PHOENIX CONTACT Combinations GmbH

Dringenauer Straße 30, 31812 Bad Pyrmont, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hannover HRB 211709
Eingetragen
30.10.2014
Branche
Herstellung von elektrischem InstallationsmaterialHerstellung von Elektrizitätsverteilungs- und -schalteinrichtungenHerstellung von Elektromotoren und Generatoren
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung und Bereitstellung von spezifischen Lösungen der Elektrotechnik und Automation zum Einsatz im allgemeinen industriellen Sektor sowie spezifischen Branchen der Industriegüterindustrie.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Axel Eberhardt
seit 30.10.2014
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Phoenix Contact GmbH & Co. KG
Germany
100.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Phoenix Contact GmbH & Co. KG

Blomberg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht zum Konzernabschluss

1. Grundlagen

a) Geschäftsmodell

Unter einer globalen Dachmarke bietet Phoenix Contact innovative Produkte, Lösungen und Digitalisierungskompetenzen für die Elektrifizierung, Vernetzung und Automatisierung aller Sektoren von Wirtschaft und Infrastruktur. Damit befähigt das Familienunternehmen Industrie und Gesellschaft bei der Transformation auf dem Weg in eine nachhaltige Welt mit langfristigen Wachstumsperspektiven für alle. Das Kerngeschäft ist in drei Business Areas organisiert, die den strategischen Kern der Phoenix Contact Gruppe bilden. Im Geschäftsbereich "New Business" werden auch jenseits des strategischen Kerns Potenziale der Digitalisierung, Elektrifizierung und veränderten Mobilität erschlossen.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dieser Business Area[1] (BA)- sowie New Business-Strukturen ist deren weitgehende Eigen- und Ergebnisverantwortung im Rahmen definierter Vorgaben und Richtlinien der Gruppe. Bei gleichzeitigem Erhalt der Gruppenstärke werden auf diese Weise dezentrales "Unternehmertum", Kundenorientierung und Diversifizierung gestärkt.

Zur Phoenix Contact Gruppe gehören mehr als 50 Vertriebsgesellschaften, welche die Nähe zu Markt und Kunden sicherstellen. Die lokalen Geschäftsführungen bilden die verantwortliche Klammer zwischen den Business Areas und der jeweiligen Landesgesellschaft, sichern Synergien und Ressourcen für die Markteinführung und -durchdringung und verantworten im Rahmen der Governance die lokale Compliance. Durch die Stärkung digitaler Kundenschnittstellen wird gezielt auf das sich ändernde Kaufverhalten reagiert.

Der Geschäftsbereich "New Business" treibt Geschäftsmodelle im Kontext der Digitalisierung, Elektrifizierung, veränderten Mobilität sowie Nachhaltigkeit voran, die nicht im Kerngeschäft der Business Areas liegen und Neuerungscharakter für die Phoenix Contact Gruppe haben. Das Portfolio umfasst aktuell acht Phoenix Contact Tochtergesellschaften, davon zwei Start-ups sowie acht Beteiligungen an externen Start-ups.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Tochtergesellschaft Phoenix Contact Innovation Ventures. Das Unternehmen erhöhte in weiteren Finanzierungsrunden die Beteiligung an dem Green Tech Unternehmen Eologix und an dem PropTech Unternehmen aedifion, welches mit einer Cloud Plattform zu einem effizienten Gebäudemanagement beiträgt. Aufgrund der insgesamt positiven Entwicklungen des Portfolios der Innovation Ventures wird in der nächsten Phase die Internationalisierung vorangetrieben und der Suchfokus noch stärker an den Anforderungen der Dekaden-Strategie ausgerichtet sowie Start-ups gefördert.

Phoenix Contact produziert in einem gruppenweiten Fertigungsnetzwerk in elf Ländern mit unterschiedlich hoher Fertigungstiefe. Am Unternehmensstammsitz in Blomberg werden unter anderem Kunststoff- und Metallteile, Werkzeuge für den Spritzguss sowie Sondermaschinen entwickelt und hergestellt. Der hauseigene Sondermaschinenbau hat ebenfalls die Themen Digitalisierung und Vernetzung aufgegriffen und entwickelt voll- und teilautomatisierte, flexible Anlagen mit durchgängigen Prozessen und Datenflüssen.

Die Dekaden-Strategie "Empowering the All Electric Society" bildet Basis und Handlungsausrichtung von Phoenix Contact. Die All Electric Society (AES) beschreibt das Zukunftsbild einer Welt, in der regenerativ erzeugte elektrische Energie als primäre Hauptenergieform weltweit in ausreichendem Maße und wirtschaftlich nachhaltig zur Verfügung steht.

Die AES bietet aus technischer Perspektive eine Antwort auf die großen Herausforderungen der heutigen Zeit wie Energie- und Klimawandel sowie die Sicherung nachhaltiger Entwicklung. Der Weg dorthin führt über die umfassende Elektrifizierung, Vernetzung und Automatisierung aller Sektoren von Wirtschaft und Infrastruktur. Das strategische Unternehmensziel ist es, mit Produkten, Lösungen und Digitalisierungskompetenzen Industrie und Gesellschaft zu befähigen, dass diese Transformation auf dem Weg in eine nachhaltige Welt mit langfristigen Wachstumsperspektiven für alle gelingt. Der Fokus liegt dabei auf den Sektoren Energie, Industrie, Infrastruktur und Mobilität.

Das Zukunftsbild der AES ist handlungsleitend für die Unternehmensstrategie und stellt das Bindeglied aller Unternehmensbereiche mit einer gemeinsamen Zielsetzung dar.

b) Ziele und Strategien

Phoenix Contact ist der nachhaltigen Entwicklung von Lebens- und Wirtschaftsräumen verpflichtet. Die Unternehmensgruppe ist sich ihrer Rolle in Gesellschaft und Umwelt bewusst. Neben den Grundsätzen im eigenen Code of Conduct[2] hat sich Phoenix Contact bereits 2005 den Global Compact Principles der Vereinten Nationen sowie 2009 dem Code of Conduct zur gesellschaftlichen Verantwortung des ZVEI[3] angeschlossen. Im Sinne der Corporate Social Responsibility (CSR) sowie Corporate Compliance (CC) stellt Phoenix Contact die Einhaltung von Gesetzen, allgemeingültigen Werten und Prinzipien sicher und lebt Integrität und Rechtschaffenheit. Die Unternehmensgruppe fördert nachhaltig gesellschaftliches Engagement.

Die Unternehmensstrategie und die gesellschaftliche Verpflichtung werden in den Corporate Principles aufgegriffen und gelebt.

Mit Leidenschaft für Technologie und Innovation schaffen wir gemeinsam eine nachhaltige Welt.

Mission

Lösungen für Elektrifizierung, Vernetzung und Automatisierung sind unser Beitrag für eine Welt, in der regenerative Energie zum Nutzen aller zur Verfügung steht.

Culture

Unabhängig -

Wir handeln stets so, dass unsere unternehmerischen Entscheidungsfreiräume gesichert bleiben.

Innovativ gestaltend -

Wir verstehen Innovation als wegweisenden Brückenschlag in eine nachhaltige Zukunft; so entwickeln wir vorausschauend das Unternehmen.

Partnerschaftlich vertrauensvoll -

Unser Handeln wird von wechselseitig verpflichtendem Geist, von Freundlichkeit und Aufrichtigkeit getragen. Unsere Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern sind auf beiderseitig nachhaltigen Nutzen ausgerichtet. Unsere Unternehmenskultur fördert Vertrauen und die Entwicklung der Mitarbeitenden zum Erreichen vereinbarter Ziele.

c) Forschung und Entwicklung (F&E)

Die F&E-Aufwendungen der Phoenix Contact Gruppe betrugen 2022 rund € 217 Mio., was einer Quote von ca. 6 % entspricht. Die Mitarbeiterzahl für Forschung und Entwicklung stieg gegenüber dem Vorjahresniveau um 220 FTE auf 1.874 FTE[4].

Das Projekt "Digitale Transformation@Phoenix Contact" wurde auch im Berichtsjahr fortgesetzt. Im Rahmen der Rollouts erfolgte die Umstellung der digitalen Kundenschnittstelle DxM[5] auf die neue Web-Plattform CRISP für die im Berichtsjahr geplanten Landesgesellschaften. Ein wesentliches Differenzierungsmerkmal von CRISP ist die Integration aller Webservices der Phoenix Contact-Gruppe in einer Plattform sowie die Möglichkeit zur kontinuierlichen Anpassung der Inhalte. Die vollständige Migration aller geplanten 46 Gesellschaften wurde Anfang des zweiten Quartals 2022 erfolgreich abgeschlossen.

Im Rahmen des Global CRM[6]-Programms wurde Ende des dritten Quartals die Software des Unternehmens "Salesforce" in den Pilotländern Österreich und Schweden eingeführt. Im ersten Halbjahr 2023 erfolgen weitere Rollouts in Norwegen, Finnland, Dänemark, Polen, Ungarn, Schweiz und Großbritannien.

Mit dem Projekt UNICore wurde im dritten Quartal 2022 das größte und wichtigste Programm innerhalb der Digital Transformation Roadmap (DTR) gestartet. Ein Ziel des Programms ist die Entwicklung und Einführung eines globalen Templates für die Produktions- und Geschäftsprozesse in der Wertschöpfungskette - basierend auf globalen und skalierbaren Standards. Der Go-Live des globalen Templates mit SAP S/4HANA soll Anfang 2025 erfolgen.

Zur Realisierung von Produktivitätspotenzialen arbeitet Phoenix Contact an der Etablierung einer industriellen Datenlogistik. Um den Aufwand für den Aufbau neuer Datenverbindungen zu minimieren, wird die Standardisierung für Datentransporte mittels sogenannter Datencontainer forciert. Hierzu werden einerseits die Standards der Industrial Digital Twin Association (IDTA) genutzt. Alle relevanten Daten einer Hard- oder Softwarekomponente ergeben ihr virtuelles Abbild (digitaler Zwilling), welches in der Asset Administration Shell (ASS)[7] gespeichert ist. Andererseits hat Phoenix Contact das sogenannte Corporate API[8] Management aufgebaut und veröffentlicht. Durch die Vielzahl an entwickelten Standardschnittstellen wird eine schnelle und standardisierte Systemintegration bzw. Implementierung und Verbindung unterschiedlicher Softwarelösungen - innerhalb der Phoenix Contact-Gruppe sowie mit Dritten - ermöglicht. Im Programm Product Data for Customer (PD4C) werden alle Phoenix Contact internen Aktivitäten gebündelt, die zur digitalen Bereitstellung von Produktdaten entlang des Lebenszyklus benötigt werden. Die Umsetzung der erforderlichen Prozessketten zur Erzeugung von digitalen Zwillingen der Phoenix Contact-Produkte im Live-Betrieb wird 2023 weiter vorangetrieben.

Das Engagement von Phoenix Contact in der vorwettbewerblichen Forschung im Spitzencluster it's OWL[9] besteht weiterhin.

F&E Schwerpunkte 2022

Das strategische Leitbild des Unternehmens "Empowering the All Electric Society (AES)" bestimmt zusammen mit dem Megatrend der Digitalisierung die F&E-Strategie des Unternehmens. Für die Elektrifizierung, Vernetzung und Automatisierung im Kontext einer All Electric Society soll ein vollständiges Produktportfolio, von der Reihenklemme bis zur Cloud-Lösung, angeboten werden. Produkte und Lösungen sollen sich an den Anforderungen der Zielsektoren Energie, Industrie, Infrastruktur und Mobilität orientieren und sich gleichzeitig in durchgängige digitale Prozesse und Geschäftsmodelle integrieren lassen. Eine Auswahl relevanter Ergebnisse finden sich unter anderem in der zur Hannovermesse veröffentlichten Unternehmensbroschüre "Highlights 2023" wieder.

2. Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Erholung setzte sich auch im Jahr 2022 fort. Die im Zusammenhang mit der andauernden Corona Pandemie eingeleiteten Maßnahmen wirkten positiv auf die konjunkturelle Entwicklung und trugen zur Verbesserung der Lieferkettenproblematik bei. Jedoch führte der Krieg in der Ukraine und die im Gegenzug ergriffenen Sanktionen gegen Russland zu schwerwiegenden politischen und wirtschaftlichen Belastungen. Vor allem stiegen die Energiepreise in Europa und speziell in Deutschland aufgrund der hohen Abhängigkeit von russischen Öl- und Gasimporten. Die Preissteigerungen, die sich in der Folge auf die Gesamtwirtschaft ausbreiteten, bewirkten einen deutlichen Inflationsanstieg in Europa; aber auch in den USA.

Fortan standen vor allem die europäischen und auch US-amerikanischen Zentralbanken im Spannungsfeld zwischen Bekämpfung der hohen Inflation und Vermeidung einer Rezession. Die Annahme einer nur vorübergehenden Inflation musste jedoch im Jahresverlauf aufgegeben werden, so dass die Leitzinsen in Europa und den USA deutlich angehoben wurden.

Die Inflation im Euroraum betrug im Jahresdurchschnitt 8,4% und lag damit deutlich über dem angestrebten Ziel von 2,0%. In den USA stieg der Jahreswert auf 8,0%. Die US-amerikanische Notenbank FED[10] erhöhte den Leitzins bis zum Jahresende 2022 um 4,25%-Punkte auf 4,5%, während der Leitzins der Europäischen Zentralbank um insgesamt 2,5%-Punkte auf 2,5% anstieg. Die Ankaufprogramme der Zentralbanken für Wertpapiere wurden wie angekündigt ab Juli 2022 komplett eingestellt.

Der anschließende Verkauf von Wertpapieren aus den Beständen der Zentralbanken soll sich durch die hiermit verbundene Verringerung der umlaufenden Geldmenge inflationsdämpfend auswirken.

Zur Stabilisierung der konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft wurden vor allem im Hinblick auf die Energieversorgung unterstützende Maßnahmen ergriffen. Europa setzte beispielsweise wieder auf Kohle als Energieträger und baute zusätzlich Kapazitäten für den Bezug von Flüssiggas aus. In Deutschland wurden die Laufzeiten der Kernkraftwerke vorübergehend verlängert. Durch Transferzahlungen und direkte Hilfen zahlreicher Staaten an Unternehmen sowie Privatpersonen sollen die Auswirkungen der hohen Energiepreise und der Inflation abgemildert werden.

Die wirtschaftliche Erholung setzte sich aufgrund der genannten Maßnahmen fort, jedoch im Vergleich zum Vorjahr deutlich schwächer. Das weltweite Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) war mit 3,1% nur noch etwa halb so hoch wie im Vorjahr. Der Wachstumsrückgang in den Industriestaaten war schwächer als bei den Schwellenländern.

Allgemeine Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts:

2022 2021 Veränderung
Welt 3,1% 6,1% -3,0%-Punkte
Industrieländer 2,6% 5,3% -2,7%-Punkte
Schwellenländer 3,6% 7,1% -3,5%-Punkte

Den ausgeprägtesten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts der bedeutenden Wirtschaftsnationen verzeichnete im Jahr 2022 China. Die mit der Null-Corona-Politik einhergehenden großflächigen und langanhaltenden Lockdowns haben den Geschäftsbetrieb stark eingeschränkt und Unterbrechungen der Lieferketten verstärkt. Während die USA ebenfalls einen starken Wachstumsrückgang hinnehmen mussten, ging Japans Wirtschaftswachstum in geringerem Maße zurück.

2022 2021 Veränderung
Indien 6,7% 8,9% -2,2%-Punkte
China 3,0% 8,4% -5,4%-Punkte
Brasilien 2,9% 5,0% -2,1%-Punkte
USA 2,1% 5,9% -3,8%-Punkte
Japan 1,0% 2,1% -1,1%-Punkte

Das Wirtschaftswachstum im Euroraum betrug im Jahresdurchschnitt 3,5% und war damit um 1,8%-Punkte schwächer als im Vorjahr. Während Spanien vor allem vom Nachholeffekt im Tourismus profitierte und ein unverändertes Wachstum von 5,5% aufwies, sank dieses in Deutschland fast um ein Drittel. Durch die zahlreichen Verflechtungen mit Russland litt Deutschland stark unter dem Ukraine-Krieg. Viele Unternehmen stellten das Russland-Geschäft auch aufgrund der verhängten Sanktionen komplett ein.

In Großbritannien führten die negativen Folgen durch den zum Jahresanfang 2021 vollzogenen Austritt aus der Europäischen Union (Brexit) zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums auf 4,0%. Polen konnte trotz eines Rückgangs um 1,8%-Punkte mit einer Rate von 4,9% wachsen.

Entwicklung des BIP in ausgewählten Ländern Europas:

2022 2021 Veränderung
Eurozone 3,5% 5,3% -1,8%-Punkte
Spanien 5,5% 5,5% unverändert
Polen 4,9% 6,8% -1,9%-Punkte
Großbritannien 4,0% 7,6% -3,6%-Punkte
Italien 3,8% 7,0% -3,2%-Punkte
Frankreich 2,6% 6,8% -4,2%-Punkte
Deutschland 1,9% 2,6% -0,7%-Punkte

b) Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) meldete für das Jahr 2022 einen Zuwachs der preisbereinigten Produktion von 3,5% sowie des Umsatzes von 12,1%. Der Jahresumsatz betrug für den genannten Zeitraum € 224,8 Mrd. Die Inlandsumsätze nahmen 2022 um 14,3% zu und erhöhten sich somit stärker als die Auslandsumsätze, die um 10,2% stiegen. Während sich die Inlandsorders um 9,0% erhöhten, stiegen die Auslandsbestellungen um 10,8%. Die Exporte steigerten sich 2022 um 8,6%. Die starke Zunahme der Importe von 18,4% führte nach Jahren der Exportüberschüsse zu einem Importüberhang von über sechzehn Milliarden Euro. Versorgungsengpässe ausgelöst durch Materialknappheiten oder andauernde logistische Probleme, aber auch Fachkräftemangel sorgten für eine Auftragsreichweite von überdurchschnittlichen 5,3 Monaten. Die Zahl der Beschäftigten betrug 898.100 im Dezember 2022 und war im Jahresvergleich damit um 2,7% höher als im Vorjahr.

Die Produktion im deutschen Maschinen- und Anlagenbau als eine wesentliche Abnehmerbranche konnte nach aktuellen Schätzungen gegenüber dem Vorjahr um 1% zulegen. Die Kapazitätsauslastung lag im Oktober 2022 bei 89,0% und sank damit im Jahresverlauf leicht - lag aber immer noch deutlich über dem langjährigen Mittel von 86,0%. Die Beschäftigtenzahl befand sich im Dezember mit 1.018.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern knapp über Vorjahresniveau (+1,1%). Jedes zweite Unternehmen beklagte Einschränkungen in der Produktion aufgrund des Facharbeitermangels. Der nominale Umsatz stieg 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 10,1% auf € 244 Mrd. Der Export verzeichnete einen Anstieg um 6,1% auf € 192,4 Mrd. Einen Zuwachs von fast 30,0% verzeichnete der Export nach Zentral -und Südasien, dagegen brachen die Exporte in die europäischen Länder außerhalb der Europäischen Union um ca. 5,0% ein. Wesentlich hierbei waren die verhängten Sanktionen gegenüber Russland. Der Auftragseingang nahm 2022 im Jahresvergleich um 4,0% zu. Während der inländische Auftragseingang nur um 3,0% stieg, wuchsen die Orders aus dem Ausland um 4%.

c) Geschäftsverlauf

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden im ersten Quartal 2022 durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine wesentlich verändert. Kriegsfolge für die Phoenix Contact-Gruppe war der unmittelbare und vollständige Rückzug vom russischen Markt und hiermit verbundene negative Ergebniseffekte in Höhe von € 60,6 Mio. Auch die indirekten Folgen in Form der Energiekrise, der daraus entstandenen Inflation sowie die Auseinandersetzung mit neuen geopolitischen Risiken waren bestimmende Faktoren in 2022.

Die weitgehende Aufhebung der pandemiebedingten Einschränkungen im Jahresverlauf ermöglichte wieder die direkte Kundenkommunikation in Form von Messen und Veranstaltungen.

Der Umsatz wuchs um € 625 Mio. (21%) auf € 3.600 Mio. Alle Vertriebsgesellschaften konnten zweistellige Wachstumsraten erzielen. Die ursprüngliche Planung (€ 3.236 Mio.) wurde damit deutlich übertroffen. Ergänzend zur guten Umsatzentwicklung stieg der Auftragsbestand zum Jahresende auf € 897 Mio. und übertraf den Vorjahreswert um 57,6%.

Nachdem das Vorjahr durch erhebliche Verknappungen bei wesentlichen Vormaterialien und Rohstoffen geprägt war, hat sich die Materialverfügbarkeit - mit Ausnahme bestimmter Elektronikkomponenten - im Geschäftsjahr verbessert. Gleichzeitig wurde das operative Ergebnis durch erheblichen Margendruck belastet. Infolge der Flutkatastrophe im Vorjahr waren bei den Metallen insbesondere in den ersten beiden Quartalen Mehrbelastungen durch alternative Materialbeschaffung aus Asien zu verzeichnen. Darüber hinaus hatte der Ukraine-Krieg negativen Einfluss auf die Rohstoffpreise und damit auf die Beschaffungspreise bei Industriemetallen und Polymeren/Kunststoffgranulaten. Die oben erwähnte Verknappung einiger Elektronikkomponenten setzte sich fort und führte zum Teil zu erheblichen Preiserhöhungen durch sogenannte "Hot Buys"[11].

Infolge gestiegener Beschaffungspreise sowie hoher Fertigungsineffizienzen sank die CM[12] I um 2,7%-Punkte auf 46,6%.

Auch in den nicht direkt am Wertschöpfungsprozess beteiligten Unternehmenseinheiten wurden insbesondere die personellen Ressourcen infolge des starken Wachstums der vergangenen zwei Jahre angepasst. Darüber hinaus wurden strategische Initiativen, wie die Umsetzung der digitalen Transformation der Systemlandschaft (DTR) und die Reduzierung des CO 2 -Fußabdrucks im Geschäftsjahr 2022 weiter forciert.

Bedingt durch den Rückzug aus dem russischen Markt und den daraus resultierenden negativen Ergebniseffekt von € 60,6 Mio. sinkt das EBIT auf € 314,6 Mio. (-8,9%). Bereinigt um diesen Sondereffekt ergibt sich ein EBIT von € 375,2 Mio. (+8,6%). Wertberichtigungen auf Wertpapiere und Minderheitsbeteiligungen belasteten das Finanzergebnis mit € -19,0 Mio.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT[13]) ging im Berichtsjahr um € 45,9 Mio. auf € 288,4 Mio. (13,7%) zurück.

Zur Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit wurden die Bestände gegenüber dem Vorjahr um € 253,0 Mio. auf € 878,8 Mio. erhöht. Infolge dieses Anstiegs sowie der mit dem deutlichen Umsatzanstieg verbundenen Erhöhung der Forderungsbestände konnten die Investitionen nicht vollständig aus dem operativen Cashflow finanziert werden und es entstand eine Unterdeckung von € 66,9 Mio.

Aufgrund der anhaltend guten wirtschaftlichen Entwicklung wurden zahlreiche Aktivitäten zum Ausbau der Produktionskapazitäten gestartet. Entsprechend stiegen die Investitionen um 46,8% auf € 260,8 Mio.

Die Beteiligungen an den beiden russischen Vertriebs- und Produktionsgesellschaften OOO "Phoenix Contact Rus" und OOO "WPV Phoenix Contact" wurden mit Wirkung zum 17.05.2022 verkauft. Um das Vertriebsnetz in Südamerika weiter auszubauen, wurden im Juli 2022 die Anteile an der Phoenix Contact S.A.S. in Kolumbien erworben. Die Akquise der kanadischen iS5 Communications im Dezember erweitert das Produktportfolio im Bereich der Technologien für kritische Infrastrukturen.

d) Wirtschaftliche Lage

i. Ertragslage

Nach einem Anstieg des Konzernumsatzes um 26,2% in 2021 konnte auch in 2022 ein Wachstum von 21,0% auf € 3.600,1 Mio. erzielt werden.

Vom Netto-Umsatz der Phoenix Contact-Gruppe entfallen € 1.072,5 Mio. auf Deutschland, € 999,2 Mio. auf die übrigen Staaten Europas und € 1.528,5 Mio. auf Drittländer. Der Inlandsanteil des Umsatzes blieb mit einem Rückgang um 0,6%-Punkte auf 29,8% im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Der Anteil der restlichen Staaten Europas verzeichnete einen Rückgang um 2,4%-Punkte auf 27,8%. Der Drittlandanteil erhöhte sich um 2,9%-Punkte auf 42,5%. Im Inland stiegen die Umsatzerlöse um € 169,9 Mio. (+18,8%). In den restlichen Staaten Europas erhöhten sie sich mit € 103,0 Mio. (+11,5%). Der Anstieg der Umsatzerlöse in den Drittländern um € 352,4 Mio. bedeutet eine Erhöhung um 30,0%.

Bezogen auf den Umsatz stiegen die Herstellungskosten überproportional um 27,3% auf € 1.924,4 Mio. Die Herstellungskostenquote stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,7%-Punkte auf 53,4%.

Die planmäßigen Abschreibungen erhöhten sich 2022 um € 8,9 Mio. auf € 171,6 Mio.

Die Vertriebsaufwendungen, inklusive Marketing, stiegen ebenfalls überproportional um € 146,3 Mio. bzw. 22,4% auf € 798,5 Mio.

Die Aufwendungen für F&E erhöhten sich innerhalb der Gruppe um 9,6% auf € 216,5 Mio.

Die Verwaltungskosten stiegen um € 27,3 Mio. auf € 297,2 Mio., eine Erhöhung von 10,1% gegenüber dem Vorjahr.

Die Personalkosten verzeichneten einen Anstieg um € 104,9 Mio. auf € 1.231,4 Mio. Der durchschnittliche Personalbestand wuchs 2022 um 1.164 Personen auf 18.998 Mitarbeitende. Inklusive Personalleasing waren zum Stichtag 31. Dezember 2022 21.644 Personen in der Unternehmensgruppe beschäftigt.

Das sonstige betriebliche Ergebnis verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr um € 50,8 Mio. auf € -50,9 Mio., insbesondere bedingt durch Ergebniseffekte aus der Dekonsolidierung der russischen Tochtergesellschaften.

Das Finanzergebnis, in dem als wesentliche Posten die Aufwendungen für die Verzinsung der Gesellschafterkonten sowie Wertberichtigungen auf Wertpapiere gezeigt werden, verzeichnete einen Rückgang auf einen negativen Wert von € 26,2 Mio.

Die Konzernsteuerquote stieg im Vergleich zum Vorjahr von 21,3% auf 28,1%.

Nach Steuern verbleibt 2022 ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von € 205,2 Mio. (in Bezug auf die Umsatzerlöse 5,7%), im Vergleich zu € 262,7 Mio. (8,8%) im Vorjahr.

ii. Vermögens- und Finanzlage

Das Anlagevermögen erhöhte sich 2022 um € 73,2 Mio. auf € 1.359,4 Mio. Die Zugänge überschritten mit € 260,8 Mio. die Abgänge zu Restbuchwerten in Höhe von € 11,4 Mio. sowie die planmäßigen Abschreibungen von € 171,6 Mio.

Die Investitionen in immaterielles Anlagevermögen beliefen sich auf € 24,8 Mio. In das Sachanlagevermögen wurden € 236,0 Mio. investiert. Schwerpunkte waren Betriebs- und Geschäftsausstattung mit € 53,4 Mio., technische Anlagen und Maschinen mit € 48,4 Mio. sowie Grundstücke und Gebäude mit € 19,7 Mio. Auf noch nicht abgeschlossene Projekte entfielen € 114,5 Mio. der Investitionen.

Das Finanzanlagevermögen weist Zugänge in Höhe von € 13,7 Mio. aus, von denen € 2,1 Mio. auf Anteile an assoziierten Unternehmen entfallen.

Der Bestand an Vorräten - bestehend aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, unfertigen und fertigen Erzeugnissen sowie Handelswaren als auch geleisteten Anzahlungen - erhöhte sich um € 253,0 Mio. (40,4%) auf € 878,8 Mio. Das Volumen an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen stieg um € 111,1 Mio. auf € 382,1 Mio., was einem deutlichen Anstieg um 41% entspricht. Der Bestand unfertiger Erzeugnisse ist ebenfalls um € 42,8 Mio. (37,5%) auf € 156,8 Mio. gestiegen. Der Bestand fertiger Erzeugnisse und Handelswaren wurde um € 94,1 Mio. (39,8%) auf € 330,4 Mio. erhöht.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um € 106,3 Mio. (20,7%) auf € 620,2 Mio. Vom Anstieg entfallen € 96,9 Mio. auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und € 5,6 Mio. auf sonstige Vermögensgegenstände.

Das Eigenkapital wuchs im Vergleich zum Vorjahr um € 126,8 Mio. auf € 1.887,1 Mio. Die Eigenkapitalquote verminderte sich von 59,9% auf 57,7%.

Die Rückstellungen liegen mit € 359,3 Mio. um € 59,2 Mio. über dem Vorjahresniveau. Ursache sind insbesondere höhere personalbezogene Rückstellungen von € 15,9 Mio., z. B. für Resturlaub, Gleitzeitkonten sowie Mitarbeiterboni. Zusätzlich haben sich die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen um € 9,1 Mio. erhöht. Gewährleistungsrückstellungen wurden infolge des erhöhten Umsatzvolumens um € 8,0 Mio. erhöht.

Die Finanzierung der Phoenix Contact Gruppe erfolgt vollständig über konzerninterne Mittel sowie Gesellschafterdarlehen. Zum Bilanzstichtag beträgt das Netto-Finanzvermögen € 336,8 Mio.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen liegen mit € 207,7 Mio. um € 88,4 Mio. (74,0%) über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg ist unter anderem durch vorzeitige Zahlungen an Lieferanten in 2021 begründet. Die Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus Lieferungen und Leistungen und stiegen um € 3,4 Mio. auf € 8,6 Mio. Die sonstigen Verbindlichkeiten sind im Vorjahresvergleich um € 8,4 Mio. auf € 84,4 Mio. angestiegen. Sie umfassen im Wesentlichen Verbindlichkeiten für Personal (€ 40,8 Mio.), Umsatzsteuer (€ 20,9 Mio.) sowie kreditorische Debitoren (€ 7,7 Mio.).

Die Investitionen wurden aus dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von € 234,8 Mio. finanziert, wobei sich die liquiden Mittel um € 120,1 Mio. auf € 336,8 Mio. verringerten. Die Wertpapiere des Anlagevermögens, die als langfristige Liquiditätsreserve dienen, sind um € 5,5 Mio. auf € 159,0 Mio. zurückgegangen.

e) Gesamtaussage

Das Jahr 2022 übertraf mit einem Umsatzwachstum von 21,0% auf € 3.600 Mio. erneut die eigenen Planungen. Der Rückgang des operativen Ergebnisses ist wesentlich auf die direkten und indirekten Folgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine zurückzuführen. Die EBIT-Marge sank gegenüber dem Vorjahr um -2,9%-Punkte auf 8,7%.

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung wichtiger Kennzahlen:

2022 2021 Veränderung
Bilanzsumme € 3.273 Mio. € 2.941 Mio. 11,3%
Eigenkapital € 1.887 Mio. € 1.760 Mio. 7,2%
Eigenkapitalquote 57,6% 59,9% -3,7%
Umsatzerlöse € 3.600 Mio. € 2.975 Mio. 21,0%
operatives Ergebnis (EBIT) € 315 Mio. € 345 Mio. -8,9%
EBIT-Marge 8,7% 11,6%
Marge auf das gebundene Nettovermögen (RONA[14]) 13,5% 17,3%
Konzernjahresüberschuss € 204 Mio. € 262 Mio. -22,0%
Investitionen (ohne Finanzanlagen) € 261 Mio. € 178 Mio. 46,8%
Abschreibungen (ohne Finanzanlagen) € 168 Mio. € 162 Mio. 3,5%

3. Prognosebericht

Das Geschäftsjahr 2023 wird erneut von den unsicheren konjunkturellen und weltpolitischen Rahmenbedingungen geprägt. Es ist davon auszugehen, dass die Geschäftsentwicklung weiterhin durch erhöhte Energiepreise, sowohl in der eigenen Produktion als auch in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette beeinflusst wird. Hierzu trägt auch die anhaltend hohe Inflation bei, die sich unter anderem in den Tarifabschlüssen widerspiegelt und zu einem erhöhtem Kostenniveau führt.

Des Weiteren plant Phoenix Contact in 2023 Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum mit einem Aufwand im zweistelligen Millionenbereich.

Die geo- und wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen Russland bzw. China und den westlichen Demokratien bergen große Risiken. Lieferketten müssen neu gestaltet werden und die positiven Effekte der vorangegangenen Globalisierung und der Erleichterung von Handelsbeschränkungen sind in Gefahr. Die in diesem Kontext von vielen europäischen und amerikanischen Unternehmen angestrebte Erhöhung der Resilienz[15] hat deutlich kostensteigernde Effekte und wird sich mindestens dämpfend auf die Wirtschaftsleistung auswirken.

Gleichzeitig bieten die zunehmende Digitalisierung und die Ausrichtung der Wirtschaft auf Nachhaltigkeit große Chancen. Die volkswirtschaftlichen Beeinträchtigungen durch die Pandemie werden 2023 weitgehend überwunden sein.

Für die Weltwirtschaft wird 2023 ein Wachstum von 2,3% prognostiziert. Das Wirtschaftswachstum in den USA soll auf 1,5% sinken. In China wird durch die Lockerungen der Corona-Beschränkungen ein Anstieg auf 5,6% erwartet. Für den Euroraum wird mit leichtem Wachstum von 0,6% gerechnet. Für Deutschland wird derzeit eine Stagnation prognostiziert, was einen Rückgang des Wachstums im Jahresvergleich um -1,9%-Punkte bedeutet.

Wie die Umfragen bezüglich des Geschäftsklimas zeigen, ist die Stimmung der Mitgliedsunternehmen des ZVEI zu Beginn 2023 neutral. Lediglich 14% der Unternehmen erwarten einen Rückgang ihrer Aktivitäten, 86,0% dagegen einen Zuwachs oder ein unverändertes Geschäftsniveau. Die Volkswirte des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erwarten für 2023 einen Rückgang der realen Produktion von -2,0%.

Die Phoenix Contact-Gruppe plant für 2023 eine moderate Umsatzsteigerung im einstelligen Bereich. Treiber sind Mengensteigerungen im Kerngeschäft, insbesondere aber auch im Bereich New Business, aber auch zeitversetzt eintretende Effekte aus zurückliegenden Preissteigerungen.

Für 2023 sind rund 2.000 Neueinstellungen geplant. Der Aufbau von Mitarbeitenden und tarifliche Entgelterhöhung führen zu einem Anstieg der Personalaufwendungen von etwa 13%.

Trotz der außergewöhnlichen Belastung durch die Kosten der digitalen Transformation und der Jubiliäumsfeier ist das EBIT im Zielkorridor der strategischen Unternehmensplanung von 8% bis 10% geplant.

Es sind Investitionen in Höhe von € 325 Mio. geplant. Besonderer Fokus der Investitionstätigkeit liegt unverändert auf der Digitalen Transformation, aber ebenso auf dem Anpassen der Produktionskapazitäten sowie der Erhöhung der Resilienz der Lieferketten weltweit.

Der Gesamtplanung liegt trotz einer erwarteten konjunkturellen Abschwächung ein positives Szenario zugrunde.

4. Chancen- und Risikobericht

a) Risikomanagementsystem

Das Risikomanagement hat die Aufgabe, bestehende Risiken frühzeitig zu erfassen, zu analysieren und zu bewerten. Die Risiken, die für die Unternehmensgruppe wesentlich sind, werden im Risikomanagementsystem detailliert beschrieben und bewertet. Ziel ist es, eine interne Transparenz zu schaffen und das Risikobewusstsein zu erhöhen. Im Risikohandbuch der Unternehmensgruppe sind Konzept, Methoden sowie Umsetzung beschrieben. Regelmäßig wird der Geschäftsführung und dem Beirat zum Stand der Risiken sowie der eingeleiteten Maßnahmen Bericht erstattet.

Die Entscheidungen des Managements beruhen auf dem Konzept eines mehrstufigen Risikomanagements, das frühzeitig Risiken identifiziert. Dieses umfasst betriebswirtschaftliche Werkzeuge zur Entscheidungshilfe sowie ein zeitnahes Berichtswesen. Die Risikoverantwortlichen der Fachbereiche ergreifen geeignete Maßnahmen, um operativ Risiken zu minimieren und die Wahrscheinlichkeit zu mindern, dass sie eintreten. Dadurch wird die Wertschöpfungskette abgesichert. Aktualisierte Prognosen und eine angemessene Planung lassen rechtzeitig kritische Abweichungen erkennen. Ein kontinuierlicher Controlling-Prozess stellt sicher, dass die Risiken überwacht und Maßnahmen eingehalten werden. Die Geschäftsmodelle der Unternehmensgruppe werden regelmäßig einem strategischen Review unterzogen, der auch die Entwicklung der Rentabilität und den künftigen Liquiditätsbedarf umfasst.

b) Chancen

Maßgebliches Ziel der Phoenix Contact Gruppe bleibt ein nachhaltiges und profitables Wachstum, wobei ein ausgewogenes Verhältnis von Risiken und Chancen angestrebt wird. Die Unternehmensgruppe erwartet für die kommenden Jahre eine wachsende Nachfrage nach Produkten und Lösungen der Elektromechanik und Elektronik. Dies betrifft noch nicht erschlossene Marktpotenziale vorhandener Produktlinien gleichermaßen wie das Geschäft mit kundenindividuellen Lösungen. Darüber hinaus bieten die Megatrends Digitalisierung, Urbanisierung, Globalisierung und der steigende Anpassungsdruck zur Abmilderung der Effekte des Klimawandels langfristige Chancen, da Phoenix Contact über erforderliche Entwicklungs- und Produktexpertise sowie die technologische Lösungskompetenz für die vordringlichen Zukunftsthemen verfügt. Nachhaltiges Wachstumspotenzial sehen wir bei den Märkten für Erneuerbare Energien, Power-to-X[16], Energieeffizienz, Intelligente Netze, Wasserwirtschaft und Elektromobilität. Das Zukunftsbild von Phoenix Contact, die "All Electric Society", bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, neue Absatzpotenziale zu erschließen und die klimaneutrale Umgestaltung der Industrie entscheidend mitzugestalten.

Seit einigen Jahren greift Phoenix Contact die digitale Transformation aktiv auf. Mit dem Produkt- und Lösungsportfolio wird die Unternehmensgruppe von der Digitalisierung in der Industrie überdurchschnittlich profitieren. Potenziale aus der Digitalisierung werden gezielt über Projekte erschlossen und im Erfolgsfall in das Produkt- und Leistungsangebot von Phoenix Contact überführt. Bereits erschlossene Wachstumsfelder sind die Netzwerk- und Steuerungstechnik, das für Maschinensicherheit entwickelte Produktportfolio "Safety" sowie die Produkte der Cyber Security zur Absicherung industrieller Anlagentechnik. Hierneben werden über die Digitalisierungsprojekte auch Effizienzpotenziale gehoben, die durch Prozessintegration und -automatisierung realisiert werden können. Insbesondere die stetig fortschreitende Harmonisierung der Systemlandschaften ermöglicht Shared Service Ansätze, die stetig ausgebaut werden. Die großen Digitalisierungsprojekte der Unternehmensgruppe sind in der DTR zusammengefasst und mit einem Projektmanagement je Projekt unterlegt. Eine regelmäßige Berichterstattung an das Management stellt sicher, dass die Projekte entsprechend der Planung realisiert werden. Risiken oder Abweichungen zum Plan werden über die etablierten Projektstrukturen und Berichtswege transparent gemacht und nachverfolgt. Fallback-Lösungen stellen sicher, dass Digitalisierungsprojekte nicht zu Betriebsunterbrechungen führen.

Phoenix Contact unterhält eine M&A[17] Funktion, die gezielt Unternehmen analysiert und bewertet. Hierdurch wird das bestehende Leistungsportfolio der Unternehmensgruppe strategisch erweitert. Über die eigene Venture Capital Gesellschaft werden zudem Beteiligungen an Start-ups zur Erschließung innovativer Technologien eingegangen. Der Bereich "New Business" ermöglicht es dem Unternehmen, neue Geschäftsfelder abseits des bestehenden Produkt- und Leistungsportfolios zu entwickeln. Darunter fallen derzeit insbesondere die Aktivitäten rund um die Elektromobilität.

Die weltweiten Produktions- und Vertriebsnetzwerke sichern langfristig das Wachstum der Unternehmensgruppe. Die hohe Innovationskraft sowie das breite Produkt- und Leistungsportfolio sind der Schlüssel für den Markterfolg.

Chancen entwickeln sich auch in einer besseren Nutzung interner Potenziale. Dies betrifft die Prozesse in Entwicklung, Produktion, Vermarktung und der Verwaltung. Dort wird eine Steigerung der Effizienz angestrebt, insbesondere durch stetige Verbesserung der eingesetzten Systeme sowie durch Optimierungen in den Prozessabläufen sowie einer Fokussierung auf die Kundenerwartung. Eine moderate Entwicklung der operativen Kosten bildet vor dem Hintergrund eines volatileren gesamtwirtschaftlichen Umfelds die Grundlage für weiteres, profitables Wachstum von Phoenix Contact.

c) Risiken

Umfeldrisiken

Absatzmarktrisiken

Die Nachfrage in den Ländern, in denen die Phoenix Contact-Gruppe aktiv ist, unterliegt zyklischen Schwankungen. Phasen der Hochkonjunktur (2010, 2017, 2021-2022) wechseln sich ab mit Phasen verhaltenen Wachstums (2012 - 2016) oder Rezessionen (2009, 2020). Im Rahmen der jährlichen Unternehmensplanung werden interne und externe Einschätzungen herangezogen, um zu einer möglichst erwartungstreuen Planung zu kommen. Unterjährig erfolgt ein tagesaktuelles Monitoring des Auftragseingangs. Monatliche Reportings, Forecast- und Prognoseprozesse überprüfen laufend, ob das Marktverhalten von der Unternehmenserwartung abweicht. Diese Maßnahmen stellen sicher, dass bei signifikanten Abweichungen von der Planerwartung kostendämpfende oder kapazitätserweiternde Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden können.

Marktpreisrisiken

Die Entwicklung der Marktpreise wird durch die interne Organisation analysiert, überwacht und berichtet. Dabei werden nach Geschäftsfeldern, Regionen und Gesellschaften differenzierte Analysen, Maßnahmen und Zielsetzungen definiert und überwacht.

Bedingt durch die derzeit hohe Inflation im Beschaffungsumfeld, die 2023 auch auf die Lohnentwicklung durchschlagen wird, steht die Überwachung der Preisdurchsetzung zum Markt hin derzeit im Fokus.

Branchen- und Kundenabhängigkeit

Phoenix Contact ist mit einem umfangreichen Produkt- und Dienstleistungsportfolio in vielen unterschiedlichen Branchen aktiv. Klassische Abhängigkeiten von einzelnen Großkunden oder einzelnen Branchen bestehen nicht in der Weise, dass durch eine solche Abhängigkeit die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens gefährdet werden könnte. Kunden- und Branchenabhängigkeiten werden im Rahmen der Risikomanagementaktivitäten der verbundenen Unternehmen analysiert. Auf Gruppenebene erfolgt eine Aggregation der Kennzahlen der wichtigsten international tätigen Großkunden. Je Business Area werden die von den lokalen Großkunden ausgehenden Risiken analysiert und proaktiv risikominimierende Maßnahmen eingeleitet.

Beschaffungsmarktrisiken

Im Rahmen des operativen Geschäfts ist Phoenix Contact den Preisschwankungen auf weltweiten Beschaffungsmärkten ausgesetzt, die nur teilweise in Form von Preiserhöhungen weitergegeben werden können. Dies betrifft im Wesentlichen Rohstoffe und Handelswaren. Weiterhin können ungünstige Wechselkursentwicklungen Beschaffungspreise zum Nachteil der Unternehmensgruppe beeinflussen. Den Beschaffungsrisiken wird durch vertragliche Vereinbarungen sowie durch Einzelmaßnahmen begegnet, wie dem Einkauf von Rohstoffen in Fremdwährung (Natural Hedging) sowie Terminkäufen von Rohstoffen. Überdies werden für definierte Beschaffungsgüter Sicherheitsbestände vorgehalten. Die bereits im Vorjahr einsetzende konjunkturelle Erholung führte zu Engpässen in der Materialversorgung und in den Lieferketten, die durch Sondereffekte wie Schließung von Häfen und Städten in China und vor allem dem Krieg in der Ukraine anhielten. Diese betraf primär Elektronikkomponenten und auch Kabel. Die gestiegenen Energiepreise vor allem in Europa wirkten sich erstmalig negativ im letzten Quartal des Berichtsjahres aus. Insgesamt konnte Phoenix Contact die Materialversorgung über die bereits zur Pandemie eingesetzte Task Force Value Chain, die sowohl die Überwachung der Beschaffungssituation als auch die Überwachung der Transport- und Logistikkapazitäten sowie der Transportstrecken zum Ziel hatte, weiterhin gut bewältigen.

Besonderes Augenmerk hält die Unternehmensgruppe auf die Absicherung der Energieversorgung. Die wichtigsten Werke wurden präventiv mit gemieteten Notstromkapazitäten ausgestattet, um im Fall eines Ausfalls der Energieversorgung den Geschäftsbetrieb in großen Teilen aufrecht erhalten zu können. Die präventiven Maßnahmen wurden gegen Jahresende 2022 abgeschlossen und auch getestet. Bedingt durch die milde Witterung im Verlauf des Winters 2022/23 wird von von einem zwischenzeitlich deutlich reduzierten Risiko ausgegangen. Diese Einschätzung erstreckt sich auch auf den Winter 2023/24.

Personalmarktrisiken

An allen Unternehmensstandorten stehen wir in einem starken Wettbewerb um qualifiziertes Personal. Darüber hinaus führt der demografische Wandel, verbunden mit einer niedrigen Fluktuation, absehbar zu einem Anstieg des Durchschnittsalters unserer Belegschaft. Die niedrige Arbeitslosigkeit in Deutschland führt zu einer stetigen Verknappung des Personalangebots. Phoenix Contact begegnet den Risiken u.a. mit einem aktiven Personalmarketing, um die Attraktivität als Top-Arbeitgeber für Fach- und Führungskräfte zu verdeutlichen und den Bekanntheitsgrad des Unternehmens zu steigern. Zur Attraktivität zählen ansprechende Vergütungssysteme, Angebote von Weiterbildung und Gesundheitsförderung sowie Karrieremöglichkeiten innerhalb der Unternehmensgruppe.

Gesundheitliche Risiken

Phoenix Contact ist als Unternehmensgruppe dem Risiko von plötzlich auftretenden Infektionen ausgesetzt, die sich teils regional begrenzt als Epidemie, teils global als Pandemie verbreiten können. Ende 2019 kam es zunächst in China zum Ausbruch einer Epidemie, die sich im ersten Quartal 2020 zu einer globalen Pandemie entwickelt hat und die Welt bis dato beschäftigt. Mit den Schutzimpfungen sowie den allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln ist ein sicherer Geschäftsbetrieb gewährleistet. Die bereits vor der Pandemie erfolgte Digitalisierung der betrieblichen Abläufe sowie der betrieblichen Kommunikations- und Kollaborationsmittel ermöglicht es dem Unternehmen, die nicht unmittelbar wertschöpfenden Tätigkeiten weitestgehend von zuhause auszuführen, so dass in den verwaltenden Tätigkeiten Infektionen im betrieblichen Umfeld vermieden werden konnten. In wertschöpfenden Bereichen wurden präventive Schutzmaßnahmen entwickelt und situativ an die Fortschreibung der behördlichen Vorgaben angepasst, so dass trotz anhaltender Pandemie der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden konnte. Insgesamt gesehen ist es 2022 zu einer stetigen Entspannung der Situation gekommen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Liquiditätsrisiken

Das Corporate Treasury überwacht die Liquiditätsausstattung aller Gruppenunternehmen auf Basis von regelmäßigen Planungs- und Controlling-Prozessen sowie tagesaktuellen Bankkontoinformationen. Um die zentrale Finanzierung der Unternehmensgruppe zu gewährleisten, wird überschüssige Liquidität durch Cash-Pools gruppenintern gebündelt. Das übergeordnete Finanzmanagement der Phoenix Contact Gruppe gleicht mögliche Liquiditätsengpässe einzelner Gruppenunternehmen über gruppeninterne Darlehen aus. Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände sollen grundsätzlich aus dem operativen Cashflow der Gruppe getätigt werden.

Als Maßnahme zur Risikovorsorge hat das Unternehmen Kreditlinien mit Banken vereinbart, auf die bei Bedarf zurückgegriffen werden kann. Diese Liquiditätsreserven werden regelmäßig an das Unternehmenswachstum angepasst. 2022 führte das erneut starke Unternehmenswachstum zu einem liquiditätsmindernden Aufbau an Working Capital - vor allem bedingt durch den Anstieg von Vorratsbeständen - und einem hohen Investitionsbedarf in zusätzliche Fertigungskapazitäten. Dies hatte eine Verringerung des Liquiditätsbestands zur Folge. Liquiditätsengpässe bestehen gegenwärtig für die Unternehmensgruppe nicht.

Währungsrisiken

Währungsrisiken werden für die Unternehmensgruppe zentral durch das Corporate Treasury überwacht. Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf das Ergebnis werden zudem im Rahmen der etablierten Controlling-Prozesse berechnet, analysiert und überwacht. Soweit es möglich und effizient ist, wird Währungskursschwankungen mittels Absicherungsgeschäften begegnet oder die Bestände in Fremdwährung auf ein Minimum begrenzt. Im Berichtsjahr konnte die Unternehmensgruppe von Währungseffekten profitieren. Für 2023 wird mit negativen Wechselkurseffekten gerechnet.

Beteiligungsrisiken

Phoenix Contact überwacht die Wirtschaftlichkeit aller Unternehmensbeteiligungen im Rahmen der bestehenden Finanz- und Controlling-Prozesse: Planung, Forecast, Reporting, Werthaltigkeitstests. Im Berichtsjahr wurden die Anteile an zwei russischen Gruppenunternehmen veräußert und damit das gesamte Engagement im russischen Markt eingestellt. Hierdurch konnten Risiken der Trade Compliance bezüglich Sanktionen gänzlich vermieden werden.

Bestandsrisiken

Aufgrund der angestrebten Lieferperformance hält Phoenix Contact in allen Bereichen der Wertschöpfungskette Vorräte von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Fertigerzeugnissen vor. Wesentliche Risiken ergeben sich aus schwankenden Marktpreisen bei Metallbeständen sowie aus der Überalterung von Beständen, die die Fähigkeit zur Weiterverarbeitung und zum Absatz am Markt beeinträchtigen. Phoenix Contact begegnet dem Risiko durch interne Transparenz sowie festgelegte Verantwortlichkeiten für die Bestände. Bedingt durch die Verknappungen auf dem Beschaffungsmarkt musste die Lagerhaltung auch 2022 voreilend ausgeweitet werden. Durch frühzeitige Platzierung zusätzlicher Bestellmengen und die Nutzung des internationalen Einkaufsnetzwerks konnte die Materialversorgung weitestgehend aufrechterhalten werden. Die Optimierung des Working Capital stand daher wie im Vorjahr in der Priorisierung hinter der Realisierung der Wachstumschancen zurück. Im letzten Quartal 2022 wurde das Bestandsmanagement vor dem Hintergrund einer sich abkühlenden Konjunkturlage wieder stärker in den Fokus der Aktivitäten gerückt, um weiteren Bestandsaufbau zu vermeiden. Die nach wie vor langen Wiederbeschaffungszeiten führen jedoch dazu, dass der Abbau des Working Capitals erst im Jahr 2023 liquiditätswirksam wird. Bestandsabwertungen wurden gemäß den handelsrechtlichen Vorschriften ermittelt und verbucht.

Kapitalmarktrisiken

Phoenix Contact nutzt vor allem Spezialfonds zur langfristigen Anlage nicht benötigter Mittel. Das Gesamtportfolio, welches von externen Asset Managern verwaltet wird, wird kontinuierlich überwacht und die Entwicklung fortlaufend an die Geschäftsführung berichtet. Die Anlagepolitik ist in einer Anlagerichtlinie festgelegt. 2022 entwickelten sich die Kapitalmärkte uneinheitlich. Der Kriegsausbruch in der Ukraine sorgte zunächst für einen Einbruch der Aktienkurse. Bis zum Jahresende haben sich diese jedoch wieder moderat erholt.

Ausfallrisiken

Forderungsausfallrisiken begegnet die Unternehmensgruppe durch Kreditlimits sowie durch die kontinuierliche Überwachung von Forderungsbeständen und Überfälligkeiten. Ein geregeltes Mahnwesen und die Verwendung von Auskunfteien zur Beurteilung der Bonität der Kunden führen zu geringen Ausfallraten in der langfristigen Rückschau. Die Maßnahmen zur Überwachung der Kundenforderungen und der Bonität der Kunden wurden im Berichtsjahr nochmals gesteigert, da allgemein mit der Zunahme von Insolvenzen gerechnet wurde. Wesentliche Ausfälle gab es jedoch auch im Berichtsjahr nicht.

Weiterhin erfolgt bei Phoenix Contact Gesellschaften, die dem Cash-Pool-Verfahren angegliedert sind, der Ausgleich der Forderungen über das Netting-Verfahren, d.h. die Außenstände werden direkt mit den bei der Phoenix Contact GmbH & Co. KG zentralisierten Geldbeständen aus dem Cash-Pooling verrechnet.

Rechtliche, politische, steuerliche und wirtschaftliche Risiken

Aufgrund der internationalen Prägung der Phoenix Contact Gruppe sowie ihrer Märkte ist die Veränderung politischer, wirtschaftlicher, rechtlicher und steuerlicher Rahmenbedingungen und daraus resultierender Risiken von Belang. Identifizierte Risiken werden, soweit möglich und wirtschaftlich sinnvoll, durch präventive und reaktive Maßnahmen reguliert.

Wirtschaftliche Risiken

Wirtschaftlich war das Jahr durch eine weiterhin hohe Wachstumsdynamik geprägt, die sich jedoch in Erwartung einer möglichen Rezession zum Jahresende abgekühlt hat. Die Unternehmensplanung für 2023 hat sorgsam das Orderverhalten gegen den nach wie vor ungewöhnlich hohen Auftragsbestand abgewogen und entsprechend eine Wachstumserwartung im einstelligen Bereich formuliert. Sorgsam überwacht wird die weitere Entwicklung der Inflation. Die Teuerung, die in 2022 primär durch Material und Energie getrieben war, schlägt sich zunehmend auch in den Personalkosten nieder. Daher kommt der Preisdurchsetzung am Markt eine hohe Bedeutung zu, um sinkende Gewinnmargen zu vermeiden.

Politische Risiken

Das Berichtsjahr war von der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Russland und Ukraine geprägt. Der Einmarsch Russlands hat die westliche Welt in eine vollständige Neubewertung der geopolitischen Lage geführt; Phoenix Contact hat sich vollständig aus dem russischen Markt zurückgezogen. Die beiden in Russland ansässigen Tochtergesellschaften wurden von der Elektrophoenix GmbH an einen russischen Investor verkauft. Mit dem Verkauf ging ein bedeutender wirtschaftlicher Verlust einher, der jedoch durch die gute Konjunkturlage im Rest der Welt kompensiert werden konnte.

Weiterhin hoch ist das geopolitische Risiko in Asien mit Blick auf mögliche Konflikte im Umfeld von China und Taiwan, welches auch das Verhältnis zwischen den USA und China belastet. Die Abhängigkeiten der Phoenix Contact Gruppe von China und Taiwan wurden vollumfänglich untersucht.

Die Unsicherheiten bezogen auf die weiteren Folgen des EU-Austritts Großbritanniens (Brexit) halten an. In Großbritannien sind Einschränkungen in der Versorgungslage und neuerdings auch im Gesundheitssystem zu beobachten. Die für das Unternehmen relevanten Änderungen in Bezug auf eigenständige Product Compliance Vorgaben für Großbritannien wurden zeitlich gestreckt, so dass keine Bedenken im Hinblick auf eine rechtzeitige Umsetzung bestehen.

Geopolitischen Risiken begegnet Phoenix Contact mit einer zunehmenden Regionalisierung der Wertschöpfung, sofern das Marktvolumen diese wirtschaftlich tragbar macht. Diese Bestrebung stärkt insgesamt die Resilienz, da lokalisierte Liefer- und Wertschöpfungsketten auch als Kapazitätsventil genutzt werden können. Im Falle von beispielsweise Naturereignissen bieten sich Ausweichkapazitäten, die genutzt werden können, um Produktionsausfälle abzumildern oder sogar zu vermeiden.

Bedingt durch die finanziellen Folgen der Pandemie sieht die Unternehmensgruppe ein steigendes Risiko für eine neuerliche Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Unterstützungsmaßnahmen der Regierungen zur Begrenzung der negativen Pandemiefolgen sowie absehbar steigende Verteidigungsausgaben als Folge des Krieges in der Ukraine erhöhen die Staatsdefizite zusätzlich, so dass sich die in den vorangegangenen zehn Jahren gemachten Fortschritte bei der Entschuldung der Volkswirtschaften umgekehrt haben. Unverändert hoch ist die Inflation in Europa und den USA, so dass die Leitzinsen in kurzer Zeit deutlich erhöht worden sind. Hierdurch kühlt sich insbesondere die Bauwirtschaft deutlich ab, da höhere Kreditzinsen die Finanzierung für die Konsumenten aktuell erschweren.

Patentrechtliche Risiken

Dem Risiko von Schutzrechtsverletzungen begegnet Phoenix Contact durch risikominimierende Maßnahmen, die in den Entwicklungsprozess integriert sind. 2022 wurden gerichtsanhängige Streitigkeiten im Hinblick auf Schutzrechtsverletzungen fortgeführt und größtenteils zugunsten Phoenix Contact entschieden, so dass sich das Risiko deutlich reduziert hat. Die Phoenix Contact GmbH & Co. KG betreibt die Anmeldung von eigenen Schutzrechten in wesentlichen Märkten, um sich aktiv vor Nachahmung zu schützen. Die IP[18]-Strategie des Unternehmens wurde im Berichtsjahr neu formuliert, um Schutzrechte künftig zentral zu verwalten. Die Umsetzung ist bereits angelaufen.

Rechtliche Risiken

Dem Risiko von Rechtsverstößen begegnet Phoenix Contact durch die langjährig etablierte Rechtsabteilung, eine Interne Revision sowie eine Compliance Funktion. Die Compliance Funktion stellt sicher, dass die Wahrscheinlichkeit von Rechtsverstößen durch interne Regelungen und Handlungsanweisungen sowie durch Schulungsprogramme und ein Hinweisgeber-System nachhaltig reduziert wird. Der Fokus des Compliance Programms liegt auf der Einhaltung eines fairen Wettbewerbs, der Korruptionsprävention, dem Datenschutz, den Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes sowie der Trade Compliance. Die erlassenen Richtlinien und Handlungsanweisungen werden sukzessive auch international in der Unternehmensgruppe implementiert. Auch die Interne Revision untersucht im Rahmen ihrer geplanten Aktivitäten die Einhaltung von gesetzlichen und gruppeninternen Vorgaben.

Regulatorische Risiken (Produkt Compliance)

Für Phoenix Contact sind Vorgaben zur normkonformen Gestaltung der Produkte verpflichtend. Änderungen innerhalb der relevanten Normen werden zentral überwacht und den Business Areas zeitnah zugeleitet. Seitens der Europäischen Union und anderer Länder werden gegenwärtig die Bemühungen erhöht, die Verwendung von Blei in Produkten zu minimieren. Die Phoenix Contact Gruppe stellt sich darauf ein, Blei in Legierungen komplett zu substituieren. Hierzu werden zeit- und ressourcenintensive Tests sowie Materialumstellungen vorgenommen. Die Umstellung auf bleifreie Produkte wird temporär zu einer Belastung der Ertragslage durch gestiegene Herstellungskosten im niedrigen einstelligen Millionenbereich führen. Zwischenzeitlich treten zunehmend neue Legierungen auf den Markt, sodass mittelfristig davon ausgegangen werden kann, dass sich die Preisnachteile auflösen werden. Phoenix Contact bereitet sich auf neue regulatorische Vorhaben und Vorgaben vor, die die Cyber-Sicherheit von Produkten betreffen.

Steuerliche Risiken

Steuerlichen Risiken wird einerseits durch interne Analysen und anderseits durch Maßnahmen zur Steigerung der Tax Compliance begegnet. Ein überarbeitetes Transferpreissystem reduziert die steuerlichen Risiken aus dem Handel mit Produkten und Dienstleistungen innerhalb der Unternehmensgruppe deutlich. Ziel aller Maßnahmen ist es, eine doppelte Besteuerung im grenzübergreifenden Verkehr mit Waren und Dienstleistungen zu vermeiden.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Lieferantenrisiken

Risiken bestehen grundsätzlich bei Rohstoff- und Komponenten- als auch bei Handelswaren-Lieferanten. Phoenix Contact begegnet diesem Risiko durch Überwachung der finanziellen Stabilität, laufende Bewertung sowie kontinuierliche Audits wesentlicher Lieferanten. Zusätzlich werden Single-Source-Lieferanten nach Möglichkeit vermieden und bestehende Abhängigkeiten langfristig reduziert. Darüber hinaus werden ausgewählte Lieferbeziehungen vertraglich abgesichert sowie wichtige Lieferanten im Rahmen der Versicherungsstrategie berücksichtigt. Besonderes Augenmerk gilt auch eingesetzten Werkzeugen bei Lieferanten. Das Eigentum liegt nach Möglichkeit bei Phoenix Contact. Vereinbarungen zur brandsicheren Unterbringung von Werkzeugen gehören ebenso zu den Maßnahmen, um Lieferantenrisiken zu reduzieren. Das Risikomanagement im Bereich der Lieferanten wurde im Zuge der Pandemie deutlich ausgeweitet, da mit einem bislang ausgebliebenen Anstieg der Insolvenzwahrscheinlichkeit gerechnet wurde.

Im Berichtsjahr konnten die Folgen der Flut in Deutschland abschließend bewältigt werden. In der Konsequenz hat sich die Versorgungslage bei den Legierungen entsprechend normalisiert. Auch die geschädigten Zulieferer sind zwischenzeitlich wieder lieferfähig, sodass künftig die hohen Frachtkosten für den Bezug aus Asien entfallen. Für 2023 zeichnen sich Effekte in der energieintensiven Zulieferindustrie aus den stark gestiegenen Energiekosten ab. Insbesondere im Bereich der Prozessindustrie und bezüglich der Metalle ist mit negativen Kosteneffekten zu rechnen. Diesen begegnet die Zulieferindustrie mit Effizienzprogrammen, um nicht dauerhaft gegen Wettbewerber aus Asien im Hinblick auf die Preisgestaltung zu unterliegen.

Neben den Lieferantenrisiken werden auch Supply Chain Risiken betrachtet und überwacht, die unregelmäßig zu Störungen in den Lieferketten führen. Als Beispiel sind die Blockade des Suez Kanals oder die COVID-bedingte temporäre Schließung von chinesischen Seehäfen zu nennen.

Betriebsunterbrechungsrisiken

Im Rahmen des Risikomanagement-Prozesses werden Betriebsunterbrechungsrisiken in der Produktion systematisch ermittelt und über erwartete Ausfallzeiten auch im Hinblick auf den damit einhergehenden Ertragsausfall bewertet. Neben Brandrisiken werden auch die Exponierung der Naturgewalten und die Nähe zu Atomkraftwerken untersucht. Identifizierte Risiken werden über präventive Maßnahmen aktiv reduziert. Dazu gehören insbesondere bauliche Maßnahmen im Bereich Brandschutz, eine umfangreiche Absicherung der Energieversorgung, eine zum Teil redundante Auslegung von Versorgungs- und Produktionseinrichtungen sowie die räumlich getrennte Lagerung von produktionsnotwendigen Werkzeugen. Zusätzlich zu Präventivmaßnahmen dienen Versicherungslösungen zur Deckung betriebswirtschaftlicher Auswirkungen. Das Versicherungsprogramm im Sach- und Betriebsunterbrechungsbereich konnte im Berichtsjahr mit Wirkung ab 2023 auf einen neuen Versicherer umgedeckt werden, nachdem die Fortführung unter dem alten Konsortium zunehmend schwieriger geworden ist. Mit der Umdeckung auf den neuen Sachversicherer geht eine deutliche Erhöhung der Höchstentschädigungssumme einher. Zudem profitiert Phoenix Contact von einem sehr guten Risk Engineering, durch welches Schwachstellen in der Prävention aufgedeckt und über Investitionen in den Brandschutz sukzessive reduziert werden können. Signifikante Betriebsunterbrechungen ereigneten sich 2022 nicht.

Logistikrisiken

Die gesetzten Ziele zu Kundenzufriedenheit und Lieferperformance bewirken operative Risiken innerhalb der Logistikkette. Diesen begegnet Phoenix Contact mit folgenden Maßnahmen: Der Betrieb der Distributionszentren wird sichergestellt durch umfangreiche Schutzmechanismen wie die redundante Auslegung von Systemen. Zudem gibt es Zutrittskontrollen, Brandmeldeanlagen und Serviceverträge mit kurzfristigen Reaktionszeiten. Darüber hinaus besteht eine hohe Transparenz von weltweit gelagerten Artikeln. Ein zweistufiges Lagerkonzept sowie Sicherheitsbestände für bedeutende Artikelgruppen sind zusätzliche Maßnahmen. Gegenwärtig geht Phoenix Contact in der Risikoeinschätzung von einem Schadensszenario mit wenigen Kalendertagen aus. Unverändert hoch sind die Transportkosten, nachdem die Energiepreise als Folge des Kriegs in der Ukraine stark gestiegen sind. Zudem führte der Krieg zu einem teilweisen Ausfall von Mitarbeitenden im europäischen Speditionsgewerbe, was die Transportpreise zusätzlich belastete. Das Risiko- und Krisenmanagement im Bereich der Logistik wird unter Einbeziehung neuester Erkenntnisse zum Brandschutz gegenwärtig grundlegend überarbeitet.

Gewährleistung

Phoenix Contact ist mit mehr als 100.000 aktiven Produkten einem inhärenten Gewährleistungsrisiko aufgrund mangelhafter Produkte ausgesetzt. Um dieses Risiko zu mindern, wurden umfangreiche qualitätssichernde Maßnahmen in die Fertigungsprozesse integriert. Dennoch bleibt ein statistisches Restrisiko bestehen, dass mangelhaft gefertigte Produkte nicht frühzeitig als solche erkannt werden und dadurch in den Verkehr geraten.

Für Gewährleistungsfälle existieren übergeordnete Prozesse in der Unternehmensgruppe, die die Regelung in Zusammenarbeit mit Kunden und gegebenenfalls auch mit Vorlieferanten definieren. Zur Abmilderung der finanziellen Folgen von Gewährleistungsrisiken wird eine Produkthaftpflicht-Versicherung unterhalten, die auch die Kosten des Austauschs von betroffenen Produkten im Rahmen des vereinbarten Umfangs deckt. Das Gewährleistungsrisiko ist in der Rechnungslegung durch angemessene Rückstellungen berücksichtigt. Signifikante neue Gewährleistungsfälle gab es 2022 in der Phoenix Contact Gruppe nicht.

IT-Risiken

Aufgrund des hohen Vernetzungsgrads innerhalb der weltweiten Wertschöpfungskette ist Phoenix Contact in hohem Maße von der eingesetzten Informationstechnologie abhängig. Den Risiken begegnen wir durch umfangreiche technische Maßnahmen sowie der Beschäftigung von IT-Spezialisten und externen Beratern. Darüber hinaus verfolgt die Unternehmensgruppe die Strategie, IT-Prozesse und -Systeme zu vereinheitlichen. Unverändert hoch ist das Cyber Risiko, welches 2022 zu einer Betriebsunterbrechung bei einem von einem Cybervorfall betroffenen Marktbegleiter führte. Phoenix Contact hat die gestiegene Bedrohungslage zum Anlass genommen, die IT-Sicherheit periodisch neu zu bewerten und darauf basierend weitere präventive Maßnahmen umzusetzen. Neben technologischen Maßnahmen gehören dazu regelmäßige Anwenderschulungen und Prozesse, die gegen Betrugs- und Manipulationsversuche abgesichert sind. Anfang 2022 wurde die Versicherungsdeckung gegen Cyber Schäden von Phoenix Contact aufgelöst. Unter dem Programm "Protect Phoenix Contact" werden jetzt alle IT-Sicherheitsmaßnahmen und Mittel gebündelt. Signifikante Schäden durch eingetretene IT-Risiken gab es im Berichtsjahr nicht.

Know-how Risiken

Die fortschreitende Digitalisierung ist aus Unternehmenssicht Chance und Risiko zugleich. Den bereits erläuterten Absatzchancen für Produkte, Dienstleistungen und Lösungen stehen Risiken im Hinblick auf die erfolgreiche Implementierung und den sicheren Betrieb von digitalen Geschäftsprozessen gegenüber. Digitale Geschäftsprozesse stellen hohe Anforderungen an Know-how, Stammdatenqualität sowie die Verfügbarkeit der erforderlichen IT-Infrastruktur. Das Unternehmen stellt sich der Herausforderung der Digitalen Transformation und bereitet über ein umfangreiches Schulungsprogramm auch alle Mitarbeitenden auf den anstehenden Weg vor.

Krisenmanagement

Das Krisenmanagement von Phoenix Contact wird stetig ausgebaut und inhaltlich mit anderen Funktionen wie dem Risikomanagement verzahnt. Neben einer Organisation zur Bewältigung von außergewöhnlichen Ereignissen wurden Krisenpläne zusammen mit den Fachbereichen definiert und verabschiedet. Diese dienen der Herstellung der Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit von Phoenix Contact in einem Krisenfall. 2022 wurde zudem eine Task Force "Energie" initiiert, die die Versorgungssicherheit mit Energie für die wesentlichen Produktionsstandorte in Europa zum Ziel hat. Über die Task Force wurde die Fähigkeit zur eigenen Erzeugung von Prozesswärme und Elektrizität für den wenig wahrscheinlichen Fall eines Ausfalls abgesichert. Die Maßnahmen sehen unter anderem eine Bevorratung von Betriebsstoffen sowie die Anmietung, den Anschluss und den netzunabhängigen Testbetrieb von Generatoren vor.

d) Risikoberichterstattung über die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten

Die Phoenix Contact Gruppe nutzt derivative Finanzinstrumente, um finanzwirtschaftliche Risiken aus Wechselkursrisiken zu reduzieren. Es werden lediglich sogenannte "geschlossene Positionen" gebildet, bei denen jedem derivativen Finanzinstrument ein erwartetes Grundgeschäft entgegensteht (antizipative Sicherungsgeschäfte). Spekulativer Handel mit derivativen Finanzinstrumenten findet nicht statt.

Sollte den Devisentermingeschäften, die auch zu Bewertungseinheiten zusammengefasst sein können, ein negativer Marktwert der Devisengeschäfte gegenüberstehen, erfolgt eine Berücksichtigung des sich ergebenden Risikos durch die Bildung entsprechender Rückstellungen.

e) Gesamtrisikoposition

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Risikoposition von Phoenix Contact erneut deutlich verändert. Dominierten 2021 primär Verfügbarkeitsprobleme im Bereich der Materialversorgung und reduzierte Transportkapazitäten, verschoben sich die Risiken 2022 hin zu geopolitischen Risiken im Hinblick auf Russland und sich verschärfenden Konflikten rund um China und Taiwan.

Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat über die Entscheidung der Gesellschafter, das Russlandgeschäft vollständig einzustellen, zu einem tatsächlichen Ertragsschaden geführt. Diese Verluste wurden jedoch durch die robuste Konjunktur in anderen Märkten ausgeglichen. Unmittelbare Folge des Krieges war eine stetige Reduzierung der russischen Energielieferungen nach Europa mit der Folge gestiegener Beschaffungspreise für Energieträger, die unmittelbar an den Endkunden weitergegeben wurden. Es ist absehbar, dass die Inflation sich 2023 auch in höheren Tarifabschlüssen niederschlagen wird. Wenngleich ein abnehmender Preisdruck am Beschaffungsmarkt erwartet wird, ist weiterhin von einer angespannten Margenentwicklung auszugehen.

Insgesamt haben im Berichtsjahr die Geschäftschancen die hohen Beschaffungspreise und die Sondereffekte aus der Veräußerung des Russlandgeschäfts nahezu ausgeglichen, so dass das Wachstum auch 2022 profitabel war. Zum Ende des Berichtsjahres sind die Auftragseingänge auf einem niedrigeren Niveau als 2021. Diese werden jedoch durch einen weiterhin hohen Auftragsbestand kompensiert, so dass nicht mit einem Geschäftseinbruch in 2023 zu rechnen ist.

Der verstärkte Ausbau von erneuerbaren Energien und Energiespeichern bietet Phoenix Contact zusätzliche Chancen, mit ihrem Produktportfolio im Rahmen von Sonderkonjunkturen zu profitieren. Insofern ist mit dem Risiko der hohen Energiepreise auch eine Geschäftschance verbunden, die durch die Transformation zu einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirtschaftssystem weitere Unterstützung erfährt.

Durch die aktuell gegebene Risikotragfähigkeit können zum Abschlussstichtag keine bestandsgefährdenden Entwicklungen festgestellt werden. Gleiches gilt für den Prognosezeitraum.

 

Blomberg, den 21. April 2023

Frank Stührenberg

Axel Wachholz

[1] Business Areas: "Device Connectors" (DC), "Industrial Components and Electronics" (ICE) und "Industry Management and Automation" (IMA)

[2] Verhaltenskodex

[3] Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

[4] F ull T ime E quivalent

[5] D igital Customer E x perience M anagement

[6] C ustomer R elationship M anagement

[7] Verwaltungsschale

[8] A pplication P rogramming I nterface

[9] I ntelligente T echnische S ysteme O st W estfalen L ippe

[10] Federal Reserve Bank

[11] Ad-hoc Einkäufe am Spot-Markt, für die aufgrund hoher Nachfrage bzw. unzureichender Liefermengen überhöhte Beschaffungspreise hingenommen werden müssen

[12] Contribution Margin

[13] E arnings B efore T axes

[14] R eturn o n N et A ssets

[15] Widerstandsfähigkeit

[16] Verschiedene Technologien zur Speicherung bzw. anderweitigen Nutzung von Stromüberschüssen in Zeiten eines (zukünftigen) Überangebotes variabler erneuerbarer Energien wie Solarenergie, Windenergie und Wasserkraft.

[17] M ergers & A cquisitions

[18] I ntellectual P roperty

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA

EUR 31.12.2022
EUR
EUR 31.12.2021
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 52.262.211,46 51.035.774,18
2. Geschäfts- oder Firmenwert 39.716.490,63 48.186.327,47
3. Geleistete Anzahlungen 5.262.821,35 97.241.523,44 5.015.241,46 104.237.343,11
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 419.760.353,83 433.395.061,27
2. Technische Anlagen und Maschinen 275.151.059,83 243.109.329,33
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 198.431.468,21 191.477.748,64
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 134.304.203,45 1.027.647.085,32 88.578.411,88 956.560.551,12
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.834.242,16 0,68
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.868.547,67 0,00
3. Beteiligungen
a) Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 43.348.826,35 31.633.286,29
b) Beteiligungen an sonstigen Unternehmen 22.578.789,85 26.348.959,56
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.023.304,51 406.940,88
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 159.024.403,03 164.523.966,07
6. sonstige Ausleihungen 1.845.747,01 234.523.860,58 2.453.511,53 225.366.665,01
1.359.412.469,34 1.286.164.559,24
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 382.138.740,23 271.078.894,44
2. unfertige Erzeugnisse 156.795.368,72 114.008.307,98
3. fertige Erzeugnisse und Waren 330.380.543,27 236.257.625,48
4. geleistete Anzahlungen 9.460.709,52 878.775.361,74 4.441.771,30 625.786.599,20
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 535.611.531,09 438.701.533,91
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 573.747,64 (Vj.: EUR 297.768,87)
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 8.951.968,54 5.181.625,01
- davon aus Lieferungen und Leistungen: EUR 8.190.449,63 (Vj.: EUR 4.973.291,68)
3. sonstige Vermögensgegenstände 75.677.920,42 70.042.742,35
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 868.070,53 (Vj.: EUR 752.616,39) 620.241.420,05 513.925.901,27
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 336.835.929,86 456.970.395,36
C. Rechnungsabgrenzungsposten 15.061.599,79 11.662.272,08
D. aktive latente Steuern 63.122.469,65 46.789.622,84
E. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 58.196,86 0,00
3.273.507.447,29 2.941.299.349,99

PASSIVA

EUR 31.12.2022
EUR
EUR 31.12.2021
EUR
A. Eigenkapital
I. Eigenkapital des Mutterunternehmens
1. Kapitalanteile der Kommanditisten
a) Kommanditkapital 226.815.789,74 226.815.789,74
b) variable Kapitalanteile 66.733.862,97 66.733.862,97
2. Rücklagen 192.918.588,38 176.981.103,38
3. Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung 17.426.920,46 9.473.101,36
4. Konzernbilanzgewinn 1.381.507.837,32 1.885.402.998,87 1.277.469.355,98 1.757.473.213,43
II. Eigenkapital nicht beherrschende Anteile 1.741.079,24 2.912.722,34
1.887.144.078,11 1.760.385.935,77
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse 10.060.385,60 5.930.500,56
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15.168.793,19 13.944.969,89
2. Steuerrückstellungen 36.728.378,28 17.637.305,02
3. sonstige Rückstellungen 307.396.479,55 359.293.651,02 268.534.409,30 300.116.684,21
D. Verbindlichkeiten
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 9.172.177,20 9.490.249,28
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 207.700.229,35 119.343.067,21
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 8.561.405,48 5.198.707,60
- davon aus Lieferungen und Leistungen: EUR 8.561.405,48 (Vj.: EUR 4.288.744,21)
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 707.156.588,94 664.741.009,01
5. sonstige Verbindlichkeiten 84.395.247,67 75.963.768,41
- davon aus Steuern: EUR 48.644.686,77 (Vj.: EUR 42.689.899,44)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 7.662.105,45 (Vj.: EUR 6.047.449,16) 1.016.985.648,64 874.736.801,51
E. Rechnungsabgrenzungsposten 23.683,92 129.427,94
3.273.507.447,29 2.941.299.349,99

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022

2022
2021
1. Umsatzerlöse 3.600.142.187,78 2.974.801.446,22
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 1.922.428.843,66 1.509.565.994,62
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 1.677.713.344,12 1.465.235.451,60
4. Vertriebskosten 798.521.390,92 652.225.916,32
5. Forschungs- und Entwicklungskosten 216.527.007,56 197.528.282,83
6. allgemeine Verwaltungskosten 297.150.163,95 1.312.198.562,43 269.867.813,01 1.119.622.012,16
365.514.781,69 345.613.439,44
7. sonstige betriebliche Erträge 93.572.547,99 52.539.007,53
- davon aus Währungsumrechnungen: € 67.545.007,56 (Vj.: € 33.977.688,98)
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 144.486.264,36 -50.913.716,37 52.658.646,23 -119.638,70
- davon aus Währungsumrechnungen: € 68.529.654,97 (Vj.: € 28.547.771,37)
operatives Ergebnis 314.601.065,32 345.493.800,74
9. Erträge aus Beteiligungen
a) Ergebnisse aus Equity-Bewertungen -4.044.404,53 -295.043,36
b) sonstige Beteiligungserträge 0,00 65.811,42
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens 790.724,06 1.718.218,94
11. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.004.292,28 2.416.628,63
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 9.574.674,76 603.451,50
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 15.352.202,12 -26.176.265,07 14.424.398,26 -11.122.234,13
- davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen: € 597.742,14 (Vj.: € 1.428.911,60)
288.424.800,25 334.371.566,61
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 81.040.660,68 71.123.275,27
- davon latente Steuern: € -17.071.136,03 (Vj.: € -1.481.867,46)
15. Ergebnis nach Steuern 207.384.139,57 263.248.291,34
16. sonstige Steuern 2.186.670,35 573.220,25
17. Konzernjahresüberschuss 205.197.469,22 262.675.071,09
18. Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 764.667,76 675.660,40
19. Ergebnisanteil der Gesellschafter der Phoenix Contact GmbH & Co. KG 204.432.801,46 261.999.410,69
20. Dotierung Rücklage 15.937.485,00 28.872.977,00
21. Gutschrift auf Gesellschafterkonten 84.456.835,12 120.422.370,71
104.038.481,34 112.704.062,98
22. Konzerngewinnvortrag Vorjahr 1.277.469.355,98 1.164.765.293,00
23. Konzernbilanzgewinn 1.381.507.837,32 1.277.469.355,98

Konzern-Kapitalflussrechnung

2022
2021
1. Periodenergebnis (Konzernjahresüberschuss einschließlich Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen) 205.197.469,22 262.675.071,09
2. Ertragsteueraufwand/-ertrag +/- 81.040.660,68 71.123.275,27
3. sonstige Steuern Aufwand/-ertrag +/- 2.186.670,35 573.220,25
4. EBT (Earnings before tax) 288.424.800,25 334.371.566,61
5. Zinsaufwendungen/Zinserträge +/- 13.347.909,84 12.007.769,63
6. sonstige Beteiligungserträge und -aufwendungen -/+ 4.044.404,53 295.043,36
7. Wertpapier-/ Ausleihungserträge - -790.724,06 -1.784.030,36
8. Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Finanzanlagevermögens +/- 9.574.674,76 603.451,50
9. EBIT (Earnings before interest and tax) 314.601.065,32 345.493.800,74
10. Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Sachanlagevermögens und auf immaterielle Vermögensgegenstände +/- 167.910.913,96 161.564.507,11
11. EBITDA (Earnings before interest, tax, depreciation and amortization) 482.511.979,28 507.058.307,85
12. Zunahme/Abnahme der Rückstellungen +/- 43.911.757,10 74.482.019,85
13. sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge +/- 62.474.603,77 -5.410.660,10
14. Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -/+ -365.179.277,36 -283.697.363,79
15. Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind +/- 98.354.063,54 8.957.619,52
16. Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -/+ 3.823.719,31 2.764.459,68
17. Ertragsteuerzahlungen -/+ -89.862.522,19 -68.884.414,94
18. sonstige Steuern Zahlung -/+ -1.275.437,13 -1.912.396,35
19. Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 234.758.886,32 233.357.571,72
20. Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens + 114.509,94 325.080,31
21. Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen - -26.282.067,65 -17.976.794,06
22. Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens + 3.736.145,23 5.850.227,00
23. Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen - -236.006.576,01 -159.681.819,63
24. Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens + 1.348.134,92 1.548.792,77
25. Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen - -11.541.338,78 -22.336.551,43
26. Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis + 794.524,37 815.271,11
27. Auszahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis - -17.609.426,44 0,00
28. Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis - -16.117.185,20 0,00
29. Einzahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition + 762.925,74 0,00
30. Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition - 0,00 -195.050,78
31. Einzahlungen aus der Veräußerung von Deckungsvermögen + 634.407,30 412.761,22
32. Auszahlungen aus dem Erwerb von Deckungsvermögen - -4.297.050,02 -2.481.703,97
33. erhaltene Zinsen + 2.564.399,50 3.844.288,45
34. erhaltene Dividenden + 232.666,90 304.398,54
35. Cashflow aus der Investitionstätigkeit -301.665.930,20 -189.571.100,47
36. Einzahlungen von Gesellschaftern des Mutterunternehmens + 13.957.124,86 12.375.531,53
37. Auszahlungen an Gesellschafter des Mutterunternehmens - -55.998.380,05 -42.468.549,98
38. Auszahlungen aus der Tilgung von Darlehen - 0,00 -92.475,29
39. Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen + 865.033,84 955.257,73
40. gezahlte Zinsen - -14.754.459,98 -13.296.030,66
41. gezahlte Dividenden und Gewinnanteile an andere Gesellschafter - -470.921,31 -408.139,26
42. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -56.401.602,64 -42.934.405,93
43. Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds (Summe aus 19, 35, 42) -123.308.646,52 852.065,32
44. Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds +/- 3.174.181,02 13.256.662,64
45. Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds +/- 0,00 0,00
46. Finanzmittelfonds am Anfang der Periode + 456.970.395,36 442.861.667,40
47. Finanzmittelfonds am Ende der Periode 336.835.929,86 456.970.395,36
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds:
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 336.835.929,86 456.970.395,36
jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die in die Disposition der liquiden Mittel einbezogen sind - 0,00 0,00
336.835.929,86 456.970.395,36

Konzern-Eigenkapitalspiegel

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Kapitalanteile Rücklagen
Kommanditkapital
variable Kapitalanteile
Summe Kapitalanteile
Rücklage gemäß Gesellschaftvertrag
Stand am 31.12.2020 226.815.789,74 66.733.862,97 293.549.652,71 145.749.395,49
Zugang Jahresüberschuss 0,00
Einstellung in Rücklagen 0,00 28.872.977,00
Buchung auf Gesellschafterkonten 0,00
Ausschüttungen 0,00
Währungsumrechnung 0,00
Stand am 31.12.2021 226.815.789,74 66.733.862,97 293.549.652,71 174.622.372,49
Zugang Jahresüberschuss 0,00
Einstellung in Rücklagen 0,00 15.937.485,00
Buchung auf Gesellschafterkonten 0,00
Ausschüttungen 0,00
Veränderung Konsolidierungskreis 0,00
Währungsumrechnung 0,00
Stand am 31.12.2022 226.815.789,74 66.733.862,97 293.549.652,71 190.559.857,49
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Rücklagen
sonstige Gewinnrücklagen
Summe Rücklagen
Stand am 31.12.2020 2.358.730,89 148.108.126,38
Zugang Jahresüberschuss 0,00
Einstellung in Rücklagen 28.872.977,00
Buchung auf Gesellschafterkonten 0,00
Ausschüttungen 0,00
Währungsumrechnung 0,00
Stand am 31.12.2021 2.358.730,89 176.981.103,38
Zugang Jahresüberschuss 0,00
Einstellung in Rücklagen 15.937.485,00
Buchung auf Gesellschafterkonten 0,00
Ausschüttungen 0,00
Veränderung Konsolidierungskreis 0,00
Währungsumrechnung 0,00
Stand am 31.12.2022 2.358.730,89 192.918.588,38
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
Konzernbilanzgewinn
Summe
Stand am 31.12.2020 -34.254.093,02 1.164.765.293,00 1.572.168.979,07
Zugang Jahresüberschuss 261.999.410,69 261.999.410,69
Einstellung in Rücklagen -28.872.977,00 0,00
Buchung auf Gesellschafterkonten -120.422.370,71 -120.422.370,71
Ausschüttungen 0,00
Währungsumrechnung 43.727.194,38 43.727.194,38
Stand am 31.12.2021 9.473.101,36 1.277.469.355,98 1.757.473.213,43
Zugang Jahresüberschuss 204.432.801,46 204.432.801,46
Einstellung in Rücklagen -15.937.485,00 0,00
Buchung auf Gesellschafterkonten -84.456.835,12 -84.456.835,12
Ausschüttungen 0,00
Veränderung Konsolidierungskreis 5.579.243,22 5.579.243,22
Währungsumrechnung 2.374.575,88 2.374.575,88
Stand am 31.12.2022 17.426.920,46 1.381.507.837,32 1.885.402.998,87
Nicht beherrschende Anteile
Nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Gewinn-/Verlustvortrag
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn-/ Verlustvortrag
Stand am 31.12.2020 983.222,83 -744.785,45 2.257.654,46
Zugang Jahresüberschuss 675.660,40
Einstellung in Rücklagen 216,35 -216,35
Buchung auf Gesellschafterkonten
Ausschüttungen -442.244,83
Währungsumrechnung 183.214,93
Stand am 31.12.2021 983.439,18 -561.570,52 2.490.853,68
Zugang Jahresüberschuss 764.667,76
Einstellung in Rücklagen 177,10 -177,10
Buchung auf Gesellschafterkonten
Ausschüttungen -413.861,21
Veränderung Konsolidierungskreis -19.848,79 332.850,98 -2.195.297,56
Währungsumrechnung 359.845,72
Stand am 31.12.2022 963.767,49 131.126,18 646.185,57
Konzerneigenkapital
Summe
Summe
Stand am 31.12.2020 2.496.091,84 1.574.665.070,91
Zugang Jahresüberschuss 675.660,40 262.675.071,09
Einstellung in Rücklagen 0,00 0,00
Buchung auf Gesellschafterkonten 0,00 -120.422.370,71
Ausschüttungen -442.244,83 -442.244,83
Währungsumrechnung 183.214,93 43.910.409,31
Stand am 31.12.2021 2.912.722,34 1.760.385.935,77
Zugang Jahresüberschuss 764.667,76 205.197.469,22
Einstellung in Rücklagen 0,00 0,00
Buchung auf Gesellschafterkonten 0,00 -84.456.835,12
Ausschüttungen -413.861,21 -413.861,21
Veränderung Konsolidierungskreis -1.882.295,37 3.696.947,85
Währungsumrechnung 359.845,72 2.734.421,60
Stand am 31.12.2022 1.741.079,24 1.887.144.078,11

Konzern-Anhang

1. Rechnungslegung im Konzernabschluss

1.1. Allgemeine Angaben, Inhalt und Gliederung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 ist nach den Bestimmungen des deutschen Handelsgesetzbuches unter Berücksichtigung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung aufgestellt worden. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht im Wesentlichen den §§ 266 und 275 HGB unter Berücksichtigung weiterer Untergliederungen nach § 265 Abs. 5 HGB. Die Gliederung erfolgt stetig im Vergleich zum Vorjahr. Für die Gewinn- und Verlustrechnung ist das Umsatzkostenverfahren angewandt worden.

Auf eine freiwillige Anwendung der noch nicht verpflichtend umzusetzenden Deutschen Rechnungslegungsstandards wurde verzichtet.

1.2. Währungsumrechnung

Die Umrechnung der in Fremdwährung erstellten Einzelabschlüsse erfolgt grundsätzlich nach der modifizierten Stichtagskursmethode des § 308a HGB. Das bedeutet, dass mit Ausnahme des Eigenkapitals (hier erfolgt die Umrechnung zu historischen Kursen) alle Bilanzpositionen mit den Stichtagskursen umgerechnet werden. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Spiegelbewegungen werden zu Geschäftsjahresdurchschnittskursen umgerechnet.

Die Differenz, die dadurch entsteht, dass das Eigenkapital zu historischen Kursen umzurechnen ist, während sämtliche anderen Bilanzposten zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet werden, wird gemäß § 308a S. 3 HGB erfolgsneutral im Eigenkapital als "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" nach den Rücklagen ausgewiesen. Im Falle einer Endkonsolidierung wird der entsprechende Anteil der ausscheidenden Gesellschaft an diesem Posten erfolgswirksam aufgelöst.

Währungskursbedingte Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung werden aus Vereinfachungsgründen erfolgswirksam behandelt.

Aufrechnungsdifferenzen im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung, die daraus resultieren, dass die Gewinn- und Verlustrechnung eines einbezogenen Unternehmens mit einem Durchschnittskurs umgerechnet wird, der vom Transaktionskurs abweicht, werden entsprechend dem jeweiligen Vorzeichen in die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge umgegliedert und als Währungsdifferenzen gezeigt.

Bei konzerninternen Lieferungen in Fremdwährung werden Vorräte oder Sachanlagen beim empfangenden Unternehmen im Anschaffungszeitpunkt zum Devisenkassamittelkurs bewertet. Im Rahmen der Umrechnung des Fremdwährungsabschlusses des einbezogenen Unternehmens erfolgt eine Umrechnung mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag. Der Unterschied zu den ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten wird grundsätzlich in ein Zwischenergebnis und eine Währungsdifferenz, die erfolgsneutral behandelt wird, aufgeteilt. Aus Vereinfachungsgründen wird von dieser Spaltung des gesamten Zwischenergebnisses abgesehen, wenn sich voraussichtlich die Zwischenergebnisse bis zum nächsten Konzernabschlussstichtag realisieren.

Im Rahmen der Equity Fortschreibung werden Währungskursdifferenzen, die sich aus der Umrechnung des Equity Werts mit dem Stichtagskurs einerseits und den differenzierten (historischen) Kursen andererseits ergeben, erfolgsneutral im Posten Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung gezeigt.

Da in Argentinien weiterhin die Kriterien für ein Hochinflationsland vorlagen (u.a. kumulierte Inflationsrate über drei Jahre größer als 100%), wurden inflationsbedingte Auswirkungen auf den Vermögens- und Erfolgsausweis unserer argentinischen Tochtergesellschaft in der Handelsbilanz II bereinigt. Hierfür wurden die nichtmonetären Posten und die damit korrespondierenden Erträge und Aufwendungen mit einem Index, der die allgemeine Preisentwicklung in Argentinien widerspiegelt, an die Preisverhältnisse zum Bilanzstichtag angepasst (RESOLUCIÓN TÉCNICA N° 6 "ESTADOS CONTABLES EN MONEDA HOMOGENEA" ÍNDICE DEFINIDO POR LA RESOLUCIÓN DE JG 539/18). Die übrigen Erträge und Aufwendungen wurden für die Zeit von ihrem Entstehen bis zum Abschlussstichtag indexiert. Der ergebniswirksame Saldo der Indexierungseffekte wird unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Im Berichtsjahr wurde auch die Türkei als Hochinflationsland eingestuft. Aus diesem Grund wurde für die Einbeziehung der türkischen Tochtergesellschaft eine Indexierung auf Basis des vom TUİK (Turkish Statistics Institute) publizierten Domestic Producer Price Index (Erzeugerpreisindex) analog zum Vorgehen bei der argentinischen Tochtergesellschaft vorgenommen.

1.3. Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung zum 31.12.2022 erfolgte nach der Neubewertungsmethode des § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB. Hierbei werden die Wertansätze der Anteile an den zu konsolidierenden Tochterunternehmen mit dem auf diese Anteile entfallenden Eigenkapital verrechnet. Die Erstkonsolidierung nach § 301 Abs. 2 HGB ist zu dem Zeitpunkt durchgeführt worden, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen wurde. Dabei wird der Zeitwert der erworbenen Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten möglichst aus Marktpreisen oder aus Marktpreisen vergleichbarer Transaktionen abgeleitet. Identifizierte immaterielle Vermögensgegenstände, die im Jahresabschluss des Tochterunternehmens infolge eines Wahlrechts oder Ansatzverbots nicht bilanziert werden, werden ebenfalls in der Neubewertungsbilanz angesetzt, soweit eine verlässliche Bewertung möglich ist. Dabei wird - sofern kein aktiver Markt besteht - auf anerkannte Bewertungsverfahren zurückgegriffen.

Die verbleibenden aktivischen Unterschiedsbeträge sind als Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen. Sie werden ab dem Jahr der Erstkonsolidierung gemäß der individuell geschätzten Nutzungsdauer nach der linearen Methode abgeschrieben.

Anteile an Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Abschreibung des enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgt analog zum Vorgehen bei Tochterunternehmen.

1.4. Sonstige Konsolidierungsmaßnahmen

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung gemäß § 303 HGB werden die in den Einzelbilanzen ausgewiesenen Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Unternehmen eliminiert.

Zwischengewinne, die sich aus Lieferungen und Beteiligungserträgen ergeben, sind nach § 304 HGB eliminiert worden. Hierbei erfolgt eine Neubewertung der Vorräte zu Konzernanschaffungs- bzw. Konzernherstellungskosten.

Umsatzerlöse und andere Erträge aus Lieferungen und Leistungen bzw. aus Darlehenszinsen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften werden im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung nach § 305 HGB mit den entsprechenden Aufwendungen aufgerechnet.

1.5. Konsolidierungskreis

Im Rahmen der Vollkonsolidierung sind die folgenden Unternehmen einbezogen worden:

Region Anteil Land Ort Unternehmen
Inland Mutterunternehmen Deutschland Blomberg Phoenix Contact GmbH & Co. KG
100% Deutschland Blomberg Elektrophoenix GmbH
100% Deutschland Blomberg Media Contact GmbH
100% Deutschland Bad Pyrmont Phoenix Contact Electronics GmbH
100% Deutschland Herrenberg Phoenix Contact Connector Technology GmbH
100% Deutschland Lemgo Diestelbach GmbH
100% Deutschland Blomberg Lippinia GmbH
100% Deutschland Berlin Phoenix Contact Cyber Security GmbH
100% Deutschland Blomberg Phoenix Contact Deutschland GmbH
100% Deutschland Blomberg Marmota Beteiligungen GmbH
100% Deutschland Paderborn Phoenix Contact Power Supplies GmbH
100% Deutschland Schieder-Schwalenberg Phoenix Contact E-Mobility GmbH
100% Deutschland Berlin Pressmaster GmbH
100% Deutschland Bad Pyrmont Phoenix Contact Combinations GmbH
100% Deutschland Blomberg Phoenix Contact Innovation Ventures GmbH
100% Deutschland Blomberg Phoenix Contact Venture Funds I GmbH
100% Deutschland Blomberg Protiq GmbH
100% Deutschland Dreieich Perle Systems GmbH
100% Deutschland Velbert Phoenix Contact Energy Automation GmbH
100% Deutschland Villingen-Schwenningen Phoenix Contact Identification GmbH
100% Deutschland Berlin Phoenix Contact Smart Business GmbH
100% Deutschland Niederdorf Phoenix Contact PS Holding GmbH
100% Deutschland Niederdorf Pulsotronic SKS Verwaltungs GmbH
94,90% Deutschland Niederdorf Pulsotronic GmbH & Co. KG
100% Deutschland Niederdorf SKS Kontakttechnik GmbH
100% Deutschland Lüdenscheid Phoenix Feinbau GmbH & Co. KG
100% Deutschland Lüdenscheid Phoenix Feinbau GmbH
Europa 100% Schweden Huddinge Phoenix Contact AB
100% Schweden Älvdalen Pressmaster AB
100% Finnland Vantaa Phoenix Contact Oy
100% Großbritannien Telford Phoenix Contact Ltd.
100% Großbritannien London Perle Systems Europe Limited
100% Irland Dublin Phoenix Contact Ltd.
100% Norwegen Oslo Phoenix Contact AS
100% Dänemark Hvidovre Phoenix Contact A/S
100% Schweiz Tagelswangen Phoenix Contact AG
100% Schweiz Wohlen NSE AG
100% Niederlande Zevenaar Phoenix Contact B.V.
100% Österreich Wien Phoenix Contact GmbH
100% Belgien Zaventem Phoenix Contact nv/sa
100% Luxemburg Bertrange Phoenix Contact s.à r.l.
100% Ungarn Budapest Phoenix Contact Kft.
100% Tschechien Brno Phoenix Contact s.r.o.
100% Slowakei Bratislava Phoenix Contact s.r.o.
100% Polen Nowy Tomysl Phoenix Contact Wielk. Sp. z o. o.
100% Polen Wroclaw Phoenix Contact Sp. z o. o.
100% Polen Rzeszów Phoenix Contact E-Mobility Sp. z o. o.
100% Spanien Llanera Phoenix Contact S.A.U.
100% Portugal Sintra Phoenix Contact S.A.
100% Frankreich Marne la Vallée Phoenix Contact SAS
100% Frankreich Velizy Perle Systems S.A.R.L.
100% Italien Mailand Phoenix Contact S.p.A.
100% Rumänien Bukarest PHOENIX CONTACT S.R.L.
100% Litauen Vilnius Phoenix Contact UAB
100% Ukraine Kiew TOV Phoenix Contact
100% Kasachstan Almaty TOO Phoenix Contact Kasachstan
100% Griechenland Koropi APtronic Hellas A.E.
100% Kroatien Zagreb Phoenix Contact d.o.o.
Amerika 100% USA Harrisburg Phoenix Contact Holdings, Inc.
100% USA Harrisburg Phoenix Contact USA, Inc.
100% USA Harrisburg Phoenix Contact D&M Inc.
100% USA Fort Lauderdale Rde Connectors & Cables Inc.
100% USA Westmont Pressmaster Inc.
100% USA Princeton Perle Systems Inc.
100% USA Anaheim EtherWAN Systems, Inc.
100% Kanada Ontario Maple Leaf One Ltd.
100% Kanada Ontario Perle Systems Ltd.
100% Kanada Mississauga Phoenix Contact Ltd.
100% Argentinien Buenos Aires Phoenix Contact S.A.
100% Brasilien Sao Paulo Phoenix Contact Indústria e Comércio Ltda.
100% Mexiko Mexiko City Phoenix Contact S.A. DE C.V.
100% Chile Santiago de Chile Phoenix Contact S.A.
100% Kolumbien Tocancipa Phoenix Contact S.A.S.
100% Südafrika Ferndale Phoenix Contact (Pty) Ltd.
Asien/ 100% Türkei Istanbul Phoenix Contact Elektronik Ticaret Ltd. Şti.
Mittlerer Osten/ 100% Japan Yokohama Phoenix Contact K.K.
Afrika 100% Japan Tokio Pressmaster K.K.
100% Japan Tokio Perle Systems K.K.
100% Südkorea Sungnam Phoenix Contact Co. Ltd.
100% China Nanjing Phoenix Contact (China) Holding Co., Ltd.
94,57% China Nanjing Nanjing Phoenix Contact Co. Ltd.
100% China Nanjing Phoenix Contact Asia Pacific (Nanjing) Co. Ltd.
100% China Shanghai Phoenix Contact (Shanghai) Co. Ltd.
100% China Nanjing Phoenix Contact (Nanjing) Smart Technology and Solutions Co. Ltd.
100% China Nanjing Phoenix Contact Asia-Pacific Logistics (Nanjing) Co. Ltd.
100% China Nanjing Phoenix Contact (Nanjing) E-Mobility Technology Co., Ltd.
99,93% Taiwan Taipei EtherWAN Systems, Inc.
100% Australien Rydalmere Phoenix Contact PTY LTD.
100% Neuseeland Auckland Phoenix Contact LTD.
100% Singapur Singapur Phoenix Contact SEA Pte. Ltd.
100% Singapur Singapur Perle Systems Asia-Pacific (Pte.) Ltd.
100% Indonesien Tangerang PT. Phoenix Contact
100% Malaysia Petaling Jaya Phoenix Contact (Malaysia) Sdn. Bhd.
100% Taiwan Taipei Phoenix Contact Co., Ltd.
99,99% Indien Neu Dehli Phoenix Contact India PVT LTD
100% Vereinigte Arabische Emirate Dubai Phoenix Contact Middle East FZ-LLC
100% Vereinigte Arabische Emirate Abu Dhabi Phoenix Contact Electrical Equipment Trading LLC
100% Israel Qadima Phoenix Contact (Israel) Ltd.
100% Thailand Bangkok Phoenix Contact (Thailand) Co. Ltd.
100% Marokko Casablanca Phoenix Contact SARL
100% Ägypten Kairo Phoenix Contact Limited Liability Company

Für drei Gesellschaften wurde von der Ausnahmeregelung des § 313 Abs. 3 S. 1 HGB Gebrauch gemacht.

Zwei Gesellschaften wurden wegen untergeordneter Bedeutung gem. § 296 Abs. 2 HGB nicht vollkonsolidiert, sondern zu Anschaffungskosten einbezogen:

Anteil Land Ort Unternehmen
100% Kanada Mississauga iS5 communications Inc.
100% China Nanjing Phoenix Contact Manufacturing (Nanjing) Co., Ltd.

Als assoziierte Unternehmen wurden im Rahmen der Equity-Bewertung nachfolgende Gesellschaften berücksichtigt:

Anteil Land Ort Unternehmen
25,00% Deutschland Berlin urban ENERGY GmbH
50,00% Deutschland München IND.ACADEMY GmbH
22,51% Österreich Graz eologix sensor technology gmbh
49,00% Slowakei Stropkov IP Connector Technology s.r.o.
50,00% Niederlande Zevenaar Cito Benelux B.V. *
23,81% Niederlande Venlo Unconstrained Robotics Holding B.V.
35,00% China San Po Kong/ Hong Kong Teamwise Ltd. *
40,00% China Nanjing Jiangsu JINGXIN Intelligent Manufacturing Research Institute Co., Ltd.
25,00% China Lingang New City JiangSu Acxion Electric CO., Ltd.
25,00% China Xiamen Xiamen Hiprecise Technology Co., Ltd
33,33% China Taicang Varicut (Jiangsu) Smart Technology Co., Ltd.
15,26% China Shanghai Shanghai Leadsoft Co., Ltd.,
15,00% China Suzhou Suzhou SmartFact Technology Co. Ltd.
20,00% China Shanghai Thingple Technologies Corporation
10,00% China Nanjing Greenpass Cloud Technology Co., Ltd.
15,00% China Changzhou Jiangsu Boohn intelligence technology Co. Ltd.
20,00% China Shanghai Shanghai Best Energy Technology Co., Ltd.
8,00% China Peking Tianhe Intelligent Manufacturing (Bejing) Technology Co., Ltd.
15,00% China Shenzen Shenzen STWXE Electronics Co., Ltd.
30,84% Griechenland Vassilikon Eviop Tempo A.E.
33,33% Türkei Bursa ACEL Elektrik Sanayi ve Ticaret Ltd. Şti

* Soweit vorhanden, werden die Konzernabschlüsse der Gesellschaft für die Equity-Fortschreibung herangezogen.

Von der Erleichterungsmöglichkeit des § 313 Abs. 3 S. 4 HGB ist wegen untergeordneter Bedeutung Gebrauch gemacht worden.

Veränderungen im Konsolidierungskreis

Aus der Veränderung des Konsolidierungskreises waren für die assoziierten Unternehmen Zugänge in Höhe von T€ 11.595 zu verzeichnen. Es wurden im Berichtsjahr Währungseffekte in Höhe von T€ 163 berücksichtigt.

Zugänge des Geschäftsjahres

a) Verbundene Unternehmen

Anteil Land Ort Unternehmen
100% Kolumbien Tocancipa Phoenix Contact S.A.S.
100% Kanada Mississauga iS5 communications Inc.
100% China Nanjing Phoenix Contact Manufacturing (Nanjing) Co., Ltd.

Mit Wirkung zum 15. Juli 2022 wurden sämtliche Anteile an einem kolumbianischen Vertriebspartner mit Sitz in Tocancipa/Kolumbien erworben. Es erfolgte eine Umfirmierung in Phoenix Contact S.A.S. Die Einbeziehung im Rahmen der Vollkonsolidierung erfolgte auf Basis des testierten Zwischenabschlusses zum 15. Juli 2022, der auf konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angepasst wurde.

Am 14. Dezember 2022 wurden die in Vorjahren als Beteiligung an sonstigen Unternehmen geführten Anteile an der iS5 communications Inc., Mississauga/Kanada, auf 100% des Stammkapitals erhöht. Wegen untergeordneter Bedeutung und der noch nicht abgeschlossenen Integration in das Konzernberichtswesen wurde zunächst auf eine Vollkonsolidierung verzichtet. Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden in Höhe der Anschaffungskosten gezeigt.

Am 26. Dezember 2022 wurde die Phoenix Contact Manufacturing (Nanjing) Co., Ltd., Nanjing/China, gegründet. Im Geschäftsjahr 2022 bestand noch keine operative Geschäftstätigkeit.

b) Assoziierte Unternehmen

Anteil Land Ort Unternehmen
15,26% China Shanghai Shanghai Leadsoft Co., Ltd.,
15,00% China Suzhou Suzhou SmartFact Technology Co. Ltd.
20,00% China Shanghai Thingple Technologies Corporation
10,00% China Nanjing Greenpass Cloud Technology Co., Ltd.
15,00% China Changzhou Jiangsu Boohn intelligence technology Co. Ltd.
20,00% China Shanghai Shanghai Best Energy Technology Co., Ltd.
8,00% China Peking Tianhe Intelligent Manufacturing (Bejing) Technology Co., Ltd.
15,00% China Shenzen Shenzen STWXE Electronics Co., Ltd.

Der maßgebliche Einfluss i.S.d. § 311 HGB wurde durch den Erwerb von Anteilen sowie die damit verbundene Stellung eines Mitglieds im Geschäftsführungsgremium erlangt.

Der Stimmrechtsanteil entspricht dem oben dargestellten Anteil am gezeichneten Kapital, eine Beherrschung im Sinne des § 290 Abs. 2 HGB liegt nicht vor.

Der durch den Erwerb der Anteile entstandene Geschäfts- und Firmenwert wird über eine geschätzte Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben.

Aufgrund weder vorliegender Beherrschung noch maßgeblicher Einflussnahmemöglichkeit sind achtzehn (Vorjahr: neunzehn) Gesellschaften nicht nach der Equity-Methode sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet worden. Die Anteile an diesen Gesellschaften dienen dem Geschäftsbetrieb von Phoenix Contact durch die Herstellung einer dauerhaften Verbindung. Sie werden im Finanzanlagevermögen unter den Beteiligungen an sonstigen Unternehmen gezeigt.

Abgänge des Geschäftsjahres

a) Verbundene Unternehmen

Anteil Land Ort Unternehmen
95% Russland Moskau OOO Phoenix Contact RUS
100% Russland Stupino OOO WPV Phoenix Contact, Russia

Zum 17. Mai 2022 hat Phoenix Contact die russische Produktions- sowie die Vertriebsgesellschaft veräußert und damit jegliche Geschäftsaktivitäten in Russland eingestellt.

b) Assoziierte Unternehmen

Im Berichtsjahr waren keine Abgänge von assoziierten Unternehmen zu verzeichnen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1. Allgemeine Angaben

Die Ausübung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erfolgte stetig im Vergleich zum Vorjahr.

2.2. Anlagevermögen

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger, linearer Abschreibungen bewertet worden. Im Jahr des Zugangs sind die immateriellen Vermögensgegenstände pro rata temporis abgeschrieben worden. Selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Entgeltlich erworbene Geschäfts- und Firmenwerte werden ab dem Jahr der Erstkonsolidierung gemäß der individuell geschätzten Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

Die Sachanlagen werden bei der erstmaligen Aktivierung zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten angesetzt. In die Herstellungskosten der selbsterstellten Anlagen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten einbezogen. Verwaltungskosten werden nur berücksichtigt, soweit sie auf den Fertigungsbereich entfallen. Soweit für förderfähiges Anlagevermögen öffentliche Investitionszuschüsse gewährt wurden, sind hierfür indirekte Wertberichtigungspositionen als "Sonderposten für Investitionszuschüsse" passiviert worden, die entsprechend der Nutzungsdauer des geförderten Anlagevermögens aufgelöst werden.

Beim abnutzbaren beweglichen Sachanlagevermögen werden die Abschreibungen planmäßig linear vorgenommen. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Anschaffungswert von € 800,00 werden im Geschäftsjahr der Anschaffung aus Vereinfachungsgründen direkt im Aufwand verbucht.

Die grundsätzliche Nutzungsdauer der einzelnen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Vertragslaufzeit max. 15 Jahre
- zentrale Firmensoftware (SAP) 5
- angepasste Software (z.B. BAAN) 4
- Standardsoftware (z.B. Microsoft Office) 4
2. Geschäfts- oder Firmenwert individuell
II. Sachanlagen -
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken - - -
a) grundstücksgleiche Rechte Vertragslaufzeit
b) Gebäude -
- Gebäude in Massivbauweise 25
- Gebäude in Leichtbauweise 10
c) Außenanlagen 10
2. technische Anlagen und Maschinen -
a) Maschinen -
- Maschinen (allgemein) 10
- Spritzgießmaschinen 11
- Pressen, Stanzmaschinen 11
- Branchen-/kundenspezifische Maschinen 8
- Kurzlebige Maschinen (technischer Fortschritt) 8
b) Produktionsaufbauten 10
c) Einbauten 8
d) Galvanische Bäder, Öfen 11
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -
a) Werkzeuge -
- Werkzeuge (allgemein) 7
- Vorserienwerkzeuge 1
- Branchen-/kundenspezifische Werkzeuge 4
b) Kraftfahrzeuge -
- LKW 6
- PKW 4
- Gabelstapler 6
c) sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung -
- Regalanlagen 10
- Werkstattmöbel 10
- Büromöbel 10
- Büromaschinen 5
- Telefonanlagen 5
- Mobilfunkendgeräte 3
- EDV Großrechner 5
- EDV PC und Peripheriegeräte 3
- Mess- und Prüfgeräte 5
- Küchen 10
- Handwerkzeug 5

Das Finanzanlagevermögen wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Soweit erforderlich, werden die Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben, auch bei nur vorübergehender Wertminderung. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass der Grund für die Abschreibung entfallen ist, wird wieder zugeschrieben.

Wertpapiere des Anlagevermögens dienen teilweise auch der Absicherung etwaiger Erfüllungsrückstände aus Altersteilzeitverpflichtungen. Gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB ist eine Verrechnung mit der Altersteilzeitrückstellung vorgenommen worden. Sofern zum Bilanzstichtag eine Überdeckung bestand, wurde der Residualbetrag als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung gezeigt.

Bei der Equity-Bewertung wird bei dem Erwerb der Anteile an den assoziierten Unternehmen der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert und dem anteiligen Eigenkapital der Beteiligung als Geschäfts- oder Firmenwert berücksichtigt und über die jeweils individuell geschätzte Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Bewertungsmethoden der assoziierten Unternehmen weichen von den Bewertungsmethoden des Konzerns ab und sind nicht angepasst worden. Aufgrund fehlender Informationen ist § 304 HGB bei den assoziierten Unternehmen nicht angewandt worden. Der Ausweis der Equity-Bewertung erfolgt in der Bilanz innerhalb der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und in der Gewinn- und Verlustrechnung in dem Posten Ergebnisse aus Equity-Bewertungen. Im Anlagenspiegel werden - soweit die handelsrechtlichen Einzelabschlüsse vorlagen - die anteiligen Ergebnisse und Dividendenausschüttungen der assoziierten Unternehmen innerhalb der Anschaffungs- und Herstellungskosten der Beteiligungen ausgewiesen, während die Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte als Abschreibungen zu den Anschaffungs- und Herstellungskosten ausgewiesen werden.

Aufgrund der Hochinflation in Argentinien und der Türkei wurden inflationsbedingte Auswirkungen auf das Anlagevermögen unter Berücksichtigung eines Index an die Preisverhältnisse zum Bilanzstichtag angepasst. Diese Indexierungseffekte werden im Anlagenspiegel sowohl bei den historischen Anschaffungskosten als auch bei den kumulierten Abschreibungen in den gesonderten Spalten "Indexierung" gezeigt.

2.3. Umlaufvermögen

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bei Anwendung zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren bzw. zu den niedrigeren beizulegenden Werten am Bilanzstichtag angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten einbezogen. Kosten der Verwaltung sind bei der Ermittlung der Herstellungskosten nur angesetzt, soweit sie in den Fertigungskostenstellen angefallen sind. Lagerungs- und Gängigkeitsrisiken wird durch angemessene Abschläge Rechnung getragen. Die Vorräte sind verlustfrei bewertet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Forderungen sind mit ihren Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert unter Abzug gebotener Wertberichtigungen für erkennbare Einzelrisiken angesetzt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 2% des um die einzelwertberichtigten Forderungen korrigierten Netto-Forderungsbestands ausreichend Rechnung getragen.

Vermögensgegenstände in Fremdwährung, die nicht unter § 254 HGB fallen, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet, sofern ihre Restlaufzeit ein Jahr oder weniger beträgt. Bei Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr erfolgt die Fremdwährungsumrechnung zum Devisenkassamittelkurs im Anschaffungszeitpunkt oder dem niedrigeren Umrechnungskurs am Bilanzstichtag.

2.4. Eigenkapital

Das Eigenkapital ist mit dem Nennbetrag angesetzt.

Soweit der Gesellschaftsvertrag des Mutterunternehmens Dotierungen von Rücklagen und Zuweisungen zu Darlehens- und Privatkonten vorsieht, ist dies bereits bei der Aufstellung des Konzernabschlusses berücksichtigt worden. Der Ausweis im Eigenkapitalspiegel erfolgt in der Zeile Buchung auf Gesellschafterkonten.

2.5. Rückstellungen

Für die leistungsorientierten Pensionszusagen sind die entsprechenden Pensionsrückstellungen mit dem Barwert angesetzt worden. Dabei sind die jeweils landesspezifischen biometrischen Daten (Sterbetabellen, Gehalts- und Rententrends) berücksichtigt worden. Es ist der von der deutschen Bundesbank veröffentlichte Zinssatz gem. § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB in die Berechnung eingeflossen. Es wird der durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren herangezogen.

In Deutschland wurden einzelne Pensionszusagen in der Form von beitragsorientierten Direktzusagen gegeben. Diese Pensionszusagen werden über eine Rückdeckungsversicherung leistungskongruent finanziert. Den Begünstigten stehen sämtliche Chancen und Risiken aus der Rückdeckungsversicherung zu, die Rückdeckungsversicherungen sind an sie verpfändet worden. Es handelt sich bei den rückgedeckten Pensionsverpflichtungen somit um Pensionsverpflichtungen, die wie wertpapiergebundene Pensionszusagen gemäß § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB zum beizulegenden Zeitwert der Rückdeckungsversicherung bewertet werden (vgl. IDW RS HFA 30 n.F. TZ 74).

Aufgrund der Verpfändung der Rückdeckungsversicherungen stehen diese allen übrigen Gläubigern nicht zur Verfügung, sodass gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB die Pensionsrückstellungen mit den Aktivwerten der Rückdeckungsversicherungen verrechnet werden. Somit sind auch die Aktivwerte der Rückdeckungsversicherungen gemäß § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

Für die Rückdeckungsversicherungen besteht kein aktiver Markt, sodass sich ein Marktpreis gemäß § 255 Abs. 4 HGB nicht ermitteln lässt. Auch liegen nicht ausreichend Informationen vor, um anhand anerkannter Bewertungsmethoden den beizulegenden Zeitwert gemäß § 255 Abs. 4 Satz 2 HGB zu ermitteln. Daher sind die Aktivwerte der Rückdeckungsversicherungen gemäß § 255 Abs. 4 Satz 3 HGB mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet worden. Diese Anschaffungskosten entsprechen dem Deckungskapital einschließlich unwiderruflicher Überschussbeteiligungen (vgl. IDW RS HFA 30 n.F. TZ 68). Die Pensionsrückstellungen sind dann in gleicher Höhe angesetzt worden.

In den USA ist ein Long-Term-Incentive-Plan (LTIP) zur Personalbindung aufgelegt worden. Es handelt sich bilanziell um eine Pensionsrückstellung, die wie eine wertpapiergebundene Pensionszusage zu behandeln ist, da die begünstigten Mitarbeiter einen Anspruch auf den Zeitwert des Deckungsvermögens haben. Die Bewertung der Pensionsrückstellung erfolgt daher in Höhe des Deckungsvermögens. Das Deckungsvermögen sichert die zukünftigen Zahlungsströme aus der Pensionszusage ab und ist aufgrund einer gebildeten Bewertungseinheit gemäß § 254 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet worden. Da es keinen Insolvenzschutz gibt, darf eine Saldierung der Pensionsrückstellung mit dem Deckungsvermögen nicht erfolgen, das Deckungsvermögen wird somit unter den Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesen.

In den Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sind alle erkennbaren Verpflichtungen und Risiken erfasst.

Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt unter Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostensteigerungen mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag. Wesentliche Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem der Laufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr werden nicht abgezinst.

Die Bewertung der Rückstellung für Altersteilzeit erfolgt nach den Regelungen der IDW Stellungnahme IDW RS HFA 3 vom 19.06.2013 (Gehaltssteigerung 3,0% p. a.; durchschnittliche Restlaufzeit 15 Jahre; Zinssatz 1,44%). Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die "Richttafeln 2018G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt.

Zugunsten der Arbeitnehmer ist ein Depot zur Deckung der Altersteilzeitverpflichtungen verpfändet worden. Gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB ist eine Verrechnung mit der Altersteilzeitrückstellung vorgenommen worden. Ein eventuell darüber hinaus gehender Betrag wird in den bilanziellen Sonderposten "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" eingestellt. Da die Verpfändung des Depots nur der Absicherung der Arbeitnehmer dient und das Depot ansonsten nicht zur Finanzierung der Altersteilzeitverpflichtungen herangezogen wird, ist eine Verrechnung der Erträge aus dem Depot mit den Aufwendungen für Altersteilzeit unterblieben.

Die Bewertung der Jubiläumsrückstellung erfolgt nach der sog. "Projected-unit-Credit-Methode" (PUC Methode). Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die "Richttafeln 2018G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Die Rückstellung wurde mit laufzeitadäquaten Zinssätzen abgezinst. Fluktuationsabschläge wurden mit landesindividuellen Durchschnittswerten berücksichtigt.

Die Zusagen für Langzeitkonten beinhalten die laufenden Arbeitnehmereinbringungen in ein individuelles Wertguthabenkonto und Arbeitnehmereinbringungen in ein individuelles Zeitguthabenkonto.

Bei dem individuellen Wertguthabenkonto handelt es sich um wertpapiergebundene Zusagen gemäß § 253 Abs. 1 S. 3 HGB. Aufgrund der Verpfändung der Rückdeckungsversicherungen stehen diese allen übrigen Gläubigern nicht zur Verfügung, sodass gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB die Rückstellung für Langzeitkonten mit den Aktivwerten der Rückdeckungsversicherungen verrechnet werden. Somit sind auch die Aktivwerte der Rückdeckungsversicherungen gemäß § 253 Abs. 1 S. 4 HGB zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Entsteht durch die Verrechnung ein aktiver Unterschiedsbetrag, so wird dieser als gesonderter Posten ausgewiesen (§ 266 Abs. 2 Buchst. E HGB).

Die individuellen Zeitguthabenkonten, welche durch eine doppelseitige Treuhand insolvenzgesichert sind, werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB wird die Rückstellung für Langzeitkonten mit den Aktivwerten der Rückdeckungsversicherungen verrechnet. Entsteht durch die Verrechnung ein aktiver Unterschiedsbetrag, so wird dieser als gesonderter Posten ausgewiesen (§ 266 Abs. 2 Buchst. E HGB).

Bewertungseinheiten

Es werden im Folgejahr Fremdwährungszu- und -abflüsse aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen beziehungsweise aus dem Erwerb von Waren und Dienstleistungen erwartet. Zur Absicherung dieses Risikos werden fallweise für die erwarteten Netto-Zu- oder Abflüsse Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Bei den gebildeten Bewertungseinheiten handelt es sich in der Regel um antizipative Makro-Hedges. Um ein Over-Hedging zu vermeiden, werden von den erwarteten Fremdwährungszu- und -abflüssen Abschläge vorgenommen, um zu einer mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktion zu gelangen. Bei der Ermittlung des ineffektiven Teils der Bewertungseinheiten wird der Durchschnittskurs der abgeschlossenen Devisentermingeschäfte mit dem mit den Tochtergesellschaften vereinbarten Budgetkurs verglichen.

Die Phoenix Contact Gruppe verarbeitet in ihren Produktionsprozessen erhebliche Mengen an Kupfer und Zink. Die Beschaffung dieser Elemente ist Kursrisiken ausgesetzt. Um dieses Risiko einzugrenzen, werden Warentermingeschäfte abgeschlossen. Abgesichert wird die Nettoposition aller Zu- und Abflüsse im Folgejahr. Es handelt sich somit um einen antizipativen Makro-Hedge, der vollständig effektiv ist. Zur Vermeidung eines Over-Hedging werden Abschläge von den erwarteten Planbedarfen vorgenommen, um zu einer mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktion zu gelangen. Die Erfüllung der Warentermingeschäfte erfolgt durch physische Lieferung.

Die Bilanzierung erfolgt nach der Einfrierungsmethode.

2.6. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten in Fremdwährung, die nicht unter § 254 HGB fallen, mit einer Restlaufzeit bis einschließlich einem Jahr werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Beträgt die Restlaufzeit der Fremdwährungsverbindlichkeiten mehr als ein Jahr, erfolgt die Umrechnung zum Devisenkassamittelkurs im Anschaffungszeitpunkt oder zum höheren Umrechnungskurs am Bilanzstichtag.

2.7. Latente Steuern

Die Pflicht zum Ansatz von latenten Steuern ergibt sich aus § 274 HGB sowie aus § 306 HGB. Innerhalb der Konzernbilanz werden aktive und passive latente Steuern saldiert ausgewiesen. Der sich ergebende Aufwand aus der Bildung oder der Ertrag aus der Auflösung passiver latenter Steuern wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag gesondert ausgewiesen. Die Bewertung latenter Steuern erfolgt mit dem individuellen zukunftsgerichteten Steuersatz der jeweiligen Tochtergesellschaft.

2.8. Erträge aus anderen Wertpapieren

Der Posten Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens enthält auch die Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren des Anlagevermögens sowie deren Zuschreibung.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1. Anlagevermögen

Der durch den Erwerb von Geschäftsanteilen an der Phoenix Contact S.A.S.Tocancipa/Kolumbien entstandene Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von T€ 1.487 wird über die voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Wegen Geringfügigkeit wurde auf eine über die Bilanzierung und Bewertung zu konzerneinheitlichen Standards hinausgehende Kaufpreisallokation verzichtet.

Der Beteiligungsbuchwert der assoziierten Unternehmen umfasst in Höhe von insgesamt T€ 9.397 Anteile für Geschäfts- oder Firmenwerte. Sie werden über eine geschätzte Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben.

Bei einer assoziierten Gesellschaft ist aus einer Kapitalmaßnahme ein passiver Unterschiedsbetrag entstanden, der über eine Laufzeit von fünf Jahren aufgelöst wird. Zum Bilanzstichtag valutierte er mit T€ 1.123.

Ausschlaggebendes Kriterium für die Bemessung der Abschreibungsdauer der Geschäfts- oder Firmenwerte waren Erfahrungswerte der Vergangenheit auf der Basis einer vorsichtigen Schätzung.

Bei einer Gesellschaft besteht ein negativer Vortrag aus der Equity-Fortschreibung in Höhe von T€ 307.

In den Wertpapieren des Anlagevermögens sind 417.412 Anteile am Aktienfonds EPx-ASUS-Shares sowie jeweils 500.000 Anteile an den Investmentfonds EPx BBB intl. Bonds und EPx BBB L intl. Bonds enthalten. Der Aktienfonds legt in Aktien des Index MSCI World ESG Screened und die beiden Investmentfonds weltweit in verzinslichen Wertpapieren an. Beschränkungen in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe gibt es grundsätzlich nicht. Im Geschäftsjahr hat keine Ausschüttung stattgefunden.

Die Buch- und Marktwerte stellen sich wie folgt dar:

Buchwert
T€
Marktwert
T€
Differenz
T€
EPx-ASUS-Shares 38.879 50.233 11.354
EPx-BBB-intl Bonds 47.975 47.975 0
EPx-BBB-L_intl Bonds 46.035 46.035 0

Auf der Seite 22 wird der Konzern-Anlagenspiegel der Phoenix Contact GmbH & Co. KG beigefügt.

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
01.01.2022
Währungskurs-Differenzen
Veränderung Konsolidierungskreis
Zugänge
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 242.446.858,58 -141.773,99 -332.484,49 20.739.997,48
2. Geschäfts- oder Firmenwert 150.701.955,78 0,00 1.486.974,78 0,00
3. geleistete Anzahlungen 5.015.241,46 -5.045,13 -7.432,59 4.055.095,39
Summe I 398.164.055,82 -146.819,12 1.147.057,70 24.795.092,87
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 838.886.254,45 3.256.301,94 -7.314.676,44 19.669.877,85
2. technische Anlagen und Maschinen 717.090.887,93 -1.869.801,27 -3.021.569,30 48.388.903,13
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 819.557.026,06 -1.748.827,27 -6.557.500,48 53.421.348,99
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 88.598.486,47 3.232.061,94 -19.692.085,94 114.526.446,04
Summe II Sachanlagen 2.464.132.654,91 2.869.735,34 -36.585.832,16 236.006.576,01
Summe I. und II. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 2.862.296.710,73 2.722.916,22 -35.438.774,46 260.801.668,88
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,68 0,00 4.834.241,48 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 1.884.055,24
3. Beteiligungen
a) Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 35.690.990,33 2.474,02 11.594.588,52 2.091.660,50
b) Beteiligungen an sonstigen Unternehmen 26.558.959,56 -35.958,63 0,00 4.283.130,23
62.249.949,89 -33.484,61 11.594.588,52 6.374.790,73
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 966.407,55 0,00 0,00 656.363,63
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 164.705.604,58 354.792,95 0,00 3.005.458,53
6. sonstige Ausleihungen 2.457.684,36 0,00 0,00 1.734.831,15
6. geleistete Anzahlungen 0,00
Summe III Finanzanlagen 230.379.647,06 321.308,34 16.428.830,00 13.655.499,28
Summe I-III 3.092.676.357,79 3.044.224,56 -19.009.944,46 274.457.168,16
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Abgänge
Umbuchungen
Nachaktivierungen
Indexierung
31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 19.478.426,18 4.040.761,42 0,00 17.559,32 247.292.492,14
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 0,00 0,00 152.188.930,56
3. geleistete Anzahlungen 57.588,28 -3.663.792,81 0,00 0,00 5.336.478,04
Summe I 19.536.014,46 376.968,61 0,00 17.559,32 404.817.900,74
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 470.289,43 3.469.336,21 0,00 277.417,90 857.774.222,48
2. technische Anlagen und Maschinen 27.458.318,48 32.599.340,14 129.947,61 448.097,25 766.307.487,01
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.814.358,31 16.066.703,19 127.571,74 967.400,77 858.019.364,69
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 274.287,01 -52.512.348,15 448.628,80 0,00 134.326.902,15
Summe II Sachanlagen 52.017.253,23 -376.968,61 706.148,15 1.692.915,92 2.616.427.976,33
Summe I. und II. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 71.553.267,69 0,00 706.148,15 1.710.475,24 3.021.245.877,07
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 4.834.242,16
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 1.884.055,24
3. Beteiligungen
a) Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 2.346.195,92 4.308.956,42 0,00 0,00 51.342.473,87
b) Beteiligungen an sonstigen Unternehmen 4.249.496,00 -3.767.845,31 0,00 0,00 22.788.789,85
6.595.691,92 541.111,11 0,00 0,00 74.131.263,72
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 0,00 1.622.771,18
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 1.165.099,95 0,00 0,00 0,00 166.900.756,11
6. sonstige Ausleihungen 0,00 -541.111,11 0,00 0,00 3.651.404,40
6. geleistete Anzahlungen 0,00
Summe III Finanzanlagen 7.760.791,87 0,00 0,00 0,00 253.024.492,81
Summe I-III 79.314.059,56 0,00 706.148,15 1.710.475,24 3.274.270.369,88
kumulierte Abschreibungen
01.01.2022
Währungskurs-Differenzen
Veränderung Konsolidierungskreis
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 191.411.084,40 -163.347,28 -262.626,67
2. Geschäfts- oder Firmenwert 102.515.628,31 0,00 0,00
3. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00
Summe I 293.926.712,71 -163.347,28 -262.626,67
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 405.491.193,18 1.687.787,22 -973.939,10
2. technische Anlagen und Maschinen 473.981.558,60 -827.970,49 -968.270,44
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 628.079.277,42 -846.620,43 -4.025.572,57
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 20.074,59 -113,19 0,00
Summe II Sachanlagen 1.507.572.103,79 13.083,11 -5.967.782,11
Summe I. und II. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 1.801.498.816,50 -150.264,17 -6.230.408,78
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen
a) Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 4.057.704,04 -196.604,23 0,00
b) Beteiligungen an sonstigen Unternehmen 210.000,00 0,00 0,00
4.267.704,04 -196.604,23 0,00
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 559.466,67 0,00 0,00
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 181.638,51 -18.795,23 0,00
6. sonstige Ausleihungen 4.172,83 0,00 0,00
6. geleistete Anzahlungen 0,00
Summe III Finanzanlagen 5.012.982,05 -215.399,46 0,00
Summe I-III 1.806.511.798,55 -365.663,63 -6.230.408,78
kumulierte Abschreibungen
Abschreibungen
Zuschreibungen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 23.503.890,40 0,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 9.956.811,62 0,00
3. geleistete Anzahlungen 73.656,69 0,00
Summe I 33.534.358,71 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 31.790.238,21 166.893,80
2. technische Anlagen und Maschinen 44.404.590,97 19.241,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 58.370.691,87 2.831,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00
Summe II Sachanlagen 134.565.521,05 188.965,80
Summe I. und II. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 168.099.879,76 188.965,80
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 15.507,57 0,00
3. Beteiligungen
a) Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 4.132.547,71 0,00
b) Beteiligungen an sonstigen Unternehmen 0,00 0,00
4.132.547,71 0,00
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 40.000,00 0,00
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 7.713.509,80 0,00
6. sonstige Ausleihungen 1.805.657,39 4.172,83
6. geleistete Anzahlungen
Summe III Finanzanlagen 13.707.222,47 4.172,83
Summe I-III 181.807.102,23 193.138,63
kumulierte Abschreibungen
Abgänge
Umbuchungen
Nachaktivierungen
Indexierung
31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 19.464.268,06 -828,50 0,00 6.376,39 195.030.280,68
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 0,00 0,00 112.472.439,93
3. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 73.656,69
Summe I 19.464.268,06 -828,50 0,00 6.376,39 307.576.377,30
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 351.234,23 313.075,31 0,00 223.641,86 438.013.868,65
2. technische Anlagen und Maschinen 25.869.420,71 12.105,51 24.395,61 418.679,13 491.156.427,18
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 22.260.431,24 -327.089,62 24.118,74 576.353,31 659.587.896,48
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 2.737,30 0,00 0,00 22.698,70
Summe II Sachanlagen 48.481.086,18 828,50 48.514,35 1.218.674,30 1.588.780.891,01
Summe I. und II. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 67.945.354,24 0,00 48.514,35 1.225.050,69 1.896.357.268,31
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 15.507,57
3. Beteiligungen
a) Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 7.993.647,52
b) Beteiligungen an sonstigen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 210.000,00
0,00 0,00 0,00 0,00 8.203.647,52
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 0,00 599.466,67
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00 7.876.353,08
6. sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 1.805.657,39
6. geleistete Anzahlungen 0,00
Summe III Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 18.500.632,23
Summe I-III 67.945.354,24 0,00 48.514,35 1.225.050,69 1.914.857.900,54
Buchwerte
31.12.2022
Vorjahr
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 52.262.211,46 51.035.774,18
2. Geschäfts- oder Firmenwert 39.716.490,63 48.186.327,47
3. geleistete Anzahlungen 5.262.821,35 5.015.241,46
Summe I 97.241.523,44 104.237.343,11
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 419.760.353,83 433.395.061,27
2. technische Anlagen und Maschinen 275.151.059,83 243.109.329,33
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 198.431.468,21 191.477.748,64
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 134.304.203,45 88.578.411,88
Summe II Sachanlagen 1.027.647.085,32 956.560.551,12
Summe I. und II. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 1.124.888.608,76 1.060.797.894,23
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.834.242,16 0,68
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.868.547,67 0,00
3. Beteiligungen
a) Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 43.348.826,35 31.633.286,29
b) Beteiligungen an sonstigen Unternehmen 22.578.789,85 26.348.959,56
65.927.616,20 57.982.245,85
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.023.304,51 406.940,88
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 159.024.403,03 164.523.966,07
6. sonstige Ausleihungen 1.845.747,01 2.453.511,53
6. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00
Summe III Finanzanlagen 234.523.860,58 225.366.665,01
Summe I-III 1.359.412.469,34 1.286.164.559,24

3.2. Eigenkapital

Das Eigenkapital der Gruppe beträgt zum Stichtag € 1.887 Mio. (Vorjahr: € 1.760 Mio.). Wir verweisen auf den gesonderten Konzern-Eigenkapitalspiegel.

3.3. Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Unmittelbare Pensionsverpflichtungen aus beitragsorientierten Direktzusagen wurden mit dem beizulegenden Zeitwert der Rückdeckungsversicherung vollständig verrechnet (T€ 13.634).

Die ebenfalls unmittelbaren Pensionsverpflichtungen aus wertpapiergebundenen Pensionszusagen wurden mit dem beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere vollständig saldiert (T€ 303).

Sonstige leistungsorientierte Pensionszusagen wurden mit dem Erfüllungsbetrag i.H.v. T€ 459 bewertet und mit dem beizulegenden Zeitwert des zugehörigen Deckungsvermögens i.H.v. T€ 261 verrechnet.

Der gem. § 253 Abs. 6 HGB anzugebende Unterschiedsbetrag zwischen dem Wertansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren (Bilanzansatz) und der alternativen Berechnung unter Heranziehung eines Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre beträgt T€ 512 (Vorjahr: T€ 687). Um diesen Betrag würden die Pensionsrückstellungen bei alternativer Berechnung höher ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen teilen sich in die wesentlichen Bereiche wie folgt auf:

Personalbezogene Rückstellungen T€
Tantiemen/Mitarbeiterboni 84.350
Urlaub 23.345
Gleitzeit 17.096
Jubiläumszuwendungen 14.220
Altersteilzeit 12.863
Abfindungen 6.851
Berufsgenossenschaftsbeiträge 3.561
Sonstige Personalrückstellungen 8.400
170.686
Vertriebsorientierte Rückstellungen
Verkaufsboni 37.567
Ausstehende Gutschriften 8.151
Drohverluste Verkaufsgeschäfte 6.911
Sonstige Vertriebsrückstellungen 3.972
56.601
Übrige Rückstellungen
Garantie 36.476
Ausstehende Rechnungen 31.311
Jahresabschlusskosten 3.958
Sonstige 8.364
80.109
Gesamt 307.396

Wertpapiere des Anlagevermögens werden in Höhe des Zeitwertes von T€ 8.135 (Zeitwert = Anschaffungskosten) mit den Rückstellungen für Altersteilzeit von T€ 20.998 gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet. Die Rückstellungen für die Langzeitkonten von Mitarbeitern sind mit zugehörigen Aktivwerten in Höhe von T€ 3.883 verrechnet worden. Es verbleibt ein Verpflichtungsüberhang in Höhe von T€ 13 sowie ein Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung von T€ 58, der aktivisch ausgewiesen wird.

3.4. Verbindlichkeiten

Aus dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel für die Geschäftsjahre 2022 und 2021 ergeben sich die gesamten Verbindlichkeiten sowie die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr, zwischen einem Jahr und fünf Jahren sowie mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind durch übliche Eigentumsvorbehalte gesichert.

Konzern-Verbindlichkeitenspiegel zum 31.12.2022

Gesamt
Restlaufzeit bis zu einem Jahr
Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren
Restlaufzeit über fünf Jahren
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 9.172.177,20 9.172.177,20 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 207.700.229,35 207.698.321,31 1.908,04 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 8.561.405,48 8.561.405,48 0 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 707.156.588,94 676.811.441,30 0 30.345.147,64
5. sonstige Verbindlichkeiten 84.395.247,67 84.385.215,23 10.032,44 0
1.016.985.648,64 986.628.560,52 11.940,48 30.345.147,64

Konzern-Verbindlichkeitenspiegel zum 31.12.2021

Gesamt
Restlaufzeit bis zu einem Jahr
Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren
Restlaufzeit über fünf Jahren
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 9.490.249,28 9.384.916,28 105.333,00 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 119.343.067,21 119.343.067,21 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.198.707,60 5.198.707,60 0 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 664.741.009,01 636.889.937,37 0 27.851.071,64
5. sonstige Verbindlichkeiten 75.963.768,41 66.962.100,38 9.001.668,03 0
874.736.801,51 837.778.728,84 9.107.001,03 27.851.071,64

3.5. Latente Steuern

Latente Steuern, die sich aus Maßnahmen nach den Vorschriften über die Vollkonsolidierung ergeben, wurden gemäß § 306 HGB in Höhe von T€ 25.598 (Vorjahr: T€ 24.710) aktiviert. Die aktive latente Steuer entsteht im Wesentlichen aus der Eliminierung von Zwischengewinnen in den Vorräten.

Die aufgrund der Vorschriften des § 274 HGB zu ermittelnden Differenzen zwischen den steuerrechtlichen und handelsrechtlichen Wertansätzen zu den Bilanzposten immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen führen infolge unterschiedlicher Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden insbesondere bei den Gebäuden, technischen Anlagen und Maschinen sowie bei den anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowohl zu aktiven als auch zu passiven Steuerlatenzen.

Aktive latente Steuern ergeben sich im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Bewertung der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Rückstellungen.

Zukünftige Steuerentlastungen ergeben sich weiter aus der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge im Sinne des § 274 HGB, bei denen eine Realisierung innerhalb der nächsten fünf Jahre angenommen wird. Darüber hinausgehende aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge wurden vollständig wertberichtigt.

Daneben werden aktive latente Steuern aus zukünftig nutzbaren Steuergutschriften ausgewiesen.

Bei der Bewertung der latenten Steuern wurden unternehmensindividuelle Steuersätze herangezogen. Für die deutschen Konzernunternehmen wird die Gewerbesteuer aufgrund unterschiedlicher Hebesätze in einer Bandbreite von 13,0% bis 18,2% berücksichtigt. Für Kapitalgesellschaften wird zusätzlich Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag in Höhe von insgesamt 15,8% einbezogen. Latente Steuern aus den ausländischen Gesellschaften werden mit den dort geltenden statuarischen Steuersätzen bewertet, deren Bandbreite sich zwischen 0,65% und 35,0% bewegt.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse lassen sich in die folgenden geografischen Märkte aufgliedern:

2022
T€
2021
T€
Deutschland 1.072.521 902.612
Übriges Europa 999.164 896.134
Asien 811.064 655.238
Amerika 678.956 486.336
Rest der Welt 38.437 34.481
3.600.142 2.974.801

Eine Aufteilung der Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen infolge der strategischen Ausrichtung sieht wie folgt aus:

2022
T€
2021
T€
Business Area Industrial Components and Electronics 2.056.420 1.735.784
Business Area Device Connectors 766.667 625.018
Business Area Industry Management and Automation 512.148 422.108
New Business Fields 250.091 159.431
General Company Sector and Others 14.816 32.460
3.600.142 2.974.801

4.2. Personalaufwand

2022
T€
2021
T€
Löhne und Gehälter 1.020.005 932.947
soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 211.395 193.590
- davon für Altersversorgung (8.940) (7.325)
1.231.400 1.126.537

4.3. Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen und Finanzanlagen sind im Anlagenspiegel auf Seite 22 dargestellt. Von den gesamten Abschreibungen betreffen T€ 10.216 (Vorjahr: T€ 1.115) außerplanmäßige Abschreibungen. Die außerplanmäßigen Abschreibungen entfallen mit T€ 240 auf immaterielle Vermögensgegenstände, mit T€ 402 auf Sachanlagen (davon T€ 402 andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung) und in Höhe von T€ 9.575 auf Finanzanlagen (davon T€ 9.519 auf Wertpapiere und sonstige Ausleihungen des Anlagevermögens, T€ 40 auf Ausleihungen an assoziierten Unternehmen und T€ 16 auf Ausleihungen an verbundenen Unternehmen).

4.4. Finanzergebnis

Aufwendungen und Erträge bezogen auf die Pensionsrückstellungen und Rückstellungen für Langzeitkonten sowie das entsprechende Deckungsvermögen sind in Höhe von T€ 110 im Finanzergebnis verrechnet worden (Vorjahr: T€ 195).

Innerhalb der sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge sind T€ 532 an Aufwendungen aus der Negativverzinsung von Bankguthaben verrechnet worden. Im Vorjahr wurden negative Guthabenzinsen in Höhe von T€ 1.165 ausgewiesen.

4.5. Sonstige Steuern

Innerhalb der Funktionskosten sind Aufwendungen für sonstige Steuern in Höhe von T€ 5.930 enthalten (Vorjahr: T€ 5.327).

4.6. Periodenfremde und außergewöhnliche Aufwendungen und Erträge

Außergewöhnliche und periodenfremde Aufwendungen und Erträge setzen sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

GuV-Posten Wert lt. GuV Davon: außergewöhnliche Erträge/Aufwendungen nach § 314 Nr. 23 Davon: Rein periodenfremde Erträge/ Aufwendungen nach § 314 Nr. 24
T€ nicht periodenfremd nach Nr. 24 periodenfremd nach Nr. 24
Umsatzerlöse 414 Erträge aus Auflösung von Rückstellungen
Sonstige betriebliche Erträge 9.000 Versicherungserstattung Hochwasserschaden
Sonstige betriebliche Erträge 4.448 Erträge aus Auflösung von Rückstellungen
Sonstige betriebliche Erträge 1.207 Erträge aus Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen 60.679 Verluste aus dem Abgang der russischen Tochtergesellschaften

5. Sonstige Angaben

5.1. Angaben zum Mutterunternehmen

Das den Konzernabschluss erstellende Mutterunternehmen Phoenix Contact GmbH & Co. KG, mit Sitz in Blomberg, ist im Handelsregister des Amtsgerichts Lemgo unter der Nummer HRA 3746 eingetragen.

5.2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Per 31. Dezember 2022 bestanden die folgenden sonstigen finanziellen Verpflichtungen:

2022 2021
Gegenüber Konzern-Dritten
T€
Gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
T€
Gesamt
T€
T€
Finanzielle Verpflichtungen aus Mietverträgen 66.175 0 66.175 54.892
davon innerhalb eines Jahres fällig 18.468 0 18.468 15.466
Finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen 19.257 0 19.257 15.319
davon innerhalb eines Jahres fällig 8.796 0 8.796 7.211
Finanzielle Verpflichtungen aus abgeschlossenen Kaufverträgen 108.647 0 108.647 76.196
davon innerhalb eines Jahres fällig 108.197 0 108.197 76.196

Wir gehen von einer vollständigen Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen aus.

5.3. Personalstatistik

Die folgende Aufstellung zeigt den durchschnittlichen Personalbestand der Jahre 2022 und 2021 nach Köpfen, berechnet auf Basis der jeweiligen Monatsendbestände:

2022
T€
2021
T€
Angestellte 12.987 12.062
Gewerbliche Mitarbeiter 5.558 5.320
Auszubildende 453 452
18.998 17.834

5.4. Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Es werden im Folgejahr Fremdwährungszu- und -abflüsse aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen beziehungsweise aus dem Erwerb von Waren und Dienstleistungen erwartet. Zur Absicherung dieses Risikos werden fallweise für die erwarteten Netto- Zu- oder -Abflüsse Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Bei den gebildeten Bewertungseinheiten handelt es sich in der Regel um antizipative Makro-Hedges. Um ein Over-Hedging zu vermeiden, werden von den erwarteten Fremdwährungszu- und -abflüssen Abschläge vorgenommen, um zu einer mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktion zu gelangen. Bei der Ermittlung des ineffektiven Teils der Bewertungseinheiten wird der Durchschnittskurs der abgeschlossenen Devisentermingeschäfte mit dem mit den Tochtergesellschaften vereinbarten Budgetkurs verglichen.

Darüber hinaus bestanden zum 31. Dezember 2022 Devisentermingeschäfte über TPLN 40.406, die für T€ 8.400 gekauft werden. Dem negativen Marktwert wurde durch Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von T€ 192 Rechnung getragen.

Die Phoenix Contact GmbH & Co. KG sowie ihre Tochtergesellschaften verarbeiten in ihren Produktionsprozessen erhebliche Mengen Kupfer und Zink. Die Beschaffung dieser Elemente ist Kursrisiken ausgesetzt. Um dieses Risiko einzugrenzen, werden Warentermingeschäfte abgeschlossen. Abgesichert wird die Nettoposition aller Zu- und Abflüsse im Folgejahr. Es handelt sich somit um einen antizipativen Makro-Hedge, der vollständig effektiv ist. Zur Vermeidung eines Over-Hedging werden Abschläge von dem erwarteten Planbedarf vorgenommen, um zu einer mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktion zu gelangen. Die Erfüllung der Warentermingeschäfte erfolgt durch physische Lieferung.

Zum 31.12.2022 bestanden Warentermingeschäfte, mit denen 2.000 t Kupfer im Jahr 2023 bezogen werden sollen. Die Bilanzierung erfolgt im Rahmen einer Bewertungseinheit nach der Einfrierungsmethode. Für den ineffektiven Teil ist eine Drohverlustrückstellung in Höhe von T€ 532 gebildet worden.

Die Materialkosten des voraussichtlichen Kupfereinsatzes im Rahmen der Kabelbeschaffung 2023 wurden durch Kupfer-Swapgeschäfte abgesichert, die nicht in eine Bewertungseinheit einbezogen wurden. Am Bilanzstichtag ist ein Volumen 515 t abgesichert worden. Die positiven Zeitwerte betragen T€ 142, negative Marktwerte bestanden in Höhe von T€ -43. Sie wurden über eine Rückstellung für Drohverluste in gleichlautender Höhe berücksichtigt.

5.5. Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung erfolgt gem. DRS 21. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel, somit Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit diese innerhalb von drei Monaten verfügbar sind sowie kurzfristige Bankverbindlichkeiten.

Für eine bessere betriebswirtschaftliche Darstellung wurde das Mindestgliederungsschema des DRS 21 erweitert. Ausgehend vom Periodenergebnis erfolgt eine Überleitung auf das EBIT, mit anschließender Ableitung der einzelnen Zahlungsströme.

Ein geringer Anteil des Finanzmittelfonds unterliegt Verfügungsbeschränkungen, da die zugehörigen Bankkonten Dritten als Sicherheiten zur Verfügung gestellt wurden. Zum Bilanzstichtag valutierten diese Bankguthaben mit T€ 53.

5.6. Abschlussprüferhonorar

Das Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers beträgt T€ 553 und entfällt ausschließlich auf Prüfungsleistungen für den Konzernabschluss und für die Abschlüsse von Tochtergesellschaften einschließlich der Überleitung auf die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung.

5.7. Geschäftsführung

Geschäftsführerin der Phoenix Contact GmbH & Co. KG war im Berichtsjahr die persönlich haftende Gesellschafterin Phoenix Contact Verwaltungs-GmbH, Blomberg, mit einem Stammkapital von € 100.000,00. Zum 23.01.2023 erfolgte die Sitzverlegung nach Vaduz (Fürstentum Liechtenstein) und damit einhergehend die identitätswahrende formwechselnde Umwandlung in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach dem Recht des Fürstentums Liechtenstein.

Geschäftsführer der Phoenix Contact Verwaltungs GmbH sind:

• Herr Dipl.-Kaufmann Frank Stührenberg,

Chief Executive Officer, Bielefeld (Vorsitzender der Geschäftsführung)

• Herr Dipl.-Ingenieur Axel Wachholz,

Chief Financial Officer, Dortmund

• Herr Dipl.-Ingenieur Dirk Görlitzer,

Chief Operating Officer, Hessisch Oldendorf

• Herr Dipl.-Ingenieur Torsten Janwlecke,

Chief Operating Officer, Detmold

• Herr Dipl.-Ingenieur Ulrich Leidecker

Chief Operating Officer, Paderborn

• Herr Dr.-Ingenieur Frank Possel-Dölken

Chief Digital Officer, Detmold

• Herr Dr. Martin Batliner,

Vaduz/Fürstentum Liechtenstein (ab 23.01.2023).

Herr Dipl.-Kaufmann Frank Stührenberg und Herr Dipl.-Ingenieur Axel Wachholz sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit und einzelvertretungsberechtigt. Herr Dr. Martin Batliner vertritt die Gesellschaft gemeinsam mit einem anderen Geschäftsführer. Die übrigen Geschäftsführer vertreten die Gesellschaft gemeinschaftlich mit einem anderen Geschäftsführer oder Prokuristen.

5.8. Befreiende Wirkung des Konzernabschlusses

Der vorliegende Konzernabschluss hat befreiende Wirkung im Sinne des § 264 Abs. 3 und § 264b Abs. 3 HGB für die

• Phoenix Contact GmbH & Co. KG (Blomberg)

• Phoenix Contact Electronics GmbH (Bad Pyrmont)

• Phoenix Contact Combinations GmbH (Bad Pyrmont)

• Phoenix Contact Deutschland GmbH (Blomberg)

• Phoenix Feinbau GmbH & Co. KG (Lüdenscheid)

• Phoenix Feinbau GmbH (Lüdenscheid)

• Phoenix Contact Connector Technology GmbH (Herrenberg)

• Elektrophoenix GmbH (Blomberg)

• Phoenix Contact Cyber Security GmbH (Berlin)

• Phoenix Contact Smart Business GmbH (Berlin)

• Phoenix Contact Power Supplies GmbH (Paderborn)

• Media Contact GmbH (Blomberg)

• Protiq GmbH (Blomberg)

• Phoenix Contact Identification GmbH (Villingen-Schwenningen)

• Phoenix Contact PS Holding GmbH (Niederdorf)

• Pulsotronic GmbH & Co. KG (Niederdorf)

• SKS Kontakttechnik GmbH (Niederdorf)

• Pulsotronic SKS Verwaltungs GmbH (Niederdorf).

 

Blomberg, den 21. April 2023

Dipl.-Kfm. Frank Stührenberg

Dipl.-Ing. Axel Wachholz

Dipl.-Ing. Dirk Görlitzer

Dipl.-Ing. Torsten Janwlecke

Dipl.-Ing. Ulrich Leidecker

Dr.-Ing. Frank Possel-Dölken

Dr. Martin Batliner

Der Konzernabschluss wurde am 05.06.2023 von der Gesellschafterversammlung gebilligt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg

Eingeschränktes Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht

Wir haben den Konzernabschluss der Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31.12.2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Konzernabschluss mit Ausnahme der Auswirkungen des im Abschnitt "Grundlage für das eingeschränkte Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und für das Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht" beschriebenen Sachverhalts in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften. Der Konzernabschluss vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31.12.2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 und

- vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit einem den deutschen gesetzlichen Vorschriften entsprechenden Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung mit Ausnahme der genannten Einschränkung des Prüfungsurteils zum Konzernabschluss zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für das eingeschränkte Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und für das Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht

Entgegen § 314 Abs. 1 Nr. 6 a) HGB wurden im Anhang die Gesamtbezüge der Geschäftsführer und des Beirats nicht angegeben.

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser eingeschränktes Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

- holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

- beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hagen, den 25. April 2023

W U P Treuhand GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Prof. Dr. Yilmaz, Wirtschaftsprüfer

Börstinghaus, Wirtschaftsprüfer

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