Stammdaten

Register
Amtsgericht Gütersloh HRB 10209
Eingetragen
18.11.2015
Branche
Erbringung von Dienstleistungen von medizinischen LaboratorienForschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieGroßhandel mit medizinischen und orthopädischen Artikeln, Dental- und Laborbedarf
Gegenstand
ist der Betrieb eines Prüflaboratoriums für Lebensmittel und Umweltanalytik sowie wissenschaftliche Beratung

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jörg Altemeier
seit 18.11.2015
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
PFG Central Services GmbH & Co. KG
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Tönnies Holding ApS & Co. KG

Rheda-Wiedenbrück

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2021

I. Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

Der Tönnies Konzern gehört zu den großen deutschen Familienunternehmen. Sitz des Konzerns ist Rheda-Wiedenbrück. Als Verarbeitungs- und Veredelungsbetrieb steht das Unternehmen zwischen landwirtschaftlicher Erzeugung und dem Lebensmitteleinzelhandel und setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung der Branche ein. Die Kernkompetenzen der Unternehmen des Tönnies Konzerns, Rheda-Wiedenbrück, liegen in den Bereichen Schlachtung, Zerlegung, Weiterverarbeitung und dem Handel von Rind- und Schweinefleisch. Das Unternehmen ist ein vielschichtiger Lebensmittelproduzent. Die Unternehmen entwickeln, produzieren und liefern hochwertige SB-Fleisch- und Convenience-Artikel für Großabnehmer und Fleischereifachbetriebe im verbrauchernahen Bereich. Der Tönnies Konzern zählt zusammen mit Danish Crown, der Westfleisch eG und VION Food zu den vier großen Unternehmen der Fleischbranche in Europa. Der Tönnies Konzern umfasst dabei im Wesentlichen die Beteiligungen im Konzernabschluss der Tönnies Holding ApS & Co. KG. Der wesentliche Tätigkeitsbereich des Tönnies Konzerns ist von der Nahrungsmittelindustrie abhängig. Die Nahrungsmittelindustrie zählt nach wie vor zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen in Deutschland und Europa. Dabei ist ihre Stabilität gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ein wichtiger Beitrag für Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung. 1

1 Vgl. Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie: Ernährungsindustrie 2021, www.bve-online.de, Abruf: 03. Januar 2022.

Ein Kernelement unserer Strategie des profitablen Wachstums ist die umfassende Produktoffensive in allen Geschäftsfeldern, mit der wir neue Kunden gewinnen und zusätzliche Märkte erschließen. Unsere Kunden verlangen von uns, dass wir eine hohe Fertigungsbreite bereitstellen können. Das weltweite Netzwerk von Produktions- und Vertriebsstandorten wird kontinuierlich ausgebaut. Der gesamte Tönnies Konzern ist international aufgestellt. Durch die Zusammenlegung von Standorten können positive Synergieeffekte realisiert werden. Synergieeffekte umschreiben hierbei Effizienzsteigerungen durch die Zusammenlegung von Vertriebs- oder Produktionsstandorten.

Der Konzern gliedert sich in die Bereiche Meat (Pork und Beef), Sausages, Convenience, International, Logistics, Ingredients sowie Central Services. Innerhalb der Bereiche gibt es weitere Untergliederungen. Die Geschäftsbereiche ergänzen sich gegenseitig und ermöglichen eine effiziente Produktions- und Vertriebsstruktur.

Die Zur Mühlen Gruppe als Konzerntochter mit Sitz in Böklund ist eines der führenden Fleisch- und Wurstunternehmen in Europa. Sie bietet ein breites Sortiment an hochwertigen Fleisch- und Wurstspezialitäten an. Die Zur Mühlen Gruppe produziert die Wurstmarken Böklunder, Könecke, Redlefsen, Schulte, Jensen's, Gutfried, Zerbster Original und Plumrose. Die Zur Mühlen Gruppe ist ausschließlich im Bereich der Fleischverarbeitung tätig. Die Zur Mühlen Gruppe unterhält mehrere Produktionsstätten im Inland und Ausland. Die Produkte der Zur Mühlen Gruppe werden weltweit abgesetzt, der Hauptabsatzmarkt liegt dabei in Deutschland und der EU.

Die Tönnies International Holding GmbH als Konzerntochter mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück bündelt im Wesentlichen die Bereiche International. Die Auslandaktivitäten sind ein wichtiger Bereich. Die Auslandstätigkeit schafft Synergien, streut Risiken und trägt zum internationalen Wachstum des Tönnies Konzerns bei. Wesentliche Leistungsträger/Gesellschaften sind u.a. die Tican Fresh Meat A/S, Thisted, Dänemark, Beckett's Foods Limited, Coventry, Großbritannien, Tönnies Food China Ltd., Hongkong, China, Alliance des Viandes de France SAS, Vire-Nor- mandie, Frankreich, Zaklady Miesne NOVE Sp. z o.o., Nowe, Polen, sowie die Aragon Matadero, S.L.U., Barcelona, Spanien.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden die Gesellschaften Zur Mühlen Mobilienbesitz Beteiligungs-GmbH, Böklund, Zur Mühlen Mobilienbesitz GmbH & Co. KG, Böklund, in den Tönnies Holding Konzern eingebracht. Die Tönnies Bio-Fleisch GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, Tönnies Bio-Fleisch Beteiligungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück, Claus Geflügel Vertriebs Verwaltungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück, Claus Geflügel Vertriebs GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, Claus Geflügel Beteiligungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück, Claus Geflügel GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück sowie die FPA GmbH, Rheda-Wiedenbrück, wurden neu gegründet. Die Riverway Foods Holding Ltd, Harlow, England, sowie die Tönnies Services d.o.o., Belgrad, Serbien, wurden erstmals konsolidiert.

Die Gesellschaften Landsberger Wurstspezialitäten Verwaltungs-GmbH, Rheda-Wiedenbrück, Veracus GmbH, Meppen, Landsberger Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, EL 3 GmbH, Böklund, Z1 Besitz GmbH, Rheda-Wiedenbrück, Börger Wurstwaren GmbH, Rheda-Wiedenbrück, wurden entkonsolidiert. Die Gesellschaft Schlachthof Beckum GmbH, Beckum, wurde verschmolzen. Die Beteiligung an der Sinfo One s.p.a., Parma, Italien, wurde veräußert.

Der Tönnies Konzern arbeitet mit Partnern in Beteiligungen (assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und gemeinschaftlichen Tätigkeiten) zusammen, um Synergiepotentiale zu nutzen.

Forschung und Entwicklung

Der Tönnies Konzern erstellt keinen eigenen Forschungs- und Entwicklungsbericht.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

1.1 Gesamtwirtschaftliche Bedingungen

Das weltweite wirtschaftliche Geschehen wurde auch in 2021 insbesondere durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen legislativen Maßnahmen geprägt. Die deutliche Erholung der Weltwirtschaft in der ersten Jahreshälfte hat ab Jahresmitte an Fahrt verloren. Ursächlich hierfür waren die zunehmenden Corona-Infektionen, Lieferengpässe, die den Aufschwung der Industrieproduktion stark gebremst haben, und die chinesische Wirtschaft, die aus dem Tritt geraten zu sein scheint. Zudem ist die Unsicherheit über die Auswirkungen der neuen, deutlich ansteckenderen Omikron-Variante auf das wirtschaftliche Geschehen groß. So wurde die zunächst stark steigende Weltwirtschaft gedämpft, legte aber dennoch um 5,8 % zu. Der weltweite Warenhandel konnte sogar um 9,4 % zunehmen. Dieser Anstieg war u.a. möglich, da insbesondere Länder mit hohen Impfquoten höhere Inzidenzen akzeptierten, ohne sofort (vollumfängliche und einschneidende) Eindämmungsmaßnahmen zu ergreifen.

Die Inflation zog in 2021 deutlich an. Im Herbst war sie in vielen Ländern so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Inflation lag in 2021 weltweit bei 4,7 %. 2

Im Folgenden werden die Wirtschaftsregionen betrachtet, in denen der Konzern im Wesentlichen tätig ist. Derzeit besteht eine hohe Dynamik bei der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und der Welt. Dieses führt zu stetigen Anpassungen der Vorhersagen der Wirtschaftsforschungsunternehmen, die jedoch für den Tönnies Konzern nicht zentral sind. Die im Folgenden beschriebenen Wirtschaftsentwicklungen unterliegen gewissen Prognoseschwierigkeiten aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie sowie des Geschehens der Lieferengpässe. Zudem breiten sich zukünftig auch weiterhin Mutationen wie die aktuelle Delta-Variante oder Omikron-Variante aus, deren wirtschaftliche Auswirkungen nur schwer voraussehbar sind. Durch die immer noch anhaltende Afrikanische Schweinepest in Deutschland bestehen die Ausfuhrbeschränkungen nach China fort. Hierdurch verharren die Schweinepreise in Deutschland auf einem konstant niedrigen Niveau.

Deutsche Wirtschaft

Die Erholung der deutschen Wirtschaft wurde auch in 2021 wieder ausgebremst. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt konnte im Geschäftsjahr 2021 dennoch um 2,9 % zulegen. Die Verbraucherpreise stiegen im Geschäftsjahr 2021 um 3,2 %. Die Arbeitslosenquote lag im Geschäftsjahr 2021 bei 3,5 %. 3

2 Vgl. IFW Kiel: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Winter 2021, 15. Dezember 2021 sowie Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, 17. März 2022, www.ifw-kiel.de, Abruf: 21.04.2022.

Dänische Wirtschaft

Auch die Wirtschaft in Dänemark war von den Corona-Auswirkungen betroffen. Dennoch ist das dänische Bruttoinlandsprodukt in 2021 um 4,1 % gestiegen. Die Verbraucherpreise sind im Jahr 2021 um 1,9 % gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2021 mit 5,1 % unter dem Vorjahresniveau. 4 Der Wechselkurs des Euro zur dänischen Krone schwankte zwischen 7,4360 DKK und 7,4389 DKK. 5

Vereinigtes Königreich Wirtschaft

Die britische Wirtschaft wird weiter durch die Pandemie sowie die Folgen des Brexits belastet. Im Geschäftsjahr 2021 konnte das Bruttoinlandsprodukt nach dem massiven Einbruch im Vorjahr dennoch um 7,5 % steigen. Die Verbraucherpreise sind im Geschäftsjahr um 2,6 % gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag in 2021 bei 4,5 %. 6 Der Kurs des britischen Pfunds schwankte zwischen 0,84 GBP und 0,88 GBP. 7

3 Vgl. IFW Kiel: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, 17. März 2022, www.ifw-kiel.de, Abruf: 21.04.2022.
4 Vgl. IFW Kiel: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, 17. März 2022, www.ifw-kiel.de, Abruf: 21.04.2022.
5 Vgl. Deutsche Bundesbank Wechselkursstatistik 2020; Abruf: 07. Januar 2022.
6 Vgl. IFW Kiel: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, 17. März 2022, www.ifw-kiel.de, Abruf: 21.04.2022.
7 Vgl. Deutsche Bundesbank Wechselkursstatistik 2020; Abruf: 07. Januar 2022.

Chinesische Wirtschaft

Das chinesische Bruttoinlandsprodukt ist im Geschäftsjahr 2021 um 8,1 % gewachsen. Die Verbraucherpreise sind in 2021 unverändert um 1,1 % gestiegen. 8 Der Kurs des Euro zum Renminbi schwankte zwischen 7,1 9 CNY und 7,84 CNY. 9

Polnische Wirtschaft

Im Geschäftsjahr 2021 ist das Bruttoinlandsprodukt um 5,6 % gestiegen. Die Verbraucherpreise sind im Geschäftsjahr um 5,2 % gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag in 2021 bei 3,4 %. 10 Der Kurs der polnischen Zloty schwankte zwischen 4,49 PLN und 4,66 PLN. 11

1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

In Deutschland ist die Lebensmittelindustrie unverändert zu den Vorjahren ein bedeutender Geschäftszweig innerhalb des verarbeitenden Gewerbes und sichert auch trotz der nach wie vor anhaltenden Corona-Pandemie die notwendige Grundversorgung der Haushalte.

Die Lebensmittelindustrie ist ein Teil vom sogenannten Agribusiness (u.a. Futtermittel-, Getränke-, Landtechnik-, Pflanzenschutz-, Düngemittel- und Agrarrohstoffindustrie). Dabei ist die Fleischwirtschaft - wie in den Vorjahren - die größte Teilbranche der deutschen Ernährungsindustrie. Insbesondere Exportumsätze sorgten, vor allem aufgrund der Afrikanischen Schweinepest, jedoch für einen geringfügigen Umsatzrückgang. Der geschätzte Umsatz liegt mit ca. 44 Mrd. EUR um 2,2 % unter dem Vorjahr. 12 Weltweit wird bis zum Jahre 2030 dennoch mit einem leichten Anstieg des Pro-Kopf-Konsums von 42,4 KG in 2021 auf 43,7 KG gerechnet. 13

8 Vgl. IFW Kiel: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Winter im Frühjahr 2022, 17. März 2022, www.ifw-kiel.de, Abruf: 21.04.2022.
9 Vgl. Deutsche Bundesbank Wechselkursstatistik 2020; Abruf: 07. Januar 2022.
10 Vgl. IFW Kiel: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, 17. März 2022, www.ifw-kiel.de, Abruf: 21.04.2022.
11 Vgl. Deutsche Bundesbank Wechselkursstatistik 2020; Abruf: 07. Januar 2022.
12 Vgl. Konjunkturbarometer Agribusiness in Deutschland 2022; https://www.ey.com/de_de/news/2022-pressemitteilungen/01/ey-agribusiness-2022; Abruf: 20.01.2022

Auch in 2021 hat sich die Afrikanische Schweinepest (ASP), die sich weiter in Europa und Deutschland ausgebreitet hat, negativ auf die Ausfuhren von Schweinefleisch aus Deutschland ausgewirkt. Insbesondere Einfuhrstopps nach China hatten große Einflüsse auf den deutschen Markt und den Welthandel. Laut den Daten der EU-Kommission ist der Export (in der EU) einschließlich der Verarbeitungsware und der Schlachtnebenerzeugnisse alleine in den ersten zehn Monaten des abgelaufenen Jahres um 444.930 t bzw. 54,8 % auf 367.500 t gesunken. Dies führte zusammen mit dem Preisverfall zu einem Verlust der Exporteinnahmen um 1,15 Mrd. EUR bzw. 69,6 % auf 505 Mio. EUR. Deutschland ist dabei im Ranking bei den wichtigsten Exporteuren in der EU von Platz zwei auf Platz vier abgerutscht. 14

Zudem kurbelten die Chinesen, die durch den Ausbruch der ASP zunächst einen großen Teil ihrer Schweineherden verloren hatten, die Produktion mit massiver staatlicher Unterstützung sehr stark an und bauten die Schweinebestände viel schneller wieder auf als erwartet. Dies führte zu einer weiteren Anspannung der Preise sowie für den Welthandel. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat die Prognose für die Schweinefleischproduktion in China nach dem hohen Anstieg in 2021 auch für das Jahr 2022 noch einmal heraufgesetzt. Für das kommende Jahr wird mit einer Schlachtung von 645 Mio. Tieren und einer voraussichtlichen Schweinefleischerzeugung von 49,5 Mio. t gerechnet. Die höhere Produktion hat den Importbedarf in 2021 geschmälert. Dieser Trend wird sich, lt. den Analysten, auch in 2022 fortsetzten. Es werden Einfuhren von 4,2 Mio. t erwartet, was 200.000 t bzw. 5 % weniger wären als in 2021. 15

13 Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/161479/umfrage/pro-köpf-konsum-von-fleisch-nach-la-endergruppen-1980-und-2005/ ; Abruf: 17. Januar 2022.
14 Vgl. https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/agrarwirtschaft/
deutsche-drittlandsexporte-von-schweine-fleisch-mehr-als-halbiert_article1640347379.html ; Abruf: 17. Januar 2022
15 Vgl.https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/agrarwirtschaft/usda-erwartet-2022-deutlich
-mehr-schweine-in-china_article1642327349.html ; Abruf: 17. Januar 2022

Durch die Corona-Pandemie und den damit verbundenen zweiten Lockdown, der von Januar 2021 bis zum Mai 2021 andauerte, mussten insbesondere kundennahe Dienstleistungen wie die Gastronomie und das Hotel- und Tourismusgewerbe massive Einbußen hinnehmen. Durch diese legislativen Maßnahmen ist auch für die Fleischbranche ein in Teilen wesentlicher Absatzkanal weggebrochen bzw. eingeschränkt worden. 16

Auch die Themen Nachhaltigkeit und Tierwohl rücken immer mehr in den Fokus. So verzichtet beispielsweise der Lebensmitteleinzelhandel zunehmend auf Produkte der Haltungsform 1 und stellt seine Sortimente auf immer höhere Haltungsformen um. 17 Auch die Bundesregierung unterstützt die Landwirtschaft bei Investitionen in moderne Technologien und Stallumbauten für mehr Tierwohl oder auch ökologisch bewirtschaftete Flächen. 18 Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, ist auch ein Wandel bzw. Umdenken in der Fleischindustrie gefragt.

Zudem müssen sich die Unternehmen in der Fleischwirtschaft durch die Trendwende zum veganen Essen zunehmend mehrgleisig aufstellen und die Produktlinien erweitern. Die Kundennachfrage nach vegetarischen, veganen oder Hybridprodukten steigt ständig. Auch der Lebensmitteleinzelhandel hat diesen Trend erkannt und bietet immer mehr fleischlose oder Hybrid-Produkte an. 19

Im internationalen Vergleich hat die deutsche Fleischwarenindustrie - bedingt durch die deutliche Preisorientierung der Verbraucher und die anhaltende Wettbewerbsintensität - eine hohe Leistungsfähigkeit entwickelt. Die Geschäftsführung schätzt, dass der Ertragsdruck weiterwachsen wird und somit weitere Preisanpassungen für die Lebensmittelhersteller notwendig werden. Der zunehmende internationale Wettbewerb und die Marktkonzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel schränken die Möglichkeiten für höhere Verkaufspreise jedoch empfindlich ein. Der steigende Druck auf die Erträge belastet die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der deutschen Lebensmittelproduktion. Immer mehr Kosten und Regulierung führen dazu, dass sich der Konsolidierungsdruck in der Branche fortsetzt. Große Discounterketten haben angekündigt die heimische Landwirtschaft durch höhere Preise zu unterstützen.

16 Vgl. https://www.ifo.de/publikationen/ifo-schnelldienstl , Die Post-Covid-19-Wirtschaft Abruf: 18. Januar 2022
17 Vgl. https://www.abendblatt.de/advertorial-ha/ots-presseportal/article234274289/
Fuer-mehr-Tierwohl-EDEKA-stellt-Trinkmilch-auf-hoehere-Haltungsformen-um.html ;Abruf : 18. Januar 2022
18 Vgl. https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/landwirtschaft-ist-mehr-wert-1886904 ;Abruf: 18. Januar 2022
19 Vgl. https://app.meltwater.com/newsletters/analytics/view/57c3eb6214e3757bf07b1 c72/newslet- ter/6045d7df61 db13acb42311 a4/distribu-tion/61 de8feaed8d81 0013a7d13b/document/AFZGR000202201 12ei1c00006 ;Abruf: 18. Januar 2022

Im Inland müssen sich die Hersteller auf immer höhere Anforderungen an Lebensmittel und ein steigendes Konsumbewusstsein einstellen. Im Ausland finden sich zunehmende Handelsbarrieren vor. Verstärkt wird der harte Wettbewerb zusätzlich durch das anhaltend hohe Kostenniveau in der Lebensmittelproduktion bedingt durch Agrarrohstoff- und Energiekosten. Durch die Mindestlohnpolitik und die geltenden neuen Tarifabschlüsse sind die Lohnkosten gestiegen.

Der Tönnies Konzern hat seinen Kurs, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Produktionsmitarbeiter zu verbessern, weiter fortgesetzt. Der Tönnies Konzern hat im Geschäftsjahr einen höheren zweistelligen Millionenbetrag in den Erwerb, die Renovierung sowie Möblierung von Wohnungen investiert. Zudem wurden arbeitsorganisatorische sowie arbeitstechnische Rahmenbedingungen verbessert. 20

Laut Statistischem Bundesamt wurden 2021 rund 7,6 Millionen Tonnen Fleisch produziert und damit 2,4 % weniger als im Vorjahr. Die Zahlen sind seit 2017 rückläufig. 21

Im Jahr 2021 wurden in deutschen Schlachthöfen rund 51,8 Millionen Schweine geschlachtet. Die Schweine stammten dabei zum größten Teil aus der inländischen Zucht, etwa 1,2 Millionen Tiere kamen aus Zuchtbetrieben aus dem Ausland. Im Vergleich zu den Vorjahren ging die Anzahl der Schweineschlachtungen in Deutschland leicht zurück. Dennoch produziert die deutsche Fleischverarbeitung mehr Schweinefleisch als auf dem nationalen Markt abgesetzt werden kann. Der Grad der Selbstversorgung für Schweinefleisch belief sich zuletzt auf rund 125 %.

20 Vgl. https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/fleischindustrie-ein-jahr-nach-dem-corona-ausbruch- bei-toennies,Sa6hqDK; Abruf: 20.01.2022
21 Vgl. https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-02/fleischproduktion-deutschland-rueckgang-statistisches-bun- desamt?utm_referrer= https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F, Abruf: 08.02.2022

Die deutsche Fleischindustrie exportiert damit jährlich über 2,3 Millionen Tonnen Schweinefleisch. Davon verbleibt der größte Exportanteil in der Europäischen Union. 22 Die Schweinefleischproduktion nahm laut Statistik um 2,9 % ab - liegt aber mengenmäßig mit 5,0 Millionen Tonnen immer noch mit Abstand auf dem ersten Platz. Beim Rindfleisch betrug der Rückgang 2021 im Vorjahresvergleich 1,8 %; es waren noch 1,1 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. Verglichen mit 2016 schrumpfte die Produktion um rund sieben %. 23

Die Schweinepreise sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 in einer Spanne von EUR 1,19 bis 1,53 pro kg volatil gewesen (im Vorjahr EUR 1,19 - 1,96 pro kg). Im Jahresdurchschnitt sind die Schweinepreise von EUR 1,57 pro kg in 2020 auf EUR 1,33 pro kg in 2021 gesunken (Ermittlung auf Basis VZEG Daten und Tönnies Hauspreis). Diese Entwicklung hat den Tönnies Konzern wie in den Vorjahren vor Herausforderungen gestellt.

Der rückläufige inländische Konsum von Schweinefleisch führt zu der Notwendigkeit neue Märkte im Ausland zu erschließen. Die Tönnies International Holding GmbH als Tochtergesellschaft im Tönnies Konzern bündelt die Auslandsaktivitäten und trägt zum zukünftigen Wachstum des Tönnies Konzerns bei. Rückgänge in Deutschland können durch andere Geschäftsfelder kompensiert werden.

22 Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/459142/umfrage/schweineschlachtungen-in-deutsch- land/, Abruf: 21.04.2022
23 Vgl. https://www.berliner-zeitung.de/news/weniger-fleisch-so-viele-schweine-rinder-schafe-wurden-2021- geschlachtet-li.210387, Abruf: 21.04.2022.

2. Geschäftsverlauf

2021 2020 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR %
Meat 4.223.217 69,6% 4.762.778 71,4% -539.561 -11,3%
Convenience und Sausages 1.647.558 27,2% 1.739.512 26,1% -91.954 -5.3%
sonstige 195.170 3,2% 172.846 2,6% 22.324 12,9%
6.065.945 100,0% 6.675.136 100,0% -609.191 -9,1%

Die Umsätze im Tönnies Konzern sind von TEUR 6.675.136 um TEUR 609.191 auf TEUR 6.065.945 gesunken. Die Verringerung resultiert im Wesentlichen aus dem geringeren Schweinepreis. Durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest ist die Nachfrage in Asien eingebrochen. Damit hat sich die Wachstumsdynamik - wie von uns bereits zu Jahresbeginn erwartet - verringert. Die durchschnittlichen Schweinepreise sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

2021 2020 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR %
Bundesrepublik Deutschland 2.949.175 48,6% 3.001.051 45,0% -51.876 -1,7%
andere EU Länder 2.309.130 38,1% 2.151.727 32,2% 157.403 7,3%
übriges Europa und sonstige Drittländer 807.640 13,3% 1.522.358 22,8% -714.718 -46,9%
6.065.945 100,0% 6.675.136 100,0% -609.191 -9,1%

Im Inland sind die Umsatzerlöse von TEUR 3.001.051 um TEUR 51.876 auf TEUR 2.949.175 zurückgegangen.

Die Umsätze im Ausland sind von TEUR 3.674.085 um TEUR 557.315 auf TEUR 3.116.770 gesunken. Der asiatische Markt war im abgelaufenen Geschäftsjahr weitestgehend geschlossen. Der Rückgang im In- und Ausland resultiert im Wesentlichen aus gesunkenen Preisen.

Es besteht keine zentrale Abhängigkeit von Kunden oder Zulieferern. Es werden unverändert zu den Vorjahren im Wesentlichen die Discounter mit Schweine- und Rindfleisch beliefert. Die wesentlichen Rahmenbedingungen haben sich nicht verändert. Im Jahresdurchschnitt sind 19.640 Mitarbeiter beschäftigt. Im Vorjahr wurden die Werkvertragsmitarbeiter angestellt, waren jedoch noch nicht das ganze Jahr im Tönnies Konzern beschäftigt. Dieses stellt den wesentlichen Effekt für einen Anstieg der Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr dar.

3. Lage des Konzerns

3.1 Vermögens- und Finanzlage

31.12.2021 31.12.2020 Veränderung
T€ % T€ % T€
Immaterielle Vermögensgegenstände 154.771 6,4% 84.344 4,1% 70.427
Sachanlagen 532.249 22,2% 424.519 20,4% 107.729
Finanzanlagen 4.621 0,2% 104.292 5,0% -99.671
Anlagevermögen 691.641 28,8% 613.155 29,4% 78.486
Vorräte 424.233 17,7% 421.613 20,2% 2.619
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 498.647 20,8% 466.458 22,4% 32.189
Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen 0 0,0% 181 0,0% -181
Forderungen gegenüber nahestehende Unternehmen 29.950 1,2% 151.217 7,3% -121.269
Sonstige Vermögensgegenstände 137.536 5,7% 126.511 6,1% 11.025
Liquide Mittel 610.063 25,4% 296.314 14,2% 313.749
Umlaufvermögen 1.700.429 70,8% 1.462.295 70,2% 238.134
Rechnungsabgrenzungsposten 9.270 0,4% 6.977 0,3% 2.292
Aktive latente Steuern 0 0,0% 0 0,0% 0
Aktiva 2.401.339 100,0% 2.082.427 100,0% 318.912

Die Bilanzsumme ist um TEUR 318.912 bzw. 15,3 % auf 2.401.339 gestiegen.

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen ist von TEUR 613.155 um TEUR 78.486 auf TEUR 691.641 gestiegen. Die Zugänge zum Anlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr 2021 TEUR 257.462. Davon entfallen TEUR 109.491 auf immaterielle Vermögensgegenstände und hier insbesondere auf gewerbliche Schutzrechte, die von nahestehenden Unternehmen erworben wurden, sowie TEUR 143.849 auf Sachanlagen. Der Tönnies Konzern hat wie in den Vorjahren seine Investitionen in Sachanlagen stetig zur Modernisierung, Erweiterung und Verbesserung fortgesetzt. Die Investitionen entfallen mit TEUR 33.297 auf technische Anlagen und Maschinen sowie mit TEUR 39.231 auf andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Auf geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau entfallen TEUR 67.706. Schwerpunkt der Investitionen ist die Sparte Meat. Diese Investitionen setzen die kontinuierlichen Investitionen an den zentralen Standorten fort. Zum Abschlussstichtag liegen keine wesentlichen Investitionsverpflichtungen vor.

Die Finanzierung der Investitionen vom Tönnies Konzern erfolgt aus dem Cashflow, vorhandenen Finanzmitteln bzw. neuen Kreditaufnahmen. Die Unternehmen des Tönnies Konzerns nehmen hierzu an einem Cash-Pooling teil. Es bestehen Aufrechnungserklärungen der Gesellschaften im Zusammenhang mit der Cash-Pooling-Vereinbarung gegenüber allen beteiligten Banken.

Vorräte

Die gesamten Vorräte sind von TEUR 421.613 um TEUR 2.619 auf TEUR 424.233 angestiegen. Innerhalb der Vorräte wurden die fertigen Erzeugnisse um TEUR 22.139 abgebaut. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind um TEUR 10.588 angestiegen. Die unfertigen Erzeugnisse sind um TEUR 12.489 angestiegen.

Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind von TEUR 466.458 um TEUR 32.189 auf TEUR 498.647 gestiegen. Zum einen gibt es einen Rückgang, da Forderungen von einzelnen Konzerngesellschaften im Rahmen von Factoring veräußert wurden. Mit diesem Programm werden die Liquidität und der Finanzmittelfonds gestärkt und die latenten Ausfallrisiken im Forderungsbestand an den Erwerber übertragen. Zum Bilanzstichtag wurden Forderungen in Höhe von EUR 191,8 Mio. (Vorjahr EUR 89,6 Mio.) veräußert. Darüber hinaus lag der Schweinepreis in 2021 mit EUR 1,33 im Durchschnitt um EUR 0,24 unter dem Jahresdurchschnitt von 2020. Gegenläufig sind zum 31. Dezember 2021 Forderungen in Höhe von TEUR 111.780 aus dem Verkauf von gewerblichen Schutzrechten bilanziert (Vorjahr TEUR 0).

Flüssige M ittel

Die liquiden Mittel haben sich von TEUR 296.314 um TEUR 313.749 auf TEUR 610.063 erhöht.

Der Tönnies Konzern konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr stets seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen. Es liegen keine absehbaren Liquiditätsengpässe vor und die Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen ist sichergestellt. Zum 31. Dezember 2021 verfügte der Konzern über ungenutzte Finanzierungslinien in Höhe von EUR 200 Mio.

Übrige Aktiva

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind von TEUR 126.511 um TEUR 11.025 auf TEUR 137.536 gestiegen.

Passiva

2021 2020 Veränderung
T€ % T€ % T€
Eigenkapital 845.938 35,2% 822.211 39,5% 23.727
Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung 0 0,0% 43 0,0% -43
Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen zum Anlagevermögen 3.490 0,1% 3.320 0,2% 170
Rückstellungen 209.541 8,7% 228.908 11,0% -19.367
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 491.360 20,5% 323.393 15,5% 167.967
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 41 0,0% 251 0,0% -210
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 469.862 20,6% 389.699 18,7% 80.163
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 82.411 3,4% 87.935 4,2% -5.524
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 186.624 7,8% 153.815 7,4% 32.808
Sonstige Verbindlichkeiten 108.112 4,5% 70.286 3,4% 37.827
Verbindlichkeiten 1.338.410 56,7% 1.025.378 49,2% 313.032
Rechnungsabgrenzungsposten 13 0,0% 31 0,0% -18
Passive latente Steuern 3.947 0,2% 2.537 0,1% 1.410
Passiva 2.401.339 100,0% 2.082.427 100,0% 318.912

Auf der Passivseite ist das Eigenkapital von TEUR 822.211 um TEUR 23.727 auf TEUR 845.938 gestiegen. Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Bilanzsumme) ist von 39,5 % um 4,3 % -Punkte auf 35,2 % gesunken.

Die Rückstellungen sind von TEUR 228.908 um TEUR 19.367 auf TEUR 209.541 gesunken. Innerhalb der Rückstellungen sind die Pensionsrückstellungen aufgrund des gefallenen Zinsniveaus von TEUR 17.589 um TEUR 2.523 auf TEUR 20.112 gestiegen. Die Steuerrückstellungen sind von TEUR 33.454 um TEUR 553 auf TEUR 32.901 gesunken. Die sonstigen Rückstellungen sind von TEUR 177.865 um TEUR 21.337 auf TEUR 156.528 zurückgegangen. Wesentlicher Effekt ist der Rückgang der Drohverlustrückstellungen für Devisentermingeschäfte und Zinssicherungen.

Die Verbindlichkeiten betragen insgesamt TEUR 1.338.410. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind von TEUR 323.393 um TEUR 167.967 auf TEUR 491.360 gestiegen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind von TEUR 389.699 um TEUR 80.163 auf TEUR 469.862 gestiegen. Im Dezember 2021 sind die Schweinepreise im Vergleich zum Vorjahr von EUR 1,19 auf EUR 1,22 gestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen sind von TEUR 153.815 um TEUR 32.808 auf TEUR 186.624 gestiegen. Die sonstigen Verbindlichkeiten sind von TEUR 70.286 um TEUR 37.827 auf TEUR 108.112 gestiegen.

Finanzierungsstruktur

Der Tönnies Konzern nutzt auch das sich im Eigentum der Tönnies Grundbesitz ApS & Co. KG befindliche Vermögen, das nicht in den Konzernabschluss der Tönnies Holding einbezogen wird.

Die Finanzierung des Tönnies Konzerns wird durch einen langfristigen Konsortialkredit über die Tönnies Grundbesitz GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, gesichert.

Die Tönnies Unternehmensgruppe hat in den Vorjahren mehrere Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von EUR 508 Mio. platziert, welche zum Bilanzstichtag mit EUR 462 Mio. valutiert.

Neben den genannten Finanzierungen stehen dem Konzern Factoring-Programme mit einer Inanspruchnahme bis zu EUR 195 Mio. zur Verfügung. Die Inanspruchnahme zum 31.12.2021 beläuft sich auf EUR 154,5 Mio.

Es liegen keine wesentlichen Änderungen der bedeutsamen Kreditkonditionen gegenüber dem Vorjahr vor. Zudem sind keine wesentlichen Finanzierungsvorhaben geplant, die zu einer Änderung der Finanzierungsstruktur führen könnten, wobei jedoch stetige Überlegungen zu einer Optimierung der Finanzierungsstruktur bestehen und Gespräche geführt werden.

Gesamtbeurteilung der Lage

Vor dem Hintergrund eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfeldes beurteilen wir die Geschäftsentwicklung im Tönnies Konzern als nicht zufriedenstellend. Die Bereiche Sausages sowie Ingredients zeigen eine starke Entwicklung. Die Bereiche Meat (Pork und Beef) kämpfen mit einem schweren Marktumfeld und können daher nur bedingt ihr vollständiges Potential zeigen. Wir haben unsere Strategie in den zurückliegenden Jahren konsequent und mit großer Zielstrebigkeit umgesetzt. Durch die Konkurrenz am Markt und die Anbieter von relativ identischen Produkten ergibt sich ein steigender Margendruck durch die großen Lebensmitteldiscounter als zentrale Abnehmer. Den eingeschlagenen Wachstumskurs haben wir im Geschäftsjahr fortgesetzt. Bei der Umsetzung unserer Effizienzprogramme sind wir im Plan und unsere neuen Produkte kommen im Markt hervorragend an.

Der Tönnies Konzern hatte für das Geschäftsjahr 2021 Umsatzerlöse auf dem Niveau von EUR 6,7 Mrd. Mit Umsatzerlösen von EUR 6,1 Mrd. haben wir die Prognose verfehlt. Ursächlich waren hier im Wesentlichen die Preiseffekte durch gesunkene Schweinepreise. Die Mengeneffekte sind untergeordnet. Einen wesentlichen Einfluss hatten hier der Preisverfall sowie die weitestgehend geschlossenen Märkte in Asien.

Finanzmanagement

Das Finanzmanagement des Tönnies Konzerns umfasst das Kapitalstrukturmanagement sowie das Cash- und Liquiditätsmanagement, welches das Management von Marktpreisrisiken (Währungen, Zinsen) und von Kreditausfall- und Länderrisiken beinhaltet. Das Finanzmanagement wird von der Treasury-Organisation für alle inländischen Konzerngesellschaften einheitlich aus der Hauptniederlassung vom Standort Rheda-Wiedenbrück aus geführt. Organisatorisch handelt es sich um eine separate Ebene, die getrennt vom Finanzcontrolling, der Berichterstattung und vom Rechnungswesen agiert.

Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur vom Tönnies Konzern und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapitalausstattung wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimaler Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen.

Das Liquiditätsmanagement stellt sicher, dass der Konzern jederzeit seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann. Hierzu ermittelt der Tönnies Konzern die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und gleichzeitig den Finanzierungsbedarf. Dabei wird darauf geachtet, die als notwendig erachtete Liquidität kostenoptimal bereitzustellen. Zusätzlich zur operativen Liquidität verfügt der Tönnies Konzern über weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind. Im Cash Management werden Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt.

Die Aufrechterhaltung der Finanzierung über die finanzierenden Banken ist abhängig von der Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen (Financial Covenants).

Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis der Geschäftsfelder und des Konzerns zu begrenzen. Dieses erfolgt grundsätzlich in Abstimmung mit Kooperationsbanken.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht

Der Krieg in der Ukraine belastet die Weltwirtschaft in einer Phase, in der die Inflation bereits stark gestiegen ist und die US-Notenbank das Ende der extrem expansiven Geldpolitik eingeläutet hat. Höhere Rohstoffpreise treiben die Inflation zusätzlich an und führen zusammen mit den Auswirkungen der Sanktionen auf Transportzeiten und Produktionsketten voraussichtlich dazu, dass Lieferengpässe die Produktion in den kommenden Monaten wieder stärker hemmen werden. Ein mögliches Ausbleiben von russischen Rohstofflieferungen führte zu einem starken Preisanstieg. Westliche Sanktionen belasten nicht nur die russische Wirtschaft, sondern führen auch zu Exporteinbußen. Lieferkettenprobleme könnten wieder zu Problemen in der Wirtschaft führen. Diese Unsicherheiten und die Ungewissheiten über die weitere Entwicklung könnten Investitionen und den Konsum bremsen. Die Wirtschaft hat sich zudem noch nicht vollständig von der Corona-Pandemie erholt. Für 2022 wird ein Anstieg vom Bruttoinlandsprodukt um 3,5 % erwartet. Die Verbraucherpreise werden voraussichtlich um 7,2 % ansteigen. 24

Blickt man auf die Entwicklung der Wirtschaftsregionen, in denen der Tönnies Konzern im Wesentlichen tätig ist, so zeigt sich für Deutschland ein erwarteter Anstieg vom Bruttoinlandsprodukt in 2022 von 2,2 %. Für Dänemark wird ein Anstieg vom Bruttoinlandsprodukt in 2022 von 2,7 % erwartet. Für das Vereinigte Königreich wird ein Anstieg von 2,5 % erwartet. Für China wird ein Anstieg vom Bruttoinlandsprodukt in 2022 von 4,8 % erwartet. Für Polen wird ein Anstieg beim Bruttoinlandsprodukt von 3,5 % erwartet. 25

24 Vgl. IFW Kiel: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, 17. März 2022, www.ifw-kiel.de, Abruf: 22. April 2022.
25 Vgl. IFW Kiel: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, 17. März 2022, www.ifw-kiel.de, Abruf: 22. April 2022.

Die folgenden im Prognosebericht getroffenen Aussagen basieren auf der von der Geschäftsführung verabschiedeten operativen Planung des Tönnies Konzerns. Grundlage dieser Planung sind die von uns gesetzten Prämissen zu den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und zur Entwicklung der Lebensmittelbranche. Dabei handelt es sich um Einschätzungen der Geschäftsführung, die sich auf einschlägige Analysen verschiedener renommierter Wirtschaftsforschungsinstitute, internationaler Organisationen und Branchenverbände sowie auf interne Marktanalysen unserer Vertriebsgesellschaften stützen. Die dargestellten Einschätzungen für den künftigen Geschäftsverlauf orientieren sich an Zielsetzungen unserer Geschäftsfelder sowie an den Chancen und Risiken, die die erwarteten Marktbedingungen und die Wettbewerbssituation im Planungszeitraum bieten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Prognosen zur Entwicklung der Weltwirtschaft und der Lebensmittelmärkte sowie des aktuellen Geschäftsverlaufs passen wir unsere Erwartungen allerdings laufend an. Die im Folgenden getroffenen Aussagen basieren auf unserem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts. Die Grundlage unserer Einschätzungen für das Jahr 2022 ist eine stabile Nachfrage nach Lebensmittelerzeugnissen. Die derzeitige enorme Ungewissheit hinsichtlich der weltweiten Ausbreitung und der Folgen des Coronavirus, des Ukrainekonflikts sowie der ASP erschweren eine genaue Absatzprognose. Der Schweinefleischkonsum in Deutschland ist wie in den Vorjahren rückläufig. Das Ausland bietet weiterhin Wachstumschancen, so dass der Tönnies Konzern bei einer stabilen Preisentwicklung weiterhin von einer moderaten Steigerung des mengenmäßigen Absatzes ausgeht. Zudem wird durch die zunehmende Forcierung auf das vegetarische und vegane Sortiment ein weiterer Absatzanstieg erwartet. Die von uns skizzierte Entwicklung unterliegt verschiedenen Chancen und Risiken, die im Risiko- und Chancenbericht detailliert erläutert werden.

Die Konjunkturdaten für die Länder, in denen wir operativ tätig sind und Beteiligungen halten, zeigen auf, dass der Tönnies Konzern mit den internationalen Beteiligungen auf dynamischen Märkten unterwegs ist. Wir erwarten, dass die Marktpräsenz zum weiteren Wachstum des gesamten Tönnies Konzerns beitragen und Synergieeffekte weiter heben wird. Auch bei einer Ausweitung des Coronavirus gehen wir davon aus, dass die Nachfrage nach Lebensmitteln im Ausland nicht einbrechen wird.

In den zurückliegenden Jahren haben wir die Weichen für weiteres und vor allem für profitables Wachstum gestellt. Allerdings führt der enorme Preiskampf im Lebensmittelmarkt zu stetigen Herausforderungen. Wir erwarten, dass die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2022 mit EUR 6,3 Mrd. über dem Niveau des Vorjahres liegen. Der Planung liegen spezifische Annahmen zur Schweinepreisentwicklung zu Grunde. Es wird stetig an den zentralen Produktionsstandorten investiert werden. Die Investitionen werden aus dem operativen Cashflow sowie den Finanzreserven getätigt. Bezüglich zukunftsbezogener Aussagen wird darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.

2. Chancen- und Risikobericht

Gesamtwirtschaftliche Risiken und Chancen

Die Geschäftsfelder vom Tönnies Konzern sind einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Unter einem Risiko wird die Gefahr verstanden, dass Ereignisse oder Handlungen den Konzern oder eines der Geschäftsfelder daran hindern, seine Ziele zu erreichen. Gleichzeitig ist es für den Tönnies Konzern wichtig, Chancen für das Unternehmen zu identifizieren, um diese im Zuge des unternehmerischen Handelns zu nutzen und so die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern und auszubauen. Eine Chance bezeichnet die Möglichkeit, aufgrund von Ereignissen, Entwicklungen oder Handlungen die geplanten Ziele zu übertreffen. Die direkte Verantwortung, unternehmerische Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen und zu steuern, liegt bei den Geschäftsfeldverantwortlichen. Im Rahmen des Strategieprozesses werden Risiken und Chancen für weiteres profitables Wachstum ermittelt. Um unternehmerische Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und konsequent zu handhaben, werden wirksame Steuerungs- und Kontrollsysteme eingesetzt, die jeweils in einem Risiko- und Chancenmanagementsystem gebündelt sind. Eine Verrechnung von Chancen und Risiken erfolgt nicht. Beide Systeme werden nachfolgend dargestellt. Der Tönnies Konzern ist einer zunehmenden Internationalisierung des Wettbewerbs ausgesetzt. Zudem verändern sich die Strukturen in der Fleischwirtschaft fortlaufend und das Geschäftsmodell ist sehr volatil. Eine professionelle Risiko- und Chancensteuerung wird als Grundlage für nachhaltiges Wachstum und finanzielle Stabilität verstanden.

Das Risikomanagement des Tönnies Konzerns stellt sicher, dass bestehende und drohende Risiken erfasst, analysiert und hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Tragweite bewertet werden. Dazu stehen der Geschäftsleitung mehrstufige, integrierte Berichtssysteme zur Verfügung. Ziel ist es, identifizierte Risiken auf ein akzeptables Niveau bei möglichst geringem Kostenaufwand zu begrenzen. Der kontrollierte Umgang mit Risiken soll ferner dazu beitragen, bestehende Chancen konsequent zu nutzen und den Unternehmenswert entsprechend weiter zu steigern.

Das Risikomanagementsystem ist integraler Bestandteil des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses in den rechtlichen Einheiten, Geschäftsfeldern und konzernweiten Funktionen. Mit dem Risikomanagementsystem sollen wesentliche und bestandsgefährdende Risiken systematisch und kontinuierlich identifiziert, beurteilt, gesteuert, überwacht und dokumentiert werden, um die Erreichung der Unternehmensziele abzusichern und das Risikobewusstsein im Unternehmen zu erhöhen. Das Chancenmanagementsystem des Konzerns ist an das Risikomanagementsystem angelehnt. Ziel des Chancenmanagements ist es, die sich im Rahmen der Geschäftstätigkeit ergebenden Chancen frühzeitig zu erkennen und diese durch geeignete Maßnahmen möglichst optimal für das Unternehmen zu nutzen. Das Nutzen von Chancen kann zum Übertreffen von geplanten Zielen führen.

Die Einschätzung von Risiken erfolgt im Rahmen der operativen Planung prinzipiell für einen einjährigen Planungszeitraum. Im Rahmen der strategischen und operativen Planung werden zusätzlich zu Risiken auch relevante und umsetzbare Chancen einbezogen. Die Berichterstattung von Risiken und Chancen im Lagebericht bezieht sich grundsätzlich auf ein Jahr. Im Rahmen der operativen Planung werden - unter Berücksichtigung entsprechender Risiko- und Chancenkategorien - Risiken und Chancen der Geschäftsfelder und der operativen Einheiten identifiziert und bewertet. Der Konsolidierungskreis des Risiko- und Chancenmanagements entspricht dem Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses und geht bei Bedarf darüber hinaus. Das Risikomanagement ist am Grundsatz der Vollständigkeit ausgerichtet, das heißt, alle konkreten Risiken fließen auf der Ebene der einzelnen Einheiten in den Risikomanagementprozess ein. Generelle Unsicherheiten ohne konkreten Anhaltspunkt auf eine mögliche Ergebniswirkung werden im internen Kontrollsystem (IKS) überwacht. Aufgabe der Verantwortlichen für das Risiko- und Chancenmanagement ist es, neben der Erfassung und Bewertung auch zugehörige Maßnahmen zu entwickeln und gegebenenfalls einzuleiten. Diese Maßnahmen dienen dazu, Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder sich gegen diese abzusichern. Zur Ergreifung oder Erhöhung einer Chance sowie zur teilweisen oder vollständigen Umsetzung sind ebenfalls Maßnahmen notwendig. Grundsätzlich wird die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen vor ihrer Umsetzung bewertet. Die Entwicklung aller Risiken und Chancen aus den einzelnen Einheiten sowie die zugehörigen eingeleiteten Maßnahmen werden kontinuierlich überwacht und in Sitzungen der Geschäftsführer besprochen. Das zentrale Konzernrisikomanagement berichtet die identifizierten Risiken und Chancen regelmäßig an die Geschäftsführer der Konzernholding. Zusätzlich zur Regelberichterstattung gibt es für unerwartet auftretende Risiken eine konzerninterne Berichterstattungspflicht an die Konzernholding. Eine Steuerung der Risiken findet im Tönnies Konzern auf Ebene der Geschäftsfelder basierend auf Einzelrisiken statt.

Im Folgenden werden die Risiken und Chancen durch die Geschäftsführung näher beschrieben, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Tönnies Konzerns haben können.

Volkswirtschaftliche Risiken und Chancen stellen Rahmenbedingungen für die in den nachfolgenden Kategorien genannten Risiken und Chancen dar und fließen als Prämissen in die Quantifizierung dieser Risiken und Chancen ein.

Die Corona-Pandemie hat weiterhin erhebliche Auswirkungen auf das öffentliche Leben, die Unternehmen und Märkte. Die immer wieder neu aufkeimenden Virusvarianten wie zuletzt Omikron sorgen für große Unsicherheiten und führen zu enormen Risiken für die globale Konjunktur.

Der Ukraine-Krieg führt zu einem weiteren Anstieg der Energieaufwendungen, Unterbrechungen in den Lieferketten und Preissteigerungen bei Rohstoffen.

Auch die aktuell vorherrschenden Lieferengpässe belasten die Wirtschaft deutlich. Insbesondere der Aufschwung der Industrieproduktion wird hierdurch gebremst.

Der Lebensmittelmarkt ist seit Jahren durch einen zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck geprägt. Aufgrund einer fortwährend aggressiven Preispolitik der Mitbewerber, der Einführung neuer Produkte durch Wettbewerber und des Preisdrucks durch die Lebensmitteldiscounter können Risiken entstehen. Darüber hinaus ergeben sich aber Chancen aus der Übernahme finanzschwacher Konkurrenzunternehmen.

Es bestehen Beschaffungsmarktrisiken und -Chancen. Die Konzernrisiken auf der Beschaffungsseite ergeben sich für die lebensmittelmarktbezogenen Geschäftsfelder insbesondere aus den Preisschwankungen bei den Tiereinkäufen. Chancen auf den Rohmaterialmärkten werden wie im Vorjahr nur in geringem Umfang erwartet. Vorteile werden aber dennoch insbesondere in den breiten Lieferketten gesehen.

Es besteht eine Volatilität in den Finanzmärkten, die jedoch als nicht wesentlich eingestuft wird bzw. es sind entsprechende Sicherungsinstrumente mit Kooperationsbanken eingerichtet. Diese Sicherungsinstrumente schaffen zum einen Stabilität bei Zinssatzschwankungen, zum anderen werden Wechselkursschwankungen abgefangen. Wirtschafts-, gesellschafts-, arbeits- und aufenthaltsrechtliche Risiken werden nicht gesehen.

Unternehmensspezifische Risiken und Chancen

Für den Tönnies Konzern sieht die Geschäftsführung folgende Chancen und Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Das besondere Risiko für den Tönnies Konzern im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie könnte in temporär gestörten Lieferketten ins Ausland liegen. Demgegenüber bestehen Chancen im erhöhten Absatz haltbarer Produkte, die in Krisenzeiten regelmäßig deutlich stärker am Markt nachgefragt werden.

Ein Produktionsstopp infolge eines Corona-Ausbruchs im Produktionsbetrieb hat eine hohe wirtschaftliche Auswirkung. Der Tönnies Konzern testet intensiv seine Mitarbeiter und ist zudem an mehreren Standorten tätig. Außerdem werden Sicherheitskonzepte sowie technische Vorrichtungen installiert, um einen Ausbruch zu verhindern.

Der Tönnies Konzern wird auch bei einer weiteren Verbreitung des Coronavirus die Lieferung von Fleischerzeugnissen sicherstellen. Wesentliche Risiken auf die Nachfrage nach Fleischerzeugnissen werden nicht gesehen.

Nach dem Bilanzstichtag ist mit dem Ukraine-Krieg ein neues Risiko aufgekommen, das sich negativ auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft auswirken kann. Der Krieg kann zu Unterbrechungen in den Lieferketten oder Engpasssituationen bei Rohstoffen führen und dadurch die Absatzentwicklung beeinflussen. Zudem sind deutliche Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie zu erwarten. Inwieweit diese Steigerungen an die Kunden weitergereicht werden können, ist noch nicht absehbar. Zum jetzigen Zeitpunkt können die konkreten Auswirkungen noch nicht abschließend beurteilt werden, die Risiken aus dem Ukraine-Krieg werden jedoch fortlaufend überwacht.

Der Tönnies Holding Konzern besitzt derzeit noch eine Vertriebsgesellschaft in Russland. Die Vertriebsgesellschaft ist für den Konzern nicht wesentlich. Ein nahestehendes Unternehmen hielt Beteiligungen an russischen Unternehmen, die im Bereich Ackerbau und Schweinemast tätig gewesen sind. Die Beteiligung ist im vierten Quartal veräußert worden. Der Kaufpreis wurde beglichen. Es liegen keine wesentlichen Auswirkungen durch den Ukraine-Krieg auf die Tönnies Gruppe vor.

Die Tönnies Gruppe verurteilt die Invasion und hält sich an bestehende Wirtschaftssanktionen.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Internationalisierung in der Fleischbranche hat sich die globale Wettbewerbssituation weiter verschärft.

Das Risiko der Branche wird ebenfalls durch das Kaufverhalten der Verbraucher geprägt.

Ferner besteht ein generelles Marktrisiko durch ein weiteres Ausbreiten der Afrikanischen Schweinepest, die zu einer Verunsicherung der Verbraucher, der Schließung von Märkten und erheblichen Mehrkosten bei den Unternehmen führen können. Die Gesellschaft hat mehrere Schlachtorte und Vertriebsnetzte in ganz Deutschland sowie im Ausland, so dass Kapazitäten verlagert und neue Märkte erschlossen werden können.

Ausfallrisiken der Kunden sind aufgrund der Vielzahl der Geschäftsbeziehungen und der Solvenz der Marktpartner - insbesondere der großen Lebensmittelfilialisten - als von untergeordneter Bedeutung anzusehen.

Das Risiko von Produktionsausfällen und Vermögensschäden aufgrund von höherer Gewalt ist durch entsprechende Versicherungen im Wesentlichen abgedeckt.

Weitere Risiken stellen neben den volatilen Fleischpreisen, insbesondere denen für Schweinefleisch, die allgemeinen Marktpreisentwicklungen für Rohstoffe, Energie, Fremdarbeiter oder Transporte dar.

Die deutschen Lebensmitteldiscounter als wesentliche Kunden haben eine große Marktmacht, welche durch eine Auslistung sämtlicher Produkte eines einzigen Lieferanten jederzeit ausgeübt werden kann. Der Tönnies Konzern sieht diese Gefahr als gering an, da die Produkte höchste Qualitätsansprüche erfüllen und dieses durch die Discounter regelmäßig überprüft wird. Gleichwohl ist der Preisdruck eine sehr große Herausforderung. Steigenden Einkaufspreisen stehen Preissenkungsforderungen des Lebensmitteleinzelhandels gegenüber. Höhere Haltungsstufen bieten eine Chance für höhere Absatzpreise.

Die Geschäftsführung sieht ein Risiko in einer zunehmenden Rohstoffverknappung und begegnet diesem Risiko unter anderem durch historisch gewachsene Lieferantenbeziehungen.

Der Konsolidierungsdruck wird in der Branche weiter zunehmen. Es werden sich durch Firmenübernahmen Marktwachstumschancen ergeben, die zu einer Änderung vom Verschuldungsgrad führen können, sofern weitere Kapitalmittel benötigt werden. Die Übernahme von finanzschwachen Konkurrenzunternehmen ist mit Risiken verbunden, die sich unter anderem in Restrukturierungsaufwendungen und Neuinvestitionen äußern.

Liquiditätsrisiken werden aufgrund der vorhandenen liquiden Mittel sowie der soliden Ertragslage der Unternehmensgruppe nicht gesehen.

Durch die Streuung der Unternehmensaktivitäten auf unterschiedliche Märkte und Länder lassen sich die aufgeführten Risiken zum Teil begrenzen.

Aus der Anstellung der ehemaligen Werkvertragsmitarbeiter ergeben sich keine wesentlichen Risiken oder Chancen. Es besteht das Risiko des Auftretens von Streiks der Arbeitnehmer in der Fleischindustrie. Der Tönnies Konzern erfüllt sämtliche tarifvertraglichen Regelungen und führt einen offenen Dialog mit den Gewerkschaften. 26

Insgesamt handelt es sich um Risiken, die sich zweifellos auf die Ergebnisentwicklung auswirken können, jedoch keinesfalls die finanzielle Stabilität der Gesellschaft sowie des Tönnies Konzerns gefährden.

Blickt man auf die Produktions- und Technologierisiken und -chancen, so zeigen sich als wesentliche Erfolgsfaktoren das Markenimage und die Qualität der Produkte. Dieses kann jedoch nur durch erhebliche finanzielle Investitionen in neue und verbesserte Produktionstechnologien gewährleistet werden.

26 Vgl. (https://www.topagrar.com/markt/news/mindestlohn-gewerkschaft-droht-mit-streiks-der-fleischarbeiter-12521671.html, Stand: 01. April 2021).

Auf der Absatzseite sind keine außergewöhnlichen Abhängigkeiten gegeben. Somit entsprechen die Risiken denen der Branche. Gleichwohl können sich aus Exportsperren in Drittländern Absatzrisiken ergeben, die die Vorratsbestände ansteigen lassen. Die Haltbarkeit von tiefgefrorenem Fleisch ist begrenzt, so dass zeitnah neue Absatzwege erschlossen werden müssen, um Abschreibungen zu vermeiden. Es besteht die Chance aufgrund der hohen Nachfrage im Ausland, dass Exportsperren für einzelne Regionen wieder aufgehoben werden.

Chancen sieht die Geschäftsführung insbesondere im international werdenden Markt für Fleisch und dem marktführenden Prozess-Know-how.

Es könnten sich Risiken und Chancen aus Beteiligungen und Kooperationen ergeben.

Die Zusammenarbeit mit Partnern in Beteiligungen (assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und gemeinschaftlichen Tätigkeiten) und Kooperationen ist für den Tönnies Konzern von zentraler Bedeutung. Neben einem besseren Zugang zu Wachstumsmärkten und neuen Technologien dienen die Beteiligungen und Kooperationen der Nutzung von Synergieeffekten und der Verbesserung von Kostenstrukturen.

An den Risiken und Chancen der Beteiligungen partizipiert der Tönnies Konzern grundsätzlich entsprechend seiner jeweiligen Anteilsquote. Die möglichen Risiken umfassen unter anderem negative wirtschaftliche Entwicklungen oder einen zeitlich verzögerten Aufbau von Entwicklungs- und Produktionsstrukturen. Dieses kann zu einer Beeinträchtigung der Wachstumsziele führen.

Im folgenden Abschnitt wird auf die finanzwirtschaftlichen Risiken und Chancen des Tönnies Konzerns eingegangen. Risiken und Chancen können sich negativ und positiv auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Tönnies Konzerns auswirken. Der Tönnies Konzern ist grundsätzlich Risiken und Chancen durch die Veränderungen von Marktpreisen durch Wechselkursschwankungen und Zinssatzschwankungen ausgesetzt.

Der Tönnies Konzern steuert und überwacht Marktpreisrisiken und -chancen vorwiegend im Rahmen seiner operativen Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten und setzt bei Bedarf derivative Finanzinstrumente ein.

Aufgrund der globalen Ausrichtung des Konzerns ergeben sich Wechselkursrisiken und -chancen aus dem operativen Geschäft sowie den Finanztransaktionen. Diese resultieren insbesondere aus Schwankungen des britischen Pfunds, polnischen Zloty, chinesischen Renminbi, US Dollars sowie der dänischen Krone. Ein Wechselkursrisiko bzw. eine -chance entsteht im operativen Geschäft vor allem dann, wenn Umsatzerlöse in einer anderen Währung anfallen als die zugehörigen Kosten (Transaktionsrisiko). Im Falle erwarteter Wechselkursveränderungen bei den vorgenannten Hauptwährungen setzt der Tönnies Konzern bezüglich der Zielsetzung einer Ertragsgenerierung darüber hinaus derivative Finanzinstrumente ein.

Finanzwirtschaftliche Risiken, soweit sie Währungskursentwicklungen bei Exporten betreffen, werden teilweise durch antizipative Währungssicherungsmaßnahmen abgedeckt. Zur Absicherung von variablen Zahlungsströmen aus Kreditgeschäften gegen Zinssatzschwankungsrisiken werden teilweise Zinssicherungsgeschäfte eingesetzt. Der Abschluss vorgenannter Derivate ist für den Tönnies Konzern mit finanziellen Chancen, aber auch finanziellen Risiken verbunden. Dies gilt insbesondere im Falle nicht vorhergesehener, stark schwankender Währungskurse.

Mit den finanzierenden Banken wurde die Einhaltung bestimmter Financial Covenants für die entsprechenden Vertragszeiträume vereinbart. Die Einhaltung bzw. die Entwicklung der Finanzkennzahlen sind den finanzierenden Banken quartalsweise mitzuteilen. Bei Nichteinhaltung bestehen die kreditvertraglich üblichen Risiken mit entsprechenden Auswirkungen auf die Finanzierung des Tönnies Konzerns.

Weitere Risiken, die derzeit noch nicht identifiziert sind oder noch nicht als solche wahrgenommen werden, können sich bei veränderter Sachlage gegebenenfalls nachteilig auf den Tönnies Konzern auswirken.

Die im Vorjahresvergleich weitgehend unveränderte Gesamtrisikosituation des Tönnies Konzerns setzt sich aus den Einzelrisiken aller Risikokategorien der Geschäftsfelder zusammen. Neben den beschriebenen Risikokategorien gibt es unvorhersehbare Ereignisse, die Produktions- und Geschäftsprozesse stören können, beispielsweise unvorhersehbare Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest, Pandemien, kriegerische Konflikte oder Einfuhrverbote in Drittländer.

Zusätzlich zu den beschriebenen Risikoarten gibt es Risiken, die die Reputation des Konzerns als Ganzes betreffen. Die Haltung des Unternehmens in Bezug auf Themenstellungen wie Ethik und Nachhaltigkeit im Produktions- und Abwicklungsprozess steht im Fokus der Öffentlichkeit. Der Tönnies Konzern setzt umfassende Maßnahmen ein, damit Risiken, die in diesem Zusammenhang mit Wirkung auf die Reputation entstehen könnten, geregelten internen Kontrollen unterliegen.

 

Rheda-Wiedenbrück, den 31. Mai 2022

Clemens Tönnies

Carl E. Bürger

für die Tönnies Holding Verwaltungs ApS, Brörup, Dänemark

Günter Daake

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021 Vorjahr
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 89.219.012,32 16.298.072,84
2. Geschäfts- oder Firmenwert 65.164.983,51 68.045.762,01
3. Geleistete Anzahlungen 387.014,92 2,00
154.771.010,75 84.343.836,85
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 121.151.639,69 119.925.624,52
2. Technische Anlagen und Maschinen 206.742.723,98 153.523.118,75
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 116.716.562,67 105.415.204,34
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 87.637.712,01 45.655.428,20
532.248.638,35 424.519.375,81
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 50.001,00
2. Anteile an assoziierten Unternehmen 1.331.346,92 6.911.628,19
3. Beteiligungen 3.284.593,03 3.297.944,57
4. Ausleihungen an nahestehende Unternehmen 0,00 94.030.033,40
5. Sonstige Ausleihungen 5.020,15 2.035,00
4.620.960,10 104.291.642,16
691.640.609,20 613.154.854,82
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 127.446.961,96 116.858.662,32
2. Unfertige Erzeugnisse 41.908.558,92 29.419.273,95
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 253.196.451,20 275.335.450,66
4. Geleistete Anzahlungen 1.680.615,80 0,00
424.232.587,88 421.613.386,93
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 498.646.763,53 466.457.936,47
2. Forderungen gegen nahestehende Unternehmen 29.949.616,60 151.217.497,68
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 180.531,73
4. Sonstige Vermögensgegenstände 137.536.102,29 126.511.336,04
666.132.482,42 744.367.301,92
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 610.063.498,62 296.314.056,96
1.700.428.568,92 1.462.294.745,81
C. Rechnungsabgrenzungsposten 9.269.786,28 6.977.411,53
2.401.338.964,40 2.082.427.012,16

Passiva

31.12.2021 Vorjahr
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Kapitalanteile der Kommanditisten 11.323.554,56 10.000.000,00
II. Rücklagen des Mutterunternehmens 497.617.282,78 228.060.138,41
III. Sonstige Konzernrücklagen 312.303.234,20 490.515.828,99
IV. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung 6.280.699,51 407.558,05
V. Nicht beherrschende Anteile 18.413.008,77 93.227.406,81
845.937.779,82 822.210.932,26
B. Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung 0,00 42.524,65
C. Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen zum Anlagevermögen 3.490.175,72 3.319.756,64
D. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 20.112.365,79 17.589.059,82
2. Steuerrückstellungen 32.900.727,64 33.453.519,30
3. Sonstige Rückstellungen 156.528.149,03 177.865.497,71
209.541.242,46 228.908.076,83
E. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 491.359.915,77 323.392.512,34
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 40.521,99 250.789,70
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 469.862.028,76 389.698.623,96
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 82.411.210,03 87.934.693,29
5. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 186.623.647,34 153.815.445,57
6. Sonstige Verbindlichkeiten 108.112.459,23 70.285.846,69
davon aus Steuern: EUR 47.994.276,00 (Vorjahr: EUR 16.229.648,62)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 4.660.799,64 (Vorjahr: EUR 4.537.007,65)
1.338.409.783,12 1.025.377.911,55
F. Rechnungsabgrenzungsposten 12.849,55 30.975,53
G. Passive latente Steuern 3.947.133,73 2.536.834,70
2.401.338.964,40 2.082.427.012,16

Anlage zur Konzernbilanz der Tönnies Holding GmbH & Co. KG zum 31.12.2021 *

2021
TEUR
Umsatzerlöse im Sinne des § 277 Abs. 1 HGB 6.065.944
Erträge aus Beteiligungen -548
Löhne, Gehälter, soziale Abgaben sowie Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 766.228

* gemäß § 5 Abs. 5 PubIG in Verbindung mit § 13 Abs. 3 Satz 2 PubIG

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

1. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Der Konzernabschluss der Tönnies Holding ApS & Co. KG, die ihren Sitz in Rheda-Wiedenbrück hat und beim Amtsgericht Gütersloh unter der Handelsregister-Nummer HRA 5590 registriert ist, wurde entsprechend den Vorschriften des Publizitätsgesetzes und des Handelsgesetzbuches (insbesondere § 13 PubIG und § 290 ff. HGB) aufgestellt. Der Konzernanhang richtet sich nach den Vorschriften der §§ 313 f. HGB.

Die Fristigkeitsvermerke zu den Forderungen (§ 298 Abs. 1 i.V.m. § 268 Abs. 4 HGB) und den Verbindlichkeiten (§ 298 Abs. 1 i.V.m. § 268 Abs. 5 HGB) sowie Mitzugehörigkeitsvermerke zu den Posten der Bilanz wurden zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit in den Anhang aufgenommen. Aus demselben Grund wurden in Erweiterung des gesetzlichen Gliederungsschemas die Position "Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern" in der Bilanz sowie die Zwischensumme "Ergebnis vor Steuern" in der Gewinn- und Verlustrechnung eingefügt.

Innerhalb der Eigenkapitalgliederung wird in Anlehnung an DRS 22 eine Aufgliederung zwischen den Rücklagen des Mutterunternehmens und den sonstigen Konzernrücklagen vorgenommen.

Die Kommanditisten halten neben ihrer Beteiligung an der Tönnies Holding ApS & Co. KG weitere gemeinschaftliche Beteiligungen. Diese Unternehmen, einschließlich ihrer Tochterunternehmen, werden als nahestehende Unternehmen bezeichnet; Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber diesen nahestehenden Unternehmen werden gesondert ausgewiesen; gleiches gilt für zugehörige Finanzerträge und -aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung.

2. Vergleichbarkeit der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Es haben sich keine wesentlichen Veränderungen beim Konsolidierungskreis ergeben, die zu einer eingeschränkten Vergleichbarkeit der Vorjahreszahlen führen.

3. Angaben zur Konsolidierung

a) Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind gemäß § 294 Abs. 1 HGB neben dem Mutterunternehmen 112 (Vorjahr 110) inländische und 45 (Vorjahr 43) ausländische Unternehmen einbezogen worden, an denen dem Mutterunternehmen jeweils unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht (§ 290 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. Abs. 3 HGB). In den Folgejahren wird es zu weiteren Umstrukturierungen kommen, um den Konzern in die Sparten Meat (Pork und Beef), Sausages, Convenience, International, Logistics, Ingredients sowie Central Services zu strukturieren. Die Tönnies Forschung ergänzt als gemeinnützige Gesellschaft die Struktur.

Die vollkonsolidierten Gesellschaften sind in der folgenden Aufstellung gemäß § 313 Abs. 2 HGB enthalten:

Name, Sitz Anteil am Kapital
%
Tönnies Zerlegebetrieb GmbH, Weißenfels (1) 100,0
Fleischwerk Weißenfels GmbH, Weißenfels (1) 100,0
Tönnies Holding Verwaltungs ApS, Brörup, Dänemark (2) 100,0
Tönnies Business Solutions GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Tönnies International Holding GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
CPC Foods Ltd., Coventry, Großbritannien 100,0
Becketts Food Ltd., Coventry, Großbritannien 100,0
Riverway Foods Holdings Limited, Coventry, Großbritannien 75,0
Riverway Foods Limited, Coventry, Großbritannien 100,0
Zaklady Miesne NOVE Sp. z.o.o., Nowe, Polen 100,0
Tönnies jugovzhodna Evropa d.o.o., Maribor, Slowenien 100,0
Tican Fresh Meat A/S, Thisted, Dänemark 100,0
Tican Process Holding Ltd., Bury St Edmunds Suffolk, Großbritannien 100,0
Direct Table Foods Ltd., Little Saxham Suffolk, Großbritannien 100,0
ProPak Foods Ltd., Malton North Yorkshire, Großbritannien 100,0
Tican UK Holdings Ltd., Loughton Essex, Großbritannien 100,0
Tican UK Ltd., Essex, Großbritannien 100,0
Tican Chilled Ltd., Essex, Großbritannien 100,0
Tican-Rose GmbH, Eckernförde 50,0
Alliance des Viandes de France SAS, Vire-Normandie, Frankreich 51,0
Aragon Matadero, S.L.U., Barcelona, Spanien 100,0
Tönnies Food China Ltd., Hong Kong, China 100,0
Tönnies France SARL, Lille, Frankreich 80,0
Tönnies Convenience GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Tönnies Food Ltd., Moskau, Russland 100,0
Tönnies Food Trading (Beijing) Co. Ltd.,(Peking) China 100,0
Tönnies Hungary Kfc, Veresegyhäz, Ungarn 100,0
Tönnies Belgie BVBA, Brügge (Asseebroek), Belgien 80,0
Tönnies Financial Services GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Grundt By-Products GmbH, Steinfeld (1) 100,0
Bradleys Country Food GmbH, Brandenburg an der Havel (1) 100,0
Tönnies Meat ApS & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück 100,0
Tönnies Sausages + Convenience ApS & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück 100,0
C&K Meats Ltd., Coventry, Großbritannien 100,0
Foodservice Badbergen GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück 100,0
TG Food Company GmbH, Badbergen (1) 100,0
Tönnies Central Services GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück 100,0
Tönnies Versicherungsdienst GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Health Analytics Lab GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
FSD Technical Services GmbH, Rheda-Wiedenbrück 100,0
Tönnies Immobilien Service GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück 100,0
Tevex Holding Logistics GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück 100,0
Aero GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Tevex Logistics GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
FFT Fresh Food Transport GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Tevex Logistics Sp.z.o.o., Grodzisk Wielkopolsi, Polen 100,0
Tevex Logistics GmbH, Traun, Österreich 100,0
Tönnies Beteiligungs GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück 100,0
Weidemark Fleischwaren Beteiligungsgesellschaft mbH (2) , Sögel 100,0
SB-Convenience GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Tönnies Lebensmittel Beteiligungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Tevex Logistics Verwaltungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Tönnies Central Services Verwaltungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Tönnies Services d.o.o., Belgrad, Serbien 100,0
Tönnies Sausages + Convenience Verwaltungs ApS, Brörup, Dänemark (2) 100,0
Tönnies RIND Beteiligungsgesellschaft mbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Lindenring Besitz Beteiligungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Tönnies Beteiligungs Verwaltungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Food Service Badbergen Verwaltungs-GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Tönnies Meat Verwaltungs ApS, Brörup, Dänemark (2) 100,0
Delme Pensionsgesellschaft Beteiligungs-GmbH, Böklund (2) 100,0
Könecke Fleischwarenfabrik Beteiligungs-GmbH, Böklund (2) 100,0
Redlefsen Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung, Böklund (2) 100,0
T 1 GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Chemnitzer Wurstspezialitäten Verwaltungs-GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
EL 2 GmbH, Böklund (2) 100,0
HN Produktion-Verwaltungs GmbH, Böklund (2) 100,0
Tönnies Immobilien Services Verwaltungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Vevia 4 You Verwaltungs GmbH, Böklund (2) 100,0
ZUR MÜHLEN Services Beteiligungs-GmbH, Böklund (2) 100,0
Marten Fleischwarenfabrik Beteiligungs GmbH, Böklund (2) 100,0
Anhalter Zerbst Beteiligungs-GmbH, Böklund (2) 100,0
Tönnies Werksverkauf GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Tillman's Convenience GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Tillman's Qualitätsmetzgerei GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Tönnies Foodservice GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Tönnies RIND GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück 100,0
Reisinger GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
TG NOVA Sp.z.o.o, Grodzisk Wielkopolsi, Polen 100,0
Jade Schlachthof Wilhelmshaven GmbH, Wilhelmshaven (1) 100,0
Schlachthof Legden GmbH, Legden (1) 100,0
Rüdiger Thomsen Handels GmbH, Kellinghusen (1) 100,0
R. Thomsen EU-Großschlachterei GmbH, Kellinghusen (1) 100,0
Schlachthof Badbergen GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
FIRoWa Handels GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
ARNO - PROTEIN & FAT N.V., Ichtegem, Belgien 100,0
Progra BVBA, Hulshout, Belgien 100,0
Fapro N.V., Ichtegem, Belgien 100,0
Acontex GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Nord Ingredients GmbH, Kempten (1) 100,0
petcura GmbH, Rheda-Wiedenbrück 100,0
A.F.G. Allgäu Fleisch GmbH, Kempten (Allgäu) (1) 100,0
Weidemark Fleischwaren GmbH & Co. KG, Sögel (1) 100,0
Lindenring Besitz GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück 100,0
Tönnies Fleisch CZ s.r.o., Jihlava, Tschechien 70,0
Tönnies Fleisch Italia Srl, Vignola (Provinz Modena), Italien 55,0
GRILLIAMO SRL, Vignola, (Provinz Modena) Italien 100,0
Tönnies Nordic A/S, Værløse, Dänemark 60,0
Tönnies Nordic Finland Oy, Espoo, Finnland 100,0
Tönnies Fleisch UK Ltd., Spalding Lincs, Großbritannien 100,0
Tönnies USA, INC, Springfield, USA (1) 100,0
Tönnies-Fleisch Polska Sp.z.o.o., Kalisz Pomorski, Polen 100,0
Tönnies Livestock GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Tönnies Livestock Denmark A/S, Brörup, Dänemark 100,0
Tönnies Livestock Netherlands B.V., Oldenzaal Enschede, Niederlande 100,0
Tönnies Bio-Fleisch GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück 100,0
ZUR MUEHLEN ApS & Co. KG, Böklund 100,0
BKA - der Werksverkauf, die Werkskantine GmbH, Böklund 100,0
Delme Pensionsgesellschaft GmbH & Co. KG, Böklund (1) 100,0
Könecke Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG, Böklund (1) 100,0
Böklunder Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG, Böklund (1) 100,0
Die frische Thüringer! GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Chemnitzer Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Lutz! Markenvertrieb GmbH, Rheda-Wiedenbrück (1) 100,0
Gutfried GmbH, Böklund 100,0
Vevia 4 You GmbH & Co. KG, Böklund 100,0
ZG Technical Services GmbH, Böklund 100,0
Könecke Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG, Böklund 100,0
DoellingHareico Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG, Satrup 100,0
Böklunder Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG, Böklund 100,0
Zur Mühlen ApS, Brørup, Dänemark 100,0
Zur Mühlen Holding III GmbH, Böklund (1) 100,0
Claus Dölling GmbH, Elmshorn 100,0
zM Nordlogistik GmbH & Co. KG, Elmshorn (1) 100,0
HN Produktion GmbH & Co. KG, Böklund (1) 100,0
Astro Fleischwaren GmbH & Co. KG, Böklund (1) 100,0
VE 1 GmbH, Böklund 100,0
Gutfried Services GmbH, Böklund (1) 100,0
Wilx Nahrungsmittel-Vertriebsgesellschaft mit beschränkter Haftung, Böklund (1) 100,0
Marten Vertriebs Verwaltungs GmbH i.L., Böklund 100,0
ZM AW GmbH, Böklund 100,0
ZUR MÜHLEN Services GmbH & Co. KG, Böklund (1) 100,0
Könecke Sp.z.o.o., Slubice, Polen 100,0
Anhalter Zerbst Besitzgesellschaft GmbH & Co. KG, Böklund (1) 100,0
Z2 Besitz GmbH, Rheda-Wiedenbrück 100,0
Marten Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG, Böklund 100,0
Die frische Thüringer GmbH, Rheda-Wiedenbrück 100,0
Anhalter Fleischwaren GmbH Zerbster Original, Zerbst (1) 100,0
Schulte Umwelttechnik GmbH, Zerbst (1) 100,0
Carnis Vertriebs GmbH, Bremen (1) 100,0
Schulte Fleisch- und Wurstwaren GmbH, Dissen (1) 100,0
zur Mühlen Gruppe Markenvertriebs GmbH, Böklund (1) 100,0
Wikinger Fleischwaren GmbH, Flensburg (1) 100,0
ZMI Zur Mühlen International GmbH, Böklund (1) 100,0
ZMI A/S, Abyhoj in Arhus, Dänemark 100,0
ZUR MUEHLEN Gruppe Markenvertriebs Besitz GmbH & Co. KG, Böklund (1) 100,0
Joh. Blankemeyer GmbH & Co. KG, Böklund (1) 100,0
Zur Mühlen Mobilienbesitz Beteiligungs-GmbH, Böklund (2) 100,0
Zur Mühlen Mobilienbesitz GmbH & Co. KG, Böklund 100,0
Tönnies Bio-Fleisch Beteiligungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Claus Geflügel Vertriebs Verwaltungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Claus Geflügel Vertriebs GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück 100,0
Claus Geflügel Beteiligungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück (2) 100,0
Claus Geflügel GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück 100,0
FPA GmbH, Rheda-Wiedenbrück 51,0
Gütersloher Fleischwarenfabrik J.F. Marten GmbH, Böklund (1) 100,0

(1) Für diese Gesellschaften existieren freiwillige Verlustübernahmeverträge.
(2) Diese Gesellschaften stellen persönlich haftende Gesellschaften im Konsolidierungskreis dar (sog. Komplementär-Gesellschaften).

Die Gesellschaft Tican-Rose GmbH, Eckernförde, wurde aufgrund eines Doppelstimmrechtes vollkonsolidiert.

Die Gesellschafter der Tönnies Holding ApS & Co. KG haben im abgelaufenen Geschäftsjahr Zwerganteile an Tochtergesellschaften eingebracht.

Gemäß § 296 Abs. 2 HGB wurde ein (Vorjahr drei) Tochterunternehmen nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da dieses aufgrund des geringfügigen Anteils am Konzernumsatz sowie -ergebnis nur von untergeordneter Bedeutung ist:

Name, Sitz Anteil am Kapital
%
Tönnies Forschung Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung der Forschung über die Zukunft des Tierschutzes in der Nutztierhaltung mbH, Rheda-Wiedenbrück 100,0

Es wird zudem die Mehrheit der Stimmrechte an der Unterstützungskasse der deutschen Fleischindustrie e.V., Rheda-Wiedenbrück, gehalten. Die Gesellschaft ist von untergeordneter Bedeutung und wird ebenfalls nicht mitkonsolidiert.

Folgende Beteiligung mit einem Anteilsbesitz (entspricht den Stimmrechten) zwischen 20 % - 50 % wurde gemäß den §§ 310 ff. HGB nach der Equity-Methode im Konzernabschluss berücksichtigt:

Name, Sitz Anteil am Kapital Eigenkapital Ergebnis
% TEUR TEUR
Proteinunion GmbH, Kempten 50,0 2.663 304

Die vom assoziierten Unternehmen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Mutterunternehmens. Die Beteiligung an der Sinfo One s.p.a., Parma, Italien, wurde veräußert.

Die Abschreibung dieser Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt planmäßig nach der linearen Methode über einen Zeitraum von 5 Jahren. Die Nutzungsdauer wurde auf Basis des starken technologischen Wandels und der starken Konkurrenzsituation der Gesellschaften festgelegt.

Der Konzernbilanzstichtag entspricht bei sämtlichen Gesellschaften dem Bilanzstichtag des Mutterunternehmens und dem Bilanzstichtag der einbezogenen Unternehmen. Wesentliche Veränderungen der Wertverhältnisse haben sich nicht ergeben.

Die nachfolgenden Tochterunternehmen wurden erstmals konsolidiert:

Name und Sitz der Gesellschaft Gund Erstkonsolidierungszeitpunkt
FPA GmbH, Rheda-Wiedenbrück Neugründung 01.01.2021
Tönnies Bio-Fleisch GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück Neugründung 05.11.2021
Zur Mühlen Mobilienbesitz Beteiligungs-GmbH, Böklund Einbringung 01.01.2021
Zur Mühlen Mobilienbesitz GmbH & Co. KG, Böklund Einbringung 01.01.2021
Tönnies Bio-Fleisch Beteiligungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück Neugründung 01.01.2021
Claus Geflügel Vertriebs Verwaltungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück Neugründung 01.01.2021
Claus Geflügel Vertriebs GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück Neugründung 01.01.2021
Claus Geflügel Beteiligungs GmbH, Rheda-Wiedenbrück Neugründung 01.01.2021
Claus Geflügel GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück Neugründung 01.01.2021
Riverway Foods Holding Ltd, Harlow, England Neugründung 01.01.2021
Tönnies Services d.o.o., Belgrad, Serbien Neugründung 01.01.2021

Die folgende Tabelle zeigt die Gesellschaften auf, die in 2021 entkonsolidiert worden sind:

Name und Sitz der Gesellschaft Grund Zeitpunkt
Landsberger Wurstspezialitäten Verwaltungs-GmbH, Rheda-Wiedenbrück Verkauf 01.01.2021
Veracus GmbH, Meppen Verkauf 01.01.2021
Landsberger Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück Verkauf 01.01.2021
Schlachthof Beckum GmbH, Beckum Verschmelzung 01.10.2021
EL 3 GmbH, Böklund Verkauf 29.03.2021
Z1 Besitz GmbH, Rheda-Wiedenbrück Verkauf 01.01.2021
Börger Wurstwaren GmbH, Rheda-Wiedenbrück Verkauf 01.01.2021

b) Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung der Gesellschaften des Konzerns für Erwerbsvorgänge vor dem 1. Januar 2010 erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a.F. nach der Buchwertmethode. Entsprechend Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB wurde diese bisher angewandte Buchwertmethode unverändert fortgeführt.

Für ab dem 1. Januar 2010 erstmals zu konsolidierende Tochterunternehmen erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode gem. §301 Abs. 1 Satz 2 HGB durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden anteiligen Eigenkapital der konsolidierten Gesellschaften zu dem Zeitpunkt, zu dem das jeweilige Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist.

Ein nach Verrechnung verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung aktiviert und gemäß § 309 Abs. 1 HGB planmäßig abgeschrieben. Sich ergebende passive Unterschiedsbeträge werden grundsätzlich als Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung ausgewiesen und gemäß § 309 Abs. 2 HGB i.V.m. DRS 23 fortgeschrieben. Aus dem Hinzuerwerb von Minderheitenanteilen an bereits vollkonsolidierten Tochterunternehmen resultierende aktive oder passive Unterschiedsbeträge werden mit den Konzernrücklagen verrechnet. Die sich aus Vorjahren ergebenden Geschäfts- oder Firmenwerte werden über 15 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibung über 15 Jahre ergibt sich aus Art und Umfang des übernommenen Geschäftsbetriebs und den erwarteten Ertragspotenzialen. Zugänge ab 2010 unterliegen einer Nutzungsdauer von ein bis zwölf Jahren. Die Nutzungsdauer wird jeweils betriebsindividuell ermittelt.

Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Gesellschaften wurden vollständig eliminiert. Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung wurden - sofern erforderlich - erfolgswirksam erfasst.

Die Innenumsatzerlöse wurden mit dem Materialaufwand bzw. den auf sie entfallenden Aufwendungen der Lieferungs- oder Leistungsempfänger aufgerechnet; gleichfalls wurden die konzerninternen Zinsaufwendungen und -erträge kompensiert. Ebenso werden andere Erträge und Aufwendungen eliminiert.

Auf die Eliminierung von Zwischenergebnissen aus Lieferungen von fertigen Erzeugnissen und Waren zwischen einbezogenen Gesellschaften wurde verzichtet, da diese für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind.

Auf Konsolidierungsmaßnahmen, die zu Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen führen, werden latente Steuern nach § 306 HGB abgegrenzt, wenn sich diese Differenzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder abbauen und soweit es sich nicht um einen nach § 301 Abs. 3 HGB verbleibenden Unterschiedsbetrag handelt. Steuerbe- und -entlastungen werden stets miteinander verrechnet.

Die auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallenden Eigenkapitalanteile von einbezogenen Tochterunternehmen (einschließlich Kapital- und Gewinnrücklagen) sowie der auf diese nicht beherrschenden Gesellschafter entfallende Anteil am Jahresergebnis der jeweiligen Tochterunternehmen werden innerhalb des Eigenkapitals unter dem Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile ausgewiesen.

c) Befreiung von der Offenlegung

Folgende Tochterunternehmen erfüllen die Voraussetzungen des § 264 Abs. 3 HGB, § 264b HGB bzw. des § 5 Abs. 6 PubIG i.V.m. § 264 Abs. 3 HGB und werden unter anderem von der dort geregelten Offenlegungsbefreiung Gebrauch machen:

Name und Sitz der Gesellschaft Befreiungsoption
Tönnies Zerlegebetrieb GmbH, Weißenfels § 264 Abs. 3 HGB
Aero GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Tönnies Business Solutions GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Tönnies International Holding GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Fleischwerk Weißenfels GmbH, Weißenfels § 264 Abs. 3 HGB
Tönnies Financial Services GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Reisinger GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Grundt By-Products GmbH, Steinfeld § 264 Abs. 3 HGB
Bradleys Country Food GmbH, Brandenburg an der Havel § 264 Abs. 3 HGB
Tönnies Foodservice GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück § 5 Abs. 6 PubIG iVm § 264 HGB
Tillman's Convenience GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Tönnies Werksverkauf GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Jade Schlachthof Wilhelmshaven GmbH, Wilhelmshaven § 264 Abs. 3 HGB
FIRoWa Handels GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Acontex GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
A.F.G. Allgäu Fleisch GmbH, Kempten § 264 Abs. 3 HGB
Tönnies Convenience GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück § 5 Abs. 6 PubIG iVm § 264 HGB
Tevex Logistics GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Nord Ingredients GmbH, Kempten § 264 Abs. 3 HGB
Schlachthof Legden GmbH, Legden § 264 Abs. 3 HGB
Weidemark Fleischwaren GmbH & Co. KG, Sögel § 5 Abs. 6 PubIG iVm § 264 HGB
Tönnies Versicherungsdienst GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Health Analytics Lab GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Tillman' s Qualitätsmetzgerei GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
FFT Fresh Food Transport GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Tönnies Livestock GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Rüdiger Thomsen Handels GmbH, Kellinghusen § 264 Abs. 3 HGB
R. Thomsen EU-Großschlachterei GmbH, Kellinghusen § 264 Abs. 3 HGB
Tönnies Immobilien Service GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück § 264b HGB
TG Food Company GmbH, Badbergen § 264 Abs. 3 HGB
Schlachthof Badbergen GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
FSD Technical Services GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
petcura GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Zur Mühlen Mobilienbesitz GmbH & Co. KG, Böklund § 264b HGB
ZUR MUEHLEN ApS & Co KG, Böklund § 5 Abs. 6 PubIG iVm § 264 HGB
ZUR MÜHLEN Services GmbH & Co. KG, Böklund § 264b HGB
Delme Pensionsgesellschaft GmbH & Co. KG, Böklund § 264b HGB
ZUR MUEHLEN Gruppe Markenvertriebs Besitz GmbH & Co. KG, Böklund § 264b HGB
Joh. Blankemeyer GmbH & Co. KG, Gütersloh § 264b HGB
Gütersloher Fleischwarenfabrik J.F. Marten GmbH, Böklund § 264 Abs. 3 HGB
Könecke Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG, Böklund § 264b HGB
Böklunder Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG, Böklund § 264b HGB
Die frische Thüringer! GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück § 264b HGB
Chem nitzer Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück § 264b HGB
Lutz! Markenvertrieb GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Anhalter Zerbst Besitzgesellschaft GmbH & Co. KG, Böklund § 264b HGB
Schulte Umwelttechnik GmbH, Zerbst § 264 Abs. 3 HGB
Carnis Vertriebs GmbH, Bremen § 264 Abs. 3 HGB
Schulte Fleisch- und Wurstwaren GmbH, Dissen § 264 Abs. 3 HGB
zur Mühlen Gruppe Markenvertriebs GmbH, Böklund § 264 Abs. 3 HGB
ZMI Zur Mühlen International GmbH, Böklund § 264 Abs. 3 HGB
Gutfried GmbH, Böklund § 264 Abs. 3 HGB
Zur Mühlen Holding III GmbH, Böklund § 264 Abs. 3 HGB
zM Nordlogistik GmbH & Co. KG, Elmshorn § 264b HGB
HN Produktion GmbH & Co. KG, Böklund § 264b HGB
Gutfried Services GmbH, Böklund § 264 Abs. 3 HGB
Wilx Nahrungsmittel-Vertriebsgesellschaft mit beschränkter Haftung, Böklund § 264 Abs. 3 HGB
Astro Fleischwaren GmbH & Co. KG, Böklund § 264b HGB
Wikinger Fleischwaren GmbH, Flensburg § 264 Abs. 3 HGB
Marten Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG, Gütersloh § 264b HGB
Die frische Thüringer GmbH, Rheda-Wiedenbrück § 264 Abs. 3 HGB
Vevia 4 You GmbH & Co. KG, Böklund § 264b HGB
Könecke Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG, Böklund § 264b HGB
DoellingHareico Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG, Satrup § 264b HGB
Böklunder Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG, Böklund § 264b HGB
ZG Technical Services GmbH, Böklund § 264 Abs. 3 HGB

4. Allgemeine Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie zur Währungsumrechnung

Die Abschlüsse der konsolidierten Gesellschaften werden nach einheitlichen Bilanzierungs und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Maßgeblich sind hierbei die für Kapitalgesellschaften sowie bestimmte Personenhandelsgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsrechts.

Nach Umgliederungen und materiellen Anpassungen der landesrechtlichen Einzelabschlüsse an die deutsche Bilanzierungsweise werden die in Landeswährung erstellten Jahresabschlüsse in Euro umgerechnet. Dabei wurden die Bilanzposten, mit Ausnahme des Eigenkapitals (Umrechnung mit historischen Kursen), mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet worden. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung im Eigenkapital eingestellt.

Die Gliederung der Konzernbilanz sowie der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den für Kapitalgesellschaften sowie bestimmte Personenhandelsgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsrechts. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt worden.

Es wurden die im Folgenden beschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - unverändert - angewandt.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Bei den Anschaffungskosten sind sowohl Nebenkosten als auch gewährte Skonti und Rabatte berücksichtigt. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden Vermögensgegenstände des Anlagevermögens außerplanmäßig abgeschrieben. Die Abschreibungen werden pro rata temporis vorgenommen. Die den Abschreibungen zugrunde liegenden Nutzungsdauern orientieren sich an den amtlichen AfA-Tabellen und den Einschätzungen zur betrieblichen Nutzungsdauer. Die Abschreibungen erfolgen über einen Zeitraum von 3 bis 33 Jahren. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten unter EUR 800,00 werden sofort voll abgeschrieben. Das Aktivierungswahlrecht für selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände im Sinne des § 248 Abs. 2 HGB wird nicht angewendet.

Die Abschreibungen wurden pro rata temporis vorgenommen. Die den Abschreibungen zugrunde liegenden Nutzungsdauern orientieren sich an der durch die Geschäftsführung eingeschätzten voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer sowie an den amtlichen AfA-Tabellen. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Ist der ursprüngliche Grund für eine außerplanmäßige Abschreibung entfallen, erfolgt grundsätzlich eine Zuschreibung bis zu den fortgeführten Buchwerten.

Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau werden zum Nennwert angesetzt.

Die in den Vorjahren erhaltenen Zulagen und Zuschüsse werden in einem Sonderposten passivisch ausgewiesen und ratierlich entsprechend den angewendeten Abschreibungsmethoden über die Nutzungsdauer der geförderten Anlagegüter aufgelöst.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen, die Beteiligungen und sonstige Ausleihungen sind zu Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, mit dem jeweils niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.

Die at-Equity bewerteten Anteile an assoziierten Unternehmen werden im Zeitpunkt der Erlangung eines maßgeblichen Einflusses bzw. bei Gründung nach der Buchwertmethode gemäß § 312 Abs. 1 Satz 1 HGB zu Anschaffungskosten in der Konzernbilanz angesetzt. In den Folgejahren wird der bilanzierte at-Equity-Wert um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen des Beteiligungsunternehmens fortgeschrieben.

Die im Vorratsvermögen ausgewiesenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren werden mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet, die überwiegend nach der retrograden Methode durch Vornahme von Abschlägen auf vorsichtig bemessene Verkaufspreise am Bilanzstichtag ermittelt werden. Fremdkapitalzinsen sowie Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert.

Ein untergeordneter Teilbereich der Vorräte wird abweichend von den vorgenannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach der Festwertmethode gemäß § 240 Abs. 3 HGB mit einer gleichbleibenden Menge und einem gleichbleibenden Wert angesetzt. Es handelt sich hierbei um Vermögensgegenstände, die regelmäßig ersetzt werden und deren Gesamtwert für das jeweilige Unternehmen bzw. den Konzern von nachrangiger Bedeutung ist. Diese Festwertbestände werden grundsätzlich in Zeitabständen von drei Jahren durch eine körperliche Bestandsaufnahme ermittelt, fortgeschrieben und bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert unter Beachtung evtl. niedrigerer beizulegender Werte angesetzt. Erkennbare Risiken werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Dem in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegenden allgemeinen Ausfallrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Forderungen in Fremdwährungen wurden zum Devisenkassamittelkurs am Tag der Entstehung bzw. zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. In die Bilanz sind die untenstehenden Stichtagskurse (SK) und in die Gewinn- und Verlustrechnung die folgenden Periodendurchschnittskurse (PDK) eingeflossen.

31.12.2021 Wechselkurs Währung 31.12.2020 Wechselkurs Währung
PDK 7,61 Renminbi PDK 7,87 Renminbi
SK 7,19 Renminbi SK 8,02 Renminbi
PDK 25,65 tschechische Kronen PDK 26,46 tschechische Kronen
SK 24,86 tschechische Kronen SK 26,24 tschechische Kronen
PDK 7,44 dänische Kronen PDK 7,45 dänische Kronen
SK 7,44 dänische Kronen SK 7,44 dänische Kronen
PDK 0,86 britische Pfund PDK 0,89 britische Pfund
SK 0,84 britische Pfund SK 0,90 britische Pfund
PDK 358,61 ungarische Forint PDK 351,25 ungarische Forint
SK 369,19 ungarische Forint SK 363,89 ungarische Forint
PDK 4,57 polnische Zloty PDK 4,44 polnische Zloty
SK 4,60 polnische Zloty SK 4,56 polnische Zloty
PDK 117,57 serbischer Dinar PDK 117,58 serbischer Dinar
SK 117,58 serbischer Dinar SK 117,58 serbischer Dinar
PDK 87,33 russische Rubel PDK 82,72 russische Rubel
SK 85,30 russische Rubel SK 91,47 russische Rubel
PDK 1,18 US Dollar PDK 1,14 US Dollar
SK 1,13 US Dollar SK 1,23 US Dollar
PDK 9,19 Hongkong-Dollar PDK 8,86 Hongkong-Dollar
SK 8,83 Hongkong-Dollar SK 9,51 Hongkong-Dollar

Die liquiden Mittel sind mit ihrem Nennwert bilanziert. Bankguthaben in fremder Währung sind mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite (Passivseite) Ausgaben (Einnahmen) vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwand (Ertrag) für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Neben den aus Konsolidierungsmaßnahmen resultierenden Steuerabgrenzungen entstehen latente Steuern aus temporären Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz, die bei ihrem Ausgleich in späteren Jahren zur Entlastung bzw. Belastung führen. Die in den jeweiligen Einzelabschlüssen der einbezogenen Gesellschaften ausgewiesenen Überhänge an aktiven latenten Steuern werden im Konzernabschluss nicht angesetzt. Aus Konsolidierungsmaßnahmen haben sich latente Steuern aus der Aufdeckung stiller Lasten ergeben, die nicht ausgewiesen werden. Die aus den Einzelabschlüssen resultierenden passiven latenten Steuern belaufen sich auf TEUR 3.947 (Vorjahr TEUR 2.537) und beziehen sich im Wesentlichen auf Bewertungsunterschiede im Bereich des Anlagevermögens. Die Veränderung dieser Position erfolgt, mit Ausnahme eines geringen Anteils im Rahmen der Währungsumrechnung ausländischer Gesellschaften, ergebniswirksam. Die anzuwendenden Steuersätze betragen im Durchschnitt 18,5% (Vorjahr 17,5 %).

Innerhalb des Eigenkapitals des Konzerns stimmen die Posten Kapitalanteile der Kommanditisten sowie Rücklagen des Mutterunternehmens mit den entsprechenden Posten aus dem Jahresabschluss des Mutterunternehmens überein.

Die sonstigen Konzernrücklagen beinhalten die seit der jeweiligen Erstkonsolidierung thesaurierten Jahresergebnisse der Tochterunternehmen, soweit sie nicht auf nicht beherrschende Anteile in Fremdbesitz entfallen, bereinigt um Konsolidierungseffekte einschließlich der Effekte aus Folgekonsolidierungen (z.B. in Gestalt der Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte aus Erstkonsolidierungen), der Effekte aus der Anwendung der Equity-Methode und der Effekte aus latenten Steuern.

Für die Rückstellungen für Pensionen wird als Berechnungsmethode das Teilwertverfahren angewendet. Es handelt sich dabei um ein Anwartschaftsdeckungsverfahren (Projected Unit Credit Method / PUC-Methode). Der Teilwert ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Barwert der künftigen Pensionsleistungen am Schluss des Geschäftsjahres und dem Barwert der gleichbleibenden Jahresbeträge für die Pensionsberechtigten vor Beendigung des Dienstverhältnisses. Für unverfallbare Ansprüche ausgeschiedener Pensionsberechtigter oder nach Eintritt des Versorgungsfalls wird als Berechnungsmethode der Barwert der künftigen Pensionsleistungen angewendet. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Für die Abzinsung wurde ein von der Deutschen Bundesbank vorgegebener durchschnittlicher Marktzinssatz bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren von 1,87 % (Vorjahr 2,30 %) verwendet. Gehalts- und Rententrends werden mit erwarteten Steigerungen von jeweils 0,00 % bis 1,00 % p.a. berücksichtigt sowie grundsätzlich eine Fluktuation bei Aktiven auf Basis der Heubeck Richttafeln unterstellt.

Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes werden im operativen Ergebnis erfasst.

Die Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen wurden nach versicherungsmathematischen Berechnungsverfahren (PUC-Methode) sowie grundlegenden Annahmen der Berechnung gemäß den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck unter Anwendung des laufzeitadäquaten pauschalen Marktzinssatzes von 1,36 % bewertet.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Kurzfristige Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet.

Erhaltene Anzahlungen werden zum Nennwert angesetzt.

5. Erläuterung zur Konzernbilanz und zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Anlagevermögen

Die Veränderungen der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021 sind in der Übersicht zur Entwicklung des Anlagevermögens (Anlage zum Konzernanhang) dargestellt.

Unter dem Posten Geschäfts- oder Firmenwert werden solche aus Einzelabschlüssen der einbezogenen Tochterunternehmen sowie aus verbleibenden aktiven Unterschiedsbeträgen aus der Kapitalkonsolidierung ausgewiesen. Die Abschreibung erfolgt planmäßig nach der linearen Methode über einen Zeitraum von 1 bis 15 Jahren. Die Nutzungsdauer wurde auf der Grundlage der dauerhaften Kunden- und Lieferantenbeziehung festgelegt.

Die Restbuchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte teilen sich wie folgt auf:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Aus Einzelabschlüssen 2.053 2.406
Aus Kapitalkonsolidierung 63.112 65.640
65.165 68.046

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein ehemals nahestehendes Unternehmen eingebracht. Aus der Einbringung resultiert ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 25,9 Mio. EUR. Die darüber hinausgehende Veränderung des Firmenwertes resultiert im Wesentlichen aus den vorgenommenen Abschreibungen. Die Abschreibung erfolgt planmäßig über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren, die auf Basis der starken Konkurrenzsituation im Lebensmitteleinzelhandel und in der fleischverarbeitenden Industrie festgesetzt wurde.

Im Vorjahr lagen Ausleihungen an nahestehende Unternehmen in Höhe von TEUR 94.030 vor. Die Ausleihungen wurden zurückbezahlt, da die Beteiligungen an den Gesellschaften OOO Mjaso-Sojuz T, Woronesch/Russland, sowie 000 Mjaso-Sojuz T, Woronesch/Russland, veräußert worden sind.

Forderungen

Zum Jahresende bestehen keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr TEUR 5.504) mit einer Laufzeit über einem Jahr. Sie bestehen in Höhe von TEUR 111.780 gegen nahestehende Unternehmen und resultieren aus der Veräußerung eines gewerblichen Schutzrechtes.

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultierten im Vorjahr in voller Höhe aus Lieferungen und Leistungen. Im Geschäftsjahr gab es keine Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht.

Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen betragen TEUR 29.950 (Vorjahr TEUR 151.217). Davon entfallen auf Darlehensforderungen nebst Zinsansprüchen TEUR 18.286 (Vorjahr TEUR 143.397) und auf sonstige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen TEUR 11.664 (Vorjahr TEUR 7.820).

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten unter anderem Forderungen aus Steuererstattungsansprüchen, Ansprüche gegen Versicherungen, sonstige Erstattungsansprüche sowie debitorische Kreditoren.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Es liegen keine Verpfändungen von Sicherheiten vor. Im Vorjahr lagen Verpfändungen vor, welche im Zusammenhang mit einem Engagement der Tönnies-Gruppe in Russland standen. Das Engagement in Russland wurde in 2021 beendet.

Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten belaufen sich auf TEUR 9.270 (Vorjahr TEUR 6.977). Hierbei handelt es sich insbesondere um zeitanteilig aufzulösende Versicherungsaufwendungen, bestehende Wartungsverträge sowie abgegrenzte Mietaufwendungen.

Latente Steuern

Der Ausweis der latenten Steuern stellt sich tabellarisch wie folgt dar:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
TEUR TEUR
Latente Steuern aus Einzelabschlüssen temporäre Differenzen aus Bilanzunterschieden 0 3.945
Latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen Kapitalfolgekonsolidierung (stille Lasten) 0 2
Latente Steuern gesamt 0 3.947
Saldierung 3.947

Eigenkapital

Das Mutterunternehmen ist mit einem Kommanditkapital in Höhe von EUR 11.323.554,56 (Vorjahr EUR 10.000.000,00) ausgestattet. Die Kommanditeinlagen, von denen zum Bilanzstichtag insgesamt TEUR 400 (Vorjahr TEUR 400) als Hafteinlagen im Handelsregister eingetragen sind, sind vollständig erbracht. Unter dem Eigenkapitalposten Rücklagen des Mutterunternehmens weist der Konzern analog § 264c Abs. 2 Satz 8 HGB die über die Festkapitalkonten hinausgehenden Beträge aus, die auf Grund einer gesellschaftsrechtlichen Vereinbarung gebildet worden sind, nämlich die entsprechend dem Gesellschaftsvertrag für jeden Gesellschafter geführten Gesellschafterverrechnungskonten sowie das gesamthänderisch gebundene Rücklagenkonto.

Den Gesellschaftern stehen Regelentnahmen zu Lasten ihrer Gesellschafterverrechnungskonten im Verhältnis ihrer Festkapitalanteile zu. Maßgeblich für die Höhe der Entnahmen ist u.a. auch die wirtschaftliche Entwicklung der Tönnies Gesellschaften bzw. die Ertragsentwicklung. Bis zur Fälligkeit der Entnahmen sieht der Gesellschaftsvertrag der Tönnies Holding ApS & Co. KG vor, die Entnahmebeträge im Eigenkapital auszuweisen.

Der Posten für die nicht beherrschenden Anteile enthält auch die auf diese Gesellschafter entfallenden Anteile am Ergebnis des jeweiligen Tochterunternehmens. Der Posten setzt sich wie folgt zusammen. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der Einbringung von Minderheitenanteilen durch die Gesellschafter:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
von den Gesellschaftern des Mutterunternehmens gehaltene nicht beherrschende Anteile an Tochterunternehmen 15.046 83.191
von Dritten gehaltene nicht beherrschende Anteile 3.217 10.044
Anteil Minderheiten am Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung 150 -8
18.413 93.227

Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung

Im Vorjahr bestand ein passiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von TEUR 43. Der passive Unterschiedsbetrag wurde aufgrund der nicht zufriedenstellenden Ertagssituation aufgelöst. Wesentliche Ergebniswirkungen aus der Auflösung bestehen nicht.

Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen zum Anlagevermögen

Bei dem Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen zum Anlagevermögen handelt es sich um öffentliche Fördermittel im Zusammenhang mit durchgeführten Investitionsmaßnahmen im Bereich des Anlagevermögens. Der Sonderposten wurde insbesondere für die von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt erhaltenen Investitionszuschüsse gemäß R 6.5 Abs. 2 EStR i.V.m. §§ 247 Abs. 3, 273 HGB a.F. in den vorherigen Geschäftsjahren eingestellt und wird in Anlehnung an die durchschnittliche Nutzungsdauer der angeschafften und bezuschussten Sachanlagen über einen Zeitraum von 10 Jahren abgeschrieben. Die Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen (TEUR 151; Vorjahr TEUR 164). Der Sonderposten beträgt im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 3.490 (Vorjahr TEUR 3.320).

Rückstellungen für Pensionen

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB beträgt TEUR 1.743 (Vorjahr TEUR 2.267).

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen insbesondere Verpflichtungen im Personalbereich wie z.B. Resturlaub und Berufsgenossenschaftsbeiträge, Rechts- und Beratungskosten, Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Zu den Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften verweisen wir auf die weiter unten erfolgenden Angaben zu Fremdwährungsderivaten und Zinsderivaten.

Verbindlichkeiten

Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten:

Stand 31.12.2021
Gesamt 2021 (Vorjahr) bis zu einem Jahr (Vorjahr) ein bis fünf Jahre (Vorjahr) größer 5 Jahre (Vorjahr)
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 491.360 147.772 299.854 43.734
(Vorjahr) (323.393) (14.066) (268.327) (41.000)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 41 41 0 0
(Vorjahr) (251) (251) (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 469.862 469.777 85 0
(Vorjahr) (389.699) (389.699) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 186.624 186.624 0 0
(Vorjahr) (153.815) (153.815) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 82.411 82.411 0 0
(Vorjahr) (87.935) (87.935) (0) (0)
sonstige Verbindlichkeiten 108.112 108.039 76 0
(Vorjahr) (70.286) (70.223) (63) (0)
1.338.410 994.664 300.015 43.734
(1.025.379) (715.988) (268.390) (41.000)

Die Verbindlichkeiten werden durch Eigentumsvorbehalte, Sicherungsübereignungen und Mithaftung durch nahestehende Unternehmen gesichert. Neben den Gesellschaften im Konzernabschluss der Tönnies Holding ApS & Co. KG ist die Tönnies Grundbesitz GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, in den Konsortialkreditvertrag eingebunden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern wurden zurückgeführt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen betragen TEUR 186.624 (Vorjahr TEUR 153.815). Davon entfallen TEUR 184.303 (Vorjahr TEUR 143.090) auf Darlehensverbindlichkeiten und TEUR 2.320 (Vorjahr TEUR 10.725) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich unter anderem aus Verbindlichkeiten durch Betriebssteuern und Abgaben sowie Verpflichtungen gegenüber der Belegschaft zusammen.

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse umfassen Verkäufe von Produkten und Dienstleistungen, vermindert um direkte Erlösschmälerungen wie kundenbezogene Rabatte, Rückvergütungen und übrige Entgelte. Umsatzerlöse werden erfasst, sobald die Lieferung erfolgt ist oder die Leistung erbracht wurde.

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach Regionen wie folgt auf:

2021 2020 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR %
Bundesrepublik Deutschland 2.949.175 48,6% 3.001.051 45,0% -51.876 -1,7%
andere EU Länder 2.309.130 38,1% 2.151.727 32,2% 157.403 7,3%
übriges Europa und sonstige Drittländer 807.640 13,3% 1.522.358 22,8% -714.718 -46,9%
6.065.945 100,0% 6.675.136 100,0% -609.191 -9,1%

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach Sparten wie folgt auf:

2021 2020 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR %
Meat 4.223.217 69,6% 4.762.778 71,4% -539.561 -11,3%
Convenience und Sausages 1.647.558 27,2% 1.739.512 26,1% -91.954 -5.3%
sonstige 195.170 3,2% 172.846 2,6% 22.324 12,9%
6.065.945 100,0% 6.675.136 100,0% -609.191 -9,1%

Die Spartenaufgliederung im Konzerngeschäftsjahr 2021 erfolgt in Meat (umfasst die Bereiche Schlachtung und Zerlegung von Rindern, Schweinen und Sauen und den zugehörigen Vertrieb), Convenience und Sausages sowie Sonstige. In der Sparte Sonstige werden die Bereiche Logistics, Ingredients sowie zentrale Funktionen gebündelt.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Innerhalb der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Steueraufwendungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 1.529 (Vorjahr TEUR 2.871) sowie Steuererträge für Vorjahre in Höhe von TEUR 2.222 (Vorjahr TEUR 6.230) enthalten.

Sonstige Steuern

Die sonstigen Steuern enthalten im Wesentlichen Grundsteuern i.H.v. TEUR 1.517 (Vorjahr TEUR 1.581) sowie Kfz-Steuern von TEUR 705 (Vorjahr TEUR 607).

6. Sonstige Angaben

a) Haftungsverhältnisse und außerbilanzielle Geschäfte sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen Haftungsverhältnisse in Höhe von TEUR 410.701 (Vorjahr TEUR 410.707) aus der Besicherung von Kreditlinien zu Gunsten des nahestehenden Unternehmens Tönnies Grundbesitz GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück. Mit einer Inanspruchnahme ist aufgrund der Verwendung dieser Kredite für die Finanzierung der von der Tönnies-Gruppe genutzten Grundstücke und Gebäude nicht zu rechnen.

Des Weiteren bestehen Verpflichtungen in Höhe von EUR 2,7 Mio. (Vorjahr EUR 3,7 Mio.) aus Bestellobligo. Auf Leasingverpflichtungen entfallen EUR 6,1 Mio. (Vorjahr EUR 17,7 Mio.). Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Pachtverträgen in Höhe von EUR 45,6 Mio. (Vorjahr EUR 64,3 Mio p.a.). In diesem Betrag sind Verpflichtungen in Höhe von EUR 37,8 Mio. gegenüber dem nahestehenden Unternehmen Tönnies Grundbesitz GmbH & Co. KG, Rheda Wiedenbrück, und EUR 7,4 Mio. gegenüber dem nahestehenden Unternehmen ZM Grundbesitz GmbH & Co., Böklund, enthalten, die allesamt kurzfristig sind.

Der Einsatz von Miet-, Leasing- und Pachtverträgen dient der Verbesserung der Bilanzstruktur sowie der Verteilung des Liquiditätsabflusses über mehrere Perioden. Die Abflüsse liquider Mittel in künftigen Perioden stellen dabei sowohl ein Risiko als auch einen Vorteil dar.

Aus Gewährleistungen für fremde Leistungen (bürgschaftsähnliche Rechtsverhältnisse) resultieren mögliche Rückhaftungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 3.327 (Vorjahr TEUR 3.477), die sich auf Avale beziehen. Eine drohende Inanspruchnahme ist auch hier nicht ersichtlich, da die Gesellschaften solide im Markt positioniert sind.

Forderungen werden für einzelne Konzerngesellschaften im Rahmen von Factoring veräußert. Mit diesem Programm werden die Liquidität und der Finanzmittelfonds gestärkt und die latenten Ausfallrisiken im Forderungsbestand an den Erwerber übertragen. Zum Bilanzstichtag wurden Forderungen in Höhe von EUR 191,8 Mio. (Vorjahr EUR 89,6 Mio.) veräußert. Nach Abzug von Sicherheitseinbehalten in Höhe von EUR 28,6 Mio. (Vorjahr EUR 10,2 Mio.) sowie beim Factor noch nicht valutierten Transaktionen (z.B. Scheckeingänge) i.H.v. EUR 8,6 Mio. (Vorjahr EUR 1,6 Mio.) sind hieraus Finanzmittel in Höhe von EUR 154,5 Mio. (Vorjahr EUR 77,8 Mio.) zugeflossen. Im Vorjahr hat lediglich die Zur Mühlen Gruppe Forderungen veräußert. Im Geschäftsjahr veräußern neben der Zur Mühlen Gruppe (Tochtergesellschaften der Zur Mühlen ApS & Co. KG) auch Teile der Tönnies Gruppe Forderungen.

b) Fremdwährungsderivate

Zur Absicherung gegen Währungskursschwankungen werden Devisentermingeschäfte und Devisenoptionsgeschäfte genutzt.

Devisentermingeschäfte

Geschäftsart Fremdwährung Nominalvolumen
Kauf AUD 1.000.000,00
Verkauf AUD 5.700.000,00
Kauf GBP 160.000,00
Verkauf GBP 36.715.000,00
Kauf JPY 190.000.000,00
Verkauf JPY 0,00
Kauf PLN 2.830.000.000,00
Verkauf PLN 308.210.000,00
Kauf SEK 500.540.000,00
Verkauf SEK 1.501.300.000,00
Kauf USD 190.000.000,00
Verkauf USD 359.085.000,00
Kauf CAD 0,00
Verkauf CAD 630.000,00
Kauf CZK 0,00
Verkauf CZK 64.690.000,00
positiver Marktwert TEUR 1.535
negativer Marktwert TEUR -24.753

Devisenoptionsgeschäfte

Geschäftsart Fremdwährung Nominalvolumen
Kauf JPY 0,00
Verkauf JPY 2.625.000.000,00
Kauf SEK 0,00
Verkauf SEK 2.225.000.000,00
Kauf USD 0,00
Verkauf USD 100.000.000,00
positiver Marktwert TEUR 0
negativer Marktwert TEUR -3.948

Aus strukturierten Devisenprodukten resultiert ein negativer Marktwert in Höhe von TEUR 967. Aus OTC Derivaten resultieren ein positiver Marktwert in Höhe von TEUR 824 sowie ein negativer Marktwert in Höhe von TEUR 4.128.

c) Zinsderivate

Zur Absicherung von variablen Zahlungsströmen aus Kreditgeschäften gegen Zinssatzschwankungsrisiken haben die Muttergesellschaft sowie eine Tochtergesellschaft in den Vorjahren Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen. Sie werden, soweit möglich, nach § 254 HGB mit den Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die erwarteten Transaktionen beinhalten in den nächsten 5 Jahren nach dem Abschlussstichtag abfließende Zinszahlungen und entsprechen den jeweiligen der Unternehmensplanung zugrunde liegenden Zins- und Tilgungsplänen bestehender Darlehen.

Die Bilanzierung erfolgt nach der sogenannten "Einfrierungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen nicht bilanziert werden.

Zum Abschlussstichtag waren Sicherungsgeschäfte mit einem Nominalvolumen in Höhe von TEUR 139.210 (Vorjahr TEUR 139.210) abgeschlossen, die einen negativen Marktwert in Höhe von TEUR -2.642 (Vorjahr TEUR -7.301) aufweisen. Die Marktwerte werden auf Basis der Mark-to-Market-Methode ermittelt. Für den nicht-effektiven Teil der Bewertungseinheiten wurde in der Bilanz unter den sonstigen Rückstellungen eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von TEUR 2.642 (Vorjahr TEUR 7.301) berücksichtigt.

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften beschäftigten in den letzten beiden Jahren durchschnittlich:

2021 2020
Angestellte: 2.441 2.751
Gewerbliche Mitarbeiter: 17.199 8.184
19.640 10.935

e) Honorare des Abschlussprüfers

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers des Tönnies Holding ApS & Co. KG Konzerns beträgt TEUR 355 für Abschlussprüfungsleistungen. Für Steuerberatungsleistungen und für sonstige Leistungen sind Honorare in Höhe von TEUR 5 angefallen.

f) Persönlich haftende Gesellschafter

Persönlich haftende Gesellschafter der Tönnies Holding ApS & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, sind die Tönnies Holding Verwaltungs ApS, Brörup, Dänemark, mit einem gezeichneten Kapital von DKK 50.000 (rd. TEUR 6,7) sowie Herr Günter Daake, Rheda-Wiedenbrück, ohne feste Einlage.

g) Geschäftsführung

Einzelvertretungsberechtigte persönlich haftende Gesellschafterin der Tönnies Holding ApS & Co. KG ist die Tönnies Holding Verwaltungs ApS, Brörup, Dänemark, die durch die folgenden Geschäftsführer vertreten wird:

 

Herr Clemens Tönnies, Rheda-Wiedenbrück, CEO, Vorsitz der Geschäftsführung

 

Herr Daniel Nottbrock, Rheda-Wiedenbrück, CFO (bis 10.01.2022)

 

Herr Carl E. Bürger, Rheda-Wiedenbrück, CFO (ab 10.01.2022)

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführer wird gem. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet, da sich anhand dieser Angaben die Bezüge dieser Organe feststellen lassen.

h) Beirat

Beirat der Gesellschaft sind Herr WP/StB Jens-Uwe Göke, die Herren Clemens und Robert Tönnies sowie Herr Daniel Nottbrock. Der Beirat der Tönnies-Gruppe berät die Holding-Geschäftsführung in zentralen Unternehmensfragen.

i) Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Hinsichtlich der Pflicht zur Angabe von Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen wird von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, nur die wesentlichen, nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommenen Geschäfte anzugeben. Da derartige Geschäfte nicht getätigt wurden, entfallen weitere Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 13 HGB.

j) Gewinnverwendung der Muttergesellschaft

Das Jahresergebnis der Muttergesellschaft wird entsprechend den gesellschaftsvertraglichen Regelungen entsprechend der Festkapitalanteile der Kommanditisten den Gesellschafterverrechnungskonten zugewiesen.

k) Nachtragsbericht

Am 24. Februar 2022 begann Russland einen großangelegten Überfall auf die Ukraine. Der Tönnies Holding Konzern besitzt derzeit noch eine Vertriebsgesellschaft in Russland. Auf die Folgen vom Ukraine-Krieg wird im Konzernlagebericht der Tönnies Holding ApS & Co. KG gesondert eingegangen.

Eine britische Tochtergesellschaft hat ein Werk in Geschäftsjahr 2021 in der Stadt Harlow im Dirstrict Essex im Südosten Großbritanniens gemietet. In diesem Werk ist es im Geschäftsjahr 2022 zu einem Brandschaden gekommen. Die Produktion kann daher nur in sehr geringem Maße fortgeführt werden. Für den Brandschaden besteht ein ausreichender Versicherungsschutz.

Es liegen darüber hinaus keine Vorgänge von besonderer Bedeutung vor, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind.

 

Rheda-Wiedenbrück, den 31.05.2022

Ciemens Tönnies

Carl E. Bürger

für die Tönnies Holding Verwaltungs ApS, Brörup, Dänemark

Günter Daake

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

Bruttobuchwerte
Stand am 1.1.2021 Änderungen des Konsolidierungskreises Anpassungen aus Betriebsprüfung Wechselkursdifferenzen
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 50.224.072,15 477.867,89 0,00 75.143,69
2. Geschäfts- oder Firmenwert 329.668.638,88 -3.479.125,72 16.659,05 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 33.000,00 -33.000,00 0,00 0,00
379.925.711,03 -3.034.257,83 16.659,05 75.143,69
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 713.096.310,02 -1.664,00 0,00 2.966.709,39
2. Technische Anlagen und Maschinen 705.918.212,82 60.759.553,30 -125.000,00 3.815.634,97
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 250.734.925,49 18.118.763,60 0,00 692.443,70
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 55.041.353,71 9.286.253,78 -224.295,00 494.402,55
1.724.790.802,04 88.162.906,68 -349.295,00 7.969.190,61
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.392.807,61 9.944,90 -2.039,10 0,00
2. Anteile an assoziierten Unternehmen 9.063.646,39 -4.782.262,66 0,00 0,00
3. Beteiligungen 3.563.521,56 0,00 0,00 -1.010,99
4. Ausleihungen 94.040.894,13 0,00 0,00 0,00
111.060.869,69 -4.772.317,76 -2.039,10 -1.010,99
2.215.777.382,76 80.356.331,09 -334.675,05 8.043.323,31
Bruttobuchwerte
Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 80.077.902,52 2.115.622,51 109.108,67 132.861.500,09
2. Geschäfts- oder Firmenwert 29.036.809,80 -884.434,00 0,00 354.358.548,01
3. Geleistete Anzahlungen 387.014,92 0,00 0,00 387.014,92
109.501.727,24 1.231.188,51 109.108,67 487.607.063,02
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.086.153,57 7.530.116,30 130.610,77 730.547.014,51
2. Technische Anlagen und Maschinen 39.934.668,98 32.991.124,09 4.060.271,16 839.233.923,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 39.434.437,64 1.779.002,73 17.243.060,25 293.516.512,91
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 79.753.440,70 -43.531.431,63 3.550.885,42 97.268.838,69
166.208.700,89 -1.231.188,51 24.984.827,60 1.960.566.289,11
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 754.185,05 3.646.528,36
2. Anteile an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 2.950.036,81 1.331.346,92
3. Beteiligungen 0,00 0,00 1,00 3.562.509,57
4. Ausleihungen 4.122.065,41 0,00 98.157.939,39 5.020,15
4.122.065,41 0,00 101.862.162,25 8.545.405,00
279.832.493,54 0,00 126.956.098,52 2.456.718.757,13
kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2021 Änderungen des Konsolidierungskreises Anpassungen aus Betriebsprüfung Wechselkursdifferenzen
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 33.895.543,31 452.738,38 0,00 77.453,75
2. Geschäfts- oder Firmenwert 261.681.486,20 -2.419.123,18 -20.438,21 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 32.998,00 -32.998,00 0,00 0,00
295.610.027,51 -1.999.382,80 -20.438,21 77.453,75
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 271.609.908,21 -1.664,00 0,00 1.236.077,99
2. Technische Anlagen und Maschinen 506.975.981,10 26.958.169,47 0,00 2.505.091,18
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 145.023.728,15 11.458.386,50 0,00 429.277,07
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -424.482,83 0,00 0,00 690,02
923.185.134,63 38.414.891,97 0,00 4.171.136,26
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.342.806,61 0,00 0,00 0,00
2. Anteile an assoziierten Unternehmen 2.152.018,20 -2.152.018,20 0,00 0,00
3. Beteiligungen 265.576,99 0,00 0,00 139,55
4. Ausleihungen 8.825,73 0,00 0,00 0,00
6.769.227,53 -2.152.018,20 0,00 139,55
1.225.564.389,67 34.263.490,97 -20.438,21 4.248.729,56
kumulierte Abschreibungen
Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2021
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.203.879,94 9.108,61 43.620.506,77
2. Geschäfts- oder Firmenwert 29.967.659,31 0,00 289.209.584,12
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00
39.171.539,25 9.108,61 332.830.090,89
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 22.120.965,02 0,00 294.965.287,22
2. Technische Anlagen und Maschinen 50.656.671,35 2.164.248,05 584.931.665,05
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 31.084.736,04 11.646.416,52 176.349.711,24
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 -423.792,81
103.862.372,41 13.810.664,57 1.055.822.870,70
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 696.278,25 3.646.528,36
2. Anteile an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen 12.200,00 0,00 277.916,54
4. Ausleihungen 0,00 8.825,73 0,00
12.200,00 705.103,98 3.924.444,90
143.046.111,66 14.524.877,16 1.392.577.406,49
Nettobuchwerte
Stand am 31.12.2021 Vorjahr
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 89.240.993,32 16.328.528,84
2. Geschäfts- oder Firmenwert 65.148.963,89 67.987.152,68
3. Geleistete Anzahlungen 387.014,92 2,00
154.776.972,13 84.315.683,52
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 435.581.727,29 441.486.401,81
2. Technische Anlagen und Maschinen 254.302.257,95 198.942.231,72
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 117.166.801,67 105.711.197,34
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 97.692.631,50 55.465.836,54
904.743.418,41 801.605.667,41
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 50.001,00
2. Anteile an assoziierten Unternehmen 1.331.346,92 6.911.628,19
3. Beteiligungen 3.284.593,03 3.297.944,57
4. Ausleihungen 5.020,15 94.032.068,40
4.620.960,10 104.291.642,16
1.064.141.350,64 990.212.993,09

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Tönnies Holding ApS & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Tönnies Holding ApS & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021 und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Tönnies Holding ApS & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den nach § 13 PublG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PubIG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

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