Vivy GmbHLiquidiert

10719 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 192498
Vorher
Uvita GmbH
Eingetragen
3.1.2018
Branche
Erbringung von Dienstleistungen der diagnostischen BildgebungAmbulante Betreuungsdienste für ältere MenschenErbringung von ergotherapeutischen Dienstleistungen
Gegenstand
Konzeptionierung, Entwicklung und Implementierung einer digitalen Patientenplattform (elektronische Gesundheitsakte) mit verschiedenen nutzerbezogenen Gesundheitsservices sowie deren Betrieb in Deutschland und in weiteren inner- und außereuropäischen Ländern.

Finanzübersicht

Historie

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Beteiligungen

NameAnteil
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Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Vivy GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

Die Vivy GmbH is ein in 2017 gegründetes B2B2C Start-up mit Firmenhauptsitz in Berlin. Die Vivy GmbH gehört zum Allianz Konzern unter der Führung der Allianz SE, München. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt TEUR 35,7 und wurde bis einschließlich des Geschäftsjahres 2019 zu 70% von der Allianz SE und zu 30% von der Rebernik UG, Berlin gehalten. Ab dem Geschäftsjahr 2020 hält die Allianz SE 100% an Vivy GmbH. Die Vivy GmbH erbringt Dienstleistungen für Krankenversicherungsgesellschaften weltweit.

Die Vivy GmbH erbringt hierbei folgende Dienstleistungen:

Technisches setup des Customer Relationship Management (CRM) Portals bei der Versicherungsgesellschaft

Technisches setup der Vivy App in den jeweiligen Ländern der Versicherungsgesellschaften (Google Play Store und Apple Store)

Training der Mitarbeiter der Versicherungsgesellschaften

Unterstützung bei dem Operationellen setup (Datensicherheit, Marktzutritt)

2nd Level Customer Support

Vivy ist eine globale, skalierbare Gesundheitsplattform, die den Versicherten Gesundheitsdienste zur Verfügung stellt. Kunden von Vivy können Versicherer, Unternehmen und Regierungen/ NGOs sein.

2. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

2.1. Ertragslage

Die Ertragslage der Vivy GmbH ist im Wesentlichen durch jährliche Abonnementgebühren sowie einmalige Implementierungskosten geprägt. Im laufenden Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 1.171 erzielt.

• Abonnementgebühren International: TEUR 17,83
• Abonnementgebühren National: TEUR 1.034,94
• Nutzergebühren National: TEUR 95,96
• Erstattete Implementierungskosten: TEUR 22,50

Der Personalaufwand der Vivy GmbH in Höhe von TEUR 5.708 (Vorjahr TEUR 4.672) setzt sich aus Löhnen und Gehältern und Sozialabgaben zusammen. Die durchschnittliche Anzahl der festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat sich im Berichtsjahr auf 64,6 (Vorjahr 59,18) erhöht. Davon sind 13,3 Mitarbeiter im Produkt Bereich, 30,98 Mitarbeiter im Tech Bereich, 5,59 Mitarbeiter im Vertrieb/Key Account Management und 14,7 im Bereich Operations (Finanzen, Recht, Security, HR) tätig.

Der Materialaufwand in Höhe von TEUR 266 (Vorjahr TEUR 283) beinhaltet im Wesentlichen Aufwendungen für die Entwicklung und die Instandhaltung des Vivy Portals und der Vivy App.

Im Geschäftsjahr 2021 betrugen die Kosten aus Zinsen und ähnlichen Aufwendungen insgesamt TEUR 2.692 (Vorjahr TEUR 1.570). Hierin sind im Jahr 2021 Aufwendungen in Höhe von TEUR 2.633 (Vorjahr TEUR 1.546) für verbundene Unternehmen sowie Aufwendungen für die Abzinsung von Rückstellungen enthalten gewesen.

Die Gesellschaft schließt das Geschäftsjahr vor Steuern mit einem Ergebnis in Höhe TEUR -10.427 ab (Vorjahr TEUR -9.274).

2.2. Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Vivy GmbH beträgt zum Stichtag 37.147.885,14 und besteht auf der Aktivseite im Wesentlichen aus Guthaben bei Kreditinstituten TEUR 6.580 (Vorjahr 13.762) und einem nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von TEUR 28.721 (Vorjahr TEUR 18.924).

Daneben bestehen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 35.537 (Vorjahr TEUR 32.893) und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 81 (Vorjahr TEUR 287). Die Verbindlichkeiten sind mit einer Restlaufzeit von maximal einem Jahr durchgehend kurzfristiger Natur.

Die Allianz SE hat der Vivy GmbH am 05. November 2018 (EUR 3,8 Mio.) und am 12. April 2019 (EUR 26,9 Mio.) ein Wandeldarlehen gewährt, welche beide zum 30. November 2022 in Eigenkapital umgewandelt werden sollen. Die Finanzierungen werden beide mit 8% p.a. verzinst, der anfallende Zinsaufwand kapitalisiert.

Gemäß der Virtual Share Incentive Program (VSIP) Vereinbarung und analog zur Planung und der Bewertung wird das Wandeldarlehen als Teil des Eigenkapitals ausgewiesen. Unter Berücksichtigung des Wandeldarlehens liegt das Eigenkapital zum 31. Dezember 2021 bei TEUR 16.975.

Der Gesellschafter hat eine neue Finanzierungsrunde i.H.v. ca. EUR 13 Millionen für den Zeitraum 2022 - 2024 zugesagt. Auf das Jahr 2022 sollen dabei maximal EUR 6.6 Mio entfallen.

3. Vergleich zur Prognose 2021

Das Jahr 2021 war für die Vivy GmbH durch die COVID-19 Pandemie geprägt. Es hat sich gezeigt, dass effiziente Arbeitsprozesse als Folge einer intakten Struktur, als zentrale Sicherungen gegen Krisen anzusehen sind. In 2021 lagen die Umsätze der Vivy GmbH um EUR 2.2 Mio unter der Prognose.

4. Chancen und Risiken

Aufgrund der Branche, in der Vivy tätig ist (Gesundheitswesen), wirkt sich die Pandemie positiv auf das Geschäft des Unternehmens aus, insbesondere aufgrund einer steigenden Nachfrage nach Gesundheitsprodukten, einer gestiegenen Interaktion zwischen Versicherungsnehmern und Versicherungen sowie einem Anstieg der Nutzung von digitalen Angeboten.

Auch die bestehende Flexibilität im Bereich Personalausstattung und Aufgabenzuordnung erachten wir im Rahmen der arbeitsmarkttechnischen Gegebenheiten als Chance. Die Vivy GmbH hat einen guten Zugriff auf den Arbeitsmarkt. Das Bewerberaufkommen verhält sich entsprechend der aktuellen Arbeitsmarktsituation stabil. Die Vivy GmbH nutzt Recruiting Instrumente in der vollen Bandbreite (Print, Digital, Social Media, Company brand etc.). Daraus ergibt sich die Chance, selbst bei stabilen Eingangsmengen durch Einstellungen Insourcing betreiben zu können und künftig das Arbeitsaufkommen verstärkt mit eigenen Mitarbeitern und entsprechenden Kostenvorteilen zu bewerkstelligen.

Die Auswirkungen aus dem derzeitigen Ukraine-Konflikt für die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind momentan noch nicht quantifizierbar. Der Konflikt und die damit verbundenen Sanktionen gegen Russland werden in 2022 Auswirkungen auf die deutsche und internationale Wirtschaft haben. Das Geschäft von Vivy wird jedoch nicht auf die Ukraine oder die Russische Föderation ausgeweitet. Darüber hinaus agieren die jeweiligen Partner von Vivy (Krankenversicherungen) in den jeweiligen Ländern auf nationaler Ebene. Aus diesem Grund schätzt Vivy auch die Spillover Effekte im Zusammenhang mit Sanktionen gegen Russland als unwesentlich ein, sodass keine oder lediglich nicht materielle Auswirkungen auf Vivy's Geschäftsmodell erwartet werden.

Das Risiko, dass durch zukünftige Verluste die Fortführung des Geschäftsbetriebs gefährdet, wird als gering eingestuft.

Die Risikosituation der Vivy GmbH ist im Wesentlichen durch operationelle Risiken gekennzeichnet. Unter dem Begriff "operationelle Risiken" versteht man die potentiellen Verluste, die infolge der Unzulänglichkeiten oder des Versagens von internen Prozessen, von Mitarbeitern und Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Operationelle Risiken werden durch technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen eingedämmt. Hierzu zählen zum Beispiel kontinuierliche Qualitätskontrollen und Schulungen.

Risikokontrollprozesse stellen sicher, dass mögliche Risiken aus dem operativen Geschäftsbetrieb frühzeitig identifiziert und adäquate Maßnahmen zur Risikominimierung ergriffen werden. Dazu zählen beispielsweise das Vier-Augen-Prinzip sowie klar definierte Zugriffsberechtigungen für Systeme und Daten.

Die aktuelle Risikosituation liegt somit innerhalb der Risikotragfähigkeit des Unternehmens.

Die Finanzierung der Unternehmenstätigkeit erfolgte bisher überwiegend durch Auszahlungen von Tranchen aus der Wandelschuldverschreibung der Allianz SE. Die Vivy GmbH ist von dieser Finanzierung abhängig. Die Fortführung des Geschäftsmodells ist an das Wachstum der Versicherungen sowie deren Versicherten gebunden und von Zuzahlungen des Gesellschafters abhängig.

5. Prognosebericht 2022

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das Unternehmen ist neben der Geschäftsaktivität in Deutschland auch in Malaysia tätig. Für das Jahr 2022 ist eine breite Internationalisierung in verschiedene Länder geplant. Erläuterungen zur Pandemie und zum Ukraine Krieg sind unter Punkt 5. Chancen & Risiken zu finden.

Durch die Internationalisierung wird für 2023 im Vergleich zu 2022 mit einem signifikanten Umsatzwachstum gerechnet. Das aktuelle Geschäftsmodell hängt von der Bereitschaft der Allianz und deren Krankenversicherungseinheiten, das Produkt der Vivy GmbH in ihren Märkten auszurollen, ab. Die Liquidität wird aktuell von dem Gesellschafter zur Verfügung gestellt. Das Fortbestehen der Vivy GmbH hängt damit von folgenden Faktoren ab:

Finanzierungsbereitstellung durch den Gesellschafter

Erfolgreicher roll-out der Vivy Plattform in die Allianz Einheiten weltweit

Geschäftsentwicklung

Auf Basis der Geschäftstätigkeit und unter Würdigung der Chancen und Risiken, sehen wir in 2022 folgende Schwerpunktthemen:

Roll-out von Vivy in die Türkei, Frankreich, Kolumbien, Philippinen, Taiwan

Beendigung der elektronischen Gesundheitsakte in Deutschland und re-launch der neuen Vivy Value Proposition im Deutschen Markt

Vereinfachung des Endnutzer-Onboardings, um so die geplanten Nutzerzahlen zu erreichen

Entwicklung des Lead Generation Konzepts und Erstellung einer globalen Content Datenbank

Weitere Automatisierung von Prozessen, um Skalierbarkeit zu erhöhen

Die leicht steigenden Umsätze werden im Jahr 2022 überwiegend durch den roll-out der Vivy Plattform in Deutschland getrieben, die Internationalisierung wird durch Kapitalbereitstellung durch den Gesellschafter finanziert. Trotz steigender Umsätze, rechnen wir aufgrund der nach wie vor hohen Investitionen in die Vivy Plattform mit einem negativen Ergebnis in 2022 und 2023. Der Wendepunkt wird für 2024 angestrebt.

7. Personalie

Im Berichtszeitraum wurde Dr. Catharina Schauer mit Wirkung zum 01.10.2021 als zweite Geschäftsführerin bestellt.

 

Berlin, den 05.08.2022

Die Geschäftsführer

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