quirion AG
Berlin
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Lagebericht
für das Geschäftsjahr 2023
1. Geschäftsmodell
Die quirion AG (nachfolgend kurz "quirion" oder
Gesellschaft) ist ein Wertpapierinstitut.
Unternehmensgegenstand ist die Beratung und Betreuung von
Kunden im Rahmen einer (digitalen) Geldanlage.
Aufsichtsrechtlich erfolgte dies im Jahr 2023
ausschließlich über die sog.
Finanzportfolioverwaltung. Erlaubt ist quirion aber auch
die Anlageberatung, die Anlagevermittlung sowie die
Abschlussvermittlung.
quirion betreibt dafür eine Internet-Plattform,
über die sie die Geldanlage in verschiedene
standardisierte Vermögensverwaltungsstrategien
anbietet und Erträge in Abhängigkeit des
Depotvolumens aus der Erbringung dieser Dienstleistung
generiert. Kunden wird auf Basis des ermittelten
Risikoprofils aus unterschiedlichen Anlagestrategien das
für sie geeignete Portfolio angeboten und ihr
Vermögen auf Grundlage definierter Anlagerichtlinien
durch quirion verwaltet. Dabei haben die Kunden je nach
Bedarf die Wahl zwischen drei verschiedenen Servicepaketen
("Digital", "Premium", "Privat"), die hinsichtlich ihres
Preises sowie des Grads und der Intensität der
persönlichen Betreuung variieren. Das
Mindestanlagevolumen beträgt in den Servicepaketen
Digital und Premium 0 €, im Privatpaket liegt es bei
25.000 €.
2. Wirtschaftsbericht
Geschäfts- und
Rahmenbedingungen
Im Jahr 2023 standen die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen ganz im Zeichen der im Jahr 2022
begonnenen und bis ins dritte Quartal 2023 fortgesetzten
historisch schnellen und starken Anhebung der Leitzinsen
durch die Notenbanken. Diese haben sowohl
gesamtwirtschaftlich als insbesondere auch an den
Anlagemärkten zu entsprechenden Einflüssen
geführt, denen auch die quirion AG (nachfolgend kurz
"quirion") sowie ihre Kundinnen und Kunden (nachfolgend die
"Kunden") ausgesetzt waren.
Die weltweite konjunkturelle Entwicklung kühlte
in diesem Umfeld gegenüber der auch schon
unterdurchschnittlichen Entwicklung von 2022 weiter ab. Im
Kreis der Industrieländer war dabei das
Wirtschaftswachstum, gemessen an der realen
Veränderungsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP), in
Deutschland mit am geringsten. Den ersten Zahlen des
Statistischen Bundesamtes zufolge ging die
Wirtschaftsleistung nach dieser Kennzahl im Jahr 2023 sogar
um -0,3 % zurück. Auch wenn aufgrund des Verlaufs in
2023 technisch noch keine Rezession vorliegt, setzte sich
die seit dem 2. Quartal 2022 in Deutschland vorherrschende
wirtschaftliche Stagnation fort. Weltweit betrachtet war
das Wirtschaftswachstum mit 3,0 % (IMF-Prognose von Oktober
2023) im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen 10
Jahre leicht unterdurchschnittlich.
Rückläufig war in 2023 auch die Inflation.
Von den Höchstständen von knapp 10 % Ende 2022
ging die Inflationsrate im Jahresverlauf 2023
kontinuierlich zurück. Die Entwicklung war allerdings
weniger markant und zügig als aus Sicht von quirion
von vielen zum Jahresbeginn 2023 erwartet, so dass die
deutsche Inflationsrate im Jahresdurchschnitt noch immer
bei +5,9 % lag. Auch angesichts dieses Inflationsverlaufs
sahen sich die Notenbanken weltweit dazu veranlasst, ihren
Kurs schneller und kräftiger Leitzinsanhebungen fast
durchgängig fortzusetzen. So lag der Leitzins in den
USA seit Juli 2023 und damit auch zum Jahresende bei 5,25
bis 5,5 % - in der Europäischen Währungsunion lag
der Leitzins der EZB ab September 2023 bei 4,5 %. Dies
wirkte sich auch entsprechend auf das allgemeine Zinsumfeld
aus, das in 2023 weiter anzog.
An den weltweiten Aktienmärkten war das Jahr
2023 - trotz steigender Zinsen und eines unterjährig
durchaus schwankenden Verlaufs - aus Sicht der Bank
überdurchschnittlich erfreulich. Der weltweite
Aktienindex der Industrieländer MSCI World gewann (in
US-Dollar) knapp 22 % hinzu, der DAX entwickelte sich mit
gut 20 % kaum schwächer - unter den Spitzenreitern war
einmal mehr der US-amerikanische Aktienmarkt, der gemessen
am S&P 500 sogar gut 24 % (in US-Dollar) hinzugewann.
In den Schwellenländern war die Entwicklung mit +7 %
gemessen am MSCI World Emerging Markets eher
durchschnittlich und deutlich geringer als in den
Industrieländermärkten. Der Euro erstarkte
gegenüber dem US-Dollar im Jahresverlauf um gut 3 %,
was die Erträge internationaler Aktienengagements
für Euro-Investoren etwas schmälerte. An den
Anleihemärkten markierte das Jahr 2023 zwar eine
merkliche Erholung gegenüber dem Jahr 2022. Mit einem
Anstieg von zum Beispiel 6,7 % bei den 10-jährigen
Bundesanleihen konnten die Verluste aus 2022 allerdings
noch nicht aufgeholt werden. Darüber hinaus vollzog
sich der Löwenanteil dieser Erholung erst in den
letzten Wochen des vierten Quartals.
Eine auch das Anlegerverhalten beeinflussende
Sondersituation im Zinsmarkt war aus Sicht von quirion die
über den gesamten Jahresverlauf 2023 anhaltende
Inversion der Zinsstrukturkurve sowohl in Europa als auch
in den USA (sowie weiteren wichtigen
Wirtschaftsräumen). Sehr kurzfristige Zinsen waren bis
zum Jahresende merklich höher als Coupons für
länger laufende Zinstitel, was die hohe Nachfrage der
Anleger nach Tagesgeld- und Geldmarktanlagen erklärt.
Geschäftsverlauf
Die quirion AG blickt für das Geschäftsjahr
2024 auf eine positive Geschäftsentwicklung
zurück. So konnten der Wachstumskurs fortgesetzt und
die Kundenanzahl, die verwalteten Kundengelder und mithin
die Erträge deutlich gesteigert werden.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten knapp
25.000 Neukunden gewonnen werden, so dass die Kundenanzahl
zum Jahresende 2023 auf mehr als 78.000 angestiegen ist,
was einem Wachstum von 32 % entspricht. Während sich
die Erträge um ca. 52 % erhöht haben, konnte das
Volumen der verwalteten Kundengelder zum Stichtag um knapp
80 % auf fast 2,3 Mrd. € (Vorjahr: 1,3 Mrd. €)
gesteigert werden. Im Kontext des gestiegenen Zinsniveaus
wurde im Jahr 2023 eine Verzinsung auf den bei der Quirin
Privatbank geführten Verrechnungskonten
eingeführt, was den Zufluss von Einlagen bei der
Quirin Privatbank und mithin den Anstieg der AuM von
quirion begünstigt hat. Da quirion eine Vergütung
aus der Vermittlung der Einlagen erhält, hatte dies
auch positiven Einfluss auf die Entwicklung der
Provisionserträge.
quirion beendet das Geschäftsjahr mit einem
Jahresfehlbetrag in Höhe von -5,6 Mio. €, der
damit deutlich geringer ausfällt als ursprünglich
geplant. Der Jahresfehlbetrag konnte im Vergleich zu dem
des Vorjahres (-14,7 Mio. €) um 62 % reduziert werden.
quirion befindet sich nach wie vor in einer starken
Wachstumsphase - insofern ist das Ergebnis weiterhin durch
Investitionen in Personal und IT sowie insbesondere
Maßnahmen zur Kundengewinnung (Marketing)
gekennzeichnet.
Die Gesellschaft steuert ihr Geschäft und die
Geschäftsentwicklung nach finanziellen und
nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, deren Höhe
über den Jahresabschluss definiert wird. Der
bedeutsamste finanzielle Leistungsindikator ist der
Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag. Der
bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikator sind die
AuM. Die AuM umfassen die verwalteten Wertpapiere sowie die
bei der Quirin Privatbank gehaltenen Einlagen der
quirion-Kunden. Ein weiterer nichtfinanzieller
Leistungsindikator ist die Kundenanzahl.
Ertragslage
Die Ertragslage wird durch die im Rahmen der
Finanzportfolioverwaltung und der Einlagenvermittlung
vereinnahmten Provisionserträge i. H. v. 7,1 Mio.
€ (Vorjahr: 4,6 Mio. €) bestimmt. Unter
Berücksichtigung der Provisionsaufwendungen von 2,3
Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €), die
überwiegend auf gewährte Prämien im Rahmen
der Kundengewinnung und Gebühren im Rahmen der
Kundengewinnung über Geschäftspartner
zurückzuführen sind, betrug das
Provisionsergebnis 4,7 Mio. € (Vorjahr: 3,0 Mio.
€).
Die Verwaltungsaufwendungen betragen im Berichtsjahr
10,0 Mio. € und sind im Vergleich zum Vorjahreswert
von 17,0 Mio. € deutlich gesunken. Von den
Verwaltungsaufwendungen entfallen 3,6 Mio. € (Vorjahr:
3,1 Mio. €) auf die Personalkosten und 6,4 Mio. €
(Vorjahr: 13,8 Mio. €) auf die anderen
Verwaltungsaufwendungen. Die anderen
Verwaltungsaufwendungen sind insbesondere gekennzeichnet
durch Marketingaufwendungen sowie Leistungsverrechnungen
mit der Quirin Privatbank AG aufgrund ausgelagerter
Corporate-Center-Funktionen. Der Rückgang der anderen
Verwaltungsaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus
deutlich geringeren Marketingausgaben.
Die Abschreibungen betragen 0,6 Mio. € (Vorjahr:
0,7 Mio. €).
Insgesamt ergibt sich im Geschäftsjahr 2023 ein
Jahresfehlbetrag in Höhe von 5,6 Mio. €.
Im Jahresdurchschnitt 2023 waren neben zwei
Vorstandsmitgliedern 33 Mitarbeiter (Vorjahr: 31) und zum
Bilanzstichtag 33 Mitarbeiter (Vorjahr: 30) angestellt.
Finanz- und Vermögenslage
Die Bilanzsumme beträgt zum Berichtsstichtag 6,4
Mio. € (Vorjahr: 4,9 Mio. €). Der Anstieg der
Bilanzsumme ist im Wesentlichen auf die erfolgten
Einzahlungen im Rahmen von Kapitalmaßnahmen
zurückzuführen. Die Aktivseite ist im
Wesentlichen durch die Liquidität der Gesellschaft,
die sich bilanziell in den täglich fälligen
Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von 5,0 Mio.
€ (Vorjahr: 3,5 Mio. €) ausdrückt, sowie
immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 1,0 Mio.
€ (Vorjahr: 1,2 Mio. €) gekennzeichnet. Zudem
werden Anteile an verbundenen Unternehmen, Sachanlagen,
sonstige Vermögensgegenstände sowie
Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von insgesamt 0,3
Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) ausgewiesen.
Die Passivseite der Bilanz ist neben
Rückstellungen in Höhe von 2,4 Mio. €
(Vorjahr: 1,1 Mio. €) vor allem durch das Eigenkapital
von 3,9 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €)
geprägt. Der Anstieg der Rückstellungen ist
insbesondere auf im Vergleich zum Vorjahr höhere
Personalrückstellungen zurückzuführen. Zudem
werden sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 0,1 Mio.
€ ausgewiesen (Vorjahr: 0,2 Mio. €).
Aufsichtsrechtlich ergibt sich zum Bilanzstichtag
(vor Feststellung des Jahresabschlusses) eine
Gesamtkapitalquote von 124,64 % (Vorjahr: 158,32 %).
Die Gesellschaftsanteile werden zum Bilanzstichtag zu
76,5 % von der Quirin Privatbank AG gehalten.
Liquidität fließt der Gesellschaft
einerseits über die generierten Provisionserträge
und andererseits über entsprechende
Kapitalmaßnahmen zu. Während der Wachstumsphase
ist die Gesellschaft daher insbesondere von den notwendigen
und geplanten Kapitalmaßnahmen abhängig. Im
abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Gesellschaft ihr
Grundkapital im Rahmen von zwei Kapitalmaßnahmen im
Januar und Mai um insgesamt 21.438 € auf 700.044
€ erhöht. Im Kontext dieser
Kapitalmaßnahmen wurden der Kapitalrücklage der
Gesellschaft in mehreren Tranchen insgesamt 5,1 Mio. €
gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB zugeführt.
Die Liquiditätslage der Gesellschaft war im
abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit geordnet und die
Zahlungsfähigkeit zu jeder Zeit gewährleistet.
Gesamtaussage zur wirtschaftlichen
Lage
quirion blickt für das Jahr 2023 auf eine sehr
positive Geschäftsentwicklung zurück. Die
bedeutsamsten finanziellen und nichtfinanziellen
Leistungsindikatoren konnten trotz des schwierigen
Marktumfelds aufgrund geopolitischer Konflikte
gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden. Die
AuM konnten aufgrund der hohen Mittelzuflüsse sowie
der positiven Performance um knapp 80 % auf 2,3 Mrd. €
gesteigert werden. Der Jahresfehlbetrag hat sich vor diesem
Hintergrund um 62 % auf -5,6 Mio. € reduziert.
Wir sind daher mit der Geschäftsentwicklung im
abgelaufenen Geschäftsjahr sehr zufrieden und
erwarten, an diese positive Entwicklung auch in Zukunft
anknüpfen zu können.
3. Risikobericht und Beschreibung des
Risikomanagements
quirion hat aufbauend auf der Risikokultur ein
Risikomanagementsystem etabliert, das in den Prozess der
Strategieentwicklung eingebunden ist. Dieser Prozess
bezieht die Bemessung der Risikotragfähigkeit mit ein.
Er ist zukunftsorientiert und hat weitreichende Folgen
für die Bindung von Ressourcen. Der Vorstand ist
für den Strategieprozess verantwortlich. Er hat in der
Risikostrategie den Handlungsrahmen für die
eingehbaren Risiken festlegt. Spezifische Risikoindikatoren
sind definiert und in die regelmäßige
Berichterstattung eingebunden.
Risikomanagement ist eine
Gesamtunternehmensverantwortung und folgt dem Prinzip der
drei Verteidigungslinien ("Three Lines of Defence"). Dieses
Modell stellt die Verankerung des Risikomanagements im
Unternehmen sicher. Es beinhaltet die klare Zuordnung von
Verantwortlichkeiten und bildet den Rahmen für ein
funktionstüchtiges Kontroll- und
Überwachungssystem.
Der Vorstand ist, unabhängig von der internen
Zuständigkeitsregelung, für die
ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und
deren Weiterentwicklung verantwortlich. Dies umfasst die
Verantwortung für alle wesentlichen Elemente des
Risikomanagements. Jede Fachabteilung (erste
"Verteidigungslinie") trägt die Erst- und
Hauptverantwortung für Risiken, die aus dem operativen
Geschäft entstehen. Sie sorgt dafür, dass die
operativen Tätigkeiten im Einklang mit den
Geschäftsprinzipien und internen Richtlinien stehen.
Dazu entwickelt sie in Abstimmung mit der zweiten
"Verteidigungslinie" ein angemessenes Kontrollumfeld, um
die Risiken und Kontrollen, die in Verbindung mit den
Geschäftsprozessen stehen, zu identifizieren und zu
überwachen.
Als zweite "Verteidigungslinie" werden die
Risikomanagementfunktionen verstanden, die der Steuerung
und Überwachung der ersten "Verteidigungslinie"
für eine bestmögliche Effektivität dienen.
Hierzu gehört die Festlegung von Methoden und
Verfahren für das Risikomanagement, die Vorgaben von
Leit- und Richtlinien, die Überwachung der Risiken
sowie das Reporting an die Organe der Gesellschaft.
Als prozessunabhängige Überwachungsstelle
dient die Interne Revision (dritte "Verteidigungslinie").
Sie überwacht unter anderem die Angemessenheit und
Wirksamkeit des Risikomanagements.
Die Risikomessungs- und
Risikoüberwachungsprozesse und die Aufgaben der
Internen Revision sind an die Quirin Privatbank AG
ausgelagert. Die Risikocontrolling-Funktion wird durch den
zuständigen quirion-Vorstand wahrgenommen.
Für die in der Risikoinventur als wesentlich
identifizierten Risiken hat der Vorstand die zur Steuerung
dieser Risiken erforderlichen Messmethoden und Limite
festgelegt. Dabei wird das gesamte Risiko so gesteuert,
dass die Risikotragfähigkeit jederzeit
gewährleistet ist. Das Limitsystem basiert auf den vom
Vorstand beschlossenen Verlustobergrenzen. Grundlage ist
der Risikoappetit unter Beachtung der
Risikotragfähigkeit.
Nachhaltigkeitsrisiken werden nicht als eigene
Risikoart, sondern als Risikofaktor bei den
Risikokategorien berücksichtigt. Mit der
Risikoinventur wird festgestellt, ob die
Nachhaltigkeitsrisiken (ESG-Risiken) wesentliche
Risikotreiber sind. Im Ergebnis ist derzeit eine geringe
Betroffenheit von Nachhaltigkeitsrisiken festgestellt
worden.
Für die Risikotragfähigkeit wurden der
Beurteilung ein Planszenario sowie ein ebenfalls
steuerungsrelevantes adverses Szenario, welches
unternehmensspezifische als auch allgemeine adverse
Entwicklungen unterstellt, zugrunde gelegt. Darüber
hinaus hat quirion zwei weitere adverse Szenarien
entwickelt sowie einen zusätzlichen Puffer für
das Risikodeckungspotenzial (RDP) in Höhe von 150
T€ festgelegt, der einheitlich über alle
Szenarien gilt.
Durch die eingerichteten Risikosteuerungs- und
-controllingprozesse stellt quirion sicher, dass die
wesentlichen, in das Risikotragfähigkeitskonzept
einbezogenen Risiken zu jedem Zeitpunkt durch die zur
Verfügung stehende Risikodeckungsmasse abgedeckt sind
und damit die Risikotragfähigkeit gegeben ist.
Quirion unterscheidet folgende Risikokategorien:
| ― |
Adressenausfallrisiken,
|
| ― |
Geschäftsrisiken,
|
| ― |
Liquiditätsrisiken,
|
| ― |
Marktpreisrisiken,
|
| ― |
operationelle Risiken.
|
Die Limitstruktur umfasst zum 31. Dezember 2023
ausschließlich die operationellen Risiken, deren
Auslastung der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen
ist. Auf einen Vorjahresvergleich wird aufgrund des
Geschäftswachstums und der dadurch nur
eingeschränkten Vergleichbarkeit verzichtet.
|
Limit |
Auslastung |
Auslastung |
|
|
Planszenario |
Stresstestszenario |
|
T€ |
T€ |
T€ |
| Operationelle
Risiken |
650 |
266 |
658 |
| Gesamtrisiko |
650 |
266 |
658 |
Das Limit im Stresstestszenario ist zum Stichtag
aufgrund des Wachstums der Assets under Management (AuM)
geringfügig überschritten. Für die
Szenarioberechnungen im Stresstest werden die aktuellen AuM
zugrunde gelegt. Für 2024 wurde das Limit
wachstumsbedingt auf 750 T€ angehoben. Die
stichtagsbezogene geringe Limitüberschreitung wird
durch das freie Risikodeckungspotenzial ausreichend
abgedeckt.
Um erwartete und unerwartete Schadenseintritte
für die operationellen Risiken zu
berücksichtigen, wird zum Berichtsstichtag im
Standardszenario der Ist-Bruttoschadenswert mit einem
Faktor von 1,5 multipliziert. Die Stressrechnung erfolgt
auf Basis von adversen Szenarien. Quirion führt
darüber hinaus zur qualitativen Beurteilung der
operationellen Risiken ergänzend ein jährliches
Self-Assessment durch.
Die als wesentlich eingeschätzten
Geschäftsrisiken werden unverändert in der
Kapitalplanung über die adversen Szenarien abgebildet.
Die Adressenausfallrisiken zeigen für die Quirin
Privatbank AG ein hohes Konzentrationsrisiko. Ein
simulierter Ausfall hätte weitreichende Folgen,
weshalb dieses Risiko gemäß Risikostrategie als
inverses Risiko bewertet und auf die Einbeziehung in die
RTF verzichtet wird. Steuerungsimpulse für dieses
Szenario werden aus dem entsprechend definierten inversen
Stresstest abgeleitet.
Die Risikodeckungsmasse deckt alle
aufsichtsrechtlichen (Kapital-)Anforderungen sowie die
Risikotragfähigkeit ausreichend ab. Die
regulatorischen Kennzahlen wurden zum Stichtag und auch
unterjährig eingehalten. Das freie
Risikodeckungspotenzial deckt auch den festgelegten
zusätzlichen Puffer von 150 T€ ab. Die
Gesamtkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag 12,2 %
(Vorjahr 12,7 %) und übersteigt die Mindestquote von 8
% deutlich. Die Mindestquote wurde auch zu allen
unterjährigen Stichtagen eingehalten, der niedrigste
Wert betrug 12,1 %.
Kreditrisiken (Adressenausfallrisiken) bestehen
lediglich in Form von Einlagen bei Kreditinstituten und aus
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Ermittlung
des Adressenausfallrisikos wurde im Berichtsjahr methodisch
angepasst, indem das Exposure at Default (EaD) mit einer
Ausfallverlustquote von 50 % multipliziert wird. Die
Ausfallwahrscheinlichkeiten werden von der
Muttergesellschaft zugeliefert. Länderrisiken bestehen
nicht.
Unter den Marktpreisrisiken werden das
Zinsänderungs-, Aktienkurs- und Währungsrisiko
zusammengefasst. Marktpreisrisiken bestehen in nur geringem
Umfang im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge
für Mitarbeiter, konkret aus den Wertpapieren des
entsprechenden Deckungsvermögens. Die daraus
resultierenden Risiken sind nicht wesentlich.
Quirion befindet sich in der Wachstumsphase. Bis zur
planmäßigen Erzielung von
Liquiditätsüberschüssen aus der
Geschäftstätigkeit wird die Liquidität
über entsprechende Kapitalmaßnahmen
sichergestellt. Insofern werden die Liquiditätsrisiken
nicht als wesentlich qualifiziert.
Das strategische Risiko, Marktpotenziale oder Trends
zu verkennen, wird über die Abweichung von absatz- und
umsatzrelevanten Kennzahlen gemessen und analysiert. Im
Rahmen des Strategieprozesses fließen diese Analysen
in die strategischen Überlegungen ein und führen
entsprechend zu möglichen Änderungen und
Korrekturen.
Das Risikoreporting umfasst die zeitnahe
Übermittlung der risikorelevanten Informationen an die
entsprechenden Entscheidungsträger unter Beachtung der
Anforderungen der MaRisk. Der Risikobericht wird
vierteljährlich und die Geschäftsentwicklung
monatlich an die Organe der quirion AG berichtet.
Zusammenfassung und Ausblick für
das Risikomanagement
Der Vorstand hat die Risiken unter
Berücksichtigung der Geschäftsstrategie und der
Risikotragfähigkeit in der Risikostrategie festgelegt.
Darauf aufbauend wurden entsprechende Analysen, Methoden
und Kennzahlen zur Messung und Überwachung der Risiken
entwickelt und implementiert.
Die wesentlichen Risiken der Gesellschaft sind durch
das Risikodeckungspotenzial abgedeckt. Die
Risikoverhältnisse waren während des
Geschäftsjahres 2023 sowie zum Bilanzstichtag
insgesamt geordnet. Die Risikotragfähigkeit ist
gegeben.
Die im Dezember 2023 verabschiedete
Geschäftsplanung für die Folgejahre sieht eine
Fortsetzung des Geschäftswachstums vor, das durch
weitere Kapitalmaßnahmen bestehender und weiterer
Investoren finanziert werden soll. Entsprechend werden die
Risikotragfähigkeit, die Limitstruktur und die
Risikofrühwarnindikatoren fortlaufend überwacht
und der Geschäftsentwicklung angepasst.
Schlusserklärung zum
Abhängigkeitsbericht gemäß § 312
AktG
Gemäß § 312 AktG hat der Vorstand der
quirion AG einen Bericht über die geschäftlichen
Beziehungen zu verbundenen Unternehmen abgegeben. Die
Schlusserklärung dieses Berichts für das
Geschäftsjahr 2023 lautet:
"Der Vorstand der quirion AG erklärt hiermit,
dass er bei den im Bericht aufgeführten
Rechtsgeschäften mit der Quirin Privatbank AG nach den
Umständen, die im Zeitpunkt, in dem die
Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, und
bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene
Gegenleistung erhalten hat. Ferner wurden Maßnahmen
weder getroffen noch unterlassen."
4. Chancen-, Risiko- und
Prognosebericht
Rahmenbedingungen
Für den konjunkturellen Verlauf und die
Entwicklung an den Anlagemärkten im Jahr 2024 wird
einmal mehr der geldpolitische Fahrplan von entscheidender
Bedeutung sein. Nach unserem Eindruck erwarten die
Finanzmärkte aktuell bereits in der ersten
Jahreshälfte eine Zinssenkung durch die
US-amerikanische Notenbank Fed. Für die EZB werden
erste Zinssenkungen für die Jahresmitte erwartet.
Ebenfalls erwartet wird, dass die Leitzinsen nicht nur
einmalig zurückhaltend, sondern in mehreren Schritten
durchaus merklich nach unten angepasst werden. Diese
Erwartungshaltung ist zu großen Teilen bereits in die
Anlagemärkte eingeflossen und war wesentlicher Treiber
hinter der sehr erfreulichen Entwicklung der weltweiten
Aktien- und Anleihemärkte in den letzten Wochen des
zurückliegenden Jahres. Angesichts des noch immer nur
langsamen Rückgangs der Inflation und der inzwischen
auch deutlich erhöhten Werte für die
Kerninflation auf beiden Seiten des Atlantiks bleibt es
unsicher, ob die in Höhe und Geschwindigkeit
erwarteten Zinssenkungen tatsächlich eintreten.
Spätere und zögerlichere Zinssenkungen
können demzufolge sowohl die Perspektiven für die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung als auch die derzeitigen
Bewertungen an den Anlagemärkten im Verlauf von 2024
deutlich beeinflussen.
Für Zwecke der Geschäftsplanung gehen wir
von einer geringfügig positiven Entwicklung der
Kapitalmärkte im Durchschnitt der letzten Jahre aus.
Einen weiterhin spürbaren Anstieg der AuM erwarten wir
auf dieser Basis vor allem im Rahmen der Fortsetzung
unseres Wachstumskurses durch entsprechende
Nettomittelzuflüsse.
Chancen und Risiken
quirion sieht sich in dem wettbewerbsintensiven Markt
der Geldanlage gut positioniert. quirion differenziert sich
sowohl gegenüber der Geldanlage bei klassischen Banken
als auch gegenüber digitalen Angeboten anderer sog.
Robo-Advisor vor allem durch den Preis und ein über
die Servicepakete in unterschiedlicher Intensität
verfügbares persönliches Betreuungsangebot.
Darüber hinaus verfolgt quirion im Vergleich zu den
meisten Wettbewerbern einen (produkt-)unabhängigen
Ansatz und ein prognosefreies, auf wissenschaftlichen
Erkenntnissen basierendes Anlagekonzept. Das
Geschäftsmodell und die Differenzierung vom Wettbewerb
bieten insofern grundsätzlich Potenzial für ein
weiteres starkes Kundenwachstum sowie einen deutlichen
Anstieg des verwalteten Vermögens und damit
einhergehende Ertragssteigerungen.
Risiken bestehen ferner in der intensiven Markt- und
Wettbewerbsintensität. Es treten weiterhin auch neue
Anbieter in den Markt der digitalen Geldanlage ein. Den
allgemeinen Geschäftsrisiken kommt somit eine
besondere Bedeutung zu. Diese können sich insbesondere
in entsprechenden Kostenrisiken aus den weiterhin geplanten
Investitionen in den Auf- und Ausbau der
Infrastruktur/Plattform und den geplanten
Marketingaktivitäten materialisieren, wenn das Kunden-
und/oder Volumenwachstum nicht in der erwarteten Höhe
oder Geschwindigkeit generiert werden kann. Zur
Refinanzierung der in diesem Zusammenhang entstehenden
Kosten ist die Gesellschaft auf die Durchführung von
Kapitalmaßnahmen gemäß der bestehenden
Kapitalplanung angewiesen. Ein Ausbleiben der vorgesehenen
Kapitalmaßnahmen würde die planmäßige
Entwicklung des Unternehmens beeinträchtigen, da die
Wachstumsziele voraussichtlich nur bei entsprechenden
Investitionen zu erreichen sind. Darüber hinaus
können sich Risiken ergeben, wenn bei negativen
Planabweichungen zusätzlicher Kapitalbedarf entstehen
sollte.
Trotz des nominal deutlich veränderten
Zinsumfelds ist auch in 2023 das reale Zinsniveau für
Anleger negativ geblieben, so dass der Handlungsdruck
vieler Menschen, sich mit der Struktur ihrer
Vermögensanlagen zu beschäftigen, aus unserer
Sicht weiterhin hoch ist. Der angestrebte Wachstumskurs der
quirion AG wird dadurch grundsätzlich begünstigt.
In diesem Kontext hat das im Zusammenhang mit der Quirin
Privatbank im Jahr 2023 eingeführtes Zinskonto die
Mittelzuflüsse von Kunden unterstützt und soll
auch künftig aufrechterhalten werden, wodurch
insbesondere auch im Kundeninteresse die Chance auf eine
sukzessive Konvertierung von Zinseinlagen in Anlagen am
Geld- und Kapitalmarkt im Rahmen der angebotenen
Vermögensverwaltungsprodukte besteht.
Chancen für die Fortsetzung des Wachstumskurses
ergeben sich aus Sicht der quirion auch aus der im
Vergleich zu den direkten Wettbewerbern höheren
Bekanntheit von quirion. Auch verschiedene positive
Testurteile bewerten wir unter dem in der Finanzindustrie
wichtigen Vertrauensaspekt als relativen
Wettbewerbsvorteil. Positiv für das
Geschäftsmodell von quirion ist ebenfalls die im
Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie in der
Bevölkerung deutlich gestiegene Akzeptanz für
digitale Dienstleistungen und Prozesse - auch im Rahmen der
Geldanlage.
Risiken für die Geschäftsentwicklung
können insbesondere aus einer anhaltenden negativen
Entwicklung der Kapitalmärkte entstehen. Das Risiko
besteht darin, dass starke Marktschwankungen oder
länger anhaltende Schwächeperioden zu einer
geringeren Bemessungsgrundlage für die
Provisionserträge führen und gleichzeitig die
Renditeerwartungen der Kunden nicht erfüllt werden
können, was wiederum negative Auswirkungen auf das
Neu- und Bestandskundenwachstum haben könnte.
Letztlich muss auch die Entwicklung des
regulatorischen Umfeldes weiterhin als ein Risikofaktor
betrachtet werden, denn fortwährend steigende
regulatorische Anforderungen wirken kostentreibend,
komplexitätserhöhend sowie ressourcenbindend und
können auch das Angebot einzelner Produkte und/oder
Anlageklassen beeinflussen.
Risiken können sich auch aus
Rechtsstreitigkeiten ergeben, wenn diese einen Einfluss auf
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. IT- und
Auslagerungsrisiken ergeben sich aus der Vergabe von
Dienstleistungen an Dritte, wenn die Dienstleistungen nicht
oder nicht wie vereinbart erbracht werden. Für die
quirion AG ist dieses Risiko grundsätzlich in Bezug
auf die an Geschäftspartner ausgelagerte IT, die
Nutzung und den Betrieb des Kernbankensystems sowie die
Wertpapierabwicklung relevant. Risiken können zum
Beispiel durch einen Ausfall der IT bzw. des
Auslagerungsunternehmens oder Cyberrisiken entstehen. Zur
Mitigation von im Zusammenhang mit Auslagerungen stehenden
Risiken hat quirion entsprechende Maßnahmen zur
Steuerung und Sicherstellung der Leistungsqualität und
Leistungserbringung der Dienstleister sowie der operativen
Stabilität etabliert.
Zudem besteht grundsätzlich das Risiko, dass die
tatsächliche künftige Entwicklung der Personal-
und Verwaltungsaufwendungen von den im Rahmen der
Geschäftsplanung getroffenen Annahmen abweicht, z. B.
durch neue regulatorische Anforderungen, andere
Preisentwicklungen oder Abweichungen im Stellenplan. Je
nach Umfang und Richtung solcher Abweichungen kann dies zu
einem höheren oder niedrigeren Jahresergebnis
führen.
Prognose
Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024
basiert auf der im vierten Quartal 2023 verabschiedeten
Geschäftsplanung. Die in diesem Prognosebericht
enthaltenen Aussagen bilden grundsätzlich den im
Zeitpunkt der Aufstellung von Jahresabschluss und
Lagebericht vorliegenden Informationsstand ab. Die
Unternehmensplanung basiert auf in die Zukunft gerichteten
Prognosen, Erwartungen und Planannahmen.
Hinsichtlich des Eintritts der Planungsannahmen
bestehen bekannte und unbekannte Unsicherheiten, die
größtenteils nicht im Einflussbereich der
quirion liegen. Daher ist die Geschäftsplanung und in
der Folge auch die im Prognosebericht enthaltene Erwartung
des Vorstands im Hinblick auf die künftige
Geschäftsentwicklung mit Unsicherheiten behaftet.
Hieraus folgt, dass die tatsächliche Entwicklung der
quirion im Geschäftsjahr 2024 von den nachfolgenden
Aussagen zur Erwartung der künftigen
Geschäftsentwicklung, die im Zusammenhang mit den
anderen Kapiteln des Lageberichts gelesen werden sollten,
abweichen kann.
Trotz der nach wie vor schwierigen und unsicheren
Rahmenbedingungen hat sich die Gesellschaft auch für
das Jahr 2024 anspruchsvolle Wachstumsziele für die
Entwicklung der Kundenanzahl und die verwalteten
Kundengelder gesetzt. Infolgedessen gehen wir von einem
deutlichen Anstieg der Assets under Management und mithin
von im Vergleich zu 2023 auch spürbar steigenden
Erträgen aus.
Der Jahresfehlbetrag sollte sich dabei auf Basis der
Geschäftsplanung im Vergleich zum abgelaufenen
Geschäftsjahr, insbesondere durch die weiter
ansteigenden Provisionserträge, deutlich reduzieren.
Zur Refinanzierung der weiteren geplanten
Wachstumsinvestitionen sind im Geschäftsjahr 2024
entsprechende Kapitalerhöhungen notwendig und geplant.
Gesamtaussage
quirion befindet sich im Markt der
Vermögensverwaltung bzw. noch allgemeiner im Markt der
Geldanlage in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Das hohe
und weiter wachsende Marktpotential bietet im Kontext von
Digitalisierung und Skalierung aus unserer Sicht enorme
Wachstumschancen für digitale Geschäftsmodelle,
wie quirion es betreibt. Im Vergleich zu digitalen
Wettbewerbern verfügt quirion mit dem wissenschaftlich
basiertem prognosefreiem Anlagekonzept und dem auf
Kundenwunsch hybriden Betreuungsansatz über
Alleinstellungsmerkmale und hat mit der aufgebauten Marke
und Plattform die Weichen für eine auf weiteres
Wachstum ausgerichtete Geschäftsentwicklung gestellt.
Zudem haben sich sowohl das Geschäftsmodell als auch
die Wachstumsdynamik aus unserer Sicht auch unter dem
Eindruck der zuletzt schwierigen Rahmenbedingungen als
relativ robust und stabil herausgestellt.
Vor diesem Hintergrund sind wir mit der
Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahr sehr
zufrieden und gehen für das Geschäftsjahr 2024
grundsätzlich von einer weiteren Verbesserung der
bedeutsamsten Leistungsindikatoren aus. In diesem Kontext
erwarten wir einen deutlichen Anstieg der Assets under
Management und einen deutlich reduzierten Jahresfehlbetrag.
Unser besonderer Dank gilt unseren engagierten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
quirion AG
| Martin Daut |
Stefan Schulz |
Bilanz
zum 31. Dezember 2023 der quirion AG
Aktivseite
|
|
|
|
31.12.2022 |
|
Euro |
Euro |
Euro |
Euro |
| 3. Forderungen an
Kreditinstitute |
|
|
|
|
| a) täglich
fällig |
|
5.024.562,15 |
5.024.562,15 |
3.522.066,13
3.522.066,13 |
| 8. Anteile an
verbundenen Unternehmen |
|
|
100.001,00 |
1,00 |
| 11. Immaterielle
Anlagewerte |
|
|
|
|
| b) Entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten |
|
991.764,00 |
|
1.204.937,00 |
| d) Geleistete
Anzahlungen |
|
46.520,00 |
|
0,00 |
|
|
|
1.038.284,00 |
1.204.937,00 |
| 12. Sachanlagen |
|
|
103.488,63 |
68.244,00 |
| 14. Sonstige
Vermögensgegenstände |
|
|
38.686,17 |
55.900,28 |
| 15.
Rechnungsabgrenzungsposten |
|
|
71.932,15 |
75.129,64 |
| Summe der Aktiva |
|
|
6.376.954,10 |
4.926.278,05 |
Passivseite
|
|
|
31.12.2022 |
| Euro |
Euro |
Euro |
Euro |
| 5. Sonstige
Verbindlichkeiten |
|
81.243,45 |
186.840,55 |
| 7.
Rückstellungen |
|
|
|
| c) andere
Rückstellungen |
2.430.650,00 |
|
1.112.000,00 |
|
|
2.430.650,00 |
1.112.000,00 |
| 12. Eigenkapital |
|
|
|
| a) gezeichnetes
Kapital |
700.044,00 |
|
678.606,00 |
| b)
Kapitalrücklage |
43.722.829,94 |
|
37.878.518,00 |
| d) Bilanzverlust |
-40.557.813,29 |
|
-34.929.686,50 |
|
|
3.865.060,65 |
3.627.437,50 |
| Summe der Passiva |
|
6.376.954,10 |
4.926.278,05 |
Gewinn-
und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31.
Dezember 2023
|
|
|
|
01.01.-31.12.2022 |
|
Euro |
Euro |
Euro |
Euro |
| 1. Zinserträge
aus |
|
|
|
|
| a) Kredit- und
Geldmarktgeschäften |
|
|
|
|
| aa) Zinserträge
ohne negative Habenzinsen |
76.418,42 |
|
|
0,00 |
| ab) negative Zinsen auf
Guthaben |
0,00 |
|
|
-46,59 |
|
|
76.418,42 |
|
-46,59 |
| 2. Zinsaufwendungen |
|
0,00 |
|
0,00 |
|
|
|
76.418,42 |
-46,59 |
| 5.
Provisionserträge |
|
7.051.061,03 |
|
4.619.912,15 |
| 6.
Provisionsaufwendungen |
|
2.325.453,67 |
|
1.645.686,61 |
|
|
|
4.725.607,36 |
2.974.225,54 |
| 8. Sonstige betriebliche
Erträge |
|
|
249.882,81 |
155.206,41 |
| 10. Allgemeine
Verwaltungsaufwendungen |
|
|
|
|
| a) Personalaufwand |
|
|
|
|
| aa) Löhne und
Gehälter |
3.149.314,58 |
|
|
2.751.359,23 |
| ab) Soziale Abgaben und
Aufwendungen für Altersversorgung und für
Unterstützung |
438.897,47 |
|
|
392.082,82 |
darunter:
für Altersversorgung 2.160,00 Euro |
|
3.588.212,05 |
|
3.143.442,05 ( 2.545,00
) |
| b) andere
Verwaltungsaufwendungen |
|
6.398.521,61 |
|
13.816.171,72 |
|
|
|
9.986.733,66 |
16.959.613,77 |
| 11. Abschreibungen und
Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und
Sachanlagen |
|
|
577.896,22 |
687.381,95 |
| 12. Sonstige
betriebliche Aufwendungen |
|
|
50.405,50 |
161.219,37 |
| 15. Abschreibungen und
Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an
verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen
behandelte Wertpapiere |
|
65.000,00 |
|
0,00 |
|
|
|
-65.000,00 |
0,00 |
| 19. Ergebnis der
normalen Geschäftstätigkeit |
|
|
-5.628.126,79 |
-14.678.829,73 |
| 24. Sonstige Steuern,
soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen |
|
0,00 |
|
4.879,82 |
|
|
|
0,00 |
4.879,82 |
| 27.
Jahresfehlbetrag |
|
|
-5.628.126,79 |
-14.683.709,55 |
| 28. Verlustvortrag aus
dem Vorjahr |
|
|
-34.929.686,50 |
-20.245.976,95 |
| 34. Bilanzverlust |
|
|
-40.557.813,29 |
-34.929.686,50 |
Anhang für
das Geschäftsjahr 2023
A. Allgemeine Angaben zur Gliederung
des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023 sowie zu den
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Aufstellung des Jahresabschlusses
Die quirion AG mit Sitz in Berlin ist in das
Handelsregister Abteilung B des Amtsgerichts Charlottenburg
unter der Nummer HRB 180800 B eingetragen.
Der Jahresabschluss der quirion AG wurde nach den
allgemeinen Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), den
einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG)
und der Verordnung über die Rechnungslegung der
Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV)
aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn-
und Verlustrechnung erfolgt entsprechend § 2
RechKredV. Für die Gliederung der Bilanz hat die
quirion AG das Formblatt 1, für die Gliederung der GuV
das Formblatt 3 (Staffelform) verwandt. Vom Wahlrecht des
§ 265 Abs. 8 HGB wird aus Gründen der
Übersichtlichkeit Gebrauch gemacht.
Die quirion AG erbringt als Wertpapierdienstleistung
die Finanzportfolioverwaltung gem. § 2 Abs. 2 Nr. 9
WpIG. Aufgrund des Umfangs der betriebenen Geschäfte
gilt die quirion AG gem. § 2 Abs 1 und Abs 17 WpIG als
mittelgroßes Wertpapierinstitut. Die Gesellschaft
erstellt ihren Jahresabschluss gem. §§ 340 Abs 4a
i.V.m. 340 Abs 1 HGB nach den Vorschriften für
große Kapitalgesellschaften.
Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.
Die quirion AG, deren Anteile zu 76,5 % von der
Quirin Privatbank AG, Berlin, gehalten werden, wird als
Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der Quirin
Privatbank AG einbezogen. Die quirion AG hat eine
umsatzsteuerliche Organschaft mit der Quirin Privatbank AG
begründet.
Bilanzierungs- und
Bewertungsgrundsätze
Die auf die Posten der Bilanz und der Gewinn- und
Verlustrechnung angewandten Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden entsprechen den §§ 242 ff. und
340 ff. HGB sowie der RechKredV in der aktuellen Fassung.
Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des
Jahresabschlusses werden stetig angewendet.
Zum Abschlussstichtag bestehen keine
Vermögensgegenstände oder Schulden in
Fremdwährungen i. S. d. § 35 Abs. 1 Nr. 6
RechKredV.
Die Forderungen an Kreditinstitute werden zum
Nominalwert bilanziert.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu
Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert
bewertet.
Die immateriellen Anlagewerte und die Sachanlagen
sind mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungskosten
abzüglich planmäßiger und
außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt.
Die planmäßigen Abschreibungen werden linear
über die jeweilige Nutzungsdauer vorgenommen.
Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einem
Anschaffungswert unter 250 € werden sofort
aufwandswirksam erfasst. Selbständig nutzbare
Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von mehr als
250 €, aber maximal 800 € werden im Jahr der
Anschaffung sofort als Betriebsausgabe abgezogen.
Sofern eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung
bei Vermögensgegenständen des
Anlagevermögens vorliegt, wird dem durch
außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung
getragen. Sind die Gründe hierfür entfallen,
werden Zuschreibungen bis maximal zur Höhe der
fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen.
Die sonstigen Vermögensgegenstände werden
grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt.
Die quirion AG macht von dem Wahlrecht des § 274
Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch und setzt den aktiven
Überhang an latenten Steuern in Höhe von 18
T€ in der Bilanz nicht an.
Die Verbindlichkeiten werden zum
Erfüllungsbetrag bilanziert.
Die Rückstellungen berücksichtigen alle
erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind
in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer
Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet.
Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden
berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise
für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit
einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem
ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen
Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre,
der von der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag
ermittelt wurde, abgezinst.
B. Erläuterungen zur Bilanz
I. Aktiva
Forderungen an Kreditinstitute
Die Forderungen an Kreditinstitute beinhalten
unverbriefte Forderungen gegen verbundene Unternehmen in
Höhe von 5.018 T€ (Vorjahr: 3.519 T€). Die
in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen an Kreditinstitute
sind täglich fällig.
Anteile an verbundenen Unternehmen
Die quirion AG hält 100 % der Anteile an der IDH
GmbH (ehem. quirion Sachwerte GmbH). Das Stammkapital der
Gesellschaft beträgt 25 T€. Der
Beteiligungsbuchwert beträgt 100 T€. Zum
31.12.2022 beträgt das Eigenkapital der IDH GmbH 240
T€. Die IDH GmbH erwirtschaftete im Jahr 2022 einen
Jahresüberschuss in Höhe von 35 T€.
Anlagenspiegel
| in T€ |
Anteile an verbundenen
Unternehmen |
Immaterielle
Anlagewerte |
Sachanlagen |
Gesamt |
| Anschaffungskosten
historisch |
0 |
2.813 |
213 |
3.026 |
| Zugänge
Geschäftsjahr |
165 |
364 |
83 |
611 |
| Abgänge
Geschäftsjahr |
0 |
0 |
0 |
0 |
| Abschreibungen
insgesamt |
65 |
2.139 |
192 |
2.396 |
| Abschreibungen
Geschäftsjahr |
65 |
531 |
47 |
643 |
| Restbuchwert
31.12.2023 |
100 |
1.038 |
103 |
1.242 |
| Restbuchwert
Vorjahr |
0 |
1.205 |
68 |
1.273 |
Bei den Abschreibungen des Geschäftsjahres
bezüglich der immateriellen Anlagewerte und
Sachanlagen handelt es sich um planmäßige
Abschreibungen. Bei den verbundenen Unternehmen wurde eine
außerplanmäßige Abschreibung i. H. v. 65
T€ vorgenommen.
Sonstige
Vermögensgegenstände
| in T€ |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen |
17 |
20 |
| Steuerforderungen |
20 |
32 |
| Sonstige
Forderungen |
1 |
4 |
| Gesamt |
39 |
56 |
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten
ausschließlich Abgrenzungen aus Lieferungen und
Leistungen mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr in
Höhe von 72 T€.
Aktive latente Steuern
Der aktive Überhang an latenten Steuern ergibt
sich aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden zwischen der
Handels- und der Steuerbilanz, die aus Rückstellungen
(10 T€) und der betrieblichen Altersvorsorge (8
T€) resultieren. Den ermittelten aktiven latenten
Steuern liegt ein durchschnittlicher Steuersatz von 30,18 %
zugrunde.
II. Passiva
Sonstige Verbindlichkeiten
| in T€ |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
Steuerverbindlichkeiten |
48 |
108 |
| Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen |
34 |
79 |
| Gesamt |
81 |
187 |
Rückstellungen
Die Rückstellungen lassen sich zum
Bilanzstichtag wie folgt aufgliedern:
| in T€ |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Empfangene Lieferungen
und Leistungen |
1.911 |
1.059 |
|
Personalrückstellungen |
520 |
53 |
| Gesamt |
2.431 |
1.112 |
Im Unterschied zum Vorjahr erfolgt die Auszahlung von
variablen Vergütungsbestandteilen für das
abgeschlossene Geschäftsjahr erst nach dem Stichtag,
woraus sich ein entsprechender Anstieg der
Personalrückstellungen ergibt.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten
Passive Rechnungsabgrenzungsposten bestehen zum
Bilanzstichtag nicht.
Eigenkapital
Die Gesellschaft hat ihr Grundkapital im Rahmen von
zwei Kapitalmaßnahmen im Januar und Mai des
abgelaufenen Geschäftsjahres um insgesamt 21.438
€ auf 700.044 € erhöht. Insgesamt haben die
Gesellschafter Einzahlungen in die Kapitalrücklage der
Gesellschaft in mehreren Tranchen von 5,9 Mio. € gem.
§ 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB geleistet. Darüber hinaus
bestehen bedingte Einzahlungsverpflichtungen in die
Kapitalrücklage i.H.v. EUR 2,05 Mio.
Zum Berichtsstichtag besteht mit einer Frist bis zum
31. Mai 2027 die (nicht ausgenutzte)
satzungsgemäße Ermächtigung, das
Grundkapital durch Ausgabe von bis zu 307.465
Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu
307.465 € zu erhöhen ("Genehmigtes Kapital
2022"). Den Aktionären ist grundsätzlich ein
Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist unter
bestimmten Bedingungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats
berechtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre
auszuschließen. Für die Durchführung der
Kapitalerhöhungen durch den Vorstand ist die
Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich.
C. Erläuterungen zur Gewinn- und
Verlustrechnung
Provisionsergebnis
Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung von
Finanzdienstleistungen im Rahmen der
Finanzportfolioverwaltung und die Vermittlung digitaler
Wertpapiere. quirion vereinnahmt im Provisionsergebnis
dementsprechend die von den Kunden gezahlten Gebühren
aus der Finanzportfolioverwaltung sowie erhaltene
Vergütungen für die Vermittlung von Einlagen.
In den Provisionsaufwendungen werden insbesondere
Gebühren im Zusammenhang mit der Kundengewinnung
über Geschäftspartner sowie aus
Prämienaktionen ausgewiesen.
In den Provisionsaufwendungen sind periodenfremde
Aufwendungen von 0,1 T€ enthalten.
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Die sonstigen betrieblichen Erträge und
Aufwendungen beinhalten folgende Sachverhalte:
| Sonstige betriebliche
Erträge (in T€) |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Geschäftsbesorgung
für Dritte |
155 |
101 |
| Auflösung von
Rückstellungen |
92 |
54 |
| Periodenfremde
Erträge |
3 |
0 |
| Gesamt |
250 |
155 |
| Sonstige betriebliche
Aufwendungen (in T€) |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Erstattungen |
-14 |
-8 |
| Periodenfremde
Aufwendungen |
-35 |
-153 |
| Übrige |
-1 |
0 |
| Gesamt |
-50 |
-161 |
Verwaltungsaufwendungen
In den anderen Verwaltungsaufwendungen sind
Aufwendungen aus dem Leistungsbezug von sowie
Kostenerstattungen gegenüber verbundenen Unternehmen
enthalten. Diese betrugen gegenüber der Quirin
Privatbank AG als Mutterunternehmen insgesamt 1.494 T€
und gegenüber der IDH GmbH (ehem. quirion Sachwerte
GmbH) 152 T€.
Darüber hinaus sind in den anderen
Verwaltungsaufwendungen periodenfremde Erträge aus
Erstattungen in Höhe von 4 T€ enthalten.
D. Sonstige Angaben
Mitglieder des Vorstands
Martin Daut (Vorsitzender)
| ― |
Erweiterte Geschäftsleitung
sowie Leiter Bankbetrieb und Marketing der Quirin
Privatbank AG
|
Stefan Schulz (Finanzvorstand)
| ― |
Erweiterte Geschäftsleitung
sowie Leiter Finanzen der Quirin Privatbank AG
|
Mitglieder des Aufsichtsrats
Karl Matthäus Schmidt (Vorsitzender)
| ― |
Vorstandsvorsitzender der Quirin
Privatbank AG
|
Johannes Eismann (stellvertretender Vorsitzender)
| ― |
Vorstand der Quirin Privatbank
AG
|
Franz Baur
| ― |
Geschäftsführer
OncoLead GmbH
|
Organbezüge
Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Mitglieder
des Vorstands wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB
verzichtet. An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurde im
Geschäftsjahr keine Vergütung gezahlt.
Sonstige finanzielle
Verpflichtungen
Aus Miet-, Dienstleistungs- und
Geschäftsbesorgungsverhältnissen bestehen zum
Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen i. H.
v. 3.026 T€. Darüber hinaus besteht ein Aval
gegenüber Dritten in Höhe von 10 T€.
Angabe der gewährten
Vorschüsse, Kredite und Haftungsverhältnisse nach
§ 34 Abs. 2 Nr. 2 RechKredV
Es wurden keine Vorschüsse oder Kredite an
Mitglieder der Geschäftsführung oder
Aufsichtsorgane gewährt. Zum Bilanzstichtag bestehen
keine Haftungsverhältnisse.
Angabe nach § 34 Abs. 2 Nr. 4
sowie § 35 Abs. 4 und 6 RechKredV
Es bestehen keine Eventualverbindlichkeiten,
Bürgschaften oder Gewährleistungsverträge.
Mitarbeiter
Die Anzahl der Arbeitnehmer setzt sich wie folgt
zusammen:
| Anzahl der
Arbeitnehmer |
per 31.12.2023 |
im
Jahresdurchschnitt |
| Männlich |
26 |
26 |
| Weiblich |
7 |
7 |
| Gesamt |
33 |
33 |
Honorar des Abschlussprüfers nach
§ 285 Nr. 17 HGB
| in T€ |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
Abschlussprüfungsleistungen |
63 |
37 |
| Andere
Bestätigungsleistungen |
34 |
26 |
| Gesamt |
97 |
63 |
Bei den anderen Bestätigungsleistungen handelt
es sich um die Prüfung des
Wertpapierdienstleistungsgeschäfts nach § 89 Abs.
1 WpHG.
E. Weitere Angaben
Offenlegung gem. Art. 46 Abs. 4
IFR
Gem. Art. 46 Abs. 3 IFR sind die
Offenlegungsanforderungen durch die quirion AG als
sogenannte mittlere Wertpapierfirma erstmals für den
Jahresabschluss 2023 anzuwenden. quirion kommt diesen
Anforderungen in einem separaten Dokument nach.
Vorgänge von besonderer Bedeutung
nach dem Bilanzstichtag
Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem
Abschluss des Geschäftsjahres eingetreten sind,
ergaben sich keine.
Ergebnisverwendung
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der
Hauptversammlung vor, den Jahresfehlbetrag 2023 in
Höhe von -5.628 T€ auf neue Rechnung vorzutragen.
quirion AG
| Der
Vorstand |
| Martin Daut |
Stefan Schulz |
Bestätigungsvermerk
des unabhängigen Abschlussprüfers
An die quirion AG, Berlin
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der quirion AG, Berlin
- bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang,
einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus
haben wir den Lagebericht der quirion AG für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der
beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen
Belangen den deutschen, für Institute geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.
Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
und
| ― |
vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der
Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen
steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, entspricht den deutschen
gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
dar.
|
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die
Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung sowie unter ergänzender
Beachtung der International Standards on Auditing (ISA)
durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im
Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen
unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung des Vorstands und des
Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den
Lagebericht
Der Vorstand ist verantwortlich für die
Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen,
für Institute geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und
dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
ist der Vorstand verantwortlich für die internen
Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der
Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der
Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat
er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern
einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er
dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem ist der Vorstand verantwortlich
für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt
ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft
vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen
gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für
die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als
notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines
Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden
deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und
um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen
im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie
unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte
Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets
aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen
Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als
wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet
werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf
der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts
getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen
wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen
im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und
führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf
diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher
als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt
werden, da dolose Handlungen kollusives
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen
interner Kontrollen beinhalten können.
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| ― |
gewinnen wir ein
Verständnis von dem für die Prüfung
des Jahresabschlusses relevanten internen
Kontrollsystem und den für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme
der Gesellschaft abzugeben.
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beurteilen wir die
Angemessenheit der vom Vorstand angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der
vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und
damit zusammenhängenden Angaben.
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ziehen wir Schlussfolgerungen
über die Angemessenheit des vom Vorstand
angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit
sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung
der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.
Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir
verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im
Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen
unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis
zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse
oder Gegebenheiten können jedoch dazu
führen, dass die Gesellschaft ihre
Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen
kann.
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beurteilen wir Darstellung,
Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt
einschließlich der Angaben sowie ob der
Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung
der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt.
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beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild
von der Lage des Unternehmens.
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führen wir
Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand
dargestellten zukunftsorientierten Angaben im
Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter
Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei
insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom
Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach
und beurteilen die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde
liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein
erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige
Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten
Angaben abweichen.
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Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie
bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Prüfung feststellen.
Berlin, den 21. März
2024
KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Andreas Olschewski,
Wirtschaftsprüfer |
| Laurin Fiedler,
Wirtschaftsprüfer |
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2023 die
ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben
wahrgenommen und den Vorstand der quirion AG bei der
Leitung des Unternehmens beraten und dessen Tätigkeit
überwacht. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen
von grundsätzlicher Bedeutung für die
Gesellschaft unmittelbar und frühzeitig eingebunden.
Er wurde vom Vorstand zeitnah und umfassend in
schriftlicher oder mündlicher Form über die
wesentlichen Entwicklungen in der Gesellschaft
unterrichtet.
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat
regelmäßig über die
Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche
Situation, die Unternehmensplanung, die Risikolage sowie
die strategische Ausrichtung und wichtige Projekte
informiert. Über grundsätzliche Fragen der
Geschäftsführung und die wirtschaftliche Lage
sowie bedeutsame Geschäftsvorgänge fanden enge
Beratungen zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand der
Gesellschaft statt. Auch außerhalb der ordentlichen
Aufsichtsratssitzungen hat sich der
Aufsichtsratsvorsitzende vom Vorstand über die
aktuelle Geschäftsentwicklung und wesentliche
Geschäftsvorfälle unterrichten lassen. Der
Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von wesentlicher
Bedeutung für die Gesellschaft eingebunden und hat,
soweit nach gesetzlichen oder satzungsmäßigen
Vorschriften erforderlich, nach umfassender Beratung und
Prüfung seine Zustimmung zu zustimmungspflichtigen
Vorfällen erteilt.
Im Berichtsjahr haben planmäßig drei
ordentliche Aufsichtsratssitzungen am 29. März, 20.
Juni sowie 12. Dezember 2023 stattgefunden. An den
Sitzungen hat auch der Vorstand teilgenommen. Der
Aufsichtsrat hat bisher keine Ausschüsse gebildet. Die
Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat hat sich im
Berichtsjahr nicht verändert.
Zentrale Themen des Aufsichtsrats waren im Jahr 2023
in erster Linie die Fortsetzung des Wachstumskurses der
Gesellschaft sowie die dafür notwendigen
Maßnahmen zur Refinanzierung. In diesem Kontext
wurden insbesondere auch die veränderten
Rahmenbedingungen des Zinsumfelds intensiv erörtert
und wie die Gesellschaft mit einem attraktiven Angebot
darauf reagieren kann und sollte.
Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat auch in
2023 intensiv mit der strategischen Weiterentwicklung der
Gesellschaft mit dem Ziel beschäftigt, die
Kundenanzahl und die verwalteten Kundengelder weiterhin
deutlich zu steigern. In diesem Zusammenhang hat der
Aufsichtsrat die Weiterentwicklung der technischen
Plattform sowie die Einführung einer weiteren
Vermögensverwaltungsstrategie sowie eines Zinsangebots
eng begleitet.
Außerdem hat sich der Aufsichtsrat in seinen
Sitzungen über Marketingmaßnahmen, deren Kosten
und Effizienz, Projekte und die Umsetzung regulatorischer
Anpassungen sowie die Ergebnisse interner und externer
Prüfungen informieren lassen und sich mit den
monatlichen Informationen zur Geschäftsentwicklung
beschäftigt.
Die Geschäftsstrategie sowie die
Risikotragfähigkeit der Gesellschaft wurden in der
Sitzung vom 12. Dezember 2023 mit dem Aufsichtsrat
erörtert.
Jahresabschluss
Der vom Vorstand nach den Vorschriften des
Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG)
aufgestellte Jahresabschluss für das
Geschäftsjahr 2023 ist unter Einbeziehung von
Buchführung und Lagebericht durch die in der
Hauptversammlung vom 20. Juni 2023 gewählte und vom
Aufsichtsrat beauftragte KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft
und am 21. März 2024 mit dem uneingeschränkten
Bestätigungsvermerk versehen worden.
Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung am 10.
April 2024 intensiv mit dem vom Vorstand aufgestellten
Jahresabschluss 2023, dem Lagebericht, dem
Abhängigkeitsbericht sowie dem Prüfungsbericht
befasst, diesen intensiv geprüft und mit dem Vorstand
erörtert. Alle notwendigen Unterlagen wurden dem
Aufsichtsrat rechtzeitig zur Verfügung gestellt.
Nach der abschließenden Prüfung hat der
Aufsichtsrat keine Einwendungen erhoben und den
Jahresabschluss 2023 in seiner Sitzung am 10. April 2024
gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.
Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands
sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr
außerordentliches Engagement und die im
Geschäftsjahr 2023 erbrachten Leistungen.
| Karl Matthäus
Schmidt |
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Aufsichtsratsvorsitzender |
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