LEONI HighTemp Solutions GmbH

Alfred-Jung-Straße 1, 58553 Halver, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Iserlohn HRB 6318
Vorher
Cable Projects Consulting GmbHLEONI High Temp Solutions GmbH
Eingetragen
25.11.2005
Branche
Herstellung von elektrischem InstallationsmaterialHerstellung von sonstigen elektronischen und elektrischen Drähten und KabelnHerstellung von Elektrizitätsverteilungs- und -schalteinrichtungen
Gegenstand
Die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Verbindungssystemen, insbesondere von Kabeln zur Übertragung von elektrischer Leistung, Signalen und Daten, Kabelsystemen und dazugehörigen Komponenten. Hierzu gehört auch die Erbringung von Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Einsatz dieser Verbindungssysteme.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
2.525.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

LEONI HighTemp Solutions GmbH

Halver

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

A. Grundlage des Unternehmens

Gegenstand der LEONI HighTemp Solutions GmbH ist die Entwicklung, die Herstellung und der Verkauf von Verbindungssystemen, insbesondere von Kabeln, für die Übertragung von elektrischer Leistung, Signalen und Daten. Die Gesellschaft ist hierbei für Kunden aus dem Automobil und Industrie- und Medizinproduktbereich aktiv. Den technologischen Hauptschwerpunkt bilden Kabel mit besonderen Anforderungen, insbesondere bzgl. der Temperaturbeständigkeit.

Die LEONI HighTemp Solutions GmbH ist eine 100%-Beteiligung der LEONI Kabel GmbH, Roth. Die LEONI Kabel GmbH wiederum ist eine 100%-Tochtergesellschaft der LEONI AG, Nürnberg. Die LEONI HighTemp Solutions GmbH produziert an ihrem Standort in Halver. Ebenso beliefert die Gesellschaft verbundene Unternehmen mit Rohstoffen (in Ausnahmefällen), Halbfertig- und Fertigerzeugnissen.

Mit der Gesellschafterin LEONI Kabel GmbH, Roth besteht ein Ergebnisabführungsvertrag sowie eine ertragsteuerliche Organschaft. Die umsatzsteuerliche Organschaft mit der LEONI AG besteht seit dem 01.07.2022 nicht mehr.

Es besteht seit 1. Januar 2018 für das Automobilgeschäft der Gesellschaft ein Auftragsfertigungsvertrag mit der Gesellschafterin LEONI Kabel GmbH. Dieser regelt, dass die Gesellschaft als verlängerte Werkbank nach Vorgaben der LEONI Kabel GmbH Produkte für das Automotive-Geschäft herstellt. Die Gesellschaft verkauft diese Produkte an externe Kunden oder Gesellschaften aus der LEONI-Gruppe im eigenen Namen und mit Zustimmung der LEONI Kabel GmbH. Die Gesellschaft kauft hierzu Vormaterial und Halbfertigprodukte von externen Lieferanten und Gesellschaften aus der LEONI-Gruppe im eigenen Namen und auf eigene Rechnung. Die LEONI Kabel GmbH legt vorab Volumina fest, die produziert und verkauft werden sollen. Die Gesellschaft erhält auf dieser Basis eine Erstattung in Höhe der vollen Kosten zzgl. einer Marge von 7,05% (durchlaufende Posten wie Materialkosten etc. werden nicht beaufschlagt). Der Ausgleich findet über Zahlungen zwischen Gesellschaft und Gesellschafterin statt.

Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaft

Im Jahr 2022 waren wesentliche Einflussfaktoren für die Weltwirtschaft die starke Inflation, die Auswirkungen des Ukrainekriegs mit weiterhin bestehenden Eskalationsrisiken und die kritische Corona-Situation in China, vor allem nach Aufgabe der strikten No-COVID-Politik durch die chinesische Regierung. Zu Beginn des Jahres hatten sich die Industrieunternehmen bereits besser auf bestehende Lieferengpässe bei wichtigen Vorprodukten und Rohstoffen eingestellt. Durch den im Februar ausgebrochenen Ukraine-Krieg veränderte sich die Situation drastisch. Stark gestiegene Preise für Energie, Rohstoffe und Lebensmittel führten zu einer hohen Inflationsrate und damit zum Einbruch der bislang positiven Tendenzen. Dies wurde verstärkt durch die stark ansteigenden Corona-Zahlen in China. 1

1 IMF 2022 (World Economic Outlook January 2023)

Für das Jahr 2023 und 2024 geht der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner Prognose vom Januar 2023 davon aus, dass die globale Wirtschaftsleistung preis- und kaufkraftbereinigt nur noch um 2,9% bzw. 3,1% zunehmen wird (die Prognose für 2023 ist 0,2%-Punkte höher und für 2024 0,1%- Punkte niedriger als im Oktober 2022). Es wird erwartet, dass die Inflationsraten ausgehend von 8,8% im Jahr 2022 auf weiterhin hohe Werte von 6,6% im Jahr 2023 und 4,3% im Jahr 2024 fallen werden. 2

Im Euroraum wird das Wachstum für 2023 mit 0,7% und für 2024 mit 1,6% deutlich geringer als das weltweite Wachstum prognostiziert. Vor allem Deutschland als wesentlicher Automobilstandort wird mit 0,1% für 2023 und 1,4% für 2024 deutlich verhaltener beurteilt. 3

Deutschland ist als rohstoffarmes Land in hohem Maße auf Energieimporte angewiesen. In Zeiten des Atom- und Kohleausstiegs ist Deutschland mehr denn je auf Erdgas angewiesen. Der Ausbruch des Ukraine-Krieges führte zu einem weiteren, drastischen Anstieg der Energiepreise, der sich weltweit, aber auch in Deutschland in einer deutlich erhöhten Inflationsrate bemerkbar macht. Der Engpass bei der Energieversorgung wird weiterhin ein bestimmender Faktor in der wirtschaftlichen Entwicklung der Industrie sein.

Branchenkonjunktur

Die LEONI HighTemp Solutions GmbH beliefert überwiegend Automobilzulieferer (AM) und Industrie- & Healthcare-Kunden (IN) aus Europa.

Der in der LEONI HighTemp Solutions GmbH enthaltene Geschäftsbereich AM beliefert nahezu ausschließlich Automobilzulieferer, überwiegend in Europa. Die Automobilindustrie erlebt eine Stagnation, die für 2023 prognostizierte Anzahl an produzierten Fahrzeugen liegt mit 85,1 (Europa: 16,6 in 2023) Mio. - sowohl weltweit als auch in Europa - noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019 mit 88,9 (Europa: 21,1) Mio. Dabei ist die gestiegene Nachfrage bei alternativen Antriebskonzepten berücksichtigt. 4 Die Prognosen für den Maschinenbau 2023 sind mit -2,9% für 2023 wenig optimistisch. 5

Die unsichere Versorgungslage mit Rohmaterialien und Vorprodukten trifft nun zusätzlich auf die unsichere Nachfrage-Entwicklung, die von explodierenden Energiekosten, Corona-Effekten, von Zinssteigerungen und darüber hinaus vom Ukraine-Krieg bestimmt wird.

Weitere Einflussfaktoren

Ähnlich wie die Gesamtwirtschaft und die branchenspezifischen Entwicklungen, die für den Geschäftsverlauf der LEONI HighTemp Solutions GmbH von großer Bedeutung sind, waren unsere Aktivitäten im Geschäftsjahr direkt von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und des Ukraine-Krieges beeinträchtigt.

Die aktuelle Situation der COVID-19-Pandemie deutet auf eine Normalisierung hin. Die dynamische Situation erfordert auch zukünftig eine genaue Beobachtung und Anpassung der notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus und möglicher Infektionswellen.

Der Ukraine-Krieg führt bereits jetzt zu einer deutlich gestiegenen Teuerungsrate, die wesentlich von gestiegenen Energiepreisen getrieben ist und voraussichtlich auch länger anhalten wird. Das weltweite Wachstum wird deutlich negativ beeinflusst, auch durch die Maßnahmen der Notenbanken zur Inflationsbekämpfung. 6

2 IMF 2022 (World Economic Outlook January 2023)
3 IWF 2022 (World Economic Outlook January 2023)
4 -IHS Automotive 02/2023
5 PWC Maschinenbaubarometer: Ausblick 2023 vom Dezember 2022
6 IMF 2023 (World Economic Outlook Jan 2023)

Darüber hinaus spielen eine Reihe weiterer Faktoren eine wichtige Rolle: Die Verfügbarkeit und damit die Preisentwicklung von Rohstoffen und kritischen Bauteilen sowie die Transportkosten. Ein weiterer potenzieller Einflussfaktor ist das seit Ende 2020 erhöhte Risiko mit Blick auf die Verfügbarkeit von kritischen Bauteilen in unseren Zielmärkten, da die Fertigung von Produkten unserer Kunden durch die Engpässe bei kritischen Bauteilen reduziert wird, was sich auch auf die Nachfrage nach Kabeln auswirken kann.

B. Wirtschaftsbericht

Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist zum 31. Dezember 2022 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 846 bzw. um 5,8% auf TEUR 15.372 gestiegen.

Der Rückgang des Sachanlagevermögens um 6,4% bzw. TEUR 316 auf TEUR 4.634 wurde durch die planmäßige Abschreibung verursacht. Wesentliche Abgänge des Sachanlagevermögens fanden im Geschäftsjahr nicht statt.

Das Umlaufvermögen stieg um TEUR 1.162. Ursache hierfür war zum einen der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um TEUR 1.066. Maßgeblich war hier ein um TEUR 1.153 höherer Forderungsbestand gegenüber der LEONI Wiring Systems, Tunesien, im Vergleich zum Vorjahr. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen gegenüber dem Vergleichszeitraum um TEUR 469. Forderungserhöhend wirkten in diesem Zusammenhang der höhere Kupferpreis, welcher den Kunden direkt auf Basis von z.B. Monatsdurchschnitten weitergereicht wird, als auch Preisanhebungen gegenüber konzerninternen und externen Kunden. Ein weiterer Effekt war gegenüber dem Vorjahr das um TEUR 334 rückgängige Factoring Volumen. Gegenläufig wirkte sich die Verminderung des Vorratsvermögens um TEUR 1.067 aus. Dies ist aktivem Bestandsmanagement im Jahr 2022 geschuldet, während Ende 2021 Vorräte an Rohmaterial (PTFE, FEP) wegen drohender Preiserhöhungen und absehbar langer Lieferzeiten angelegt wurden.

Da das Ergebnis wie im Vorjahr an die LEONI Kabel GmbH abzuführen ist, hat sich das Eigenkapital nicht verändert. Die Eigenkapitalquote beträgt 16,5% (Vorjahr 17,4%).

Die Rückstellungen haben sich gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig um TEUR 62 erhöht.

Die Verbindlichkeiten stiegen leicht um TEUR 784. Dabei steht dem Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 910 ein Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 1.732 gegenüber (maßgeblich ist hierfür eine um TEUR 1.839 höhere Verbindlichkeit aus dem Cashpool). Letzterer resultiert unter anderem aus der Aufgabe des automatischen Nettings aus dem Cashpool und einem positiven Saldo auf dem Konto der Commerzbank von TEUR 527, die im Vorjahr im Rahmen des Cashpooling der Saldierung unterlagen. Weiterhin war der vor allem im 2. Halbjahr negative Ergebnisverlauf Ursache für den Anstieg der Verbindlichkeiten aus dem Cashpool.

Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultiert maßgeblich aus dem Abbau der Lagerbestände zum Ende des Geschäftsjahrs durch Bestandsmanagement. Im Vorjahr wurden dagegen die Lagerbestände zum Ende des Jahres aufgrund der zu erwartenden Preiserhöhungen aufgebaut.

Ertragslage

Das EBIT hat sich im Geschäftsjahr bezogen auf das operative Geschäft moderat positiv entwickelt, bleibt aber weiterhin angespannt und spiegelt damit das schwierige wirtschaftliche Umfeld (s. Branchenkonjunktur) wider. Der Gesamtumsatz ist im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um 4,2% auf TEUR 37.648 (Vorjahr TEUR 39.304) zurückgegangen. Ursächlich für den rückläufigen Umsatz ist insbesondere die Kündigung des Liefervertrags für AWG-20-PTFE-Leitungen durch den Kunden KE Elektronik zum Juli 2022 wegen erhöhter Preise. Hierdurch wurde ein geplanter Umsatz nicht erzielt.

Der Inlandsumsatz betrug TEUR 11.129 (Vorjahr TEUR 10.671), was einem Anteil von 29,6% entspricht. Der Exportumsatz ist auf TEUR 26.519 (Vorjahr TEUR 28.633) gesunken. Auch hier zeigt sich der Verlust des Kunden KE Elektronik mit seinem Werk in Mazedonien.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz sank um TEUR 1.806 auf TEUR 3.894, was einer Bruttomarge von 10,3% (Vorjahr 14,5%) entspricht. Die geringere Marge resultiert überwiegend aus erhöhten Vormaterial- und Energiepreisen, die wegen der internationalen Wettbewerber, insbes. im Automobilgeschäft, nur eine teilweise Überwälzung der Kostensteigerungen auf die Kunden erlaubten.

Die Vertriebskosten in Höhe von TEUR 1.954 (Vorjahr TEUR 1.914) sind im Vergleich zum Vorjahr um 2% angestiegen.

Die Verwaltungskosten von TEUR 1.865 sind im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum (Vorjahr TEUR 1.860) nahezu unverändert geblieben.

Die Personalkosten sanken im Jahr 2022 durch erhöhte Fluktuation, die nicht kurzfristig kompensiert werden konnte und erreichten einen Wert von TEUR 7.578 (Vj. TEUR 8.221).

Die sonstigen betrieblichen Erträge von TEUR 1.163 enthalten insbesondere Erträge von TEUR 1.063 (Vorjahr TEUR 0) aus dem Auftragsfertigungsvertrag mit der LEONI Kabel GmbH.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr TEUR 957) auf TEUR 3 zurück. Grund dafür ist, dass im Vorjahr in dieser Position ein Aufwand von TEUR 954 aus dem Ausgleich aus Auftragsfertigung enthalten war. Im laufenden Geschäftsjahr ergab sich aus der Auftragsfertigung ein Ertrag, der unter den Sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt wird.

Das Betriebsergebnis (EBIT) nach der Kompensationszahlung aus dem Auftragsfertigungsvertrag mit LEONI Kabel GmbH beträgt TEUR 1.234 und steigt damit moderat gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr TEUR 1.045) an. Die EBIT-Marge steigt auf 3,28% im Vergleich mit dem Vorjahr (2,66%). Der Anstieg der EBIT-Marge erklärt sich durch die Logik der Verrechnung nach dem Auftragsfertigungsvertrag mit der LEONI Kabel GmbH. Hier werden die Wertschöpfungskosten der LEONI HighTemp Solutions GmbH mit der Marge von 7,05% vergütet. Da der Umsatz der LEONI HighTemp Solutions GmbH im Jahr 2022 gegenüber 2021 gesunken ist (Nachfragerückgang) und die Wertschöpfungskosten in 2022 angestiegen sind, steigt die Vergütung durch die LEONI Kabel GmbH, was die EBIT-Marge erhöht.

Das Ergebnis nach Steuern und vor Ergebnisabführung ist von im Vorjahr TEUR 807 um TEUR 113 auf TEUR 920 gestiegen. Der Jahresüberschuss beträgt aufgrund der Ergebnisabführung an die LEONI Kabel GmbH wie im Vorjahr TEUR 0.

Finanzlage

Zum Bilanzstichtag bestanden unverändert kurzfristige Darlehensverbindlichkeiten gegenüber externen Banken in Höhe von TEUR 5.000. Der Zinssatz beträgt der EONIA/EURIBOR (hier mit einer Untergrenze von 0%) zuzüglich 3%.

Die Gesellschaft ist in das Cash-Pooling der LEONI AG eingebunden, die Verbindlichkeiten aus dem Cash-Pooling betragen TEUR 3.358 (Vorjahr TEUR 1.519). Der Anstieg resultiert unter anderem aus der Aufgabe des automatischen Nettings aus dem Cash-Pool und einem positiven Saldo auf dem Konto der Commerzbank von TEUR 527, die im Vorjahr im Rahmen des Cash-Pooling der Saldierung unterlagen. Weiterhin führten verschiedene Effekte, unter anderem erhöhte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 469 und reduzierte Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 910, zum Anstieg der Verbindlichkeiten aus Cash-Pooling.

Zur Steuerung des künftigen Liquiditätsbedarfs wird eine monatliche, rollierende Liquiditätsplanung für jeweils 13 Wochen eingesetzt. Darüber hinaus erfolgt die mittelfristige Liquiditätsplanung über die Budget- und Mittelfristplanung sowie durch einen quartalsweise stattfindenden 18 Monats-Cash-Forecast.

Die LEONI HighTemp Solutions GmbH haftet zum 31. Dezember 2022 mit der Konzernmutter und weiteren Konzerngesellschaften gesamtschuldnerisch für Konzernverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 817.848 (Vorjahr TEUR 860.167 7 ). Die Gesellschaft ist wirtschaftlich und finanziell mit dem LEONI-Konzern verbunden. Im Übrigen verweisen wir auf Risiko- und Chancenbericht Abschnitt Liquiditätsrisiken und Finanzierungsrisiken.

Die LEONI HighTemp Solutions GmbH hat am Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von insgesamt TEUR 1.419 (Vorjahr TEUR 1.753) an die Factoring-Gesellschaft Coface Finance GmbH veräußert. Das Factoring dient der Verbesserung der Liquiditätssituation und der Kapitalstruktur. Alle Forderungsausfallrisiken gehen auf die Factoring-Gesellschaft über. Die Gesellschaft behält im Sinne der Kundenpflege das Debitorenmanagement.

Investitionen

Die gesamten Investitionen in das Anlagevermögen des Geschäftsjahres betragen TEUR 414 (Vorjahr TEUR 461) und betreffen das Sachanlagevermögen. Angeschafft wurden Maschinen und sonstige Betriebsausstattung. Für das Folgejahr sind Investitionen in Maschinen und sonstige Betriebsausstattung von TEUR 1.116 geplant. Die Investitionen sollen über den Cashpool, an dem die Gesellschaft teilnimmt, finanziert werden.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Zur Steuerung des Unternehmens durch die Geschäftsführung werden die finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse, EBIT und EBIT-Marge herangezogen.

Der Gesamtumsatz ist im abgelaufenen Geschäftsjahres gegenüber dem Vorjahr um 4,2% auf TEUR 37.648 (Vorjahr TEUR 39.304) zurückgegangen. Verantwortlich dafür sind neben der bereits diskutierten verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung insbes. im Automobilgeschäft im 2. Halbjahr der Weggang des Kunden KE-Elektronik ab Juli 2022.

Das EBIT im aktuellen Geschäftsjahr betrugt TEUR 1.234 und übertraf den Vorjahreswert von TEUR 1.045. Dieser Anstieg liegt im Wesentlichen an den Effekten aus Auftragsfertigung, die den Verlust an Bruttomarge von TEUR 1.806 leicht überkompensierten. Hierdurch und aufgrund der geringeren Umsätze steigt die EBIT-Marge von 2,66% auf 3,3% an.

Die Leistungsindikatoren Umsatz und EBIT vergleichen sich im Jahr 2022 wie folgt zu den Prognosen für das Jahr 2022: Der Umsatz war mit TEUR 39.269 und das EBIT mit TEUR 1.142 geplant. Der Umsatz blieb mit TEUR 37.648 (-4,1%) leicht hinter der Planung zurück und das EBIT lag mit TEUR 1.234 (+8,1%) moderat über der Planung, was eine EBIT-Marge von 3,3% gegenüber der Planung von 2,9% bedeutet, welche deutlich über der Planung lag. Hauptursache für den Umsatzrückgang ist die Abwanderung des Kunden KE Elektronik. Der leichte Anstieg des EBITs liegt u.a. an Preiserhöhungen im Industriegeschäft.

7 Vorjahreszahl angepasst

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Entwicklung

Die LEONI HighTemp Solutions GmbH ist nach einem guten Start von Januar bis Mai 2022 deutlich von den ökonomischen Entwicklungen, insbesondere der Inflation und der damit zusammenhängenden Preissteigerung bei Rohmaterialien, Energie und sonstige Leistungen negativ beeinflusst worden, die durch Effizienzsteigerungsmaßnahmen nicht vollständig aufzufangen waren. Im Industriegeschäft werden seit Mitte 2021 die Preise laufend an die Kostenentwicklung angepasst. Im Automobilgeschäft gelang dies, auch durch den dort stärker internationalisierten Wettbewerb, nur verspätet und in geringerem Maße. Dies gilt insbesondere für nur lokal (in diesem Ausmaß) oder nur kurzfristig vorhandene Kostensteigerungen, wie z.B. bei Energie. Dies zeigt sich auch in den auch im Jahr 2022 gegenüber 2021 sogar noch in leicht erhöhtem Maße gebildeten Drohverlustrückstellungen in Höhe von TEUR 393 (Vorjahr TEUR 360). Drohverlustrückstellungen wurden gebildet für Lieferverpflichtungen aus laufenden Verträgen, bei denen die Verkaufspreise nicht kostendeckend sind. Leider hat sich die Konjunktur im zweiten Halbjahr nicht ausreichend erholt, um die Erwartungen und die Vorjahresziele (ohne Kompensationseffekt aus Auftragsfertigungsverhältnis) zu erreichen. Auch wirken die weiterhin bestehenden Engpässe hemmend, auch wenn sich die Situation bzgl. der Versorgung entspannt. Die Erhöhung der Wertschöpfungskosten führt zu einer erhöhten Kompensation im Rahmen der Auftragsfertigung, was die oben genannten negativen Effekte leicht überkompensiert.

C. Risiko- und Chancenbericht

Die LEONI HighTemp Solutions GmbH ist als in verschiedenen Märkten tätiges Unternehmen mit spezifischen Risiken und Chancen konfrontiert. Risiken und Chancen sind mögliche künftige Ereignisse und Entwicklungen, die zu einer Abweichung (negativ/positiv) von den Prognosen und Zielen des Unternehmens führen können. Risiken müssen bewusst gemanagt werden und dürfen aktiv nur eingegangen werden, wenn sie die damit verbundenen Chancen überwiegen und den Unternehmenswert steigern.

Die Gesellschaft ist in das mehrstufige Risikomanagementsystem der LEONI AG eingebunden und wird durch unterstützende Kontrollsysteme komplettiert. Das Risikomanagement ist in die bestehenden Planungs-, Controlling- und Informationssysteme eingebunden.

Das Chancenmanagement bei der LEONI HighTemp Solutions GmbH ist fester Bestandteil des Risikomanagement-Prozesses. Es werden nicht nur die Risiken (Gefahren), sondern auch die Chancen als Abweichungen von geplanten Prognosen bzw. Zielen systematisch identifiziert.

Für die quantitative Beschreibung der wesentlichen Risiken und Chancen werden unterschiedliche, in Anbetracht des jeweiligen Sachverhalts geeignete Wahrscheinlichkeitsverteilungen genutzt. Risiken und Chancen werden durch Eintrittswahrscheinlichkeit und (Schadens-) Höhe charakterisiert.

Chancen- und Risikolage

Die Chancen- und Risikolage berichtet über die wesentlichen Chancen und Risiken.

Markt- und Vertriebsrisiken

Die Gesellschaft ist abhängig von den Marktentwicklungen in ihren Zielmärkten und den damit verbundenen Endkunden. Negative Entwicklungen in der Weltwirtschaft oder den Zielmärkten können schlechtere Geschäftsprognosen und Umsätze der Gesellschafft nach sich ziehen. Der etablierte Kundenstamm wird immer wieder um neue, potentialreiche Kunden ergänzt, um eine Risikokonzentration zu vermeiden. Insbesondere der Markt für Automobile auf Basis der Technologie für Verbrennungsmotoren ist absehbar durch die politischen Beschlüsse zum "Verbrenner-Aus" rückläufig. Es sind Maßnahmen geplant, um Kompensation für zurückgehendes Geschäft im Industriegeschäft zu erlangen.

Risiko aus dem Verlust eines Kunden

Der Verlust von großen Kunden (v.a. im Bereich Automotive sind große Kunden vorhanden), kann zu Deckungsbeitragsverlusten führen. Es wird angestrebt, das Kundenportfolio zu diversifizieren und zu verbreitern. Der noch stärkere Einstieg ins Industriegeschäft soll dazu dienen. Durch enges Management der Kundenbeziehung (in Form von Kundenbesuchen und regelmäßigen Kontakten auf vertrieblicher und technischer Seite) können meist frühzeitig Gegenmaßnahmen bei drohendem Kundenverlust ergriffen werden.

Risiken aus Informationstechnologien/Cyberrisiken

LEONI HighTemp Solutions GmbH nutzt umfangreiche IT-System, die sowohl von LEONI zentral zur Verfügung gestellt werden als auch lokal gehostet werden. Systemausfälle, Angriffe, Datenverluste und sonstige Kompromittierungen können erhebliche Schäden nach sich ziehen. Neben den zentralen und dezentralen IT-Sicherheitsmaßnahmen, die regelmäßig umgesetzt und aktualisiert werden, dient Schulung der Mitarbeiter und die Absicherung sowie Überwachung von Netzwerken und Systemen durch Firewalls, Backups, Verschlüsselung und Virenscanner.

Risiken aus dem Ukraine-Krieg

Der Ukraine-Krieg hat seit Februar 2022 wesentlichen Einfluss auf die LEONI HighTemp Solutions GmbH. Hier ist vor allem die Kostensteigerung zu nennen, die auch weiterhin über das bereits eingetretene Maß hinaus droht. Auch Sanktionen für Finanz- und Gütertransaktionen können sich negativ auswirken. Da LEONI HighTemp Solutions GmbH keine wesentlichen Kunden in Russland oder Belarus hat, reduziert sich das Risiko. Die Energieversorgung, u.a. mit Erdgas ist weiterhin ein Risiko, allerdings erscheint die Lage aktuell weniger kritisch als im Jahr 2022. Versorgungsausfälle können das Geschäft von LEONI HighTemp Solutions GmbH beeinträchtigen, Kostensteigerungen die Ergebnis- und Liquiditätssituation negativ beeinflussen.

Risiken aus der COVID-19-Pandemie

Da die Covid-19-Pandemie ist der zweiten Jahreshälfte 2022 deutlich an Schärfe verloren hat (mit Ausnahme von China), was zu abnehmenden Maßnahmen führte, ist die Bedrohung durch Corona mittlerweile deutlich gesunken. Dennoch droht das Risiko eines Produktionsausfalls bis zur Lieferunfähigkeit bei einem gehäuften Auftreten in Produktion und produktionsnahen Abteilungen. Die Maßnahmen der LEONI HighTemp Solutions GmbH gegen Corona wurden parallel zu den gesetzlichen Anforderungen zurückgefahren, auch da keine rechtliche Handhabe mehr für solche Maßnahmen besteht. Bei einem erneuten Aufflammen der Corona-Pandemie kann sowohl die Lieferanten- als auch die Abnehmerseite betroffen sein. Für die Lieferantenseite wurden Maßnahmen eingeleitet, um Single-Source-Situation zu vermeiden. Abnehmerseitig wird durch engen Kundenkontakt und rechtzeitige Anpassung an Bedarfsschwankungen das Risiko zumindest teilweise minimiert.

Risiken aus der Verfügbarkeit von Personal

Aktuell leidet LEONI HighTemp Solutions GmbH unter starker Fluktuation bei direkten und indirekten Mitarbeitern. Dies ist neben der Situation des LEONI-Konzerns, der niedrigen Arbeitslosigkeit in Halver und Umgebung u.a. auch durch die Vergütungssituation bei LEONI HighTemp Solutions GmbH bedingt. Es wird aktuell ein Verhandlungsmandat für den Arbeitgeberverband bei der LEONI AG und LEONI Kabel GmbH beantragt, um den verbandsgebundenen Firmentarifvertrag der LEONI HighTemp Solutions GmbH so anzupassen, dass eine wettbewerbsfähige Vergütung wieder ermöglicht wird. Bis zur Anpassung werden Einmalzahlungen von Inflationsprämien durch LEONI HighTemp Solutions GmbH geleistet. Daneben wird mit weiteren Maßnahmen zur Motivationssteigerung der Mitarbeiter möglichen Fluktuationsneigungen entgegengewirkt.

Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken

Die Gesellschaft ist gegenwärtig dem Konzern der LEONI AG, Nürnberg zugehörig. Sie ist wirtschaftlich und finanziell mit dem LEONI-Konzern verbunden und haftet für Verbindlichkeiten anderer Konzerngesellschaften. Zudem ist die Gesellschaft in das zentrale Finanzierungs- und Liquiditätsmanagement des LEONI-Konzerns integriert.

Aufgrund der angespannten Liquiditätssituation der LEONI AG und des LEONI-Konzerns bestehen dort bestandsgefährdende Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken. Demnach können negative Planabweichungen insbesondere durch weitere unvorhergesehene Entwicklungen im Zusammenhang mit der Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg, der sich abmildernden Folgen von Covid-19, der Halbleiterkrise, der gestiegenen Rohstoff-, Energie-, Transport- und Personalkosten sowie der eingeschränkten Vergabefähigkeit bei den OEMs aufgrund einer zeitlich verzögerten Umsetzung des Restrukturierungsplans zu einem Liquiditätsrisiko für die Fähigkeit von LEONI zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit führen.

Aufgrund des Auslaufens wesentlicher Teile der derzeitigen Finanzierung besteht ein bestandsgefährdendes Finanzierungsrisiko. Ende März 2023 vereinbarten sämtliche Konsortialgeber, wesentliche Schuldscheingläubiger und Stefan Pierer als strategischer Investor unter Beteiligung der LEONI AG einen finanziellen Restrukturierungsplan unter Anwendung des Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetzes (StaRUG). Am 31. Mai 2023 fand der Erörterungs- und Abstimmungstermin statt. In diesem Zusammenhang wurde dem Restrukturierungsplan mit der erforderlichen Mehrheit von jeweils mind. 75% innerhalb von zwei der insgesamt drei Gruppen von Planbetroffenen zugestimmt. Am 21. Juni 2023 hat das Restrukturierungsgericht Nürnberg den Restrukturierungsplan bestätigt. Am 17. Juli 2023 hat das Landgericht Nürnberg-Fürth sämtliche gegen den Planbestätigungsbeschluss des Restrukturierungsgerichts Nürnberg eingelegten sofortigen Beschwerden verworfen. Der Restrukturierungsplan der Leoni AG ist damit rechtskräftig.

Die Umsetzung des Restrukturierungsplans steht noch unter diversen Vorbehalten und Voraussetzungen. Die Umsetzung des Restrukturierungsplans setzt die finale Ausarbeitung der Vertragsdokumentation voraus und unterliegt weiteren üblichen Vorbehalten (z.B. der Eintragung der Kapitalmaßnahmen ins Handelsregister) sowie allgemeiner Rechtsrisiken. Zum Jahresende 2022 fällig werdende Kreditlinien wurden zunächst bis ursprünglich Mitte 2023 verlängert (zuletzt prolongiert bis 31. August 2023).

Bis zur Umsetzung des neuen Finanzierungskonzepts einschließlich der Verlängerung der Fälligkeiten der RCF-Kreditlinien und der Schuldscheindarlehen bis Ende 2026, der Entschuldung der LEONI AG und der Kapitalherabsetzung mit anschließender Kapitalerhöhung von Mio. EUR 150 besteht ein bestandsgefährdendes Finanzierungsrisiko und ein damit einhergehendes bestandsgefährdendes Liquiditätsrisiko für die Fähigkeit der LEONI AG zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit gemäß § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB.

Hinsichtlich der vorgenannten Bestandsgefährdung auf Ebene des LEONI-Konzerns und der LEONI AG sieht sich auch die Gesellschaft aufgrund ihrer Einbindung in das konzernweite Finanzierungs- und Liquiditätsmanagement sowie ihrer Mithaftung für andere Konzerngesellschaften in einer ihren Bestand gefährdenden Situation.

Der Vorstand der LEONI AG hält es aufgrund seiner Prüfungen für überwiegend wahrscheinlich, dass unter der Berücksichtigung der überwiegenden Erfolgswahrscheinlichkeit des plangerechten Ablaufs des StaRUG-Prozesses sowie der weiteren im Sanierungsplan berücksichtigten mitigierenden Maßnahmen die positive Fortführungsprognose, trotz der bestandsgefährdenden Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken angemessen ist. Der Vorstand kommt ebenfalls zu einer positiven Fortbestehungsprognose für die LEONI AG. Basierend auf dieser Einschätzung geht auch die Geschäftsführung der LEONI HighTemp Solutions GmbH davon aus, dass die positive Fortführungsprognose auch für die LEONI HighTemp Solutions GmbH angemessen ist.

Risiken aus Forderungsausfall

Der Ausfall des Forderungsbestands eines großen Kunden stellt ein Risiko dar. Zur Vorsorge werden alle Kunden, die mit der LEONI HighTemp Solutions GmbH Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, einer Bonitätsprüfung unterzogen. Die regelmäßige Analyse des Forderungsbestands und der Forderungsstruktur ermöglicht eine laufende Überwachung des Risikos. Als weiteres Instrument zur Reduzierung des Ausfallrisikos dient das Factoring, welches als True Sale Factoring für ausgewählte Kunden erfolgt. Im Übrigen hat die Gesellschaft unter dem Aspekt der Abwägung von Risiko und Wirtschaftlichkeit eine Warenkreditversicherung zum Schutz vor Forderungsausfällen abgeschlossen. Sowohl beim Factoring als auch bei der Warenkreditversicherung für bei der LEONI HighTemp Solutions GmbH verbliebene Forderungen hat sich im Berichtsjahr gezeigt, dass der Factor und Warenkreditversicherer vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges sowie der Covid-19-Pandemie und dem dadurch erhöhten Risiko von Unternehmensinsolvenzen und Zahlungsausfällen zurückhaltend bei der Gewährung von Forderungsverkäufen bzw. Kreditlinien sind. Dadurch steigt einerseits das Risiko, dass die Forderungen nicht im geplanten Umfang an die Factoring-Partner verkauft werden können, und andererseits das Risiko von Ausfällen von eigenen Kundenforderungen, die nicht versichert werden konnten. Beides könnte negative Auswirkungen auf das Ergebnis und die Liquidität haben. Das direkte Risiko aus Forderungsausfällen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg für die Gesellschaft wird derzeit als gering eingestuft.

Risiken und Chancen aus der Währungsentwicklung

100% unserer Zahlungen tätigen wir in Euro und sind somit nicht von schwankenden Währungskursen abhängig.

Risiken aus Compliance-Verstößen

Grundsätzlich kann es bei Compliance-Verstößen zu erheblichen Bußgeldern, Reputationsverlusten und Schadensersatzansprüchen kommen. Je nach Land sind auch Haftstrafen für Führungskräfte und beteiligte Mitarbeitende möglich. Durch die Einbindung in das Compliance Management System des LEONI-Konzerns vermindert die Gesellschaft diese Risiken aus Rechts- und Richtlinienverstößen.

Risiken aus dem Kartellrecht

Die Gesellschaft unterliegt der kartellrechtlichen Regulierung in der EU sowie anderen Rechtsordnungen und ist daher Risiken hinsichtlich der Einhaltung dieser Vorschriften sowie der damit verbundenen Durchsetzungsmaßnahmen und Schadenersatzansprüche ausgesetzt. Die Feststellung eines Verstoßes gegen die kartellrechtlichen Vorschriften könnte die LEONI HighTemp Solutions GmbH negativ beeinträchtigen.

Im Januar 2022 haben im Zuge von Ermittlungen des Bundeskartellamts (BKartA) gegen verschiedene Kabelhersteller und weitere branchennahe Gesellschaften auch an Standorten der LEONI-Gruppe Durchsuchungen stattgefunden. Die LEONI Kabel GmbH als Gesellschafterin der LEONI HighTemp Solutions GmbH, die neben anderen zentralen Funktionen auch den zentralen Vertrieb stellt, war auch Betroffene dieser Durchsuchungen. Grund für die Durchsuchungen ist der Verdacht, dass Kabelhersteller die Berechnung branchenüblicher Metallzuschläge in Deutschland miteinander koordiniert haben sollen. LEONI kooperiert mit den Behörden und prüft die Vorwürfe. Eine direkte Betroffenheit der LEONI HighTemp Solutions GmbH von Vorwürfen oder Ermittlungen ist nicht bekannt. Da sich das BKartA-Verfahren in einem sehr frühen Stadium befindet, kann derzeit noch keine Aussage über dessen Ausgang getroffen werden. Insgesamt kommen wir zu der Einschätzung, dass die Verurteilung zur Zahlung einer Geldbuße möglich, aber nicht wahrscheinlich ist, da der AM-Vertrieb nicht unter direkter Kontrolle der Gesellschaft als verlängerter Werkbank steht und weiterhin unbekannt ist, ob überhaupt ein Fehlverhalten vorliegt.

Risiken aus Betrug

Wie viele andere Unternehmen ist auch die LEONI HighTemp Solutions GmbH den Risiken des internen und externen Betrugs, insbesondere des Diebstahls von Geldern, ausgesetzt. Entsprechende Schulungsmaßnahmen reduzieren dieses Risiko.

Risiken aus Exportkontrolle und Zoll

Politische oder regulatorische Änderungen, z.B. bei Exportkontrollvorschriften, Embargomaßnahmen oder Zollbestimmungen, können unsere Geschäftstätigkeit beeinflussen und unsere Finanz- und Ertragslage beeinträchtigen.

Protektionistische Maßnahmen, Handelskriege oder Sanktionen in den Ländern und Regionen, in denen die LEONI HighTemp Solutions GmbH tätig ist, können die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft beeinträchtigen. Die Zunahme von regionalen oder internationalen Handelshemmnissen einschließlich Antidumping-Zöllen, der Rückzug von Staaten aus bi- und multilateralen Abkommen könnten sich negativ auf das weltwirtschaftliche Umfeld auswirken und damit zu einer geringeren Nachfrage nach den Produkten der LEONI HighTemp Solutions GmbH führen. Darüber hinaus können Handelshemmnisse oder erhöhte Zollkosten (u.a. Brexit-bedingt) die Produktionskosten steigern und folglich die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte der Gesellschaft beeinträchtigen und das operative Ergebnis negativ beeinflussen.

Als globaler Zulieferer der Automobilindustrie und auch mit internationalen Kunden aus dem Industry& Healthcare-Geschäft ist die LEONI HighTemp Solutions GmbH erheblichen Risiken ausgesetzt, die mit der Entwicklung der Weltwirtschaft und den Rahmenbedingungen eines freien Handels zusammenhängen. Aus diesem Grund analysieren wir unterstützt durch die zentrale Exportkontrollfunktion der LEONI AG und der LEONI Kabel GmbH laufend die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken für die Gesellschaft.

Risiken von Corporate-Governance-Verstößen

Grundsätzlich besteht das Risiko, dass Organe und/oder Mitarbeitende gegen Gesetze, interne Richtlinien oder gegen anerkannte Standards guter Unternehmensführung der LEONI HighTemp Solutions GmbH verstoßen. Entsprechende Schulungsmaßnahmen reduzieren dieses Risiko.

Risiken und Chancen aus Materialkostenschwankungen

Zunehmende Bedarfe, oder andere Gründe der Verknappung, können zu Kostensteigerungen bei unseren wichtigsten Rohstoffen sowie Lieferengpässen führen. Da die LEONI HighTemp Solutions GmbH im Jahr ungefähr tausend Tonnen Kupfer und andere Metalle beschafft und verarbeitet, werden die Materialkosten auch durch den an der LME (London Metal Exchange) notierten Preis für Kupfer beeinflusst.

Seit Beginn des Ukraine-Krieges sind die Risiken aus Materialkostenschwankungen neu zu bewerten. Höhere Energiepreise können sich auf die Produktions- und den Transportkosten auswirken. Die Verfügbarkeit der kritischen Bauteile kann grundsätzlich weniger gegeben sein als bisher. Auch die erfolgten Tarifabschlüsse und die geplante Anpassung des verbandsgebundenen Firmentarifvertrags werden die Preise für die Vorprodukte der LEONI HighTemp Solutions GmbH verteuern.

Generell würde sich eine günstigere Entwicklung der Rohstoffpreise positiv auf die Materialkostenquote und damit auf die Margen der LEONI HighTemp Solutions GmbH auswirken.

Risiken und Chancen aus operativen Verbesserungsprojekten

Die operativen Prozesse der LEONI HighTemp Solutions GmbH werden regelmäßig auf mögliche Verbesserungen hin überprüft und durch Optimierungs- und Effizienzprojekte verbessert. Die geplanten Effekte dieser Projekte sind im Rahmen von Maßnahmenplänen in die Planungen der Gesellschaft aufgenommen. Naturgemäß gibt es bei der Umsetzung von Verbesserungsprojekten inhärente Risiken, die den Projekterfolg geringer ausfallen lassen. Dies hätte einen negativen Ergebniseffekt für die LEONI HighTemp Solutions GmbH zur Folge. Gleichsam besteht eine Chance auf einem positiven Ergebniseffekt bei einem besserem Projekterfolg.

Risiken und Chancen aus Gewährleistung und Produkthaftung

Die LEONI HighTemp Solutions GmbH unterliegt bei ihrem Geschäft Risiken aus Gewährleistung und Produkthaftung für nicht spezifikationskonforme und andere für Kundenbedarfe geeignete Produkte. Eigens benannte Produktsicherheits-, Qualitätsmanagement- sowie Kundenbeauftragte reduzieren das Risiko von Produkthaftungs- und Reklamationsfällen.

Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikosituation

Sollte es der Gesellschaft nicht gelingen, die zuvor beschriebenen Risiken zu eliminieren, bzw. sind die beschriebenen Gegenmaßnahmen nicht hinreichend wirksam, könnten diese zu negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich - insbesondere durch mittelbare Effekte des Krieges in der Ukraine - eine gegenüber dem Vorjahr wesentlich veränderte Risikoeinschätzung ergeben hat. Unter Berücksichtigung sämtlicher bekannter Tatsachen liegen derzeit keine weiteren Risiken vor, die den Fortbestand des Unternehmens für die nächsten beiden Jahre gefährden könnten.

Hinsichtlich der Bestandsgefährdung des LEONI Konzerns und der LEONI AG, sowie der dadurch auch für die Gesellschaft resultierenden bestandsgefährdenden Risken, verweisen wir auf die Ausführungen im Abschnitt Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken.

D. Nachtragsbericht

Hinsichtlich der wesentlichen Ereignisse nach dem Stichtag wird auf den Anhang verwiesen.

E. Prognosebericht

Konjunkturelle Rahmenbedingungen (Gesamtwirtschaft und Branche)

Der IMF World Economic Outlook des Internationalen Währungsfonds sagt für 2023 ein Wachstum von 2,9% gefolgt von 3,1% in 2024 voraus. Es zeigt sich eine leichte Steigerung von 0,2 Prozentpunkten seit Oktober 2022, allerdings unterhalb des historischen Schnitts von 3,8% in den Jahren 2000 bis 2019. Trotz der leichten Aufhellung seit Oktober 2022 sind weiterhin der Krieg in der Ukraine und die Maßnahmen gegen die hohe Inflation hinderlich für die wirtschaftliche Entwicklung. 8 Die Engpasssituation bei der Materialversorgung hat sich bereits 2022 entspannt, wobei die Corona-Situation in China für die Materialversorgung auch weiter entscheidend ist. 9

Geschäftsverlauf und künftige Ausrichtung der Gesellschaft

Nach dem IHS Automotive Forecast February 2023 wird das globale Produktionsvolumen an Automobilen erst im Jahr 2025 mit 91,0 Mio. Stück leicht über das Niveau von 2019 (88,9 Mio. Stück) kommen. In Europa ist das Niveau dauerhaft unter dem Vorkrisenniveau. 10,11 Aus diesem Grund wurde der geplante Umsatz im Jahr 2023 im Budget deutlich reduziert. Über das geplante Geschäft hinaus ist die Gesellschaft aktuell in diversen Bemusterungen für Neugeschäft im AM und IN-Geschäft, um den rückgängigen Umsatz zu kompensieren. Aktuell kann noch nicht abgeschätzt werden, wann diese Bemusterungen erfolgreich sind und wann erste Umsätze realisiert werden können.

8 IMF 2023 (World Economic Outlook January 2023)
9 Ifo Institut - Pressemitteilung vom 03. Januar 2023
10 IHS Automotive Forecast February 2023
11 IHS Automotive Forecast December 2022

Das Geschäft mit Liquid Silicone Rubber (LSR)-Kabeln wurde mit dem Verkauf der Industriesparte der LEONI Gruppe an BizLink elocab GmbH verkauft. Die Gesellschaft betrieb das Geschäft bis zur Verlagerung der Produktionsanlage am 13.07.2023 weiter. Einige Kundenaufträge wurden auf Lager gefertigt und werden noch von LEONI HighTemp Solutions GmbH ausgeliefert und fakturiert. Das Geschäft mit LSR-Kabel umfasste im Jahr 2022 einen Umsatz im niedrigen einstelligen Mio.-Bereich. Der Umsatzverlust durch den Verkauf des LSR-Geschäfts soll teilweise kompensiert werden durch den Verkauf der Unterbauten der Kabel (ohne LSR-Mantel) durch die Gesellschaft an BizLink elocab GmbH.

Der neue Tarifvertrag für die Metallindustrie wird nach den Regularien des Firmentarifvertrags auch für LEONI HighTemp Solutions GmbH umgesetzt werden. Darüber hinaus soll der verbandsgebundene Firmentarifvertrag zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Bezahlung angepasst werden. Ein Verhandlungsergebnis über die Anpassung des verbandsgebundenen Firmentarifvertrags lässt sich an dieser Stelle noch nicht genau beziffern, Mehrkosten gegenüber dem bisherigen verbandsgebundenen Firmentarifvertag werden voraussichtlich anfallen.

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung

Die bereits beschriebenen Faktoren, v.a. die hohe Inflation und der verbreitete Fachkräftemangel erschweren eine mittelfristige Prognose.

Für die Prognose der Geschäftsentwicklung über die nächsten 12 Monate wurden folgende Annahmen getroffen: Der Kupferpreis wird mit 8,00 € pro kg angenommen. Es wird von weiteren Materialpreissteigerungen ausgegangen. Die Personalkosten werden 2023 deutlich ansteigen. Es wird mit weiteren Energiepreissteigerungen, vor allem im Bereich Strom gerechnet. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Rohstoffverfügbarkeit, vor allem im Bereich der Vormaterialien wieder normalisiert und nicht zu Produktionsunterbrechungen führt.

Basierend auf den oben dargestellten Annahmen geht die Gesellschaft von einem deutlich sinkenden Umsatz aus, der sich aus der sich abkühlenden Konjunktur und dem deswegen erwarteten Nachfragerückgang erklärt. Das EBIT sinkt im Prognosezeitraum ebenfalls deutlich, was insbesondere auf den erwarteten Umsatzrückgang zurückzuführen ist. Die EBIT-Marge wird auf ähnlichem Niveau wie 2022 erwartet.

 

Halver, den 31. Juli 2023

Die Geschäftsführung

Klaus Rudolf Bitterwolf

Dr. Christian Schmider

Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.043,08 13.185,13
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 3.556.814,02 4.012.831,46
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 928.673,64 885.408,29
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 141.384,49 38.890,91
4.626.872,15 4.937.130,66
4.633.915,23 4.950.315,79
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.049.744,70 4.103.441,62
2. Unfertige Erzeugnisse 1.023.222,01 933.878,36
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 1.454.773,21 1.557.229,22
5.527.739,92 6.594.549,20
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.162.480,90 693.507,80
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.914.424,32 1.847.978,67
davon aus Lieferungen und Leistungen EUR 2.914.424,32 (Vj. EUR 1.847.978,67)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 605.721,63 439.072,99
4.682.626,85 2.980.559,46
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 527.105,11 297,93
10.737.471,88 9.575.406,59
C. Rechnungsabgrenzungsposten 333,73 292,92
15.371.720,84 14.526.015,30

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 2.525.000,00 2.525.000,00
II. Kapitalrücklage 4.329,12 4.329,12
2.529.329,12 2.529.329,12
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 139.641,00 115.393,00
2. Sonstige Rückstellungen 1.795.733,33 1.758.435,11
1.935.374,33 1.873.828,11
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.000.000,00 5.000.000,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.495.278,18 2.404.926,79
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 1.495.278,18 (Vj. EUR 2.404.926,79)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.299.047,49 2.566.900,49
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 4.299.047,49 (Vi. EUR 2.566.900,49)
davon gegenüber Gesellschaftern EUR 1.677.672,17 (Vj. EUR 1.641.071,01)
davon aus Ergebnisabführung EUR 919.717,25 (Vj. EUR 807.090,50)
davon aus Cashpool EUR 3.357.825,35 (Vj. EUR 1.518.653,67)
davon aus Lieferungen und Leistungen EUR 21.504,89 (Vj.EUR 241.156,32)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 112.691,72 151.030,79
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 112.691,72 (Vj. EUR 151.030,79)
davon aus Steuern EUR 53.566,05 (Vj. EUR 59.221,54)
10.907.017,39 10.122.858,07
15.371.720,84 14.526.015,30

Gewinn- und Verlustrechnung für 2022

2022 2021
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 37.647.933,55 39.304.421,55
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -33.754.325,01 -33.604.978,01
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 3.893.608,54 5.699.443,54
4. Vertriebskosten -1.953.801,41 -1.913.709,07
5. Allgemeine Verwaltungskosten -1.865.326,97 -1.859.601,71
6. Sonstige betriebliche Erträge 1.162.771,46 75.377,20
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.023,75 -956.733,94
-2.659.380,67 -4.654.667,52
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -292.796,62 -237.685,52
davon an verbundene Unternehmen EUR 82.046,50 (Vj. EUR 23.783,44)
davon Aufwendungen aus der Aufzinsung EUR 8.253,00 (Vj. EUR 25.127,00)
9. Steuern vom Einkommen und Ertrag -21.714,00 0,00
10. Ergebnis nach Steuern 919.717,25 807.090,50
11. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführter Gewinn -919.717,25 -807.090,50
12. Jahresergebnis 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

Allgemeine Angaben

Die Firma LEONI HighTemp Solutions GmbH hat ihren Firmensitz in Halver und wird unter der Nummer HRB 6318 beim Registergericht Iserlohn geführt. Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Verbindungssystemen, insbesondere von Kabeln, für die Übertragung von elektrischer Leistung, Signalen und Daten, Kabelsystemen und dazugehörigen Komponenten. Hierzu gehört auch die Erbringung von Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Einsatz dieser Verbindungssysteme.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften sowie des GmbHG aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Umsatzkostenverfahren gewählt. Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben aufgrund kaufmännischer Rundung Differenzen auftreten können.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB aufgestellt.

Die Gesellschaft ist gegenwärtig dem Konzern der LEONI AG, Nürnberg zugehörig, ist wirtschaftlich und finanziell mit dem LEONI-Konzern verbunden und haftet für Verbindlichkeiten anderer Konzerngesellschaften. Zudem ist die Gesellschaft in das zentrale Finanzierungs- und Liquiditätsmanagement des LEONI-Konzerns integriert.

Aufgrund der angespannten Liquiditätssituation der LEONI AG und des LEONI-Konzerns bestehen dort bestandsgefährdende Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken. Demnach können negative Planabweichungen insbesondere durch weitere unvorhergesehene Entwicklungen im Zusammenhang mit der Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg, der sich abmildernden Folgen von Covid-19, der Halbleiterkrise, der gestiegenen Rohstoff-, Energie-, Transport- und Personalkosten sowie der eingeschränkten Vergabefähigkeit bei den OEMs aufgrund einer zeitlich verzögerten Umsetzung des Restrukturierungsplans zu einem Liquiditätsrisiko für die Fähigkeit von LEONI zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit führen. Aufgrund des Auslaufens wesentlicher Teile der derzeitigen Finanzierung besteht ein bestandsgefährdendes Finanzierungsrisiko.

Ende März 2023 vereinbarten sämtliche Konsortialgeber, wesentliche Schuldscheingläubiger und Stefan Pierer als strategischer Investor unter Beteiligung der LEONI AG einen finanziellen Restrukturierungsplan unter Anwendung des Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetzes (StaRUG).

Am 31. Mai 2023 fand der Erörterungs- und Abstimmungstermin statt. In diesem Zusammenhang wurde dem Restrukturierungsplan mit der erforderlichen Mehrheit von jeweils mind. 75 Prozent innerhalb von zwei der insgesamt drei Gruppen von Planbetroffenen zugestimmt. Am 21. Juni 2023 hat das Restrukturierungsgericht Nürnberg den Restrukturierungsplan bestätigt. Am 17. Juli 2023 hat das Landgericht Nürnberg-Fürth sämtliche gegen den Planbestätigungsbeschluss des Restrukturierungsgerichts Nürnberg eingelegten sofortigen Beschwerden verworfen. Der Restrukturierungsplan der Leoni AG ist damit rechtskräftig.

Die Umsetzung des Restrukturierungsplans steht noch unter diversen Vorbehalten und Voraussetzungen. Die Umsetzung des Restrukturierungsplans setzt die finale Ausarbeitung der Vertragsdokumentation voraus und unterliegt weiteren üblichen Vorbehalten (z.B. der Eintragung der Kapitalmaßnahmen ins Handelsregister). Zum Jahresende 2022 fällig werdende Kreditlinien wurden zunächst bis ursprünglich Mitte 2023 verlängert (zuletzt prolongiert bis 31. August 2023).

Bis zur Umsetzung des neuen Finanzierungskonzepts einschließlich der Verlängerung der Fälligkeiten der RCF-Kreditlinien und der Schuldscheindarlehen bis Ende 2026, der Entschuldung der LEONI AG und der Kapitalherabsetzung mit anschließender Kapitalerhöhung von Mio. EUR 150 besteht ein bestandsgefährdendes Finanzierungsrisiko und ein damit einhergehendes bestandsgefährdendes Liquiditätsrisiko für die Fähigkeit der LEONI AG zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit gemäß § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB.

Hinsichtlich der vorgenannten Bestandsgefährdung auf Ebene des LEONI-Konzerns und der LEONI AG sieht sich auch die Gesellschaft aufgrund ihrer Einbindung in das konzernweite Finanzierungs- und Liquiditätsmanagement sowie ihrer Mithaftung für andere Konzerngesellschaften in einer ihren Bestand gefährdenden Situation. Für weitere Ausführungen wird auf die Kapitel "Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken" und "Prognosebericht" im Lagebericht verwiesen.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die immateriellen Vermögensgegenstände werden in der Regel über eine Nutzungsdauer von 3 bis 6 Jahren linear abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände (Technische Anlagen zwischen 1 und 20 Jahren, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 1 und 10 Jahren) und planmäßig linear vorgenommen. Liegt der beizulegende Wert voraussichtlich dauerhaft unter dem Buchwert, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800 werden über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren wurden zu den durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu den niedrigeren Wiederbeschaffungskosten angesetzt. Einkaufspreisminderungen (Boni und Skonti) und Anschaffungsnebenkosten (Fracht und Zölle) wurden berücksichtigt.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurden mit den Materialkosten und Fertigungskosten (einschließlich angemessener Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens) zum Ansatz gebracht. Das Niederstwertprinzip wurde beachtet. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, wurden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten wurde durch Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko wurde durch eine angemessene Pauschalwertberichtigung berücksichtigt. Forderungen und Verbindlichkeiten gegen verbundene bzw. gegenüber verbundenen Unternehmen wurden saldiert, sofern sie gleichartig gegen dieselben Parteien und mit derselben Fälligkeit zum Abschlussstichtag bestanden.

Der Ansatz der liquiden Mittel erfolgte zum Nennbetrag.

Die Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben/Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand/Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Die Auflösung der Posten erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf bzw. der wirtschaftlichen Zugehörigkeit.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt.

Die Pensionsrückstellung wird unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) mit dem anhand des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected-Unit-Credit-Method) ermittelten Erfüllungsbetrag bewertet. Die Entgeltumwandlung wurde mit dem Barwert des am Stichtag unverfallbaren Anspruchs bewertet. Das Deckungsvermögen zur Erfüllung der Pensionsverpflichtungen enthält Rückdeckungsversicherungen. Es wird zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und in voller Höhe mit den bestehenden Pensionsverpflichtungen verrechnet. Zinsaufwand aus den Pensionsverpflichtungen und Zinserträge aus dem Deckungsvermögen werden verrechnet. In Ausübung des Ausweiswahlrechts werden die Erfolgswirkungen aus der Änderung des Rechnungszinses im Finanzergebnis gezeigt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten auf der Grundlage einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung. Sie werden mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet, d. h. künftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt. Rückstellungsbeträge mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst.

Die Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände, Verbindlichkeiten und GuV-Positionen sind nicht vorhanden.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Aufgliederung und Entwicklung der einzelnen Positionen des Anlagevermögens ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen, welcher dem Anhang als Anlage beigefügt ist.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Erstattungsansprüche aus der Umsatzsteuer (TEUR 366, Vj. TEUR 21) und sonstige Forderungen gegen Factoring-Unternehmen (TEUR 167, Vj. TEUR 320), davon aus Sicherheitseinbehalten in Höhe von TEUR 164 (Vj. TEUR 189). Zu den weiteren Ausführungen zum Thema Factoring wird auf den Abschnitt "Wesentliche ausgelagerte Geschäfte gemäß § 285 Nr. 3 HGB" verwiesen.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt, wie im Vorjahr, insgesamt TEUR 2.525 und ist in voller Höhe eingezahlt.

Der Gesamtwert der Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB ist mit TEUR 4 unverändert zum Vorjahr.

Das Ergebnis des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 920 wurde wie das Ergebnis des Vorjahres von TEUR 807 aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages an die Gesellschafterin, die LEONI Kabel GmbH, abgeführt. Der Jahresüberschuss beträgt damit zum 31.12.2022 wie zum 31.12.2021 TEUR 0.

Pensionsrückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten neben den Rückstellungen aus Einzelzusagen auch Rückstellungen aufgrund von Betriebsvereinbarungen.

Die Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen erfolgt bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren auf Basis des 10-Jahres-Durchschnittszinssatzes von 1,79 Prozent. Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens zur Erfüllung der Pensionsverpflichtungen betragen TEUR 123. Das Deckungsvermögen wird zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 123 bilanziert und in voller Höhe gemäß § 246 HGB mit den bestehenden Pensionsverpflichtungen verrechnet. Der sich nach der Verrechnung ergebende Erfüllungsbetrag entwickelte sich im Geschäftsjahr wie folgt:

TEUR
Pensionsrückstellung
Erfüllungsbetrag zum 1.1.2022 215
Auszahlungen 0
Aufzinsung 8
Zuweisung 39
Erfüllungsbetrag zum 31.12.2022 262
Deckungsvermögen
Beizulegender Zeitwert Stand zum 1.1.2022 100
Einzahlung 20
Zinseffekt 2
Beizulegender Zeitwert Stand zum 31.12.2022 123
In der Bilanz als Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ausgewiesen zum 31.12.2022 140

Summendifferenzen ergeben sich durch Rundung der einzelnen Werte.

Der Zinsaufwand aus den Pensionsverpflichtungen und die Zinserträge aus dem Deckungsvermögen werden im Geschäftsjahr mit folgenden Beträgen verrechnet:

TEUR
Zinsaufwand Pensionsverpflichtung 8
Zinsertrag Deckungsvermögen -2
6

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB unterliegt einer Ausschüttungssperre und beträgt zum 31.12.2022 TEUR 17,3 (Vj. TEUR 22,8).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen teilen sich wie folgt auf:

Stand 1.1.2022 Verbrauch Auflösung Zuführung Stand 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Drohverluste 360 360 0 393 393
Ausstehende Rechnungen 235 230 5 154 154
Urlaubsrückstände 179 36 0 78 221
Überstunden 256 256 0 231 231
Jubiläumsaufwendungen 119 0 0 7 126
Schwerbehindertenausgleich 32 23 9 29 29
Variable Vergütung 130 126 4 125 125
Frachten 0 0 0 10 10
Garantieverpflichtungen 206 206 0 219 219
Kundenboni 129 87 42 165 165
Provisionen 18 18 0 23 23
Jahresabschluss 27 27 0 51 51
Versicherungen 4 3 1 9 9
Berufsgenossenschaft 63 45 18 40 40
1.758 1.417 79 1.534 1.796

Die Jubiläumsrückstellungen werden unter Zugrundelegung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck anhand der Projected-Unit-Credit-Method ermittelt. Die Berechnung beinhaltet einen Abzinsungszins in Höhe von 1,45 Prozent p.a. und einen Gehaltstrend in Höhe von 2,5 Prozent p.a. Vom Wahlrecht gem. § 253 Abs. 2 Satz 2, dass Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst werden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, wurde Gebrauch gemacht.

Verbindlichkeiten

Zu den Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten wird auf die Davon-Vermerke in der Bilanz verwiesen. Lieferantenverbindlichkeiten sind teilweise mit verlängerten und erweiterten Eigentumsvorbehalten, besichert.

Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach geographisch bestimmten Märkten stellt sich wie folgt dar:

1.1-31.12.2022 1.1.-31.12.2021
TEUR TEUR
Inland 11.129 10.671
EU und Drittland 26.519 28.633
37.648 39.304

Materialaufwand

Der Materialaufwand lässt wie folgt darstellen:

1.1.-31.12.2022 1.1.-31.12.2021
TEUR TEUR
Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 23.364 23.521
bezogene Leistungen 8 9
23.372 23.530

Personalaufwand

Die folgende Tabelle zeigt die Übersicht des Personalaufwands (ohne Kosten für Leiharbeitnehmer):

1.1.-31.2.2022 1.1.-31.12.2021
TEUR TEUR
Löhne und Gehälter 6.341 6.883
Soziale Abgaben 1.202 1.316
Aufwand für Altersversorgung 35 22
7.578 8.221

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge lassen sich wie folgt darstellen:

1.1.-31.12.2022 1.1.-31.12.2021
TEUR TEUR
Ausgleich Vertragsfertigung Kabel GmbH 1.063 0
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 80 42
Erträge aus der Auflösung von Einzel-/ Pauschalwertberichtigung 3 28
Sonstige 17 5
1.163 75

Der Ausgleich aus dem Auftragsfertigungsverhältnis mit der LEONI Kabel GmbH führte im Geschäftsjahr zu einem Ertrag von TEUR 1.063, im Vorjahr zu einem Aufwand von TEUR 954, der in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten war. Das Auftragsfertigungsverhältnis zwischen der LEONI Kabel GmbH und der LEONI HighTemp Solutions GmbH bezieht sich auf das Automobilgeschäft. Dabei agiert die LEONI HighTemp Solutions GmbH als verlängerte Werkbank der LEONI Kabel GmbH. Diese übernimmt das Auslastungsrisiko und garantiert der LEONI HighTemp Solutions GmbH feste Margen aus dem Automobilgeschäft. Auslastungsbezogene Ergebnisschwankungen werden zwischen den Gesellschaften ausgeglichen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die folgende Tabelle zeigt die Übersicht der sonstigen betrieblichen Aufwendungen:

1.1.-30.6.2022 1.1.-31.12.2021
TEUR TEUR
Ausgleich Vertragsfertigung Kabel GmbH 0 954
Ausfälle Kundenforderungen 3 0
Sonstige 0 3
3 957

Zinsergebnis

Die Zinsaufwendungen aus Darlehen gegenüber Banken betragen TEUR 165 (Vj. TEUR 152 ), der Zinsaufwand gegenüber der LEONI AG beläuft sich auf TEUR 82 (Vj.TEUR 24). Zinsaufwendungen aus Aufzinsung von sonstigen Rückstellungen belaufen sich auf TEUR 1 (Vj.TEUR 6). Zinsaufwendungen aus Aufzinsung von Pensionsverpflichtungen betragen TEUR 6 (Vj.TEUR 19). Der Aufwand aus Zinsen für Factoring beträgt TEUR 40 (Vj.TEUR 25).

Verpflichtungen aus Haftungsverhältnissen

Die LEONI HighTemp Solutions GmbH haftet mit der Konzernmutter und weiteren Konzerngesellschaften gesamtschuldnerisch für Konzernverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 817.848 (Vj. TEUR 860.167 1 ). Die Gesellschaft ist wirtschaftlich und finanziell mit dem LEONI-Konzern verbunden. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird jährlich überprüft. Sofern Risiken einer Inanspruchnahme bestehen, werden entsprechende Rückstellungen gebildet. Die gesetzlichen Vertreter gehen nicht von einer Inanspruchnahme aus.

Wesentliche außerbilanzielle Geschäfte gemäß § 285 Nr. 3 HGB

Die LEONI HighTemp Solutions GmbH hat Forderungen in Höhe von insgesamt TEUR 1.419 (Vj. TEUR 1.753) am Bilanzstichtag an die Factoring-Gesellschaft Coface Finance GmbH veräußert. Diese sind unter den Forderungen aus Lieferung und Leistung ausgewiesen. Das Factoring dient der Verbesserung der Liquiditätssituation und der Kapitalstruktur. Alle Forderungsausfallrisiken gehen auf die Factoring-Gesellschaft über. Die Gesellschaft behält zwecks Kundenpflege das Debitorenmanagement.

1 Vorjahreszahl angepasst

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

Art der Verpflichtung zum 31.12.2022 Gesamtbetrag Davon mit einer RLZ
≤ 1 J. 1-5 J. - 5 J.
TEUR TEUR TEUR TEUR
Miete Grundstück und Gebäude 600 600 0 0
Leasing Fahrzeuge 75 39 36 0
Leasing sonstige BGA 97 40 57 0
Summe 772 679 93 0

Die finanziellen Verpflichtungen aus der Position Miete Grundstück und Gebäude in Höhe von TEUR 600 bestehen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Die Gesellschaft hat Stromlieferverträge abgeschlossen, die die LEONI HighTemp Solution GmbH zusammen mit der LEONI Kabel GmbH dazu verpflichten, bis zum 31.12.2025 eine fest vereinbarte Strommenge zu einem fixierten Preis abzunehmen. Die Verpflichtung daraus beläuft sich zum Stichtag für die LEONI HighTemp Solutions GmbH auf TEUR 1.009.

Im Januar 2022 haben im Zuge von Ermittlungen des Bundeskartellamts (BKartA) gegen verschiedene Kabelhersteller und weitere branchennahe Gesellschaften auch an Standorten der LEONI-Gruppe Durchsuchungen stattgefunden. Die Muttergesellschaft der LEONI HighTemp Solutions GmbH und Vertriebs- /Produktmanagementverantwortliche LEONI Kabel GmbH war auch Teil dieser Durchsuchungen. Grund für die Durchsuchungen ist der Verdacht, dass Kabelhersteller die Berechnung branchenüblicher Metallzuschläge in Deutschland miteinander koordiniert haben sollen. LEONI kooperiert mit den Behörden und prüft die Vorwürfe. Da sich das BKartA-Verfahren in einem sehr frühen Stadium befindet, kann derzeit noch keine Aussage über dessen Ausgang getroffen werden. Die LEONI Kabel GmbH führt Vertrieb und Produktmanagement für den Automobilbereich von LHTS durch. Insgesamt kommen wir bei einer Bewertung auf Basis des derzeitigen Stands der Ermittlungen zu der Einschätzung, dass direkte Auswirkungen auf LHTS unwahrscheinlich sind.

Sonstige Angaben

Die Geschäftsführung wird von folgenden Personen ausgeübt:

Dr. Christian Schmider, Geschäftsführer LEONI HighTemp Solutions GmbH, Stein

Klaus Bitterwolf, Geschäftsführer LEONI HighTemp Solutions GmbH, Spalt

Im Geschäftsjahr wie im Vorjahr wurden weder für ehemalige Organmitglieder noch für aktive Mitglieder der Geschäftsführung Pensionsrückstellungen gebildet.

Angabe zu Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen gemäß § 285 Nr. 21 HGB

Abgabepflichtige Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen im wesentlichen Umfang zu nicht marktüblichen Bedingungen bestanden nicht.

Mitarbeiter

Im Wirtschaftsjahr stellt sich die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter wie folgt dar:

Geschäftsjahr 2022 Geschäftsjahr 2021
Produktion 118 124
Vertrieb 16 16
Verwaltung 12 11
146 151

Nachtragsbericht

Wie in der Ad-Hoc-Mitteilung vom 3. April 2023 berichtet, konnte sich die LEONI AG mit den Konsortialbanken, wesentlichen Schuldscheingläubigern und Herrn Stefan Pierer auf einen Restrukturierungsplan unter Anwendung des Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetzes einigen.

Als Folge der Umsetzung der Kapitalmaßnahmen wird die LEONI AG (und damit der LEONI Konzern) neue Liquidität aus der Kapitalerhöhung in Höhe von Mio. EUR 150 erhalten und von Finanzverbindlichkeiten in Höhe eines Gesamtbetrages von Mio. EUR 708 entlastet. Ein Teil der finanzierenden Banken gewährt für die Umsetzung des Konzepts eine Brückenfinanzierung in Höhe von bis zu Mio. EUR 60, die aus den durch die Barkapitalerhöhung zufließenden Mitteln zurückzuzahlen ist.

Wie in der Ad-Hoc-Mitteilung vom 21. Juni 2023 berichtet, hat das Restrukturierungsgericht Nürnberg den Restrukturierungsplan am 21. Juni 2023 bestätigt, nachdem er auf dem Erörterungs- und Abstimmungstermin am 31. Mai 2023 mit den erforderlichen Mehrheiten angenommen wurde.

Wie in der Ad-Hoc-Mitteilung vom 17. Juli 2023 berichtet, hat das Landgericht Nürnberg-Fürth sämtliche gegen den Planbestätigungsbeschluss des Restrukturierungsgerichts Nürnberg eingelegten sofortigen Beschwerden verworfen. Der Restrukturierungsplan der Leoni AG ist damit rechtskräftig.

Sonstiges

Die LEONI HighTemp Solutions GmbH wird im Rahmen einer Vollkonsolidierung in den IFRS-Konzernabschluss der LEONI AG, Nürnberg, einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten und gleichzeitig kleinsten Kreis aufstellt. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister veröffentlicht.

 

Halver, den 31. Juli 2023

Die Geschäftsführung

Klaus Rudolf Bitterwolf

Dr. Christian Schmider

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Anschaffungskosten
Position Bestand 01.01.22 Zugänge Abgänge Bestand 31.12.22
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 458.963,84 0,00 0,00 458.963,84
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 17.258.348,76 78.351,45 0,00 17.336.700,21
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.011.091,60 232.848,17 0,00 4.243.939,77
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 38.890,91 102.493,58 0,00 141.384,49
21.308.331,27 413.693,20 0,00 21.722.024,47
Gesamtsumme 21.767.295,11 413.693,20 0,00 22.180.988,31
Abschreibungen
Position kumulierte Abschreibungen 01.01.22 Abschreibungen Abschreibungen Abgang kumulierte Abschreibung 31.12.22
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 445.778,71 6.142,05 0,00 451.920,76
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 13.245.517,30 534.368,89 0,00 13.779.886,19
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.125.683,31 189.582,82 0,00 3.315.266,13
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
16.371.200,61 723.951,71 0,00 17.095.152,32
Gesamtsumme 16.816.979,32 730.093,76 0,00 17.547.073,08
Buchwerte
Position 31.12.2022 31.12.2021
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.043,08 13.185,13
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 3.556.814,02 4.012.831,46
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 928.673,64 885.408,29
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 141.384,49 38.890,91
4.626.872,15 4.937.130,66
Gesamtsumme 4.633.915,23 4.950.315,79

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die LEONI HighTemp Solutions GmbH, Halver

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der LEONI HighTemp Solutions GmbH, Halver - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der LEONI HighTemp Solutions GmbH, Halver, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir weisen auf den Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" des Anhangs sowie die Risikoberichterstattung, insbesondere den Abschnitt "Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken" im Kapitel C "Risiko- und Chancenbericht" des Lageberichts hin. Dort beschreiben die gesetzlichen Vertreter, dass die Gesellschaft wirtschaftlich und finanziell mit dem LEONI-Konzern verbunden und auf die finanzielle Unterstützung des LEONI-Konzerns angewiesen ist. Die Liquiditäts- und Finanzierungssituation des LEONI-Konzerns und der LEONI AG ist - insbesondere im Zusammenhang mit der Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, der Folgen der Covid-19-Pandemie, der Halbleiterknappheit, der gestiegenen Rohstoff-, Energie-, Transport- und Personalkosten sowie der noch mit Unsicherheiten behafteten Refinanzierung von kurzfristig fälligen wesentlichen Finanzierungsbestandteilen - stark angespannt und gefährdet deren Bestand. Diese Ereignisse und Gegebenheiten zeigen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Nürnberg, den 2. August 2023

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christian Fischer, Wirtschaftsprüfer

Julija Bender, Wirtschaftsprüferin

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