fuchs.maucher.generalplaner gmbh
Selbe AdresseIngenieurbüros für Fachplanung von technischer Gebäudeausrüstung
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Ganter Interior GmbHWaldkirchJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2020 bis zum 30.06.2021BILANZ ZUM 30. JUNI 2021DER GANTER INTERIOR GMBH, WALDKIRCHAKTIVA
PASSIVA
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JULI 2020 BIS 30. JUNI 2021DER GANTER INTERIOR GMBH, WALDKIRCH
Anhang für 2020/2021A. Allgemeine Hinweise Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine große Kapitalgesellschaft. Die Bilanzierung und Bewertung erfolgte nach den Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten. Die bislang angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden grundsätzlich beibehalten. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke im Anhang gemacht. Die Gesellschaft ist unter der Firma Ganter Interior GmbH mit Sitz in Waldkirch im Handelsregister des Amtsgerichts Freiburg i. Br. unter der Nummer HRB 280334 eingetragen. B. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Geringwertige Anlagegüter mit einem Anschaffungswert bis EUR 150 werden im Jahr des Zugangs als Aufwand erfasst. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen. Bei den Finanzanlagen werden die Genossenschaftsanteile zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Die in Arbeit befindlichen Aufträge wurden auf Grundlage der vorliegenden Auftragsbearbeitungsstände ermittelt. Sie wurden zu Herstellungskosten bewertet. In die Herstellungskosten wurden die direkt zuordenbaren (Sonder-) Einzelkosten einbezogen. Die Herstellungskosten beinhalten auch aktivierungspflichtige Gemeinkosten. Fremdkapitalzinsen wurden gemäß § 255 Abs. 3 Satz 2 HGB nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden aktiviert. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet. Es werden die den voraussichtlichen Verkaufspreis übersteigenden künftigen Kosten von den zu aktivierenden Herstellungskosten abgezogen. Waren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen wurden bis zur Höhe der Vorräte offen von dem Posten Vorräte abgesetzt. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind abgezinst. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden grundsätzlich nach der Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der letzten zehn Jahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 2,09 % (Vj 2,51 %) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Die erwartete Rentensteigerung wurde mit 0,00 % (Vj 0,00 %), die Gehaltssteigerung mit 0,00 % (Vj 0,00 %) berücksichtigt. Die Fluktuation wurde mit einer Rate von 0,00 % (Vj 0,00 %) berücksichtigt. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet. Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Soweit die zugrunde liegende Verpflichtung einen Zinsanteil enthält oder eine Rentenverpflichtung ohne Gegenleistung darstellt, wurde die Rückstellung zum Barwert angesetzt. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. C. Angaben zur Bilanz Die Entwicklung und Zusammensetzung des Anlagevermögens ist in dem beigefügten Anlagenspiegel dargestellt. ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS DER GANTER INTERIOR GMBH, WALDKIRCH
Unter den Vorräten sind erhaltene Anzahlungen in Höhe von TEUR 0 (Vj TEUR 2.239) von verbundenen Unternehmen und geleistete Anzahlungen in Höhe von TEUR 0 (Vj TEUR 372) an verbundene Unternehmen enthalten. In den in Arbeit befindlichen Aufträgen sind schlussgerechnete sowie abgegrenzte Lieferantenrechnungen erfasst, auf die anteilige aktivierungspflichtige Materialgemeinkosten in Höhe von TEUR 1.138 (Vj TEUR 1.069) erfasst wurden. Hierin sind im Berichtsjahr anteilige Gemeinkosten auf abgegrenzte Leistungsstände in Höhe von TEUR 58 (Vj TEUR 546) enthalten. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben wie im Vorjahr in vollem Umfang eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.350 (Vj TEUR 333) sowie sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 9.912 (Vj TEUR 8.900) enthalten. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten sonstige Forderungen gegen den Gesellschafter in Höhe von TEUR 9.912 (Vj TEUR 8.900) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen den Gesellschafter in Höhe von TEUR 0 (Vj TEUR 0). Die sonstigen Vermögensgegenstände haben in Höhe von TEUR 2 (Vj TEUR 2) eine Restlaufzeit von über einem Jahr. Latente Steuern Die aktiven latenten Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:
Zur Ermittlung der latenten Steuern wurde mit Ausnahme der Ermittlung der latenten Steuern für steuerliche Verlustvorträge ein Steuersatz von 29,06 % zugrunde gelegt. Für den körperschaftsteuerlichen Verlustvortrag wurde im Vorjahr ein Steuersatz von 15,83 % und für den gewerbesteuerlichen Verlustvortrag wurde im Vorjahr ein Steuersatz von 13,23 % zugrunde gelegt. Gemäß § 274 HGB wurde im Vorjahr ein Betrachtungszeitraum von fünf Jahren für die Werthaltigkeitsprüfung der aktivierten latenten Steuern für steuerliche Verlustvorträge zugrunde gelegt. Aufgrund eines Eigentümerwechsels ist mit einem Verlustuntergang durch Anteilseignerwechsel (§ 8c KStG) bzw. Verlustverbrauch durch Sanierung (§ 3a EStG) zu rechnen, so dass auf eine Aktivierung der aktiven latenten Steuern auf die steuerlichen Verlustvorträge verzichtet wird. Eigenkapital Die Gesellschafterversammlung vom 17. März 2021 beschloss, den Bilanzverlust in Höhe von EUR 4.752.969,63 auf neue Rechnung vorzutragen. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Aus der Saldierung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB von Altersversorgungsverpflichtungen mit Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB), ergibt sich die nachfolgende Berechnung. Bei den Vermögensgegenständen handelt es sich um eine Rückdeckungsversicherung. Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB:
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren (2,09 %) und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren (1,45 %) beträgt TEUR 384 (Vj TEUR 390). Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt nach § 255 Abs. 4 HGB nach dem strengen Niederstwertprinzip zu fortgeführten Anschaffungskosten, da für verpfändete Rückdeckungsversicherungen kein aktiver Markt besteht. Daher gilt dieser Wert als beizulegender Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs besteht aus dem sog. geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsunternehmens zzgl. eines etwa vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sog. Überschussbeteiligung). In den sonstigen Rückstellungen sind die nachfolgenden, nicht unerheblichen Rückstellungsarten enthalten: Rückstellungen im Personalbereich (TEUR 383/Vj TEUR 631): Diese Rückstellungen betreffen Aufwendungen für rückständigen Arbeitnehmerurlaub, Überstunden, Jubiläen, Abfindungen, Gewinnbeteiligungen, Berufsgenossenschaftsbeiträge und Schwerbehindertenabgabe. Rückstellungen im Vertriebsbereich (TEUR 189 / Vj TEUR 196): Diese Rückstellungen betreffen Beträge für nachlaufende Kosten im Rahmen der Projektabwicklung, Gewährleistungen sowie Kundenvereinbarungen. Rückstellungen im Projektbereich (TEUR 6.681 / Vj TEUR 7.557): Diese Rückstellungen betreffen insbesondere ausstehende Rechnungen, Prozessrisiken sowie drohende Verluste. Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr die geleisteten Anzahlungen je Lieferantenbestellung vollständig mit den projektbezogenen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen verrechnet. Verbindlichkeiten Die nachfolgende Darstellung zeigt Restlaufzeiten der in der Bilanz aufgeführten Verbindlichkeiten.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden durch eine Abtretungserklärung für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie durch die Abtretung der Bankguthaben besichert. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit Ausnahme branchenüblicher Eigentumsvorbehalte keine besonderen Sicherheiten gewährt. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind TEUR 114 (Vj TEUR 256) Verbindlichkeiten aus Steuern, TEUR 138 (Vj TEUR 285) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie TEUR 2.000 (Vj TEUR 2.000) Darlehensverbindlichkeiten enthalten. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter in Höhe von TEUR 2.000 (Vj TEUR 2.000) enthalten, welche vollständig auf sonstige Verbindlichkeiten aus Darlehen entfallen. Daneben sind TEUR 114 (Vj TEUR 256) sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie TEUR 0 (Vj TEUR 252) aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem Gesellschafter enthalten. Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen TEUR 103 (Vj TEUR 195) auf Verbindlichkeiten aus Steuern sowie TEUR 0 (Vj TEUR 0) auf Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit. D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse
Die Aufteilung auf der Umsatzerlöse nach Geschäftsfeldern zum Zwecke des internen Reportings wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 aufgegeben und damit wird die bereits bis 2018/2019 angewendete Darstellungsform wieder angewendet. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Sonstige betriebliche Erträge Die Erträge für Vorjahre betreffen in Höhe von TEUR 349 (Vj TEUR 264) die Auflösung von Rückstellungen, in Höhe von TEUR 0 (Vj TEUR 411) den Ertrag aus der Berücksichtigung von Parameteränderungen aus der Pensionszusage, das Ausbuchen von verjährten Überzahlungen von Kunden in Höhe von TEUR 37 (Vj TEUR 159), das Ausbuchen von nicht eingeforderten und verjährten Sicherheitseinbehalten von Lieferanten in Höhe von TEUR 138 (Vj TEUR 79) sowie mit TEUR 27 (Vj TEUR 494) die Auflösung von Einzelwertberichtigungen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 155 (Vj TEUR 261) enthalten. Materialaufwand Die Aufwendungen für Vorjahre betreffen in Höhe von TEUR 0 (Vj TEUR 5) zusätzliche Aufwendungen für drohende Verluste für Projekte, für welche im Vorjahr Drohverlustrückstellungen gebildet wurden. Personalaufwand An Aufwendungen für Altersversorgung sind TEUR 201 (Vj TEUR 6) angefallen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die Aufwendungen für Vorjahre betreffen im Wesentlichen in Höhe von TEUR 34 (Vj TEUR 11) diverse Ausbuchungen von Altforderungen und in Höhe von TEUR 94 (Vj TEUR 12) die Verschrottung von Anlagevermögen. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen für Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 254 (Vj TEUR 222) enthalten. Zinsen und ähnliche Erträge betreffen mit TEUR 42 (Vj TEUR 57) verbundene Unternehmen. Von den Zinserträgen betreffen TEUR 0 (Vj TEUR 0) den Zinsertrag aus Auf- und Abzinsungen. Zinsen und ähnliche Aufwendungen betreffen mit TEUR 57 (Vj TEUR 61) den Zinsaufwand aus Auf- und Abzinsungen. Von den Zinsaufwendungen betreffen TEUR 22 (Vj TEUR 20) verbundene Unternehmen. In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Erträge für Vorjahre in Höhe von TEUR 0 (Vj TEUR 0) enthalten. Aus der Veränderung aktivierter latenter Steuern sind latente Steueraufwendungen in Höhe von TEUR 1.366 (Vj latente Steuererträge TEUR 297) enthalten. In den sonstigen Steuern sind Erträge für Vorjahre in Höhe von TEUR 0 (Vj TEUR 0) enthalten. Erläuterung der Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung Bei den Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung handelt es sich in Betrag und Art im Einzelnen um die Bildung von einer Rückstellung für Prozessrisiken in Höhe von TEUR 3.927. E. Angaben zu nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften, sonstigen finanziellen Verpflichtungen und Haftungsverhältnissen Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen handelt es sich um Dauerschuldverhältnisse aus Miet-, Leasing- und (Wartungs- bzw.) Serviceverpflichtungen, die zum Abschlussstichtag bestanden haben. Diese Verträge dienen der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes. Bei den gemieteten bzw. geleasten Sachanlagen handelt es sich im Wesentlichen um Betriebsgebäude und Fuhrpark. Bei den Serviceverpflichtungen handelt es sich im Wesentlichen um Softwarewartungsverträge sowie um Leasing Verträge für Drucker und Plotter. Durch die abgeschlossenen Verträge erfolgt keine Ausweitung der Fremdfinanzierung und kein Liquiditätsentzug zum Investitionszeitpunkt, allerdings erfolgt der Liquiditätsabfluss kontinuierlich über die Laufzeit der Verträge. Demgegenüber stehen Planungssicherheit und ein aktueller technischer Stand.
Zudem bestehen zum Stichtag langfristige Mietverträge mit einer jährlichen Kündigungsfrist von zwölf Monaten zum Geschäftsjahresende. Die erstmalige Kündigung ist zum 30. Juni 2027 möglich. Die jährliche Mietverpflichtung aus diesen Verträgen liegt bei TEUR 760 im Geschäftsjahr 2021/22 und erhöht sich alle zwei Jahre um ca. 5 %. Die übrigen finanziellen Verpflichtungen liegen im geschäftsüblichen Rahmen. Es liegen keine weiteren außerbilanziellen Geschäfte vor. Gesamtschuldnerische Haftungsverhältnisse aus Anzahlungs-, Vertragserfüllungs- und Gewährleistungsverträgen (Bankavale) verbundener Unternehmen bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 7.622. Das Risiko der Inanspruchnahme aus den Bürgschaften für verbundene Unternehmen wird als gering angesehen, da die Planungen von der Möglichkeit zur Erfüllung durch die betroffenen Unternehmen ausgehen. Darüber hinaus bestehen Haftungsverhältnisse der Gesellschaft aus Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsverträgen zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 6.123. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird mangels Kenntnis über bei den Avalgebern angemeldete Ansprüche als gering angesehen. Aufgrund der deutlich verschlechterten Ergebnissituation im Geschäftsjahr 2018/2019 wurde von der Muttergesellschaft des Teilkonzerns der Ganter Construction & Interiors GmbH, Waldkirch, (kurz: GCI) gemeinsam mit der Geschäftsführung der Ganter Interior GmbH eine externe Turnaround-Beratung beauftragt, gemeinsam mit den Unternehmensverantwortlichen ein Turnaround-Konzept und gutachterliche Stellungnahme zur Sanierungsfähigkeit (entsprechend der höchstrichterlichen Rechtsprechung des BGH) für den Teilkonzern GCI und die in dem Teilkonzern GCI zusammengefassten Einzelgesellschaften zu erarbeiten. Hieraus resultierte eine Sanierungsvereinbarung zwischen den Finanzpartnern und den Gesellschaften des Teilkonzerns GCI, zu dem auch die Ganter Interior GmbH gehört, die mit Datum vom 22. Oktober 2019 und Wirkung zum 1. Juli 2019 unterschrieben wurde. Im Rahmen der zwischen den Gesellschaften des Teilkonzerns GCI und den beteiligten Kreditgebern geschlossenen Sanierungsvereinbarung wurden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen einer Globalzession abgetreten sowie sämtliche Bankguthaben des Teilkonzerns GCI verpfändet. Weitere Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB bestehen nicht. Ausschüttungssperre Gemäß § 268 Abs. 8 HGB ergibt sich aus der Anwendung des § 253 Abs. 6 HGB in Höhe von TEUR 384 (Vj TEUR 390) bei den Rückstellungen für Pensionen und in Höhe von TEUR 541 (Vj TEUR 1.907) aus aktiven latenten Steuern eine Gewinnausschüttungssperre. F. Sonstige Angaben 1. Geschäftsführung Zu Geschäftsführern sind bestellt:
Auf die Darstellung der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird unter Inanspruchnahme von § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. 2. Bezüge von ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsführung Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung sowie ihre Hinterbliebenen betrugen die Bezüge im Geschäftsjahr TEUR 0. Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung sowie ihre Hinterbliebenen sind in voller Höhe gebildet und belaufen sich zum 30. Juni 2021 auf TEUR 2.767 (vor Berücksichtigung der Verrechnung mit Deckungsvermögen). 3. Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer Die nachfolgenden Arbeitnehmer waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:
4. Honorare des Abschlussprüfers Auf die Angabe der Honorare des Abschlussprüfers wird unter Verweis auf die Angaben im Konzernabschluss MIGATI Beteiligungsgesellschaft mbH, Gutach i. Br., verzichtet. 5. Nachtragsbericht § 285 Nr. 33 HGB Mit Vertrag vom 12. Juli 2021 und mit Wirkung zum 2. Juli 2021 wurde die Ganter Construction & Interiors GmbH-Gruppe, zu der die Gesellschaft zugehörig ist, von der MIGATI Beteiligungsgesellschaft mbH an die Mutares SE & Co. KGaA unter aufschiebenden Bedingungen verkauft. Mit einer finalen Umsetzung (Erfüllung der aufschiebenden Bedingungen) wird im Oktober 2021 gerechnet. Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahrs eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt worden sind, sind nicht eingetreten. 6. Konzernzugehörigkeit Das unmittelbare Mutterunternehmen der Gesellschaft ist die Ganter Construction & Interiors GmbH, Waldkirch. Die Ganter Construction & Interiors GmbH ist ein Tochterunternehmen der MIGATI Beteiligungsgesellschaft mbH, Gutach i. Br., und wird in deren Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 einbezogen. Der Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der Unternehmen wird von der MIGATI Beteiligungsgesellschaft mbH erstellt und im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt. Die Ganter Interior GmbH wird in diesen Konzernabschluss einbezogen.
Waldkirch, den 13. Oktober 2021 Ganter Interior GmbH Bettina Zimmermann Peter Pendt Lagebericht1. Grundlagen der Gesellschaft Die Ganter Interior GmbH (kurz: Ganter) ist ein Unternehmen der Bau- und Innenausbaubranche. Unser Leistungsspektrum umfasst sämtliche Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette, von der Projektplanung über den Bau und Ausbau bis hin zum Betrieb von Objekten. Namhafte Kunden in aller Welt vertrauen auf unsere mehr als fünfundzwanzigjährige Expertise. Wir inszenieren und realisieren individuelle Räume im gewerblichen, öffentlichen und privaten Bereich - weltweit, mit höchsten Funktionsansprüchen und dem an uns gesetzten Anspruch, dies auf gestalterisch anspruchsvollstem Niveau für unsere Kunden zu realisieren. Dabei erbringen wir sämtliche Generalunternehmerleistungen und entwickeln technische Prototypen bis zur Serienreife nach den Entwürfen unserer Kunden und in enger Zusammenarbeit mit Architekten, Designern und Projektteams. Mit dem an uns gesetzten Anspruch, ein effizientes Projektmanagement und eine verantwortungsbewusste sowie jederzeit transparente Termin- und Kostenplanung unseren Kunden als Serviceversprechen zur Verfügung zu stellen, haben wir neben weltbekannten Marken immer mehr Bauherren aus dem öffentlichen und privaten Bereich davon überzeugt und dürfen diese zu unseren Kunden zählen. Gegründet 1995 mit Stammsitz in Waldkirch im Schwarzwald und in den ersten rund zwanzig Jahren stetig gewachsen, nutzt die Ganter Interior GmbH als Tochterunternehmen der MIGATI-Gruppe insbesondere deren weitere Standorte in der Schweiz, Italien und Frankreich für den Ausbau der eigenen Geschäftsfelder. Auch mit den Möglichkeiten, international tätige Markenkunden weltweit mit individuellen Leistungspaketen genauso zu bedienen wie den lokalen Einzelhandel oder sonstige Auftraggeber, konzentriert sich die Ganter Interior GmbH seit dem abgelaufenen Geschäftsjahr vermehrt mit ihren Schwestergesellschaften auf den europäischen Markt. Unser größtes Kapital sind unser Know-how und gruppenweit durchschnittlich rund 240 Mitarbeiter, die sich an der Ganter Akademie bedarfsorientiert weiterbilden. Die Ganter Interior GmbH profitiert mit ihren durchschnittlich rund 140 Mitarbeitern (inklusive Azubis) von diesem Netzwerk. Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Flexibilität sowie die Erfahrung im internationalen Umfeld sollen die Ganter Interior GmbH in die Lage versetzen, international tätigen Kunden überall auf der Welt die Leistung zu bieten, die sie erwarten. Dabei reicht die Palette der Leistungen der beiden Standorte der Ganter Interior GmbH in Waldkirch und Tauberbischofsheim von der Ausführung einzelner Gewerke bis hin zur Tätigkeit als Generalunternehmer mit Übergabe schlüsselfertiger Einrichtungen. Im Laufe des Geschäftsjahres konzentrierte sich die Ganter Interior GmbH wieder verstärkt auf ihre Kernkompetenz im Innenausbau. Zur zielgerichteten Bearbeitung der Märkte mit unserem breiten Leistungsspektrum werden die einzelnen Marktsegmente Retail, Commercial, Residential und Public in der Kundenkommunikation spezifisch bearbeitet. Um die Ertragskraft der Gesellschaft zu stabilisieren, wurde vor zwei Jahren ein Restrukturierungsprozess eingeleitet, der zum einen die Fokussierung der Leistungserbringung mit Schwerpunkt Innenausbau, aber zum anderen auch ein Kostensenkungsprogramm im Rahmen des Sanierungskonzeptes zur Folge hatte. Die vor zwei Jahren festgelegten Maßnahmen wurden weiterhin umgesetzt. Hierzu zählen im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere der weitere Abbau von Mitarbeitern, Senkung von Sachkosten und Reduzierung der Lager- und Logistikkosten. Trotz der erzielten Erfolge in der Kostenanpassung konnten - einhergehend mit der in den Jahren 2020/2021 grassierenden COVID-19-Pandemie - die geplanten wirtschaftlichen Erfolge nicht realisiert werden. Damit ist auch die Eigenkapitalsituation weiterhin angespannt. Um der Ganter Construction & Interiors GmbH-Gruppe (kurz: GCI-Gruppe), zu der auch die Ganter Interior GmbH gehört, die notwendige finanzielle Stabilität zu bieten, entschied sich die Familie Ganter ihre Beteiligung an der GCI-Gruppe an die mutares Holding-50 GmbH, die dem Finanzinvestor Mutares SE & Co. KGaA zugehörig ist, mit wirtschaftlicher Wirkung zum 2. Juli 2021 zu verkaufen. Die mit der Projektabwicklung befassten Teams bestehen aus Architekten, Diplomingenieuren, Technikern und Meistern des Baugewerbes sowie Projektkaufleuten und stellen in dieser Zusammensetzung eine aus unserer Sicht gute Mischung aus allen Bereichen der Projektabwicklung dar. Weiterhin wird mit mehreren Jahren der Branche zugehörigen und zum Teil durch jahrelange Kooperationen bekannten Lieferanten und Subunternehmern zusammengearbeitet. Die Aufgabenteilung in technische und kaufmännische Tätigkeiten in den einzelnen Projekten erhöht aus unserer Sicht die Sicherheit, auch bei schwierigen Aufgabenstellungen gute Ergebnisse zu erwirtschaften, da neben den technischen Herausforderungen auch eine gute kaufmännische Abwicklung notwendig ist. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Entwicklung des Geschäftsklimaindexes hat seit dem COVID-19-Shutdown seit Mitte März 2020 eine deutliche Talfahrt hingelegt. Seit März 2021 sind wieder leichte und seit Mai 2021 spürbare Verbesserungen zu verzeichnen. Im Vergleich zu August 2020 (91,5) zeichnete sich wieder eine Verbesserung des Geschäftsklimaindex im August 2021 bei 99,4 ab. Nach einer Verbesserung auf bis zu 101,8 im Juni 2021 ist ein leichter Rückgang im August 2021 zu verzeichnen. Der Index für die Geschäftserwartungen stieg im gleichen Betrachtungsmonat Juli von 95,8 auf 97,5, wobei auch diesbezüglich in den Monaten März bis Juli ein deutlicherer Anstieg erkennbar war (Quelle: Presseinfo ifo Institut vom 25. August 2021). Der ifo Geschäftsklimaindex spiegelt die Situation der Ganter Interior GmbH sehr gut wider. Auch im Handel zeigt sich bereits vor der Corona-Krise der Abwärtstrend. Im Handel ist der Geschäftsklimaindex von August 2020 bis August 2021 von -5,4 auf nun 9,0 angestiegen. Jedoch haben die vergangenen 18 Monate an der Substanz der Handelsunternehmen genagt und dies führte erneut zu einem deutlich zurückhaltenden Investitionsverhalten unserer Kunden, insbesondere im Textilbereich. Das Potenzial bei unseren Retail-Kunden ist weiterhin gegeben und wird durch den Vertrieb strukturiert bearbeitet. Zwar waren deutliche Auftragsrückgänge bei unseren Kunden im Textilsegment zu verzeichnen, jedoch konnten zum Teil kompensierende Erfolge im Sportsegment verzeichnet werden. Auch konnten bei einem bekannten Technologiekonzern wieder Aufträge gewonnen werden. Der Geschäftsklimaindex des Bauhauptgewerbes bewegt sich im Vergleich zu 2019 auf einem sehr niedrigen Niveau. Der Geschäftsklimaindex verzeichnet einen Anstieg von -1,0 im August 2020 auf 7,8 im August 2021. Größere GU-lastige Auftragseingänge wurden zur Risikominimierung im abgelaufenen Geschäftsjahr bewusst nicht akquiriert. 2.2 Geschäftsverlauf Das Geschäftsjahr 2020/2021 war für die Ganter Interior GmbH von der COVID-19 Pandemie geprägt. Es mussten sehr verhaltene Auftragseingänge verzeichnet werden. Im Oktober/November 2020 zeichnete sich eine Erholung bei den Auftragseingängen nach dem ersten Lockdown ab. Leider war diese Erholung nur von kurzer Dauer, da mit dem zweiten Ende 2020 beginnenden Lockdown die Unsicherheit bei unseren Kunden wieder wuchs und damit eine Investitionszurückhaltung einherging. Umso mehr wird die Ergänzung des traditionellen Ladenbau- /Innenausbaugeschäfts (Retail) durch das Projektgeschäft im Hotel- und Büroausbau (Commercial) bedeutsam. Zu Beginn des Geschäftsjahres standen Aufträge im Wert von EUR 41,1 Mio. in den Büchern, die im Geschäftsjahr 2020/2021 abgerechnet werden sollten und was rechnerisch rund die Hälfte des gesamten Jahresumsatzbudgets entsprach. Der Großteil dieser Aufträge wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr abgerechnet. Die sich im Vorjahr im Bestand befindlichen Großprojekte im Immobilienbereich hatten längere Laufzeiten und wurden im Geschäftsjahr 2020/2021 umsatzrealisiert. Einhergehend mit dem schwachen Auftragseingang führt dies zu einem deutlichen Rückgang des Bestands der in Arbeit befindlichen Aufträge. Im Verlauf des Jahres musste die Gesellschaft ergebnisseitig einen größeren Jahresfehlbetrag verzeichnen. Zwar konnten die geplanten Umsatzerlöse und die Vorjahresumsätze nicht erreicht werden, aber mit der Steigerung des Deckungsbeitrags I und der Reduktion von Kosten, insbesondere im Personalbereich, konnte dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Unter den gegebenen Umständen der COVID-19 Pandemie sehen wir den erzielten EBIT im Vergleich zum geplanten EBIT (TEUR 1.345) jedoch als einen Achtungserfolg an. Hinsichtlich unserer Retail-Kunden sind wir weiterhin von einer starken Wettbewerbssituation in einem engen Markt konfrontiert. Bei unseren Retail-Kunden mussten wir im abgeschlossenen Geschäftsjahr wegen der Coronaeinflüsse deutliche Umsatzeinbußen verzeichnen. Auch wenn eine zurückhaltende Investitionsneigung beim klassischen stationären Einzelhandel, insbesondere im Textilbereich, zu verzeichnen ist, ersetzen zunehmend andere Anbieter, insbesondere im Sport- und Automobilsektor, freiwerdende Handelsflächen. Davon profitiert auch Ganter. Bei unseren Commercial-Kunden sind wir im Allgemeinen mit langfristigeren und umsatzstärkeren Aufträgen konfrontiert, die auch in Zukunft zu deutlichen Umsatzschwankungen in der Jahresabgrenzung führen werden. Hier ist die Gesellschaft mehr auf Einzelausschreibungen angewiesen, da die Commercial-Kunden weniger Flächen zur Verfügung haben als die Retail-Kunden. Somit verändert sich die Zusammensetzung der Kundenumsätze wie jedes Jahr erneut deutlich. Das ist jedoch insbesondere in einem projektbezogenen Zusammenhang zu sehen, die Zusammensetzung des Kundenstamms wurde erneut diversifiziert. Der Fokus im Rahmen der strategischen Marktbearbeitung lag in der Vergangenheit stärker auf der Akquisition von länger laufenden Bauprojekten, die über das Geschäftsjahresende hinausgehen. An diesem Punkt wurde bereits im Vorjahr korrigierend angesetzt. Es wird verstärkt darauf geachtet, dass ein gesunder Mix aus länger laufenden und kurzfristigeren Innenausbauprojekten zu einer positiven Ertragssituation beiträgt. Durch diese Umverteilung wird auch das Risikopotential geschmälert. Damit können auch die Ergebnisschwankungen aufgrund weit entfernter Verumsatzungen reduziert werden. Auch müssen bei länger laufenden Bauprojekten über einen längeren Zeitraum größere Bürgschaftsvolumina und Projektfinanzierungen zur Verfügung gestellt werden, die nun nicht mehr in diesem Umfang benötigt werden und der Gesellschaft wieder mehr Möglichkeiten in der Vertragsgestaltung mit den Kunden bietet. Die in den vergangenen Jahren gelebte Praxis, dass größere Aufträge über Schwestergesellschaften abgerechnet wurden, für welche die Ganter Interior GmbH jedoch den größten Teil der Wertschöpfung erbringt und im Rahmen der Transferpreisrichtlinie ihre Dienstleistung sowie die entsprechende Marge an die abrechnende Schwester fakturiert, wurde bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr reduziert und wird aus jetziger Sicht auch weiterhin reduziert. Als einmaliger Effekt wurde ein sich über mehrere Jahre hinziehender Großauftrag im Geschäftsjahr gegenüber einer Schwestergesellschaft verumsatzt. Der Außenumsatz sowie ein Teil der Marge bleiben in dieser Konstellation jedoch bei der jeweiligen Schwestergesellschaft. Insgesamt konnten die gesetzten Umsatzziele in Höhe von rund EUR 75 Mio. für das Geschäftsjahr 2020/2021 nicht erreicht werden. Im Großen und Ganzen konnten gute Ergebnisse mit einem Großteil der Aufträge erzielt werden. Leider belastet auch in diesem Geschäftsjahr eine kleine Anzahl von Projekten, mit im Vergleich zu den Vorjahren überschaubaren Verlusten, das Ergebnis, so dass diese im Ergebnis nicht mehr wesentlich zur operativen Verlustsituation beitrugen. Hinzu kommt als Sondereffekt die entgegen der ursprünglichen Planung erfolgte Umsatzrealisierung eines langjährigen Residential-Auftrags. Dieser Auftrag führte zu einer Umsatzsteigerung um ca. EUR 4,9 Mio. Aufgrund eines sich abzeichnenden Rechtsstreits wurde eine Rückstellung gebildet, die zu einem Nullergebnis dieses Auftrags und dementsprechend zu keinem positiven sowie negativen Ergebnisbeitrag im abgeschlossenen Geschäftsjahr führte. Die Rohertragsmarge (Rohertrag als Differenz zwischen Gesamtleistung und Materialaufwand in Relation zur Gesamtleistung) lag mit 24,7 % leicht über den Erwartungen der Planung. Die Personalaufwandsquote stieg im Vergleich zum Vorjahr auslastungsbedingt um ca. 1 Prozentpunkt auf 15,6 %. Aufgrund einer natürlichen Fluktuation und moderater Anpassungen blieb der Personalaufwand im abgelaufenen Geschäftsjahr im Absolutbetrag rund EUR 1,2 Mio. unter dem Budgetansatz. Einhergehend mit den einerseits positiven prozentualen Entwicklungen im Deckungsbeitrag I und andererseits zum Vorjahr leicht verschlechterten absoluten Deckungsbeitrag II und dem deutlich hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Umsatzvolumen, reichte dies in Summe nicht aus, um die Sachkosten vollumfänglich zu decken. Im Wesentlichen aufgrund der Coronakrise sind der Gesellschaft im Geschäftsjahr geplante Umsätze von rund EUR 18,0 Mio. entgangen. Es wurde eine Vielzahl an im Vorjahr angearbeiteten Aufträge planmäßig abgerechnet. Jedoch konnten Aufträge mit kürzeren Laufzeiten nicht im ausreichenden Ausmaß akquiriert werden. Entgegen den Erwartungen hinsichtlich eines positiven EBIT wurde ein negatives EBIT von TEUR 954 erzielt. Der Auftragsbestand per 30. Juni 2021 liegt mit EUR 15,8 Mio., wovon EUR 13,9 Mio. das Geschäftsjahr 2021/2022 betreffen, deutlich unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Dennoch haben wir mit diesem Wert rund ein Drittel des budgetierten Jahresumsatzes 2021/2022 in unserem Auftragsbuch. Wie bereits zuvor erwähnt, konnten im Verlaufe des Geschäftsjahrs 2020/2021 aufgrund der Coronakrise nur schwer Kundenaufträge akquiriert werden. Dieser Sachverhalt führt insbesondere zur verhaltenen Entwicklung des Auftragsbestands im Vergleich zum Vorjahr. Zu Beginn des neuen Geschäftsjahrs 2021/2022 konnte jedoch schon eine leichte Verbesserung des Auftragsbestands verzeichnet werden (+ EUR 16,8 Mio. zum Ende August 2021). Im Vorjahr 2020 verzeichneten wir in Monaten Juli und August einen Auftragseingang von rund EUR 2,9 Mio. und im Vergleichszeitraum 2021 einen Auftragseingang von rund EUR 21,8 Mio., der zu einem Auftragsbestand von EUR 32,5 Mio. führte. Die Fachkompetenz der Mitarbeiter wird durch ein internes Schulungsangebot und sonstige Fortbildungsmaßnahmen gestärkt. Im Geschäftsjahr 2020/2021 konnten fünf Auszubildende ihre Ausbildung bei der Ganter Interior GmbH beenden, wovon eine Auszubildende übernommen wurde. Dies, wie auch eine Ausbildungsquote (Auszubildende zu Gesamtbelegschaft) von 10,0 %, verdeutlicht unser hohes Engagement für junge Menschen und unsere konsequente Investition in unsere Belegschaft. Auch im Bereich Gesundheits- und Arbeitsschutz investieren wir. Wir haben unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, mit geringem Eigenanteil verschiedene Einrichtungen zur Stärkung der körperlichen Fitness in Anspruch zu nehmen und so einen Ausgleich zu ihrem beruflichen Engagement zu schaffen, bis März 2021 angeboten. COVID-19-bedingt hatten wir dieses Programm im März 2021 vorerst eingestellt. Es ist geplant, dieses Programm Ende 2021 erneut zu starten. Ergänzt wurde dies in der Vergangenheit durch niederschwellige Inhouse-Angebote zur Gesundheitsförderung, welche teilweise am Arbeitsplatz oder in dessen näherer Umgebung durchgeführt wurden. Wegen der Coronaschutzmaßnahmen wurden die Inhouse-Angebote vorerst eingestellt. Vor dem Hintergrund der noch unsicheren Brexit- und COVID-19-Entwicklungen und der damit einhergehenden Marktchancen in Großbritannien bleibt die Schwestergesellschaft in Großbritannien vorerst bestehen, um gegebenenfalls Aufträge auf diesem Markt aufgrund versicherungsrechtlicher oder fiskalischer Anforderungen ausführen zu können. Die wesentlichen Aufgaben in der Projektabwicklung und im Einkauf würden in dem Fall durch die Ganter Interior GmbH als Dienstleistung erbracht. 2.3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Ertragslage: Nach dem bereits verhaltenen Vorjahr musste im Geschäftsjahr 2020/2021 ein Umsatzrückgang verzeichnet werden. Mit dem Rückgang der Umsatzerlöse um rund 3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr konnte zudem die Vorjahresprognose erneut nicht erreicht werden. Wesentlichen Einfluss hatte beider Umsatzentwicklung die Verschiebung von drei größeren und weitestgehend im Vorjahr fertiggestellten Hotelinnenausbauaufträgen aus dem Vorjahr in das abgeschlossene Geschäftsjahr 2020/2021. Um diesen Effekt bereinigt wäre ein noch größerer Rückgang in den Umsatzerlösen zu verzeichnen gewesen. In der Entwicklung der Gesamtleistung ist der Rückgang der Umsatzerlöse jedoch wiederzuerkennen. Die Gesamtleistung ging um rund 25 % zurück. Für den Rückgang der Gesamtleistung von TEUR 59.800 auf TEUR 44.803 waren vorwiegend die nicht ausreichenden Auftragseingänge an kurzfristigeren Innenausbauprojekten in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie verantwortlich. Die Rohertragsmarge (Rohergebnis ohne sonstige betriebliche Erträge im Verhältnis zur Gesamtleistung) ist bei gesunkenem Geschäftsvolumen um rund drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahresniveau auf 24,7 % gestiegen. Diese Verbesserung resultiert im Wesentlichen aus einem deutlich geringeren Umfang an verlusthaften Projekten im Vergleich zum Vorjahr, die über die verlustfreie Bewertung den Bestand der unfertigen Aufträge schmälern und leicht verbesserten Deckungsbeiträgen in den abgeschlossenen Aufträgen. Insbesondere bei unseren Retail-Kunden sind wir seit geraumer Zeit mit fehlender weitreichender Planungssicherheit bei Kundenprojekten konfrontiert. Unsere Kunden möchten sich nicht mehr an langfristige Zusagen binden. Auf diese Situation hatten wir bereits im Geschäftsjahr 2018/2019 reagiert und den Vertrieb insbesondere mit einer sehr erfahrenen Persönlichkeit gestärkt. Diese Maßnahme verspricht weiterhin Erfolg, da wir zunehmend auf eine Diversifizierung unseres Kundenstamms unter Anbetracht der recht kurzen Durchlaufzeiten eines klassischen Ladenbauauftrags angewiesen sind. Der Auftragsbestand von EUR 15,8 Mio. zum 30. Juni 2021 (Vorjahr EUR 46,5 Mio.) ist um rund zwei Drittel zurückgegangen. Dies ist insbesondere auf die COVID-19-bedingten zurückhaltenden Beauftragungen unserer Kunden im abgelaufenen Geschäftsjahr zurückzuführen. Damit einhergehend ist in diesem Geschäftsjahr ein Rückgang des Bestands an in Arbeit befindlichen Aufträgen gegenüber dem Vorjahr um EUR 12.5 Mio. zu verzeichnen, wovon wie zuvor erwähnt auch die Verumsatzung von drei Hotelaufträgen zu der Reduzierung des Bestands beitrugen. Insbesondere im Liefergeschäft sind wesentliche Erlöse in USD im europäischen Markt zu verzeichnen. Um den Ertragsrisiken in der Währungsumrechnung entgegenzuwirken, wurden im vergangenen Geschäftsjahr wiederum Lieferantenverträge in USD geschlossen, um die USD ohne zu realisierende Währungsdifferenzen wieder weiterreichen zu können. Aufgrund der Kursentwicklung des USD wurde mit den überschüssigen USD ein leichter Verlust aus Kursdifferenzen beim Umtausch in EUR realisiert. Übereinstimmend mit Verrechnungspreisrichtlinien werden die Erträge bei Intercompanyaufträgen entsprechend den erbrachten Leistungen und Funktionen zwischen der Ganter Interior GmbH und den Schwestergesellschaften aufgeteilt. Diese Aufteilung erfolgt teils aufgrund des Kundenwunsches, einen lokalen Vertragspartner zu haben, während der Großteil der Wortschöpfung in der Schwestergesellschaft erbracht wird. Teils erfolgt diese Auftragsorganisation aufgrund von Einschränkungen in fiskalischen und arbeitsrechtlichen Aspekten, da Entsendungen von Mitarbeitern der Ganter Interior GmbH nur bedingt möglich bzw. ökonomisch sinnvoll sind. Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, werden Aufträge über die Schwestergesellschaften, die die entsprechenden Ressourcen bereitstellen, abgewickelt. Mit dem Schritt, die Aufträge über die Schwestergesellschaften abzuwickeln, werden im Wesentlichen die Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Projektabwicklung der Ganter Interior GmbH an die Schwestergesellschaft verrechnet. Der sonstige betriebliche Aufwand konnte im Vergleich zum Vorjahr erneut reduziert werden. Die Kostenreduktionen konnten in nahezu allen Sachkostenbereichen verzeichnet werden. Hervorzuheben sind die Einsparungen bei Reisekosten, Schulungsmaßnahmen, Miete, Leasing und Beratung. Im Rahmen der Sanierungsvereinbarung wurden Einsparpotentiale definiert und diese Einsparungen konsequent umgesetzt und in der Höhe sogar übertroffen. Die Aufwendungen für Wertberichtigungen auf Forderungen im Vergleich zum Vorjahr sind auf ähnlich hohem Niveau verblieben. Alle Aspekte führten zu einer Reduzierung des sonstigen betrieblichen Aufwands um rund 8 % gegenüber dem Vorjahr. Die Gesamtmitarbeiterzahl ist deutlich zurückgegangen. Einhergehend mit der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens und der Branche war eine erhöhte Fluktuation im Vergleich zu den Vorjahren zu verzeichnen. Die natürliche Fluktuation wurde in Teilen genutzt und freigewordene Stellen nicht nachbesetzt. Dagegen wurden punktuell dringend benötigte Fachkompetenzen aufgebaut. Es erfolgten zudem moderate Anpassungen an die benötigten Kapazitäten. Damit einhergehend sind die Personalkosten im Vergleich zum Vorjahr deutlich um rund TEUR 1.540 gesunken. Eine zum Stichtag in Summe leicht reduzierte Urlaubs- und Überstundenrückstellung trägt zusätzlich zur Reduzierung der Personalkosten bei. Die Mitarbeiterproduktivität im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr konnte wieder gesteigert werden. Damit einhergehend ist der Deckungsbeitrag II (Rohertrag abzüglich Aufwendungen für Personal) relativ zur Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert und liegt für das abgelaufene Geschäftsjahr bei 9,2 % (Vj 7,5 %). Aufgrund der zurückgegangenen Gesamtleistung lag der Absolutbetrag des Deckungsbeitrag II rund TEUR 369 unter dem Vorjahresniveau. Entgegen der Vorjahresprognose konnte der Umsatz sowie das EBIT noch nicht wieder auf das mittelfristig angestrebte Niveau gesteigert werden. Diese Entwicklung ist, wie bereits beschrieben, im Wesentlichen auf die Coronakrise zurückzuführen. Aufgrund eines anstehenden Eigentümerwechsels und geplanter Sanierungsbeiträge unserer Finanzpartner ist das Ergebnis nach Steuern vom erfolgswirksamen Ausbuchen von im Vorjahr gebildeter aktiver latenter Steuern auf die steuerlichen Verlustvorträge in Höhe von TEUR 913 geprägt. Da auch weiterhin die Ertragsqualität im Vordergrund steht und eine ausgewogene Risiko- / Chancenabwägung an Bedeutung gewinnt, wird die Nichterreichung der gesteckten Umsatzziele nachrangig eingestuft. Auch wenn die selbstgesteckten Ziele unter COVID-19-Einflüssen nicht erreicht werden konnten, zeigen die sich in der Umsetzung befindlichen Strukturanpassungen weiterhin ihre Erfolge. Die Zielsetzung in der Gewinnung von Aufträgen und Projekten im größeren Umfang wurde angepasst. Mit der Größe der Aufträge stieg in der Vergangenheit auch die Komplexität und das wirtschaftliche Risiko an. Aus dem Grund wird vorerst nur eine beschränkte Anzahl an größeren Aufträgen angeboten und angenommen. Mit dem verbesserten Mix aus kleineren und größeren Aufträgen sollen die Ertragsschwankungen im Zeitverlauf deutlich reduziert werden. Finanzlage: Die Finanzlage der Gesellschaft ist aufgrund der erwirtschafteten Verluste weiterhin angespannt. Jedoch war das Unternehmen auch unter den widrigen Einflüssen der COVID-19-Pandemie stets in der Lage, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Durch aktives Cash-Management auf der Auszahlungsseite als auch durch konsequentes Forderungsmanagement konnten die in Teilen doch sehr stockenden Zahlungseingänge für Kundenrechnungen gut kompensiert werden. Bei solventeren Kunden boten wir vermehrt Anzahlungsbürgschaften für höhere Anzahlungen an, so dass auch hier positive Effekte zur Sicherung der Liquidität verzeichnet werden konnten. Die in Anspruch genommenen Kreditlinien werden nahezu unverändert weiterhin genutzt. Zum Abschlussstichtag betrug die Inanspruchnahme der Kreditlinien im Rahmen von kurzfristigen Geldmarktdarlehen EUR 5,6 Mio. Nicht ausgenutzte Finanzierungslinien waren zum Stichtag in Höhe von etwa TEUR 2.056 vorhanden. Die Zinsaufwendungen und Avalprovisionen sind nahezu unverändert geblieben. Der Finanzmittelbestand ist zum Stichtag mit TEUR 1.677 (Vj TEUR 1.556) im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurde aus der laufenden Geschäftstätigkeit ein Cashflow von TEUR 126 (Vj TEUR 18) erwirtschaftet. Liquidität ist somit auch für die Finanzierung der weiteren Stabilisierung in moderatem Maß vorhanden und zusätzlich stehen uns durch unsere Finanzpartner unter Auflagen zugesagte Kreditlinien zum Bilanzstichtag zur Verfügung, so dass die Gesellschaft auch zukünftig unter Einhaltung der mit den Finanzpartnern vereinbarten Auflagen in der Lage sein wird, ihren Zahlungsverpflichtungen termingerecht nachzukommen. Zudem konnte im Oktober 2020 eine Factoringgesellschaft zum Ankauf von Kundenforderungen gewonnen werden, was eine weitere Sicherung der Liquidität bei der Ganter Interior GmbH unterstützt. Der Factoringvertrag wurde am 18. Januar 2021 mit Wirkung zum 1. Januar 2021 unterschrieben. Neben der Verbesserung der Liquidität führt diese Maßnahme auch zu einer Verbesserung der Bilanzkennzahlen. Zum Stichtag waren Forderungen in Höhe von TEUR 294 von der Leasinggesellschaft angekauft. Datiert zum 22. Oktober 2019 wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2019 zwischen den Darlehens- und Avalgebern des Teilkonzerns der Ganter Construction & Interiors GmbH (GCI), zu dem auch die Ganter Interior GmbH gehört, und den Kreditnehmern (unter anderem die Ganter Interior GmbH) eine Sanierungsvereinbarung unterzeichnet. Hiernach werden die Kreditverträge unter Berücksichtigung der in der Sanierungsvereinbarung vorgenommenen Anpassungen und Ergänzungen im Sanierungszeitraum aufrechterhalten, sofern die in der Sanierungsvereinbarung genannten Covenants auf Ebene des Teilkonzerns GCI eingehalten werden. Aufgrund der COVID-19-Situation wurde im Juli 2020 eine weitere Bilanz- und GuV-Planung zur Beantragung von Finanzierungshilfen in Zeiten der COVID-19 Krise mit Worst-Case-Annahmen in der Geschäftsentwicklung erstellt und durch einen unabhängigen externen Gutachter überprüft und die in der Planung getroffenen Annahmen als nachvollziehbar bestätigt. Anhand dieser Annahmen hätte ein Covenants-Bruch entsprechend den Vereinbarungen aus der Sanierungsvereinbarung vom 22. Oktober 2019 auf Ebene des Teilkonzerns GCI eintreten können. Mit dieser Erkenntnis wurde mit den Finanzpartnern final am 11. Januar 2021 vereinbart, dass diese auf das Recht zur Ausübung eines Sonderkündigungsrechtes für den Fall des Eintritts einer negativen Abweichung von den in der Sanierungsvereinbarung vom 22. Oktober 2019 vereinbarten Covenants im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2021 verzichten, so dass die Finanzierung mit hoher Wahrscheinlichkeit gesichert ist. Mit einem Anfang 2021 aktualisierten Jahresbudget 2020/2021 musste das Unternehmen davon ausgehen, dass die finalen Restrukturierungsziele in Folge der COVID-19-Pandemie nicht erreicht werden können. Um eine mittel- und langfristige Planungssicherheit hinsichtlich der Liquiditätsausstattung der Gesellschaft innerhalb des Teilkonzerns GCI erreichen zu können, hat sich der Gesellschafter des GCI-Teilkonzerns daraufhin entschieden, den GCI-Teilkonzerns mit wirtschaftlicher Wirkung zum 02. Juli 2021 an den Finanzinvestor Mutares SE & Co. KGaA zu veräußern. Näheres hierzu im Anhang unter "Nachtragsbericht" und im Lagebericht unter "Prognosebericht". Das langfristig gebundene Vermögen (Anlagevermögen) ist voll durch Eigenkapital gedeckt und damit langfristig finanziert. Erwähnenswerte Investitionen, die über den normalen Ersatz von Geschäftsausstattungsgegenständen hinausgehen, sind für das Folgejahr nicht geplant. Verbindlichkeiten werden im Rahmen der Netto-Zahlungsziele mit Verzicht auf Skontoabzug und -fristen beglichen. Forderungen werden weitestgehend entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen vereinnahmt. Durch die COVID-19-Pandemie verursachten Liquiditätsengpässe bei wenigen vereinzelten Kunden konnten wir durch individuelle Lösungen, wie Vertragsauflösung (-splittung) oder Veränderungen im Zahlungsplan für beide Seiten verträglich lösen. Nichtsdestotrotz sind wir insbesondere bei einem Kunden mit dem erhöhten Risiko eines größeren Zahlungsausfalls konfrontiert. Dies wurde in den Einzelwertberichtigungen auf Forderungen bereits berücksichtigt. Analog zum Vorjahr konnte eine weitere Reduzierung des Warenbestandes auf TEUR 474 (Vj TEUR 842) verzeichnet werden. Im Warenbestand sind fast ausschließlich kundenauftragsbezogene Artikel enthalten, um den engen Lieferverpflichtungen fristgerecht nachkommen zu können. Vermögenslage: Der erneut zurückgegangene Auftragsbestand zum 30. Juni 2021, den die Ganter Interior GmbH in das neue Geschäftsjahr genommen hat, deckt den geplanten Jahresumsatz für das Geschäftsjahr 2021/2022 rechnerisch zu rund einem Drittel ab. Einhergehend mit dem zurückhaltenden Auftragseingang im Geschäftsjahr 2020/2021 ist der Bestand an in Arbeit befindlichen Aufträgen mit TEUR 2.608 (Vj TEUR 15.153) deutlich zurück gegangen. Der niedrigere Auftragsbestand schlägt sich auch in gesunkenen Kundenanzahlungen und geleisteten Anzahlungen nieder. Mit dem Rückgang der in Arbeit befindlichen Aufträgen ist der kumulierte Vorratsbestand durch Kundenanzahlungen im Vergleich zum Vorjahr weiterhin nicht vollständig gedeckt. Der deutliche stichtagsbezogene Rückgang des Absolutwerts des kumulierten Vorratsbestands führt zu einer geringeren Kapitalbindung, die sich positiv auf den Finanzmittelbestand auswirkt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verzeichnen einen leichten Anstieg um TEUR 264. Zum Stichtag bestehen Forderungen aus einem an die Muttergesellschaft gewährten Darlehen in Höhe von EUR 9,9 Mio. (Vj EUR 8,9 Mio.). Da es sich um einen kurzfristig ausgelegten Darlehensrahmenvertrag handelt, wird dieses Darlehen unter den kurzfristigen Forderungen gezeigt. Mit einer vollständigen Tilgung im Geschäftsjahr 2021/2022 ist nicht zu rechnen. Gemäß § 274 HGB wurde im Vorjahr ein Betrachtungszeitraum von fünf Jahren für die Werthaltigkeitsprüfung der aktivierten latenten Steuern für steuerliche Verlustvorträge zugrunde gelegt. Aufgrund eines Eigentümerwechsels ist mit einem Verlustuntergang durch Anteilseignerwechsel (§ 8c KStG) bzw. Verlustverbrauch durch Sanierung (§ 3a EStG) zu rechnen, so dass auf eine Aktivierung der aktiven latenten Steuern auf die steuerlichen Verlustvorträge verzichtet wird. Der Vorjahreswert der aktivierten latenten Steuern für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 913 wurde dementsprechend erfolgswirksam ausgebucht. Der Rückgang der Rückstellungen ist im Wesentlichen auf deutlich reduzierte Rückstellungen für ausstehende Rechnungen zurückzuführen. Der Rückgang würde deutlicher ausfallen, wenn die drohenden Verluste der im Auftragsbestand sich befindlichen Aufträge zum Stichtag geringer ausgefallen wären. Drohende Verluste wurden zunächst im Rahmen von Abschreibungen auf die in Arbeit befindlichen Aufträge abgebildet. Der darüberhinausgehende Betrag wurde für einzelne Projekte als Rückstellung gezeigt. Innerhalb der sonstigen Rückstellungen sind die Kundenbonusrückstellungen unwesentlich zurückgegangen. Einhergehend mit dem Rückgang der Mitarbeiterzahlen sind die Personalrückstellungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den Rückstellungen für Gewinnbeteiligungen. Unter Berücksichtigung dieser Effekte ergibt sich eine Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme) von rd. 0,3 % (Vj rd. 12,4 %), die wir nicht als ausreichend ansehen. Um das Vertrauen unserer Geschäftspartner zu stärken, wurde bereits vor drei Jahren vom Gesellschafter ein langfristiges und mit Rangrücktritt versehenes Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 2,0 Mio. eingebracht. Unter Berücksichtigung dieses Darlehens beträgt die wirtschaftliche Eigenkapitalquote 11,1 % (Vj 21,3 %). Das mittelfristige Ziel ist, dass sich die Eigenkapitalquote wieder in Richtung 30,0 % entwickelt. Auch wenn die Ertragslage der Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem aufgrund der Auslastungssituation einhergehend mit der COVID-19-Pandemie erneut nicht als befriedigend angesehen werden kann, stellt sich die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft noch als solide dar. 2.4 Finanzielle und Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Als wesentliche finanzielle Steuerungsgrößen werden der Umsatz, die Gesamtleistung, die Materialaufwandsquote und somit der Deckungsbeitrag I, das EBIT sowie die Liquidität - nicht nur auf Unternehmens- sondern auch auf Projektebene - betrachtet. Ganter ist bestrebt, seine Leistungsfähigkeit nicht nur in den finanziellen Kennzahlen auszudrücken, sondern auch und vor allem in seiner Nähe zu seinen Kunden und in der Qualifikation und Motivation seiner Mitarbeiter. Daher investieren wir in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter sowie in den Gesundheitsschutz. Um ihnen ein entsprechendes Umfeld bieten zu können, sind wir bestrebt, unseren Mitarbeitern attraktive Arbeitsbedingungen und Perspektiven zu bieten. Dies tun wir u.a. mittels eines ausgedehnten Weiterbildungsprogramms, das fachliche, sprachliche, aber auch gesundheitsfördernde Aspekte abdeckt. Unser Förderprogramm für Nachwuchskräfte soll frühzeitig Potenzial- und Leistungsträger sowie Experten in wichtigen Funktionen identifizieren und bildet sie in einem mehrstufigen Verfahren gezielt weiter. Die Nähe zu den Kunden ist ein wichtiges Aktivum für die Ganter Interior GmbH als Dienstleister. Diese Nähe herzustellen und aktiv zu pflegen, verlangt spezielle Kompetenz und ist eine Investition in die Zukunft. Mit transparenten Prozessen und einem klar definierten Umfang an Governance, der im Rahmen von Konzernrichtlinien für das Unternehmen und die Unternehmensgruppe gilt, wurde der Freiraum zur Gestaltung der eigenen Prozesse innerhalb einer Abteilung festgelegt. Auch das Sanierungskonzept setzt auf diesem eingeschlagenen Weg der Prozessoptimierung auf. Damit sollen die Risiken hinsichtlich Fehlentscheidungen weiterhin deutlich reduziert werden. Der integrierte Budget-Prozess wurde konsequent weiterentwickelt, der den veränderten Auftragsstrukturen Rechnung trägt. Neben der rein finanzwirtschaftlich und vom Bilanzierungsrecht geprägten Budgetierung, wurde ein Ansatz zur Budgetierung nach Leistungsfortschritt entwickelt, um speziell bei langlaufenden Projekten den Verlauf der Leistungserstellung besser abbilden und den im Laufe des Jahres gebundenen Ressourcen gegenüberstellen zu können. 3. Chancen- und Risikobericht 3.1 Absatz- und umfeldbezogene Chancen und Risiken Die seit Beginn des Jahres 2020 grassierende und sich fortwährend verstärkende COVID-19-Pandemie stellt die Gesellschaft sowie die Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2020/21 vor besondere zusätzliche Herausforderungen zu denen der Branche. Gemäß einem Statement des Deutschen Ladenbau Verbands (dLv) zur aktuellen Lage im Ladenbau vom 16. Februar 2021 erlebte der Einzelhandel 2020 ein Jahr der Extreme, so der HDE (Handelsverband Deutschland) in einer Mitteilung Anfang Februar 2021. Der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren musste nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes vom 1. Februar 2021 im vergangenen Jahr Umsatzeinbußen von real rund 20,0 % hinnehmen. Die Ladenbaubranche spürt diese besondere Lage im Handel unmittelbar und durchlebt eine ungewohnte Auftragslage, abhängig von der Branche, für die gearbeitet wird. Das wird aus der aktuellen Umfrage unter den dLv-Mitgliedern deutlich, deren Ergebnis im Februar 2021 vorlag. So meldet fast die Hälfte der Ladenbauunternehmen einen schlechteren Auftragsbestand als 2019, während 29 % in 2020 mehr Aufträge als in 2019 verbuchen konnten. Von dieser Entwicklung ist auch Ganter betroffen. Da der Handel im Vergleich zur Zeit vor der Coronakrise noch verhalten Aufträge erteilt, gehen wir lediglich von einer moderaten Zunahme des Auftragseingangs für das neue Geschäftsjahr aus. Sollte diese Entwicklung nicht eintreffen würde dies die Umsatzziele verbunden mit den Ergebniszielen und der geplanten Verbesserung des Kapitalstruktur und Liquiditätsbestand negativ beeinflussen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit schätzen wir als gering ein, da sich der Auftragseingang in den ersten Wochen des neuen Geschäftsjahres spürbar verbessert hat und man diesbezüglich über dem Planwert liegt. Des Weiteren rechnet die Politik für den Fall eines Wiederauflebens der Coronapandemie nicht mehr mit Shutdowns für die Wirtschaft und den Handel. Der dLv führt seit April 2020 bereits drei Umfragen unter dessen Mitgliedern zu deren Situation durch. Bei der dritten aktualisierten Umfrage mit dem Umfragezeitraum vom 6. bis 17. Juni 2021 hat die Kurzarbeit in vielen Betrieben gegenüber den Vormonaten weiter abgenommen. 93 % der Ladenbauer und 98 % der Zulieferbetriebe mit eigener Produktionsstätte produzieren voll. Deutlich verschlechtert hat sich die Lage bei der Beschaffung. Extrem hohe Materialpreise und zunehmend belastete Lieferketten erschweren (weiterhin) das Tagesgeschäft. Baustellenverzögerungen sind an der Tagesordnung. Ein Grund für die Engpässe mag am gestiegenen Bedarf der Möbelindustrie liegen. Deren Verband meldete in den letzten Wochen einen deutlichen Anstieg der Fertigung insbesondere bei Küchen. Die Menschen arbeiten zuhause, geben kein Geld für Urlaubsreisen oder Restaurantbesuche aus und investieren in ihr Zuhause. Ganter ist von der Entwicklung der Lieferschwierigkeiten dadurch betroffen, dass wir mit deutlichen Preissteigerungen insbesondere bei Holz, Dekorplatten und Elektronikkomponenten konfrontiert sind. Wir versuchen die Zeit der Preisbindung in der Angebotsphase mit der zeitlichen Befristung von Preisbindungsklauseln unserer Lieferanten in Einklang zu bringen, so dass wir das Risiko einer sich daraus ergebenen Verlustsituation als gering einschätzen. Ganter befindet sich mit seinen Retail-Kunden ebenfalls in dieser Situation. Seit geraumer Zeit ist die Gesellschaft mit dem Rückgang der Auftragszahlen im klassischen Ladenbaumarkt konfrontiert. Auch mit dem Druck aus den getroffenen Maßnahmen im Rahmen der Sanierungsvereinbarung konnte der Entwicklung in diesem Markt ergebnisseitig entgegengewirkt werden. Zum einen wurde die Kostenstruktur der Gesellschaft bereits im Vorjahr beginnend deutlich angepasst und zum anderen setzt sich Ganter weiterhin zum Ziel, mit Hilfe von Strategien zur Diversifizierung der Geschäftsfelder in den kommenden Jahren wieder wirtschaftliche Erfolge verzeichnen zu können. So findet nach wie vor ein Verdrängungswettbewerb, einhergehend mit einem fortschreitenden Konzentrationsprozess im Retail auf der Kundenseite statt. Parallel setzt sich die seit Jahren laufende Internationalisierung fort, mit der die Kunden auch die Zahl ihrer Dienstleister erhöhen. Andererseits bietet dies für Ganter die Chance, sich als kompetenter Partner vorzustellen, der als einer der wenigen Konkurrenten der Branche international aufgestellt ist und diese Bedürfnisse bedienen kann. Die Auswirkungen der Digitalisierung sind weiterhin nicht absehbar. Zwar ist eine Tendenz zum Onlinehandel spürbar, andererseits gibt es auch Ansätze zur Digitalisierung in der Verkaufsfläche, welche wiederum Investitionen auslösen können. Diese Entwicklung beobachten wir sorgfältig. Der bereits durch die Digitalisierung unter Druck stehende Einzelhandel hat mit der COVID-19-Pandemie eine weitere Herausforderung zu stemmen. Leider sind in diesem Geschäftsfeld bereits diverse Anbieter in essenzielle Schwierigkeiten geraten. Nichtsdestotrotz nutzen auch neue Anbieter diese Situation, so dass die Gesellschaft auch hier neue Chancen in der Weiterentwicklung sieht. Natürlich bringt der Eintritt neuer Technologien und Anforderungen insbesondere auch im internationalen Umfeld Risiken mit sich, die sich in einem höheren Bearbeitungsaufwand sowie in anders gelagerten Garantierisiken ausdrücken können. Dennoch liegt auch hier für die Gesellschaft die Möglichkeit, sich Alleinstellungsmerkmale zu erarbeiten. Wie bereits unter Abschnitt 2.3 erwähnt, konnten in allen Bereichen keine Umsatzsteigerungen verzeichnet werden. Jedoch hat die strategische Entscheidung, in das Geschäftsfeld Commercial zu investieren, die deutlichen Umsatzrückgänge bei unseren Retail-Kunden zum Teil kompensiert. Konfrontiert mit längerfristigen Abwicklungszeiten ihrer Aufträge und damit verbundenen Ergebnisschwankungen mit der Umsatzrealisierung, zeigen sich in dem Bereich weiterhin gute Chancen für die Weiterentwicklung des Unternehmens. Das potenzielle Risiko in den Preissteigerungen von zugekauften Leistungen im Zeitraum zwischen Angebotsabgabe an den Kunden und der späteren Beauftragung der Sublieferanten besteht weiterhin. Mit zunehmender Erfahrung wird dies in den Angebotskalkulationen berücksichtigt werden. Zudem ergibt sich aufgrund der COVID-19-Pandemie keine Entspannung auf dem Beschaffungsmarkt. Durch die sich seit Beginn des Kalenderjahres 2020 rasch verbreitende COVID-19-Pandemie ergaben sich für die Gesellschaft auch im Projektgeschäft vereinzelte Verzögerungen in der Auftragsabwicklung. Mitarbeiterengpässe bei Sublieferanten führten vereinzelt zu Lieferverzögerungen oder Lieferengpässen auf den Projektbaustellen oder aufgrund von gesetzlichen Vorgaben konnten die Baustellen nicht planmäßig vorangetrieben werden. Dies zeigte sich bei vereinzelten Verschiebungen von Aufträgen vom Geschäftsjahr 2019/2020 in das abgelaufene Geschäftsjahr 2020/2021. Die Chancen und Risiken werden sich erst im neuen Geschäftsjahr zeigen. Wegen der COVID-19-Pandemie lag der Auftragseingang im abgeschlossenen Geschäftsjahr deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der Auftragsvorrat wurde deutlich abgebaut, den es nun in der aktuellen Phase der langsamen Normalisierung der COVID-19-Pandemie im Alltag wieder auszubauen gilt. Die durch den im November 2020 erneut insbesondere in Deutschland verhängten COVID-19-Shutdown betroffenen Branchen zählen zum Teil auch zu unseren Kunden. Da ein Teil unserer Kunden bereits im ersten Shutdown im März 2020 und erneut vom zweiten Shutdown betroffen waren, haben wir unsere Planungen permanent an die sich ändernden Situationen angepasst. Gegenläufig sind auch Gewinner in der Pandemie erkennbar, die Ihre Investitionen ausweiten. Wir gehen derzeit davon aus, dass wir keine nicht beherrschbaren Auswirkungen auf unsere Überlegungen zu erwarten haben. Da der Auftragsbestand nur rund ein Drittel des geplanten Jahresumsatzes 2021/2022 abdeckt, sind enorme Anstrengungen vorzunehmen, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Das Angebotsvolumen hingegen entspricht in etwa dem Vorjahreswert. Mögliche erneute oder längere Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens im weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie könnten auf Kundenseite zu einer weiterhin zurückhaltenden und abwartenden Investitionsneigung führen. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres sind wir weiterhin mit einer zu niedrigen Auslastung konfrontiert. Diese wird mit der Inanspruchnahme von Kurzarbeit zum Großteil abgefedert. Wir gehen davon aus, dass wir erst im Frühling 2022 wieder eine Normalisierung der Auslastung erreicht haben werden. Trotz des Fortschritts bei den Impfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 ergibt sich weiterhin das Risiko möglicher Ausfälle der Belegschaft sowie von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen. Innerhalb der einzelnen Projekte ist die Gesellschaft durch die hohe Ansteckungsrate und verhältnismäßig lange Inkubationszeit beim Coronavirus SARS-CoV-2 (Delta-Variante) betroffen, was sich nachteilig auf die Absatz- und Umsatzzahlen sowie das Ergebnis der Gesellschaft auswirken kann. Von der Gesellschaft wurden daher diverse Maßnahmen ergriffen. Hierzu zählen insbesondere:
Erhöhte Beschaffungsrisiken aufgrund der COVID-19-Pandemie (Ausfall von Lieferanten aufgrund einer COVID-19-Infektion) sehen wir lediglich eingeschränkt. Aufgrund unserer individuellen Auftragsfertigung greifen wir auf ein großes Lieferantennetzwerk zurück. Insgesamt sehen wir das Risiko hinsichtlich möglicher Lieferengpässe und mangelnder Lieferbereitschaft bei Produkten und Leistungen diverser Lieferanten als gering an. Sollte aufgrund einer COVID-19 Infektion die Lieferbereitschaft eines Lieferanten beeinträchtigt sein, wären wir mit großer Wahrscheinlichkeit in der Lage, Alternativen ausfindig zu machen. Sicherlich ließen sich nicht alle Lieferfristen einhalten. Bei unseren Sublieferanten wurden ebenso Maßnahmen zur Reduzierung des Infektionsrisikos ergriffen. Im Falle eines erneuten Shutdowns würde die Situation anders aussehen. Auf Seite der Kundenverträge haben wir eine COVID-19-Klausel in den Angeboten integriert, die im Falle eines erneuten COVID-19-Shutdowns keine Vertragsverletzungen im Falle von Verzögerungen im Zeitablauf vorsehen. Diese Klausel bietet keine hundertprozentige Sicherheit, da ein aus COVID-19-Einflüssen resultierender Verzug auch belegt werden muss. Jedoch haben wir die Kunden aktiv auf dieses Szenario hingewiesen. Möglichen Ausfallrisiken wird durch eine Warenkreditversicherung und durch Kreditauskünfte über unsere Kunden und Lieferanten begegnet. Die Warenkreditversicherer haben die COVID-19-Risiken bereits in ihren Kreditentscheidungen berücksichtigt. Bei negativen Kreditentscheidungen haben wir bereits in der Auftragsannahme einen Indikator für die Risikoeinschätzung der Geschäftsverbindung. Grundsätzlich beurteilen wir das Ausfallrisiko als gering, da zum einen ein Großteil der Forderungen warenkreditversichert sind und zum anderen der erste Schock aufgrund der COVID-19-Shutdowns überwunden ist. Dem Restrisiko begegnen wir mit einer sehr kritischen Risikobewertung wie bereits beschrieben. Da die Gesellschaft keine eigene Produktion hat, bestehen die größten Risiken in der Auslastung der Belegschaft und damit verbundener Liquiditätsengpässe. Um diesen Risiken zu begegnen, wird das Instrument der Kurzarbeit intensiv genutzt. 3.2 Chancen und Risiken aus Aufbau- und Ablauforganisation Bei den Commercial-Kunden erzielen wir weiterhin Erfolge im Ausbau unserer Kundenbeziehungen sowie der angestrebten Diversifizierung unseres Kundenportfolios zum klassischen Ladenbaumarkt (Retail-Kunden) und beabsichtigen dieses Geschäftsfeld vertriebsseitig weiterhin strukturierter zu bearbeiten. Unter Anbetracht der Auswirkung der COVID-19-Pandemie sehen wir in den Bereichen Commercial und Public geringere Risiken in der schnellen Erholung als bei Retail, auch wenn in Retail sich ebenfalls diverse Möglichkeiten aufzeigen. Im Großen und Ganzen sind wir mit einer Überkapazität auf dem Anbietermarkt konfrontiert, so dass der Wettbewerb stark über den Preis ausgetragen wird. Mit der weiteren Anpassung der Ablauforganisation wollen wir dem entgegenwirken. Neben dem Risiko des Absatzmarktes besteht ein wesentliches Risiko im Prozess der Auftragsakquise mit nicht erkannten Projektrisiken, die zu Falscheinschätzungen in der Leistungserbringung führen können. Um dieses Risiko eindämmen zu können, wurden die Kontrollmechanismen in der Angebotserstellung verbessert. Auch durch Stärkung des zentralen Projektcontrollings wollen wir frühzeitig Projektrisiken erkennen, um diesen bereits bei anlaufenden Projekten gezielte Aufmerksamkeit widmen sowie korrigierend eingreifen zu können. Ein weiterer Schwerpunkt ist dabei auch das Nachtragsmanagement. Zum einen sind die Mitarbeiter der Projektteams für Nachträge sensibilisiert und geschult worden und zum anderen werden zeitnah Soll-Ist-Abweichungsanalysen durch das um drei Personen verstärkte zentrale Projektcontrolling erstellt, um den Projektteams zusätzliche Nachtragspotentiale zeitnah aufzuzeigen. Die zentralen Dienste sind weiterhin in der übergeordneten Holding angesiedelt. Somit vereint die Holding die Bereiche Finanzen, IT, Personalwesen und Marketing unter einem Dach, die ihre Leistungen für die Unternehmensgruppe kostentransparenter erbringen können. Im Rahmen eines Risikomanagementsystems werden Risiko-Chancen-Betrachtungen durchgeführt. Dabei werden Risikofaktoren, wie insbesondere Projektabwicklung, Personal, Beschaffung, IT und Finanzen, in einer Matrix aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung betrachtet. Risikofaktoren mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit sowie hoher wirtschaftlicher Auswirkung im Falle eines Eintretens werden mit gezielten Maßnahmen und Zuständigkeiten gemindert bzw. durch z.B. Abschluss von Versicherungen abgewälzt. Als eine gezielte Maßnahme zur Reduzierung des Risikos aus der Projektabwicklung wurden zur Verhinderung von fehlerhaften Kalkulationen die Befugnisregelungen gestrafft und das 4-Augen-Prinzip konsequenter durchgesetzt. Ziel des Risikomanagementsystems ist, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen im Falle eines Schadeneintritts für das Unternehmen zu bewältigen sind und der Fortbestand nicht gefährdet ist. 3.3 Finanzwirtschaftliche Risiken Den Risiken auf der Absatzseite begegnet Ganter durch eine breit gestreute Kundenstruktur. Ziel ist es, die Risiken hinsichtlich eines eventuellen Zahlungsausfalls klein zu halten. Außerdem sind fast sämtliche Forderungen durch eine Kreditversicherung abgesichert. Ganter setzt ein großes Augenmerk auf die Überwachung der Forderungen durch ein kontinuierliches Mahnwesen. Alle Kunden werden einer Bonitätsprüfung unterzogen, was direkten Einfluss auf die jeweiligen Zahlungskonditionen hat. Die Kreditversicherung aktualisiert ihre Kreditentscheidungen regelmäßig, so dass COVID-19-Auswirkungen bei Kunden uns zeitnah mitgeteilt werden. Dies kann bis zu einer fast vollständigen Vorauszahlung von Aufträgen führen. Ganter versucht durch diesen Prozess, die Ausfallrisiken in einem engen Rahmen zu halten. Dennoch existieren durch die Schnelligkeit der Veränderung der Absatzmärkte und -wege unserer Kunden sowie die Tendenz zu immer mehr verlängerten Zahlungszielen deutliche Risiken, die durch ein effizientes Controlling gemindert werden können. Eine vollständige Sicherheit vor Zahlungsausfällen bietet jedoch auch dieses Instrument nicht. Bedingt durch die Beschaffungs- sowie Absatzrisiken und konjunkturellen Risiken können sich für die Gesellschaft aufgrund der COVID-19-Pandemie Liquiditätsrisiken ergeben. Um möglichen Liquiditätsengpässen unter Annahme von diversen Negativszenarien zu begegnen, wird durch die ausschöpfende Nutzung der Nettozahlungsfristen unter Verzicht von Skontofristen die Liquiditätssituation verbessert, so dass nach unserer Ansicht eine Ausfinanzierung der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit nach der derzeitigen Planung gegeben ist. Zudem wird monatlich eine 13- bzw. 18-Wochen-Liquiditätsplanung sowie eine zeitnahe Abweichungsanalyse erstellt. Anhand dieser können eventuell auftretende kurzfristige Liquiditätsabweichungen und somit eventuelle Engpässe aufgezeigt werden, so dass ein frühzeitiges Handeln möglich ist. Die Fakturierung erfolgt vorwiegend in Euro. Sofern die Fakturierung in Fremdwährung erfolgt, werden unter Abwägung der Währungsrisiken gegebenenfalls Währungssicherungsgeschäfte zur Absicherung abgeschlossen. Um die Wechselkursrisiken zu minimieren, wurde die Rechnungsstellung der Kreditoren zunehmend auf die jeweilige Vertragswährung des betroffenen Kundenauftrags umgestellt. Somit reduzierte sich das Fremdwährungsrisiko auf den Differenzbetrag aus ein- und ausgehenden Zahlungen. Durch ein aktives Projektmanagement der einzelnen Aufträge werden ggf. vorhandene Projektrisiken hinsichtlich der Nichterreichung von budgetierten Projektergebnissen früher erkannt. Die Strategie zu größeren, komplexeren und langfristig laufenden Aufträgen wurde bereits vor zwei Jahren korrigiert, um die zu verzeichnende Zunahme der Projektrisiken deutlich zu reduzieren. Mit dieser Maßnahme mussten keine neuen größeren Verlustaufträge verzeichnet werden. Leider mussten wir noch eine geringe Anzahl an Altaufträgen in dem abgelaufenen Geschäftsjahr verkraften. Im Ergebnis wurden im Geschäftsjahr keine Großprojekte, sondern lediglich kleine und mittelgroße Aufträge generiert, die aus unserer Sicht ein beherrschbareres Risiko in sich tragen. Mit deutlichen Veränderungen im Projektmanagement und -controlling setzen wir uns weiterhin zum Ziel, die Risiken dieser Aufträge frühzeitiger zu erkennen und auch früher entgegenzusteuern. In der am 22. Oktober 2019 mit Wirkung zum 1. Juli 2019 unterzeichneten Sanierungsvereinbarung zwischen den Finanzpartnern des GCI-Teilkonzerns und den einzelnen Gesellschaften des GCI-Teilkonzerns wird mit einer Gültigkeit bis zum 30. Juni 2022 die Aufrechterhaltung der Betriebsmittel- und Avalkreditlinien unter Auflagen zugesagt, sofern die im Rahmen der Sanierungsvereinbarung beschlossenen Covenants im Sanierungszeitraum bis zum 30. Juni 2022 eingehalten werden. Hiernach haben die Kreditgeber unter anderem dann ein Kündigungsrecht, wenn die Geschäfts- und/oder Liquiditätsentwicklung und/oder die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen des Teilkonzerns GCI wesentlich negativ von den im Sanierungsgutachten zugrunde gelegten Planungen ohne begründete Darlegung seitens des Sanierungsgutachters abweicht. Eine ein Kündigungsrecht begründende Planabweichung ist dann gegeben, wenn an zwei aufeinanderfolgenden quartalsmäßigen Plankontrollterminen von den in der Sanierungsvereinbarung fixierten Covenants abgewichen wird bzw. eine materielle Abweichung vom Sanierungspfad eingetreten oder zukünftig zu erwarten ist. Aufgrund der COVID-19-Situation wurde im Juli 2020 eine weitere Bilanz- und GuV-Planung zur Beantragung von Finanzierungshilfen in Zeiten der COVID-19 Krise mit Worst-Case-Annahmen in der Geschäftsentwicklung erstellt und durch einen unabhängigen externen Gutachter überprüft und die in der Planung getroffenen Annahmen als nachvollziehbar bestätigt. Anhand dieser Annahmen hätte ein Covenants-Bruch entsprechend den Vereinbarungen aus der Sanierungsvereinbarung vom 22. Oktober 2019 auf Ebene des Teilkonzerns GCI eintreten können. Mit dieser Erkenntnis wurde mit den Finanzpartnern final am 11. Januar 2021 vereinbart, dass diese auf das Recht zur Ausübung eines Sonderkündigungsrechtes für den Fall des Eintritts einer negativen Abweichung von den in der Sanierungsvereinbarung vom 22. Oktober 2019 vereinbarten Covenants im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2021 verzichten, so dass die Finanzierung mit hoher Wahrscheinlichkeit gesichert ist. Zudem wurde im Juli 2021 ein weiteres Kurzgutachten erstellt. Demnach ist die GCI-Gruppe, zu der auch die Ganter Interior GmbH gehört, unter Annahme eines erfolgten Verkaufs an die MUTARES-Gruppe im Planungszeitraum bis einschließlich Geschäftsjahr 2022/2023 sowohl liquiditäts- als auch avalbedarfsseitig zu dem Erstellungszeitpunkt am 26. Juli 2021 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durchfinanziert. Aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung und der überwiegend wahrscheinlichen Durchfinanzierung konnte für die GCI-Gruppe aus heutiger Sicht eine positive Fortführungsprognose für den Planungszeitraum attestiert werden. 3.4 Zusammenfassende Sicht der Chancen und Risiken Die Ganter Interior GmbH verfügt über keine eigene kapitalintensive Fertigung. Damit hat die Gesellschaft einen vergleichsweise kleinen Fixkostenblock und kann bei einem sich abzeichnendem Nachfragerückgang sehr schnell reagieren. Zudem ermöglicht die dadurch bestehende Offenheit für verschiedenste Materialien und Fertigungsmethoden den Kunden unterschiedliche Konzepte und Lösungsvorschläge zu unterbreiten, ohne in kostspielige und risikobehaftete Anlagen investieren zu müssen. Die Überzeugung, ohne eigene kapitalintensive Fertigung auf dem Markt zu bestehen, wird der Ganter Interior GmbH dabei helfen, auch auf die COVID-19-Pandemie Auswirkungen flexibel reagieren zu können. Neben der Nutzung von für uns zur Verfügung stehenden staatlichen Unterstützungsprogrammen, wird verstärkt nach Alternativen zu den unter der COVID-19-Pandemie leidenden Kunden gesucht. Um das Ausfallrisiko insbesondere systemrelevanter Mitarbeiter zu verhindern, wird ein erweitertes Hygienekonzept umgesetzt. Wir sind bestrebt, mit einem permanenten Informationsaustausch insbesondere durch monatliche Reviewgespräche für alle Business-Units zwischen den Bereichsleitern und der Geschäftsleitung umgehende Lösungen bei Problemstellungen zu ermöglichen. Für Schadens- und Haftungsrisiken bestehen Versicherungen, welche eine Bestandsgefährdung durch diese Risiken ausschließen. Aufgrund des Rückgangs der Auftragsvolumina wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr weniger größere Bürgschaften für Anzahlungen, Vertragserfüllung und Gewährleistungen in Anspruch genommen, so dass sich die Ausnutzung der Bürgschaftsrahmen deutlich entspannt hat. Mit Anziehen der Auftragslage ist auch in Zukunft mit einer weiterhin sehr hohen Ausnutzung der verfügbaren Avallinien zu rechnen. Mit der zu erwartenden geringeren durchschnittlichen Auftragsgröße wird die Gesellschaft weitestgehend flexibel reagieren können. Wir sehen weiterhin gute Chancen, den starken Wettbewerb im Geschäftsfeld Retail, der die Marge und das Umsatzwachstum unter Druck setzt, zu umgehen und wieder größere Wachstumszahlen zu erzielen. Die Sparten Commercial und Public werden nach unserer aktuellen Einschätzung zu einer positiven Umsatzentwicklung deutlich beitragen. Mit der Stärkung des zentralen Projektcontrollings sollen die Chancen und Risiken im Projektmanagement früher identifiziert werden, um zeitnah an den Problemfeldern arbeiten und die Ertragssituation stabil halten zu können. Im Rahmen der Restrukturierung wurde eine Vereinbarung zwischen der GCI-Gruppe und den Finanzpartnern getroffen, die eine Aufrechterhaltung der Avalkredit- und Betriebsmittellinien, die für den Fortbestand der Gesellschaft notwendig sind, für den Sanierungszeitraum von drei Jahren sichert, wenn die GCI-Gruppe die in der Vereinbarung gesteckten und vereinbarten Ziele während des Sanierungszeitraums fortlaufend erfüllt. Aufgrund der COVID-19 Situation wurde mit den Finanzpartnern final am 11. Januar 2021 vereinbart, dass diese auf das Recht zur Ausübung eines Sonderkündigungsrechtes für den Fall des Eintritts einer negativen Abweichung von den in der Sanierungsvereinbarung vom 22. Oktober 2019 vereinbarten Covenants im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2021 verzichten. Zusammenfassend ist die Gesellschaft aufgrund der Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie nach wie vor mit höheren Absatzrisiken konfrontiert. Da aktuell jedoch nicht ernsthaft mit einem erneuten Lockdown für Gesellschaft und Wirtschaft zu rechnen ist und der Auftragseingang sich im neuen Geschäftsjahr positiv entwickelt, wird die Eintrittswahrscheinlichkeit der Absatzrisiken als geringer im Vergleich mit der Berichterstattung im Vorjahr eingestuft. Mit der grundsätzlich weiterhin bestehenden Unsicherheit hinsichtlich des weiteren Verlaufs der COVID-19-Pandemie bestehen jedoch nach wie vor Risiken in der Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des Auftragseingangs und damit einhergehend der Ertrags- und Finanzlage der Gesellschaft, welche trotz der jüngsten Aufhellung, insbesondere in der Auftragsentwicklung, wiederum eine Beeinträchtigung der Entwicklung der Unternehmenstätigkeit der Gesellschaft darstellt, denen sie mit den vorgenannten beschriebenen Maßnahmen begegnet. Mit der im Nachtragsbericht beschriebenen Veräußerung der Geschäftsanteile der Familie Ganter, verbunden mit weiteren Maßnahmen zur Stärkung der Kapitalstruktur der GCI-Gruppe, zu der die Ganter Interior GmbH zugehörig ist, sind ebenfalls umfangreiche Maßnahmen eingeleitet worden, welche diesen Risiken zusätzlich begegnen. 4. Prognosebericht Insbesondere wird das kommende Geschäftsjahr bestimmt durch die Bewältigung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Die kommenden Jahre werden bestimmt durch die Stabilisierung im Geschäftsfeld Retail und den Fokus in der Gewinnung neuer Kunden in den Geschäftsfeldern Commercial und Public. Die Ganter Interior GmbH wird weiterhin ihr Leistungsspektrum als Generalunternehmer oder Totalunternehmer für Dritte anbieten. Hier wird jedoch ein verstärkter Fokus auf die Auswahl der Projekte gelegt, so dass die Organisation nicht überfordert wird, d.h. der Schwerpunkt liegt im Innenausbau, Randgewerke werden lediglich zur Arrondierung angeboten, soweit erforderlich und beherrschbar. Damit geht die Ganter Interior GmbH konsequent den bereits im Vorjahr eingeschlagenen Weg, in der Rückbesinnung auf die Kernkompetenz als Laden- und Innenausbauer, der für hohen Anspruch und für Qualität in Ausführung und Dienstleistung steht, weiter, jedoch unter anderen Schwerpunktbetrachtungen bezüglich der einzugehenden Risiken. Oberstes Ziel ist der konsequente weitere Ausbau der Märkte Retail, Commercial, und Public. Insbesondere in dem Bereich Commercial werden neben klassischen Ausschreibungen vermehrt Projekte bearbeitet, welche gemeinsam mit dem Kunden oder einem Architekten entwickelt werden. Der Bereich Public konzentriert sich neben dem Facility Management auf die Gewinnung von Aufträgen im öffentlichen Sektor. In diesem Geschäftsfeld konnten erneut Erfolge erzielt werden, so dass Ganter auch Renovierungen und Facility Management für die öffentliche Hand erbringt. Dies erlaubt es der Ganter Interior GmbH, neben dem stark unter Druck geratenen Retail- Geschäft, in diesen anderen Segmenten Wachstum zu generieren. Nach wie vor bewegt sich nach unserer Einschätzung die Investitionsneigung und die Nachfrage im Immobiliensektor auf einem hohen Niveau, so dass die äußeren Umstände trotz der COVID-19-Pandemie für diese strategische Geschäftsfelderweiterung günstig sind. Da sich vor der COVID-19-Pandemie eine überhitzte Nachfrage im Immobiliensektor abzeichnete, gehen wir mit dem Rückgang der Investitionsneigung und Nachfrage von einer Normalisierung in diesem Sektor aus. Es wird sicherlich noch ein paar Monate dauern, bis sich das Investitionsverhalten in diesem Sektor wieder normalisiert hat. Die im vergangenen Jahr ergriffenen und mit deutlichen Einschnitten in der Kostenstruktur verbundenen Maßnahmen helfen nun dabei, die Herausforderungen aus den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu bewältigen. Unter diesen Erkenntnissen wurden erneute Maßnahmen ergriffen, die zwar das Ziel zu einem gesunden Wachstum nicht aus den Augen verlieren lassen, jedoch die wirtschaftliche Situation von Ganter im kommenden Geschäftsjahr stabilisieren sollen. Die COVID-19-Pandemie stellt Ganter insbesondere im Geschäftsjahr 2021/2022 vor zwei wesentliche Herausforderungen. Dies ist zum einen die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und zum anderen der Auftragseingang sowie die daraus resultierende Auftragslage zur Erfüllung der Umsatz- und Ertragsziele. Insbesondere bei Zahlungsfähigkeit werden verschiedene Ansätze zur Sicherung verfolgt. Um der Ganter Construction & Interiors GmbH-Gruppe (kurz: GCI-Gruppe), zu der auch die Ganter Interior GmbH gehört, die notwendige finanzielle Stabilität zu bieten, entschied sich die Familie Ganter ihre über die MIGATI Beteiligungsgesellschaft mbH gehaltene Beteiligung an der GCI-Gruppe an den Finanzinvestor Mutares SE & Co. KGaA mit wirtschaftlicher Wirkung zum 2. Juli 2021 zu verkaufen. Diese Vereinbarung sieht aufschiebende Bedingungen, wie zum Beispiel die Umsetzung von Eigenkapitaltransaktionen oder die Finalisierung der Jahresabschlüsse der Einzelgesellschaften der GCI-Gruppe, vor. Mit dem Closing dieser Transaktion wird im Oktober 2021 gerechnet. In dem Zuge wird die zwischen den Darlehens- und Avalgebern des Teilkonzerns der Ganter Construction & Interiors GmbH (GCI), zu dem auch die Ganter Interior GmbH gehört), und den Kreditnehmern (unter anderem die Ganter Interior GmbH) und zum 22. Oktober 2019 datierte Sanierungsvereinbarung aufgelöst. Die von den Darlehensgebern an die Ganter Interior GmbH gewährten Darlehen werden zum Teil zurückgeführt. Der neue Gesellschafter wird die dafür notwendige Finanzierung zur Verfügung stellen. Zudem wurde im Juli 2021 ein weiteres Kurzgutachten erstellt. Demnach ist die GCI-Gruppe, zu der auch die Ganter Interior GmbH gehört, im Planungszeitraum bis einschließlich Geschäftsjahr 2022/2023 sowohl liquiditäts- als auch avalbedarfsseitig zu dem Erstellungszeitpunkt am 26. Juli 2021 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durchfinanziert. Aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung und der überwiegend wahrscheinlichen Durchfinanzierung konnte für die GCI-Gruppe aus heutiger Sicht eine positive Fortführungsprognose für den Planungszeitraum attestiert werden. Auf Basis dieses neuen Gutachtens beabsichtigt ein Darlehensgeber eine neue Kreditlinie für die Muttergesellschaft Ganter Construction & Interiors GmbH, deren Tochtergesellschaft die Ganter Interior GmbH ist, in Höhe von EUR 2 Mio. zur Verfügung zu stellen. Zudem wird der Finanzinvestor Mutares SE & Co. KGaA mit Abschluss des Kaufs der GCI-Gruppe eine weitere Finanzierung über einen Drittanbieter der GCI-Gruppe über EUR 2 Mio. zur Verfügung stellen. Sollte der Verkauf an die Mutares-Gruppe und die sich anschließende Finanzierungslösung nicht wie geplant realisiert werden können, wäre der Fortbestand der Ganter Interior GmbH unter anderem davon abhängig, ob und in welcher Höhe wir zusätzliche externe Einzahlungen im Rahmen der Unternehmensfinanzierung generieren können oder ob wir den Fortbestand über den gesamten Prognosezeitraum hinweg durch wesentliche Einsparungen und auf Basis der gegenwärtig verfügbaren liquiden Mittel sowie aus dem geplanten Anstieg des operativen Cashflows aus der gegenwärtig positiven Entwicklung des Auftragseingangs gewährleisten können. Nach einem Einbruch des Auftragseingangs im November/Dezember 2020 einhergehend mit dem zweiten COVID-19-Shutdown erholt sich dieser in der Breite nur langsam. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres konnten zwei größere Aufträge im Bereich Commercial und ein größerer Auftrag im Bereich Retail gewonnen werden, die zu einem Anstieg des Auftragsbestands Ende August 2021 auf EUR 32,6 Mio. führte. Auch unter Einbeziehung der Erfolge im Auftragseingang wird insbesondere das Instrument der Kurzarbeit bis Ende 2021 weiterhin genutzt werden müssen, um die Ertragsziele trotzdem halten zu können. Für das Frühjahr 2022 rechnen wir wieder mit einer deutlich verbesserten Auftragslage, wenn es zu keinem weiteren längeren COVID-19-Shutdown kommen sollte. Es werden bereits wieder vermehrt Ausschreibungen von Kunden getätigt, an denen wir intensiv arbeiten, um diese als Auftragseingang verbuchen zu können. Der Auftragseingang in den ersten zehn Wochen des laufenden Geschäftsjahres bei Aufträgen, deren Umsatzrealisierung im Geschäftsjahr 2021/2022 planmäßig erfolgen soll, versiebenfachte sich gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum auf rund EUR 22 Mio. Einhergehend mit den größeren Projekten wird Ganter weiterhin mit Umsatz- und Ergebnisschwankungen konfrontiert sein. Nach dem HGB-Gedanken werden Umsätze und Gewinne erst mit Fertigstellung der Projekte realisiert. Einhergehend mit dem Strategiewechsel weg von sehr großen Aufträgen (> EUR 10 Mio.), werden die Schwankungen in Zukunft nicht mehr so groß ausfallen, aber jedoch nicht gänzlich wegfallen. Aus genanntem Grund der Langfristigkeit wird im kommenden Geschäftsjahr geplant, die Gesamtleistung gegenüber dem schwachen und durch die COVID-19-Pandemie geprägten Geschäftsjahr 2020/2021 um rund 8 % zu steigern. Wesentliches Element wird dabei der sich wiederaufbauende Bestand an unfertigen Projekten sein, welche im Geschäftsjahr 2022/2023 zur Abrechnung kommen werden. Nach einem negativen EBIT in Höhe von EUR -0,3 Mio. im Vorjahr musste im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut ein negativer EBIT mit rund EUR -0,9 Mio. verzeichnet werden. Gemäß den Planungen wird davon ausgegangen, dass das EBIT den Vorjahreswert deutlich überschreiten wird. Der per 30. Juni 2021 mit EUR 15,8 Mio. gegenüber dem Vorjahr um rund EUR 30,7 Mio. niedrigere Auftragsbestand, der im folgenden Geschäftsjahr 2021/2022 abgerechnet werden soll, sowie weitere konkrete Auftragschancen werden zur Verbesserung des EBIT ebenso beitragen wie die stabilisierten Teams und die wieder gesteigerte Arbeitsproduktivität. Mit der Stabilisierung der Teams und den dazugewonnenen Erfahrungen im Projektmanagement von längerfristigen Aufträgen, gehen wir davon aus, dass sich die Anzahl und das Verlustvolumen an Drohverlustaufträgen erneut deutlich reduzieren wird. Zusammenfassend gehen wir nach fünf Verlustjahren davon aus, dass wir unter Einbeziehung der zuvor aufgeführten Teilaspekte im Geschäftsjahr 2021/2022 wieder einen kleinen positiven EBIT sowie Jahresüberschuss erzielen werden.
Waldkirch, den 13. Oktober 2021 Ganter Interior GmbH Bettina Zimmermann Peter Pendt |
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