International Automotive Components Group GmbH

Theodorstraße 105, 40472 Düsseldorf, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 73499
Vorher
Ganymed 372. V V GmbH
Eingetragen
22.11.2005
Branche
Herstellung elektrischer und elektronischer Ausrüstungsgegenstände für KraftwagenHerstellung von Personenkraftwagen und PersonenkraftwagenmotorenHerstellung von sonstigen Teilen und sonstigem Zubehör für Kraftwagen
Gegenstand
Die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von Automobilteilen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Claus-Peter Kiehl
seit 23.12.2024
Geschäftsführer
Michael Awni Qaqish
seit 23.12.2024
Prokura
Iwona Niec Villaire
seit 23.12.2024
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
International Automotive Components Group Europe S.A R.L.LUX
90.00%
International Automotive Components Group, S.A.LUX
10.00%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

International Automotive Components Group Europe S.A R.L.
Luxembourg
202.500 €
90.00%
International Automotive Components Group, S.A.
Luxembourg
22.500 €
10.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

International Automotive Components Group GmbH

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Inhaltsverzeichnis

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Rechnungslegung

Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die International Automotive Components Group GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der International Automotive Components Group GmbH, Düsseldorf - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der International Automotive Components Group GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögensund Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf den Abschnitt "A. Allgemeine Angaben" im Anhang und Abschnitt "3.5 Finanzrisiken" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass sich die Gesellschaft - mit Ausnahme des abgelaufenen Geschäftsjahres 2021 - in einer seit mehreren Jahren bestehenden Verlustsituation befindet, mit einer daraus resultierenden Liquiditätsunterdeckung und einem hohen, stetig wachsenden nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag. Die International Automotive Components Group S.A., Luxemburg, hat sich mit Vertrag vom 25. Mai 2022 zur finanziellen Unterstützung der Gesellschaft für mindestens 24 Monate ab dem 31. Dezember 2021 verpflichtet. Zur Vermeidung von Illiquidität und damit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit ist die Gesellschaft auf die finanzielle Unterstützung durch die International Automotive Components Group S.A., Luxemburg, angewiesen. Insofern ist die Gesellschaft im Bestand gefährdet. Damit wird auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hingewiesen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, 27. Mai 2022

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Vlachos, Wirtschaftsprüfer

Dr. König, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

TEUR TEUR 31.12.2020
TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 182 314
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 4.408 4.716
2. Technische Anlagen und Maschinen 10.376 11.224
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 909 859
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 12.327 3.595
28.020 20.394
III. Finanzanlagen
Wertpapiere des Anlagevermögens 899 706
29.101 21.414
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.211 858
2. Unfertige Erzeugnisse 690 601
3. Unfertige Werkzeuge und Auftragsentwicklungsleistungen 382.690 447.504
4. Fertige Erzeugnisse und Waren 1.167 1.121
5. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -382.690 -447.504
3.068 2.580
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.671 2.596
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 18.787 15.976
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.639 12.075
22.097 30.647
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 263 136
25.428 33.363
C. Rechnungsabgrenzungsposten 384 341
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 113.529 113.764
168.442 168.882

Passiva

TEUR TEUR 31.12.2020
TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 125 125
II. Kapitalrücklage 51.864 51.864
III. Andere Gewinnrücklagen 7.529 7.529
IV. Verlustvortrag -173.282 -151.081
V. Jahresüberschuss (Vj. Jahresfehlbetrag) 235 -22.201
VI. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 113.529 113.764
0 0
B. Rückstellungen
1. Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.938 2.337
2. Sonstige Rückstellungen 21.436 16.973
24.374 19.310
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 54.549 52.970
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 34.986 31.034
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 49.709 50.330
4. Sonstige Verbindlichkeiten 4.824 15.238
144.068 149.572
168.442 168.882

Gewinn- und Verlustrechnung für 2021

TEUR TEUR 2020
TEUR
1. Umsatzerlöse 230.765 320.043
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie unfertigen Werkzeugen und Auftragsentwicklungsleistungen -64.679 -149.877
3. Sonstige betriebliche Erträge 59.530 52.657
225.616 222.823
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -27.219 -23.936
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -74.246 -77.051
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -39.757 -34.851
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -6.114 -7.980
davon für Altersversorgung TEUR 575 (Vj. TEUR 283)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -4.281 -4.384
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -72.105 -95.169
-223.722 -243.371
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 242 975
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.902 -3.104
davon an verbundene Unternehmen TEUR 1.248 (Vj. TEUR 2.326)
-1.660 -2.129
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0
11. Ergebnis nach Steuern 234 -22.677
12. Sonstige Steuern 1 476
13. Jahresüberschuss (Vj. Jahresfehlbetrag) 235 -22.201

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

A. Allgemeine Angaben

Die International Automotive Components Group GmbH, im Folgenden auch "IAC", Düsseldorf, ist unter der Nummer HRB 73499 im Handelsregister des Amtsgerichtes Düsseldorf eingetragen.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften unter Beachtung des GmbH-Gesetzes aufgestellt worden.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden sämtliche davon- und Mitzugehörigkeitsvermerke der Bilanz und der überwiegende Teil in der Gewinn- und Verlustrechnung im Anhang gemacht.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewandt. Das gesetzliche Gliederungsschema wurde in der Bilanz aufgrund branchenspezifischer Besonderheiten um den Posten "Unfertige Werkzeuge und Auftragsentwicklungsleistungen" ergänzt. Entsprechend wurde auch der Posten Nr. 2 der Gewinn- und Verlustrechnung in seiner Bezeichnung modifiziert.

Zur Stärkung der Vermögens- sowie Finanzlage und zur Sicherstellung der Unternehmensfortführung der International Automotive Components Group GmbH hat die International Automotive Components Group, S.A., Luxemburg, durch Erteilung einer zeitlich beschränkt gültigen Patronatserklärung vom 25. Mai 2022 finanzielle Unterstützung zugesagt. Die Patronatserklärung der International Automotive Components Group S.A., Luxemburg, (IAC Group S.A.) gilt für mindestens 24 Monate ab dem 31. Dezember 2021.

Auf Basis von Analysen der Unternehmensplanung auf Ebene der IAC-Gruppe für 2022 und 2023 durch die Geschäftsführung sowie der seitens der IAC Group S.A. abgegebenen Patronatserklärung wurde der Jahresabschluss unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Bezüglich der Ereignisse und Gegebenheiten, die auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hindeuten, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann, wird auf den Lagebericht (Abschnitt 3.5 "Finanzrisiken") verwiesen.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen wurden nach der linearen Methode pro rata temporis vorgenommen. Als Nutzungsdauer werden grundsätzlich für Software drei bis fünf Jahre sowie für Patente und Lizenzen acht Jahre zugrunde gelegt. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung wird auf den niedrigeren beizulegenden Wert außerplanmäßig abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden auf der Grundlage der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern der Gegenstände vorgenommen. Die Gebäudeabschreibungen erfolgen über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 25 bzw. 33 Jahren. Außenanlagen werden über 10 bzw. 15 Jahre abgeschrieben. Maschinen und maschinelle Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung werden grundsätzlich über eine Nutzungsdauer zwischen 5 und 10 Jahren abgeschrieben. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung wird auf den niedrigeren beizulegenden Wert außerplanmäßig abgeschrieben.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet.

Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Buchwert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der diesen am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibung Rechnung getragen, sofern die Wertminderung voraussichtlich dauerhaft ist.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips sowie des Prinzips der verlustfreien Bewertung angesetzt.

Unfertige und fertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten gemäß § 255 Abs. 2 HGB neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.

Die unfertigen Werkzeuge und Auftragsentwicklungsleistungen werden zunächst zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. Risiken, die sich aus im Projektverlauf noch anfallenden Kosten und aus Unsicherheiten hinsichtlich noch nicht endverhandelter Erlöse ergeben, werden bei der Bewertung berücksichtigt.

Zinsen der Fremdkapitalkosten werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen werden in Ausübung des Wahlrechts nach § 268 Abs. 5 Satz 2 HGB offen von den vorhandenen Vorräten abgesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken sind durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert angesetzt.

Als Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Das Eigenkapital ist zum Nennwert bilanziert.

Die Pensionsrückstellungen sind auf der Grundlage versicherungsmathematischer Gutachten nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit" Methode) unter Anwendung eines Zinsfußes von 1,87 % (i. V. 2,31 %), eines Rententrends von 1,75 % (i. V. 1,61 %) sowie einer Einkommensdynamik von 2,50 % (i. V. 2,50 %) errechnet worden und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Als Grundlagen dienen die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Die Fluktuation wurde alters- und geschlechtsspezifisch mit dem Heubeck Standard berücksichtigt. Ferner wurde im Rahmen der Ermittlung des Zinsfußes das Wahlrecht des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB angewendet und eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen.

Die sonstigen Rückstellungen sind für alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe des Erfüllungsbetrags gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Längerfristige Rückstellungen werden unter Verwendung des zum Stichtag durch die Deutsche Bundesbank veröffentlichten Zinssatzes gemäß § 253 Abs. 2 HGB über ihre Laufzeit abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihren Erfüllungsbeträgen bilanziert.

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden entsprechend § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr gilt dies weiterhin nur, falls die Umrechnung bei Forderungen einen niedrigeren oder bei Verbindlichkeiten einen höheren Betrag ergibt.

Latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen der Handels- und Steuerbilanz der Gesellschaft ermittelt. Eine sich insgesamt ergebende Steuerentlastung kann in der Bilanz als aktive latente Steuer (sofern das Wahlrecht entsprechend ausgeübt wird) angesetzt werden, eine Steuerbelastung wird als passive latente Steuer angesetzt.

C. Angaben zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Anlagevermögen

Eine von den gesamten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten ausgehende Darstellung der Entwicklung der Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt. Zinsen für Fremdkapital wurden in die Herstellungskosten nicht einbezogen.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Wie im Vorjahr beträgt die Restlaufzeit der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände weniger als ein Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Entrepreneurial Agreements in Höhe von TEUR 18.787 (i. Vj. TEUR 15.976). Wie im Vorjahr bestehen keine Forderungen gegen Gesellschafter.

3. Aktive latente Steuern

Aktive latente Steuern ergeben sich im Wesentlichen aus steuerlichen Verlustvorträgen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines kombinierten Steuersatzes in Höhe von 29 % (i. Vj. 29 %). Der kombinierte Steuersatz umfasst Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag. Vom Ansatzwahlrecht aktiver latenter Steuern wurde kein Gebrauch gemacht.

4. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beläuft sich auf TEUR 125 (i. Vj. TEUR 125) und ist voll eingezahlt. Gesellschafter sind die International Automotive Components Group Europe S.à.r.l., Luxemburg, mit einer Beteiligungsquote von 90 % und die International Automotive Components Group S.A., Luxemburg, mit 10 %.

Trotz des Jahresüberschusses in Höhe von TEUR 235 (i. Vj. Jahresfehlbetrag von TEUR 22.201) weist die Gesellschaft einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von TEUR 113.529 (i. Vj. TEUR 113.764) aus. Zur Stärkung der Vermögens- sowie Finanzlage und zur Sicherstellung der Unternehmensfortführung der IAC hat die International Automotive Components Group S.A., Luxemburg, durch Erteilung einer zeitlich beschränkt gültigen Patronatserklärung vom 25. Mai 2022 finanzielle Unterstützung zugesagt. Es wird auf die Ausführungen unter Kapitel A. verwiesen.

5. Pensionsrückstellungen

Es wurden Rückdeckungsversicherungen für Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 22 (i. Vj. TEUR 198) mit Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 2.960 (i. Vj. TEUR 2.495) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet, die deren Höhe entsprechend mindern. Die zur Deckung der Pensionsverpflichtungen abgeschlossene Rückdeckungsversicherungen werden zu den vom Versicherer mitgeteilten Aktivwerten angesetzt. Des Weiteren wurden die geringfügigen Aufwendungen und Erträge aus der Auf- bzw. Abzinsung und aus dem zu verrechnenden Deckungsvermögen saldiert.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt TEUR 140 (i. Vj. TEUR 149). Dieser Betrag ist gemäß § 253 Abs. 6 HGB zur Ausschüttung gesperrt.

6. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

Die erhaltenen Anzahlungen auf der Passivseite betreffen Kundenzahlungen auf unfertige Werkzeuge und Auftragsentwicklungsleistungen, die nicht vom Bestand der unfertigen Werkzeuge und Auftragsentwicklungsleistungen aktivisch abgesetzt werden konnten.

7. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten insbesondere Beträge für ausstehende Rechnungen und Preisdifferenzen (TEUR 12.873; i. Vj. TEUR 13.981) sowie für Personalaufwendungen (TEUR 3.833; i. Vj. TEUR 1.869) wie Altersteilzeitverpflichtungen, Jubiläen, Resturlaub, Abfindungen, Boni und Berufsgenossenschaftsbeiträge.

Es wurden Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Absatzgeschäften in Höhe von TEUR 4.731 (i. Vj. 1.123) gebildet. Dabei wurden, wie im Vorjahr, wirtschaftliche Vorteile, die nach den Vorstellungen der Gesellschaft und den jeweiligen Vertragsparteien bestehen, im Rahmen einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise in den Kompensationsbereich einbezogen. Diese Bewertungsmethode wird angewendet, um unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln.

Die Rückstellung für Verpflichtungen aus dem Demographiefonds in Höhe von TEUR 4.730 (i. Vj. TEUR 4.346) wurde in Höhe von TEUR 4.733 (i. Vj. TEUR 4.152) mit hierfür abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen saldiert.

8. Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten beträgt wie im Vorjahr weniger als ein Jahr. Es bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten solche aus Lieferungen und Leistungen sowie Entrepreneurial-Agreements in Höhe von TEUR 14.497 (i. Vj. TEUR 16.743) und darüber hinaus solche gegenüber Gesellschafter im Rahmen der Finanzierung in Höhe von TEUR 35.212 (i. Vj. TEUR 33.587).

9. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Miet- und Leasingverträge

TEUR
fällig innerhalb eines Jahres 818
fällig innerhalb von zwei bis fünf Jahren 76
894

Bestellobligo

TEUR
Werkzeug- und Auftragsentwicklungsleistungen
fällig innerhalb eines Jahres 60.676
Sonstige Lieferungen und Leistungen
fällig innerhalb eines Jahres 6.324
67.000

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen ausschließlich gegenüber Dritten.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Gesellschaft sind zur Absicherung einer Kreditlinie der Gesellschafterin International Automotive Components Group S.A., die zum Bilanzstichtag aber nicht in Anspruch genommen ist, sicherungsübereignet.

Neben den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind die Vorratsbestände sowie das Anlagevermögen der Gesellschaft zur Absicherung von Fremdfinanzierungsinstrumenten in Höhe von USD 215 Mio. und USD 30 Mio., die beide im Oktober 2023 fällig werden, sicherungsübereignet. Die Fremdfinanzierung in Höhe von USD 215 Mio. und USD 30 Mio. wurde von Gamut Capital Management, L.P., New York/USA, zur Verfügung gestellt, die auch Minderheitsanteilseigner am International Automotive Components Group Konzern (größter Kreis) wurde. Die Fremdfinanzierung in Höhe von USD 50 Mio. wurde von Blue Torch Finance LLC, New York/USA gestellt, die im September 2025 fällig wird.

Forderungsverzicht der Gesellschafterin

Die International Automotive Components Group Europe S.à.r.l., Luxemburg, hat auf Darlehens- und Zinsforderungen wie folgt verzichtet:

Mit Vertrag vom 23. Dezember 2009 in Höhe von EUR 28,7 Mio.

Mit Vertrag vom 29. Dezember 2011 in Höhe von EUR 10,0 Mio.

Mit Vertrag vom 21. Dezember 2012 in Höhe von EUR 22,0 Mio.

Mit Vertrag vom 19. Dezember 2013 in Höhe von EUR 22,0 Mio.

Mit Vertrag vom 22. Dezember 2016 in Höhe von EUR 40,0 Mio.

Mit Vertrag vom 21. Dezember 2017 in Höhe von EUR 15,0 Mio.

Alle Verzichtserklärungen sind mit einem Besserungsschein dahingehend versehen, dass die Forderungen zuzüglich Zinsen wiederaufleben, soweit das handelsbilanzielle Eigenkapital der IAC EUR 5,0 Mio. übersteigt. Dementsprechend sind im Jahr 2011 EUR 4,0 Mio. und im Jahr 2012 EUR 15,4 Mio. außerordentliche Aufwendungen aus dem Wiederaufleben von Darlehen entstanden.

10. Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse wurden in folgenden Regionen erzielt:

2021
TEUR
2020
TEUR
Inland 123.785 132.984
Ausland 106.980 187.059
Gesamt 230.765 320.043

Nach Tätigkeitsbereichen lassen sich die Umsatzerlöse wie folgt gliedern:

2021
TEUR
2020
TEUR
Verkauf von Automobil-Bauteilen (Seriengeschäft) 58.239 57.548
Werkzeug- und Auftragsentwicklungsleistungen 172.526 262.495
Gesamt 230.765 320.043

Bei den Werkzeug- und Auftragsentwicklungsleistungen handelt es sich um Vorleistungen in engem Zusammenhang mit den Serienaufträgen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten realisierte und unrealisierte Wechselkurserträge in Höhe von TEUR 5.146 (i. Vj. TEUR 9.364). Im Übrigen werden in dieser Position insbesondere die Erträge aus den Entrepreneurial-Agreements abgebildet.

Wechselkursverluste sind in Höhe von TEUR 8.878 (i. Vj. TEUR 5.122) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind TEUR 56 (i. Vj. TEUR 63) aus der Aufzinsung der Rückstellungen für Pensionen sowie Sterbegeld enthalten.

Die außergewöhnlichen Aufwendungen ergeben sich aus Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Ebersberg in Höhe von ca. EUR 2,3 Mio.

D. Sonstige Angaben

1. Anzahl der Mitarbeiter

Die IAC beschäftigte im Jahresdurchschnitt 709 (i. Vj. 735) Mitarbeiter, davon 450 (i. Vj. 479) Gewerbliche und 259 (i. Vj. 256) Angestellte.

2. Außerbilanzielle Geschäfte und außergewöhnliche Ergebnisbeiträge

Im Rahmen der Refinanzierung der IAC-Gruppe sowie unseres Forderungsmanagements und zur Verbesserung der Liquidität werden laufend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen veräußert. Die Vorteile liegen für die Gesellschaft in der Begrenzung des Ausfallrisikos und einem vorgezogenen Liquiditätszufluss. Bei einer Beendigung des Factorings würde sich kurzfristig ein erhöhter Finanzbedarf ergeben.

Die Gesellschaft verkauft Teile ihrer Forderungen an eine irische Schwestergesellschaft gegen einen Discount. Das Forderungsausfallrisiko trägt die irische Schwestergesellschaft. Die verkauften Forderungen im Rahmen dieses Vertrages betragen zum 31. Dezember 2021 TEUR 20.458 (i. Vj. TEUR 8.501).

3. Nachtragsbericht

Die Finanzierung der International Automotive Components Group GmbH hängt in starkem Maße von der finanziellen Unterstützung durch die International Automotive Components Group S.A., Luxemburg, ab. Zur Stärkung der Vermögens- sowie Finanzlage und zur Sicherstellung der Unternehmensfortführung der IAC hat die International Automotive Components Group, S.A., Luxemburg, durch Erteilung einer zeitlich beschränkt gültigen Patronatserklärung (24 Monate ab dem 31. Dezember 2021 vom 25. Mai 2022 finanzielle Unterstützung zugesagt.

IAC erwartet gewisse Geschäftseinbußen, die mit der Invasion der Ukraine durch Russland Zusammenhängen, aber keine, die Gegenstand des Jahresabschlusses 2021 und der Fortführung des Unternehmens sind. IAC erwartet keine signifikanten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage. Während IAC Geschäfte in Osteuropa mit ihren Produktionsstandorten betreibt, hat es keine signifikanten wirtschaftlichen Aktivitäten in Russland oder der Ukraine. IAC prüfte den Umsatz Ihrer Geschäftskunden, um den Anteil des Absatzes nach Russland zu bestimmen. Die Auswirkungen scheinen sich auf geringem Niveau zu bewegen. Zu diesem Zeitpunkt kann IAC das Ausmaß der Geschäftseinbußen und Auswirkungen nicht abschließend quantifizieren.

Seit April 2022 sind die Grundstücke und Gebäude der Standorte Plattling und Zwiesel auf dem Markt. Ziel ist ein Verkauf und die Rückpacht von dem Verkäufer (Sale and Lease-back). Verschiedene Angebote wurden erhalten, die IAC aktuell prüft.

Im Übrigen haben sich keine besonderen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag ergeben, die bedeutsame Auswirkungen auf den Abschluss zum 31. Dezember 2021 haben könnten.

4. Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss zusammen mit dem Verlustvortrag auf neue Rechnung vorzutragen.

5. Zusammensetzung der Organe

Geschäftsführung:

David John Prystash, Chief Executive Officer, IAC Group North America Inc., Northville/USA, Kaufmann, Vorsitzender der Geschäftsführung,

Iwona Niec Villaire, Executive Vice President General Counsel and Corporate Secretary IAC Group North America Inc., Franklin/USA, Rechtsanwältin.

Keiner der Geschäftsführer erhielt im abgelaufenen Geschäftsjahr Bezüge von der Gesellschaft.

6. Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers beträgt TEUR 140, für Abschlussprüfungsleistungen sowie im Zusammenhang mit der Prüfung des Reporting Packages für Zwecke des Konzernabschlusses der obersten Muttergesellschaft.

7. Konzernabschluss

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der International Automotive Components Group S.A., Luxemburg, einbezogen. Es handelt sich um den Konzernabschluss, der für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufgestellt wird. Der Konzernabschluss ist am Sitz dieser Gesellschaft erhältlich. Für den größten Kreis von Unternehmen wird die Gesellschaft in den Konzernabschluss der obersten Muttergesellschaft, der International Automotive Components Group North America LLC., George Town, Cayman Islands, einbezogen. Der Konzernabschluss ist am Sitz dieser Gesellschaft erhältlich.

 

Düsseldorf, den 25. Mai 2022

International Automotive Components Group GmbH

Geschäftsführung

David John Prystash

Iwona Niec Villaire

Entwicklung des Anlagevermögens 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2021
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
Umbuchungen
TEUR
31.12.2021
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 22.853 0 0 72 22.925
22.853 0 0 72 22.925
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 12.627 357 0 0 12.984
2. Technische Anlagen und Maschinen 44.377 876 625 1.413 46.041
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.581 124 0 263 5.968
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.632 10.484 4 -1.748 12.364
66.217 11.841 629 -72 77.357
III. Finanzanlagen
Wertpapiere des Anlagevermögens 706 193 0 0 899
89.776 12.034 629 0 101.181
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2021
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
31.12.2021
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 22.539 204 0 22.743
22.539 204 0 22.743
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 7.911 665 0 8.576
2. Technische Anlagen und Maschinen 33.153 3.075 563 35.665
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.722 337 0 5.059
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 37 0 0 37
45.823 4.077 563 49.337
III. Finanzanlagen
Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0
68.362 4.281 563 72.080
Buchwerte
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 182 314
182 314
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 4.408 4.716
2. Technische Anlagen und Maschinen 10.376 11.224
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 909 859
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 12.327 3.595
28.020 20.394
III. Finanzanlagen
Wertpapiere des Anlagevermögens 899 706
29.101 21.414

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

Die International Automotive Components Group GmbH, Düsseldorf (IAC), beschäftigt sich mit der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Kunststoffteilen für das Fahrzeuginterieur und -exterieur wie Tür- und Seitenverkleidungen, Instrumententafeln, Säulenverkleidungen und sonstigen Interieur- und Exterieurteilen für die Fahrzeugmodelle der großen Automobilhersteller.

Der wichtigste Absatzmarkt ist für IAC die europäische Automobilindustrie. IAC beliefert die großen Hersteller von Automobilen und LKW (sog. OEMs = Original Equipment Manufacturers).

Der Umsatz der IAC wird zu 54 % (i. Vj. 42 %) in Deutschland und zu 46 % (i. Vj. 58 %) im Ausland erzielt. Im Wesentlichen werden die Auslandsumsätze innerhalb der EU realisiert.

Als TIER 1 Supplier (Systemlieferant) liefert die IAC Produkte fast ausschließlich in den Automobilmarkt, insbesondere an die großen Automobilhersteller. Aufgrund der engen Verzahnung über die gesamte Logistikkette durch Just-in-Time und Just-in-Sequence Lieferungen der Produkte an die Kommissionierzentren und Montagebänder der Kunden ist die geographische Nähe der IAC Fertigungsstätten zu den Produktionswerken der Kunden Grundvoraussetzung für die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft.

Mit notariellem Vertrag vom 21. Dezember 2010 und wirtschaftlicher Wirkung zum 31. Dezember 2010 wurde die rechtliche Struktur der globalen IAC-Gruppe neugestaltet.

Die bisherige europäische Muttergesellschaft International Automotive Components Group S.à r.l., Luxemburg, wurde zur Konzernmutter für den kleinsten Konzernkreis und im März 2011 in die Rechtsform einer S.A. umgewandelt. Im Zuge dieser Restrukturierung wurden 90 % der IAC -Anteile an die International Automotive Components Group Europe S.à r.l., Luxemburg, veräußert. Als Gegenleistung erhielt die International Automotive Components Group S.A., Luxemburg, Anteile an der International Automotive Components Group Europe S.à r.l.

1.2 Ziele und Strategie

Die IAC verfolgt mittelfristig eine moderate Wachstumsstrategie mit Fokus auf der Erreichung der Profitabilität, der Reduzierung des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags und der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes.

Vor dem Hintergrund der strategischen Initiativen zur Optimierung der Qualität in Produkten und Prozessen sowie der Erhöhung der Produktivität werden die Ziele der Kostenführerschaft und der technologischen Führerschaft durch Innovation und Entwicklungskompetenz verfolgt.

Das Vertrauen der Kunden spiegelt sich im Erhalt von wesentlichen Aufträgen für Entwicklungsleistungen und Serienproduktion mit dazu gehörigen Werkzeugaufträgen wider. IAC strebt an, eine führende Rolle als anerkannter Entwickler und Serienlieferant qualitativ hochwertiger Kunststofferzeugnisse im Interieur und Exterieur für Personen- und Nutzfahrzeuge zu erlangen.

1.3 Steuerungssystem

Die Geschäftsführung der IAC gibt die Geschäftspolitik für die europäischen Unternehmensbereiche und Werke vor. Die Einhaltung der gesetzten Rahmenbedingungen und die Erreichung der gesetzten Umsatz-, Rentabilitäts- und Finanzziele werden zentral koordiniert und überwacht. Die IAC nutzt Finanzkennzahlen zur Steuerung der Gesellschaft.

Die übergeordneten für die Beurteilung der Geschäftslage bedeutsamstem finanziellen Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens, abgeleitet aus dem Management Reporting der IAC, sind der Umsatz und das Betriebsergebnis. Das Betriebsergebnis ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

Die Unternehmenssteuerung ist auf die Steigerung des langfristigen Unternehmenswertes ausgerichtet. IAC, ihre Geschäftsführung und ihre Mitarbeiter haben sich in einer klaren Selbstverpflichtung zu ethischen Standards in geschäftlichen Transaktionen bekannt.

Mit jeder einzelnen europäischen Schwestergesellschaft wurden Entrepreneur-Verträge geschlossen. Während IAC Südafrika als neue Vertragspartner hinzugekommen ist, wurde der Entrepreneur-Vertrag mit IAC Rumänien beendet. Diese Verträge besagen, dass den Schwesterfirmen bestimmte Ergebnisse in Prozent vom Umsatz zustehen. Darüberhinausgehende Ergebnisse stehen der IAC zu oder werden bei Nichterreichung dieser vereinbarten Ergebnisse von der IAC kompensiert: der Prozentsatz liegt bei 2,0 % vom Umsatz.

1.4 Forschung und Entwicklung

IAC arbeitet im Rahmen von Vorentwicklungsprojekten an zukünftigen Innovationen und im Kundenauftrag an Produktentwicklungsprojekten. Forschung und Entwicklung ist bei IAC ein zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik und ihre Kunden bauen nicht nur bei der Belieferung von Serienteilen, sondern auch bei der Neuentwicklung von Fahrzeugbestandteilen auf die Kompetenzen ihrer Zulieferer. Innovationskraft und Entwicklungskompetenz sind deshalb entscheidende Faktoren zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

Über die Teilnahme an Konzeptwettbewerben ist die Vorentwicklung der IAC bereits in sehr frühen Entscheidungsphasen mit den Kunden im Gespräch, um mögliche Lösungsansätze für die Problemstellungen bei Interieurprodukten zu entwickeln. Es werden Konzeptvorschläge in Zusammenarbeit von Vorentwicklung und Produktmarketing erarbeitet, die auch die Vermarktung von Innovationen aus Vorentwicklungsprojekten beinhalten. Dies kann als Schlüssel gesehen werden, um von Kunden Serienanfragen zu erhalten und ist damit die Chance für Neu- und Zusatzaufträge.

Um den ständig steigenden Anforderungen hinsichtlich der aktiven und passiven Sicherheit im Fahrzeugbau gerecht zu werden, beschäftigt sich die IAC bereits in der Konzeptphase mit der Auslegung von Insassenschutz-Systemen. Zur Erarbeitung von Lösungsansätzen und Gestaltungsstrategien für künftige Insassenschutzsysteme sind fundierte Kenntnisse bezüglich der internationalen gesetzlichen Anforderungen, der Belastungsgrenzen des menschlichen Körpers unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Insassengrößen sowie der Schutzprinzipien und der Wirkrichtung von Insassenschutzsystemen notwendig.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung von gewichtsreduzierten Bauteilen. So arbeiten wir an deutlichen Gewichtsreduzierungen auch durch den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen.

Im Bereich Qualitätsplanung werden die aktuellen Entwicklungsprojekte nach den kundenspezifischen Vorgaben durchgeführt und regelmäßig gemeinsam mit den Qualitätsabteilungen des Kunden überprüft.

Wir sind mit dem Trend konfrontiert, dass die Automobilhersteller vermehrt "Build to Print" Entwicklungsaufträge vergeben. Darunter ist zu verstehen, dass die CAD/Designarbeit vom OEM erbracht wird und deshalb keine Erstattung von Ingenieursleistungen erfolgt, obwohl IAC in großem Umfang für die Prozessfähigkeit der Komponenten verantwortlich gemacht wird.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die internationalen Automobilmärkte haben ein turbulentes Jahr 2021 hinter sich: Während insbesondere in der ersten Jahreshälfte aufgrund des niedrigen Vorjahresvergleichs und aufgrund von Nachholeffekten (Nachlassen der Auswirkungen der Coronapandemie) teilweise deutliche Zuwächse realisiert werden konnten, zeichnete sich in der zweiten Jahreshälfte ein deutlich negatives Bild. Insbesondere der Mangel an Halbleitern strapazierte die weltweiten Lieferketten. Daneben machen Knappheiten bei weiteren Vorprodukten und Rohstoffen sowie steigende Preise für Energie und Logistik der Industrie zu schaffen. Von den drei größten Absatzregionen musste im Gesamtjahr 2021 einzig Europa (EU27, EFTA & UK) einen Rückgang verbuchen. In den USA und in China legte der Absatz hingegen leicht zu.

Auf dem europäischen Pkw-Markt wurden im Jahr 2021 knapp 11,8 Mio. Neufahrzeuge zugelassen, rund 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Eine Erholung von den pandemiebedingten Rückgängen steht in Europa somit aus. Die fünf größten Einzelmärkte entwickelten sich im abgelaufenen Jahr unterschiedlich: In Italien wurde ein Plus von knapp 6 Prozent realisiert, in Frankreich, Spanien und dem Vereinigten Königreich wurde ein geringer Zuwachs erzielt (jeweils + 1 Prozent). In Deutschland wurden hingegen 10 Prozent weniger Pkw zugelassen als im Vorjahr. Zum Jahresende musste der europäische Gesamtmarkt nochmals Einbußen hinnehmen: 950.200 neuzugelassene Pkw im Dezember bedeuten einen Rückgang um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

In den USA sind die Light-Vehicle-Verkäufe (Pkw und Light Trucks) 2021 um 3 Prozent auf 14,9 Mio. Fahrzeuge gewachsen, lagen aber weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von rund 17,0 Mio. Fahrzeugen im Jahr 2019. Der Absatz von Light Trucks (+5 Prozent) entwickelte sich 2021 dynamischer als der Absatz von Pkw (-2 Prozent). Im Dezember steht mit 1,2 Mio. verkauften Neufahrzeugen ein Rückgang von gut einem Viertel (-26 Prozent) zu Buche.

Der chinesische Pkw-Markt hat das Jahr 2021 mit einem Marktvolumen von 21,1 Mio. neu zugelassenen Fahrzeugen beendet und ist somit um 7 Prozent gewachsen. Die Jahresbilanz fiel damit auch besser aus als im Vor-Coronajahr 2019. Hinter dem Rekordjahr 2017 blieb das Absatzvolumen aber weiter deutlich zurück. Zum Jahresende wurden in China im Dezember rund 2,4 Mio. Neufahrzeuge abgesetzt, 2 Prozent mehr als im Vorjahr.

In Japan ist der Absatz von fabrikneuen Pkw im vergangenen Jahr um knapp 4 Prozent auf 3,7 Mio. Fahrzeuge zurückgegangen. Im Dezember wurden 280.100 Pkw verkauft (-11 Prozent). In der zweiten Jahreshälfte standen somit durchgehend Rückgänge in den Büchern.

In Russland legten die Light-Vehicle-Verkäufe (Pkw und Light Trucks) im vergangenen Jahr um 4 Prozent auf knapp 1,7 Mio. Einheiten zu.

Auf dem indischen Pkw-Markt wurden 2021 über ein Viertel mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr (+27 Prozent). Mit einem Marktvolumen von 3,1 Mio. Neufahrzeugen wurde auch das bereits durch Krisen geprägte Jahr 2019 übertroffen. Im Jahresendspurt wurden im Dezember 219.400 fabrikneue Fahrzeuge verkauft, 13 Prozent weniger als im Vorjahresvergleich.

Der brasilianische Light-Vehicle-Markt (Pkw und Light Duty) beendete das Jahr 2021 knapp über dem schwachen Vorjahresniveau. Rund 2,0 Mio. neu zugelassenen Fahrzeugen bedeuteten ein Plus von 1 Prozent. Zum Jahresabschluss wurden im Dezember 194.000 Fahrzeuge abgesetzt, 17 Prozent weniger als im Dezember des Vorjahres.

(Quelle: https://www.vda.de/vda/de/presse/Pressemeldungen/220118_Internationale-Automobilm-rkte- 2021-mit-turbulenter-Entwicklung)

2.2 Geschäftsverlauf

2.2.1 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage

Die Umsatzerlöse sind im Geschäftsjahr 2021 von EUR 320,0 Mio. auf EUR 230,8 Mio. gesunken. Hierbei hat sich der Teileumsatz von EUR 57,5 Mio. auf EUR 58,2 Mio. leicht erhöht, während sich die Erlöse für Werkzeug- und Auftragsentwicklungsleistungen von EUR 262,5 Mio. auf EUR 172,5 Mio. signifikant reduziert haben.

Im Lagebericht zum Jahresabschluss 2020 sind wir für 2021 von einem Umsatzwachstum insgesamt für das Seriengeschäft ausgegangen. Diese Prognose ist nur für die im Ausland erzielten Umsatzerlöse im Seriengeschäft erreicht worden (EUR +1,9 Mio.). Im Inland konnten indes nur EUR 50,9 Mio. und damit rund EUR -1,3 Mio. weniger als im Vorjahr erzielt werden. Obwohl das Wachstum wegen der fortlaufenden Pandemie und Störungen der Lieferkette geringer als erwartet war, liegt der Serienumsatz 2021 insgesamt höher als der von 2020. Grund war hier der Anlauf neuer Produkte Ende 2020 mit Einfluss auf das gesamte Geschäftsjahr 2021. Die Erlöse für Werkzeug- und Auftragsentwicklungsleistungen sind auf Grund von geringeren Projektabschlüssen im Vergleich zu 2020 um EUR 90,0 Mio gesunken.

Das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) verbesserte sich im Geschäftsjahr 2021 von EUR -20,5 Mio. um EUR 22,4 Mio. auf EUR 1,9 Mio. Die Verbesserung ist im Wesentlichen auf das positive Nettoergebnis von EUR 35,2 Mio. (i. Vj. EUR -21,7 Mio.) der Entrepreneur Verträge mit Schwestergesellschaften - hauptsächlich Schweden und Vereinigtes Königreich - zurückzuführen. Dagegen stehen im Wesentlichen höhere Betriebsverluste in den Produktionsstandorten Plattling und Zwiesel. Grund waren Werksschließungen von Kunden primär wegen des Fehlens von Halbleitern sowie Ineffizienzen bei Serienanläufen sowie außergewöhnliche Aufwendungen aus Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Ebersberg in Höhe von ca. EUR 2,3 Mio.

Das negative Finanzergebnis beträgt EUR -1,7 Mio. (i. Vj. EUR -2,1 Mio.). Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2021 betrug EUR 0,2 Mio. (i. Vj. Jahresfehlbetrag -22,2 Mio.).

Die Geschäftsführung beurteilt den Geschäftsverlauf sowie die Geschäftslage in Anbetracht der globalen Pandemie und Störungen der Lieferkette als zufriedenstellend.

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme der IAC betrug zum 31. Dezember 2021 EUR 168,4 Mio. (i. Vj. EUR 168,9 Mio.). Der Rückgang war vor allem im Abbau des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags im abgelaufenen Geschäftsjahr begründet.

Zum 31. Dezember 2021 betrug das Anlagevermögen EUR 29,1 Mio. (i. Vj. EUR 21,4 Mio.). Die Investitionen in Höhe von EUR 12,9 Mio. lagen deutlich über den diesjährigen Abschreibungen in Höhe von EUR 4,3 Mio.

Das Umlaufvermögen belief sich auf EUR 25,4 Mio. (i. Vj. EUR 33,4 Mio.), wovon Vorräte mit EUR 3,1 Mio. (i. Vj. EUR 2,6 Mio.) und Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit EUR 18,8 Mio. (i. Vj. EUR 16,0 Mio.) wesentliche Bestandteile waren. Bei den Vorräten ist zu beachten, dass erhaltene Anzahlungen in Höhe von EUR 386,3 Mio. (i. Vj. EUR 447,5 Mio.) offen von den Vorräten abgesetzt wurden.

Die Finanzierung der IAC erfolgt nahezu ausschließlich über Kundenanzahlungen, Zahlungsziele der Lieferanten, über Factoringvereinbarungen sowie über die Gesellschafterinnen.

Die Gesellschaft verkauft einen Großteil ihrer Forderungen an eine irische Schwestergesellschaft. Das Forderungs-Ausfallrisiko trägt die irische Schwestergesellschaft. Zum 31. Dezember 2021 wurden aus den oben beschriebenen Verträgen insgesamt Forderungen in Höhe von EUR 20,5 Mio. (i. Vj. EUR 8,5 Mio.) veräußert.

Zum Bilanzstichtag betrugen die Verbindlichkeiten und Rückstellungen EUR 168,4 Mio. (i. Vj. EUR 168,9 Mio.).

2.2.2 Investitionen

Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr 2021 EUR 12,9 Mio. (i. Vj. EUR 3,9 Mio.). Die Investitionen betrafen im Wesentlichen unsere Werke in Plattling und Zwiesel.

Außer bei den Firmenfahrzeugen und Gabelstaplern wurden alle Investitionen direkt und nicht über Leasing finanziert.

2.2.3 Umweltaspekte

Sparsamer Einsatz von Ressourcen, der schonende Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen, die Gesundheit aller Mitarbeiter und die Sicherheit an jedem Arbeitsplatz sind der IAC sowohl gesellschaftliche und soziale Verpflichtung als auch wirtschaftliches Anliegen. Diesen Anforderungen entsprechende Arbeitsbedingungen gehören zu den Voraussetzungen für die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Investitionen im Umwelt-, Sicherheits- und Gesundheitsschutz sollen zu der von Kunden geforderten Zuverlässigkeit und Qualität beitragen.

Die Umweltbeauftragten sind bestrebt, ihren Wissensstand über den sorgsamen Umgang mit Gefahr- und Gefährdungsstoffen vor Ort regelmäßig zu erneuern und zu verbessern.

2.2.4 Mitarbeiter

Durchschnittlich beschäftigte die IAC 709 (i. Vj. 735) Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2021.

Als einen wichtigen Baustein der Personalpolitik sieht die Geschäftsführung die offene Kommunikation und Information der Mitarbeiter über die erfolgsrelevanten Aufgabenstellungen und Rahmenbedingungen.

Die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte ist für die Personalstruktur von großer Relevanz. IAC beschäftigt deshalb auch Auszubildende in unterschiedlichen Ausbildungsberufen. IAC fördert den Führungsnachwuchs durch interne Schulungs- und Trainingsprogramme.

2.2.5 Beschaffung

Der Preis für Rohöl der Sorte Brent startete mit rund USD 43/bbl ins Jahr und stieg im Laufe des Jahres 2021 insgesamt betrachtet an. Doch erlebte der Ölmarkt im Jahr 2021 durch die Co- vid-19 Pandemie, die Störung der Lieferketten, aber auch durch Marktoptimismus große Preisschwankungen. Ende 2021 war der Ölpreis auf USD 69/bbl angestiegen. Der durchschnittliche Brent-Rohölpreis lag im Jahr 2021 bei rund USD 70/bbl.

Unter dem aktuellen Gesichtspunkt des Krieges zwischen Russland und Ukraine und den steigenden Rohölpreisen ist zu erwarten, dass die Preise auf einem hohen Wert bleiben.

Europaweit gültige Einkaufsprozesse und -anweisungen sollen zu qualifizierten Auftragsvergaben unter den Gesichtspunkten Kosten, Qualität und Lieferfähigkeit führen, die auch die Fähigkeit der Lieferantenbasis im Bereich Entwicklung und Management berücksichtigt. Diese stark prozessorientierte Vorgehensweise soll alle Projektneuanläufe in Bezug auf Supplier Launch Readiness sicherstellen.

Eine offene und konsequente Informationspolitik soll zudem zur Festigung der angestrebten strategischen Lieferantenbeziehungen beitragen.

2.2.6 Informationssysteme

Die Standorte der IAC arbeiten in Deutschland mit einem einheitlichen SAP-System. Die Installation in Düsseldorf und in Plattling ist der Prototyp für die europäische IAC-Gruppe. Zurzeit arbeiten die Werke in Logrono/Spanien, Halewood/England, Bals/Rumänien und Born in den Niederlanden, neben Düsseldorf und Plattling bereits mit dieser SAP-Version.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1 Weltwirtschaft/europäisches Ausland

Die Folgen des Ukraine-Kriegs bremsen die Erholung der Weltwirtschaft in diesem Jahr deutlich. Zu diesem Ergebnis kommt der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner aktualisierten Konjunkturprognose. Die Weltwirtschaft wird danach in diesem Jahr um 3,6 Prozent wachsen - das sind 0,8 Prozentpunkte weniger als vom IWF noch im Januar vorausgesagt. Die Konjunkturaussichten haben sich wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine und der danach gegen Russland verhängten Sanktionen deutlich verschlechtert.

Insgesamt dürfte der Pkw-Absatz in den Automärkten USA, EWU und UK im Jahresdurchschnitt von 2022 aufgrund der voraussichtlich geringeren Lieferengpässe als im Geschäftsjahr 2021 steigen. Dagegen kann der Absatz durch die Folgen des Russland-Ukraine Krieges und deren Folgen abgeschwächt werden.

3.2 Deutsche Wirtschaft/Automobilmarkt Deutschland

Für das Jahr 2022 erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die inländische Automobilproduktion tendiert im 1. Quartal von 2022 negativ aufgrund von mangelnden Komponenten und Rohmaterialien. Insgesamt gehen wir gehen von einer leichten Erholung für das Jahr 2022 aus.

3.3 Entwicklung der IAC

Die Planung für das laufende Jahr 2022 wurde im Dezember 2021 von den Gesellschaftern genehmigt. Diese zeigt gegenüber 2021 steigende Umsätze von 20% bis 25% für das Seriengeschäft und rückläufige Umsätze von 20% bis 25% für die Werkzeug- und Auftragsentwicklungsleistungen.

Die Planung für 2022 weist für die deutschen Standorte inklusive der Entrepreneur Verrechnung eine Verbesserung des Betriebsergebnisses gegenüber 2021 um EUR 15,0 Mio. bis EUR 20,0 Mio. aus. Es sind keine wesentlichen Auswirkungen aus der COVID-19 Pandemie/ Störung der Lieferketten zu erwarten. Kurzarbeit wird bei Bedarf wahrgenommen.

Für 2022 sind Investitionen in Höhe von EUR 13,0 Mio. geplant.

Sofern die Gesellschaft in Zukunft weiterhin positive Ergebnisse erwirtschaften sollte, leben die Forderungsverzichte der Muttergesellschaft einschließlich Zinsen gemäß den vereinbarten Besserungsscheinen wieder auf, soweit das handelsrechtliche Eigenkapital der IAC EUR 5,0 Mio. übersteigt

3.4 Chancen

Unternehmerische Chancen werden sowohl auf europäischer (Teil-)Konzernebene sowie auf Gesellschaftsebene erhoben, bewertet und im Rahmen des Planungsprozesses berücksichtigt. Unter den im Folgenden dargestellten Chancen verstehen wir mögliche zukünftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für das Unternehmen positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

Die bedeutsamsten Chancen ergeben sich dabei im Wesentlichen infolge laufender Kosteneinsparungen in den Bereichen Produktion, Beschaffung sowie Verwaltung. Zudem bieten sich infolge einer zunehmend dezentralisierten Organisation Chancen für die Ergebnisentwicklung der Gesellschaft. Zudem bieten sich Chancen aus der Akquisition von Neugeschäft.

3.5 Risiken

Unter Risiken verstehen wir mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für die IAC negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Dabei unterscheiden wir zwischen strategischen und operativen Risiken, deren Eintrittswahrscheinlichkeit und Ausmaß als niedrig, mittel oder hoch eingeschätzt wird. Eine Verrechnung von Chancen und Risiken erfolgt nicht, es werden aber bereits implementierte Gegenmaßnahmen, die den Risiken entgegenstehen, dargestellt.

Gemäß unserer internen Risikoklassifizierung sehen wir die nachfolgend aufgeführten Markt- und Finanzierungsrisiken als die bedeutsamsten Risiken für unser Unternehmen an. Ferner sehen wir wesentliche Risiken in den Bereichen Haftung und Beschaffung. Weitere Risiken für unsere Gesellschaft bestehen in den Bereichen Strategie, Standort, Personal, Steuern und IT.

Im Februar 2022 erfolgte die Invasion Russlands in die Ukraine. Als Antwort haben eine große Anzahl von Staaten, wie die Vereinigten Staaten von Amerika und Mitglieder der NATO und der Europäischen Union gegen Russland Sanktionen verhängt. Die Invasion Russlands auf die Ukraine und die Gegenmaßnahmen seitens der westlichen Staaten haben große sicherheitspolitische Bedenken und wirtschaftliche Unsicherheiten erzeugt, die einen großen Einfluss auf die Weltwirtschaft haben können.

Hier ist insbesondere die Beeinträchtigung der Automobilproduktion und Lieferketten zu nennen. Hauptgrund ist, dass Russland und die Ukraine wichtige Lieferanten von Neon Gas und Palladium, Seltene Erden und Aluminium sind, die für die Halbleiterproduktion benötigt werden. Ferner sind in diesem Zusammenhang die Erhöhung der Energiekosten und Cyber Security Bedrohungen zu nennen.

IAC erwartet keine signifikanten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage. Während IAC Geschäfte in Osteuropa mit ihren Produktionsstandorten betreibt, hat es keine signifikanten wirtschaftlichen Aktivitäten in Russland oder der Ukraine. IAC hat den Umsatz Ihrer Geschäftskunden geprüft, um den Anteil des Absatzes nach Russland zu bestimmen. Die Auswirkungen scheinen sich auf geringem Niveau zu bewegen. Zu diesem Zeitpunkt kann IAC das Ausmaß der Geschäftseinbußen und Auswirkungen nicht abschließend quantifizieren.

Als Risiken, deren Beherrschung von übergeordneter Bedeutung für den International Automotive Components Group Konzern (kleinster und größter Kreis) ist, sehen wir Marktrisiken, Finanz- und Haftungsrisiken sowie Beschaffungsrisiken an:

Marktrisiken

IAC ist aufgrund der Produkt- und Kundenstruktur grundsätzlich maßgeblich von der Entwicklung der Automobilbranche abhängig. Die konjunkturelle Entwicklung dieser Branche beeinflusst entscheidend unseren derzeitigen und zukünftigen Umsatz und den finanziellen Erfolg. Durch die Ausrichtung der Vertriebsaktivitäten auf Neuaufträge bei Automobilherstellern, die in den letzten Jahren nur zu einem kleinen Teil im Umsatz vertreten waren, soll das Kundenportfolio verbreitert und die Basis für zukünftiges Wachstum geschaffen werden. Die Kundenstruktur bei IAC ist europaweit mehr diversifiziert als bei einzelnen Werken, die durch ihre geographische Lage spezifische Kundenabhängigkeit haben. Die Vergabezyklen in den Produktbereichen sind langfristig (i. d. R. fünf bis sechs Jahre), daher sind die Auswirkungen nur in der langfristigen Geschäftsplanung abbildbar. Die langen Vertragslaufzeiten sind Basis für die Auftrags- und Umsatzsicherheit für die Folgejahre, da auch die Kunden an IAC über die gleichen Zeiträume gebunden sind. Dennoch kann es zu starken abrufbedingten Umsatzschwankungen kommen.

Die i. d. R. halbjährliche Überprüfung des Vergabevolumens durch den Vertrieb und die Anpassung der Vertriebs- und Angebotsstrategien ist Teil des Risikomanagements bei IAC.

IAC ist bestrebt, dem Risiko des generellen Kundenverlustes mit der ständigen Überprüfung des kundengerechten Leistungsangebotes, der nachhaltigen Stärkung der Innovationskraft über das IAC Engineering und der ständigen Verbesserung der Beziehungen zu seinen Kunden im Rahmen von Konzept- und Entwicklungsprojekten zu begegnen.

IAC ist zudem bestrebt, Wettbewerbsrisiken durch eingeleitete Verbesserung der Marktposition zu begegnen, insbesondere dem vorhandenen Kostendruck durch frühzeitig eingeleitete Prozessverbesserungen entgegenzuwirken. Zudem wird eine Reduzierung der Qualitätskosten angestrebt, insbesondere über die Reduzierung von Ausschuss und über Ablauf- und Logistikoptimierungen, die zu einer optimierten Anlagennutzung und zu steigender Produktivität in allen Fertigungsbereichen führen sollen.

Finanzrisiken

IAC ist als international tätiges Produktionsunternehmen Finanzrisiken ausgesetzt. Diese Finanzrisiken umfassen derzeit Ausfallrisiken von Kundenforderungen, Lieferantenleistungen, Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Währungskursschwankungen.

Die Gesellschaft betreibt eine Liquiditätsvorausschau und ein Liquiditätsreporting. Hierin werden auch alle europäischen Konzerngesellschaften einbezogen, da die IAC über die Entrepreneur-Verträge zum Ausgleich von Verlusten der Werke verpflichtet ist und somit auch nahezu alle Risiken und Chancen der Schwestergesellschaften trägt. Dies soll eine rechtzeitige Steuerungsmöglichkeit für das Management gewährleisten. Insgesamt gehen wir von einer positiven Fortbestehensprognose für die IAC-Gruppe aus.

Im Jahr 2021 wurde ein geringer Jahresüberschuss erwirtschaftet. Aber es liegt nach einer seit mehreren Jahren bestehenden Verlustsituation mit einer daraus resultierenden Liquiditätsunterdeckung aus dem operativen Geschäft (unter Berücksichtigung der Entrepreneur-Verrechnungen) weiterhin ein hoher nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag vor. Zur weiteren Stärkung der Vermögens- sowie Finanzlage und zur Sicherstellung der Unternehmensfortführung der IAC hat die International Automotive Components Group S.A., Luxemburg, durch Erteilung einer zeitlich beschränkt gültigen Patronatserklärung vom 25. Mai 2022 finanzielle Unterstützung zugesagt. Die International Automotive Components Group S.A., Luxemburg, hat sich mit Vertrag vom 25. Mai 2022 zur finanziellen Unterstützung der Gesellschaft für mindestens 24 Monate ab dem 31. Dezember 2021 verpflichtet. Zur Vermeidung von Illiquidität und damit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit ist die Gesellschaft auf die finanzielle Unterstützung durch die International Automotive Components Group S.A., Luxemburg, angewiesen. Insofern ist die Gesellschaft im Bestand gefährdet. Weitere Risiken, welche den Bestand der Gesellschaft gefährden, sind derzeit nicht bekannt oder erkennbar.

Währungsrisiken sollen sowohl kunden- als auch lieferantenseitig durch eine Kontrahierung in Euro vermieden werden. Es liegen vorwiegend Währungsrisiken aufgrund der Entrepreneurial Agreements vor. Die Währungskursentwicklungen werden im Treasury Department der IAC beobachtet und bei zukünftigem Bedarf abgesichert.

Haftungsrisiken

Die Produkte der IAC sind für die Fahrsicherheit als nicht kritische Bauteile einzustufen. Ausgenommen hiervon sind die im Kundenauftrag durchzuführenden Einbauten von Airbag-Systemen. Diese Airbag-Systeme sind direkt vom Kunden bei dem jeweiligen IAC Unterlieferanten spezifiziert, sodass sich das Risiko der IAC auf den ordnungsgemäßen Einbau, die korrekte Öffnung dieser in den von IAC produzierten Teilen und die sorgfältige Dokumentation beschränkt.

Die Abläufe und Prozesse der IAC sollen durch Maßnahmen im Rahmen der Stärkung der Prozesssicherheit und des Qualitätsmanagements optimiert werden. Durch sichere Abläufe sollen die Haftungsrisiken auf ein Minimum begrenzt werden.

Unser Geschäft unterliegt zahlreichen Gesetzen und Vorschriften in Deutschland sowie international, einschließlich der wettbewerbsrechtlichen Vorschriften. Verstöße gegen das Kartellrecht können signifikante Strafen zur Folge haben. Rechts- und Beratungskosten sowie weitere mit Kartellverfahren verbundene Kosten können ebenfalls signifikant sein. Obgleich wir in 2015 ein Kartellverfahren durch Einigung mit den Behörden durch die Vereinbarung einer signifikanten Strafzahlung beigelegt haben, können wir weitere Prüfungen dieser Art nicht ausschließen. Mögliche Strafen aufgrund von zukünftiger Wettbewerbsprüfung können, abhängig von der Höhe, einen wesentlichen negativen Einfluss auf unsere Finanzlage, Ertragslage und Zahlungsströme haben.

Neben den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind die Vorratsbestände sowie das Anlagevermögen der Gesellschaft zur Absicherung von Fremdfinanzierungsinstrumenten in Höhe von USD 215 Mio. und USD 30 Mio., die beide im Oktober 2023 fällig werden, sicherungsübereignet. Die Fremdfinanzierung in Höhe von USD 215 Mio. und USD 30 Mio. wurde von Gamut Capital Management, L.P., New York/USA, zur Verfügung gestellt, die auch Minderheitsanteilseigner am International Automotive Components Group Konzern (größter Kreis) wurde. Die Fremdfinanzierung in Höhe von USD 50 Mio. wurde von Blue Torch Finance LLC, New York/USA gestellt, die im September 2025 fällig wird.

Beschaffungsrisiken

Die Rohstoffpreise für Kunststofferzeugnisse sind im Wesentlichen abhängig von der Preisentwicklung für Rohöl. Dies gilt sowohl für Kunststoffgranulate als auch für bezogene Kunststoffkomponenten und Slushpowder. Durch Vereinbarungen mit den Kunden, die i. d. R. die Spezifikation der Rohstoffe bzw. teilweise den Lieferanten bestimmen, können diese Einkaufspreisschwankungen mit zeitlichem Nachlauf teilweise an die Kunden weitergegeben werden.

Strom- und Gaslieferverträge sind aktuell mit einer Laufzeit von einem Jahr bis zum 31. Dezember 2022 abgeschlossen.

Eine kontinuierliche Beobachtung des Energiemarktes mit entsprechenden Verhandlungen soll die Energieversorgung langfristig gewährleisten.

Das übrige Einkaufsvolumen der IAC soll ebenfalls durch langfristige Bezugsvereinbarungen sowohl in Preis und Qualität als auch in Menge abgesichert werden. Damit sollen Kostensicherheit und mittelfristig die Möglichkeiten die Lieferanten zu wechseln, gegeben sein. Der Einkauf ist beauftragt, regelmäßig die Kosten und Substitutionsmöglichkeiten für bestimmte Materialien zu überprüfen. Eine Überprüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Lieferanten findet ebenfalls routinemäßig statt.

Wegen des Russland-Ukraine Krieges, hat IAC weitere Maßnahmen mit dem Ziel getroffen die Lieferantenbasis zu prüfen und sich gegen mögliche Störungen abzusichern und schnell zu reagieren zu können. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine Störungen der Lieferkette in keiner der IAC Standorte vor.

Weitere Risiken sehen wir in den folgenden Bereichen:

Strategische Risiken

Die strategischen Initiativen bei der Produktentwicklung oder zur Verbesserung der Qualität in Produkten und Prozessen mit dem Ziel, Wettbewerbsvorteile auszubauen werden regelmäßig durch Mitarbeit in den zuständigen Verbänden (Verband der kunststoffverarbeitenden Industrie) und durch Besuch von einschlägigen Messen und insbesondere durch Lieferantengespräche und Veranstaltungen überprüft und die Erkenntnisse im Führungskreis der IAC diskutiert. Die Markteintrittsbarrieren im Automobilzuliefersektor sind aufgrund der langfristigen Beziehungen zwischen Lieferanten und Automobilhersteller und der Qualitätserfordernisse sehr hoch; strategische Veränderungen kündigen sich deshalb zeitig im Markt an. Die von den Automobilherstellern geforderte globale Präsenz erfordert teilweise hohe Investitionen mit den damit verbundenen Anlaufrisiken und der zukünftigen Auslastung. Die IAC ist bestrebt, diesen Anforderungen durch den weltweiten IAC Konzern zu entsprechen. Die Gruppe hat in allen wesentlichen Automobilmärkten eigene Werke oder Joint Ventures und ist den globalen Automobilherstellern gefolgt.

Standortrisiken

IAC fertigt in Deutschland an zwei Standorten. Aufgrund der engen logistischen Verknüpfung mit den Kunden ist eine Fertigung in Deutschland in der Nähe des abnehmenden Kundenwerkes notwendig. Die enge Vernetzung mit den Kunden sowie die relativ kapitalintensiven Fertigungseinrichtungen, die zudem i. d. R. sehr lange Beschaffungszeiten besitzen, würden im Falle des Ausfalles eines Werkes aufgrund höherer Gewalt zu erheblichen Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage führen.

Verstärkt wird dieses Risiko durch die Just-in-Time und Just-in-Sequence Lieferbeziehungen, die die Reaktionszeit bei Störungen auf ein Maximum von wenigen Stunden einschränkt. Zur Risikominimierung sind sogenannte "Alarmketten" installiert, worüber Spezialisten zur Behebung von technischen Problemen und die betroffenen Kunden sofort informiert werden, die dann über eine abgestimmte Alternativfertigung eine Fehlerbehebung ermöglichen sollen, ohne dass es zu Fertigungsunterbrechungen beim Kunden kommt.

Regelmäßige Überprüfungen der an allen Produktionsstandorten installierten vorbeugenden Sicherheitseinrichtungen sollen zu einer sehr hohen Fertigungssicherheit führen. An allen Standorten sind Maßnahmen im baulichen Brandschutz getroffen worden. In Abstimmung mit den Kundenvereinbarungen halten die Werke darüber hinaus entsprechende Sicherheitsbestände vor.

IT-Risiken

Die Steuerung des Unternehmens baut auf die bei IAC eingesetzten IT-Systeme. Eine permanente Lieferbereitschaft gegenüber den Kunden der Automobilindustrie Just-in-Time oder Just- in-Sequence ist ohne die ständige Verfügbarkeit der zum Teil komplexen IT-Systeme und deren Daten undenkbar. Gravierende Systemausfälle, Datenverluste oder generelle Sicherheitsmängel könnten die Lieferbereitschaft gefährden. Die Fertigung bei den Kunden wäre hierdurch nach kurzer Zeit aufgrund von fehlenden oder fehlerhaften Belieferungen ebenfalls nicht mehr möglich. Die IT-Sicherheit hat somit einen hohen Stellenwert bei IAC.

Personalrisiken

Interne Weiterbildung und Qualifizierung, angemessene Vergütung und ein Vertrauensklima sind die Rahmenbedingungen zum Erhalt der Firmentreue der Mitarbeiter. Neue Mitarbeiter, z. B. für den Bereich Engineering oder des Einkaufs, sollen über die gute technische Reputation und den Ruf der IAC im Wettbewerb gewonnen werden.

Eine offene Unternehmenskultur und eine umfassende Kommunikation zwischen allen Führungsebenen und den IAC Führungskräften sollen dazu beitragen, sich mit der Unternehmenspolitik zu identifizieren.

Steuerliche Risiken

Derzeit ist eine steuerliche Außenprüfung anhängig über die Jahre 2012 bis 2017 hinsichtlich Ertragssteuern, Umsatzsteuer sowie Kapitalertragsteuer. Die Geschäftsführung geht nicht davon, dass sich erhebliche Auswirkungen auf die Gesellschaft ergeben werden.

Gesamtbeurteilung

Hinsichtlich der Bestandsrisiken wird auf "Abschnitt 3.5 Finanzrisiken" verwiesen. Die Geschäftsführung beurteilt die Risiken im Übrigen insgesamt als von ihr beherrschbar und ausgewogen. Der weitere Verlauf der COVID-19-Pandemie, der Störung der Lieferkette wegen der Halbleiterknappheit und des Krieges zwischen Russland und Ukraine kann derzeit nicht verlässlich beurteilt werden. Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage können daher nicht ausgeschlossen werden.

 

Düsseldorf, den 25. Mai 2022

International Automotive Components Group GmbH

Geschäftsführung

David John Prystash

Iwona Niec Villaire

Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt

Wir, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, haben unsere Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung im Auftrag der Gesellschaft vorgenommen. Neben der gesetzlichen Funktion der Offenlegung (§ 325 HGB) in den Fällen gesetzlicher Abschlussprüfungen richtet sich der Bestätigungsvermerk ausschließlich an die Gesellschaft und wurde zu deren interner Verwendung erteilt, ohne dass er weiteren Zwecken Dritter oder diesen als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Das in dem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis von freiwilligen Abschlussprüfungen ist somit nicht dazu bestimmt, Grundlage von Entscheidungen Dritter zu sein, und nicht für andere als bestimmungsgemäße Zwecke zu verwenden.

Unserer Tätigkeit liegt unser Auftragsbestätigungsschreiben zur Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung einschließlich der "Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" in der vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegebenen Fassung vom 1. Januar 2017 zugrunde.

Klarstellend weisen wir darauf hin, dass wir Dritten gegenüber keine Verantwortung, Haftung oder anderweitige Pflichten übernehmen, es sei denn, dass wir mit dem Dritten eine anders lautende schriftliche Vereinbarung geschlossen hätten oder ein solcher Haftungsausschluss unwirksam wäre.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir keine Aktualisierung des Bestätigungsvermerks hinsichtlich nach seiner Erteilung eintretender Ereignisse oder Umstände vornehmen, sofern hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht.

Wer auch immer das in vorstehendem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis unserer Tätigkeit zur Kenntnis nimmt, hat eigenverantwortlich zu entscheiden, ob und in welcher Form er dieses Ergebnis für seine Zwecke nützlich und tauglich erachtet und durch eigene Untersuchungshandlungen erweitert, verifiziert oder aktualisiert.

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