Lowell Service GmbHLiquidiert

Hardenbergstraße 32, 10623 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Essen HRB 29418
Eingetragen
19.9.2018
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenGeld- und WertdiensteBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Erbringung von Inkassodienstleistungen mit allen Hilfs- und Nebengeschäften auf eigene und fremde Rechnung sowie von Servicedienstleistungen einschließlich der Unterstützung der elektronischen Datenverarbeitung von Inkasso- und sonstigen Rechtsdienstleistern sowie der Erwerb, die Einziehung und der Weiterverkauf von Forderungen jeglicher Art im In- und Ausland einschließlich des Erwerbs von hierauf spezialisierten Unternehmen. Die Erbringung von Leistungen im Debitorenmanagement sowie die Erbringung, den Vertrieb und die Vermittlung der Angebote verbundener Unternehmen, insbesondere Inkassodienstleistungen im gesetzlich zulässigen Umfang im In- und Ausland, die Erbringung von Call-Center-Dienstleistungen, Service-, Büroserviceund EDV-Dienstleistungen. Weiterer Gegenstand ist der Erwerb und die wirtschaftliche Verwertung fälliger bzw. zahlungsgestörter Forderungen. Tätigkeiten im Anwendungsbereich von § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 9 KWG sind vom Gegenstand des Unternehmens ausgenommen. Weiterhin werden Servicedienstleistungen im Zusammenhang mit Finanzierungsinstrumenten, der Portfolioprüfung, des Risikomanagements, der Entwicklung statistischer Modelle sowie von Due-Diligence-Prozessen für Zwecke verbundener und fremder Unternehmen erbracht. Der Gegenstand umfasst die Durchführung aller Geschäfte, die mit dem Gegenstand des Unternehmens zusammenhängen oder dem Gesellschaftsgegenstand zu dienen geeignet sind.

Historie

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Management

NameRolle
Anke Kathrin Blietz
seit 25.11.2020
Geschäftsführer
Prokura
Frank Peter Dremmen
seit 25.11.2020
Prokura
Prokura

Konzern- und Jahresabschlüsse

Lowell Holding GmbH

Essen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2018 (nach IFRS) 1

in T€

AKTIVA

  Anhang 31.12.2018 31.12.2017
Langfristige Vermögenswerte      
Sachanlagen III.1. 5.398 5.246
Immaterielle Vermögenswerte III.2. 108.696 116.995
Geschäfts- oder Firmenwerte III.3. 528.706 528.706
Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen III.4. 147.980 125.707
Sonstige finanzielle Vermögenswerte III.5. 5.716 8.750
    796.496 785.404
Kurzfristige Vermögenswerte      
Vorräte III.7. 80 48
Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen III.4. 90.293 85.635
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und      
sonstige Forderungen III.8. 23.984 20.867
Ertragsteuererstattungsansprüche III.9. 1.357 1.540
Sonstige finanzielle Vermögenswerte III.5. 25.103 7.666
Flüssige Mittel III.10. 50.281 58.168
    191.098 173.924
Summe Aktiva   987.594 959.328

PASSIVA

     
  Anhang 31.12.2018 31.12.2017
Eigenkapital      
Gezeichnetes Kapital III.11. 25 25
Kapitalrücklage III.12. 264.416 264.416
Gewinnrücklagen III.13. -10.847 -10.847
Bewertungsrücklage III.14./III.18. -27 -372
Bilanzverlust   -107.649 -71.778
Währungsumrechnungen III.15. -27 -46
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital   145.891 181.398
Summe Eigenkapital   145.891 181.398
Langfristige Schulden      
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten III.16. 658.736 599.747
Sonstige Rückstellungen III.17. 2.485 2.344
Pensionsrückstellungen III.18. 5.886 6.431
Latente Steuerschulden III.6. 39.455 45.601
    706.563 654.123
Kurzfristige Schulden      
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten III.19. 9.829 592
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten III.20. 19.762 18.386
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten III.16. 59.348 57.407
Ertragsteuerrückstellungen III.21. 30.257 29.410
Sonstige Rückstellungen III.17. 15.944 18.012
    135.140 123.807
Summe Schulden   841.703 777.930
Summe Passiva   987.594 959.328

1 Vorjahreswerte wurden angepasst.

Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar - 31. Dezember 2018 (nach IFRS) 1

in T€
Anhang 01.01.-31.12.2018 01.01.-31.12.2017
Erlöse aus dem Inkassoprozess   160.243 177.725
Erlöse aus Portfolioinvestitionen aus der Anwendung der Effektivzinsmethode   80.425 75.699
Sonstige Umsatzerlöse   3.996 4.366
Umsatzerlöse IV.1. 244.665 257.789
Bewertungseffekte IV.2. 28.609 25.233
Sonstige betriebliche Erträge IV.3. 6.719 6.601
Aufwendungen für bezogene Waren und Leistungen IV.4. 633 936
Personalaufwand IV.5. 76.569 73.255
Abschreibungen auf Vermögenswerte IV.6. 19.222 19.191
Sonstige betriebliche Aufwendungen IV.7. 182.188 184.591
Zinsen und ähnliche Erträge IV.8. 2.231 466
Zinsen und ähnliche Aufwendungen IV.9. 43.579 58.155
Ergebnis vor Steuern   -39.968 -46.040
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag IV.10. -4.097 3.616
Den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehendes Konzernergebnis   -35.871 -49.655

1 Vorjahreswerte wurden angepasst.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar - 31. Dezember 2018 (nach IFRS)

in T€
Anhang 01.01.-31.12.2018 01.01.-31.12.2017
Konzernergebnis   -35.871 -49.655
Ergebnis aus Währungsumrechnungen III.15. 19 -57
Posten, die zukünftig möglicherweise in die GuV umgegliedert werden   19 -57
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionsplänen III.14./III.18. 511 107
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste      
aus Pensionsplänen III.14./III.18. -167 -33
Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung      
umgegliedert werden   344 74
Sonstiges Ergebnis   363 18
Konzerngesamtergebnis   -35.507 -49.637
davon entfallen auf:      
Anteilseigner des Mutterunternehmens   -35.507 -49.637
Anteile ohne beherrschenden Einfluss   0 0

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für die Zeit vom 1. Januar - 31. Dezember 2018 (nach IFRS)

in T€
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Bewertungsrücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
Anhang III.11. III.12. III.13. III.14./III.18.
Stand 01.01.2017 25 264.416 -10.838 -446
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 74
Konzernergebnis 0 0 0 0
Konzerngesamtergebnis 0 0 0 74
Entnahme aus Gewinnrücklagen 0 0 -9 0
Stand 31.12.2017 25 264.416 -10.847 -372
Stand 01.01.2018 25 264.416 -10.847 -372
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 344
Konzernergebnis 0 0 0 0
Konzerngesamtergebnis 0 0 0 344
Stand 31.12.2018 25 264.416 -10.847 -27
Bilanzverlust Währungsumrechnungen Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital Summe Eigenkapital
Anhang III.15.
Stand 01.01.2017 -22.123 10 231.044 231.044
Sonstiges Ergebnis 0 -57 18 18
Konzernergebnis -49.655 0 -49.655 -49.655
Konzerngesamtergebnis -49.655 -57 -49.637 -49.637
Entnahme aus Gewinnrücklagen 0 0 -9 -9
Stand 31.12.2017 -71.778 -46 181.398 181.398
Stand 01.01.2018 -71.778 -46 181.398 181.398
Sonstiges Ergebnis 0 19 363 363
Konzernergebnis -35.871 0 -35.871 -35.871
Konzerngesamtergebnis -35.871 19 -35.507 -35.507
Stand 31.12.2018 -107.649 -27 145.891 145.891

Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar - 31. Dezember 2018 (nach IFRS) 1

in T€
  01.01.-31.12.2018 01.01.-31.12.2017
1. Geschäftstätigkeit    
Konzernergebnis -35.871 -49.655
Im Konzernergebnis enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit    
+ Abschreibungen auf Vermögenswerte 19.222 19.191
+/- Veränderung der Rückstellungen -1.961 1.778
+/- Veränderung der latenten Steuern -6.313 -9.851
-/+ Tilgungen und Wertänderungen von NPL-Portfolios 35.547 36.127
+ Netto-Finanzierungsaufwendungen 41.348 57.690
+ Steueraufwendungen 2.216 13.467
Bestandsveränderungen der Periode    
-/+ Vorräte -31 -17
-/+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen 2.007 -2.599
+/- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten 2.244 169
-/+ Veränderungen übriges Nettovermögen -15.908 -1.261
- Gezahlte Zinsen -1.749 -237
- Gezahlte Ertragssteuern -1.249 -4.052
= Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit 39.502 60.749
2. Investitionstätigkeit    
+ Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen/immateriellen Vermögenswerten 83 0
- Erwerb von Sachanlagen/immateriellen Vermögenswerten -11.157 -3.607
-/+ Auszahlungen/Rückzahlung aus/von gewährten Darlehen und andere Finanzinvestitionen -1.202 -6.549
- Investition in NPL-Portfolios -64.726 -57.080
+ Desinvestition von NPL-Portfolios 2.247 1.900
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -74.755 -65.336
3. Finanzierungstätigkeit    
+ Rückzahlung von Gewinnrücklagen 0 -9
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Bankschulden/revolvierende Kreditfazilität 9.000 0
- Auszahlung aus Zinsderivaten 0 -217
+ Einzahlungen aus Finanzierung von NPL-Portfolios 7.860 15.444
- Tilgung aus Finanzierungen von NPL-Portfolios -7.406 -1.361
+/- Einzahlung aus der Aufnahme (+)/Tilgung (-) von Darlehen (Shareholder Garfunkelux Holdco 3 S.A.) 58.500 -2.000
- Zinszahlungen für Darlehen (Shareholder Garfunkelux Holdco 3 S.A.) sowie die revolvierende Kreditfazilität -40.588 -36.381
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 27.366 -24.524
4. Entwicklung der Liquidität    
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn der Periode 58.168 87.278
+ Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -7.887 -29.110
= Finanzmittel zum Ende der Periode 50.281 58.168
5. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds    
Liquide Mittel 50.281 58.168
davon zweckgebundene Zahlungsmittel 32.774 35.396

1 Vorjahreswerte wurden angepasst.

Konzern-Anhang zum 31. Dezember 2018 (nach IFRS)

I. Allgemeine Erläuterungen

II. Erläuterungen zur Bilanzierung

1.

Grundlagen zur Erstellung des Konzernabschlusses

2.

Änderungen von Bewertungsmethoden und des Ausweises

3.

Auswirkungen neuer und geänderter IFRS

4.

Änderungen von Schätzungen

5.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen im Rahmen der Bilanzierung

6.

Wesentliche Beurteilungen im Rahmen der Bilanzierung

7.

Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

8.

Angaben zur Konsolidierung

9.

Geschäftsrisiken und Kapitalsteuerung

III. Einzelangaben zur Bilanz

1.

Sachanlagen

2.

Immaterielle Vermögenswerte

3.

Geschäfts- oder Firmenwerte

4.

Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen

5.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

6.

Aktive und passive latente Steuern

7.

Vorräte

8.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

9.

Ertragsteuererstattungsansprüche

10.

Flüssige Mittel

11.

Gezeichnetes Kapital

12.

Kapitalrücklage

13.

Gewinnrücklagen

14.

Bewertungsrücklage

15.

Währungsumrechnungen

16.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

17.

Sonstige Rückstellungen

18.

Pensionsrückstellungen

19.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

20.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

21.

Ertragsteuerrückstellungen

IV. Einzelangaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

1.

Umsatzerlöse

2.

Bewertungseffekte

3.

Sonstige betriebliche Erträge

4.

Aufwendungen für bezogene Waren und Leistungen

5.

Personalaufwand und Mitarbeiterbestand

6.

Abschreibungen auf Vermögenswerte

7.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

8.

Zinsen und ähnliche Erträge

9.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

10.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

V. Sonstige Angaben

1.

Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente

2.

Ausbuchung von Vermögenswerten

3.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

4.

Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten

5.

Abschlussprüferhonorare

VI. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

VII. Angaben zu Ereignissen nach dem Bilanzstichtag

VIII. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sowie Angaben zu Organen der Gesellschaft

1.

Nahestehende Unternehmen und Personen

2.

Angaben zu Organen der Gesellschaft

Konzern-Anhang zum 31. Dezember 2018 (nach IFRS)

I. Allgemeine Erläuterungen

Die Lowell Holding GmbH (kurz: "Lowell‟ oder "Gesellschaft‟) ist Mutterunternehmen des Lowell-Konzerns. Die Gesellschaft hat ihren Sitz Am EUROPA-CENTER 1b in Essen und ist unter HRB Nr. 27506 im Handelsregister des Amtsgerichtes Essen eingetragen.

Zum Bilanzstichtag werden die Anteile an der Lowell Holding GmbH mit über 99,9 % von der Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg, und mit weniger als 0,1 % von der Garfunkelux PBA S.à.r.l., Luxemburg/Luxemburg, gehalten. Gemäß Satzung ist das Stimmrecht des Geschäftsanteils der Garfunkelux PBA S.à.r.l. eingeschränkt. Indirekt werden die Geschäftsanteile der Lowell Holding GmbH mehrheitlich von Permira Holding Limited, Guernsey, und dem Ontario Teachers´ Pension Plan, Toronto/Kanada, gehalten. Die Garfunkelux Holdco 2 S.A., Luxemburg/Luxemburg, erstellt als oberstes Mutterunternehmen einen Konzernabschluss für den kleinsten und zugleich größten Kreis von Unternehmen, in den auch die Lowell Holding GmbH als Tochterunternehmen einbezogen wird. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Garfunkelux Holdco 2 S.A., Luxemburg/Luxemburg, erhältlich.

Gegenstand der Lowell ist die Verwaltung des eigenen Vermögens sowie der Erwerb, das Halten und Verwalten und die Veräußerung von Beteiligungen an Unternehmen jeder Rechtsform sowie die Erbringung damit verbundener Dienstleistungen an Beteiligungsunternehmen. Für Erläuterungen zur Geschäftstätigkeit des Lowell-Konzerns wird auf den Lagebericht verwiesen.

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018 wurde nach seiner Aufstellung am 29. November 2019 von der Geschäftsführung freigegeben.

Die Gesellschaften Lowell Financial Services GmbH, GFKL PayProtect GmbH, Proceed Collection Services GmbH, Sirius Inkasso GmbH, ZYKLOP INKASSO DEUTSCHLAND GMBH, GFKL Collections GmbH, Lowell Service GmbH, Lowell Service Center GmbH, Lowell Investment GmbH, Deutsche Multiauskunftei GmbH, Tesch Inkasso Forderungsmanagement GmbH, Tesch Service GmbH, DC Portfolien GmbH, Tesch Inkasso Finance GmbH sowie Tesch mediafinanz GmbH sind im Konzernabschluss der Lowell Holding GmbH zu 100 % konsolidiert. Die Lowell Financial Services GmbH hat mit allen genannten Tochterunternehmen mittelbare oder unmittelbare Ergebnisabführungsverträge geschlossen. Die Lowell Holding GmbH hat sich bereit erklärt, für die von der Lowell Financial Services GmbH bis zum Abschlussstichtag eingegangenen Verpflichtungen im folgenden Geschäftsjahr einzustehen. Die Gesellschaften machen von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB bezüglich der Aufstellung eines Lageberichts (sofern erforderlich) sowie der Offenlegung des Jahresabschlusses und Lageberichts Gebrauch.

Die debifact Factoring GmbH & Co. KG, die INKASSO BECKER WUPPERTAL GmbH & Co. KG und die Apontas GmbH & Co. KG sind ebenfalls im Konzernabschluss zu 100 % konsolidiert. Die Gesellschaften machen von der Befreiungsvorschrift des § 264b HGB bezüglich der Aufstellung eines Lageberichts (sofern erforderlich) sowie der Offenlegung des Jahresabschlusses und Lageberichts Gebrauch.

II. Erläuterungen zur Bilanzierung

1. Grundlagen zur Erstellung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss der Lowell wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie nach § 315e HGB erstellt. Zum Konzern gehören am Bilanzstichtag 29 vollständig konsolidierte Tochter- und Enkelgesellschaften. Eine Übersicht der mittelbaren und unmittelbaren Beteiligungen ist als gesonderte Anlage diesem Anhang beigefügt. Die Lowell beherrscht seit dem Anteilserwerb die vollständig konsolidierten Tochter- und Enkelgesellschaften gem. IFRS 10.6, da sie schwankenden Renditen aus ihrem Engagement in den Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über die Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Die Verfügungsmacht über die Beteiligungsunternehmen lässt sich unmittelbar und allein aus den Stimmrechten ableiten (IFRS 10.11).

Der Konzernabschluss ist auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente. Diese Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Die Betragsangaben erfolgen grundsätzlich in Tausend Euro (T€), sofern nichts Abweichendes vermerkt ist. Alle angegebenen Beträge sind jeweils für sich kaufmännisch gerundet; es können sich somit bei der Addition geringfügige Abweichungen ergeben. Der Konzernabschluss enthält Vergleichsinformationen über die vorhergehende Berichtsperiode.

2. Änderungen von Bewertungsmethoden und des Ausweises

Der von den Arbeitnehmern erdiente Urlaub, aufgebaute Überstunden, die Verbindlichkeiten aus Löhnen und Gehältern sowie die Schwerbehindertenabgabe werden ab dem 1. Januar 2018 bei Lowell als kurzfristige Schulden unter den "Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten‟ erfasst, um einen einheitlichen Ausweis innerhalb des Gesamtgefüges der europaweit tätigen Garfunkelux Holdco 2 S.A.-Gruppe (Garfunkelux-Gruppe) zu gewährleisten. Bis zum 31. Dezember 2017 wies Lowell nicht genommenen Urlaub, aufgebaute Überstunden, Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt sowie die Schwerbehindertenabgabe in den kurzfristigen Schulden unter den "Sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten‟ und dort unter der Position "Urlaubsverpflichtung‟ bzw. "Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt‟ aus. Die Schwerbehindertenabgabe wurde unter den "Übrigen finanziellen Verbindlichkeiten‟ ausgewiesen. Die genannten Positionen sind Bestandteile der mitarbeiterbezogenen Verbindlichkeiten. Der Gesamteffekt aus der Umgliederung beläuft sich zum 31. Dezember 2018 auf 2,6 Mio. €, zum 31. Dezember 2017 auf 2,3 Mio. € und zum 1. Januar 2017 auf 1,6 Mio. €.

Aufgrund der vorgenommenen Änderung des Ausweises wurde die Konzernbilanz wie folgt retrospektiv angepasst:

in T€ 31.12.2017
  vor Änderung Änderung nach Änderung
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten 16.053 2.333 18.386
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 59.740 -2.333 57.407
Summe Passiva 959.328 0 959.328

Die Ausweisänderung führt zu keiner Änderung der Bilanzsumme der Konzernbilanz.

3. Auswirkungen neuer und geänderter IFRS

a) Im Berichtsjahr umgesetzte Rechnungslegungsstandards

Vom International Accounting Standards Board wurden verschiedene Änderungen an bestehenden IFRS vorgenommen und neue Standards und Interpretationen veröffentlicht.

Lowell hat den neuen IFRS 15 zur Umsatzrealisierung modifiziert rückwirkend auf den 1. Januar 2018 angewendet. Eine Anpassung der Vorjahreswerte ist somit nicht erfolgt. Entgegen der bisherigen Vorgehensweise werden zu leistende Vertragsstrafen, die bisher gesondert im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen worden sind, als Minderung des Transaktionspreises nun in den Umsatzerlösen abgebildet. Der diesbezügliche Anpassungseffekt beläuft sich auf 0,4 Mio. €.

Weiterer Änderungsbedarf hat sich nicht ergeben, so dass der neue IFRS 15 keine Auswirkung auf das Gesamtergebnis, das Eigenkapital sowie die Kapitalflussrechnung hat.

IFRS 9 ändert die Bilanzierungsvorschriften für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen.

Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten werden anhand des betriebenen Geschäftsmodells und der Struktur der Zahlungsströme bestimmt. Ein finanzieller Vermögenswert wird dabei beim erstmaligen Ansatz entweder als "zu fortgeführten Anschaffungskosten‟, als "zum beizulegenden Zeitwert mit erfolgsneutraler Erfassung der Wertänderungen im Sonstigen Ergebnis‟ oder als "zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung‟ klassifiziert. Die Klassifizierung und Bewertung finanzieller Verbindlichkeiten erfolgen unter IFRS 9 weitgehend unverändert zu den Bilanzierungsvorschriften des IAS 39. Resultierend aus der Erstanwendung des IFRS 9 waren keinerlei Neubewertungen durchzuführen.

Im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 9 sind Erfolgskomponenten aus der Portfoliobewertung sowie Wertberichtigungen des sonstigen Umlaufvermögens, die bisher in den Umsatzerlösen, den Sonstigen betrieblichen Erträgen, den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen und den Zinsen und ähnlichen Erträgen sowie den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausgewiesen wurden, seit dem 1. Januar 2018 in einer gesonderten Position in der Gewinn- und Verlustrechnung aufzuführen. Aufgrund der Erstanwendung von IFRS 9 wurde die Konzern--Gewinn-und-Verlustrechnung wie folgt retrospektiv angepasst:

in T€ 2017
  vor Änderung Änderung nach Änderung
Umsatzerlöse 286.026 -28.237 257.789
Sonstige betriebliche Erträge 6.868 -267 6.601
Bewertungseffekte 0 25.233 25.233
Sonstige betriebliche Aufwendungen 188.046 -3.455 184.591
Zinsen und ähnliche Erträge 650 -184 465
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -58.155 0 -58.155
Ergebnis vor Steuern -46.040 0 -46.040

Die Ersteinführung des Standards führt zu keiner Änderung des Ergebnisses vor Steuern in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung.

Im Geschäftsjahr 2018 waren darüber hinaus die folgenden überarbeiteten bzw. neu verabschiedete Rechnungslegungsvorschriften und Klarstellungen erstmals anzuwenden, die jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Lowell hatten.

Standard Interpretation Vom IASB veröffentlicht Anwendungspflicht Übernahme durch die EU
IAS 40 Übertragung von als Finanzinvestoren gehaltene Immobilien 08.12.2016 (Amendments: 08.12.2016) 01.01.2018 Ja
IFRS 2 Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung 20.06.2016 (Amendments: 20.06.2016) 01.01.2018 Ja
IFRS 4 Anwendung von IFRS 9 "Finanzinstrumente" gemeinsam mit IFRS 4 "Versicherungsverträge" 12.09.2016 (Amendment: 12.09.2016) 01.01.2018 Ja
Improvements to IFRSs 2014-2016 Cycle Änderungen zu IAS 28 und IFRS 1 08.12.2016 01.01.2018 Ja

b) Veröffentlichte und noch nicht umzusetzende Rechnungslegungsstandards

Neben den vorgenannten anzuwendenden IFRS wurden weitere Standards und Interpretationen veröffentlicht. Diese haben teilweise das Endorsement der EU durchlaufen, sind aber erst zu einem späteren Zeitpunkt anzuwenden.

Standard Interpretation Vom IASB veröffentlicht Anwendungspflicht Übernahme durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss
Änderung von IAS 19 Planänderung, -kürzung oder -abgeltung 07.02.2018 (Amendment: 14.03.2019) 01.01.2019 Ja Es wird zukünftig zwingend verlangt, dass bei einer Änderung, Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Versorgungsplans der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für das restliche Geschäftsjahr unter Verwendung der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen neu zu ermitteln sind, die zur erforderlichen Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) verwendet wurden.
Änderung von IFRS 10/IAS 28 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture 11.09.2014 (Amendment: 17.12.2015, 11.02.2019) Offen Nein Keine
IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebs 22.10.2018 01.01.2020 Nein Beantwortung der Frage, ob ein Unternehmen einen Geschäftsbetrieb oder eine Gruppe von Vermögenswerten erworben hat. Dies ist wesentlich aufgrund der differenzierten Bilanzierungsvorschriften für Geschäfts- und Firmenwerte, Erwerbs kosten und latenten Steuern im Rahmen eines solchen Erwerbs.
IFRS 9 Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung 12.10.2017 01.01.2019 Ja Geringfügige Änderung an IFRS 9 für finanzielle Vermögenswerte mit sogenannten symmetrischen Kündigungsrechten, um deren Bewertung zur fortgeführten Anschaffungskosten bzw. erfolgsneutral zum Fair Value zu ermöglichen.
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 30.01.2014 01.01.2016 Nein Keine
IFRS 16 Leasingverhältnisse 13.012016 01.01.2019 Ja Siehe hierzu die gesonderte Aufstellung.
IFRS 17 Versicherungsverträge 18.052017 01.01.2021 Nein Keine
Improvements to IFRSs 2015- 2017 Cycle Änderungen zu IAS 12, IAS 23, IFRS 3, IFRS 11 12.12.2017 01.01.2019 Ja Keine

IFRS 16 "Leasingveältnisse‟:

IFRS 16 führt ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht (right-of-use asset), das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswertes darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Ausnahmen bestehen für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse.

IFRS 16 ersetzt die bestehenden Leitlinien zu Leasingverhältnissen, darunter IAS 17 Leasingverhältnisse, IFRIC 4 Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, SIC-15 Operating -Leasingverhältnisse - Anreize und SIC-27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen.

Der Standard ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühzeitge Anwendung ist zulässig für Unternehmen, die IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 oder davor anwenden.

Der Lowell-Konzern hat nach intensiver Prüfung die Beurteilung der Auswirkungen der Anwendung des IFRS 16 auf seinen Konzernabschluss abgeschlossen. Als Übergangsmethode hat sich Lowell für den modifizierten rückwirkenden Ansatz entschieden (cummulative catch-up-Methode). Hierbei entfällt die Anpassung vorhergehender Abschlüsse aufgrund der geänderten Rechnungslegungsmethode. Hier wird in der Regel für die identifizierten Leasingverhältnisse beim erstmaligen Ansatz ein Nutzungsrecht in gleicher Höhe der Schuld aus Leasingverhältnissen eingestellt.

Zum 1. Januar 2019 wird sich die Bilanzveränderung durch den IFRS 16 wie folgt darstellen.

in T€ Zugang zur Bilanz zum 01. Januar 2019
Aktivierte Nutzungsrechte 25.516
  27.049

Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Standards ist nicht beabsichtigt.

4. Änderungen von Schätzungen

Änderungen betreffen die Bestimmung der erwarteten Zahlungsströme, welche unter Beibehaltung der Schätzverfahren weiterentwickelt wurden. Hierzu wird insbesondere auf die nachfolgenden Gliederungspunkte II.5. "Wesentliche Schätzungen und Annahmen im Rahmen der Bilanzierung‟ und III.4. "Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen‟ verwiesen. Im Berichtsjahr erfolgten keine Änderungen von Schätzverfahren.

5. Wesentliche Schätzungen und Annahmen im Rahmen der Bilanzierung

Im Folgenden werden die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten erläutert, aufgrund derer ein Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein könnte.

Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen

Die lang- und kurzfristigen zur Abwicklung erworbenen notleidenden Kredite und Forderungen sind zum Bilanzstichtag in Höhe von 238,3 Mio. € (Vj. 211,3 Mio. €) bilanziert. Dabei handelt es sich um zahlungsgestörte Darlehensforderungen sowie sonstige zahlungsgestörte Forderungen, die der Lowell-Konzern mit deutlichen Abschlägen unterhalb des Nennbetrages zur Abwicklung erwirbt. Der Erwerb erfolgt in Bündeln, sogenannten Portfolios. Die erstmalige Bilanzierung erfolgt zu Anschaffungskosten. Als Grundlage für die Kaufpreisfindung und damit zur Ermittlung der Anschaffungskosten dient ein Investitionsmodell. Innerhalb dieses Investitionsmodells werden erwartete Zahlungseingänge ermittelt und erwartete Kosten festgelegt. Zur Abschätzung der realisierbaren Zahlungseingänge für unbesicherte Forderungen können verschiedene Bewertungsverfahren angewandt werden. Je nach Umfang und Qualität der vom Verkäufer gelieferten Daten sowie der Art der Forderungen wird der Bewertungsansatz festgelegt. Teilweise werden mit den verschiedenen Bewertungsmethoden Vergleichsrechnungen erstellt und die Abweichungen in den Ergebnissen analysiert. Dabei müssen die zukünftig erwarteten Zahlungseingänge unter Einbeziehung von Service-, Refinanzierungskosten und der kalkulierten Marge abgezinst werden und zum Stichtag des Kaufes den Kaufpreis ergeben.

Zur Ermittlung der erwarteten Zahlungseingänge von unbesicherten Forderungen wird im Rahmen der Bewertung in der Regel auf Zahlungserfahrungen gleichartiger Portfolios zurückgegriffen.

Die erwarteten Kosten werden in Anlehnung an die historischen Kosten der jeweiligen Servicegesellschaft ermittelt und für die Zukunft abgeschätzt. Relevant sind dabei die Forderungsherkunft, die Anzahl der Einzelforderungen, das durchschnittliche Volumen sowie der erzielbare Automatisierungsgrad in der Bearbeitung.

Aus dem Kaufpreis und den erwarteten Zahlungseingängen wird der Effektivzinssatz ermittelt, der im Rahmen der Folgebewertung verwendet wird.

Die erworbenen Portfolios werden im Rahmen der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Auch die Folgebewertung wird mit Hilfe eines Investitionsmodells kalkuliert. Die erwarteten Zahlungseingänge sowie der zum Erwerbszeitpunkt festgelegte Effektivzinssatz bilden die Grundlage des Modells. Dabei werden die erwarteten Zahlungseingänge anhand verschiedener Bewertungsansätze neu geschätzt und gegebenenfalls angepasst. Bei der erstmaligen Neubewertung der Forderungsportfolios wird außerdem der Effektivzinssatz anhand der bisher erfolgten Zahlungseingänge und der aktuellen Zahlungserwartung überprüft und gegebenenfalls auch angepasst.

Die vereinnahmten Zahlungseingänge aus der Bearbeitung der Forderungen werden im Rahmen des Investitionsmodells unter Berücksichtigung der Diskontierung in Ertrags- und Kapitalkomponenten aufgeteilt. Die Ertragskomponenten werden in den Umsatzerlösen abgebildet, die Kapitalkomponente als Tilgung der Forderungen dargestellt.

Wertminderungstest bei Geschäfts- oder Firmenwerten

Lowell überprüft mindestens einmal jährlich, ob die Geschäfts- oder Firmenwerte (528,7 Mio. €, Vj. 528,7 Mio. €) wertgemindert sind. Dies erfordert eine Schätzung der Nutzungswerte der Zahlungsmittel generierenden Einheiten, denen die Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind. Zur Schätzung des Nutzungswertes muss der Lowell-Konzern die voraussichtlichen künftigen Cashflows aus der Zahlungsmittel generierenden Einheit schätzen und darüber hinaus einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Es wird auch auf die Erläuterungen zu III.3. "Geschäfts- oder Firmenwerte‟ verwiesen.

Pensionsverpflichtungen

Für die Bewertung der Pensionsrückstellungen (5,9 Mio. €, Vj. 6,4 Mio. €) bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Fluktuation, der Renten- und Gehaltsdynamik, des Diskontierungssatzes sowie der Lebenserwartung. Es wird darüber hinaus auf die Erläuterungen zu III.18. "Pensionsrückstellungen‟ verwiesen.

6. Wesentliche Beurteilungen im Rahmen der Bilanzierung

Behandlung von Umsatzsteuernachzahlungen

Mit Urteil vom 27. Oktober 2011 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass beim Kauf eines Portfolios zahlungsgestörter Forderungen keine entgeltliche Leistung des Erwerbers an den Verkäufer vorliegt.

Dieses Urteil wurde vom Bundesfinanzhof mit Urteil vom 26. Januar 2012 übernommen. Allerdings wurde im Rahmen des Urteils weiter ausgeführt, dass der Forderungserwerber aufgrund dessen aus den Eingangsleistungen für den Forderungserwerb und den Forderungseinzug keinen Vorsteuerabzug gemäß § 15 UStG geltend machen kann. Dies bedeutet, dass die Gesellschaften grundsätzlich für den Zeitraum ab dem Jahr 2004 die in diesem Geschäftszweig geltend gemachte Vorsteuer an das Finanzamt zurückerstatten müssten.

Allerdings enthält das in diesem Zusammenhang am 2. Dezember 2015 veröffentlichte Schreiben des Bundesfinanzministeriums ("BMF‟) - wie erwartet - eine Übergangsregelung zur Anwendung der bisherigen Regelungen des Umsatzsteueranwendungserlasses (Abschnitt 2.4 UStAE). Der Lowell-Konzern hat für die in der Vergangenheit im Rahmen von Forderungsankäufen nicht abgeführte Umsatzsteuer eine Rückstellung in Höhe von 3,2 Mio € (Vorjahr 5,4 Mio. €) bzw. für die korrespondierenden Zinsen in Höhe von 1,7 Mio. € (Vorjahr 2,9 Mio €) gebildet.

Für Forderungsankäufe nach dem 1. Juli 2016 (Auslaufen der Übergangsregelung) wurde konsequent die Neuregelung der umsatzsteuerlichen Behandlung angewendet.

Die Jahre ab 2007 sind noch nicht abschließend durch die Betriebsprüfung geprüft. Dementsprechend können sich noch Änderungen zu Gunsten bzw. zu Lasten des Lowell-Konzerns ergeben.

Klageverfahren gegen die Europäische Kommission

Die Europäischen Kommission hat die Sanierungsklausel gemäß § 8c KStG als unzulässige Beihilfe qualifiziert. Dementsprechend hat die Finanzverwaltung die zuvor erteilte verbindliche Auskunft zur Anwendung der Sanierungsklausel beim Einstieg des Investors Advent International, Boston/USA, im Jahr 2009 zurückgezogen. Als Folge konnten die aufgelaufenen steuerlichen Verluste nicht genutzt werden.

Am 28. Juni 2018 hat der Europäische Gerichtshof den Beschluss der Europäischen Kommission für nichtig erklärt. Hierbei vertritt er die Auffassung, dass in das Referenzsystem auch die im Körperschaftsteuersystem angelegte Verlustvortragsmöglichkeit mit einzubeziehen ist. Da § 34 Abs. 6 S. 2 Nr. 1 KStG für die Anwendbarkeit der Sanierungsklausel die Erfüllung weiterer Tatbestandsmerkmale vorsieht, die noch nicht explizit geklärt sind, sowie aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Betriebsprüfung 2007 bis 2009, hat der Lowell-Konzern die diesbezüglichen Ertragsteuerrückstellungen in Höhe von 11,4 Mio. € nicht aufgelöst. Die korrespondierende Rückstellung für Aussetzungszinsen beträgt 4,9 Mio. €.

7. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

a) Bilanzierung erworbener Portfolios

Zur Bilanzierung erworbener Portfolios verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den "Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen‟ unter Punkt II.5. "Wesentliche Schätzungen und Annahmen im Rahmen der Bilanzierung‟.

b) Ansatz, Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten

Finanzielle Vermögenswerte

IFRS 9 unterscheidet zur Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte die folgenden Bewertungskategorien:

i.

Schuldinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (kurz: Fortgef. AK VW)

ii.

Schuldinstrumente erfolgsneutral zum Fair Value bewertet (At fair value through other comprehensive income, kurz: FVOCI), wobei die kumulierten Gewinne und Verluste bei Ausbuchung des finanziellen Vermögenswerts in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden

iii.

Schuldinstrumente, Derivate und Eigenkapitalinstrumente erfolgswirksam zum Fair Value bewertet (At fair value through profit or loss, kurz: FVTPL VW)

iv.

Eigenkapitalinstrumente, die als FVOCI bewertet eingestuft wurden, wobei die Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis (other comprehensive - OCI) bleiben (ohne Umgliederung)

Die Klassifizierung beruht zum einen auf dem Geschäftsmodell des Unternehmens für die Verwaltung der finanziellen Vermögenswerte und zum anderen auf den Charakteristika der mit dem finanziellen Vermögenswert einhergehenden Cashflows.

Ein Schuldinstrument wird in der Regel zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:

i.

Der Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, aus den gehaltenen Vermögenswerten vertragliche Cashflows zu vereinnahmen.

ii.

Die vertraglichen Ausstattungsmerkmale des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Cashflows, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalertrag darstellen.

In diese Kategorie fallen Kredite und Forderungen, die durch Bereitstellung von Bargeld oder Dienstleistungen geschaffen wurden, oder solche, die die Gesellschaft erworben hat. Die Erstbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der grundsätzlich dem Transaktionspreis entspricht. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Wertminderungsvorschriften.

Im Konzern fallen im Wesentlichen die "Zur Abwicklung erworbenen notleidenden Kredite und Forderungen‟ in diese Kategorie. Da es sich hierbei um finanzielle Vermögenswerte mit bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter Bonität handelt, wird ab erstmaligem Ansatz der bonitätsangepasste Effektivzinssatz auf die fortgeführten Anschaffungskosten angewendet. Änderungen der seit dem erstmaligen Ansatz über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste werden als Wertberichtigung erfasst. Für die "Zur Abwicklung erworbenen notleidenden Kredite und Forderungen‟ ist dies Bestandteil der Bewertungseffekte.

Ferner fallen unter die Kategorie der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Vermögenswerte "Sonstige finanzielle Vermögenswerte‟, "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen‟ sowie "Flüssige Mittel‟. Hinsichtlich der "Sonstige finanzielle Vermögenswerte‟ und der "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen‟ macht der Lowell-Konzern von dem vereinfachten Wertminderungsmodell des IFRS 9 Paragraph 5.5.15 Gebrauch.

Zudem hält Lowell zum Bilanzstichtag in dieser Kategorie eine 5%ige Beteiligung an der Global Credit Solutions Pty. Ltd., Melbourne, Australien, welche im Geschäftsjahr 2016 auf einen Buchwert von 1 € abgewertet wurde.

Ein Schuldinstrument wird in der Regel erfolgsneutral zum Fair Value bewertet, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:

i.

Der Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, Vermögenswerte zu verwalten, um vertragliche Cashflows zu vereinnahmen und finanzielle Vermögenswerte zu verkaufen.

ii.

Die vertraglichen Ausstattungsmerkmale des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Cashflows, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Der Lowell-Konzern hält zum 31. Dezember 2018 keine Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum Fair Value bewertet werden.

Ein Schuldinstrument, das weder zu fortgeführten Anschaffungskosten noch erfolgsneutral zum Fair Value bewertet wird, ist erfolgswirksam zum Fair Value zu bewerten. (FVTPL VW)

Eigenkapitalinstrumente werden in der Regel und Derivate werden im Konzernabschluss der Lowell Holding GmbH erfolgswirksam zum Fair Value bewertet.

Der Lowell-Konzern hält zum 31. Dezember 2018 keine Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Die Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten nach IFRS 9 folgt nicht dem Ansatz zur Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte. Mit Ausnahme von Finanzgarantien und Kreditzusagen fallen finanzielle Verbindlichkeiten in die folgenden zwei Kategorien:

i.

Erfolgswirksam zum Fair Value (FVTPL Verb.)

Der Lowell-Konzern hält zum 31. Dezember 2018 keine Verbindlichkeiten in dieser Kategorie.

ii.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten (Fortgef. AK Verb.)

Nach der erstmaligen Erfassung werden die verzinslichen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dies betrifft "Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten‟ sowie die Bilanzposition "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten‟ und "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten‟.

c) Sonstige wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte/Schulden

Langfristige Vermögenswerte/Schulden, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden, sowie die Vermögenswerte/Schulden einer als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Veräußerungsgruppe sind in der Bilanz getrennt von anderen Vermögenswerten dargestellt.

Im Allgemeinen werden die Vermögenswerte oder die Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Ein etwaiger Wertminderungsaufwand einer Veräußerungsgruppe wird zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert und dann den verbleibenden Vermögenswerten und Schulden auf anteiliger Basis zugeordnet - mit der Ausnahme, dass den Vorräten, finanziellen Vermögenswerten, latenten Steueransprüchen, Vermögenswerten im Zusammenhang mit Leistungen an Arbeitnehmer, die weiterhin gemäß den sonstigen Rechnungslegungsmethoden des Konzerns bewertet werden, kein Verlust zugeordnet wird. Wertminderungsaufwendungen bei der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten und spätere Gewinne und Verluste bei Neubewertung werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die Forderungen sind zum Rückzahlungsbetrag angesetzt und besitzen eine Fälligkeit von unter einem Jahr. Für ausfallgefährdete Forderungen wurden im Rahmen von Einzelbewertungen entsprechende Wertberichtigungen berücksichtigt.

Geschäfts- oder Firmenwerte und Niederstwerttest

Geschäfts- oder Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerten, Schulden und Eventualschulden bemessen. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich bzw. dann auf Wertminderung getestet, wenn Sachverhalte oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert gemindert sein könnte.

Im Rahmen der Überprüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, muss der Geschäfts- oder Firmenwert vom Übernahmetag an einer der Zahlungsmittel generierenden Einheiten zugeordnet werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen Einheiten bereits zugewiesen worden sind. Jede Einheit, der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, stellt die niedrigste Ebene innerhalb des Konzerns dar, auf welcher Geschäfts- oder Firmenwerte für interne Managementzwecke überwacht werden.

Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrages der Zahlungsmittel generierenden Einheit bestimmt. Liegt der erzielbare Betrag der Zahlungsmittel generierenden Einheit unter ihrem Buchwert, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst.

Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Bei der Beurteilung des Nutzungswertes werden die geschätzten künftigen Cashflows auf ihren Barwert abgezinst, wobei ein Abzinsungssatz vor Steuern verwendet wird, der gegenwärtige Marktbewertungen des Zinseffekts und der speziellen Risiken der Zahlungsmittel generierenden Einheit widerspiegelt.

Niederstwerttest für die weiteren Vermögenswerte

Des Weiteren wurde am Bilanzstichtag für alle weiteren Vermögenswerte ein Niederstwerttest vorgenommen, sofern die in IAS 36.12 aufgeführten Indikatoren darauf hindeuten, dass eine Wertminderung vorliegen könnte. An jedem Berichtsstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Wertminderungsaufwand, der in früheren Perioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte. Liegt ein solcher Indikator vor, wird der erzielbare Betrag geschätzt. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird dann aufgehoben, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrages herangezogen wurde. Wenn dies der Fall ist, wird der Buchwert des Vermögenswertes auf den erzielbaren Betrag erhöht. Dieser erhöhte Buchwert darf nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre.

Übrige Vermögenswerte

Die übrigen Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten bilanziert. Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen sind zu den um planmäßige Abschreibungen geminderten Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. Fremdkapitalkosten werden den Anschaffungskosten eines Vermögenswertes zugerechnet, sofern es sich um einen qualifizierten Vermögenswert gemäß IAS 23 handelt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear. Der Abschreibungszeitraum entspricht den branchenüblichen Nutzungszeiten der Anlagegüter. Er beträgt bei selbsterstellter Software zwischen drei und zehn Jahren, bei sonstigen immateriellen Vermögenswerten drei bis fünfzehn Jahre, bei Kraftfahrzeugen sechs Jahre sowie bei der übrigen Betriebs- und Geschäftsausstattung eins bis zwanzig Jahre. Die Restwerte der Vermögenswerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Steuern

Organkreis

Für ertragsteuerliche Zwecke gehört die Lowell Holding GmbH zum Abschlussstichtag keinem Organkreis an.

Die Tochtergesellschaft Lowell Financial Services GmbH bildet mit folgenden Gesellschaften aufgrund von Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen eine gewerbe- und körperschaftsteuerliche Organschaft:

GFKL PayProtect GmbH

Proceed Collection Services GmbH

Sirius Inkasso GmbH

ZYKLOP INKASSO DEUTSCHLAND GMBH

GFKL Collections GmbH

Lowell Service Center GmbH

Deutsche Multiauskunftei GmbH

Lowell Service GmbH

Tesch Inkasso Finance GmbH

Tesch Inkasso Forderungsmanagement GmbH

Tesch mediafinanz GmbH

Tesch Service GmbH.

Des Weiteren besteht aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags eine gewerbe- und körperschaftsteuerliche Organschaft mit der Lowell Investment GmbH.

Die Lowell Holding GmbH ist umsatzsteuerliche Organträgerin. Die nachfolgenden Gesellschaften sind Teil des umsatzsteuerlichen Organkreises:

GFKL PayProtect GmbH,

Proceed Collection Services GmbH

GFKL Collections GmbH

Sirius Inkasso GmbH

ZYKLOP INKASSO DEUTSCHLAND GMBH

Lowell Financial Services GmbH

Lowell Service Center GmbH

Deutsche Multiauskunftei GmbH

Lowell Service GmbH

Tesch Inkasso Finance GmbH

Tesch Inkasso Forderungsmanagement GmbH

Tesch mediafinanz GmbH

DC Portfolien GmbH

Tesch Service GmbH

Tatsächliche Steuern

Die tatsächlichen Ertragsteuererstattungsansprüche und Ertragsteuerrückstellungen für die laufende Periode sowie für frühere Perioden sind mit dem Betrag zu bewerten, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Der Berechnung des Betrages werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die am Bilanzstichtag gelten.

Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode auf alle zum Bilanzstichtag bestehenden temporären Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswertes bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz. Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst. Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode erwartet werden, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird. Dabei werden die Steuersätze und Steuervorschriften zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind.

Ertragsteuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst werden, werden im Eigenkapital oder sonstigen Ergebnis und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjektes beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden. Die kurz- und langfristigen latenten Steueransprüche bzw. -schulden werden insgesamt unter den langfristigen Schulden ausgewiesen.

Umsatzsteuer

Erträge, Aufwendungen und Vermögenswerte werden nach Abzug von Umsatzsteuern erfasst. Hierzu gibt es folgende Ausnahmen:

Wenn die beim Kauf von Vermögenswerten oder der Inanspruchnahme von Dienstleistungen angefallene Umsatzsteuer nicht von der Steuerbehörde zurückgefordert werden kann, wird die Umsatzsteuer als Teil der Anschaffungskosten des Vermögenswertes bzw. als Teil der Aufwendungen erfasst.

Forderungen und Schulden werden mitsamt dem darin enthaltenen Umsatzsteuerbetrag angesetzt.

Der Umsatzsteuerbetrag, der von der Steuerbehörde erstattet oder an diese abgeführt wird, wird unter den Forderungen oder Schulden in der Bilanz erfasst.

Rückstellungen

Eine Rückstellung wird gemäß den Regelungen des IAS 37 dann angesetzt, wenn eine gegenwärtige Verpflichtung aufgrund eines Ereignisses der Vergangenheit besteht, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Der Aufwand zur Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung nach Abzug der Erstattung ausgewiesen. Ist die Wirkung des Zinseffektes wesentlich, werden Rückstellungen zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der gegebenenfalls die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Zinsaufwand erfasst.

Pensionsrückstellungen

Der Lowell-Konzern verfügt über beitrags- und leistungsorientierte Pensionszusagen. Bei den Leistungen in die gesetzliche Rentenversicherung handelt es sich um beitragsorientierte Zusagen, die in der Periode zu Aufwand führen, in der die Zahlung erfolgt. Die Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Zusagen werden gemäß IAS 19 berechnet. Die Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie die damit zusammenhängenden Pensionsaufwendungen basieren auf versicherungsmathematischen Modellen. Den Bewertungen liegen dabei unterschiedliche Annahmen wie aktuelle versicherungsmathematisch entwickelte Wahrscheinlichkeiten (Abzinsungsfaktoren, Anstieg der Lebenshaltungskosten etc.), Annahmen über die künftige Fluktuation in Abhängigkeit von Alter und Dienstjahren oder auch erfahrungsbedingte Annahmen über die Eintrittswahrscheinlichkeit von Rentenzahlungen, Ratenzahlung oder Kapitalauszahlung zugrunde. Aufgrund veränderter Markt- und Konjunkturverhältnisse können die den Einflussfaktoren zugrunde gelegten Wahrscheinlichkeiten von aktuellen Entwicklungen abweichen. Mittels Sensitivitätsanalysen werden die finanziellen Auswirkungen der Abweichungen bei den wesentlichen Faktoren ermittelt.

Verbindlichkeiten

Bei der erstmaligen Erfassung von Darlehen werden diese mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung nach Abzug der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet. Die verzinslichen Verbindlichkeiten sind mit dem erwarteten Rückzahlungsbetrag einschließlich der abgegrenzten Zinsen angesetzt worden. Nichtverzinsliche Verbindlichkeiten bestehen im Bereich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Verbindlichkeiten.

Absicherung von Zahlungsströmen und marktzinsinduzierten Wertänderungen

Derivative Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist.

Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivativen werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Derzeit werden im Lowell-Konzern keine derivativen Finanzinstrumente gehalten.

Leasingverhältnisse

Bei Abschluss einer Vereinbarung stellt der Konzern fest, ob eine solche Vereinbarung ein Leasingverhältnis ist oder enthält.

Leasingverhältnisse bezüglich Sachanlagen, bei denen dem Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden, werden als Finanzierungsleasing eingestuft. Vermögenswerte aus anderen Leasingverhältnissen werden als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft und nicht in der Bilanz des Konzerns erfasst. Der Lowell-Konzern hat 2018 ausschließlich Vermögenswerte aus Operating-Leasingverhältnissen.

Geleistete Zahlungen im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses im Gewinn oder Verlust erfasst. Erhaltene Leasinganreize werden als Bestandteil des Gesamtleasingaufwands über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst.

Fremdwährungen

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung und der Darstellungswährung des Konzerns, aufgestellt. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst am Tag des Geschäftsvorfalls zum gültigen Kassakurs zwischen der funktionalen Währung und der Fremdwährung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Währungsdifferenzen werden im Periodenergebnis erfasst.

d) Grundsätze zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Umsatzerlöse

Der Lowell-Konzern realisiert Umsatzerlöse, wenn die Verfügungsgewalt über abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übergeht. Dies ist dann der Fall, wenn der Kunde die Fähigkeit besitzt, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen hieraus zu ziehen. Voraussetzung dabei ist, dass ein Vertrag mit durchsetzbaren Rechten und Pflichten besteht und insbesondere der Erhalt der Gegenleistung unter Berücksichtigung der Bonität wahrscheinlich ist.

a)

Serviceleistungen

Der Lowell-Konzern vereinnahmt Gebühren für Inkassodienstleistungen. Die Umsatzrealisierung erfolgt mit der Abrechnung der Leistungen beim Kunden. Zu den Serviceleistungen gehören die "Gebühren des Inkassoprozesses‟ und die "Kostenerstattungen des Inkassoprozesses‟.

b)

Dienstleistungs- und Programmiererlöse

Dienstleistungs- und Programmiererlöse resultieren im Wesentlichen aus Softwareprogrammierung, SLA-Umsätzen für die Nutzung der Softwarelizenz, Hardwareverkauf und Montage sowie Kundenschulungen.

Die Zahlungsbedingungen sehen in der Regel eine unmittelbare Zahlung nach Rechnungsstellung vor. Hierunter fallen die Umsätze aus "Dienstleistungs- und Programmierungserlöse‟.

c)

Lizenzgebühren

Lizenzgebühren werden periodengerecht in Übereinstimmung mit dem wirtschaftlichen Gehalt des zugrundeliegenden Vertrags erfasst. Hierzu gehören die "Wartungs- und Lizenzerlöse‟.

d)

Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite

Die Erlöse aus den zur Abwicklung erworbenen notleidenden Krediten und Forderungen beinhalten die mittels der Effektivzinsmethode auf Basis des Effektivzinssatzes ermittelten Zinserträge der Periode. In diese Umsatzerlöskategorie fallen die "Erlöse aus erworbenen Portfolios‟.

8. Angaben zur Konsolidierung

a) Konsolidierungskreis

Im Berichtszeitraum wurden folgende Gesellschaften umfirmiert:

Zum 21. August 2018 die IS Inkasso Service GmbH, Rheineck, Schweiz, in die Lowell Inkasso Service GmbH, Rheineck, Schweiz,

zum 21. August 2018 die IS Group Management GmbH, Wien, Österreich, in die Lowell Group Management GmbH, Wien, Österreich,

zum 12. September 2018 die IS Inkasso Service d.o.o., Osijek, Kroatien, in die Lowell Inkasso Service d.o.o., Osijek, Kroatien,

zum 20. September 2018 die IS Inkasso Service GmbH, Linz, Österreich, in die Lowell Inkasso Service GmbH, Linz, Österreich

Die IS Forderungsmanagement GmbH, Linz, Österreich, sowie die EDV-Hofer GmbH, Gmunden, Österreich, wurden zum 1. September 2018 rückwirkend auf den 1. Januar 2018 als Ganzes auf die Lowell Inkasso Service GmbH, Linz, Österreich, verschmolzen.

Zum 19. September 2018 wurde die Lowell Service GmbH mit Sitz in Essen gegründet. Der Zweck der Lowell Service GmbH ist die Erbringung von Inkassodienstleistungen mit allen Hilfs- und Nebengeschäften auf eigene und fremde Rechnung sowie von Servicedienstleistungen einschließlich der Unterstützung der elektronischen Datenverarbeitung von Inkasso- und sonstigen Rechtsdienstleistungen sowie der Erwerb, die Einziehung und der Weiterverkauf von Forderungen jeglicher Art im In- und Ausland einschließlich des Erwerbs von hierauf spezialisierten Unternehmen, die Erbringung von Leistungen im Debitorenmanagement sowie die Erbringung, der Vertrieb und die Vermittlung der Angeboten verbundener Unternehmen, insbesondere Inkassodienstleistungen im gesetzlich zulässigen Umfang im In- und Ausland, die Erbringung von Call-Center-Dienstleistungen, Service- und Büroservice- und EDV-Dienstleistungen. Weiterer Gegenstand ist der Erwerb und die wirtschaftliche Verwertung fälliger bzw. zahlungsgestörter Forderungen. Tätigkeiten im Anwendungsbereich von § 1 Abs. 1 a Satz 2 Nr. 9 KWG sind vom Gegenstand des Unternehmens ausgenommen. Weiterhin werden Servicedienstleistungen im Zusammenhang mit Finanzierungsinstrumenten, der Portfolioprüfung, des Risikomanagements, der Entwicklung statistischer Modelle sowie von Due-Diligence-Prozessen für Zwecke verbundener und fremder Unternehmen erbracht. Der Gegenstand umfasst die Durchführung aller Geschäfte, die mit dem Gegenstand des Unternehmens zusammenhängen oder dem Gesellschaftsgegenstand zu dienen geeignet sind.

Der Konsolidierungskreis hat sich ansonsten im Vergleich zum 31. Dezember 2017 nicht verändert.

b) Konsolidierungsgrundsätze

Die Abschlüsse aller in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind zum Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Ihnen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde.

Die Kapitalkonsolidierung der einbezogenen Tochterunternehmen erfolgt gemäß IFRS 3 mit den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden. Dabei wird zum Erstkonsolidierungszeitpunkt dem jeweiligen Beteiligungsbuchwert das anteilige Eigenkapital der Tochterunternehmen gegenübergestellt. Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen vollkonsolidierten Unternehmen werden aufgerechnet. Aufrechnungsdifferenzen werden in erforderlichem Umfang konsolidiert. Bei der Aufwands- und Ertragskonsolidierung wurden die Innenumsätze sowie die konzerninternen Erträge mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet. Zwischenergebnisse aus getätigten Geschäften zwischen einbezogenen Unternehmen wurden eliminiert. Als Folge der Anwendung konzerneinheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften, der erfolgswirksamen Schuldenkonsolidierung und der Zwischenergebniseliminierung waren Steuerabgrenzungen vorzunehmen, die mit den Steuerabgrenzungen aus den Einzelabschlüssen zusammengefasst wurden.

9. Geschäftsrisiken und Kapitalsteuerung

a) Geschäftsrisiken

Hinsichtlich der Geschäftsrisiken des Lowell-Konzerns wird auf die Erläuterungen im Lagebericht verwiesen, in dem Angaben nach IFRS 7.31-42 sowie darüber hinausgehend weitere Angaben im Rahmen des Risikomanagements gemacht werden.

b) Kapitalsteuerung

Grundsätzlich ist das Ziel der Kapitalsteuerung, sicherzustellen, dass der Lowell-Konzern über eine zur Risikostruktur des Konzerns angemessene Eigenkapitalbasis verfügt. Dies bildet die Voraussetzung dafür, dass der Lowell-Konzerns jederzeit ausreichenden Zugang zu liquiden Mitteln an den Geld- und Kapitalmärkten hat. Regulatorischen Kapitalanforderungen unterliegt der Lowell-Konzern nicht.

Ein sich abzeichnender Kapitalbedarf wird frühzeitig ermittelt und es werden entsprechende Kapitalmaßnahmen beschlossen und durchgeführt.

III. Einzelangaben zur Bilanz

1. Sachanlagen

Die Entwicklung der Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

in T€ Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Anschaffungskosten  
Stand am 1. Januar 2018 7.327
Zugänge 2.213
Abgänge 175
Stand am 31. Dezember 2018 9.365
Aufgelaufene Abschreibungen  
Stand am 1. Januar 2018 2.081
Zugänge 2.043
Abgänge 156
Stand am 31. Dezember 2018 3.967
Restbuchwerte 31. Dezember 2018 5.398

Die Zugänge zu den Abschreibungen enthalten Sonderabschreibungen in Höhe von 380 T€ aufgrund von nicht mehr nutzbaren Vermögenswerten durch den Umzug einzelner Konzerngesellschaften in ein neues Bürogebäude in Ratingen.

Die Entwicklung des Vorjahres stellt sich wie folgt dar:

in T€ Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen
Anschaffungskosten    
Stand am 1. Januar 2017 6.059 0
Zugänge 1.970 8
Umbuchungen 8 -8
Abgänge 710 0
Stand am 31. Dezember 2017 7.327 0
Aufgelaufene Abschreibungen    
Stand am 1. Januar 2017 1.109 0
Zugänge 1.402 0
Abgänge 430 0
Stand am 31. Dezember 2017 2.081 0
Restbuchwerte 31. Dezember 2017 5.246 0

2. Immaterielle Vermögenswerte

Die Entwicklung der Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

in T€ erworbene Software selbsterstellte Software Kundenbeziehungen Markenrechte, Markenname und Warenzeichen Sonstiger immaterieller Vermögenswert geleistete Anzahlungen
Anschaffungskosten            
Stand am 1. Januar 2018 12.392 6.186 129.052 8.209 1.785 1.487
Zugänge 6.117 862 0 0 504 1.461
Umbuchungen 896 283 0 0 0 -1.179
Abgänge 58 0 0 0 0 11
Stand am 31. Dezember 2018 19.347 7.332 129.052 8.209 2.289 1.758
Aufgelaufene Abschreibungen            
Stand am 1. Januar 2018 4.749 1.729 26.758 8.204 676 0
Zugänge 2.583 1.440 12.760 2 391 0
Stand am 31. Dezember 2018 7.333 3.169 39.518 8.206 1.067 0
Restbuchwerte 31. Dezember 2018 12.014 4.164 89.534 4 1.222 1.758

Die Zugänge im Bereich erworbene Software betreffen im Wesentlichen das IT-System für das Forderungsmanagement IKAROS (3,5 Mio. €) und eine Output Management Software (1,3 Mio. €). Geleistete Anzahlungen in Höhe von 1,2 Mio. € wurden aufgrund der Inbetriebnahme von Software in 2018 aktiviert.

Die bei dem Tochterunternehmen GFKL Collections GmbH im Zuge des Erwerbs 2012 allokierten Kundenbeziehungen werden über eine Laufzeit von 8,5 Jahren abgeschrieben. Die im Rahmen des Kaufs des Tochterunternehmens intratech GmbH erworbenen vertraglichen und nicht vertraglichen Kundenbeziehungen werden über eine Laufzeit von 10 Jahren abgeschrieben. Die beim Kauf der österreichischen Lowell-Gruppe (vormals: IS-Gruppe) und der Tesch-Gruppe im Jahr 2016 erworbenen Kundenbeziehungen werden über eine Laufzeit von 10 Jahren abgeschrieben.

Neben den Geschäfts- oder Firmenwerten bestehen keine weiteren immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer.

Die Entwicklung des Vorjahres stellt sich wie folgt dar:

in T€ erworbene Software selbsterstellte Software Kundenbeziehungen Markenrechte, Markenname und Warenzeichen Sonstiger immaterieller Vermögenswert geleistete Anzahlungen
Anschaffungskosten            
Stand am 1. Januar 2017 12.577 5.475 129.052 8.209 1.785 440
Zugänge 400 353 0 0 0 1.422
Umbuchungen 18 358 0 0 0 -376
Abgänge 603 0 0 0 0 0
Stand am 31. Dezember 2017 12.392 6.186 129.052 8.209 1.785 1.487
Aufgelaufene Abschreibungen            
Stand am 1. Januar 2017 2.741 589 12.737 8.201 395 0
Zugänge 2.367 1.139 14.021 3 281 0
Abgänge 359 0 0 0 0 0
Stand am 31. Dezember 2017 4.749 1.729 26.758 8.204 676 0
Restbuchwerte 31. Dezember 2017 7.642 4.458 102.294 6 1.109 1.487

3. Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Bilanzposition umfasst Geschäfts- oder Firmenwerte der Zahlungsmittel generierenden Einheiten. Nachfolgend wird die Überleitung der Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte zu Beginn und zum Ende der Berichtsperiode dargestellt.

in T€ Geschäfts- oder Firmenwerte
Stand am 1. Januar 2018 528.706
Stand am 31. Dezember 2018 528.706
Stand am 1. Januar 2017 528.706
Stand am 31. Dezember 2017 528.706

Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte ist durch einen mindestens jährlich durchzuführenden Impairment-Test zu überprüfen. Zum 31. Dezember 2018 wurden Impairment-Tests für die Firmenwert tragenden, Zahlungsmittel generierenden Einheiten durchgeführt und die Geschäfts- oder Firmenwerte entsprechend dem erzielbaren Betrag bewertet.

Da für keine der Zahlungsmittel generierenden Einheiten ein aktiver Markt besteht, wurde der erzielbare Betrag (Recoverable Amount) im Rahmen der Bestimmung der Nutzungswerte (Value in Use) in Form einer Discounted-Cashflow-Analyse (DCF) ermittelt. Für die Berechnung der Nutzungswerte wurden Cashflows aus der auf IFRS basierenden vierjährigen Finanzplanung des Lowell-Konzerns verwendet. Die geplanten Cashflows resultieren im Wesentlichen aus Forderungsmanagement-Dienstleistungen und der Performance erworbener Portfolios. Der Abzinsungssatz für den Detailplanungszeitraum wurde mit der Weighted-Average-Cost-of-Capital-Methode (WACC) ermittelt und beträgt vor Steuern für den Geschäftsbereich Forderungsmanagement in Deutschland rund 8,2 % (Vj. 7,1 %). Der WACC ist ein Mischzinssatz aus den gewogenen Eigenkapital- und Fremdkapitalkosten, der die durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens in Abhängigkeit von dessen Finanzierungsstruktur wiedergibt. Für den Diskontierungssatz des Fortschreibungszeitraums wurde von einem üblichen Wachstumsabschlag in Höhe von 2,0 % (Vj. 0,5%) auf den Diskontierungszinssatz nach Steuern ausgegangen. Dem im Lowell-Konzern zu berücksichtigenden Buchwert der Zahlungsmittel generierenden Einheiten inklusive Geschäfts- oder Firmenwerten in Höhe von insgesamt 891,1 Mio. € (Vj. 898,8 Mio. €) steht ein erzielbarer Betrag in Höhe von 1.384,8 Mio. € (Vj. 1.948,0 Mio.€) gegenüber.

Die Cashflow-Planung wird überwiegend durch ein Umsatzwachstum im Kaufgeschäft und durch Forderungsmanagement-Dienstleistungen getrieben, bei geringer steigenden direkten Kosten und nahezu gleichbleibenden Verwaltungskosten auch durch die erfolgreiche Integration der Tesch-Gruppe. Besonderes Wachstumspotential im Kaufgeschäft sieht die Geschäftsführung im Finanzsektor und im Bereich Payment Provider. Für die Forderungsmanagement-Dienstleistungen sieht die Geschäftsführung Wachstumspotential in den Segmenten Payment Provider, öffentliche Verwaltung, Versicherungen sowie im Finanzsektor, wobei insbesondere auch Outsourcing-Bemühungen der Kunden durch dort vorhandenen Kostendruck ein zunehmendes Potential bieten. Die Reduktion des relativen Kostenanteils basiert auf der ständigen Optimierung der operativen Abläufe, den permanent weiterentwickelten Analysemöglichkeiten von Schuldnerdaten sowie den Synergieeffekten, die aus der Zusammenlegung der Dienstleistungsfunktionen innerhalb der Unternehmensgruppe herrühren.

4. Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen

In der folgenden Tabelle ist der Bestand der lang- und kurzfristigen zur Abwicklung erworbenen notleidenden Kredite und Forderungen dargestellt.

in T€ 31.12.2018 31.12.2017
Unbesicherte, gekündigte Darlehen 114.737 86.086
Unbesicherte, überfällige sonstige Forderungen 123.536 125.255
Summe 238.273 211.341

Die Aufteilung der zur Abwicklung erworbenen notleidenden Kredite und Forderungen nach den von uns erwarteten Restlaufzeiten stellt sich für 2018 wie folgt dar:

in € Mio.   Restlaufzeit
  unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen 90,3 114,8 33,1 238,3

Für das Vorjahr ergaben sich folgende erwartete Restlaufzeiten:

in € Mio.   Restlaufzeit
  unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen 85,5 101,3 24,5 211,3

Die Entwicklung der zur Abwicklung erworbenen notleidenden Kredite und Forderungen stellt sich wie folgt dar:

in T€ 2018 2017
Anfangsbestand 211.341 200.046
Erwerbe 64.726 49.321
Abgänge 2.247 1.900
Zwischensumme 273.820 247.468
Zahlungseingänge 145.338 136.942
Investitionsertrag 80.425 75.699
Tilgung 64.913 61.243
Bewertungsanpassungen 29.367 25.117
Endbestand 238.273 211.341

Im laufenden Geschäftsjahr erzielte der Lowell-Konzern mit den zur Abwicklung erworbenen notleidenden Krediten und Forderungen Erträge in Höhe von 109,8 Mio. € (Vj. 103,9 Mio. €).

Die Abgänge resultieren generell aus der Rückgabe von Forderungen, welche die vertraglich fixierten Voraussetzungen nicht erfüllten.

Die Bewertungsanpassung spiegelt den Saldo aus Zuschreibungen und Abschreibungen des Jahres wider:

in T€ 2018 2017
Mehreinzüge 21.197 18.121
Korrektur Direktabschreibungen 21 107
Plananpassungen 27.488 25.510
Risikoanpassungen 1.877 2.203
Zuschreibungen 50.583 45.940
Mindereinzüge -11.146 -10.099
Direktabschreibungen -934 -1.747
Plananpassungen -6.549 -7.767
Risikoanpassungen -2.587 -1.210
Abschreibungen -21.217 -20.823
Wertänderungen gesamt 29.367 25.117

Plananpassungen resultieren aus geänderten Erwartungen von zukünftigen Zahlungseingängen. Unter Mehr- bzw. Mindereinzügen werden die Abweichungen der vereinnahmten Zahlungseingänge zu den geplanten Zahlungseingängen dargestellt. Direktabschreibungen betreffen sofortige Abschreibungen beim Kauf von Forderungen, bei denen die erwarteten Zahlungseingänge nicht den Kaufpreis decken. Dies betrifft im Wesentlichen das PayProtect-Geschäft und ist im Zusammenhang mit den zuvor erbrachten Leistungen zu betrachten.

Es wird zudem auf die Gliederungspunkte II.5. "Wesentliche Schätzungen und Annahmen im Rahmen der Bilanzierung‟ sowie II.6. "Wesentliche Beurteilungen im Rahmen der Bilanzierung‟ verwiesen.

Es werden im Rahmen von Szenariorechnungen Auswirkungen von Änderungen der Inputfaktoren, die für die Ermittlung der fortgeführten Anschaffungskosten der NPL-Portfolioinvestitionen herangezogen werden, simuliert. Dabei gibt es verschiedene Inputfaktoren, deren Sensitivitäten in nachfolgender Tabelle ausgewiesen werden.

Faktor Veränderung Simulierte Wertänderung
Cashflow +/- 10% +23,83 Mio. €1-23,83 Mio. €

Für das Vorjahr stellt sich die Auswirkung wie folgt dar:

Faktor Veränderung Simulierte Wertänderung
Cashflow +/- 10% +17,66 Mio. €/-17,66 Mio. €

Die oben angegebenen simulierten Wertänderungen würden sich in gleicher Höhe auf das Ergebnis vor Steuern auswirken, da die Effekte aus der Neubewertung von Portfolios aufgrund von veränderten Cashflow-Erwartungen vollständig ergebniswirksam erfasst werden.

5. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 31.12.2018 31.12.2017
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 5.599 8.581
Übrige langfristige finanzielle Vermögenswerte 118 169
Summe sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 5.716 8.750
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 16.855 70
Übrige finanzielle Vermögenswerte 8.248 7.596
Summe sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 25.103 7.666
Gesamt 30.819 16.416

Der Rückgang der langfristigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultiert insbesondere aus der Umgliederung des Darlehens an die Garfunkelux Holdco 1 S.à.r.l. nebst den bisher dafür aufgelaufenen Zinsen in Höhe von 4,0 Mio. € in den kurzfristigen Bereich sowie gegenläufig aus der Verzinsung des an die Garfunkelux Nominee S.à.r.l. gewährten Darlehens in Höhe von 0,7 Mio. €.

Der Anstieg der kurzfristigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultiert insbesondere zum einen aus der obig angeführten Umgliederung des an die Garfunkelux Holdco 1 S.à.r.l. ausgegebenen Darlehens nebst Zinsen sowie zum anderen aus der Gewährung eines Darlehens an die Lowell Nordics Oy, Helsinki, Finnland, in Höhe von 12,2 Mio. €. Zur Bereitstellung dieses Darlehens wurde die Revolving Credit Facility in Anspruch genommen. Die Umgliederung des Darlehens wurde vorgenommen, da das ursprünglich bis 2027 laufende Darlehen im Geschäftsjahr 2019 getilgt werden soll.

6. Aktive und passive latente Steuern

Im Wesentlichen resultieren die aktiven latenten Steuern aus der Bewertung der steuerlich nutzbaren Verlustvorträge. Hierbei wurde für aktive latente Steuern, deren Werthaltigkeit nicht bereits durch passive latente Steuern in gleicher Höhe gegeben ist, eine Bewertung anhand einer Ergebnisplanung durchgeführt. Insgesamt wurden die Verlustvorträge bewertet und aktive latente Steuern für Verlustvorträge in Höhe von 16,7 Mio. € (Vj. 10,7 Mio. €) angesetzt. Die steuerlichen Verluste betreffen im Wesentlichen die Lowell Holding GmbH selbst sowie die Lowell Financial Services GmbH. Die Berücksichtigung der steuerlichen Verluste der Lowell Holding GmbH beruht auf der Absicht, eine ertragsteuerliche Organschaft mit der Lowell Financial Services GmbH zu bilden. Für Verluste aus dem Zeitraum vor dem Anteilseignerwechsel der Lowell Financial Services GmbH wurden keine aktiven latenten Steuern aktiviert.

Die passiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus den Bewertungen von NPL-Portfolios sowie der immateriellen Vermögenswerte.

Im Folgenden sind die wesentlichen bilanziellen Bereiche dargestellt, für die sich latente Steuern aus temporären Differenzen ergeben:

in T€ 31.12.2018 31.12.2017
NPL-Bewertung -27.405 -22917
Immaterielle Vermögenswerte -30.661 -34.475
Rückstellungen 1.418 2.501
Sonstige Verbindlichkeiten 247 262
Schuldenkonsolidierung -83 -234
Steuerliche Verlust- und Zinsvorträge 16.749 10.742
Sonstige 280 -1.480
Saldo der latenten Steuern -39.455 -45.601

Im Weiteren ist die Veränderung der latenten Steuern tabellarisch dargestellt:

in T€ 2018 2017
Aktive latente Steuern 0 0
Passive latente Steuern -45.601 -55.420
Anfangsbestand -45.601 -55.420
Veränderung im Eigenkapital -167 -32
Zugang aus Unternehmenserwerben 0 0
Abgang aus Unternehmensverkäufen 0 0
Veränderung aus laufenden Ergebnissen 6.313 9.851
Veränderung in der Periode 6.146 9.819
Aktive latente Steuern 0 0
Passive latente Steuern 39.455 -45.601
Endbestand -39.455 -45.601

Zu weiteren Erläuterungen wird auf den Punkt IV.10. "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag‟ verwiesen.

7. Vorräte

Bei den Vorräten handelt es sich im Wesentlichen um EDV-Hardware und Zugangssysteme für Kunden der intratech GmbH. Bei den in Arbeit befindlichen Aufträgen handelt es sich um kundenspezifische Softwareentwicklung, die zu einem späteren Zeitpunkt abgerechnet wird.

8. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die Position betrifft im Wesentlichen Forderungen gegen Mandanten aus Dienstleistungen.

in T€ 31.12.2018 31.12.2017
Kostenauslagen im Rahmen des Inkassoprozesses 2.440 1.688
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 8.782 4.821
Erstattungsansprüche aus sonstigen Steuern 717 70
Rechnungsabgrenzungen und Sonstiges 6.716 4.536
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.667 10.797
Pauschalisierte Einzelwertberichtigung auf Forderungen -3.337 -1.046
Summe 23.984 20.867

Der Anstieg bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultiert im Wesentlichen aus Weiterbelastungen von Gebühren und sonstigem Aufwand aus der revolvierenden Kreditfazilität.

Wertberichtigungen erfolgen einzelfallbezogen auf separaten Wertberichtigungskonten. Im aktuellen Geschäftsjahr wurde eine Harmonisierung innerhalb des Lowell-Konzerns vorgenommen, um eine Vergleichbarkeit des Zahlenwerks zwischen den Tochterunternehmen zu gewährleisten. In der Vergangenheit wurden teilweise die Wertkorrekturen bereits auf den originären Konten vorgenommen und nicht auf dem separaten Wertberichtigungskonto ausgewiesen. Aus dem durchgeführten Harmonisierungsprozess resultiert eine Erhöhung des offen ausgewiesenen Wertberichtigungsbestandes. Durch die Erstanwendung des IFRS 9 ergibt sich im Lowell-Konzern keine Veränderung der Wertberichtigungen. Das Wertberichtigungskonto entwickelte sich wie folgt:

in T€ 31.12.2018 31.12.2017
Einzelwertberichtigung auf Forderungen 1. Januar 2018 1.046 861
Umgliederung von Wertberichtigungen auf separate Wertberichtigungskonten 1.017  
Auflösung -371 -267
Zuführung 1.646 452
Einzelwertberichtigung auf Forderungen 31. Dezember 2018 3.337 1.046

Für uneinbringliche Forderungen werden, unter Berücksichtigung bereits gebildeter Wertberichtigungen, Ausbuchungen vorgenommen.

Das Ausfallrisiko aus Forderungen gegen Kunden wird von der entsprechenden Tochtergesellschaft basierend auf den Richtlinien, Verfahren und Kontrollen des Lowell-Konzerns für das Ausfallrisikomanagement bei Kunden gesteuert. Ausstehende Forderungen gegen Kunden werden regelmäßig überwacht. Der Wertberichtigungsbedarf wird zu jedem Abschlussstichtag für die wesentlichen Kunden auf Einzelbasis analysiert. Zusätzlich wird eine große Zahl von geringeren Forderungen homogen gruppiert und gemeinsam auf Wertminderung beurteilt. Das maximale Ausfallrisiko zum Abschlussstichtag entspricht dem Buchwert. Der Lowell-Konzern hält keine Sicherheiten. Der Lowell-Konzern beurteilt die Risikokonzentration hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als niedrig, da seine Kunden verschiedenen Branchen angehören und auf weitgehend unabhängigen Märkten tätig sind.

9. Ertragsteuererstattungsansprüche

Die Ertragsteuererstattungsansprüche resultieren im Wesentlichen aus den Steuerüberzahlungen der Lowell Financial Services GmbH.

10. Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel betreffen im Wesentlichen Guthaben auf laufenden Bankkonten. Die Verzinsung des Bestandes (> 5,0 Mio. €) auf dem Cash-Pool Master Account erfolgt auf EONIA-Basis. Am Abschlussstichtag wies dieses Konto einen Saldo in Höhe von 5,0 Mio. € aus. Guthaben auf anderen Konten beliefen sich auf 45,3 Mio. €, welche nicht verzinst werden. Von den liquiden Mitteln entfällt ein Teilbetrag in Höhe von 32,8 Mio. € (Vj. 35,4 Mio. €) auf zweckgebundene Mittel. Diese betreffen Weiterleitungsverpflichtungen aus Portfolioverwaltungen und verwaltete Treuhandkonten im Forderungsmanagement.

11. Gezeichnetes Kapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt unverändert 25.001,00 EUR. Gesellschafter sind weiterhin mit einem Anteil von über 99,9 % die Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg, und mit einem Anteil von weniger als 0,1 % die Garfunkelux PBA S.à.r.l, Luxemburg/Luxemburg. Gemäß Satzung ist das Stimmrecht des Geschäftsanteils der Garfunkelux PBA S.à.r.l, Luxemburg/Luxemburg, eingeschränkt.

12. Kapitalrücklage

Bei der ausgewiesenen Kapitalrücklage handelt es sich um Zuzahlungen im Sinne des § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

13. Gewinnrücklagen

Als Folge des im Dezember 2015 erfolgten "Squeeze-out‟ der Lowell Financial Services GmbH sind die Minderheitsaktionäre für die von ihnen noch gehaltenen Aktien abgefunden worden. Aus der hierfür getätigten Entnahme aus den Gewinnrücklagen erfolgt der Ausweis der Gewinnrücklagen mit negativem Vorzeichen.

14. Bewertungsrücklage

Die Position beinhaltet die Neubewertungsrücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste. Für weitere Angaben wird auf Gliederungspunkt III.18. "Pensionsrückstellungen‟ verwiesen.

15. Währungsumrechnungen

Die Position beinhaltet die im Gliederungspunkt II.7. "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze‟ beschriebenen gemäß IAS 21.42 b erfolgsneutral im Eigenkapital abzubildenden kumulierten bilanziellen Umrechnungsdifferenzen, deren Veränderung gegenüber dem Vorjahr in der "Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung‟ dargestellt ist.

16. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

in T€ 31.12.2018 31.12.2017
Verbindlichkeiten aus NPL-Portfolios 8.219 8.817
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 650.438 590.717
Sonstige 79 213
Summe langfristige 658.736 599.747
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 14.525 13.267
Verbindlichkeiten aus NPL-Portfolios 6.318 5.266
Weiterleitungsverpflichtungen aus der Portfolioverwaltung 13.473 13.581
Mitarbeiterbezogene Verbindlichkeiten 3.192 4.627
Verbindlichkeiten aus Barabfindungsangebot 8.041 7.827
Abgrenzungen und Sonstige 13.798 12.839
Summe kurzfristige 59.348 57.407
Gesamt 718.084 657.154

Die Position Verbindlichkeiten aus NPL-Portfolios betrifft Verbindlichkeiten aus der Verbriefung von NPL-Portfolios.

Der Lowell wurde ein weiteres Darlehen über 57,0 Mio. € seitens der Garfunkelux-Gruppe gewährt, um die unterjährig in Anspruch genommene Revolving Credit Facility rückführen zu können. Der Zinssatz des Darlehens beträgt 3,56 % und ist zum 1. November 2023 endfällig.

Zusätzlich wurde ein Darlehen über insgesamt 1,5 Mio. € seitens der Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg, gewährt. Der Zinssatz des Darlehens entspricht dem von der Garfunkelux Holdco 3 S.A. bei der zur Finanzierung des Darlehens aufgenommenen Schuldverschreibung vereinbarten Zinssatzes zuzüglich eines marktüblichen Zuschlags. Das Darlehen ist zum 1. August 2022 endfällig.

Weiterleitungsverpflichtungen aus der Portfolioverwaltung stellen an Mandanten weiterzuleitende Zahlungseingänge von Schuldnern dar.

Der von den Arbeitnehmern erdiente Urlaub, aufgebaute Überstunden, der Anspruch aus Gleitzeittagen, welche über den Bilanzstichtag hinausgehen, die Verbindlichkeiten aus Löhnen und Gehältern sowie die Schwerbehindertenabgabe werden ab dem 1. Januar 2018 in der Lowell-Gruppe als kurzfristige Schulden unter den "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten‟ erfasst, um einen einheitlichen Ausweis innerhalb des Gesamtgefüges der europaweit tätigen Garfunkelux-Gruppe zu gewährleisten.

Die wesentlichen Verbindlichkeiten des Konzerns zum 31. Dezember 2018 sind zusammenfassend in der nachstehenden Übersicht nach Fristigkeit dargestellt:

in T€   Restlaufzeit
  unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.829 0 0 9.829
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 59.348 658.736 0 718.084
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 19.762 0 0 19.762
Summe 88.939 658.736 0 747.675

Zum 31. Dezember 2017 weisen die wesentlichen finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns die in der nachstehenden Übersicht dargestellte Fristigkeit auf:

in T€   Restlaufzeit
  unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 592 0 0 592
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 57.407 9.213 590.534 657.154
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 18.386 0 0 18.386
Summe 76.384 9.213 590.534 676.131

17. Sonstige Rückstellungen

in T€ Sonstige Steuern Zinsen (steuerliche Nebenleistungen) Restrukturierung
Anfangsbestand 7.166 7.933 3
Zuführung 508 1.126 100
Zinseffekt 0 0 0
Inanspruchnahme 2.437 1.635 3
Auflösung 0 0 0
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 0 0
Endbestand 5.237 7.425 100
kurzfristig 5.237 7.425 0
langfristig 0 0 100
Endbestand 5.237 7.425 100
in T€ Langfr. fällige Leistungen an Arbeitnehmer Aufbewahrung Sonstige Summe
Anfangsbestand 1.091 491 3.672 20.356
Zuführung 149 483 2.576 4.942
Zinseffekt -131 -49 0 -181
Inanspruchnahme 71 1 1.846 5.993
Auflösung 1 137 558 696
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 0 1 1
Endbestand 1.038 785 3.845 18.429
kurzfristig 34 210 3.039 15.944
langfristig 1.004 576 806 2.485
Endbestand 1.038 785 3.845 18.429

Die Position sonstige Steuern betrifft Rückstellungen für Umsatzsteuernachzahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb von zahlungsgestörten Forderungen sowie Umsatzsteuernachzahlungen aufgrund der laufenden Betriebsprüfung in Höhe von 2,0 Mio. € (Vorjahr 1,7 Mio. €).

Mit Urteil vom 27. Oktober 2011 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass beim Kauf eines Portfolios zahlungsgestörter Forderungen keine entgeltliche Leistung des Erwerbers an den Verkäufer vorliegt.

Dieses Urteil wurde vom Bundesfinanzhof mit Urteil vom 26. Januar 2012 übernommen. Allerdings wurde im Rahmen des Urteils weiter ausgeführt, dass der Forderungserwerber aufgrund dessen aus den Eingangsleistungen für den Forderungserwerb und den Forderungseinzug keinen Vorsteuerabzug gemäß § 15 UStG geltend machen kann. Dies bedeutet, dass die Gesellschaft grundsätzlich für den Zeitraum ab dem Jahr 2004 die in diesem Geschäftszweig geltend gemachte Vorsteuer an das Finanzamt zurückerstatten müsste.

Allerdings enthält das in diesem Zusammenhang am 2. Dezember 2015 veröffentlichte Schreiben des Bundesfinanzministeriums ("BMF‟) wie erwartet eine Übergangsregelung zur Anwendung der bisherigen Regelungen des Umsatzsteueranwendungserlasses (Abschnitt 2.4 UStAE). Die Gesellschaft hat für die in der Vergangenheit im Rahmen von Forderungsankäufen geltend gemachte Vorsteuer eine Rückstellung gebildet. Für Forderungsankäufe nach dem 1. Juli 2016 (Auslaufen der Übergangsregelung) wurde konsequent die Neuregelung der umsatzsteuerlichen Behandlung angewendet.

Die diesbezügliche Umsatzsteuerrückstellung hat sich durch Inanspruchnahmen von 5,4 Mio. € auf 3,2 Mio. € reduziert. Die Zinsrückstellung hat sich korrespondierend von 2,9 Mio. € auf 1,7 Mio. € reduziert.

Die Jahre ab 2007 sind noch nicht abschließend durch die Betriebsprüfung geprüft. Dementsprechend können sich noch Änderungen zu Gunsten bzw. zu Lasten der Gesellschaft ergeben. Die zurückgestellten Zinsen für steuerliche Nebenleistungen enthalten neben den oben aufgeführten Zinsen zur Umsatzsteuer in Höhe von 1,7 Mio. € noch weitere Nachzahlungszinsen für Betriebsprüfung in Höhe von 0,6 Mio. € und für ausgesetzte Ertragsteuer aufgrund des Rechtsstreits wegen der Sanierungsklausel gemäß § 8c KStG in Höhe von 4,9 Mio. €.

Des Weiteren werden Rückstellungen für Restrukturierungen sowie Rückstellungen für Aufbewahrungen gebildet. Die Rückstellungen werden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken aus der Höhe nach noch nicht feststehenden Verpflichtungen. Die Rückstellungen für Aufbewahrungskosten resultieren aus der gesetzlichen Verpflichtung zur Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen. Aufbewahrungsverpflichtungen bestehen bis zu zwanzig Jahre.

Die Position langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer beinhaltet Jubiläumsansprüche sowie für die österreichischen Enkelgesellschaften gesetzlich geregelte Einmalzahlungen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Rückstellungen wurden unter Berücksichtigung der bereits erdienten Arbeitszeit, einer aktuellen Fluktuationsrate sowie einer marktgerechten Abzinsung ermittelt.

Die Zuführung zu sonstigen Rückstellungen resultiert im Wesentlichen aus belastenden Verträgen in Höhe von 0,7 Mio. €, aus Überzahlungen in Höhe von 0,6 Mio. € sowie aus steuerfreien Auslagen von 0,3 Mio. €, 0,2 Mio. € aus Vertragsanpassungen und 0,2 Mio. € aus Abfindungen. Im aktuellen Geschäftsjahr sind im Lowell-Konzern die sonstigen Rückstellungen für Vertragsstrafen (0,9 Mio. €) sowie für steuerfreie Auslagen (0,6 Mio. €) in Anspruch genommen worden. Die Auflösung von 0,6 Mio. € resultiert hauptsächlich aus Anpassungen von Rückstellungen für Vertragsanpassungen (0,2 Mio. €) sowie Rückstellungen für Vertragstrafen (0,1 Mio. €).

18. Pensionsrückstellungen

Im Lowell-Konzern bestehen leistungsorientierte Versorgungszusagen. Die Pensionsverpflichtungen wurden nach den Vorschriften des IAS 19 berechnet. Der hierbei angesetzte Zinssatz beträgt in Abhängigkeit des Bestands zwischen 1,7 % und 2,2 % (Vj. 1,5 % und 2,0 %). Die Versorgungsverpflichtung (Defined Benefit Obligation) der leistungsorientierten Pläne wurde gemäß IAS 19.67-74 bestimmt. Bei den Berechnungen werden die erwartete Renten- und Gehaltsdynamik sowie eine Fluktuationsrate berücksichtigt. Die Rentendynamik beträgt zwischen 1,0 % und 1,5 % (Vj. 1,0 % bis 1,5 %), die Gehaltsdynamik 2,0 % (Vj. 2,0 %) sowie die Fluktuationsrate 0,0% bis 2,0 % (Vj. 0,0 % bis 2,0 %). Insbesondere die Fluktuationsrate steht in Abhängigkeit des Alters der Anspruchsberechtigten. Tod und Invalidität sind für die deutschen Gesellschaften des Lowell-Konzerns nach den "Richttafeln 2018 G Heubeck‟ (Vorjahr "Richttafeln 2005 G Heubeck") bewertet worden.

Der Vorsorgeplan eines ehemaligen Vorstandsmitglieds einer Gesellschaft des Lowell-Konzern sieht vor, dass bei Erreichen des 60. Lebensjahres der Anspruch auf ein Ruhegehalt besteht. Dieses Ruhegehalt beträgt bis zu 75 % des vor dem Ausscheiden im Durchschnitt der letzten fünf Jahre bezogenen Festgehalts. Die Rückstellung beläuft sich zum Stichtag auf 2,4 Mio. € (Vj. 2,8 Mio. €).

Die Versorgungszusage für zwei ehemalige Beschäftigte bei der GFKL PayProtect GmbH besteht aus einer Altersrente, die bei Erreichen des 65. Lebensjahres gezahlt wird. Die Versorgungsbezüge werden seit Mai/Juli 2017 an die Versorgungsempfänger ausgezahlt. Finanziert werden diese aus einer Rückdeckungsversicherung, welche per 30. Juni 2017 fällig wurde.

Im Rahmen der Übernahme von Mitarbeitern der ERGO-Gruppe bildete die Sirius Inkasso GmbH 2006 erstmals Pensionsrückstellungen. Die Versorgungszusage besteht aus einer lebenslangen Altersrente, welche zum Ausscheiden aus den Diensten der Firma nach Vollendung des 65. Lebensjahres gezahlt wird. Insgesamt besteht die Zusage für 13 Mitarbeiter der Sirius Inkasso GmbH. Ein Mitarbeiter erhält bereits Rentenbezüge aufgrund von Berufsunfähigkeit, für einen verstorbenen Mitarbeiter wird Hinterbliebenenrente gezahlt. Für Mitarbeiter der Proceed Collection Services GmbH sind ebenfalls Versorgungszusagen aus der Übernahme von 19 Mitarbeitern der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG (heute UniCredit Bank AG) gegeben worden.

Die Nettoschuld ermittelt sich wie folgt:

in T€ 2018 2017 2016
Barwert der nicht fondsfinanzierten leistungsorientierten Verpflichtung 9.005 9.491 9.542
Externes Planvermögen -3.119 -3.060 -3.536
Nettoschuld 5.886 6.431 6.005

Die Entwicklung der leistungsorientierten Verpflichtungen (Defined Benefit Obligation) ist in folgender Tabelle dargestellt:

in T€ 2018 2017
Anfangsbestand leistungsorientierte Verpflichtung 9.491 9.542
Zinsaufwand 160 162
Pensionszahlungen -243 -221
Laufender Dienstzeitaufwand 102 107
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) -505 -100
davon aufgrund von Änderungen der demografischen Annahmen 96 0
davon aufgrund von Änderungen der finanzielle Annahmen -508 26
davon aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen -93 -127
Endbestand leistungsorientierte Verpflichtung 9.005 9.491

Das von den Pensionsverpflichtungen abgesetzte Planvermögen ist zu Marktwerten bewertet. Das Planvermögen veränderte sich wie nachfolgend dargestellt:

in T€ 2018 2017
Anfangsbestand Planvermögen 3.060 3.536
Nettozinsertrag 52 56
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) aufgrund von Änderungen der finanziellen Annahmen 12 2
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 82 91
Zahlungen aus Planvermögen -87 -625
Endbestand Planvermögen 3.119 3.060

Aufgrund der Verpfändung des Planvermögens wird dieses mit dem Barwert der nicht fondsfinanzierten leistungsorientierten Verpflichtungen saldiert. Bei dem Planvermögen handelt es sich um Rückdeckungsversicherungen, die von einzelnen Gesellschaften des Lowell-Konzerns abgeschlossen wurden. Diese sind gegenüber den Bezugsberechtigten verpfändet, sodass gemäß IAS 19 eine Saldierungspflicht besteht. Die erwarteten Beiträge zum Planvermögen für das Folgejahr betragen 82 T€ (Vj. 91 T€).

Die bilanzierten Pensionsrückstellungen entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:

in T€ 2018 2017
Anfangsbestand 6.431 6.006
Laufender Dienstzeitaufwand 102 107
Zinsergebnis 108 106
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) -517 -102
davon aufgrund von Änderungen der demografischen Annahmen 96 0
davon aufgrund von Änderungen der finanziellen Annahmen -520 25
davon aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen -93 -127
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen -82 -91
Gezahlte Versorgungsleistungen -156 404
Endbestand 5.886 6.431

Zu Angaben über ergebniswirksame Änderungen der Pensionsrückstellungen wird auf Gliederungspunkt IV.5. "Personalaufwand und Mitarbeiterbestand‟ verwiesen.

Nachfolgend wird eine quantitative Sensitivitätsanalyse der wichtigsten Annahmen zum 31. Dezember 2018 dargestellt:

in T€ 31.12.2018 31.12.2017
Rechnungszins    
Zunahme 0,5 % (Vj. 0,5 %) -767 -854
Abnahme 0,5 % (Vj. 0,5 %) 878 985
Gehaltsdynamik    
Zunahme 0,5 % (Vj. 0,5 %) 159 183
Abnahme 0,5 % (Vj. 0,5 %) -146 -168
Leistungsdynamik    
Zunahme 0,5 % (Vj. 0,5 %) 649 731
Abnahme 0,5 % (Vj. 0,5 %) -583 -653

Die vorstehenden Sensitivitätsanalysen wurden mittels eines Verfahrens durchgeführt, das die Auswirkung realisierter Änderungen der wichtigsten Annahmen zum Ende des Berichtszeitraums auf die leistungsorientierte Verpflichtung extrapoliert. Die Sensitivitätsanalysen basieren auf einer Änderung einer wichtigen Annahme, während alle anderen Annahmen unverändert bleiben. Daher könnte es sein, dass sie nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sind, da unwahrscheinlich ist, dass Änderungen der Annahmen einzeln eintreten.

Folgende Beträge werden voraussichtlich in den nächsten Jahren im Rahmen der leistungsorientierten Verpflichtung ausgezahlt:

in T€ 31.12.2018 31.12.2017
Innerhalb der nächsten 12 Monate (nächstes Geschäftsjahr) 246 227
Zwischen 2 und 5 Jahren 1.041 1.006
Zwischen 5 und 10 Jahren 1.584 1.482
Über 10 Jahre 13.983 12.991
Erwartete Auszahlungen gesamt 16.853 15.706

Die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung beträgt zum Ende des Berichtzeitraumes 19 Jahre.

19. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren im Wesentlichen aus der kurzfristigen Inanspruchnahme der Revolving Credit Facility zur Finanzierung des Darlehens an die Lowell Nordics Oy, Helsinki, Finnland.

20. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Die Position setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 31.12.2018 31.12.2017
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.406 1.585
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 1.840 1.266
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.579 9.320
Mitarbeiterbezogene Verbindlichkeiten 2.607 2.333
Erhaltene Anzahlungen 1.898 2.022
Abgrenzungen und Sonstige 2.431 1.861
Summe 19.762 18.386

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Weiterbelastungen von Kosten für die Finanzierung seitens Unternehmen der Garfunkelux Holdco 2 S.A.-Gruppe.

Der von den Arbeitnehmern erdiente Urlaub, aufgebaute Überstunden, welche über den Bilanzstichtag hinausgehen, die Verbindlichkeiten aus Löhnen und Gehältern sowie die Schwerbehindertenabgabe werden unter den mitarbeiterbezogenen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Erhaltene Anzahlungen betreffen im Wesentlichen Vorauszahlungen von Kunden für den Inkassoprozess.

Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern enthalten unter anderem Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer, Umsatzsteuerverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit.

21. Ertragsteuerrückstellungen

Die Ertragsteuerrückstellungen betreffen Rückstellungen für Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag in Höhe von insgesamt 6,7 Mio. € (Vj. 6,9 Mio. €), Gewerbesteuer in Höhe von 7,2 Mio. € (Vj. 7,3 Mio. €) sowie Rückstellungen für die Betriebsprüfung in Höhe von 16,3 Mio. € (Vj. 15,2 Mio. €).

IV. Einzelangaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse stellen sich wie folgt dar:

in T€ 2018 2017
Gebühren des Inkassoprozesses 124.285 138.431
Kostenerstattung des Inkassoprozesses 35.958 39.294
Erlöse aus erworbenen Portfolios 80.425 75.699
Dienstleistungs- und Programmierungserlöse 1.843 2.464
Wartungs- und Lizenzerlöse 1.107 1.034
Sonstiges 1.047 868
Summe 244.665 257.789

Die Umsätze resultieren im Wesentlichen aus bestands- sowie erfolgsabhängigen Gebühren für die Verwaltung von Forderungen, die Abwicklung zahlungsgestörter Engagements sowie aus Kostenerstattungen. Die den Umsätzen gegenüberstehenden Aufwendungen betreffen im Wesentlichen Personalaufwendungen sowie sonstige betriebliche Aufwendungen, welche insbesondere durch weiterbelastbare Kosten geprägt sind. Des Weiteren stellen die Erlöse aus erworbenen Portfolios die Erlösrealisierung aus den zur Abwicklung erworbenen notleidenden Krediten und Forderungen dar. Hierbei handelt es sich um Portfolios, die in eigenem Risiko der Lowell stehen. Die Erlösrealisierung resultiert aus der Verzinsung der bilanzierten Vermögenswerte zu den jeweiligen Stichtagen. Im Rahmen der Einführung des IFRS 9 waren retrospektive Anpassungen vorzunehmen. Diesbezüglich wird auf den Gliederungspunkt II.2. "Änderungen von Bewertungsmethoden und des Ausweises‟ verwiesen. Der Rückgang der Umsatzerlöse aus den "Gebühren des Inkassoprozesses‟ spiegelt sich auch in einem Rückgang der Aufwendungen des Inkassoprozesses wider (Siehe hierzu Gliederungspunkt IV.7. "Sonstige betriebliche Aufwendungen‟). In den sonstigen Umsatzerlösen sind im laufenden Geschäftsjahr Umsatzerlöse aus Weiterberechnungen an Schwesterunternehmen innerhalb des weltweiten Lowell-Konzernverbundes in Höhe von 3,2 Mio. € enthalten.

Die Umsatzerlöse teilen sich auf die Regionen Deutschland, Österreich und Sonstige wie folgt auf:

in T€ Deutschland Österreich Andere Summe
Umsatzerlöse 224.040 11.691 8.934 244.665

2. Bewertungseffekte

in T€ 2018 2017
Ergebnis aus Portfoliobewertung 29.501 25.117
Wertberichtigung sonstige finanzielle Vermögenswerte -892 -68
Marktbewertung von Zinsderivaten 0 184
Summe 28.609 25.233

Im Rahmen der Ersteinführung von IFRS 9 sind Erfolgskomponenten aus der Portfoliobewertung sowie Wertberichtigungen sonstiger finanzieller Vermögenswerte, die bisher in den Umsatzerlösen, den Sonstigen betrieblichen Erträgen, den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen und den Zinsen und ähnlichen Erträgen sowie den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausgewiesen wurden, seit dem 1. Januar 2018 in einer gesonderten Position in der Gewinn- und Verlustrechnung aufzuführen. Daraus folgend waren zudem retrospektive Anpassungen bei den obig genannten Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung vorzunehmen. Diesbezüglich wird auf den Gliederungspunkt II.2. "Änderungen von Bewertungsmethoden und des Ausweises‟ verwiesen.

Die Bewertungseffekte aus dem Bereich der erworbenen notleidenden Kredite und Forderungen betreffen insbesondere die Bewertung resultierend aus Plananpassungen und aus Mehr- oder Mindererlösen von Portfolios zu den jeweiligen Stichtagen. Die Portfolios stehen in eigenem Risiko von Lowell. Die übrigen Erfolgskomponenten betreffend die im Eigentum von Lowell stehenden Portfolios werden im Gliederungspunkt IV.1. "Umsatzerlöse‟ ausgewiesen. Bei den Effekten aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten handelt es sich um den Saldo von Zuführungen und Auflösung von Wertberichtigungen und Abschreibungen von Forderungen. In der Position Marktbewertung von Zinsderivaten wird der Saldo aus Erträgen und Aufwendungen aus der Marktbewertung von Zinsderivaten aufgeführt.

3. Sonstige betriebliche Erträge

Unter die Sonstigen betrieblichen Erträge fallen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und von abgegrenzten Schulden sowie Erträge aus Sachbezügen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stellen sich wie folgt dar:

in T€ 2018 2017
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 696 1.269
Erträge aus der Auflösung von Verbindlichkeiten 3.975 630
Erträge aus der Vereinnahmung einer bedingten Kaufpreisverbindlichkeit 0 2.500
Erträge aus Sachbezügen 843 716
Sonstige Erlöse 1.205 1.487
Summe 6.719 6.601

Zu weiteren Erläuterungen hinsichtlich der Auflösung von Rückstellungen wird auf Punkt III.17. "Sonstige Rückstellungen‟ verwiesen.

Im Rahmen der Einführung des IFRS 9 waren retrospektive Anpassungen vorzunehmen. Diesbezüglich wird auf den Gliederungspunkt II.2. "Änderungen von Bewertungsmethoden und des Ausweises‟ verwiesen.

4. Aufwendungen für bezogene Waren und Leistungen

Die Aufwendungen für bezogene Waren und Leistungen resultieren im Wesentlichen aus dem Erwerb von Hardware sowie Zugangssystemen bei der intratech GmbH.

5. Personalaufwand und Mitarbeiterbestand

Die Entwicklung des Personals nach Vollzeitstellen zeigt die nachfolgende Übersicht:

  2018 2017
Mitarbeiter zum Stichtag 1.391 1.324
davon Mitarbeiter in Deutschland 1.321 1.254
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 1.341 1.279

Der durchschnittliche Mitarbeiterbestand wird auf Basis monatlicher Auswertungen ermittelt.

Im Rahmen der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

in T€ 2018 2017
Laufender Dienstzeitaufwand 102 107
Zinserträge -52 -56
Zinsaufwand 160 162
Summe 210 214

Zu weiteren Erläuterungen wird auf Punkt III.18. "Pensionsrückstellungen‟ verwiesen.

Neben den Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen enthält der Personalaufwand Arbeitergeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die deutsche Rentenversicherung wird als beitragsorientierter Versorgungsplan klassifiziert. Die gezahlten Beträge belaufen sich auf 4,7 Mio. € (Vj. 3,4 Mio. €).

Der Personalaufwand setzt sich zusammen aus Löhnen und Gehältern in Höhe von 64,7 Mio. € (Vj. 62,1 Mio. €) sowie sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 11,9 Mio. € (Vj. 11,2 Mio. €).

6. Abschreibungen auf Vermögenswerte

Die Abschreibungen auf Vermögenswerte in Höhe von 19,2 Mio. € (Vj. 19,2 Mio. €) betreffen die planmäßige und außerplanmäßige Abschreibung der Sachanlagen sowie der immateriellen Vermögenswerte. Hierzu wird auf die Erläuterung der Gliederungspunkte III.1. "Sachanlagen‟ und III.2. "Immaterielle Vermögenswerte‟ verwiesen.

7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stellen sich wie folgt dar:

in T€ 2018 2017
Aufwendungen des Inkassoprozesses 131.245 136.695
Allgemeine Verwaltungskosten, Beiträge und Mieten 25.876 22.246
Personalbeschaffung und freie Mitarbeiter 10.768 7.181
Beratungs- und Prüfungskosten 7.632 5.723
Aufwendungen gegenüber verbundenen Unternehmen 3.465 3.443
Sonstige Steuern 328 416
Provisionen, Nebenkosten der Refinanzierung 0 7
Aufwendungen aus Wechselkursdifferenzen 29 12
Aufwendungen aus dem Abgang von Vermögenswerten 78 523
Übrige betriebliche Aufwendungen 2.767 8.344
Summe 182.188 184.591

Aufwendungen des Inkassoprozesses betreffen insbesondere Rechts-, Gerichts- und Mahnkosten sowie Porto und weitere Aufwendungen für den Einzug von Forderungen. Der Rückgang der Aufwendungen des Inkassoprozesses spiegelt sich auch in einem Rückgang der Gebühren des Inkassoprozesses wider (Siehe hierzu Gliederungspunkt IV.1. "Umsatzerlöse‟).

In der Position Allgemeine Verwaltungskosten, Beiträge und Mieten sind Aufwendungen aus Operate-Lease-Verträgen in Höhe von 10,2 Mio. € (Vj. 9,2 Mio. €) enthalten. Der Anstieg der Allgemeinen Verwaltungskosten, Beiträge und Mieten resultiert insbesondere aus dem Aus- und dem Umbau der konzernweiten IT-Infrastruktur, welche zu einer effizienteren Datenerhebung und -verarbeitung führen soll.

Die Aufwendungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Weiterbelastungen von Schwesterunternehmen im bestehenden Garfunkelux-Konzernverbund.

Bei den übrigen betrieblichen Aufwendungen existierten im Vorjahr Sondereffekte resultierend aus dem Erwerb der Tesch-Gruppe sowie aus Steuererstattungsansprüchen des ehemaligen Mutterunternehmens in Höhe von jeweils 2,5 Mio. €.

Im Rahmen der Einführung des IFRS 9 waren retrospektive Anpassungen vorzunehmen. Diesbezüglich wird auf den Gliederungspunkt II.2. "Änderungen von Bewertungsmethoden und des Ausweises‟ verwiesen.

8. Zinsen und ähnliche Erträge

Die Zinsen und zinsähnlichen Erträge betreffen Zinsen für das der Garfunkelux Holdco 1 S.à.r.l gewährte Darlehen in Höhe von 0,3 Mio. €, Zinsen für die der Garfunkelux Nominee S.à.r.l gewährten Darlehen von 0,5 Mio. €, Zinsen für das der Lowell Nordics Oy, Helsinki, Finnland, gewährte Darlehen in Höhe von 1,1 Mio. € sowie den Zinsanteil von Rückstellungen mit einer Fristigkeit von über einem Jahr in Höhe von 0,3 Mio. €.

Im Rahmen der Einführung des IFRS 9 waren retrospektive Anpassungen vorzunehmen. Diesbezüglich wird auf den Gliederungspunkt II.2. "Änderungen von Bewertungsmethoden und des Ausweises‟ verwiesen.

9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus Zinszahlungen gegenüber der Garfunkelux Holdco 3 S.A. in Höhe von 39,0 Mio. €, aus Zinsaufwendungen für die Revolving Credit Facility in Höhe von 2,7 Mio. € und aus dem Steuerbereich von 1,4 Mio. €.

Im Rahmen der Einführung des IFRS 9 waren retrospektive Anpassungen vorzunehmen. Diesbezüglich wird auf den Gliederungspunkt II.2 "Änderungen von Bewertungsmethoden und des Ausweises‟ verwiesen.

10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Berechnung des Konzernsteueraufwandes erfolgt mit einem Steuersatz von 32,30 % (Vj. 32,30 %). Dieser Steuersatz wird ebenso für die Berechnung der latenten Steuern herangezogen.

Die steuerliche Überleitungsrechnung stellt sich wie folgt dar:

in T€ 01.01. bis 31.12.2018 01.01. bis 31.12.2017
Ergebnis vor Ertragsteuern -39.968 -46.040
Erwartete Ertragsteuer -12.909 -14.873
Modifikation der steuerlichen Ergebnisermittlung 1.013 1.045
True-Up/Wertberichtigungen -11.477 16.118
Bewertung und Nutzung von Verlustvorträgen 18.286 285
Periodenfremde Steuern 1.107 26
Permanente Effekte -218 748
Steuersatzeffekte 107 257
Sonstige -6 10
Effektive Ertragsteuern -4.097 3.616

Die Modifikationen der steuerlichen Ergebnisermittlung betreffen insbesondere die Hinzurechnungen der steuerlich nicht abziehbaren Aufwendungen der Gesellschaft sowie der Lowell Financial Services GmbH.

Der True-Up bzw. die Wertberichtigungen resultieren im Wesentlichen aus der Annahme, dass die steuerlichen Zinsvorträge der Lowell Holding GmbH zukünftig nicht genutzt werden können.

Die periodenfremden Steuern sind aufgrund von Betriebsprüfungen angefallen.

Der Steueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 01.01. bis 31.12.2018 01.01. bis 31.12.2017
Tatsächliche Steuern 1.109 2.415
Tatsächliche Steuern aus Vorjahren 1.107 11.052
Latente Steuern -6.313 -9.851
Summe -4.097 3.616

V. Sonstige Angaben

1. Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente

Für die Klassifizierung der Finanzinstrumente nach IFRS 9 im Lowell-Konzern wird auf Gliederungspunkt II.7. "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze‟ verwiesen.

In der nachfolgenden Aufstellung sind die Vermögenswerte und Schulden zum 31. Dezember 2018 den Kategorien gemäß IFRS 9 zugeordnet:

in T€ Kategorie Buchwerte
Finanzielle Vermögenswerte    
Kredite und Forderungen Fortgef. AK VW 343.358
Finanzielle Verbindlichkeiten/Schulden    
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten Fortgef. AK Verb. 747.675

Die Kategorien verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Positionen der Bilanz:

in T€
Langfristige finanzielle Vermögenswerte  
Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen 147.980 Fortgef. AK VW
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.716 Fortgef. AK VW
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte  
Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen 90.293 Fortgef. AK VW
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 23.984 Fortgef. AK VW
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 25.103 Fortgef. AK VW
Flüssige Mittel 50.281 Fortgef. AK VW
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten/Schulden  
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 658.736 Fortgef. AK Verb.
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten/Schulden  
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.829 Fortgef. AK Verb.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 19.762 Fortgef. AK Verb.
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 59.348 Fortgef. AK Verb.

Die Aufstellung setzt sich für den 31. Dezember 2017 wie folgt zusammen:

in T€ Kategorie Buchwerte
Finanzielle Vermögenswerte    
Kredite und Forderungen LaR 306.792
Finanzielle Verbindlichkeiten/Schulden    
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAC 676.132

Die Kategorien verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Positionen der Bilanz:

in T€
Langfristige finanzielle Vermögenswerte  
Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite  
und Forderungen 125.707 LaR
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 8.750 LaR
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte  
Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite  
und Forderungen 85.635 LaR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen  
und sonstige Forderungen 20.867 LaR
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7.666 LaR
Flüssige Mittel 58.168 LaR
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten/Schulden  
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 599.747 FLAC
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten/Schulden  
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 592 FLAC
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und  
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 18.386 FLAC
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 57.407 FLAC

Die Buchwerte leiten sich gemäß IFRS 7.42L zum 1. Januar 2018 wie folgt über:

in T€   Kategorie Buchwerte
  IAS 39 IFRS 9
Finanzielle Vermögenswerte      
Kredite und Forderungen LaR Fortgef. AK VW 306.792
Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden FAaFV FVTPL VW 0
Finanzielle Verbindlichkeiten/Schulden      
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAC Fortgef. AK Verb. 676.132
Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden FLaFV FVTPL Verb. 0

Die Kategorien verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Positionen der Konzernbilanz bei Lowell Holding GmbH:

in T€   Kategorie Buchwerte
  IAS 39 IFRS 9
Langfristige finanzielle Vermögenswerte      
Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen LaR Fortgef. AK VW 125.707
Sonstige finanzielle Vermögenswerte LaR Fortgef. AK VW 8.750
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte      
Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen LaR Fortgef. AK VW 85.635
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen LaR Fortgef. AK VW 20.867
Sonstige finanzielle Vermögenswerte LaR Fortgef. AK VW 7.666
Flüssige Mittel LaR Fortgef. AK VW 58.168
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten/Schulden      
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC Fortgef. AK Verb. 599.747
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten/Schulden      
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC Fortgef. AK Verb. 592
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten FLAC Fortgef. AK Verb. 18.386
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC Fortgef. AK Verb. 57.407

Zu Angaben zu Bewertungstechniken der NPL-Investments wird auf Punkt II.7.a "Bilanzierung erworbener Portfolios‟ verwiesen.

Bei den "Finanziellen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden‟, handelt es sich im Wesentlichen um festverzinsliche Darlehen. Es liegen keine substanziellen Hinweise vor, dass sich die vereinbarten Credit-Spreads seit dem Abschluss der Darlehen signifikant verändert haben. Insofern entsprechen die Buchwerte unverändert den Marktwerten der finanziellen Verbindlichkeiten.

Die Ergebnisbeiträge (Netto-Gewinne und -Verluste) je IFRS 9-Kategorie stellen sich zum 31. Dezember 2018 wie folgt dar:

in T€
Kategorie Zinserträge Zinsaufwendungen Gebühren Wertminderungen und -aufholung Nettoergebnis
Fortgef. AK VW 80.437 0 -467 28.609 108.581
Fortgef. AK Verb. 1.921 42.211 -1 -4 -40.295

Zum 31. Dezember 2017 setzen sich die Beträge wie unten aufgeführt zusammen. Bezüglich der geänderten Bezeichnung der Kategorien wird auf die Überleitungsdarstellung betreffend die Konzernbilanz hingewiesen.

in T€
Kategorie Zinserträge Zinsaufwendungen Gebühren Wertminderungen und -aufholung Nettoergebnis
LaR 75.699 0 -466 25.142 100.375
FLAC 1.724 45.951 -2.301 -9.425 -55.953
FLaFV 7 205 0 0 -198

Im Rahmen der Refinanzierung über Verbriefungstransaktionen wurden diverse finanzielle Vermögenswerte an dritte Vertragsparteien als Sicherheit verpfändet. Die Entwicklung der als Sicherheit hinterlegten finanziellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

in T€ 31.12.2018 31.12.2017
Abgetretene NPL-Portfolios 21.238 20.650
Summe 21.238 20.650

Es existieren keine Finanzinstrumente, welche vielfach eingebettete Derivate enthalten.

Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Fair-Value-Risiken nach IFRS 9 bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

2. Ausbuchung von Vermögenswerten

Zum Zwecke der Refinanzierung von NPL-Portfolios wurden diese zum Teil an Zweckgesellschaften verkauft. Es kommt hierbei zu keiner Ausbuchung der Vermögenswerte sowie auch nicht zu einer Bilanzierung eines fortgeführten Engagements. Über eine nachrangige Finanzierung der Zweckgesellschaft sowie die Abrechnungsmodalitäten für eingehende Zahlungen der Schuldner trägt Lowell weiterhin die wesentlichen Chancen und Risiken der NPL-Portfolios. Die Vermögenswerte sind weiterhin in der Position "Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen‟ (21,2 Mio. €, Vj. 20,6 Mio. €) und die Schulden in der Position "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten‟ (14,5 Mio. €; Vj. 14,1 Mio. €) bilanziert.

3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die voraussichtliche Entwicklung der Zahlungsverpflichtungen aus Mietverpflichtungen für Geschäftsräume, Wartungsverträgen und als Operate-Leasing gem. IAS 17 zu klassifizierenden Leasingverträgen für eigengenutzte Firmenfahrzeuge sowie eigengenutzte Kommunikations- und IT-Ausstattung sind aus den folgenden Tabellen ersichtlich.

Zum 31. Dezember 2018 ergeben sich folgende finanzielle Verpflichtungen:

in T€ Folgejahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Mieten 5.407 17.596 12.767
Wartungsverträge 1.452 108 0
Operate-Leasing 2.661 10.025 648

Zum 31. Dezember 2017 bestanden folgende finanzielle Verpflichtungen:

in T€ Folgejahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Mieten 5.659 13.642 4.363
Wartungsverträge 2.181 983 317
Operate-Leasing 1.104 562 0

Die Lowell-Gruppe schließt für eigengenutzte Fahrzeuge sowie eigengenutzte Kommunikations- und IT-Ausstattungen Leasingverträge ab. Hierbei handelt es sich um Operate-Lease-Verträge gemäß IAS 17.

4. Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten

Die Lowell Holding GmbH, Essen, und einige ihrer Tochter- und Schwestergesellschaften sind Garantiegeber für folgende Anleihen:

Datum Emittent Betrag Kupon
23. Juli 2015 Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg 365 Mio. € 7,5%
19. Oktober 2015 Garfunkelux Holdco 2 S.A., Luxemburg 230 Mio. £ 11,0%
19. Oktober 2015 Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg 565 Mio. £ 8,5%
20. September 2017 Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg 415 Mio. € EURIBOR plus 3,5%
02. Februar 2018 Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg 530 Mio. € EURIBOR plus 4,5 %
02. Februar 2018 Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg 1,280 Mrd. SEK STIBOR plus 4,75 %
29. Juni 2015 Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg < 455 Mio. € EURIBOR/LIBOR plus 3,5 %

Hinsichtlich der Kreditlinie in Höhe von 455 Mio. €, die unter anderem von der Lowell Holding GmbH, Essen, von der Lowell Financial Services GmbH, Essen und von der Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg, in Anspruch genommen werden kann, haftet die Lowell Holding GmbH und einige ihrer Tochterunternehmen auch für die Inanspruchnahmen der anderen Gesellschaften der Garfunkelux-Gruppe. Zum 31. Dezember 2018 wurde die Kreditlinie i.H.v. 16,2 Mio € in Anspruch genommen, davon i.H.v. 9,0 Mio € durch den Lowell-Konzern.

Zusätzlich haben die Lowell und verschiedene Konzerngesellschaften Forderungen an verbundene Unternehmen als Sicherheit abgetreten. Zum Bilanzstichtag beliefen sich diese Forderungen auf insgesamt 280.827 T€.

Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet, da die Kreditnehmer auf Grundlage ihrer Liquiditätsplanung in der Lage sein werden, ihre Verpflichtungen zu erfüllen.

Die ZYKLOP INKASSO DEUTSCHLAND GMBH, Krefeld, ist von ihrem ehemaligen Vermieter verklagt worden, da sie Räumlichkeiten nicht vertragsgemäß zurückgegeben habe. Die Gesellschaft hält die Ansprüche im Wesentlichen für unbegründet. Es wurde jedoch vorsorglich eine Drohverlustrückstellung in Höhe von 0,1 Mio. € gebildet.

Zudem besteht eine Eventualverbindlichkeit aus einem Mietverhältnis bei der INKASSO BECKER WUPPERTAL GmbH & Co. KG, Wuppertal, in Höhe von 0,2 Mio. €.

Des Weiteren fungiert die Lowell Holding GmbH inter alia für eventuelle finanzielle Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten als Garantiegeberin, die im Konsolidierungskreis der Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg, eingegangen wurden.

5. Abschlussprüferhonorare

Die den Konzernabschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betreffenden Honorare für das Geschäftsjahr setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 2018 2017
Abschlussprüfungsleistungen 575 410
Steuerberatungsleistungen 26 0
Sonstige Leistungen 0 0
Summe 601 410

VI. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des Lowell-Konzerns im Laufe des Jahres 2018 durch Mittelzuflüsse und -abflüsse verändert haben. In der Kapitalflussrechnung sind die Zahlungsströme nach Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert (IAS 7).

Im Bereich Forderungsmanagement wird unter anderem der Erwerb und die Abwicklung von NPL-Portfolios auf eigene Rechnung betrieben. Die damit in Verbindung stehenden Zahlungsströme werden separiert und dem Investitions-Cashflow (Erwerb der Portfolios), dem Finanzierungs-Cashflow (Finanzierung der NPL-Investments) und dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (Realisierung von Zahlungseingängen aus der Bearbeitung) zugeordnet. Hierdurch wird eine verursachungsgerechtere Darstellung erreicht. Die Zinszahlungen für Darlehen der Garfunkelux Holdco 3 S.A. sowie die revolvierende Kreditfazilität werden innerhalb der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Folgende Erläuterungen werden gegeben:

1.

Der Finanzmittelfonds enthält liquide Mittel in Höhe von 50,3 Mio. € (Vj. 58,2 Mio. €). Davon entfällt zum 31. Dezember 2018 ein Teilbetrag in Höhe von 32,8 Mio. € (Vj. 35,4 Mio. €) auf zweckgebundene Mittel. Der Finanzmittelfonds der Kapitalflussrechnung entspricht dem Bestand der bilanzierten flüssigen Mittel.

2.

Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit ist wesentlich durch die Zahlungseingänge auf NPL-Portfolios (145,3 Mio. €; Vj. 136,9 Mio. €) geprägt.

3.

Bis zum 31. Dezember 2018 ergibt sich für den Konzern ein Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von 39,5 Mio. € (Vj. 60,7 Mio. €).

4.

Im Cashflow aus Investitionstätigkeit (-74,8 Mio. €, Vj. -65,3 Mio. €) werden die Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Einzahlungen aus der Veräußerung von Vermögenswerten und Veränderungen aus gegebenen Darlehen sowie die Investitionen und Desinvestitionen in NPL-Portfolios abgebildet. Der Cashflow aus NPL-Portfolios beläuft sich auf -62,5 Mio. € (Vj. -55,2 Mio. €).

5.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (27,4 Mio. €, Vj. -24,5 Mio. €) umfasst im Jahr 2018 insbesondere Einzahlungen aus der Aufnahme von Bankschulden und Darlehen gegenüber der Gesellschafterin sowie gegenläufig Zinszahlungen für Darlehen gegenüber der Gesellschafterin und aus der revolvierenden Kreditfazilität.

6.

Der Cashflow aus Ertragsteuern beträgt 1,2 Mio. € (Vj. 4,1 Mio. €).

VII. Angaben zu Ereignissen nach dem Bilanzstichtag

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag liegen nicht vor.

VIII. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sowie Angaben zu Organen der Gesellschaft

1. Nahestehende Unternehmen und Personen

In den nachfolgenden Übersichten sind Transaktionen mit nahestehenden Personen und Unternehmen aufgeführt. Erfolgswirksame sowie ergebnisneutrale Geschäftsvorfälle wurden in den nachfolgenden Tabellen zu Transaktionen zusammengefasst. Nicht angegeben sind die Vergütung vom Management in Schlüsselpositionen. Diese sind detailliert unter Punkt VIII.2. "Angaben zu Organen der Gesellschaft‟ dargestellt.

Die Verbindlichkeiten und Transaktionen aus erhaltenen Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ Transaktionen Bestände
  2018 2017 31.12.2018 31.12.2017
Permira 64.960 276.869 665.318 603.273
Garfunkelux Holdco 3 S.A. 64.960 276.869 665.318 603.273
Anteilseigner mit maßgeblichem Einfluss 64.960 276.869 665.318 603.273
Permira Beteiligungsberatung GmbH 0 6 0 6
Simon Bidco Limited 3.402 1.254 3.402 993
Simon Midco Limited 650 0 650 0
Duff & Phelps GmbH 20 0 0 0
Teamviewer GmbH 3 0 0 0
P&I Personal und Informatik AG 5 0 0 0
Nahe stehende Personen des Anteilseigners mit maßgeblichem Einfluss 4.080 1.260 4.052 999
Unternehmen bei denen Schlüsselpersonen maßgeblichen Einfluss haben 0 15 5 5
Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen 19 25 0 0
Summe 69.059 278.169 669.375 604.277

Verbindlichkeiten gegenüber Permira resultieren aus gewährten Darlehen der Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg. Weitere Erläuterungen sind unter Punkt III.16. "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten‟ aufgeführt.

Die Transaktionen mit Simon Bidco Limited betreffen Weiterbelastungen für erbrachte Dienstleistungen. Jene mit Simon Midco Limited betreffen Weiterbelastungen resultierend aus dem von der Garfunkelux Holdco 3 S. A., Luxemburg/Luxemburg, im vierten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres gewährten Darlehen. Die Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen betreffen im Wesentlichen erhaltene Leistungen von Unternehmen und Personen, welche dem Lowell-Konzern nahestehen.

Die Forderungen und Transaktionen aus gewährten Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ Transaktionen Bestände
  2018 2017 31.12.2018 31.12.2017
Permira 466 298 4.109 3.698
Garfunkelux Holdco 1 S.A.R.L 466 71 3.938 3.471
Garfunkelux Holdco 2 S.A. 0 171 171 171
Garfunkelux Holdco 3 S.A. 0 56 0 56
Anteilseigner mit maßgeblichem Einfluss 466 298 4.109 3.698
Simon Bidco Limited 2.821 255 6.251 3.430
Hansa Holdco Limited 650 0 650 0
Lowell Nordics OY 14.929 0 14.498 0
Lowell Sverige AB 129 0 129 0
Garfunkelux Nominee S.A.R.L. 826 320 6.818 5.519
TeamViewer GmbH 3 8 0 0
Nahestehende Personen des Anteilseigners mit maßgeblichem Einfluss 19.358 583 28.346 8.949
Management in Schlüsselpositionen 1 1 0 0
Summe 19.825 882 32.455 12.647

Die Transaktionen mit der Gesellschaft Hansa Holdco Limited betreffen Zinsen für das durch die Lowell Holding GmbH gewährte Darlehen. Ferner wurden der Lowell Nordics OY und der Simon Bidco Limited Darlehen gewährt, für welche im Geschäftsjahr Zinsen und Gebühren angefallen sind. Weitere diesbezüglich Erläuterungen sind unter Punkt III.16. "Sonstige finanzielle Vermögenswerte‟ aufgeführt. An die Lowell Sverige AB wurden Kosten für Personal weiterbelastet. Die Transaktionen mit der Garfunkelux Nominee S.A.R.L. resultierenen aus Zinsen für gewährte Darlehen.

Teile des Managements des Lowell-Konzerns sind an einer Permira-Gesellschaft beteiligt, die über einen Treuhänder Anteile an der Garfunkelux 1 S.A.R.L. und damit mittelbar an der Lowell Holding GmbH hält. Der Erwerb der Anteile erfolgte zu Marktpreisen. Eine Auswirkung auf das Periodenergebnis der Lowell Holding GmbH ist somit nicht gegeben. Die Gesellschafter sind vielmehr an einem möglichen Exit-Erlös beteiligt. Das Management kann die Anteile nicht frei verkaufen.

2. Angaben zu Organen der Gesellschaft

Zum 1. November 2018 ist Thomas Dold aus der Geschäftsführung ausgeschieden. Zum gleichen Zeitpunkt hat Holger Taubmann sein Amt als Geschäftsführer aufgenommen. Die Geschäftsführung setzt sich zum 31. Dezember 2018 wie folgt zusammen:

Mitglieder der Geschäftsführung Bestellt am Ausgeschieden zum
Anke Kathrin Blietz-Weidmann, ...Königs Wusterhausen 19.04.2016 ------------
Marc Georg Schillinger, Essen 19.04.2016 ------------
Thomas Dold, Düsseldorf 16.11.2016 01.11.2018
Holger Taubmann, Berlin 01.11.2018 ------------
Dr. Andreas Christian Benkitsch, Wien, ... Österreich 19.09.2017 ------------

Zum 22. Januar 2019 ist Marc Georg Schillinger aus der Geschäftsführung ausgeschieden. Die Geschäftsführung setzt sich ab dem 22. Januar 2019 wie folgt zusammen:

Mitglieder der Geschäftsführung Bestellt am Ausgeschieden zum
Anke Kathrin Blietz-Weidmann, ...Königs Wusterhausen 19.04.2016 ------------
Holger Taubmann, Berlin 01.11.2018 ------------
Dr. Andreas Christian Benkitsch, Wien, ... Österreich 19.09.2017 ------------

Die Gesamtbezüge für das Management in Schlüsselpositionen betrugen im Berichtszeitraum:

in T€ 2018 2017
Kurzfristig fällige Bezüge 1.602 1.958
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 197 135
Bezüge der Geschäftsführung 1.799 2.092

Im Berichtszeitraum haben sich nach derzeitigem Kenntnisstand keine außergewöhnlichen Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen ereignet.

 

Essen, 29. November 2019

Anke Blietz-Weidmann, Geschäftsführerin

Dr. Andreas Benkitsch, Geschäftsführer

Holger Taubmann, Geschäftsführer

Anteilsbesitz der Lowell Holding GmbH, Essen,
gemäß § 313 Abs. 2 HGB

  Beteiligung in %  
  direkt indirekt 1
Lowell Financial Services GmbH, Essen 100  
Apontas GmbH & Co. KG, Hannover   100
Apontas Verwaltungs GmbH, Hannover   100
Apontas Inkasso GmbH, Hannover   100
Apontas Invest GmbH, Hannover   100
debifact Factoring GmbH & Co. KG, Wuppertal   100
debifact Verwaltungs GmbH, Wuppertal   100
Deutsche Multiauskunftei GmbH, Karlsruhe   100
GFKL Collections GmbH, Düsseldorf   100
GFKL PayProtect GmbH, Essen   100
Lowell Service Center GmbH, Gelsenkirchen   100
INKASSO BECKER WUPPERTAL GmbH & Co. KG, Wuppertal   100
IBW Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH, Wuppertal   100
intratech GmbH, Köln   100
Lowell Group Management GmbH, Wien, Österreich 2   100
Lowell Inkasso Service GmbH, Linz, Österreich 5   100
Lowell Inkasso Service GmbH, Rheineck, Schweiz 3   100
Lowell Inkasso Service d.o.o., Osijek, Kroatien 4   100
Lowell Investment GmbH, Essen   100
Lowell Portfoliomanagment, Wien, Österreich   100
Lowell Service GmbH, Essen   100
Proceed Collection Services GmbH, Essen   100
Sirius Inkasso GmbH, Düsseldorf   100
Tesch Inkasso Forderungsmanagement GmbH, Wiehl   100
Tesch Service GmbH, Wiehl   100
DC Portfolien GmbH, Wiehl   100
Tesch Inkasso Finance GmbH, Krefeld   100
Tesch mediafinanz GmbH, Osnabrück   100
Global Credit Solutions Pty. Ltd., Melbourne, Australien   5
ZYKLOP INKASSO DEUTSCHLAND GMBH, Krefeld   100

1 Die Angabe des Anteilsbesitzes bei indirekten Beteiligungen bezieht sich auf den Anteilsbesitz des jeweiligen Mutterunternehmens
2 Bis einschließlich dem 21. August 2018 IS Group Management GmbH, Wien, Österreich
3 Bis einschließlich dem 21. August 2018 IS Inkasso Service GmbH, Rheineck, Schweiz
4 Bis einschließlich dem 12. September 2018 IS Inkasso Service d.o.o., Osijek, Kroatien
5 Bis einschließlich dem 20. September 2018 IS Inkasso Service GmbH, Linz, Österreich

Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018

1 Geschäft und Rahmenbedingungen

Das Unternehmen

Die Lowell Holding GmbH (kurz: "Lowell" oder "die Gesellschaft") ist Mutterunternehmen des Lowell-Konzerns, welcher definiert wird als Lowell Holding GmbH und sämtliche Tochtergesellschaften. Am Bilanzstichtag hält die Lowell Holding GmbH 100 % der Anteile an der Lowell Financial Services GmbH, Essen. Die Lowell Financial Services GmbH (kurz: "LFS GmbH") ist Muttergesellschaft verschiedener Tochtergesellschaften, die im Geschäftsbereich Forderungsmanagement tätig sind (kurz: "LFS-Gruppe"). Der Lowell-Konzern gehört zu den führenden Dienstleistern im Bereich Forderungsmanagement und Inkassodienstleistung in Deutschland.

Die Kompetenz des Lowell-Konzerns im Forderungsmanagement reicht von der treuhänderischen Betreuung von Handels- und Kreditforderungen über die Bewertung, Übernahme und Abwicklung von Konsumentenforderungen bis zur Übernahme kompletter Abteilungen und Einheiten aus dem Bereich Forderungsmanagement und Inkasso. Darüber hinaus bietet der Lowell-Konzern Risikomanagement-Dienstleistungen für die wachsende E-Commerce-Branche an. Der Lowell-Konzern betreut aktuell ein Gesamtforderungsvolumen von 17 Mrd. € (i. Vj. 18 Mrd. €) und steht dabei für kundenerhaltendes Forderungsmanagement mit hohem Qualitätsanspruch.

Der Lowell-Konzern ist mit seinem Kerngeschäftsbereich Forderungsmanagement in verschiedenen Branchen vertreten. Neben Sektoren wie Banken, Versicherungen, Telekommunikation, Fitness, Versorgung, Handel und E-Commerce zählen zu seinen Kernbereichen auch die Logistik und der öffentliche Sektor. Die Leistungen des Kerngeschäftsbereichs Forderungsmanagement umfassen die treuhänderische Verwaltung und den Einzug zahlungsgestörter Forderungen sowie deren Bewertung und deren Kauf.

Der Lowell-Konzern ist eingebunden in den Garfunkelux-Konzern. Oberstes Konzernunternehmen des Garfunkelux-Konzerns ist die Garfunkel Holdco 2 S.A., Luxemburg/Luxemburg. Der Garfunkelux-Konzern besteht neben dem Lowell-Konzern aus Unternehmen in Großbritannien sowie den nordischen Ländern Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und Estland. Der Lowell-Konzern verfügt über langjährige Kundenbeziehungen zu Blue-Chip-Unternehmen und Mittelständlern aus verschiedenen Branchen.

Rechtliche Grundlagen

Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung des eigenen Vermögens sowie der Erwerb, das Halten und Verwalten und die Veräußerung von Beteiligungen an Unternehmen jeder Rechtsform sowie die Erbringung damit verbundener Dienstleistungen an Beteiligungsunternehmen.

Sitz der Lowell Holding GmbH ist Essen. Die Gesellschaft ist unter HRB 27506 im Handelsregister des Amtsgerichts Essen eingetragen.

Zum Lowell-Konzern gehören neben der Lowell Holding GmbH zum Bilanzstichtag 29 vollständig konsolidierte Tochter- bzw. Enkelgesellschaften (im Vorjahr 30).

Gesellschafterstruktur

Zum 31. Dezember 2018 halten Permira Holdings Limited, Guernsey, und Ontario Teachers´ Pension Plan, Toronto, Kanada, indirekt über die Garfunkelux Holdco 1 S.à.r.l., Luxemburg/Luxemburg, sowie Zwischengesellschaften 100 % an der Lowell.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

In einer Mitgliederumfrage des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) zum Jahresende 2018 melden nur noch 50 % (i. Vj. 66 %) der 550 Mitgliedsunternehmen, dass Rechnungen genauso gut wie zu Jahresbeginn beglichen werden. Rund 23 % haben angegeben, dass die Zahlungsmoral besser geworden ist, während 27 % eine Verschlechterung der Lage angaben. Dabei sind die Branchen Online- und Versandhandel, Energieversorger, Handwerk, allgemeine Dienstleistungsbranche, Vermieter und Immobilienwirtschaft sowie Fitnessstudios besonders vom dem Problem des Zahlungsausfalls betroffen. Damit hat sich bei den am stärksten betroffenen Branchen gegenüber dem Vorjahr kaum etwas verändert.

Die Firmeninsolvenzen entwickelten sich in den letzten Jahren rückläufig. Im Berichtsjahr wurden laut einer Auswertung von Statista rund 19.552 Unternehmen zahlungsunfähig im Vergleich zu 20.276 im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang von ca. 4 % im Vergleich zu 2017 und stellt zugleich den neunten Rückgang in Folge dar.

Im von der Creditreform Mitte November 2018 veröffentlichten "SchuldnerAtlas Deutschland 2018" werden weiterhin über 6,9 Millionen Deutsche als nachhaltig zahlungsgestört angesehen, ein Anstieg von 0,3 % gegenüber dem Vorjahr und damit der fünfte Anstieg in Folge. Die Zunahme resultiert dabei ausschließlich auf einer erhöhten Anzahl der Fälle mit geringer Überschuldungsintensität. Die Überschuldung ist auch weiterhin einer der Hauptgründe, warum Rechnungen von Verbrauchern nicht bezahlt werden, ebenso ein unkontrolliertes Konsumverhalten, kurzfristige Liquiditätsengpässe sowie vorsätzliches Nichtbezahlen.

Einen Ausweg aus der Überschuldung bietet die Möglichkeit zur Restschuldbefreiung in einem Verbraucherinsolvenzverfahren. Dabei ist die Anzahl der Verbraucherinsolvenzen im Berichtsjahr weiterhin zurückgegangen. Im Jahr 2018 gab es 68.800 neue Fälle im Vergleich zu 71.960 Fällen im Jahr 2017. Dienstleistungen rund um das Thema Forderungsmanagement bleiben daher aktuell.

Insgesamt wird der Wettbewerb in der Inkassobranche intensiver. Auf der einen Seite sieht sich der Lowell-Konzern auch in 2018 einem erhöhten Preisdruck beim Erwerb von Portfolios ausgesetzt. Auf diese Entwicklung wird weiterhin mit verbesserten Analysemethoden der Portfolios sowie kosteneffizienteren Prozessabläufen reagiert. Auf der anderen Seite werden im Service-Geschäft immer häufiger Benchmark-Tests eingeführt, in denen das Service-Geschäft auf mehrere Provider aufgeteilt wird und die Service-Provider miteinander verglichen werden und so unter Konkurrenzdruck stehen. Aufgrund der langjährigen Expertise und den immer wieder optimierten Prozessen sieht sich der Lowell-Konzern hierfür sehr gut gerüstet.

Hauptauftraggeber des Lowell-Konzerns sind Firmen aus den Branchen Telekommunikation und E-Commerce, Kreditinstitute und Versicherungen.

Gemäß dem Bericht der Deutschen Bundesbank über die Bankstellenentwicklung im Jahr 2018 hat sich die Anzahl der Kreditinstitute im deutschen Bankensektor weiter verringert. Die Gesamtzahl der Kreditinstitute sank in 2018 um 40 auf 1.783 Institute und verzeichnete somit einen Rückgang von 2,2% gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang ist somit nicht so deutlich wie im Vorjahr, was vor allem daran lag, dass europäisch und international agierende Banken im Rahmen der Vorbereitung auf den Brexit für Neuzugänge verantwortlich waren. Die Summe der an Privatpersonen vergebenen Kredite hat sich in 2018 auf 1.228,4 Mrd. € erhöht, während sie in 2017 1.192,3 Mrd. € betrug. Mit seiner breiten Kundenbasis und langjährigen Expertise für notleidende Kreditforderungen ist der Lowell-Konzern am Markt wettbewerbsfähig aufgestellt. Der Verkauf zahlungsgestörter Forderungen ist für viele Banken und Sparkassen in den vergangenen Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden.

Als ein gutes Jahr für ihre Branche bezeichnet die deutsche Versicherungswirtschaft das Geschäftsjahr 2018. Die Beitragseinnahmen überschritten erstmals die Marke von 200 Mrd. € und legten um 2,1 % auf 202,2 Mrd. € zu. Gegenüber dem Vorjahr resultiert dieser Anstieg aber nicht nur im Wesentlichen aus der Schaden- und Unfallversicherung sowie der privaten Krankenversicherung, sondern auch im Bereich Lebensversicherungen konnte ein deutlicher Zuwachs erzielt werden. Als Zukunftsthemen sieht die Versicherungsbranche weiterhin die Digitalisierung, allerdings sind die Themen "weitere Entwicklung des Zinsniveaus am Kapitalmarkt" sowie die verschärften Eigenkapitalvorschriften gemäß Solvency II etwas in den Hintergrund geraten. In seiner Rede vom 29. Januar 2019 führt der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, Herr Dr. Wolfgang Weiler, als Themen für 2019 zusätzlich zur Digitalisierung die Themen Automatisiertes Fahren, Cybersicherheit, Riester/Standardprodukt, Provisionsdeckel, nachhaltige Finanzwirtschaft sowie den Brexit an. Für die Unterstützung durch Inkassodienstleister ergibt sich hier keine unmittelbare Veränderung in den Abläufen. Der Lowell-Konzern ist durch die Sirius Inkasso GmbH, Düsseldorf, seit Jahren als Branchenführer im deutschen Assekuranzsektor vertreten.

Auch der Telekommunikationsmarkt verzeichnete 2018 einen Anstieg der Außenumsätze. Gemäß dem Jahresbericht 2018 der Bundesnetzagentur sind die Außenumsätze auf dem Telekommunikationsmarkt im Jahr 2018 um 0,7 Mrd. € auf 57,4 Mrd. € gestiegen. Während die Außenumsatzerlöse über herkömmliche TK-Netze wie in den Vorjahren weiter gesunken sind, konnten die Außenumsatzerlöse über HFC-Netze deutlich gesteigert werden. Ebenso gab es einen leichten Anstieg der Außenumsatzerlöse im Mobilfunk. Mit der GFKL Collections GmbH, Düsseldorf, verfügt der Lowell-Konzern über langjährige Expertise in dieser Branche.

Gemäß Pressemitteilung des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) ist der Bruttoumsatz mit Waren im E-Commerce um 11,4 % auf 65,10 Mrd. € gestiegen. Dabei bleiben die Onlinemarktplätze mit einem Volumen von 30,62 Mrd. € der größte Vertriebskanal im deutschen E-Commerce, gefolgt von den Multichannel-Händlern mit 22,71 Mrd. €. Der E-Commerce wird den Absatzmarkt in Zukunft weiterhin stark prägen. Für das Jahr 2019 rechnet der bevh im Gesamtmarkt des Interaktiven Handelns mit einem Wachstum um 8,6 % auf rund 73,9 Mrd. €. Die Tochtergesellschaften GFKL PayProtect GmbH, Essen, Tesch mediafinanz GmbH, Osnabrück, und Tesch Inkasso Finance GmbH, Krefeld, gehören zu den Kompetenzzentren rund um die Themen E-Commerce und Retail und sind auf diese Branche spezialisiert.

Durch die Tochtergesellschaft Deutsche Multiauskunftei GmbH, Essen, als Durchleite-Auskunftei kann der Lowell-Konzern seit 2014 außerdem integrierte Lösungen im Risiko- und Forderungsmanagement offerieren.

Geschäftsentwicklung

Die wesentlichen Entwicklungen des Lowell-Konzerns im Geschäftsjahr 2018 betreffen die folgenden Sachverhalte:

Investitionen in Portfolios deutlich höher als Vorjahr

Jahresergebnis deutlich besser als im Vorjahr

Cash Income auf Vorjahresniveau

Neugeschäft im Service und im Kauf blieb hinter den Erwartungen zurück

Neue Darlehen über insgesamt 58,5 Mio. €

Anpassung des Verbriefungsvolumens aus dem Vorjahr über 7,9 Mio. €

In 2018 hat der Lowell-Konzern wieder deutlich in neue notleidende Kredite und Forderungen investiert. Dabei konnte die Investitionssumme deutlich auf 64,7 Mio. € gesteigert werden gegenüber 57,1 Mio. € im Vorjahr. Bei diesen Investitionen handelt es sich sowohl um einzelne Portfoliokäufe als auch um revolvierende Ankäufe.

Das Jahresergebnis 2018 betrug -35,9 Mio. € und war damit deutlich besser als im Vorjahr, in dem es -49,7 Mio. € betrug. Einzelheiten hierzu werden in der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erläutert.

In 2018 konnte ein Cash Income in Höhe von 252 Mio. € erzielt werden. Bei dem Cash Income handelt es sich um die Zahlungseingänge auf die Kaufportfolios zuzüglich der Erlöse aus dem Servicegeschäft. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Wert auf dem gleichen Niveau.

Auch wenn das Investitionsvolumen in neue Portfolios deutlich höher war als im Vorjahr entsprach es nicht dem geplanten Investitionsvolumen. Gründe hierfür sind weniger attraktive Deals auf dem Markt als auch teilweise zu hohe Kaufpreise. Das Service-Geschäft konnte die für das Geschäftsjahr 2018 gesteckten Ziele nicht erreichen. Auch hier blieben die Werte deutlich hinter den Budgetzahlen zurück. Die Hauptgründe hierfür sind weniger Neukunden und ein geringer Umsatz mit Neu- und Bestandskunden im Vergleich zu den Budgetwerten.

Durch die gestiegenen Investitionen wurden der Lowell-Gruppe von der Garfunkelux HoldCo 3 S.A. weitere Darlehen in Höhe von 58,5 Mio. € gewährt. Damit wurden die unterjährig in Anspruch genommene Revolving Credit Facility (RCF) zurückgezahlt sowie die ausstehenden Zinszahlungen für die Darlehen und die RCF beglichen.

Zur Diversifizierung der Finanzierungsstruktur ist der Lowell-Konzern im Geschäftsjahr 2017 wieder an den Kapitalmarkt herangetreten, um zahlungsgestörte Forderungen zu verbriefen. Das Transaktionsvolumen belief sich auf 21,1 Mio. €, wobei 15,6 Mio. € als Senior Loan von einem deutschen Kreditinstitut und 5,5 Mio. € als Subordinated Loan von der LFS GmbH, Essen, als Subordinated Lender gegeben wurden. In 2018 wurde eine nachträgliche Anpassung des Verbriefungsvolumens in Höhe von 7,9 Mio. € durch den Senior Lender vorgenommen.

Forschung und Entwicklung

Da die Lowell Holding GmbH im klassischen Sinne keine Forschungs- und Entwicklungsarbeit leistet, entfallen diese Angaben.

Mitarbeiter

Zum Bilanzstichtag waren in dem Lowell-Konzern 1.391 (i. Vj. 1.324) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Mit der wiederholten Prämierung durch das Top-Employer-Institut konnte der Lowell-Konzern in 2018 sein 13-jähriges Jubiläum als Top-Arbeitgeber feiern.

2 Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2018 beträgt das Konzernergebnis der Lowell Holding GmbH ‒35,9 Mio. € (i. Vj. - 49,7 Mio. €). Da die Lowell Holding GmbH im Wesentlichen als Finanz-Holding agiert, ist die Ertragslage des Lowell-Konzerns im Wesentlichen durch die Entwicklung der operativen Gesellschaften geprägt.

Der Konzernumsatz in 2018 beläuft sich auf 244,7 Mio. € (i. Vj. 257,8 Mio. €). Dieser setzt sich im Wesentlichen aus Umsatzerlösen aus NPL-Investitionen in Höhe von 80,4 Mio. € (i. Vj. 75,7 Mio. €), Umsatzerlösen aus dem Service von Portfolios für Dritte in Höhe von 160,2 Mio. € (i. Vj. 177,7 Mio. €) sowie sonstigen Umsatzerlösen in Höhe von 4,0 Mio. € (i. Vj. 4,4 Mio. €) zusammen. Die Umsatzerlöse aus NPL-Investitionen resultieren aus der Bearbeitung der eigenen Portfolios und setzen sich aus Investitionserlösen zusammen. Die Umsatzerlöse aus dem Service stammen aus der Bearbeitung von fremden Portfolios und beinhalten die hieraus entstehenden Service-Gebühren sowie Kostenerstattungen. Sonstige Umsatzerlöse beinhalten Erlöse aus Wartungsleistungen und Programmierarbeiten für Fitnessstudios. Der Rückgang der Umsatzerlöse resultiert im Wesentlichen aus dem Service-Geschäft. Ausschlaggebend hierfür sind Veränderungen im für den Kunden erbrachten Leistungsspektrum und teilweise Anpassungen an den Serviceverträgen und der Rückgang der übergebenen zu bearbeitenden Forderungsvolumina bei Bestandskunden.

Die Bewertungseffekte belaufen sich in 2018 auf 28,6 Mio. €. Damit sind sie um 3,4 Mio. € höher als im Vorjahr. Im Wesentlichen werden unter den Bewertungseffekten die Ergebnisse aus den Portfoliobewertungen dargestellt. Diese betrugen in 2018 29,5 Mio. € gegenüber 25,1 Mio. € im Vorjahr. Die Portfoliobewertungen beinhalten sowohl die positiven als auch negativen Abweichungen zwischen den Planwerten und den Istwerten sowie die Anpassungen der prognostizierten Collection-Pläne der einzelnen Portfolios. Der Anstieg der Bewertungseffekte ist auf Mehreinzüge und die daraus folgenden positiven Anpassungen der prognostizierten Collection-Pläne zurückzuführen. Die positiven Ergebnisse in den letzten Jahren konnten vor allem durch kontinuierliche Verbesserungen in der Analyse der Portfolios als auch in der daraus folgenden Bearbeitung der Portfolios erzielt werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen im Berichtsjahr 6,7 Mio. € (i. Vj. 6,6 Mio. €). Ein Großteil der Erträge in 2018 resultiert aus der Auflösung von Verbindlichkeiten in Höhe von 4,0 Mio. € (i.Vj. 0,6 Mio. €). Hierin enthalten sind Auflösungen für Sonderzahlungen in Höhe von 0,8 Mio. €, die in der ursprünglich berücksichtigten Höhe nicht angefallen sind. Demgegenüber gab es im Vorjahr einen Sondereffekt durch den Wegfall einer im Rahmen des Erwerbs der Tesch-Gruppe vereinbarten bedingten Kaufpreiszahlung in Höhe von 2,5 Mio. €.

Der Personalaufwand des Konzerns beläuft sich im Berichtsjahr auf 76,6 Mio. € (i. Vj. 73,3 Mio. €). Davon betragen die Löhne und Gehälter 64,7 Mio. € (i. Vj. 62,1 Mio. €) und die sozialen Abgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung 11,9 Mio. € (i. Vj. 11,2 Mio. €). Hauptgrund für den Anstieg des Personalaufwands ist der Anstieg der Anzahl der Mitarbeiter von durchschnittlich 1.279 in 2017 auf durchschnittlich 1.341 in 2018.

Die Abschreibungen auf Vermögenswerte in Höhe von 19,2 Mio. € (i. Vj. 19,2 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 17,2 Mio. € (i. Vj. 17,8 Mio. €). Außerplanmäßige Abschreibungen sind im Berichtsjahr in Höhe von 0,4 Mio. € nach dem Umzug einzelner Konzerngesellschaften in ein neues Bürogebäude vorgenommen worden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf 182,2 Mio. € (i. Vj. 184,6 Mio. €). Diese setzen sich im Wesentlichen aus Aufwendungen des Inkassoprozesses in Höhe von 131,2 Mio. € (i. Vj. 136,7 Mio. €), Beratungs- und Prüfungskosten in Höhe von 7,6 Mio. € (i. Vj. 5,7 Mio. €) sowie Aufwendungen für Personalbeschaffung und freie Mitarbeiter in Höhe von 10,8 Mio. € (i.Vj. 7,2 Mio. €) zusammen. Darüber hinaus sind allgemeine Verwaltungskosten, Beiträge und Mieten in Höhe von insgesamt 25,9 Mio. € (i. Vj. 22,3 Mio. €) sowie Kosten aus Weiterbelastungen von verbundenen Unternehmen des Garfunkelux-Konzerns in Höhe von 3,5 Mio. € (i.Vj. 3,4 Mio. €) angefallen. Der Rückgang der Aufwendungen aus dem Inkassoprozess resultiert aus den Änderungen des für den Kunden erbrachten Leistungsspektrums und den teilweisen Anpassungen an den Serviceverträgen sowie dem geringeren Neugeschäft und korreliert mit dem Rückgang der Umsatzerlöse. Der Anstieg der allgemeinen Verwaltungskosten, Beiträge und Mieten ist im Wesentlichen auf gestiegene IT-Aufwendungen aus dem Aus- und dem Umbau der konzernweiten IT-Infrastruktur, welche zu einer effizienteren Datenerhebung und -verarbeitung führen soll, zurückzuführen. Das Vorjahr enthielt Sondereffekte aus dem Wegfall einer im Rahmen des Erwerbs der Tesch-Gruppe vereinbarten bedingten Kaufpreiszahlung in Höhe von 2,5 Mio. € sowie Aufwendungen aus dem Eigentümerwechsel bei der Lowell Financial Services GmbH im Rahmen einer Tax-Clause in Höhe von 2,2 Mio. €.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beläuft sich auf 1,4 Mio. € (i. Vj. 11,7 Mio. €).

Die Zinsen und ähnliche Erträge betragen 2,2 Mio. € (i. Vj. 0,5 Mio. €), während sich die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen auf 43,6 Mio. € (i. Vj. 58,2 Mio. €) belaufen. Die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus den Zinsen für die von der Garfunkelux Holdco 3 S.A. gewährten Darlehen. Im Vorjahr entstanden noch zusätzliche Aufwendungen durch die vorzeitige Ablösung eines Darlehens und der damit zusammenhängenden Transaktionskosten. Letztere wurden über die ursprüngliche Laufzeit des Darlehens vom Darlehensbetrag in Abzug gebracht und über die Effektivverzinsung als Zinsaufwand berücksichtigt. Durch die Ablösung waren die noch abgegrenzten Transaktionskosten in Höhe von 9,4 Mio. € sowie zusätzlich eine Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 2,3 Mio. € als Zinsaufwand zu berücksichtigen.

Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich auf - 40,0 Mio. € (i. Vj. - 46,0 Mio. €).

Bei den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergibt sich im Berichtsjahr ein Steuerertrag in Höhe von 4,1 Mio. € (i. Vj. Steueraufwand 3,6 Mio. €). Dieser resultiert aus der Bildung von aktiven latenten Steuern in Höhe von 6,3 Mio. € (i. Vj. 9,9 Mio. €) und gegenläufigen laufenden Steueraufwendungen in Höhe von 2,2 Mio. € (i. Vj. 13,5 Mio. €). Von den laufenden Steueraufwendungen betreffen 1,1 Mio. € Vorjahre (i.Vj. 11,0 Mio. €). Die Bildung der aktiven latenten Steuern erfolgte im Wesentlichen aufgrund der Aktivierung von steuerlichen Verlustvorträgen. Im Vorjahr beruhte die Veränderung der laufenden und latenten Steuern im Wesentlichen aus der erfolgten Einigung mit der Betriebsprüfung über die steuerlich zutreffende Bewertung von NPL-Portfolios. Hierdurch kam es zu einer Verschiebung von den latenten Steuern in die laufenden Steuern in Höhe von 11,0 Mio. €.

Das Ergebnis nach Steuern beträgt -35,9 Mio. € (i.Vj. -49,7 Mio. €).

3 Finanzlage

Dem Lowell-Konzern stehen zur Finanzierung folgende Darlehen und Kreditlinien zur Verfügung:

Darlehen der Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg, über 365,0 Mio. €, welches zum Kauf der LFS-Gruppe diente

Darlehen der Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg, über 239,0 Mio. € zum Kauf der Tesch-Gruppe

weitere Darlehen der Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg, über insgesamt 58,5 Mio. € zur Finanzierung des Ankaufs von NPL-Portfolios und der Investitionen in Softwareprojekte

Revolving Credit Facility ("RCF") über 455,0 Mio. €

Verbriefung zahlungsgestörter Forderungen

Die Lowell hat den Kauf der LFS-Gruppe zum einen über eine Zuzahlung ihrer Gesellschafterin in die Kapitalrücklage über 265,0 Mio. € sowie über ein Darlehen der Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg, finanziert. Das Darlehen beläuft sich auf 365,0 Mio. €. Die hierfür vereinbarten Konditionen sind identisch mit den Konditionen des Bonds, den die Garfunkelux Holdco. 3 S.A. an institutionelle Anleger begeben hat. Der Bond hat eine Laufzeit bis August 2022 und eine Verzinsung von 7,5 %. Die Zinsen sind halbjährlich am 1. Februar und 1. August jedes Jahres zu zahlen. Eine vorzeitige Rückzahlung ist möglich.

Der Kauf der Tesch-Gruppe wurde über ein Darlehen der Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg, finanziert. Das Darlehen belief sich auf 230,0 Mio. €. Die hierin vereinbarten Konditionen sind identisch mit den Konditionen des Bonds, den die Garfunkelux Holdco 3 S.A. an institutionelle Anleger begeben hat. Der Bond hat eine Laufzeit bis Oktober 2021 und eine Verzinsung von Euribor plus 5,5 %. Im Rahmen der vorzeitigen Rückführung des High-Yield Bonds und der Begebung der neuen High-Yield-Anleihe über 415,0 Mio. € wurde auch das Darlehen Garfunkelux Holdco 3 S.A. über nominell 230,0 Mio. € zurückgeführt und ein neues Darlehen in Höhe von 239,0 Mio. € von der Garfunkelux Holdco 3 S.A. an die Lowell ausgegeben. Die Konditionen des Darlehens entsprechen im Wesentlichen denen des High-Yield Bonds mit einer Laufzeit bis Ende September 2023 und einer Verzinsung von Euribor plus 3,5%. Die Zinsen sind vierteljährlich am 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober jedes Jahres zu zahlen.

Der Lowell wurde im Jahr 2018 ein weiteres Darlehen über insgesamt 57,0 Mio. € seitens der Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg, gewährt, um die unterjährig in Anspruch genommene Revolving Cre¬dit Facility rückführen zu können. Der Zinssatz des Darlehens beträgt 3,56 %. Das Darlehen ist zum 1. November 2023 endfällig.

Zusätzlich wurde ein Darlehen über insgesamt 1,5 Mio. € seitens der Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg/Luxemburg, gewährt. Der Zinssatz des Darlehens entspricht dem von der Garfunkelux Holdco 3 S.A. bei der zur Finanzierung des Darlehens aufgenommenen Schuldverschreibung vereinbarten Zinssatzes zuzüglich eines marktüblichen Zuschlags. Das Darlehen ist zum 1. August 2022 endfällig.

Die Lowell Holding GmbH, Essen, und einige ihrer Tochter- und Schwestergesellschaften sind Garantiegeber für folgende Anleihen:

Datum Emittent Betrag Kupon
23. Juli 2015 Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg 365 Mio. € 7,5%
19. Oktober 2015 Garfunkelux Holdco 2 S.A., Luxemburg 230 Mio. £ 11,0%
19. Oktober 2015 Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg 565 Mio. £ 8,5%
20. September 2017 Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg 415 Mio. € EURIBOR plus 3,5%
02. Februar 2018 Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg 530 Mio. € EURIBOR plus 4,5 %
02. Februar 2018 Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg 1,280 Mrd. SEK STIBOR plus 4,75 %
29. Juni 2015 Garfunkelux Holdco 3 S.A., Luxemburg < 455 Mio. € EURIBOR/LIBOR plus 3,5 %

Darüber hinaus hat die Lowell am 29. Juni 2015 einen Vertrag über eine Revolving Credit Facility über 60,0 Mio. € abgeschlossen, welche am 18. August 2015 auf 200,0 Mio. € und am 22. Mai 2018 auf 455,0 Mio. € erhöht wurde. Die RCF hat eine variable Verzinsung, die vom LIBOR abhängig ist. Zusätzlich sind vierteljährlich Bereitstellungsgebühren für den nicht in Anspruch genommenen Teil der RCF zu zahlen. Die RCF kann von der LFS-Gruppe oder der englischen Lowell-Gruppe in Anspruch genommen werden und dient überwiegend zur Finanzierung von Investitionen in Portfolios zahlungsgestörter Forderungen. Zum 31. Dezember 2018 wurde die RCF von der englischen Lowell-Gruppe in Höhe von 6,0 Mio. GBP (i. Vj. 41,0 Mio. GBP) und von der deutschen Lowell-Gruppe in Höhe von 9,0 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) in Anspruch genommen.

Zur Diversifizierung der Finanzierungsstruktur ist der Lowell-Konzern im Geschäftsjahr 2017 wieder an den Kapitalmarkt herangetreten, um zahlungsgestörte Forderungen zu verbriefen. Das Transaktionsvolumen belief sich auf 21,1 Mio. €, wobei 15,6 Mio. € als Senior Loan von einem deutschen Kreditinstitut und 5,5 Mio. € als Subordinated Loan von der LFS GmbH, Essen, als Subordinated Lender gegeben wurden. Der Senior Loan ist endfällig am 29. September 2019, falls er nicht vorzeitig getilgt wird. Die Verzinsung beträgt 3,25 %. Am 30. November 2018 wurde eine nachträgliche Kaufpreisanpassung in Höhe von 7,9 Mio. € auf Seiten des Senior Loans durchgeführt. Gleichzeitig verlängerte sich die Laufzeit auf den 22. Juli 2022.

Im Geschäftsjahr 2018 hat sich der Finanzmittelbestand, definiert als Zahlungsmittel zuzüglich Zahlungsmitteläquivalenten, um 7,9 Mio. € verringert (i.Vj. -29,1 Mio. €).

Dabei resultiert aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit ein Cashflow von 39,5 Mio € (i. Vj. 60,7 Mio. €). Dies spiegelt den aus dem operativen Geschäft des Lowell-Konzerns resultierenden Liquiditätsüberschuss wider, wenn das Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen um zahlungsunwirksame Positionen wie Abschreibungen oder Wertänderungen von Portfolios korrigiert wird.

Die Investitionstätigkeit führte zu einem Cashflow in Höhe von -74,8 Mio. € (i.Vj. -65,3 Mio. €), wovon der überwiegende Teil mit 64,7 Mio. € (i.Vj. 57,0 Mio. €) Investitionen in NPL-Portfolios betrifft. Darüber hinaus wurden in 2018 deutlich höhere Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte getätigt, was vor allem mit verschiedenen Softwareprojekten im Zusammenhang steht.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit belief sich in 2018 auf 27,4 Mio. € (i. Vj. -24,5 Mio. €). Ausschlaggebend für den Mittelzufluss war die Gewährung weiterer Darlehen der Garfunkelux Holdco 3 S.A. in Höhe von insgesamt 58,5 Mio. €, um den Großteil der unterjährig in Anspruch genommenen Revolving Credit Facility zurückführen zu können. Die RCF wurde mit 9,0 Mio. € in Anspruch genommen. Aus der Verbriefung von Portfolios konnte zudem ein Mittelzufluss in Höhe von 7,9 Mio. € (i.Vj. 15,4 Mio. EUR) erzielt werden. Demgegenüber resultierten Mittelabflüsse durch die Zinszahlungen auf die Darlehen der Garfunkelux Holdco 3 S.A. und der RCF in Höhe von 40,6 Mio. € (i.Vj. 36,4 Mio. €) sowie aus der Tilgung der Finanzierung der Portfolios in Höhe von 7,4 Mio. € (i.Vj. -1,4 Mio. €).

Aus dem Abschluss von Verträgen aus dem revolvierenden Ankauf von zahlungsgestörten Forderungen hat sich der Lowell-Konzern vertraglich zu zukünftigen Investitionen verpflichtet. Die Höhe der zukünftigen Investitionen ist abhängig vom angedienten Forderungsvolumen.

Wesentliches Ziel der zentralen Liquiditäts- und Kapitalsteuerung ist es, sicherzustellen, dass der Lowell-Konzern seine Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllen kann. Darüber hinaus soll eine der Risikostruktur des Unternehmens angemessene Kapitalbasis erhalten und ein dementsprechend gutes Bonitätsrating erreicht werden. Der Lowell-Konzern verfügt derzeit über kein externes Rating.

4 Vermögenslage

Zum Stichtag weist der Lowell-Konzern eine Bilanzsumme in Höhe von 987,6 Mio. € (i. Vj. 959,3 Mio. €) aus. Das Konzerneigenkapital beläuft sich auf 145,9 Mio. € (i. Vj. 181,4 Mio. €). Die Eigenkapitalquote beträgt somit 14,8 % (i. Vj. 18,9 %).

Die wesentlichen Vermögenswerte betreffen die Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 528,7 Mio. € (i. Vj. 528,7 Mio. €), immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 108,7 Mio. € (i. Vj. 117,0 Mio. €) sowie Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen in Höhe von 238,3 Mio. € (i. Vj 211,3 Mio. €). Darüber hinaus werden Flüssige Mittel in Höhe von 50,3 Mio. € (i. Vj. 58,2 Mio. €) ausgewiesen.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte betreffen den Geschäfts- oder Firmenwert der LFS-Gruppe, der aus dem Kauf der Carl Holding GmbH resultiert, sowie den Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Kauf der Tesch-Gruppe und der IS-Gruppe.

In den immateriellen Vermögenswerten enthalten sind vor allem im Rahmen der verschiedenen Purchase Price Allocations identifizierte Kundenbeziehungen mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2018 in Höhe von 89,5 Mio. € (i. Vj. 102,3 Mio. €). Bei den übrigen immateriellen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um erworbene und selbsterstellte Software sowie hierauf geleistete Anzahlungen.

Zur Abwicklung erworbene notleidende Kredite und Forderungen umfassen die von den einzelnen Gesellschaften des Lowell-Konzerns gekauften Portfolios, welche durch die Gesellschaften der Gruppe selbständig bearbeitet werden. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der besseren Bearbeitung der Portfolios und den daraus resultierenden Zuschreibungen auf die Portfolios sowie aus höheren Portfolioerwerben.

Das Fremdkapital beträgt 841,7 Mio. € (i. Vj. 777,9 Mio. €). Es beinhaltet im Wesentlichen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 665,0 Mio. € (i.Vj. 603,9 Mio. €), bei welchen es sich wiederum nahezu ausschließlich um Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin aus der Darlehensvergabe sowie der damit zusammenhängenden Zinsabgrenzung handelt. Die Erhöhung in 2018 resultiert aus den neu gewährten Darlehen über 58,5 Mio. €.

Darüber hinaus werden unter dem Fremdkapital passive latente Steuern in Höhe von 39,5 Mio. € (i. Vj. 45,6 Mio. €) ausgewiesen. Diese beziehen sich im Wesentlichen auf die Bewertung von NPL-Portfolios sowie die im Rahmen der Purchase Price Allocation identifizierten immateriellen Vermögenswerte.

Die Ertragssteuerrückstellungen in Höhe von 30,3 Mio. € (i. Vj. 29,4 Mio. €) betreffen Rückstellungen für Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag in Höhe von insgesamt 6,7 Mio. € (i. Vj. 6,9 Mio. €), Gewerbesteuer in Höhe von 7,2 Mio. € (i. Vj. 7,3 Mio. €) sowie Rückstellungen für die laufende Betriebsprüfung in Höhe von 16,3 Mio. € (i. Vj. 15,2 Mio. €).

Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 59,3 Mio. € (i. Vj. 57,4 Mio. €) setzen sich aus mehreren Sachverhalten zusammen. Sie beinhalten neben den schon oben angeführten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 14,5 Mio. € (i.Vj. 13,3 Mio. €) im Wesentlichen Weiterleitungsverpflichtungen aus der Portfolioverwaltung in Höhe von 13,5 Mio. € (i. Vj. 13,6 Mio. €), Verbindlichkeiten aus dem Barabfindungsangebot in Höhe von 8,0 Mio. € (i. Vj. 7,8 Mio. €) sowie mitarbeiterbezogene Verbindlichkeiten in Höhe von 3,2 Mio. € (i. Vj. 4,6 Mio. €). Darüber hinaus werden Verbindlichkeiten aus der Verbriefung in Höhe von 6,3 Mio. € (i. Vj. 5,3 Mio. €) ausgewiesen.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren für den Lowell-Konzern sind die Umsatzerlöse sowie das EBITDA und sowie das CASH EBITDA der LFS-Gruppe. Das EBITDA ermittelt sich als Umsatzerlöse zuzüglich sonstigen betrieblichen Erträgen und Bewertungseffekte abzüglich Aufwendungen für bezogene Leistungen, Personalaufwand sowie sonstige betriebliche Aufwendungen. In 2018 beläuft sich das EBITDA auf 20,6 Mio. €, während es im Vorjahr 34,8 Mio. € betrug. Das CASH EBITDA ist definiert als EBITDA, korrigiert um Sonder- und Einmaleffekte, zuzüglich der erzielten Zahlungseingänge der Schuldner, die zur Tilgung der Portfolios verwendet werden. In 2018 beträgt das CASH EBITDA der LFS-Gruppe 82,5 Mio. €, während es sich in 2017 auf 84,8 Mio. € belief.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns

Das Geschäftsjahr 2018 war stark geprägt von fehlendem Neugeschäft, sowohl im Kauf von Portfolios als auch im Servicegeschäft. Dies hatte zur Folge, dass die im Vorjahr prognostizierten Umsatzerlöse, das EBITDA und das CASH EBITDA nicht erreicht wurden. Die avisierten Umsatzerlöse betrugen rund 280 Mio. €, während die tatsächlichen Umsatzerlöse 244,7 Mio. € betrugen. Das prognostizierte EBITDA für 2018 belief sich auf einen Wert zwischen 30 Mio. € und 35 Mio. € und war damit höher als das tatsächliche EBITDA in Höhe von 20,6 Mio. €. Das CASH EBITDA war mit 118,6 Mio. € geplant und belief sich auf 82,6 Mio. €. Bei allen Zahlen zeigt sich, dass das avisierte Investitionsvolumen in neue Portfolios sowie die Anzahl der geplanten neuen Serviceverträge nicht erreicht werden konnte. Während das Investitionsvolumen in neue Portfolios mit 64,7 Mio. € zwar den Wert des Vorjahres deutlich übertraf, lag er wiederum deutlich unter dem geplanten Volumen in Höhe von 104,7 Mio. €. Ebenso sah es bei den Serviceverträgen aus. Einem geplanten Service-Placement-Volumen von 987,3 Mio. € stand ein tatsächliches Volumen an Service-Placements in Höhe von 695,4 Mio. € gegenüber. Dies führt unmittelbar zu geringeren als den geplanten Umsatzerlösen. Korrespondierend mit den geringeren Umsatzerlösen sind zwar auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen niedriger als im Budget geplant. Allerdings sind sie nicht im gleichen Maße gesunken wie die Umsatzerlöse. Hier werden sich die durchgeführten Maßnahmen und Anpassungen in den Prozessen erst im Laufe der nächsten Jahre materialisieren. Das Jahresergebnis entsprach jedoch dem prognostizierten Wert von -35 Mio. €. Deutlich geringere Zinsaufwand als im Vorjahr durch die in 2017 vorgenommene neue Finanzierung sowie positive Steuereffekte sind die Hauptgründe hierfür. Aufgrund der in 2018 durchgeführten und begonnenen Maßnahmen und Anpassungen in den Prozessen erwartet das Management eine positive Entwicklung für die nächsten Jahre. Die Unternehmensgruppe verfügt im Forderungsmanagement über eine hervorgehobene Marktposition, sowohl mit Blick auf die Gesamtstellung im Markt als auch im Hinblick auf einzelne Kunden und Forderungssegmente. Zudem sind viele Portfolio-Kaufverträge Verträge über den revolvierenden Ankauf von Forderungen, wodurch der Ankauf von Portfolios über einen bestimmten Zeitraum für die Zukunft gesichert wird.

5 Entwicklung und Management von Chancen und Risiken

Im Folgenden werden die Chancen und Risiken des Lowell-Konzerns dargestellt. Dabei wird zunächst auf die Risiken eingegangen. Der Risikobericht umfasst die Angaben nach IFRS 7.31 - 42.

a. Aufgaben, Methoden und Organisation des Risikomanagements des Lowell-Konzerns

Die Zielsetzung des Risikomanagements des Lowell-Konzerns besteht darin, geeignete Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass

die Risikosituation des Konzerns jederzeit ausreichend transparent ist und zutreffend wiedergegeben wird,

bestandsgefährdende Risiken so rechtzeitig vor ihrem Eintreten erkannt werden, dass noch geeignete Maßnahmen ergriffen werden können, um eine Unternehmenskrise zu verhindern,

eine ausreichende Risikodiversifikation gewährleistet ist und

Risiken konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn ihnen zugleich angemessene Chancen gegenüberstehen.

Vor dem Hintergrund dieser Ziele ist ein adäquates Risikomanagementsystem im Lowell-Konzern eingerichtet, in dessen Mittelpunkt zeitgemäße Risikoidentifikations- und -bewertungsverfahren, sachgerechte Sicherungs- und Steuerungsmaßnahmen sowie zeitnahe Risikoberichte an die verantwortlichen Entscheidungsträger stehen.

Risiko wird im Lowell-Konzern als unerwartete negative Abweichung des Ergebnisses vom erwarteten Wert verstanden.

Zusätzlich stellt das Compliance Management System (CMS) die Grundlage für eine regelmäßige Analyse der Compliance-Risiken auf zentraler Ebene dar. Der Lowell-Konzern und seine Geschäftsaktivitäten werden im Hinblick auf potenzielle Compliance-Risiken fortlaufend analysiert, um gegebenenfalls Maßnahmen abzuleiten. Auf Basis eines genehmigten Compliance-Tätigkeitsplans werden zudem Kontroll- und Prüfungstätigkeiten ausgeführt. Die Organisation sowie Durchführung erfolgt durch die Compliance-Verantwortlichen der Abteilung Konzernrevision/Compliance mit Unterstützung durch dezentrale Compliance-Koordinatoren in den Tochtergesellschaften. Im Anschluss an den fortlaufenden Risikoidentifikations-, Risikoanalyse- und Risikosteuerungsprozess werden die Risiken zeitnah an die Geschäftsführungsebene, an den Group Chief Risk Officer sowie an die regionalen und gruppenweiten Risk & Compliance-Gremien berichtet, wodurch organisatorisch sichergestellt wird, dass diese über ein realitätsgerechtes Bild der Risikosituation verfügen. Im Rahmen dieses Risikoberichtssystems stellen die Abteilungen Treasury, Controlling und Rechnungswesen monatlich betriebswirtschaftliche Auswertungen hinsichtlich des Ergebnisses, der Liquidität und der wichtigsten Steuerungsgrößen zur Verfügung.

Auf der Grundlage dieses Management-Informationssystems überwacht die Geschäftsführung des Lowell-Konzerns zeitnah die Geschäftsentwicklungen aller Konzerngesellschaften und bespricht die aktuelle Geschäftssituation regelmäßig mit den Geschäftsführern der Tochtergesellschaften. Die Geschäftsführung wird regelmäßig über die aktuelle Risikosituation informiert. Als Bestandteil des Risikomanagementprozesses erfolgen darüber hinaus regelmäßig Prüfungen der operativen Geschäftstätigkeit der Konzerngesellschaften durch die Konzernrevision.

In organisatorischer Hinsicht liegt die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement bei der Geschäftsführung der Lowell. Unterstützt wird diese fachlich durch den Group Chief Risk Officer. Die Aufgabe der Risikoidentifikation und -bewertung ist weitgehend in der LFS GmbH zentralisiert und erfolgt in Zusammenarbeit mit den Abteilungen Controlling/Risikomanagement und Konzernrevision/Compliance. Das operative Risikomanagement (im Sinne der Entscheidung über das Eingehen von Risikopositionen sowie die Durchführung von Absicherungsmaßnahmen) liegt innerhalb des Verantwortungsbereichs der Geschäftsleitungen der Tochtergesellschaften, bestimmter Abteilungsleiter der LFS GmbH und der Lowell sowie der Geschäftsführung der Lowell.

b. Adressenrisiken

Das Adressenrisiko bezeichnet die Möglichkeit, dass es zu Zahlungsausfällen kommt, weil ein Vertragspartner seinen vertraglichen (Zahlungs-) Verpflichtungen nicht in vollem Umfang oder überhaupt nicht nachkommt. Der Lowell-Konzern ist Adressenrisiken auf unterschiedliche Art ausgesetzt, nämlich (a) unmittelbar aufgrund der Anlage liquider Mittel und (b) mittelbar aus dem Kauf von Portfolios leistungsgestörter besicherter und unbesicherter Forderungen, sogenannter Non-Performing Loans (NPL) (Investitionsrisiko).

Aus Konzernsicht bildet das Investitionsrisiko zum Bilanzstichtag die bedeutendste Risikoart.

Das im Rahmen der Anlage von liquiden Mittel entstehende Kreditrisiko wird dadurch begrenzt, dass der Konzern nur mit Partnern einwandfreier Bonität zusammenarbeitet.

Das bilanzielle Risikoexposure belief sich per 31. Dezember 2018 auf rund 343,4 Mio. € (i. Vj. 306,8 Mio. €) und verteilte sich wie folgt auf die einzelnen Risikopositionen:

  Risikoexposure vor Sicherungsmaßnahmen
in T€
31.12.2018
Risikoexposure vor Sicherungsmaßnahmen
in T€
31.12.2017
Liquide Mittel und Zahlungsmitteläquivalente 50.281 58.168
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 23.984 20.867
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 30.819 16.416
Investitionen in Portfolios leistungsgestörter Forderungen 238.273 211.342
Summe 343.357 306.793

Hinsichtlich des Investitionsrisikos geht jeder Investition in ein Portfolio leistungsgestörter Forderungen ein intensiver Entscheidungs- und Bewertungsprozess voraus, dessen Ergebnis eine Projektion des erwarteten Cashflows ist. Diese Cashflow-Projektion dient als Grundlage umfangreicher zeitnaher Planabweichungsanalysen, die wiederum Grundlage des aktiven Portfoliomanagements durch die Geschäftsführung der Lowell sowie die Geschäftsführer der Tochtergesellschaften sind.

c. Preisrisiken

Preisrisiken äußern sich in negativen Wertänderungen von Vermögenspositionen, die durch unerwartete Marktpreisschwankungen hervorgerufen werden. Zu den Preisrisiken, denen der Lowell-Konzern unmittelbar bzw. mittelbar über die Konzerngesellschaften gegenübersteht, zählen Zinsänderungs- sowie Margenrisiken.

Zinsänderungsrisiken - verstanden als Gefahr einer durch Zinsänderungen bedingten Verringerung des Barwertes des Gesamtzahlungsstromes aller relevanten Investitionen und korrespondierender Finanzierungen - können sowohl auf der Ebene der Lowell als auch auf Ebene der einzelnen Konzerngesellschaften auftreten, und zwar jeweils in Form des Festzinsrisikos und in Form des variablen Zinsänderungsrisikos.

Die Risikosteuerung wie auch das gesamte Finanzmanagement erfolgen zentral auf Ebene der LFS GmbH als Zwischenholding. Die Risikopolitik gegenüber dem Zinsänderungsrisiko besteht darin, bei allen wesentlichen Risikopositionen eine möglichst durchgängige Absicherung zu erzielen.

Margenrisiken treten im Forderungsmanagement auf. Aufgrund des steigenden Wettbewerbs sowie einer zunehmenden Preissensibilisierung von NPL-Anbietern entstehen für den Lowell-Konzern Margenrisiken. Diese können sich in Renditen (Margen) äußern, die unterhalb des Erwartungswertes liegen. Von diesem Risiko betroffen sind sowohl Servicemandate als auch NPL-Ankäufe.

d. Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko ist die Gefahr, dass der Lowell-Konzern seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht termingerecht oder nicht betragsgenau nachkommen kann. Liquiditätsrisiken werden auf Konzernebene gesteuert. Hierzu besteht ein differenziertes Steuerungsinstrumentarium, das sich aus den drei nachfolgend beschriebenen Bestandteilen zusammensetzt.

Das kurzfristige Cash Management des Lowell-Konzerns umfasst, unter Zuhilfenahme der entsprechenden Applikationen im Treasury Management System, die täglich rollierende, dezentrale, direkte Erfassung der Liquiditätssituation der einzelnen Konzerngesellschaft auf Tagesbasis und wird täglich durch den Bereich Treasury an die Geschäftsführung der Lowell und der operativen Gesellschaften berichtet.

Die mittelfristige operative Liquiditätsplanung des Lowell-Konzerns plant in vierwöchig rollierendem Rhythmus dezentral die Entwicklung der verfügbaren Liquiditätssalden pro Gesellschaft für einen Zeitraum der nächsten 13 Wochen auf Wochenbasis, sowie für einen Zeitraum von 52 Wochen (1 Jahr) auf Monatsbasis.

Das strategische Liquiditätsmanagement plant einmal jährlich, im Wege der Identifikation sämtlicher cash-wirksamer Planpositionen der Konzerngeschäftsplanung, die Liquiditätsentwicklung des Lowell-Konzerns für einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Darstellung des ersten Planjahres erfolgt auf monatlicher Basis, die weiteren Planjahre pro Quartal.

Um unerwartete zeitliche Divergenzen zwischen Ein- und Auszahlungen auffangen zu können, wird eine ausreichend bemessene Liquiditätsreserve vorgehalten.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist es zu keinem Zeitpunkt zu Liquiditätsengpässen im Sinne der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit der Lowell und ihrer Tochtergesellschaften gekommen.

Zum 31. Dezember 2018 wiesen die Brutto-Zahlungsströme der finanziellen Verbindlichkeiten aus Darlehen, bestehend aus Zins- und Tilgungsanteilen, folgende Fälligkeitsstruktur auf:

Restlaufzeit 31.12.2018
in T€
31.12.2017
in T€
weniger als 1 Jahr -45.194 -43.866
über 1 Jahr bis 5 Jahre -806.257 -516.051
mehr als 5 Jahre 0 -246.887

Kapitalsteuerung

Grundsätzlich ist das Ziel der Kapitalsteuerung, sicherzustellen, dass der Lowell-Konzern über eine zur Risikostruktur des Unternehmens angemessene Eigenkapitalbasis verfügt. Dies bildet die Voraussetzung dafür, dass der Lowell-Konzern jederzeit ausreichenden Zugang zu liquiden Mitteln an den Geld- und Kapitalmärkten hat. Diese Funktion wird zentral auf Ebene der LFS-Gruppe übernommen. Regulatorischen Kapitalanforderungen unterliegt der Lowell-Konzern nicht. Ein sich abzeichnender Kapitalbedarf wird frühzeitig ermittelt. Es werden entsprechende Kapitalmaßnahmen beschlossen und durchgeführt.

e. Operationelle Risiken

Zu den relevanten operationellen Risiken zählen Elementarrisiken, Risiken aus dem Einsatz elektronischer Datenverarbeitungsanlagen, rechtliche Risiken, personelle Risiken sowie bestimmte Risiken, die sich im Zusammenhang von Unternehmensbeteiligungen ergeben.

Der Lowell-Konzern ist gegen Elementarrisiken wie Feuer, Einbruch und Diebstahl, Wasserschäden, Sturm sowie Betriebsunterbrechung und Haftpflicht angemessen versichert.

Um den Geschäftsbetrieb unabhängig davon in Katastrophenfällen aufrechterhalten zu können, existiert ein Notfallplan zur sofortigen Wiederherstellung der Systembereitschaft an einem separaten Standort (Notfallrechenzentrum). Der Datenbestand der Konzerngesellschaften wird täglich gesichert und Kopien der jeweils letzten Sicherungsdatenträger zusätzlich außerhalb der Geschäftsräume gelagert.

Um rechtliche Risiken frühzeitig zu erkennen, werden die aktuelle Rechtsprechung und Gesetzgebung zeitnah durch die verantwortlichen Mitarbeiter verfolgt und hinsichtlich der für die Konzerngesellschaften relevanten Sachverhalte untersucht. Mögliche Auswirkungen der in der aktuellen wirtschafts- und steuerpolitischen sowie aufsichtsrechtlichen Diskussion behandelten Themen auf die Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaften werden ebenfalls in dieser Weise kontinuierlich analysiert, beurteilt und an die entsprechenden Entscheidungsträger weitergeleitet.

Um personelle Risiken rechtzeitig erkennen zu können, werden die Personalfluktuation sowie der Krankenstand innerhalb der einzelnen Konzerngesellschaften monatlich ermittelt.

Weiterhin bestehen operationelle Risiken darin, dass insbesondere Großkunden ihre Serviceverträge mit dem Lowell-Konzern kündigen. Dem wirken die Konzerngesellschaften insbesondere durch die hohe Qualität der erbrachten Dienstleistungen im Rahmen mehrjähriger Verträge entgegen.

Bestandsgefährdende Risiken bestehen nicht.

f. Chancen

Grundsätzlich sieht sich der Lowell-Konzern in den Branchen, in denen er tätig ist, gut aufgestellt. Die Konzernunternehmen besitzen langjährige Erfahrung in den einzelnen Branchen und sind dort etabliert und anerkannt. Langfristige Kundenbeziehungen bestätigen diese starke Marktstellung. Durch die Schwesterkonzerne in Großbritannien und den nordischen Ländern sieht die Geschäftsführung weiterhin große Synergiepotentiale. Darüber hinaus wird an der Harmonisierung der Prozesse über die Gesellschaften hinweg gearbeitet, was ebenfalls ein großes Potential bietet und zu einer Verbesserung der Rentabilität führen soll. Auch die bereits eingeleiteten und geplanten Maßnahmen auf der Kostenseite werden zu einer Steigerung der Ergebnisse in den nächsten Jahren führen.

Darüber hinaus sieht die Geschäftsführung weitere Chancen durch die Erschließung weiterer Branchen, wie zum Beispiel im Energiesektor und öffentlichen Sektor. Auch der Erwerb weiterer Inkassounternehmen wird als Chance für den Lowell-Konzern angesehen und entsprechend wird der Markt weiter beobachtet.

Als eine große Chance werden auch die Mitarbeiter angesehen, die durch interne und externe Maßnahmen weiter gefördert und entwickelt werden.

6 Ausblick

Durch die Umschichtung und Erweiterung der Finanzierung sieht sich der Lowell-Konzern für zukünftiges Wachstum gut aufgestellt. Während das Jahr 2017 vor allem von der Integration der erworbenen Gesellschaften geprägt war und 2018 mit fehlendem Neugeschäft und daraus resultieren Anpassungen getroffen war, wird für die folgenden Jahre ein kontinuierliches Wachstum erwartet. Dabei sieht das Management das Wachstum realisierbar aus den angefangenen und weiter geplanten Maßnahmen und der Stärkung der Investitionen. Der Fokus für 2019 liegt dabei weiterhin auf der Optimierung der Prozesse hin zu Best-in-class-Prozessen speziell für unsere Kunden.

Für das Jahr 2019 rechnet das Management mit Umsatzerlösen in Höhe von rund 280 Mio. €. Für das adjusted EBITDA, also das um Einmal- und Sondereffekte bereinigte EBITDA, wird ein Wert zwischen 70 Mio. € und 75 Mio. € prognostiziert, während für das CASH EBITDA ein Betrag zwischen 105 Mio. € und 115 Mio. € erwartet wird. Das Jahresergebnis wird zwar weiterhin negativ sein, aber deutlich besser als in 2018 erwartet. Angestrebt wird ein Jahresergebnis zwischen -15 Mio. € und -20 Mio. €. Hier spiegelt sich vor allem der bereits erwähnte Fokus auf die Optimierung von Geschäftsprozessen wider. Das Management erwartet für 2020 einen Anstieg der Umsatzerlöse auf rund 315 Mio. €, ein adjusted EBITDA zwischen 80 Mio. € und 90 Mio. € sowie ein CASH EBITDA zwischen 140 Mio. € und 150 Mio. €.

 

Essen, 29. November 2019

gez. Anke Blietz-Weidmann, Geschäftsführerin

gez. Dr. Andreas Benkitsch, Geschäftsführer

gez. Holger Taubmann, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Lowell Holding GmbH, Essen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Lowell Holding GmbH, Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2018, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Konzern-Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzern-Lagebericht der Lowell Holding GmbH für das Geschäftsjahr 2018 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2018 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 und

vermittelt der beigefügte Konzern-Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzern-Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzern-Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzern-Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzern-Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzern-Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzern-Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzern-Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzern-Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzern-Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzern-Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzern-Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 19. Dezember 2019

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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