Lindenfarb Textilveredelung GmbH
Färberstraße 10, 73432 Aalen, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Hans-Joachim Kauderer seit 1.12.2023 | Geschäftsführer |
Peter Mazzucco seit 13.1.2021 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 25.10% |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Lindenfarb Textilveredelung GmbHAalenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023A. Rechnungslegungsgrundsätze Bei der Bilanzierung und Bewertung sind im Jahresabschluss der Lindenfarb Textilveredelung GmbH, Aalen (Amtsgericht Ulm, HRB 741412), die Vorschriften des HGB für mittelgroße Kapitalgesellschaften angewandt worden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Jahresabschluss wurde unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Im Geschäftsjahr 2023 haben die Lindenfarb Textilveredelung GmbH und ihr Gesellschafter, die STRÄHLE+HESS GmbH, eine Anpassung ausgewählter Darlehensbedingungen vereinbart. Durch diese Anpassung werden einzelne Gesellschafterdarlehen zum 31.12.2023 im Jahresabschluss erstmalig als Mezzanines Kapital ausgewiesen. Hierdurch erhöht sich das handelsrechtliche Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um TEUR 8.974, wodurch der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag iHv TEUR 4.515 entfällt. Wir verweisen auf unsere Darstellungen im Lagebericht in den Abschnitten "Wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung (Chancen- und Risikobericht)" sowie "Ausblick (Prognosebericht)". Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen. Das Sachanlagevermögen ist mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungs-/Herstellungskosten bzw. mit den Buchwerten zum Zeitpunkt der Anwachsung angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern liegen hierbei zwischen drei und 33 Jahren. Zugänge werden ausschließlich nach der linearen Methode abgeschrieben. Abnutzbare bewegliche geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis EUR 800,00 werden sofort abgeschrieben. Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert bewertet. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten oder niedrigeren Zeitwerten, wobei für Lager- und Verwertungsrisiken Abschläge in angemessenem Umfang vorgenommen werden. Grundlage für die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse zu Herstellungskosten bilden die aus dem betrieblichen Rechnungswesen übernommenen kalkulatorischen Stückkosten, die auf der Basis der geplanten Normalbeschäftigung ermittelt worden sind. Die kalkulatorischen Stückkosten enthalten Materialeinzel- und -gemeinkosten, Fertigungseinzel- und -gemeinkosten sowie Sonderkosten der Fertigung (z.B. Werkzeugkosten). Die geleisteten Anzahlungen sind ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt. Für das allgemeine Kreditrisiko ist eine Pauschalwertberichtigung für Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit 1 % auf den Forderungsbestand (Nettowerte) gebildet worden. Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst. Die Jubiläumsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Methoden auf Basis des von der deutschen Bundesbank veröffentlichten handelsrechtlichen Rechnungszinses für eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren von 1,82 % für Dezember 2023 berechnet. Der Rechnungszins beruht auf dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre. Hierbei wird für die ersten fünf Jahre der Betriebszugehörigkeit keine Jubiläumsrückstellung gebildet, um die jährliche Fluktuation angemessen zu berücksichtigen. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite. B. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung I. Bilanz 1. Anlagevermögen Die gesondert dargestellte Entwicklung des Anlagevermögens ist integraler Bestandteil des Anhangs. Der Gesamtbetrag der im abgelaufenen Geschäftsjahr angefallenen Forschungs- und Entwicklungskosten beträgt TEUR 511 (Vj. TEUR 248). 2. Flüssige Mittel Der Posten enthält den Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten. 3. Mezzanines Kapital Im Geschäftsjahr 2023 haben die Lindenfarb Textilveredelung GmbH und ihr Gesellschafter, die STRÄHLE+HESS GmbH, eine Anpassung ausgewählter Darlehensbedingungen vereinbart. Durch diese Anpassung werden einzelne Gesellschafterdarlehen zum 31.12.2023 im Jahresabschluss erstmalig als Mezzanines Kapital ausgewiesen, da eine nach handelsrechtlichen Grundsätzen dem Eigenkapital vergleichbare Haftungsqualität vorliegt. 4. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Brandschutzmaßnahmen (TEUR 695; Vj. TEUR 833), ausstehende Lieferantenverbindlichkeiten (TEUR 449; Vj. TEUR 446), Personalbereich (TEUR 370; Vj. TEUR 431) und Umweltmaßnahmen (TEUR 299; Vj. TEUR 299). 5. Verbindlichkeiten Das durch die Gesellschafterin, STRÄHLE+HESS GmbH, gegebene Darlehen in Höhe von TEUR 226 hat eine Restlaufzeit bis 1 Jahr. Alle anderen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die als Mezzanines Kapital ausgewiesenen Gesellschafterdarlehen haben eine Restlaufzeit von mindestens 5 Jahren. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen. Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
II. Gewinn- und Verlustrechnung 1. Sonstige betriebliche Erträge Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 1.425 ausgewiesen. Es handelt sich im Wesentlichen um Erträge aus (energiebezogenen) Förderungen und Rückerstattungen sowie aus der Auflösung von Rückstellungen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus Energiepreisbremsen in Höhe von TEUR 3.917 (Vj. TEUR 0) enthalten. 2. Finanzergebnis Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betreffen mit EUR 133.679,26 (i. V. EUR 141.886,75) verbundene Unternehmen. C. Sonstige Angaben 1. Beteiligungsverhältnisse Die Gesellschaft hält am Bilanzstichtag an folgendem Unternehmen eine Beteiligung im Sinne von § 271 Abs. 1 HGB:
2. Personal Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer beträgt 50 Angestellte und 81 Gewerbliche. 3. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von TEUR 1.303. 4. Organe der Gesellschaft Geschäftsführer sind: Mazzucco, Peter, Niederalteich Kauderer, Hans-Joachim, Reutlingen (seit 09. November 2023) 5. Mutterunternehmen/Konzernzugehörigkeit Die Gesellschaft ist ein Tochterunternehmen der STRÄHLE+HESS GmbH, Althengstett. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der SHA Beteiligungs GmbH, Althengstett, einbezogen, welcher im (elektronischen) Unternehmensregister offengelegt wird. Die SHA Beteiligungs GmbH, Althengstett, stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf.
Aalen, 15. Juli 2024 Lindenfarb Textilveredelung GmbH Geschäftsführung Peter Mazzucco Hans-Joachim Kauderer Entwicklung des Anlagevermögens der Lindenfarb Textilveredelung GmbH, Aalen im Geschäftsjahr 2023
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023Grundlagen des Unternehmens Die Lindenfarb Textilveredelung GmbH ist im Bereich der Textilveredelung im europäischen Raum tätig. Es werden innovative technische Textilien, überwiegend für Kunden aus dem Premiumbereich der Automobilindustrie, veredelt. Zu den Kunden zählen aber auch Produzenten und Unternehmen aus Industrie, Medizin, Bau und anderen Branchen. Das Leistungsspektrum umfasst Oberflächenbehandlungen wie Rauen, Scheren, Knautschen, Kalandern, Chintzen und Prägen, wie auch das Färben, Bleichen, Waschen, Reinigen, Beschichten und Hochveredeln von Textilien. Produktion und Verwaltung befinden sich ausschließlich am Standort Aalen-Unterkochen. Als Teil der STRÄHLE+HESS-Gruppe nutzt Lindenfarb Textilveredelung GmbH Konzernsynergien u.a. in den administrativen Bereichen, im Einkauf, in der Entwicklung, in der IT und in der Fertigung. Die Produktionsfläche von ca. 33.000 m 2 ermöglicht aktuell eine Ausrüstungskapazität von über 17 Tonnen pro Tag. Markt- und Absatzentwicklung Die Konjunkturzahlen der Textil- und Bekleidungsindustrie des Jahres 2023 sind insgesamt nicht zufriedenstellend, insbesondere waren die Konjunkturdaten der Textilherstellung meist von Rückgängen geprägt. Nach wie vor leiden die Textilhersteller unter dem Margendruck, der durch immer noch sehr hohe Beschaffungs- und Energiekosten besteht. Diese haben sich nach den teils exorbitanten Steigerungen zwar wieder auf ein niedrigeres Niveau bewegt, die Energiepreise bleiben allerdings noch immer auf historischen Höchstständen, denn die Preisniveaus der Jahre bis ca. 2020 werden trotz deutlicher Rückgänge noch immer deutlich überschritten. Die Beschaffungskosten für Rohstoffe sind ebenfalls gesunken, aber aufgrund der hohen Energieintensität bleiben auch wichtige Vorprodukte wie Chemiefasern, Farbstoffe und Kunststoffe allgemein sehr kostenintensiv. Hier reichen die staatlichen Förderungen für die Energie sowie die nur mäßig steigenden Erzeugerpreise als Ausgleich oft nicht aus. Durch die insgesamt sinkenden Exporte konnte der Außenhandel ebenfalls keinen positiven Beitrag leisten. Trotz Inflation weist der Textilherstellungsbereich einen Umsatzrückgang von -1,9% auf. Die jüngsten Umfrageergebnisse des Gesamtverband Textil+Mode legen keine baldige Trendwende zum Besseren hin nahe. Positiv wirkt hingegen die Entspannung der Lieferketten und ein Rückgang der Fracht-/Transportkosten. 1
1 Konjunkturbericht 02/2024 Gesamtverband
textil+mode, S. 1 und 5
Umsatz- und Auftragsentwicklung Die Umsatzerlöse der Lindenfarb Textilveredelung GmbH betrugen im Geschäftsjahr 2023 TEUR 16.261. Auch wenn die STRÄHLE+HESS-Gruppe über einen guten Auftragsbestand mit Serienanläufen in 2023 und 2024 verfügt, der auch die Auftragslage bei der Lindenfarb Textilveredelung GmbH positiv beeinflusst, wird die aktuelle Entwicklung durch rückläufige Aufträge von externen Kunden der Lindenfarb Textilveredelung GmbH belastet. Investitionen Die gesamten Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr TEUR 883 (Vj. TEUR 181). Obwohl im Geschäftsjahr weiterhin auf hohem Niveau nicht aktivierungsfähige Wartungs- und Sanierungsmaßnahmen im Maschinen- und Gebäudebereich durchgeführt wurden, um den Investitions- und Sanierungsstau aus der insolvenzgeprägten Vergangenheit weiter abzubauen, wurde im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr in immaterielle Vermögensgegenstände und insbesondere in Sachanlagen investiert. In den Folgejahren stehen weitere Investitionen und Sanierungsmaßnahmen an, um die Infrastruktur und die Leistungsvoraussetzungen zukunftsfähig zu machen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Personal Im Jahr 2023 wurden die Personalkapazitäten im Einklang mit der Auftragslage durch die Nutzung von entsprechenden Arbeits- und Beschäftigungsmodellen angepasst; unter anderem haben wir im Laufe des Geschäftsjahres auf eine 4-Tage-Woche reduziert. Im Fertigungsbereich konnten wir außerdem durch eine Reduzierung der Nutzung von Leiharbeitnehmern reagieren.
2 Konjunkturbericht 02/2024 Gesamtverband
textil+mode, S. 6
Des Weiteren wurden im Rahmen eines großangelegten Schulungsprogramms insbesondere im Bereich der Produktion Mitarbeiter prozessübergreifend qualifiziert, um flexibel auf Marktveränderungen reagieren zu können. Umweltschutz Lindenfarb misst dem Schutz der Umwelt und dem bewussten Umgang mit Ressourcen eine hohe Bedeutung zu. Zur Verringerung von Emissionen und Optimierungen im Abwasserbereich sowie zur Einsparung von Energie werden laufend Analysen durchgeführt und identifizierte Maßnahmen in die Planung aufgenommen und umgesetzt. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Vermögenslage Der Rückgang der Bilanzsumme von TEUR 11.984 per 31.12.2022 auf einen Betrag von TEUR 6.031 per 31.12.2023 resultiert im Wesentlichen aus dem Entfall des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages iHv TEUR -4.515. Verringert haben sich ebenfalls die flüssigen Mittel um TEUR -931 und die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um TEUR - 1.050, davon der größte Teil aus Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Gegenläufig wirken die Investitionen des Geschäftsjahres 2023, die saldiert mit den Abschreibungen zu einem Anstieg des Anlagevermögens um TEUR 771 führten. Finanzlage Im Geschäftsjahr 2023 haben die Lindenfarb Textilveredelung GmbH und ihr Gesellschafter, die STRÄHLE+HESS GmbH, eine Anpassung ausgewählter Darlehensbedingungen vereinbart. Durch diese Anpassung werden einzelne Gesellschafterdarlehen zum 31.12.2023 im Jahresabschluss erstmalig als Mezzanines Kapital ausgewiesen. Hierdurch erhöht sich das handelsrechtliche Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um TEUR 8.974, wodurch der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag iHv TEUR 4.515 entfällt. Der Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2023 mindert das Eigenkapital um TEUR -1.692. Insgesamt ergibt sich ein positives Eigenkapital iHv TEUR 2.767 (Vj. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag iHv TEUR 4.515). Durch die geänderten Darlehensbedingungen und die damit einhergehende Ausweisänderung als Mezzanines Kapital verringern sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um TEUR -7.674. Die entsprechenden Gesellschafterdarlehen betrugen im Vorjahr TEUR 8.087 und haben sich im Geschäftsjahr durch weitere Finanzierungsmaßnahmen per Saldo um TEUR 1.113 erhöht. Gegenläufig wirkte die Verringerung der sonstigen Verbindlichkeiten um TEUR -811, wovon TEUR -742 auf die Gewährung eines Zuschusses aus dem Energiekostendämpfungsprogramm zurückzuführen sind. Ertragslage Der Umsatz im Geschäftsjahr 2023 betrug TEUR 16.261 (Vj. TEUR 18.882), der Jahresfehlbetrag belief sich auf TEUR -1.692 (Vj. TEUR -2.552). Der größte Kostenblock ist der Materialaufwand mit einer Höhe von TEUR 12.302, davon TEUR 9.238 für bezogene Leistungen, inkl. Energiekosten und Kosten für Leiharbeitnehmer (Vj. TEUR 11.076 bzw. TEUR 7.361). Die korrespondierenden Erträge aus der Energiepreisbremse und Zuschüsse aus dem Energiekostendämpfungsprogramm (TEUR 4.775) sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen und betreffen teilweise noch Erstattungen aus Vorjahren. Auch unter Berücksichtigung dieser Förderungen zeigen sich die weiterhin massiven Preissteigerungen bei den Energiekosten im Vergleich zu Preisniveaus der Jahre bis ca. 2020. Um Erträge aus Energiepreisbremsen und -kostendämpfungen bereinigt hat sich die Materialaufwandsquote in 2023 (51,8 %) zum Vorjahr (54,1%) zwar bereits verbessert, liegt aber immer noch deutlich über den Quoten bis einschließlich 2021. Der Personalaufwand beläuft sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 7.475 (Vj. TEUR 7.265) Zusammenfassende Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Das abgelaufene Geschäftsjahr war erneut geprägt durch die noch fortdauernde Neuausrichtung der gesamten Organisation als Folge der vorangegangenen drei Insolvenzen. Zudem haben die beispiellosen Preissteigerungen bei den Rohstoffen, insbesondere beim Gas, trotz der staatlichen Förderungen durch die Energiepreisbremsen, eine wirtschaftliche Erholung massiv beeinträchtigt. Der Verlust der Gesellschaft resultiert daher auch im Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen noch aus den hohen Material- und Energiekosten sowie den Sanierungs- und Instandhaltungskosten (rd. EUR 1,4 Mio.) aus der insolvenzgeprägten Vergangenheit. Außerdem wirken sich der Umsatzrückgang und die nicht ausgelasteten Kapazitäten negativ auf das Ergebnis aus. Forschung und Entwicklung Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrierten sich schwerpunktmäßig auf Weiterentwicklungen im Färbelabor/Farbmetrik sowie auf die Produkt-/Anwendungsentwicklung. Für die im Geschäftsjahr 2023 durchgeführten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurden TEUR 511 aufgewendet. Für die kommenden Geschäftsjahre erwartet die Gesellschaft steigende Aufwendungen, die dem Ausbau zusätzlicher Geschäftsfelder im Bereich technischer Textilien dienen. Risikomanagementziele und -methoden Die mit der unternehmerischen Tätigkeit der Lindenfarb Textilveredelung GmbH verbundenen Risiken werden mit Maßnahmen des Risikomanagements gesteuert. Die Chancen und Risiken werden in einem mehrstufigen Planungs-, Informations- und Kontrollprozess für die Gesellschaft erfasst. Identifiziert werden die Risiken und Abweichungen in einem monatlichen Berichtswesen auf Basis eines Kennzahlensystems. Die Fortschritte von Anpassungsmaßnahmen werden überwacht. Das bestehende Chancen- und Risikomanagementsystem wird laufend auf Vollständigkeit, Effizienz und Transparenz überprüft, und die Mitarbeiter werden über die Bedeutung des Chancen- und Risikomanagements unterrichtet; die Information erfolgt in wöchentlichen Besprechungen mit dem Führungskreis. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden als schwer kalkulierbar eingeschätzt. Für das Geschäftsmodell, die operativen Ergebnisse und die Cashflows wurden nachfolgende Risiken und Chancen identifiziert. Zur Minimierung der finanziellen Auswirkungen von Risiken wird jährlich der Versicherungsschutz der Gesellschaft überprüft, um insbesondere in den Bereichen Betriebsunterbrechung und Feuerversicherung immer der aktuellen Gefährdungslage und der Umsatzentwicklung Rechnung zu tragen. Wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung (Chancen- und Risikobericht) Aus Sicht der Gesellschaft bestehen die wesentlichen operativen Risiken für die künftige Unternehmensentwicklung in einem Rückgang der Konjunktur im Bereich Automotive sowie allgemein einem zurückhaltenden Konsum- bzw. Investitionsverhalten. Hinzu kommt die Notwendigkeit stabil niedriger Energiepreise oder sukzessiver Anpassungen der Verkaufspreise. Risiken ergeben sich auch aus dem Fachkräftemangel und der damit einhergehenden Begrenzung eines möglichen Kapazitätsaufbaus. Die Liquiditätssituation ist angespannt und die Gesellschaft weiterhin auf die Finanzierung durch die Gesellschafter angewiesen. Der Gesellschafter hat erklärt, dass er die Liquidität der Lindenfarb Textilveredelung GmbH im Geschäftsjahr 2024 und 2025 über zeitnahe Bezahlung der Forderungen der Lindenfarb Textilveredelung GmbH, Verlängerungen von Zahlungszielen oder - sofern erforderlich - über neue Darlehen sicherstellen wird, so dass die Lindenfarb Textilveredelung GmbH in der Lage ist, die geplanten Investitions- und Sanierungsmaßnahmen umzusetzen. Chancen bestehen im Ausbau von Umsatzpotenzialen außerhalb des Marktsegments Automotive und durch den Ausbau der Technologieführerschaft im Bereich von Funktionsausrüstungen, insbesondere bei flexiblen oder hochelastischen Textilien im Bereich von sehr geringen bis sehr hohen Grammaturen. Ausblick (Prognosebericht) Für das Geschäftsjahr 2024 erwartete die Geschäftsführung einen weiteren Umsatzrückgang. Trotz unterstellter Entspannung auf dem Energiemarkt und bei der Beschaffung der Rohstoffe, kann somit zunächst keine wesentliche Ergebnisverbesserung für 2024 erwartet werden. In den Folgeperioden wird als Resultat des laufenden Investitionsprogramms, der organisatorischen Neuausrichtung und der fortgeführten Integration der Lindenfarb Textilveredelung GmbH in die STRÄHLE+HESS-Gruppe von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation ausgegangen. Diese soll zum einen durch ab 2027 deutlich rückläufige Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen sowie zum anderen durch eine sukzessive Verbesserung der Rohmarge und einer steigenden Auslastung getragen werden. Diese Prognose trifft die Geschäftsführung vor dem Hintergrund der Erwartung einer erfolgreichen Weiterentwicklung der Lindenfarb Textilveredelung GmbH. Hierzu gehören die geplante Beseitigung des Investitions- und Sanierungsstaus bis 2027, die Beseitigung von Ineffizienzen beim Energieverbrauch und die Erhöhung der Produktivität durch Verdichtung der Fertigung.
Aalen, 15. Juli 2024 Lindenfarb Textilveredelung GmbH Peter Mazzucco, Geschäftsführer Lindenfarb Textilveredelung GmbH Hans-Joachim Kauderer, Geschäftsführer "Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Lindenfarb Textilveredelung GmbH, Aalen Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Lindenfarb Textilveredelung GmbH, Aalen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Lindenfarb Textilveredelung GmbH, Aalen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."
Stuttgart, 16. Juli 2022 RSM
Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Ingo Reinelt, Wirtschaftsprüfer Kasten Bender, Wirtschaftsprüfer Feststellungsbeschluss der Lindenfarb Textilveredelung GmbH, AalenDer Jahresabschluss der Lindenfarb Textilveredelung GmbH, Aalen, für das Geschäftsjahr 2023 wurde von der Gesellschafterversammlung am 15. Juli 2024 festgestellt. |
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