Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 727935
Eingetragen
8.6.2017
Branche
Herstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen GerätenForschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieGroßhandel mit medizinischen und orthopädischen Artikeln, Dental- und Laborbedarf
Gegenstand
Forschung, Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb sowie die Veredelung von Medizinprodukten, vorrangig mit dem Schwerpunkt in der interventionellen Neuroradiologie, der Schlaganfallbehandlung, Schlaganfallprophylaxe und der Neuroprotektion.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Stefan Höfele
seit 8.6.2017
Prokura
Michael Kupitz
seit 8.6.2017
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

66.00% identifiziert34.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Lauxera Luxco II, société à responsabilité limitéeLUX
17.50%
16.50%

Gesellschafter
Beta

4 Gesellschafter

GmbH-Struktur

3 von 4 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Andreas Schüßler
Pfinztal
1.800.000 €
49.50%
Lauxera Luxco II, société à responsabilité limitée
Luxembourg
638.325 €
17.50%
K**** K******* S********
600.000 €
16.50%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Acandis GmbH

Pforzheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

I. Grundlage des Unternehmens
A. Geschäftsmodell des Unternehmens
Die Acandis GmbH ist spezialisiert auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Produkten zur Behandlung neurovaskulärer Erkrankungen. Unsere Produkte werden weltweit von interventionell tätigen Neuroradiologen genutzt und dienen der Schlaganfall-Prävention und
-Therapie.
Zu den Produkten des Unternehmens zählen Stent Retriever, Stents und Katheter zur Behandlung des akuten Schlaganfalls und Gefäßstenosen, wie auch Stents und Flow Diverter zur Behandlung von neurovaskulären Aneurysmen. Für die Implantate werden Rohre und Drähte aus Nitinol verarbeitet, einer Formgedächtnislegierung mit einer hohen Flexibilität.
B. Forschung und Entwicklung
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens wurden auch 2023 kontinuierlich fortgesetzt, bilden sie doch die Basis für den langfristigen Erfolg des Unternehmens. Der Fokus lag zum einen auf dem weiteren Aufbau eigener Fertigungstechnologien, um die Entwicklungs- und Zulassungszeiten ("time-to-market") zu verkürzen und die Flexibilität der Produktion zu erhöhen. Dazu zählte der weitere Ausbau von Laser-, Flecht-, Oberflächen- und Mikro-Assembly-Technologien zur Herstellung von Implantaten, sowie der Ausbau der Technologie zur antithrombogenen Beschichtung von Implantaten.
Zum anderen lag der Fokus im Bereich Forschung und Entwicklung auf der Zulassung der bestehenden Produktfamilien nach der neuen Europäischen Verordnung für Medizinprodukte (EU) 2017/745 (MDR), welche die bisher geltende Medizinprodukterichtlinie MDD (93/42/EEC) ersetzt. In 2023 konnte somit für 5 Produkte die Zulassung nach MDR (Umstellung von MDD auf MDR) sowie die Zulassung für ein neues Produkt erzielt werden.
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden durch ein hochqualifiziertes Team aus Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern vorangetrieben und sind so maßgeblich für die Innovationskraft des Unternehmens.
Im Bereich der Entwicklung sind zum Stichtag 31. Dezember 2023 55 Mitarbeiter (Vorjahr: 52) beschäftigt. Im Jahr 2023 haben wir einen mittleren siebenstelligen Betrag in die Forschung und Entwicklung investiert. Für die Entwicklungsprojekte werden nur in begrenztem Umfang Leistungen von Dritten in Anspruch genommen. Es findet keine Aktivierung der Entwicklungsaufwendungen statt.
II. Geschäftsverlauf
A. Entwicklung von Gesamtwirtschaft und Branche
Interventionelle Neuroradiologie Global: Der weltweite Markt der interventionellen Neuroradiologie betrug in 2023 etwa 3,6 Mrd. US-Dollar mit einem erwarteten Wachstum von 8,7 % jährlich bis 20281.
Die Medtech-Branche in Deutschland: Die Branche ist mit über 250.000 Beschäftigen und einem Gesamtumsatz von jährlich über 38,4 Milliarden Euro in Deutschland ein wichtiger Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor. Der Bundesverband der medizintechnischen Industrie (BVMed) führte im Herbst 2023 unter seinen Mitgliedsunternehmen eine Umfrage durch.
66 % der befragten MedTech-Unternehmen rechneten für das Jahr 2023 mit einem besseren Umsatzergebnis in Deutschland als im Vorjahr. Das ist ein leicht besseres Ergebnis als im Vorjahr (61 %) und deutlich besser als im ersten Corona-Krisenjahr (24 %) - reicht aber noch nicht an die Werte vor der Corona-Pandemie heran (2019: 70 %, 2018: 78 %). Von einem Umsatzrückgang gingen dabei immer noch 19 % der befragten Unternehmen aus. Bei 12 % sind die Umsatzrückgänge sogar im zweistelligen Bereich. Das zeigt, dass sich einzelne Produktbereiche der MedTech-Branche sehr unterschiedlich entwickeln. Aus den gewichteten Umsatzangaben der BVMed-Unternehmen ergibt sich im deutschen Markt ein durchschnittlicher Umsatzanstieg von 4,8 %gegenüber dem vorhergehenden Krisenjahr. Die Branche zeigt sich damit insgesamt leicht erholt. Die wichtigsten Gründe für die angespannte Geschäftssituation sind, wie im Vorjahr, die gestiegenen Logistik-, Rohstoff und Energiepreise. Zwei Drittel der Unternehmen geben den zunehmenden bürokratischen Aufwand, 61 % die MDR-Implementierung als wichtigste Hürden an. Weitere Faktoren sind der zunehmende Fachkräftemangel, gefolgt vom Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften und Klinikketten, unsichereren Lieferketten und einer nicht ausreichenden Vergütung von Sachkosten im DRG-System. Die Hemmnisse durch die EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR)bleiben ein vor allem für KMU beherrschendes Thema. So sieht ein Großteil der befragten BVMed-Unternehmen die steigenden Kosten und gebundenen Ressourcen durch die MDR als großes Hindernis für die künftige Entwicklung der Medizintechnologie-Branche an. Weitere Faktoren sind der Innovationsstopp durch die MDR sowie der verzögerte Markteintritt neuer Produkte durch die stark gestiegenen regulatorischen Anforderungen. Fast die Hälfte der Unternehmen hat mit Ressourcendefiziten bei den benannten Stellen zu kämpfen.
Innovationsklima-Index auf dem absoluten Tiefpunkt: Auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) bewerteten die Unternehmen das Innovationsklima für Medizintechnik in Deutschland im Durchschnitt nur noch mit 3,5. Das ist seit Erhebung des Indexes 2012 der absolute Tiefstwert und zeigt die Dramatik der Herausforderungen für die KMU-geprägte MedTech-Branche in Deutschland auf. Als innovativste Forschungsbereiche schätzen die Unternehmen die Diagnostik (33 %), Kardiologie (31 %), Neurologie (29 %), Onkologie (27 %) und Chirurgie (19 %) ein.
Als Acandis sehen auch wir, dass die Rahmenbedingungen der Branche in Deutschland sich gegenüber dem Vorjahr nicht verbessert haben. Im Gegenteil:
- Die Einführung der Medical Device Regulation (MDR) im Mai 2021 in Europa verringert weiter die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen, meist mittelständisch geprägten Unternehmen gegenüber ihren US-amerikanischen oder chinesischen Wettbewerbern. Die Zulassungszeiten für Medizinprodukte in Europa haben sich gegenüber der bisherigen Gesetzgebung (MDD) verdreifacht bis vervierfacht, weil ausreichende Kapazitäten der benannten Stellen immer noch nicht verfügbar sind und sich die bürokratischen Aufwände vervielfacht haben. Entwicklungsstarke Unternehmen müssen zusätzlich einen signifikanten Teil ihrer Einnahmen aufwenden, um die Anforderungen der MDR zu erfüllen und die Zulassung neuer Produkte ist nur noch über zeit- und kostenintensive klinische Studien möglich.

- Die deutlichen Kostensteigerungen können aufgrund des Preisdrucks im Heimatmarkt Deutschland nur bedingt weitergegeben werden. Dies führt dazu, dass die Patientenversorgung, wie auch die Deckungsbeiträge und die Gewinnentwicklung des Unternehmens leiden.

- Die hohen Zulassungshürden (Kosten, Zulassungszeiten) in den großen Märkten USA, und Japan führen dazu, dass kleine und mittlere europäische Unternehmen diese Märkte nur zaghaft, wenn überhaupt, in Angriff nehmen können. Der zunehmend  protektionistisch geprägte Markt in China ist für ausländische MedTech Firmen unattraktiv geworden.

- Der ausgeprägte Fachkräftemangel in Deutschland behindert die Entwicklung schnell wachsender Unternehmen in der Medizintechnik-Branche signifikant. Dies hemmt innovative Unternehmen in ihrem Wachstum immens.

- Der nach wie vor hohe Standard der Ausbildung in den Natur- und Ingenieurswissenschaften bietet den medizintechnischen Unternehmen nach wie vor gute Möglichkeiten in Forschung und Entwicklung zu investieren.
Die Geschäftsleitung sieht Acandis mit seinen zahlreichen Innovationen auf der Produktseite als hervorragend aufgestellt an. Die Vermarktung der Produkte wird aber zunehmend in den USA erfolgen, um die Kosten der Technologie- und Produktentwicklung zu amortisieren. Mit den durch die MDR deutlich steigenden Entwicklungs- und Zulassungskosten hat der europäische Markt deutlich an Attraktivität verloren.
B. Entwicklung der Gesellschaft
Die Gesellschaft konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 wegen der MDR wenig neue Produkte am Markt etablieren, war allerdings in der Lage neue Vertriebsgebiete zu erschließen sowie den Marktanteil der bestehenden Produkte auszubauen.
III. Darstellung der Lage der Gesellschaft
A. Vermögenslage
Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr (TEUR 38.587) um TEUR 10.261 auf TEUR 48.848. Auf der Aktivseite resultiert der Anstieg im Wesentlichen aus der Erhöhung des Anlagevermögens um TEUR 3.892, der Erhöhung der Vorräte (TEUR 4.108), der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände (TEUR 1.263) sowie der flüssigen Mittel (TEUR 990). Auf der Passivseite resultiert der Anstieg der Bilanzsumme einerseits durch ein höheres Eigenkapital (+ TEUR 2.409), höheren Rückstellungen (+ TEUR 1.794) und höheren Verbindlichkeiten (TEUR 6.396) und andererseits durch geringere passive Rechnungsabgrenzungsposten (./. TEUR 373).
Der Anstieg im Anlagevermögen resultiert überwiegend durch Investitionsausgaben für ein am Bilanzstichtag in Bau befindliches Betriebsgebäude am Standort Pforzheim.
Aufgrund des Umsatzwachstums haben sich die Vorräte gegenüber dem Vorjahr um TEUR 4.108 auf TEUR 14.272 erhöht.
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (einschließlich Leistungsforderungen gegen Verbundunternehmen) ergibt sich eine Erhöhung gegenüber dem Vorjahr (TEUR 6.873) um TEUR 1.821 auf TEUR 8.694. Dies resultiert aus der Erschließung neuer Märkte sowie der weiteren Erhöhung der Verkaufszahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Die Erhöhung der liquiden Mittel resultiert überwiegend aus den positiven Cash-Flows aus laufender Geschäftstätigkeit (+ TEUR 1.509) und aus Finanzierungstätigkeit (+ TEUR 4.613) abzüglich den negativen Cash-Flows aus Investitionstätigkeit (./. TEUR 4.964).
Die Veränderung des Eigenkapitals resultiert aus dem Jahresüberschuss in Höhe von insgesamt TEUR 2.409. Die Eigenkapitalquote (inklusive Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern) ist aufgrund des Anstiegs der Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr (37,2 %) auf 34,3 % gesunken.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich im Geschäftsjahr insbesondere durch Neuaufnahmen von TEUR 7.709 und Darlehenstilgungen von TEUR 1.728 um TEUR 5.835 auf TEUR 20.017 (Vorjahr: TEUR 14.182) erhöht.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (einschließlich Leistungsverbindlichkeiten gegenüber Verbundunternehmen) erhöhten sich aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens gegenüber dem Vorjahr (TEUR 2.820) um TEUR 504 auf TEUR 3.324.
B. Investitionstätigkeit
Im Geschäftsjahr 2023 wurden Investitionen von TEUR 5.253 getätigt. Hierbei handelt es sich insbesondere um Ausgaben für einen weiteren Erweiterungsbau sowie für Maschinen, Büro- und Geschäftsausstattung (insgesamt TEUR 5.035). Für die Gründung weiterer Vertriebsgesellschaften sowie der Kapitalausstattung von bestehenden Vertriebsgesellschaften wurden TEUR 164 Ausgaben getätigt.
Die planmäßigen Abschreibungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2023 um TEUR 111 auf insgesamt TEUR 1.007 (Vorjahr: TEUR 896).
C. Finanzlage
Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten im Rahmen der Zahlungsfristen und unter Beachtung von Skontofristen zu begleichen und Forderungen im Rahmen der Zahlungsziele zu vereinnahmen.
Die kurzfristigen Forderungen, sonstigen Vermögengegenstände und Bankguthaben übersteigen die kurzfristigen Verbindlichkeiten.
Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgte über die Gesellschafter und über Banken.
Durch den positiven Cash-Flow (= Jahresüberschuss + Abschreibungen) in Höhe von TEUR 3.478 (Vorjahr: TEUR 2.041), einer Zunahme des Working Capital (= Veränderung der kurzfristigen Aktiva abzüglich Veränderung der kurzfristigen Passiva) in Höhe von TEUR 3.658 (Vorjahr: TEUR 6.759) sowie einem positiven Saldo aus Ertragsteueraufwand abzüglich Ertragsteuerzahlung (TEUR 286; Vorjahr negativ TEUR 1.468) ergab sich insbesondere ein Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit mit TEUR 1.509. (Vorjahr: Mittelabfluss TEUR 5.598). Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug TEUR 4.964 (Vorjahr: TEUR 8.408). Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr ein Mittelzufluss von TEUR 4.613 (Vorjahr: TEUR 10.371). Hierdurch hat sich der Finanzmittelbestand (= Saldo aus kurzfristen Kontokorrentguthaben abzüglich kurzfristiger Kontokorrentverbindlichkeiten) gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.157 erhöht.
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Gesellschaft jederzeit in der Lage, ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.
D. Ertragslage
Der Rohertrag2 ist im Geschäftsjahr 2023 um TEUR 6.329 auf TEUR 19.707 bzw. um 47,3 % zum Vorjahr (TEUR 13.378) gestiegen.
Die Steigerung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um rd. 24,7 % auf TEUR 14.259 (Vorjahr: TEUR 11.438) resultiert aus höheren Vertriebskosten sowie gestiegenen Werbe- und Reisekosten. Daneben haben wir eine Forderung gegenüber einem Zwischenhändler im Zahlungsverzug aus vorsichtsgesichtspunkten vollständig wertberichtigt.
Damit konnte die Gesellschaft ein Ergebnis3 von TEUR 3.702 (Vorjahr: TEUR 1.384) für das Geschäftsjahr 2023 erzielen.
Mit diesem Ergebnis haben wir unsere Planung deutlich übertroffen. Dies ist durch zeitlich verschobene Aufwendungen für Forschung und Entwicklung begründet.
Insgesamt sind wir mit der Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 zufrieden.
Zum 31. Dezember 2023 betrug die Zahl der Mitarbeiter (ohne Geschäftsführung) 253 (Vorjahr: 237).
E. Finanzielle Leistungsindikatoren
Als finanzielle Leistungsindikatoren wählen wir aus den Kennzahlen die Gesamtleistung pro Mitarbeiter, die Umsatzrentabilität und den Cash Flow.
Die Mitarbeiterzahl wurde entsprechend § 267 Abs. 5 HGB berechnet. Die Umsatzrentabilität berechnen wir mit dem Jahresergebnis zzgl. Finanzergebnis und der Steuern vom Einkommen und Ertrag im Verhältnis zur Gesamtleistung. Der Cash Flow wird nach der indirekten Methode aus dem Jahresergebnis unter Berücksichtigung von Abschreibungen, längerfristigen Rückstellungen und sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen bzw. Erträgen ermittelt.
Die Gesamtleistung pro Mitarbeiter ist um TEUR 40 auf TEUR 202 im Geschäftsjahr gestiegen. Die Umsatzrentabilität hat sich insbesondere durch eine gesunkene Personalaufwandsquote (lfd. Jahr: 33,3 %; Vorjahr: 37,3 %) und prozentual geringeren sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 2,6 % im Vorjahr auf 10,3 % im laufenden Jahr erhöht. Der Cash-Flow hat sich dadurch von TEUR 2.041 auf TEUR 3.478 erhöht.
IV. Chancen und Risikobericht
Acandis ist als international agierendes Unternehmen in der Gesundheitsbranche tätig. Daraus ergeben sich zahlreiche Chancen, aber auch geschäftsspezifische Risiken. Das Ziel unseres unternehmerischen Handelns ist es deshalb, potenzielle Chancen zu nutzen und die Risiken zu minimieren und hierdurch den Wert des Unternehmens systematisch und nachhaltig zu steigern.
Das Finanz- und Risikomanagement der Gesellschaft ist geprägt von einer konservativen Risikopolitik. Das Ziel ist die Absicherung gegen jegliche Art von finanziellen Risiken. Eine laufende Liquiditätsplanung wird zur Absicherung des Liquiditätsrisikos eingesetzt.
Unser Unternehmenswachstum und die notwendigen klinischen Studien in den USA erfordern einen hohen Finanzbedarf. Die positive Entwicklung der Liquiditätslage und die daraus folgende Schuldentilgung stehen daher im Mittelpunkt unserer Planungsaktivitäten. Größere Währungsrisiken aus dem Euro-Dollar-Wechselkurs, die die Gesellschaft in der VFE-Lage belasten könnten, sehen wir in 2024 nicht. Um Währungsschwankungen zu begegnen, setzt die Gesellschaft Devisentermingeschäfte ein. Dem Kursverfall der Türkischen Lira können wir keine Finanzinstrumente entgegensetzen. Mit einer klaren Strategie unserer Tochter in der Türkei und den bereits eingeleiteten Maßnahmen sind wir zuversichtlich, die Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit weiter zu reduzieren.
Unsere Produktionsrisiken sehen wir insgesamt als moderat an. Die Herstellungsprozesse wurden in den vergangenen Jahren weiterentwickelt, stabilisiert sowie die Strukturen in der Produktion gefestigt. Die Produktionskapazitäten wurden erhöht. Auf zusätzliche Bedarfe vom Markt kann das Unternehmen dank dem Aufbau einer inhouse Produktion innerhalb gewisser Grenzen gut reagieren.
Die Risiken in der Beschaffung von Roh- und Hilfsmaterialien haben sich gegenüber dem Vorjahr etwas verringert. Wir sehen diese als insgesamt mittelhoch an. Die Beschaffungsrisiken betreffen sowohl die Verschiebung von Lieferterminen als auch Preiserhöhungen. Preiserhöhungen für Rohmaterialien und Komponenten sind bereits in Kraft bzw. wurden von den Zulieferern angekündigt. Das Unternehmen versucht seine Lieferketten durch langfristige Liefervereinbarungen und die Gewinnung von Alternativlieferanten abzusichern. Die Bevorratung mit besonders kritischen Rohmaterialien wurde weiter verstärkt.
Unsere Bestandsrisiken sehen wir als moderat an. Bestandsrisiken ergeben sich in erster Linie aus dem "Shelf Life" (der maximal möglichen Inverkehrsdauer sterilisierter Produkte) von maximal 3 Jahren und Änderungen an den Produkten innerhalb des Lebenszyklus, was dazu führen kann, dass Produkte nicht mehr verkauft werden können. Beschichtete Implantate besitzen derzeit noch ein geringeres "Shelf Life", was die Bestandsrisiken dieser neuen Generation von Medizinprodukten erhöht. Das Unternehmen versucht die Bestandsrisiken zu reduzieren, indem (i) das "Shelf Life" beschichteter Implantate erhöht wird, (ii) Produkte immer mehr "on demand" für unsere Distributoren produziert werden und (iii) die eigenen Konsignationslager in den Kliniken ständig überprüft werden.
Unsere Investitionsrisiken in Bezug auf die Ausweitung der Produktion, die Entwicklung von neuen Herstellprozessen und die Produktentwicklung sehen wir als moderat an. Ebenso die Risiken für eine stärkere Markterschließung in den Ländern Asiens und Amerikas (ohne China, ohne USA). In einer erfolgreichen Markterschließung der USA über klinische Studien sehen wir die größten Chancen allerdings auch moderate bis mittelhohe Risiken. Die Risiken für den Marktzutritt in China sind mit sehr hoch zu bewerten. Das Unternehmen konzentriert sich daher bei Zulassungsaktivitäten außerhalb des CE-Raumes auf die USA und Japan.
Die Personalrisiken sehen wir als hoch an. Ein Großteil des Fachpersonals, welches das Unternehmen zum weiteren Wachstum benötigt, ist auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht oder nicht ausreichend vorhanden. Die Situation hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verbessert. Zu den nicht besetzten Stellen gehören insbesondere Positionen im Bereich von Regulatory Affairs, Clinical Affairs, Qualitätsmanagement, Engineering und Marketing.
Dazu kommt der allgemeine Fachkräftemangel. Um weiterhin personelle Ressourcen aufbauen zu können, hat das Unternehmen eine Vielzahl von Maßnahmen eingeleitet um seine Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern. Ein weiterer Aspekt, die notwendigen Fachkräfte für das Wachstum zu gewinnen wird darin bestehen, über seine Auslandstöchter mehr Fach- und Führungskräfte an das Unternehmen zu binden.
Die Wettbewerbsrisiken sehen wir als moderat an. Die Acandis GmbH ist das einzige Europäische Unternehmen in seiner Branche und sieht sich etwa 6 Unternehmen gegenüber, die etwa ähnlich aufgestellt sind. Der größte Teil dieser Unternehmen sind große US-amerikanische Unternehmen mit dem Vorteil, dass diese den großen US-amerikanischen Binnenmarkt bedienen. Das Unternehmen wird daher sukzessive Produkte in die USA bringen, um den größten Nachteil gegenüber seinen Wettbewerbern zu reduzieren. Die Acandis GmbH ist derzeit Beklagte in einem Patentverletzungsverfahren. Es ist nicht ausgeschlossen, dass zur Beilegung des Verfahrens ein Vergleich abgeschlossen wird, für den bereits eine Rückstellung gebildet wurde. Sollte der Prozess für uns verloren gehen, rechnen wir mit einer Schadensersatzzahlung im oberen sechsstelligen Bereich. Die Rückstellung beläuft sich auf ca. 50 % des möglichen Schadensersatzes, welche Quotelung in Vergleichsfällen durchaus üblich ist.
Die Risiken aus dem Einmarsch der russischen Streitkräfte in die Ukraine am 24. Februar 2022 stufen wir als gering ein. Das Unternehmen hat nur geringe Absatzmärkte in Russland und in der Ukraine. Auf der Beschaffungsseite können wir zumeist auf eine breite Palette von Liefermöglichkeiten zurückgreifen.
A. Regulatorische Risiken
Regulatorische Risiken ergeben sich vor allem durch neue bzw. strengere Anforderungen der Medical Device Regulation (MDR), die seit Mai 2021 verbindlich angewendet werden muss. Allgemein sehen die Unternehmen der Medizintechnik Branche, wie auch wir, die MDR als größtes Hindernis für die weitere Entwicklung der Branche und die Zulassung neuer Produkte in Europa. Weil die Zulassung von neuen Medizinprodukten zukünftig die Referenz auf bestehende Produkte ausschließt, bzw. deren (Test-) Ergebnisse nicht mehr uneingeschränkt verwendet werden können, werden für die Acandis Produkte (Klasse III) umfangreiche klinische Studien zur Erlangung des CE-Zeichens notwendig. Auf diese Anforderungen sind weder die Medizintechnikfirmen ausreichend eingestellt (zu wenig Personal, hohe Kosten, unklare Regularien, deutlich längere Zulassungszeiten) noch sind die benötigten Kapazitäten bei den durchführenden Kliniken, bei den Behörden und den benannten Stellen vorhanden. Besonders kritisch sind die mangelnden Kapazitäten der benannten Stellen und die daraus resultierenden langen Prüf- und Zulassungszeiten. Extreme Aufwände für den Erhalt bestehender Zertifikate werden dazu führen, dass die Unternehmen sich sukzessive von Teilen Ihres Produktportfolios trennen werden. Die Erhöhung der Übergangsfristen berührt uns im Wesentlichen nicht. Mittelfristig muss die bisherige regulatorische Strategie - Fokus auf den Europäischen Markt - einer zunehmenden Orientierung in Richtung USA weichen.
B. Chancenbericht
Wir gehen davon aus, dass durch die aktuelle demographische Entwicklung und den medizinischen Fortschritt die Nachfrage nach hochwertigen Implantaten, die die Acandis GmbH herstellt, weiter ansteigen wird. Das Unternehmen ist in einem Markt tätig, der weltweit wachsen wird und weiterhin noch Innovationen honoriert. Chancen ergeben sich daher für uns insbesondere durch die Ergebnisse unserer F&E Tätigkeiten.
Auf Basis der eigenen Fertigungs- und Beschichtungs-Technologien können wir auch zukünftig mit sehr kurzen Entwicklungszeiten neue Produkte generieren. Durch die Einführung der MDR dürften sich die Markteintrittsbarrieren für neue Marktbegleiter im neurovaskulärem Bereich in Europa deutlich erhöhen.
V. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten
Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.
Die Gesellschaft verfügt über einen solventen, größtenteils langjährig partnerschaftlich verbundenen wachsenden Kundenstamm.
Im kurzfristigen Bereich finanziert sich die Gesellschaft überwiegend mittels Lieferantenkrediten, grundsätzlich innerhalb der Zahlungs- bzw. Skontofristen.
Sofern bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein angemessenes Forderungsmanagement.
VI. Prognose
Die weitere Entwicklung der Gesellschaft basiert auf zwei Säulen. Zum einen werden wir weitere Märkte - insbesondere die USA - über klinische Studien und internationale Zulassungen für den Vertrieb erschließen und in bestehenden Märkten zunehmend eigene Vertriebsnetze aufbauen. Zum anderen werden wir die bestehenden Produktfamilien durch neue Produkte zur Lösung noch offener Fragestellungen der neurovaskulären Therapie ergänzen. Obwohl auch in der interventionellen Neuroradiologie der Preisdruck zunehmend eine Rolle spielt, sind wir überzeugt, dass durch den andauernden Bedarf an Innovationen und dem begrenzten Gesamtmarkt der Medizintechnik auch in Zukunft noch angemessene Margen erzielt werden können. Wir rechnen in diesem Jahr mit einer deutlichen Steigerung der Kosten unter anderem aufgrund der Vorbereitung und Durchführung von klinischen Studien und internationalen Zulassungen, einer deutlichen Steigerung der Personalkosten und dem weiteren Aufbau von Produktionskapazitäten. Maßgebend wird dabei sein, dass wir genügend hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte rekrutieren können.
Trotz Steigerung der Kosten erwarten wir für das Geschäftsjahr 2024 eine moderate Erhöhung der Umsatzrentabilität und der Gesamtleistung pro Mitarbeiter. Beim Cash Flow erwarten wir - trotz höherer Abschreibungen - eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.
Als Acandis sehen wir uns mit der interventionellen Neuroradiologie als einem sehr innovativen Bereich innerhalb der Medizintechnik in Deutschland auch weiterhin sehr gut positioniert.
VII. Schlussbemerkung
Die Gesellschaft blickt auf eine sehr positive Entwicklung seit der Gründung zurück. Diese Entwicklung basiert auf einer soliden Partnerschaft mit Kunden und Lieferanten, dem Einsatz hochqualifizierter Mitarbeiter und einem Streben nach Qualität und Innovation.
Dieses Erfolgskonzept hat auch in Zukunft Bestand.
Wir bedanken uns bei unseren Geschäftspartnern für das entgegengebrachte Vertrauen. Unseren Mitarbeitern dürfen wir unseren herzlichen Dank für den vorbildlichen Einsatz aussprechen.

 

Pforzheim, 10. September 2024

gez. Dr. Andreas Schüßler, Geschäftsführer

gez. Kirsi Schüßler, Geschäftsführerin



1 (Quelle: https://www.marketsandmarkets.com/Market-Reports/neurointer ventional-neurostimulation-devices-market-847.html?gclid=CjwKCAjwqauVBhBGEiwAXOepk UaT9y2en39GpfS5 sdIAwMBPbR xMeMn_j6ossJPO6ACvY2eDa8i9xoC73EQAvD_BwE)

2 definiert als Umsatzerlöse +/./. Bestandsveränderungen ./. Materialaufwand ./. Personalaufwand

3 definiert als Jahresüberschuss + Steuern vom Einkommen und Ertrag + aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 22.907.936,91 19.015.825,59
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 71.169,00 57.710,00
II. Sachanlagen 22.091.456,74 18.314.351,76
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.529.400,91 6.755.051,91
2. technische Anlagen und Maschinen 1.287.302,00 1.303.279,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.282.147,00 1.821.455,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 11.992.606,83 8.434.565,85
III. Finanzanlagen 745.311,17 643.763,83
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 558.763,83 468.763,83
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 186.547,34 175.000,00
B. Umlaufvermögen 25.404.151,85 19.043.120,69
I. Vorräte 14.272.388,33 10.164.280,00
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 79.520,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 9.988.708,69 8.725.590,54
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.917.596,67 1.794.529,55
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 178.920,00 140.860,43
2. sonstige Vermögensgegenstände 8.071.112,02 6.931.060,99
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.143.054,83 153.250,15
C. Rechnungsabgrenzungsposten 536.276,14 527.921,75
Aktiva 48.848.364,90 38.586.868,03

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 11.477.630,17 9.068.352,24
I. Gezeichnetes Kapital 3.000.000,00 3.000.000,00
II. Kapitalrücklage 1.023.741,07 1.023.741,07
III. Gewinnrücklagen 5.668.824,58 3.883.760,06
IV. Bilanzgewinn 1.785.064,52 1.160.851,11
davon Gewinnvortrag 1.160.851,11 1.413.342,68
B. Rückstellungen 3.159.882,60 1.366.192,06
C. Verbindlichkeiten 34.045.225,13 27.649.466,83
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 20.016.703,60 14.182.075,35
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 7.145.064,60 2.687.771,35
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 12.871.639,00 11.494.304,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 68.272,74 114.885,14
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 68.272,74 114.885,14
3. sonstige Verbindlichkeiten 13.960.248,79 13.352.506,34
davon sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 5.259.243,54 5.277.599,46
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 6.460.248,79 5.852.506,34
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 7.500.000,00 7.500.000,00
D. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 372.512,90
E. Passive latente Steuern 165.627,00 130.344,00
Passiva 48.848.364,90 38.586.868,03

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 36.462.712,38 27.710.079,93
2. Personalaufwand 16.108.870,87 13.201.502,54
a) Löhne und Gehälter 13.170.756,50 10.780.229,46
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.938.114,37 2.421.273,08
davon für Altersversorgung 250.563,55 191.064,25
3. Abschreibungen 1.006.535,54 895.839,86
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.006.535,54 895.839,86
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 14.259.039,50 11.437.872,88
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 91.500,33 65.302,82
5. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 10.975,31 7.919,45
davon aus verbundenen Unternehmen 10.975,31 7.919,45
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.700,00 1.900,00
davon Erträge aus Abzinsung 1.700,00 1.900,00
7. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 62.000,00 237.000,00
davon außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen 62.000,00 237.000,00
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.311.449,30 538.617,57
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.205.221,56 416.089,26
davon Aufwendungen aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 35.283,00 35.613,00
10. Ergebnis nach Steuern 2.522.270,92 992.977,27
11. sonstige Steuern 25.492,95 24.813,95
12. aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 87.500,04 59.803,77
13. Jahresüberschuss 2.409.277,93 908.359,55
14. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.160.851,11 1.413.342,68
15. Einstellungen in Gewinnrücklagen 1.785.064,52 1.160.851,12
a) in satzungsmäßige Rücklagen 1.785.064,52 1.160.851,12
16. Bilanzgewinn 1.785.064,52 1.160.851,11

Anhang

A.  Allgemeine Angaben

Die Acandis GmbH hat ihren Sitz in Pforzheim und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter HRB 727935 eingetragen.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurden hinsichtlich der Bewertung und des Ausweises die Vorschriften des Handelsgesetzbuches, des GmbH-Gesetzes und die Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages beachtet. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr beibehalten.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft im Sinne der §§ 264, 267 Abs. 2 HGB auf. Der Jahresabschluss wurde entsprechend den Gliederungsvorschriften der §§ 266 ff HGB aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

B.  Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

I. Anlagevermögen

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten vermindert und um planmäßige kumulierte Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen.

Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen werden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen. Seit 2010 werden Zugänge ausschließlich nach der linearen Methode (in Vorjahren zum Teil degressiv) abgeschrieben.

Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von EUR 800 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Soweit voraussichtlich dauernde Wertminderungen bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens bestehen, werden außerplanmäßige Abschreibungen nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB vorgenommen, um die Vermögensgegenstände mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag anzusetzen.

Fremdkapitalzinsen sind in den Herstellungskosten nicht enthalten.

II. Umlaufvermögen

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten oder niedrigeren Zeitwerten, wobei für Lager- und Verwertungsrisiken Abschläge in angemessenem Umfang vorgenommen wurden.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten unter Berücksichtigung des handelsrechtlichen Mindestumfangs und unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips nach § 253 Abs. 4 Satz 1 und 2 HGB bewertet.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Fremdkapitalzinsen sind in den Herstellungskosten nicht enthalten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet, wobei Risiken im Forderungsbestand angemessen berücksichtigt werden. Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos und des nachlaufenden Skontoaufwands ist eine Pauschalwertberichtigung für Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit 1 % gebildet.

III. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen erfassen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank zu den jeweiligen Bilanzstichtagen ermittelt wurde, abgezinst.

IV. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

V. Fremdwährungsumrechnung

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite.

C.  Erläuterungen der Bilanz-Posten

I. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im beiliegenden Anlagespiegel dargestellt.

Die Gesellschaft besitzt Anteile / Beteiligungen an folgenden Unternehmen:

Name Sitz Anteile in % Währung Eigenkapital am 31.12.2023 Jahresergebnis 2023
Adceris GmbH & Co. KG Pforzheim 100,00 Euro 105.225,58 -92.849,78
Acandis International GmbH Pforzheim 100,00 Euro 339.468,31 -11.998,74
ACANDIS SAGLIK HIZMETLERI ANONIM SIRKETI1) Ankara,Türkei 100,00 Lira -10.064.938,44 -3.479.194,84
ACANDIS HEALTHCARE CONSULTORIA LTDA1) Sao Paulo,Brasilien 100,00 Real -94.067,25 -14.146,63
Acandis Swiss GmbH1) Altdorf UR,Schweiz 100,00 Franken 16.935,90 -1.537,40
Acandis Austria GmbH1) Wien,Österreich 100,00 Euro 39.627,40 12.786,96
ACANDIS INC., USA1) Cambridge,USA 100,00 US- Dollar 131.391,52 -10.943,39
ACANDIS UK LIMITED1) London,UK 100,00 Pfund Sterling -67.333,00 -67.433,00
ACANDIS INDIA PRIVATE LIMITED1) Mumbai,India 100,00 Indische Rupie 400,002) -600,002)
Acandis France SAS1) Neuilly sur Seine, Frankreich 100,00 Euro -57.412,00 -82.412,00
Acandis Poland sp. z o.o.1) Poznań, Polen 100,00 Zloty -21.964,64 -121.964,64


1) = gehalten von der Acandis International GmbH        2) = Ende des Geschäftsjahrs am 31.03.2023
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten einen Betrag in Höhe von TEUR 179 mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr (Vorjahr: TEUR 141).

III. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Verpflichtungen aus dem Personalbereich, Bonusvereinbarungen mit Kunden, Provisionsvereinbarungen, ausstehende Rechnungen für klinische Studien und Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten. Zudem wurde eine Rückstellung für einen derzeit anhängigen Patentverletzungsprozess gebildet, bei dem die Acandis GmbH Beklagte ist.

IV. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeitenspiegel


Stand 31. Dez. 2023 davon mit einer Restlaufzeit
Stand 31. Dez. 2022 davon mit einer Rest-laufzeit bis 1 Jahr
bis 1 Jahr 1 - 5 Jahre länger als 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
20.017
7.145
9.778
3.094
14.182
2.688
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
3.255
3.255
0
0
2.705
2.705
Verbindlichkeiten gegenüber ver bundenen Unternehmen
68
68
0
0
115
115
Sonstige Verbindlichkeiten
10.705
3.205
7.500
0
10.647
3.147
(davon gegenüber Gesellschaftern)
(5.259)
(2.759)
(2.500)
(0)
(5.278)
(2.778)

34.045
13.673
17.278
3.094
27.649
8.655

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind vollständig durch Sicherungsübereignung von Anlagevermögen, Abtretung von Außenständen (Globalzession) und Grundschulden gesichert.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind durch branchenübliche Eigentumsvorbehalte gesichert.

V. Latente Steuern


Stand zu Beginn des Geschäftsjahres Veränderung Stand zum Ende des Geschäftsjahres
EUR EUR EUR
Passive latente Steuern
130.344

35.283

165.627

D.  Sonstige Angaben

I. Geschäfte außerhalb der Bilanz

Die Gesellschaft hat zur Schonung der Liquidität und zur Optimierung der Bilanzkennzahlen Leasingverträge abgeschlossen. Im Einzelnen:



Restlaufzeit
Gesamtbelastung
Belastung


von - bis
bis zum Ende der Laufzeit
in 2024


Monate
TEUR
TEUR
Maschinenleasingverträge

20 bis 81
2.418
482
Leasingverträge Fuhrpark

2 bis 35
294
146



2.712
628



II. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus Miet- und Lizenzverträgen bestehen finanzielle Verpflichtungen bis zum Ende der jeweiligen festen Vertragslaufzeit bzw. bis zum nächstmöglichen Kündigungstermin in Höhe von insgesamt TEUR 291. Hiervon entfallen TEUR 66 auf das Geschäftsjahr 2024.

Für begonnene Investitionsvorhaben bestehen finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 4.983.

III. Derivative Finanzinstrumente

Zum Abschlussstichtag bestehen offene Devisentermingeschäfte in Höhe von nominal TUSD 4.530. Der beizulegende Zeitwert zum Abschlussstichtag wurde mit der Barwertmethode ermittelt.

Devisentermingeschäfte in Höhe von nominal TUSD 2.850 weisen einen positiven Marktwert in Höhe von insgesamt TEUR 35 aus.

Devisentermingeschäfte in Höhe von nominal TUSD 1.680 weisen einen negativen Marktwert in Höhe von insgesamt TEUR 22 aus. Hierfür wurde eine Rückstellung gebildet.

IV. Honorar für Leistungen des Abschlussprüfers

Die Angabe der Honorare für den Abschlussprüfer unterbleibt gem. § 288 Abs. 2 HGB.

V. Organe

Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr:

Frau Kirsi Schüßler, President & CEO, Pfinztal  Herr Dr. Andreas Schüßler, Chairman & CEO, Pfinztal
Die Gesellschaft macht von der Erleichterung des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch.

VI. Beschäftigte

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr durchschnittlich 240,0 Mitarbeiter. Die Mitarbeiter teilen sich in folgende Gruppen auf:

Technische Angestellte

192,0
Kaufmännische Angestellte

43,0
Lohnempfänger/Arbeiter

5,0



VII. Nachtragsbericht

Nach dem Geschäftsjahresende sind keine Vorgänge eingetreten, die von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zum 31. Dezember 2023 sind.

VIII. Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsleitung schlägt vor den nach teilweiser Einstellung in die Gewinnrücklage laut Gesellschaftsvertrag verbleibenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Pforzheim, 10. September 2024

gez. Dr. Andreas Schüßler, Geschäftsführer

gez. Kirsi Schüßler, Geschäftsführerin

Entwicklung des Anlagevermögens


Anschaffungs-,
Herstellungskosten
Zugänge /Umbuchungen
Abgänge

01.01.2023



EUR
EUR
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände



Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
469.643,45
54.475,50
0,00

469.643,45
54.475,50
0,00
II. Sachanlagen



1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
8.435.650,60
4.522,09
0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen
2.486.625,71
64.870,29
198.776,31
1.786,50
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
3.751.309,20
635.590,36
297.735,99
46.062,62
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
8.434.565,85
4.329.713,28
(496.512,30)
275.160,00

23.108.151,36
5.034.696,02
323.009,12
III. Finanzanlagen



1. Anteile an verbundenen Unternehmen
1.129.394,81
152.000,00
0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
175.000,00
11.547,34
0,00

1.304.394,81
163.547,34
0,00

24.882.189,62
5.252.718,86
323.009,12

Kumulierte Abschreibungen

Abschreibung des laufenden Jahres

31.12.2023
Stand am 31.12.2023


EUR
EUR
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände



Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
452.949,95
71.169,00
41.016,50

452.949,95
71.169,00
41.016,50
II. Sachanlagen



1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
1.910.771,78
6.529.400,91
230.173,09
2. Technische Anlagen und Maschinen
1.461.183,81
1.287.302,00
278.274,60
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
2.356.425,93
2.282.147,00
457.071,35
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
0,00
11.992.606,83
0,00

5.728.381,52
22.091.456,74
965.519,04
III. Finanzanlagen



1. Anteile an verbundenen Unternehmen
722.630,98
558.763,83
62.000,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
0,00
186.547,34
0,00

722.630,98
745.311,17
62.000,00

6.903.962,45
22.907.936,91
1.068.535,54

Fremdkapitalzinsen sind in den Herstellungskosten nicht enthalten.

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 16.09.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks
Bei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich um die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde der folgende Bestätigungsvermerk erteilt:
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Acandis GmbH, Pforzheim
Prüfungsurteile
Ich habe den Jahresabschluss der Acandis GmbH, Pforzheim - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar  bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus habe ich den Lagebericht der Acandis GmbH, Pforzheim für das Geschäftsjahr vom 1. Januar  bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.
Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
· entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar  bis zum 31. Dezember 2023 und · vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht der Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erkläre ich, dass meine Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Ich habe meine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und der Geschäftsführung als Aufsichtsorgan für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Die Geschäftsführung als Aufsichtsorgan ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung übe ich pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
· identifiziere und beurteile ich die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, plane und führe Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
· gewinne ich ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
· beurteile ich die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
· ziehe ich Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich zu dem Schluss komme, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
· beurteile ich die Darstellung,  Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
· beurteile ich den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.
· führe ich Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehe ich dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteile die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen gebe ich nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Ich erörtere mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Prüfung feststelle.

 

Stuttgart, den 10. September 2024

gez. Axel Mayer
- Wirtschaftsprüfer -

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