Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 159804
Vorher
Blitz 05-627 GmbH328 SUPPORT SERVICES GmbH
Eingetragen
30.11.2005
Branche
Reparatur und Instandhaltung von zivilen Luft- und RaumfahrzeugenLuft- und Raumfahrzeugbau für zivile ZweckeReparatur und Instandhaltung von militärischen Luft- und Raumfahrzeugen
Gegenstand
Design, Herstellung und Wartung von Flugzeugen und Gegenständen der Luftfahrt.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sebastian Böhnl
seit 4.3.2026
Prokura
Hendrik Brand
seit 4.3.2026
Prokura
Patricia Ferrari
seit 4.12.2024
Prokura
Prokura
Nico Neumann
seit 14.7.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Deutsche Aircraft Holdings Ltd.
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Deutsche Aircraft Group GmbH
Germany
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Deutsche Aircraft GmbH

Weßling

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

A. Grundlagen des Unternehmens

Die Deutsche Aircraft GmbH (im Folgenden auch kurz "DAI", "die Gesellschaft" oder "das Unternehmen") ist ein 2005 gegründetes, international tätiges Unternehmen mit Sitz am Sonderflugplatz in Oberpfaffenhofen bei München. Das Stammgeschäft der Gesellschaft liegt im Bereich der Aufrechterhaltung der Flugtüchtigkeit, der Kundenbetreuung sowie der Umrüstung für die weltweit operierende Flugzeugflotte Dornier 328 ("D328") in den Versionen Jet und Prop. Zum Aufgabenspektrum gehört auch die Versorgung der Flugzeugflotte mit Ersatzteilen. Darüber hinaus ist die Gesellschaft, als zweiter Bereich des Stammgeschäfts, im Wiederaufbau sowie der Umrüstung (u.a. Avionik Upgrade) gebrauchter D328 und verschiedenster anderer Flugzeugtypen tätig. Das Unternehmen ist Halter der Musterzulassung für den Flugzeugtyp D328® (IP), welche neben der Wartung und dem Umbau des Flugzeugmusters auch die Neuproduktion umfasst. Von der ursprünglichen Flotte des Flugzeugtyps D328 sind insgesamt ca. 220 Flugzeuge gefertigt worden. Davon waren zum Ende des Geschäftsjahres 2023 noch geschätzt 115 im Einsatz; hinzu kommen etwa 35 weitere Flugzeuge, die vorübergehend außer Dienst gestellt, aber für den Markt grundsätzlich verfügbar sind.

Anfang 2020 hat die Gesellschaft außerdem damit begonnen, auf Basis der D328®-Plattform ein hochmodernes Regional-Flugzeug, die D328ecoTM, neu zu entwickeln (Entwicklungsgeschäft - "Regional Aircraft Program" bzw. "eco"), das in einer state-of-the-art-Endmontagelinie der Schwestergesellschaft Deutsche Aircraft Leipzig GmbH auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle gefertigt werden und den Übergang zu dekarbonisiertem Fliegen vorantreiben soll. Um dieses Vorhaben zu ermöglichen, wird nachhaltiger Flugzeugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel) eingesetzt. Mit der Entwicklung des ersten Testflugzeuges wurde bereits begonnen und mit dem Großteil der dafür voraussichtlich benötigten Lieferanten entsprechende Verträge unterzeichnet. Die Inbetriebnahme der Montagelinie bei der Schwestergesellschaft in Leipzig ist für Ende 2026 geplant, der Beginn der Serien-Fertigung bis Ende 2027. Auf dieser Linie soll zunächst das Testaircraft 3 (TAC 3) produziert werden, welches offiziell die Basis für die EASA- Zertifizierung der D328®-Serienfertigung legen wird.

Seit Mitte des Jahres 2023 gehört die DAI zum Konzern der Sierra Holding Company, Sparks, Nevada/USA, ("SHC"), zu dem auch die frühere Konzernmutter Sierra Nevada Corporation, Sparks, Nevada/USA, ("SNC") und die Sierra Space Corporation, Louisville, Colorado/USA gehören. SNC beschäftigt über 5.400 Mitarbeitern an mehr als 40 Standorten und bietet Technologielösungen in den Bereichen Elektronik, Luft- und Raumfahrt, Avionik, Antrieben, Mikrosatelliten und Kommunikationssysteme, Solarenergie und Raumfahrt an. 1 Sierra Space Corporation ist ein führendes kommerzielles Raumfahrtunternehmen, das an der Spitze der Innovation und der Kommerzialisierung des Weltraums steht und eine durchgängige Geschäfts- und Technologieplattform im Weltraum zum Nutzen des Lebens auf der Erde aufbaut. 2

1 https://www.sncorp.com/who-we-are/.
2 https://www.sierraspace.com/about/

B. Steuerung des Unternehmens/Leistungsindikatoren

Unter Fortführung des Stammgeschäfts stehen seit dem Geschäftsjahr 2020 eindeutig die Entwicklungsaktivitäten, d.h. das "eco"-Projekt, im Vordergrund. Die erfolgte Anpassung bzw. Ergänzung der Leistungsindikatoren der Gesellschaft trugen dem Rechnung. Während die finanziellen Leistungsindikatoren aktuell sämtliche zur Steuerung des Unternehmens eingesetzt werden, finden die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren bislang noch nicht zu Steuerungszwecken Verwendung.

1. Finanzielle Leistungsindikatoren

Zur Steuerung, Messung und Überwachung betreffend das Stammgeschäft bedient sich die Gesellschaft der finanziellen Leistungsindikatoren

Umsatzerlöse sowie

Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA).

Für den Entwicklungsbereich hingegen werden derzeit als finanzieller Leistungsindikator nur

die (aktivierten) Entwicklungskosten betrachtet.

2. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Hinzu kommen noch folgende nicht-finanzielle Leistungsindikatoren, die jedoch bis dato nicht zur direkten Steuerung des Unternehmens verwendet werden.

2.1. Anzahl der Mitarbeiter

Zum Stichtag 31. Dezember 2023 beschäftigte die Gesellschaft insgesamt 491 Mitarbeiter (Vorjahr: 348 Mitarbeiter) ohne Leiharbeiter, was einem Anstieg von 41 % entspricht. Dieser Zuwachs ist hauptsächlich auf die Einstellung von Fachkräften im Bereich "Forschung und Entwicklung" zurückzuführen.

2.2. Weiterbildung und Schulung

Die Förderung junger Talente liegt der Gesellschaft am Herzen. Im Jahr 2023 wurde die Berufsausbildung zum Fluggerätmechaniker etabliert. Dazu konnten 8 Auszubildende eingestellt werden. Gemeinsam mit dem Bildungspartner AERO-Bildung fördert die Gesellschaft junge Talente in einem innovativen Berufsfeld.

Alle Mitarbeiter haben die Möglichkeit, an vier Schulungen im Bereich der Nachhaltigkeit teilzunehmen: "Klimawandel und Luftverkehr", "Sustainable Aviation Fuels", "Nachhaltigkeit" und "Umweltpolitik für die Luftfahrt". Diese Schulungen wurden bereits von einem großen Teil der Mitarbeiter wahrgenommen.

2.3. Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung

Ein zentraler Grundsatz der Gesellschaft ist die Offenheit. Im Jahr 2023 konnte nach diesem Prinzip eine neue Personalsoftware etabliert werden. Mit der Einführung der Software P&I Loga hat die Gesellschaft ihren Mitarbeitern ein benutzerfreundliches Self-Service-System zur Verfügung gestellt. Diese Plattform ermöglicht es den Mitarbeitern, barrierefrei Personalbelange auszutauschen, und bietet Funktionen wie monatliche Gehaltsabrechnungen, Adressänderungen, Einsicht und Änderung persönlicher Daten, Zeiterfassung sowie Urlaubsanträge und Krankmeldungen. Früher wurden hierfür drei verschiedene Systeme verwendet, die nun in einer einzigen, benutzerfreundlichen Software zusammengefasst sind.

C. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Für das Stammgeschäft der Gesellschaft sind sowohl der deutsche Markt als auch der Weltmarkt relevant. Dies liegt zum einen an der Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von der weltweiten Konjunktur, zum anderen daran, dass die noch bestehende D328-Flotte weltweit operiert.

Das Jahr 2023 war für Deutschland erneut ein schwieriges Jahr, in dem die Wirtschaftsleistung (gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP)) um 0,3 % abgenommen hat. Hauptgründe waren wie im Vorjahr der andauernde Krieg in der Ukraine, gestiegene (Leit-) Zinsen, die relativ schwache Weltkonjunktur und ein hoher Krankenstand. Deutschland wurde aufgrund seiner ehemals starken Abhängigkeit von russischen Energielieferungen und einem hohen Exportanteil im Vergleich zu den übrigen europäischen Nationen überproportional stark in seiner Entwicklung beeinträchtigt. 3

Die Weltkonjunktur erwies sich im vergangenen Jahr trotz der hohen Inflation und massiv gestraffter Geldpolitik überraschend stabil. Trotz zurückgehender Inflation zeichnet sich im ersten Halbjahr 2024 noch keine konjunkturelle Belebung ab. In China bleibt die wirtschaftliche Dynamik aus. Aufgrund hoher Unsicherheit über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Wegfall weiterer geldpolitischer Impulse sind auch die fortgeschrittenen Volkswirtschaften in ihrem Wachstum eingebremst. 4

Der Markt für Flugzeuge in der Größenordnung der D328, d.h. im Bereich von bis zu 50 Sitzen, ist durch sehr wenige Wettbewerber bestimmt. Dabei unterscheidet sich die D328 mit ihrer Fähigkeit, auf unbefestigtem Boden zu starten und zu landen, deutlich von anderen Anbietern. Hinzu kommt, dass die Gesellschaft als "Type Certificate-Holder" sowie Nachfolger der damaligen Dornier-Produktionsgesellschaft der einzige für die D328 zertifizierte Wartungsbetrieb ist, der über einen so großen Bestand an originalen Serien- und Ersatzteilen verfügt. Das Nachfragevolumen ist nischenbedingt vergleichsweise gering, die Nachfrageentwicklung nach ganzen Flugzeugen sowie mit den Flugzeugen in Verbindung stehenden Serviceleistungen ist allgemein konjunkturabhängig.

2. Geschäftsverlauf

Im Stammgeschäft verzeichnete die DAI im Geschäftsjahr 2023 einen deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse aus dem Umbau/Umrüstung/Wartung von Flugzeugen in Höhe von EUR 11 Mio ., welcher im Wesentlichen durch den Flugzeugverkauf im Rahmen des Forschungsflugzeugprojekts "UpLift" an den Kunden DLR und noch zusätzliche Entwicklungs- und andere Dienstleistungen getrieben war. Das Geschäft mit neuen und gebrauchten Serien- und Ersatzteilen konnte zur Gesamtumsatzsteigerung EUR 2 Mio. beitragen. Die Umsätze im Bereich des Technischen Kundendienstes konnten im Wesentlichen auf dem Vorjahresniveau gehalten werden (EUR -0,2 Mio.), so dass die gesamten Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um knapp EUR 12,6 Mio. gesteigert werden konnten. Die Umsatzprognosen in Bezug auf das Stammgeschäft wurden trotz des starken Umsatzanstieges um knapp EUR 5 Mio. verfehlt, da sich ein wesentlicher Meilenstein eines Kundenprojektes nicht mehr im Jahr 2023 realisieren ließ, aber für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 geplant ist.

3 Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung 2023 vom Februar 2024.
4 Kieler Konjunkturbericht KKB_109_2023-Q4

Der für das Berichtsjahr geplante Verkauf eines Flugzeugs konnte aufgrund fortdauernder Verzögerungen bei der Erteilung der Betriebszulassung im Abnehmerland nicht realisiert werden. Infolgedessen konnten die für 2023 geplanten Umsätze (gewichtet) von ca. EUR 1,8 Mio. (der Betrag war als geplanter Umsatz in die Vorjahresprognose eingegangen) nicht erzielt werden. Insgesamt stehen für den chinesischen Kunden vier Flugzeuge weiterhin zum Verkauf, die unter den unfertigen Erzeugnissen ausgewiesen sind.

Das EBITDA aus dem Stammgeschäft ist mit EUR -8,5 Mio. erneut negativ ausgefallen, und im Wesentlichen aufgrund einer außerplanmäßigen Wertberichtigung von EUR 6,4 Mio. auf Vorratsvermögen um EUR 5,2 Mio. schlechter als prognostiziert. Das Stammgeschäft ist unverändert defizitär, wird jedoch bewusst weiter betrieben, um die Basis für das zukünftige Wartungs- und Servicegeschäft mit der neuen D328ecoTM zu bilden. Zum Ausgleich von Verlusten haben die SHC bzw. die SNC 2023 das Eigenkapital der DAI über die Deutsche Aircraft Group GmbH durch drei Einzahlungen in die Kapitalrücklage über insgesamt EUR 14,2 Mio. gestärkt. Das im Jahr 2020 gestartete Programm zur Entwicklung der D328ecoTM wird von der Bundesrepublik Deutschland derzeit mittels eines Darlehens der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Höhe von insgesamt EUR 125,2 Mio. unterstützt, welches zum Abschlussstichtag mit EUR 107,0 Mio. in Anspruch genommen ist und wovon zwischenzeitlich bereits knapp EUR 3,8 Mio. vertragsgemäß wieder getilgt worden sind, sodass sich ein Darlehensstand zum Bilanzstichtag von EUR 103,2 Mio. ergibt.

Die Bilanzsumme der Gesellschaft hat sich im Wesentlichen parallel zu den Entwicklungsfortschritten erhöht, jedoch wurden 2023 im Vergleich zur Prognose von rund EUR 100,0 Mio. nur EUR 87,4 Mio. (vor Investitionskostenzuschuss) Entwicklungskosten (aktivierte Eigen- und Fremdleistungen) aktiviert, weil aufgrund des langsamer als geplant verlaufenden Mitarbeiteraufbaus die Entwicklungsleistungen von Lieferanten speziell in den Bereichen Struktur (Rumpf und Flügel), Systeme und Ausrüstung nicht in der geplanten Höhe abgerufen werden konnten. Zudem stieg mit steigender Mitarbeiteranzahl teils auch in Schlüsselpositionen die Mitarbeiterfluktuation.

Der positive Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit von EUR 85,8 Mio. resultiert aus der weiteren Inanspruchnahme des KfW-Darlehens (netto EUR 16,2 Mio.), der Gewährung weiterer IC-Loans durch die SHC (insg. EUR 56,3 Mio.) und den o.g. Eigenkapitalzuführungen (insg. EUR 14,2 Mio.). Die SNC bürgt nach wie vor gegen- über der KfW für deren Darlehen, die SHC für die Sicherstellung der übrigen Finanzierung des Entwicklungsprojektes D328ecoTM.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Prognosen für das Geschäftsjahr 2023 sowohl in Bezug auf die Profitabilität im Stammgeschäft (i.W. begründet durch eine außerplanmäßige Abschreibung auf das Vorratsvermögen von EUR 6,4 Mio.) als auch in Bezug auf die Umsatzziele (i.W. durch die oben genannten Verzögerungen) und die Entwicklungsleistungen für das eco-Programm (i.W. aufgrund ungeplanter Verzögerungen beim Personalaufbau) verfehlt worden sind. In Bezug auf alle drei Zielgrößen ist die Gesellschaft hinter der Prognose zurückgeblieben.

3. Lage der Gesellschaft

3.1. Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 konnte die Gesellschaft Umsatzerlöse von EUR 30,6 Mio. (Vorjahr: EUR 18,1 Mio.) erzielen.

Den wichtigsten Beitrag zu den Umsatzerlösen lieferte erstmalig der Geschäftsbereich Umbau/Umrüstung/Wartung von Flugzeugen mit Umsatzerlösen in Höhe von EUR 15,9 Mio. (Vorjahr: EUR 5,0 Mio.). Verkäufe von Serien- und Ersatzteilen erzielten einen Umsatz vor Erlösschmälerungen von EUR 12,3 Mio. (Vorjahr: EUR 10,5 Mio.). Umsätze aus technischem Kundendienst gingen im Berichtsjahr auf EUR 2,2 Mio. zurück (Vorjahr: EUR 2,4 Mio.). Der Entwicklungsbetrieb steuerte Umsatzerlöse von EUR 0,2 Mio. (Vorjahr: EUR 0,3 Mio.) bei.

Einen wesentlichen Effekt auf die Gesamtleistung hatten aktivierte Eigenleistungen im Zusammenhang mit Entwicklungsprojekten in Höhe von EUR 41,2 Mio. (Vorjahr: EUR 23,2 Mio.), insbesondere das Projekt D328ecoTM betreffend.

Die sonstigen betrieblichen Erträge von EUR 7,9 Mio. (Vorjahr: EUR 13,1 Mio.) beinhalteten wie im Vorjahr außer Kursgewinnen von EUR 1,7 Mio. (Vorjahr: EUR 1,5 Mio.) im Wesentlichen die Weiterbelastung von Kosten an verbundene Unternehmen mit EUR 5,9 Mio. (Vorjahr: EUR 5,1 Mio.).

Der Materialaufwand belief sich auf EUR 32,4 Mio. (Vorjahr: EUR 18,1 Mio.). Der im Vergleich zu den Umsatzerlösen überproportionale Anstieg wird durch den oben genannten Sondereffekt einer außerplanmäßigen Abschreibung auf Vorratsvermögen verursacht. Ohne diesen Sondereffekt hätte sich der Materialaufwand in Bezug auf die erzielten Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr wesentlich verbessert. Demgegenüber konnte der temporär hohe Aufwand für Leiharbeitskräfte verringert werden.

Die Gesellschaft beschäftigte zum 31. Dezember 2023 491 Mitarbeiter (31. Dezember 2022: 348). Der Personalaufwand hat sich demzufolge von EUR 26,5 Mio. im Vorjahr auf EUR 41,8 Mio. im Berichtsjahr erhöht. Der Personalaufbau steht im Zusammenhang mit dem D328ecoTM-Entwicklungsprojekt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich im Berichtsjahr auf EUR 13,7 Mio. (Vorjahr: EUR 12,0 Mio.), darin sind Kursverluste in Höhe von EUR 1,5 Mio. (Vorjahr: EUR 3,1 Mio.) enthalten.

Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) der Gesellschaft beträgt EUR -7,0 Mio. (Vorjahr: EUR -1,3 Mio.). Der Jahresfehlbetrag 2023 beläuft sich auf EUR -15,1 Mio. (Vorjahr: EUR -4,6 Mio.).

3.2. Finanzlage

Die DAI gehörte von Februar 2015 bis Mitte des Geschäftsjahres 2023 zum Konzern der Sierra Nevada Corp. ("SNC") und wurde seither bei Bedarf mit liquiden Mitteln aus dem Konzern in Form von Eigenkapitalzuführungen oder IC-Darlehen versorgt. Mitte 2023 wurde die DAI Bestandteil des Konzerns der Sierra Holding Company, Sparks, Nevada/USA ("SHC"). Im Zuge dessen wurden alle IC-Darlehen zum 25. August 2023 von der SNC auf die SHC übertragen, die seitdem die Liquiditätsversorgung der DAI sicherstellt.

Von den in der Bilanz ausgewiesenen liquiden Mitteln in Höhe von TEUR 12.489 waren TEUR 9.941 noch im Januar 2024 unmittelbar an die Schwestergesellschaft Deutsche Aircraft Leipzig GmbH weiterzuleiten und wurden daher im Finanzmittelfonds nicht berücksichtigt; dieser beträgt somit TEUR 2.548 (Vorjahr: TEUR 13.885).

Die Veränderung um TEUR -11.337 bildet die Kapitalflussrechnung wie folgt ab:

2023 2022
TEUR TEUR
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -5.925 +1.539
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -91.193 -64.774
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit +85.781 +67.995
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -11.337 +4.760

Die Gesellschaft benötigte auch 2023 zusätzliches Kapital zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit und zur Durchführung der Investitionen insbesondere in das eco-Entwicklungsprojekt. Dafür wurden seitens der SNC und später der SHC in die Kapitalrücklage drei Einzahlungen von insgesamt EUR 14,2 Mio. finanziert und weitere IC-Loans über insgesamt EUR 56,3 Mio. gewährt. Die Einzahlungen erfolgten im Juni, Oktober und Dezember 2023. Aus dem 2020 zugesagten Förderdarlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wurden netto weitere EUR 16,2 Mio. in Anspruch genommen. Somit bestehen zum Abschlussstichtag Verbindlichkeiten gegenüber der KfW in Höhe von EUR 103,2 Mio. (Vorjahr: EUR 87,0 Mio.) im Zusammenhang mit der Finanzierung des eco-Entwicklungsprojekts.

Kreditvertraglich sind alle bestehenden IC-Loans (aktuell insgesamt EUR 161,6 Mio.), die sämtlich mit Rangrücktritten versehen sind, aktuell nur bis zum 31. Oktober 2024 befristet gewährt; die gesetzlichen Vertreter gehen aber unverändert davon aus, dass die IC-Loans, wie bereits in der Vergangenheit, weiter prolongiert werden und der Gesellschaft damit wirtschaftlich längerfristig zur Verfügung stehen.

3.3. Vermögenslage

Im Zuge der Unternehmensgründung 2005 wurde die Gesellschaft auch Eigentümer und Inhaber aller Rechte an Lizenzen, Konstruktionsunterlagen, Marken, Bau- und Gebrauchsmustern und Patenten (IP), welche im Zusammenhang mit der Entwicklung und der Konstruktion an den Baumustern der Flugzeugtypen D328 Jet und Prop sowie D428 existieren. Dieses IP ist zwischenzeitlich bis auf Erinnerungswerte abgeschrieben. Die Gesellschaft besitzt darüber hinaus immer noch einen großen Originalbestand an Serien- und Ersatzteilen für die D328-Flugzeuge.

Im Jahr 2023 wurde eine außerplanmäßige Abwertung des Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffbestandes in Höhe von EUR 6,4 Mio. durchgeführt. Diese Entscheidung basierte auf der Änderung der ursprünglich angenommenen Nutzungsmöglichkeit von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Diese Materialien und Komponenten waren im Vorjahr für zwei Test- und zwei Demoflugzeuge des neuen Flugzeugs D328ecoTM vorgesehen. Es stellte sich jedoch heraus, dass sie nicht mehr vollständig nutzbar waren. Gemäß dem strengen Niederstwertprinzip mussten sie daher außerplanmäßig wertberichtigt werden.

Seit dem Geschäftsjahr 2020 wird die Vermögenslage wesentlich von dem o.g. Entwicklungsprojekt D328ecoTM bestimmt. Im Berichtsjahr wurden hieraus und aus zwei weiteren, kleineren Entwicklungsprojekten resultierende selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von insgesamt EUR 82,1 Mio. aktiviert. Dabei wurden gewährte und nicht rückzahlbare Investitionszuschüsse aus öffentlichen Fördermitteln von EUR 6,4 Mio. (Vorjahr: EUR 0) direkt die Herstellungskosten mindernd in Abzug gebracht.

Das Sachanlagevermögen hat sich im Wesentlichen aufgrund von gestiegenen geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau für das eco-Projekt um EUR 3,2 Mio. erhöht und beträgt EUR 9,3 Mio. (Vorjahr: EUR 6,1 Mio.).

Das Vorratsvermögen hat sich geringfügig auf EUR 26,3 Mio. (Vorjahr: EUR 25,8 Mio.) erhöht. Darin enthalten sind EUR 2,6 Mio. zusätzlich beschaffte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die im Wesentlichen für ein Großprojekt mit einem Kunden beschafft worden sind, die bereits erwähnten außerplanmäßigen Abschreibungen auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe von EUR 6,4 Mio., geleistete Anzahlungen auf das Vorratsvermögen von EUR 3,3 Mio. sowie um EUR 1,0 Mio. erhöhte unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen.

Der Großteil der Anzahlungen betrifft Anzahlungen an Hauptlieferanten für die Durchführung von Entwicklungsleistungen für ein zum Umlaufvermögen zählendes Projekt bzw. Überholungsleistungen von Ersatzteilen im Rahmen von Kundenverträgen (Vorratsvermögen).

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind um EUR 8,3 Mio. gegenüber dem Vorjahr gestiegen; dies beinhaltet eine Erhöhung um EUR 1,4 Mio. der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Vermögensgegenstände um EUR 0,1 Mio. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich um EUR 6,7 Mio. erhöht. Letztere betreffen in erster Linie Architekten- und sonstige Planungsleistungen für die Montagelinie in Leipzig, welche an die Deutsche Aircraft Leipzig GmbH weiterverrechnet werden, sowie Forderungen aus Vorsteuer gegen die umsatzsteuerliche Organträgerin Deutsche Aircraft Group GmbH, Weßling.

Die Bilanzsumme beträgt EUR 247,6 Mio. und liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert von EUR 151,3 Mio. Hiervon entfallen auf der Aktivseite EUR 82,1 Mio. auf die o.g. Erhöhung der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf der Passivseite EUR 93,0 Mio. auf die nachstehend erläuterten Erhöhungen der Verbindlichkeiten.

Die sonstigen Rückstellungen belaufen sich auf EUR 7,3 Mio. (Vorjahr: EUR 3,0 Mio.). Wie im Vorjahr betreffen diese im Wesentlichen ausstehende Rechnungen.

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich um EUR 93,0 Mio. auf EUR 238,2 Mio. Der Anstieg betrifft im Wesentlichen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um EUR 65,8 Mio. aufgrund der Erhöhung der IC- Darlehen um USD 61,0 Mio. (EUR 56,3 Mio.). Daneben stieg das KfW-Darlehen um (netto) EUR 16,2 Mio. im Vergleich zum Vorjahr. Die Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen, aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich per saldo um EUR 10,9 Mio., im Wesentlichen aufgrund der unter Punkt 3.2. erwähnten kurzfristigen Weiterleitung liquider Mittel an die Schwestergesellschaft in Leipzig in Höhe von EUR 9,9 Mio., die auch nicht in den Finanzmittelfonds einbezogen wurden.

Aufgrund des Jahresfehlbetrags von EUR -15,1 Mio. erhöhte sich der Bilanzverlust auf EUR -45,0 Mio. Gegenläufig stieg die Kapitalrücklage durch Kapitaleinzahlungen von insgesamt EUR 14,2 Mio. Somit beträgt das (positive) Eigenkapital zum Abschlussstichtag EUR 1,8 Mio. (Vorjahr: EUR 2,7 Mio.).

3.4. Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft ist unverändert stark durch die Entwicklungsaktivitäten für das Projekt D328ecoTM geprägt. Gleichzeitig wird die Ertragslage der Gesellschaft weiterhin maßgeblich vom Stammgeschäft beeinflusst. Trotz einer deutlichen Umsatzsteigerung hat sich das Jahresergebnis gegenüber dem Vorjahr erheblich verschlechtert, was hauptsächlich auf operative Verluste im Stammgeschäft, die Nichterreichung eines wesentlichen Kundenmeilensteins zum Jahresende sowie auf hohe außerplanmäßige Abschreibungen auf das Vorratsvermögen zurückzuführen ist. Diese negativen Faktoren konnten durch die gestiegenen Umsätze nicht kompensiert werden. Darüber hinaus konnte der geplante Umsatz aus dem Verkauf der unter den unfertigen Erzeugnissen ausgewiesenen Flugzeugen an einen chinesischen Kunden auch im zweiten Jahr in Folge nicht realisiert werden.

D. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

1. Risikobericht

1.1. Vorbemerkungen zur Risikolage der Gesellschaft

Das Stammgeschäft der Gesellschaft, d.h. technischer Kundendienst und Verkauf von Serien- und Ersatzteilen im Zusammenhang mit der Versorgung der bestehenden D328-Flotte sowie die Erbringung sonstiger Flugzeug-Ingenieursleistungen (Wartung/Umbau/Umrüstung), war in den vergangenen Jahren regelmäßig defizitär und z.T. auch rückläufig. Aus diesem Grund wurde 2020, ermöglicht durch das bestehende IP, mit der Entwicklung eines hochmodernen Regional-Flugzeugs, der D328ecoTM, auf Basis der Typenzulassung D328® begonnen ("Regional Aircraft Program" bzw. "eco"). Das Stammgeschäft wird aus strategischen Gründen fortgeführt, um a) die bestehende D328-Flotte weiter versorgen zu können und damit b) die Basis für den nach Abschluss der Entwicklung der D328ecoTM erforderlichen Service- und Wartungsbetrieb für die neue Flugzeugflotte zu legen. Die Geschäftsführung ist jedoch der Überzeugung, dass nur das "Regional Aircraft Program" mit der D328ecoTM, ggf. begleitet von kleineren zusätzlichen Entwicklungsprojekten, das langfristige Bestehen der Gesellschaft sicherstellen kann.

1.2. Risikomanagementsystem

Im Zusammenhang sowohl mit dem Stamm- als auch mit dem Entwicklungsgeschäft bestehen zahlreiche Risiken, welche im Rahmen des Risikomanagements identifiziert, analysiert und adressiert werden. Der Fokus liegt dabei eindeutig auf den Risiken betreffend das Entwicklungsgeschäft, die - aufgrund der Abhängigkeit der Zukunft der Gesellschaft von dem o.g. eco-Projekt - per se als mittel- bzw. langfristig und u.U. bestandsgefährdend einzustufen sind. Verantwortlich für das Risikomanagement ist dabei die Geschäftsführung als Ganzes.

Für das eco-Projekt sieht der aktuelle Zeitplan den Beginn der Serien-Fertigung bis Ende 2027 vor. Dieser Zeitplan berücksichtigt das 5-jährige Fenster, welches mit einer Frist zur Beantragung des Type Certificate (TC) bei der Europäischen Flugsicherheitsagentur EASA zum 30. Juni 2027 verbunden ist. Die "Design Organisation" der Gesellschaft ist in regelmäßigem Austausch mit der EASA und sieht in einer Verlängerung der Zulassungsfrist derzeit keine technischen und wirtschaftlichen Risiken.

Zur Risikosteuerung setzt die Gesellschaft verschiedene Tools ein, um insbesondere das eco-Projekt zu steuern und die Risiken laufend zu monitoren. Das "Program Management Tool" (PMT) basiert auf einem Sharepoint, der verschiedene Betrachtungsweisen und -ebenen zusammenführt. Inputverantwortlich sind "Product Delivery Teams" (PDTs), für die jeweils Aufgaben und Ziele unter den Aspekten Qualität, Zeit und Kosten definiert sind. Plan bzw. Ist werden in wöchentlichen PDT-Meetings analysiert sowie über das PMT und in regelmäßigen Meetings vom Programm-Management bzw. auf Geschäftsführungsebene überwacht. Im sog. "Quality Gate Review" wird die Erreichung der einzelnen Entwicklungsmeilensteine dokumentiert. Das PMT wird von weiteren Tools ergänzt, wie einem System zur Erstellung und Verwaltung von Konstruktionsplänen sowie einem in SAP eingebetteten Tool für kostenbezogene Plan-Ist-Abweichungsanalysen ("Work-Breakdown-Structure" (WBS)). Das PMT bietet verschiedene Dashboards an, z.B. für die Vertragsstatusüberwachung mit Entwicklungspartnern und künftigen Zulieferern eingeteilt nach Flugzeugkomponenten oder für die Auswertung eventueller "Red Flags" in einzelnen PDTs. Im Rahmen des Risikomanagements werden identifizierte Probleme grundsätzlich in drei verschiedene Kategorien (A bis C) eingeteilt, welche die anschließenden Maßnahmen und Verantwortlichkeiten triggern.

1.3. Debitorenrisiken

Das Debitorenrisiko betrifft aktuell nur das Stammgeschäft. Um dem Ausfall von Kundenforderungen zu begegnen, hat die Gesellschaft ein Debitorenmanagement installiert. Für größere Wartungs- und Umrüstaufträge werden ggf. Vorkasse bzw. Abschlagszahlungen eingefordert und geleistet, bei längerer Laufzeit werden Teilzahlungen auf Basis festgelegter Meilensteine vertraglich vereinbart und geleistet. Im Bereich des Serien- und Ersatzteilverkaufs kommt ein Kunden-Kredit-Management zum Einsatz. Hier werden interne Erfahrungen sowie von Wirtschaftsauskunfteien eingeholte Kundeninformationen zu einem Krediturteil verdichtet und in einer Limit- Entscheidung dokumentiert, die im Zusammenspiel zwischen Verkaufs- und Finanzbereich getroffen wird. Zur Vermeidung von Forderungsausfällen betreibt die Gesellschaft ein aktives Mahnwesen. Im Abstand von 14 Tagen erfolgt ein maschineller Mahnlauf. Überfällige Rechnungen werden beim Kunden angemahnt. Dies erfolgt sowohl durch schriftliche Mahnungen als auch durch persönliche Kontaktaufnahme. Nennenswerte Verluste aus dem Ausfall von Kundenforderungen konnte die Gesellschaft hierdurch bisher vermeiden und stuft dieses Risiko daher unverändert als (nach Eintrittswahrscheinlichkeit und potentieller Auswirkung) "unwesentlich" ein.

1.4. Währungsrisiken

Währungsrisiken resultieren primär aus dem Stammgeschäft, da dies Fremdwährungszahlungsüberschüsse verursacht, die die Fremdwährungsauszahlungen im Entwicklungsgeschäft - bislang jedenfalls - tendenziell übertreffen. So werden Ersatzteilverkäufe und Umrüstaufträge vielfach in US-Dollar an Kunden fakturiert. Zahlungseingänge in USD werden im Liquiditätsmanagement für Zahlungsverpflichtungen in USD auf Lieferanten- sowie Entwicklungspartnerseite verwendet. Ziel ist es, Fremdwährungsein- und -auszahlungen in der Waage zu halten. USD-Überhänge werden grundsätzlich in Euro getauscht. Per Saldo ist auch dieses Risiko unverändert als "unwesentlich" einzustufen. Zum Bilanzstichtag gab es keine Kurssicherungsgeschäfte oder Verträge über derivative Finanzinstrumente.

Darüber hinaus werden Darlehen ("IC-Loans") von der SHC-Gruppe (zuvor SNC-Gruppe) zur Finanzierung der Gesellschaft in USD ausgereicht. Diese sind zum Abschlussstichtag für handelsrechtliche Zwecke zum Stichtagskurs zu bewerten, was in Abhängigkeit von der USD/EUR-Kursentwicklung ggf. auch negative Auswirkungen auf die Ertragslage haben kann, aber nicht zahlungswirksam ist. Die Gesellschaft hat ihre Supply Chain bis Ende 2023 im Wesentlichen unter Vertrag genommen und die Lieferanten sorgfältig ausgewählt. Diese Beschaffungsverträge sind in etwa paritätisch in Euro (EUR) und US-Dollar (USD) abgeschlossen worden. Da die DAI i.W. jedoch Finanzierungen durch die Konzernmuttergesellschaft in USD erhält, während die Ausgaben sowohl in EUR als auch in USD anfallen, kann sich ein Währungsrisiko aus dem Überhang an USD-Finanzierungen gegenüber den EUR- Ausgaben ergeben.

Per Saldo ist auch dieses Risiko unverändert als noch "unwesentlich" einzustufen, da über ein aktives kurzfristiges und mittelfristiges Cashmanagement der Bedarf an EUR ermittelt wird und falls erforderlich ein zeitnaher Umtausch von USD in EUR von der Finanzabteilung gesteuert wird. Zum Bilanzstichtag gab es keine Kurssicherungsgeschäfte oder Verträge über derivative Finanzinstrumente.

1.5. Mitarbeiterrisiken

Generell stellt die Abwanderung von Mitarbeitern in Schlüsselfunktionen und von Spezialisten in bestimmten Fachgebieten für beide Geschäftsbereiche ein Risiko dar. Die Gewinnung qualifizierter neuer Mitarbeiter ist dagegen, jedenfalls derzeit, primär ein Risiko des Entwicklungsbereichs. Um das Projekt D328ecoTM im gesteckten Zeitrahmen erfolgreich realisieren zu können, ist der Aufbau eines entsprechend qualifizierten Mitarbeiterstammes essenziell. Dabei wird für die Gesellschaft derzeit eine Stammbelegschaft von rd. 550 Mitarbeitern angestrebt.

Der Wettbewerb um hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte ist in der Branche sehr intensiv. Die Gesellschaft begegnet diesem Risiko mit einer kompetitiven Vergütung und dem Angebot gezielter Aus- und Weiterbildungsprogramme sowie dem im Jahr 2021 gestarteten Projekt "Employer Branding", also dem Aufbau einer Arbeitgebermarke. Damit möchte sich die Gesellschaft zu einem noch attraktiveren Arbeitgeber entwickeln und noch stärkeres Interesse bei neuen Mitarbeitern wecken. Um dem erhöhten Personalbedarf zu begegnen, hat sich die Personalabteilung mit weiteren erfahrenen Kräften neu aufgestellt und weiter verstärkt. Die DAI hat ihre Präsenz auf Bewerbermessen und in den sozialen Netzwerken weiter ausgeweitet und zahlreiche Jobmessen besucht. Administrative Abläufe werden mit Hilfe von Prozessautomatisierungen weiter optimiert, insbesondere durch das im Jahr 2021 eingeführte Bewerbertool. Die Gesellschaft stuft das Risiko weiterhin insgesamt als "mittel" ein.

1.6. Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken

Zur Sicherstellung der Liquidität bedient sich die Gesellschaft einer detaillierten Liquiditätsplanung, welche auf einem über alle Unternehmensbereiche verzahnten Prozess der Datenerhebung basiert. Vor dem Hintergrund der jährlichen Unternehmensplanung wird die Liquiditätsplanung wöchentlich aktualisiert und die ein- und ausgehenden Zahlungsströme im Wochenraster über einen Zeitraum von sechs Monaten visualisiert. Dadurch wird angestrebt, eventuelle Liquiditätsprobleme rechtzeitig zu identifizieren und gegebenenfalls geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Aufgrund der spezifischen Gegebenheiten - strukturell defizitäres Stammgeschäft, welches jedoch aus strategischen Gründen fortgeführt wird, sowie Tätigkeitsschwerpunkt eco-Entwicklungsprojekt, welches b.a.w. ebenfalls keine operativen Zahlungsmittelzuflüsse generiert - ist die Gesellschaft zur Liquiditätsversorgung und damit zur Fortführung ihrer Geschäftstätigkeit unverändert vollständig auf den Konzern angewiesen. Seit Einbindung in die SNC-Gruppe im Jahr 2015 und seit Mitte 2023 in die SHC-Gruppe wird die Gesellschaft mit liquiden Mitteln aus dem Konzern versorgt und es sind keine Sicherheiten an Kreditinstitute zu stellen. Gegenüber Kreditinstituten bestehen die Verbindlichkeiten aus dem Darlehen der KfW zur anteiligen Finanzierung des eco-Projektes. Zum Ausgleich laufender Verluste aus dem Stammgeschäft hatte bis Juli 2023 die SNC und seitdem die SHC bisher regelmäßig Einzahlungen in die Kapitalrücklage der Gesellschaft geleistet, auch um die von der KfW geforderte Mindest-Eigenkapitalausstattung sicherzustellen. Die Finanzierung des Entwicklungsprojekts erfolgt, abgesehen von der begrenzten Mitfinanzierung durch die KfW, bislang ausschließlich durch die SHC-Gruppe; die SNC hat diesbezüglich unverändert umfangreiche Garantieerklärungen gegenüber der KfW abgegeben und bürgt für die Rückzahlung der KfW-Kredite, die SHC für die Gesamtfinanzierung. Die Aufrechterhaltung dieser finanziellen Unterstützung hat die SHC (analog zum früheren Vorgehen der SNC) im Rahmen eines "Support Letter" für einen Zeitraum von 12 Monaten nach dem Datum der Aufstellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2023 zugesagt. Diese Zusage wird hinfällig für den Fall, dass bei der Gesellschaft oder bei einer ihr vorgeschalteten Holdinggesellschaft ein Investor mit Eigenkapital von mehr als USD 225 Mio. (d.h. rd. EUR 205 Mio.) einsteigt.

Aktuell liegt der Geschäftsführung zwar eine erste Absichtserklärung über den Einstieg eines zusätzlichen Investors vor; diese ist aber noch nicht derart konkretisiert, dass davon die Abhängigkeit von der SHC-Gruppe gemindert würde.

Kreditvertraglich sind alle bestehenden IC-Loans (aktuell insgesamt EUR 161,6 Mio.), die sämtliche mit Rangrücktritten versehen sind, nur bis zum 31. Oktober 2024 befristet gewährt; wir gehen jedoch davon aus, dass die IC- Loans, wie bereits in der Vergangenheit, weiter prolongiert werden und der Gesellschaft damit wirtschaftlich längerfristig zur Verfügung stehen.

Letztlich sind die Finanzierung der Gesellschaft und damit die Durchführung des eco-Projekts unverändert von der SHC-Gruppe abhängig und das Finanzierungsrisiko insgesamt aufgrund der nicht ausreichenden Eigenmittel als "hoch" und potentiell bestandsgefährdend einzustufen. Die Geschäftsführung sieht aufgrund der qualifizierten Rangrücktritte der SHC in Bezug auf alle ausstehenden Darlehen an die Gesellschaft, der noch nicht vollständig abgerufenen Mittel aus dem KfW-Darlehen und der o.g. Garantien sowie des "Support Letter" seitens SHC aktuell jedoch keine Gefahr, dass sich dieses Risiko innerhalb des laufenden Detailplanungszeitraums bis 12 Monate nach dem Datum der Aufstellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2023 manifestieren könnte.

1.7. Technische Risiken

Das technische Risiko betreffend das Stammgeschäft wird aufgrund des vorhandenen Knowhows und einer erfahrenen Stammbelegschaft dagegen weiterhin als "gering" eingestuft und sollte, falls doch einmal eintretend, lediglich einzelne, kleinere Kundenprojekte betreffen.

In Bezug auf Entwicklungstätigkeiten besteht das allgemeine Risiko, dass sich dabei technische Probleme ergeben, die die erfolgreiche Umsetzung gefährden oder gar unmöglich machen. Insofern können technische Risiken als "hoch", sogar als bestandsgefährdend, einzustufen sein. Die Geschäftsführung schätzt dieses Risiko in Bezug auf das laufende eco-Projekt als kontrollierbar ein, weil bei diesem Entwicklungsprojekt auf einer bestehenden Flugzeugplattform aufgebaut wird und sich die technischen Risiken somit tendenziell auf bestimmte Flugzeugkomponenten eingrenzen lassen sollten. Dabei unterstützt u.a. der o.g. PMT-Sharepoint die verschiedenen PDTs, die identifizierten Teilrisiken laufend zu kontrollieren, zu mitigieren und zu steuern. Insgesamt wird das technische Projektrisiko daher derzeit als "mittel" eingestuft. Aktuell sind keine "Red Flags" identifiziert, die das o.g. Ziel der Fertigstellung des eco-Projekts bis Ende 2027 konkret gefährden.

Das Entwicklungsprogramm ist 2023 ca. 13% unter Plan vorangeschritten und liegt auch aktuell ca. 13 % unter Plan. Dennoch wurden neben der Erreichung des Entwicklungs-Meilensteins PDR ("Preliminary Design Review") in 2022 im Geschäftsjahr 2023 alle Weichen für den für 2024 geplanten CDR ("Critical Design Review") gestellt. Um das Entwicklungsprojekt planmäßig realisieren zu können, muss der Headcount weiter erhöht werden, insbesondere im Bereich der Entwicklung. Die Gesellschaft hat sich hierfür auch in der Projektleitung mit Kompetenzen aus anderen Unternehmen der Luftfahrtindustrie verstärkt. Im Geschäftsjahr 2023 wurden 226 neue Arbeitsverträge abgeschlossen; das sind rund 90 weniger als geplant. Dabei waren 69 Mitarbeiterabgänge zu verzeichnen. Der Zeitplan des Programms wurde zuletzt im April 2024 angepasst und sieht als Datum für den Entry into Service ("EIS") nun das vierte Quartal 2027 vor, nach zuvor Q4/2026, um den Zertifizierungsprozess und die aufwendigen Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Es werden in diesem Zuge Verbesserungen wie ein größeres Gepäckabteil und eine komfortablere Kabine vorgenommen. Trotz Herausforderungen im Zertifizierungsprozess macht das Programm Fortschritte bei z.B. den Zertifizierungspanels mit der EASA und dem Beginn des Baus der Endmontagelinie in Leipzig. Aufgrund der proaktiven, offenen und transparenten Kommunikation und der damit verbundenen kontinuierlichen und -engen Abstimmung des um ein Jahr verzögerten EIS mit allen beteiligten Stakeholdern, wie Anteilseignern, Lieferanten, Kunden und Kreditgebern, sieht die Geschäftsführung unverändert keine konkrete Gefährdung der Unternehmensfortführung.

1.8. Supply-Chain-Risiken

Betreffend das Stammgeschäft gibt es auf der Beschaffungsseite aktuell keine wesentlichen Engpässe, auch nicht in Folge der Ukraine-Krise. Namentlich der Ersatzteilbestand ist für die D328-Flotte noch langfristig als hinreichend anzusehen. Die Gesellschaft befindet sich diesbezüglich dennoch in enger laufender Abstimmung mit den Hauptlieferanten, um das Risiko unverändert "niedrig" zu halten.

Für das Entwicklungsprojekt D328ecoTM geht die "Supply Chain" über den eigentlichen Beschaffungsvorgang weit hinaus. Beim aktuellen Projektstand ist es von wesentlicher Bedeutung, alle zukünftigen Zulieferer bereits in den Entwicklungsprozess intensiv einzubinden. Es besteht daher zum einen das Risiko, dass nicht rechtzeitig ein Partner für jede Flugzeugkomponente gefunden wird und es dadurch zu kritischen zeitlichen Verzögerungen kommt. Darüber hinaus besteht im Anschluss daran das Risiko, dass solche Partner Zeitpläne im Rahmen des Entwicklungsprozesses nicht einhalten oder qualitativ unzureichende Entwicklungsleistungen erbringen. Beide Aspekte müssen von der Gesellschaft als Systementwickler bei der Projektkoordination berücksichtigt, beobachtet und laufend gesteuert werden und fordern erhebliche organisatorische Kapazitäten. Dies bezieht sich bislang auf die Zulieferung von Entwicklungsleistungen und in geringem Umfang auf Teilelieferungen für die Testflugzeuge, aber noch nicht auf die Lieferung der Teile für die spätere Serienfertigung.

Aktuell unter Berücksichtigung der weiteren Verschiebung der Fertigstellung des eco-Projekts werden die so umrissenen Supply-Chain-Risiken für das eco-Projekt insgesamt als "mittel" bis "hoch" eingestuft. "Red Flags" werden bzw. würden auf hoher bis höchster Managementebene beobachtet und verfolgt, um den Erfolg des Entwicklungsprojekts D328ecoTM nicht zu gefährden. Aktuell sind keine "Red Flags" identifiziert, die das o.g. Ziel der Fertigstellung des eco-Projekts bis Ende 2027 konkret gefährden.

1.9. Absatzrisiken

Das Marktvolumen im Stammgeschäft, d.h. Service und Wartung für die D328, ist aufgrund der Flottengröße beschränkt. Positive Auswirkungen auf die Rentabilität der Gesellschaft können dagegen Sonderprojekte wie Umrüstung, Umbau oder Wiederaufbau von Flugzeugen oder gesonderte Entwicklungsprojekte haben, die insbesondere von der SNC an die Gesellschaft als (Unter-)Auftragnehmer und neuerdings auch von der DLR vergeben werden. Hier besteht das generelle Risiko, dass es von Kundenseite zu Stornierungen oder Projektverschiebungen kommt, und es besteht eine nicht unbeträchtliche Abhängigkeit von der SNC-Gruppe. Aufgrund der aktuell klaren Konzentration auf das Entwicklungsgeschäft ist das Absatzrisiko im Stammgeschäft jedoch insgesamt als "niedrig" einzustufen.

Das Entwicklungsgeschäft hat derzeit noch keine Auswirkungen auf die Umsatzerlöse der Gesellschaft. Hier besteht mittel- bzw. langfristig ein Risiko, da die Unternehmensplanung in Bezug auf das eco-Projekt aufgrund von verschiedenen Markstudien von einem Absatz von 1.000 Flugzeugen ausgeht. Aus diesem Grund arbeitet die Gesellschaft bereits intensiv an Vertriebs- und Marketingstrategien zur Gewinnung künftiger Abnehmer der neuen D328ecoTM. Derzeit hat die DAI erfolgreich 3 LOIs über 34 Flugzeuge mit unterschiedlichen Kunden abgeschlossen. Aktuell wird das Absatzrisiko für die D328ecoTM als "mittel" eingeschätzt, auch weil derzeit noch nicht abzusehen ist, wie die konkrete Wettbewerbssituation Mitte des Jahrzehnts aussehen wird.

1.10. Preissteigerungsrisiken

Nahezu sämtliche vorstehend angesprochenen Risiken werden auch von den derzeit allgemein festzustellenden Preissteigerungen berührt. Hierdurch besteht zum einen die Gefahr, dass keine Wiederinbetriebnahme vorübergehend stillgelegter Flugzeuge der D328-Reihe mehr erfolgt oder weitere Flugzeuge stillgelegt werden, da die Betriebskosten (und dabei insbesondere die Treibstoffkosten) zu hoch werden. Zum anderen besteht die Gefahr, dass das Budget für das eco-Projekt nicht eingehalten werden kann. Aktuell schätzen wir den ersten Aspekt als "niedrig", den zweiten Aspekt allerdings als "mittel" bis "hoch" ein. Daher ist das Controlling in Bezug auf die eco-Projekt-Kosten als Kategorie-A-Problem definiert und an entsprechend hoher Stelle im Management aufgehängt worden. Außerdem wird die Geschäftsführung regelmäßig über den Soll-Ist-Zustand speziell informiert.

1.11. Regulatorische und politische Risiken

Regulatorische Risiken stellen in Bezug auf das eco-Entwicklungsprojekt quasi ein Nebenrisiko des technischen Risikos dar, da technische Neuentwicklungen in der Flugzeugbranche strikten Zulassungsverfahren durch staatliche Luftaufsichtsbehörden (bspw. in Europa die EASA und in den USA die FAA) unterzogen werden, bevor einem Bauteil oder einem Flugzeug die Typen- und ggf. Flugzulassung erteilt wird. Aufgrund der Tatsache, dass die D328ecoTM auf der Typenzulassung D328® aufsetzt, wird dieses Risiko von der Geschäftsführung derzeit insgesamt als weiterhin "niedrig" eingeschätzt.

Nichtsdestotrotz können politische Entscheidungen, z.B. ein Neufestsetzen von Abgas- oder Lärmgrenzwerten, Zulassungsrisiken erhöhen oder erst neu entstehen lassen. Die Entwicklung dieser Risiken wird von uns laufend beobachtet; bislang sind von uns keine greifbaren Risiken dieser Art für das eco-Projekt identifiziert worden.

1.12. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Die wesentlichen Finanzinstrumente der Gesellschaft betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen, Bankguthaben, sowie die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und gegenüber verbundenen Unternehmen.

Hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 1.3 Debitorenrisiken. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen im Wesentlichen auf die Deutsche Aircraft Leipzig GmbH. Die Geschäftsführung schätzt die Ausfall- bzw. Bonitätsrisiken dieser Forderungen derzeit als "niedrig" ein, da bspw. auch die Deutsche Aircraft Leipzig GmbH von den Garantieerklärungen der SHC abgedeckt wird.

Hinsichtlich der Verbindlichkeiten, insbesondere gegenüber Kreditinstituten und gegenüber verbundenen Unternehmen, verweisen wir auf die Ausführungen unter 1.6 Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken.

Aufgrund unserer spezifischen Lage lohnt es sich für unsere Gesellschaft noch nicht, derivative Finanzinstrumente bezogen auf Währungs- und Zinsänderungsrisiken abzuschließen.

Mit Hilfe einer restriktiven und konservativen Risikopolitik verfolgt die Gesellschaft das Ziel, die finanziellen Risiken jeglicher Art zu minimieren, um den Fortbestand der Gesellschaft weiterhin zu sichern. Hierzu zählt namentlich, wie unter 1.6 dargestellt, die Finanzierung des Stammgeschäfts und insbesondere des eco-Entwicklungsprojekts über die SHC-Gruppe proaktiv sicherzustellen, Liquiditätsrisiken sowie etwaige Risiken aus Zahlungsstromschwankungen a priori zu vermeiden. Ferner bemühen sich die Gesellschaft gemeinsam mit der SHC- Gruppe darum, weitere Investoren für das Projekt D328ecoTM zu gewinnen.

1.13. Gesamteinschätzung der Risikolage

Insgesamt kommt die Geschäftsführung zu der Einschätzung, dass es unter Berücksichtigung aller oben dargestellten Risiken - sowohl im Stamm- als insbesondere auch im Entwicklungsgeschäft - aktuell keine signifikanten Probleme oder Hinweise auf eine konkret vorliegende Bestandsgefährdung bestehen. Die Geschäftsführung geht weiterhin davon aus, dass das eco-Projekt - trotz weiterer Verschiebung des "EIS" auf das vierte Quartal 2027 - im gesteckten Zeitraum erfolgreich realisiert werden kann.

2. Chancenbericht

Durch die Wiederinbetriebnahme vorübergehend stillgelegter Flugzeuge sowie das zunehmende Alter der weltweit noch im Einsatz befindlichen D328-Flotte erwartet die Geschäftsführung, dass der Bedarf an Ersatzteilen sowie an Wartungs- und Servicedienstleistungen - d.h. das Stammgeschäft - konstant bleiben wird.

Die Vertriebsaktivitäten im Engineering werden ebenfalls forciert, sei es für Forschungsprojekte oder als Unterauftragnehmer für die bekannten OEMs der Branche. Durch die Zugehörigkeit zum SHC-Konzern, der auch die SNC mit umfasst, ergeben sich hier Synergien, indem die Gesellschaft zusätzlich als Sub-Unternehmer für SNC- Kunden tätig wird.

Die größte Chance sieht die Geschäftsführung unverändert zum Vorjahr im Projekt "Regional Aircraft Program" bzw. "eco" in Zusammenarbeit mit der SHC, welches der Gesellschaft während der letzten Jahre ein neues Profil verliehen hat und auch ihr Fortbestehen langfristig sicherstellen soll. Wenn die Schwestergesellschaft Deutsche Aircraft Leipzig GmbH die Serienfertigung plangemäß Ende 2027 aufnimmt, wird sie als Verkäufer der neuen Flugzeuge auch Royalties an die DAI als Entwicklungsbetrieb abführen. Die genauen Verrechnungspreisszenarien werden gerade untersucht. Die Nutzung der bewährten D328®-Plattform, d.h. inkl. der damit verbundenen IP- Rechte, soll es der Gesellschaft ermöglichen, den Weg zum emissionsfreien Fliegen zu bahnen, lange vor dem Jahr 2050, das die internationalen Vereinbarungen vorgeben.

Im Jahr 2024 wurden mit weiteren Kunden Absichtserklärungen über die Lieferung von bis zu fünfundzwanzig D328ecoTM unterzeichnet, so dass insgesamt LOIs über 34 Flugzeuge vorliegen.

Unverändert zum Vorjahr sieht die Gesellschaft mit diesem Projekt eine einmalige Chance, die Flugzeugplattform in einer überarbeiteten Version einem breiteren Kundenkreis weltweit zur Verfügung zu stellen und die Erfolgsgeschichte der D328 Prop fortzusetzen. Die D328ecoTM bietet aufgrund ihrer Größe den Flottenbetreibern von Flugzeugen mit 30 bis 80 Sitzplätzen eine neue Alternative, Nachfrageschwankungen am Markt zu begegnen und Betriebskosten zu reduzieren. Die Neuproduktion stellt für die Gesellschaft ein historisches Ereignis dar. Zum einen wäre es seit langer Zeit das erste größere Regionalflugzeug, das komplett in Deutschland gefertigt wird und viele Möglichkeiten bietet, als Systemintegrator für neue moderne Antriebsformen zu dienen. Zum anderen böte eine solche Neuproduktion ein immenses Wachstumspotential für die Gesellschaft bzw. deren Schwestergesellschaft, in dessen Zuge mehrere Hundert neue Arbeitsplätze langfristig geschaffen werden können.

Zum 1. Juli 2023 konnte auch das bestehende ERP-System SAP R/3 durch das neue S/4HANA abgelöst werden. Mit Hilfe dieses Systems ist die Gesellschaft dabei, die Prozessabläufe sowohl in der Verwaltung als auch zukünftig in der Fertigung der D328ecoTM zu digitalisieren und die Effizienz zu steigern.

3. Prognosebericht

Im Zuge der Neuproduktion der D328ecoTM geht die Gesellschaft auf Grundlage der aktuellen Unternehmensplanung davon aus, im Geschäftsjahr 2024 weitere rund EUR 125 Mio. Entwicklungskosten zu investieren, welche zum einen durch zusätzliche Finanzmittel seitens der SHC-Gruppe sowie u.U. auch neuer Investoren und zum anderen durch weitere Inanspruchnahmen des verbleibenden KfW-Darlehensrahmens finanziert werden sollen. Im ersten Halbjahr 2024 betrugen die aktivierten Entwicklungskosten rund EUR 42 Mio. Die Bilanzsumme wird sich entsprechend erhöhen; eine Auswirkung auf das Jahresergebnis hat das eco-Projekt derzeit lediglich in Form von ersten bereits anfallenden Vertriebs- und Marketingkosten, die nicht aktivierbar sind.

Die Gesellschaft geht davon aus, dass der nächste Entwicklungsmeilenstein CDR (Critical Design Review) mit leichter Verzögerung in der zweiten Jahreshälfte 2024 abgeschlossen wird. Mit der Montage des ersten Testflugzeugs wurde bereits im 2. Quartal 2024 begonnen. Der Personalaufbau liegt aktuell noch hinter den Planungen zurück, weshalb derzeit verstärkt Arbeitspakete an Dritte vergeben werden. Fast alle relevanten Führungspositionen sind jedoch besetzt. In der Supply Chain konnten bis dato rund 95 % der Lieferanten für die größeren Arbeitspakete unter Vertrag genommen werden. Für die Montagelinie bei unserer Schwestergesellschaft in Leipzig, welche Ende 2026 (ursprünglich für Ende 2025 geplant) in Betrieb genommen werden soll, laufen Endverhandlungen mit dem Projektentwickler mit dem Ziel, die Verträge noch im dritten Quartal 2024 zu finalisieren und den Bau starten zu können.

Für das Stammgeschäft ist wie im Vorjahr eine Prognose für das Geschäftsjahr 2024 schwierig, etwa hinsichtlich des Zeitpunkts der Erteilung der Betriebszulassung im Abnehmerland für die für einen chinesischen Kunden vorgesehenen Flugzeuge. Hinzu kommt die speziell im Euroraum immer noch schwer zu prognostizierende Inflationsentwicklung, welche ebenfalls negativen Einfluss auf die Material- und Dienstleistungspreise hat. Im ersten Halbjahr 2024 sind die Gesamtumsätze aus dem Stammgeschäft deutlich gesunken. Auch das EBITDA des ersten Halbjahres 2024 hat sich gegenüber dem EBITDA des Vergleichszeitraums im ersten Halbjahr 2023 leicht verschlechtert und verbleibt weiterhin negativ. Hinsichtlich der Sonderprojekte konnte die Gesellschaft dagegen einen Erfolg verzeichnen: Die Deutsche Aircraft GmbH wird im Zusammenhang eines im Berichtsjahr verkauften Flugzeugs in 2024 zusätzliche Dienstleistungen anbieten, die die Finanzen 2024 und in den folgenden Jahren positiv beeinflussen können. Ferner wurde im Juni 2024 ein Cockpitsimulator-Vertrag geschlossen, der im Projekt UpLift zur Testung neuer Avionik-Systeme beitragen und die Risiken von Flugversuchen reduzieren soll, um die Innovation und Energieeffizienz zu fördern. Aufgrund dieses Projekts und der Zahlen für das erste Halbjahr 2024 geht die Geschäftsführung derzeit für das Geschäftsjahr 2024 von Umsatzerlösen in Höhe von rund EUR 29 Mio. und einem leicht verbesserten, jedoch nach wie vor negativen EBITDA von EUR -6,1 Mio. aus.

 

Weßling, den 6. September 2024

Andrew David Jackson, Geschäftsführer

Nico Neumann, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte - in der Entwicklung 172.987.284,51 90.919
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.595.067,48 187
3. Geleistete Anzahlungen 4.842.960,85 5.410
182.425.312,84 96.516
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 391.970,21 586
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.290.047,25 3.758
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.582.075,77 1.761
9.264.093,23 6.105
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 25
191.714.406,07 102.646
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Ersatzteile 13.789.006,34 17.572
2. Unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen 6.518.843,12 5.521
3. Geleistete Anzahlungen 6.003.378,78 2.725
26.311.228,24 25.818
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.667.404,07 283
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 13.723.356,79 6.993
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.136.832,67 993
16.527.593,53 8.269
III. Liquide Mittel
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 12.488.631,27 13.885
55.327.453,04 47.972
C. Rechnungsabgrenzungsposten 529.033,45 653
247.570.892,56 151.271

Passiva

31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000
II. Kapitalrücklage 45.833.742,23 31.622
III. Bilanzverlust -44.985.971,02 -29.874
1.847.771,21 2.748
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 7.287.806,95 3.017
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 103.206.300,00 87.000
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 10.964.916,42 2.661
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.683.376,51 9.028
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 109.483.221,11 43.642
5. Sonstige Verbindlichkeiten 840.006,26 2.873
davon aus Steuern: EUR 692.930,97 (Vorjahr: TEUR 479)
238.177.820,30 145.204
D. Rechnungsabgrenzungsposten 257.494,10 302
247.570.892,56 151.271

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2023 Vorjahr
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 30.640.057,01 18.087
2. Erhöhung des Bestands an unfertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen 998.430,37 814
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 41.227.852,36 23.248
4. Sonstige betriebliche Erträge 7.908.393,43 13.094
davon Erträge aus der Währungsumrechnung: EUR 1.731.917,35 (Vorjahr: TEUR 1.501)
80.774.733,17 55.243
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -20.025.969,53 -6.436
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -12.351.537,44 -11.709
-32.377.506,97 -18.145
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -35.851.842,66 -22.679
b) Soziale Abgaben -5.908.350,06 -3.783
-41.760.192,72 -26.462
7. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.587.409,20 -1.268
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -13.680.289,31 -11.969
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung: EUR 1.496.589,30 (Vorjahr: TEUR 3.113)
-9.630.665,03 -2.601
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 121.906,51 7
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -5.558.113,76 -2.109
davon an verbundene Unternehmen: EUR 3.099.121,99 (Vorjahr: TEUR 634)
-5.436.207,25 -2.102
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -16.288,53 148
12. Ergebnis nach Steuern -15.083.160,81 -4.555
13. Sonstige Steuern -29.275,11 -16
14. Jahresfehlbetrag -15.112.435,92 -4.571
15. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -29.873.535,10 -25.303
16. Bilanzverlust -44.985.971,02 -29.874

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Allgemeine Erläuterungen

Die Deutsche Aircraft GmbH, Weßling, (Amtsgericht München: HRB 159804) ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 wurde nach den Vorschriften des HGB und des GmbHG aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde dabei nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Hinsichtlich der Risiken der zukünftigen Entwicklung wird auf Abschnitt D. des Lageberichts verwiesen, insbesondere die Erläuterungen zu den Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken (Abschnitt D. 1.6) sowie zu den technischen Risiken (Abschnitt D. 1.7), welche insbesondere mit dem Entwicklungsprojekt "Regional Aircraft Program" verbunden sind. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft kommen auf Grundlage der qualifizierten Rangrücktritte der SHC in Bezug auf alle ausstehenden Darlehen an die Gesellschaft, der noch nicht vollständig abgerufenen Mittel aus dem KfW-Darlehen und der Garantien sowie des "Support Letter" seitens SHC zu dem Ergebnis, dass aktuell keine signifikanten Probleme oder Hinweise auf eine konkret vorliegende Bestandsgefährdung bestehen. Die Geschäftsführung geht weiterhin davon aus, dass das eco-Projekt - trotz weiterer Verschiebung des Entry into Service ("EIS") auf das vierte Quartal 2027 - im gesteckten Zeitraum erfolgreich realisiert werden kann. Der Jahresabschluss wurde daher unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich gegenüber dem Vorjahresabschluss nicht geändert.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Vom Wahlrecht zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens gem. § 248 Abs. 2 HGB wird Gebrauch gemacht. Die Bewertung erfolgt zu Herstellungskosten (Pflichtbestandteile, bestehend aus den Material- sowie Fertigungskosten (jeweils Einzel und Gemeinkosten), den Sonderkosten der Fertigung, dem zuordenbaren Werteverzehr des Anlagevermögens sowie dem auf den Zeitraum der Herstellung entfallenden Zinsaufwand) zzgl. Anschaffungskosten der hierzu bezogenen Fremdleistungen. Da sich alle selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände derzeit noch in der Entwicklung befinden, erfolgt noch keine planmäßige Abschreibung. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung (§ 253 Abs. 3 Satz 5 HGB) im Einzelfall vorgenommen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen angesetzt (Software über drei bis fünf Jahre, Patente und Rechte über drei Jahre).

Gewährte und nicht rückzahlbare Investitionszuschüsse aus öffentlichen Fördermitteln werden Anschaffungs- oder Herstellungskosten mindernd direkt bei den betroffenen Vermögensgegenständen in Abzug gebracht. Infolgedessen wird über die Nutzungsdauer des angeschafften Wirtschaftsguts eine geringere Abschreibung verrechnet als im Fall ohne Gewährung des Zuschusses, sobald die Abschreibung erfolgt. Die Entwicklung der Posten im Berichtsjahr ist im Anlagengitter (Anlage zu diesem Anhang) dargestellt. Im Posten "Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte - in der Entwicklung" wurden im Geschäftsjahr Investitionsförderungen in Höhe von TEUR 6.437 (Vorjahr: TEUR 0) dergestalt in Abzug gebracht.

Sachanlagevermögen

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen angesetzt. Die Nutzungsdauern betragen zwischen zwei und sechzehn Jahren. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB eine außerplanmäßige Abschreibung. Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einem Anschaffungspreis zwischen 251 EUR netto und 1.000 EUR netto werden im Jahr des Zugangs inventarisiert und sofort abgeschrieben. Im Anlagengitter wird deren Abgang im Berichtsjahr unterstellt. Bis 250 EUR liegende Anschaffungen wurden direkt im Aufwand erfasst.

Finanzanlagen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bewertet.

Vorratsvermögen

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Ersatzteile werden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten (zu deren Ermittlung wird auf die nachfolgenden Erläuterungen zu den unfertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen verwiesen) oder - sofern erforderlich - entsprechend dem strengen Niederstwertprinzip zum niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet. Wertminderungsrisiken aus langer Lagerdauer bzw. Überbeständen wird durch angemessene, an den aktuellen Verbrauchen gemessene Wert- bzw. Reichweitenabschläge Rechnung getragen.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Ersatzteile können hinsichtlich ihrer geschätzten Umschlagsdauer wie folgt gegliedert werden:

Geschätzte Reichweite 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
bis 1 Jahr 2.617 1.758
über 1 bis 5 Jahre 4.690 4.347
über 5 Jahre 6.482 11.467
Summe 13.789 17.572

Unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen sind - unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips - zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten beinhalten neben Material- und Fertigungskosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie auf den Zeitraum der Herstellung entfallenden Zinsaufwand.

Geleistete Anzahlungen auf Vorräte werden zum Zahlungsbetrag angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nominalwert, ggf. unter Abzug gebotener Wertberichtigungen, bilanziert. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Liquide Mittel

Liquide Mittel sind mit ihrem Nenn- bzw. Nominalwert angesetzt. Fremdwährungsbestände werden zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtages bewertet.

Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben (aktiv) bzw. Einnahmen (passiv) vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen bzw. Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen.

Rückstellungen

Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet und decken alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken (inkl. drohender Verluste aus schwebenden Geschäften) und ungewissen Verpflichtungen ab. Unverändert zum Vorjahr bestehen keine langfristigen Rückstellungen.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Währungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem amtlichen Umrechnungskurs zum Transaktionszeitpunkt erfasst.

Kurzfristige (Restlaufzeit von maximal einem Jahr) auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden dabei zusätzlich das Anschaffungskosten- und das Realisationsprinzip beachtet.

Latente Steuern

Auf temporäre Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen werden latente Steuern gemäß § 274 HGB gerechnet. Die Bewertung erfolgt zum voraussichtlichen Steuersatz im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen; dieser beträgt aktuell 28 % (Körperschaftsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag, sowie Gewerbesteuer). Aktive und passive latente Steuern werden miteinander verrechnet. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden insoweit berücksichtigt, als diesen passive latente Steuern gegenüberstehen. Ein sich ggf. ergebender aktiver Überhang wird gem. § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt. Passive latente Steuern entfallen im Wesentlichen auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens; aktive latente Steuern basieren auf den steuerlichen Verlustvorträgen.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der Posten im Berichtsjahr ist im Anlagengitter als Anlage zu diesem Anhang dargestellt. Im Posten "Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte - in der Entwicklung" wurden im Geschäftsjahr Fremdkapitalzinsen in Höhe von TEUR 2.462 (Vorjahr: TEUR 1.475) aktiviert.

Finanzanlagen

Der Anteilsbesitz stellt sich wie folgt dar:

Firma und Sitz des Unternehmens Anteil am Kapital Eigenkapital Ergebnis
% TEUR TEUR
328 Aircraft Trade GmbH, Weßling 100 23 -3

Vorratsvermögen

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 stellte sich heraus, dass die ursprünglich geplante Verwendung von Roh-. Hilfs- und Betriebsstoffen, die im Vorjahr für zwei Test- und zwei Demoflugzeuge des neuen Flugzeugs D328ecoTM vorgesehen waren, aufgrund von Konfigurations- änderungen nicht mehr vollständig möglich war. Daher wurden gemäß dem strengen Niederstwertprinzip für nicht mehr verwendbare Materialien und Komponenten außerplanmäßige Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 6.358 vorgenommen (im Vorjahr: TEUR 0).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind unverändert zum Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen von TEUR 13.723 (Vorjahr: TEUR 6.993) betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.467 (Vorjahr: TEUR 5.220), Umsatzsteuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 1.207 (Vorjahr: TEUR 1.023) und kurzfristige Ausleihungen in Höhe von TEUR 11.049 (Vorjahr: TEUR 750).

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen TEUR 3.631 (Vorjahr: TEUR 1.500) auf die Gesellschafterin Deutsche Aircraft Group GmbH, davon kurzfristige Ausleihungen in Höhe von TEUR 2.424 sowie die Umsatzsteuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 1.207. Auf die Schwestergesellschaft Deutsche Aircraft Leipzig GmbH entfallen kurzfristige Ausleihungen in Höhe von TEUR 8.625 (Vorjahr: TEUR 200), welche durch eine Garantieerklärung der übergeordneten Muttergesellschaft SHC abgedeckt sind.

Die sonstigen Vermögensgegenstände von TEUR 1.137 (Vorjahr: TEUR 993) betreffen u.a. Mietkautionen in Höhe von TEUR 324 (Vorjahr: TEUR 100), nicht frei verfügbare liquide Mittel aus Anzahlungen im Zusammenhang mit einer Kaufoption für D328-Gebrauchtflugzeuge in Höhe von TEUR 338 (Vorjahr: TEUR 338) und Vorsteuererstattungsansprüche aus EU- und Nicht-EU-Ländern von TEUR 171 (Vorjahr: TEUR 180).

Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital beträgt unverändert TEUR 1.000 und ist in voller Höhe eingezahlt.

Die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB resultiert aus Einzahlungen des Gesellschafters bzw. Dritter zugunsten des Gesellschafters und entspricht den zugrundeliegenden Gesellschafterbeschlüssen und Verträgen.

Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2023 - unter Berücksichtigung des bestehenden Bilanzverlustes - ein Eigenkapital in Höhe von TEUR 1.848 aus (Vorjahr: TEUR 2.748).

Aufgrund der Inanspruchnahme des Wahlrechts zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände aus Entwicklungsprojekten liegt unter Berücksichtigung der hierfür zu bildenden passiven latenten Steuern gemäß § 268 Abs. 8 Satz 1 HGB für das aktuelle Geschäftsjahr eine Ausschüttungssperre in Höhe von TEUR 128.421 vor (Vorjahr: TEUR 65.462). Bei der Ermittlung der Ausschüttungssperre findet der im Jahr 2023 gewährte Investitionskostenzuschuss von TEUR 6.437 (Vorjahr: TEUR 0), der von den selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen aus Entwicklungsprojekten bilanziell in Abzug gebracht wird, keine Berücksichtigung. Aufgrund der o.g. Berücksichtigung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge in der Höhe, in denen ihnen passive latente Steuern gegen- überstehen, ergibt sich infolge der Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 Satz 2 HGB ein insgesamt ausschüttungsgesperrter Betrag von TEUR 178.362 (Vorjahr: TEUR 90.919).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Ausstehende Rechnungen 5.250 1.742
Personal und soziale Leistungen 1.844 1.122
Sonstige 194 153
Gesamt 7.288 3.017

Von den ausstehenden Rechnungen betreffen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 75) verbundene Unternehmen.

Verbindlichkeiten

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Darlehen KfW 103.206 87.000
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 109.483 43.642
davon verzinsliche IC-Darlehen 92.489 37.127
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 10.965 2.661
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.684 9.028
Sonstige Verbindlichkeiten 840 2.873
Gesamt 238.178 145.204

Das Programm zur Entwicklung eines hochmodernen Regionalflugzeugs auf Basis der bestehenden D328®-Plattform wurde im Jahr 2020 gestartet und wird von der deutschen Bundesregierung mittels eines KfW-Darlehens mitfinanziert. Der Kreditvertrag, der Ende Januar 2020 unterzeichnet wurde, umfasst einen maximalen Kreditrahmen von Mio. EUR 125. Der Tilgungsplan des Darlehens sieht vor, dass 8/33 der Darlehenssumme ab dem Geschäftsjahr 2023 in unbedingt rückzahlbaren jährlichen Raten und 25/33 entsprechend der Anzahl der ausgelieferten D328ecoTM Flugzeuge zurückgezahlt werden. Die Tilgung für die 25/33 des Gesamtdarlehens beginnt nach der Auslieferung des ersten D328ecoTM Flugzeugs und setzt sich anteilsmäßig für maximal 310 Auslieferungen fort.

Bis zum Bilanzstichtag wurden Mittel in Höhe von insgesamt Mio. EUR 107 (Vorjahr: Mio. EUR 87) abgerufen. Davon wurden im vierten Quartal 2023 gemäß dem 8/33-Tilgungsplan erstmalig vertragsgemäß TEUR 3.794 getilgt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 beträgt die valutierende Darlehenssumme damit TEUR 103.206. Innerhalb eines Jahres sind TEUR 3.794 (Vorjahr: TEUR 3.794) zur Rückzahlung fällig. In mehr als einem und bis zu fünf Jahren sind es insgesamt TEUR 5.182 (Vorjahr: TEUR 2.142). Der verbleibende Betrag von TEUR 94.230 (Vorjahr: TEUR 84.858) hat eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen betreffen laufende Aufträge und haben, wie im Vorjahr, sämtlich eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthaltenen Verbindlichkeiten aus verzinslichen (IC-)Darlehen haben sämtlich eine vertragliche Restlaufzeit bis zum 31. Oktober 2024; sie sind ferner mit Rangrücktritten versehen. Die gesetzlichen Vertreter gehen aber unverändert davon aus, dass diese Darlehen, wie bereits in der Vergangenheit geschehen, weiter prolongiert werden und der Gesellschaft damit wirtschaftlich längerfristig zur Verfügung stehen. Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen und haben, wie im Vorjahr, formal eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die gegenüber Dritten bestehenden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten sind, wie im Vorjahr, ebenfalls allesamt kurzfristig (Restlaufzeit bis zu einem Jahr).

Mit Pfandrechten oder ähnlichen Rechten gesicherte Verbindlichkeiten bestehen unverändert nicht; ansonsten bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es besteht ein Bestellobligo in Höhe von TEUR 33.540 und TUSD 19.591, d.h. umgerechnet insgesamt TEUR 51.269 (Vorjahr: TEUR 28.916).

Aus den bestehenden Leasing- und Mietverträgen resultieren bis zum 31. Dezember 2027 (Vorjahr: bis zum 31. Dezember 2027) insgesamt folgende finanzielle Verpflichtungen:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Gebäude 13.215 12.570
IT, Kfz u.a. 261 341
Gesamt 13.476 12.911

Leasingverträge werden aus Praktikabilitätsgründen abgeschlossen und dienen insbesondere einer Streckung der notwendigen Ausgaben sowie einer Verringerung der längerfristigen Kapitalbindung und des Investitionsrisikos. Umgekehrt sind sie grds. teurer als eine vergleichbare Eigenanschaffung; dies wird jedoch bewusst in Kauf genommen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse (vor Erlösschmälerungen) gliedern sich nach Tätigkeitsbereichen und geographischen Märkten wie folgt auf:

2023 2022
Tätigkeitsbereiche TEUR TEUR
Neu- und Ersatzteilverkauf 12.354 10.494
Technischer Kundendienst 2.243 2.416
Wartung/Umbau/Umrüstung von Flugzeugen und Handel mit Flugzeugen 15.975 4.963
Engineering 195 330
Summe 30.767 18.203
2023 2022
Geographisch bestimmte Märkte TEUR TEUR
Deutschland 14.210 5.861
Andere EU-Länder 1.290 1.103
USA 12.285 8.478
Sonstige 2.982 2.761
Summe 30.767 18.203

Andere aktivierte Eigenleistungen

Die anderen aktivierten Eigenleistungen resultieren nahezu ausschließlich aus der Aktivierung der Entwicklungskosten als selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (zur Ausschüttungssperre siehe die Erläuterungen zum Eigenkapital).

Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge bestehen aus:

2023 2022
TEUR TEUR
Erträge aus Forderungsverzichten 0 5.931
Weiterbelastung von Kosten an verb. Unternehmen 5.880 5.110
Währungskursgewinne 1.732 1.501
Auflösung von Rückstellungen (periodenfremde Erträge) 41 251
Versicherungsentschädigungen 0 176
Wertaufholungen 96 99
Sonstige periodenfremde Erträge 56 26
Erstattungen Krankenkassen / Agentur für Arbeit 73 0
Sonstige 30 0
Gesamt 7.908 13.094

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

2023 2022
TEUR TEUR
Währungskursverluste 1.497 3.113
Rechts- und Beratungskosten 1.558 1.939
Verwaltung und Vertrieb 2.478 1.847
Miete und Leasing 3.443 2.484
IT-Kosten 1.328 799
Versicherungen 801 703
Instandhaltung 421 449
Wertberichtigungen und andere periodenfremde Aufwendungen 53 159
Sonstige 2.101 476
Gesamt 13.680 11.969

Abschreibungen auf immaterielle Vermögengegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Darin enthalten sind außerplanmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten gem. § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB in Höhe von TEUR 429 (Vorjahr: TEUR 0).

Sonstige Angaben

Forschungs- und Entwicklungskosten

Entwicklungskosten wurden in Höhe von TEUR 82.662 (Vorjahr: TEUR 62.327) - nach Absetzung von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Fördermitteln in Höhe von TEUR 6.437 (Vorjahr: TEUR 0) - als selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und in Höhe von TEUR 185 (Vorjahr: TEUR 153) als Sachanlagevermögen im Bau aktiviert. Forschungskosten sind, ebenso wie im Vorjahr, nicht angefallen.

Außergewöhnlich Aufwendungen und Erträge

Im Materialaufwand des Geschäftsjahres 2023 sind außerplanmäßige Abschreibungen auf Vorratsvermögen von TEUR 6.358 enthalten. Und im Vorjahr enthielten die sonstigen betrieblichen Erträge Erträge aus Forderungsverzichten von TEUR 5.931.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Die Zahl der während des Geschäftsjahres durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betrug 438 (Vorjahr: 299).

Aufteilung in Gruppen: 2023
Operativ: Engineering und Operations 296
Administration, Sales und Procurement 142
Gesamt 438

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag wurden von der US-Gesellschafterin SHC weitere (IC-)Darlehen in Höhe von insgesamt TUSD 75.900 (TEUR 69.945) gewährt. Diese sind mit Rangrücktritten versehen und haben vertraglich eine Laufzeit bis zum 31. Oktober 2024. Die gesetzlichen Vertreter gehen aber davon aus, dass diese Darlehen, wie bereits in der Vergangenheit mit den übrigen IC-Darlehen geschehen, weiter prolongiert werden und der Gesellschaft damit wirtschaftlich längerfristig zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus erfolgten Einzahlungen in die Kapitalrücklage in Höhe von TUSD 19.100, d.h. TEUR 17.654.

Abschlussprüferhonorar

Hinsichtlich der Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers verweisen wir auf die entsprechenden Angaben im Konzernabschluss der Deutsche Aircraft Group GmbH, Weßling.

Geschäftsführung

Der Geschäftsführung gehören an:

Anthony Jonathan Shakesby, CFO, Bournemouth/Großbritannien (bis 4.7.2023)

Andrew David Jackson, CEO, Marple Cheshire/Großbritannien

Nico Neumann, COO, Olching/Deutschland

Die Angabe der Gesamtbezüge ist aufgrund § 286 Abs. 4 HGB unterblieben.

Konzernzugehörigkeit

Die Deutsche Aircraft Group GmbH, welche 100 % der Geschäftsanteile an der Deutsche Aircraft GmbH besitzt, ist seit dem 8. September 2022 eine 100%-Tochter der Deutsche Aircraft Holdings Limited Grand Cayman, Cayman Islands. Diese Gesellschaft ist wiederum eine 100%-Tochter der Sierra Holding Company, Sparks, Nevada/USA.

Aufgrund von Umstrukturierungen im Sierra Nevada-Konzern wird die Deutsche Aircraft Group GmbH nebst ihren Konzerngesellschaften zum 31. Dezember 2023 erstmals in den Konzernabschluss der Sierra Holding Company einbezogen. Dieser Konzernabschluss wird jedoch nicht veröffentlicht und wirkt daher auch nicht befreiend im Sinne des § 292 HGB.

Damit ist die Deutsche Aircraft Group GmbH die höchste Konzernmuttergesellschaft mit Sitz in einem EU-Mitgliedsstaat und dazu verpflichtet, gemäß §§ 290 ff. einen Konzernabschluss aufzustellen. Bis zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 konnte die Deutsche Aircraft Group GmbH allerdings von den größenabhängigen Befreiungskriterien des § 293 Abs. 1 HGB Gebrauch machen. Zum 31. Dezember 2023 übersteigen aufgrund des Wachstums der Deutsche Aircraft GmbH sowohl die Bilanzsumme als auch die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen die in § 293 Abs. 1 HGB genannten Größenkriterien. Damit ist die Deutsche Aircraft Group GmbH als Konzernmuttergesellschaft verpflichtet, zum 31. Dezember 2023 erstmalig einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufzustellen, in welche u.a. die Deutsche Aircraft GmbH einbezogen werden wird.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Bilanzverlust von EUR 44.985.971,02, der sich aus dem Verlustvortrag aus dem Vorjahr von EUR 29.873.535,10 und dem Jahresfehlbetrag für 2023 von EUR 15.112.435,92 ergibt, soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

 

Weßling, den 6. September 2024

Andrew David Jackson, Geschäftsführer

Nico Neumann, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2023 Zugänge Abgänge
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte - in der Entwicklung 90.918.920,62 89.098.860,29 0,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.333.476,47 2.020.567,13 30.590,00
3. Geleistete Anzahlungen 5.410.182,55 2.300.432,63 93.934,33
97.662.579,64 93.419.860,05 124.524,33
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 1.178.058,94 23.848,99 0,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.943.327,36 2.020.550,16 1.339.075,64
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.760.972,08 3.650.649,16 16.697,05
10.882.358,38 5.695.048,31 1.355.772,69
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 0,00 0,00
25.000,00 0,00 0,00
108.569.938,02 99.114.908,36 1.480.297,02
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Umgliederungen Invest.Förderung 31.12.2023
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte - in der Entwicklung -164.975,00 -6.436.839,89 173.415.966,02
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.773.720,00 0,00 6.097.173,60
3. Geleistete Anzahlungen -2.773.720,00 0,00 4.842.960,85
-164.975,00 -6.436.839,89 184.356.100,47
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 0,00 1.201.907,93
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 977.823,42 0,00 9.602.625,30
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -812.848,42 0,00 4.582.075,77
164.975,00 0,00 15.386.609,00
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 25.000,00
0,00 0,00 25.000,00
0,00 -6.436.839,89 199.767.709,47
Abschreibungen
1.1.2023 Zugänge Abgänge Umgliederungen 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte - in der Entwicklung 0,00 428.681,51 0,00 0,00 428.681,51
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.146.580,09 386.116,03 30.590,00 0,00 1.502.106,12
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
1.146.580,09 814.797,54 30.590,00 0,00 1.930.787,63
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 592.093,82 217.843,90 0,00 0,00 809.937,72
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.185.057,25 1.554.767,76 427.246,96 0,00 5.312.578,05
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
4.777.151,07 1.772.611,66 427.246,96 0,00 6.122.515,77
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
5.923.731,16 2.587.409,20 457.836,96 0,00 8.053.303,40
Buchwerte
31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte - in der Entwicklung 172.987.284,51 90.918.920,62
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.595.067,48 186.896,38
3. Geleistete Anzahlungen 4.842.960,85 5.410.182,55
182.425.312,84 96.515.999,55
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 391.970,21 585.965,12
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.290.047,25 3.758.270,11
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.582.075,77 1.760.972,08
9.264.093,23 6.105.207,31
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 25.000,00
25.000,00 25.000,00
191.714.406,07 102.646.206,86

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Deutsche Aircraft GmbH, Weßling

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Deutsche Aircraft GmbH, Weßling, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Deutsche Aircraft GmbH, Weßling, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 6. September 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Thomas Reitmayr, Wirtschaftsprüfer

Robert Aumann, Wirtschaftsprüfer

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