Siemens Electronic Design Automation GmbH

Leopoldstraße 164, 80804 München, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 106955
Vorher
Mentor Graphics (Deutschland) GmbH
Eingetragen
18.8.1994
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieGroßhandel mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und Software
Gegenstand
Entwicklung und Vertrieb von Computerhard- und software vorwiegend im Bereich der Electronic Design Automation ( EDA ), sowie Verkauf von Serviceleistungen in diesem Zusammenhang.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Olaf Kühl
seit 2.6.2026
Prokura
Harald Sigethy
seit 18.6.2021
Prokura
Frank Thürauf
seit 15.2.2021
Geschäftsführer
Thomas Heurung
seit 23.1.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

25.00% identifiziert75.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
Dr. Mario LehnertSiemens Beteiligungen Europa GmbH+4
25.00%

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Siemens Aktiengesellschaft Berlin und München
51.75%
Siemens Aktiengesellschaft Berlin und München
23.25%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
150.000 DM
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Siemens Electronic Design Automation GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Siemens Electronic Design Automation GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Siemens Electronic Design Automation GmbH, München - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Siemens Electronic Design Automation GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. 

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 5. Februar 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Stummer-Jovanovic, Wirtschaftsprüfer

Helgert, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 30. September 2022

Aktiva

30.09.2022 30.09.2021
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 15.146.363 5.017.413
2. Geschäfts- oder Firmenwert 36.778.655 3.776.026
51.925.018 8.793.439
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.524.337 1.246.710
1.524.337 1.246.710
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 51.416.535
53.449.355 61.456.685
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Unfertige Leistungen 7.331.133 0
2. Waren 6.535 0
7.337.668 0
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 322.088 1.483.519
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 7.223.301 6.377.554
3. Sonstige Vermögensgegenstände 400.252 2.576.043
7.945.641 10.437.116
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 247 667
15.283.556 10.437.783
C. Rechnungsabgrenzungsposten 28.938 0
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0 2.610.198
68.761.849 74.504.666

Passiva

30.09.2022 30.09.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 76.694 76.694
II. Kapitalrücklage 1.008.787 1.008.787
III. Gewinnrücklagen 16.726 16.726
IV. Bilanzgewinn / -verlust 270.863 -3.712.404
1.373.070 -2.610.198
davon nicht durch Eigenkapital gedeckt 0 2.610.198
1.373.070 0
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 313.166 276.832
2. Steuerrückstellungen 6.886.133 0
3. Sonstige Rückstellungen 5.672.334 7.150.215
12.871.633 7.427.047
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 6.236.390 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 490.937 364.073
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 24.685.065 55.835.661
4. Sonstige Verbindlichkeiten 13.459.185 9.930.332
- davon aus Steuern EUR 1.207.179 (i. Vj. EUR 894.721)
44.871.577 66.130.066
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.420.538 947.553
E. Passive Latente Steuern 8.225.031 0
68.761.849 74.504.666

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022

(Geschäftsjahr 2022)

1.10.2021-30.09.2022 1.10.2020-30.09.2021
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 69.602.336 42.799.647
2. Sonstige betriebliche Erträge 15.174.990 937.201
3. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen 7.331.133 0
92.108.459 43.736.849
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -60.197 -1.380.064 0
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -7.455.492 -7.515.689 -1.057.056 -2.437.120
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -36.777.746 -27.801.452
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -5.679.804 -42.457.550 -4.616.879 -32.418.331
- davon für Altersversorgung EUR 19.497 (i. Vj. EUR 362)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -8.358.947 -2.120.268
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -17.908.140 -12.820.408
8. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0 -2.419.077
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.344 1.351
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 6.344 (i. Vj. EUR 159)
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -191.093 -103.118
- davon an verbundene Unternehmen EUR 166.502 (i. Vj. EUR 69.557) -184.749 -101.767
- davon Aufwendungen aus der Abzinsung EUR 5.481 (i. Vj. EUR 6.027)
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -11.619.971 334.333
11. davon aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern EUR 4.775.403 (Vj. EUR 0)
12. Ergebnis nach Steuern 4.063.413 -8.245.789
13. Sonstige Steuern -80.145 -80.110
14. Jahresüberschuss / -fehlbetrag 3.983.267 -8.325.899
15. Verlustvortrag / Gewinnvortrag aus dem Vorjahr -3.712.404 4.613.496
16. Bilanzgewinn / -verlust 270.863 -3.712.404

Anhang zum Geschäftsjahr 2022

Allgemeine Angaben zum Inhalt und zur Gliederung des Abschlusses

Der vorliegende Jahresabschluss der Siemens Electronic Design Automation GmbH, München, wurde gemäß §242ff. und §264ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften für Kapitalgesellschaften entsprechend dem GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften gemäß §267 Abs. 2 HGB.

Die Siemens Electronic Design Automation GmbH ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 106955 eingetragen. Das Geschäftsjahr der Gesellschaft beginnt zum 1. Oktober und endet zum 30. September des Folgejahres.

Die Gliederung der Bilanz entspricht dem in §266 Abs. 2 und 3 HGB vorgesehenen Gliederungsschema. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Jahresabschluss ist in Euro (EUR) aufgestellt.

Vergleichbarkeit zum Vorjahresabschluss

Als Folge der Korrekturen von Vorjahresfehlern in laufender Rechnung sowie von Verschmelzungen ist der Jahresabschluss zum 30.9.2022 zum Vorjahr nicht vergleichbar.

1) Korrektur eines Vorjahresfehlers in laufender Rechnung

In den Jahresabschlüssen der Gesellschaft zum 30.9.2020 sowie zum 30.9.2021 wurden zwei Aufträge mit externen Kunden als Dienstverträge klassifiziert. Dementsprechend erfolgte die Umsatzlegung kontinuierlich den angefallenen Arbeitsstunden folgend. Die dazugehörigen Aufwendungen wurden ebenfalls fortlaufend ergebniswirksam erfasst.

Im Zuge einer genaueren Analyse im Geschäftsjahr 2022 ergab sich, dass die beiden Verträge als Werkverträge (Gewerk mit finaler Gesamtabnahme) einzustufen sind. In der Folge wäre in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 kein Umsatz aus den Verträgen zu realisieren sowie die anfallenden Aufwendungen als unfertige Erzeugnisse unter den Vorräten zu zeigen gewesen.

Die Gesellschaft korrigiert die bilanzielle Behandlung beider Verträge im Geschäftsjahr 2022 in laufender Rechnung wie folgt:

a)

Korrektur der in Vorjahren erfassten Erträge in Höhe von EUR 1,7 Mio. als Aufwand im sonstigen betrieblichen Aufwand

b)

Korrektur der in Vorjahren erfassten Aufwendungen in Höhe von EUR 2,5 Mio. in den unfertigen Erzeugnissen

2) Verschmelzung mit der Onespin Solutions Holding GmbH und der Onespin Solutions GmbH

Durch die Verschmelzungen ergaben sich Zugänge bei den Immateriellen Vermögensgegenständen i.H.v. EUR 58,29 Mio., beim Sachanlagevermögen i.H.v. EUR 0,1 Mio. beim Finanzanlagevermögen i.H.v. EUR 2,02 Mio. sowie einem sonstigem (negativen) Nettovermögen von - EUR 8,89 Mio. Als Gesamt-Anschaffungskosten für das übernommene Reinvermögen wurde der Buchwert der untergehenden Anteile des Tochterunternehmens gewählt.

Im Zuge der Verschmelzung erwarb die Gesellschaft Eigentum an der OneSpin Solutions Japan Kabushiki Kaisha, Yokohama, Japan, (Buchwert EUR 2,02 Mio.). Die OneSpin Solutions Japan Kabushiki Kaisha, Yokohama, Japan wurde am 8. November 2021 an die Siemens Electronic Design Automation Japan Kabushiki Kaisha, Tokio, Japan, zum einem Preis von rund EUR 0,1 Mio. verkauft.

3) Verkauf von immateriellen Vermögensgegenständen (COMSA Computer und Software GmbH)

Mit Vertrag vom 1. April 2022 wurden immaterielle Vermögensgegenstände (IP-Rechte) von der in 2019 erworbenen und später verschmolzenen COMSA Computer und Software GmbH an die Siemens Industry Software Inc. Delaware, USA und Siemens Industry Software Limited, Irland, zu einem Verkaufspreis im niedrigen zweistelligen Millionenbereich verkauft. Der Verkauf zieht einen entsprechenden Abgang beim Geschäfts- oder Firmenwert sowie weiteren immateriellen Vermögensgegenständen nach sich.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungsgrundsätze sind gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben, es sei denn neue Sachverhalte haben zu neuen Bilanzierungsmethoden geführt.

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert im Wesentlichen aus der Verschmelzung mit der Onespin Solutions Holding GmbH und der Onespin Solutions GmbH im Mai 2022 (rückwirkend zum 01. Oktober 2021). Der daraus entstandene Goodwill i.H.v. EUR 39,71 Mio. wird über 13 Jahre abgeschrieben. (Buchwert EUR 36,65 Mio.) Die Nutzungsdauer orientiert sich hierbei an der Nutzungsdauer der erworbenen Kundenbeziehungen.

Im Juni 2021 erwarb die Siemens Electronic Design Automation GmbH via Asset Deal ein Teilgeschäft der PRO DESIGN Electronic GmbH. Der aus dem Kauf entstandene Goodwill i.H.v. EUR 0,25 Mio. wird über 15 Jahre abgeschrieben. (Buchwert EUR 0,23 Mio.). Die wesentlichen Treiber für die Geschäfts- oder Firmenwerte sind die dabei übernommenen Kundenbeziehungen, das Know-How der Mitarbeiter sowie die Einbindung der Produkte in das bereits vorhandene Portfolio, um hierdurch langfristig neue Absatzmärkte zu erschließen.

Der durch die im Geschäftsjahr 2019 stattgefundenen Verschmelzung mit der COMSA Computer und Software GmbH entstandene Goodwill ist im aktuellen Geschäftsjahr im Rahmen des Transfers der COMSA IP an die Siemens Industry Software Inc. Delaware, USA und Siemens Industry Software Limited, Irland übertragen worden.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und um planmäßige lineare Abschreibungen unter Berücksichtigung der Nutzungsdauer vermindert.

Die Abschreibungen auf Zugänge der immateriellen Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig (pro-rata temporis). Es wird linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Diese beträgt im Sachanlagevermögen maximal 10 Jahre und im immateriellen Anlagevermögen maximal 15 Jahre.

Nach dem 31. Dezember 2007 angeschaffte geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten in Höhe von höchstens EUR 150 netto oder EUR 250 netto (seit dem 1. Januar 2018) werden im Zugangsjahr als Betriebsausgaben erfasst. Geringwertige Wirtschaftsgüter, die nach dem 31. Dezember 2007 angeschafft werden und deren Anschaffungskosten EUR 150 bis EUR 410 betragen oder geringwertige Wirtschaftsgüter, die nach dem 31. Dezember 2017 angeschafft werden und deren Anschaffungskosten EUR 250 bis EUR 1.000 betragen, werden in einem Sammelposten gemäß den steuerlichen Vorschriften eingestellt und über einen Zeitraum von 5 Jahren linear abgeschrieben.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Die Vorräte enthalten unfertige Leistungen, die zu Herstellungskosten (in erster Linie Kosten für Softwareentwicklung) angesetzt werden (vgl. Ausführungen oben unter Vergleichbarkeit zum Vorjahresabschluss Punkt 1)). Handelswaren sind zu Anschaffungskosten angesetzt, die im Rahmen der Akquisition der PRO DESIGN Electronic GmbH erworben wurden. Abwertungen für Bestandsrisiken, die sich aus geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden in angemessenem und ausreichendem Umfang vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch Pauschalwertberichtigung berücksichtigt.

Bankguthaben, kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in fremder Währung sowie kurzfristige Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Die Fremdwährungsgewinne bzw. -verluste aus der Kursumrechnung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrem Marktlaufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC-Methode) unter Anwendung der "Siemens Bio 2017 Sterbetafeln, mod. 2022" ermittelt. Die Verpflichtungen werden, gemäß der Rückstellungsverzinsungsverordnung vom 18. November 2009, mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz von 1,77% (VJ: 1,98%) über 15 Jahre abgezinst. Erwartete Gehaltserhöhungen werden mit 2,50% und erwartete Rentenerhöhungen mit 2,00% berücksichtigt.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die Körperschafts- und Gewerbesteuer für den Jahresgewinn vor Steuern für das Jahr 2022 sowie die Körperschafts- und Gewerbesteuer als Gesamtrechtsnachfolgerin der Onespin Solutions GmbH für das Jahr 2021.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie werden mit dem Erfüllungsbetrag im Rahmen einer vernünftigen kaufmännischen Beurteilung bewertet.

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag gemäß §253 Abs. 1 Satz 2 HGB angesetzt.

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen für Dienstleistungs-Projekte, die unter HGB nach der Completed Performance-Methode bilanziert werden, werden unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die erhaltenen Anzahlungen werden gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Passivseite Einnahmen vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, sofern sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Latente Steuern werden grundsätzlich gemäß § 274 HGB für temporäre und quasi-permanente Differenzen zwischen dem Buchwert der Vermögenswerte und Schulden im handelsrechtlichen Jahresabschluss und den entsprechenden steuerlichen Wertansätzen erfasst. Im Überhang Aktive Latente Steuern werden gemäß Wahlrecht des §274 Abs. 1 S. 2 HGB nicht aktiviert. Im Überhang Passive Latente Steuern werden gemäß §274 Abs. 1 S. 1 HGB angesetzt.

Soweit Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet werden, kommen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Anwendung: Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Erläuterungen der Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Im Mai 2021 hat die Siemens Electronic Design Automation GmbH durch einen Share Deal die Onespin Solutions Holding GmbH, München erworben. Mit Eintragung zum 31. Mai 2022 sind die Onespin Solutions Holding GmbH und die Onespin Solutions GmbH auf Grund des Verschmelzungsvertrages vom 24. Mai 2022 und der Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen vom selben Tag auf die Siemens Electronic Design Automation GmbH verschmolzen. Handelsrechtlich ist die Verschmelzung rückwirkend zum 01.Oktober 2021 berücksichtigt.

Durch die Verschmelzung ergaben sich im Wesentlichen Zugänge bei den Immateriellen Vermögensgegenständen i.H.v. EUR 58,29 Mio.

Demgegenüber ergab sich aus der Übertragung der IP-Rechte an der in 2019 erworbenen COMSA Computer und Software GmbH an die Siemens Industry Software Inc. Delaware, USA und Siemens Industry Software Limited, Irland ein Abgang bei den Immateriellen Vermögensgegenständen von EUR 12,70 Mio.

Finanzanlagen

Die im Zuge des Share Deals zum Erwerb der Onespin Solutions Holding GmbH, München in 2021 gebuchten Finanzanlagen wurden auf Grund der handelsrechtlichen Verschmelzung der Onespingesellschaften zum 01. Oktober 2021 entsprechend ausgebucht.

Vorräte

Bei den Vorräten handelt es sich im Wesentlichen um geleistete, aber noch nicht abgerechnete Stunden aus Kundenprojekten. (vgl. Ausführungen oben unter Vergleichbarkeit zum Vorjahresabschluss Punkt 1))

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Forderungen für Training und Beratungs- sowie Lizenzumsätze mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monate gezeigt. Einzelwertberichtigungen wurden nicht vorgenommen.

Alle Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus Intercompany-Forderungen gegenüber der Siemens Industry Software Limited, Irland.

Von den Forderungen haben EUR 0,02 Mio. (VJ: EUR 0,00 Mio.) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Alle anderen Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die im Vorjahr ausgewiesenen Körperschafts- und Gewerbesteuervorauszahlungen (EUR 2,31 Mio.), wurden im Geschäftsjahr 2022 vollständig erstattet. Die weiteren wesentlichen Positionen bestehen aus Sonstigen Forderungen an externe Kunden (EUR 0,19 Mio., VJ: EUR 0), Mietkautionen (EUR 0,08 Mio., VJ: EUR 0,04 Mio.) sowie einem Pension Plan Asset (EUR 0,07 Mio., VJ: EUR 0,06 Mio.)

Im Gesamtbetrag von EUR 0,40 Mio. (VJ: EUR 2,58 Mio.) sind EUR 0,14 Mio. (VJ: EUR 0,11 Mio.) mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr enthalten.

Eigenkapital

30.09.2022 30.09.2021
EUR EUR
Gezeichnetes Kapital 76.694 76.694
Kapitalrücklage 1.008.787 1.008.787
Gewinnrücklagen 16.726 16.726
Verlust/ - Gewinnvortrag -3.712.404 4.613.496
Jahresüberschuss /-fehlbetrag 3.983.267 -8.325.899
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0 2.610.198
Gesamt 1.373.069 0

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC-Method) ermittelt.

Die Rückstellungen für Pensionen werden daher entsprechend den versicherungs-mathematischen Verfahren zum Barwert der Altersversorgungsverpflichtungen unter der Annahme von Auszahlungsquoten und der "Siemens Bio 2017/2022" Sterbetafeln bestimmt. Die Verpflichtungen werden gemäß §253 Abs. 2 HGB mit einem durchschnittlichen Marktzins von 1,77% (VJ: 1,98%) für einen Restzeitraum von 15 Jahren (gilt für frühere Dienstleistungsverpflichtungen) abgezinst. Aus dieser Verpflichtung ergibt sich gemäß §253 Abs. 6 HGB ein nicht ausschüttungsfähiger Eigenkapitalanteil in Höhe von EUR 0,02 Mio. (VJ: EUR 0,03 Mio.).

Es wurde ein Planvermögen eingerichtet, das die Pensionsverpflichtung abdeckt.

Der Unterschiedsbetrag gemäß §253 Abs. 6 S. 1 HGB beträgt EUR 0,02 Mio. (VJ: EUR 0,03 Mio.).

Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen bestehen aus Rückstellungen zur Körperschafts- sowie zur Gewerbesteuer.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen von EUR 5,67 Mio. (VJ: EUR 7,15 Mio.) bestehen im Wesentlichen aus Rückstellungen für Personal (EUR 5,27 Mio., VJ: EUR 6,76 Mio.), und ausstehenden Rechnungen (EUR 0,31 Mio., VJ: EUR 0,17 Mio.). Im Gesamtbetrag sind Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr i. H. v. EUR 0,47 Mio. enthalten (VJ: EUR 0,10 Mio.).

Verbindlichkeiten

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

Im aktuellen Geschäftsjahr werden erstmalig erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (EUR 6,24 Mio.) ausgewiesen. Diese resultieren aus Service-Projekten, die als Werkvertrag eingestuft werden und unter der "Completed Performance-Methode" zu bilanzieren sind (vgl. Ausführungen oben unter Vergleichbarkeit zum Vorjahresabschluss Punkt 1).

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (EUR 24,69 Mio.; VJ: EUR 55,84 Mio.) resultieren aus Intercompany-Forderungen gegenüber der Siemens AG, Berlin und München (Siemens AG) (EUR 23,82 Mio.) und aus Geschäftsbeziehungen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Siemens Industry Software Limited, Irland (EUR 0,62 Mio.) und der Siemens Industry Software Inc. Delaware, USA (EUR 0,10 Mio.).

Die sonstigen Verbindlichkeiten (EUR 13,46 Mio., VJ: EUR 9,93 Mio.) bestehen im Wesentlichen aus noch zu zahlendem Kaufpreis der Onespin Akquisition (EUR 8,97 Mio., VJ: EUR 8,99 Mio.) und noch abzuführender Umsatzsteuer (EUR 1,21 Mio., VJ: EUR 0,89 Mio.).

Im Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten sind keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr enthalten (VJ: EUR 9,00 Mio.) enthalten.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von EUR 1,42 Mio. (VJ: EUR 0,95 Mio.) bestehen aus abgegrenzten Umsätzen (EUR 1,42 Mio., VJ: EUR 0,95 Mio.).

Latente Steuern

Im aktuellen Geschäftsjahr werden passive latente Steuern i.H.v. EUR 8,23 Mio. angesetzt. Im Vorjahr bestand ein Überhang aus Aktiven latenten Steuern, diese wurde nicht aktiviert. Der passive Überhang ergibt sich aus unterschiedlichen Bewertungsansätzen für den Geschäfts- oder Firmenwert sowie die Immateriellen Vermögenswerten aus der Verschmelzung mit der Onespin Solutions GmbH.

Die Sachverhalte unterschieden sich insofern:

bei der Akquisition / Verschmelzung OneSpin erfolgte die Verschmelzung nach HGB und EStG unter Aufdeckung von stillen Reserven (EStG und HGB haben beide einen Firmenwert) bei der Akquisition / Verschmelzung Comsa: erfolgte die Verschmelzung lediglich im HGB unter Aufdeckung der stillen Reserven

30 September 2022 30 September 2021
TEUR TEUR
Passive latente Steuern aufgrund Buchwertdifferenzen aus:
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten aus der Verschmelzung mit der COMSA Computer und Service GmbH 0 1.577
Beteiligungsbuchwert Onespin Solutions Holding GmbH 0 861
Geschäfts- oder Firmenwert aus der Verschmelzung mit der Onespin Solutions GmbH 2.673 0
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten aus der Verschmelzung mit der Onespin Solutions GmbH 6.212 0
8.885 2.438
Aktive latente Steueransprüche aufgrund Buchwertdifferenzen bei:
Geschäfts- oder Firmenwert aus der Verschmelzung mit der Mentor Graphics Development (Deutschland) GmbH 413 454
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten aus der Verschmelzung mit der Mentor Graphics Development (Deutschland) GmbH 191 385
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten aus der Verschmelzung mit der Onespin Solutions GmbH 0 2.496
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0 1.453
Rückstellungen 57 48
661 4.836
Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge 0 2.050
Aktive latente Steuern (netto) 0 4.448
Passive latente Steuern (netto) 8.225 0

Die Buchwertdifferenzen zum aktuellen Stichtag bei den immateriellen Vermögensgegenständen resultieren aus den Verschmelzungen mit der Mentor Graphics Development (Deutschland) GmbH aus den Vorjahren sowie aus der Verschmelzung mit der Onespin Solutions GmbH im aktuellen Geschäftsjahr. Die Bewertungsunterschiede der immateriellen Vermögensgegenstände bezüglich der Onespin Solutions GmbH begründen sich daher, dass die Verschmelzung steuerlich rückwirkend zum 30. September 2021 erfolgte und die immateriellen Wirtschaftsgüter zu Zwischenwerten angesetzt werden. Handelsrechtlich wurde die Verschmelzung zum 01. Oktober 2021 berücksichtigt und die immateriellen Wirtschaftsgüter zu Zeitwerten angesetzt. Die Differenz bei den Rückstellungen resultieren aus Bewertungsunterschieden der Pensionen.

Im Rahmen der Verschmelzung mit der COMSA Computer und Service GmbH in 2019 entstand ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von EUR 4,33 Mio.. Unter Ausübung des Wahlrechts nach DRS 18.25 Satz 2 wurden im Rahmen dieser Verschmelzung keine latenten Steuern angesetzt.

Die latenten Steuern werden nach der Nettomethode gezeigt. Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein Steuersatz von 31,75% zugrunde.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

01.10.2021 bis 30.09.2022 01.10.202 bis 30.09.2021
TEUR TEUR
Umsätze aus Kommissionen von verbundenen Unternehmen (Lizenzen) 13.703 9.396
Umsätze aus Services an verbundene Unternehmen 35.756 18.387
Umsätze aus Softwareentwicklungskosten 16.988 9.960
Umsätze aus Consulting und Training 3.060 3.225
Hardwareumsätze 0.096 1.830
69.602 42.800

Die Umsätze werden zum überwiegenden Teil gegenüber der Siemens Industry Software Limited, Irland erbracht. Der Anstieg der Umsätze gegenüber dem Vorjahr beruht zum Großteil auf der Übernahme des Geschäfts aus den Verschmelzungen der Onespin Solutions Holding GmbH und der Onespin Solutions GmbH. Daneben ist die Gesellschaft auch außerhalb des Siemens Konzerns bei Software-Dienstleistungen im Rahmen von Dienst- und Werkverträgen tätig.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von EUR 15,17 Mio. (VJ: EUR 0,94 Mio.) sind Erträge von außergewöhnlicher Bedeutung in Höhe von EUR 14,46 Mio. aus dem Verkauf der COMSA IP enthalten. Sonstiger wesentlicher Bestandteil sind Erträge aus realisierten Wechselkursgewinnen in Höhe von EUR 0,28 Mio. (VJ: EUR 0,89 Mio.).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die wesentlichen sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2022 betreffen:

30.09.2022 30.09.2021
MEUR MEUR
Forschungs- und Entwicklungskosten 6,22 6,46
Miet- und Mietnebenkosten 2,94 1,66
Beteiligungsverkauf OneSpin Japan 2,02 0,00
Korrektur im Vorjahr erfasster Erträge 1,70 0,00
Konzerninterne Verrechnungen 1,00 1,01
Werbe-, Verpflegungs- und Eventkosten 0,75 0,66
Fahrzeugkosten 0,72 0,65
Wirtschaftsprüfung und externe Dienstleistungen 0,69 0,52
Wechselkursverluste 0,43 0,86
Sonstige 1,44 1,00
Sonstige betriebliche Aufwendungen 17,91 12,82

Es sind Aufwendungen von außergewöhnlicher Bedeutung durch den Beteiligungsverkauf OneSpin Japan in Höhe von EUR 2,02 Mio. und durch die Korrektur im Vorjahr erfasster Erträge in Höhe von EUR 1,70 Mio. entstanden.

Zinsaufwendungen und Zinserträge

Im Geschäftsjahr 2022 sind Zinsaufwendungen in Höhe von EUR 0,19 Mio. (VJ: EUR 0,10 Mio.) und Zinserträge in Höhe von EUR 0,01 Mio. (VJ: EUR 0,00 Mio.) angefallen.

Zinserträge in Höhe von EUR 0,01 Mio. und Zinsaufwendungen in Höhe von EUR 0,17 Mio. resultieren aus den Geschäftsbeziehungen mit der Siemens Financial Services (verbundenes Unternehmen).

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der ausgewiesene Steueraufwand von EUR 11,62 Mio. beinhaltet EUR 3,40 Mio. für Körperschaftssteuer, EUR 3,44 Mio. Gewerbesteuer sowie EUR 4,78 Mio. latenten Steueraufwand. Im Vorjahr ergab sich ein Steuerertrag in Höhe von EUR 0,33 Mio..

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Angabepflichtige Haftungsverhältnisse gemäß §§251 und 268 Abs. 7 HGB bestanden am Bilanzstichtag nicht.

Außerbilanzielle Geschäfte

Außerbilanzielle Geschäfte in Form von Miet- und Leasingverträgen werden zum Zweck der Anmietung langfristig genutzter Vermögensgegenstände abgeschlossen. Wesentliche Vorteile werden in der Risikovermeidung bei der Verwertung der Vermögensgegenstände und in der geringen Kapitalbindung gesehen. Risiken sind derzeit keine erkennbar. Zu den finanziellen Auswirkungen wird auf die finanziellen Verpflichtungen verwiesen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

2023 2024 2025 2026
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Mietaufwendungen und Leasinggebühren 1,474 0,962 0,753 0,371
2027 2028 2029
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Mietaufwendungen und Leasinggebühren 0,253 0,185 0,094

Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2023 und 2029.

Bewertungseinheiten

Ein Teilbetrag aus dem Kaufpreis der Onespin Gruppe in Höhe von rund USD 10 Mio. wird von der Gesellschaft erst im Jahr 2023 an den Verkäufer gezahlt. In diesem Zusammenhang wurde eine Hedging Transaktion abgeschlossen, welche sich als Bewertungseinheit iSv §254 HGB qualifiziert. Die gegenläufigen Wertänderungen / Zahlungsströme von Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich im Sicherungszeitraum voraussichtlich aus, weil laut Konzernrisikopolitik Risikopositionen (Grundgeschäft) unverzüglich nach Entstehung in betragsgleicher Höhe in derselben Währung und Laufzeit durch Devisentermingeschäfte abgesichert werden. Die Höhe des abgesicherten Risikos zum Bilanzstichtag betrifft den vermiedenen Währungsverlust und beträgt EUR 0,20 Mio..

Geschäftsführung

Als Geschäftsführer waren bestellt:

Thomas Heurung, CEO, Deutschland (seit 1. Januar 2020)

Frank Thürauf, Chief Financial Officer, Deutschland (seit 1. Februar 2021)

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird unter Anwendung von §286 Abs. 4 HGB unterlassen.

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Auf die Angabe der Honorare des Abschlussprüfers wird gemäß § 285 Nr. 17 HGB verzichtet, da die gesamten Honorare der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, in den entsprechenden Angaben im Konzernabschluss der Siemens AG, München und Berlin, enthalten sind.

Beschäftigte Arbeitnehmer

Zum Geschäftsjahresende beschäftigte Arbeitnehmer waren:

30.9.2022 30.9.2021
Verwaltung und allgemeine Dienste 20 17
Forschung und Entwicklung 206 176
Vertrieb 77 62
Gesamtzahl der Beschäftigten 303 255

Der Anstieg der Beschäftigten im Geschäftsjahr 2022 resultiert im Wesentlichen aus der Verschmelzung mit der Onespin Solutions GmbH (+29).

Gewinnverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2022 auf neue Rechnung vorzutragen.

Ereignisse von besonderer Bedeutung, die nach dem Geschäftsjahr eingetreten sind

Ergebnisse von besonderer Bedeutung waren zum Zeitpunkt der Erstellung nicht bekannt.

Konzernzugehörigkeit

Siemens Electronic Design Automation GmbH, München ist eine Tochtergesellschaft der Siemens Beteiligungen Europa GmbH, München/Deutschland, welche Bestandteil der Siemens AG, München und Berlin, ist.

Der Konzernabschluss der Siemens AG (größter und zugleich kleinster Konzernkreis) wird beim Unternehmensregister zur Offenlegung eingereicht. Der Konzernabschluss der Siemens AG wird in Anwendung des §315e HGB nach den International Reporting Standards (IFRS) aufgestellt.

 

München, 5. Februar 2024

Siemens Electronic Design Automation GmbH

Die Geschäftsführung

Thomas Heurung

Frank Thürauf

Anschaffungs- und Herstellungskosten
30.09.2021 Änderungen aufgrund von Verschmelzungen Zugänge Abgänge 30.09.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 8.792.987 18.580.601 16.206 -8.473.278 18.916.516
2.Geschäfts- oder Firmenwert 4.574.820 39.708.512 0 -4.327.009 39.956.323
13.367.807 58.289.113 16.206 -12.800.287 58.872.840
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.910.946 47.101 1.176.652 -659.366 9.475.333
Finanzanlagen
III. Anteile an verbundenen Unternehmen 53.835.612 -51.815.956 0 -2.019.656 0
76.114.365 6.520.258 1.192.858 -15.479.308 68.348.173
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2021 Änderungen aufgrund von Verschmelzungen Zugänge Abgänge 30.09.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.775.574 0 4.180.713 -4.186.133 3.770.154
2.Geschäfts- oder Firmenwert 798.794 0 3.316.395 -937.521 3.177.668
4.574.368 0 7.497.108 -5.123.654 6.947.822
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.664.235 0 861.839 -575.078 7.950.997
Finanzanlagen
III. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.419.077 -2.419.077 0 0 0
14.657.680 -2.419.077 8.358.947 -5.698.732 14.898.818
Buchwerte
30.09.2021 30.09.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.017.413 15.146.363
2.Geschäfts- oder Firmenwert 3.776.026 36.778.655
8.793.439 51.925.018
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.246.710 1.524.337
Finanzanlagen
III. Anteile an verbundenen Unternehmen 51.416.535 0
61.456.685 53.449.355

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

A. Allgemeine Informationen zum Unternehmen

Siemens Electronic Design Automation GmbH, München (im Folgenden kurz: "Gesellschaft") ist ein indirekt hundertprozentiges Tochterunternehmen der Siemens AG mit Sitz in Berlin und München, Deutschland. Unmittelbare Muttergesellschaft der Gesellschaft ist die Siemens Beteiligungen Europa GmbH, München. Die Gesellschaft ist operativer Teil der Siemens EDA Gruppe ("Siemens EDA") (früher Mentor Graphics), welche im Jahre 2017 von der Siemens AG erworben wurde. Siemens EDA gehört zu den führenden Unternehmen, die Software- und Hardware-Lösungen für die Entwicklung elektronischer Schaltungen anbieten. Die Gesellschaft bietet Soft- und Hardware-Design Lösungen an, mit denen Kunden elektronische Produkte schnell und kostengünstig entwickeln können. Zum Siemens EDA Portfolio gehören Software- und Hardwareprodukte, Beratungs- und Supportdienstleistungen für einige der weltweit bekanntesten Elektronik- und Halbleiterhersteller.

Zu den Kunden von Siemens EDA gehören Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation, Halbleiterwesen, Verbrauchermärkte, Multimedia, Automobilindustrie, Militär- und Luftfahrt sowie Computertechnologie und Logistik.

Das Geschäftsjahr der Siemens Electronic Design Automation GmbH beginnt am 1. Oktober und endet am 30. September.

B. Bericht über die wirtschaftliche Lage

I. Entwicklung des Handelssektors

Die EDA Industrie gab bekannt, dass es in allen Bereichen einen Wachstumsanstieg gab außer im Halbleiter IP Bereich, wo ein Umsatzrückgang um 1% auf USD 1,360.2 Mio. verzeichnet wurde.

Die Marktforschungsfirma Fact.MR prognostiziert für den EDA Markt einen Umsatz von USD 13,5 Mrd. für das Jahr 2022 und einen Anstieg auf USD 28,6 Mrd. bis zum Jahr 2032.

Der EDA Markt beinhaltet neben Hardware und Software auch Dienstleistungen für die Einführung und Herstellung von Halbleiterchips, wobei hierbei das Wachstum des Marktes ableitbar aus der Halbleiternachfrage und des Elektroniksektors ist.

Eine ansteigende Nachfrage nach elektronischen Miniaturgeräten und die Einführung der SoC-Technologie in mehreren Sektoren wie KI und IoT werden dem Markt voraussichtlich in den kommenden Jahren zugute kommen. Maschinelles Lernen (ML) und Künstliche Intelligenz (KI) sind in vielen Bereichen zu finden (z.B. Automobilsektor, Gesundheitswesen, Luft- und Raumfahrt). Durch den Einsatz von KI in der Entwicklung von EDA-Software können manuelle Tests durch automatisierte Tests ersetzt werden.

Die wachsende Präferenz für kompakte Geräte veranlasst Elektronikhersteller sich für kleinere Schaltungen und miniaturisierte Chips zu entscheiden.

Nordamerika bildete 2022 nach wie vor den größten globalen Markt für EDA mit mehr als 40% des Gesamtmarktes. Gründe hierfür sind die frühzeitige Einführung von Technologien (u.a. 5G, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz), welche zur regionalen Nachfrage beitrugen. Auch steigende Entwicklungen in der Halbleiterindustrie und der Unterhaltungselektronik trugen zu einer wachsenden Bedeutung des Marktes in Nordamerika bei.

Des Weiteren verfügt die Region über eine robuste drahtlose Infrastruktur sowie staatliche Unterstützung. Eine Reihe der bedeutendsten Anbieter von EDA-Tools sind mit ihrer Hauptzentrale vor Ort ansässig um den Markt besser bedienen zu können.

Den zweitgrößten Anteil des EDA Marktes, 30% wurden vom asiatisch-pazifische Raum in 2021 gebildet. Gründe hierfür sind vor allem die starke Herstellerpräsenz dort sowie die frühe Einführung neuartiger Technologien wie KI und das Internet der Dinge.

Es wird ein starkes Marktwachstum von CAGR 9,6% von 2023 bis 2030 für den asiatisch-pazifischen Raum erwartet, begründet vor allem durch den Anstieg von Elektronikherstellern und einer gesteigerten Nachfrage nach Verbrauchergeräten.

II. Allgemeine Entwicklung der Gesellschaft

Siemens Electronic Design Automation GmbH hat im Vergleich zu 2021 das Jahr mit deutlich höheren Umsatzerlösen beendet. Dies ist vor allem auf das mit der Verschmelzung der Onespin Solutions Holding GmbH und der Onespin Solutions GmbH übernommene Geschäft zurückzuführen. Der Erwerb der PRO DESIGN GmbH hatte ebenso einen starken Effekt auf die verrechneten Softwareentwicklungsleistungen an verbundene Unternehmen, da die IP-Rechte hierfür bei einer anderen Gesellschaft der Gruppe liegen.

Siemens Electronic Design Automation GmbH ist spezialisiert auf die Entwicklung, Produktion, Integration und den Vertrieb von Hard- und Softwarelösungen für die Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie für die Unterhaltungselektronik und Medizinbranche. Darüber hinaus bietet sie unterstützende Dienstleistungen in allen oben genannten Geschäftsbereichen an.

Siemens zählt zu den Key Playern im EDA-Markt. Stetig steigende Anforderungen bezüglich Sicherheit, Umweltschutz und Kundenanforderungen führen zu stetig steigender Komplexität im Entwicklungsprozess. Vergleichbar zur Entwicklung in der Halbleiterindustrie gehen wir davon aus, dass diese Komplexität nur mit geeigneten Softwareprodukten beherrscht werden kann. Unsere starke Position mit sowohl Halbleiter- als auch Systemdesignfähigkeiten positioniert Siemens EDA in eine hervorragende Stellung im Bereich technischer Software, um den aufkommenden Wachstumsbedarf für elektronische Entwurfswerkzeuge und Dienstleistungen im Systemmarkt zu nutzen.

Die EDA-Brache zeichnet sich durch starken Wettbewerb aus und ist charakterisiert durch starke Führungspositionen einzelner Firmen in bestimmten Segmenten des EDA-Marktes. Etablierte Prozesse und Softwarewerkzeuge werden auf Grund der Komplexität des Gesamtprozesses selten geändert, sondern sukzessive erweitert und verbessert. Aus diesen Gründen entsteht ein Großteil der Profitabilität in Bereichen, in denen die Siemens EDA Gruppe tätig ist. Wir werden unsere Strategie fortsetzen, qualitativ hochwertige Tools mit dem größten Marktanteilspotenzial und hohem Kundenwert zu entwickeln, anstatt ein "Breiten"-Anbieter mit undifferenzierten Produktangeboten zu sein. Diese Strategie erlaubt es uns den Fokus auf Bereiche zu legen, in denen die Kundenbedürfnisse am größten sind und wir die Möglichkeit haben, signifikante Marktanteile zu gewinnen.

III. Lage des Unternehmens

1. Analyse der Vermögenslage des Unternehmens

Zum 30. September 2022 hat sich das Eigenkapital durch den Jahresüberschuss um EUR 3,98 Mio. im Vergleich zum Vorjahr erhöht, die Eigenkapitalquote liegt bei 2,00%.

Die Bilanzsumme reduzierte sich zum 30. September 2022 von EUR 74,5 Mio. auf EUR 68,8 Mio.. Dies ist im Wesentlichen auf den Abgang der von der COMSA Computer und Software GmbH übernommenen Schutzmarken und Rechte sowie des Firmenwertes zurückzuführen.

Das Sachanlagenvermögen erhöhte sich um EUR 0,28 Mio. von EUR 1,25 Mio. auf EUR 1,52 Mio. Hiervon ergaben sich EUR 0,05 Mio. aus den oben genannten Verschmelzungen der Onespin-Gesellschaften. Zugänge im Sachanlagevermögen wurden in Höhe von EUR 1,18 Mio. getätigt, denen Abgänge i.H.v. EUR 0,66 Mio. gegenüberstanden. Den neu hinzugekommenen Abschreibungen in Höhe von EUR 0,86 Mio. standen Abgänge in Höhe von EUR 0,58 Mio. gegenüber.

Die immateriellen Vermögensgegenstände i.H.v. EUR 51,93 Mio. (Vj: EUR 8,79 Mio.) verringerten sich im Geschäftsjahr 2022 um die planmäßigen Abschreibungen. Durch die Verschmelzung der Onespin Solutions Holding GmbH und Onespin Solutions GmbH erhöhten sich die immateriellen Vermögensgegenstände um EUR 51,66 Mio. Der Übertrag der von COMSA Computer und Software GmbH übernommenen Schutzmarken und Rechte sowie dem Firmenwert resultierte in einen Abgang von EUR 7,69 Mio.

Im aktuellen Geschäftsjahr wurden erstmals Vorräte aus Unfertigen Leistungen i.H.v. EUR 7,33 Mio. aktiviert. Diese betreffen im Wesentlichen zu Herstellungskosten angesetzte geleistete, jedoch noch nicht abgerechnete Stunden aus Kundenprojekten.

Der Großteil der Umsatzerlöse wird mit verbundenen Unternehmen erzielt. Die daraus resultierenden Forderungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 0,85 Mio. erhöht und bestehen im Wesentlichen gegenüber der Siemens Industry Software Limited, Irland. Die Siemens Electronic Design Automation GmbH beteiligt sich am Cash-Pooling-Verfahren der Siemens AG, über das auch die Finanzierung der Gesellschaft abgesichert ist. Guthabensalden innerhalb der Bankbestände, die sich aus der Teilnahme an diesem Cash-Pooling-Verfahren ergeben, werden unter dem Bilanzposten "Forderungen gegen verbundene Unternehmen", ausgewiesen.

Die Rückstellungen für Pensionen erhöhten sich um EUR 0,04 Mio. von EUR 0,28 Mio. auf EUR 0,31Mio.

Die Steuerrückstellungen haben sich um EUR 6,89 Mio. (Vj: EUR 0) erhöht und bestehen aus Rückstellungen zur Körperschafts- sowie zur Gewerbesteuer.

Die sonstigen Rückstellungen reduzierten sich im Vergleich zum 30. September 2021 von EUR 7,2 Mio. auf EUR 5,7 Mio. und bestehen im Wesentlichen aus Personalrückstellungen und ausstehenden Rechnungen für Rechts- und Beratungskosten.

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen umfassen Anzahlungen externer Kunden im Rahmen von Werkverträgen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen reduzierten sich von EUR 55,8 Mio. auf EUR 24,69 Mio., was hauptsächlich mit dem Übertrag der IP-Rechte für die COMSA-Software in Zusammenhang steht.

Die sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich von EUR 9,93 Mio. auf EUR 13,46 Mio. Dies ist im Wesentlichen auf Verbindlichkeiten an Personal zurückzuführen.

2. Analyse der Finanzlage

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit war im Jahr 2022 positiv. Da im Geschäftsjahr 2022 keine neuen Akquisitionen getätigt wurden, bewegt sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Rahmen der Geschäftstätigkeit.

Die Finanzierung der Siemens Electronic Design Automation GmbH erfolgt im Rahmen des konzerninternen Cashpoolings und führt zu entsprechenden Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Aufgrund der Einbindung in das konzerninterne Cashpooling war die Gesellschaft im Geschäftsjahr jederzeit in der Lage ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.

3. Analyse der Ertragslage

Die wichtigste Kennzahl des Unternehmens ist der Umsatz, der sich aus den Provisionen für das Kommissionsgeschäft, dem Distributionsgeschäft für eigene IPs (im Softwarekontext "Intellectual Property", im Folgenden "IP") und dem Zuschlag auf die Kostenweiterbelastungen gemäß den Intercompany-Dienstleistungsverträgen ergibt.

Die Gesellschaft erhält sowohl für die Contract-R&D Providerfunktion als auch für die Funktion als Marketing- und Technical Support Provider eine Kompensation in Form des Cost-Plus-Verfahrens, die unter den Umsatzerlösen ausgewiesen wird.

Für die Kommissionärsfunktion erhält die Gesellschaft eine marktübliche Vergütung in Prozent der operativen Umsatzerlöse.

Consulting- und Trainingsdienstleistungen verkauft die Gesellschaft auf eigenes Risiko.

Im Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich der Umsatz von EUR 42,8 Mio. auf EUR 69,6 Mio. im Vergleich zum Vorjahr. Dies lag weitgehend im Rahmen der Erwartungen der Gesellschaft. Die eigenen Consulting- und Trainingsumsätze gingen hierbei leicht zurück (-5%). Das durch die Verschmelzungen der Onespingesellschaften sowie den Erwerb der PRO DESGIN Electronic GmbH hinzugekommene Neugeschäft entwickelte sich im Geschäftsjahr 2022 sehr gut und erbrachte eine deutliche Steigerung der Serviceumsätze gegenüber Verbundenen Unternehmen (+94%).

Die durch den Asset Deal mit der PRO DESIGN Electronic GmbH im Geschäftsjahr 2021 übernommenen restlichen offenen Hardwareaufträge wurden im Geschäftsjahr abgearbeitet. Das Neugeschäft hierzu wird über den zur Gruppe gehörenden IP-Eigner in den USA abgewickelt.

Die nach dem Übertrag der IP-Rechte an der COMSA-Software im Unternehmen verbliebenen Softwareentwickler konnten für die Weiterentwicklung des Produktes an den neuen IP-Eigentümer innerhalb der Gruppe verrechnet werden. Ebenso wurden die mit den Verschmelzungen in 2021 und 2022 übernommenen Softwareentwickler in 2022 zusätzlich für die Weiterentwicklung von Softwareprodukten anderer Einheiten innerhalb der Gruppe eingesetzt. Hierdurch wurden insgesamt deutlich höhere Entwicklungsleistungen an andere verbundene Unternehmen erbracht (+71%).

01.10.21 -30.09.22 01.10.20 - 30.09.21 Veränderung Total Veränderung in %
TEUR TEUR TEUR
Kommissionsumsätze an Verbundene Unternehmen 13.703 9.396 +4.307 +46%
Serviceumsätze an Verbundene Unternehmen 35.756 18.387 +17.368 +94%
Softwareentwicklungsumsätze an Verbundene Unternehmen 16.988 9.960 +7.028 +71%
Consulting- und Trainingsumsätze 3.060 3.225 -0.165 -5%
Hardwareumsätze 0.096 1.830 -1.734 -95%
Bestandsveränderung 7.331 0 +7.331 +100%
Gesamtleistung 76.933 42.799 +34.134 +80%

Die Gesamtkosten (Aufwendungen ohne Materialaufwand) erhöhten sich im Geschäftsjahr 2022 um 38% auf EUR 68,91 Mio. (VJ: EUR 49,8 Mio.). Der größte Anteil der Gesamtkosten (ohne Materialaufwand) entfällt nach wie vor mit 62% auf die Personalkosten. Diese sind im Geschäftsjahr 2022, auch auf Grund der Verschmelzung der OneSpin-Gesellschaften um 31% gestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten den Gewinn aus dem Verkauf der immateriellen Vermögenswerte im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Aus dem durch die Verschmelzung sich ergebenden deutlich höheren Servicegeschäftes ergibt sich ein höherer Materialaufwand von +EUR 5,08 Mio. auf EUR 7,52 Mio. (VJ: EUR 2,44 Mio.).

Durch die Zugänge im Anlagevermögen aus den Verschmelzungen im Geschäftsjahr haben sich auch die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens auf EUR 8,36 Mio. (VJ: EUR 2,12 Mio.) erhöht.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2022 um EUR 5,09 Mio. von EUR 12,82 Mio. auf EUR 17,91 Mio.. Darin sind neben dem Ergebniseffekt aus der Korrektur in laufender Rechnung (EUR 1,70 Mio.) Verluste aus dem Verkauf der OneSpin Solutions Japan Kabushiki Kaisha, Yokohama, Japan (EUR 2,02 Mio.) enthalten.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf EUR 11,62 Mio. (Aufwand) (VJ: Ertrag EUR 0,33 Mio.).

Die sonstigen Steuern beinhalten die Kfz-Steuer für betriebliche Fahrzeuge i. H. v. EUR 0,08 Mio. (VJ: EUR 0,08 Mio.).

Siemens Electronic Design Automation GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen Jahresüberschuss von EUR 3,98 Mio. (VJ: Jahresfehlbetrag von EUR 8,33 Mio.), damit weicht das Ergebnis aufgrund von Sondereffekten leicht von der Prognose ab. Die Verbesserung des Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die oben genannten Effekte zurückzuführen.

Insgesamt entsprach die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2022 den Erwartungen der Geschäftsführung.

4. Forschung und Produktentwicklung

Die Siemens Electronic Design Automation GmbH ist tätig in den Geschäftsbereichen Marketing und Service, Halter von IP-Rechten sowie Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen.

Der Anteil der FuE-Mitarbeiter betrug im Geschäftsjahr 2022 68% an der Gesamtbelegschaft. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr (+19%) beruht im Wesentlichen aus der Verschmelzung der Onespin Solutions GmbH (+29). Die bezogenen FuE-Aufwendungen beliefen sich auf 9% der Umsatzerlöse.

Für die Contract-R&D erfährt die Gesellschaft Entlastung via dem internen Cost-Plus-Verfahren. Dies bedeutet, dass auf Gesamtkostenbasis die anfallenden Kosten mit einem Aufschlag für Verwaltung und Ergebnis an die jeweils andere Einheit im Verbund verrechnet werden.

Alle strategischen Entscheidungen, insbesondere was Forschung und Entwicklung betrifft, werden global von der Siemens EDA Gruppe getroffen. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung konzentriert sich auf die ständige Verbesserung der existierenden Produkte und die Entwicklung neuer Produkte im Einklang mit dem neuen kombinierten Gesamtkonzept der Siemens DI Software und der Siemens EDA Gruppe. Der zukünftige Erfolg hängt von der Fähigkeit ab, neue wettbewerbsfähige Produkte zu entwickeln oder zu erwerben, die den Anforderungen der Kunden und der Märkte entsprechen und diese Kernbereiche der Entwicklung werden das integrierte Systemdesign, autonomes Fahren, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sowie Internet der Dinge (IoT) sein.

C. Wesentliche Chancen und Risiken, erwartete Entwicklung

I. Einschätzung der zukünftigen Entwicklung und Chancen

Im Laufe des Geschäftsjahres 2022 hat die Gesellschaft sich weiterhin auf Produkte und Designplattformen konzentriert, mit denen sie die Marktführerposition erreichen und festigen kann und damit die bisherige Strategie konsequent fortgeführt. Teil dieser Strategie ist die Entwicklung neuer Anwendungen aber auch die Integration mit anderen Siemens Softwareprodukten. Unsere diversifizierte Produktpalette und die Zusammensetzung unserer Kundenstruktur aus unterschiedlichen Industrien reduziert die Volatilität des Geschäfts und die damit verbundenen Risiken, gleichzeitig steigt das Wachstumspotential.

Es wird erwartet, dass das Wachstum des Internets der Dinge (IoT) in Verbindung mit vernetzten Geräten das Wachstum des Marktes für Automatisierungssoftware für elektronische Geräte vorantreiben wird. Das IoT bringt Automatisierung in die Prozesse, was die Arbeits- und Betriebskosten senkt und letztendlich die Geschwindigkeit der Geschäftsfunktionen erhöht.

IoT hat das Ziel ein Ökosystem zu erstellen, wodurch Software, Sensoren und weitere Technologien miteinander verbunden werden. Mit IoT Geräten werden Daten gesammelt, an die Cloud gesendet und für Verbesserungszwecke und Entwicklungen analysiert. Schätzungen gehen davon aus, dass die Anzahl der Geräte, welche IoT nutzen weltweit im Jahre 2023 auf 43 Mrd. steigen werden, dies wären drei Mal so viele Geräte wie in 2018.

Durch den Anstieg des IoT Marktes wird in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Steigerung des Integrated Circuit (IC) Marktes erwartet. Cognitive Market Research prognostiziert für den IC-Markt einen Anstieg auf USD 1,248,6 Mrd. bis im Jahr 2030 voraus. Die Marktexpansion wird durch die Beliebtheit von integrierten Schaltkreisen für Smartphones, Computer, medizinische Ausrüstung und der Automobilindustrie vorangetrieben. Das Wachstum wird ebenfalls durch eine steigende Digitalisierung sowie einen erhöhten Computereinsatz begünstigt. Asia Pacific hatte in 2022 den größten Anteil am Integrated Circuit (IC) Markt gefolgt von Nord Amerika.

Für das Automotive Embedded Softwaregeschäft (ABU) prognostiziert Global Market Insights einen Anstieg bis 2032 auf weltweit über 40 Mrd. mit einer jährlichen CAGR von mehr als 9%. Wesentliche Markttreiber sind hier u.a. der wachsende Einsatz von AI und Machine Learning im Embedded Softwareumfeld sowie steigende Anforderungen für den Einsatz von Embedded Software in Unterhaltungselektronik und Smartphones. Automobilhersteller planen bis 2032 den Ausbau des Geschäftes durch höhere Entwicklungskosten im Bereich des autonomen Fahrens sowie ADAS Technologien (Fahrassistenzsysteme). Hierzu kommt die Integration von In-Vehicle Entertainmentsystemen und Elektroantrieben.

II. Risikobericht

1. Grundsätze des Risikomanagements

Die Grundsätze des Risikomanagements wurden eingeführt, um die Risiken, denen sich das Unternehmen ausgesetzt sieht, zu identifizieren, zu analysieren und um angemessene Risikogrenzen und -kontrollen festzulegen sowie die Risiken und die Einhaltung von Grenzen zu überwachen. Die Grundsätze und Systeme des Risikomanagements werden regelmäßig überprüft, um Änderungen bei den Marktbedingungen sowie bei den Unternehmensaktivitäten zu berücksichtigen.

2. Wesentliche Risiken

Die Gesellschaft hat folgende finanziellen Risiken bewertet:

Fremdwährungsrisiken:

Die Gesellschaft tätigt ihre Geschäfte im Wesentlichen in Euro. Da nur sehr wenige Geschäfte in ausländischer Währung durchgeführt werden, stuft die Gesellschaft dieses Risiko als sehr gering ein und hat keine Maßnahmen implementiert, um dieses Risiko zu steuern.

Kreditrisiko:

Anhäufungen von Kreditrisiken in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind begrenzt, da es sich bei der Mehrheit der Kunden um Konzerngesellschaften handelt. Es bestehen daher keine Bedenken bezüglich der Zahlungsfähigkeit irgendeiner anderen Konzerngesellschaft. Daher stufen die Geschäftsführer dieses Risiko als gering ein und haben keine Steuerungsmaßnahmen festgelegt.

Die sehr geringe Anzahl von direkten Transaktionen mit externen Kunden bezieht sich nur auf Umsätze aus Trainings- und Beratungsgeschäften. Die Gesellschaft kontrolliert regelmäßig die Kreditwürdigkeit dieser Kunden. Für Kunden aus den sogenannten Emerging Markets sowie für Startup Unternehmen werden von der Siemens Electronic Design Automation GmbH grundsätzlich Vorauszahlungen angefordert.

Aufgrund der Einbindung in das konzerninterne Cashpooling sowie die positive Geschäftsentwicklung sieht die Geschäftsleitung keine bestandsgefährdende Risiken.

Wie bereits oben dargelegt, ist die Siemens EDA GmbH Teil der globalen Siemens EDA Gruppe, welche wiederum ein Teil des sogenannten "Digital Industries (DI)" Geschäftsbereiches innerhalb der Siemens AG ist. Da die Siemens EDA GmbH hauptsächlich eine Vertriebs- und Serviceorganisation ist und alle strategischen Entscheidungen insbesondere für Forschung und Entwicklung von der globalen Siemens EDA Gruppe getroffen werden, haben alle diese Entscheidungen auch unmittelbaren Einfluss auf das Geschäftsergebnis der deutschen Tochtergesellschaft.

Die amerikanische Unternehmensberatungsgesellschaft Gartner hatte im Laufe des Jahres 2022 die Prognose für den weltweiten Halbleiterumsatz für das Jahr immer wieder nach unten angepasst und beziffert diesen nun für 2022 auf USD 601,7 Mrd.

Für das Jahr 2023 prognostiziert Gartner einen Rückgang des weltweiten Halbleiterumsatzes auf USD 596 Mrd. auf Grund der Verschlechterung der Weltwirtschaft sowie dem Rückgang der Verbrauchernachfrage.

Der Markt für Automobilelektronik ist das drittgrößte Anwendungsgebiet für Automobil-Leiterplatten (PCB), nach der Computer- und Kommunikationsbrache. Der Automobilmarkt entwickelt sich immer mehr von mechanischen Produkten hin zu intelligenten elektronischen Systemen. Durch den Anstieg der Nachfrage nach elektronischen Systemen in der Automobilbranche hat sich dies dementsprechend auch positiv auf die Nachfrage der Kfz-Leiterplatten ausgewirkt.

Der PCB Markt wird von Nord-Amerika dominiert. Aufgrund des boomenden Sektors der Unterhaltungselektronik treibt die zunehmende Akzeptanz von IoT basierenden Anwendungen und die zunehmende Nutzung in der Automobilindustrie das Marktwachstum in Nordamerika voran.

Das Automobilsegment wird während des Prognosezeitraums (2022-2029) für Software von Halbleitern voraussichtlich mit der höchsten CAGR wachsen. Dieses Wachstum ist auf die zunehmende Einführung von Elektrofahrzeugen mit einer zunehmenden Implementierung von drahtloser Technologie für Elektrofahrzeuge zurückzuführen.

Jedoch berichtet Fortune Business Insights Pvt. Ltd. auch von markthemmenden Faktoren. Technologie ist ein sich ständig änderndes Konzept, vor allem in der Elektronikindustrie. Die Halbleiterindustrie steht vor der physikalischen Grenze für die Herstellung der bestehenden Materialien und auch zunehmenden potenziellen Bedrohungen im Zusammenhang mit Moore's Gesetz (Moore's Gesetz wird zur Projektion und Beobachtung von historischer Trends verwendet. Es hilft, die Erfahrung und Produktion der Marktbedürfnisse zu verknüpfen.).

Des Weiteren sieht sich der Elektroniksektor mit Problemen im Zusammenhang mit IP-Diebstählen verschiedener Anbieter konfrontiert. Eine solche Zunahme von IP-Diebstählen und kontinuierliche technologische Veränderungen behindern das Marktwachstum.

Laut Fact.Mr (Marktforschungsfirma) zählen zu den hemmenden Faktoren ebenfalls die ständigen technologischen Veränderungen wodurch es für die Halbleiterchip-Unternehmen wichtig wird die IP-Core-Designarchitektur zu ändern. Anbieter auf dem Markt für elektronische Designautomatisierung bemühen sich kontinuierlich ihre Lösungen zu aktualisieren und weiterzuentwickeln, wodurch die Gesamtkosten sich erhöhen und das Marktwachstum begrenzt wird.

Die Siemens EDA Gruppe ist wesentlichen Risikofaktoren ausgesetzt, die sich auch unmittelbar auf die Siemens EDA GmbH auswirken können. In der EDA-Branche herrscht ein intensiver Wettbewerb, der unter anderem zu Preissenkungen, längeren Verkaufszyklen, geringeren Produktmargen, dem Verlust von Marktanteilen und zusätzlichem Bedarf an Betriebskapital führen kann. Der Markt ist stark fragmentiert und zwingt die Marktteilnehmer zu ständigen Produktinnovationen, um ihre Marktpräsenz verteidigen zu können.

Für den EDA-Markt werden auch negative Auswirkungen erwartet, wie z.B. ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Es kann auch eine Hemmung des Marktwachstums erfolgen, bedingt durch unvorhersehbare Entwicklungen der wirtschaftlichen Lage und technologischer Fortschritte. Nach den pandemiebedingten Auswirkungen (Lockdown, Firmenschließungen, Verzögerungen in der Halbleiterproduktion) wird auch mit einer vermehrten Automatisierung von Fertigungsprozessen gerechnet.

Auch das Automotive Embedded Softwaregeschäft steht weltweit vor großen Herausforderungen, entsprechend qualifiziertes Personal zu finden. Zudem ergeben sich durch den zunehmenden Einsatz von Automotive Embedded Software in Fahrzeugen sowie Unterhaltungselektronik neue, zu lösende Sicherheitsthemen.

Ein wesentlicher Teil der Umsatzerlöse der Gesellschaft stammt aus dem Verkauf weniger Produktgruppen und den dazu gehörigen Dienstleistungen. Somit könnte jede negative Auswirkung auf den Produktabsatz, einschließlich solcher Faktoren wie Produktfreigabezyklen, Marktakzeptanz, Produktwettbewerbe, Leistung und Zuverlässigkeit, Reputation, Preiswettbewerb sowie eine Verschiebung der Marktverhältnisse das Betriebsergebnis beeinflussen.

Der Verkauf von Siemens EDA Produkten und Dienstleistungen ist stark von neuen Design-Projekten der Kunden in der Elektronikindustrie abhängig. Mehr als 60% des EDA-Softwaremarkt entfielen 2022 auf das Design von Mikroprozessoren und Steuerungen, welches auf die Nachfrage von Haushaltsgeräten, Beleuchtungssysteme und Geräte aus der Medizin zurückzuführen ist.

III. Prognosebericht

Der Umsatz wird im Geschäftsjahr 2023 mit ca. EUR 63 Mio. etwas niedriger als im Geschäftsjahr 2022 ausfallen. Dies ergibt sich im Wesentlichen aus dem Sondereffekt der Royaltynachforderung im Geschäftsjahr 2022. Die Gesellschaft erwartet für das Geschäftsjahr 2023 ein Ergebnis nach Steuern im niedrigen einstelligen Millionenbereich.

Die genannten Chancen und Risiken sowie die erwartete Dynamik in den unterschiedlichen adressierten Marktsegmenten bzgl. Innovationen und Wettbewerbssituationen lassen für das Geschäftsjahr 2024 eine weiterhin positive Entwicklung des Unternehmens erwarten.

Für unser Automotive Embedded Softwaregeschäft (ABU) sehen wir auf absehbare Zeit eine stabile Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten aus dem deutschen und globalen Automobilmarkt.

Die Marktanalysefirma Meticulous Market Research Pvt Ltd. sagt für den EDA Markt einen Anstieg bis 2030 auf USD 17,47 Mrd. voraus. Der EDA Markt läßt sich nach Bereitstellungsmodulen unterteilen, wobei hierbei nach on-premise und cloud-basierten Bereitstellungssegmenten unterschieden wird. Für das Jahr 2023 wird für den cloud-basierten Bereich der größte Marktanteil prognostiziert. Begründet wird dies durch eine erwartete Nachfrage von integrierten Schaltkreisen und fortschrittlicher Unterhaltungselektronik.

Das gesteigerte Kaufinteresse hinsichtlich cloud-basierter Technologien in der Halbleiterindustrie, bezieht sich vorrangig auf die ICs. Firmen gehen Partnerschaften ein, um die EDA-Software mit cloud-basierter Technologie zu kombinieren, um es Halbleiterunternehmen zu ermöglichen ihre Modellierungs- und Simulationsnetze zu implementieren.

Deloitte (ein internationales Dienstleistungsnetzwerk aus London), sieht für die globale Halbleiterindustrie sowohl einen Mangel als auch Überangebot und dadurch Herausforderungen für die Firmen. Das Unternehmen sieht für das Jahr 2023 als hauptsächliche Einflüsse hohe Zinssätze, weiterhin hohe Inflation, reduziertes Vertrauen der Verbraucher, und negative Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Durch hohe Kapitalkosten werden viele Unternehmen versuchen ihre Kosten für Lagerbestände, Lieferketten und Mitarbeiter zu reduzieren.

Deloitte sieht jedoch auch einen positiven Ausblick und 2023 als eine Pause für die Halbleiterindustrie mit einem darauf folgenden Neustart. Als Beispiele nennt das Unternehmen, die Fabriken näher an die Heimat zu bringen, Risiken und Herausforderungen besser abzuwägen, Digitalisierung eines Großteils der Prozesse, Einführung und Ausbau der Ziele für die Umwelt und Nachhaltigkeit.

Die geopolitische Lage führt auch im Bereich der Halbleiterkomponenten zu Initiativen (z.B. EU Chips Act) die den Standort Europa bzgl. Herstellung aber auch der Entwicklung derartiger Komponenten stärken soll. Es ist deshalb davon auszugehen, dass davon auch der EDA Markt in Europa mittelfristig profitieren wird.

 

München, 5. Februar 2024

Siemens Electronic Design Automation GmbH

Geschäftsführung

Thomas Heurung

Frank Thürauf

Der Jahresabschluss wurde mit Beschluss der Gesellschafterversammlung am 27.02.2024 festgestellt.

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