diese Gruppe hinsichtlich der Geschäftsaktivitäten und Zahlungsströme eindeutig von den restlichen Einheiten des Konzerns abgegrenzt werden kann und eine wesentliche Geschäftsaktivität darstellt. Sofern eine Geschäftsaktivität als aufgegebener Geschäftsbereich berichtet wird, erfolgt eine separate Darstellung der Geschäftsaktivitäten in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung. Die Vergleichsinformationen in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung werden rückwirkend angepasst, als ob der Geschäftsbereich bereits zu Beginn der Vergleichsperiode als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert worden wäre. Unter den aufgegebenen Geschäftsaktivitäten werden auch Gruppen von Vermögenswerten dargestellt, deren Veräußerung im Zusammenhang mit einem Plan zur Aufgabe einer Geschäftsaktivität steht und die innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt der Designation veräußert werden.
Die Aufstellung des IFRS-Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen, die Einfluss auf den Ausweis von Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von Eventualverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen haben. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Beträgen, die sich aus Schätzungen und Annahmen ergeben, abweichen. Wesentliche Schätzungen und Annahmen wurden insbesondere hinsichtlich der Festlegung der konzerneinheitlichen Abschreibungsdauern auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Nutzungsrechte (siehe Ziffern 16 und 38), der Bewertung von Investments im Rahmen von Venture-Aktivitäten (siehe Ziffer 17), der Wertberichtigungen auf Handelswaren und Forderungen (siehe Ziffern 18 und 19), der Zeitwertbestimmung der Anteile sowie der Kaufpreisallokation im Rahmen der Übergangskonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, (siehe Ziffer 5a), der Festlegung der Retourenquoten für die Bemessung der Herausgabeansprüche aus erwarteten Retouren (siehe Ziffer 21), der Parameter für die Bewertung der Pensionsrückstellungen (siehe Ziffer 24), der Bestimmung des Zeitwerts der Verpflichtungen aus Put-/Call-Optionen und aktienbasierten Vergütungen (siehe Ziffer 30) sowie der Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern (siehe Ziffer 15) vorgenommen. Den Bewertungen der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte im Rahmen von Werthaltigkeitstests nach IAS 36 wurden Plandaten für die Ermittlung von Cashflows sowie standardisierte Branchenangaben für die Bestimmung der Kapitalisierungszinssätze zugrunde gelegt. Zahlreiche Leasingverträge wurden abgeschlossen, die Verlängerungs- und/oder Kündigungsoptionen enthalten. Verlängerungs- und/oder Kündigungsoptionen treten im Wesentlichen bei Leasingverträgen in der Anlagenklasse Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten auf. Die hinreichend sichere Ausübung bzw. Nichtausübung einer Option ist eine Ermessensentscheidung, bei der sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt werden, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder zur Nichtausübung von Kündigungsoptionen bieten. Sofern ein signifikantes Ereignis oder eine Änderung der Umstände eintritt, wird die Laufzeit erneut bestimmt. Für Sensitivitätsanalysen im Rahmen der Angaben nach IFRS 7 in Ziffer 36 c wurden fiktive Währungs- und Zinskurven verwendet, die von den tatsächlichen Marktdaten am Bilanzstichtag abweichen können. Der Einmarsch russischer Streitkräfte in die Ukraine am 24. Februar 2022 stellt ein wertbegründendes Ereignis im Konzernabschluss zum 28. Februar 2022 dar. Der Konzernabschluss berücksichtigt die bis zum Aufstellungszeitpunkt vorliegenden Erkenntnisse und möglichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden der Otto Group zum 28. Februar 2022. Neben der Abwertung des Vorratsbestands bei unterschiedlichen Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen und Markenkonzepte im Zuge von konkreten und antizipierten konjunkturellen Risiken ist in diesem Zusammenhang zusätzlich die Abwertung auf angekaufte Forderungen einer in Russland tätigen Konzerngesellschaft aus dem Segment Finanzdienstleistungen zu nennen. In Summe ergibt sich eine Risikovorsorge in oberer zweistelliger Millionenhöhe. Gleichwohl stellt die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Kriegs in der Ukraine und die damit verbundenen wirtschaftlichen und konjunkturellen Auswirkungen eine zusätzliche Schätzunsicherheit insbesondere im Hinblick auf Wertberichtigungen auf Handelswaren und Forderungen, die Wertminderungstests der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte, den Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen sowie die Verfügbarkeit künftig zu versteuernder Ergebnisse als Voraussetzung für die Aktivierung latenter Steuern dar. Je länger der Krieg in der Ukraine anhält, desto stärker können die Auswirkungen auf die weltwirtschaftliche Entwicklung und damit auf das Marktumfeld der Otto Group sein. Wie sich diese entwickeln, kann jedoch gegenwärtig nicht abgeschätzt werden.
Die Otto Group erhielt im Geschäftsjahr 2021/22 sowie im Vorjahr Zuwendungen der öffentlichen Hand, welche als Reaktion auf die Corona-Pandemie gewährt wurden. Die Zuwendungen umfassen personalbezogene staatliche Zuschüsse im Ausland sowie in Deutschland. Sie wurden erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der auch die zu kompensierenden Aufwendungen anfielen. Einzelne ausländische Konzerngesellschaften erhielten direkte nicht rückzahlbare mitarbeiterbezogene staatliche Zuschüsse in Höhe von insgesamt 3.225 TEUR (2020/21: 7.317 TEUR), die sowohl Löhne und Gehälter als auch Sozialabgaben betrafen. Die Leistungen der öffentlichen Hand in Deutschland betreffen Sozialversicherungszuschüsse aus erfolgter Kurzarbeit. In den sozialen Abgaben sind aufwandsmindernd Erträge aus der Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge als nicht rückzahlbare öffentliche Zuwendungen aus erfolgter Kurzarbeit in Höhe von 937 TEUR (2020/21: 1.490 TEUR) erfasst. Kurzarbeitergeld ist eine unmittelbare Leistung der öffentlichen Hand an die Mitarbeiter*innen, sodass die erfolgten Zahlungen durchlaufende Posten darstellen.
Die im Geschäftsjahr 2021/22 erstmalig verpflichtend anzuwendenden Standards hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Weltweit wird eine grundlegende Reform der wichtigsten Referenzzinssätze vorgenommen, einschließlich des Ersatzes einiger "Interbank Offered Rates" (IBORs) durch alternative, nahezu risikofreie Zinssätze (als "IBOR-Reform" bezeichnet). Im Geschäftsjahr 2021/22 bestand im Rahmen dieser Reform kein Anwendungsfall, da die Otto Group ausschließlich finanzielle Verbindlichkeiten sowie Sicherungsgeschäfte mit Referenz zum EURIBOR hielt. Die Otto Group geht davon aus, dass der EURIBOR in absehbarer Zukunft als Referenzzinssatz bestehen bleibt und erwartet, keine Änderungen bei der Bestimmung der vertraglichen Zahlungsströme einer finanziellen Verbindlichkeit bzw. in Bezug auf die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen vorzunehmen. Aus der Phase 2 der Interest Rate Benchmark Reform (Amendments to IFRS 9, IAS 39, IFRS 4 and IFRS 16) ergaben sich somit keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Otto Group. Die folgenden vom IASB veröffentlichten Standards mit möglichem Einfluss auf den IFRS-Konzernabschluss der Otto Group sind aufgrund der noch nicht erfolgten Anerkennung durch die EU bzw. des noch nicht eingetretenen Erstanwendungszeitpunkts noch nicht verpflichtend anzuwenden. Sofern eine Anerkennung durch die EU bereits vorliegt, hat die Otto Group bis auf das Amendment des IFRS 16 eine vorzeitige Anwendung nicht durchgeführt. Die Standards bzw. Änderungen von bestehenden Standards sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem angegebenen Anwendungszeitpunkt beginnen.
* Der Standard oder die Standardänderungen wurden von der EU bisher nicht übernommen. Die im Geschäftsjahr 2020/21 herausgegebenen temporären Änderungen an IFRS 16 Leasingverhältnisse beinhalten Erleichterungsvorschriften für Leasingnehmer und beziehen sich auf Leasingverhältnisse, für die der Konzern den praktischen Behelf anwenden kann. Ursprünglich relevant war die Änderung für Leasingzahlungen, die am oder vor dem 30. Juni 2021 fällig waren. Im Zuge der anhaltenden Corona-Pandemie wurde der Zeitraum verlängert und betrifft nunmehr auch Leasingzahlungen, die am oder vor dem 30. Juni 2022 fällig sind. Für diese Leasingverhältnisse bedarf es keiner Beurteilung, ob qualifizierte Mietkonzessionen, die eine unmittelbare Folge der Corona-Pandemie sind, eine Modifikation des Leasingverhältnisses darstellen. Die Otto Group hat die Änderungen an IFRS 16 Leasingverhältnisse rückwirkend angewendet. KONSOLIDIERUNGSKREIS
Eine Übersicht über die Zusammensetzung des Konsolidierungskreises der Otto Group gibt die folgende Aufstellung:
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden in der Otto Group 9 (2020/21: 6) Konzerngesellschaften verschmolzen. In den Konzernabschluss wurden 10 (28. Februar 2021: 10) Konzerngesellschaften mit abweichendem Stichtag, der in der Regel dem 31. Dezember entspricht, einbezogen. Aus der Einbeziehung der Konzerngesellschaften mit einem abweichenden Stichtag ergeben sich keine signifikanten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group, da wesentliche Ereignisse nach dem abweichenden Stichtag berücksichtigt wurden. Die Otto Group hält 49 % der Anteile an der Gesellschaft Baur Versand (GmbH & Co KG), Burgkunstadt, und kann aufgrund gesellschaftsvertraglicher Regelungen die Beherrschung ausüben. Die Otto Group hält 44 % der Anteile an der Gesellschaft Fonds Commun de Titrisation Foncred IV, Pantin, Frankreich, und kann aufgrund gesellschaftsvertraglicher Regelungen die Beherrschung ausüben. Die Otto Group hält 36,42 % der Anteile an der Gesellschaft ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften und kann aufgrund der Governance-Struktur die Beherrschung ausüben. Für weitergehende Informationen wird auf Ziffer 5a verwiesen. Eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Otto (GmbH & Co KG) hält ein Prozent der Anteile an einer Tochtergesellschaft der FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H., Hamburg. Darüber hinaus hält die Otto Group keine Anteile an der FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H., Hamburg, kann jedoch aufgrund vertraglicher Gestaltungen die Beherrschung über die Gesellschaft und deren Tochtergesellschaften ausüben. Risiken aus Bürgschaften oder Garantien bestehen für die Otto Group nicht. Die Forum-Gruppe ist in das Konzern-Cashpooling eingebunden und verfügt darüber hinaus über konzerninterne Darlehen.
Im Juni 2021 erlangte die Otto Group die Beherrschung über die ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, mit ihren operativen Tochtergesellschaften (nachfolgend About You). Die Otto Group stärkt hiermit ihr Segment Plattformen. Die Gesellschaften wurden bis dahin als wesentliche assoziierte Unternehmen in den Konzernabschluss der Otto (GmbH & Co KG) einbezogen (siehe Ziffer 17). Die Stimmrechtsanteile an der ABOUT YOU Holding SE bestanden bis kurz vor dem Kontrollübergang aus Stamm- und festverzinslichen Vorzugsanteilen, deren Werte sich im Laufe der Zeit unterschiedlich entwickelt hatten. Die Umwandlung der Vorzugsanteile in Stammanteile führte mithin zur Veränderung der Beteiligungsverhältnisse aller Aktionäre. Der dadurch neu entstandene stimmrechtsfähige Anteil der Otto (GmbH & Co KG) betrug 46,77 %. Durch eine Aktionärsvereinbarung mit Heartland A/S, Aarhus, Dänemark, welches die Muttergesellschaft des zweitgrößten Aktionärs Aktieselskabet af 12.6.2018 ist, und einen Vertrag mit dem nahestehenden Unternehmen GFH Gesellschaft für Handelsbeteiligungen m.b.H., Hamburg, über das Pooling der gemeinsam gehaltenen Stimmrechte verfügt die Otto (GmbH & Co KG) insbesondere über die ausschlaggebende Stimme im Aufsichtsrat der ABOUT YOU Holding SE. Dies führt zur Kontrollerlangung der Otto (GmbH & Co KG) über die ABOUT YOU Holding SE. About You ist ein Fashion-Tech-Unternehmen, welches Mode- und Lifestyle-Plattformen in Europa betreibt. Der Fashion-Onlineshop von About You digitalisiert den klassischen Einkaufsbummel und schafft ein personalisiertes Einkaufserlebnis auf dem Smartphone. Darüber hinaus bietet About You eine eigene E-Commerce-Infrastruktur als Lizenzprodukt an. Der vorgenannte Erwerbsvorgang lässt sich wie folgt überleiten:
Die Gegenleistung entspricht dem beizulegenden Zeitwert der von der Otto Group gehaltenen Anteile vor der Übergangskonsolidierung. Die Neubewertung der Anteile führte zu einem im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesenen Gewinn von 925.512 TEUR. Der beizulegende Zeitwert der Gegenleistung wurde mit dem Barwert-Verfahren ermittelt und mithilfe der Marktmethode plausibilisiert. Da zum Zeitpunkt der Kontrollerlangung Inputfaktoren der Stufen 1 und 2 der Zeitwerthierarchie gemäß IFRS 13 nicht verfügbar waren, wurden Inputfaktoren der Stufe 3 herangezogen. Somit wurde der beizulegende Zeitwert aus der Sicht eines als Eigentümer auftretenden Markteilnehmers abgeleitet. Kurz nach dem Kontrollübergang wurden im Juni 2021 alle Aktien der ABOUT YOU Holding SE zum Handel am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Der im Rahmen der Privatplatzierung festgesetzte beizulegende Zeitwert der ABOUT YOU Holding SE wurde als Basis für die finalen Beteiligungsverhältnisse der bisherigen Gesellschafter vordefiniert. Dadurch wurden die zum Zeitpunkt der Anteilsumwandlung festgelegten Beteiligungsverhältnisse angepasst. Demzufolge entstand zum Zeitpunkt des Kontrollübergangs ein ertragswirksam berücksichtigtes derivatives Finanzinstrument, dessen beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt der Festlegung der finalen Beteiligungsverhältnisse die Gegenleistung für eine Eigenkapitaltransaktion zwischen Eigentümern darstellte (21.443 TEUR). Der Anteil der Otto (GmbH & Co KG) erhöhte sich folglich um 0,66 % auf 47,43 %. Im Zuge der Privatplatzierung hat die Otto (GmbH & Co KG) keine Anteile verkauft. Durch die hohe Anzahl an neu ausgegebenen Aktien wurde der für die Konsolidierung relevante Anteil (exklusive eigener Anteile) der Otto (GmbH & Co KG) auf 39,79 % verwässert. Mit Berücksichtigung der von ABOUT YOU Holding SE selbst gehaltenen eigenen Anteile beläuft sich die Beteiligung auf 36,42 %. Die Otto (GmbH & Co KG) bleibt nach dem Börsengang der größte Aktionär der ABOUT YOU Holding SE. Ferner wurde im Rahmen des Erwerbsvorgangs eine Put-Option über nicht beherrschende Anteile vereinbart. Die geschriebene Put-Option wurde gemäß der Present-Access-Methode mit dem Barwert des Ausübungspreises angesetzt. Die Folgebewertung erfolgte im Eigenkapital. Der bilanzielle Ansatz zum Stichtag beträgt 40.000 TEUR. Im April 2022 wurde die Option ausgeübt. Seit dem Erwerbsvorgang trug About You bei Umsatzerlösen von 1.309.514 TEUR mit -120.377 TEUR zum Konzern-Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2021/22 der Otto Group bei. Der Ergebnisbeitrag enthält neben dem Jahresfehlbetrag von About You in Höhe von -100.911 TEUR für den Zeitraum von neun Monaten seit Kontrollerlangung auch Folgeeffekte aus der Kaufpreisallokation inklusive latenter Steuern (Zeitwertanpassung). Wäre die About You ab Geschäftsjahresbeginn konsolidiert worden, hätte sie bei Umsatzerlösen von 1.731.646 TEUR einen Beitrag von -149.646 TEUR zum Konzern-Jahresüberschuss der Otto Group geleistet, der neben dem Konzernjahresfehlbetrag von About You in Höhe von -124.431 TEUR auch Folgeeffekte aus der Kaufpreisallokation inklusive latenter Steuern (Zeitwertanpassung) enthält. Im Rahmen der Kaufpreisallokationen wurden Kundenlisten und Markenrechte in Höhe von insgesamt 976.219 TEUR mit einer Restnutzungsdauer von fünf bis acht Jahren bzw. acht bis zehn Jahren angesetzt. Zur Bestimmung dieser beizulegenden Zeitwerte wurden die marktübliche Residualwertmethode respektive Lizenzpreisanalogiemethode angewendet. In den dargestellten Umsatzerlösen sind Umsätze mit Konzerngesellschaften der Otto Group enthalten, die im Rahmen der Konsolidierung eliminiert werden. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden zudem weitere Gesellschaften erstkonsolidiert, die in ihrer Gesamtheit für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group von untergeordneter Bedeutung sind.
Die Otto Group hat sämtliche Anteile an der MONDIAL RELAY, Croix, Frankreich, im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 veräußert. Sie war dem Segment Services zugeordnet. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 wurde die shopping 24 Gesellschaft für multimediale Anwendungen mbH, Hamburg, verkauft. Die Konzerngesellschaft war dem Segment Sonstige/Holding/Konsolidierung zugeordnet. Des Weiteren wurden im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 die EOS Holdings (USA), Inc., Wilmington, USA, mit ihrer Tochtergesellschaft EOS US Inc., Norwell, USA, sowie die EOS Canada Inc., Fredericton, Kanada, veräußert. Die Konzerngesellschaften waren dem Segment Finanzdienstleistungen zugeordnet. Die im Rahmen der Entkonsolidierung aus der Konzern-Bilanz abgegangenen Vermögenswerte und Schulden der vorgenannten Konzerngesellschaften ergaben sich zum Zeitpunkt des Abgangs wie folgt:
Die entkonsolidierten Gesellschaften erzielten im Geschäftsjahr 2021/22 bis zur Entkonsolidierung Umsatzerlöse in Höhe von 247.694 TEUR, der Jahresüberschuss betrug 24.430 TEUR. Im Rahmen der Entkonsolidierung wurde ein Betrag in Höhe von 85 TEUR, der bislang im Ausgleichsposten aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen innerhalb der erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen erfasst wurde, erfolgswirksam umgegliedert. Aus der Entkonsolidierung vorgenannter Konzerngesellschaften entstand per Saldo ein Gewinn von 456.383 TEUR, der im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen wird. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden zudem weitere Konzerngesellschaften entkonsolidiert, die in ihrer Gesamtheit für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group von untergeordneter Bedeutung sind.
Die Otto Group beschloss im Geschäftsjahr 2019/20, aus strategischen Gründen das Paket-Distributionsgeschäft der Hermes Gruppe mit einem externen Partner weiterzuentwickeln, sodass die entsprechenden Konzerngesellschaften als Veräußerungsgruppe zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2019/20 gemäß IFRS 5 dargestellt wurden. Mit Wirkung zum 30. November 2020 wurden diese Konzerngesellschaften, bis auf den französischen Paketlogistiker MONDIAL RELAY, veräußert. Bei der MONDIAL RELAY, Croix, Frankreich, kam es aufgrund der Corona-Pandemie zu Verzögerungen, die außerhalb der Verfügungsmacht der Otto Group standen. Mit Wirkung zum 1. Juli 2021 wurde der französische Paketlogistiker verkauft (siehe Ziffer 5b). Die Konzerngesellschaft war dem Segment Services zugeordnet. Die zum 28. Februar 2021 zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden setzten sich wie folgt zusammen:
Im Geschäftsjahr 2021/22 ist eine Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr in einzelnen Posten der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung sowie der Konzern-Bilanz aufgrund von Veränderungen des Konsolidierungskreises nur bedingt gegeben. Insbesondere die Veräußerung des Paket-Distributionsgeschäfts der Hermes Gruppe in Deutschland und Großbritannien mit Wirkung zum 30. November 2020 mit anschließender Einbeziehung nach der Equity-Methode einerseits sowie die Vollkonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, mit ihren operativen Tochtergesellschaften mit Wirkung zu Beginn des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2021/22 andererseits haben relevante Auswirkungen auf die Struktur des Konzernabschlusses. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG
Die Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung unterteilen sich wie folgt:
Für das Geschäftsjahr 2020/21 ergab sich folgende Aufteilung:
In der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung der Otto Group werden die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kund*innen gemäß IFRS 15 und die sonstigen Umsatzerlöse gemäß IFRS 9 zusammengefasst als Umsatzerlöse in Höhe von 15.879.898 TEUR (2020/21: 15.459.665 TEUR) ausgewiesen. Die Erlöse aus Kundenfinanzierung in Höhe von 180.089 TEUR (2020/21: 181.693 TEUR) werden separat gezeigt und resultieren aus Zinserlösen aus Ratenkreditgeschäften sowie aus Erträgen aus Factoring-Abrechnungen. Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden im Segment Finanzdienstleistungen enthalten in Höhe von 25.641 TEUR (2020/21: 20.647 TEUR) Umsatzerlöse aus Vermietung und Verpachtung. Der E-Commerce-Anteil der Umsätze in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler beläuft sich auf 12.065.252 TEUR (2020/21: 9.920.030 TEUR). In den Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden sind Umsätze aus Vermittlungsleistungen in Höhe von 310.312 TEUR (2020/21: 200.032 TEUR) enthalten, die im Wesentlichen in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler erzielt wurden. Die Umsätze im Segment Services stammen in Höhe von 479.212 TEUR (2020/21: 2.527.960 TEUR) aus Transportdienstleistungen und in Höhe von 95.459 TEUR (2020/21: 133.853 TEUR) aus Fulfilment. Der starke Rückgang der Umsatzerlöse aus Transportdienstleistungen ist im Wesentlichen auf den Anteilsverkauf der Paket-Distributionsgesellschaften in Deutschland und Großbritannien im Geschäftsjahr 2020/21 sowie auf den unterjährigen Verkauf einer französischen Paket-Distributionsgesellschaft im Geschäftsjahr 2021/22 zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich wie folgt:
Der Materialaufwand unterteilt sich wie folgt:
Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Die Aufwendungen für Löhne und Gehälter beinhalteten im Vorjahr Aufwendungen in Höhe von 99.633 TEUR, die aus personalbezogenen Verpflichtungen im Rahmen von konzerninternen Reorganisationen, insbesondere in den Segmenten Plattformen und Services, resultierten. Die Aufwendungen für Altersversorgung beinhalten die Leistungen der Otto Group aus beitrags- und leistungsorientierten Pensionszusagen sowie für pensionsähnliche Verpflichtungen. Der Zinsanteil in den Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Beiträge des Arbeitgebers an die gesetzliche Rentenversicherung sind in den sozialen Abgaben enthalten. Im Geschäftsjahr 2021/22 waren in der Otto Group, auf Vollzeitkräfte umgerechnet, durchschnittlich 43.249 Mitarbeiter*innen (2020/21: 49.895 Mitarbeiter*innen) beschäftigt. Darin enthalten sind 20.510 Teilzeitkräfte (2020/21: 21.321 Teilzeitkräfte), die in 13.600 Vollzeitkräfte (2020/21: 13.900 Vollzeitkräfte) umgerechnet worden sind. Für die Aufteilung der Mitarbeiter*innen auf die Segmente wird auf die Segmentberichterstattung verwiesen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Der Anstieg der Versandkosten ist bedingt durch die Veräußerung des deutschen Paket-Distributionsgeschäfts der Hermes Gruppe im Geschäftsjahr 2020/21 und anschließender Einbeziehung dieser nach der Equity-Methode sowie der Vollkonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, im Geschäftsjahr 2021/22.
Das Beteiligungsergebnis beinhaltet die anteiligen Ergebnisse der nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen. Des Weiteren werden im Beteiligungsergebnis die Erträge und Aufwendungen in Zusammenhang mit Dividenden- und Gewinnansprüchen und Verlustübernahmen von nicht konsolidierten Konzerngesellschaften ausgewiesen.
Die planmäßigen Abschreibungen entfallen auf:
In den planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte für das Geschäftsjahr 2021/22 sind Effekte aus der Kaufpreisallokation im Zusammenhang mit der Übergangskonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, enthalten
Außerplanmäßige Abschreibungen setzen sich folgendermaßen zusammen:
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Entsprechende Sensitivitätsanalysen zeigen, dass bei Anpassung wesentlicher Inputparameter es zu keiner außerplanmäßigen Abschreibung auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte käme. Wesentliche Inputparameter sind insbesondere die Netto-Cashflows in der ewigen Rente und der Zinssatz für die Diskontierung der Netto-Cashflows. Die im Geschäftsjahr 2020/21 vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte betrafen im Wesentlichen eine deutsche Handelsgesellschaft sowie einen französischen Dienstleister, bei denen die Ertragsprognosen unter den im Kaufpreis abgebildeten ursprünglichen Erwartungen lagen. Die deutsche Konzerngesellschaft ist dem Segment Händler zugeordnet und die französische Konzerngesellschaft dem Segment Services. Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Nutzungsrechte des Geschäftsjahres 2021/22 entfallen im Wesentlichen auf Einbauten in Lager, Gebäude sowie Nutzungsrechte für Gebäude und Flächen des Stationärhandels. Sie betreffen insbesondere eine deutsche Konzerngesellschaft aus dem Segment Händler. Für die entsprechenden Vermögenswerte ergab sich ein vollständiger Wertminderungsbedarf aufgrund der unzureichenden Ertragslage im Planungszeitraum. Das Geschäftsjahr 2020/21 betreffende außerplanmäßige Abschreibungen entfielen im Wesentlichen auf Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, erworbene Software, erworbene Markenrechte, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie auf zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte. Sie betrafen insbesondere zwei deutsche und eine japanische Konzerngesellschaft aus dem Segment Händler sowie eine französische Konzerngesellschaft aus dem Segment Services.
Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
Die Erträge aus Finanzanlagen und Wertpapieren sowie aus der Veräußerung von Anteilen an konsolidierten, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen resultieren in Höhe von 456.383 TEUR (2020/21: 607.587 TEUR) aus der Entkonsolidierung von Konzerngesellschaften (siehe Ziffer 5b). Im Vorjahr resultierten sie zudem in Höhe von 55.000 TEUR aus der Bewertungsänderung einer nachträglichen, bedingten Kaufpreiskomponente. Die Erträge aus der Übergangskonsolidierung von bislang assoziierten zu vollkonsolidierten Unternehmen resultieren aus der Vollkonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg.
Als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag gelten die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuern. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich dabei aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag in Deutschland sowie den entsprechenden ausländischen Einkommen- und Ertragsteuern zusammen. Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag gliedert sich nach der Herkunft wie folgt auf:
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten Steueraufwendungen für Vorjahre in Höhe von -4.941 TEUR (2020/21: Steuererträge in Höhe von 10.555 TEUR). Diese sind bedingt durch Erträge aus laufenden Steuern in Höhe von 4.078 TEUR (2020/21: Aufwendungen in Höhe von -300 TEUR) sowie durch Aufwendungen aus latenten Steuern in Höhe von -9.018 TEUR (2020/21: Erträge in Höhe von 10.854 TEUR). Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 137.915 TEUR (2020/21: 146.180 TEUR) sowie Zinsvorträge in Höhe von 7.028 TEUR (2020/21: 16.452 TEUR) in Anspruch genommen. Im Berichtsjahr wurde der laufende Steueraufwand aufgrund bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste und Steuergutschriften oder infolge einer bisher nicht berücksichtigten temporären Differenz einer früheren Periode in Höhe von 17.068 TEUR (2020/21: 18.829 TEUR) gemindert. Der fiktive Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, der sich bei Anwendung des Steuersatzes der Konzernobergesellschaft Otto (GmbH & Co KG) in Höhe von 15 % auf das IFRS-Konzernergebnis vor Steuern (EBT) ergeben hätte, lässt sich wie folgt auf die in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag überleiten:
Die Konzernobergesellschaft Otto (GmbH & Co KG) unterliegt als Personenhandelsgesellschaft in Deutschland nur der Gewerbesteuerpflicht. Der relevante Steuersatz beträgt 15 %. Bei in Deutschland ansässigen Konzerngesellschaften in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft fallen darüber hinaus noch Körperschaftsteuern in Höhe von 15 % sowie ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der geschuldeten Körperschaftsteuer an. Körperschaft- und gewerbesteuerliche Verlustvorträge sind bei den inländischen Konzerngesellschaften bei einer positiven steuerlichen Bemessungsgrundlage bis zu einer Höhe von 1 Mio. EUR unbeschränkt nutzbar. Darüber hinausgehende positive steuerliche Bemessungsgrundlagen sind nur bis zu maximal 60 % um einen vorhandenen Verlustvortrag kürzbar. Der Abzug von Zinsaufwendungen für steuerliche Zwecke ist in Deutschland ausgeschlossen, wenn der Zinsaufwand mehr als 3 Mio. EUR beträgt, die Netto-Zinsaufwendungen 30 % des steuerlichen Ergebnisses vor Zinsen und Abschreibungen übersteigen und bestimmte Ausnahmeregelungen nicht zur Anwendung kommen. Der steuerlich nicht abziehbare Zinsaufwand ist als Zinsvortrag unbegrenzt vortragsfähig und kann in zukünftigen Perioden mit positiven steuerlichen Zinsergebnissen verrechnet werden. Die Körperschaftsteuer und der Solidaritätszuschlag sowie die Auswirkungen abweichender Steuersätze für ausländische Steuern vom Einkommen und vom Ertrag vom Steuersatz der Konzernobergesellschaft Otto (GmbH & Co KG) sind in der steuerlichen Überleitungsrechnung unter der Position Abweichende Steuersätze ausgewiesen. Die Auswirkungen von nicht angesetzten bzw. Korrekturen von latenten Steuern betreffen im Wesentlichen latente Steuern auf Verlustvorträge bei inländischen und ausländischen Konzerngesellschaften. Im Berichtsjahr wurde der latente Steueraufwand aufgrund bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste und Steuergutschriften oder infolge einer bisher nicht berücksichtigten temporären Differenz einer früheren Periode in Höhe von 75.489 TEUR (2020/21: 25.181 TEUR) gemindert. Die aktiven und passiven latenten Steuern ergeben sich aus temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen wie folgt:
Die Veränderungen der passiven latenten Steuern auf immaterielle Vermögenswerte und aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge resultieren im Wesentlichen aus der im Geschäftsjahr 2021/22 durchgeführten Vollkonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg. Die kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen enthalten Steuererträge aus der Veränderung der temporären Differenzen bei Finanzinstrumenten der Kategorie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI) in Höhe von 7.198 TEUR (2020/21: Steueraufwendungen in Höhe von 6.768 TEUR), Steueraufwendungen aus der Veränderung der temporären Differenzen der Derivate in cash flow hedges in Höhe von 6.593 TEUR (2020/21: 5.715 TEUR) und Steuererträge aus der Veränderung der temporären Differenzen bei den Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 16.520 TEUR (2020/21: Steueraufwendungen in Höhe von 13.774 TEUR). Aktive latente Steuern werden auf steuerliche Verlustvorträge angesetzt, sofern deren Realisierung in der näheren Zukunft hinreichend gesichert erscheint. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 3.822.063 TEUR (2020/21: 3.110.449 TEUR) keine aktiven latenten Steuern bilanziert. Bei diesen steuerlichen Verlustvorträgen handelt es sich in Höhe von 2.800.167 TEUR (2020/21: 2.309.266 TEUR) um körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in- und ausländischer Konzerngesellschaften sowie in Höhe von 895.260 TEUR (2020/21: 657.548 TEUR) um gewerbesteuerliche Verlustvorträge deutscher Konzerngesellschaften. Die steuerlichen Verlustvorträge sind in Höhe von 3.818.466 TEUR (2020/21: 3.109.517 TEUR) unbegrenzt vortragsfähig und betreffen in Höhe von 2.796.569 TEUR (2020/21: 2.308.334 TEUR) körperschaftsteuerliche Verlustvorträge und in Höhe von 895.260 TEUR (2020/21: 657.548 TEUR) gewerbesteuerliche Verlustvorträge. In Höhe von 241 TEUR (2020/21: 0 TEUR) sind die steuerlichen Verlustvorträge zeitlich begrenzt auf eine Nutzungsdauer zwischen fünf und zehn Jahren, sowie in Höhe von 3.356 TEUR (2020/21: 932 TEUR) zeitlich begrenzt auf eine Nutzungsdauer bis zu fünf Jahren. Der Ansatz aktiver latenter Steuern für den Organkreis der Otto (GmbH & Co KG) erfolgt in Höhe von 135.325 TEUR (2020/21: 122.787 TEUR) und basiert auf einer spezifischen Planungsrechnung für den Organkreis. Der Überhang an aktiven latenten Steuern ist zum Bilanzstichtag in voller Höhe angesetzt worden, da von dessen vollständiger Nutzbarkeit in den Folgejahren ausgegangen wird. Im Vorjahr erfolgte auf Basis der Planungsrechnung nur ein teilweiser Ansatz des aktiven latenten Steuerüberhangs. Aus dem Entstehen bzw. der Auflösung von temporären Differenzen resultiert ein latenter Steuerertrag in Höhe von 69.976 TEUR (2020/21: 92.820 TEUR). Im Berichtsjahr besteht in Deutschland ein unbegrenzt vortragsfähiger Zinsvortrag im Sinne des § 4h EStG in Höhe von 63.574 TEUR (2020/21: 56.151 TEUR), auf den keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden. Auf einbehaltene und nicht zur Ausschüttung vorgesehene Gewinne bei ausländischen Konzerngesellschaften wurden passive latente Steuern in Höhe von 7.182 TEUR (2020/21: 3.132 TEUR) gebildet. Die einbehaltenen Gewinne bei Konzerngesellschaften sollen aus heutiger Sicht überwiegend investiert bleiben. Zukünftige Ausschüttungen würden deshalb in der Regel zu einem zusätzlichen Steueraufwand führen. Die Ermittlung der zu versteuernden temporären Differenzen wäre mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden. Die tatsächlichen Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Darüber hinaus beinhalten die im jeweiligen Geschäftsjahr ausgewiesenen laufenden Steuern auch Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuerzahlungen bzw. -erstattungen für noch nicht endgültig veranlagte Jahre, allerdings ohne Zinszahlungen bzw. -erstattungen und Strafen auf Steuernachzahlungen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerverbindlichkeiten gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung (Erwartungswert bzw. wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit). Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es überwiegend wahrscheinlich und damit hinreichend gesichert ist, dass sie realisiert werden können. In der Otto Group sind mehrere Jahre noch nicht endgültig steuerlich veranlagt. Die Otto Group hat ausreichend Vorsorge für diese offenen Veranlagungsjahre getroffen. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Steuerzahlungen kommen kann, welche die im Konzernabschluss der Otto Group gebildete Vorsorge übersteigen. Aufgrund von zukünftiger Rechtsprechung oder Änderung der Auffassungen der Finanzverwaltungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Steuererstattungen für vergangene Jahre kommen kann. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-BILANZ
In den geleisteten Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in Höhe von 64.498 TEUR (28. Februar 2021: 32.740 TEUR) selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte enthalten, die sich noch in der Entwicklung befinden. Die in den immateriellen Vermögenswerten bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte teilen sich wie folgt auf die Segmente auf:
Die in den immateriellen Vermögenswerten bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte resultieren im Wesentlichen aus der Übergangskonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, im Segment Plattformen sowie aus der Konsolidierung der Crate and Barrel-Gruppe im Segment Markenkonzepte. Die im Segment Finanzdienstleistungen bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen vollständig auf die EOS Gruppe. In den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wurden zudem im Zusammenhang mit der Übergangskonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, Kundenlisten und Markenrechte in Höhe von insgesamt 976.219 TEUR mit einer Restnutzungsdauer von fünf bis acht Jahren bzw. acht bis zehn Jahren angesetzt. Vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb immaterieller Vermögenswerte bestehen in Höhe von 1.089 TEUR (28. Februar 2021: 228 TEUR). Vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen (Bestellobligo) bestehen in Höhe von 6.396 TEUR (28. Februar 2021: 3.055 TEUR).
Das wesentliche assoziierte Unternehmen COFIDIS PARTICIPATIONS, Villeneuve-d'Ascq, Frankreich, und dessen Tochterunternehmen weisen die folgenden wesentlichen Kenngrößen (auf 100 % basierend) auf:
COFIDIS PARTICIPATIONS, Villeneuve d'Ascq, Frankreich, und dessen Tochterunternehmen werden mit einer unveränderten Anteilsquote von 20,00 % in den Konzernabschluss nach der Equity-Methode einbezogen. Sie weisen einen abweichenden Stichtag zum 31. Dezember auf, der dem Stichtag des beherrschenden Unternehmens dieser assoziierten Unternehmen entspricht. Die Gesellschaften sind im Finanzdienstleistungssektor, insbesondere im Konsumentenkreditgeschäft, tätig. Bis zum Ablauf des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2021/22 am 31. Mai 2021 wurde die ABOUT YOU Holding SE (vormals ABOUT YOU Holding AG), Hamburg, mit ihrer operativen Tochtergesellschaft ABOUT YOU SE & Co.KG (vormals ABOUT YOU GmbH & Co. KG) als weiteres wesentliches assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Otto (GmbH & Co KG) einbezogen. Zu Beginn des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2021/22 erlangte die Otto (GmbH & Co KG) die Beherrschung über die Gesellschaft, die fortan im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen wird (zu den Ausführungen zur Übergangskonsolidierung wird auf Ziffer 5a verwiesen). Zum Zeitpunkt der Übergangskonsolidierung hatte die ABOUT YOU Holding SE mit den Stammanteilen und den Vorzugsanteilen zwei unterschiedliche Gattungen von Geschäftsanteilen. Für die Bilanzierung nach der Equity‐Methode waren die Stammanteile relevant, da die Vorzugsanteile keinen anteiligen Anspruch auf das Nettovermögen und die Ergebnisse der ABOUT YOU Holding SE begründeten. Die Vorzugsanteile, die neben dem Stimmrecht mit einer festen und vorrangig zu bedienenden, jährlichen Verzinsung ausgestattet waren, wurden nach IFRS 9 bilanziert und innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen. Wertänderungen wurden im Geschäftsjahr 2021/22 in Höhe von 74.651 TEUR (2020/21: 40.122 TEUR) in den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen. Zum Zeitpunkt der Übergangskonsolidierung erfolgte eine Umbuchung der kumuliert in den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen enthaltenen Aufwertungen der Vorzugsanteile in das erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital in Höhe von 125.396 TEUR. Die stimmrechtsfähigen (Gesamt-)Anteile der Otto Group betrugen bis zur Übergangskonsolidierung 53,30 %. Die für die Bilanzierung nach der Equity‐Methode relevante Anteilsquote der Stammanteile betrug 44,60 %. Es ergeben sich folgende wesentliche Kenngrößen der ABOUT YOU Holding SE und der ABOUT YOU SE & Co. KG (auf 100 % basierend) sowie Überleitung auf die bis zur Übergangskonsolidierung im Konzernabschluss berücksichtigten Werte:
* Inklusive Abschreibung auf Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation im Geschäftsjahr 2017/18 in Höhe von 255 TEUR (2020/21: 1.021 TEUR). Bis zum Geschäftsjahr 2020/21 erfolgte keine anteilige Verlustberücksichtigung, da der Buchwert der Stammanteile am assoziierten Unternehmen ABOUT YOU Holding SE bereits im Geschäftsjahr 2018/19 im Rahmen der Einbeziehung nach der Equity-Methode auf null fortgeschrieben wurde. Aufgrund als wahrscheinlich eingestufter gesellschaftsrechtlicher Umstrukturierungen wurden im Geschäftsjahr 2020/21 neben den Stammanteilen zusätzlich auch die Vorzugsanteile an der ABOUT YOU Holding SE bei der anteiligen Verlustberücksichtigung einbezogen. Seit dem Geschäftsjahr 2020/21 ist die Hermes Germany GmbH, Hamburg, ein wesentliches assoziiertes Unternehmen. Zum 30. November 2020 gab die Otto Group die Beherrschung über die vormals vollkonsolidierte Konzerngesellschaft sowie deren Tochterunternehmen ab. Die Hermes Germany GmbH und deren Tochterunternehmen werden mit einer Anteilsquote von 75,00 % in den Konzernabschluss der Otto Group nach der Equity-Methode einbezogen. Trotz des Mehrheitsanteils besteht keine Beherrschungsmöglichkeit, da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen die Beherrschung des Unternehmens nur gemeinschaftlich mit mindestens einem weiteren Gesellschafter erfolgen kann. Die Hermes Germany GmbH und deren Tochterunternehmen sind im Wesentlichen im Paket-Distributionsgeschäft tätig. Das wesentliche assoziierte Unternehmen Hermes Germany GmbH und deren Tochterunternehmen weisen die folgenden wesentlichen Kenngrößen (auf 100 % basierend) auf:
Ebenfalls zum 30. November 2020 gab die Otto Group die Beherrschung über die vormals vollkonsolidierte Konzerngesellschaft Hermes Parcelnet Limited, Leeds, Großbritannien, und deren Tochterunternehmen ab. Die Gesellschaften werden seitdem mit einer Anteilsquote von 25,00 % in den Konzernabschluss der Otto Group nach der Equity-Methode einbezogen. Hermes Parcelnet Limited und dessen Tochterunternehmen sind im Paket-Distributionsgeschäft in Großbritannien tätig. Das wesentliche assoziierte Unternehmen Hermes Parcelnet Limited und dessen Tochterunternehmen weisen die folgenden wesentlichen Kenngrößen (auf 100 % basierend) auf:
Das Nettoreinvermögen ist im Geschäftsjahr 2021/22 ausschüttungsbedingt negativ. Der Ausschüttungsbetrag in Höhe von 215.802 TEUR hat den Buchwert des Anteils überschritten, sodass für den übersteigenden Betrag ein Abgrenzungsposten gebildet wurde (siehe Ziffer 29). Die übrigen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogenen assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, welche jeweils für sich genommen unwesentlich für den Konzern sind, weisen die folgenden wesentlichen Kenngrößen (auf 100 % basierend) auf:
Die Werthaltigkeit des Buchwerts von Anteilen an nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen wird untersucht, sofern Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Übersteigt der Buchwert einer Beteiligung ihren erzielbaren Betrag, ist in Höhe des Unterschiedsbetrags ein Wertminderungsaufwand zu erfassen. Für die Anteile an Gesellschaften, die nicht konsolidiert bzw. nach der Equity-Methode einbezogen werden, und für die in den sonstigen Finanzanlagen enthaltenen Finanzinstrumente erfolgt der Wertansatz zum Bilanzstichtag gemäß IFRS 9 erfolgsneutral bzw. erfolgswirksam zum Zeitwert:
Die sonstigen Finanzanlagen, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, beinhalten im Wesentlichen Investments in innovative Unternehmen mit Schwerpunkten in den Bereichen Internet- und mobile Anwendungen, TV-Shopping, Kund*innengewinnung und Suchmaschinen-Marketing. Die Beteiligungen dienen der Unterstützung von Neugründungen in innovative Wachstumsmärkte und der Teilnahme an neuen Netzwerken für digitale Medien. Hierbei handelt es sich um strategische Beteiligungen, bei denen keine kurzfristigen Gewinnerzielungsabsichten bestehen. Erwerbe und Veräußerungen dieser Investments basieren auf geschäftspolitischen Investitionsentscheidungen. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden Dividenden aus Anteilen an Gesellschaften, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 6.150 TEUR (2020/21: 2.109 TEUR) im Finanzergebnis (siehe Ziffer 14) erfasst. Die Dividenden entfallen vollständig auf für zum Stichtag noch im Bestand befindliche Investments. Der beizulegende Zeitwert von in der Berichtsperiode abgegangenen Investments belief sich zum Zeitpunkt der Ausbuchung auf 12.323 TEUR (2020/21: 10.280 TEUR). In der Berichtsperiode wurden Erträge in Höhe von 4.108 TEUR (2020/21: 9.476 TEUR) aus den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen in das erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital reklassifiziert. Diese resultieren ausschließlich aus der Veräußerung von Investments und sind im Konzern-Eigenkapital in den sonstigen erfolgsneutralen Veränderungen enthalten. Im Geschäftsjahr 2021/22 sind sonstige Finanzanlagen, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, abgegangen, deren beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt des Abgangs 7.787 TEUR (2020/21: 23 TEUR) betrug. Auf die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten sonstigen Finanzanlagen sind unterjährige Zeitwertänderungen in Höhe von 57.865 TEUR (2020/21: 2.422 TEUR) vorgenommen worden, die als Ertrag im sonstigen Finanzergebnis berücksichtigt sind.
Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
Im Vorratsvermögen sind Wertberichtigungen aufgrund von Gängigkeitsabschlägen in Höhe von 268.005 TEUR (28. Februar 2021: 191.082 TEUR) enthalten. Daraus abgeleitet betragen die Wertberichtigungsquoten auf die Bruttovorratsbestände 9,35 % (28. Februar 2021: 10,48 %).
Die Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:
Unter den Forderungen aus Finanzdienstleistungen werden insbesondere von Dritten angekaufte Forderungen in Höhe von 1.726.028 TEUR (28. Februar 2021: 1.676.283 TEUR) ausgewiesen. Die Fristigkeit der Forderungen ergibt sich wie folgt:
Die für die bestehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebildeten Wertberichtigungen haben sich im Einzelnen wie folgt entwickelt:
Die für die bestehenden Forderungen aus Finanzdienstleistungen gebildeten Wertberichtigungen haben sich im Einzelnen wie folgt entwickelt:
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 56.575 TEUR (28. Februar 2021: -17.586 TEUR) beinhalten Wertanpassungen gemäß IFRS 9 in Höhe von 88.482 TEUR (28. Februar 2021: 10.981 TEUR). Die Wertberichtigungen im Geschäftsjahr 2021/22 entfallen im Wesentlichen auf die Aktivitäten einer Konzerngesellschaft der EOS Gruppe in Russland (siehe Ziffer 3q). Das Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird im Wesentlichen auf Basis der Informationen zur Überfälligkeit beurteilt. Die Bruttobuchwerte und Wertberichtigungen sowie die Ausfallrisikoquoten verteilen sich auf die relevanten Überfälligkeitsbänder folgendermaßen:
Wertberichtigungen ECL (expected credit losses) sind pauschale Wertberichtigungen auf Basis erwarteter Ausfallwahrscheinlichkeiten. Wertberichtigungen EWB (Einzelwertberichtigungen) hingegen sind Wertberichtigungen auf Basis tatsächlich eingetretener Leistungsstörungen auf Seiten der Kreditnehmer*innen. Zum Stichtag der Vergleichsperiode ergab sich das Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt:
Die Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Forderungen gegen assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen resultieren im Wesentlichen aus Finanzforderungen. Die für die bestehenden Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen gebildeten Wertberichtigungen haben sich im Einzelnen wie folgt entwickelt:
Die Fälligkeitsstruktur ergibt sich zum Bilanzstichtag wie folgt:
Die sonstigen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:
Der Herausgabeanspruch Ware aus erwarteten Retouren in Höhe von 93.505 TEUR (28. Februar 2021: 91.707 TEUR) entspricht der Höhe der Anschaffungskosten der gelieferten Waren, bei denen eine Rücklieferung erwartet wird, abzüglich der für die Retourenabwicklung anfallenden Kosten und die bei der Verwertung entstehenden Verluste. Die übrigen finanziellen Vermögenswerte beinhalteten im Vorjahr Vorzugsanteile an einer nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft in Höhe von 390.429 TEUR (siehe Ziffer 17). Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte haben die folgenden Fälligkeiten:
Für die sonstigen Vermögenswerte wurden Wertberichtigungen in Höhe von 4.896 TEUR gebildet (28. Februar 2021: 6.478 TEUR).
Die nachhaltige Sicherung der langfristig zur Verfügung stehenden Kapitalbasis ist wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements der Otto Group. Als Steuerungsgröße wird dabei im Wesentlichen der Verschuldungskoeffizient (Netto-Finanzverschuldung im Verhältnis zum Konzern-Eigenkapital) genutzt. Die Veränderung des Konzern-Eigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
Die Kommanditanteile an der Otto (GmbH & Co KG) sind gemäß IAS 32 als kündbare Finanzinstrumente zu klassifizieren. Auf diese Kommanditanteile entfallen aufgrund der gesellschaftsvertraglichen Regelungen derzeit die folgenden Beträge, die sich nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften bestimmen:
Aufgrund der herrschenden Gesellschafterverhältnisse, die durch eine mittelbare Zurechnung aller Anteile zu Mitgliedern der Familie Otto und der Michael Otto Stiftung, in die die Anteile an der Otto (GmbH & Co KG) mehrheitlich im Geschäftsjahr 2014/15 eingebracht wurden, gekennzeichnet sind, kann von einer annähernd unendlichen Haltedauer der kündbaren Finanzinstrumente ausgegangen werden. Eine Bestimmung des Zeitwerts der Anteile ist aufgrund fehlender Markttransaktionen und aufgrund des Stiftungszwecks, der den dauerhaften Verbleib der Anteile im Stiftungsvermögen vorsieht, zum Stichtag nicht verlässlich möglich.
Das erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital umfasst die in den abgelaufenen Perioden erzielten Ergebnisse des Konzerns, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen sind zum 28. Februar 2022 27.306 TEUR (28. Februar 2021: 18.535 TEUR) des erwirtschafteten Konzern-Eigenkapitals nicht zur Ausschüttung verfügbar.
Der Ausgleichsposten enthält Unterschiedsbeträge, die aus dem sukzessiven Erwerb von Anteilen an Unternehmen, an denen die Otto Group bereits die Beherrschungsmöglichkeit hat, entstanden sind. Derartige Erwerbe sind als Transaktionen auf Gesellschafterebene zu behandeln.
Das kumulierte sonstige Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:
Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital entfallen im Wesentlichen auf die außenstehenden Gesellschafter der ARGOSYN, Croix, Frankreich, und deren Tochtergesellschaften mit einem Anteil von 46,32 %, auf die außenstehenden Gesellschafter der FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H., Hamburg, mit einem Anteil von 100 % und deren Tochtergesellschaften, sowie auf die außenstehenden Aktionäre der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, mit einem konsolidierungsrelevanten Anteil von 60,21 % und deren Tochtergesellschaften. Die für die Argosyn-Gruppe, die Forum-Gruppe sowie die About You-Gruppe zusammengefassten Finanzinformationen (100%, vor konzerninternen Aufrechnungen) sind im Folgenden aufgeführt, wobei die Werte für die About You-Gruppe zusätzlich die Zeitwertanpassungen (inklusive latenter Steuern), die zum Erwerbszeitpunkt ermittelt wurden, sowie die entsprechende Folgebilanzierung enthalten:
* An einer Tochtergesellschaft der FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H. hält eine 100 %-ige Konzerngesellschaft der Otto (GmbH & Co KG) 1 % der Anteile. ** Die für die About You-Gruppe ausgewiesenen Werte beziehen sich auf den Zeitraum von neun Monaten seit der Übergangskonsolidierung. In den dargestellten Umsatzerlösen der About You-Gruppe sind Umsätze mit Konzerngesellschaften der Otto Group enthalten, die im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung eliminiert werden.
Das kapitalmarktnotierte Eigenkapital enthält die im Juli 2018 an der Luxemburger Börse platzierte nachrangige Anleihe mit einem ausstehenden Nominalvolumen in Höhe von 248.116 TEUR (28. Februar 2021: 300.000 TEUR). Die Reduktion um 51.884 TEUR erfolgte im Rahmen von Anleiherückkäufen der Otto Group im Geschäftsjahr 2021/22. Die EOS Holding GmbH, Hamburg, hat Genussscheine im Nominalvolumen von 55.000 TEUR ausgegeben. Die bonprix Handelsgesellschaft mbH, Hamburg, verfügt über Genussscheine in Höhe von 35.000 TEUR (28. Februar 2021: 70.000 TEUR). Die Reduktion um 35.000 TEUR resultiert aus einer Teilrückführung der Genussscheine im Geschäftsjahr 2021/22. Die hier vorliegenden Genussscheintransaktionen sind aufgrund ihrer Ausgestaltung nach IAS 32 als Eigenkapital zu klassifizieren. Zum 28. Februar 2022 werden in dieser Position ebenfalls die noch nicht gezahlten Vergütungen auf die genannten Eigenkapitalbestandteile in Höhe von 7.353 TEUR (28. Februar 2021: 9.432 TEUR) ausgewiesen.
Für Mitarbeiter*innen ausgewählter inländischer Konzerngesellschaften bietet die Otto Group ein Kapitalbeteiligungsmodell in Form von Genussrechten an. Jede Mitarbeiter*in dieser Konzerngesellschaften hat dabei die Möglichkeit, jährlich ein Paket, das bis zu 20 Genussrechte im Nennwert von jeweils 250 EUR enthalten kann, zu erwerben. Die Genussrechte partizipieren auf Grundlage der gültigen Genussrechtebedingungen vom Januar 2022 am Konzerngewinn und -verlust der Otto Group auf Basis des IFRS-Konzernabschlusses der Otto (GmbH & Co KG). Bei bestimmten Genussrechten erfolgt jedoch eine Begrenzung der Verlustzuweisung auf 30 % des Nennwerts der Genussrechte. Grundsätzlich gilt eine Mindesthaltedauer der Pakete von sechs Jahren, sodass die als langfristig ausgewiesenen Genussrechte dem auf diesen Zeitraum entfallenden Anteil entsprechen. Zum 28. Februar 2022 waren 27.901 Pakete mit einem Wert von 23.205 TEUR (28. Februar 2021: 27.277 Pakete mit einem Wert von 22.832 TEUR) gezeichnet.
Die betriebliche Altersvorsorge erfolgt im Konzern sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Aufwendungen für die beitrags- und leistungsorientierten Versorgungszusagen sind, mit Ausnahme des Zinsergebnisses, im Personalaufwand enthalten. Die Aufzinsung der in den Vorjahren erworbenen Nettopensionsverpflichtung wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Ausgestaltung der Altersvorsorge richtet sich nach den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder. Bei den beitragsorientierten Versorgungssystemen leisten die Konzerngesellschaften der Otto Group Zahlungen an externe Versorgungseinrichtungen und haben keine weiteren Leistungsverpflichtungen gegenüber den Pensionsberechtigten. Der Aufwand für beitragsorientierte Versorgungssysteme ohne Berücksichtigung der Leistungen an gesetzliche Versorgungssysteme beträgt im Geschäftsjahr 2021/22 6.488 TEUR (2020/21: 45.329 TEUR). Rückstellungen für leistungsorientierte Versorgungspläne werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen gegenüber ehemaligen und aktiven Mitarbeiter*innen der Otto Group sowie deren Hinterbliebenen gebildet. Die Plangestaltung basiert in der Regel auf Beschäftigungsdauer, Entgelt, Status sowie Eigenleistung der Mitarbeiter*innen. Die wesentlichen leistungsorientierten Versorgungspläne entfallen auf die in Deutschland und Großbritannien ansässigen Konzerngesellschaften der Otto Group. In Deutschland liegen in der Regel nicht kapitalgedeckte Versorgungspläne vor. Diese bestehen aus arbeitgeberfinanzierten Leistungszusagen und sowohl arbeitgeber- als auch arbeitnehmerfinanzierten beitragsorientierten Leistungszusagen. Ein Großteil der arbeitgeberfinanzierten Leistungszusagen wurde zum 1. Januar 2014 für Neueintritte geschlossen. Bei den in Großbritannien ansässigen Konzerngesellschaften bestehen zumeist kapitalgedeckte Versorgungspläne. Diese Pläne basieren vorwiegend auf eingefrorenen Durchschnittsgehältern der Mitarbeiter*innen. Die Pläne in Großbritannien wurden mit Wirkung zum 28. Februar 2009 für Neuzugänge geschlossen. Die Leistungen aus den Plänen in Deutschland und Großbritannien erfolgen überwiegend in der Form von Rentenzahlungen. Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Plänen ist die Otto Group verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Langlebigkeitsrisiko und dem Zinsänderungsrisiko ist die Otto Group dem Währungsrisiko sowie dem Kapitalmarkt- bzw. Anlagerisiko ausgesetzt. Die Versorgungsleistungen in Deutschland sind gegen die Folgen einer Insolvenz nach Maßgabe des Betriebsrentengesetzes abgesichert. Hierfür werden jährliche Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein VVaG geleistet. Der wesentliche Teil des in der Otto Group vorhandenen Planvermögens entfällt auf die in Großbritannien ansässigen Konzerngesellschaften. Das Planvermögen dient ausschließlich der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen. Die Unterlegung dieser Leistungsverpflichtungen mit Finanzmitteln stellt eine Vorsorge für künftige Mittelabflüsse dar. Das Planvermögen wird von einem unabhängigen Treuhänder investiert und verwaltet. Die übergeordnete Anlagepolitik und Anlagestrategie basieren auf dem Ziel, mittelfristig eine Rendite auf das Planvermögen zu erwirtschaften, welche zusammen mit den Beiträgen ausreicht, den Versorgungsverpflichtungen nachzukommen. Aufgrund der derzeit bestehenden Unterdeckung hat sich das Unternehmen dazu verpflichtet, durch regelmäßige Dotierungen die Unterdeckung langfristig aufzulösen. Die Höhe der Dotierungen wird alle drei Jahre im Rahmen der Funding Discussions neu verhandelt. Die Versorgungsleistungen sind zu großen Teilen gegen die Folgen einer Insolvenz gesetzlich abgesichert. Hierfür werden jährliche Beiträge an den Pension Protection Fund geleistet. Für einen Teil des Pensionsplans in Großbritannien besteht seitens des Treuhänders ein Recht zur Einforderung der Ausfinanzierung. Die Wahrscheinlichkeit der Ausübung des Rechts wird als sehr gering eingestuft. Unter Berücksichtigung dieser Annahme wurde auf die Bilanzierung einer zusätzlichen Verbindlichkeit zum 28. Februar 2022 in Höhe von 50.096 TEUR (28. Februar 2021: 34.002 TEUR) verzichtet. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen für die leistungsorientierten Versorgungssysteme erfolgt nach IAS 19 auf der Grundlage versicherungsmathematischer Annahmen. Der Bewertung liegen folgende gewichtete Annahmen zugrunde:
Der Barwert der Pensionsverpflichtungen setzt sich wie folgt zusammen:
Die Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen hat sich wie folgt entwickelt:
Das zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen zur Verfügung stehende Planvermögen gliedert sich wie folgt auf:
Die Kosten für die Verwaltung des Planvermögens mindern den Ertrag aus Planvermögen. Die verbleibenden Verwaltungskosten werden nicht vom Ertrag aus Planvermögen abgezogen. Der Konzern erwartet, dass im Geschäftsjahr 2022/23 Beiträge in Höhe von 24.349 TEUR in die leistungsorientierten Pläne einzuzahlen sind sowie Auszahlungen in Höhe von 55.878 TEUR aus den leistungsorientierten Plänen erfolgen werden. Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung beträgt 18,5 Jahre (28. Februar 2021: 19,9 Jahre). Die relative Auswirkung von singulären Parameteränderungen auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird im Folgenden aufgezeigt:
Eine wesentliche Gehaltsabhängigkeit der Pläne liegt nicht vor. Zur Ermittlung der Sensitivitäten wurden ungefähr 99 % des Verpflichtungsumfangs berücksichtigt. Jede Änderung einer wesentlichen versicherungsmathematischen Annahme wurde separat analysiert. Interdependenzen wurden nicht berücksichtigt.
Die sonstigen Rückstellungen zum 28. Februar 2022 setzen sich wie folgt zusammen:
Zum Stichtag der Vergleichsperiode ergab sich folgende Zusammensetzung:
In den personalbezogenen Rückstellungen sind im Wesentlichen die Aufstockungsbeträge für Altersteilzeitvereinbarungen sowie Jubiläumsansprüche enthalten. Verpflichtungen aus Abfindungen und sonstige Personalkosten, die im Rahmen von eingeleiteten Restrukturierungen im Wesentlichen in Deutschland entstehen, werden in den Rückstellungen für Restrukturierungsverpflichtungen ausgewiesen. In den operativen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückbau- und Wiederherstellungsverpflichtungen sowie Rückstellungen für Garantie- und Kulanzansprüche enthalten. Für Rückbau- und Wiederherstellungsverpflichtungen, die insbesondere bei Mietereinbauten bestehen, wurden Rückstellungen in Höhe des Barwerts der erwarteten Kosten angesetzt. Korrespondierend wurden diese Kosten zum Zeitpunkt der Entstehung der Verpflichtung als Bestandteil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der Vermögenswerte aktiviert. Die Rückstellungen für Garantien und Kulanz wurden für gesetzliche, freiwillige und vertraglich vereinbarte Garantien und Gewährleistungsansprüche von Kund*innen aus Warenlieferungen in Höhe der wahrscheinlichen Inanspruchnahme gebildet. Verpflichtungen aus bereits anhängigen oder zu erwartenden Rechtsstreitigkeiten werden u.a. unter den vertraglichen Rückstellungen ausgewiesen. Die übrigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verpflichtungen, die in der Höhe des wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt werden. Es ergibt sich folgende Fälligkeitsstruktur der sonstigen Rückstellungen zum 28. Februar 2022:
Zum Stichtag der Vergleichsperiode ergab sich folgende Fälligkeitsstruktur:
Die Fälligkeitsstruktur der Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ergibt sich wie folgt:
Die zum 28. Februar 2022 bestehenden wesentlichen Anleihen sind durch die folgenden Nominalbeträge, Zinssätze und Fälligkeiten gekennzeichnet:
* Nachhaltige Anleihe ** Fremdwährungsanleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 52,3 Mio. CHF *** Nominalvolumen gegenüber ursprünglichem Emissionsbetrag im Rahmen eines Rückkaufs reduziert. Die Otto Group verfügt seit dem Geschäftsjahr 2013/14 über ein EMTN-Programm mit einem Gesamtvolumen von 2.000.000 TEUR an der Luxemburger Börse. Zum 28. Februar 2022 beträgt das Gesamtvolumen der im Rahmen des EMTN-Programms begebenen Anleihen 594.399 TEUR (28. Februar 2021: 991.518 TEUR). Zudem existiert seit dem Geschäftsjahr 2016/17 ein Commercial-Paper-Programm mit einem Rahmenvolumen von 1.000.000 TEUR. Zum 28. Februar 2022 bestehen wie im Vorjahr keine ausstehenden Commercial-Paper. Die Otto Group hat eine Anleihe mit einem Nominalvolumen von 45.000 TEUR mit Fälligkeit November 2021 aus liquiden Mitteln getilgt. Darüber hinaus wurden im Rahmen von Anleiherückkäufen im Geschäftsjahr 2021/22 eigene Anleihen mit einem Nominalbetrag von 134.988 TEUR vorzeitig getilgt. Des Weiteren sind durch die Nutzung von Kündigungsmöglichkeiten eigene Anleihen mit einem Nominalbetrag von 217.104 TEUR zurückgeführt worden. Zum 28. Februar 2022 bestehen die folgenden, nach Fälligkeit sortierten, wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber diversen in- und ausländischen Kreditinstituten:
Für die Finanzverbindlichkeiten entspricht der ausgewiesene Zinssatz dem Effektivzinssatz. Im Geschäftsjahr 2021/22 sind endfällige und Tilgungsdarlehen im Gesamtvolumen von 265.000 TEUR vorzeitig zurückgeführt worden.
Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 38.955 TEUR (28. Februar 2021: 39.961 TEUR) entfallen vollständig auf Verbindlichkeiten aus Darlehen. Die Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten aus Darlehen ergibt sich wie folgt:
Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen resultieren im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber Hermes Germany GmbH, Hamburg, aus der laufenden Verrechnung von Paketdienstleistungen sowie aus kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die Fälligkeitsstruktur ergibt sich wie folgt:
Die sonstigen Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiter*innen beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Lohn und Gehalt, ausstehendem Urlaub bzw. Urlaubsgeld sowie Altersteilzeitvereinbarungen. Entsprechend IAS 32 ist die Verpflichtung bei Ausübung der bestimmten Anteilseignern von Konzerngesellschaften eingeräumten Optionen, deren Anteile zum anteiligen Wert des Eigenkapitals erwerben zu müssen, in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrags als Verbindlichkeit zum Erwerb von Anteilen zu bilanzieren. Hinsichtlich der Fälligkeit ergibt sich folgende Zusammensetzung der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten:
Die vertraglichen Verbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:
Der Gesamtbetrag der noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen mit deren Erfüllung in voraussichtlich mehr als zwölf Monaten gerechnet wird, beläuft sich zum 28. Februar 2022 auf 31.097 TEUR (28. Februar 2021: 26.766 TEUR).
Anteilsbasierte Vergütungsprogramme bestanden im Geschäftsjahr 2021/22 in der Otto Group bei der ABOUT YOU Holding SE (nachfolgend About You) und der Crate and Barrel-Gruppe.
Bei About You sind mehrere anteilsbasierte Vergütungsprogramme gewährt worden. Für die zum Abschlussstichtag bestehenden anteilsbasierten Vergütungszusagen von About You wurden Aufwendungen in Höhe von 14.823 TEUR (2020/21: 8.376 TEUR) erfasst. Die für den Konzernabschluss wesentlichen anteilsbasierten Vergütungszusagen unterteilen sich in fünf Programme, welche nachfolgend ausführlich erläutert werden. Sämtliche der aufgeführten anteilsbasierten Vergütungszusagen für Vorstand, Management und Mitarbeiter*innen wurden im Geschäftsjahr 2021/22 durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert. Die Programme folgen der Grundannahme, dass die Regeln der Programme für sämtliche Teilnehmer*innen gleichermaßen gelten. 1. Vorstandsprogramm Long-Term Incentive (LTI) 2021 Neben der erfolgsunabhängigen Vergütung wurden den Vorstandsmitgliedern von About You im Rahmen der Neufassung der Vorstandsdienstverträge am 4. Juni 2021 jeweils in gleicher Höhe Optionen im Wege einer Einmalzuteilung im Rahmen des LTI 2021 zugeteilt. Jedem Mitglied des Vorstands wurden insgesamt 1.702.128 (in Summe 5.106.384) Optionen nach der folgenden Formel zugeteilt: N = 80.000.000 / 2x Ausübungspreis Das LTI 2021 ist ein Optionsprogramm, das neben der zeitlichen Komponente in Gestalt der fortgesetzten Vorstandstätigkeit ("Time Vesting") maßgeblich an die Entwicklung wichtiger Leistungsindikatoren von About You anknüpft und zudem Zielkriterien aus dem Bereich ESG (Environmental Social Governance) in Bezug nimmt ("Performance Vesting"). Die wesentlichen Bedingungen des LTI 2021 werden im Folgenden im Detail dargestellt: Ausübungspreis Der Ausübungspreis für jede Option entspricht dem Mittelwert der für jede Aktie bei der Platzierung im Rahmen des Börsengangs geltenden Preisspanne. Die Preisspanne wurde am 7. Juni 2021 auf 21,00 EUR bis 26,00 EUR festgelegt. Der Mittelwert beträgt dementsprechend 23,50 EUR ("Ausübungspreis"). Erdienungszeitraum - Time Vesting Die zugeteilten Optionen werden nach Ablauf bestimmter Fristen unverfallbar, sofern das betreffende Vorstandsmitglied bei Fristablauf im Unternehmen verbleibt ("Time Vesting"): • 12% der Optionen am Ende des 28. Februar 2022 • 14% der Optionen am Ende des 28. Februar 2023 • 16% der Optionen am Ende des 29. Februar 2024 • 18% der Optionen am Ende des 28. Februar 2025 • 20% der Optionen am Ende des 28. Februar 2026 • 20% der Optionen am Ende des 28. Februar 2027 In Abhängigkeit von den vorstehend dargestellten Zeitpunkten der Unverfallbarkeit sind die Optionen in zwei Tranchen eingeteilt, die im Rahmen des nachfolgend beschriebenen "Performance Vesting" unterschiedlichen Bedingungen unterliegen. Optionen, die bis zum 28. Februar 2025 (einschließlich) unverfallbar werden (insgesamt 3.063.830 Optionen), gehören zur Tranche 1 ("Tranche 1-Optionen"). Optionen, die mit Ablauf des 28. Februar 2026 und 28. Februar 2027 unverfallbar werden (insgesamt 2.042.554 Optionen), gehören zur Tranche 2 ("Tranche 2-Optionen"). Erdienungszeitraum - Performance Vesting Neben der zeitlichen Komponente ist Voraussetzung für die Unverfallbarkeit der Optionen, dass innerhalb bestimmter Zeiträume auch bestimmte, vorab definierte Erfolgsziele erreicht werden ("Performance Vesting"). Diese Erfolgsziele wurden vom Aufsichtsrat vor der Privatplatzierung festgelegt und bestehen aus dem durchschnittlichen jährlichen Wachstum des About You Konzernumsatzes ("Umsatz CAGR"), der Entwicklung des bereinigten EBITDA ("Adjusted EBITDA") von About You sowie verschiedenen Environmental, Social and Governance (ESG)-Parametern. Die Erfolgsziele fließen mit unterschiedlicher Gewichtung sowohl in Tranche 1 als auch in Tranche 2 ein, hierbei wird der "Umsatz CAGR" mit 60%, das "Adjusted EBITDA" mit 30% und die ESG-Parameter mit 10% in der jeweiligen Tranche berücksichtigt. Der Zielerreichungsgrad wird auf Basis der vom Aufsichtsrat vor der Privatplatzierung festgelegten mittelfristigen Zielwerte ("Gegenwärtige Mittelfristige Erfolgsziele") und der vom Aufsichtsrat zum Ende des Geschäftsjahres 2022/23 zu beschließenden zukünftigen mittelfristigen Zielwerte ("Zukünftige Mittelfristige Erfolgsziele") ermittelt, wobei für die im LTI 2021 festgelegte Kenngröße des Umsatz-CAGR stets der höhere Wert gemäß gegenwärtigen und zukünftigen mittelfristigen Erfolgszielen maßgeblich ist. Werden die jeweiligen Erfolgsziele zu weniger als 85 % erreicht, so verfallen die betroffenen Optionen entschädigungslos. Ist das jeweilige Ziel zu 85 % erfüllt, so verfallen 20 % der Optionen. Ist es zu 100 % erfüllt, verfällt keine Option. Im Bereich zwischen 85 % und 100 % nimmt der Anteil der verfallenden Optionen linear ab. Bei den Optionen, die auf ESG-Kriterien entfallen, wird lediglich zwischen dem Erreichen und dem Nichterreichen des Ziels differenziert: Wird es erreicht, verfällt keine Option. Bei Nichterreichung verfallen alle Optionen, die auf dieses Erfolgsziel allokiert sind. Tranche 1-Optionen können erstmals nach Ablauf des 30. Juni 2025 ausgeübt werden, Tranche 2-Optionen erstmals nach Ablauf des 30. Juni 2027. Optionen, die bis zum 30. Juni 2029 (einschließlich) nicht ausgeübt wurden, verfallen entschädigungslos. Die Ausübung der Optionen ist jeweils nur innerhalb bestimmter, in den LTI-Bedingungen näher bestimmter Ausübungsfenster von zwei Wochen möglich, die jeweils nach der Veröffentlichung der (vorläufigen) Geschäftszahlen für ein Geschäftsjahr, Halbjahr oder ein Quartal liegen. Die Ausübung ist binnen bestimmter im LTI 2021 definierter geschlossener Zeiträume (sog. Black-out-Perioden) nicht möglich. Die Ausübung der nach den vorgenannten Bedingungen unverfallbar gewordenen Optionen ist nur zulässig, wenn der Aktienkurs der Gesellschaft (gewichteter Durchschnittskurs je Aktie im XETRA-Handel binnen eines Zeitraums von drei Monaten vor dem betreffenden Datum) spätestens am 28. Februar 2027 sowie zusätzlich entweder (i) zu Beginn des jeweiligen Ausübungsfensters oder (ii) an mindestens drei Handelstagen an der Frankfurter Wertpapierbörse innerhalb eines vorherigen Ausübungsfensters 200 % des Ausübungspreises, d.h. 47,00 EUR, erreicht ("Ausübungsschwelle"). Bedienung der Optionen Bei Ausübung der Optionen ist dem jeweiligen Vorstandsmitglied von der Gesellschaft aus dem Bedingten Kapital eine Zahl von Aktien zu liefern, die dem Abrechnungswert der ausgeübten Optionen entspricht. Der Abrechnungswert der ausgeübten Optionen entspricht dem Betrag, um den der Aktienpreis bei Ausübung den Ausübungspreis übersteigt, beschränkt jedoch auf 200 % des Ausübungspreises (d.h. 47,00 EUR je Option - "Cap"). Statt der Lieferung von Aktien aus dem Bedingten Kapital kann About You an das jeweilige Vorstandsmitglied eine Barzahlung in Höhe des Abrechnungswerts pro Option (abzüglich Lohnsteuern und etwaiger sonstiger von About You einzubehaltender gesetzlicher Abgaben) leisten (Barausgleich) oder ihre Verpflichtung zur Lieferung von Aktien mit bestehenden eigenen Aktien bedienen. 2. Long-Term Incentive Program (LTIP) 2021 Mit dem Geschäftsjahr 2021/22 implementierte About You das Management-Programm LTIP 2021. Neben den unten näher definierten jährlichen aktienbasierten Vergütungsleistungen für Führungskräfte bei About You wurde ausgewählten Mitgliedern des Management-Teams in der 1. und 2. Ebene unter dem Vorstand ein Management-LTIP gewährt. Dieses Programm stellt eine erfolgsabhängige Vergütungskomponente dar, welche in ihren Bedingungen hinsichtlich Ausübungspreis, Time Vesting, Performance Vesting und Bedienung der Optionen gänzlich analog zum erfolgsabhängigen Vergütungssystem des Vorstandes, "Vorstands-Programm - LTI 2021", aufgesetzt wurden. In Summe wurden im Rahmen des "Management-LTIP 2021" weitere 3.234.043 Optionen zugeteilt. Optionen, die bis zum 28. Februar 2025 (einschließlich) unverfallbar werden (insgesamt 1.940.426 Optionen), gehören zur Tranche 1 ("Tranche 1-Optionen"). Optionen, die mit Ablauf des 28. Februar 2026 und 28. Februar 2027 unverfallbar werden (insgesamt 1.293.617 Optionen), gehören zur Tranche 2 ("Tranche 2-Optionen"). 3. Restricted Stock Unit Plan (RSUP) & Stock Option Plan (SOP) 2021 Mit dem Geschäftsjahr 2021/2022 implementierte About You die Management-Programme Restricted Stock Unit Plan (RSUP) und Stock Option Plan (SOP) mit Wirkung zum 1. Oktober 2021. Die Management-Programme RSUP & SOP folgen auf das VESOP 2017 - 2021 Programm, welches unter dem folgenden Punkt VESOP 2017 - 2021 genauer erläutert wird. Der Restricted Stock Unit Plan (RSUP) richtet sich an About You Führungskräfte und ausgewählte Leistungsträger*innen innerhalb der Organisation, während der Stock Option Plan (SOP) sich primär an führende Mitarbeiter*innen des Management-Teams in der 1. und 2. Ebene unter dem Vorstand richtet, welche den Gewährungswert ihrer jährlichen anteilsbasierten Vergütung zum Ausgabezeitpunkt zwischen Restricted Stock Units und Stock Options gemäß folgender Verteilungen aufteilen können: • Option 1: 100 % SOP, 0 % RSUP • Option 2: 75 % SOP, 25 % RSUP • Option 3: 50 % SOP, 50 % RSUP • Option 4: 25 % SOP, 75 % RSUP • Option 5: 0 % SOP, 100 % RSUP Restricted Stock Unit Plan (RSUP) 2021 Der RSUP 2021 berechtigt Führungskräfte und ausgewählte Leistungsträger*innen innerhalb der Organisation zum Erhalt eines Vergütungsbestandteils mit langfristiger Anreizwirkung. Im Rahmen des Programmes wurden zum 1. Oktober 2021 insgesamt 235.070 Restricted Stock Units (RSUs) zugeteilt. Der ermittelte Ausgabepreis der RSUs zum Gewährungszeitpunkt wurde entsprechend des volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurses (kaufmännisch gerundet auf zwei Dezimalstellen) der Aktie von About You im XETRA-Handel während der letzten 30 Handelstage vor dem Gewährungszeitpunkt ermittelt und betrug für die Ausgabe zum 1. Oktober 2021 22,71 EUR. Allen berechtigten Mitarbeiter*innen wird ein individueller Euro-Betrag als Gewährungsbetrag mitgeteilt. Die Anzahl der RSUs wird durch Division des Gewährungswerts durch den jeweiligen Ausgabepreis ermittelt. Die zugeteilten RSUs unterliegen einem Vesting von drei Jahren ab dem Gewährungszeitpunkt. Innerhalb der dreijährigen Vestingperiode erdient nach Ablauf jedes Jahres ein Teil der zugeteilten RSUs. Das Vesting erfolgt nach einem nichtlinearen Plan. Dementsprechend sind nach Ablauf des ersten Jahres 15 % der zugeteilten RSUs, nach Ablauf des zweiten Jahres 25 % der zugeteilten RSUs und nach Ablauf des dritten Jahres die verbleibenden 60 % Prozent der zugeteilten RSUs erdient. Die Summe aller Auszahlungen einer Tranche ist auf 350 % des Gewährungswerts begrenzt. Die erdienten RSUs werden in echten About You Aktien ausgegeben. Alternativ kann der Vorstand von About You eine Auszahlung in bar beschließen. Die Auszahlung erfolgt mit der Gehaltsabrechnung für den Monat, welcher der Bekanntgabe des ersten Finanzberichts (für ein Quartal, Halbjahr oder Geschäftsjahr) nach dem Ablauf des jeweiligen Vestingzeitpunkts folgt. Stock Option Plan (SOP) 2021 Der SOP 2021 berechtigt Mitarbeiter*innen des Management-Teams in der 1. und 2. Ebene zum Erhalt eines Vergütungsbestandteils mit langfristiger Anreizwirkung. Im Rahmen des Programms wurden zum 1. Oktober 2021 insgesamt 179.316 virtuelle Stock Options (SOs) zugeteilt. Der ermittelte Ausübungspreis der SOs in Abhängigkeit des Gewährungszeitpunktes wurde entsprechend dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs (kaufmännisch gerundet auf zwei Dezimalstellen) der Aktie von About You im XETRA-Handel während der letzten 30 Handelstage vor dem Gewährungszeitpunkt ermittelt und betrug für die Ausgabe zum 1. Oktober 2021 22,71 EUR. Allen berechtigten Mitarbeiter*innen wird ein individueller Euro-Betrag als Gewährungsbetrag mitgeteilt. Für die Umwandlung der gewährten SOs in eine Anzahl virtueller Aktienoptionen wird zunächst der auf den SOP entfallene Gewährungswert mittels Division durch den Ausübungspreis in eine Anzahl von RSUs umgerechnet. Die so ermittelte Anzahl an RSUs wird anschließend mit einem Tauschfaktor multipliziert, um die Anzahl an zugeteilten virtuellen Aktienoptionen zu ermitteln. Der Tauschfaktor wird festgelegt und orientiert sich am Zeitwert einer virtuellen Aktienoption und am Zeitwert einer RSU. Das Tauschverhältnis kann von Tranche zu Tranche variieren, auch innerhalb eines Jahres, sofern mehrere Gewährungen im Jahr stattfinden, abhängig von der Ermittlung des Optionspreises zum jeweiligen Stichtag. Der beizulegende Zeitwert des Stock Options wurde nach der Monte-Carlo-Simulation bestimmt, einzelne Parameter für die Berechnung des Zeitwerts sind der konsolidierten Tabelle "Bewertung neu gewährter Optionen" zu entnehmen. Die zugeteilten SOs unterliegen einem Vesting von drei Jahren ab dem Gewährungszeitpunkt. Innerhalb der dreijährigen Vestingperiode erdient nach Ablauf jedes Jahres ein Teil der zugeteilten SOs. Das Vesting erfolgt nach einem nichtlinearen Plan. Dementsprechend sind nach Ablauf des ersten Jahres 15 % der zugeteilten virtuellen Aktienoptionen, nach Ablauf des zweiten Jahres 25 % der zugeteilten virtuellen Aktienoptionen und nach Ablauf des dritten Jahres die verbleibenden 60 % Prozent der zugeteilten virtuellen Aktienoptionen erdient. Die virtuellen Aktienoptionen können erstmals nach Ablauf von vier Jahren ab dem Gewährungszeitpunkt ausgeübt werden. Für die Anteile, die zum ersten Vestingzeitpunkt erdienen, beträgt damit die sich an das Vesting anschließende Wartezeit drei Jahre, für die Anteile, die zum zweiten Vestingzeitpunkt erdienen, beträgt die Wartezeit zwei Jahre. Für die Anteile, die zum dritten Vestingzeitpunkt erdienen, beträgt die Wartezeit ein Jahr. Die Summe aller Auszahlungen einer Tranche ist auf 350 % des Gewährungswerts begrenzt. Vorbehaltlich etwaiger Insiderhandelsregeln und etwaiger Sperrfristen können alle erdienten virtuellen Aktienoptionen erst nach Ablauf der jeweiligen Wartezeit und vor Ablauf des maßgeblichen Enddatums von maximal vier Jahren nach Ablauf der jeweiligen Wartezeit und nur jeweils innerhalb von vier Wochen beginnend am dritten Werktag nach Bekanntgabe des Finanzberichts für das jeweilige Quartal oder Geschäftsjahr ausgeübt werden. 4. Virtual Employee Stock Option Plan (VESOP) 2017 - 2021 Mit dem Geschäftsjahr 2017/2018 hat About You Führungskräften und ausgewählten Leistungsträger*innen jährlich virtuelle Anteile gewährt. Die virtuellen Anteile berechtigen Mitarbeiter*innen von About You zum Erhalt eines Bonus, je nachdem, ob es zu einem Börsengang oder zu einem privaten Verkauf kommt, bei dem vom Käufer direkt oder indirekt mehr als 75 % der stimmberechtigten Geschäftsanteile an der Gesellschaft gehalten werden. Für die Bewertung der virtuellen Anteile jeder Tranche wurde der aktuelle Unternehmenswert zum jeweiligen Gewährungszeitpunkt zugrunde gelegt. Durch den Abschluss des Börsengangs von About You am 16. Juni 2021 ist ein solches Bonusereignis eingetreten, bei dem die gesamten individuellen Boni der Mitarbeiter*innen in virtuelle Aktien von About You umgewandelt wurden. Kurz vor dem Ereignis wurde eine Modifizierung des Vertrags vorgenommen. Dabei wurde zusätzlich festgelegt, dass die zugeteilten virtuellen Aktien mit Vollzug des Börsengangs für alle beteiligten Mitarbeiter*innen unverfallbar werden und anschließend einer Sperrfrist von zwölf Monaten unterliegen. Mit dem Abschluss des Börsengangs von About You am 16. Juni 2021 wurden insgesamt 2.033.871 virtuelle Aktien gewährt. Für die Bestimmung der virtuellen Aktien von About You wurde zunächst der Bruttoanspruch der jeweiligen Mitarbeiter*innen auf Basis der jeweils kumulierten Boni entsprechend den Regelungen der VESOP-Vereinbarung ermittelt. Abweichend von den ursprünglichen Bestimmungen der VESOP-Vereinbarung werden nach der Modifikation durch den Börsengang entstehende Transaktionskosten bei der Berechnung des Unternehmenswerts allerdings nicht abgezogen. Aus dieser Modifikation haben sich keine wesentlichen Effekte ergeben. Die Anzahl der virtuellen Aktien wird bestimmt, indem der Bruttoanspruch der beteiligten Mitarbeiter*innen durch den Platzierungspreis geteilt wird. Der Platzierungspreis meint den im Rahmen des Börsengangs erzielten finalen Preis je Aktie von About You, dem der Unternehmenswert des Börsengangs zugrunde gelegt wurde. Er betrug für die Ausgabe zum 16. Juni 2021 23,00 EUR. 5. Employee Free Share Plan (EFSP) 2021 Mit dem Geschäftsjahr 2021/22 implementierte About You den Employee Free Share Plan, der sich an alle Mitarbeiter*innen unterhalb der Vorstandsebene richtet, welche zum Gewährungszeitpunkt des 1. Dezember 2021 mehr als sechs Monate als Mitarbeiter*innen bei About You beschäftigt sind. Im Rahmen dieses Programms wurden zum Gewährungszeitpunkt des 1. Dezember 2021 31.703 Restricted Stock Units (RSUs) von About You zugeteilt. Die RSUs wurden einmalig und freiwillig zum 1. Dezember 2021 gewährt, ohne Anspruch auf zukünftige weitere Gewährungen von RSUs oder anderen Vergütungen. Allen berechtigten Mitarbeiter*innen wird ein individueller Euro-Betrag als Gewährungsbetrag mitgeteilt, welcher abhängig von der Beschäftigungsdauer bei About You zum Gewährungszeitpunkt ist. Mitarbeiter*innen, die zum Gewährungszeitpunkt weniger als oder genau sechs Monate bei About You angestellt sind, erhalten keine RSUs. Mitarbeiter*innen, die zum Gewährungszeitpunkt mehr als sechs, jedoch weniger als 18 Monate bei About You angestellt sind, erhalten einen Gewährungswert in Höhe von 500 EUR. Mitarbeiter*innen, die zum Gewährungszeitpunkt mindestens 18, jedoch weniger als 30 Monate bei About You angestellt sind, erhalten einen Gewährungswert in Höhe von 1.000 EUR. Mitarbeiter*innen, die zum Gewährungszeitpunkt mehr als 30 Monate bei About You angestellt sind, erhalten einen Gewährungswert in Höhe von 1.500 EUR. Für Mitarbeiter*innen, die zum Gewährungszeitpunkt seit mindestens 30 Monaten bei About You angestellt sind, kann der Vorstand von About You nach Ermessen einen Gewährungswert von mehr als 1.500 EUR festlegen. Der ermittelte Ausgabepreis an zugeteilten RSUs wurde entsprechend dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs (kaufmännisch gerundet auf zwei Dezimalstellen) der Aktie der ABOUT YOU Holding SE im XETRA-Handel während der letzten 90 Handelstage vor dem Gewährungszeitpunkt ermittelt und betrug für die Ausgabe zum 1. Dezember 2021 21,74 EUR. Die Anzahl der RSUs wird durch Division des Gewährungswerts durch den jeweiligen Ausgabepreis ermittelt. Die zugeteilten RSUs unterliegen einem Vesting von zwei Jahren ab dem Gewährungszeitpunkt. Innerhalb der zweijährigen Vestingperiode erdienen nach Ablauf jedes Jahres die Hälfte der zugeteilten RSUs. Dementsprechend sind zum ersten Vestingzeitpunkt nach Ablauf des ersten Jahres am 1. Dezember 2022 50 % der zugeteilten RSUs und zum zweiten Vestingzeitpunkt nach Ablauf des zweiten Jahres am 1. Dezember 2023 die verbleibenden 50 % der zugeteilten RSUs erdient. Die Auszahlung erfolgt mit der Gehaltsabrechnung für den Monat, welcher dem jeweiligen Vestingzeitpunkt folgt. Die erdienten RSUs werden in echten About You Aktien ausgegeben. Alternativ kann der Vorstand von About You nach seinem Ermessen eine Auszahlung in bar beschließen. Entwicklung ausstehender Optionen
Bewertung neu gewährter Optionen
In den Geschäftsjahren 2006/07 und 2017/18 wurden bei der Crate and Barrel-Gruppe virtuelle Anteilsprogramme zur langfristigen Mitarbeiter*innenincentivierung aufgelegt. Diese Programme werden gemäß IFRS 2 als cash-settled share-based payment klassifiziert. Die Transaktionswährung für die Gewährung und den Rückkauf der Wertsteigerungsrechte ist der US-Dollar. Die im Rahmen dieser Pläne jährlich gewährten Wertsteigerungsrechte werden während einer Frist von 60 Monaten ratierlich unverfallbar. Am Ende dieses Erdienungszeitraums erfolgt die Auszahlung auf Basis der unverfallbar gewordenen Rechte. Für die Bestimmung der Wertsteigerung wird ein Unternehmenswert zugrunde gelegt, der sich aus einem EBIT-Multiplikator unter Berücksichtigung einer vertraglich definierten Nettofinanzposition ergibt. Im Geschäftsjahr 2021/22 erfolgte die Abwicklung dieser Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, sodass folglich keine Ansprüche mehr ausstehend sind. Für beide Mitarbeiterbeteiligungsprogramme ist unter Berücksichtigung des Aufwandsverteilungszeitraums gemäß IFRS 2 und der Wertentwicklung zum Bilanzstichtag keine Verbindlichkeit (28. Februar 2021: 8.215 TEUR) bilanziert worden. Es ergab sich im Berichtsjahr Aufwand in Höhe von 201 TEUR (2020/21: 6.206 TEUR). Die Auszahlungen aus beiden Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen beliefen sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf 8.711 TEUR (2020/21: 7.292 TEUR). ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
In der Otto Group ist der Brutto-Cashflow eine Kennzahl für den Liquiditätsbeitrag der Konzerngesellschaften und der Segmente. Der Brutto-Cashflow entspricht dem um Gewinne, Verluste und Ausschüttungen von assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen sowie um wesentliche zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen angepassten Ergebnis vor Zinsen und Steuern.
Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den folgenden Bestandteilen zusammen:
Aus dem in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Finanzmittelfonds wurden 14.527 TEUR (28. Februar 2021: 10.372 TEUR) als Sicherheit hinterlegt.
Wesentliche nicht zahlungswirksame Vorgänge im Finanzierungs- und Investitionsbereich betreffen im Geschäftsjahr 2021/22 den liquiditätsneutralen Zugang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen in Höhe von 2.035.602 TEUR sowie von Nutzungsrechten in Höhe von 24.623 TEUR im Rahmen der Übergangskonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, sowie den Abschluss von Leasingverhältnissen im Sinne des IFRS 16 in Höhe von 234.841 TEUR (2020/21: 291.188 TEUR). ERLÄUTERUNGEN ZUR SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Die Segmentberichterstattung erfolgt entsprechend den Vorschriften des IFRS 8 nach dem management approach. Hiernach orientiert sich die Segmentberichterstattung an der internen Berichterstattung an die jeweiligen Hauptentscheidungsträger, zudem beinhaltet sie die Informationen, die diesen Entscheidungsträgern im Rahmen einer regelmäßigen Berichterstattung vorgelegt und von diesen zur Ressourcenallokation für die einzelnen Bereiche des Konzerns verwendet werden. Der fokussierten Wachstumsstrategie der Otto Group wird mit einer veränderten Darstellung der Segmentberichterstattung Rechnung getragen, die beginnend mit dem Konzernabschluss 2021/22 Anwendung findet. Die Darstellung der Segmente wurde sowohl für das Geschäftsjahr 2021/22 als auch für das vorangegangene Geschäftsjahr 2020/21 angepasst. Die bisherigen Segmente Multichannel-Einzelhandel, Finanzdienstleistungen und Service wurden durch die Segmente Plattformen, Markenkonzepte, Händler, Services und Finanzdienstleistungen abgelöst. In Übereinstimmung mit der internen Steuerung des Konzerns ist die Segmentberichterstattung nach den Geschäftsfeldern des Konzerns gegliedert. Das Segment Plattformen umfasst E-Commerce-Plattformen, bei denen der strategische Schwerpunkt neben dem eigenen Handelsgeschäft auch auf dem Betreiben einer Marktplatzlösung liegt, auf der teilnehmende Partner Waren und Dienstleistungen an Endkund*innen verkaufen. Zudem werden neben dem Handelsgeschäft und den dazugehörigen B2C-Services auch an das Handelsgeschäft angrenzende B2B-Services angeboten. Das Segment Markenkonzepte umfasst international vertretene vertikale Konzepte und Produktmarken, die sowohl Produkte eigener Marken als auch Lizenzmarken an Endkund*innen verkaufen. Dabei werden hauptsächlich eigene Vertriebskanäle, neben dem E-Commerce auch der stationäre Einzelhandel und Kataloge, genutzt. Das Segment Händler umfasst Multichannel-Handelskonzepte, die vornehmlich Produkte von Eigen- und Fremdmarken ein- und verkaufen. Der E-Commerce bildet auch hier einen Schwerpunkt in den Vertriebskanälen. Das Segment Services umfasst Logistik- und Einkaufsdienstleistungen der Otto Group. Diese erbringen ihre Leistungen sowohl gegenüber Kunden außerhalb der Otto Group als auch für Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler. Die Logistikdienstleistungen umfassen dabei zahlreiche Dienstleistungen entlang der logistischen Wertschöpfungskette von Transport über Lagerung bis hin zur Zustellung an Privatkund*innen und Geschäftskunden. Das Segment Finanzdienstleistungen umfasst das Angebot an internationalen Finanzservices der Otto Group insbesondere rund um das Forderungsmanagement. In Ergänzung zu den Geschäftsfeldern erfolgen Zusatzinformationen zu den geographischen Regionen. Die Aktivitäten der Otto Group sind neben Deutschland insbesondere auf das übrige Europa und die USA ausgerichtet. Die Sonstigen Regionen enthalten die Aktivitäten in den weiteren Regionen.
Die Segmentdaten werden auf der Grundlage der im Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ermittelt. Forderungen, Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge, die aus Transaktionen zwischen den einzelnen Segmenten resultieren, werden in der Spalte Sonstige/Holding/Konsolidierung eliminiert. Derartige Transaktionen werden grundsätzlich zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Darüber hinaus enthält die Spalte Sonstige/Holding/Konsolidierung Aufwendungen der Konzernfunktionen, die den einzelnen Segmenten nicht auf einer verlässlichen Basis zugeordnet werden können. Zudem werden hier Konzerngesellschaften ausgewiesen, die kein operatives Segment im Sinne des IFRS 8 bilden, wie die Venture-Aktivitäten oder die Grundstücksgesellschaften der Forum-Gruppe. Die Umsatzerlöse mit Dritten repräsentieren den Umsatz aus dem Verkauf von Handelswaren sowie der Erbringung von Dienstleistungen inklusive Finanzdienstleistungen. Die Innenumsatzerlöse resultieren aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen den einzelnen Segmenten. Das Segmentvermögen umfasst die langfristigen Vermögenswerte des jeweiligen Segments, das heißt die immateriellen Vermögenswerte inklusive derivativer Geschäfts- oder Firmenwerte, die Sachanlagen, die Nutzungsrechte und die Anteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen sowie die kurzfristigen Vermögenswerte. Vom Segmentvermögen ausgenommen sind die sonstigen Beteiligungen, die Finanzforderungen, die Ansprüche aus laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, die aktiven latenten Steuern und die flüssigen Mittel. Nur im Segment Finanzdienstleistungen sind die Finanzforderungen im Segmentvermögen enthalten. Das Segmentvermögen kann auf die Aktiva des Konzerns wie folgt übergeleitet werden:
Für die geographischen Informationen werden die Umsatzerlöse (exklusive der Erlöse aus Kundenfinanzierung) nach dem Standort der Kund*innen segmentiert. Bis einschließlich Geschäftsjahr 2020/21 wurden die Umsatzerlöse nach dem Standort der Konzerngesellschaften ermittelt, der in der Regel auch dem Standort der Kund*innen entsprach. Das Vermögen wird auf der Grundlage des Standortes der Konzerngesellschaft ermittelt und umfasst die langfristigen Vermögenswerte der geographischen Regionen und enthält somit immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte:
SONSTIGE ANGABEN
Die Otto Group verwendet eine Vielzahl von Finanzinstrumenten in ihren unterschiedlichen Geschäftsfeldern. In den folgenden Tabellen sind finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechend den Kategorien der Finanzinstrumente nach IFRS 9 zum Buchwert und beizulegenden Zeitwert zum 28. Februar 2022 dargestellt. Cash flow hedges und die als Stufe 3 eingestuften sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden gesondert ausgewiesen. Die Tabellen enthalten keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.
Passiva
Im Geschäftsjahr 2021/22 sowie im Vorjahr haben keine Reklassifizierungen zwischen den verschiedenen Stufen der Zeitwerthierarchie gemäß IFRS 13 stattgefunden. Bei den in Stufe 3 eingestuften sonstigen Finanzanlagen handelt es sich um Beteiligungen an Unternehmen und an Investmentfonds. Der beizulegende Zeitwert wird mit einer Bewertungsmethode ermittelt, bei der die wesentlichen Inputfaktoren auf nicht beobachtbaren Marktdaten beruhen. Die Bewertung erfolgt nach dem Bewertungsverfahren, das im jeweiligen Fall als sachgerecht erachtet wird. Den besten Anhaltspunkt bieten in den meisten Fällen Informationen aus zuletzt durchgeführten Finanzierungsrunden. Darüber hinaus werden auch Market Multiples zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts herangezogen. Aufgrund der Vielzahl an Investments lassen sich Sensitivitäten nicht sinnvoll darstellen. Darüber hinaus enthalten die sonstigen finanziellen Vermögenswerte eine nachträgliche, bedingte Kaufpreiskomponente für eine im Geschäftsjahr 2017/18 veräußerte Konzerngesellschaft in Höhe von 85.000 TEUR (28. Februar 2021: 85.000 TEUR). Die nachträgliche Kaufpreiskomponente wurde auf Basis einer im Geschäftsjahr 2020/21 abgeschlossenen Vereinbarung in voller Höhe angesetzt, da das Eintreten der Bedingung und die Erfüllung der Kaufpreisforderungen im Geschäftsjahr 2022/23, ebenso wie im Vorjahr, als sehr wahrscheinlich eingestuft wird. Bei den als Stufe 3 eingestuften sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten handelt es sich um zwei Put-Optionen. Zum einen betrifft es eine Put-Option nicht beherrschender Gesellschafter im Segment Händler. Diese wurde im Erwerbszeitpunkt und im Rahmen der Folgebilanzierung regelmäßig mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Bewertung basiert im Wesentlichen auf nicht am Markt beobachtbaren Inputdaten. Für die Berechnung werden grundsätzlich vertraglich vereinbarte Multiples auf das Vorsteuer-Ergebnis verwendet. Die im Zeitpunkt der Optionsausübung erwarteten Beträge werden mit einem laufzeit- und risikoadäquaten Fremdkapitalzinssatz auf den Bewertungsstichtag diskontiert. Eine Änderung des verwendeten Vorsteuer-Ergebnisses um +10 % bzw. -10 % würde zu einer Änderung des Zeitwerts in Höhe von 483 TEUR bzw. -483 TEUR führen. Eine Zinsänderung um +1 % bzw. -1 % würde zu einer Änderung des Zeitwerts in Höhe von 131 TEUR bzw. -127 TEUR führen. Die zweite Put-Option bezieht sich auf nicht beherrschende Gesellschafter, die im Rahmen eines Media-4-Equity-Programms gewährt wurden. Der Wert der Put-Option ergibt sich aus vertraglich fixierten Beträgen. Aufgrund der vertraglich fixierten Beträge können keine Sensitivitäten dargestellt werden. In den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen ist ein Betrag in Höhe von 1.169 TEUR (28. Februar 2021: 3.194 TEUR) aus der Währungsumrechnung enthalten. Bei den in Stufe 3 eingestuften Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten handelt es sich um eine Put-/Call-Vereinbarung auf von der Otto Group gehaltene Anteile an assoziierten Unternehmen. Der beizulegende Zeitwert wurde mittels eines Optionspreismodell ermittelt. Hierfür wurden zukünftige erwartete Cashflows zugrunde gelegt und, soweit verfügbar, Marktparameter verwendet. Unter Beibehaltung der anderen Inputfaktoren, würde eine Erhöhung des Basiswertes der Put-/Call-Vereinbarung um 10 % zu einer Erhöhung der finanziellen Vermögenswerte um 3.930 TEUR und einer Verringerung der finanziellen Verbindlichkeiten um 1.206 TEUR führen. Ein Rückgang des Basiswertes um 10 % würde wiederum zu einer Verringerung der finanziellen Vermögenswerte um 3.549 TEUR und einer Erhöhung der finanziellen Verbindlichkeiten um 1.506 TEUR führen. Zum Stichtag der Vergleichsperiode bestanden folgende Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten:
Die in Stufe 3 eingestuften sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalteten im Vorjahr Vorzugsanteile, die neben dem Stimmrecht mit einer festen und vorrangig zu bedienenden jährlichen Verzinsung ausgestattet waren. Bis zur Ausbuchung der Vorzugsanteile im Rahmen der Übergangskonsolidierung der About You (siehe Ziffer 5a) erhöhte sich der Zeitwert im laufenden Geschäftsjahr um 74.651 TEUR. Die Zeitwerthierarchie stellt sich für die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten folgendermaßen dar:
Passiva
Die Zeitwerthierarchie des Vorjahres setzte sich folgendermaßen zusammen:
Passiva
Die Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten enthalten Effekte aus Wertberichtigungen, aus der Währungsumrechnung, aus der Bewertung zum Zeitwert und aus der Veräußerung von Finanzinstrumenten und teilen sich wie folgt auf die einzelnen Bewertungskategorien des IFRS 9 auf:
Zum Stichtag der Vergleichsperiode ergab sich folgende Aufteilung:
Die oben genannten Finanzinstrumente wurden hinsichtlich ihrer erfolgswirksamen Effekte in den Umsatzerlösen, sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen, im Beteiligungsergebnis und im sonstigen Finanzergebnis erfasst.
Die Otto Group ist aufgrund ihrer internationalen Aktivitäten insbesondere Risiken aus Währungskurs- und Zinsänderungen ausgesetzt. Zur Begrenzung dieser Risiken werden durch die Konzerngesellschaften der Otto Group derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente ist durch entsprechende Richtlinien in der Otto Group geregelt und erfolgt allein zur Absicherung bestehender Grundgeschäfte sowie geplanter Transaktionen mit hinreichend hoher Eintrittswahrscheinlichkeit. Durch diese Richtlinien werden die Verantwortlichkeiten, die Handlungsrahmen und die Berichterstattung sowie die strikte Trennung von Handel, Controlling und Abwicklung verbindlich festgelegt. Der Abschluss von Handelsgeschäften im Zusammenhang mit derivativen Finanzinstrumenten ist gemäß dieser Richtlinien nur mit Banken ausreichender Bonität erlaubt. Die Otto Group nutzt bedingte und unbedingte Devisentermingeschäfte zur Absicherung abgeschlossener bzw. erwarteter Geschäfte in einer risikobehafteten Währung. Im Rahmen der Zinssicherung werden die Risiken durch den Abschluss von Zinsderivaten in Form von Zinsswaps begrenzt. Die derivativen Geschäfte, welche die Otto Group nach dieser Maßgabe abschließt, sind an ein Transaktionsregister gemäß den Vorschriften der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) zu melden. Wo es möglich ist, nimmt die Otto Group Befreiungstatbestände in Anspruch oder delegiert die Erfüllung der Meldepflicht an ihre Kontrahenten. Die Compliance mit EMIR wird regelmäßig durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und bestätigt. Währungsrisiko In der Otto Group bestehen Risiken aus Fremdwährungstransaktionen aus Ein- und Auszahlungen in Währungen, die von der funktionalen Währung der Konzerngesellschaften abweichen. Dies betrifft Zahlungsströme aus zukünftig höchstwahrscheinlichen Transaktionen, hauptsächlich aus dem Wareneinkauf, den Umsatzerlösen sowie aus der Refinanzierung. Bei den funktionalen Währungen handelt es sich in erster Linie um den Euro. Die genannten Transaktionen werden vorwiegend auf der Grundlage von Euro, US-Dollar, Schweizer Franken und Hongkong Dollar durchgeführt. Das wesentliche Währungsrisiko-Exposure ist abgesichert. Die Absicherung kann sich aus Sicht der Einzelgesellschaft auf 100 % der geschätzten Fremdwährungsrisiken aus zukünftig höchstwahrscheinlichen Transaktionen belaufen. Zur Sicherung des Fremdwährungsrisikos werden Devisengeschäfte genutzt, die grundsätzlich als Absicherungen von Zahlungsströmen klassifiziert werden. Eine Übersicht zur Entwicklung der wesentlichen sowie relevanten auf den Konzernabschluss wirkenden Währungen findet sich in Ziffer 2b. Die Otto Group designiert die Spot-Komponente von qualifizierten Devisenderivaten zur Absicherung des Währungsrisikos und wendet ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an. Die Terminkomponenten von Devisenderivaten sind von der Designation ausgeschlossen. Sie werden als Kosten der Absicherung gesondert bilanziert und im Konzern-Eigenkapital ausgewiesen. Das Bestehen einer wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft wird auf der Grundlage von Währung, Betrag und Zeitpunkt ihrer jeweiligen Zahlungsströme bestimmt. Der Konzern beurteilt mithilfe der hypothetischen Derivatemethode in Verbindung mit der Dollar-Offset-Methode, ob im Rahmen der designierten Hedgebeziehungen relevante Ineffektivitäten entstanden sind. Bei diesen Sicherungsbeziehungen werden keine Ineffektivitäten erwartet, da nicht davon ausgegangen wird, dass sich Währung, Betrag und Zeitpunkt der jeweiligen Zahlungsströme der Grundgeschäfte bis zur Fälligkeit ändern. Zinsänderungsrisiko Die Otto Group verfolgt für aufgenommene Darlehen eine Sicherungsstrategie, bei der sämtliche variabel verzinslichen Darlehen und Anleihen durch entsprechende Zinsderivate in fixe Zinszahlungen gewandelt werden. Der Konzern wendet hierfür ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an. Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird bei Abschluss unter Anwendung der Critical-Term-Match-Methode geprüft. Wichtige Geschäftsdaten (critical terms) zur Überprüfung der Übereinstimmung von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument bei der Absicherung von Zinsänderungsrisiken sind u.a. Referenzzinssatz, Nominalbetrag, Zinskonvention sowie Zeitpunkt und Höhe der Zahlungsströme. Das wesentliche Zinsrisiko-Exposure ist demnach zu 100 % gesichert. Der Konzern beurteilt mithilfe der hypothetischen Derivatemethode in Verbindung mit der Dollar-Offset-Methode, ob im Rahmen der designierten Hedgebeziehungen relevante Ineffektivitäten entstanden sind. Die Hauptursachen für Ineffektivitäten im Rahmen dieser Sicherungsbeziehungen sind die Berücksichtigung von Kreditausfallrisiken der jeweiligen Kontrahenten bei der Ermittlung der Zeitwerte der sich im Hedge befindlichen Swaps sowie die Zinsabsicherung variabel verzinslicher Darlehen mittels Zinsswaps, die bereits zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss über einen inneren Wert verfügt haben (late designation). Absicherung von Zahlungsströmen Die Fälligkeitsstruktur der Nominalwerte der von der Otto Group gehaltenen Instrumente zur Absicherung gegen Wechselkurs- und Zinssatzänderungen setzen sich zum Stichtag folgendermaßen zusammen:
Im Vorjahr setzten sich die Nominalwerte der Zins- und Devisenderivate wie folgt zusammen:
Die Otto Group bilanziert bestimmte Derivate, die die Kriterien des IFRS 9 hinsichtlich der Abbildung von Sicherungsbeziehungen erfüllen, als cash flow hedges. Zum Bilanzstichtag bestehen folgende Sicherungsinstrumente, die diese Kriterien erfüllen:
Positive Zeitwerte werden in den sonstigen Vermögenswerten (siehe Ziffer 21) bzw. negative Zeitwerte in den sonstigen Verbindlichkeiten (siehe Ziffer 29) ausgewiesen. Die Beträge, die sich auf Posten beziehen, die als Sicherungsinstrumente designiert sind, und die Ineffektivitäten der Sicherungsbeziehungen stellen sich folgendermaßen dar:
Die erfolgswirksam umgegliederten Beträge aus Devisenderivaten werden in den Umsatzerlösen (siehe Ziffer 6) bzw. im sonstigen Finanzergebnis (siehe Ziffer 14) ausgewiesen. Die erfolgswirksam umgegliederten Beträge aus Zinsswaps werden im Zinsergebnis berücksichtigt (siehe Ziffer 14). Die Ineffektivitäten der Sicherungsgeschäfte belaufen sich bei den Devisenderivaten auf 8 TEUR (28. Februar 2021: 35 TEUR) und beziehen sich alleinig auf die Refinanzierung. Diese werden im sonstigen Finanzergebnis (siehe Ziffer 14) berücksichtigt. Es bestehen Ineffektivitäten bei den Zinsderivaten in Höhe von -68 TEUR (28. Februar 2021: -218 TEUR). Darüber hinaus wurden -2.041 TEUR (28. Februar 2021: -4.198 TEUR) aufgrund weggefallener Grundgeschäfte aus der Cashflow-Rücklage ergebniswirksam umgegliedert. Die Aufwendungen aus beiden Sachverhalten werden im Zinsergebnis (siehe Ziffer 14) ausgewiesen. Zum 28. Februar 2022 besteht bei Devisenderivaten eine Wertänderung des gesicherten Grundgeschäfts in Höhe von 27.002 TEUR (28. Februar 2021: -3.835 TEUR) bzw. bei Zinsderivaten in Höhe von 5.645 TEUR (28. Februar 2021: 10.009 TEUR). Das gesicherte Grundgeschäft dient als Grundlage für die Erfassung einer Unwirksamkeit der Sicherungsbeziehung. Die folgende Tabelle enthält die Überleitung der Risikokategorien der Eigenkapitalkomponenten und der Analyse der Positionen in den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen nach Steuern, die aus der Bilanzierung zur Absicherung von Zahlungsströmen resultieren:
Die Kosten der Absicherung betreffen transaktionsbezogene gesicherte Grundgeschäfte. Die gesicherten Grundgeschäfte treten in einem Zeitraum von bis zu fünf Jahren bei Devisenderivaten und von bis zu 18 Jahren bei Zinsderivaten ein. Die voraussichtlichen Effekte auf die Zahlungsströme werden sich jeweils im gleichen Zeitraum einstellen. Den Nominalvolumina der Sicherungsgeschäfte stehen bereits bilanzierte Grundgeschäfte in Höhe von 363.542 TEUR (28. Februar 2021: 353.330 TEUR) bei den Devisenderivaten und in Höhe von 140.887 TEUR (28. Februar 2021: 208.037 TEUR) bei den Zinsderivaten sowie geplante Transaktionen gegenüber. Für bilanzierte Grundgeschäfte aus einer Sicherungsbeziehung mit Devisenderivaten werden -7.519 TEUR (28. Februar 2021: -210 TEUR) aus den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen in die Anschaffungskosten einbezogen. Davon entfallen -7.376 TEUR (28. Februar 2021: 442 TEUR) auf die designierte Risikokomponente und -143 TEUR (28. Februar 2021: -652 TEUR) auf die Kosten der Absicherung. Die Otto Group schließt innerhalb des bestehenden Deutschen Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte Derivategeschäfte ab. Bei Eintritt bestimmter Kreditereignisse, wie eines Verzugs von Zahlungen oder einer Kündigung der unter diesem Vertrag abgeschlossenen Geschäfte, werden alle ausstehenden Transaktionen der in Verzug geratenen Derivategeschäfte beendet und der Wert zur Beendigung wird ermittelt. Hierfür ist ein einziger Nettobetrag zum Ausgleich aller Transaktionen zu verwenden. Da ein bestimmtes Kreditereignis wie ein Verzug eines Bankdarlehens zurzeit nicht gegeben ist und somit kein Rechtsanspruch auf Saldierung der erfassten Beträge besteht, erfüllen die abgeschlossenen Vereinbarungen nicht die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz. Es bestehen die folgenden Finanzinstrumente, die dem Deutschen Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte unterliegen:
Aufgrund der internationalen Ausrichtung ist die Otto Group finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere die Auswirkungen aus Änderungen von Wechselkursen und Zinssätzen. Im Rahmen der bestehenden Treasury- und Risikomanagementprozesse werden diese Risiken reduziert. Grundsätzlich werden alle wesentlichen Zinsänderungs- und Währungsrisiken durch währungs- und fristenkongruente Refinanzierungen begrenzt. Verbleibende wesentliche Inkongruenzen werden durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente, wie beispielsweise Zinsswaps und Devisentermingeschäfte, weiter reduziert. Die Otto Group ist durch ihre Geschäftstätigkeit im Wesentlichen Währungsrisiken aus der Schwankung des US-Dollar (USD), des Hongkong Dollar (HKD) und des Schweizer Franken (CHF) ausgesetzt. Zur Ermittlung der nachfolgend dargestellten Sensitivitäten wird eine hypothetische Auf- bzw. Abwertung des Euro gegenüber diesen Währungen zum 28. Februar 2022 um 10 % angenommen. Alle anderen Variablen bleiben unverändert. Unter diesen Bedingungen hätten sich folgende wesentliche Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) und das Konzern-Eigenkapital der Otto Group ergeben:
Währungskurssicherungen werden in der Otto Group im größtmöglichen Umfang als cash flow hedge nach IFRS 9 bilanziert. Die dazugehörigen Marktwertschwankungen werden im Konzern-Eigenkapital gezeigt. Die ausgewiesenen Effekte auf das Ergebnis resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsschwankungen von Derivaten, die zur Sicherung von Cashflows aus dem operativen Geschäft und der Innenfinanzierung abgeschlossen wurden, jedoch nicht in eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 designiert sind. Diesen Derivaten stehen auch geplante, noch nicht abgeschlossene Kontrakte gegenüber, deren Währungskursrisiko sich gegenläufig entwickelt. In die Berechnungen der Ergebniseffekte wurden diese Cashflows der operativen Grundgeschäfte nicht einbezogen. Das tatsächliche Risiko der Nettoposition ist somit deutlich geringer. Für die Otto Group ergeben sich weiterhin Zinsrisiken aus variabel verzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten. Bei einer hypothetischen Erhöhung bzw. Senkung des Marktzinsniveaus für alle Währungen um jeweils 50 Basispunkte (Parallelverschiebung der Zinskurven) und gleichzeitig unveränderten sonstigen Variablen hätten sich folgende Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) und das Eigenkapital der Otto Group ergeben:
Eine Risikokonzentration in Bezug auf die dargestellten Finanzrisiken besteht nicht.
Für die Otto Group besteht das Risiko, dass Geschäftspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können. Ein finanzieller Vermögenswert gilt im Konzern als ausgefallen, wenn der Geschäftspartner seine Verpflichtungen gegenüber der Otto Group voraussichtlich nicht vollständig erfüllen wird oder der finanzielle Vermögenswert an ein Inkassounternehmen abgegeben wird. Zur Verminderung des Ausfallrisikos, dessen Maximalbetrag den bei den jeweiligen finanziellen Vermögenswerten bilanzierten Buchwerten entspricht, werden Bonitätsprüfungen vorgenommen. Für erkennbare Ausfallrisiken, insbesondere bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Finanzdienstleistungen, werden angemessene Wertberichtigungen anhand des anzuwendenden Konzepts der erwarteten Kreditausfälle gemäß IFRS 9 gebildet. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften gemäß IFRS 9, der Wertminderungsaufwand ist jedoch unwesentlich. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Finanzdienstleistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber privaten Endkund*innen und sind in der Regel mit Ausnahme branchenüblicher Eigentumsvorbehalte im Einzelhandel nicht durch spezielle Instrumente gesichert. Durch die sehr hohe Streuung der Forderungen entfallen auf die einzelne Kund*in nur geringe Beträge. Das Risiko eines maximalen Ausfalls ist unwahrscheinlich. Einlagen bei Banken und Finanzanlagen werden grundsätzlich nur bei Partnern unterhalten, die eine ausreichende Bonität nach dem Rating einer anerkannten internationalen Ratingagentur aufweisen. Überfällige Kredite und Forderungen werden in den verschiedenen Geschäftsfeldern intensiv überwacht. In den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte, Händler sowie Finanzdienstleistungen ist das Debitorenmanagement ein wichtiger Baustein in den betrieblichen Prozessen. Die Festlegung, ob ein finanzieller Vermögenswert eine wesentliche Erhöhung des Ausfallrisikos erfahren hat, basiert auf einer regelmäßig durchgeführten Einschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeiten, welche sowohl externe Ratinginformationen als auch interne Informationen über die Kreditqualität des finanziellen Vermögenswerts berücksichtigen. Forderungen, die nur durch Nachverhandlung nicht wertgemindert oder überfällig sind, und überfällige sonstige finanzielle Vermögenswerte, die nicht wertgemindert sind, bestehen nur in sehr geringem Umfang mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr. Es liegen keine objektiven Hinweise vor, dass die Schuldner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können. Der Konzern verwendet eine Wertberichtigungsmatrix, um die erwarteten Kreditverluste der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu messen. Die Ausfallraten werden überwiegend nach der Methode der Rollrate berechnet, die auf der Wahrscheinlichkeit basiert, dass eine Forderung durch aufeinanderfolgende Stufen in der Zahlungsverzögerung fortschreitet. Die erwarteten Ausfallraten basieren auf der Ausfallhistorie der vergangenen Jahre sowie auf Prognosen zukünftiger wirtschaftlicher Ereignisse. Das Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird in Ziffer 19 erläutert. Im Segment Finanzdienstleistungen bestehen Forderungen im Wesentlichen aus Treuhandinkasso sowie aus angekauften Forderungen. Im Rahmen des Treuhandgeschäfts existieren keine wesentlichen finanziellen Vermögenswerte oder Finanzinstrumente, die überfällig, aber nicht wertgemindert sind. Bei den angekauften Forderungen handelt es sich grundsätzlich um bereits überfällige wertgeminderte Forderungen. Die wesentlichen Ausfallrisiken im Segment Finanzdienstleistungen ergeben sich aus dem Ankauf zahlungsgestörter Forderungen. Im Rahmen des Risikomanagements wurden deshalb Methoden entwickelt, um mit diesen Risiken systematisch umzugehen. Wesentliche Elemente bei der Handhabung der Risiken sind die vertragliche Gestaltung, Portfoliostruktur- und Zeitreihenanalysen und Investitionsrechnungen im Rahmen der Due Diligence sowie die regelmäßige Nachkalkulation. Hierzu wird das Zahlungsverhalten der Schuldner ständig überwacht, sodass strukturelle Veränderungen derselben frühzeitig festgestellt und berücksichtigt werden können. Durch die Nachkalkulation wird die Prognosequalität der Systeme zur Forderungsbewertung fortlaufend überprüft und weiterentwickelt. Darüber hinaus werden strukturelle Veränderungen im Zahlungsverhalten von der Inkassoabwicklung laufend überwacht und an das Risikomanagement gemeldet, sodass eine frühzeitige Anpassung der Bewertungsprämissen gewährleistet ist und diese Informationen in die Analyse zukünftiger Ankäufe fließen können. Durch die Anpassung von Bewertungsprämissen sind Ausfallrisiken im Rahmen der bestehenden Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien in den Buchwerten der angekauften Forderungen bereits berücksichtigt. Eine Abhängigkeit des Ausfallrisikos von wenigen Schuldnern ergibt sich aufgrund der Vielzahl der Einzelforderungen in den jeweiligen Portfolios zahlungsgestörter angekaufter Forderungen nicht. Teilweise sind zahlungsgestörte angekaufte Forderungen dinglich besichert. Eine Verwertung der Immobilien erfolgt durch freihändigen Verkauf oder Zwangsversteigerung, führt aber nicht in jedem Fall dazu, dass die jeweilige Gesamtforderung beglichen werden kann. Eine Verwertung der Immobilien im Wege der Zwangsversteigerung trägt zur Stützung des Forderungseinzugs bei. Der Buchwert der einzelnen angekauften Forderungspakete wird regelmäßig anhand eines standardisierten Bewertungsmodells überprüft. Diesem Bewertungsmodell liegen die geschätzten Netto-Geldeingänge des jeweiligen Forderungspakets über die zum Bewertungszeitpunkt noch verbleibende Restlaufzeit zugrunde. Die zukünftigen Netto-Geldeingänge werden mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz abgezinst. Die erwarteten Kreditausfälle werden auf der gleichen Portfolioebene ermittelt, wie sie sich beim Kauf ergeben hat. Insofern ergibt sich keine veränderte Zusammenfassung der Instrumente.
Das Finanzierungsmanagement sichert die jederzeitige Aufrechterhaltung der Liquidität der Otto Group. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass für das operative Geschäft und für Investitionen immer ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen. Die Minimierung der Finanzierungskosten ist dabei eine wesentliche Nebenbedingung für ein effizientes Finanzierungsmanagement. Grundsätzlich gilt, offene Positionen fristenkongruent zu refinanzieren. Als Refinanzierungsinstrumente können Geld- und Kapitalmarktprodukte wie zum Beispiel Kredite, Anleihen oder ABS (asset-backed securities), aber auch Avale, Leasing, sale and lease back und Factoring verwendet werden. Die erforderlichen Basisdaten werden rollierend über eine monatliche Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von zwölf Monaten sowie eine tägliche Planung mit einem Horizont von mindestens vier Wochen ermittelt. Beide Planungen werden regelmäßigen Abweichungsanalysen unterzogen. Eine Risikokonzentration in Bezug auf die dargestellten Liquiditätsrisiken besteht nicht. Folgende Tabelle zeigt den zum 28. Februar 2022 bereits vertraglich fixierten Mittelabfluss aus finanziellen Verbindlichkeiten:
Zum 28. Februar 2021 bestand der nachfolgend dargestellte vertraglich fixierte Mittelabfluss aus finanziellen Verbindlichkeiten:
Die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten stellen sich zum Stichtag folgendermaßen dar:
Zum Vergleichsstichtag haben sich die Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten wie folgt entwickelt:
Leasingnehmerverhältnisse, die in der Otto Group als wesentlich identifiziert wurden, betreffen insbesondere die Anmietung von Stationärflächen (Filialgeschäfte) durch Konzerngesellschaften in den Segmenten Markenkonzepte und Händler in den USA und in Deutschland sowie die Anmietung von Logistikstandorten und der entsprechenden technischen Ausstattung durch Konzerngesellschaften in den Segmenten Services und Markenkonzepte. Ebenfalls wesentliche Leasingverhältnisse ergeben sich aus der Anmietung von Büroflächen und -gebäuden durch eine Vielzahl von Konzerngesellschaften in allen Segmenten. Die vertragliche Ausgestaltung der Leasingverhältnisse erfolgt grundsätzlich durch die einzelnen Konzerngesellschaften unter Berücksichtigung landestypischer Gepflogenheiten. Die bestehenden Leasingverhältnisse weisen in Abhängigkeit der Leasingklasse sowie bei Immobilien in Abhängigkeit des jeweiligen Standorts unterschiedliche Grundlaufzeiten auf. In der Regel enthalten Leasingverhältnisse für Immobilien Verlängerungsoptionen, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vor Ablauf der unkündbaren Grundlaufzeit ausübbar sind. Durch die Ausübung von Verlängerungsoptionen, die zum 28. Februar 2022 nicht in der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen passiviert sind, würde eine potenzielle Leasingzahlung in Höhe von 936.831 TEUR (28. Februar 2021: 852.660 TEUR) entstehen. Beim Abschluss neuer Leasingverhältnisse wird möglichst die Aufnahme von Verlängerungsoptionen vereinbart, um eine hohe operative Flexibilität zu gewährleisten. Als Reaktion auf die Corona-Pandemie vereinbarte die Otto Group im Geschäftsjahr 2021/22 und im Vorjahr mit Vermietern Mietkonzessionen für einzelne Leasingverhältnisse für Stationärgeschäfte, die überwiegend Deutschland betreffen. Im Geschäftsjahr 2021/22 entfallen 698 TEUR (2020/21: 1.867 TEUR) auf erfolgswirksam erfasste Beträge aus Leasingverhältnissen, für die der Konzern den praktischen Behelf für Mietkonzessionen im Rahmen des IFRS 16 Amendment für COVID-19-bedingte Mietkonzessionen angewendet hat. Die Fälligkeitsstruktur der ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen ergibt sich wie folgt:
Im Geschäftsjahr 2021/22 fielen planmäßige Abschreibungen auf Nutzungsrechte in Höhe von 165.732 TEUR (2020/21: 175.526 TEUR) sowie außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 18.724 TEUR (2020/21: 70.319 TEUR) an. In der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung sind für das Geschäftsjahr 2021/22 entsprechend der Regelungen des IFRS 16 Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse in Höhe von 3.077 TEUR (2020/21: 3.415 TEUR) sowie Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte in Höhe von 2.281 TEUR (2020/21: 1.604 TEUR) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Zudem werden Erträge aus Unterleasingverhältnissen von Nutzungsrechten in Höhe von 1.708 TEUR (2020/21: 6.548 TEUR) in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die im Finanzergebnis enthaltenen Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen betragen 22.726 TEUR (2020/21: 35.137 TEUR). Für die gemäß IFRS 16 bilanzierten Leasingverhältnisse ergeben sich im Geschäftsjahr 2021/22 insgesamt Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von 208.154 TEUR (2020/21: 300.462 TEUR), die im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit abgebildet werden. Davon entfallen 185.428 TEUR (2020/21: 265.325 TEUR) auf Tilgungszahlungen sowie 22.726 TEUR (2020/21: 35.137 TEUR) auf Zinszahlungen. Im Brutto-Cashflow verbleiben Auszahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse in Höhe von 3.077 TEUR (2020/21: 3.415 TEUR) und für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte in Höhe von 2.281 TEUR (2020/21: 1.604 TEUR).
Als nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für die Otto Group die Personen und Unternehmen, die die Otto Group beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diese ausüben oder durch die Otto Group beherrscht bzw. maßgeblich beeinflusst werden. Dementsprechend werden die Mitglieder der Familie Otto und die Michael Otto Stiftung, die durch diese Familie und die Stiftung beherrschten bzw. maßgeblich beeinflussten Unternehmen, die Mitglieder der Geschäftsführung der Otto (GmbH & Co KG) sowie die Konzerngesellschaften und assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen der Otto Group als nahestehende Personen und Unternehmen definiert. Neben den Geschäftsbeziehungen zu den in den Konzernabschluss im Wege der Vollkonsolidierung einbezogenen Konzerngesellschaften bestanden die folgenden Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen:
Die Umsatzerlöse mit assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen betragen im Geschäftsjahr 2021/22 138.224 TEUR (2020/21: 241.299 TEUR) und resultieren aus Umsatzerlösen aus Factoring-Abrechnungen mit der Hanseatic Bank GmbH & Co KG, Hamburg, in Höhe von 67.242 TEUR (2020/21: 78.717 TEUR), sowie Umsatzerlöse mit der ABOUT YOU SE & Co. KG, Hamburg, (vormals ABOUT YOU GmbH & Co. KG) in Höhe von 46.173 TEUR (2020/21: 153.297 TEUR). Die Umsatzerlöse mit der ABOUT YOU SE & Co. KG, Hamburg, beziehen sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf das erste Quartal, da bis zum Ablauf des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2021/22 am 31. Mai 2021 die ABOUT YOU SE & Co. KG, Hamburg, als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Otto (GmbH & Co KG) einbezogen wurde (siehe Ziffer 17). Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen im Geschäftsjahr 2021/22 23.161 TEUR (2020/21: 17.893 TEUR) und resultieren im Wesentlichen aus Erträgen in Höhe von 15.588 TEUR (2020/21: 1.682 TEUR) mit der Hermes Germany GmbH, Hamburg. In Höhe von 13.314 TEUR resultierten die sonstigen betrieblichen Erträge im Vorjahr aus Beziehungen mit der ABOUT YOU SE & Co. KG, Hamburg. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Geschäftsjahrs 2021/22 in Höhe von 495.478 TEUR (2020/21: 153.414 TEUR) sind Aufwendungen in Höhe von 476.266 TEUR (2020/21: 120.385 TEUR) aus Beziehungen mit der Hermes Germany GmbH, Hamburg, enthalten. An die Hanseatic Bank GmbH & Co KG, Hamburg, werden von verschiedenen Konzerngesellschaften der Segmente Plattformen und Händler Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft. Diese Forderungen werden zu unter Dritten üblichen Konditionen übertragen und gehen aus der Bilanz der verkaufenden Konzerngesellschaften vollständig ab. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden entsprechende Forderungen im Gesamtwert von 2.152.385 TEUR (2020/21: 2.190.470 TEUR) verkauft. Der Stichtagswert dieser Forderungen beträgt 1.710.554 TEUR (28. Februar 2021: 1.708.638 TEUR). Zum 28. Februar 2022 betragen die flüssigen Mittel bei der Hanseatic Bank GmbH & Co KG, Hamburg, 25.884 TEUR (28. Februar 2021: 9.671 TEUR). Hinsichtlich der Höhe der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen wird auf die Ziffern 20 und 28 verwiesen. Die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr, sowie Kontokorrentfinanzierungen zwischen Konzerngesellschaften der Otto Group und assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen.
Mit Gesellschaftern der Otto (GmbH & Co KG) bestanden weder zum 28. Februar 2022 noch zum 28. Februar 2021 Darlehensbeziehungen.
Konzerngesellschaften der Otto Group haben zu marktüblichen Konditionen diverse Verträge über die Anmietung von Immobilien und Grundstücken geschlossen, die sich im Eigentum von Tochtergesellschaften der ECE Group GmbH & Co. KG, Hamburg, befinden. Zum 28. Februar 2022 bestehen Forderungen gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen in Höhe von 29.844 TEUR (28. Februar 2021: 694 TEUR). Die Forderungen gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Finanzforderungen.
Die im Aufwand des Geschäftsjahres erfassten Gesamtbezüge der Geschäftsführung der Otto (GmbH & Co KG) betragen im Geschäftsjahr 2021/22 31.511 TEUR (2020/21: 19.915 TEUR) und sind mit 26.217 TEUR (2020/21: 18.548 TEUR) kurzfristig und mit 5.295 TEUR (2020/21: 1.367 TEUR) langfristig fällig. Die davon im Geschäftsjahr 2021/22 gewährten Gesamtbezüge von 27.483 TEUR (2020/21: 19.857 TEUR) enthalten variable Vergütungsbestandteile mit langfristiger Anreizwirkung, soweit zum Bilanzstichtag alle Bedingungen erfüllt sind. Sie entfallen mit 4.095 TEUR (2020/21: 3.766 TEUR) auf fixe Bestandteile sowie mit 23.388 TEUR (2020/21: 16.091 TEUR) auf variable Bestandteile. Für den Kreis der Geschäftsführer*innen der Otto (GmbH & Co KG) wurde im Geschäftsjahr 2017/18 ein Vertrag über ein Long Term Incentive mit rollierenden jährlichen Tranchen abgeschlossen. Die Tranchen umfassen erstmals beginnend am 1. März 2018 jeweils drei Geschäftsjahre und bestehen aus einer Kombination von zwei variablen Komponenten. Die Komponenten setzen ab einem festgelegten Schwellenwert ein und steigen dann linear an. Bezugsgrößen sind die Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung und das ROCE der Otto Group. Die für den Long Term Incentive erfassten Bezüge betragen im Berichtsjahr 7.148 TEUR (2020/21: 2.921 TEUR). Zum Bilanzstichtag wurde hierfür eine Verbindlichkeit in Höhe von insgesamt 9.148 TEUR (28. Februar 2021: 4.862 TEUR) gebildet. Die Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitgliedern der Geschäftsführung belaufen sich auf 12.157 TEUR (28. Februar 2021: 10.061 TEUR). Die Zuführungen zu Pensionsrückstellungen betragen 3.558 TEUR (2020/21: 901 TEUR). Bezüge früherer Mitglieder der Geschäftsführung und ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf 3.140 TEUR (2020/21: 2.888 TEUR). Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen sind 50.403 TEUR (28. Februar 2021: 56.505 TEUR) zurückgestellt. Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats der Otto (GmbH & Co KG) beträgt im Geschäftsjahr 2021/22 280 TEUR (2020/21: 280 TEUR).
Die Eventualverbindlichkeiten der Otto Group setzen sich aus Bürgschaften und sonstigen Verpflichtungen in Höhe von 95.895 TEUR (28. Februar 2021: 82.289 TEUR) zusammen und beinhalten im Wesentlichen Zusagen im Zusammenhang mit Versorgungsverpflichtungen in Großbritannien.
Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers der Otto Group setzt sich wie folgt zusammen:
Im Berichtsjahr entfallen von den Honoraren für die Abschlussprüfungen 197 TEUR (2020/21: 175 TEUR) und für sonstige Leistungen 210 TEUR (2020/21: 218 TEUR) auf das Vorjahr.
Die folgende Darstellung enthält die Aufstellung des Anteilsbesitzes der Otto Group zum 28. Februar 2022. Die Otto (GmbH & Co KG) nutzt die Erleichterungen des § 264b HGB. Im Folgenden sind die Konzernunternehmen, die im Rahmen der Bestimmungen des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB u.a. von der Befreiung der Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse Gebrauch machen, mit (1) gekennzeichnet:
(1) Gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB befreite Konzerngesellschaften (2) Angaben beziehen sich auf den 31.12.2020 (3) Angaben beziehen sich auf den 31.03.2021
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Verwaltungsgesellschaft Otto mbH, Hamburg, mit einem gezeichneten Kapital von 50.000 EUR. Die persönlich haftende Gesellschafterin hat die folgenden Organe:
* Vertreter*innen der Arbeitnehmer*innen
Im März 2022 beteiligte sich die Otto Group mehrheitlich an der Schweizer Medgate Holding AG, Basel, und deren Tochterunternehmen, die Anbieter digitaler Gesundheitsservices sind, sowie an der BetterDoc GmbH, Köln, einem Anbieter für Datenanalyse-Services, der Patient*innen hilft , die für ihre Erkrankung passenden Ärzt*innen und Kliniken zu identifizieren. Damit erweitert die Otto Group ihre digitalen Services gezielt in Richtung Digital Health. Weitere Ereignisse, die für die Otto Group von wesentlicher Bedeutung sind, sind nach dem Bilanzstichtag zum 28. Februar 2022 nicht eingetreten.
Hamburg, den 9. Mai 2022 Alexander Birken Dr. Marcus Ackermann Sergio Bucher Sebastian Klauke Petra Scharner-Wolff Kay Schiebur Die Geschäftsführung der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Otto (GmbH & Co KG), Hamburg Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Otto (GmbH & Co KG), Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 28. Februar 2022, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und der Konzern-Kapitalflussrechnung sowie der Segmentberichterstattung für das Geschäftsjahr vom 1. März 2021 bis zum 28. Februar 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Otto (GmbH & Co KG) für das Geschäftsjahr vom 1. März 2021 bis zum 28. Februar 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. März 2021 bis zum 28. Februar 2022 und - vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen - wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder - anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus - identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. - beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. - beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. - holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. - beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. - führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 9. Mai 2022 KPMG
AG
gez. Schmelzer, Wirtschaftsprüfer gez. Heckert, Wirtschaftsprüfer |
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