Grohe Logistik Service GmbH

Zur Porta 6, 32457 Porta Westfalica, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Bad Oeynhausen HRB 16021
Vorher
Rheinsee 637. V V GmbH
Eingetragen
13.2.2018
Branche
Erbringung von LogistikdienstleistungenVermittlungstätigkeiten für die GüterbeförderungPaket- und Expressdienste
Gegenstand
Die Erbringung von Dienstleistungen auf dem Gebiet der Logistik, insbesondere für die Grohe AG und deren Konzerngesellschaften.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jörg Heinz Einsiedel
seit 27.10.2025
Prokura
Geschäftsführer
Prokura
Moritz-Peter Grosche
seit 11.10.2023
Geschäftsführer
Ayla Otyakmaz-Kroniger
seit 30.11.2022
Prokura
Robert Mehrhoff
seit 9.8.2022
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Grohe Holding GmbH

Hemer

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2021 bis zum 31.03.2022

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. April 2021 bis 31. März 2022

(in TEUR) Anhang 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
Umsatzerlöse   1.775.849 1.511.083
Umsatzkosten   -994.775 -859.347
Bruttoergebnis vom Umsatz   781.074 651.736
Vertriebskosten   -440.167 -379.356
Allgemeine Verwaltungskosten   -68.373 -54.817
Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.1 -18.559 -17.906
Sonstige betriebliche Erträge 4.2 6.670 6.977
Ergebnis aus der Entkonsolidierung 3 8 -27
Operatives Ergebnis   260.653 206.607
Zinsaufwendungen 4.3 -14.146 -17.301
Zinserträge 4.3 5.038 3.682
Sonstiges Finanzergebnis 4.3 -476 -70
Ergebnis vor Steuern   251.069 192.918
Ertragsteuern 5 -78.959 -66.791
Periodenergebnis   172.110 126.127
Davon entfallen auf:      
Anteilseigner des Mutterunternehmens   170.835 124.909
Nicht beherrschende Anteile   1.275 1.218

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. April 2021 bis 31. März 2022

(in TEUR) Anhang 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
Periodenergebnis   172.110 126.127
Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 14 2.281 -14.656
Netto-Gewinne/(-Verluste) aus dem Hedge Accounting 14 -107 5.295
Latente Steuern 5 34 -1.669
Ergebnis aus Hedge-Accounting   -73 3.626
In Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliederndes sonstiges Ergebnis   2.208 -11.030
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionsplänen 18 42.985 -48.592
Latente Steuern 5 -13.323 15.364
Ergebnis aus Pensionsverpflichtungen   29.662 -33.228
In Folgeperioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliederndes sonstiges Ergebnis   29.662 -33.228
Sonstiges Ergebnis nach Steuern   31.870 -44.258
Gesamtergebnis nach Steuern   203.980 81.869
Davon entfallen auf:      
Anteilseigner des Mutterunternehmens   202.745 80.807
Nicht beherrschende Anteile   1.235 1.062

Konzernbilanz zum 31. März 2022

(in TEUR) Anhang 31.03.2022 31.03.2021
Sachanlagen 6 276.893 263.195
Immaterielle Vermögenswerte 7, 9 1.471.361 1.470.880
Nutzungsrechte 8 58.327 49.707
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 10 1.857 1.956
Aktive latente Steuern 5 16.142 13.856
Langfristige Vermögenswerte   1.824.580 1.799.594
Vorräte 11 347.888 237.106
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12 234.646 224.741
Ertragsteuerforderungen 5 3.386 2.557
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 10 126.288 113.191
Sonstige Vermögenswerte 10 32.057 23.240
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 13 80.922 89.652
Vermögen von Veräußerungsgruppen 3 7.955 0
Kurzfristige Vermögenswerte   833.142 690.487
BILANZSUMME   2.657.722 2.490.081
  Anhang 31.03.2022 31.03.2021
Gezeichnetes Kapital 14 25 25
Kapitalrücklage 14 96.100 96.100
Gewinnrücklagen und Konzernergebnis 14 754.759 554.298
Sonstige Rücklagen 14 -11.761 -14.045
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital   839.123 636.378
Nicht beherrschende Anteile   11.502 10.771
Gesamtsumme Eigenkapital   850.625 647.149
Finanzverbindlichkeiten 15 401.022 401.705
Rückstellungen 17 12.764 12.536
Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 18 439.456 482.406
Sonstige Verbindlichkeiten 20 1.584 2.551
Passive latente Steuern 5 171.280 158.662
Langfristige Schulden   1.026.106 1.057.860
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19 218.087 176.547
Finanzverbindlichkeiten 15 168.861 270.034
Ertragsteuerschulden 5 51.339 24.314
Rückstellungen 17 31.020 30.546
Sonstige Verbindlichkeiten 20 307.358 283.631
Schulden von Veräußerungsgruppen 3 4.326 0
Kurzfristige Schulden   780.991 785.072
Gesamtsumme Schulden   1.807.097 1.842.932
BILANZSUMME   2.657.722 2.490.081

Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. April 2021 bis 31. März 2022

(in TEUR) Anhang 01.04.2021- 31.03.2022 01.04.2020- 31.03.2021
Laufende Geschäftstätigkeit      
Ergebnis vor Steuern (einschließlich aufgegebener Geschäftsbereiche)   251.069 192.918
Zahlungsunwirksame Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 4.4 87.323 88.974
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+)/Erträge (-)   24.070 36.130
Gewinn (-)/Verlust (+) aus Vermögenswerten des Anlagevermögens und der Veräußerung von Tochtergesellschaften   287 435
Zinserträge 4.3 -5.038 -3.682
Zinsaufwendungen 4.3 14.146 17.301
Veränderungen der Rückstellungen, Pensionsrückstellungen und Zuwendungen der öffentlichen Hand   -29.759 -28.520
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte   -113.040 -29.280
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   -18.869 7.033
Zunahme (-)/Abnahme (+) der sonstigen Forderungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind   -12.086 -6.212
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   45.347 36.165
Zunahme (+)/Abnahme (-) der sonstigen Verbindlichkeiten sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind   22.549 17.975
Aus laufender Geschäftstätigkeit erwirtschaftete Zahlungsmittel   265.999 329.237
Erhaltene Dividenden   0 0
Erhaltene Zinsen   4.405 3.340
Gezahlte Ertragsteuern   -55.711 -52.379
Netto-Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit   214.693 280.198
Investitionstätigkeit      
Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten   261 1.630
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte   -83.354 -78.599
Investitionen in das Finanzanlagevermögen und sonstige finanzielle Vermögenswerte   -213.455 -207.454
Rückzahlungen von gewährten Krediten   212.976 197.003
Auszahlung für den Erwerb von Tochtergesellschaften abzüglich übernommener Zahlungsmittel   0 0
Netto-Cashflow aus der Investitionstätigkeit   -83.572 -87.420
Finanzierungstätigkeit      
Tilgung von Schulden aus Leasingverbindlichkeiten   -16.355 -15.657
Mittelzufluss aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten   122.118 301.404
Mittelabfluss aus der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten   -236.440 -495.345
Auszahlungen an Eigentümer von nicht beherrschenden Anteilen   -504 -387
Gezahlte Zinsen   -8.145 -9.138
Netto-Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit   -139.326 -219.123
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds   -8.205 -26.345
Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelfonds   -502 -1.759
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode   89.652 117.756
Finanzmittelfonds am Ende der Periode inkl. Veräußerungsgruppen 13 80.945 89.652

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für die Zeit vom 1. April 2021 bis 31. März 2022

(in TEUR) Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Kumulierte Konzernergebnisse Sonstige Rücklagen Summe Nicht beherrschende Anteile
Saldo zum 01. April 2020 25 96.100 462.700 -3.254 555.571 10.096
Periodenergebnis 0 0 124.909 0 124.909 1.218
Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe       -14.437 -14.437 -219
Ergebnis aus Cashflow Hedges       3.626 3.626 0
Ergebnis aus Pensionsverpflichtungen     -33.291   -33.291 63
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 0 0 -33.291 -10.811 -44.102 -156
Gesamtergebnis nach Steuern 0 0 91.618 -10.811 80.807 1.062
Auszahlungen an Eigentümer von nicht beherrschenden Anteilen           -387
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 -20 20 0 0
Saldo zum 31. März 2021 25 96.100 554.298 -14.045 636.378 10.771
Periodenergebnis 0 0 170.835 0 170.835 1.275
Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe       2.350 2.350 -69
Ergebnis aus Cashflow Hedges       -73 -73 0
Ergebnis aus Pensionsverpflichtungen     29.633   29.633 29
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 0 0 29.633 2.277 31.910 -40
Gesamtergebnis nach Steuern 0 0 200.468 2.277 202.745 1.235
Auszahlungen an Eigentümer von nicht beherrschenden Anteilen           -504
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 -7 7 0 0
Saldo zum 31. März 2022 25 96.100 754.759 -11.761 839.123 11.502
(in TEUR)
Summe
Saldo zum 01. April 2020 565.667
Periodenergebnis 126.127
Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe -14.656
Ergebnis aus Cashflow Hedges 3.626
Ergebnis aus Pensionsverpflichtungen -33.228
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -44.258
Gesamtergebnis nach Steuern 81.869
Auszahlungen an Eigentümer von nicht beherrschenden Anteilen -387
Veränderung Konsolidierungskreis 0
Saldo zum 31. März 2021 647.149
Periodenergebnis 172.110
Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 2.281
Ergebnis aus Cashflow Hedges -73
Ergebnis aus Pensionsverpflichtungen 29.662
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 31.870
Gesamtergebnis nach Steuern 203.980
Auszahlungen an Eigentümer von nicht beherrschenden Anteilen -504
Veränderung Konsolidierungskreis 0
Saldo zum 31. März 2022 850.625

KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. APRIL 2021 BIS ZUM 31. MÄRZ 2022

1. Informationen zum Unternehmen

Die Grohe Holding GmbH, Hemer, und ihre Tochtergesellschaften ("Grohe" oder "Konzern") bilden eine Unternehmensgruppe, deren Geschäftstätigkeit in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Sanitärarmaturen und Sanitärsystemen liegt.

Grohe ist Europas größter und weltweit einer der führenden Hersteller für Sanitärarmaturen. 1 Die breit gestreute Palette der von Grohe entwickelten, hergestellten und vertriebenen Produkte unter dem Markennamen "GROHE" umfasst Sanitär- und Küchenarmaturen, Brausen und Duschsysteme, Installations- und Spülsysteme sowie Badkeramik und erste Internet-of-Things-Produkte (IoT-Produkte). Damit versteht sich Grohe als eine der global führenden Marken für ganzheitliche Badlösungen, Küchensysteme und intelligentes Wassermanagement.

Die Grohe Holding GmbH, Hemer, wurde am 17. Mai 2004 gegründet und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Iserlohn unter HRB 5040 eingetragen.

Die Muttergesellschaft der Grohe Holding GmbH ist die LIXIL Europe S.à r.l. (bis zum 26. April 2020: Grohe Group S.à r.l.), Senningerberg, Luxemburg, die 100,0 % der Anteile an der Grohe Holding GmbH direkt hält. Die LIXIL Europe S.à r.l. und ihre Tochtergesellschaften werden in den Konzernabschluss der LIXIL Corporation, Tokio, Japan ("LIXIL"; gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften: "LIXIL Konzern"; bis zum 30. November 2020 LIXIL Group Corporation), als oberstes Mutterunternehmen der LIXIL Europe S.à r.l. einbezogen.

Am 31. März 2022 werden indirekt 100 % der Anteile der Grohe Holding GmbH von der LIXIL Corporation gehalten.

Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die LIXIL Europe S.à r.l. Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die LIXIL Corporation. Der Konzernabschluss der LIXIL Europe S.à r.l. ist unter www.rcsl.lu, der Konzernabschluss der LIXIL Corporation unter http://www.lixil.com/en/investor/ sowie im Handelsregister von Japan unter disclosure.edinet-fsa.go.jp abrufbar.

Das Geschäftsjahr umfasst die Periode vom 1. April 2021 bis 31. März 2022, die Vergleichsperiode die Periode vom 1. April 2020 bis 31. März 2021. Die Veröffentlichung des Abschlusses erfolgt nach der Freigabe durch die Geschäftsführung am 25. Juli 2022.

Folgende Gesellschaften machen von den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch:

Grohe AG, Hemer (für das Geschäftsjahr 1. April 2021 bis 31. März 2022)

Grohe International GmbH, Hemer (für das Geschäftsjahr 1. April 2021 bis 31. März 2022)

Grohe Deutschland Vertriebs GmbH, Porta Westfalica (für das Geschäftsjahr 1. April 2021 bis 31. März 2022)

GROHEDAL Sanitärsysteme GmbH, Porta Westfalica (für das Geschäftsjahr 1. April 2021 bis 31. März 2022)

Grohe Logistik Service GmbH, Porta Westfalica (für das Geschäftsjahr 1. April 2021 bis 31. März 2022)

1 Gemessen an den Verkaufsvolumina 2020 für Sanitärarmaturen nach einer Marktstudie von BRG aus 2021.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

2.1. Grundlagen für die Erstellung des Abschlusses

Der Konzernabschluss der Grohe Holding GmbH wurde gemäß § 315e Abs. 3 HGB im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind.

Das Geschäftsjahr beginnt am 1. April eines jeden Jahres und endet am 31. März des darauffolgenden Jahres.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte auf Tausend Euro (TEUR) gerundet.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem international gebräuchlichen Umsatzkostenverfahren erstellt worden. Zur Erstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der IFRS müssen bei einigen Posten Annahmen getroffen werden, die sich auf den Ansatz in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns sowie auf die Angabe von Eventualvermögen und -schulden auswirken.

Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der Grohe Holding GmbH und ihrer Tochtergesellschaften zum Abschlussstichtag eines jeden Geschäftsjahres.

Die Abschlüsse der Tochtergesellschaften werden grundsätzlich unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Tochtergesellschaften, deren Geschäftsjahr aufgrund von länderspezifischen Vorschriften nicht am 31. März endet, stellen zu diesem Termin einen Zwischenabschluss auf.

Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen sowie Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen, die im Buchwert von Vermögenswerten enthalten sind, werden in voller Höhe eliminiert.

Tochtergesellschaften werden ab dem Zeitpunkt vollkonsolidiert, ab dem der Konzern die Beherrschung erlangt. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.

Nicht beherrschende Anteile stellen den Anteil des Gesamtergebnisses und des Nettovermögens dar, der nicht den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist. Sie werden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung und in der Konzernbilanz separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzernbilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt vom auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital.

Die Grohe Holding GmbH ist am Abschlussstichtag an den unter Anhangsangabe 27 aufgeführten Unternehmen beteiligt, die im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen werden. Zu Veränderungen im Konsolidierungskreis verweisen wir auf Anhangsangabe 3.

Wesentliche Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen

Die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist von Ermessensentscheidungen sowie von Annahmen und Schätzungen abhängig. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Annahmen und Schätzungen abweichen. Die nachstehend wiedergegebenen wesentlichen Schätzungen und Annahmen sind für die Einschätzung der Risiken der Finanzberichterstattung von großer Bedeutung.

Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer

Der Geschäfts- oder Firmenwert sowie das Markenrecht "GROHE" betreffen einen erheblichen Anteil der Bilanzsumme. Da diese Posten nicht planmäßig abgeschrieben werden, kommt dem jährlichen verpflichtenden Wertminderungstest große Bedeutung zu.

Der Wertminderungstest erforderte zunächst die Festlegung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppe von solchen Einheiten, denen diese Posten zugeordnet werden. Diese Struktur bleibt grundsätzlich erhalten, bis eine Änderung der Umstände eine Neuausrichtung erfordert. Bei Grohe folgt diese Struktur der regionalen Ausrichtung der Grohe-Geschäftsaktivitäten.

Hierauf aufbauend ist jährlich eine Schätzung des erzielbaren Betrages jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit vorzunehmen. Hierzu zieht Grohe den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten heran. Zur Ermittlung dieses Betrages muss die Unternehmensleitung die voraussichtlichen künftigen Cashflows schätzen und darüber hinaus einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Die Cashflows werden grundsätzlich aus der jeweils aktuellen Planung des Unternehmens abgeleitet. Der Abzinsungssatz wird unter Heranziehung aktueller Marktdaten bestimmt.

Der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts betrug zum 31. März 2022 TEUR 777.453 (31. März 2021 TEUR 775.355). Der Buchwert des Markenrechtes "GROHE" betrug zum 31. März 2022 TEUR 585.934 (31. März 2021 TEUR 585.934).

Für weitere Informationen zu den immateriellen Vermögenswerten verweisen wir auf Anhangsangabe 7, für weitere Informationen zur Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. der sonstigen immateriellen Vermögenswerte verweisen wir auf Anhangsangabe 9.

Entwicklungskosten

Entwicklungskosten werden entsprechend der in Anhangsangabe 2 dargestellten Rechnungslegungsmethode aktiviert. Dies bezieht sich insbesondere auf Produktentwicklungen.

Die Anwendung dieser Rechnungslegungsmethode setzt einen klar dokumentierten Prozess der Erfassung der Kosten für Entwicklungsprojekte und deren Überwachung voraus. Grohe setzt hierfür einen sogenannten Stage-Gate-Prozess ein, d. h. ein Phasenmodell mit definierten Kontrollpunkten für Produktentwicklungsprojekte. Die im Stage-Gate-Prozess definierten Phasen reichen von dem Beginn einer Produktidee bis hin zur Vermarktung der Produkte. Vor dem Übergang in eine neue Phase innerhalb des Stage-Gate-Prozesses gibt es jeweils eine formalisierte Entscheidung, ob das Projekt fortgeführt wird. Die Aktivierung der Kosten für ein Entwicklungsprojekt erfolgt erst ab der Phase, in der nach Einschätzung des Managements die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit des jeweiligen Projekts nachgewiesen ist. Die Kosten werden nur aktiviert, soweit diese durch den erwarteten zukünftigen Nutzen aus dem Projekt gedeckt sind. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der aktivierten Beträge trifft das Management dabei Annahmen über die Höhe und den Zeitraum der erwarteten künftigen Cashflows aus dem Projekt und die anzuwendenden Abzinsungssätze. Mit Eintritt der Nutzbarkeit der Projektergebnisse setzt die planmäßige Abschreibung ein.

Der Buchwert der aktivierten Entwicklungskosten betrug zum 31. März 2022 TEUR 39.195 (31. März 2021 TEUR 40.475). Für weitere Informationen zu den aktivierten Entwicklungskosten verweisen wir auf Anhangsangabe 7.

Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Im Konzern existiert eine Reihe nicht durch Fonds gedeckter Pensionspläne, die hauptsächlich die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter einschließen. Im Ausland bestehen einige weniger umfangreiche Pläne.

Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen und anderen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf die Abzinsungssätze, künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen, die Sterblichkeit und die künftigen Rentensteigerungen. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Schätzungen inhärenten Unsicherheiten. Die Neuberechnung zum jeweiligen Stichtag führt regelmäßig zu versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die in voller Höhe im Sonstigen Ergebnis und damit außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.

Der Abzinsungssatz ist ein wesentliches Element der Bewertung von Pensionen, da mit ihm der Zinsaufwand für den nächsten Berichtszeitraum bestimmt wird.

Die für die Pensionsbewertung relevanten Abzinsungssätze sind grundsätzlich aus dem Kapitalmarkt unter Heranziehung hoch qualitativer Unternehmensanleihen in derselben Währung abzuleiten, soweit ein hinreichend liquider Markt vorliegt.

Zum 31. März 2022 stieg der Abzinsungssatz für die deutschen leistungsorientierten Pensionspläne von 1,1 % im Vorjahr auf 1,6 %. Eine Sensitivitätsanalyse ist in Anhangsangabe 18 enthalten. Die Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen, im Wesentlichen das Absinken des Abzinsungssatzes, der bei der Bewertung der leistungsorientierten Pensionspläne und anderen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zur Anwendung kommt, führten im Geschäftsjahr zu versicherungsmathematischen Gewinnen in Höhe von TEUR 42.985 (2021: versicherungsmathematische Verluste von TEUR 48.592).

Die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betrug zum 31. März 2022 TEUR 439.456 (31. März 2021 TEUR 482.406). Für weitere Einzelheiten hierzu verweisen wir auf Anhangsangabe 18.

Bewertung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Wertaufhellung

Die Bewertung von Rückstellungen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten oder ähnlichen Ansprüchen (einschließlich Ansprüche im Zusammenhang mit Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses) ist in erheblichem Umfang von der Einschätzung des Managements abhängig. So beruht die Wahrscheinlichkeit, ob aus einem anhängigen Verfahren eine Verbindlichkeit entsteht, auf der Einschätzung der spezifischen Sachverhalte und Gegebenheiten der Situation. Der spätere Urteilsspruch oder ein geschlossener Vergleich können in erheblichem Umfang von der Einschätzung abweichen.

Zum 31. März 2022 wurden für anhängige Rechtsverfahren und Restrukturierungsmaßnahmen Rückstellungen von TEUR 4.256 (31. März 2021: TEUR 5.989) gebildet. Für weitere Informationen zu den Rückstellungen verweisen wir auf Anhangsangabe 17.

2.2. Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Fremdwährungsumrechnung

Die Währungsumrechnung des Konzerns erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung nach IAS 21.

Die funktionale Währung ist die Währung, in der überwiegend Zahlungsmittel erwirtschaftet bzw. verwendet werden. Bei der Mehrzahl der Konzernunternehmen ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung.

Transaktionen in fremder Währung werden bei erstmaligem Ansatz mit dem zum Transaktionszeitpunkt gültigen Wechselkurs in die funktionale Währung umgerechnet. Zum Abschlussstichtag werden monetäre Posten zum Stichtagskurs umgerechnet, nicht monetäre Posten mit dem zum Transaktionszeitpunkt gültigen Wechselkurs. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst.

Die Vermögenswerte und Schulden der Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum Stichtagskurs von der jeweiligen Landeswährung in Euro umgerechnet. Sämtliche Veränderungen während des Geschäftsjahres sowie Aufwendungen, Erträge und Zahlungsströme werden zu Durchschnittskursen des Berichtszeitraums umgerechnet. Eigenkapitalbestandteile werden zu historischen Kursen zu den Zeitpunkten ihrer jeweiligen aus Konzernsicht erfolgten Zugänge umgerechnet.

Die sich gegenüber der Umrechnung zu Stichtagskursen ergebenden Unterschiedsbeträge werden im Eigenkapital gesondert als "Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe" ausgewiesen. Im Eigenkapital während der Konzernzugehörigkeit erfasste Währungsumrechnungsdifferenzen werden beim Ausscheiden von Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis erfolgswirksam aufgelöst.

Die Wechselkurse wichtiger Währungen entwickelten sich hierbei wie folgt:

Entwicklung der Wechselkurse wichtiger Währungen

am Geschäftsjahresende Durchschnittskurse für die Geschäftsjahre
EUR 1,00 entspricht: 2022 2021 2022 2021
US-Dollar 1,11 1,17 1,16 1,17
Kanadische Dollar 1,39 1,48 1,46 1,54
Pfund Sterling 0,85 0,85 0,85 0,89
Thailändische Baht 36,91 36,66 37,87 36,27
Russische Rubel 91,12 88,32 89,13 87,51
Japanische Yen 135,17 129,91 130,86 123,75
Chinesische Renminbi 7,04 7,68 7,45 7,90
Indische Rupie 84,13 85,81 86,29 86,54

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Kosten der laufenden Instandhaltung werden als Aufwand erfasst.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen die geschätzten Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde. Die Abschreibungen auf die jeweiligen Vermögenswerte beginnen, wenn die Vermögenswerte für ihren vorgesehenen Verwendungszweck bereit sind. Bei Durchführung einer größeren Wartung werden die Kosten im Buchwert der Sachanlagen als Ersatz erfasst, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind.

Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus dem Abgang des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz aus Nettoveräußerungserlösen und Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Für weitere Einzelheiten zu den Sachanlagen verweisen wir auf Anhangsangabe 6.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind, es sei denn, sie fallen für den Erwerb oder die Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts an. Bei qualifizierten Vermögenswerten nimmt der Erwerb oder die Herstellung zwingend einen wesentlichen Zeitraum in Anspruch.

Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Tochtergesellschaften werden ab dem Zeitpunkt vollkonsolidiert, ab dem der Konzern die Beherrschung erlangt.

Beherrschung wird erreicht, wenn der Konzern variablen Rückflüssen aus seinem Engagement zu einem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Rückflüsse mittels seiner Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Der Konzern hat die Beherrschung über ein Beteiligungsunternehmen, wenn er:

Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen hat (d.h. über bestehende Rechte verfügt, die ihm die gegenwärtige Fähigkeit zur Lenkung der maßgeblichen Tätigkeiten verleihen),

eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf variable Rückflüsse aus seinem Engagement bei dem Beteiligungsunternehmen hat,

die Fähigkeit hat, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rückflüsse des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird.

Im Allgemeinen kann davon ausgegangen werden, dass der Besitz der Mehrheit der Stimmrechte zur Beherrschung führt. Um diese Annahme zu stützen, berücksichtigt der Konzern bei der Beurteilung, ob er die Verfügungsgewalt über ein Beteiligungsunternehmen besitzt, alle maßgeblichen Sachverhalte und Umstände. Gleiches gilt, wenn er nicht über die Mehrheit der Stimmrechte oder ähnlicher Rechte des Beteiligungsunternehmens verfügt.

Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.

Bei Unternehmenszusammenschlüssen erfolgt die Einbeziehung unter Anwendung der Erwerbsmethode. Danach bemessen sich die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, und der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Erwerber die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst. Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird im Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, werden entweder ergebniswirksam oder im Eigenkapital erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst.

Geschäfts- oder Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Erwerbers an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens bemessen. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet, der Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, die von den Synergieeffekten aus dem Unternehmenszusammenschluss profitieren. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des Erwerbers diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit oder eine Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wird,

stellt die niedrigste Ebene innerhalb des Unternehmens dar, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für die interne Unternehmenssteuerung überwacht wird und

ist nicht größer als ein Segment des Konzerns.

In den Fällen, in denen der Geschäfts- oder Firmenwert einen Teil der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (oder Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) darstellt und ein Teil des Geschäftsbereichs dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung des Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des Teils der zurückbehaltenen zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.

Bei der Veräußerung einer Tochtergesellschaft wird die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem Nettovermögen zuzüglich der kumulierten Fremdwährungsdifferenzen und des nicht amortisierten Geschäfts- oder Firmenwerts der Tochtergesellschaft erfolgswirksam erfasst.

Immaterielle Vermögenswerte

Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungskosten angesetzt. Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden, soweit sie aktivierungsfähig sind, mit den Herstellungskosten angesetzt.

Es wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und solchen mit unbegrenzter Nutzungsdauer differenziert.

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung überprüft, sofern ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Nutzungsdauer wird im Fall von immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die erforderlichen Änderungen der Nutzungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts im Unternehmen entspricht. Bei immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter Nutzungsdauer kommt ausschließlich die lineare Abschreibung zur Anwendung.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird mindestens einmal jährlich für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit eine Überprüfung auf Wertminderung durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Ferner wird die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts mit unbegrenzter Nutzungsdauer einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbegrenzten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbegrenzten Nutzungsdauer zur begrenzten Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen.

Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Posten ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst.

Für weitere Informationen zu den immateriellen Vermögenswerten verweisen wir auf Anhangsangabe 7.

Entwicklungskosten

Entwicklungskosten sind bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen als immaterieller Vermögenswert aktivierungspflichtig, während Forschungskosten in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand zu berücksichtigen sind. Kosten, die in der Entwicklungsphase eines neuen Produktes entstehen und diesem direkt zurechenbar sind, werden aktiviert, sofern sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

Technische Möglichkeit zur Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes, sodass dieser genutzt oder verkauft werden kann,

Vorhandensein der Absicht und der Fähigkeit, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen,

Erzielung von künftigem wirtschaftlichen Nutzen durch den immateriellen Vermögenswert,

Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger Ressourcen zum Abschluss der Entwicklung und anschließendem Verkauf bzw. Nutzung des immateriellen Vermögenswertes,

Verlässliche Bewertung der dem immateriellen Vermögenswert zuzurechnenden Kosten.

Die Abschreibung der aktivierten Entwicklungskosten beginnt, sobald die entwickelten Produkte für ihre vorgesehene Nutzung zur Verfügung stehen. Die Abschreibungen für Produktentwicklungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Umsatzkosten erfasst.

Wertminderung von nichtfinanziellen Vermögenswerten

An jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.

Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt.

Für in Vorjahren wertgeminderte Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird zu jedem Bilanzstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung wird sofort im Periodenergebnis erfasst, es sei denn, der Vermögenswert wird zum Neubewertungsbetrag erfasst. In diesem Fall ist die Wertaufholung als eine Wertsteigerung durch Neubewertung zu behandeln.

Für die Vermögenswerte "Geschäfts- und Firmenwert" sowie "Markenrecht" sind zusätzlich folgende Kriterien zu berücksichtigen:

Geschäfts- oder Firmenwert und Markenrecht

Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts und des Markenrechts wird mindestens einmal jährlich überprüft. Ein Wertminderungstest wird auch dann durchgeführt, wenn Ereignisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert gemindert sein könnte.

Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (oder der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) bestimmt, der der Geschäfts- oder Firmenwert und das Markenrecht zugeordnet wurden. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (oder der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (oder der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten), der der Geschäfts- oder Firmenwert und das Markenrecht zugeordnet wurden, unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf nicht in den nachfolgenden Berichtsperioden aufgeholt werden. Der Konzern nimmt die jährliche Überprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts und des Markenrechts auf Werthaltigkeit zum 31. März vor.

Hinsichtlich der Prüfung auf Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts und des Markenrechts verweisen wir auf Anhangsangabe 9.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kurz- und langfristige finanzielle Vermögenswerte und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte. Mit Ausnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden die finanziellen Vermögenswerte bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle von anderen Finanzinvestitionen als solchen, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert sind, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb des Vermögenswerts zuzurechnen sind. Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien erfolgt bei ihrem erstmaligen Ansatz. Umklassifizierungen werden vorgenommen, sofern diese zulässig und erforderlich sind.

Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist sowohl für die erstmalige bilanzielle Erfassung als auch für den bilanziellen Abgang der Tag des Vertragsabschlusses relevant. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere kurzfristige Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere kurzfristige Forderungen werden zum Transaktionspreis nach IFRS 15 erfasst. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

In diese Kategorie fallen im Wesentlichen Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, mit Ausnahme solcher Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Vermögenswerten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden in der Erfolgsrechnung erfasst.

Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten

Zu jedem Abschlussstichtag werden für finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, Wertminderungen auf Basis der erwarteten Verluste gebildet. Die Berechnung der erwarteten Verluste berücksichtigt die gesamte Haltedauer der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unter Berücksichtigung des Eintretens einer Erhöhung des Kreditrisikos. Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Kunden, wie beispielsweise die Wahrscheinlichkeit von Insolvenz, finanzielle Sanierung, Zahlungsausfall oder Zahlungsverzug gelten als Indikatoren für die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Forderungsausfalls. Die Wertberichtigung für Forderungen mit erhöhter Ausfallwahrscheinlichkeit entspricht dem gefährdeten Betrag (Exposure of Default), der Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default) sowie der Ausfallrate (Loss Given Default). Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Leasingforderungen werden Wertberichtigungen in Form von Einzelwertberichtigungen unter Verwendung von Wertberichtigungskonten berücksichtigt, konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen. Forderungen mit einem ähnlichen Ausfallrisiko werden in Gruppen zusammengefasst und gemeinsam auf Wertberichtigungsbedarf anhand von Erfahrungswerten und zukunftsgerichteten Faktoren untersucht. Die Wertberichtigungen werden ergebniswirksam berücksichtigt.

Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte

Die Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt regelmäßig bei Erlöschen der Rechte. Dies ist typischerweise dann der Fall, wenn die Zahlung erfolgt, das Recht erloschen ist oder dem Recht durch die Gegenseite erfolgreich widersprochen wurde. Da im Konzern keine ABS-Transaktionen durchgeführt und Forderungen nur in geringem Maße im Rahmen des Factorings verkauft werden, erfolgt die Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte dann, wenn die wesentlichen Chancen und Risiken, bezogen auf den Cashflow aus dem finanziellen Vermögenswert, übertragen wurden.

Vorräte

Die Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Handelswaren werden grundsätzlich mit ihren durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Beachtung niedrigerer Nettoveräußerungswerte bewertet.

Unfertige und fertige Erzeugnisse werden mit dem niedrigeren Wert aus Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Herstellungskosten enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen sowie anteilige Verwaltungs- und Sozialkosten. Die Finanzierungskosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt.

Im Geschäftsjahr 2021 wurde eine Anpassung der Parameter für die Reichweitenbewertung an Konzernvorgaben der obersten Muttergesellschaft LIXIL Corporation vorgenommen. Aufgrund dieser Anpassung ergab sich ein negativer Gesamteffekt von ca. EUR 7,5 Mio. auf die Bewertung des Vorratsvermögens.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Bilanz umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben und kurzfristige Einlagen mit Restlaufzeit - gerechnet vom Erwerbszeitpunkt - von weniger als drei Monaten.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Verzinsliche Darlehen

Darlehen werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung abzüglich der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet.

Nach der erstmaligen Erfassung werden die verzinslichen Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.

Die Beurteilung, ob ein Vertrag ein eingebettetes Derivat enthält, wird zum Zeitpunkt vorgenommen, zu dem das Unternehmen erstmals Vertragspartei wird. Die eingebetteten Derivate werden vom Basisvertrag getrennt, wenn dieser nicht zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam erfasst wird, und eine Analyse ergibt, dass die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken des Basisvertrags verbunden sind.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die vom Konzern gehaltenen derivativen Finanzinstrumente, die die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft nicht erfüllen.

Derivate, welche die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft nicht erfüllen

Die finanziellen Verbindlichkeiten enthalten auch Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Derivaten, welche die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft nicht erfüllen. Sie werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden (siehe unten).

Der beizulegende Zeitwert von derivativen finanziellen Verbindlichkeiten wird anhand von Mark-to-market-Bewertungen unter Zugrundelegung von Zinssätzen, die für den entsprechenden Zeitraum gelten, bestimmt.

Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist.

Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.

Verbindlichkeiten gegenüber Eigentümern von nicht beherrschenden Anteilen

Durch den Abschluss eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags mit der Grohe Beteiligungs GmbH stellten die ehemaligen nicht beherrschenden Anteile an der Grohe AG, Hemer, nach IAS 32 Fremdkapital dar, da den ehemaligen Eigentümern von nicht beherrschenden Anteilen eine Abfindung gemäß § 305 AktG zusteht. Die Grohe Holding GmbH war zu 100 % an der Grohe Beteiligungs GmbH beteiligt. Mit Eintragung in das Handelsregister am 30. November 2018 wurde die Grohe Beteiligungs GmbH rückwirkend zum 1. April 2018 auf die Grohe Holding GmbH verschmolzen.

Die ordentliche Hauptversammlung der Grohe AG hat am 21. November 2017 die Übertragung der nicht beherrschenden Anteile an der Grohe AG auf die Grohe Beteiligungs GmbH gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung gemäß §§ 327a ff. AktG beschlossen.

Der Übertragungsbeschluss wurde am 7. Dezember 2017 in das Handelsregister der Grohe AG beim Amtsgericht Iserlohn unter HRB 5726 eingetragen. Dadurch sind alle nicht beherrschenden Anteile an der Grohe AG kraft Gesetzes auf die Grohe Beteiligungs GmbH übergegangen.

Für weitere Informationen verweisen wir auf Anhangsangabe 21.

Grohe hält an der Grohe Saudi Arabia Limited, Königreich Saudi-Arabien ("Grohe Saudi-Arabien"), 75 % der Anteile. Die verbleibenden 25 % der Anteile werden von der National Contracting and Equipment Holding Co. Limited, Königreich Saudi-Arabien ("National Contracting and Equipment Holding"), gehalten. Der Gesellschaftervertrag sieht eine "Put and Call Option" über die von der National Contracting and Equipment Holding gehaltenen Anteile vor. Diese Option berechtigt die National Contracting and Equipment Holding, ihre Anteile an Grohe zu einem von Erfolgsgrößen abhängigen Preis zu verkaufen. Gleichzeitig ist Grohe berechtigt, die Anteile von der National Contracting and Equipment Holding zu dem Preis zu erwerben. Da eine Ausübung dieses Optionsrechts als hochwahrscheinlich einzustufen ist, wird gemäß IFRS die zukünftige Verpflichtung gegenüber Eigentümern von nicht beherrschenden Anteilen aus dem Kauf der verbleibenden Anteile passiviert.

Für weitere Informationen verweisen wir auf Anhangsangabe 16.

Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn eine Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, deren Inanspruchnahme wahrscheinlich ist, und wenn die voraussichtliche Höhe des notwendigen Rückstellungsbetrages zuverlässig schätzbar ist.

Die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ausgabe ist der Betrag, den das Unternehmen bei vernünftiger Betrachtung zur Erfüllung der Verpflichtung zum entsprechenden Stichtag zahlen müsste. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt.

Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Im Konzern existieren eine Reihe nicht durch Fonds gedeckter Pensionspläne, die nahezu alle in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter einschließen, die vor dem 1. Januar 2001 eingetreten sind. Außerdem existieren Pensionspläne in Großbritannien, die durch Planvermögen unterlegt sind. Darüber hinaus ist der Konzern verpflichtet, Versorgungsleistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (end-of-service benefits) für Mitarbeiter in einigen anderen Landesgesellschaften im Ausland zu erbringen. Die Bewertung der aus diesen Plänen resultierenden Verpflichtungen erfolgte durch sachverständige Dritte.

Die Bewertung der aus den leistungsorientierten Plänen resultierenden Verpflichtung erfolgt gesondert für jeden Plan unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) sowie der Ermittlung von laufendem Dienstzeitaufwand und Zinsaufwendungen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden im Sonstigen Ergebnis erfasst und auch künftig nicht mehr in der Gewinn- und Verlustrechnung wirksam.

Der als Vermögenswert oder Schuld aus einem leistungsorientierten Plan zu erfassende Betrag umfasst den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des zur unmittelbaren Erfüllung von Verpflichtungen vorhandenen Planvermögens. Der Wert eines Planvermögenswerts entspricht dem Barwert eines etwaigen wirtschaftlichen Nutzens in Form von Rückerstattungen aus dem Plan oder in Form der Minderung künftiger Beitragszahlungen an den Plan.

Der Dienstzeitaufwand im Zusammenhang mit Pensionsrückstellungen wird den Kosten der betroffenen Funktionsbereiche in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zugeordnet. Die Verzinsung der Verpflichtungen wird unter den Zinsaufwendungen ausgewiesen.

Leasingverhältnisse

Grohe beurteilt zum Zeitpunkt eines Vertragsbeginns, ob es sich bei einem zugrunde liegenden Vertrag um ein Leasingverhältnis nach IFRS 16 handelt oder nicht. Ein Leasingverhältnis wird durch einen Vertrag begründet, der den Leasingnehmer dazu berechtigt, einen identifizierten Vermögenswert gegen Zahlung eines Entgelts an den Leasinggeber für einen bestimmten Zeitraum zu nutzen und zu kontrollieren. Ein identifizierbarer Vermögenswert liegt nur dann vor, wenn der Vermögenswert explizit im Vertrag genannt wird oder implizit aus diesem hervorgeht.

Für Verträge, in denen Grohe als Leasingnehmer agiert, hat sich Grohe entschieden, Leasing- und Nichtleasingkomponenten nicht zu trennen und stattdessen das Vereinfachungswahlrecht in Anspruch zu nehmen und sowohl die Leasing- als auch die Nichtleasingkomponenten gemeinsam als Basis zur Bestimmung der vertraglichen Leasingzahlungen zu berücksichtigen.

Konzern als Leasingnehmer

Grohe wendet das Befreiungswahlrecht für den Ansatz kurzfristiger Leasingverhältnisse mit einer Vertragsdauer <12 Monate sowie für solche über geringwertige Vermögenswerte an. Solche Leasingverträge, genauso wie Leasingverträge, die ausschließlich variable Zahlungen beinhalten, werden linear als Aufwand über die Vertragslaufzeit erfasst.

Alle anderen Leasingtransaktionen, bei denen Grohe als Leasingnehmer agiert, werden nach dem Nutzungsrechtsmodell ("Right-of-Use Model") bilanziert. In diesem Modell wird eine Leasingverbindlichkeit für jeden einzelnen Vertragsgegenstand als Barwert der vertraglichen fixen Leasingzahlungen passiviert, die nicht am oder vor dem Vertragsbeginn gezahlt wurden. Zur Diskontierung wird ein risiko- und laufzeitäquivalenter Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen. Die Verbindlichkeit wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und mittels Effektivzinsmethode fortentwickelt und geleistete Leasingzahlungen werden in Zinsaufwand und Tilgungszahlungen unterteilt.

Korrespondierend wird zu jedem Vertragsgegenstand im Zeitpunkt des Vertragsbeginns ein Nutzungsrecht aktiviert. Zur bilanziellen Erstbewertung des Nutzungsrechts wird der Barwert der Leasingverbindlichkeit zugrunde gelegt und um am oder vor Vertragsbeginn geleistete Zahlungen sowie um direkt zurechenbare Kosten erhöht und um erhaltene Mietanreizzahlungen gekürzt. Anschließend wird das Nutzungsrecht linear über den kürzeren Zeitraum aus der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes und der Vertragslaufzeit abgeschrieben unter Berücksichtigung regelmäßiger Wertminderungstests nach IAS 36.

Ergeben sich während der Vertragslaufzeit Änderungen der Vertragsparameter, z.B. Verlängerungen oder Ratenanpassungen, wird die Verbindlichkeit unter Berücksichtigung der neuen zukünftigen Zahlungen neu berechnet. Das korrespondierende Nutzungsrecht wird entsprechend um die sich ergebene Differenz erfolgsneutral angepasst.

Konzern als Leasinggeber

Leasingtransaktionen, bei denen Grohe als Leasinggeber auftritt, werden unter Berücksichtigung von Risiken und Chancen bei Vertragsbeginn als Operating-Lease oder Finanzierungsleasing eingestuft.

Einnahmen aus Operating-Leasingverhältnissen werden dabei linear über die Vertragslaufzeit als Ertrag erfasst. Vermietete Gegenstände werden weiterhin linear über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben.

Bei einer Einstufung als Finanzierungsleasingverhältnis wird der vermietete Leasinggegenstand ausgebucht und eine Forderung in Höhe der Nettoinvestition in das Leasingverhältnis aktiviert. Erhaltene Zahlungen werden gemäß der Effektivzinsmethode in Tilgungen und Zinserträge aufgeteilt.

Umsatzrealisierung

Erträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Erträge sind zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung zu bemessen. Skonti, Rabatte sowie Umsatzsteuer oder andere Abgaben bleiben unberücksichtigt. Darüber hinaus setzt die Ertragsrealisierung die Erfüllung nachfolgender Ansatzkriterien voraus.

Verkauf von Waren und Erzeugnissen

Umsatzerlöse aus Verkäufen von Produkten werden mit dem Eigentums- bzw. Gefahrenübergang an den Kunden erfasst, sofern ein Preis vereinbart oder bestimmbar ist und von dessen Bezahlung ausgegangen werden kann. Die Umsatzerlöse sind abzüglich Skonti, Preisnachlässe, Kundenboni und Rabatte ausgewiesen.

Zinserträge

Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind (gegebenenfalls unter Verwendung der Effektivzinsmethode, d.h. des bei der erstmaligen Erfassung bestimmten Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden).

Dividenden

Erträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung

Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung werden nach IAS 1.35 saldiert unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen oder Erträgen ausgewiesen.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die Erfassung von Zuwendungen der öffentlichen Hand erfolgt, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt.

Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Zuwendungen für einen Vermögenswert werden in der Konzernbilanz als passiver Abgrenzungsposten dargestellt. Der passive Abgrenzungsposten wird über die erwartete Nutzungsdauer des betreffenden Vermögenswerts in gleichbleibenden jährlichen Raten erfolgswirksam aufgelöst.

Steuern

Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme der:

latenten Steuerschuld aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das bilanzielle Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und der

latenten Steuerschuld aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, mit dem die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verrechnet werden können, mit Ausnahme von:

latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das bilanzielle Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und

latenten Steueransprüchen aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen stehen, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden und kein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, mit dem die temporären Differenzen verrechnet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, mit dem der latente Steueranspruch verrechnet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die im Sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Sonstigen Ergebnis bzw. Eigenkapital erfasst.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisen- und Rohwarentermingeschäfte, um sich gegen Währungs- und Rohstoffpreisrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist.

Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten werden sofort erfolgswirksam erfasst, mit Ausnahme des wirksamen Teils einer Absicherung von Cashflows im Sinne des Hedge Accounting nach IFRS 9, der im Sonstigen Ergebnis erfasst wird.

Die im Sonstigen Ergebnis erfassten Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst, z.B. dann, wenn abgesicherte Finanzerträge oder -aufwendungen erfasst werden oder wenn ein erwarteter Verkauf durchgeführt wird. Resultiert eine Absicherung im Ansatz eines nichtfinanziellen Vermögenswerts oder einer nichtfinanziellen Schuld, so werden die im Sonstigen Ergebnis erfassten Beträge Teil der Anschaffungskosten im Zugangszeitpunkt des nichtfinanziellen Vermögenswerts bzw. der nichtfinanziellen Schuld.

Es wurden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien des Konzerns im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Die Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion sowie die Art des abgesicherten Risikos und eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows des gesicherten Grundgeschäfts ermittelt. Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt. Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie tatsächlich während der gesamten Berichtsperiode, für die die Sicherungsbeziehung definiert wurde, hochwirksam waren.

Es werden derzeit nur Cashflow Hedges zur Absicherung zukünftig erwarteter Transaktionen als Sicherungsinstrumente verwendet.

Wenn das Sicherungsinstrument ausläuft oder veräußert, beendet oder ausgeübt wird, ohne dass ein Ersatz oder Überrollen des Sicherungsinstrumentes in ein anderes Sicherungsinstrument erfolgt, oder die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt sind, verbleiben die bislang im Sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten Gewinne bzw. Verluste so lange im Sonstigen Ergebnis, bis die erwartete Transaktion das Ergebnis beeinflusst. Wird mit dem Eintritt der erwarteten Transaktion nicht länger gerechnet, werden die zuvor im Eigenkapital erfassten Gewinne und Verluste in die Gewinn-und Verlustrechnung umgebucht.

Fremdwährungen (Cashflow Hedges)

Für einen Großteil der abgeschlossenen Devisentermingeschäfte liegt eine Designation als effektive Sicherungsgeschäfte im Sinne des IFRS 9 vor und der wirksame Teil wird als Sonstiges Ergebnis in der Rücklage zur Absicherung des Cashflows erfasst. Hinsichtlich der unwirksamen Teile sowie der übrigen nicht nach IFRS 9 designierten Kontrakte erfolgt eine erfolgswirksame Erfassung im Finanzergebnis bzw., sofern eine wirtschaftliche Sicherung vorliegt, im operativen Ergebnis.

Rohstoffeinkäufe (Cashflow Hedges)

Für die im Geschäftsjahr 2022 abgewickelten Rohwarentermingeschäfte sowie die zum 31. März 2022 bestehenden und für Rohstoffeinkäufe im Geschäftsjahr 2022 abgeschlossenen Rohwarentermingeschäfte liegt eine Hedge-Accounting-Dokumentation im Sinne des IFRS 9 vor. Die beizulegenden Zeitwerte wurden als Sonstiges Ergebnis in der Rücklage zur Absicherung des Cashflows erfasst.

Für weitere Informationen zu den Finanzinstrumenten verweisen wir auf Anhangsangabe 23.

2.3. Auswirkungen erstmals angewendeter IFRS-Standards und Interpretationen

Das IASB und das IFRS IC haben die folgenden Standards und Interpretationen verabschiedet, die von der EU in europäisches Recht übernommen wurden und in der Berichtsperiode erstmals angewandt wurden:

Erstmalig angewendete Standards

Standard/ Interpretation Thema Anwendungspflicht für Geschäftsjahre beginnend ab Auswirkung auf Grohe
Änderungen an IFRS 16 Auf die COVID-19-Pandemie bezogene Mietkonzessionen 01.06.2020 unwesentlich
Änderungen an IFRS 4 Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung von IFRS 9 01.01.2021 unwesentlich
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 Reform der Referenzzinssätze (Phase 2) 01.01.2021 unwesentlich
Änderungen an IFRS 16 Verlängerung der Regelung in Bezug auf die COVID-19-Pandemie bezogenen Mietkonzessionen 01.04.2021 unwesentlich

2.4. Auswirkungen neuer bzw. geänderter IFRS-Standards in künftigen Geschäftsjahren

Das IASB hat die nachfolgend aufgeführten Standards und Interpretationen veröffentlicht, die in der Berichtsperiode noch nicht verpflichtend anzuwenden waren bzw. von der Europäischen Union noch nicht übernommen wurden.

Zusammenfassung neuer, noch nicht angewendeter bzw. anzuwendender Standards und Interpretationen

Standard/ Interpretation Thema Anwendungspflicht für Geschäftsjahre beginnend ab Übernahme durch EU-Kommission
Änderungen an IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept 01.01.2022 Ja
Änderungen an IAS 16 Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung 01.01.2022 Ja
Änderungen an IAS 37 Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrages 01.01.2022 Ja
Verschiedene Jährliche Verbesserungen 2018-2020 01.01.2022 Ja
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2023 Ja
Änderungen an IAS 1 Klassifizierung von Schulden 01.01.2023 Nein
Änderungen an IAS 1 und IFRS- Leitliniendokument 2 Angabeninitiative - Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 01.01.2023 Ja
Änderungen an IAS 8 Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 01.01.2023 Ja
Änderungen an IAS 12 Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen 01.01.2023 Nein
Änderungen an IFRS 17 Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen (Änderung an IFRS 17) 01.01.2023 Nein

Der Konzern wendet diese Standards und Interpretationen nicht vorzeitig an. Diese Standards und Interpretationen werden zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umgesetzt.

Die Auswirkungen der Änderungen an IAS 12 auf künftige Konzernabschlüsse der Grohe Holding GmbH werden noch geprüft. Für die übrigen vorstehend angeführten Änderungen ist nicht zu erwarten, dass sie wesentliche Auswirkungen auf künftige Konzernabschlüsse der Grohe Holding GmbH haben werden.

3. Veränderungen im Konsolidierungskreis

Im Geschäftsjahr 2022 wurde die Grohe MENA FZE, Jebel Ali Free Zone, Vereinigte Arabische Emirate gegründet. Die Bathroom International Trading Company Ltd. und die Grome Marketing Gulf Ltd. wurden in 2022 liquidiert. Die Änderungen des Konsolidierungskreises hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss zum 31. März 2022.

Im März 2022 wurde der Verkauf von Grohe Japan K.K. an die LIXIL Corp. zum 1. April 2022 beschlossen. Zum 31. März 2022 werden daher die Vermögenswerte und Schulden von Grohe Japan K.K. gesondert in der Bilanz ausgewiesen. Die Werte der Veräußerungsgruppen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Veräußerungsgruppen

(in TEUR)
31.03.2022 31.03.2021
Sachanlagen und Nutzungsrechte 509 0
Immaterielle Vermögenswerte 506 0
Nutzungsrechte 441 0
Sonstige Vermögenswerte 2 0
Aktive latente Steuern 523 0
Langfristige Vermögenswerte 1.981 0
Vorräte 3.038 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.742 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 991 0
Sonstige Vermögenswerte 180 0
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 23 0
Kurzfristige Vermögenswerte 5.974 0
Vermögenswerte der Veräußerungsgruppe 7.955 0
Finanzverbindlichkeiten 163 0
Rückstellungen 963 0
Passive latente Steuern 178 0
Langfristige Schulden 1.304 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.350 0
Finanzverbindlichkeiten 1.263 0
Ertragsteuerschulden 54 0
Sonstige Verbindlichkeiten 355 0
Kurzfristige Schulden 3.022 0
Schulden der Veräußerungsgruppe 4.326 0
Reinvermögen 3.629 0

Im Geschäftsjahr 2021 wurde der Konsolidierungskreis um die SenseGuard GmbH, die Grohe Hellas Limited sowie die Grohe International RO S.R.L. erweitert und die liquidierte Grohe Vietnam One Member Company Limited entkonsolidiert. Aus den Veränderungen ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

4. Zusätzliche Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen

(in TEUR) 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
Währungskursverluste 5.899 3.634
Finanzierungs-, Reorganisationskosten und ähnliche Aufwendungen 1.465 1.353
Sonstige Aufwendungen von verbundenen Unternehmen 1.352 113
Wertminderung von Vermögenswerten 1.075 6.162
Verlust aus Anlagenabgang 382 790
Sonstige 8.386 5.854
  18.559 17.906

Die im Posten "Finanzierungs-, Reorganisationskosten und ähnliche Aufwendungen" ausgewiesenen Finanzierungskosten erfüllen nicht die Definition von Transaktionskosten und wurden daher nicht von den entsprechenden Schulden abgesetzt. In den Geschäftsjahren 2021 und 2022 wurden hier im Wesentlichen Aufwendungen aus der Einmalzahlung an alle Mitarbeiter bezüglich der COVID-19-Krise ausgewiesen.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Kostenweiterbelastungen seitens der Muttergesellschaft für Management- bzw. Personalleistungen ausgewiesen.

Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung werden saldiert ausgewiesen. In den Geschäftsjahren 2021 und 2022 sind Nettoverluste aus der Währungsumrechnung entstanden.

4.2. Sonstige betriebliche Erträge

(in TEUR) 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
Sonstige Erträge von verbundenen Unternehmen 3.654 2.134
Erlöse aus Schadenersatz 350 284
Miet- und Leasingerträge 90 48
Gewinne aus der Veräußerung von Anlagevermögen 77 380
Erträge aus Auflösung von Rückstellungen 15 0
Sonstige 2.484 4.131
  6.670 6.977

4.3. Finanzergebnis

(in TEUR) 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
Zinsaufwendungen    
Gesellschafterdarlehen Lixil -848 -2.469
Bankdarlehen -6.995 -6.108
Leasingverbindlichkeiten -870 -827
Aufzinsung Pensionsrückstellungen und andere langfristige Verpflichtungen -5.433 -7.897
  -14.146 -17.301
Zinserträge    
Zinserträge aus Sichteinlagen und Forderungen 5.038 3.682
  5.038 3.682
Sonstiges Finanzergebnis -476 -70
Finanzergebnis -9.584 -13.689

4.4. Zusätzliche Angaben aufgrund der Anwendung des Umsatzkostenverfahrens

In den Funktionskosten enthaltene Abschreibungen

(in TEUR) 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
Planmäßige Abschreibungen 86.281 82.812
Wertminderungen 1.068 6.162
Wertaufholungen -26 0
  87.323 88.974

Die Wertminderungen werden im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst.

In den Umsatzkosten enthaltene Materialaufwendungen

(in TEUR) 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 732.811 568.793
Aufwendungen für bezogene Leistungen 23.366 17.114
  756.177 585.907

In den Funktionskosten enthaltene Leistungen an Arbeitnehmer

(in TEUR) 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
Löhne und Gehälter (einschließlich Abfindungen) 314.681 291.328
Soziale Abgaben, Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 71.994 67.875
  386.675 359.203

In den sozialen Abgaben, Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung sind Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen in Höhe von TEUR 29.369 (2021: TEUR 25.473) enthalten. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Mitarbeiterzahl setzt sich im Durchschnitt wie folgt zusammen:

Mitarbeiter (im Durchschnitt)

01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
Gewerbliche Mitarbeiter 4.342 4.118
Angestellte 3.196 3.024
Summe 7.538 7.142
Auszubildende 75 77
Summe 7.613 7.219

4.5. Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten werden in der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung unter den Umsatzkosten ausgewiesen und betrugen im Geschäftsjahr 2022 TEUR 41.263 (2021: TEUR 36.582). Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2022 ein Betrag von TEUR 12.144 (2021: TEUR 17.512) aktiviert. Die plan- und außerplanmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2022 TEUR 13.441 (2021: TEUR 17.253).

5. Ertragsteuern

Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung der Ertragsteuern

(in TEUR) 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung    
Laufender Steuerertrag/(-aufwand)    
Steuerertrag/(-aufwand) für das aktuelle Geschäftsjahr -82.563 -67.387
Steuerertrag/(-aufwand) für Vorjahre 253 -1.459
Latenter Steuerertrag/(-aufwand) -82.310 -68.846
Entstehung und Umkehrung temporärer Differenzen 3.295 863
Steuereffekte aus Verlust- und Zinsvorträgen sowie Abwertungen 0 1.008
Aus Steuersatzänderungen 56 184
  3.351 2.055
In der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesener Steuerertrag/(-aufwand) -78.959 -66.791
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung    
Latente Ertragsteuern aus im Sonstigen Ergebnis erfassten Posten:    
Steuereffekt aus der Verrechnung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste -13.323 15.364
Steuereffekt aus der Wertveränderung von Sicherungsinstrumenten 34 -1.669
Im Sonstigen Ergebnis erfasster Steuerertrag/(-aufwand) -13.289 13.695

Die Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Steuerertrag/(-aufwand) ist wie folgt:

Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Steuerertrag/(-aufwand)

(in TEUR) 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
Ergebnis vor Ertragsteuern 251.069 192.918
Erwarteter Ertrag/(Aufwand) zum Steuersatz von 31,525 % (2021: 31,525 %) -79.150 -60.679
(Erhöhung) bzw. Minderung der Ertragsteuerbelastung durch:    
Anpassungen von Ertragsteuern für Vorjahre 253 -1.459
Steuerfreie Erträge 670 3.460
Nicht abzugsfähige Aufwendungen -2.338 -2.418
Ausländische Steuersätze 4.222 3.102
Ausländische Quellensteuer 0 -1.322
Steuereffekte aus Verlustvorträgen und Zinsvorträgen -958 -5.453
Permanente Differenzen -232 -818
Änderung von Steuersätzen 56 184
Übrige -1.482 -1.388
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesener Ertragsteuerertrag/(-aufwand) -78.959 -66.791

Der erwartete Steuersatz für das Geschäftsjahr 2022 von 31,525 % (2021: 31,525 %) resultiert aus der erwarteten Gewerbesteuerbelastung von 15,7 % sowie aus der Körperschaftsteuer von 15 % und dem Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die festgesetzte Körperschaftsteuer in Deutschland, da der wesentliche Teil der Geschäftstätigkeit in Deutschland erfolgt.

Die latenten Steuern resultieren aus den folgenden Bilanzpositionen des Konzerns:

Latente Steuern

(in TEUR) 31.03.2022 31.03.2021
Passive latente Steuern    
Immaterielles Anlagevermögen -240.190 -236.836
Sachanlagevermögen -14.639 -10.903
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -2.366 -731
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte -411 -1.411
Finanzielle und sonstige Verbindlichkeiten -3.525 -8.324
  -261.131 -258.205
Aktive latente Steuern    
Sachanlagevermögen 5.054 1.919
Vorräte 7.318 9.170
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 451 415
Rückstellungen 89.982 99.211
Sonstige Verbindlichkeiten 3.177 2.588
Steuerliche Verlustvorträge 11 96
  105.993 113.399
Latente Steuern (Saldo) -155.138 -144.806
In der Bilanz wie folgt ausgewiesen:    
Aktive latente Steuern 16.142 13.856
Passive latente Steuern -171.280 -158.662
Latente Steuern (Saldo) -155.138 -144.806

Die deutsche Organschaft besteht aus den Gesellschaften Grohe Holding GmbH, Grohe AG, Grohe Deutschland Vertriebs GmbH, GROHEDAL Sanitärsysteme GmbH, Grohe Logistik Service GmbH und Grohe International GmbH.

Auf die steuerlichen Verlustvorträge und Zinsvorträge ausländischer Tochtergesellschaften wurden insgesamt latente Steueransprüche von TEUR 14 (2021: TEUR 96) gebildet.

Zum 31. März 2022 wurden latente Steuerschulden für kumulierte, aber noch nicht ausgeschüttete Gewinne von Tochtergesellschaften in Höhe von TEUR 7.408 (2021: TEUR 7.420) erfasst, da der Konzern plant, in absehbarer Zeit Ausschüttungen vorzunehmen.

6. Sachanlagen

Sachanlagen

(in TEUR) Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttowert:          
Stand 01. April 2020 128.587 307.813 170.548 27.923 634.871
Effekte aus Wechselkursänderungen -563 -1.301 -1.349 -130 -3.343
Zugänge 875 11.461 11.295 24.738 48.369
Abgänge -888 -2.483 -12.027 -915 -16.313
Umgliederungen innerhalb des Sachanlagevermögens 1.120 18.293 3.861 -23.274 0
Umgliederungen aus anderen / in andere Bilanzpositionen -273   -8 -249 -530
Stand 31. März 2021 128.858 333.783 172.320 28.093 663.054
Effekte aus Wechselkursänderungen -180 -389 728 21 180
Zugänge 1.393 8.984 13.256 34.685 58.318
Abgänge -490 -884 -10.090 -194 -11.658
Umgliederungen innerhalb des Sachanlagevermögens 2.360 9.290 2.770 -14.420 0
Umgliederungen aus anderen / in andere Bilanzpositionen 0 -223 -1.492 -192 -1.907
Stand 31. März 2022 131.941 350.561 177.492 47.993 707.987
Abschreibungen und Wertberichtigungen:          
Stand 01. April 2020 48.585 212.133 112.576 0 373.294
Effekte aus Wechselkursänderungen -177 -680 -841   -1.698
Abschreibungen des Geschäftsjahres 3.809 22.671 16.033   42.513
Abgänge -553 -2.364 -11.368   -14.285
Umgliederungen innerhalb des Sachanlagevermögens   47 -47   0
Umgliederungen aus anderen / in andere Bilanzpositionen -273   6   -267
Wertminderungsaufwendungen 302       302
Stand 31. März 2021 51.693 231.807 116.359 0 399.859
Effekte aus Wechselkursänderungen -39 -139 725   547
Abschreibungen des Geschäftsjahres 3.828 23.047 16.118   42.993
Abgänge -344 -849 -9.917   -11.110
Umgliederungen innerhalb des Sachanlagevermögens 95   -95   0
Umgliederungen aus anderen / in andere Bilanzpositionen   -216 -992   -1.208
Wertaufholungen     -26   -26
Wertminderungsaufwendungen 39       39
Stand 31. März 2022 55.272 253.650 122.172 0 431.094
Buchwert:          
Stand 31. März 2021 77.165 101.976 55.961 28.093 263.195
Stand 31. März 2022 76.669 96.911 55.320 47.993 276.893

Wertminderung von Sachanlagen

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Wertminderungen auf Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten in Höhe von TEUR 39 erfasst. Im Vorjahr wurden Wertminderungen auf Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten in Höhe von TEUR 302 erfasst.

Nutzungsdauern

Die Nutzungsdauern der Vermögenswerte werden wie folgt geschätzt:

Geschätzte Nutzungsdauern der Vermögenswerte

(in Jahren) 2022 2021
Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 25 bis 50 25 bis 50
Technische Anlagen und Maschinen 4 bis 25 4 bis 25
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 bis 30 1 bis 30

Sicherheiten

Zum 31. März 2022 sowie zum 31. März 2021 dienten keine Sachanlagen als Sicherheit für die Darlehen des Konzerns. Für weitere Informationen verweisen wir auf Anhangsangabe 15.

7. Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte

(in TEUR) Firmenwert Marke Andere immaterielle Vermögenswerte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Summe
Bruttowert:          
Stand 1. April 2020 795.866 585.934 112.110 99.712 1.593.622
Effekte aus Wechselkursänderungen -6.828   -5.578   -12.406
Zugänge     4.092 26.138 30.230
Abgänge     -81 -9.304 -9.385
Umgliederungen innerhalb der immateriellen Vermögenswerte     17 -17 0
Umgliederungen aus anderen / in andere Bilanzpositionen     72 0 72
Stand 31. März 2021 789.038 585.934 110.632 116.529 1.602.133
Effekte aus Wechselkursänderungen 2.518   499   3.017
Zugänge     2.470 22.566 25.036
Abgänge     -333 -1.196 -1.529
Umgliederungen aus anderen / in andere Bilanzpositionen -420   -613 23 -1.010
Stand 31. März 2022 791.136 585.934 112.655 137.922 1.627.647
Abschreibungen und Wertberichtigungen:          
Stand 1. April 2020 13.683 0 46.994 52.132 112.809
Effekte aus Wechselkursänderungen     -1.535   -1.535
Abschreibungen des Geschäftsjahres     9.833 13.661 23.494
Abgänge     -71 -9.304 -9.375
Wertminderungen     15 5.845 5.860
Stand 31. März 2021 13.683 0 55.236 62.334 131.253
Effekte aus Wechselkursänderungen     221   221
Abschreibungen des Geschäftsjahres     9.801 16.064 25.865
Abgänge     -333 -1.188 -1.521
Wertminderungen       1.029 1.029
Umgliederungen aus anderen / in andere Bilanzpositionen     -561   -561
Stand 31. März 2022 13.683 0 64.364 78.239 156.286
Buchwert:          
Stand 31. März 2021 775.355 585.934 55.396 54.195 1.470.880
Stand 31. März 2022 777.453 585.934 48.291 59.683 1.471.361

Der Geschäfts- oder Firmenwert zum 31. März 2022 beträgt TEUR 777.453 (31. März 2021: TEUR 775.355). Der Großteil des Geschäfts- oder Firmenwerts ist auf den Erwerb der ehemaligen Grohe Aktiengesellschaft im Jahr 2004 zurückzuführen.

Die Marke bezieht sich im Wesentlichen auf die Marke "GROHE". Die Nutzungsdauer der Marke "GROHE" ist weder wirtschaftlich noch technologisch begrenzt. Es ist daher davon auszugehen, dass die Marke keiner bestimmbaren Nutzungsdauer unterliegt. Die Schutzrechte können ohne wesentlichen Aufwand verlängert werden. Neben dem Geschäfts- oder Firmenwert wird daher auch die Marke "GROHE" nicht planmäßig abgeschrieben, sondern unterliegt dem jährlichen Wertminderungstest.

Die Zugänge im Geschäftsjahr 2022 sind im Wesentlichen einzeln erworbene oder selbst geschaffene Vermögenswerte. Die Zugänge bei den selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 22.566 (2021: TEUR 26.138) setzen sich ausschließlich aus aktivierten Entwicklungsleistungen in Zusammenhang mit Produktentwicklung in Höhe von TEUR 12.144 (2021: TEUR 17.512) sowie weiteren aktivierten selbst geschaffenen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 10.422 (2021: TEUR 8.626) zusammen. Der Ausweis der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte erfolgte im Wesentlichen im Posten "Umsatzkosten".

Wertminderungen

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Wertminderungen von TEUR 1.029 für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte erfasst und im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen (2021: TEUR 5.845 für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte und TEUR 15 für andere immaterielle Vermögenswerte).

Sicherheiten

Zum 31. März 2022 sowie zum 31. März 2021 dienten keine immateriellen Vermögenswerte als Sicherheit für die Darlehen des Konzerns. Für weitere Informationen verweisen wir auf Anhangsangabe 15.

Nutzungsdauern

Die geschätzten Nutzungsdauern der sonstigen und der selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte liegen zwischen einem und zwölf Jahren.

8. Nutzungsrechte

Die aus den Leasingverhältnissen aktivierten Nutzungsrechte betreffen im Wesentlichen die Anmietung von Gebäuden an verschiedenen Standorten sowie Fahrzeuge und Transportvorrichtungen. Daneben bestehen in geringem Umfang Nutzungsrechte für Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Nutzungsrechte

(in TEUR) Nutzungsrechte Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Nutzungsrechte technische Anlagen und Maschinen Nutzungsrechte andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Nutzungsrechte Fahrzeuge Summe
Bruttowert:          
Stand 01. April 2020 45.749 0 341 19.815 65.905
Effekte aus Wechselkursänderungen -509 0 0 -314 -823
Zugänge 10.293 0 152 7.073 17.518
Abgänge -1.862 0 -14 -2.244 -4.120
Stand 31. März 2021 53.671 0 479 24.330 78.480
Effekte aus Wechselkursänderungen 185 10 0 -90 105
Zugänge 20.083 410 34 6.051 26.578
Abgänge -2.081 0 -18 -2.762 -4.861
Umgliederungen in Veräußerungsgruppen -1.199 0 0 -39 -1.238
Stand 31. März 2022 70.659 420 495 27.490 99.064
Abschreibungen und Wertberichtigungen:          
Stand 01. April 2020 9.473 0 55 6.262 15.790
Effekte aus Wechselkursänderungen -213 0 0 -280 -493
Abschreibungen des Geschäftsjahres 9.528 0 87 7.190 16.805
Abgänge -1.269 0 -14 -2.046 -3.329
Stand 31. März 2021 17.519 0 128 11.126 28.773
Effekte aus Wechselkursänderungen 84 0 0 -59 25
Abschreibungen des Geschäftsjahres 10.001 7 102 7.313 17.423
Abgänge -1.968 0 -15 -2.705 -4.688
Umgliederungen in Veräußerungsgruppen -786 0 0 -10 -796
Stand 31. März 2022 24.850 7 215 15.665 40.737
Buchwert:          
Stand 31. März 2021 36.152 0 351 13.204 49.707
Stand 31. März 2022 45.809 413 280 11.825 58.327

9. Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer

Seit Beginn des Geschäftsjahres 2018 und einer fortschreitenden Konzernintegration erfolgt eine stärker fokussierte Steuerung des Konzerns im Hinblick auf die Gebiete

EMENA (Europa, Mittlerer Osten sowie Nordafrika),

Asien.

Diese Struktur entspricht der aktuellen internen Berichts- und Überwachungsstruktur der Gruppe.

Die vorhandenen Geschäfts- oder Firmenwerte und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich einem Wertminderungstest unterzogen. In Übereinstimmung mit dem Budgetierungsprozess werden diese Tests jeweils im letzten Quartal des Geschäftsjahres durchgeführt.

Die Durchführung eines weiteren Wertminderungstests aufgrund kritischer Ereignisse innerhalb des Geschäftsjahres war nicht notwendig.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte teilen sich nunmehr wie folgt auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf:

Zahlungsmittelgenerierende Einheiten 2022
(in TEUR)
EMENA 754.531
Asien 22.922
Summe 777.453

In den letzten beiden Geschäftsjahren gab es keine wesentlichen Veränderungen im Konsolidierungskreis und damit auch keine Zu- und Abgänge des Geschäfts- oder Firmenwertes.

Zahlungsmittelgenerierende Einheit "EMENA"

Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "EMENA" wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt.

Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten wurden Zahlungsströme für die nächsten fünf Jahre prognostiziert, die auf Erfahrungen der Vergangenheit, aktuellen operativen Ergebnissen und der bestmöglichen Einschätzung zukünftiger Entwicklungen durch die Unternehmensleitung sowie auf Marktannahmen basieren. Der ermittelte beizulegende Zeitwert wurde der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet.

Die nach diesem Zeitraum von fünf Jahren anfallenden Cashflows werden unter Verwendung einer Wachstumsrate von 1,5 % (2021: 1,5 %) extrapoliert. Der im Geschäftsjahr verwendete Abzinsungssatz nach Steuern beträgt 7,3 % (2021: 7,0 %).

Zahlungsmittelgenerierende Einheit "Asien"

Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Asien" wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt.

Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten wurden Zahlungsströme für die nächsten fünf Jahre prognostiziert, die auf Erfahrungen der Vergangenheit, aktuellen operativen Ergebnissen und der bestmöglichen Einschätzung zukünftiger Entwicklungen durch die Unternehmensleitung sowie auf Marktannahmen basieren. Der ermittelte beizulegende Zeitwert wurde der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet.

Die nach diesem Zeitraum von fünf Jahren anfallenden Cashflows werden unter Verwendung einer Wachstumsrate von 1,5 % (2021: 1,5 %) extrapoliert. Der im Geschäftsjahr verwendete Abzinsungssatz nach Steuern beträgt 9,0 % (2021: 8,7 %).

Markenrechte "GROHE"

In der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "EMENA" sind ferner Markenrechte mit einem Buchwert zum 31. März 2022 von TEUR 585.934 (31. März 2021: TEUR 585.934) bilanziert. Das Markenrecht wurde zum Zeitpunkt der Akquisition der vormaligen Grohe Aktiengesellschaft durch die Grohe Holding GmbH mittels Anwendung der Lizenzpreisanalogiemethode bewertet. Die Überprüfung auf Wertminderung erfolgt im Rahmen der Überprüfung der Wertminderung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "EMENA".

Grundannahmen für die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten

Bei der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind folgende Annahmen von besonderer Bedeutung und unterliegen Schätzungsunsicherheiten:

Umsatzerlöse,

Margenentwicklung (Bruttomarge,)

Abzinsungssätze,

Wachstumsrate, die der Extrapolation der Cashflow-Prognosen jenseits des Planungszeitraums zugrunde gelegt wird.

Umsatzerlöse und Wachstumsraten - Den geschätzten Umsatzerlösen und Wachstumsraten liegen veröffentlichte branchenbezogene Marktforschungen zugrunde. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden interne Annahmen getroffen. Für den Planungszeitraum von fünf Jahren geht die Gesellschaft von einem deutlichen Umsatzwachstum aus. Dies ist Ausdruck der angestrebten weiteren Internationalisierung von Grohe.

Margenentwicklung (Bruttomarge) - Im Einklang mit den Umsatzplanungen geht die Geschäftsführung von einer leichten Margenverbesserung aus.

Abzinsungssätze - Die Abzinsungssätze werden durch die Unternehmensleitung als WACC (Weighted Average Cost of Capital) für die jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bestimmt. Hierbei werden die folgenden wesentlichen Inputfaktoren zugrunde gelegt:

risikoloser Zins von 0,1 %,

Marktrisikoprämie von 7,75 %,

Planungszeitraum - Die Jahre 2022/23 bis 2026/27 bilden den Planungszeitraum.

Daneben erfordert die WACC-Ermittlung Annahmen zu den Fremdkapitalkosten, dem Beta-Faktor und der Kapitalstruktur, die sich aus einer unveränderten Peer Group ableiten. Darüber hinaus werden gegebenenfalls Risikofaktoren abgebildet, die spezifisch für die zahlungsmittelgenerierende Einheit sind.

Sensitivität der getroffenen Annahmen

Die Unternehmensleitung ist der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich mögliche Änderung einer der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren erzielbaren Wert wesentlich übersteigt.

Abzinsungssätze - Eine Veränderung der Abzinsungssätze um einen Prozentpunkt führt nicht zu einer Wertminderung.

Wachstumsrate - Eine Verminderung der Wachstumsrate um einen Prozentpunkt führt nicht zu einer Wertminderung.

Dabei wurden für die mittelfristige Unternehmensplanung auch Szenarien im Zusammenhang mit dem Wegfall von Umsatzerlösen auf dem russischen Markt infolge des Ukraine-Krieges berücksichtigt.

10. Sonstige finanzielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte

(in TEUR) 31.03.2022 31.03.2021
Darlehen und Forderungen gegen nahestehende Unternehmen 104.513 96.001
Kautionen und Sicherheitsleistungen 1.916 2.058
Derivative Finanzinstrumente 5.301 4.193
Forderungen gegen Mitarbeiter 704 640
Sonstige Forderungen 15.711 12.255
Total 128.145 115.147
Davon kurzfristig 126.288 113.191
Davon langfristig 1.857 1.956

Die bestehenden Forderungen sind zum Bilanzstichtag überwiegend nicht fällig. Es deutet nichts darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Die derivativen Finanzinstrumente dienen der Absicherung von Währungs- und Rohstoffpreisrisiken.

Die "Darlehen und Forderungen gegen nahestehende Unternehmen" beinhalten im Wesentlichen Forderungen im Rahmen des RTC EMEA. Der Hauptteil entfällt dabei auf ein Darlehen an die Lixil Africa Holdings (Pty) Ltd., Südafrika. Zum 31. März 2022 betrug das Darlehen TEUR 54.598 (2021: TEUR 50.878).

Zum 31. März 2022 dienten keine sonstigen finanziellen Vermögenswerte als Sicherheit für die Darlehen des Konzerns (31. März 2021: TEUR 0).

Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung der sonstigen Vermögenswerte

(in TEUR) 31.03.2022 31.03.2021
Sonstige Steuerforderungen 21.754 14.708
Abgegrenzte Kosten 8.079 5.125
Übrige 2.224 3.407
Total 32.057 23.240
Davon kurzfristig 32.057 23.240
Davon langfristig 0 0

11. Vorräte

Vorräte

(in TEUR) 31.03.2022 31.03.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 78.899 53.950
Unfertige Erzeugnisse 43.313 31.466
Fertige Erzeugnisse 192.064 135.344
Ware unterwegs 63.633 49.734
Erfasste Wertminderungen -30.021 -33.388
  347.888 237.106

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2022 Abwertungen von Vorräten in Höhe von TEUR 3.093 aufwandswirksam erfasst (2021: TEUR 11.367). Die Aufwendungen aus Verschrottungen betrugen im Geschäftsjahr 2022 TEUR 3.457 (2021: TEUR 2.672). Der Ausweis erfolgt jeweils unter den Umsatzkosten.

Mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert sind Fertige Erzeugnisse und Ware unterwegs in Höhe von TEUR 3.246 (2021: TEUR 1.067) bewertet.

Sicherheiten

Zum 31. März 2022 sowie zum 31. März 2021 dienten keine Vorräte als Sicherheit für die Darlehen des Konzerns.

Für weitere Informationen verweisen wir auf Anhangsangabe 15.

12. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

(in TEUR) 2022 2021
Stand 1. April 3.906 4.376
Aufwandswirksame Zuführungen 2.349 1.151
Verbrauch -130 -115
Auflösung -777 -1.424
Effekte aus Wechselkursänderungen 21 -82
Stand 31. März 5.369 3.906

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von bis zu 90 Tagen.

Zum 31. März 2022 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Nennwert von TEUR 5.369 (31. März 2021: TEUR 3.906) wertberichtigt. Der wesentliche Grund für das konstante Niveau der wertberichtigten Forderungen lässt sich auf die anhaltenden Effekte der COVID-19-Pandemie sowie Wechselkureffekte zurückführen. Ein wesentlicher Anteil der Wertberichtigungen von ca. 35 % (TEUR 1.870;) entfällt auf die Region Ukraine, wo die Forderungen aufgrund der aktuellen Lage zu 100 % einzelwertberichtig wurden.

In allen Regionen wurden die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie bei der Beurteilung von Ausfallwahrscheinlichkeiten, jeweils unter Einbeziehung von lokalen Begebenheiten, weiterhin berücksichtigt. Es wird mittelfristig nicht mit einem signifikanten Anstieg von Kreditausfällen gerechnet.

Die Entwicklung des Wertberichtigungskontos stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung des Wertberichtigungskontos

(in TEUR) 31.03.2022 31.03.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 240.015 228.647
Wertberichtigungen -5.369 -3.906
  234.646 224.741

Die Analyse der überfälligen, nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. März 2022 stellt sich wie folgt dar:

Fälligkeitsanalyse für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

(in TEUR) 31.03.2022 31.03.2021
Nicht fällig 172.555 180.641
Überfällig < 30 Tage 43.097 24.962
Überfällig > 30 Tage und < 90 Tage 9.702 13.348
Überfällig > 90 Tage und < 180 Tage 5.021 3.426
Überfällig > 180 Tage 9.640 6.270
Wertberichtigungen -5.369 -3.906
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 234.646 224.741

Der Anstieg der Gesamtforderungen zum 31. März 2022 ergibt sich überwiegend aus den gestiegenen Umsätzen zum Geschäftsjahresende.

Der Anstieg der überfälligen Forderungen > 180 Tage lässt sich auf wenige Großkunden zurückführen. Für diese Kunden wird nicht mit einem Zahlungsausfall gerechnet, weshalb sich der Anstieg nicht in den tatsächlich erfassten Wertberichtigungen wiederfindet.

Sicherheiten

Zum 31. März 2022 sowie zum 31. März 2021 dienten keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als Sicherheit für die Darlehen des Konzerns.

Für weitere Informationen verweisen wir auf Anhangsangabe 15.

13. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von TEUR 80.922 (2021: TEUR 89.652) enthalten fast ausschließlich Bank- und Kassenbestände von operativen Tochtergesellschaften.

Die Entwicklung der Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen kann der Kapitalflussrechnung entnommen werden.

Sicherheiten

Zum 31. März 2022 sowie zum 31. März 2021 dienten keine Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen als Sicherheit für die Darlehen des Konzerns.

Für weitere Informationen verweisen wir auf Anhangsangabe 15.

14. Gezeichnetes Kapital und Rücklagen

Gezeichnetes Kapital

Das Stammkapital besteht aus zwei Geschäftsanteilen in Höhe von EUR 24.900 sowie EUR 100. Die LIXIL Europe S.à r.l. (vormals: Grohe Group S.à r.l.) hält sämtliche Anteile an der Gesellschaft. Die Kapitalanteile wurden vollständig eingezahlt.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 50.000 resultiert aus einer sonstigen Zuzahlung gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB aus dem Jahr 2004. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2013 ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 46.100 in Eigenkapital umgewandelt. Der Betrag wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.

Gewinnrücklagen und Konzernergebnis

Die Position "Gewinnrücklagen und Konzernergebnis" enthält die aufgelaufenen Ergebnisse der im Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. In den kumulierten Konzernergebnissen werden außerdem versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Pensionsbewertung erfasst.

Zum 31. März 2022 beliefen sich die aufgelaufenen versicherungsmathematischen Gewinne (+) bzw. Verluste (-) nach Steuern auf TEUR -105.298 (31. März 2021: TEUR -134.931).

Sonstige Rücklagen

Unter den sonstigen Rücklagen sind die Differenzen aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung der ausländischen Abschlüsse ausgewiesen. Diese betragen zum 31. März 2022 TEUR -12.719 (2021: TEUR -15.076).

Des Weiteren erfolgt hier der Ausweis der kumulierten Wertveränderung von Sicherungsinstrumenten in Höhe von TEUR 958 (2021: TEUR 1.031).

15. Finanzverbindlichkeiten

Finanzverbindlichkeiten

Angaben zum 31.03.2022
(in TEUR) Effektiver Zinssatz
in %
Fälligkeit (Geschäftsjahr) 31.03.2022 31.03.2021
Langfristig        
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,7-3,7 2024-2026 355.461 364.005
Sonstige langfristige Finanzverbindlichkeiten 5,0 - 686 852
Leasingverbindlichkeiten 0,1-3,0 2023-2033 44.875 36.848
      401.022 401.705
Kurzfristig -      
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,4-2,3 2023 54.487 10.915
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Wechseln 2,0 2023 682 606
Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 0,6 2023 5.518 203.499
Derivative Finanzinstrumente - 2023 8.277 4.228
Leasingverbindlichkeiten 0,1-3,0 2023 16.422 14.784
Kurzfristiger Teil der langfristigen Verbindlichkeiten 0,6-3,7 2023 83.475 36.002
      168.861 270.034

Der Konzern wird zentral über die Grohe Holding GmbH finanziert. Diese übernimmt als regionales Treasury-Center (RTC) Finanzierungsfunktionen für die gesamte Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) im LIXIL Konzern.

Die Grohe Holding GmbH finanziert sich über externe Darlehen gegenüber Kreditinstituten. Für allgemeine Unternehmenszwecke steht ihr eine Betriebsmittelkreditlinie in Höhe von EUR 120,0 Mio. bis zum 27. März 2023 zur Verfügung. Zum Stichtag hat die Grohe Holding GmbH die Betriebsmittelkreditlinie nicht in Anspruch genommen. Ferner verfügt die Grohe Holding GmbH über weitere Kreditfazilitäten in Höhe von insgesamt EUR 105,0 Mio., die sie zum 31. März 2022 in Höhe von EUR 45,0 Mio. in Anspruch genommen hat.

Zum 31. März 2022 hat die Grohe Holding GmbH langfristige Darlehen gegenüber Kreditinstituten in Höhe von insgesamt EUR 429,0 Mio. in Anspruch genommen (31. März 2021: EUR 388,0 Mio.). Im Vorjahr hat die Grohe Holding GmbH zusätzlich Darlehen von der LIXIL Group Finance Corporation in Höhe von EUR 194,0 Mio. in Anspruch genommen. Die Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (sowie im Vorjahr gegenüber der LIXIL Group Finance Corporation) machen dabei 16,1 % der Konzernbilanzsumme (2021: 23,4 %) aus. Von diesen Verpflichtungen werden EUR 350,0 Mio. in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten und EUR 79,0 Mio. in den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Die Veränderung der dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zugeordneten Finanzverbindlichkeiten stellt sich im Vorjahr und Geschäftsjahr wie folgt dar:

Veränderung der Finanzverbindlichkeiten 2022

(in TEUR) 31. März 2021 Cashflows Nicht zahlungswirksame Veränderungen 31. März 2022
Währungseinflüsse Sonstige
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 410.922 82.746 -244   493.424
Leasingverbindlichkeiten 51.632 -16.355 57 25.963 61.297
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 204.957 -197.068 208 -1.212 6.885
Gesamt 667.511 -130.677 21 24.751 561.606

Veränderung der Finanzverbindlichkeiten 2021

(in TEUR) 31. März 2020 Cashflows Nicht zahlungswirksame Veränderungen 31. März 2021
Währungseinflüsse Sonstige
Gesellschafterdarlehen LIXIL (2015) 401.000 -401.000     0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 400.096 11.296 -470   410.922
Leasingverbindlichkeiten 51.334 -15.657 -372 16.327 51.632
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 10.134 195.763 -940   204.957
Gesamt 862.564 -209.598 -1.782 16.327 667.511

Für weitere Informationen zu Finanzinstrumenten verweisen wir auf Anhangsangabe 23.

Für weitere Informationen zu Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen verweisen wir auf Anhangsangabe 24.

16. Verbindlichkeiten gegenüber Eigentümern von nicht beherrschenden Anteilen

Für Informationen zu den ehemaligen Eigentümern von nicht beherrschenden Anteilen der Grohe AG und zu dem anhängigen Spruchverfahren verweisen wir auf Anhangsangabe 21.

Grohe hält an der Grohe Saudi-Arabien 75 % der Anteile. Die verbleibenden 25 % der Anteile werden von der National Contracting and Equipment Holding gehalten. Der Gesellschaftervertrag sieht eine "Put and Call Option" über die von der National Contracting and Equipment Holding gehaltenen Anteile vor. Diese Option berechtigt die National Contracting and Equipment Holding, ihre Anteile an Grohe zu einem von Erfolgsgrößen abhängigen Preis zu verkaufen. Gleichzeitig ist Grohe berechtigt, die Anteile von der National Contracting and Equipment Holding zu dem Preis zu erwerben. Da eine Ausübung dieses Optionsrechts als hochwahrscheinlich einzustufen ist, wird gemäß IFRS die zukünftige Verpflichtung aus dem Kauf der verbleibenden Anteile passiviert. Die Verbindlichkeit gegenüber Eigentümern nicht beherrschender Anteile beträgt zum 31. März 2022 TEUR 3.774 (2021: TEUR 3.036) und wird in den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Aus der Folgebewertung der zukünftigen Kaufpreisverbindlichkeit wurde insgesamt ein Aufwand von TEUR 738 im Finanzergebnis erfasst. Im Vorjahr resultierte aus der Folgebewertung ein Aufwand von TEUR 125 im Finanzergebnis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.

Für weitere Informationen verweisen wird auf Anhangsangabe 2.

17. Rückstellungen

Rückstellungen

(in TEUR) Gewährleistung Personal- und Sozialbereich Restrukturierung sowie sonstige Risiken Gesamt davon langfristig
Stand 1. April 2020 22.752 11.217 6.547 40.516 11.826
Zuführung 16.675 4.244 7.234 28.153  
Verbrauch -18.605 -2.877 -1.750 -23.232  
Auflösung 0 -990 -469 -1.459  
Zinseffekte 0 128 0 128  
Währungseffekte 0 -39 -61 -100  
Umgliederungen aus anderen / in andere Bilanzpositionen 0 -42 -882 -924  
Stand 31. März 2021 20.822 11.641 10.619 43.082 12.536
Zuführung 25.374 4.777 1.907 32.058  
Verbrauch -18.814 -2.646 -3.474 -24.934  
Auflösung 0 -999 -3.908 -4.907  
Zinseffekte -618 78 0 -540  
Währungseffekte 0 0 -12 -12  
Umgliederungen aus anderen / in andere Bilanzpositionen 0 -487 -476 -963  
Stand 31. März 2022 26.764 12.364 4.656 43.784 12.764

Gewährleistungen

Die Rückstellungen für Gewährleistungen beruhen auf den Erfahrungswerten der Kundenreklamationen aus den Vorjahren. Die entsprechenden Kosten werden im Wesentlichen im nächsten Geschäftsjahr anfallen.

Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich

Die Rückstellungen aus dem Personal- und Sozialbereich umfassen hauptsächlich Jubiläumsgelder, Verpflichtungen aus Altersteilzeit sowie ähnliche Verpflichtungen. Sie sind in der Regel langfristig.

Restrukturierung sowie sonstige Risiken

Die Rückstellungen für Restrukturierungen und sonstige Risiken betreffen insbesondere rückstellungsfähige Personalstrukturmaßnahmen sowie rechtliche Risiken aus Abnahmeverpflichtungen.

Für weitere Informationen verweisen wir auf Anhangsangabe 21.

18. Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Im Konzern existiert in Deutschland eine Reihe nicht durch Fonds gedeckter Pensionspläne, die nahezu alle in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter einschließen, die vor dem 1. Januar 2001 eingetreten sind. Seit diesem Stichtag sind die deutschen Pensionspläne für neue Mitarbeiter geschlossen. Die Pläne dienen zur Erfüllung der Pensionszusagen und gewähren bestimmte Arbeitsunfähigkeits- und Hinterbliebenenleistungen. Bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen erwirbt ein Arbeitnehmer ein unverfallbares Recht auf zukünftige Leistungen. In den meisten Fällen bemessen sich die zu zahlenden Leistungen nach der Dienstzeit, dem Einkommen und der Position im Unternehmen.

Für die Mitarbeiter in Großbritannien hat der Konzern fondsbasierte Pensionspläne aufgelegt. Diese Pläne wurden für neue Mitarbeiter geschlossen und es können auch von bestehenden Mitarbeitern keine zusätzlichen Ansprüche mehr erworben werden.

Darüber hinaus ist der Konzern verpflichtet, Versorgungsleistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (end-of-service benefits) für Mitarbeiter in einigen anderen Landesgesellschaften im Ausland zu erbringen.

In den folgenden Tabellen werden die Bestandteile der in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für Versorgungsleistungen sowie die in der Konzernbilanz für die jeweiligen Pläne angesetzten Beträge dargestellt:

Angefallene Aufwendungen für Versorgungsleistungen

(in TEUR)
2022 Pläne in Deutschland Pläne im Ausland Sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Ausland Summe
Laufender Dienstzeitaufwand 6.409 0 1.028 7.437
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Gewinne und Verluste aus Planabgeltungen 0 0 21 21
Zinsaufwand 5.156 25 144 5.325
Aufwendungen für Versorgungsleistungen 11.565 25 1.193 12.783
2021 Pläne in Deutschland Pläne im Ausland Sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Ausland Summe
Laufender Dienstzeitaufwand 5.930 0 1.011 6.941
Zinsaufwand 0 0 -12 -12
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 7.532 29 115 7.676
Aufwendungen für Versorgungsleistungen 13.462 29 1.114 14.605

Für die Pensionspläne in Deutschland entfällt der Dienstzeitaufwand auf folgende Aufwandspositionen:

• Umsatzkosten 65 %
• Vertriebskosten 22 %
• Verwaltungskosten 13 %

Der Finanzierungsstatus der leistungsorientierten Pensionspläne stellt sich wie folgt dar:

Finanzierungsstatus

(in TEUR) 31.03.2022 31.03.2021
Leistungsorientierte Verpflichtung nicht durch Planvermögen finanziert 439.304 481.197
Leistungsorientierte Verpflichtung ganz oder teilweise durch Planvermögen finanziert (Pläne im Ausland) 9.592 10.195
Abzüglich: Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -9.440 -8.986
Nettopensionsverpflichtung 439.456 482.406

Die Änderungen des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

Entwicklung der leistungsorientierten Verpflichtung aus Pensionen

(in TEUR) Pläne in Deutschland Pläne im Ausland Sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Ausland Summe
Leistungsorientierte Verpflichtungen zum 01. April 2020 424.593 8.349 5.457 438.399
Laufender Dienstzeitaufwand 5.930 0 1.011 6.941
Zinsaufwand 7.532 194 115 7.841
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Gewinne und Verluste aus Planabgeltungen 0 0 -12 -12
Neubewertung der leistungsorientierten Verpflichtung, davon 48.975 1.671 -309 50.337
versicherungsmathematische (Gewinne) / Verluste aus finanziellen Annahmen 54.911 1.617 -243 56.285
versicherungsmathematische (Gewinne) / Verluste aus biometrischen Annahmen 0 0 32 32
erfahrungsbedingte Anpassungen -5.936 54 -98 -5.980
Gezahlte Leistungen -11.910 -422 -116 -12.448
Umrechnungsdifferenzen aus ausländischen Plänen 0 403 -155 248
Sonstige 0 0 86 86
Leistungsorientierte Verpflichtungen zum 31. März 2021 475.120 10.195 6.077 491.392
Laufender Dienstzeitaufwand 6.409 0 1.028 7.437
Zinsaufwand 5.156 213 144 5.513
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Gewinne und Verluste aus Planabgeltungen 0 0 21 21
Neubewertung der leistungsorientierten Verpflichtung, davon -41.010 -682 -962 -42.654
versicherungsmathematische (Gewinne) / Verluste aus finanziellen Annahmen -39.037 -393 -782 -40.212
versicherungsmathematische (Gewinne) / Verluste aus biometrischen Annahmen 0 -289 -74 -363
erfahrungsbedingte Anpassungen -1.973 0 -106 -2.079
Gezahlte Leistungen -12.390 -203 -319 -12.912
Umrechnungsdifferenzen aus ausländischen Plänen 0 69 30 99
Leistungsorientierte Verpflichtungen zum 31. März 2022, davon für 433.285 9.592 6.019 448.896
aktive Anwärter 177.434 0 6.019 183.453
ausgeschiedene Anwärter 57.508 5.209 0 62.717
Pensionäre 198.343 4.383 0 202.726

Unter "Sonstige" war im Vorjahr die Umgliederung aus einer anderen Bilanzposition enthalten.

Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellen sich wie folgt dar:

Entwicklung des Planvermögens im Ausland

(in TEUR)
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 01. April 2020 7.074
Zinsertrag 165
Erträge aus dem Planvermögen (ohne Zinsertrag) 1.745
Arbeitgeberbeiträge 67
Gezahlte Leistungen -422
Umrechnungsdifferenzen aus ausländischen Plänen 357
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. März 2021 8.986
Zinsertrag 188
Erträge aus dem Planvermögen (ohne Zinsertrag) 331
Arbeitgeberbeiträge 71
Gezahlte Leistungen -203
Umrechnungsdifferenzen aus ausländischen Plänen 67
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. März 2022 9.440

Ziele der Anlagepolitik für das Fondsvermögen sind Kapitalerhalt und eine langfristige Kapitalvermehrung. Zu diesem Zweck wird ausschließlich in offene Investmentfonds mit einem ausgewogenen Portfolio investiert.

Die Hauptgruppen des Planvermögens stellen sich als prozentualer Anteil des beizulegenden Zeitwerts des gesamten Planvermögens wie folgt dar:

Hauptgruppen des Planvermögens im Ausland

31.03.2022 31.03.2021
Aktien 73 % 75 %
Sonstige Anleihen 19 % 18 %
Immobilien 8 % 7 %

Der Konzern rechnet für das Geschäftsjahr 2023 mit Beiträgen zu leistungsorientierten Pensionsplänen in Höhe von insgesamt TEUR 124.

Zum 31. März 2022 betrug die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtungen 17,3 Jahre.

Das Fälligkeitsprofil der leistungsorientierten Verpflichtungen im Zusammenhang mit den deutschen Pensionsplänen stellt sich wie folgt dar:

Fälligkeit der undiskontierten Versorgungsleistungen für die Pensionspläne in Deutschland

(in TEUR) <1 Jahr 1-5 Jahre 6-10 Jahre
31. März 2022 13.058 71.252 84.399

Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen, die in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen werden, ergeben sich wie folgt:

Im sonstigen Ergebnis erfasste (Erträge) und Aufwendungen nach Steuern

(in TEUR) 01.04.2021 - 31.03.2022 Pläne in Deutschland Pläne im Ausland Sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Ausland Summe
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste -41.010 -1.013 -962 -42.985
Ertragsteuer-Effekt 12.928 189 205 13.322
Im Konzern-Eigenkapital erfasste (Erträge) und Aufwendungen nach Steuern -28.082 -824 -757 -29.663
01.04.2020 - 31.03.2021 Pläne in Deutschland Pläne im Ausland Sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Ausland Summe
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste 48.975 -74 -309 48.592
Ertragsteuer-Effekt -15.439 14 61 -15.364
Im Konzern-Eigenkapital erfasste (Erträge) und Aufwendungen nach Steuern 33.536 -60 -248 33.228

Zum 31. März 2022 teilten sich die kumulierten versicherungsmathematischen Verluste nach Steuern wie folgt auf:

Kumulierte versicherungsmathematische Gewinne/Verluste nach Steuern

(in TEUR) 31.03.2022 31.03.2021
Kumulierte versicherungsmathematische Gewinne/ (Verluste) nach Steuern -105.242 -134.904
davon entfallen auf Anteilseigner -105.298 -134.931
davon entfallen auf Minderheitengesellschafter 56 27

Nachfolgend werden die wesentlichen versicherungsmathematischen Grundannahmen zur Ermittlung der Pensionsverpflichtungen für die Pensionspläne in Deutschland dargestellt:

Versicherungsmathematische Grundannahmen für die Pensionspläne in Deutschland

2022 2021
Diskontierungszinssatz 1,60 % 1,10 %
Gehaltstrend 2,50 % 2,50 %
Rententrend 1,75 % 1,75 %
Inflation 1,75 % 1,75 %
Sterblichkeit/Invalidität Heubeck Richttafeln 2018 G Heubeck Richttafeln 2018 G

Der Abzinsungssatz ist nach IFRS aus dem Kapitalmarkt abzuleiten. Hierfür sind grundsätzlich hoch qualitative Unternehmensanleihen heranzuziehen, soweit ein hinreichend liquider Markt gegeben ist.

Die Gesellschaft verwendet für die zur Bestimmung des Abzinsungssatzes notwendige Ermittlung der Zinsstrukturkurve nicht die verdichteten Renditeinformationen der iBoxx-Subindices, sondern legt die Renditeinformationen jedes einzelnen Bonds zugrunde. Das Zinsermittlungsverfahren auf Einzelpapierbasis lieferte zum Stichtag 31. März 2022 einen Rechnungszins in Höhe von 1,6 % (Vorjahr: 1,1 %).

Änderungen der entsprechenden versicherungsmathematischen Annahmen, die nach vernünftigem Ermessen zum Stichtag 31. März 2022 hätten möglich sein können, hätten sich auf die leistungsorientierten Pensionspläne in Deutschland wie folgt ausgewirkt:

Auswirkungen von Annahmeänderungen für die Pensionspläne in Deutschland für 2022

Entwicklung der leistungsorientierten Verpflichtung
Erhöhung Rückgang
Diskontierungszinssatz (50 Basispunkte) -7,9 % 9,0 %
Gehaltstrend (25 Basispunkte) 0,5 % -0,4 %
Rententrend (25 Basispunkte) 3,2 % -3,1 %
Sterblichkeit (um ein Jahr verlängert) 3,8 % -

19. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich.

20. Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind nicht besichert und setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige Verbindlichkeiten

(in TEUR) 31.03.2022 31.03.2021
Kundenboni und sonstige Verbindlichkeiten ggü. Kunden 113.643 119.767
Verbindlichkeiten gegenüber Personal 70.943 61.279
Ausstehende Rechnungen 59.394 50.046
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 29.064 24.911
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 10.716 6.434
Übrige 25.182 23.745
  308.942 286.182
Davon langfristig 1.584 2.551
Davon kurzfristig 307.358 283.631

Mit Ausnahme der Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern sowie der Zuwendungen der öffentlichen Hand sind sämtliche sonstigen Verbindlichkeiten finanzielle Verbindlichkeiten.

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten zum 31. März 2022 beinhalten eine Verbindlichkeit gegenüber Eigentümern von nicht beherrschenden Anteilen der Grohe Saudi-Arabien aus der in Anhangsangabe 3 sowie Anhangsangabe 16 beschriebenen "Put and Call Option" in Höhe von TEUR 3.774.

21. Erfolgsunsicherheiten und andere Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Das Bestellobligo für Sachanlagevermögen sowie immaterielle Vermögenswerte beträgt zum 31. März 2022 TEUR 38.227 (31. März 2021: TEUR 24.975).

Rechtsstreitigkeiten

Auf der Hauptversammlung der Grohe AG vom 21. November 2017 wurde die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die damalige Hauptaktionärin Grohe Beteiligungs GmbH gemäß §§ 327a ff. AktG gegen eine Barabfindung in Höhe von EUR 63,48 beschlossen. Der Beschluss ist mit Handelsregistereintragung am 7. Dezember 2017 wirksam geworden. Mehrere ehemalige Aktionäre der Grohe AG haben vor dem Landgericht Dortmund ein Spruchverfahren eingeleitet, um die Höhe der Barabfindung überprüfen zu lassen. Ein erstes Vergleichsangebot seitens Grohe wurde von einem Teil der ehemaligen Aktionäre nicht angenommen. Am 16. Mai 2022 wurde die Angemessenheit der Barabfindung final vom 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf bestätigt.

Im Übrigen verweisen wir auf die Ausführungen im Lagebericht unter "Rechtliche Risiken".

22. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die Grohe Holding GmbH beherrschen oder von ihr beherrscht werden oder die unter ihrer gemeinschaftlichen Führung oder ihrem maßgeblichen Einfluss stehen (oder umgekehrt), zusammen mit etwaigen Geschäftsvorfällen angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Grohe Holding GmbH einbezogen werden.

Die Muttergesellschaft der Grohe Holding GmbH ist die LIXIL Europe S.à r.l. (bis zum 26. April 2020: Grohe Group S.à r.l.), die 100,0 % der Anteile an der Grohe Holding GmbH direkt hält. Am 31. März 2022 und am 31. März 2021 werden indirekt 100 % der Anteile der Grohe Holding GmbH von der LIXIL Corporation gehalten.

Das oberste beherrschende Mutterunternehmen LIXIL Corporation

Die wesentlichen Geschäftsvorfälle im Geschäftsjahr 2022 waren Verkäufe und Käufe von Halbfertigwaren zwischen der LIXIL Corporation bzw. ihren Tochtergesellschaften und den Grohe Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2022 betrug das Gesamtvolumen der Käufe von LIXIL Unternehmen TEUR 43.142 (2021: TEUR 30.885). Grohe verkaufte Produkte an LIXIL und ihre Tochtergesellschaften für insgesamt TEUR 66.735 (2021: TEUR 56.186).

Im Geschäftsjahr 2022 wurden darüber hinaus TEUR 6.796 im Wesentlichen für IT-, Design- und Managementleistungen seitens LIXIL an Grohe weiterbelastet (2021: TEUR 4.411).

Die Grohe Holding GmbH gewährt im Rahmen des RTC EMEA ein kurzfristiges Darlehen an die Lixil Africa Holdings (Pty) Ltd., Südafrika. Zum 31. März 2022 betrug das Darlehen TEUR 54.598 (2021: TEUR 50.878). Im Geschäftsjahr 2022 wurden hierfür insgesamt Zinsen in Höhe von TEUR 3.833 berechnet (2021: TEUR 3.307).

Für weitere Informationen zum RTC EMEA verweisen wir auf Anhangsangabe 15.

Mutterunternehmen Lixil Europe S.à r.l.

Im Wesentlichen werden zwischen dem Mutterunternehmen LIXIL Europe S.à r.l. und den Konzernunternehmen Managementleistungen in Höhe von TEUR 5.684 (2021: TEUR 4.618) verrechnet.

Zwischen der Grohe Holding GmbH und der LIXIL Europe S.à r.l. besteht eine Cash-Pool-Vereinbarung zu marktüblichen Konditionen. Zum 31. März 2022 stellte der Saldo aus diesem Cash-Pool mit TEUR 10.208 eine Forderung gegen die LIXIL Europe S.à r.l. dar (2021: Forderung in Höhe von TEUR 6.991).

Konditionen der Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Verkäufe an und Käufe von nahestehende(n) Unternehmen und Personen sowie erbrachte bzw. bezogene Dienstleistungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Posten sind nicht besichert, unverzinslich und werden durch Barzahlung beglichen. Für Forderungen gegen oder Schulden gegenüber nahestehende(n) Unternehmen und Personen bestehen keine Garantien oder Besicherungen. Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen wurden in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 nicht wertberichtigt. Ein Wertminderungstest wird jährlich durchgeführt. Dieser beinhaltet eine Beurteilung der Finanzlage des nahestehenden Unternehmens oder der nahestehenden Person sowie die Entwicklung des Markts, in dem diese tätig sind.

Vergütung der Personen in Schlüsselpositionen des Konzerns

Führungspersonen in Schlüsselpositionen sind die nachfolgenden Mitglieder des Vorstands der Grohe AG und der Geschäftsführung der Grohe Holding GmbH.

Dem Vorstand der Grohe AG gehörten im Geschäftsjahr 2022 an:

Thomas Fuhr (Co-CEO und Mitglied des Vorstands)

Jonas Brennwald (Co-CEO und Mitglied des Vorstands)

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2022 belaufen sich auf TEUR 4.889 (Vorjahr: TEUR 3.917).

Für ehemalige Vorstandsmitglieder der Gesellschaft bzw. ihrer Vorgängergesellschaften bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 12.323 (2021: TEUR 13.565). Die Ruhegehälter ehemaliger Vorstandsmitglieder belaufen sich auf TEUR 879 (2021: TEUR 868).

Der Geschäftsführung der Grohe Holding GmbH gehörten im Geschäftsjahr 2022 an:

Jonas Brennwald (Co-CEO und Mitglied des Vorstands der Grohe AG)

Thomas Fuhr (Co-CEO und Mitglied des Vorstands der Grohe AG)

Bijoy Madassery (Executive Officer, Executive Vice President, LIXIL International, LIXIL Corporation)

Zum 10. Juli 2022 hat Thomas Fuhr die Geschäftsführung der Grohe Holding GmbH sowie den Vorstand der Grohe AG nach Auslauf des Vertrags regulär verlassen. Zum 11. Juli 2022 ist Adam Bryson als neuer Geschäftsführer der Grohe Holding GmbH sowie als Mitglied des Vorstandes der Grohe AG eingetreten.

Geschäftsvorfälle mit Personen in Schlüsselpositionen des Konzerns

Es gab sowohl im Geschäftsjahr als auch im Vorjahr neben den genannten Vergütungen keine weiteren Geschäftsvorfälle mit Personen in Schlüsselpositionen des Konzerns.

23. Weitere Informationen zu Finanzinstrumenten

Die vom Konzern verwendeten Finanzinstrumente sind Bankdarlehen und Kontokorrentkredite, Leasingverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie gewährte und aufgenommene Darlehen.

Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte wie zum Beispiel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren.

Des Weiteren verfügt der Konzern auch über derivative Finanzinstrumente. Hierzu gehören vor allem Rohwaren- und Devisentermingeschäfte. Zweck dieser derivativen Finanzinstrumente ist die Absicherung gegen Währungs- und Rohstoffpreisrisiken, die aus der Geschäftstätigkeit des Konzerns und seinen Finanzierungsquellen resultieren.

Entsprechend den konzerninternen Richtlinien wurde in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 und wird auch künftig kein Handel mit Derivaten betrieben.

Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden wesentlichen Risiken des Konzerns umfassen zinsbedingte Cashflowrisiken sowie Liquiditäts-, Währungs-, Rohstoffpreis-, Kredit- und sonstige Marktrisiken. Die Unternehmensleitung legt Strategien und Verfahren zur Steuerung einzelner Risikoarten fest, die im Folgenden dargestellt werden.

Zinsänderungsrisiko

Das Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem der Konzern ausgesetzt ist, resultiert überwiegend aus den finanziellen Verbindlichkeiten mit einem variablen Zinssatz. Da zur Unternehmensfinanzierung variabel verzinsliche Schuldinstrumente eingesetzt werden, ist Grohe Zinsänderungsrisiken ausgesetzt.

Diese Zinsänderungsrisiken resultieren im Wesentlichen aus Gesellschafterdarlehen der LIXIL Group Finance Corporation in Euro. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Ergebnisses vor Steuern gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Änderung der Zinssätze (aufgrund der Auswirkungen auf variabel verzinsliche Darlehen). Alle anderen Variablen bleiben konstant. Aufgrund des weiterhin niedrigen Zinsniveaus wird auf eine Sensitivitätsanalyse für weiter sinkende Zinssätze zum 31. März 2022 und 31. März 2021 verzichtet.

Variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

2022 Erhöhung/ Verringerung in Basispunkten Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern
(in TEUR)
  + 50 -225
2021 Erhöhung/ Verringerung in Basispunkten Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern
(in TEUR)
  + 50 -40

Währungsrisiko

Der Konzern steht im Wesentlichen einem operativen Währungsrisiko aufgrund von Erlösen in Fremdwährung gegenüber. Neben dem Risiko aus Erlösen in Fremdwährung steht der Konzern einem operativen Währungsrisiko aus dem Einkauf in Fremdwährung gegenüber, welches hauptsächlich auf den Bezug von Vorräten von Schwesterunternehmen aus dem LIXIL Konzern entfällt. Wesentliche Risiken im Finanzierungs- bzw. Investitionsbereich bestehen demgegenüber nicht.

Ein erheblicher Teil (rund 41 %) der Faktura erfolgte im Geschäftsjahr 2022 nicht in Euro. Wesentliche Teile dieser Fremdwährungen betreffen aber die jeweilige funktionale Währung, sodass insoweit kein direktes Risiko für das Konzernergebnis besteht. Dennoch bestehen verbleibende Währungsrisiken durch die Faktura in Fremdwährungen.

Der Konzern minimiert seine Währungsrisiken durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften, die sich in erster Linie auf den US-Dollar und in geringerem Umfang auf den japanischen Yen und das britische Pfund beziehen. Risiken aus einer Veränderung der Währungsrelationen begegnet das Unternehmen mit einer Absicherung der in Fremdwährung abzurechnenden Umsätze und der daraus resultierenden Forderungen. Zur Absicherung werden Devisentermingeschäfte verwendet, mit denen die Zahlungsein- bzw. -ausgänge in Fremdwährung zu einem festen Kurs in Euro getauscht werden. Der Sicherungszeitraum beträgt für erwartete Umsätze grundsätzlich bis zu einem Jahr. Abhängig von den Erwartungen über die Währungsentwicklung und die Einschätzung des Gesamtrisikos kann der Sicherungszeitraum jedoch auch jederzeit verlängert oder verkürzt werden. Zum Bilanzstichtag betrug der durchschnittliche gewichtete Sicherungszeitraum (Laufzeit der zum Stichtag bestehenden Verträge) ca. zehn Monate.

Die Planung der erwarteten Zahlungsein- bzw. -ausgänge (aus Umsatzerlösen und Vorratserwerb) basiert auf den Daten und Erfahrungswerten der Vorjahre. Da die erwarteten Zahlungsströme nicht vollständig gesichert werden (generell ca. 50 %), sind die in ein Hedge Accounting eingebundenen antizipativen Transaktionen zum Bilanzstichtag hoch wahrscheinlich.

Zum 31. März 2022 wurde über insgesamt 68 Kontrakte mit einzelnen Nominalvolumen von USD 0,25 Mio. bis zu USD 15,0 Mio. insgesamt ein Nominalvolumen von USD 94,9 Mio. (31. März 2021: über insgesamt 56 Kontrakte mit einzelnen Nominalvolumen von USD 0,25 Mio. bis zu USD 15,0 Mio. insgesamt ein Nominalvolumen von USD 62,7 Mio.) für operative Zwecke abgesichert. Der hierbei durchschnittlich abgesicherte Kurs ist USD/EUR 1,18 (31. März 2021: USD/EUR 1,18). Die durchschnittliche gewichtete Restlaufzeit der USD-Kontrakte ist 170 Tage (31. März 2021: 136 Tage).

Darüber hinaus bestanden Kontrakte zur Sicherung von Wechselkursrisiken aus dem japanischen Yen, dem chinesischen Renminbi Yuan, dem britischen Pfund, dem russischen Rubel, der türkischen Lira, sowie der indischen Rupie in deutlich geringerem Umfang. Diese werden je nach Bedarf von Zeit zu Zeit abgeschlossen. Des Weiteren hielt der Konzern Verträge mit einem Nominalvolumen von insgesamt EUR 51,9 Mio. zur Absicherung des Wechselkursrisikos in Bezug auf den südafrikanischen Rand.

Der Großteil der Devisentermingeschäfte für zukünftige Umsätze wurde in eine Sicherungsbeziehung gemäß IFRS 9 eingebunden und demnach der beizulegende Zeitwert für diese Kontrakte in der Cashflow Hedge Reserve im Eigenkapital erfasst. Die Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Cashflows aus den erwarteten künftigen Umsatzerlösen für die nachfolgenden Geschäftsjahre wurden zum Stichtag als hoch wirksam eingestuft.

Die nicht effektiven Kontrakte sind wirtschaftlich auch in Sicherungsbeziehungen eingebunden.

Die beizulegenden Zeitwerte je Währung stellen sich wie folgt dar:

Marktwerte je Währung

(in TEUR)
Nichteffektive Kontrakte 31.03.2022 31.03.2021 Effektive Kontrakte 31.03.2022 31.03.2021
USD -82 -25 USD -3.207 142
ZAR -3.117 -1.469 ZAR 0 0
GBP 0 0 GBP -115 -691
JPY 0 0 JPY -169 -102
CNY 0 0 CNY -1.089 -799
RUB 117 0 RUB 1.173 -238
TRY 0 0 TRY 60 21
INR 0 0 INR -365 -212
  -3.082 -1.494   -3.712 -1.879

Zur Darstellung von Währungsrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, die die hypothetischen Auswirkungen von Änderungen der relevanten Währungskurse auf Eigenkapital und Ergebnis darstellen. Risiken dieser Art bestehen gemäß IFRS 7 durch Finanzinstrumente, die in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert sind. Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben hierbei unberücksichtigt.

Die vorhandenen Risiken bestehen daher in den vorhandenen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie in den Währungsderivaten.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern sowie die Auswirkungen ergebnisneutraler Buchungen im Eigenkapital aufgrund der Änderung von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung verschiedener Währungen. Alle anderen Variablen bleiben konstant.

Fremdwährungsrisiko

2022 Kursentwicklung Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern
(in TEUR)
Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital vor Steuern
(in TEUR)
USD/EUR + 5 % -1.695 3.393
  - 5 % 1.872 -3.750
JPY/EUR + 5 % 227 205
  - 5 % -251 -226
CNY/EUR + 5 % -293 1.527
  - 5 % 324 -1.688
GBP/EUR + 5 % -148 637
  - 5 % 164 -704
2021 Kursentwicklung Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern
(in TEUR)
Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital vor Steuern
(in TEUR)
USD/EUR + 5 % -1.588 1.930
  - 5 % 1.755 -2.133
JPY/EUR + 5 % 153 156
  - 5 % -169 -173
CNY/EUR + 5 % -469 1.314
  - 5 % 518 -1.452
GBP/EUR + 5 % -292 659
  - 5 % 323 -728

Kreditrisiko

Der Konzern schließt grundsätzlich Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Kunden, die mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, um wesentliche Ausfallrisiken für den Konzern zu vermeiden.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten des Konzerns wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen und bestimmten derivativen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente.

Eine besondere Abhängigkeit des Konzerns von wichtigen Großkunden ist nicht gegeben.

Liquiditätsrisiko

Der Konzern überwacht laufend das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses mittels eines Liquiditätsplanungs-Tools. Dieses berücksichtigt die erwartete Laufzeit der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die operative Geschäftsentwicklung und Investitionen.

Zum 31. März 2022 weisen die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns nachfolgend dargestellte Fälligkeiten auf. Die Angaben erfolgen auf Basis der vertraglichen, nicht abgezinsten Zins- und Tilgungszahlungen.

In der nachfolgenden Aufstellung sind die Barwerte aller künftigen Cashflows dargestellt. Der Konzern hält dies für eine geeignete Darstellung der Cashflows, die zur Zahlung anstünden, wenn die Position geschlossen werden müsste. Derivate werden als kurzfristig fällig dargestellt, da in dieser Position der früheste Liquiditätsabfluss abgebildet wird. Die tatsächliche Vertragslaufzeit kann sich auf eine längere Periode beziehen. Die Buchwerte der Zinsuntergrenzen sind für diese Darstellung in den Buchwerten der zugrunde liegenden finanziellen Verbindlichkeiten enthalten.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns führen in Zukunft zu den folgenden Auszahlungen:

Liquiditätsrisiko

(in TEUR)
2022 Buchwert Auszahlungen
< 1 Jahr 1-2 Jahre > 2 Jahre Summe
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 493.424 141.678 213.490 146.564 501.732
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 6.885 6.244 34 980 7.258
Leasingverbindlichkeiten 61.297 17.545 13.750 33.217 64.512
Derivative Finanzinstrumente          
- Fremdwährungsgeschäfte 8.242 8.242     8.242
- Rohstoffderivate 35 35     35
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 218.087 218.087     218.087
Sonstige Verbindlichkeiten 279.878 279.878     279.878
    671.709 227.274 180.761 1.079.744
2021 Buchwert Auszahlungen
< 1 Jahr 1-2 Jahre > 2 Jahre Summe
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 410.922 50.724 84.348 283.890 418.962
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 204.957 204.214 43 10.346 214.603
Leasingverbindlichkeiten 51.632 18.708 12.506 25.434 56.648
Derivative Finanzinstrumente          
- Fremdwährungsgeschäfte 4.058 4.058     4.058
- Rohstoffderivate 170 170     170
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 176.547 176.547     176.547
Sonstige Verbindlichkeiten 261.272 261.272     261.272
    715.693 96.897 319.670 1.132.260

Rohstoffpreisrisiken

Als Hersteller hochwertiger Armaturen ist Grohe Preisrisiken bezüglich der notwendigen Rohstoffe ausgesetzt. Ein wesentliches Rohmaterial ist Messing sowie aus Messing gefertigte Teile. Hauptbestandteile von Messing sind Kupfer und Zink. Um diese Risiken zu minimieren, erfolgt der Abschluss von Preis- und Mengenkontrakten mit Lieferanten zur Sicherung des Rohstoffpreises für einen Zeitraum von maximal einem Jahr im Voraus. Die physischen Lieferverträge mit den Lieferanten fallen unter die sogenannte "Own Use Exemption" nach IFRS 9 und gelten damit nicht als derivative Finanzinstrumente. Gegebenenfalls sind Drohverlustrückstellungen zu berücksichtigen, sofern das Endprodukt keine Marge mehr erzielt.

Ferner werden Rohstoffeinkäufe von Kupfer und Zink auch seit dem Jahr 2010 durch Rohwarentermingeschäfte abgesichert. Mithilfe der Rohwarentermingeschäfte wird die Preisschwankung der zukünftigen, sehr wahrscheinlich zu erwartenden Zahlungsströme für Rohstoffe abgesichert, indem der Preis für eine bestimmte Menge und für einen bestimmten Zeitpunkt im Voraus festgelegt wird. Der Sicherungszeitraum beträgt für erwartete Einkäufe in der Regel bis zu einem Jahr. Die Termingeschäfte wurden im Geschäftsjahr 2022 und im Vorjahr 2021 in effektive Sicherungsbeziehungen gemäß IFRS 9 eingebunden. Die Planung der erwarteten Zahlungsausgänge (aus Rohstoffeinkäufen) basiert auf den Daten und Erfahrungswerten der Vorjahre und der Produktionsplanung der Werke für das kommende Jahr. Da die erwarteten Zahlungsausgänge nicht vollständig gesichert werden (generell max. 85 %), sind die in die Bewertungseinheiten eingebundenen antizipativen Transaktionen zum Bilanzstichtag hoch wahrscheinlich.

Die beizulegenden Zeitwerte und abgeschlossenen Tonnagen setzen sich am Ende des Geschäftsjahres 2022 wie folgt zusammen:

Rohwarentermingeschäfte per 31. März 2022

(Finanzielle Kontrakte) Menge Tonnen Beizulegender Zeitwert
TEUR
Effektive Kontrakte Kupfer 2.300 1.670
  Zink 2.625 2.148
  Summe 4.925 3.818

Rohwarentermingeschäfte per 31. März 2021

Menge Tonnen Beizulegender Zeitwert
TEUR
Effektive Kontrakte Kupfer 2.250 2.396
Zink 3.600 942
Summe 5.850 3.338

Kapitalsteuerung

Der Konzern unterliegt neben den gesellschaftsrechtlichen Bestimmungen in Deutschlands keinen weiteren Verpflichtungen zum Kapitalerhalt.

Wesentliches Unternehmensziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Die Steuerung des bilanziellen Kapitals spielt insoweit nur eine untergeordnete Rolle.

Als Steuerungsgröße für dieses Ziel setzt der Konzern im Wesentlichen auf erfolgsorientierte Größen wie Umsatz, das Betriebsergebnis (core earnings) und das operative Ergebnis.

Beizulegender Zeitwert, Bewertungskategorie und Fair Value Bewertungslevel

Die nachfolgende Tabelle zeigt Buchwerte und beizulegende Zeitwerte sämtlicher im Konzernabschluss erfasster Finanzinstrumente; ferner erfolgt eine Einordnung in die Bewertungskategorien des IFRS 9.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte haben für gewöhnlich Restlaufzeiten von unter einem Jahr. Daher entsprechen die Buchwerte dieser Vermögenswerte zum Bilanzstichtag annähernd ihren beizulegenden Zeitwerten zu diesem Datum.

Bei sonstigen langfristigen Forderungen entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter, welche markt- und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten weisen regelmäßig Restlaufzeiten von unter einem Jahr auf. Daher stellen auch hier die Buchwerte näherungsweise die entsprechenden beizulegenden Zeitwerte dar.

Die beizulegenden Zeitwerte von verzinslichen Darlehen und Ausleihungen werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der währungsdifferenziert bestimmten Credit-Spread-Strukturkurve bestimmt.

Der beizulegende Zeitwert der derivativen Finanzinstrumente und der Darlehen wurde durch Abzinsung der erwarteten künftigen Cashflows unter Verwendung von marktüblichen Zinssätzen ermittelt. Die beizulegenden Zeitwerte der Floating Rate Notes wurden auf der Basis von Marktpreisen ermittelt:

Zum Fair Value bilanzierte Finanzinstrumente werden gemäß IFRS 13 in verschiedene Bewertungslevel eingeteilt. Hierbei handelt es sich um Finanzinstrumente, die

1. zu aktuellen Marktpreisen in einem aktiven Markt für identische Finanzinstrumente bewertet werden (Level 1),

2. zu aktuellen Marktpreisen in einem aktiven Markt für vergleichbare Finanzinstrumente oder mit Bewertungsmodellen, deren wesentliche Inputfaktoren auf beobachtbare Marktdaten zurückzuführen sind, bewertet werden (Level 2) oder

3. mithilfe von Inputfaktoren bewertet werden, die nicht auf beobachtbaren Marktpreisen basieren (Level 3).

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte zum 31. März 2022

Wertansatz nach IFRS 9 Wertansatz
Bewertungskategorie Buchwert Fair-Value erfolgswirksam Fair-Value erfolgsneutral fortgeführte Anschaff. nach IFRS 16
Vermögenswerte            
Zahlungsmittel AmC 80.922     80.922  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AmC 234.646     234.646  
Sonstige finanzielle Vermögenswerte            
Sonstige Forderungen AmC 122.843     122.843  
Derivative Finanzinstrumente            
Fremdwährungsgeschäfte (mit Hedge Accounting) FVOCI 1.331   1.331    
Rohstoffderivate (mit Hedge Accounting) FVOCI 3.853   3.853    
Fremdwährungsgeschäfte FVTPL 117 117      
Finanzverbindlichkeiten            
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AmC 493.424     493.424  
Sonstige Finanzverbindlichkeiten AmC 6.885     6.885  
Leasingverbindlichkeiten n/a 61.297       61.297
Derivative Finanzinstrumente            
Fremdwährungsgeschäfte (mit Hedge Accounting) FVOCI 5.043   5.043    
Rohstoffderivate (mit Hedge Accounting) FVOCI 35   35    
Fremdwährungsgeschäfte FVTPL 3.199 3.199      
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten            
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AmC 218.087     218.087  
Sonstige Verbindlichkeiten AmC / FVTPL 279.878 3.774   276.104  
Summe je Klasse von Finanzinstrumenten            
At amortized cost / zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet AmC       1.432.911  
Fair value through OCI / erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet FVOCI     10.262    
Fair value through profit or loss / erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet FVTPL   7.090      
Fair value Hierarchie
Vermögenswerte  
Zahlungsmittel n/a
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen n/a
Sonstige finanzielle Vermögenswerte  
Sonstige Forderungen n/a
Derivative Finanzinstrumente  
Fremdwährungsgeschäfte (mit Hedge Accounting) 2
Rohstoffderivate (mit Hedge Accounting) 2
Fremdwährungsgeschäfte 2
Finanzverbindlichkeiten  
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 2
Leasingverbindlichkeiten n/a
Derivative Finanzinstrumente  
Fremdwährungsgeschäfte (mit Hedge Accounting) 2
Rohstoffderivate (mit Hedge Accounting) 2
Fremdwährungsgeschäfte  
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen n/a
Sonstige Verbindlichkeiten n/a
Summe je Klasse von Finanzinstrumenten  
At amortized cost / zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet  
Fair value through OCI / erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet  
Fair value through profit or loss / erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet  

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte zum 31. März 2021

Wertansatz nach IFRS 9 Wertansatz
Bewertungskategorie Buchwert Fair-Value erfolgswirksam Fair-Value erfolgsneutral fortgeführte Anschaff. nach IFRS 16
Zahlungsmittel AmC 89.652     89.652  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AmC 224.741     224.741  
Sonstige finanzielle Vermögenswerte            
Sonstige Forderungen AmC 110.953     110.953  
Derivative Finanzinstrumente            
Fremdwährungsgeschäfte (mit Hedge Accounting) FVOCI 685   685    
Rohstoffderivate (mit Hedge Accounting) FVOCI 3.508   3.508    
Schulden            
Finanzverbindlichkeiten            
Gesellschafterdarliehen AmC 0     0  
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AmC 410.922     410.922  
Sonstige Finanzverbindlichkeiten AmC 204.957     204.957  
Leasing Verbindlichkeiten n/a 51.632       51.632
Derivative Finanzinstrumente            
Fremdwährungsgeschäfte (mit Hedge Accounting) FVOCI 2.564   2.564    
Rohstoffderivate (mit Hedge Accounting) FVOCI 170   170    
Fremdwährungsgeschäfte FVTPL 1.494 1.494      
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten            
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AmC 176.547     176.547  
Sonstige Verbindlichkeiten AmC/FVTPL 261.272 3.036   258.236  
Summe je Klasse von Finanzinstrumenten            
At amortized cost/zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet AmC       1.476.008  
Fair value through OCI / erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet FVOCI     6.927    
Fair value through profit or loss / erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet FVTPL   4.530      
Fair value Hierarchie
Zahlungsmittel n/a
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen n/a
Sonstige finanzielle Vermögenswerte  
Sonstige Forderungen n/a
Derivative Finanzinstrumente  
Fremdwährungsgeschäfte (mit Hedge Accounting) 2
Rohstoffderivate (mit Hedge Accounting) 2
Schulden  
Finanzverbindlichkeiten  
Gesellschafterdarliehen 2
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 2
Leasing Verbindlichkeiten n/a
Derivative Finanzinstrumente  
Fremdwährungsgeschäfte (mit Hedge Accounting) 2
Rohstoffderivate (mit Hedge Accounting) 2
Fremdwährungsgeschäfte  
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen n/a
Sonstige Verbindlichkeiten n/a
Summe je Klasse von Finanzinstrumenten  
At amortized cost/zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet  
Fair value through OCI / erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet  
Fair value through profit or loss / erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet  

Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten

Die Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten setzen sich wie folgt zusammen:

Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten

(in TEUR) Aus der Folgebewertung
01.04.2021 - 31.03.2022 aus Zinsen zum Fair Value Währungsumrechnung Wertberichtigung Nettoergebnis
At amortized cost -3.675   -5.898 -1.572 -11.145
Fair value through OCI         0
Fair value through profit or loss   474 -265   209
Summe -3.675 474 -6.163 -1.572 -10.936
01.04.2020 - 31.03.2021 aus Zinsen zum Fair Value Währungsumrechnung Wertberichtigung Nettoergebnis
At amortized cost -5.722   -3.633 273 -9.082
Fair value through OCI         0
Fair value through profit or loss -56 -1 278   221
Summe -5.778 -1 -3.355 273 -8.861

Neben den obigen Währungseffekten resultierten aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen weitere Aufwendungen und Erträge.

Sicherungsbeziehungen

Grohe setzt derivative Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein. Zum 31. März 2022 erfüllt der Großteil der zum Stichtag bestehenden Devisen- und Rohwarentermingeschäfte die formellen Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen im Sinne des IFRS 9. Die Wertveränderungen (nach Abzug hierauf gebildeter latenter Steuern) von TEUR -73 wurden daher direkt in das Eigenkapital eingestellt.

24. Leasing

Leasingverhältnisse, in denen Grohe als Leasingnehmer auftritt, beziehen sich hauptsächlich auf PKW, Logistikfahrzeuge und Gebäude. Verträge für PKW werden in der Regel über einen üblichen Zeitraum von 3 bis 4 Jahren abgeschlossen. Mietverträge für Gebäude und andere Immobilien werden zur sicheren Planung langfristig abgeschlossen. Zudem enthalten Immobilienverträge regelmäßig Verlängerungsoptionen oder Leasingraten, die an Indexanpassungen gebunden sind. Verlängerungsoptionen werden bei der Beurteilung der Vertragslaufzeiten berücksichtigt, sobald eine Ausübung hinreichend sicher erscheint. Indexanpassungen führen ab dem Zeitpunkt, in dem sie in Kraft treten, zu einer Neubewertung des jeweiligen Vertrags.

Die Nominal- und Barwerte der zum Bilanzstichtag ausstehenden Leasingzahlungen wiesen folgende Fälligkeiten auf:

Fälligkeit der Leasingverbindlichkeiten

(in TEUR)
31.03.2022 31.03.2021
Nominalwert zukünftiger Leasingzahlungen Barwert zukünftiger Leasingzahlungen Zinsanteil Nominalwert zukünftiger Leasingzahlungen Barwert zukünftiger Leasingzahlungen Zinsanteil
Bis 1 Jahr 17.545 16.700 845 18.708 14.784 3.924
1 bis 5 Jahre 35.588 33.916 1.672 31.128 30.138 990
Über 5 Jahre 11.378 11.122 256 6.812 6.709 103
Summe 64.511 61.738 2.773 56.648 51.631 5.017

Für Leasingverhältnisse, die zum Bilanzstichtag bereits eingegangen wurden, aber noch nicht begonnen haben, bestanden zum 31. März 2022 nicht bilanziell erfasste zukünftige Zahlungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 16.796.

Im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen, bei denen Grohe als Leasingnehmer oder Leasinggeber auftritt, wurden im Geschäftsjahr 2022 folgende Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

Ergebniseffekte aus Leasingverhältnissen

(in TEUR) 31.03.2022 31.03.2021
Planmäßige Abschreibungen auf Nutzungsrechte -17.424 -16.805
Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit -870 -827
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse -1.381 -1.165
Aufwand für geringwertige Leasingverhältnisse -331 -337
Aufwand für variable Leasingzahlungen -1.117 -1.371
Ertrag aus Vermietung 90 48

Die für das nächste Geschäftsjahr eingegangenen Verpflichtungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monaten weichen nicht wesentlich von den Aufwendungen des aktuellen Geschäftsjahres ab.

Die Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit Leasingverträgen, bei denen Grohe als Leasingnehmer auftritt, betrugen im laufenden Geschäftsjahr insgesamt TEUR 20.105 (Vorjahr: TEUR 19.518):

In der Cashflow-Rechnung erfasste Beträge

(in TEUR) 31.03.2022 31.03.2021
Fixe Leasingzahlungen -15.425 -13.280
Indexbasierte variable Leasingzahlungen -1.936 -3.359
Zahlungsmittelabfluss für Kaufoptionen 0 0
Zahlungsmittelabfluss für Strafzahlungen 0 0
Zahlungsabfluss für kurzfristige Leasingverhältnisse -1.380 -1.164
Zahlungsabfluss für geringwertige Leasingverhältnisse -273 -337
Zahlungsabfluss für variable Leasingzahlungen -1.091 -1.378
Einnahmen aus Vermietung 90 48

Die Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse im laufenden Geschäftsjahr entfallen in Höhe von TEUR 16.491 (Vorjahr: TEUR 15.812) auf den Finanzierungs-Cashflow in Form von Tilgungen der Leasingverbindlichkeit und Zinsaufwendungen. Im operativen Cashflow hingegen wurden die Aufwendungen aus kurzfristigen und geringwertigen Leasingverhältnissen sowie variable Leasingzahlungen in Höhe von TEUR 3.614 (Vorjahr: TEUR 3.705) ausgewiesen.

Die Einnahmen aus Vermietung in Höhe von TEUR 90 (Vorjahr: TEUR 48) resultieren aus Operating-Lease-Transaktionen, in denen Grohe als Leasinggeber auftritt. Die undiskontierten zukünftigen Zahlungen aus der Vermietung eigener Vermögenswerte weisen folgende Fälligkeit auf:

Fälligkeit der zukünftigen Leasingeinnahmen

(in TEUR) 31.03.2022 undiskontierte Leasingzahlungen 31.03.2021 undiskontierte Leasingzahlungen
Bis 1 Jahr 76 48
1 bis 5 Jahre 141 189
Über 5 Jahre 0 0
Summe 217 237

25. Abschlussprüferhonorare

Für das Geschäftsjahr 2022 wurde für den Abschlussprüfer und seine inländischen verbundenen Unternehmen ein Gesamthonorar von TEUR 853 als Aufwand erfasst, welches sich wie folgt aufteilt:

Abschlussprüferhonorare

(in TEUR) 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021
Abschlussprüfungsleistungen 787 620
Andere Bestätigungsleistungen 34 20
Steuerberatungsleistungen 83 148
Sonstige Leistungen 0 4
Summe 904 792

26. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Konzernabschluss der Grohe Holding GmbH für das Geschäftsjahr zum 31. März 2022 wurde am 25. Juli 2022 von der Geschäftsführung zur Veröffentlichung freigegeben.

27. Anteilsbesitz

Die folgenden Gesellschaften werden zum 31. März 2022, sofern nicht anders angegeben, vollkonsolidiert in den Konzernabschluss der Grohe Holding GmbH einbezogen:

Name und Sitz der Gesellschaft in %
Grohe (Shanghai) Sanitary Products Co., Ltd., Shanghai, China 100,0
Grohe (Thailand) Limited, Bangkok, Thailand 70,0
Grohe A/S, Kopenhagen, Dänemark 100,0
Grohe Adria d.o.o., Zagreb, Kroatien 100,0
Grohe AG, Düsseldorf, Deutschland 100,0
Grohe América do Sul Serviços de Representaçao Ltda., Sao Paulo, Brasilien 100,0
Grohe CR s.r.o., Prag, Tschechien 100,0
Grohe Deutschland Vertriebs GmbH, Porta Westfalica, Deutschland 100,0
Grohe España S.A., Barcelona, Spanien 100,0
Grohe Gesellschaft mbH, Wien, Österreich 100,0
Grohe Hellas Limited, Athen, Griechenland 100,0
Grohe Hong Kong Limited, Hongkong, China 100,0
Grohe Hungary Kft., Budapest, Ungarn 100,0
Grohe India Private Limited, Neu Delhi, Indien 100,0
Grohe International GmbH, Düsseldorf, Deutschland 100,0
Grohe International RO S.R.L., Bukarest, Rumänien 100,0
Grohe Japan K.K., Tokio, Japan 100,0
Grohe LLC, Moskau, Russland 100,0
Grohe Logistik Services GmbH, Porta Westfalica, Deutschland 100,0
Grohe Ltd., Heathrow, Großbritannien 100,0
Grohe Malaysia Sdn Bhd, Kuala Lumpur, Malaysia 100,0
Grohe MENA FZE, Jebel Ali Freezone, Dubai 100,0
Grohe N.V., Zaventem, Belgien 100,0
Grohe Nederland B.V., Zoetermeer, Niederlande 100,0
Grohe Pacific Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0
Grohe Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0
Grohe Portugal, Componentes Sanitários, Lda. Albergaria-a-Velha, Portugal 100,0
Grohe S.à r.l., Courbevoie - La Défense, Frankreich 100,0
Grohe S.p.A., Mailand, Italien 100,0
Grohe Saudi Arabia Ltd. Co., Jeddah/Mekka, Königreich Saudi-Arabien 75,0
Grohe Services GmbH, Hemer, Deutschland 100,0
Grohe Siam Ltd., Klaeng District/Rayong, Thailand 74,0
Grohe Slovakia s.r.o., Bratislava, Slowakei 100,0
Grohe Switzerland S.A., Volketswil, Schweiz 100,0
Grohe Verwaltungs-GmbH, Düsseldorf, Deutschland 100,0
GROHEDAL Sanitärsysteme GmbH, Porta Westfalica, Deutschland 100,0
GROHEMEXICO S. DE R.L. DE C.V., Monterrey, Mexiko 100,0
Grome Egypt Ltd., Kairo, Ägypten 99,0
Grome Free Zone Marketing Ltd., Kairo, Ägypten 100,0
Grome iç ve Di§ Ticaret Anonim Jirketi, Istanbul, Türkei 100,0
Grome Marketing (Cyprus) Ltd., Nikosia, Zypern 100,0
Grome Marketing Nigeria Limited, Lagos, Nigeria 100,0
Grome Marketing Qatar W.L.L., Doha, Katar 49,0
Grome Trading Ltd., Kairo, Ägypten 99,0
PT Grohe Indonesia, Jakarta, Indonesien 100,0
SenseGuard GmbH, Düsseldorf, Deutschland 100,0
SERVICIOS GROHEMEXICO S. DE R.L. DE C.V., Monterrey, Mexiko 100,0

 

Hemer, den 25. Juli 2022

Die Geschäftsführung

gez. Bijoy Madassery

gez. Adam Bryson

gez. Jonas Brennwald

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis 31. März 2022

1 Unternehmensprofil

1.1 Geschäftsmodell

1.1.1 Allgemeine Informationen

Die Grohe Holding GmbH, Hemer, und ihre Tochtergesellschaften ("Grohe" oder "Konzern") bilden eine Unternehmensgruppe, deren Geschäftstätigkeit in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Sanitärarmaturen und Sanitärsystemen liegt.

Grohe ist Europas größter und weltweit einer der führenden Hersteller für Sanitärarmaturen 1. Die breit gestreute Palette der von Grohe entwickelten, hergestellten und vertriebenen Produkte unter dem Markennamen "GROHE" umfasst Sanitär- und Küchenarmaturen, Brausen und Duschsysteme, Installations- und Spülsysteme sowie Badkeramik und Internet-of-Things-Produkte (IoT-Produkte). Damit versteht sich GROHE als eine der global führenden Marken für ganzheitliche Badlösungen, Küchensysteme und intelligentes Wassermanagement.

1.1.2 Rechtliche Konzernstruktur und -leitung

Die Grohe Holding GmbH wurde am 17. Mai 2004 gegründet und ist die Verwaltungs- und Holdinggesellschaft des Konzerns. Dabei übernimmt sie u.a. die strategische Planung und Ausrichtung des Konzerns, die Bereitstellung von Dienstleistungen an verbundene Unternehmen und die Finanzierung dieser Unternehmen.

1.1.2.1 Konzernstruktur

Die Grohe AG ist innerhalb des Konzerns die wichtigste operative Gesellschaft. Darüber hinaus bestehen weitere Vertriebs- und Produktionsgesellschaften in verschiedenen Ländern.

Zu den Veränderungen im Konsolidierungskreis verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen im IFRS Anhang.

Die Muttergesellschaft der Grohe Holding GmbH ist die LIXIL Europe S.à r.l., Senningerberg, Luxemburg, die 100,0 % der Anteile an der Grohe Holding GmbH hält und gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften die "LIXIL Europe Gruppe" bildet. Zwischen beiden Gesellschaften besteht ein Beherrschungsvertrag. Die LIXIL Europe Gruppe wird in den Konzernabschluss der LIXIL Corporation, Tokio, Japan, ("LIXIL"; gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften der "LIXIL Konzern") als oberstes Mutterunternehmen der LIXIL Europe S.à r.l. einbezogen.

1 Gemessen an den Verkaufsvolumina 2020 für Sanitärarmaturen nach einer Marktstudie von BRG aus 2021.

1.1.2.2 Geschäftsführung

Zum 31. März 2022 gehörten der Geschäftsführung der Grohe Holding GmbH drei Mitglieder an:

Jonas Brennwald: Co-CEO (Co-Chief Executive Officer) der Grohe AG, verantwortlich für Vertrieb und Marketing sowie den kaufmännischen Bereich. Darüber hinaus leitet er für LIXIL als Leader LIXIL EMENA alle kaufmännischen Aspekte der Marke und der EMENA-Region.

Thomas Fuhr: Co-CEO der Grohe AG, verantwortlich für den Bereich Technik. Zusätzlich ist er als Leader Fittings LIXIL International verantwortlich für Produktion, Beschaffung, Logistik, Qualität, Technologie sowie Forschung und Entwicklung von LIXIL International - einer Struktur, die die Geschäftsfelder LIXIL Water Technology (LWT) und LIXIL Housing Technology (LHT) außerhalb Japans abdeckt.

Bijoy Madassery (genannt: Bijoy Mohan): Chief Executive Officer LIXIL International.

Die Geschäftsführung wird in ihren Aufgaben von einem Führungsteam unterstützt, das sich auf den kaufmännischen bzw. technischen Bereich konzentriert.

Zum 10. Juli 2022 hat Thomas Fuhr die Geschäftsführung der Grohe Holding GmbH sowie den Vorstand der Grohe AG nach Auslauf des Vertrags regulär verlassen. Zum 11. Juli 2022 ist Adam Bryson als neuer Geschäftsführer der Grohe Holding GmbH sowie als Mitglied des Vorstandes der Grohe AG eingetreten.

1.1.2.3 Aufsichtsrat

Bei der Grohe AG besteht ein Aufsichtsrat, der paritätisch mit je sechs Vertretern der Arbeitnehmer und der Anteilseigner besetzt ist. Der Aufsichtsrat trifft seine Entscheidungen mit einfacher Mehrheit. Ergibt sich bei einer Abstimmung Stimmengleichheit, so hat der Aufsichtsratsvorsitzende zwei Stimmen und gibt damit den Ausschlag. Der Aufsichtsrat hat insgesamt drei Ausschüsse eingerichtet: den Prüfungsausschuss, den Personal- und Exekutivausschuss sowie den Vermittlungsausschuss.

1.1.2.4 Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr des Konzerns umfasst den Zeitraum vom 1. April bis zum 31. März des Folgejahres.

1.1.3 Märkte

Mit 37 eigenen Vertriebsgesellschaften, 28 Niederlassungen sowie Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen selbständigen Handelsvertretungen verfügt Grohe über ein weit verzweigtes Vertriebsnetz, das es dem Unternehmen ermöglicht, seine Produkte in über 130 Ländern zu vermarkten. Die Grohe-Gesellschaften vertreiben ihre Produkte im Wesentlichen über den Sanitärgroßhandel an Installateure und Einzelhändler, die wiederum private und gewerbliche Abnehmer zu ihren Kunden zählen. Darüber hinaus gewinnt der Bereich E-Commerce zunehmend an Bedeutung.

Die Vertriebsaktivitäten werden bei Bedarf den entsprechenden landestypischen Erfordernissen angepasst. Den jeweiligen regionalen und nationalen Marktgegebenheiten Rechnung tragend, erfolgt so die operative Umsetzung der zentral definierten Ziele.

1.1.4 Produktion

Grohe betreibt drei Produktionsstätten in Deutschland, die sich in Hemer, Lahr und Porta Westfalica befinden, sowie weitere in Portugal, Thailand und Polen. Die Produktionsstätten in Hemer und Lahr werden durch die Grohe AG betrieben. Die einzelnen Grohe-Werke sind jeweils auf die Herstellung bestimmter Produkte wie Sanitärarmaturen, Duschen und Sanitärsysteme spezialisiert. In Polen betreibt Grohe eine Bundling- und Montageanlage, um die Logistikkosten insgesamt für die Versorgung der osteuropäischen Märkte zu optimieren und in dieser Region weiterhin erfolgreich zu wachsen.

1.1.5 Marktpositionierung

Grohe konzentriert sich auf mittlere und obere Marktsegmente und ist Marktführer in Deutschland, Frankreich, den Benelux-Ländern, Österreich, Italien und zahlreichen Ländern des Nahen/Mittleren Ostens 2. In vielen anderen Ländern, einschließlich den USA und Indien, ist Grohe ein Marktführer im Segment der europäischen Sanitärarmaturen.

1.1.6 Struktur der Vertriebsorganisation

Die Vertriebsorganisation des Konzerns ist regional aufgebaut, wobei die Grohe-Produkte größtenteils weltweit vertrieben werden. Alle Grohe-Produkte werden von dieser einheitlichen Vertriebsorganisation vermarktet. Entsprechend der internen Organisations- und Berichtsstruktur wird unsere Geschäftstätigkeit folgendermaßen aufgeteilt:

Europa. Hierzu zählen die geschäftlichen Aktivitäten im Zusammenhang mit Produkten, die hauptsächlich unter dem Markennamen "GROHE" im Wesentlichen in folgenden Ländern vertrieben werden: Armenien, Aserbaidschan, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Vereinigtes Königreich, Irland, Island, Italien, Kasachstan, Kirgisistan, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland 3, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ukraine und Ungarn.

Mittlerer Osten und Afrika. Hierzu zählen die geschäftlichen Aktivitäten im Zusammenhang mit Produkten, die hauptsächlich unter dem Markenamen "GROHE" im Wesentlichen in folgenden Ländern vertrieben werden: Ägypten, Bahrain, Griechenland, Israel, Jordanien, Katar, Kenia, Kuwait, Libanon, Marokko, Nigeria, Oman, Pakistan, Saudi-Arabien, Südafrika, Tunesien, Türkei und Vereinigte Arabische Emirate.

Asien. Hierzu zählen die geschäftlichen Aktivitäten im Zusammenhang mit Produkten, die hauptsächlich unter dem Markennamen "GROHE" im Wesentlichen in folgenden Ländern vertrieben werden: Australien, China, Hongkong, Indien, Indonesien, Japan, Malaysia, Neuseeland, Thailand und Vietnam.

Amerika. Hierzu zählen die geschäftlichen Aktivitäten im Zusammenhang mit Produkten, die hauptsächlich unter dem Markennamen "GROHE" im Wesentlichen in Mexiko sowie Mittel- und Südamerika vertrieben werden. Die Vertriebsmärkte USA und Kanada werden nicht über eigene Vertriebsorganisationen, sondern über die amerikanischen Schwesterunternehmen aus dem LIXIL Konzern beliefert.

2 Gemessen an den Verkaufsvolumina 2020 für Sanitärarmaturen nach einer Marktstudie von BRG aus 2021.
3 Nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine am 24. Februar 2022 hat Grohe die Lieferungen in den russischen Markt bis auf Weiteres gestoppt.

1.2 Forschung und Entwicklung

Leistungsstarke und nachfrageorientierte Innovationen sichern das nachhaltige Wachstum und den langfristigen Erfolg einer globalen Marke. Dies spiegelt sich auch in den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wider.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im Geschäftsjahr 2022 EUR 41,3 Mio. (2021: EUR 36,6 Mio.). Darüber hinaus wurde 2022 ein Betrag von EUR 12,1 Mio. aktiviert (2021: EUR 17,5 Mio.). Die in den Forschungs- und Entwicklungskosten enthaltenen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2022 EUR 13,4 Mio. (2021: EUR 17,3 Mio.). Die Aktivierungsquote belief sich somit auf 29,3 % (2021: 47,8 %). Der Gesamtbetrag der aktivierten Entwicklungskosten betrug zum 31. März 2022 EUR 39,2 Mio. (2021: EUR 40,5 Mio.).

Zum 31. März 2022 arbeiteten 162 Mitarbeiter (31. März 2021: 153 Mitarbeiter) für Grohe an der Entwicklung neuer und der Optimierung vorhandener Produkte.

Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung arbeitet bei Produktneuentwicklungen eng mit dem hauseigenen Designteam, dem Produktmanagement, den Werken und wichtigen Lieferanten zusammen.

Badarmaturen. Auch in diesem Geschäftsjahr hat GROHE die Armaturenkonzepte mit Zink-Gehäusen weiter ausgerollt, unter Nutzung der Zink-Fertigungskapazitäten am Produktionsstandort in Thailand. Nach der Bau-Linie im Vorjahr wurde EUROSMART als wichtigste Produktlinie des Unternehmens ebenfalls mit Zinkvarianten in den Markt eingeführt. Neben der Design-Erneuerung der Linie wurde eine Reihe von funktionalen Innovationen für den Waschtisch in die Serie überführt, z.B. das Hybrid-Modell, eine Mischung aus Einhebelmischer und Sensorarmatur, sowie ein Einhebelmischer-Modell mit thermostatischer Vormischung. Beide Produktvarianten verbinden zentrale Aspekte wie Nachhaltigkeit, Sicherheit und Bedienkomfort.

Nachdem die Bad-Armaturenlinie EUROSMART im Vorjahr den Cradle-to-Cradle-Certified®-Produktstandard in Gold erreichte, mit dem Produkte zertifiziert werden, die bestimmte Kriterien hinsichtlich Materialgesundheit, Wiederverwendbarkeit, Nutzung erneuerbarer Energien und Kohlenstoffmanagement, Wassermanagement sowie soziale Fairness erfüllen, wurden die betreffenden Produktvarianten nun erfolgreich im Markt eingeführt. Mit dem Launch des Grohtherm 500 hat die Zinktechnologie zudem bei den Brause-Thermostaten im traditionellen "Tube"-Design Einzug gehalten. Eine weitere wichtige Neuheit, diesmal im gehobenen Preissegment, ist die Bereitstellung der vollständig überarbeiteten Allure-Produktlinie mit vielen Modell-Optionen, einschließlich klassischer Armaturen, sowie Farboptionen zur Unterstützung der Subbrand GROHE SPA.

Showers. Der Fokus lag in diesem Jahr auf der Entwicklung neuer, nachhaltiger Technologien und Standards für die neuen Produktlinien. Damit verbunden stand die Frage nach der Entwicklung solcher Technologien im Vordergrund, die dem Anwender ein angenehmes Duscherlebnis bieten, gleichzeitig aber die Ressource Wasser und Energie signifikant schonen. Das Ergebnis dieser Entwicklungen wird sich in den neuen GROHE Produktfamilien widerspiegeln.

Ein Beispiel für die Entwicklung nachhaltiger Produkte sind die GROHE SPA Körperbrausen. Das neue Portfolio bietet mit einer pulsierenden Wassermassage ein ganz neues Duscherlebnis. Die Steuerung erfolgt intuitiv mit einem Pop-up-Drehsystem: Wenn das Wasser eingeschaltet wird, bewegt sich die Körperbrause aus der Abdeckrosette heraus, so dass sich durch einfaches Drehen zwischen Rain und Active Jet Strahl umschalten lässt. Dank der wassersparenden EcoJoy Technologie sorgen die neuen Körperbrausen für einen umweltbewussten Umgang mit Wasser.

Kitchen. In der Kategorie Küche wurde die Erfolgsgeschichte der Eurosmart-Produkte mit der Erstellung weiterer Varianten fortgeschrieben. Auch diese Produkte wurden mit blei- und nickelfreien CoolTouch-Körpern in der bewährten Zink-Technologie mit separater Wasserführung aufgebaut. Die Quick Fix Plus-Schnellverschraubung wurde in die nächste Generation in kleinerer Bauweise und optimiertem Handling weiterentwickelt und wird im DIY-Kanal ausgerollt.

Ein Schwerpunkt der Aktivitäten lag auf der Entwicklung weiterer innovativer Produktfeatures wie neuer, funktionaler Strahlarten für Spülbrausen, insbesondere mit dem Ziel einer Verbesserung des Spritzverhaltens bei diversen Anwendungen an der Spüle. Die Funktionalität unserer Küchenarmaturen wurde unter anderem durch den Gewinn des Kitchen Innovation Award 2021 für GROHE Zedra eindrücklich unter Beweis gestellt und zeigt damit die positive Einschätzung durch unsere Kunden hinsichtlich Innovation, Produktnutzen, Design und Ergonomie.

Ideen, Innovationen & Patentanmeldungen. Der Bereich R&D arbeitet gemeinsam mit den Bereichen Design und Category Management an der globalen Innovationspipeline und forciert den Austausch im Bereich von LIXIL International. Zur Unterstützung der Kommunikation kommen Workstreamlisten in den Produktkategorien zum Einsatz. Im Fokus stehen aktuelle Themen wie die Einsparung von Wasser, Hygiene im Bad, die berührungslose Bedienung von Produkten und nachhaltige Produktlösungen für die Zukunft.

Im Geschäftsjahr 2022 erhielt GROHE Auszeichnungen für seine Innovationsaktivitäten im Bereich "Zedra Triple Spray" sowie für sein Innovationsmanagement das Top 100-Siegel für die innovativsten Unternehmen. Die Innovationsaktivitäten führten im Geschäftsjahr 2022 zu 117 Patentanmeldungen der Grohe AG und liegen damit weiterhin auf einem hohen Niveau; im gleichen Zeitraum wurden der GROHE AG 18 Patente erteilt.

Musterbau. Der Musterbau als essentieller Bestandteil der Entwicklung innovativer und nachhaltiger Produkte wurde in seinen Fähigkeiten deutlich ausgebaut. Einerseits ist durch die Beschaffung eines state of the art 3D Druckers nunmehr die Fertigung von druck- und temperaturbeständigen Komponenten in großen Volumen bei gleichzeitig hoher räumlicher Auflösung möglich. Darüber hinaus erlaubt auch in der klassischen Fertigung ein neues mechanisches 5-Achs-Bearbeitungszentrum nun die Herstellung komplexer geometrischer Bauteilgeometrien. Damit können über alle Produktgruppen hinweg innovative Konzepte unmittelbar funktional, akustisch und mechanisch erprobt werden.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsarbeit ergibt sich unverändert durch die Notwendigkeit der Einhaltung internationaler Normen, wie zum Beispiel der Vorschriften zur Wassereinsparung und der sich global verschärfenden Grenzwerte zur Abgabe von Stoffen in das Trinkwasser.

1.3 Nachhaltigkeit

Bereits seit über 20 Jahren ist das Thema Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil der Strategie von GROHE. Schon im Jahr 2000 hat sich die globale Marke in ihren "Grundsätzen und Leitlinien zur Nachhaltigkeit" selbst verpflichtet, alle Produkte, Prozesse sowie Leistungen kontinuierlich im Hinblick auf Umwelt- und Ressourcenschonung zu verbessern. Seitdem verfolgt GROHE einen konsequenten Ansatz der 360-Grad-Nachhaltigkeit, der Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden, Prozesse, Produkte und den Beitrag zur Gesellschaft gleichermaßen umfasst.

Als Teil des Markenportfolios von LIXIL, einem führenden japanischen Hersteller von richtungsweisenden Wassertechnologien und Gebäudeausstattung, unterstützt GROHE mit ihren initiierten Nachhaltigkeitsprojekten und -initiativen die gruppenweit geltende Corporate Responsibility Strategie. Diese fußt auf drei strategischen Säulen - Globale Sanitärversorgung & Hygiene, Wasser sparen & nachhaltiger Umweltschutz sowie Vielfalt & Integration -, die sich an den UN Sustainable Development Goals (SDGs) orientieren.

Bereits seit 2020 sind alle acht LIXIL Armaturenwerke in Deutschland, Portugal, Thailand, China, Vietnam und Mexiko sowie die deutschen Logistikzentren CO 2-neutral. 2021 erreichte die GROHE Distributionslogistik ihre CO 2-Neutralität. Der Einsatz von Blockheizkraftwerken und die Nutzung von Solartechnologie fördern außerdem die Reduktion des CO 2-Fußabdruckes und wirken ressourcenschonend. An vier der acht Produktionsstandorte werden derzeit weitere Solarparks installiert. Um bislang nicht reduzierbare CO 2-Emissionen auszugleichen, unterstützt GROHE zwei CO 2-Kompensationsprojekte: So wird der Betrieb eines hydroelektrischen Kraftwerkes in Indien gefördert, damit dort auf eine Stromerzeugung durch Kohlekraftwerke verzichtet werden kann. Außerdem wird ein Projekt in Malawi zur Reparatur und Wartung von Bohrlöchern gefördert, die der Trinkwassergewinnung dienen.

Mit der "Less Plastic Initiative" trägt GROHE zur Bewältigung des globalen Plastikmüllproblems bei. Diese umfasst das Wassersystem GROHE Blue, das Einwegplastikflaschen überflüssig macht, das Ziel, unnötiges Plastik aus Produktverpackungen zu eliminieren sowie die Zusammenarbeit mit der NGO everwave. Diese entwickelt aktive und passive Reinigungstechnologien für Flüsse, wie z.B. das everwave CollectiX-Boot, um Abfälle zu sammeln, bevor sie die Meere verschmutzen. So hat everwave im Rahmen der "Made for your Water"-Kampagne aktuell im Februar und März 2022 für jedes verkaufte GROHE Blue Wassersystem 1 Kilogramm Müll aus dem Bocae Stausee in Bosnien und Herzegowina gesammelt. Insgesamt kamen 30 Tonnen Müll zusammen.

Im März 2021 führte GROHE als eine der ersten Marken in der Sanitärindustrie vier Bestseller-Produkte als Cradle-to-Cradle-Certified®-Varianten ein. Im Gegensatz zum linearen Take-Make-Waste-Modell steht "Cradle-to-Cradle" für kontinuierliche Materialkreisläufe: Ein Produkt wird so hergestellt, dass die Bestandteile am Ende seines Lebens für neue Produkte verwendet werden können. Mit diesem Schritt erreicht GROHE einen neuen Meilenstein auf seiner Nachhaltigkeitsreise und unterstreicht einmal mehr sein Engagement für eine zukunftsfähige zirkuläre Wertschöpfung.

Auch im Hinblick auf Corporate Social Responsibility konnte GROHE zwei große Erfolge verzeichnen: Im Rahmen des neu eingeführten GROHE Installer Vocational Training and Education (GIVE) Programms arbeitet die Marke mit über 41 Einrichtungen zusammen, die in der EMENA-Region eine Sanitärausbildung anbieten. GIVE unterstützt Schulen dabei, ein einheitliches Konzept mit moderner Ausstattung, Schulungsmaterial und einer schriftlichen Prüfung zu schaffen. So hilft GROHE dabei dem Fachkräftemangel in der Sanitärbranche weltweit entgegenzuwirken und gibt gleichzeitig der Gesellschaft etwas zurück, indem die Programme insbesondere in Entwicklungsländern jungen Menschen eine aussichtsreiche Zukunft ermöglicht.

Im Jahr 2018 haben UNICEF und LIXIL eine ehrgeizige neue Partnerschaft mit dem Namen "Make A Splash!" ins Leben gerufen. Sie kombiniert die Führungsrolle von UNICEF im WASH-Sektor mit der globalen Expertise von LIXIL im Bereich WC-Entwicklung und -Innovation, um die Sanitär- und Hygienekrise zu bekämpfen. GROHE unterstützte im Sommer 2021 die "Make a Splash!"-Partnerschaft mit einer speziellen Kampagne in 13 Ländern in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika: Im Rahmen von "Energy for Life" unterstützte die Marke mit 1 Euro für jedes im Rahmen der Kampagne verkaufte GROHE Duschsystem oder Thermostat. Das Ergebnis: 1,2 Millionen Euro, die nun dafür eingesetzt werden, mehr Kindern Zugang zu sauberen und sicheren Toiletten sowie Hygienelösungen zu ermöglichen. So wird ein Teil des Beitrags UNICEF dabei helfen, Kindern in Nigeria und Indonesien sichere Sanitäranlagen sowohl zu Hause als auch in ihren Schulen zu ermöglichen.

In dem im Juni 2021 veröffentlichten dritten Nachhaltigkeitsbericht der Marke können sich Interessierte im Detail über das umfangreiche Nachhaltigkeitsengagement informieren. Veröffentlicht wird dieser zentral auf der markeneigenen Nachhaltigkeitswebseite green.grohe.com.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklung des Markts für Sanitärtechnik

2.1.1 Entwicklung des wirtschaftlichen Umfeldes

Obwohl auch das Jahr 2021 von der COVID-19-Pandemie geprägt war, zeigte sich eine Erholung sowohl der gesamtwirtschaftlichen als auch der bauwirtschaftlichen Entwicklung. Nachdem im Jahr 2020 nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds ("IMF"; World Economic Outlook vom April 2022) das reale Wachstum der Weltwirtschaft um -3,1 % zurückgegangen war, zeigten sich im Jahr 2021 deutliche Aufholeffekte und führten zu einem globalen Wirtschaftswachstum von +6,1 %.

Diese Entwicklung variierte in den einzelnen Märkten, auch in Abhängigkeit von deren Umgang mit der Corona-Pandemie. Das Wachstum war vor allem in Märkten deutlicher ausgeprägt, die im Vorjahr besonders von der Pandemie betroffen waren. Eine wesentliche Rolle bei der Erholung spielten darüber hinaus der Zugang zu Impfstoffen sowie die jeweiligen finanzpolitischen Maßnahmen der Länder. Allerdings wurde das wirtschaftliche Wachstum in der zweiten Jahreshälfte 2021 ausgebremst. Lieferkettenprobleme behinderten die weltweite Produktion und beeinflussten vor allem Europa und die USA. Darüber hinaus wurde die weitere Erholung durch einen Anstieg von COVID-19-Fällen, besonders in Europa, gebremst.

So weisen die entwickelten Märkte in 2021 ein Wachstum von +5,2 % aus (von -4,5 % kommend). Die Schwellen- und Entwicklungsländer erreichten ein Wachstum von +6,8 % (kommend von -2,0 %), wesentlich beeinflusst durch die positive Entwicklung in China, die im zweiten Halbjahr durch COVID-19-Ausbrüche, Produktionsunterbrechungen durch Stromausfälle und geringere Investitionen abgeschwächt wurde, und Indien.

Reale Wachstumsraten in %

Quelle: IMF World Economic Outlook Update, April 2022

Für das Kalenderjahr 2022 prognostiziert das IWF (World Economic Outlook Update vom April 2022) ein Wachstum der weltwirtschaftlichen Entwicklung von +3,6 %. Eine mögliche Verschärfung des Ukraine-Krieges, eine Eskalation der Sanktionen gegen Russland, eine unerwartet starke Konjunkturabschwächung in China aufgrund der strikten Null-COVID-Strategie und ein erneutes Aufflammen der Pandemie sind hohe Unsicherheitsfaktoren für den globalen Ausblick.

Auf der anderen Seite ergeben sich für die ölexportierenden Länder zusätzliche Potentiale, da diese sowohl von gestiegenen Export-Volumen als auch von den erhöhten Preisen profitieren. Somit wurde die Wachstumserwartung für die Region Naher Osten und Zentralasien auf +4,6 % erhöht (gegenüber +4,3 % aus dem Januar Update).

2.1.2 Entwicklung der Baukonjunktur

Die realen globalen Bauinvestitionen in Gebäude zeigten nach Schätzungen des Marktforschungsinstituts IHS GLOBAL INSIGHT (April 2022) in 2021 ein Wachstum von +3,4 %, nachdem diese in 2020 um -0,6 % zurückgegangen waren. Bei den Investitionen in Gebäude zeigte sich in 2021 eine ähnliche Dynamik wie beim gesamtwirtschaftlichen Wachstum. Das stärkste Wachstum erlebten die Länder, die im Jahr zuvor die größten Rückgänge zu verzeichnen hatten, beeinflusst durch die Corona-Pandemie. So zeigte sich in Europa ein Wachstum von +7,0 %, welches besonders in Südeuropa und dem Vereinigten Königreich stark ausgeprägt war. Die COVID-19-Pandemie beeinflusste auch in den anderen Regionen die Investitionen in Gebäude. So zeigen die Schätzungen von IHS GLOBAL INSIGHT für den Mittleren Osten ein Wachstum von +2,9 % nach dem Rückgang im Vorjahr. Für Asien wird ein vergleichsweise schwaches Wachstum von +0,9 % geschätzt, da China als größter Markt für Bauinvestitionen in dieser Region einen Rückgang von -1,1 % in 2021 verzeichnet. In Amerika ist vor allem der Wohnungssektor für die steigenden Investitionen verantwortlich, welche insgesamt auf +4,9 % in 2021 geschätzt werden.

Reale Wachstumsraten Bauinvestitionen in Gebäude
(in %}

Quelle: IHS Global INSIGHT, April 2022

Im Unterschied dazu weisen die in etwas anderer Marktabgrenzung vorgenommenen Schätzungen der EUROCONSTRUCT-Gruppe vom November 2021 ein geringeres Wachstum aus. Für die dort abgedeckten 19 europäischen Märkte wird von einem Wachstum der Bauinvestitionen in Gebäude in Höhe von +5,8 % in 2021 ausgegangen. Unter den für EUROCONSTRUCT einbezogenen Grohe-Hauptmärkten gab es den deutlichsten Zuwachs der realen Bauinvestitionen in Gebäude in UK und Irland sowie in Italien, Frankreich und Spanien. Deutschland hingegen erlebte einen Rückgang der Bauinvestitionen von -0,5 %, verzeichnete im Vorjahr ebenfalls einen moderateren Rückgang. Die Zahl der in den EUROCONSTRUCT-Ländern fertiggestellten Familienhäuser und Wohnungen zeigte nach einem Rückgang im Vorjahr ein Wachstum von +3,3 % auf 1,84 Millionen in 2021.

Insgesamt wird geschätzt, dass Europa in 2021 für etwas mehr als die Hälfte des globalen Wachstums der realen Bauinvestitionen von insgesamt 209 Mrd. US-Dollar verantwortlich ist (zu Preisen von 2015). Vor allem Südeuropa (+55 Mrd. US-Dollar) und Nordwest-Europa (+48 Mrd. US-Dollar) sind hier die Treiber. Darüber hinaus liefern Asien ohne China (+71 Mrd. US-Dollar) und Amerika (+61 Mrd. US-Dollar) einen Großteil des Wachstums.

2.1.3 Branchenentwicklung

Die Sanitärnachfrage wird beeinflusst durch die Entwicklung der Baukonjunktur, die Investitionsneigung der Verbraucher für langlebige Gebrauchsgüter sowie den anfallenden Ersatzbedarf. Grohe nimmt an, dass ungefähr 65 % der weltweiten Nachfrage nach Sanitärprodukten auf Ersatzbedarf und Renovierungsaktivitäten und ca. 35 % auf den privaten, öffentlichen und gewerblichen Neubau zurückzuführen sind. In der Vergangenheit hat sich die Ersatzbedarfsnachfrage im Allgemeinen weniger zyklisch als die Neubaunachfrage entwickelt, da der Ersatzbedarf im Wesentlichen von der Altersstruktur der Sanitärprodukte im Bestand abhängt.

Nachfrage nach Wassertechnologie-Produkten
(nominale Wachstumsrate in %]

Quelle: BRG Research Services, Oktober 2021

Die Erholung der Weltwirtschaftsleistung in 2021 um +6,1 % und der Bauinvestitionen in Gebäude um +3,4 % drückt sich auch in der weltweiten Nachfrage nach Wassertechnologie-Produkten aus. Nach Schätzungen von BRG Research Services (Oktober 2021) ist der währungsbereinigte Nominalwert der weltweiten Nachfrage nach diesen Produkten in 2021 ebenfalls um +7,1 % gestiegen.

Nach Einschätzung von BRG Research Services erfuhr das nominale Wachstum der Nachfrage nach Wassertechnologie-Produkten vor allem in Asien eine Erholung mit einem Zuwachs von +8,6 %, gefolgt von Amerika mit +5,9 %. Für Europa meldete BRG Research Services ein Wachstum von +5,7 % und auch der Mittlere Osten und Afrika konnten mit +5,6 % eine vergleichbare Steigerung erreichen.

Damit haben die asiatischen Länder (einschließlich Japan) in 2021 mit rund 55 % zum weltweiten Wachstum der Nachfrage nach Wassertechnologie-Produkten beigetragen, während jeweils 20 % des Wachstums aus den Ländern der amerikanischen Hemisphäre sowie Europa kamen. Demgegenüber entfielen auf den Mittleren Osten und Afrika etwa 5 % des weltweiten Zuwachses der Nachfrage nach Produkten sanitärer Wassertechnologie.

Regionale Verteilung des Wachstums der Nachfrage nach Wassertechnologie-Produkten 2021

Quelle: BRG Research Services, Oktober 2021

Nach der dargestellten Entwicklung war besonders im ersten Halbjahr des Kalenderjahres 2021 eine allgemeine wirtschaftliche Erholung von den Einflüssen der COVID-19-Pandemie zu spüren, von der auch die Branche und der Grohe Konzern profitiert haben.

2.2 Ertragslage

2.2.1 Umsatz

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2022 beträgt EUR 1.775,8 Mio. und teilt sich nach Vertriebsmärkten wie folgt auf:

Umsatzerlöse nach Vertriebsmärkten

(in TEUR)
Anstieg / (Rückgang)
01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2020 - 31.03.2021 total in %
Europa 1.214.163 1.082.274 131.889 12,2
Asien 281.324 207.986 73.338 35,3
Mittlerer Osten und Afrika 233.153 173.491 59.662 34,4
Amerika 40.124 42.482 -2.358 -5,6
Sonstige 7.085 4.850 2.235 46,1
Gesamt 1.775.849 1.511.083 264.766 17,5

Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr insgesamt deutlich um 17,5 % gestiegen. Dieser Anstieg begründet sich im Wesentlichen durch Nachholeffekte in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie in fast allen Vertriebsmärkten sowie der positiven Entwicklung des Großhandelsgeschäfts in Europa und des Bausegments in China.

2.2.1.1 Europa

Der Umsatz im Vertriebsmarkt "Europa" erhöhte sich um 12,2 % von EUR 1.082,3 Mio. in 2021 auf EUR 1.214,2 Mio. im Geschäftsjahr 2022. Neben den Effekten aus der Erholung von der COVID-19-Pandemie erklärt sich das Umsatzwachstum in Europa im Wesentlichen durch einen Anstieg im Großhandelsgeschäft und E-Commerce-Bereich sowie eine Zunahme der Umsätze im Bereich der Produktkategorie "Flushing Systems".

Der Umsatz in den größten europäischen Absatzmärkten von Grohe setzt sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt zusammen:

In Deutschland beträgt der Umsatz EUR 260,9 Mio.

In Frankreich beträgt der Umsatz EUR 162,4 Mio.

In Osteuropa beträgt der Umsatz EUR 280,6 Mio.

In den Niederlanden beträgt der Umsatz EUR 113,7 Mio.

2.2.1.2 Asien

Der Umsatz im Vertriebsmarkt "Asien" ist im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr (EUR 208,0 Mio.) um EUR 73,3 Mio. bzw. 35,3 % auf EUR 281,3 Mio. gestiegen. Das Umsatzwachstum in Asien ist vorrangig getrieben von der Erholung nach dem Einbruch durch die Covid-19-Pandemie. Das Niveau im Fiskaljahr 2022 liegt weiter unter dem Niveau des Jahres 2019. Der Umsatz in der Region China wächst durch Erholungseffekte nach der Pandemie und getrieben vom Marktwachstum im Bausegment insgesamt. Untergliedert in einzelne Regionen und Länder stellen sich die wesentlichen Umsätze in Asien im Geschäftsjahr 2022 wie folgt dar:

Der Umsatz in China beträgt EUR 166,8 Mio.

Der Umsatz in Indien beträgt EUR 50,3 Mio.

Der Umsatz in Japan beträgt EUR 13,3 Mio.

2.2.1.3 Mittlerer Osten und Afrika

Der Umsatz im Vertriebsmarkt "Mittlerer Osten und Afrika" ist im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr (EUR 173,5 Mio.) um EUR 59,7 Mio. bzw. 34,4 % auf EUR 233,2 Mio. gestiegen. Dieser Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr ist neben Aufholeffekten nach der COVID-19-Pandemie zusätzlich durch den Umsatzanstieg im Projektgeschäft gefördert. Das starke Marktwachstum in der Region Naher Osten stützt diese Entwicklung.

2.2.1.4 Amerika

Der Umsatz im Vertriebsmarkt "Amerika" ist im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr (EUR 42,5 Mio.) auf EUR 40,1 Mio. gesunken, vorrangig begründet durch fehlende Produktverfügbarkeit und globale Logistikprobleme. Dadurch konnte bestehende Nachfrage unserer Kunden nicht bedient werden.

2.2.1.5 Sonstige

Unter "Sonstige" werden Umsätze aus dem Verkauf von Komponenten an das oberste Mutterunternehmen LIXIL Corporation bzw. an andere Tochtergesellschaften dieser Gruppe sowie seit dem Geschäftsjahr 2021 Umsätze aus dem Verkauf von Digitalen Lösungen ausgewiesen. Der Umsatz für "Sonstige" liegt mit EUR 7,1 Mio. für das Geschäftsjahr 2022 deutlich über dem Niveau des Vorjahres (EUR 4,9 Mio.). Der Anstieg resultiert insbesondere aus dem Anstieg der Verkäufe von Komponenten an den amerikanischen Schwesterkonzern.

2.2.2 Bruttoergebnis vom Umsatz und Bruttomarge

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte Grohe bei Umsatzerlösen von EUR 1.775,8 Mio. (2021: EUR 1.511,1 Mio.) ein Bruttoergebnis vom Umsatz von EUR 781,1 Mio. (2021: EUR 651,7 Mio.). Das entspricht einer Bruttomarge von 44,0 %, die leicht über dem Niveau des Vorjahres (43,1 %) liegt.

2.2.3 Sonstige wesentliche Erträge und Aufwendungen

Die Vertriebskosten sind auf EUR 440,2 Mio. gestiegen (2021: EUR 379,4 Mio.). Sie beinhalten neben Vertriebskosten für Direktumsätze ebenso Vertriebskosten für die Lagerung und den Versand von Produkten an Vertriebsgesellschaften. Die Relation der Vertriebskosten zu den Umsatzerlösen (Vertriebskostenquote) liegt mit 24,8 % auf dem Niveau des Vorjahrs (25,1 %). Der absolute Anstieg der Vertriebskosten im Vergleich zum Vorjahr folgt dabei im Wesentlichen der deutlich positiven Umsatzentwicklung.

Die allgemeinen Verwaltungskosten betragen EUR 68,4 Mio. und sind im Vergleich zum Vorjahr (EUR 54,8 Mio.) um EUR 13,6 Mio. gestiegen. Die Relation der allgemeinen Verwaltungskosten zu den Umsatzerlösen (Verwaltungskostenquote) blieb mit 3,9 % für das Geschäftsjahr 2022 nahezu konstant im Vergleich zum Vorjahr (2021: 3,6 %). Zu dieser Veränderung trugen unter anderem höhere Personalkosten und höhere Dienstleistungsaufwendungen, vor allem für IT, bei.

Die sonstigen betrieblichen Erträge (+)/Aufwendungen (-), netto, belaufen sich auf EUR -11,9 Mio. und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR -1,0 Mio. erhöht (2021: -10,9 Mio.). In dieser Position sind im Geschäftsjahr 2022 Netto-Währungsverluste in Höhe von EUR 5,9 Mio. enthalten, im Vorjahr Netto-Währungsverluste in Höhe von EUR 3,6 Mio. Positive Effekte auf das sonstige betriebliche Ergebnis ergaben sich aus niedrigeren Aufwendungen für Wertminderungen, diese wurden durch höhere Weiterbelastungen von LIXIL Europe S.à r.l. und LIXIL Corporation kompensiert. Des Weiteren wurden in den Finanzierungs-, Reorganisationskosten und ähnlichen Aufwendungen in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 jeweils Einmalprämien für Mitarbeiter als Unterstützung während der COVID-19-Pandemie erfasst.

Das Finanzergebnis für das Geschäftsjahr 2022 beträgt EUR -9,6 Mio. und liegt damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres von EUR -13,7 Mio. Dieser Anstieg ist auf gesunkene Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen, insbesondere der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, in Höhe von EUR 5,4 Mio. (2021: EUR 7,9 Mio.) zurückzuführen.

Der Nettosteueraufwand betrug im Berichtszeitraum EUR 79,0 Mio. (2021: EUR 66,8 Mio.). Davon entfallen EUR 82,3 Mio. auf den tatsächlichen Ertragsteueraufwand (2021: EUR 68,8 Mio.) und EUR 3,3 Mio. auf den latenten Steuerertrag (2021: latenter Steuerertrag EUR 2,0 Mio.). Für weitere Informationen zu den Ertragsteuern verweisen wir auf Anhangsangabe 5.

2.2.4 Gesamtergebnis

Das Gesamtergebnis nach Steuern beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf EUR 204,0 Mio. (2021: EUR 81,9 Mio.). Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg des Periodenergebnisses auf EUR 172,1 Mio. (2021: EUR 126,1 Mio.). Ferner ergeben sich die Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gewinnen aus Pensionsplänen und hierauf entfallendem latentem Steueraufwand mit insgesamt EUR 29,7 Mio. (2021: versicherungsmathematische Verluste, netto: EUR 33,2 Mio.). Des Weiteren wurden in 2022 Gewinne aus der Währungsumrechnung für ausländische Geschäftsbetriebe in Höhe von EUR 2,3 Mio. im sonstigen Ergebnis erfasst (2021: Verlust EUR 14,7 Mio.).

2.2.5 Steuerungsgrößen des Konzerns: Umsatz, Betriebsergebnis und operatives Ergebnis

Die wesentlichen Steuerungsgrößen des Konzerns sind der Umsatz, das Betriebsergebnis und das operative Ergebnis. Das Betriebsergebnis (Core Earnings) wird im Konzern verwendet, um den Reporting- und Steuerungsanforderungen des obersten Mutterunternehmens gerecht zu werden, und ermittelt sich aus dem Bruttoergebnis abzüglich Vertriebs- und Verwaltungskosten und der Zinsen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen.

Die Steuerung des Konzerns anhand der Kennzahlen Umsatz und Betriebsergebnis erfolgt jeweils unter Nutzung der zu fixierten Umrechnungskursen - sogenannter Budgetraten - ermittelten Werte.

Die Kennzahl operatives Ergebnis ergibt sich aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.

Der Umsatz zu Budgetrate erhöhte sich von EUR 1.558,7 Mio. im Geschäftsjahr 2021 auf EUR 1.769,7 Mio. in 2022. Bereinigt um Währungseffekte aus der Anpassung der Budgetraten 2022 ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr (2021 bereinigt: EUR 1.507,1 Mio.) um EUR 262,6 Mio. bzw. 17,4 % gestiegen. Der im Vorjahr prognostizierte deutliche Umsatzanstieg im einstelligen Prozentbereich für das Geschäftsjahr 2022 wurde damit aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung aufgrund der Verfügbarkeit und voranschreitenden Verteilung von Impfstoffen zur Bekämpfung von COVID-19 erheblich übertroffen. Für die Entwicklung zu aktuellen Umrechnungskursen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Punkt 2.2.1.

Das Betriebsergebnis zu Budgetraten ist von EUR 235,6 Mio. im Vorjahr auf EUR 263,9 Mio. im Geschäftsjahr 2022 gestiegen. Bereinigt um Währungseffekte aus der Anpassung der Budgetraten 2022 erhöhte sich das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr (2021 bereinigt: EUR 214,9 Mio.) um EUR 49,0 Mio. bzw. 22,8 %. Dieser Anstieg begründet sich im Wesentlichen durch den Anstieg des Bruttoergebnisses. Der im Vorjahr prognostizierte leichte Anstieg für das Geschäftsjahr 2022 wurde deutlich übertroffen.

Das operative Ergebnis (EBIT) des Konzerns - bemessen anhand der aktuellen Umrechnungskurse - ist von EUR 206,6 Mio. in 2021 auf EUR 260,7 Mio. in 2022 gestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg des Bruttoergebnisses. Der im Vorjahr prognostizierte leichte Anstieg für das Geschäftsjahr 2022 wurde deutlich übertroffen.

Insgesamt wurden im Vorjahresvergleich bereinigt um Währungseffekte aus der Anpassung der Budgetraten 2022 ein Umsatzanstieg von 17,4 % und eine Steigerung des Betriebsergebnisses von 22,8 % verzeichnet. Das EBIT zu aktuellen Umrechnungskursen erhöhte sich ebenfalls im Vorjahresvergleich um 26,2 %. Die Entwicklung der wesentlichen Kennzahlen lag damit deutlich über den budgetierten Erwartungen für das Geschäftsjahr, hauptsächlich aufgrund von Aufholeffekten der COVID-19-Pandemie.

Die Unternehmensleitung schätzt die wirtschaftliche Lage von Grohe aufgrund der guten Ertrags- und Liquiditätsentwicklung und der gesicherten Finanzierung insgesamt als stabil ein.

2.3 Finanzlage

2.3.1 Finanzierungsstruktur und Liquidität

Der Konzern wird zentral über die Grohe Holding GmbH finanziert. Diese übernimmt als Regional Treasury Center (RTC) EMEA innerhalb des LIXIL Konzerns Finanzierungsaufgaben für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika. Die Grohe Holding GmbH finanziert sich über interne (Darlehen von LIXIL) und externe Darlehen. Für allgemeine Unternehmenszwecke steht ihr eine Betriebsmittelkreditlinie in Höhe von EUR 120,0 Mio. bis zum 27. März 2023 zur Verfügung. Zum Stichtag hat die Grohe Holding GmbH die Betriebsmittelkreditlinie nicht in Anspruch genommen. Ferner verfügt die Grohe Holding GmbH über weitere Kreditfazilitäten in Höhe von insgesamt EUR 105,0 Mio., von denen zum 31. März 2022 EUR 45,0 Mio. in Anspruch genommen wurden (31. März 2021: EUR 0 Mio.).

Zum 31. März 2022 hat die Grohe Holding GmbH langfristige Darlehen gegenüber Kreditinstituten in Höhe von insgesamt EUR 429,0 Mio. in Anspruch genommen (31. März 2021: EUR 388,0 Mio.). Im Vorjahr hat die Grohe Holding GmbH zusätzlich Darlehen von der LIXIL Group Finance Corporation in Höhe von EUR 194,0 Mio. in Anspruch genommen, diese wurden im Geschäftsjahr 2022 zurückgezahlt. Die Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (sowie im Vorjahr gegenüber der LIXIL Group Finance Corporation) machen dabei 16,1 % der Konzernbilanzsumme (2021: 23,4 %) aus. Von diesen Verpflichtungen werden EUR 350,0 Mio. in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten und EUR 79,0 Mio. in den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Einen weiteren wesentlichen Aspekt der Finanzierung der Geschäftstätigkeit stellen die Rückstellungen für Pensionen in Höhe von EUR 439,5 Mio. (2021: EUR 482,4 Mio.) bzw. 16,5 % der Konzernbilanzsumme dar (2021: 19,4 %). Zum 31. März 2022 decken die langfristigen Schulden mit EUR 1.026,1 Mio. (2021: EUR 1.057,9 Mio.) zusammen mit dem bilanziellen Eigenkapital EUR 850,6 Mio. (2021: EUR 647,1 Mio.) einen Anteil von 70,6 % der Konzernbilanzsumme ab (2021: 68,5 %).

Die liquiden Mittel des Konzerns betragen zum Bilanzstichtag 31. März 2022 EUR 80,9 Mio. (2021: EUR 89,7 Mio.).

Für weitere Ausführungen zur Finanzierungsstruktur verweisen wir auf Punkt 2.4 sowie den Anhang zum Konzernabschluss.

2.3.2 Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2022 EUR 214,7 Mio. (2021: EUR 280,2 Mio.).

Wesentliche Einflussfaktoren sind im Geschäftsjahr 2022 neben dem Ergebnis vor Steuern von EUR 251,1 Mio. (2021: EUR 192,9 Mio.) Steuerzahlungen in Höhe von EUR 55,7 Mio. (2021: EUR 52,4 Mio.). Der Cashflow aus der laufenden Tätigkeit wird bereinigt um zahlungsunwirksame Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von EUR 87,3 Mio. (2021: EUR 89,0 Mio.) und Zinsaufwendungen in Höhe von EUR 14,1 Mio. (2021: EUR 17,3 Mio.). Gezahlte Zinsen, die das Ergebnis vor Steuern reduzieren, werden innerhalb der Kapitalflussrechnung dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zugeordnet.

Im Geschäftsjahr 2022 ergab sich aus den Veränderungen der sonstigen Bilanzposten, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind und im Wesentlichen das Working Capital des Konzerns ausmachen, insgesamt ein negativer Effekt in Höhe von EUR 76,1 Mio. auf den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (2021: positiver Effekt in Höhe von EUR 25,7 Mio.). Im Einzelnen sind die folgenden Effekte zu beobachten:

Die zahlungswirksame Erhöhung der Vorräte um EUR 113,0 Mio. im Geschäftsjahr 2022 führte zu einem negativen Cashflow (2021: zahlungswirksame Erhöhung um EUR 29,3 Mio.), zusätzlich zeigte die zahlungswirksame Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um EUR 18,9 Mio. (2021: Abnahme um EUR 7,0 Mio.) einen negativen Effekt auf den Cashflow.

Bei den sonstigen Forderungen sowie anderen Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, ergab sich eine Zunahme in Höhe von EUR 12,1 Mio. (2021: Zunahme um EUR 6,2 Mio.) mit entsprechend negativer Wirkung auf den Cashflow.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergab sich im Geschäftsjahr 2022 eine Zunahme um EUR 45,3 Mio. (2021: Zunahme um EUR 36,2 Mio.), welche sich positiv auf den Cashflow auswirkte. Die sonstigen Verbindlichkeiten sowie andere Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, zeigten eine Zunahme um EUR 22,5 Mio. (2021: Zunahme um EUR 18,0 Mio.), welche einen positiven Effekt auf den Cashflow hatte.

2.3.3 Cashflow aus der Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug im Berichtszeitraum EUR -83,6 Mio. (2021: EUR -87,4 Mio.).

Grohe investierte im Geschäftsjahr 2022 EUR 83,4 Mio. (2021: EUR 78,6 Mio.) in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Die Veränderung der Finanzanlagen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte netto hatte im Berichtszeitraum einen negativen Effekt von EUR 0,5 Mio. auf den Cashflow (2021: positiver Effekt von EUR 10,5 Mio.). Von den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte entfielen im Geschäftsjahr 2022 EUR 12,1 Mio. und im Vorjahr 2021 EUR 17,5 Mio. auf aktivierte Entwicklungskosten.

2.3.4 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit

Der Netto-Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2022 EUR -139,3 Mio. (2021: EUR -219,1 Mio.).

Im Geschäftsjahr 2022 wurde der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit im Wesentlichen durch die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR -236,4 Mio. (2021: EUR -495,3 Mio.) und die Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR 122,1 Mio. (2021: EUR 301,4 Mio.) beeinflusst. Ziehungen im Rahmen revolvierender Kreditlinien werden seit dem Geschäftsjahr 2022 saldiert ausgewiesen.

Zinszahlungen verursachten im Geschäftsjahr 2022 einen Mittelabfluss von EUR 8,1 Mio. (Vorjahr: EUR 9,1 Mio.).

2.3.5 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Unter Berücksichtigung von Wechselkurseinflüssen sinken die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von EUR 89,7 Mio. zu Beginn des Berichtszeitraumes auf EUR 80,9 Mio. zum Ende des Berichtszeitraumes.

2.4 Vermögenslage

Vermögenswerte, Eigenkapital und Schulden

(in TEUR)
Anstieg / (Rückgang)
31.03.2022 31.03.2021 total in %
Langfristige Vermögenswerte 1.824.580 1.799.594 24.986 1,4
Kurzfristige Vermögenswerte 833.142 690.487 142.655 20,7
Gesamtsumme Vermögenswerte 2.657.722 2.490.081 167.641 6,7
Eigenkapital 850.625 647.149 203.476 31,4
Langfristige Schulden 1.026.106 1.057.860 -31.754 -3,0
Kurzfristige Schulden 780.991 785.072 -4.081 -0,5
Gesamtsumme Eigenkapital und Schulden 2.657.722 2.490.081 167.641 6,7

Die langfristigen Vermögenswerte belaufen sich auf EUR 1.824,6 Mio. (2021: EUR 1.799,6 Mio.) und machen 68,7 % der Bilanzsumme in Höhe von EUR 2.657,7 Mio. aus. Von den langfristigen Vermögenswerten entfallen EUR 1.471,4 Mio. auf immaterielle Vermögenswerte (2021: EUR 1.470,9 Mio.). Diese enthalten den aus Anteilserwerben resultierenden Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von EUR 777,5 Mio., welcher im Vergleich zum Vorjahr (2021: EUR 775,4 Mio.) im Wesentlichen durch Währungseffekte leicht gestiegen ist. Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten außerdem Markenrechte in Höhe von EUR 585,9 Mio. (2021: EUR 585,9 Mio.) sowie selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von EUR 59,7 Mio. (2021: EUR 54,2 Mio.). Die anderen immateriellen Vermögenswerte betragen EUR 48,3 Mio. (2021: EUR 55,4 Mio.).

Das Sachanlagevermögen beträgt EUR 276,9 Mio. (2021: EUR 263,2 Mio.).

Die kurzfristigen Vermögenswerte betragen zum 31. März 2022 EUR 833,1 Mio. bzw. 31,3 % der Bilanzsumme (2021: EUR 690,5 Mio. und rund 27,7 %). Von den EUR 833,1 Mio. entfallen EUR 347,9 Mio. auf Vorräte (2021: EUR 237,1 Mio.), EUR 234,6 Mio. auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (2021: EUR 224,7 Mio.) und EUR 80,9 Mio. auf Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen (2021: EUR 89,7 Mio.). In den kurzfristigen Vermögenswerten sind zudem Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen in Höhe von EUR 8,0 Mio. enthalten (2021: EUR 0,0 Mio.). Für weitere Informationen zu Änderungen des Konsolidierungskreises verweisen wir auf den Anhang zum Konzernabschluss.

Die Schulden betragen zum 31. März 2022 EUR 1.807,1 Mio. (2021: EUR 1.842,9 Mio.). Die langfristigen Schulden belaufen sich dabei auf EUR 1.026,1 Mio. (2021: EUR 1.057,9 Mio.). Für weitere Informationen zur Finanzierungsstruktur wird auf Punkt 2.3.1 verwiesen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich zum 31. März 2022 auf EUR 218,1 Mio. (2021: EUR 176,5 Mio.).

Die in den Schulden enthaltenen Rückstellungen betragen zum 31. März 2022 EUR 483,2 Mio. (2021: EUR 525,5 Mio.). Diese beinhalten Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen in Höhe von EUR 439,5 Mio. (2021: EUR 482,4 Mio.). Die Steuerrückstellungen von Grohe beliefen sich auf EUR 51,3 Mio. (2021: EUR 24,3 Mio.).

Zum 31. März 2022 betrug das Eigenkapital EUR 850,6 Mio. Der Anstieg um EUR 203,5 Mio. im Vergleich zum 31. März 2021 (EUR 647,1 Mio.) ist im Wesentlichen auf das positive Periodenergebnis in Höhe von EUR 172,1 Mio. (2021: EUR 126,1 Mio.) sowie das direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnis aus Pensionsverpflichtungen von EUR 29,7 Mio. (2021: EUR -33,2 Mio.) zurückzuführen.

2.5 Mitarbeiter

Im Konzern wurden im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich 7.538 Mitarbeiter (2021: 7.142) beschäftigt. Zum Geschäftsjahresende betrug die Mitarbeiterzahl 7.706 (31. März 2021: 7.266). Darüber hinaus wurden zum Geschäftsjahresende 66 (31. März 2021: 68) junge Menschen bei Grohe ausgebildet.

COVID-19-Pandemie. Auch dieses Geschäftsjahr war stark geprägt von der COVID-19-Pandemie. Die schon zu Beginn der Pandemie in 2020 gebildete zentrale Taskforce, bestehend aus Vertretern der Länder, der Werke sowie der Bereiche EHS, HR, Kommunikation, Recht, Betriebsrat und IT, wurde auch in diesem Geschäftsjahr weitergeführt, um unternehmensweit gültige Entscheidungen für das weitere Vorgehen zu treffen.

Diese bildeten darüber hinaus die Basis für die Arbeit der nationalen und lokalen Taskforces, welche - unter der Berücksichtigung der Vorgaben der zentralen Taskforce - die lokalen Fragestellungen bearbeitet und lokale Entscheidungen getroffen haben. Indem wir frühzeitig klare, auf die unterschiedlichen Situationen abgestimmte Regularien eingeführt haben (z.B. mobiles Arbeiten in den Office- und Vertriebsbereichen, Abstands- und Hygieneregeln, 3G-Regeln und veränderte Arbeitssysteme in den Werken und Distributionszentren), ist es uns gelungen, sowohl die Beschäftigten zu schützen als auch unsere Geschäfte erfolgreich weiterzuführen.

Wie schon im letzten Geschäftsjahr wurden Vorgesetzte und Beschäftigte in dieser Situation durch diverse Trainings unterstützt.

Unternehmenskultur. Durch weitere Veränderungen hin zu einer LIXIL-weiten, globalen Organisationsstruktur (insbesondere in den Zentralfunktionen) wurde die globale Zusammenarbeit innerhalb des LIXIL Konzerns weiter ausgebaut. Gleichzeitig wurden weiterhin Workshops zu den "LIXIL Behaviors" durchgeführt. Diese sind inzwischen auch ein Standard in Onboarding-Schulungen.

Zertifizierungen. Für die ganzheitlich orientierte Personalarbeit wurde Grohe auch in diesem Geschäftsjahr erneut mit dem von "DER ZEIT" verliehenen "LEADING EMPLOYER"-Siegel ausgezeichnet, welches die Top 1 % der Unternehmen in Deutschland erhalten. Darüber hinaus wurden Teilbereiche des Unternehmens als "Great Place to work" zertifiziert.

Mitarbeiterbefragungen. Nach der LIXIL-weiten Einführung eines einheitlichen Befragungs-Tools im vergangenen Geschäftsjahr wurden auch in diesem Geschäftsjahr verschiedene Befragungen der Beschäftigten durchgeführt.

Im Fokus stand dabei die "VOICE"-Umfrage, welche im September stattfand. Dabei wurden neben dem "Engagement" diesmal auch die Kriterien "Inklusion", "Wohlbefinden" und "Absicht zu bleiben" als zentrale Kennziffern ermittelt. Neben den "VOICE"-Umfragen gab es auch Kurz-Befragungen zu den Themen "Menschenrechte" und "Compliance".

Damit behalten wir nicht nur weiterhin die Zufriedenheit und das Engagement unserer Beschäftigten im Fokus, sondern erweitern diesen auch auf andere wichtige Bereiche. Um die Ergebnisse weiter zu verbessern, arbeitet das Management - gemeinsam mit den Beschäftigten - intensiv an der Umsetzung weiterer Verbesserungsmaßnahmen.

Durch diese häufigeren Rückmeldungen der Beschäftigten kann das Unternehmen noch besser auf deren Bedürfnisse eingehen.

Aus- und Weiterbildung. Grohe investiert kontinuierlich in Aus- und Weiterbildung. So legen wir, wie in den Jahren zuvor, großen Wert auf die Ausbildung junger Menschen. Auch im abgelaufenen Ausbildungsjahr 2021 erreichten unsere Auszubildenden wieder gute Prüfungsergebnisse. All unsere Prüflinge haben ein Angebot zur Übernahme erhalten.

Das "My Talent Program" (vormals Grohe Potential System), welches unsere Nachwuchstalente auf zukünftige Führungspositionen vorbereitet, wurde auch in diesem Jahr erfolgreich fortgeführt. Insgesamt haben bisher rund 215 Talente an unserem Nachwuchsförderprogramm teilgenommen, von denen die meisten mittlerweile weiterführende Aufgaben übernehmen konnten. Darüber hinaus bieten wir unseren Beschäftigten mit unserem internen und externen Schulungs- und Weiterbildungsprogramm Förderungsmöglichkeiten im Rahmen von GROHExcellence für grundlegende, fachliche Fertigkeiten und GROHEfficiency für Führungskompetenzen und Soft-Skills an.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden deutschlandweit 14.776 Stunden in Schulungen investiert, wovon nahezu alle Schulungen online durchgeführt wurden. Der Durchschnittswert der Schulungsstunden in Deutschland je Beschäftigtem liegt bei über 7,97. Darüber hinaus haben über 660 Beschäftigte in Deutschland an internen E-Training Schulungen der GROHE Master Academy teilgenommen.

Gesellschaftliche Verantwortung. Soziale Verantwortung leben wir durch die traditionelle Förderung bestimmter Bildungseinrichtungen sowie die Fortführung der im Jahr 2009 gestarteten Grohe Jal Academy in Indien. Die Grohe Jal Academy ist ein Projekt zur Qualifizierung von Straßenkindern in Indien nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe, dessen Erfolg mittlerweile national wie international große Beachtung und Anerkennung findet. Auch weitere Ausbildungszentren in Manila (Philippinen) und in Delhi (Indien) werden durch Grohe unterstützt. Inzwischen sind diese 3 Standorte in das GIVE-Programm überführt worden. GIVE steht für "Grohe Installer Vocational Training and Education" und hat zum Ziel, dem weltweiten Fachkräftemangel entgegenzuwirken und jungen, angehenden Installateuren eine Perspektive zu bieten. Bis dato arbeiten wir bereits mit 45 Berufsschulen weltweit zusammen. Diese befinden sich u.a. in Belgien, Frankreich, Kroatien, der Tschechischen Republik, Bosnien, Polen, UK, Rumänien und Ghana. Eine Schwerpunktregion für das nächste Fiskaljahr ist Nordwestafrika.

Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz. Im Geschäftsjahr 2022 wurde eine Konzernbetriebsvereinbarung zum Gesundheitsmanagement abgeschlossen. Die Förderung von gesundheitsbewusstem Verhalten ersetzt nun ein System, welches bisher den reinen Präsentismus belohnte. Ein Teil dieser Vereinbarung ist die finanzielle Förderung von Mitarbeiterfahrrädern, die Einführung eines EAP ("Employee Assistent Programs"), die Einführung einer Gesundheits-App und die erstmalige Einstellung von Gesundheitsmanagern für jeden Standort in Deutschland. Unter deren Leitung wird zukünftig das Gesundheitsprogramm für alle Beschäftigten kontinuierlich ausgebaut. Neben attraktiven Angeboten erhalten die Beschäftigten, wenn sie die Angebote nutzen, zudem eine Beteiligungsprämie als "Cash Back". Dabei arbeiten Gesundheitsmanager, Führungskräfte, Werksärzte, Human Resources und Betriebsräte eng zusammen.

Das Thema Arbeitsschutz hat bei uns höchste Priorität. In den Standorten werden unter Leitung der jeweiligen Fachkräfte regelmäßige Begehungen, Arbeitskreise, Schulungen und entsprechende Audits durchgeführt, um sicherzugehen, dass neben den gesetzlichen Auflagen auch unsere darüberhinausgehenden Grohe-Standards eingehalten werden. Es besteht die Pflicht, jeden Arbeitsunfall unverzüglich dem Vorstand zu melden, einschließlich Ursachen und Implementierung geeigneter Maßnahmen, die eine Wiederholung - auch an anderen Standorten -ausschließen sollen.

3 Compliance Management System

Grohe ist ein innovatives und leistungsstarkes Unternehmen. Als solches stellen wir uns den Herausforderungen des Wettbewerbs und sind mit ihnen gewachsen. Es ist für uns von großer Bedeutung, von unseren Kunden und Endverbrauchern als Unternehmen wahrgenommen zu werden, das unter strenger Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben und fair im Markt agiert. Um dies zu gewährleisten, hat Grohe schon seit einigen Jahren ein Compliance-Risk-Managementsystem implementiert, welches wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung geworden ist. Compliance steht dabei für die Einhaltung sämtlicher gesetzlicher, behördlicher und unternehmensinterner Vorgaben.

Grundlage ist der LIXIL Code of Conduct, der eine klare Vorgabe enthält, welchen Prinzipien sich das Unternehmen verpflichtet fühlt und welches Verhalten es von seinen Mitarbeitern erwartet. Daneben gibt es verbindliche Richtlinien für die Bereiche Anti-Korruption, Kartellrecht, Trade Compliance, Interessenkonflikte, Anti-Diskriminierung sowie Datenschutz, die die jeweiligen Bereiche detailliert regeln.

Für das operative Compliance Management ist im Unternehmen der Chief Compliance Officer (Leader, Compliance EMENA, LIXIL EMENA) verantwortlich. Er wird hierbei vom Trade Compliance Officer (Leader, Trade Compliance EMENA, LIXIL EMENA), dem Konzerndatenschutzbeauftragten sowie dem Grohe Compliance Committee unterstützt, das aus Vertretern verschiedener Unternehmensbereiche besteht und beratende sowie entscheidungstreffende Funktion hat. Grohe nutzt ein weltweites Hinweisgeber-System, bei dem sich Mitarbeiter und Dritte unter Wahrung ihrer Anonymität melden können.

Die Mitarbeiter von Grohe werden zu den wesentlichen Inhalten des Compliance Managements und hier insbesondere zu den einzelnen Richtlinien durch Online- und Präsenztrainings regelmäßig geschult.

4 Risikobericht

4.1 Risikomanagementsystem

Grohe verfolgt mittels eines effektiven Risikomanagementsystems die aus der weltweiten Geschäftstätigkeit entstehenden Risiken und versucht, unangemessene Risiken weitestgehend zu vermeiden. Soweit dies möglich ist, werden die identifizierten Risiken nach der Höhe ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres Auswirkungsgrads im Falle eines Eintritts quantifiziert, um sie wirksam zu messen und effektive Maßnahmen zur Gegensteuerung zu ergreifen.

4.2 Auswirkungen aktueller Risiken

Beeinflusst von derzeitigen und früheren Krisensituationen wie der COVID-19-Pandemie und des Ukraine-Krieges ergeben sich Unsicherheiten und Volatilitäten in den Absatz- und Beschaffungsmärkten von Grohe. Dies betrifft insbesondere die Verknappung von Gütern, die mittelbaren oder unmittelbaren Einfluss auf unsere Produktions- und Transportprozesse haben. Das Ausmaß von Kostenerhöhungen ist auch durch etablierte Institutionen schwer vorherzusagen. Die akute Gefahr einer Priorisierung der Gasversorgung birgt große operationelle Risiken sowie Ausfallrisiken deutscher Standorte; dies betrifft insbesondere die Gießerei und die Galvanik. Im Fall der Unterversorgung bestehen Pläne zur Umschichtung der Produktionskapazitäten an andere Standorte.

Nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine am 24. Februar 2022 hat Grohe die Lieferungen in den ukrainischen und russischen Markt bis auf Weiteres gestoppt. Der Umsatz auf den beiden Märkten machte im Geschäftsjahr 2022 ca. 5-6 % des Konzernumsatzes aus. Die Geschäftsführung geht aktuell davon aus, dass durch die hohe Marktnachfrage in den anderen Märkten der potenzielle Umsatzrückgang aufgefangen werden kann.

Grohe beobachtet in diesem Zusammenhang die weitere Entwicklung sehr genau und hat schon frühzeitig Taskforces ins Leben gerufen, die jeweils von lokalen Teams unterstützt werden.

Im Ukraine-Krieg erfordert die volatile Situation in osteuropäischen Ländern eine Abwägung unterschiedlicher Szenarien für die Fortführung der Geschäfte in beteiligten Ländern. Entscheidungen werden in einem Expertengremium unter Einbeziehung aller relevanten Funktionen sowie der Geschäftsführung und unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen getroffen.

4.3 Makroökonomische Risikofaktoren

Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Die Ertragslage von Grohe wird wesentlich durch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinflusst. So wirken sich Spannungen zwischen Ländern dämpfend auf den weiteren Verlauf der Weltkonjunktur aus. Die weltweit steigende Inflation sowie die Entwicklung von Preisen einzelner Produkte, aber auch Energie und Gemeinkosten, schlägt sich in beinahe allen Prozessen und Bereichen der Grohe nieder. Auch die Entwicklungen in einzelnen Ländern und deren Abhängigkeit von diesen Produkten ist schwer zu prognostizieren.

Entwicklung der Bauwirtschaft. Grohe ist nicht nur von allgemeinen weltwirtschaftlichen Entwicklungen, sondern auch von branchenspezifischen Einflüssen wie beispielsweise der Baukonjunktur abhängig. So wird die Nachfrage nach Sanitärprodukten stark von den Entwicklungen im Gewerbe- und Wohnungsbau, bei Neubauvorhaben und Trends bei Renovierungs- und Ersatzmaßnahmen beeinflusst, für die Verbraucherstimmung, das Niveau der Darlehenszinsen, die Verfügbarkeit von Darlehen und die Entwicklung der Kaufkraft der Verbraucher neben der Verfügbarkeit von Gütern und Dienstleistungen wichtige Treiber darstellen.

Währungsrisiko. Der Konzern ist in mehr als 130 Ländern tätig und wickelt Geschäfte in mehr als 10 Währungen ab. Ungefähr 41 % der Umsatzerlöse des Konzerns werden in anderen Währungen als dem Euro erzielt. Die Währungsrisiken beziehen sich in erster Linie auf den US-Dollar und in geringerem Umfang auf das britische Pfund, den chinesischen Yuan, den japanischen Yen, den russischen Rubel (die Entwicklungen in der Krise werden kontinuierlich bewertet), die türkische Lira und die indische Rupie. Risiken aus einer Veränderung der Währungsrelationen begegnet das Unternehmen mit einer teilweisen Absicherung von in Fremdwährung abzurechnenden Umsätzen und den daraus resultierenden Forderungen einerseits und von Einkäufen und daraus resultierenden Verbindlichkeiten andererseits. Zur Absicherung werden Devisentermingeschäfte verwendet, mit denen die Zahlungsein- bzw. ausgänge in Fremdwährung zu einem festen Kurs in Euro getauscht werden. Wir verweisen ferner auf die Darstellung der zum 31. März 2022 bestehenden Devisenterminkontrakte im Anhang.

Finanzierungs- und Zinsänderungsrisiko. Für Grohe besteht aufgrund der langfristigen Darlehen kein wesentliches Finanzierungsrisiko. Die Finanzierung des Konzerns wird dabei zentral über das in der Grohe Holding GmbH verankerte RTC EMEA gesteuert. Den kurzfristigen Liquiditätsbedarf kann Grohe über eine Betriebsmittelkreditlinie in Höhe von EUR 120 Mio. decken, welche für allgemeine Unternehmenszwecke bis zum 27. März 2023 zur Verfügung steht, die die Grohe Holding GmbH zum Stichtag nicht in Anspruch genommen hat. Darüber hinaus stehen der Grohe Holding GmbH weitere Kreditfazilitäten in Höhe von insgesamt EUR 105,0 Mio. zur Verfügung, die sie zum 31. März 2022 in Höhe von EUR 45,0 Mio. in Anspruch genommen hat. Barziehungen werden jeweils variabel zu EURIBOR bzw. LIBOR zuzüglich einer Marge verzinst. Das sich aus der variablen Verzinsung ergebende Zinsänderungsrisiko wurde in 2022 nicht abgesichert. Die Entwicklung des Zinsniveaus wird regelmäßig überwacht, um kurzfristig auf Zinsänderungen reagieren zu können.

4.4 Risiken aus der operativen Tätigkeit von Grohe

Wettbewerb. Aufgrund der nachhaltigen Intensivierung des Wettbewerbs ist Grohe mit einer Vielzahl von Risiken konfrontiert und konkurriert sowohl mit international agierenden Wettbewerbern als auch mit zahlreichen regionalen und spezialisierten Anbietern. Auch Plagiate oder nachahmende Marken in diversen Ländern nehmen zu. Diese Entwicklung wird durch eine zunehmende Preistransparenz, ein höheres Preisbewusstsein und eine zunehmende Konsolidierung auf Kundenseite verstärkt. Grohe begegnet diesem Risiko unter anderem durch anhaltende Investitionen in die Entwicklung innovativer Produkte und der Marke GROHE sowie Maßnahmen zur Pflege von Kundenbeziehungen. Es wird als zunehmend schwierig wahrgenommen, die Marke GROHE in Märkten zu positionieren, die sich außerhalb der Kernregionen befinden. Eine globale Konzern-Marken-Strategie soll helfen, die Wahrnehmung am Markt zu stärken.

Absatz- und Beschaffungsrisiken. Auf der Beschaffungsseite ist Grohe den globalen Risiken durch Verfügbarkeit und Preisschwankungen bei den Rohstoffen und Komponenten ausgesetzt. Auch beeinflussen stark gestiegene Frachtkosten vor dem Hintergrund knapper Logistikressourcen und steigender Kosten von Energieträgern die Preise am Markt zunehmend. Es besteht das Risiko, dass Kostensteigerungen nicht unmittelbar und vollumfänglich an Kunden weitergegeben werden können oder sich Erhöhungen der Absatzpreise negativ auf die Nachfrage auswirken.

Grohe begegnet dem Preissteigerungsrisiko durch Preis- und Mengenfixierungen mit Lieferanten und durch derivative Finanzgeschäfte mit Banken (vornehmlich Rohwarentermingeschäfte), wodurch die Planungssicherheit im Bereich der Herstellungskosten sowie der Rohmaterialbeschaffung erhöht wird. Anpassungen der Absatzpreise werden bewertet und, falls erforderlich, unterjährig vorgenommen. Weitere Ausführungen zu den Sicherungsgeschäften für Grohe sind im Anhang zu finden. Um den Verfügbarkeitsrisiken entgegenzuwirken, nimmt Grohe erforderlichenfalls einen gezielten Bestandsaufbau vor.

Risiken im Bereich Personal. Der Erfolg unseres Geschäfts hängt stark vom Einsatz unserer Mitarbeiter und unserer Fähigkeit ab, hochqualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, zu motivieren und zu halten. Sollten Mitarbeiter in Schlüsselpositionen mit umfassendem Know-how das Unternehmen verlassen und nicht am Arbeitsmarkt ersetzt werden können, kann dies zu einem Wissensverlust und negativen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von Grohe führen. Grohe strebt an, dieses Risiko durch individuelle Personalentwicklungs- und -förderungsmaßnahmen und frühzeitige Nachfolgeplanungen zu vermindern.

Risiken im Bereich der Unternehmensstruktur. Die geplante Einführung eines neuen ERP-Systems birgt in der globalen Harmonisierung das Risiko verlangsamter oder fehleranfälliger Prozesse. Grohe begegnet den Risiken mit Prozessstandardisierungen im Vorfeld und parallel laufenden Systemen, um in der Transitionsphase agil zu reagieren.

Risiken im Bereich Informationstechnologie. Sollte es zu einem Ausfall von wesentlichen IT-Systemen oder Rechenzentren kommen, kann dies negative Auswirkungen auf das Geschäft von Grohe haben. Dies betrifft unter anderem die Verfügbarkeit von Systemen, die Systemleistung und den Netzwerkdurchsatz. Der Bereich IT hat mit dem zentralen internationalen IT-Security Team ein Gremium geschaffen, um den kontinuierlich zunehmenden Systemanforderungen gerecht zu werden.

Außerdem könnte es zu Cyberangriffen kommen, die auf die IT-Systeme von Grohe gerichtet sind und wichtige technische oder andere vertrauliche Informationen abgreifen, manipulieren, die IT-Systeme blockieren oder die Arbeitsabläufe behindern könnten. Gegenmaßnahmen seitens Grohe sind u.a. die Einrichtung eines Informationssicherheitsmanagement-Systems, die zentrale Verwaltung von PCs und die Sensibilisierung der Mitarbeiter durch Schulungen zur IT-Sicherheit.

Rechtliche Risiken. Auf der Hauptversammlung der Grohe AG vom 21. November 2017 wurde die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die damalige Hauptaktionärin Grohe Beteiligungs GmbH gemäß §§ 327a ff. AktG gegen eine Barabfindung in Höhe von EUR 63,48 beschlossen. Der Beschluss ist mit Handelsregistereintragung am 7. Dezember 2017 wirksam geworden. Mehrere ehemalige Aktionäre der Grohe AG haben vor dem Landgericht Dortmund ein Spruchverfahren eingeleitet, um die Höhe der Barabfindung überprüfen zu lassen. Am 16. Mai 2022 wurde die Angemessenheit der Barabfindung final vom 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf bestätigt.

Umweltrisiken. Grohe geht davon aus, dass alle derzeit relevanten gesetzlichen Umweltvorschriften eingehalten sind. Aufgrund von Faktoren, die sich der Kontrolle der Gesellschaft entziehen (wie die Entdeckung bislang nicht erkannter Altlasten oder Änderungen der bestehenden Umweltgesetzgebung bzw. der Auslegung durch entsprechende Behörden), kann eine Belastung aus Umweltrisiken jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Genehmigungsauflagen durch Grohe sowie die kontinuierliche Verbesserung im Umwelt- und Arbeitsschutzmanagement durch die Zentralfunktion Corporate EHS & Sustainability Management wird mit Hilfe systematischer Aufbau-und Ablaufstrukturen und regelmäßiger interner und externer Environmental, Health and Safety (EHS) Management System Audits in allen Produktions- und Logistikbereichen sichergestellt und überwacht. Ergänzt wird diese zentrale Aufbauorganisation durch lokale Aufbaustrukturen in allen Werken und Logistikzentren in den Bereichen Umweltschutz/Umweltmanagement, Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz/Arbeitsschutzmanagement und Energiemanagement.

Das Umweltmanagementsystem der Grohe AG wurde erstmals 2003 für alle europäischen Produktionsstandorte und 2004 für den Standort in Thailand nach der ISO 14001 zertifiziert. Im Jahr 2011 folgte eine erfolgreiche Erst-Zertifizierung der Grohe Gruppe nach OHSAS 18001, der weltweit führenden Norm für Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement-Systeme (mittlerweile ersetzt durch die ISO 45001). Die erfolgreiche Erst-Zertifizierung nach ISO 50001 Energiemanagementsysteme erfolgte 2016. Die aktuell gültigen Zertifizierungen datieren aus 2021 (sowohl Umweltmanagement, ISO 14001:2015, als auch Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement, ISO 45001:2018, und Energiemanagement, ISO 50001:2018).

Bereits seit mehreren Jahren nimmt der Einfluss der Europäischen Chemikalienverordnung REACH auf die europäische Industrie und damit auch auf Grohe zu, nach der Hersteller, Importeure und nachgeschaltete Anwender ihre Chemikalien registrieren müssen und für deren sichere Verwendung selbst verantwortlich sind. Ausgewählte Stoffe werden von den Behörden bewertet und ggf. einer Regelung ("Verbot" (jur. Verbot mit Erlaubnisvorbehalt) nach REACH Anhang XIV oder Nutzungsbeschränkung nach REACH Anhang XVII) zugeführt.

Als sogenannter "Downstream User" ist Grohe seit dem 8.02.2017 Halter einer Erlaubnis für die weitere Nutzung von Chromtrioxid in der EU, einer wichtigen Chemikalie im Beschichtungsprozess der Galvaniken, die eine weitere Nutzung der Chemikalie im Ätzprozess der Kunststoffgalvanik Lahr (bis 09/2027) sowie der Beschichtungsprozesse in den Galvaniken Hemer, Lahr und Albergaria (bis 09/2029) ermöglicht.

Am 02.02.2022 hat die ECHA, die Europäische Chemikalienagentur in Helsinki, veröffentlicht, dass sie auf der Grundlage von REACH ein Verbot von Blei vorschlägt. Sollte dieser Vorschlag von der Europäischen Kommission angenommen werden, ist etwa ab 2028 (Worst Case) mit einem Einsatzverbot von Blei in der EU zu rechnen. Dieses Verbot hätte Auswirkungen auf die Gießprozesse und Einsatzmaterialien (Legierungsbestandteile im Messing) in den Grohe Werken Hemer und Albergaria.

5 Chancenbericht

GROHE profitiert von der weltweit konstant hohen Nachfrage nach Sanitärprodukten und dem starken Markenimage. Die Go-To-Market-Strategie der Marke ist auf verschiedene Kundengruppen zugeschnitten. Mit verschiedenen Sub-Brands schärft GROHE zusätzlich sein Markenprofil. Kundenakzeptanz und -bindung werden durch die Strategie weiter gestärkt. Hierdurch ergeben sich ergänzende Möglichkeiten, Umsatz und Profitabilität weiter zu steigern und das Wachstum des Unternehmens fortzuführen.

Bereits seit 2014 gehört GROHE zu dem internationalen Markenportfolio der LIXIL-Gruppe. Als weiterhin eigenständig geführte Marke werden Aktivitäten und Marktposition in 150 Märkten vorangetrieben. Forschungs- und Entwicklungszentren und ein weltweites Produktionsnetzwerk unterstützen das Wachstum der Marke. Als Teil von LIXIL verfügt GROHE über umfangreiches Know-how sowie Technologie- und Innovationskraft. Synergieeffekte führen zu einer ständigen Stärkung und Fortsetzung des nachhaltigen Wachstumskurses. Mit den Strukturen der LIXIL-Gruppe wird die überregionale Zusammenarbeit weiter intensiviert sowie der effiziente Einsatz von Ressourcen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produktion und digitale Innovation vorangetrieben.

Umwelt- und Klimaschutz gehören zu den drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. Grohe überzeugt durch sein langjähriges Engagement für schonenden Umgang mit Ressourcen. Die Initiative "GROHE goes Zero" ist nahtlos mit zahlreichen Maßnahmen an den Produktions-Standorten verbunden, die die langfristige Reduzierung des CO 2-Ausstoßes und die weitere Ressourcenschonung unterstützen. So produziert GROHE CO 2-neutral. Bisher unvermeidbare CO 2-Emissionen werden durch Kompensationsprojekte ausgeglichen. Im Jahr 2018 hat sich die Marke das Ziel gesetzt, alle Plastikteile aus ihren Verpackungen zu entfernen. Ziel ist es, Plastikverpackungen durch nachhaltigere Alternativen zu ersetzen. Durch die Beseitigung aller unnötigen Plastikteile in seinen Produktverpackungen werden nun 37 Millionen Plastikteile pro Jahr vermieden.

Als Teil von LIXIL und in Verbindung mit der Innovationskraft der Marke GROHE aufgrund der langfristigen Kundenbeziehungen sowie der Ausrichtung auf die Themen Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz sieht sich Grohe auch weiterhin in einer vorteilhaften Position, aktuelle wie zukünftige Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen und gestärkt aus diesen hervorzugehen.

6 Ausblick

6.1 Ausblick für das gesamtwirtschaftliche Umfeld

Gegenwärtig ist der Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung im Kalenderjahr 2022 bzw. im Geschäftsjahr 2023 von extremen Unsicherheiten geprägt. Der Ukraine-Krieg wird zu einer deutlichen Verlangsamung des globalen Wachstums beitragen. Die mit dem Konflikt einhergehenden Kostensteigerungen bei Rohstoffen und die energiepreisgetriebene steigende Inflation sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie vor allem in China erschweren die Prognose für die Weltkonjunktur.

Somit hat der Internationale Währungsfonds in seinem zuletzt im April 2022 veröffentlichten Ausblick die Prognose für das globale Wachstum der Wirtschaftsleistung nach unten korrigiert und geht nun von einem Zuwachs in Höhe von +3,6 % für das Jahr 2022 aus. Stärkster Treiber für das globale Wachstum ist demnach der asiatische Raum mit einer Erhöhung in Indien von +8,2 %. Überdurchschnittliches, wenn auch schwächeres Wachstum liefert auch China mit +4,4 %. Für den Euroraum liegt das prognostizierte Wachstum für das Jahr 2022 mit +2,8 % unterhalb des globalen Durchschnitts und ist vor allem beeinflusst durch den Ukraine-Krieg. Für Deutschland wird mit einem Wachstum von +2,1 % gerechnet, für Osteuropa mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von -2,9 % und für den Mittleren Osten und Zentralasien mit einem Zuwachs von +4,6 %. Das Wachstum der Wirtschaftsleistung in den USA wird mit +3,7 % und für Lateinamerika mit +2,5 % prognostiziert.

Dabei betont der Internationale Währungsfonds, dass diese Prognose mit sehr starken Unsicherheiten behaftet sei. Eine mögliche Verschärfung des Krieges, eine Eskalation der Sanktionen gegen Russland, eine unerwartet starke Konjunkturabkühlung in China aufgrund der strikten Null-COVID-Strategie und ein erneutes Aufflammen der Pandemie stellen mögliche Abwärtsrisiken für den aktuellen Ausblick dar.

6.2 Ausblick für die Baukonjunktur

Auch der Ausblick für die bauwirtschaftlichen Aktivitäten ist durch den Ukraine-Krieg und dessen Auswirkungen sowie die anhaltenden Einflüsse der Corona-Pandemie geprägt. Unterbrochene Lieferketten, hohe Rohstoffkosten und energiepreisbedingte Inflation haben zu einer Reduzierung der Wachstumsprognose für die realen Gebäudeinvestitionen geführt.

In der im April 2022 vorgelegten bauwirtschaftlichen Prognose erwartet IHS Global Insight mit +0,2 % ein deutlich geringeres globales Wachstum der realen Gebäudeinvestitionen als es vom IMF mit +3,6 % für die globale Gesamtwirtschaft erwartet wird. Mit Blick auf die Bauinvestitionen in Gebäude wächst demnach Asien (einschließlich Japan) +3,4 % während für Amerika sinkende Investitionen von -2,1 % vorhergesagt werden. Auch für Europa wird für die realen Bauinvestitionen in Gebäude ein Rückgang von -0,3 % prognostiziert, welcher vor allem durch den Konflikt in der Ukraine geprägt ist. So wird für Osteuropa ein Rückgang der Investitionen von -10,2 % geschätzt. Für Zentraleuropa rechnet IHS mit einem Wachstum von +0,2 % und für Nordwest-Europa mit einem Zuwachs von +0,7 %. Das stärkste Wachstum in Europa wird mit +2,0 % für Südeuropa prognostiziert. Für den Mittleren Osten und Afrika schätzt IHS ein Wachstum von +2,6 % im laufenden Kalenderjahr.

6.3 Ausblick für die Branche sowie Prognose für die Steuerungsgrößen des Konzerns

Im Kalenderjahr 2021 zeigten sich deutliche Erholungseffekte gegenüber dem Vorjahr, bis gegen Jahresende der erneute Anstieg von Corona-Infektionen und damit einhergehend neuerliche Beschränkungen diese abschwächten. Starkes Wachstum zeigte sich vor allem in Märkten und Regionen, die im vorangegangenen Jahr besonders von Quarantänemaßnahmen und Schließungen zur Eindämmung der Pandemie betroffen waren, wie zum Beispiel Südeuropa, Asien und Mittlerer Osten & Afrika. Der anhaltende Trend zum Heimwerken und das Angebot über den Online-Vertrieb haben in den Kanälen E-Commerce und im Baumarktgeschäft zu weiterhin hohen Wachstumsraten geführt.

Der Ausblick auf die Branchenentwicklung ist durch den Ausbruch des Krieges in der Ukraine mit hohen Unsicherheiten behaftet. Trotz der unsicheren Rahmenbedingungen ist damit zu rechnen, dass wirtschaftlich gesunde Unternehmen die Krise ohne größere Einschnitte bewältigen können. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass der Krieg in der Ukraine noch deutlicher auf die Weltkonjunktur und Konjunktur im Baugewerbe Einfluss nimmt und sich somit auch negativ auf die Branchenentwicklung im Jahr 2022 auswirken kann.

Grohe hat seine Marktpositionen in den vergangenen Jahren sowohl bezüglich des Produktangebots als auch der Penetration der relevanten Länder und Vertriebswege systematisch weiter ausgebaut und in vielen Ländern Marktanteile gewonnen. Unabhängig von der COVID-19-Pandemie ergeben sich für Grohe aufgrund einer starken Sortiments- und Innovationskompetenz sowie aufgrund von Kostenvorteilen durch Skaleneffekte und globale Fertigung verglichen mit kleineren lokalen und regionalen Anbietern in vielen Ländermärkten weiterhin Spielräume zur Penetration ausländischer Märkte. Weiterhin strebt Grohe nicht nur an, die durch die außerordentlich starke Globalisierung der Marktposition der Marke "GROHE" entstehenden Chancen konsequent zu nutzen und Geschäftsfelder, Sortimente und Vertriebswege weiterhin systematisch auszubauen, sondern weiterhin von Synergien mit anderen Marken und Aktivitäten in der LIXIL-Gruppe zu profitieren.

Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten vor allem infolge des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen sowie der weiteren Entwicklung der COVID-19-Pandemie ist es weiterhin schwierig, zum jetzigen Zeitpunkt eine verlässliche Prognose über die künftige wirtschaftliche Entwicklung von Grohe abzugeben. Derzeit geht die Unternehmensleitung davon aus, dass es durch die zunehmende Inflation und die Kostensteigerungen für Rohstoffe und Energie auch weiterhin zu einer Belastung der Herstellungskosten kommen wird, die über künftige Preiserhöhungen kompensiert werden soll. Auf Basis dieses Szenarios erwartet Grohe für das Geschäftsjahr 2023 ein Wachstum der Umsatzerlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich. Als Folge des erwarteten Umsatzanstiegs und einer Fortführung des aktiven Kostenmanagements werden das Betriebsergebnis sowie das EBIT im Geschäftsjahr 2023 voraussichtlich ebenfalls leicht über dem Vorjahreswert liegen. Die Ergebnisentwicklung wird dabei auch weiterhin besonders von der zukünftigen Entwicklung der Rohstoffpreise und der Weitergabe von Kostensteigerungen an die Kunden abhängig sein.

 

Hemer, den 25. Juli 2022

Die Geschäftsführung

gez. Bijoy Madassery

gez. Adam Bryson

gez. Jonas Brennwald

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Grohe Holding GmbH, Hemer

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Grohe Holding GmbH, Hemer, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Grohe Holding GmbH, Hemer, für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 geprüft. Die Angaben zur Nachhaltigkeit in Abschnitt 1.3 des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. März 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Angaben zur Nachhaltigkeit.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

den Abschnitt 1.3 des Konzernlageberichts zu "Nachhaltigkeit"

aber nicht den Konzernabschluss, nicht die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs, oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 25. Juli 2022

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Benedikt Brüggemann, Wirtschaftsprüfer

Martin Mißmahl, Wirtschaftsprüfer

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