Stammdaten

Register
Amtsgericht Wiesbaden HRB 32335
Eingetragen
5.2.2021
Branche
Bauträger für WohngebäudeIngenieurbüros für bautechnische Gesamtplanung von Ingenieurbauwerken und VerkehrsanlagenKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Gegenstand
Die Planung und Durchführung von Bauvorhaben öffentlicher und privater Art, die Erbringung von Dienst- und Beratungsleistungen im Zusammenhang mit solchen Bauvorhaben und Immobilien-Investitionen sowie der Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Immobilien und Immobilienportfolios, nicht aber nach § 34 c GewO erlaubnispflichtige Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Lorenz Werner Weber
seit 9.2.2026
Prokura
Geschäftsführer
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
IZG INVEST UNIPESSOAL LDAPRT
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

IZG INVEST UNIPESSOAL LDA
Portugal
2.500.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

INZAG Germany GmbH

Wiesbaden

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

INZAG Germany GmbH, Wiesbaden

1. Bericht zur wirtschaftlichen Lage im Jahr 2022

a. Grundlegende Informationen über das Unternehmen

Die INZAG Germany GmbH (INZAG) mit Sitz in Wiesbaden hat zum 10. Juni 2011 ihre operative Tätigkeit als deutsches Bauunternehmen für den Afrikanischen Markt aufgenommen und ist auf die Entwicklung von Infrastrukturprojekten spezialisiert. In ihrer Geschichte hat INZAG Projekterfahrung mit dem Bau von Autobahnen, Flughäfen und Wasser- und Abwassersystemen gesammelt.

Im Geschäftsjahr 2022 beschäftigte die INZAG an ihren verschiedenen Standorten durchschnittlich über 113 (2021: 336) Vollzeitkräfte. Neben dem Hauptsitz in Deutschland ist INZAG auch in Ghana und Angola präsent und agiert durch lokale Niederlassungen in Accra und Luanda. Die beiden Standorte werden von einem qualifizierten Team von Ingenieuren und Kaufleuten geführt, das aktuelle Projekte bearbeitet und zukünftige Geschäftsmöglichkeiten entwickelt.

Unsere Projekte und aktuelle Aktivitäten

Das Ziel der INZAG ist es, eines der führenden deutschen Bauunternehmen in Afrika zu werden. Vor allem im Infrastrukturbereich bietet dieser Kontinent viele Chancen und ein hohes Wachstumspotenzial.

Zu diesem Zweck konzentriert sich die INZAG auf die Entwicklung von Projekten, die bei deren ausländischen Kunden hauptsächlich durch Exportkredite finanziert werden. Dabei wird ein breites Netzwerk von Finanzinstituten, Lieferanten und Dienstleistern aus Deutschland und aus anderen europäischen Ländern eingebunden.

Im Folgenden geben wir einen Überblick über unsere Aktivitäten und unsere Projektentwicklung in den wichtigsten Märkten der INZAG:

ANGOLA

Angola ist ein Schlüsselmarkt für die INZAG, in dem sie daran arbeitet, ein starkes Portfolio an Infrastrukturprojekten aufzubauen, insbesondere im Bereich der Mobilität.

Im Jahr 2022 hat das Unternehmen das Projekt Cuchi Cutato in der Cuando Cubango Provinz erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde ein 54 km langer Straßenabschnitt im Süden des Landes mit einem Auftragswert von rund 48 Mio. € fertiggestellt.

Auch im Jahr 2022 hat die INZAG den Zuschlag für zwei wichtige neue Projekte in Angola erhalten:

• Planung und Bau von Überführungen über die Stadtbahnlinie von Luanda an fünf Standorten mit einem Gesamtauftragswert von 100 Mio. USD. Diese Überführungen werden die Sicherheit und den Ablauf des Straßen- und des Schienenverkehrs verbessern, die Fahrzeiten verkürzen und Unfälle an den Bahnübergängen verhindern;

• Sanierung des 147 km langen Abschnitts der Nationalstraße EN140/295 zwischen den Städten Caiundo und Savate, mit einem Gesamtauftragswert von 124 Mio. €.

Beide Projekte werden Anfang des Jahres 2024 beginnen und voraussichtlich in 48 Monaten fertiggestellt werden.

Die angolanische Wirtschaft ist im Jahr 2021 nach fünf Jahren der Rezession mit einem BIP-Wachstum von 0,8 % wieder gewachsen. Dies war auf die Aufhebung der COVID-19-Beschränkungen, positive makroökonomische Reformen und die Bemühungen der Regierung, um eine Diversifizierung der Wirtschaft zurückzuführen.

Auch im Jahr 2022 wuchs die Wirtschaft weiter, angetrieben durch eine höhere Ölproduktion und eine positive Entwicklung in den Nicht-Öl-Sektoren. Nach Informationen der Afrikanischen Entwicklungsbank betrug das Wachstum der angolanischen Wirtschaft im Jahr 2022 3,0 %. Für das Jahr 2023 werden weitere Zuwächse von 3,5 % prognostiziert.

Der Anstieg des Ölpreises von rund 55 US-Dollar pro Barrel im Januar 2021 und auf über 125 US-Dollar pro Barrel im März 2022 trug zu günstigen makroökonomischen Bedingungen bei. Hinzu kamen hohe liquide internationale Reserven, Exporte und Steuereinnahmen, eine stärkere Währung und ein Rückgang der öffentlichen Verschuldung in Prozent des BIP.

Begünstigt durch das Wirtschaftswachstum stiegen die öffentlichen Investitionen im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich an. Diese flossen insbesondere in die Bereiche Bildung, Sozialschutz, Wohnungsbau, Landwirtschaft, Kommunikation, Verteidigung und Sicherheit.

Als strategischer Markt sucht die INZAG nach Möglichkeiten, weitere, vorrangige Projekte für das Land zu entwickeln. Dabei werden die Kundenbedürfnisse mit dem technischen Know-how und der umfassenden Erfahrung der INZAG in Angola in Einklang gebracht.

GHANA

INZAG ist seit 2018 auf dem ghanaischen Markt tätig und hat 2022 einen sehr wichtigen Meilenstein mit dem Beginn der Erneuerungsarbeiten im Los 1 der Eastern Corridor Road erreicht.

Diese 64 km lange Strecke ist der erste und wichtigste Abschnitt der 695 km langen Straße, die die südlichen Küstenhäfen mit dem Landesinneren Ghanas und den benachbarten Binnenländern im Norden verbindet. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Etablierung und Erhaltung Ghanas als Verkehrsknotenpunkt in Westafrika.

Die ghanaische Wirtschaft konnte sich im Jahr 2022 trotz der starken Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erholen, blieb jedoch mit einem realen Wachstum von 3,3 % unter den Prognosen und auch unter dem starken BIP-Zuwachs von 5,5 % gegenüber dem vorherigen Jahr 2021. Für das laufende Jahr (2023) wird das Wachstum weiter zurückgehen, da derzeit eine BIP-Wachstumsrate von 1,7 % erwartet wird.

Die globalen Störungen, die durch den Konflikt in der Ukraine im Jahr 2022 verursacht wurden, machten jedoch einige strukturelle Mängel deutlich und verlangsamten die Erholung von der Pandemie.

Das Haushaltsdefizit stieg zusammen mit der Staatsverschuldung weiter an und erreichte Mitte 2022 eine Schuldenquote von 78 % des BIP. Infolgedessen wurde der Schuldendienst zu einem bedeutenden Posten der Haushaltsausgaben im Vergleich zu den Steuereinnahmen.

Daraufhin wurde die Kreditwürdigkeit Ghanas im Laufe des Jahres 2022 herabgestuft, was die Beziehungen des Landes zu den internationalen Finanzinstitutionen verschlechterte.

Im Juli 2022 nahmen Regierungsvertreter Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) auf, um ein Stabilisierungsprogramm für das Land auszuarbeiten, was einen bedeutenden Wandel in der innen- und außenpolitischen Landschaft darstellte.

Die INZAG verfolgt die Entwicklung der Verhandlungen aufmerksam und hofft auf ein konstruktives und zufriedenstellendes Ergebnis für alle Beteiligten. Nur so kann Ghana weiterhin wachsen und seine wichtigsten Infrastrukturinvestitionen finanzieren.

Ghana ist nach wie vor ein sehr attraktiver Wirtschaftsstandort in der Region. Aus diesem Grund ist INZAG zuversichtlich, im Rahmen der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen weiterhin neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen zu können.

UGANDA

Die INZAG ist in Uganda aktiv auf der Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten im Infrastrukturbereich und wird in den Aufbau einer eigenen Niederlassung in der Region investieren, die ihre dritte auf dem afrikanischen Kontinent sein wird.

Das Geschäftsumfeld in Uganda hat sich in den letzten zehn Jahren verbessert, was das Land zu einem attraktiven Ziel für ausländische Investoren macht. Es hat bei Wirtschaftsreformen und bei der Liberalisierung erhebliche Fortschritte gemacht, was zu einem Anstieg von Handel und Investitionen geführt hat. Auch das Engagement der Regierung für die Wirtschaft und die enormen natürlichen Ressourcen des Landes bieten Chancen für investitionswillige Unternehmen.

Im Jahr 2022 übertraf die ugandische Wirtschaft die Erwartungen und wuchs um 4,6 %, wobei der Dienstleistungssektor und die Industrie die Spitzenreiter waren. Auch die privaten Investitionen und der private Verbrauch erreichten Berichten zufolge wieder das Vor-COVID-Niveau.

Allerdings weitete sich das Leistungsbilanzdefizit auf über 9 % des BIP aus, was auf eine Verschlechterung der Handelsbedingungen und ein größeres Handelsdefizit zurückzuführen ist. Das Wachstum des realen Verbrauchs verlangsamte sich aufgrund höherer Preise und einer restriktiveren Politik, was zu einem Kaufkraftverlust und Arbeitsplatzverlusten führte.

Mittelfristig könnte jedoch das Wachstum trotz des Inflationsdrucks und der strengeren Geldpolitik über 6% liegen. Hierzu dürften vor allem die Investitionen in den Öl- und Gassektor sowie die Förderung des Tourismus, der Exportdiversifizierung und der Agrarindustrialisierung beitragen.

Compliance und Zertifizierung

Die INZAG fühlt sich der Einhaltung vertraglicher, regulatorischer und gesetzlicher Anforderungen sowie der Nachhaltigkeit in Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zutiefst verpflichtet. Der unternehmenseigene Verhaltenskodex und die internen Regelungen basieren auf dem etablierten Modell der AG-Gruppe, welches vom SIAWISE-System verwaltet wird, das für jedes Projekt die korrekte vertragliche, regulatorische und rechtliche Anwendung überprüft.

Darüber hinaus werden international gängige Systeme zum Dokumentationsmanagement und zum Management von Compliance-Themen eingesetzt. Das Unternehmen ist nach ISO 9001, ISO 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert und wird zudem jährlich von internen und externen Stellen überprüft. Im Zusammenhang mit dem Management von Corporate Social Responsibility Maßnahmen folgt die INZAG den Regeln der Norm SA 8000 und implementiert eine eigene Richtlinie mit daraus abgeleiteten Prinzipien.

Das Compliance-Programm der INZAG entspricht dem aktuellen internationalen Standard. Die Parameter der internationalen Normen ISO 19600 und ISO 37001 werden ebenfalls berücksichtigt.

b. Gesamtwirtschaftliches und branchenspezifisches Umfeld

Das Jahr 2022 war von zwei wichtigen Ereignissen in der Weltwirtschaft geprägt: den makroökonomischen Folgen der russischen Invasion in der Ukraine und der hohen Inflation in mehreren großen Volkswirtschaften der Welt, die zum Teil auf steigende Rohstoffpreise wie Erdöl, Erdgas und einige Lebensmittel zurückzuführen ist.

Die OECD verzeichnete ein globales Wachstum von 3,3 % im Jahr 2022 und prognostiziert einen langsameren Zuwachs um 3,0 % im Jahr 2023 aufgrund der weltweiten Anwendung einer Reihe von restriktiven Maßnahmen in allen Wirtschaftszweigen. Verzeichnet wurde auch eine Inflation von 8,4 % im Jahr 2022 in der Euro Zone, die im Jahr 2023 auf 5,5 % sinken soll.

In Anbetracht des globalen Kontextes wirtschaftlicher Instabilität, einschließlich des Wiederaufflammens bewaffneter Konflikte, steigender Inflation und Zinssätze, waren die Wirtschaftsindikatoren in Deutschland im Jahr 2022 insgesamt positiv. Das Land verzeichnete einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,8 %, der auf die gestiegene Nachfrage infolge der Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Pandemie, insbesondere im Dienstleistungssektor, zurückzuführen ist.

Im dritten Quartal 2022 hatten sich der private Verbrauch und die Investitionen jedoch noch nicht vollständig auf das Niveau vor der Pandemie erholt. Im vierten Quartal desselben Jahres schrumpfte das reale BIP um 0,2 %, was auf rückläufige Investitionen und schwache Exporte zurückzuführen war, die die Zuwächse beim Verbrauch und bei den Staatsausgaben ausglichen.

Im Jahr 2022 war der Rohstoffmarkt durch einen erheblichen Anstieg der Erdöl- und Erdgaspreise um 48 % bzw. 205 % gekennzeichnet. Dieser Anstieg trug zur Gesamtinflationsrate bei, da diese Produkte wesentliche Bestandteile mehrerer industrieller Prozesse und des täglichen Lebens vieler Menschen sind.

Trotz der Mischung aus Herausforderungen und ermutigenden Nachrichten in den Regionen, in denen sie tätig ist, gelang es der INZAG jedoch, die Schwierigkeiten des Wirtschaftsszenarios zu überwinden und im Jahr 2022 starke operative und finanzielle Ergebnisse zu erzielen, wie in diesem Bericht ausführlicher beschrieben wird.

c. Geschäftsverlauf

Nachdem die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Weltwirtschaft nachgelassen haben, stand das Jahr 2022 für die INZAG vor allem im Zeichen der Fertigstellung des Cuchi-Cutato-Projekts in Angola und des Beginns des Eastern Corridor Los 1-Projekts in Ghana. Bei beiden Projekten geht es um die Sanierung von Straßen.

Die Höhe der Umsätze schwankt aufgrund des im deutschen Handelsgesetzbuch vorgeschriebenen Realisationsprinzips für langfristige Fertigungsaufträge sehr stark.

Durch den Abschluss des Cuchi-Cutato-Projektes erzielte die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2022 Umsatzerlöse von über 49,8 Mio. € und damit signifikant mehr als im Vorjahr (0,6 Mio. €).

Der Beginn der Arbeiten in Ghana in 2022 ermöglichte es dem Unternehmen, sein Geschäftsvolumen aufrechtzuerhalten. Die Arbeiten in Ghana trugen im Jahr 2022 ebenfalls signifikant zur Gesamtleistung der Gesellschaft bei und sind mit 16,5 Mio. € (vgl. auch Vorräte / unfertige Erzeugnisse) zu Herstellungskosten bewertet.

Die INZAG investiert weiterhin in den Ausbau ihrer Präsenz in Afrika. Kürzlich erhielt sie den Zuschlag für zwei neue Projekte in Angola und prüft derzeit zukünftige Möglichkeiten in Ghana, Angola und Uganda.

Trotz der Auswirkungen steigender Preise bei einigen Produktionsfaktoren wie Energie und Erdölprodukten und der Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen in Ghana erreichte das EBITDA der INZAG nach HGB im Jahr 2022 8,3 Mio. € und hielt eine starke Marge für das abgeschlossene Cuchi-Cutato-Projekt von 16 %.

d. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage

Die INZAG beendete das Jahr 2022 mit einer Gesamtleistung von rund 29,8 Mio. €, die im Vergleich zum Vorjahr von 21,5 Mio. € um 39% gestiegen ist. Diese Steigerung ist auf den erfolgreichen Abschluss des Cuchi Cutato-Projekts in Angola und den Start des ECR Los 1-Projektes in Ghana zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich größtenteils aus positiven Wechselkursgewinnen zusammen, wodurch das Unternehmen von den Gewinnen aus Kursschwankungen des Kwanza gegenüber dem € im Jahr 2022 in Höhe von 5 Mio. € profitiert hat.

Es ist ein deutlicher Rückgang des Materialaufwands zu verzeichnen, der nicht direkt mit dem Anstieg der Gesamteinnahmen einhergeht. Der Materialaufwand im Jahr 2022 betrug 6,8 Mio. € und lag somit 2,5 Mio. € unter den Kosten im Jahr 2021 (9,3 Mio. €). Dies ist darauf zurückzuführen, dass für die Arbeiten zum Abschluss des Projekts Cuchi Cutato im Jahr 2021 viele Tonnen von Bitumen benötigt wurden. Im Gegensatz dazu wurden im Jahr 2022 weder beim Projektabschluss von Cuchi-Cutato noch bei der Mobilisierung von ECR-Los 1 viele Materialien verbraucht.

Der Personalaufwand reduzierte sich ebenso von 2021 auf 2022 um ca. 0,8 Mio. € aufgrund der Beendigung des Cuchi-Cutato Projekts und der sich noch in der Mobilisierungsphase befindlichen Arbeiten in Ghana.

Der Anstieg der Abschreibungen im Jahr 2022 (um ca. 0,9 Mio. €) resultiert aus dem weiteren Erwerb von Anlagegütern, insbesondere von Baugeräten für die Durchführung des Projekts in Ghana (ECR Los 1, ca.19,5 Mio. €).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen von 15,8 Mio. € auf 19,0 Mio. €, was neben projektbedingten Kosten insbesondere auf Aufwendungen für Versicherungen (2022: 3,2 Mio. €; 2021; 0,1 Mio. €) und aus Wechselkursverlusten (2022: 6,3 Mio. €, 2021: 6,6 Mio. €) zurückzuführen ist. Die Höhe der Wechselkursverluste ist auf die Volatilität des Kwanzas zurückzuführen.

Die INZAG schloss das Geschäftsjahr 2022 aufgrund der dargestellten Ereignisse und der Realisierung des Gewinns des Cuchi-Cutato Projektes mit einem positiven Nettoergebnis (Ergebnis nach Steuern) von 4,7 Mio. € (Vorjahr negatives Netto-Ergebnis von 4,0 Mio. €) ab.

Im Jahr 2022 erreichte das EBITDA 8,3 Mio. € und lag damit um 11,0 Mio. € über dem des Vorjahres.

Vermögenslage

Das Anlagevermögen hat sich durch Zugänge in Höhe von 19,5 Mio. €, saldiert mit Abschreibungen in Höhe von 2,2 Mio. € und Abgänge (zu Buchwerten) in Höhe von 3,3 Mio. €, netto um insgesamt rund 14 Mio. € erhöht.

Insgesamt sanken die Vorräte um 1,5 Mio. € von 13 Mio. € auf 11,5 Mio. €. Es kam aufgrund der Fertigstellung des Projekts Cuchi-Cutato zu einem erheblichen Abbau des Bestands der in Ausführung befindlichen Bauaufträge (unfertige Erzeugnisse: - 20 Mio. €), der zum Jahresende bei 16,5 Mio. € lag. Auch der Wert der noch nicht abgerechneten Anzahlungen (11,6 Mio. €) verringerte sich im Vergleich zu 2021 um 12,9 Mio. €.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen, von 0,4 Mio. € zum 31. Dezember 2021 auf 10,2 Mio. € zum 31. Dezember 2022. Die folgenden zwei Abschnitte liefern die Begründung hierfür.

Im April 2022 konnte das Cuchi-Cutato Projekt erfolgreich mit einem deutlichen Überschuss der Erträge über die Aufwendungen abgeschlossen werden. Die noch zum Jahresende 2021 offenen Rechnungen an den Kunden wurden im Februar 2022 vollständig beglichen.

Im März 2022 konnte die INZAG alle Bedingungen für die Finanzierung des Projektes ECR Los 1 erfüllen. Dies führte dazu, dass eine Anzahlung i.H.v. 38,4 Mio. € bei der INZAG eingegangen ist. Somit konnte das Unternehmen seine Liquiditätslage noch weiter verbessern, die ersten notwendigen Investitionen tätigen und mit den Vorarbeiten zum Projekt beginnen.

Die Verbindlichkeiten von verbundenen Unternehmen reduzierten sich deutlich von 15,9 Mio. € um 15,7 Mio. € auf 0,2 Mio. € zum Bilanzstichtag. Dies ist auf die Beendigung der Zusammenarbeit im Rahmen des Cuchi-Cutato-Projekts zwischen der INZAG und ihren in Angola ansässigen Schwestergesellschaften (Andrade Gutierrez und Zagope) zurückzuführen, die eine optimale Bereitstellung von Finanzmitteln zum Gegenstand hatte.

Der in der Bilanz ausgewiesene verringerte Betrag der sonstigen Rückstellungen in Höhe von 1,7 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €) resultiert im Wesentlichen aus einem Rückgang von ausstehenden Eingangsrechnungen und von personalbezogenen Rückstellungen.

Finanzlage

Die Finanz- und Liquiditätslage war jederzeit gesichert. Zur Finanzierung der Geschäftsaktivitäten stehen der Gesellschaft in ausreichendem Umfang Finanzierungsmöglichkeiten innerhalb des Konzernes zur Verfügung.

e. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die wichtigsten Kennzahlen, die das Management zur Überwachung des Geschäftsverlaufs und zur Steuerung der Geschäftsaktivitäten verwendet, sind (nach IFRS) Umsatz, EBITDA, EBITDA-Marge, Nettoergebnis und Cashflow sowie (nach HGB) Gesamtleistung und Ergebnis nach Steuern.

Das Unternehmen prognostizierte für das Jahr 2022 nach IFRS einen Umsatz von 74 Mio. € und erreichte einen Umsatz von 50 Mio € bzw. eine Gesamtleistung von 30 Mio. €, was auf die Verzögerung bei der Ausführung des ECR Los 1 Projekts zurückzuführen ist. Das erzielte EBITDA von 8,3 Mio. € steht einer Prognose von 12 Mio. € gegenüber, was einer EBITDA-Marge von 16 % und somit knapp den erwarteten 17 % entspricht. Das für 2022 erwartete Nettoergebnis von 9,0 Mio € wurde ebenso unterschritten.

Die niedrigen EBITDA-Zahlen, im Gegensatz zur Erreichung der prognostizierten EBITDA-Marge, sind eine Bestätigung dafür, dass die geringere Leistung im Jahr 2022 nur auf die Verzögerung von Bauarbeiten zurückzuführen ist. Dies gibt uns noch mehr Vertrauen in die Qualität unserer Projekte und in die Tragfähigkeit unseres Geschäftsmodells.

Der zum Stichtag erzielte positive Cashflow von 10,2 Mio. € stellt eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (+0,4 Mio. €) dar, liegt aber unter der Prognose von 23 Mio €.

Nach HGB wurde für das Jahr eine Gesamtleistung von 55 Mio. € prognostiziert und mit 30 Mio € deutlich unterschritten sowie ein Ergebnis nach Steuern von 4,6 Mio. € erwartet, das mit EUR 4,7 Mio € den Erwartungen entsprach.

2. Bericht über Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (Ereignisse mit wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage)

Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2022 und bis zum heutigen Tag ist keine relevante Tatsache bekannt, die als wesentlich für die Tätigkeit des Unternehmens angesehen wird und die nicht im Jahresabschluss offengelegt wurde.

3. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung sowie über Chancen und Risiken

a. Bericht über die zu erwartende Entwicklung

Das Controlling der INZAG erfolgt nach IFRS (International Financial Reporting Standards), die einige Unterschiede zu den deutschen Rechnungslegungsvorschriften aufweisen.

Im Geschäftsjahr 2022 wurde mit dem Projekt ECR Los 1 in Ghana begonnen, das in 2023 weiter vorangetrieben wird. Alle Einnahmen und Ausgaben im Zusammenhang mit dem Projekt im Zeitraum 2023 werden nach HGB erst im Jahr der Fertigstellung ergebniswirksam bilanziert. Derzeit sieht die Projektsteuerung einen Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2025 vor.

Das Unternehmen wird im Jahr 2023 aufgrund von Verzögerungen beim Bau des ECR-Los 1-Projekts in Ghana einen Rückgang des Umsatzniveaus (nach IFRS) verzeichnen. Diese Verzögerungen sind auf die aktuelle Wirtschaftskrise Ghanas und die Verhandlungen im Rahmen des IWF-Programms zurückzuführen, die voraussichtlich bis Ende 2023 dauern sollen. Bereits 2024 wird mit einer diesbezüglichen Verbesserung gerechnet, da die Bauarbeiten in Ghana wieder anziehen werden und die INZAG die Arbeiten an den beiden neuen Aufträgen in Angola (siehe oben) beginnen wird.

In Bezug auf die Kennzahlen erfolgt die Unternehmenssteuerung insbesondere nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS, aber auch nach HGB. So werden auch die prognostizierten Kennzahlen in dieser Systematik nach IFRS geführt. So prognostiziert das Unternehmen für das Jahr 2023 einen Umsatz von 7 Mio. €, ein EBITDA von 0,4 Mio. €, eine EBITDA-Marge von 6%, einen Nettoverlust von 1,7 Mio. € und einen positiven Cashflow von 2 Mio. €. Im Vergleich dazu wird nach HGB-Standards für das laufende Jahr 2023 eine Gesamtleistung i.H.v 8,5 Mio. €, und ein negatives Ergebnis nach Steuern i.H.v. -0,4 Mio. €, erwartet.

b. Risikobericht

Die Risiken, denen die INZAG ausgesetzt ist, lassen sich in vier große Risikokategorien einteilen: Kapitalrisiko, Marktpreisrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko und Länderrisiko.

Kapitalrisiko

Das Kapitalrisiko bezieht sich auf die Fähigkeit des Unternehmens, seinen Betrieb langfristig aufrechtzuerhalten.

Die INZAG steuert ihr Kapital so, dass die Fortführung der Geschäftstätigkeit ihrer Niederlassungen sichergestellt ist, und gleichzeitig durch Optimierung der Eigen- und Fremdkapitalwerte eine maximale Rendite für ihre Aktionäre erzielt wird. In regelmäßigen Abständen überprüft das Management die Kapitalstruktur des Unternehmens.

Im Rahmen dieser Überprüfung berücksichtigt das Management die Kapitalkosten, das Nettovermögen, die mit jeder Kapitalklasse verbundenen Risiken sowie das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital des Konzerns.

Marktpreisrisiko

Beim Marktpreisrisiko handelt es sich um das Risiko von Änderungen der Marktpreise, wie z. B. der Wechselkurse und der Zinssätze, die sich auf das Ergebnis des Unternehmens und auf den Wert seiner Finanzinstrumente auswirken.

Weiterhin beeinflusst das Wechselkursrisiko das Betriebsergebnis des Unternehmens und seiner Niederlassungen, da es sich bei den Bauaufträgen um Arbeiten im Ausland (derzeit ausschließlich in Afrika) handelt, das Unternehmen Verbindlichkeiten in Fremdwährungen hat und von der Volatilität der entsprechenden Wechselkurse abhängig ist.

Diese Risiken werden durch den Bereich "Finanzrisikomanagement" der INZAG, der die operativen Finanzströme des Unternehmens und seiner Niederlassungen periodisch überwacht, bewertet und gegebenenfalls reduziert.

Vermögenswerte, wie z. B. Bargeld und Bankguthaben sowie kurzfristige Anlagen in Fremdwährung, unterliegen dem Risiko eines möglichen Zinsrückgangs und der daraus resultierenden Verringerung der Rendite auf diese Vermögenswerte. Verbindlichkeiten unterliegen dem Risiko von möglichen Zinserhöhungen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko betrifft das Risiko des Unternehmens, seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen zu können, die mit Barzahlungen oder durch andere finanzielle Vermögenswerte beglichen werden sollten.

Das Management des Liquiditätsrisikos wird durch die INZAG-Finanzabteilung begleitet und durch die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht. Die Geschäftsführung hat die Aufgabe, Mittel zu beschaffen und die kurz-, mittel- und langfristige Liquidität zu sichern.

Die INZAG steuert das Liquiditätsrisiko durch die Aufrechterhaltung eines angemessenen Finanzmittelbestandes an liquiden Mitteln und bei Banken, basierend auf dem laufenden Management der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows und der Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko oder auch Adressenausfallrisiko betrifft das Risiko, finanzielle Verluste zu erleiden, weil die Kunden oder Gegenparteien des Unternehmens nicht in der Lage sind, ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen.

Das Kreditrisiko ergibt sich aus der Möglichkeit von Verlusten für das Unternehmen und für seine Niederlassungen aufgrund des Ausfalls seiner Kunden oder seiner Finanzinstitute, die finanzielle Mittel oder Investitionen in die Projekte des Unternehmens hinterlegt haben. Um diese Risiken zu mindern, verfolgt die INZAG strikt den physischen und finanziellen Zeitplan jedes Projekts und überwacht permanent die finanzielle Lage ihrer Kunden.

Darüber hinaus bemühen sich die INZAG und ihre Niederlassungen um Projekte mit abgesicherter Finanzierung durch Exportkredite mit ECA-Deckungen, die das Adressenausfallrisiko mindern und die Vorhersehbarkeit des Cashflows des Unternehmens verbessern.

Länderrisiko

Aufgrund der verschiedenen Regionen, in denen das Unternehmen tätig ist, ist es auf vielfältige Weise dem Länderrisiko ausgesetzt.

So unterliegen die Geschäftsaktivitäten der INZAG wirtschaftlichen, politischen und geschäftlichen Risiken, die für die jeweiligen Länder typisch sind. Derzeit sind dies vor allem die Zielmärkte Angola und Ghana, jedoch gilt das auch für die Herkunftsländer der Lieferanten und anderer Geschäftspartner des Unternehmens.

Die Kernmärkte der INZAG befinden sich in Afrika. Daher ist es ein zentraler Bestandteil des Risikomanagements des Unternehmens, seine Exposition gegenüber Länderrisiken in dieser Region zu kontrollieren. Die derzeitige Strategie, Projekte mit Exportkrediten zu verfolgen, ist ein wichtiges Instrument, um dieses Ziel zu erreichen.

Was die Zulieferer betrifft, so ist es Aufgabe des Supply-Chain-Managements des Unternehmens, sicherzustellen, dass die Durchführung unserer Projekte nicht durch einen einzelnen Zulieferer oder ein Zulieferland gefährdet wird, sowie die finanzielle oder operative Abhängigkeit von einem bestimmten Zulieferer oder Land zu vermeiden.

c. Bericht über Chancen des Unternehmens und Geschäftsmöglichkeiten

Das Unternehmen ist kontinuierlich auf der Suche nach neuen Projekten für seine Niederlassungen in Angola und in Ghana und künftig in Uganda und sieht es als Chance an, akquirierte Projekte erfolgreich abzuschließen. Die INZAG strebt an, in naher Zukunft ein führendes deutsches Unternehmen auf dem afrikanischen Infrastrukturmarkt zu werden.

Indem wir den Auftrag für das Cuchi Cutato-Projekt trotz Verzögerungen aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen neuen Terminierung erfolgreich abschließen konnten, haben wir unser hohes Engagement für den Kunden bewiesen und ermutigen andere potenzielle Auftraggeber, mit uns zusammenzuarbeiten.

Die erfolgreiche Bereitstellung der Finanzierung für das Projekt ECR Los 1 in Ghana durch Anzahlungen seitens des Auftraggebers sowie die Einrichtung und Aufrechterhaltung der Baustelle trotz der schwierigen Wirtschaftslage vor Ort ist ein weiterer Beweis dafür, dass die INZAG eine solide Geschäftsstrategie verfolgt. Auf diese Weise wollen wir unsere Position auf dem afrikanischen Infrastrukturmarkt stärken und in den Ländern, in denen wir tätig sind, nachhaltig wachsen.

d. Gesamtaussage

Derzeit sind nach Auffassung der Geschäftsführung keine bestandsgefährdenden Risiken ersichtlich. Die Geschäftsführung beurteilt die Geschäftsentwicklung des abgelaufenen Jahres insgesamt als günstig

4. Zweigniederlassungen

Zum Stichtag 31. Dezember 2022 war die INZAG mit 2 Zweigniederlassungen im Ausland vertreten. In Angola hat das Unternehmen seinen Sitz in Talatona, Luanda, und in Ghana befindet sich die Vertretung in Airport City, Accra. Eine weitere Zweigniederlassung ist in Kampala, Uganda, für das Jahr 2024 geplant.

 

Wiesbaden, 21. Dezember 2023

Achim Becker, Geschäftsführer

André Giudice de Oliveira, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Anlagevermögen 17.096.201,50 3.060.896,98
I. Sachanlagen 17.096.201,50 3.060.896,98
1. technische Anlagen und Maschinen 403.102,00 2.704.737,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.693.099,50 46.108,50
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 310.051,48
B. Umlaufvermögen 28.708.233,41 15.662.400,27
I. Vorräte 11.500.725,89 12.965.958,11
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 11.553.696,26 24.464.273,54
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 6.962.157,87 2.252.967,30
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 88.752,69 228.964,71
2. sonstige Vermögensgegenstände 6.873.405,18 2.024.002,59
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 10.245.349,65 443.474,86
C. Rechnungsabgrenzungsposten 146.073,80 1.782.862,54
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1.446.843,17
Aktiva 45.950.508,71 21.953.002,96

Passiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Eigenkapital 3.220.114,01 0,00
I. Gezeichnetes Kapital 2.500.000,00 2.500.000,00
II. Kapitalrücklage 1.212.148,33 1.212.148,33
III. Verlustvortrag 5.158.991,50 1.195.276,37
IV. Jahresüberschuss 4.666.957,18 -3.963.715,13
V. nicht gedeckter Fehlbetrag 1.446.843,17
B. Rückstellungen 3.102.757,82 2.682.844,83
C. Verbindlichkeiten 39.627.636,88 19.270.158,13
1. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 146.468,29 15.890.113,07
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 146.468,29 15.890.113,07
2. sonstige Verbindlichkeiten 39.481.168,59 3.380.045,06
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 39.481.168,59 3.380.045,06
Passiva 45.950.508,71 21.953.002,96

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1. Rohergebnis 30.060.676,79 16.797.456,88
2. Personalaufwand 2.735.590,39 3.575.189,54
a) Löhne und Gehälter 2.264.957,75 3.128.719,86
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 470.632,64 446.469,68
3. Abschreibungen 2.157.764,09 1.292.310,21
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.157.764,09 1.292.310,21
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 18.970.764,23 15.834.514,46
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 6.321.322,77 6.648.118,74
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 12.458,05
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 145.512,71 10.481,23
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.396.546,24 -16.518,49
8. Ergebnis nach Steuern 4.666.957,18 -3.898.520,07
9. sonstige Steuern 0,00 65.195,06
10. Jahresüberschuss 4.666.957,18 -3.963.715,13

Anhang

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Angaben zur Gesellschaft:

Firma: INZAG Germany GmbH
Sitz: Wiesbaden
Registergericht: Wiesbaden
HR-Nummer: HRB 32335

Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) angewendeten Ansatz- und Bewertungsmethoden werden stetig angewendet.

Die Gesellschaft ist im Geschäftsjahr erstmalig als große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB zu klassifizieren.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt unter der Annahme der Unternehmensfortführung (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).

In dem zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss wurden die Auftstellungserleichterungen sowie die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB grundsätzlich in Anspruch genommen.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Anlagevermögens wurde mit drei bis acht Jahren festgelegt.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips.

Die Bewertung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse erfolgte zu Herstellungskosten, die neben den Einzelkosten für Lohn und Material anteilige Fertigungs- und Material- sowie Verwaltungsgemeinkosten enthalten.

Der Ansatz der geleisteten Anzahlungen erfolgt mit dem Nennbetrag (ohne Umsatzsteuer), die erhaltenen Anzahlungen auf Vorräte wurden nach § 268 Abs. 5 S. 2 HGB mit dem Rückzahlungsbetrag (ohne Umsatzsteuer) offen von dem Posten "Vorräte" abgesetzt, soweit den Anzahlungen Vorräte zugeordnet werden konnten.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert ausgewiesen.

Die Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nominalwert angesetzt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Die Auflösung des Postens erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf.

Rückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

Verbindlichkeiten wurden mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet.

Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung, deren Restlaufzeit am Abschlussstichtag mehr als 12 Monate beträgt, erfolgte bei den Forderungen mit dem Devisenkassamittelkurs am Entstehungstag bzw. dem niedrigeren Kurs zum Abschlussstichtag und bei den Verbindlichkeiten mit dem Devisenkassamittelkurs am Entstehungstag bzw. dem höheren Kurs am Abschlussstichtag.

III. Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Eine von den gesamten Anschaffungskosten ausgehende Darstellung der Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist nachfolgend wiedergegeben.

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2022
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Anlagevermögen
Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 4.928.480,37 0,00 3.601.223,52
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 230.051,09 19.499.793,30 1.559.454,74
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 310.051,48 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 5.468.582,94 19.499.793,30 5.160.678,26
Summe Anlagevermögen 5.468.582,94 19.499.793,30 5.160.678,26
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 0,00 1.327.256,85
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 310.051,48 18.480.441,13
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -310.051,48 0,00
Summe Sachanlagen 0,00 19.807.697,98
Summe Anlagevermögen 0,00 19.807.697,98
kumulierte Abschreibung 01.01.2022
EUR
Abschreibung Geschäftsjahr
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
kumulierte Abschreibung 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 2.223.743,37 527.634,00 1.827.222,52 0,00 924.154,85
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 183.942,59 1.630.130,09 26.731,05 0,00 1.787.341,63
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 2.407.685,96 2.157.764,09 1.853.953,57 0,00 2.711.496,48
Summe Anlagevermögen 2.407.685,96 2.157.764,09 1.853.953,57 0,00 2.711.496,48
Zuschreibung Geschäftsjahr
EUR
Buchwert Geschäftsjahr 31.12.2022
EUR
Buchwert Vorjahr 31.12.2021
EUR
Anlagevermögen
Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 0,00 403.102,00 2.704.737,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 16.693.099,50 46.108,50
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 310.051,48
Summe Sachanlagen 0,00 17.096.201,50 3.060.896,98
Summe Anlagevermögen 0,00 17.096.201,50 3.060.896,98

Weitere Aktivposten

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen betreffen Vorräte, die für den Auftrag, für den die Anzahlung geleistet wurde, angeschafft oder hergestellt wurden. Sie werden nach § 268 Abs. 5 S. 2 HGB offen von den Vorräten abgesetzt. Die erhaltenen Anzahlungen betreffen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen den Liefer- und Leistungsverkehr. In Höhe von EUR 19.439,93 (Vorjahr EUR 19.254,63) bestehen Forderungen gegen den Gesellschafter.

Die Gesellschaft wies in ihrer Bilanz zum 31. Dezember 2021 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von TEUR 1.447 aus. Der Tatbestand ener insolvenzrechtlichen Überschuldung bestand nicht, da in den zu Herstellungskosten bewerteten unfertigen Leistungen ausreichend stille Reserven enthalten waren, die im Geschäftsjahr 2022 realisiert wurden.

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten von TEUR 39.628 (Vorjahr Verbindlichkeiten TEUR 19.270) haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen den Finanzierungsbereich.

Haftungsverhältnisse

Zum Abschlussstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen i.S.v. § 285 Nr. 3a) HGB bestehen aus Mietverpflichtungen (TEUR 148) und Verpflichtungen aus Leasingverträgen (TEUR 7).

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren entsprechend § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

V. Sonstige Angaben

Anzahl der Mitarbeiter

In der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich 113 (Vorjahr 336) Mitarbeiter beschäftigt. Diese teilen sich auf in 53 gewerbliche Mitarbeiter in der Betriebsstätte Ghana, 48 gewerbliche Mitarbeiter in der Betriebsstätte Angola sowie 12 Angestellte in Deutschland.

Geschäftsführung

Als Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr 2022 und bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses bestellt:

• Achim Becker, Bad Schwalbach, Bauingenieur

• André Giúdice de Oliviera, Lissabon/ Portugal, Geschäftsführer

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführer wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Es gibt keinen Vorgang von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres. Wir weisen darauf hin, dass trotz der üblichen Prognoseunwägbarkeiten aus heutiger Sicht kein Risiko für den Fortbestand des Unternehmens besteht.

Konzernzugehörigkeit

Die INZAG Germany GmbH wird als Tochterunternehmen der INZAG Invest Unipessoal LDA, Porto Salvo (Portugal, wiederum Tochterunternehmen der in den nach brasilianischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Konzernabschluss der INZAG Brasil Participações Ltda, Belo Horizonte/ Brasilien) einbezogen. Der Konzernabschluss wird nicht veröffentlicht.

Abschlussprüferhonorar

Das Abschlussprüferhonorar für das Geschäftsjahr 2022 betrug TEUR 37,5 und entfällt auf Abschlussprüfungsleistungen (nach HGB und nach IFRS).

Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, das ausgewiesene Jahresergebnis auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Wiesbaden, 21. Dezember 2023

André Giúdice de Oliviera, Geschäftsführer

Achim Becker, Geschäftsführer

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 22.12.2023 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

I

NIn dem beigefügten, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde folgender Bestätigungsvermerk erteilt:

BESTäTIGUNGSVERMERK DES UNABHäNGIGEN ABSCHLUSSPRüFERS

An die INZAG Germany GmbH, Wiesbaden:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der INZAG Germany GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der INZAG Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümernresultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, 21. Dezember 2023

Nexia GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

S. Varughese, Wirtschaftsprüfer

Dr. H. J. Schirduan, Wirtschaftsprüfer

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