Stammdaten

Register
Amtsgericht Bonn HRB 5443
Eingetragen
8.3.1991
Branche
Großhandel mit WerkzeugmaschinenGroßhandel mit Eisenerzen, Eisen, Stahl, Eisen- und StahlhalbzeugHerstellung von Maschinen für die Metallerzeugung, von Walzwerkseinrichtungen und Gießmaschinen
Gegenstand
Betrieb einer Eisengießerei und Maschinenfabrik, der Vertrieb und der Handel mit Gegenständen eigener und fremder Herstellung sowie die Vornahme kaufmännischer Geschäfte aller Art im technischen Marktbereich

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Albert Engels
seit 7.7.2010
Prokura
Christian Hüffel
seit 7.7.2010
Prokura
Martin Stolle
seit 26.6.2002
Geschäftsführer
Wolfgang Stolle
seit 26.6.2002
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Stolle GmbH & Co. Verwaltungs-KG
Germany
550.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Wilhelm Stolle GmbH

Bonn

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Wilhelm Stolle GmbH, Bonn

1. Grundlagen des Unternehmens

Geschäftsmodell

Die Wilhelm Stolle GmbH (STOLLE) ist ein in der vierten Generation geführtes Familienunternehmen mit einer über 125 Jahre alten Tradition. 1898 von Wilhelm Stolle in Euskirchen gegründet, ist STOLLE heute mit dem Produktionsstandort in Bonn-Beuel eine feste Größe auf dem europäischen Markt für spezielle Gussprodukte.

In Ergänzung der überwiegend auftragsbezogenen Gussproduktion und Bearbeitung rundet der Handel mit Gegenständen fremder Herstellung und die Vornahme kaufmännischer Geschäfte aller Art im eigenen technischen Marktbereich die Aktivitäten des Unternehmens ab.

Das Unternehmen, welches bis vor einigen Jahren noch an zwei Standorten in Bonn produzierte, wurde im Zuge eines in 2020 angelaufenen Entwicklungsprozesses in Bonn-Beuel zentralisiert. Dieser Standort wurde sukzessive ausgebaut und modernisiert, hier sind heute Produktion und Verwaltung komplett vereinigt.

STOLLE wird vertreten durch die geschäftsführenden Gesellschafter Herrn Martin Stolle und Herrn Wolfgang Stolle, die Ihre Beteiligung mittelbar über die Stolle GmbH & Co. Verwaltungs-KG halten.

Produkte und Kunden

Durch die Kombination aus Eisengießerei und nachgelagerter Bearbeitung bietet STOLLE eine große Flexibilität und Fertigungstiefe in nach Kundenvorgaben auf technologisch hohem Niveau gefertigten Gussplatten und sonstigen Guss-Erzeugnissen. Abnehmer der Produkte sind Unternehmen der Fahrzeugindustrie, des Maschinenbaus, der Messtechnik, des Prüfstandbaus sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie.

STOLLE kann als Systemlieferant eine große Vielfalt von individuell gefertigten Gussplatten sowie sonstigen Gussprodukten am Markt anbieten. Neben der Fertigung eigener Produkte gehören Lohnbearbeitung, Konstruktion und Entwicklung, Service, Logistikorganisation und Montage zum Leistungsumfang.

Personal

Die Zahl der Arbeitnehmer zum Stichtag 31. Dezember 2023 beträgt einschließlich der Geschäftsführer 32 Angestellte, davon 4 in Teilzeit (Vorjahr 33, davon 4 in Teilzeit), 64 gewerblich Beschäftigte, davon 3 in Teilzeit (Vorjahr 67, davon 3 in Teilzeit), sowie 10 Auszubildende (Vorjahr 7).

Das Personal wird abgestimmt auf den Aufgabenbereich kontinuierlich weitergebildet und qualifiziert. Dabei bleiben auch die soft skills insbesondere in Bezug auf Führungsaufgaben nicht unberücksichtigt. Den Mitarbeitenden wurden in der Vergangenheit über die Unterstützungseinrichtung der Firma Wilh. Stolle Bad Godesberg e.V. betriebliche Versorgungsleistungen angeboten.

Die gute Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung, Betriebsleitung und Betriebsrat trägt wesentlich zum Erfolg von STOLLE bei. Dies ist eine wichtige Basis, um auf Konjunkturschwankungen gemeinschaftlich und zügig reagieren zu können.

Ziele und Strategien

Nachdem in früheren Jahren in den Ausbau insbesondere im Bereich des Werkzeugmaschinenparks und der Produktionshallen investiert wurde, sind in den letzten Jahren der Unternehmensentwicklung Ersatzinvestitionen zu den teils seit vielen Jahren bestehenden Ressourcen und Prozessen mit Priorität versehen worden. In den Fokus ist hier schwerpunktmäßig die Gießerei gerückt. Fortlaufend werden Optimierungspotenziale genutzt und Fertigungsmöglichkeiten angepasst, um den veränderten Marktbedingungen weiter entsprechen zu können. Positiver Nebeneffekt dieser Modernisierung ist auch die Erfüllung der stetig wachsenden Ansprüche in Bezug auf Umwelt und Sicherheit.

Die Veränderungen der letzten Jahre dienen dem Ziel, in einem verschärften Wettbewerbsumfeld Marktanteile zu sichern, neue Marktsegmente zu definieren und aufzubauen, neue internationale Märkte zu erschließen und die eigene Position als Systemlieferant zu festigen.

Auf Basis dieser Investitionen tritt STOLLE gegenüber den Kunden als verlässlicher Ansprechpartner auf, der mit den stetig wachsenden Anforderungen nach größeren, komplexeren Produkten in höherer Qualität Schritt hält. Hinzu kommt der zunehmende Wunsch der Kunden, Stolle als Systemlieferant zu beauftragen, der viele zusätzliche Service- und Dienstleistungen rund um die eigentlichen Produkte erbringt. Diese Fähigkeiten in den Märkten zu vermitteln ist ein Aufgabenschwerpunkt des Vertriebs. Durch intensive Produktschulungen und die Vermittlung der vielschichtigen Servicemöglichkeiten werden die eigenen Vertriebsingenieure, ebenso wie die externen Partner, fortlaufend geschult.

Kundenanfragen zu Sonderkonstruktionen und Komplettlösungen soll in Zukunft noch besser entsprochen werden. Dazu gehören die Inhouse Abwicklung der Konstruktion und die FEM-Analyse (Finite-Elemente-Methode), die den zukünftigen Standard für den überwiegenden Teil der Produkte definieren. Dementsprechend entwickelt sich neben dem Ausbau der 3D Konstruktionen im Bereich Engineering zunehmend die FEM-Konstruktionsberechnung. Die notwendigen Schulungsmaßnahmen sind erfolgt.

Forschung und Entwicklung

Als reiner Auftragsfertiger stellt sich das Unternehmen den stetig neuen Kundenanforderungen nach speziellen Konstruktionen, Produktentwicklungen und Fertigungsvarianten. Die Erfüllung dieser Vorgaben befördert bei STOLLE einen kontinuierlichen, produktbezogenen und absatzorientierten Innovationsprozess. Bereits während der Planungs- und Entwicklungsphase zu neuen Maschinen oder Investitionsprojekten treten die Kunden an STOLLE heran, um die benötigten Maschinenelemente, ggf. im Prüfstandbau einschließlich der kompletten Fundamentplanung, gemeinsam technisch zu entwickeln. Die vorgegebenen technischen Anforderungen (geforderte Belastbarkeit und Anwendungsformulierungen, Genauigkeitsanforderungen, statische und dynamische Belastungen, etc.) werden bei den Berechnungen und der Konzeptplanung berücksichtigt.

Für die Einsetzbarkeit der gemeinsam mit den Kunden entwickelten Produkte zeichnet STOLLE verantwortlich. Aufgrund der Kundenspezifikationen wird im STOLLE- Expertenkreis die technisch beste Lösung entwickelt. Dies erfolgt unter Einbeziehung der Fachkompetenz der Gießereileitung, der Betriebsleitung und der Technischen Leitung unter Unterstützung durch FEM- und Konstruktionsbereich. In Ausnahmefällen werden externe Ingenieurbüros in der Planungs- und Entwicklungsphase hinzugezogen, wenn komplexe Projekte hohen Berechnungsaufwand außerhalb der Kernkompetenzen von STOLLE erfordern.

Neu gewonnene Erkenntnisse fließen mit in die kontinuierlich wachsende STOLLE-Werksnorm (SWN) ein. Damit partizipieren auch zukünftige Kunden von den Entwicklungen und dem speziellen Knowhow, welche ein wesentliches Merkmal und gleichzeitig die Basis des dauerhaften unternehmerischen Erfolges der Wilhelm Stolle GmbH darstellen.

2. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Allgemeine globale Wirtschaftslage

Die Wirkung negativer Schocks flaut ab, doch Unsicherheit bleibt. Im Verlauf des Jahres 2023 sind die Störfaktoren, die im Jahr 2022 die Erholung von der Coronakrise - in vielen Ländern vorzeitig - beendet hatten, nach Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG) weitgehend geschwunden: Die Rohstoffpreise und insbesondere die für Energie sind wieder gesunken, und in der Folge hat sich die Inflation verringert. Die Reallöhne steigen dank nachlassender Inflation und anziehender Vergütungen inzwischen und Lieferengpässe behindern die wirtschaftliche Aktivität nicht mehr ungewöhnlich stark. Gleichzeitig ist die Unsicherheit für Unternehmen und Konsumenten aber hoch geblieben. Sie ist zum Teil geopolitischer Natur und in anhaltenden oder neuen militärischen Auseinandersetzungen (Ukraine, Gaza/Israel) oder wirtschaftlichen Konflikten (Vereinigte Staaten/China) begründet, zum Teil aber auch auf unklare oder inkonsistente Wirtschaftspolitik oder innenpolitische Unsicherheiten zurückzuführen und dürfte die Neigung zu Investitionen und Konsum dämpfen.

Bremsend wirkt nach Einschätzung der Volkswirte des BDG zunächst auch noch die Geldpolitik; die Wirkung der kräftigen Zinserhöhungen dürfte noch nicht vollständig in der Realwirtschaft angekommen sein. Die Weltwirtschaft expandiert vorerst in moderatem Tempo und gewinnt nur allmählich an Schwung.

Nach den Angaben des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) im Frühjahrsgutachten 2024 fiel das Wachstum des globalen BIP im Jahr 2023 mit 2,7 % moderat aus, nach 2,9 % in 2022. Die Wirtschaftsentwicklung in den einzelnen Ländern war sehr heterogen. Verwendungsseitig trugen die privaten Konsumausgaben in den USA und China maßgeblich zum globalen Wachstum bei. In anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften wie dem Vereinigten Königreich und dem Euro-Raum war das Wachstum hingegen aufgrund der privaten Konsumzurückhaltung gering. Entstehungsseitig dämpften zudem eine schwache globale Industrieproduktion sowie ein zeitweise rückläufiger Welthandel die Weltkonjunktur. Seit Jahresbeginn 2024 legt das globale Wachstum erneut zu. Dafür spielt laut SVR die Belebung des globalen Warenhandels eine wichtige Rolle, die der SVR maßgeblich auf gesunkene Preise chinesischer Exporte zurückführt. Der SVR erwartet daher, dass der Welthandel und die Weltindustrieproduktion weiter zulegen werden. Die Inflation werde weltweit weiter sinken, jedoch langsamer als im Vorjahr, und die Leitzinsen in fortgeschrittenen Volkswirtschaften werden sinken. Dies werde insbesondere die Investitionen anregen.

Euroraum

Nach einer kräftigen Erholung im Gefolge der Pandemie befindet sich die Wirtschaft im Euroraum in der Beurteilung des BDG derzeit in der Flaute: Nachdem die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten den privaten Verbrauch gebremst haben, die Finanzierungsbedingungen im Zuge der raschen geldpolitischen Straffung ungünstiger geworden sind und zuletzt auch das außenwirtschaftliche Umfeld kaum Unterstützung bot, sind die wirtschaftlichen Auftriebskräfte erlahmt. Die seit einem Jahr anhaltende Stagnation der Wirtschaftsleistung werde sich in den kommenden Monaten zunächst fortsetzen. Hierfür spricht die insbesondere in der Industrie bis zuletzt schwache Unternehmenszuversicht. Im Verlauf des Jahres 2024 dürfte die europäische Wirtschaft laut BDG dann nach und nach an Schwung gewinnen. Zum einen steigen die Reallöhne aufgrund kräftigerer Lohndynamik bei sinkendem Preisauftrieb wieder, was eine Belebung des privaten Verbrauchs begünstigt. Zum anderen dürften sich die Finanzierungsbedingungen mit der erwarteten Lockerung der geldpolitischen Zügel wieder verbessern. Schließlich werde voraussichtlich auch das außenwirtschaftliche Umfeld allmählich wieder mehr Impulse für die wirtschaftliche Aktivität geben.

Nach den Ermittlungen des SVR ist das BIP im Euro-Raum in 2023 gegenüber dem Vorjahr um 0,6 % und damit nur geringfügig gewachsen. Der zeitweise rückläufige Welthandel, die restriktive Geldpolitik, die infolge des Energiepreisschocks schwächelnde Industrie sowie Kaufkraftverluste und das eingetrübte Konsumentenvertrauen haben die realwirtschaftliche Entwicklung belastet. Eine Erholung der privaten Konsumausgaben aufgrund steigender Realeinkommen und der Aufschwung im Welthandel sowie die steigende globale Industrieproduktion werden im Jahr 2024 das Wachstum im Euro-Raum moderat antreiben. Eine Lockerung der Geldpolitik im laufenden Jahr dürfte zudem positive Wachstumsimpulse für das Jahr 2025 liefern.

Deutschland

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Nach der Einschätzung der Volkswirte des BDG, basierend auf Informationen der Deutschen Bundesbank und des Statistischen Bundesamtes, haben hohe Preise auf allen Wirtschaftsstufen die Konjunktur gedämpft, verstärkt durch ungünstige Finanzierungsbedingungen aufgrund steigender Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 habe sich somit nicht fortgesetzt. Dabei sei die Entwicklung der Bruttowertschöpfung im Jahr 2023 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich verlaufen. Nach den Angaben des BDG ist die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe, ohne Baugewerbe, insgesamt deutlich um 2,0 % zurückgegangen. Entscheidend dafür war eine sehr viel niedrigere Produktion im Bereich Energieversorgung. Das Verarbeitende Gewerbe, das fast 85 % des Produzierenden Gewerbes (ohne Bau) ausmacht, ist im Jahr 2023 preisbereinigt ebenfalls im Minus gewesen (-0,4 %). Positive Impulse kamen hier vorrangig aus der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau. Dagegen sank die Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie erneut, nachdem die Wirtschaftsleistung in diesen Branchen bereits 2022 besonders stark auf die steigenden Energiepreise reagiert hatte. Die meisten Dienstleistungsbereiche haben ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten können und die Wirtschaft im Jahr 2023 gestützt. Der Anstieg ist aber insgesamt schwächer ausgefallen als in den beiden vorangegangenen Jahren.

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach den Angaben des SVR um 0,2 % niedriger als im Vorjahr. Für 2024 erwartet der SVR, dass die deutsche Wirtschaft im Jahresverlauf etwas an Fahrt gewinnt.

Maschinenbau als wichtiger Abnehmerbereich

Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) lagen die Auftragseingänge des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus im Dezember 2023 mit real -6 % nicht mehr im zweistelligen Minus. Dennoch blieben die Aufträge mit Blick auf das Gesamtjahr 2023 real 12 % unter ihrem Vorjahreswert. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Nach Angaben des VDMA im Industriebericht des Bundesverbands der Deutschen Industrie e. V. (BDI) sank die preisbereinigte Produktionsleistung im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland im vergangenen Jahr zum Vorjahr um 0,6 %. Dies war vor allem auf schwindende Auftragsbestände zurückzuführen. Ende des Jahres lag die Kapazitätsauslastung im Maschinenbau bereits unter dem langjährigen Schnitt.

"In den großen Absatzmärkten Europa, den USA, China fehlt es an Vertrauen in einen dauerhaften globalen Konjunkturaufschwung, den gerade die Investitionsgüterindustrie benötigen würde", kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers die Jahresbilanz der Bestellungen. Im Inland verbuchten die Unternehmen 2023 ein Orderminus von 11 %, aus dem Ausland kamen 13 % weniger Bestellungen. Dabei betrug das Auftragsminus aus den Euro-Ländern 16 %, die Nicht-Euro-Länder schlugen mit einem Rückgang von 11 % zu Buche. Für den weniger schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum Oktober bis Dezember 2023 gab der Verband ein Minus im Auftragseingang von real 9 % zum Vorjahr an. Das Inlandsgeschäft (-15 %) verzeichnete kräftigere Rückgänge als das Ausland (-6 Prozent). Die Euro-Länder bestellten in diesem Zeitraum 4 % weniger Maschinen und Anlagen, die Nicht-Euro-Länder verringerten ihre Bestellungen um 7 %.

In den ersten beiden Monaten des Jahres 2024 sank die Produktion von Maschinen und Anlagen in Deutschland zwar um 4,2 %. Ein deutlicherer Rückgang wurde jedoch vermieden. In vielen Unternehmen wird die Produktion weiterhin durch hohe, wenngleich abnehmende Auftragsbestände gepuffert. Der Auftragseingang lag in den ersten beiden Monaten des Jahres kumuliert um real 10 % unter dem Vorjahreswert.

Insbesondere die große Verunsicherung der Kunden verhindert mehr Investitionen und damit mehr Aufträge für den Maschinen- und Anlagenbau. Allerdings scheint die Talsohle zumindest bei den Auslandsbestellungen erreicht zu sein (VDMA-Präsident Karl Haeusgen vor Medienvertretern zu Beginn der Hannover Messe). Für die Weltwirtschaft signalisieren aussagekräftige Frühindikatoren ein Ende der Talfahrt des internationalen Industriezyklus. Da die Branche als Investitionsgüterhersteller ein Spätzykliker ist, steht seitens des VDMA die Prognose, dass 2024 die Produktion im deutschen Maschinen- und Anlagenbau um real 4 % zum Vorjahr sinken wird.

Branchenentwicklung der Gießereiindustrie

STOLLE gehört mit seinen Produkten der deutschen Gießereiindustrie an, die als Teilbranche der Metallindustrie eine Schlüsselrolle als Zulieferer für viele nachgelagerte Industriebereiche hat. Hierbei gehören die bei Stolle hergestellten Produkte für den Maschinenbau zu der Gruppe des Eisengusses.

Nach den Angaben des Bundesverbands der deutschen Gießereiindustrie (BDG) ist die Gießereiindustrie in Deutschland eine klassische Mittelstandsbranche. Rund 91 % der Unternehmen beschäftigen bis zu 500 Mitarbeiter. Die Branche beschäftigt in rund 600 Eisen-, Stahl- und Nichteisen-Metallgießereien ca. 70.000 Mitarbeiter. In keinem anderen europäischen Land werden mehr Gusserzeugnisse produziert als in Deutschland. Deutsche Gussprodukte und die technologische Kompetenz der deutschen Gießereien sowie der beteiligten Zulieferunternehmen sind weltweit anerkannt. Die Werkstoffstruktur der Eisengießereien, zu denen STOLLE gehört, ist dominiert durch 59 % Grauguss sowie 34 % Gusseisen mit Kugelgraphit. Auf Stahlguss entfallen 5 % der Gesamtfertigung. Tempergusskomponenten beanspruchen als hochspezialisierter Nischenwerkstoff 2 % des Produktionsvolumens.

Mit einem direkten Exportanteil der deutschen Gießereiindustrie von etwas mehr als einem Drittel ist der Wirtschaftszweig scheinbar stark auf den Heimatmarkt ausgerichtet. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber, dass indirekt viele Güter für das Ausland produziert werden. Die Gießereien sind wichtige Zulieferer für die Exporteure im Fahrzeug- und Maschinenbau. Die direkte Exportquote der Eisen- und Stahlgießereien im Jahr 2023 beträgt 43,3 %. Insgesamt wurden 1,312 Mio. t, entsprechend einem Zuwachs von 1,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, ausgeführt.

Die Eisen- und Stahl(FE)-Gießereien haben im Jahr 2023 einen Produktionsrückgang von 2,8 % auf 3,033 Mio. t verzeichnet. Die Nichteisen(NE)-Metallgießereien registrierten einen Anstieg von 2,9 % auf eine Tonnage von 0,834 Mio. t. Mit insgesamt 3,868 Mio. t Guss lag die deutsche Gussproduktion im Jahr 2023 1,6 % unter Vorjahr. Dabei erwirtschaftete die Gießerei-Industrie im Jahr 2023 einen Umsatz in Höhe von 7,8 Mrd. € auf der FE-Seite sowie 6,2 Mrd. € auf der NE-Metallseite. Insgesamt verbuchten die Gießereien ein Umsatzwachstum von 1,2 %. Die Kapazitätsauslastung lag im Durchschnitt (Wertermittlung Anfang des Quartals) 2023 bei 83 % und damit rein rechnerisch unter dem Durchschnittsniveau des Jahres 2022 von 89%.

Die Eisen- und Stahlgießereien, welche wie STOLLE Teile für den Maschinenbau abgießen, fertigten mit 0,722 Mio. t rund 11,2 % weniger als im Vergleichszeitraum 2022. Auch bei der Nachfrage schlossen die Eisen- und Stahlgießereien das Jahr 2023 mit einem niedrigeren Volumen als im Vorjahr 2022 ab (2,598 Mio. t = - 13,0 %). Das Bestellinteresse aus dem Maschinenbau lag mit 0,618 Mio. t um 21,9 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Gegenüber Ende Dezember 2022 lag der Auftragsbestand der Eisen- und Stahlgießereien Ende Dezember 2023 mit 1,256 Mio. t um 15,2 % niedriger.

Geschäftsverlauf der Wilhelm Stolle GmbH

Nach einem schwierigen Geschäftsjahr mit zeitweise niedriger Auslastung konnte der negative Trend der Umsatzentwicklung zum Jahresende gebrochen werden. Das Unternehmen weist daher zum Jahresende ein leicht positives Ergebnis aus.

Die Umsatzerlöse von STOLLE verringerten sich um 14,1% auf € 17,03 Mio. (im Vorjahr € 19,83 Mio.). Vielfach wurden die Warenlieferungen zu neuen Bestellungen sehr kurzfristig benötigt. Der Auftragseingang im Berichtsjahr 2023 war dabei stark schwankend, sodass der Auftragsbestand im Jahresverlauf zunächst fortlaufend zwischen € 7 Mio. und € 9 Mio. pendelte, bis er zum Jahresende insbesondere aufgrund sehr geringer Auftragseingänge im Dezember auf ca. € 5 Mio. absank. Seit Ende des 3. Quartals 2022 war ein Rückgang an unseren Absatzmärkten festzustellen, der zum Ende des Jahres 2023 seinen vorläufigen Tiefpunkt fand.

Aufgrund der Analyse der konjunkturellen Entwicklung und der strukturellen Veränderungen in der Gießereiindustrie und insbesondere ihrer industriellen Hauptabnehmer im Fahrzeug- und Maschinenbau in Europa geht STOLLE nicht davon aus, mittelfristig wieder erheblich höhere Umsatzerlöse deutlich oberhalb von € 20 Mio. zu erzielen. Hiermit bestätigt sich die derzeitige Unternehmensgröße zusammengeführt an einem Standort.

Alle geplanten und wichtigen Investitionen wurden auch im Jahr 2023 umgesetzt. Sie betrafen insbesondere Maschinenüberholungen sowie Prozessverbesserungen. Die Maßnahmen erfolgten, um notwendige Kapazitäten und Ressourcen zu erhalten und um Produktivität und Effizienz zu gewährleisten.

Das STOLLE Managementsystem ist nach DIN ISO 9001 - 2015 zertifiziert. Wichtige zusätzliche Bausteine, wie Risikomanagement und Wissensmanagement, sind implementiert. Der fortlaufende Prozess der Wissensdokumentation wird kontinuierlich vorangetrieben. Die Ausrüstung der einzelnen Abteilungen trägt den umwelttechnologischen Anforderungen Rechnung. Die Positionen der Umwelt-, Abfall-, Emissions-/Immissions- und Strahlenschutzbeauftragten des Unternehmens sind kompetent besetzt. Das Engagement im Energienetzwerk REGINEE zeigt, dass fortgesetzt noch weiteres Potenzial genutzt werden kann. Diese Möglichkeiten und Erfahrungen fließen in aktuelle und zukünftige Projekte und Entscheidungen mit ein.

Die Wilhelm Stolle GmbH strebt die Zertifizierung des Umweltmanagements nach ISO 14001 an. Um dieses Ziel zu erreichen, also ein Umweltmanagementsystem (UMS) einzuführen, wurden externe Berater hinzugezogen. Die Zertifizierung wird im Herbst 2024 erfolgen.

Das Unternehmen ist technologisch, personell und organisatorisch zukunftsorientiert aufgestellt.

• Ertragslage

Die Gesamterlöse lagen im Berichtsjahr bei € 17,03 Mio. Damit ergab sich ein Rückgang zum Vorjahr um € 2,8 Mio. Dabei sind die inländischen Umsätze um T€ 1.681 (-18,9 %) gegenüber dem Vorjahr auf € 7,19 Mio. gefallen, die ausländischen Umsätze sind um T€ 1.118 (-10,2 %) auf € 9,84 Mio. gefallen.

Die Preise bei den Rohstoffen sind im 2. Halbjahr des Jahres 2023 gegenüber dem Vorjahr deutlich gefallen. Insbesondere hieraus erklärt sich der Kostenrückgang beim Einsatz an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen bezogen auf die Gesamtleistung von 29,0 % im Vorjahr auf nunmehr 26,7 % im Berichtsjahr 2023.

Die Personalaufwendungen liegen in absoluten Zahlen etwa 2,8 % über dem Niveau des Vorjahres. Bezogen auf die Gesamtleistung liegen sie nach 35,5 % im Vorjahr jetzt bei 41,9 %, was durch den schlechten Umsatz des Geschäftsjahres bedingt ist.

Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit T€ 1.484 deutlich im positiven Bereich, jedoch ebenso deutlich unter dem Vorjahreswert von T€ 2.567. Entsprechendes gilt für das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT), das gegenüber dem Vorjahr um T€ 1.053 auf T€ 341 sank.

Die Umsatzrentabilität (EBIT/Gesamtleistung) hat sich somit verschlechtert und lag mit 2,0 % auf einem niedrigen Niveau. Das Jahresergebnis des Berichtsjahres betrug T€ 294 (Vorjahr T€ 1.205).

Die Prognose des Vorjahres für das Geschäftsjahr 2023 wurde beim Umsatz aufgrund von Verzögerungen in der Realisation von Aufträgen zum Jahreswechsel um knapp T€ 500 unterschritten. Für das betriebliche EBITDA wurde die Prognose des Vorjahres von etwa € 1,4 Mio. aufgrund der günstigen Preisentwicklung auf der Beschaffungsseite dennoch erreicht bzw. leicht übertroffen. Beim Jahresergebnis, das gegenüber dem in der konservativen Planung genannten leicht negativen Ergebnis um ca. 300 T€ besser ausfällt, hat sich zusätzlich insbesondere das gegenüber der Planung verbesserte Zinsergebnis ausgewirkt, was auch auf geringere als geplante Zinsaufwendungen aus den Pensionsverpflichtungen zurückgeht.

• Finanzlage

Der Bestand der liquiden Mittel beträgt am Stichtag 31. Dezember 2023 T€ 2.310 (Vorjahr T€ 3.190). Ausgehend vom positiven Jahresergebnis in Höhe von T€ 294 ergibt sich durch Bereinigung um nicht zahlungswirksame Aufwendungen, insbesondere um die Abschreibungen in Höhe von T€ 1.143 und um die Zunahme der Rückstellungen von 181 T€, ein positiver finanzwirtschaftlicher Cashflow in Höhe von etwa € 1,67 Mio. Maßgeblich die Zunahme der Kapitalbindung in Vorräten und Forderungen um € 1,2 Mio. reduziert den Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit auf T€ 297. Unter Berücksichtigung der Auszahlungen für Investitionen in Höhe von T€ 929 und des Abflusses aus der Finanzierungstätigkeit, überwiegend aus der Tilgung von Krediten, von T€ 248 ergibt sich der Mittelabfluss von insgesamt T€ 880.

• Kapitalstruktur

Das Prinzip des Unternehmens besteht auf einer hohen Eigenkapitaldecke. Neben den Investitionen aus eigenen Erträgen werden ggf. einzelne große Maschinen und Anlagen bzw. Investitionen, wie z.B. die neue Strahlanlage, finanziert oder geleast.

• Investitionen

Auch im Investitionszeitraum 2023 wurden die seit Jahren laufenden umfangreichen Umbauten/Renovierungen in der Gießerei und im Maschinenpark im Werk Bonn-Beuel fortgeführt.

• Liquidität und Kreditlinien

Die Liquidität des Unternehmens ist im Verlauf des Jahres 2023 kontinuierlich in ausreichender Höhe vorhanden gewesen. Zum Stichtag 31.12.2023 verfügte das Unternehmen daneben über freie Kreditlinien in Höhe von € 2 Mio.

• Vermögenslage

Bei einer Zunahme der Forderungen um ca. € 1,05 Mio., einem Rückgang des Anlagevermögens um T€ 208, einer Zunahme der Vorräte um ca. T€ 150 und einem Rückgang der liquiden Mittel um T€ 880 ist die Bilanzsumme der STOLLE von € 23,7 Mio. im Vorjahr auf € 23,8 Mio. zum Stichtag 31.12.2023 gestiegen.

Davon entfallen etwa € 13,3 Mio. bzw. 56 % auf langfristig gebundenes Vermögen und € 10,5 Mio. bzw. 44 % auf kurzfristig gebundenes Vermögen. Das Eigenkapital beträgt zum Abschlussstichtag € 17,6 Mio., die Eigenkapitalquote liegt bei 74 % (Vorjahr 73 %).

• Leistungsindikatoren

Umsatzrentabilität 2,0 % (2022: 7,1% 2021: 5,0%)
EBITDA T€ 1.484 (2022: T€ 2.567 2021: T€ 2.302)
Gesamtleistung pro Kopf T€ 180 (2022: T€ 200 2021: T€ 167)

Nach der im Jahr 2021 umgesetzten strategischen und strukturellen Neuausrichtung der Gesellschaft zur Anpassung an die veränderten Umfeldbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten hat sich die positive Entwicklung der beiden Vorjahre im Jahr 2023 aufgrund der dargestellten gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen konjunkturellen Entwicklungen nicht uneingeschränkt fortsetzen können. Dennoch sind Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft in der Gesamtschau im Vergleich zu den Jahren vor der Neuausrichtung als deutlich verbessert zu bewerten.

3. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

Prognosebericht

Nach Einschätzung des SVR im Frühjahrsgutachten 2024 ist die Weltkonjunktur mit neuem Schwung in das Jahr 2024 gestartet. Dies liege insbesondere an einer deutlichen Erholung des globalen Warenhandels. Gleichzeitig steigt auch die globale Industrieproduktion. Trotz hoher Zinsen und einer gestiegenen geopolitischen Unsicherheit sind die USA und China globale Wachstumstreiber. Während in den USA das Wirtschaftswachstum breit angelegt ist, ist in China der Dienstleistungssektor die treibende Kraft. Der SVR prognostiziert für 2024 und 2025 ein globales BIP-Wachstum von 2,6 % bzw. 2,7 %.

Die Wirtschaft im Euro-Raum zeigt sich laut SVR am aktuellen Rand zwar noch schwach, eine Belebung der Konjunktur dürfte jedoch anstehen. Steigende Reallöhne und der Aufschwung der Weltkonjunktur dürften die Nachfrage stärken. Mit einem kräftigeren Wachstum werde jedoch erst im Jahr 2025 gerechnet. Das BIP-Wachstum im Euro-Raum werde in den Jahren 2024 und 2025 voraussichtlich 0,8 % bzw. 1,5 % betragen. Die Inflation dürfe bei 2,4 % bzw. 2,1 % liegen. Die geldpolitische Straffung zeige ihre Wirkung, es dürfe im Verlauf des Jahres 2024 zu Zinssenkungen kommen, die die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen verbessern.

Demgegenüber verzögere sich die Erholung der deutschen Wirtschaft weiter, die deutsche Wirtschaft leidet weiterhin an Wachstumsschwäche, insbesondere Industrie und Bauwirtschaft sind in der Talsohle. Daher haben die "Wirtschaftsweisen" des SVR ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr gesenkt. Wie das Beratergremium der Bundesregierung im Mai in Berlin mitteilte, wird nur noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 % gerechnet - im vergangenen Herbst hatten die "Wirtschaftsweisen" noch ein Wachstum von 0,7 % prognostiziert. Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft werde von einer schwachen gesamtwirtschaftlichen Nachfrage geprägt, teilte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit. Die privaten Haushalte konsumierten aktuell noch zurückhaltend, die Industrie und die Baubranche verzeichneten nur geringfügig neue Aufträge. Erwartet werde aber, dass die deutsche Wirtschaft im Verlauf des Jahres 2024 etwas an Fahrt gewinne. Der private Konsum beginne voraussichtlich im Jahresverlauf die Konjunktur zu stützen, da die Realeinkommen deutlich steigen dürften. Die Teuerung in Deutschland wird sich nach der Prognose des SVR weiter verlangsamen.

Die "Wirtschaftsweisen" rechnen in diesem Jahr mit einer Inflationsrate von 2,4 % und 2025 mit einer von 2,1 %. Im Jahr 2025 soll die deutsche Volkswirtschaft nach der Prognose des SVR um 0,9 % wachsen. Laut Prognose des SVR dürften im Verlauf des laufenden Jahres der Welthandel und die globale Industrieproduktion zunehmen, davon profitierten die deutschen Exporte. Exportorientierte Unternehmen seien aber mit einem scharfen Wettbewerb, steigenden Arbeitskosten und weiterhin erhöhten Energiepreisen konfrontiert. Dabei stelle die geopolitische Unsicherheit ein erhebliches Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung und die Inflation dar. Unsicherheitsfaktoren seien insbesondere der andauernde Krieg in der Ukraine und der Nahostkonflikt infolge des Terrorangriffs der Hamas auf Israel. Eine Ausweitung des Nahostkonflikts könnte die Energiepreise erneut ansteigen lassen.

Auch nach der Frühjahrsprognose der EU-Kommission wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr langsamer wachsen als zuletzt erwartet. In der im Mai vorgelegten Schätzung der Brüsseler Behörde prognostiziert sie der größten Volkswirtschaft der EU für 2024 nur noch ein minimales Wachstum von 0,1 Prozent. Als Gründe werden etwa eine schwache Auslandsnachfrage, ein schleppender privater Konsum und die geringe Investitionstätigkeit aufgrund anhaltend hoher Finanzierungskosten genannt. Mit einer erwarteten weiteren Abschwächung der Inflation dürften sich die realen Haushaltseinkommen weiter erholen. In Verbindung mit einer verbesserten Konsumentenstimmung werde der private Konsum im Jahr 2025 wieder das Niveau vor der Pandemie erreichen. Nach einem starken Rückgang der Investitionstätigkeit in den Vorjahren wird für 2025 eine Erholung des Investitionswachstums erwartet, auch dank der angenommenen Verbesserung der Finanzierungsbedingungen. Gleichzeitig werde die anhaltend hohe Wohnungsnachfrage eine Erholung im Baugewerbe ab der zweiten Jahreshälfte 2024 unterstützen. Insgesamt prognostiziert die EU-Kommission für 2025 eine moderate Erholung des realen BIP-Wachstums auf 1,0 %.

Bei den deutschen Gießereien ist die Stimmungslage im Frühjahr 2024 nach der Einschätzung des BDG im Industriebericht des BDI schlecht. Das Gießerei-Geschäftsklima des Ifo-Institutes lag im März bei minus 41 Punkten. Vom historischen Minus im Oktober haben sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate deutlich verbessert. Allerdings rangieren diese mit einem Saldo von minus 40 Punkten nach wie vor tief im Negativbereich. Eine ernüchternde Erklärung für die vermeintlich weniger pessimistische Sicht auf die zukünftigen Geschäfte legt derweil in der erheblichen Verschlechterung der gegenwärtigen Lage der Gießereien. Betrug der Saldo der gut-schlecht-Bewertungen vor einem Jahr hier noch 35 Punkte, stürzte die Lagebeurteilung auf minus 43 Punkte im März 2024 ab.

Die schlechte Stimmung der Branche orientiert sich maßgeblich an der schwachen Nachfrageentwicklung. Gingen die Auftragseingänge im Jahr 2023 im Jahresverlauf deutlich zurück, so starteten die deutschen Gießereien auch mit schwachen Bestellungen in das Jahr 2024. Branchenweit liegen diese nach den ersten beiden Monaten des Jahres 14 % unter Vorjahr. Die Produktion gab derweil um 6 % nach. Zur Einordnung: Im aktuellen Jahr 2024 fehlen bei der Produktion gut 27 % zu den Monaten Januar und Februar des Jahres 2019.

Die Dynamik der Auftragseingänge zeigt nach den Angaben des BDG im Jahresverlauf bisher insgesamt nach unten. Die Auftragsbestände der Deutschen Gießereien werden daher sukzessive abgebaut. Dominierten in den beiden Vorjahren Lieferengpässe die Überlegungen der Einkäufer auf Kundenseite, welche mitunter zu einem hohen Auftragseingang bei den Gießereien führten, wirke sich die schwache Industrie-Konjunktur nun umso stärker auf die Gießereien aus. Neben der insgesamt abflachenden Nachfrage haben Gussabnehmer in einzelnen Sparten Bestände aufgebaut, aus denen sie nun zunächst ihre Kunden bedienen. Bei sinkenden Rohstoffpreisen und Lieferzeiten verhalten sich die Gussabnehmer zusätzlich abwartend.

Die geringere Kapazitätsauslastung führte laut BDG teilweise zu Schiebungen in der ersten Jahreshälfte. Der Anteil der Unternehmen, die Kurzarbeit anmelden, stieg deutlich. Für das Jahr 2024 steht laut BDG in der Gießerei-Industrie eine Produktionsprognose von - 5 %, da entscheidende Impulse aus den Kundenbranchen fehlen. Sowohl für den Maschinenbau als auch für die gussintensiveren Segmente des Straßenfahrzeugbaus sehen die Prognosen für dieses Jahr negativ aus.

Die Entwicklung der Gussnachfrage ist nach der Einschätzung der Volkswirte des BDG aufgrund der geopolitischen Spannungen und der Probleme der chinesischen Wirtschaft mit deutlicher Unsicherheit behaftet. Zeige sich der US-Markt für die Kunden der Gießereien zuletzt stabiler als zunächst erwartet, gehen aus weiten Teilen Asiens nicht die gewünschten Wachstumsimpulse für das Exportland Deutschland aus. Doch auch in den USA nehmen die Unsicherheiten im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen zu. Der Ukrainekrieg belaste den Wirtschaftsstandort Deutschland derweil ungemindert. Zwar gelte eine Gasmangellage Stand heute als wenig wahrscheinlich, tiefere Temperaturen und potenzielle Schäden an der Infrastruktur könnten die Preise für Energie gleichwohl wieder steigen lassen. Die politischen und wirtschaftlichen Folgen des Terrors in Israel lassen sich nicht vorhersehen. Ein ausgewachsener Konflikt im Nachen-Osten würde sich erheblich auf den Ölpreis und damit die Weltkonjunktur auswirken. Schon durch Angriffe der Huthi-Rebellen auf die internationalen Seewege am Roten Meer werde die globale Logistik beeinträchtigt, was zu Kostensteigerungen führe. Auch durch die haushaltspolitischen Verwerfungen der Bundesregierung seien große Unsicherheiten entstanden, die für die Transformation der Industrie nachhaltig schädlich seien. Investitionen am Wirtschaftsstandort Deutschland seien daher laut BDG signifikant rückläufig.

Für die Wilhelm Stolle GmbH haben sich die Prognosen der Geschäftsleitung bestätigt, auf Grund derer die strategische und strukturelle Neuausrichtung der Gesellschaft zur Anpassung an die veränderten Umfeldbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten im Jahr 2020 eingeleitet und in 2021 umgesetzt wurde. Die heutige Unternehmensgröße ist ausreichend, um den Bedürfnissen der insgesamt schwächer gewordenen Absatzmärkte in Europa gerecht zu werden. Die Anfragetätigkeit seitens der Kunden auf diesen unterschiedlichen Absatzmärkten ist vergleichsweise stabil geblieben. Allerdings ist im Projektgeschäft, bei dem es um größere Plattenfelder insbesondere für Anwender im Bereich der Automobilindustrie (Hersteller und OEM) geht und das 2020 nahezu komplett zum Erliegen kam, noch keine durchgreifende Trendwende eingetreten. Viele Investitionsprojekte seitens der Kunden wurden angesichts der unsicheren Situationen weiter verschoben. In der Gesamtschau sind Auftragseingang und Auftragsbestand auf niedrigem Niveau unter den Planzahlen.

Aufgrund der Analyse der konjunkturellen Entwicklung insbesondere der industriellen Hauptabnehmer im Fahrzeug- und Maschinenbau geht STOLLE in der Planung davon aus, dass die Absatzzahlen nach dem Rückgang in den Jahren 2023/2024 zwar wieder ansteigen werden, aber wegen der beschriebenen schwierigen Wirtschaftslage vergleichsweise niedrig bleiben. Die Verkaufspreise werden dennoch, auch aufgrund der generellen Kosten- und Preisentwicklung, steigen.

Durch den seit der Pandemie weiterhin anhaltenden Investitionsstopp in vielen wichtigen Abnehmerbereichen (Automobilbau, Flugzeugindustrie, Maschinenbau) ergibt sich zwangsläufig eine Überalterung der Maschinenparks und somit ein Investitionsstau. In den kommenden Jahren wird die Luftfahrtindustrie weiterhin dem wachsenden Druck ausgesetzt sein, energiesparende bzw. umweltschonende Flugzeuge einzusetzen bzw. zu entwickeln und zu produzieren. Neben den erwähnten Chancen in der zivilen Luftfahrt ist davon auszugehen, dass die Anfrageseite im Bereich Defense und Raumfahrt weiter zunimmt. Durch den fortgeschrittenen Entwicklungsstatus des Maschinen- und Anlagenbaus werden zukünftig auch wieder verbesserte Chancen im Bereich Automotive, vor allem im Prüfstandbau, gesehen.

Im Geschäftsjahr 2024 erwartet STOLLE nach Maßgabe der um Zahlen aus laufender Rechnung aktualisierten Planung, einen Jahresumsatz von etwa € 15 Mio. und eine Gesamtleistung in Höhe von € 15,5 Mio. zu erreichen. Auf dieser Grundlage wird nach der Planung ein betriebliches EBITDA in Höhe von etwa € 0,9 Mio. prognostiziert, das unter Berücksichtigung von Abschreibungen und Zinsen zu einem negativen Jahresergebnis in Höhe von T€ -200 führt. Dabei werden eine schwach negative Umsatzrentabilität von etwa -1 % und eine Gesamtleistung pro Kopf knapp 10 % unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2023 erwartet. Für das Geschäftsjahr 2025 geht STOLLE nach der Planung aufgrund erwarteter, um ca. € 2,5 Mio. höherer Umsätze von einem besseren, wieder deutlich positivem Jahresergebnis aus.

Risikobericht

Risikomanagementsystem:

Kontinuierlich wird bei STOLLE versucht, auf Grund der aktuellen Erkenntnisse die eigenen Risiken und Chancen zu bewerten. Diese Risiken und Chancen werden dann den Unternehmenszielen gegenübergestellt. Auch im Zusammenhang mit der Zertifizierung der Managementsysteme (ISO9001:2015 und ISO14001) wird fortlaufend ein Verzeichnis der Risiken und Chancen der Wilhelm Stolle GmbH gepflegt. Hier werden in Bezug auf Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliches Schadensausmaß die Risikoklassen ermittelt. Mit formulierten und umgesetzten Abwehrmaßnahmen wird der Eintrittswahrscheinlichkeit entgegengewirkt.

Das Risikomanagement des Unternehmens setzt im Kern auf eine hohe Eigenkapitalquote und Eigenkapitaldecke. Diese basiert nicht zuletzt auf einer über die Jahre hinweg sehr zurückhaltenden Gewinnausschüttungspolitik. Investitionsentscheidungen werden unter Berücksichtigung von bestehenden bzw. potenziellen Risiken getroffen. In monatlichen Finanzbesprechungen werden u.a. Währungsrisiken, Länderrisiken und sonstige Risiken diskutiert sowie notwendige Maßnahmen abgeleitet.

Die Ausfallrisiken aus Kundenforderungen werden durch die Bonitätsprüfung bei Neukunden und die Beobachtung von Indikatoren für eine mögliche Bonitätsverschlechterung bei Bestandskunden begrenzt. Große Teile der Forderungen werden gegen Forderungsausfall versichert. Die eigene Marktstellung wird durch permanente Verbesserung der Produktionsprozesse sowie hoch qualifizierte Mitarbeiter vor allem in den Schlüsselpositionen abgesichert.

Für die laufende Unternehmenssteuerung und -überwachung sind folgende Controlling-Instrumente implementiert:

• täglicher Statusbericht zu Umsatz, Auftragsbestand, Auftragseingang, Debitorenbestand und Kreditorenbestand

• Ermittlung von Produktionskennziffern für Gießerei und Maschinenfabrik

• Ermittlung von Vertriebskennzahlen

• Auftragsbezogene Erfolgskontrolle durch Vor- und Nachkalkulation

• Produktionsplanung und -überwachung

• Erfolgsplanung und -überwachung

• Liquiditätsplanung und -überwachung

• Investitionsplanung und -überwachung

• Kostenstellen- und Kostenartenrechnung

• Personalkennzahlen

Risiken:

STOLLE stellt sich dem Wettbewerb im Markt auch bei der Preisgestaltung seiner Produkte. Um Marktanteile zu behalten, werden Preiszugeständnisse auch bei ertragsschwachen Produkten bewilligt. Bei extremen Anforderungen obliegt die Entscheidung der Geschäftsführung.

Die Risiken der Preisentwicklung auf der Einkaufsseite werden durch Preisbindung und die Versorgung durch mehrere Alternativanbieter entschärft. Auch die Versorgungssicherheit bei Rohstoffen ist auf diese Weise in der Regel sichergestellt. Daneben wird sich abzeichnenden Versorgungsengpässen aktuell, wie schon in der Vergangenheit, durch den frühzeitigen Aufbau von Lagerbeständen wichtiger Rohstoffe begegnet, um die Produktion planmäßig aufrecht zu erhalten und die Kostenentwicklung abzufedern. Starke Preisschwankungen auf der Rohstoffseite und bei den Energiekosten werden durch einen Materialteuerungszuschlag an die Kunden weitergegeben. Die Risiken auf der Beschaffungsseite können bisher mit diesen Maßnahmen beherrscht werden.

Um den hohen Grad der Qualität bei STOLLE zu bestätigen bzw. auszubauen, werden alle Prozesse stetig durch das Qualitätsmanagementsystem abgeprüft. Nachdem sich die Abläufe etabliert haben, werden diese weiter verfeinert oder neue in das System mit aufgenommen. Entsprechend wird kontinuierlich in Ausrüstung und Personal der Qualitätssicherung investiert. Sie ist direkt der Geschäftsleitung unterstellt.

Die IT-Landschaft des Unternehmens ist auf aktuellem Stand. Das seit einigen Jahren eingesetzte ERP-System bildet alle Bereiche des Unternehmens ab. Auch der fortlaufende Ausbau des Fachbereichs Prozessmanagement sowie die erfolgreich abgeschlossene Implementierung eines Dokumentenmanagement-Systems sind herauszuheben. Der Ausbau des Wissensmanagements wird kontinuierlich vorangetrieben.

Personalrisiken sind weitgehend beherrscht. Die geringe Fluktuationsrate bestätigt den betrieblichen Zusammenhalt bei STOLLE. Der hohe Qualifizierungsgrad der Mitarbeiter ermöglicht den flexiblen Einsatz und die Kompensation zeitlicher Ausfälle. Die klar strukturierte Aufbau- und Ablauforganisation unterstützt auch in solchen Phasen die Verteilung betrieblicher Aufgaben auf Abteilungen und Stellen sowie die personelle Besetzung. Zunehmend wird der Fachkräftemangel auch bei STOLLE spürbar. In allen Bereichen wird fortwährend die Suche nach geeignetem Fachpersonal intensiviert. Ein weiterer Schwerpunkt ist die jährliche Suche nach motivierten Auszubildenden, um zukünftiges Personal eigenständig zu entwickeln.

Der Ausfall von Maschinen wird durch die gut aufgestellte Instandhaltung minimiert. Ein festgelegtes System der vorbeugenden Instandhaltung (Maintenance) sichert dauerhaft die höchstmögliche Verfügbarkeit aller Anlagen. Längerfristige Reparaturen führen nicht unweigerlich zu Engpässen. Die Bearbeitung kann flexibel auf andere Bearbeitungsmaschinen umgeplant werden, um Liefertermine sicher zu stellen.

Als großes Risiko werden derzeit die wirtschaftlichen Folgen der geopolitischen Konflikte beurteilt. Hierzu zählen in erster Linie der Ukraine-Konflikt, die Gefahr der Ausweitung des Nahostkonflikts und die Bedrohung durch eine militärische Intervention Chinas in Taiwan. Damit verbunden sind wirtschaftlichen Risiken durch Handelsbeschränkungen und steigende Energiekosten. Die möglichen Folgen hieraus sind derzeit nicht abzuschätzen. Auch ein besonders kalter Winter 2024/25 könnte dazu führen, dass die Energiepreise wieder steigen. Unmittelbare Auswirkungen auf die Produktion der Wilhelm Stolle GmbH würden sich nicht ergeben, da Gas bzw. Öl nicht direkt in der Produktion eingesetzt wird.

Den allgemeinen Absatzrisiken im Markt begegnet STOLLE durch eine breite Aufstellung und flexible Produktionsprozesse. Der Kundenkreis ist national wie international sehr heterogen. Damit können auch in schwierigen Konjunkturphasen wirtschaftliche Schwankungen in der Regel aufgefangen werden. Dennoch besteht für STOLLE als industrieller Auftragsfertiger eine hohe Abhängigkeit von der konjunkturellen Entwicklung. Strukturelle Veränderungen bei den industriellen Hauptabnehmern im Fahrzeug- und Maschinenbau können auch für STOLLE weitreichende Folgen haben.

Chancenbericht

STOLLE ist im Produktsegment "Aufspannplatten", "Messplatten", "Prüfstandplatten" und "Grundbetten" nach wie vor ein bedeutender Anbieter in Europa. Die wesentliche Stärke des Unternehmens als Auftragsfertiger liegt in der Kombination aus Gießerei und Maschinenfabrik, die aufgrund der höheren Fertigungstiefe und der damit verbunden Fertigungsmöglichkeiten für die Kunden Vorteile gegenüber Wettbewerbern bietet.

Der Aufbau als Systemlieferant mit verstärkter Aktivität im Bereich Konstruktion und Entwicklung sowie Logistik, Industrie- und Endmontagen weist Stolle als weit mehr als einen Hersteller von Gussteilen aus. Dies wissen die Kunden zu schätzen, wenngleich es in schwierigen Marktphasen kein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal sein kann.

Fortgesetzte Umstrukturierungen in den Verwaltungs- und Produktionsprozessen sind darauf ausgerichtet, die produktspezifischen Kostenstrukturen genauer zuzuordnen und zu erfassen, um sie in den Preisermittlungen der einzelnen Produkte der eigenen Fertigung differenziert umzusetzen. Damit werden auch Standardartikel auf einem intensiv umworbenen Markt konkurrenzfähiger. Die kostenintensive Herstellung von Sonderteilen, welche STOLLE von den Produkten vieler Wettbewerber unterscheiden, kann noch stärker in den Vordergrund gestellt und am Markt positioniert werden. Dazu zählt auch das Ausschöpfen der Möglichkeiten der spanenden Endbearbeitung "in einer Spannung" von Plattenfeldern bis zu einer Größe von 19 x 5,5 Metern Größe.

Mit der Bevorratung diverser Halbzeuge von Gussteilen zur Variantenfertigung kann noch schneller auf Anfragen zu Standardprodukten reagiert werden. Hierin liegt in der Welt für diese Spezialprodukte ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Längeren Lieferzeiten aufgrund der materialbedingen Ruhezeit zwischen Abguss und Bearbeitung wird damit entgegengewirkt. Die Bevorratung der Teile im Rohguss erhält die Möglichkeit aufrecht, Kundenwünsche in der Endbearbeitung zu berücksichtigen. Die Lieferzeit ist ein wichtiges Entscheidungskriterium bei den Kunden, das in den letzten Jahren fortgesetzt an Bedeutung gewonnen hat und die Absatzchancen erhöht.

STOLLE hat im Geschäftsjahr 2023, dem dritten Jahr nach den tiefgreifenden strukturellen Veränderungen, erneut ein positives Ergebnis erzielt. Die Strategie, die Ablauf- und Aufbauorganisation der Wilhelm Stolle GmbH wurden den Marktveränderungen entsprechend erfolgreich neu ausgerichtet. Auf dieser Grundlage ergibt die Bewertung von Risiken und Chancen für STOLLE trotz der aktuell schwierigen konjunkturellen Lage eine positive Einschätzung der Entwicklungsmöglichkeiten.

 

Bonn, den 05.09.2024

gez. Martin Stolle, Geschäftsführer

gez. Wolfgang Stolle, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 13.311.326,64 13.518.899,43
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 309.551,32 523.987,79
II. Sachanlagen 13.001.675,32 12.994.811,64
III. Finanzanlagen 100,00 100,00
B. Umlaufvermögen 10.431.737,46 10.111.603,50
I. Vorräte 3.228.229,34 3.078.624,39
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.893.171,28 3.843.078,04
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.310.336,84 3.189.901,07
C. Rechnungsabgrenzungsposten 83.904,00 81.682,20
Bilanzsumme, Summe Aktiva 23.826.968,10 23.712.185,13

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 17.585.906,01 17.292.137,08
I. gezeichnetes Kapital 550.000,00 550.000,00
II. Kapitalrücklage 1.604.466,30 1.604.466,30
III. Gewinnrücklagen 1.853.672,05 1.853.672,05
IV. Gewinnvortrag 13.283.998,73 12.078.697,75
V. Jahresüberschuss 293.768,93 1.205.300,98
B. Rückstellungen 3.704.568,75 3.523.644,85
C. Verbindlichkeiten 2.536.493,34 2.896.403,20
Bilanzsumme, Summe Passiva 23.826.968,10 23.712.185,13

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 11.809.293,36 13.293.907,76
2. Personalaufwand 7.156.487,68 6.962.233,39
a) Löhne und Gehälter 5.880.529,22 5.745.499,45
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.275.958,46 1.216.733,94
davon für Altersversorgung 187.984,55 124.946,15
3. Abschreibungen 1.143.208,52 1.173.106,93
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 3.135.544,32 3.730.148,24
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.008,75 5.360,82
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 52.169,01 151.842,39
7. Steuern vom Einkommen und Ertrag 0,00 42.797,00
8. sonstige Steuern 33.123,65 33.839,65
Jahresüberschuss 293.768,93 1.205.300,98

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Wilhelm Stolle GmbH, Bonn

1. Erläuterungen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung

1.1 Allgemeine Angaben

Die Wilhelm Stolle GmbH hat ihren Sitz in Bonn und ist eingetragen in das Handelsregister B des Amtsgerichts Bonn (HRB 5443).

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Wilhelm Stolle GmbH eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend wurden die Vorschriften des GmbH-Gesetzes beachtet.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wurden nach den Vorschriften der §§ 265 ff. und 275 ff. HGB gegliedert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt worden (§ 275 Abs. 2 HGB).

1.2 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze und Erläuterungen zu einzelnen Posten

Die Bewertung der Vermögens- und Schuldposten entspricht den Vorschriften der §§ 252 bis 256a HGB.

Die Entwicklung des Anlagevermögens auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten ergibt sich aus dem Anlagenspiegel.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibung bewertet. Als Nutzungsdauer wird für erworbene EDV-Software ein Zeitraum von drei Jahren angesetzt.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet und, soweit sie einer Abnutzung unterliegen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von drei bis vierzig Jahren vorgenommen.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis 250,00 € wurden im Zugangsjahr entsprechend den steuerlichen Vorschriften gemäß § 6 Abs. 2a EStG voll abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von über 250,00 € bis 1.000,00 € werden in Übereinstimmung mit den steuerlichen Vorschriften seit dem 1. Januar 2008 jahresweise in einem Pool gesammelt und über fünf Jahre linear abgeschrieben.

Modelle und Maschinenwerkzeuge werden mit einem Festwert angesetzt.

Vorräte

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und der Waren erfolgt zu tatsächlichen Einkaufspreisen unter Anwendung der Durchschnittsmethode oder zum niedrigeren beizulegenden Wert, der auf der Basis des Beschaffungsmarktes ermittelt wird. Die Bewertung der zum Stichtag im Besitz befindlichen und unter den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen ausgewiesenen Co2-Emissionsberechtigungen erfolgt zu den Anschaffungskosten in Höhe von 89.101,73 € zum Stichtag (Vj.: 0,00 €). Unfertige und fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten (Materialeinzelkosten, Materialgemeinkosten, Fertigungseinzelkosten, Fertigungsgemeinkosten) angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Nennwert, gemindert um Einzelwertberichtigungen und die Pauschalwertberichtigung, angesetzt, die wie im Vorjahr 1,0 % des inländischen und 1,5 % des ausländischen Forderungsbestandes betragen.

Die übrigen Forderungen sind zum Nennwert angesetzt.

Von den Forderungen bestehen 78.181,78 € (Vorj.: 0,00 €) gegenüber verbundenen Unternehmen, die zugleich Gesellschafter sind.

Forderungen in Höhe von 13.987,36 € (Vorj.: 15.036,75 €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Eigenkapital

Der im Vorjahr ausgewiesen Gewinnvortrag (12.078.697,75 €) und der Jahresüberschuss des Vorjahres (1.205.300,98 €) ist im Berichtsjahr in den Gewinnvortrag aus dem Vorjahr eingegangen.

Die Kapitalrücklage betrifft den Betrag, um den der Zeitwert des im Rahmen der Ausgliederung von Vermögensteilen der Stolle GmbH & Co. Verwaltungs-KG aufgenommenen Reinvermögens den Nennbetrag der im Rahmen einer Kapitalerhöhung gebildeten neuen Anteile überstiegen hat.

Rückstellungen für Pensionen

Pensionsverpflichtungen sind mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag auf der Grundlage des Anwartschaftsbarwertverfahrens angesetzt. Es werden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Eine Gehalts- und Rentendynamik ist nicht zu berücksichtigen, da die Pensionsverpflichtungen auf festgelegte Monatsbeträge lauten. Die Abzinsung erfolgt nach § 253 Abs. 2 HGB mit dem durch die Deutsche Bundesbank bekannt gegebenen Diskontierungssatz für eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren, der wie im Vorjahr über einen Durchschnittszeitraum von 10 Jahren ermittelt wurde und der zum Stichtag 1,82 % beträgt. Bei der Ermittlung über einen Durchschnittszeitraum von 7 Jahren ergibt sich eine um 54.241,00 € höhere Rückstellung. In entsprechender Höhe stehen nach Maßgabe von § 253 Abs. 6 HGB thesaurierte Gewinne nicht für Ausschüttungen zur Verfügung.

Das Deckungsvermögen besteht in einer Rückdeckungsversicherung, die zum Stichtag mit dem steuerlichen Aktivwert von 479.827,23 € (Vorj.: 457.661,00 €), gleichzusetzen mit dem Zeitwert, bewertet ist. Vor Verrechnung ergibt sich ein Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen von 3.561.984,00 € (Vorj.: 3.452.229,00 €), der wie im Vorjahr nach § 246 Abs. 2 S. 2 HGB mit dem Zeitwert des Deckungsvermögens verrechnet wurde. Zugehörige Aufwendungen und Erträge wurden in Höhe von 22.166,23 € im Zinsergebnis saldiert.

Der Zinsaufwand aus der Abzinsung der Rückstellung und aufgrund der Änderung des Rechnungszinses wird im Zinsergebnis ausgewiesen, während die übrige Veränderung des Berichtsjahres im Personalaufwand enthalten ist.

Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen decken in angemessenem Umfang die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen ab; sie wurden aufgrund der im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung vorliegenden Erkenntnisse in Höhe der Beträge gebildet, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Erfüllung notwendig sind.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Restlaufzeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel dargestellt:

Restlaufzeit bis zu 1 Jahr Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren Gesamt
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 141.140,66 484.360,70 26.908,89 625.501,36
(239.220,57) (624.476,42) (161.453,54) (863.696,99)
2. Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin Stolle GmbH & Co. Verwaltungs-KG 0,00 0,00 0,00 0,00
(223.850,30) (0,00) (0,00) (223.850,30)
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unterstützungseinrichtung der Firma Wilh. Stolle Bad Godesberg e.V. 952.837,00 0,00 0,00 952.837,00
(923.637,00) (0,00) (0,00) (923.637,00)
4. Übrige Verbindlichkeiten 958.154,98 0,00 0,00 958.154,98
(885.218,91) (0,00) (0,00) (885.218,91)
2.052.132,64 484.360,70 26.908,89 2.536.493,34
(2.271.926,78) (624.476,42) (161.453,54) (2.896.403,20)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind mit Sicherungsübereignungen einer Regenerierungsanlage sowie einer Rollbahnstrahlanlage und durch Grundschulden besichert.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit branchenüblichen Eigentumsvorbehalten besichert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden bei ihrer erstmaligen Erfassung zum Kurs im Zugangszeitpunkt und im Rahmen der Folgebewertung gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Das Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB zur Aktivierung latenter Steueransprüche wird nicht ausgeübt.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung in Höhe von 156 T€ für die Beseitigung von Bodenverschmutzungen in Zusammenhang mit der Stilllegung des Werks in Bad Godesberg enthalten.

1.3 Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Aufwendungen nach dem Bilanzstichtag aus fest abgeschlossenen Miet- und Leasingverträgen belaufen sich auf insgesamt 442 T€ (Vorj.: 602 T€). Davon entfallen 120 T€ (Vorj.: 120 T€) auf die Gesellschafterin Stolle GmbH & Co. Verwaltungs-KG.

1.4 Mittelbare Pensionsverpflichtungen

Aus der versicherungsmathematischen Bewertung der auf die Unterstützungseinrichtung der Firma Wilh. Stolle Bad Godesberg e.V. ausgegliederten Pensionsverpflichtungen ergeben sich nach Abzug des angesammelten Kassenvermögens mittelbare Verpflichtungen nach Artikel 28 EGHGB in Höhe von 2.874.361,00 € (Vorj.: 2.861.594,00 €).

Die Verpflichtungen sind zum notwendigen Erfüllungsbetrag auf der Grundlage des Anwartschaftsbarwertverfahrens angesetzt. Es werden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Die Abzinsung erfolgt nach § 253 Abs. 2 HGB mit dem durch die Deutsche Bundesbank bekannt gegebenen Diskontierungssatz für eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren, der zum Stichtag 1,82 % beträgt und der wie im Vorjahr über einen Durchschnittszeitraum von 10 Jahren ermittelt wurde.

Bei der Bewertung wird eine Anpassung der laufenden Renten um 0,84 % p.a. sowie eine durchschnittliche jährliche Fluktuationsrate von 3,00 % zugrunde gelegt. Eine Gehaltsdynamik ist aufgrund der Unabhängigkeit der Zusagen von den Einkommen nicht zu berücksichtigen.

2. Sonstige Angaben

2.1 Anzahl der Beschäftigten

Die Zahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

2023 2022
Arbeiter 65 67
Angestellte 30 31
95 98

2.2 Ereignisse nach dem Stichtag

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 sind keine neuen Ereignisse von besonderer Bedeutung, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft auswirken können, eingetreten. Der Krieg in der Ukraine dauert an und die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung für Deutschland und Europa ist von großer Unsicherheit geprägt. Einerseits ist die Inflationsrate deutlich zurückgegangen, andererseits bestehen weiterhin geopolitische Spannungen, die zu Lieferverzögerungen oder Kostensteigerungen führen können. Starke Preisschwankungen auf der Rohstoffseite und bei den Energiekosten werden durch die Wilhelm Stolle GmbH weitgehend über Teuerungszuschläge an die Kunden weitergegeben. Belastbare quantitative Aussagen, in welchem Umfang die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft tatsächlich negativ betroffen ist, können nicht getroffen werden.

2.3 Angabe zur Geschäftsführung

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Herrn Martin Stolle, Dipl.-Wirt.-Ing., Bonn

Herrn Wolfgang Stolle, Dipl.-Ing., Bonn

Angaben nach § 285 Nr. 9a und b HGB über die Gesamtbezüge der aktiven und ehemaligen Geschäftsführer und ihrer Hinterbliebenen unterbleiben nach § 286 Abs. 4 HGB. Die laufenden Pensionen früherer Mitglieder der Geschäftsführung oder ihrer Hinterbliebenen sind in der Pensionsrückstellung mit 58 T€ berücksichtigt.

2.4 Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die Geschäftsführer der Wilhelm Stolle GmbH schlagen vor, den Jahresüberschuss von 293.768,93 € auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Bonn, den 5. September 2024

gez. Martin Stolle, Geschäftsführer

gez. Wolfgang Stolle, Geschäftsführer

ANLAGENSPIEGEL zum 31. Dezember 2023

Wilhelm Stolle GmbH, Bonn

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen Stand 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.127.347,40 0,00 0,00 0,00 1.127.347,40
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 1.127.347,40 0,00 0,00 0,00 1.127.347,40
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.429.362,15 0,00 0,00 0,00 10.429.362,15
2. Technische Anlagen und Maschinen 15.064.867,21 0,00 0,00 24.028,32 15.088.895,53
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.449.316,22 88.877,74 369.964,99 5.168.228,97
4. Anlagen im Bau 7.612,75 848.915,57 0,00 - 24.028,32 832.500,00
Summe Sachanlagen 30.951.158,33 937.793,31 369.964,99 0,00 31.518.986,65
III. Finanzanlagen
Wertpapaiere des Anlagevermögens 100,00 0,00 0,00 0,00 100,00
Summe Finanzanlagen 100,00 0,00 0,00 0,00 100,00
Anlagevermögen insgesamt 32.078.605,73 937.793,31 369.964,99 0,00 32.646.434,05
Abschreibungen
Stand 01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Stand 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 603.359,61 214.436,47 0,00 817.796,08
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 603.359,61 214.436,47 0,00 817.796,08
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 738.852,78 277.490,22 0,00 1.016.343,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 13.122.695,28 389.300,11 0,00 13.511.995,39
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.094.798,63 261.981,72 367.807,41 3.988.972,94
4. Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 17.956.346,69 928.772,05 367.807,41 18.517.311,33
III. Finanzanlagen
Wertpapaiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00
Anlagevermögen insgesamt 18.559.706,30 1.143.208,52 367.807,41 19.335.107,41
Buchwerte
Stand 31.12.2023
Stand 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 309.551,32 523.987,79
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 309.551,32 523.987,79
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.413.019,15 9.690.509,37
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.576.900,14 1.942.171,93
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.179.256,03 1.354.517,59
4. Anlagen im Bau 832.500,00 7.612,75
Summe Sachanlagen 13.001.675,32 12.994.811,64
III. Finanzanlagen
Wertpapaiere des Anlagevermögens 100,00 100,00
Summe Finanzanlagen 100,00 100,00
Anlagevermögen insgesamt 13.311.326,64 13.518.899,43

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 25.09.2024 festgestellt und die Gewinnverwendung wurde entsprechend dem Gewinnverwendungsvorschlag im Anhang beschlossen.

Bestätigungsvermerk

In dem vorstehenden zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss wurden die größenabhängigen Erleichertungen nach § 327 HGB zutreffend in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabsschluss und dem Lagebericht haben wir den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Wilhelm Stolle GmbH, Bonn

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Wilhelm Stolle GmbH, Bonn - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Wilhelm Stolle GmbH, Bonn, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeit, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bonn, den 6. September 2024

dhpg Wirtschaftsprüfer Rechtsanwälte
Steuerberater GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Berufsausübungsgesellschaft

Arno Abs, Wirtschaftsprüfer

Ulrich Weiler, Wirtschaftsprüfer

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