Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 180800
Vorher
Bundeshöhenzug 105. V V AG
Eingetragen
17.10.2016
Branche
Alle anderen Finanzdienstleistungen a. n. g.FondsmanagementVermittlung von Krediten
Gegenstand
Die Betreuung von Kunden im Rahmen der Vermögensanlage, insbesondere die Verwaltung einzelner in Finanzinstrumenten angelegter Vermögen für andere mit Ermessensspielraum (Finanzportfolioverwaltung), die Abgabe von persönlichen Empfehlungen an Kunden oder deren Vertreter, die sich auf Geschäfte mit bestimmten Finanzinstrumenten beziehen, sofern die Empfehlung auf eine Prüfung der persönlichen Umstände des Anlegers gestützt oder als für ihn geeignet dargestellt wird und nicht ausschließlich über Informationsverbreitungskanäle oder die Öffentlichkeit bekannt gegeben wird (Anlageberatung), die Vermittlung von Geschäften über die Anschaffung oder die Veräußerung von Finanzinstrumenten (Anlagevermittlung), die Anschaffung und Veräußerung von Finanzinstrumenten im fremden Namen für fremde Rechnung (Abschlussvermittlung) sowie der Betrieb von Internet-Plattformen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Martin Daut
seit 10.10.2019
Vorstandsmitglied

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

quirion AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Geschäftsmodell


Die quirion AG (nachfolgend kurz "quirion" oder Gesellschaft) ist ein Wertpapierinstitut. Unternehmensgegenstand ist die Beratung und Betreuung von Kunden im Rahmen einer (digitalen) Geldanlage. Aufsichtsrechtlich erfolgte dies im Jahr 2023 ausschließlich über die sog. Finanzportfolioverwaltung. Erlaubt ist quirion aber auch die Anlageberatung, die Anlagevermittlung sowie die Abschlussvermittlung.


quirion betreibt dafür eine Internet-Plattform, über die sie die Geldanlage in verschiedene standardisierte Vermögensverwaltungsstrategien anbietet und Erträge in Abhängigkeit des Depotvolumens aus der Erbringung dieser Dienstleistung generiert. Kunden wird auf Basis des ermittelten Risikoprofils aus unterschiedlichen Anlagestrategien das für sie geeignete Portfolio angeboten und ihr Vermögen auf Grundlage definierter Anlagerichtlinien durch quirion verwaltet. Dabei haben die Kunden je nach Bedarf die Wahl zwischen drei verschiedenen Servicepaketen ("Digital", "Premium", "Privat"), die hinsichtlich ihres Preises sowie des Grads und der Intensität der persönlichen Betreuung variieren. Das Mindestanlagevolumen beträgt in den Servicepaketen Digital und Premium 0 €, im Privatpaket liegt es bei 25.000 €.

2. Wirtschaftsbericht

Geschäfts- und Rahmenbedingungen


Im Jahr 2023 standen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ganz im Zeichen der im Jahr 2022 begonnenen und bis ins dritte Quartal 2023 fortgesetzten historisch schnellen und starken Anhebung der Leitzinsen durch die Notenbanken. Diese haben sowohl gesamtwirtschaftlich als insbesondere auch an den Anlagemärkten zu entsprechenden Einflüssen geführt, denen auch die quirion AG (nachfolgend kurz "quirion") sowie ihre Kundinnen und Kunden (nachfolgend die "Kunden") ausgesetzt waren.


Die weltweite konjunkturelle Entwicklung kühlte in diesem Umfeld gegenüber der auch schon unterdurchschnittlichen Entwicklung von 2022 weiter ab. Im Kreis der Industrieländer war dabei das Wirtschaftswachstum, gemessen an der realen Veränderungsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP), in Deutschland mit am geringsten. Den ersten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge ging die Wirtschaftsleistung nach dieser Kennzahl im Jahr 2023 sogar um -0,3 % zurück. Auch wenn aufgrund des Verlaufs in 2023 technisch noch keine Rezession vorliegt, setzte sich die seit dem 2. Quartal 2022 in Deutschland vorherrschende wirtschaftliche Stagnation fort. Weltweit betrachtet war das Wirtschaftswachstum mit 3,0 % (IMF-Prognose von Oktober 2023) im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen 10 Jahre leicht unterdurchschnittlich.


Rückläufig war in 2023 auch die Inflation. Von den Höchstständen von knapp 10 % Ende 2022 ging die Inflationsrate im Jahresverlauf 2023 kontinuierlich zurück. Die Entwicklung war allerdings weniger markant und zügig als aus Sicht von quirion von vielen zum Jahresbeginn 2023 erwartet, so dass die deutsche Inflationsrate im Jahresdurchschnitt noch immer bei +5,9 % lag. Auch angesichts dieses Inflationsverlaufs sahen sich die Notenbanken weltweit dazu veranlasst, ihren Kurs schneller und kräftiger Leitzinsanhebungen fast durchgängig fortzusetzen. So lag der Leitzins in den USA seit Juli 2023 und damit auch zum Jahresende bei 5,25 bis 5,5 % - in der Europäischen Währungsunion lag der Leitzins der EZB ab September 2023 bei 4,5 %. Dies wirkte sich auch entsprechend auf das allgemeine Zinsumfeld aus, das in 2023 weiter anzog.


An den weltweiten Aktienmärkten war das Jahr 2023 - trotz steigender Zinsen und eines unterjährig durchaus schwankenden Verlaufs - aus Sicht der Bank überdurchschnittlich erfreulich. Der weltweite Aktienindex der Industrieländer MSCI World gewann (in US-Dollar) knapp 22 % hinzu, der DAX entwickelte sich mit gut 20 % kaum schwächer - unter den Spitzenreitern war einmal mehr der US-amerikanische Aktienmarkt, der gemessen am S&P 500 sogar gut 24 % (in US-Dollar) hinzugewann. In den Schwellenländern war die Entwicklung mit +7 % gemessen am MSCI World Emerging Markets eher durchschnittlich und deutlich geringer als in den Industrieländermärkten. Der Euro erstarkte gegenüber dem US-Dollar im Jahresverlauf um gut 3 %, was die Erträge internationaler Aktienengagements für Euro-Investoren etwas schmälerte. An den Anleihemärkten markierte das Jahr 2023 zwar eine merkliche Erholung gegenüber dem Jahr 2022. Mit einem Anstieg von zum Beispiel 6,7 % bei den 10-jährigen Bundesanleihen konnten die Verluste aus 2022 allerdings noch nicht aufgeholt werden. Darüber hinaus vollzog sich der Löwenanteil dieser Erholung erst in den letzten Wochen des vierten Quartals.


Eine auch das Anlegerverhalten beeinflussende Sondersituation im Zinsmarkt war aus Sicht von quirion die über den gesamten Jahresverlauf 2023 anhaltende Inversion der Zinsstrukturkurve sowohl in Europa als auch in den USA (sowie weiteren wichtigen Wirtschaftsräumen). Sehr kurzfristige Zinsen waren bis zum Jahresende merklich höher als Coupons für länger laufende Zinstitel, was die hohe Nachfrage der Anleger nach Tagesgeld- und Geldmarktanlagen erklärt.

Geschäftsverlauf


Die quirion AG blickt für das Geschäftsjahr 2024 auf eine positive Geschäftsentwicklung zurück. So konnten der Wachstumskurs fortgesetzt und die Kundenanzahl, die verwalteten Kundengelder und mithin die Erträge deutlich gesteigert werden.


Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten knapp 25.000 Neukunden gewonnen werden, so dass die Kundenanzahl zum Jahresende 2023 auf mehr als 78.000 angestiegen ist, was einem Wachstum von 32 % entspricht. Während sich die Erträge um ca. 52 % erhöht haben, konnte das Volumen der verwalteten Kundengelder zum Stichtag um knapp 80 % auf fast 2,3 Mrd. € (Vorjahr: 1,3 Mrd. €) gesteigert werden. Im Kontext des gestiegenen Zinsniveaus wurde im Jahr 2023 eine Verzinsung auf den bei der Quirin Privatbank geführten Verrechnungskonten eingeführt, was den Zufluss von Einlagen bei der Quirin Privatbank und mithin den Anstieg der AuM von quirion begünstigt hat. Da quirion eine Vergütung aus der Vermittlung der Einlagen erhält, hatte dies auch positiven Einfluss auf die Entwicklung der Provisionserträge.


quirion beendet das Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von -5,6 Mio. €, der damit deutlich geringer ausfällt als ursprünglich geplant. Der Jahresfehlbetrag konnte im Vergleich zu dem des Vorjahres (-14,7 Mio. €) um 62 % reduziert werden. quirion befindet sich nach wie vor in einer starken Wachstumsphase - insofern ist das Ergebnis weiterhin durch Investitionen in Personal und IT sowie insbesondere Maßnahmen zur Kundengewinnung (Marketing) gekennzeichnet.


Die Gesellschaft steuert ihr Geschäft und die Geschäftsentwicklung nach finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, deren Höhe über den Jahresabschluss definiert wird. Der bedeutsamste finanzielle Leistungsindikator ist der Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag. Der bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikator sind die AuM. Die AuM umfassen die verwalteten Wertpapiere sowie die bei der Quirin Privatbank gehaltenen Einlagen der quirion-Kunden. Ein weiterer nichtfinanzieller Leistungsindikator ist die Kundenanzahl.

Ertragslage


Die Ertragslage wird durch die im Rahmen der Finanzportfolioverwaltung und der Einlagenvermittlung vereinnahmten Provisionserträge i. H. v. 7,1 Mio. € (Vorjahr: 4,6 Mio. €) bestimmt. Unter Berücksichtigung der Provisionsaufwendungen von 2,3 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €), die überwiegend auf gewährte Prämien im Rahmen der Kundengewinnung und Gebühren im Rahmen der Kundengewinnung über Geschäftspartner zurückzuführen sind, betrug das Provisionsergebnis 4,7 Mio. € (Vorjahr: 3,0 Mio. €).


Die Verwaltungsaufwendungen betragen im Berichtsjahr 10,0 Mio. € und sind im Vergleich zum Vorjahreswert von 17,0 Mio. € deutlich gesunken. Von den Verwaltungsaufwendungen entfallen 3,6 Mio. € (Vorjahr: 3,1 Mio. €) auf die Personalkosten und 6,4 Mio. € (Vorjahr: 13,8 Mio. €) auf die anderen Verwaltungsaufwendungen. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sind insbesondere gekennzeichnet durch Marketingaufwendungen sowie Leistungsverrechnungen mit der Quirin Privatbank AG aufgrund ausgelagerter Corporate-Center-Funktionen. Der Rückgang der anderen Verwaltungsaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus deutlich geringeren Marketingausgaben.


Die Abschreibungen betragen 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €).


Insgesamt ergibt sich im Geschäftsjahr 2023 ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 5,6 Mio. €.


Im Jahresdurchschnitt 2023 waren neben zwei Vorstandsmitgliedern 33 Mitarbeiter (Vorjahr: 31) und zum Bilanzstichtag 33 Mitarbeiter (Vorjahr: 30) angestellt.

Finanz- und Vermögenslage


Die Bilanzsumme beträgt zum Berichtsstichtag 6,4 Mio. € (Vorjahr: 4,9 Mio. €). Der Anstieg der Bilanzsumme ist im Wesentlichen auf die erfolgten Einzahlungen im Rahmen von Kapitalmaßnahmen zurückzuführen. Die Aktivseite ist im Wesentlichen durch die Liquidität der Gesellschaft, die sich bilanziell in den täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von 5,0 Mio. € (Vorjahr: 3,5 Mio. €) ausdrückt, sowie immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 1,0 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €) gekennzeichnet. Zudem werden Anteile an verbundenen Unternehmen, Sachanlagen, sonstige Vermögensgegenstände sowie Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von insgesamt 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) ausgewiesen.


Die Passivseite der Bilanz ist neben Rückstellungen in Höhe von 2,4 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) vor allem durch das Eigenkapital von 3,9 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €) geprägt. Der Anstieg der Rückstellungen ist insbesondere auf im Vergleich zum Vorjahr höhere Personalrückstellungen zurückzuführen. Zudem werden sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 0,1 Mio. € ausgewiesen (Vorjahr: 0,2 Mio. €).


Aufsichtsrechtlich ergibt sich zum Bilanzstichtag (vor Feststellung des Jahresabschlusses) eine Gesamtkapitalquote von 124,64 % (Vorjahr: 158,32 %).


Die Gesellschaftsanteile werden zum Bilanzstichtag zu 76,5 % von der Quirin Privatbank AG gehalten.


Liquidität fließt der Gesellschaft einerseits über die generierten Provisionserträge und andererseits über entsprechende Kapitalmaßnahmen zu. Während der Wachstumsphase ist die Gesellschaft daher insbesondere von den notwendigen und geplanten Kapitalmaßnahmen abhängig. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Gesellschaft ihr Grundkapital im Rahmen von zwei Kapitalmaßnahmen im Januar und Mai um insgesamt 21.438 € auf 700.044 € erhöht. Im Kontext dieser Kapitalmaßnahmen wurden der Kapitalrücklage der Gesellschaft in mehreren Tranchen insgesamt 5,1 Mio. € gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB zugeführt.


Die Liquiditätslage der Gesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit geordnet und die Zahlungsfähigkeit zu jeder Zeit gewährleistet.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage


quirion blickt für das Jahr 2023 auf eine sehr positive Geschäftsentwicklung zurück. Die bedeutsamsten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren konnten trotz des schwierigen Marktumfelds aufgrund geopolitischer Konflikte gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden. Die AuM konnten aufgrund der hohen Mittelzuflüsse sowie der positiven Performance um knapp 80 % auf 2,3 Mrd. € gesteigert werden. Der Jahresfehlbetrag hat sich vor diesem Hintergrund um 62 % auf -5,6 Mio. € reduziert.


Wir sind daher mit der Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr zufrieden und erwarten, an diese positive Entwicklung auch in Zukunft anknüpfen zu können.

3. Risikobericht und Beschreibung des Risikomanagements


quirion hat aufbauend auf der Risikokultur ein Risikomanagementsystem etabliert, das in den Prozess der Strategieentwicklung eingebunden ist. Dieser Prozess bezieht die Bemessung der Risikotragfähigkeit mit ein. Er ist zukunftsorientiert und hat weitreichende Folgen für die Bindung von Ressourcen. Der Vorstand ist für den Strategieprozess verantwortlich. Er hat in der Risikostrategie den Handlungsrahmen für die eingehbaren Risiken festlegt. Spezifische Risikoindikatoren sind definiert und in die regelmäßige Berichterstattung eingebunden.


Risikomanagement ist eine Gesamtunternehmensverantwortung und folgt dem Prinzip der drei Verteidigungslinien ("Three Lines of Defence"). Dieses Modell stellt die Verankerung des Risikomanagements im Unternehmen sicher. Es beinhaltet die klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten und bildet den Rahmen für ein funktionstüchtiges Kontroll- und Überwachungssystem.


Der Vorstand ist, unabhängig von der internen Zuständigkeitsregelung, für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung verantwortlich. Dies umfasst die Verantwortung für alle wesentlichen Elemente des Risikomanagements. Jede Fachabteilung (erste "Verteidigungslinie") trägt die Erst- und Hauptverantwortung für Risiken, die aus dem operativen Geschäft entstehen. Sie sorgt dafür, dass die operativen Tätigkeiten im Einklang mit den Geschäftsprinzipien und internen Richtlinien stehen. Dazu entwickelt sie in Abstimmung mit der zweiten "Verteidigungslinie" ein angemessenes Kontrollumfeld, um die Risiken und Kontrollen, die in Verbindung mit den Geschäftsprozessen stehen, zu identifizieren und zu überwachen.


Als zweite "Verteidigungslinie" werden die Risikomanagementfunktionen verstanden, die der Steuerung und Überwachung der ersten "Verteidigungslinie" für eine bestmögliche Effektivität dienen. Hierzu gehört die Festlegung von Methoden und Verfahren für das Risikomanagement, die Vorgaben von Leit- und Richtlinien, die Überwachung der Risiken sowie das Reporting an die Organe der Gesellschaft.


Als prozessunabhängige Überwachungsstelle dient die Interne Revision (dritte "Verteidigungslinie"). Sie überwacht unter anderem die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements.


Die Risikomessungs- und Risikoüberwachungsprozesse und die Aufgaben der Internen Revision sind an die Quirin Privatbank AG ausgelagert. Die Risikocontrolling-Funktion wird durch den zuständigen quirion-Vorstand wahrgenommen.


Für die in der Risikoinventur als wesentlich identifizierten Risiken hat der Vorstand die zur Steuerung dieser Risiken erforderlichen Messmethoden und Limite festgelegt. Dabei wird das gesamte Risiko so gesteuert, dass die Risikotragfähigkeit jederzeit gewährleistet ist. Das Limitsystem basiert auf den vom Vorstand beschlossenen Verlustobergrenzen. Grundlage ist der Risikoappetit unter Beachtung der Risikotragfähigkeit.


Nachhaltigkeitsrisiken werden nicht als eigene Risikoart, sondern als Risikofaktor bei den Risikokategorien berücksichtigt. Mit der Risikoinventur wird festgestellt, ob die Nachhaltigkeitsrisiken (ESG-Risiken) wesentliche Risikotreiber sind. Im Ergebnis ist derzeit eine geringe Betroffenheit von Nachhaltigkeitsrisiken festgestellt worden.


Für die Risikotragfähigkeit wurden der Beurteilung ein Planszenario sowie ein ebenfalls steuerungsrelevantes adverses Szenario, welches unternehmensspezifische als auch allgemeine adverse Entwicklungen unterstellt, zugrunde gelegt. Darüber hinaus hat quirion zwei weitere adverse Szenarien entwickelt sowie einen zusätzlichen Puffer für das Risikodeckungspotenzial (RDP) in Höhe von 150 T€ festgelegt, der einheitlich über alle Szenarien gilt.


Durch die eingerichteten Risikosteuerungs- und -controllingprozesse stellt quirion sicher, dass die wesentlichen, in das Risikotragfähigkeitskonzept einbezogenen Risiken zu jedem Zeitpunkt durch die zur Verfügung stehende Risikodeckungsmasse abgedeckt sind und damit die Risikotragfähigkeit gegeben ist.


Quirion unterscheidet folgende Risikokategorien:

Adressenausfallrisiken,

Geschäftsrisiken,

Liquiditätsrisiken,

Marktpreisrisiken,

operationelle Risiken.


Die Limitstruktur umfasst zum 31. Dezember 2023 ausschließlich die operationellen Risiken, deren Auslastung der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen ist. Auf einen Vorjahresvergleich wird aufgrund des Geschäftswachstums und der dadurch nur eingeschränkten Vergleichbarkeit verzichtet.

Limit Auslastung Auslastung
Planszenario Stresstestszenario
T€ T€ T€
Operationelle Risiken 650 266 658
Gesamtrisiko 650 266 658


Das Limit im Stresstestszenario ist zum Stichtag aufgrund des Wachstums der Assets under Management (AuM) geringfügig überschritten. Für die Szenarioberechnungen im Stresstest werden die aktuellen AuM zugrunde gelegt. Für 2024 wurde das Limit wachstumsbedingt auf 750 T€ angehoben. Die stichtagsbezogene geringe Limitüberschreitung wird durch das freie Risikodeckungspotenzial ausreichend abgedeckt.


Um erwartete und unerwartete Schadenseintritte für die operationellen Risiken zu berücksichtigen, wird zum Berichtsstichtag im Standardszenario der Ist-Bruttoschadenswert mit einem Faktor von 1,5 multipliziert. Die Stressrechnung erfolgt auf Basis von adversen Szenarien. Quirion führt darüber hinaus zur qualitativen Beurteilung der operationellen Risiken ergänzend ein jährliches Self-Assessment durch.


Die als wesentlich eingeschätzten Geschäftsrisiken werden unverändert in der Kapitalplanung über die adversen Szenarien abgebildet.


Die Adressenausfallrisiken zeigen für die Quirin Privatbank AG ein hohes Konzentrationsrisiko. Ein simulierter Ausfall hätte weitreichende Folgen, weshalb dieses Risiko gemäß Risikostrategie als inverses Risiko bewertet und auf die Einbeziehung in die RTF verzichtet wird. Steuerungsimpulse für dieses Szenario werden aus dem entsprechend definierten inversen Stresstest abgeleitet.


Die Risikodeckungsmasse deckt alle aufsichtsrechtlichen (Kapital-)Anforderungen sowie die Risikotragfähigkeit ausreichend ab. Die regulatorischen Kennzahlen wurden zum Stichtag und auch unterjährig eingehalten. Das freie Risikodeckungspotenzial deckt auch den festgelegten zusätzlichen Puffer von 150 T€ ab. Die Gesamtkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag 12,2 % (Vorjahr 12,7 %) und übersteigt die Mindestquote von 8 % deutlich. Die Mindestquote wurde auch zu allen unterjährigen Stichtagen eingehalten, der niedrigste Wert betrug 12,1 %.


Kreditrisiken (Adressenausfallrisiken) bestehen lediglich in Form von Einlagen bei Kreditinstituten und aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Ermittlung des Adressenausfallrisikos wurde im Berichtsjahr methodisch angepasst, indem das Exposure at Default (EaD) mit einer Ausfallverlustquote von 50 % multipliziert wird. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten werden von der Muttergesellschaft zugeliefert. Länderrisiken bestehen nicht.


Unter den Marktpreisrisiken werden das Zinsänderungs-, Aktienkurs- und Währungsrisiko zusammengefasst. Marktpreisrisiken bestehen in nur geringem Umfang im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge für Mitarbeiter, konkret aus den Wertpapieren des entsprechenden Deckungsvermögens. Die daraus resultierenden Risiken sind nicht wesentlich.


Quirion befindet sich in der Wachstumsphase. Bis zur planmäßigen Erzielung von Liquiditätsüberschüssen aus der Geschäftstätigkeit wird die Liquidität über entsprechende Kapitalmaßnahmen sichergestellt. Insofern werden die Liquiditätsrisiken nicht als wesentlich qualifiziert.


Das strategische Risiko, Marktpotenziale oder Trends zu verkennen, wird über die Abweichung von absatz- und umsatzrelevanten Kennzahlen gemessen und analysiert. Im Rahmen des Strategieprozesses fließen diese Analysen in die strategischen Überlegungen ein und führen entsprechend zu möglichen Änderungen und Korrekturen.


Das Risikoreporting umfasst die zeitnahe Übermittlung der risikorelevanten Informationen an die entsprechenden Entscheidungsträger unter Beachtung der Anforderungen der MaRisk. Der Risikobericht wird vierteljährlich und die Geschäftsentwicklung monatlich an die Organe der quirion AG berichtet.

Zusammenfassung und Ausblick für das Risikomanagement


Der Vorstand hat die Risiken unter Berücksichtigung der Geschäftsstrategie und der Risikotragfähigkeit in der Risikostrategie festgelegt. Darauf aufbauend wurden entsprechende Analysen, Methoden und Kennzahlen zur Messung und Überwachung der Risiken entwickelt und implementiert.


Die wesentlichen Risiken der Gesellschaft sind durch das Risikodeckungspotenzial abgedeckt. Die Risikoverhältnisse waren während des Geschäftsjahres 2023 sowie zum Bilanzstichtag insgesamt geordnet. Die Risikotragfähigkeit ist gegeben.


Die im Dezember 2023 verabschiedete Geschäftsplanung für die Folgejahre sieht eine Fortsetzung des Geschäftswachstums vor, das durch weitere Kapitalmaßnahmen bestehender und weiterer Investoren finanziert werden soll. Entsprechend werden die Risikotragfähigkeit, die Limitstruktur und die Risikofrühwarnindikatoren fortlaufend überwacht und der Geschäftsentwicklung angepasst.

Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG


Gemäß § 312 AktG hat der Vorstand der quirion AG einen Bericht über die geschäftlichen Beziehungen zu verbundenen Unternehmen abgegeben. Die Schlusserklärung dieses Berichts für das Geschäftsjahr 2023 lautet:


"Der Vorstand der quirion AG erklärt hiermit, dass er bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften mit der Quirin Privatbank AG nach den Umständen, die im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, und bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Ferner wurden Maßnahmen weder getroffen noch unterlassen."

4. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

Rahmenbedingungen


Für den konjunkturellen Verlauf und die Entwicklung an den Anlagemärkten im Jahr 2024 wird einmal mehr der geldpolitische Fahrplan von entscheidender Bedeutung sein. Nach unserem Eindruck erwarten die Finanzmärkte aktuell bereits in der ersten Jahreshälfte eine Zinssenkung durch die US-amerikanische Notenbank Fed. Für die EZB werden erste Zinssenkungen für die Jahresmitte erwartet. Ebenfalls erwartet wird, dass die Leitzinsen nicht nur einmalig zurückhaltend, sondern in mehreren Schritten durchaus merklich nach unten angepasst werden. Diese Erwartungshaltung ist zu großen Teilen bereits in die Anlagemärkte eingeflossen und war wesentlicher Treiber hinter der sehr erfreulichen Entwicklung der weltweiten Aktien- und Anleihemärkte in den letzten Wochen des zurückliegenden Jahres. Angesichts des noch immer nur langsamen Rückgangs der Inflation und der inzwischen auch deutlich erhöhten Werte für die Kerninflation auf beiden Seiten des Atlantiks bleibt es unsicher, ob die in Höhe und Geschwindigkeit erwarteten Zinssenkungen tatsächlich eintreten. Spätere und zögerlichere Zinssenkungen können demzufolge sowohl die Perspektiven für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung als auch die derzeitigen Bewertungen an den Anlagemärkten im Verlauf von 2024 deutlich beeinflussen.


Für Zwecke der Geschäftsplanung gehen wir von einer geringfügig positiven Entwicklung der Kapitalmärkte im Durchschnitt der letzten Jahre aus. Einen weiterhin spürbaren Anstieg der AuM erwarten wir auf dieser Basis vor allem im Rahmen der Fortsetzung unseres Wachstumskurses durch entsprechende Nettomittelzuflüsse.

Chancen und Risiken


quirion sieht sich in dem wettbewerbsintensiven Markt der Geldanlage gut positioniert. quirion differenziert sich sowohl gegenüber der Geldanlage bei klassischen Banken als auch gegenüber digitalen Angeboten anderer sog. Robo-Advisor vor allem durch den Preis und ein über die Servicepakete in unterschiedlicher Intensität verfügbares persönliches Betreuungsangebot. Darüber hinaus verfolgt quirion im Vergleich zu den meisten Wettbewerbern einen (produkt-)unabhängigen Ansatz und ein prognosefreies, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierendes Anlagekonzept. Das Geschäftsmodell und die Differenzierung vom Wettbewerb bieten insofern grundsätzlich Potenzial für ein weiteres starkes Kundenwachstum sowie einen deutlichen Anstieg des verwalteten Vermögens und damit einhergehende Ertragssteigerungen.


Risiken bestehen ferner in der intensiven Markt- und Wettbewerbsintensität. Es treten weiterhin auch neue Anbieter in den Markt der digitalen Geldanlage ein. Den allgemeinen Geschäftsrisiken kommt somit eine besondere Bedeutung zu. Diese können sich insbesondere in entsprechenden Kostenrisiken aus den weiterhin geplanten Investitionen in den Auf- und Ausbau der Infrastruktur/Plattform und den geplanten Marketingaktivitäten materialisieren, wenn das Kunden- und/oder Volumenwachstum nicht in der erwarteten Höhe oder Geschwindigkeit generiert werden kann. Zur Refinanzierung der in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten ist die Gesellschaft auf die Durchführung von Kapitalmaßnahmen gemäß der bestehenden Kapitalplanung angewiesen. Ein Ausbleiben der vorgesehenen Kapitalmaßnahmen würde die planmäßige Entwicklung des Unternehmens beeinträchtigen, da die Wachstumsziele voraussichtlich nur bei entsprechenden Investitionen zu erreichen sind. Darüber hinaus können sich Risiken ergeben, wenn bei negativen Planabweichungen zusätzlicher Kapitalbedarf entstehen sollte.


Trotz des nominal deutlich veränderten Zinsumfelds ist auch in 2023 das reale Zinsniveau für Anleger negativ geblieben, so dass der Handlungsdruck vieler Menschen, sich mit der Struktur ihrer Vermögensanlagen zu beschäftigen, aus unserer Sicht weiterhin hoch ist. Der angestrebte Wachstumskurs der quirion AG wird dadurch grundsätzlich begünstigt. In diesem Kontext hat das im Zusammenhang mit der Quirin Privatbank im Jahr 2023 eingeführtes Zinskonto die Mittelzuflüsse von Kunden unterstützt und soll auch künftig aufrechterhalten werden, wodurch insbesondere auch im Kundeninteresse die Chance auf eine sukzessive Konvertierung von Zinseinlagen in Anlagen am Geld- und Kapitalmarkt im Rahmen der angebotenen Vermögensverwaltungsprodukte besteht.


Chancen für die Fortsetzung des Wachstumskurses ergeben sich aus Sicht der quirion auch aus der im Vergleich zu den direkten Wettbewerbern höheren Bekanntheit von quirion. Auch verschiedene positive Testurteile bewerten wir unter dem in der Finanzindustrie wichtigen Vertrauensaspekt als relativen Wettbewerbsvorteil. Positiv für das Geschäftsmodell von quirion ist ebenfalls die im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie in der Bevölkerung deutlich gestiegene Akzeptanz für digitale Dienstleistungen und Prozesse - auch im Rahmen der Geldanlage.


Risiken für die Geschäftsentwicklung können insbesondere aus einer anhaltenden negativen Entwicklung der Kapitalmärkte entstehen. Das Risiko besteht darin, dass starke Marktschwankungen oder länger anhaltende Schwächeperioden zu einer geringeren Bemessungsgrundlage für die Provisionserträge führen und gleichzeitig die Renditeerwartungen der Kunden nicht erfüllt werden können, was wiederum negative Auswirkungen auf das Neu- und Bestandskundenwachstum haben könnte.


Letztlich muss auch die Entwicklung des regulatorischen Umfeldes weiterhin als ein Risikofaktor betrachtet werden, denn fortwährend steigende regulatorische Anforderungen wirken kostentreibend, komplexitätserhöhend sowie ressourcenbindend und können auch das Angebot einzelner Produkte und/oder Anlageklassen beeinflussen.


Risiken können sich auch aus Rechtsstreitigkeiten ergeben, wenn diese einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. IT- und Auslagerungsrisiken ergeben sich aus der Vergabe von Dienstleistungen an Dritte, wenn die Dienstleistungen nicht oder nicht wie vereinbart erbracht werden. Für die quirion AG ist dieses Risiko grundsätzlich in Bezug auf die an Geschäftspartner ausgelagerte IT, die Nutzung und den Betrieb des Kernbankensystems sowie die Wertpapierabwicklung relevant. Risiken können zum Beispiel durch einen Ausfall der IT bzw. des Auslagerungsunternehmens oder Cyberrisiken entstehen. Zur Mitigation von im Zusammenhang mit Auslagerungen stehenden Risiken hat quirion entsprechende Maßnahmen zur Steuerung und Sicherstellung der Leistungsqualität und Leistungserbringung der Dienstleister sowie der operativen Stabilität etabliert.


Zudem besteht grundsätzlich das Risiko, dass die tatsächliche künftige Entwicklung der Personal- und Verwaltungsaufwendungen von den im Rahmen der Geschäftsplanung getroffenen Annahmen abweicht, z. B. durch neue regulatorische Anforderungen, andere Preisentwicklungen oder Abweichungen im Stellenplan. Je nach Umfang und Richtung solcher Abweichungen kann dies zu einem höheren oder niedrigeren Jahresergebnis führen.

Prognose


Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 basiert auf der im vierten Quartal 2023 verabschiedeten Geschäftsplanung. Die in diesem Prognosebericht enthaltenen Aussagen bilden grundsätzlich den im Zeitpunkt der Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht vorliegenden Informationsstand ab. Die Unternehmensplanung basiert auf in die Zukunft gerichteten Prognosen, Erwartungen und Planannahmen.


Hinsichtlich des Eintritts der Planungsannahmen bestehen bekannte und unbekannte Unsicherheiten, die größtenteils nicht im Einflussbereich der quirion liegen. Daher ist die Geschäftsplanung und in der Folge auch die im Prognosebericht enthaltene Erwartung des Vorstands im Hinblick auf die künftige Geschäftsentwicklung mit Unsicherheiten behaftet. Hieraus folgt, dass die tatsächliche Entwicklung der quirion im Geschäftsjahr 2024 von den nachfolgenden Aussagen zur Erwartung der künftigen Geschäftsentwicklung, die im Zusammenhang mit den anderen Kapiteln des Lageberichts gelesen werden sollten, abweichen kann.


Trotz der nach wie vor schwierigen und unsicheren Rahmenbedingungen hat sich die Gesellschaft auch für das Jahr 2024 anspruchsvolle Wachstumsziele für die Entwicklung der Kundenanzahl und die verwalteten Kundengelder gesetzt. Infolgedessen gehen wir von einem deutlichen Anstieg der Assets under Management und mithin von im Vergleich zu 2023 auch spürbar steigenden Erträgen aus.


Der Jahresfehlbetrag sollte sich dabei auf Basis der Geschäftsplanung im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr, insbesondere durch die weiter ansteigenden Provisionserträge, deutlich reduzieren. Zur Refinanzierung der weiteren geplanten Wachstumsinvestitionen sind im Geschäftsjahr 2024 entsprechende Kapitalerhöhungen notwendig und geplant.

Gesamtaussage


quirion befindet sich im Markt der Vermögensverwaltung bzw. noch allgemeiner im Markt der Geldanlage in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Das hohe und weiter wachsende Marktpotential bietet im Kontext von Digitalisierung und Skalierung aus unserer Sicht enorme Wachstumschancen für digitale Geschäftsmodelle, wie quirion es betreibt. Im Vergleich zu digitalen Wettbewerbern verfügt quirion mit dem wissenschaftlich basiertem prognosefreiem Anlagekonzept und dem auf Kundenwunsch hybriden Betreuungsansatz über Alleinstellungsmerkmale und hat mit der aufgebauten Marke und Plattform die Weichen für eine auf weiteres Wachstum ausgerichtete Geschäftsentwicklung gestellt. Zudem haben sich sowohl das Geschäftsmodell als auch die Wachstumsdynamik aus unserer Sicht auch unter dem Eindruck der zuletzt schwierigen Rahmenbedingungen als relativ robust und stabil herausgestellt.


Vor diesem Hintergrund sind wir mit der Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahr sehr zufrieden und gehen für das Geschäftsjahr 2024 grundsätzlich von einer weiteren Verbesserung der bedeutsamsten Leistungsindikatoren aus. In diesem Kontext erwarten wir einen deutlichen Anstieg der Assets under Management und einen deutlich reduzierten Jahresfehlbetrag.


Unser besonderer Dank gilt unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

 

Berlin, 20. März 2024


quirion AG

Martin Daut Stefan Schulz

Bilanz zum 31. Dezember 2023 der quirion AG

Aktivseite

31.12.2022
Euro Euro Euro Euro
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 5.024.562,15 5.024.562,15 3.522.066,13 3.522.066,13
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 100.001,00 1,00
11. Immaterielle Anlagewerte
b) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 991.764,00 1.204.937,00
d) Geleistete Anzahlungen 46.520,00 0,00
1.038.284,00 1.204.937,00
12. Sachanlagen 103.488,63 68.244,00
14. Sonstige Vermögensgegenstände 38.686,17 55.900,28
15. Rechnungsabgrenzungsposten 71.932,15 75.129,64
Summe der Aktiva 6.376.954,10 4.926.278,05

Passivseite

31.12.2022
Euro Euro Euro Euro
5. Sonstige Verbindlichkeiten 81.243,45 186.840,55
7. Rückstellungen
c) andere Rückstellungen 2.430.650,00 1.112.000,00
2.430.650,00 1.112.000,00
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 700.044,00 678.606,00
b) Kapitalrücklage 43.722.829,94 37.878.518,00
d) Bilanzverlust -40.557.813,29 -34.929.686,50
3.865.060,65 3.627.437,50
Summe der Passiva 6.376.954,10 4.926.278,05

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

01.01.-31.12.2022
Euro Euro Euro Euro
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften
aa) Zinserträge ohne negative Habenzinsen 76.418,42 0,00
ab) negative Zinsen auf Guthaben 0,00 -46,59
76.418,42 -46,59
2. Zinsaufwendungen 0,00 0,00
76.418,42 -46,59
5. Provisionserträge 7.051.061,03 4.619.912,15
6. Provisionsaufwendungen 2.325.453,67 1.645.686,61
4.725.607,36 2.974.225,54
8. Sonstige betriebliche Erträge 249.882,81 155.206,41
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 3.149.314,58 2.751.359,23
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 438.897,47 392.082,82
darunter:
für Altersversorgung 2.160,00 Euro
3.588.212,05 3.143.442,05 ( 2.545,00 )
b) andere Verwaltungsaufwendungen 6.398.521,61 13.816.171,72
9.986.733,66 16.959.613,77
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 577.896,22 687.381,95
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 50.405,50 161.219,37
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 65.000,00 0,00
-65.000,00 0,00
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -5.628.126,79 -14.678.829,73
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 0,00 4.879,82
0,00 4.879,82
27. Jahresfehlbetrag -5.628.126,79 -14.683.709,55
28. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -34.929.686,50 -20.245.976,95
34. Bilanzverlust -40.557.813,29 -34.929.686,50

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemeine Angaben zur Gliederung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023 sowie zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Aufstellung des Jahresabschlusses


Die quirion AG mit Sitz in Berlin ist in das Handelsregister Abteilung B des Amtsgerichts Charlottenburg unter der Nummer HRB 180800 B eingetragen.


Der Jahresabschluss der quirion AG wurde nach den allgemeinen Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt entsprechend § 2 RechKredV. Für die Gliederung der Bilanz hat die quirion AG das Formblatt 1, für die Gliederung der GuV das Formblatt 3 (Staffelform) verwandt. Vom Wahlrecht des § 265 Abs. 8 HGB wird aus Gründen der Übersichtlichkeit Gebrauch gemacht.


Die quirion AG erbringt als Wertpapierdienstleistung die Finanzportfolioverwaltung gem. § 2 Abs. 2 Nr. 9 WpIG. Aufgrund des Umfangs der betriebenen Geschäfte gilt die quirion AG gem. § 2 Abs 1 und Abs 17 WpIG als mittelgroßes Wertpapierinstitut. Die Gesellschaft erstellt ihren Jahresabschluss gem. §§ 340 Abs 4a i.V.m. 340 Abs 1 HGB nach den Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.


Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.


Die quirion AG, deren Anteile zu 76,5 % von der Quirin Privatbank AG, Berlin, gehalten werden, wird als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der Quirin Privatbank AG einbezogen. Die quirion AG hat eine umsatzsteuerliche Organschaft mit der Quirin Privatbank AG begründet.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze


Die auf die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den §§ 242 ff. und 340 ff. HGB sowie der RechKredV in der aktuellen Fassung. Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses werden stetig angewendet.


Zum Abschlussstichtag bestehen keine Vermögensgegenstände oder Schulden in Fremdwährungen i. S. d. § 35 Abs. 1 Nr. 6 RechKredV.


Die Forderungen an Kreditinstitute werden zum Nominalwert bilanziert.


Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.


Die immateriellen Anlagewerte und die Sachanlagen sind mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear über die jeweilige Nutzungsdauer vorgenommen. Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einem Anschaffungswert unter 250 € werden sofort aufwandswirksam erfasst. Selbständig nutzbare Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von mehr als 250 €, aber maximal 800 € werden im Jahr der Anschaffung sofort als Betriebsausgabe abgezogen.


Sofern eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens vorliegt, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Sind die Gründe hierfür entfallen, werden Zuschreibungen bis maximal zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen.


Die sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt.


Die quirion AG macht von dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch und setzt den aktiven Überhang an latenten Steuern in Höhe von 18 T€ in der Bilanz nicht an.


Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.


Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst.

B. Erläuterungen zur Bilanz

I. Aktiva

Forderungen an Kreditinstitute


Die Forderungen an Kreditinstitute beinhalten unverbriefte Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 5.018 T€ (Vorjahr: 3.519 T€). Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen an Kreditinstitute sind täglich fällig.

Anteile an verbundenen Unternehmen


Die quirion AG hält 100 % der Anteile an der IDH GmbH (ehem. quirion Sachwerte GmbH). Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 25 T€. Der Beteiligungsbuchwert beträgt 100 T€. Zum 31.12.2022 beträgt das Eigenkapital der IDH GmbH 240 T€. Die IDH GmbH erwirtschaftete im Jahr 2022 einen Jahresüberschuss in Höhe von 35 T€.

Anlagenspiegel

in T€ Anteile an verbundenen Unternehmen Immaterielle Anlagewerte Sachanlagen Gesamt
Anschaffungskosten historisch 0 2.813 213 3.026
Zugänge Geschäftsjahr 165 364 83 611
Abgänge Geschäftsjahr 0 0 0 0
Abschreibungen insgesamt 65 2.139 192 2.396
Abschreibungen Geschäftsjahr 65 531 47 643
Restbuchwert 31.12.2023 100 1.038 103 1.242
Restbuchwert Vorjahr 0 1.205 68 1.273


Bei den Abschreibungen des Geschäftsjahres bezüglich der immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen handelt es sich um planmäßige Abschreibungen. Bei den verbundenen Unternehmen wurde eine außerplanmäßige Abschreibung i. H. v. 65 T€ vorgenommen.

Sonstige Vermögensgegenstände

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17 20
Steuerforderungen 20 32
Sonstige Forderungen 1 4
Gesamt 39 56

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten


Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten ausschließlich Abgrenzungen aus Lieferungen und Leistungen mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr in Höhe von 72 T€.

Aktive latente Steuern


Der aktive Überhang an latenten Steuern ergibt sich aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden zwischen der Handels- und der Steuerbilanz, die aus Rückstellungen (10 T€) und der betrieblichen Altersvorsorge (8 T€) resultieren. Den ermittelten aktiven latenten Steuern liegt ein durchschnittlicher Steuersatz von 30,18 % zugrunde.

II. Passiva

Sonstige Verbindlichkeiten

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Steuerverbindlichkeiten 48 108
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 34 79
Gesamt 81 187

Rückstellungen


Die Rückstellungen lassen sich zum Bilanzstichtag wie folgt aufgliedern:

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Empfangene Lieferungen und Leistungen 1.911 1.059
Personalrückstellungen 520 53
Gesamt 2.431 1.112


Im Unterschied zum Vorjahr erfolgt die Auszahlung von variablen Vergütungsbestandteilen für das abgeschlossene Geschäftsjahr erst nach dem Stichtag, woraus sich ein entsprechender Anstieg der Personalrückstellungen ergibt.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten


Passive Rechnungsabgrenzungsposten bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

Eigenkapital


Die Gesellschaft hat ihr Grundkapital im Rahmen von zwei Kapitalmaßnahmen im Januar und Mai des abgelaufenen Geschäftsjahres um insgesamt 21.438 € auf 700.044 € erhöht. Insgesamt haben die Gesellschafter Einzahlungen in die Kapitalrücklage der Gesellschaft in mehreren Tranchen von 5,9 Mio. € gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB geleistet. Darüber hinaus bestehen bedingte Einzahlungsverpflichtungen in die Kapitalrücklage i.H.v. EUR 2,05 Mio.


Zum Berichtsstichtag besteht mit einer Frist bis zum 31. Mai 2027 die (nicht ausgenutzte) satzungsgemäße Ermächtigung, das Grundkapital durch Ausgabe von bis zu 307.465 Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 307.465 € zu erhöhen ("Genehmigtes Kapital 2022"). Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist unter bestimmten Bedingungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats berechtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Für die Durchführung der Kapitalerhöhungen durch den Vorstand ist die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich.

C. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Provisionsergebnis


Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung von Finanzdienstleistungen im Rahmen der Finanzportfolioverwaltung und die Vermittlung digitaler Wertpapiere. quirion vereinnahmt im Provisionsergebnis dementsprechend die von den Kunden gezahlten Gebühren aus der Finanzportfolioverwaltung sowie erhaltene Vergütungen für die Vermittlung von Einlagen.


In den Provisionsaufwendungen werden insbesondere Gebühren im Zusammenhang mit der Kundengewinnung über Geschäftspartner sowie aus Prämienaktionen ausgewiesen.


In den Provisionsaufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen von 0,1 T€ enthalten.

Sonstiges betriebliches Ergebnis


Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen beinhalten folgende Sachverhalte:

Sonstige betriebliche Erträge (in T€) 31.12.2023 31.12.2022
Geschäftsbesorgung für Dritte 155 101
Auflösung von Rückstellungen 92 54
Periodenfremde Erträge 3 0
Gesamt 250 155
Sonstige betriebliche Aufwendungen (in T€) 31.12.2023 31.12.2022
Erstattungen -14 -8
Periodenfremde Aufwendungen -35 -153
Übrige -1 0
Gesamt -50 -161

Verwaltungsaufwendungen


In den anderen Verwaltungsaufwendungen sind Aufwendungen aus dem Leistungsbezug von sowie Kostenerstattungen gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten. Diese betrugen gegenüber der Quirin Privatbank AG als Mutterunternehmen insgesamt 1.494 T€ und gegenüber der IDH GmbH (ehem. quirion Sachwerte GmbH) 152 T€.


Darüber hinaus sind in den anderen Verwaltungsaufwendungen periodenfremde Erträge aus Erstattungen in Höhe von 4 T€ enthalten.

D. Sonstige Angaben

Mitglieder des Vorstands


Martin Daut (Vorsitzender)

Erweiterte Geschäftsleitung sowie Leiter Bankbetrieb und Marketing der Quirin Privatbank AG


Stefan Schulz (Finanzvorstand)

Erweiterte Geschäftsleitung sowie Leiter Finanzen der Quirin Privatbank AG

Mitglieder des Aufsichtsrats


Karl Matthäus Schmidt (Vorsitzender)

Vorstandsvorsitzender der Quirin Privatbank AG


Johannes Eismann (stellvertretender Vorsitzender)

Vorstand der Quirin Privatbank AG


Franz Baur

Geschäftsführer OncoLead GmbH

Organbezüge


Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurde im Geschäftsjahr keine Vergütung gezahlt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen


Aus Miet-, Dienstleistungs- und Geschäftsbesorgungsverhältnissen bestehen zum Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen i. H. v. 3.026 T€. Darüber hinaus besteht ein Aval gegenüber Dritten in Höhe von 10 T€.

Angabe der gewährten Vorschüsse, Kredite und Haftungsverhältnisse nach § 34 Abs. 2 Nr. 2 RechKredV


Es wurden keine Vorschüsse oder Kredite an Mitglieder der Geschäftsführung oder Aufsichtsorgane gewährt. Zum Bilanzstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse.

Angabe nach § 34 Abs. 2 Nr. 4 sowie § 35 Abs. 4 und 6 RechKredV


Es bestehen keine Eventualverbindlichkeiten, Bürgschaften oder Gewährleistungsverträge.

Mitarbeiter


Die Anzahl der Arbeitnehmer setzt sich wie folgt zusammen:

Anzahl der Arbeitnehmer per 31.12.2023 im Jahresdurchschnitt
Männlich 26 26
Weiblich 7 7
Gesamt 33 33

Honorar des Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Abschlussprüfungsleistungen 63 37
Andere Bestätigungsleistungen 34 26
Gesamt 97 63


Bei den anderen Bestätigungsleistungen handelt es sich um die Prüfung des Wertpapierdienstleistungsgeschäfts nach § 89 Abs. 1 WpHG.

E. Weitere Angaben

Offenlegung gem. Art. 46 Abs. 4 IFR


Gem. Art. 46 Abs. 3 IFR sind die Offenlegungsanforderungen durch die quirion AG als sogenannte mittlere Wertpapierfirma erstmals für den Jahresabschluss 2023 anzuwenden. quirion kommt diesen Anforderungen in einem separaten Dokument nach.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag


Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Abschluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, ergaben sich keine.

Ergebnisverwendung


Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Jahresfehlbetrag 2023 in Höhe von -5.628 T€ auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Berlin, 20. März 2024


quirion AG

Der Vorstand
Martin Daut Stefan Schulz

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers


An die quirion AG, Berlin

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der quirion AG, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der quirion AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 21. März 2024

KPMG AG


Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Andreas Olschewski, Wirtschaftsprüfer
Laurin Fiedler, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats


Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2023 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand der quirion AG bei der Leitung des Unternehmens beraten und dessen Tätigkeit überwacht. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung für die Gesellschaft unmittelbar und frühzeitig eingebunden. Er wurde vom Vorstand zeitnah und umfassend in schriftlicher oder mündlicher Form über die wesentlichen Entwicklungen in der Gesellschaft unterrichtet.


Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig über die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Situation, die Unternehmensplanung, die Risikolage sowie die strategische Ausrichtung und wichtige Projekte informiert. Über grundsätzliche Fragen der Geschäftsführung und die wirtschaftliche Lage sowie bedeutsame Geschäftsvorgänge fanden enge Beratungen zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand der Gesellschaft statt. Auch außerhalb der ordentlichen Aufsichtsratssitzungen hat sich der Aufsichtsratsvorsitzende vom Vorstand über die aktuelle Geschäftsentwicklung und wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichten lassen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für die Gesellschaft eingebunden und hat, soweit nach gesetzlichen oder satzungsmäßigen Vorschriften erforderlich, nach umfassender Beratung und Prüfung seine Zustimmung zu zustimmungspflichtigen Vorfällen erteilt.


Im Berichtsjahr haben planmäßig drei ordentliche Aufsichtsratssitzungen am 29. März, 20. Juni sowie 12. Dezember 2023 stattgefunden. An den Sitzungen hat auch der Vorstand teilgenommen. Der Aufsichtsrat hat bisher keine Ausschüsse gebildet. Die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat hat sich im Berichtsjahr nicht verändert.


Zentrale Themen des Aufsichtsrats waren im Jahr 2023 in erster Linie die Fortsetzung des Wachstumskurses der Gesellschaft sowie die dafür notwendigen Maßnahmen zur Refinanzierung. In diesem Kontext wurden insbesondere auch die veränderten Rahmenbedingungen des Zinsumfelds intensiv erörtert und wie die Gesellschaft mit einem attraktiven Angebot darauf reagieren kann und sollte.


Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat auch in 2023 intensiv mit der strategischen Weiterentwicklung der Gesellschaft mit dem Ziel beschäftigt, die Kundenanzahl und die verwalteten Kundengelder weiterhin deutlich zu steigern. In diesem Zusammenhang hat der Aufsichtsrat die Weiterentwicklung der technischen Plattform sowie die Einführung einer weiteren Vermögensverwaltungsstrategie sowie eines Zinsangebots eng begleitet.


Außerdem hat sich der Aufsichtsrat in seinen Sitzungen über Marketingmaßnahmen, deren Kosten und Effizienz, Projekte und die Umsetzung regulatorischer Anpassungen sowie die Ergebnisse interner und externer Prüfungen informieren lassen und sich mit den monatlichen Informationen zur Geschäftsentwicklung beschäftigt.


Die Geschäftsstrategie sowie die Risikotragfähigkeit der Gesellschaft wurden in der Sitzung vom 12. Dezember 2023 mit dem Aufsichtsrat erörtert.

Jahresabschluss


Der vom Vorstand nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 ist unter Einbeziehung von Buchführung und Lagebericht durch die in der Hauptversammlung vom 20. Juni 2023 gewählte und vom Aufsichtsrat beauftragte KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und am 21. März 2024 mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.


Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung am 10. April 2024 intensiv mit dem vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss 2023, dem Lagebericht, dem Abhängigkeitsbericht sowie dem Prüfungsbericht befasst, diesen intensiv geprüft und mit dem Vorstand erörtert. Alle notwendigen Unterlagen wurden dem Aufsichtsrat rechtzeitig zur Verfügung gestellt.


Nach der abschließenden Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen erhoben und den Jahresabschluss 2023 in seiner Sitzung am 10. April 2024 gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.


Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr außerordentliches Engagement und die im Geschäftsjahr 2023 erbrachten Leistungen.

 

Berlin, 10. April 2024

Karl Matthäus Schmidt
Aufsichtsratsvorsitzender

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