Volksbank Mainspitze eG

Stammdaten

Register
Amtsgericht Darmstadt GnR 50228
Eingetragen
7.7.1927
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenBausparkassen
Gegenstand
Gegenstand geändert, nun: Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften, insbesondere a) die Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Einlagen, b) die Gewährung von Krediten aller Art, c) die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften, d) die Durchführung des Zahlungsverkehrs, e) die Durchführung des Auslandsgeschäfts einschließlich des An- und Verkaufs von Devisen und Sorten, f) die Vermögensberatung, Vermögensvermittlung und Vermögensverwaltung, g) der Erwerb und die Veräußerung sowie die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten, j) die Vermittlung oder der Verkauf von Bausparverträgen, Versicherungen und Reisen, k) Erwerb, Errichtung und Vermietung von Immobilien

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sebastian Lutz Haase
seit 3.11.2021
Vorstandsmitglied
Matthias Haas
seit 17.7.2018
Vorstandsmitglied
Peter Kohlmann
seit 27.4.2006
Prokura
Kai Keller
seit 27.4.2006
Prokura
Rainer Beck
seit 27.4.2006
Prokura

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Volksbank Mainspitze eG

Ginsheim-Gustavsburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Volksbank Mainspitze eG, Ginsheim-Gustavsburg Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Gliederung des Lageberichts

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

b) Finanzlage

c) Vermögenslage

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

C. Risiko- und Chancenbericht

D. Prognosebericht

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Geschäftszweck der Bank als Kreditinstitut ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder und Kunden. Darin gründet auch die enge regionale Bindung an das Geschäftsgebiet.

Die Bank hat als zentrale Geschäftsfelder das Privat- und das Firmenkundengeschäft sowie als Ergänzung zum Kundengeschäft und zur Liquiditäts-, Ertrags- und Risikosteuerung das Eigengeschäft. Das Institut nutzt darüber hinaus das Leistungsangebot innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

Im Jahr 2023 beeinträchtigten die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %). Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Dabei überlagerten sich die dämpfenden Einflüsse vielfach. Die bis ins Frühjahr bestehenden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung erfüllten sich nicht. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Überlagert wurden diese Einflüsse auch von dem andauernden Arbeits- und Fachkräftemangel hierzulande und den hohen Unsicherheiten, beispielsweise über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahostkonflikts und den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. In Reaktion auf das Urteil musste die Bundesregierung zum Jahresende in ihrer Finanzplanung deutliche Kürzungen und Einsparungen vornehmen.

Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,7 % zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft der Einkommen vieler Haushalte deutlich dämpfte. Vor allem in Bereichen, in denen die Preise auf dem hohen Stand des Vorjahres verharrten oder sogar weiter zulegten, kam es zu rückläufigen Ausgaben. Die Privathaushalte gaben insbesondere für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,3 %) sowie Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (-4,5 %) erheblich weniger aus, trotz der vielfach deutlichen Lohn- und Gehaltssteigerungen und der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage. Die staatlichen Konsumausgaben verminderten sich mit dem Wegfall von pandemiebedingten Sonderausgaben ebenfalls. Der Staatskonsum, der 2022 noch um 1,6 % gestiegen war, sank um deutliche 1,5 %. Insgesamt trugen die Konsumausgaben mit einem Beitrag von -0,7 Prozentpunkten wesentlich zum Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts bei.

Der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirtschaft konnte 2023 nicht an die deutlichen Zuwächse während der Erholung von der Coronakrise im Jahr 2022 anknüpfen. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken um 2,2 % beziehungsweise 3,4 %, nachdem sie im Vorjahr noch um 3,3 % und 6,6 % gestiegen waren. Maßgeblich für den Rückgang des Exportgeschäfts war die im Jahresverlauf schwächer werdende weltwirtschaftliche Gangart. Zudem belasteten die hohen inländischen Energiekosten die deutschen Exportunternehmen, insbesondere in den energieintensiven Produktionsbereichen wie der chemischen Industrie. Dämpfend auf die Importe wirkte wiederum die schwache inländische Produktions- und Konsumentwicklung. Da die Importe jedoch stärker sanken als die Exporte, wirkte der Außenhandel als Ganzes rechnerisch mit einem Wachstumsbeitrag von +0,6 %-Punkten dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts entgegen.

Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in der Statistik, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Millionen Menschen im Vorjahr auf 2,6 Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 % aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und damit nur leicht über dem Stand von 2022 (+5,3 %). Zudem hielt der Beschäftigungsaufbau an. Die Erwerbstätigenzahl kletterte im Vorjahresvergleich um gut 300.000 auf einen neuen Rekordwert von rund 45,9 Millionen Menschen.

Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. So ist die Inflationsrate ausgehend von den im Januar und Februar mit jeweils 8,7 % markierten Maximalwerten bis November und Dezember auf Jahrestiefstände von 3,2 % und 3,7 % gefallen. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie. Angesichts staatlicher Entlastungsmaßnahmen und rückläufiger Notierungen für Energieträger verteuerten sich Energieprodukte 2023 um unterdurchschnittliche 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Vorjahr. Bei Nahrungsmitteln hielt hingegen der hohe Preisauftrieb nahezu ungebremst an. Sie verteuerten sich um 12,4 %, nach einer Erhöhung um 13,4 % im Vorjahr.

Im Verarbeitenden Gewerbe belasteten die trotz der nachlassenden Preisdynamik insgesamt noch immer sehr hohen Energiepreise, die nur langsam schwindenden Materialengpässe und die globale Nachfrageschwäche die Lage. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs gab daher nochmals leicht nach. Sie sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % und damit in gleichem Umfang wie 2022 (-0,3 %). Die Baukonjunktur präsentierte sich abermals schwach. Nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr (von -3,3 %) verminderte sich die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Baugewerbes 2023 nochmals, wenngleich mit einer Veränderungsrate von -0,2 % weniger stark als zuvor. Hemmend auf die Aktivitäten des Wirtschaftsbereichs wirkten vor allem die weiterhin hohen Baukosten, der anhaltende Mangel an Arbeitskräften und die, wegen der gestiegenen Zinsen, verschlechterten Finanzierungsbedingungen. Hiervon war insbesondere der Hochbau betroffen, während sich die Geschäfte im Tiefbau und im Ausbaugewerbe vergleichsweise besser entwickelten.

Das Handwerk hat die vielfältigen Herausforderungen des Jahres 2023 vergleichsweise robust gemeistert. Darauf lässt der Geschäftsklimaindikator des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks schließen, der nach einem Rückgang im Vorjahr wieder über die Marke von 100 Punkten stieg, die eine Grenze zwischen einer positiven und einer negativen Konjunkturlage markiert. Differenziert nach den einzelnen Gewerbezweigen zeigten sich aber teilweise recht unterschiedliche Entwicklungen. Dies verdeutlichen die Umsatzdaten der amtlichen Handwerksberichterstattung, die ebenfalls nur in jeweiligen Preisen vorliegen. Demnach übertraf der Umsatz des gesamten Handwerks in den ersten drei Quartalen seinen entsprechenden Vorjahreswert um 6,5 %. Besonders deutlich fiel das Wachstum im Kraftfahrzeuggewerbe (+9,0 %) und im Ausbaugewerbe (+8,0 %) aus, angeregt durch eine spürbare Belebung der Neuwagen- und Gebrauchtwagenmärkte sowie durch die hohe Nachfrage nach Energieeffizienzmaßnahmen und nach Photovoltaik-Anlagen. Im Einzelhandel haben die im Vorjahresvergleich nur wenige verminderten Preisanstiege merkliche Spuren hinterlassen. Wegen der Kaufkraft zehrenden Inflation hielten sich die Verbraucher mit ihren Ausgaben zurück. Zusätzlich dämpften die hohen wirtschaftlichen Unsicherheiten die Anschaffungsneigung. Vor diesem Hintergrund sank der preisbereinigte Einzelhandelsumsatz um deutliche 3,3 %, nachdem er bereits 2022 um 0,7 % nachgegeben hatte.

Der Dienstleistungssektor blieb 2023 eine zentrale Stütze der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs legte mit einem Anstieg um 0,5 % allerdings weniger dynamisch zu als im Vorjahr (+3,0 %). Innerhalb des tertiären Sektors fiel das Wachstum in den Bereichen Informations- und Kommunikationsdienstleister (+2,6 %) und sonstige Dienstleister (+1,8 %) am deutlichsten aus, weiterhin befördert durch die in vielen Lebensbereichen voranschreitende Digitalisierung beziehungsweise das Auslaufen von Infektionsschutzmaßnahmen. Auch in den Bereichen Grundstücks- und Wohnungswesen (+1,1 %) und öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+1,0 %) fiel das Wachstum überdurchschnittlich stark aus. Deutlich schwächer entwickelten sich die Bereiche Unternehmensdienstleister (+0,4 %), Finanz- und Versicherungsdienstleister (-0,4 %) sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe (-1,0 %), wofür nicht zuletzt die kraftlose Industriekonjunktur verantwortlich war. Die Erwerbstätigenzahl stieg im Dienstleistungssektor als Ganzes um knapp 300.000 beziehungsweise 0,9 % auf fast 34,6 Mio. Menschen. Bezogen auf die Gesamtwirtschaft sind damit 9 von 10 zusätzliche Arbeitsplätze in diesem Sektor entstanden.

Das langsame, noch andauernde Abklingen des Inflationsschocks des Jahres 2022 dominierte das vergangene Jahr 2023 an den Finanzmärkten. Die Notenbanken setzten ihre geldpolitischen Straffungen aus dem Vorjahr fort und erhöhten ihre Leitzinsen weiter. Die größten westlichen Notenbanken, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve der USA (Fed), erreichten damit 2023 und binnen unter achtzehn Monaten Erhöhungsphase die höchsten Leitzinsniveaus seit der globalen Finanzkrise von 2008; im Falle der EZB die höchsten seit Einführung des Euro. Die US-Notenbank Fed beendete am 27. Juli 2023 ihren geldpolitischen Straffungskurs bei einem Leitzinskorridor von 5,25 bis 5,5 %. Damit erhöhte die Fed ihre Zinsen 2023 noch um 100 Basispunkte, nachdem sie 2022 mit 425 Basispunkten das Gros ihrer geldpolitischen Reaktion auf den Inflationsschock bereits vollzogen hatte. Nachdem die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen 2022 um 250 Basispunkte erhöht hatte, vollzog sie 2023 sechs weitere Zinserhöhungen um insgesamt 200 Basispunkte. Am 20. September 2023 erreichten die Leitzinsen ihren vorläufigen Höhepunkt mit 4,0 % für die Einlagefazilität und 4,5 % für die Hauptrefinanzierungsfazilität sowie 4,75 % für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Damit überschritt die EZB erstmals ihr vor der Finanzkrise erreichtes Leitzinsniveau, als die Einlagefazilität im Maximum bei 3,25 % gelegen hatte. Auf den nachfolgenden Sitzungen bis zum Jahresende bestätigte die EZB dieses Zinsniveau und kündigte ähnlich der Fed an, es so lange aufrecht halten zu wollen, bis die Inflation das mittelfristige EZB-Ziel von 2,0 % wieder erreiche.

Die europäische Gemeinschaftswährung wertete im Verlauf des Jahres 2023 leicht von 1,07 US-Dollar auf 1,10 US-Dollar auf. Dabei profitierte die Gemeinschaftswährung von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die ihre Leitzinsen um 200 Basispunkte erhöhte, während die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen um niedrigere 100 Basispunkte anhob. Dies verringerte den Zinsabstand der großen Währungsräume und ließ den Euro als Devise nach einem schwachen 2022 attraktiver werden. Weiterhin profitierte die Gemeinschaftswährung von der insgesamt erfolgreichen Selbstverteidigung der Ukraine gegen Russlands Invasion. Diese ließ Sorgen um ein Übergreifen der russischen Aggression auf andere europäische Staaten stärker in den Hintergrund treten.

Die Aktienmärkte setzten zum Jahresauftakt die Erholung von Ende 2022 fort. Der DAX stieg vom 01. Januar bis zum 09. März 2023 um 12,3 % auf 15.633,21 Punkte. Anschließend erschütterte jedoch die Krise der US-Regionalbanken die Finanzmärkte, insbesondere die plötzliche Zahlungsunfähigkeit der Silicon Valley Bank. Dies löste einen Schock auf den Aktienmärkten aus. Der DAX etwa verlor bis zum 17. März 5,5 % seines Kurswertes. Die Verluste konzentrierten sich dabei auf Finanzwerte. Zugleich führte die Unsicherheit in den USA, aber auch global zu größeren Bewegungen von Bankeinlagen, insbesondere von solchen oberhalb der Einlagensicherungsgrenzen. Die Krise kulminierte mit der Fusion der Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS am 19. März, die die Schweizer Behörden zur Abwicklung der erstgenannten Bank organisiert hatte. Dieser Akt konnte die Märkte beruhigen und ermöglichte die Erholung der Aktien- und Finanzmärkte von dem kurzzeitigen Einbruch. Diese Erholung flachte zum Sommer hin ab, setzte sich aber trotz wiederkehrender Volatilität insbesondere um die Leitzinsentscheide der Notenbanken fort. Ende Juli notierte der DAX bei 16.446,83 Punkten und damit 18,1 % über seinem Jahreseinstandswert. Über den Spätsommer und beginnenden Herbst gingen die Kurse wieder leicht zurück, nachdem sich optimistische Einschätzungen des ersten Halbjahres nicht oder nur teilweise bewahrheitet hatten. Diese Korrektur erreichte ihren Tiefpunkt mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Der DAX verlor im Oktober 4,3 % und fiel damit auf 14.716,54 Punkte zurück. Da der Konflikt bis zum Jahresende weitgehend auf den Gazastreifen begrenzt blieb, setzte im November bereits eine neuerliche, vorsichtige Erholung an den Aktienmärkten ein. Zum Jahresende verstärkte sich die Erholung aufgrund sinkender Inflationszahlen und damit verbundener Hoffnungen auf Leitzinssenkungen der Notenbanken, womit eine Belebung der Konjunktur im Jahr 2024 verbunden wurde. Der DAX legte von Anfang November bis Jahresende um 13,1 % zu. Dadurch schloss er das Jahr mit 16.751,64 Punkten und auf Jahressicht um 20,3 % im Plus ab.

In einem gesamtwirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld konnten die 697 Volksbanken und Raiffeisenbanken, PSD Banken, Sparda-Banken sowie die sonstigen Genossenschaftsbanken ihr Kredit- und Einlagengeschäft mit ihren über 30 Millionen Privat- und Firmenkunden im Geschäftsjahr 2023 teilweise leicht ausweiten. Im Vergleich zu den Vorjahren verlor das bilanzielle Kundengeschäft insgesamt jedoch an Dynamik. Das Kreditgeschäft der Volksbanken und Raiffeisenbanken hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv entwickelt, die hohen Wachstumsraten der Vorjahre wurden aber nicht wieder erreicht und schwächten sich im Jahr 2023 ab. Der Nachfragerückgang seit der zweiten Jahreshälfte 2022 insbesondere bei langfristigen Immobilienfinanzierungen und das damit verbundene rückläufige Kreditneugeschäft schlagen sich im Vergleich zu den Vorquartalen deutlicher in den Bestandsveränderungen im Aggregat aller Genossenschaftsbanken nieder. Treiber des Kreditwachstums bei den Genossenschaftsbanken sind weiterhin die langfristigen Forderungen, welche per Ende 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Milliarden Euro oder 2,5 Prozent auf 696 Milliarden Euro zulegten. Die Zinserhöhungen infolge der Inflationsbekämpfung durch die EZB bremsten insbesondere auf Privatkundenseite das langfristige Immobilienneugeschäftsvolumen deutlich. Angesichts konjunktureller Unsicherheit, hoher Inflation, der gestiegenen Finanzierungskosten und eingetrübten Aussichten auf dem Wohnimmobilienmarkt wurden Wohnungsbaukredite im letzten Jahr nur noch leicht aufgebaut. Höhere Kreditzinsen und sinkender Mittelbedarf für Anlageinvestitionen reduzierten zudem die Kreditnachfrage auf der Firmenkundenseite. So ist der Finanzierungsbedarf für gewerbliche Immobilien zurückgegangen. Leerstände und Preisrückgänge bei Gewerbeimmobilien wirken hier dämpfend. Die Kreditnachfrage im kurzfristigen Bereich war mit 7,8 Prozent dynamischer als im langfristigen Laufzeitband. Im mittelfristigen Laufzeitband legten die Kreditbestände nur noch um 0,9 % zu. Die mittelfristigen Forderungen wuchsen im Ergebnis leicht auf 45 Milliarden Euro. Die kurzfristigen Forderungen stiegen um 3 Milliarden Euro auf 36 Milliarden Euro.

Einlagenzuflüsse verzeichneten die Genossenschaftsbanken im Jahr 2023 vor allem bei Termineinlagen und Sparbriefen. Ihr kräftiger Anstieg entsprach zum Großteil den Nettoabflüssen täglich fälliger Einlagen und kurzfristiger Spareinlagen. Ausschlaggebend für die aktuelle Einlagenentwicklung sind die Renditeunterschiede zwischen den verschiedenen Anlageformen, die sich im Zuge der weiteren Anhebung der Leitzinsen im Jahr 2023 nochmals vergrößerten. Vor diesem Hintergrund schichteten die Kunden ihre Einlagenportfolios teilweise von hoch liquiden, niedrig verzinsten Einlagen zu höher verzinsten Anlageformen mit etwas längerem Anlagehorizont um. Erstmals ist in Summe ein geringfügiger Einlagenabfluss im Aggregat der Genossenschaftsbanken festzustellen, indem Einlagenmittel der Kunden für Konsum und Investition verwendet werden. Die Kundeneinlagen der Genossenschaftsbanken blieben in Summe weitgehend konstant; sie sanken leicht im Vergleich zum Vorjahr um -1,5 Milliarden Euro oder -0,2 Prozent auf 860 Milliarden Euro. Zulegen konnten die Termineinlagen, die insgesamt um 93 Milliarden Euro (oder 166,3 %) auf 149 Milliarden Euro stiegen. Der Bestand an Sparbriefen nahm auf Jahresfrist um fast das Vierfache zu. Er stieg um 260,1 % (oder 15 Milliarden Euro) auf 21 Milliarden Euro deutlich. Der Sichteinlagenbestand sank um -77 Milliarden Euro auf 548 Milliarden Euro (- 12,3 %). Die Spareinlagen schmolzen um gut ein Fünftel oder -33 Milliarden Euro auf 141 Milliarden Euro ab (-19,0 %).

Unverzichtbare Grundlage der soliden Geschäftspolitik der Volksbanken und Raiffeisenbanken ist neben einer jederzeit ausreichenden Liquidität eine angemessene und robuste Eigenkapitalausstattung und -bildung. Den Genossenschaftsbanken ist es im Jahr 2023 gelungen, das bilanzielle Eigenkapital mit einem Plus von 3,2 % auf 64 Milliarden Euro zu steigern. Die Rücklagen legten um 2,6 % auf 47 Milliarden Euro zu, die Geschäftsguthaben (gezeichnetes Kapital) wuchsen um 4,8 % auf 17 Milliarden Euro. Mit dieser Eigenkapitalausstattung können die Genossenschaftsbanken die Kreditwünsche der Privatkunden sowie gleichermaßen die der Firmenkunden auch in Zukunft erfüllen.

Die Kunden der Genossenschaftsbanken schätzen die räumliche Nähe zu ihren Ansprechpartnern und Beratern in den gut 7.200 Bankstellen. Der rückläufige Trend bei der Anzahl der Filialen setzte sich im Jahr 2023 im Vergleich zu den Coronajahren leicht abgeschwächt fort. Die Coronapandemie beschleunigte einschneidend das Kundennutzungsverhalten von Filialen. Kunden und Mitglieder gingen seltener persönlich in die Zweigstellen und nutzten stattdessen immer mehr die digitalen Angebote und Services für ihre Bankgeschäfte. Nachlassende Bargeldnutzung, der Bezug von Bargeld an Ladenkassen (POS) mittels girocard sowie die Nutzung von mobilen Bezahlverfahren führen zu einem steten Rückbau der bestehenden Bargeldquellen der Kunden in Genossenschaftsbanken, insbesondere bei der Zahl der Geldautomaten (GA). Ende 2023 gab es bei den Genossenschaftsbanken 14.696 GA. Ihre Anzahl ist damit um -824 GA im Vergleich zu 2022 zurückgegangen. Der insgesamt hohe Rückgang in den drei letzten Jahren von gut 2.600 GA dürfte auch als Ergebnis der Risikoanalyse von GA-Standorten und des umgesetzten bankindividuellen Sicherheitskonzepts zu werten sein, um die Gefahr einer GA-Sprengung zu minimieren und dadurch den Schutz von Personen und Sachwerten zu verbessern. Aktuell beträgt die Anzahl der Mitglieder der Genossenschaftsbanken 17,8 Millionen (Vorjahr 17,9 Millionen, Netto-Rückgang von insgesamt -160.000 Mitgliedern, -0,9 %). Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis wurde zudem die Beteiligungsmöglichkeit der bestehenden Mitglieder durch Zeichnung zusätzlicher Geschäftsanteile genutzt.

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung planen und steuern wir die Entwicklung unseres Institutes auf Grundlage von Kennzahlen und Limiten. Dabei verwenden wir die folgenden bedeutsamsten finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen.

Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank wird die Relation des Betriebsergebnisses nach Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme (nachfolgend: "BE nach Bewertung/dBS") festgelegt. Die Kennzahl BE nach Bewertung/dBS misst die Ertragskraft der Bank in Relation zum Geschäftsvolumen, unter Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses, gemessen als durchschnittliche Bilanzsumme. Als Zielgröße wird ein Wert größer gleich 0,35 % für das Jahr 2024 und größer gleich 0,50 für das Jahr 2025 der durchschnittlichen Bilanzsumme angestrebt.

Als weiteren Leistungsindikator wird die Relation des Betriebsergebnisses vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme (nachfolgend: "BE vor Bewertung/dBS") festgelegt. Die Kennzahl BE vor Bewertung/dBS misst die Ertragskraft der Bank in Relation zum Geschäftsvolumen, ohne Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses, gemessen als durchschnittliche Bilanzsumme. Als Zielgröße wird ein Wert größer gleich 0,60 % der durchschnittlichen Bilanzsumme angestrebt.

Als Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit/Effizienz oder Produktivität unseres Instituts wurde die Cost Income Ratio (nachfolgend: "CIR") bestimmt. Sie stellt das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis sowie dem Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen dar. Als Zielgröße wird ein Wert von kleiner gleich 75,0 % für das Jahr 2024 und für das Folgejahr von kleiner gleich 0,70 % angestrebt.

Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank durch nachhaltiges Wachstum werden im Kontext steigender Kapitalanforderungen angemessene Eigenmittel benötigt. Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Kapitalausstattung dient die aufsichtsrechtlich festgelegte Gesamtkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 CRR, die sich aus den Eigenmitteln der Bank ermittelt, ausgedrückt als Prozentsatz. Wir haben die Mindestquote unter anderem im Hinblick auf neue regulatorische Anforderungen auf 15,0 % festgelegt.

Die Darstellung, Analyse und Beurteilung der einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren erfolgt in den nächsten Abschnitten.

Daneben haben wir folgenden nichtfinanziellen Leistungsindikator definiert, der die Entwicklung unserer Bank maßgeblich beeinflusst:

Soziales Engagement durch Unterstützung der regionalen Vereine und gemeinnützigen Organisationen.

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Die Entwicklung der von uns definierten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2023 stellt sich wie folgt dar:

Unser Betriebsergebnis nach Bewertung verbesserte sich von TEUR 1.954 auf TEUR 4.414. Die Rentabilitätskennzahl BE nach Bewertung/dBS betrug im Vorjahr 0,27 % und verbesserte sich im Geschäftsjahr auf 0,60 %.

Die CIR lag im Geschäftsjahr 2023 bei 70,8 % (Vorjahr: 69,1 %). Die Gesamtkapitalquote belief sich auf 19,69 % was einem Zuwachs 1,42 %-Punkten gegenüber dem Vorjahreswert von 18,27 % entspricht.

Die Entwicklung der bedeutsamsten Leistungsindikatoren, speziell die Rentabilitätskennziffer BE nach Bewertung, liegt mit erreichten 0,60 % der dBS (Vorjahr 0,27 %) im Rahmen unserer Erwartungen. Die Kennziffer BE vor Bewertung hat unsere Erwartungen mit erreichten 0,68 % der dBS übertroffen, liegt aber unter dem Vorjahreswert von 0,74 % der dBS. Ursächlich für die Planabweichung war eine höhere Zinsspanne als von uns geplant.

Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren entwickelten sich gemäß unseren Erwartungen. Die geplanten bzw. budgetierten Werte im Zusammenhang mit unserem sozialen Engagement durch Unterstützung der regionalen Vereine und gemeinnützigen Organisationen konnten erreicht werden.

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 758.889 711.737 47.153 6,6
Außerbilanzielle Geschäfte *) 72.875 46.053 26.822 58,2

*)  Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), 2 (Andere Verpflichtungen) und Derivatgeschäfte.

Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr um 47,2 Mio. Euro auf 758,9 Mio. Euro erhöht. Ursächlich für den Anstieg war auf der Passivseite der Zufluss von Kundeneinlagen und die Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Auf der Aktivseite erhöhten sich im Wesentlichen die Forderungen gegenüber Kunden, die Forderungen gegenüber Kreditinstituten und die Barreserve.

Die außerbilanziellen Geschäfte liegen mit 26,8 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Dabei reduzierten sich die Eventualverbindlichkeiten um 3,5 Mio. Euro und die unwiderruflichen Kreditzusagen um 9,5 Mio. Euro, während sich das Derivategeschäft durch den Kauf von 8 weiteren Swaps in Verbindung mit Tilgungsleistungen bei dem bestehenden Swap um 39,8 Mio. Euro erhöhte.

Aktivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 553.232 538.612 14.620 2,7
Wertpapieranlagen 85.661 84.027 1.634 1,9
Forderungen an Kreditinstitute 48.945 29.972 18.973 63,3

Die Kundenforderungen insgesamt haben sich um 2,7 % oder TEUR 14.620 auf TEUR 553.232 erhöht. Innerhalb der Position ergab sich folgendes Bild: Die täglich fälligen Forderungen erhöhten sich um 4,7 Mio. Euro und die Forderungen aus Kundendarlehen um 12,1 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Unter Berücksichtigung der Erhöhung der Abzugsposten dieser Position um 2,2 Mio. Euro ergibt sich die Gesamterhöhung von 14,6 Mio. Euro. Die Bank hat im Berichtsjahr Wertpapieranlagen in Höhe von nominal 15,0 Mio. Euro getätigt. Im Jahr 2023 gab es Fälligkeiten in Höhe von nominal 5,0 Mio. Euro sowie Verkäufe in Höhe von 9,5 Mio. Euro. Die Forderungen an Banken erhöhten sich um 19,0 Mio. Euro oder 63,3 %. Dieser Anstieg ist ausschließlich auf die Zunahme der täglich fälligen Forderung gegenüber unserer genossenschaftlichen Zentralbank zurückzuführen.

Passivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 48.666 31.786 16.880 53,1
Spareinlagen 45.766 52.860 -7.095 -13,4
andere Einlagen 576.008 542.255 33.753 6,2

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 16.880 oder 53,1 % erhöht. Die Position beinhaltet zum Stichtag zweckgebundene Refinanzierungsmittel aus an Kunden gewährten Förderkrediten sowie globale Refinanzierungen mit unserer Zentralbank. Während sich die Verbindlichkeiten aus zweckgebunden Refinanzierungsmitteln um TEUR 3.496 reduzierten, erhöhten sich die globalen Refinanzierungen um TEUR 20.376, was in der Summe zu der dargestellten Erhöhung führte.

Die Kundeneinlagen stiegen insgesamt um TEUR 26.659 (4,5 %). Innerhalb der Position entwickelten sich die einzelnen Anlagearten unterschiedlich. Während die Spareinlagen gegenüber dem Vorjahr eine Reduzierung in Höhe von TEUR 7.095 erfuhren, erhöhten sich die anderen Einlagen um TEUR 33.753.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 1.381 1.542 -161 -10,5
Vermittlungserträge 666 994 -328 -33,0
Erträge aus Zahlungsverkehr 2.685 2.533 152 6,0

Die Provisionserträge aus dem Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäft haben sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 161 (10,5 %) verringert. Die Vermittlungserträge aus dem Bauspargeschäft haben sich um TEUR 35, die Vermittlungsprovisionen aus der Versicherungsvermittlung um TEUR 58 und die Vermittlungsprovision für Kreditvermittlung um TEUR 235 verringert. Insgesamt haben sich die Vermittlungserträge aus dem Verbundgeschäft damit um TEUR 328 (33,0 %) gegenüber dem Vorjahr reduziert. Die Erträge aus Kontoführung und Zahlungsverkehr konnten um TEUR 152 (6,0 %) gegenüber dem vergangenen Geschäftsjahr gesteigert werden.

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1) 12.665 12.137 528 4,3
Provisionsüberschuss 2) 4.556 4.783 -227 -4,8
Verwaltungsaufwendungen 11.758 11.262 495 4,4
a) Personalaufwendungen 7.089 7.000 89 1,3
b) andere Verwaltungsaufwendungen 4.668 4.262 406 9,5
Betriebsergebnis vor Bewertung 5.037 5.252 -216 -4,1
Bewertungsergebnis 3) -1.123 -2.149 1.026 -47,7
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 4.371 3.390 981 28,9
Steueraufwand 770 1.440 -670 -46,6
Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 2.650 950 1.700 178,9
Jahresüberschuss 952 1.001 -49 -4,9

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3

2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6

3) Saldo aus den GuV-Posten 13 bis 16

Im Folgenden werden die Erfolgskomponenten u.a. in das Verhältnis zur durchschnittlichen Bilanzsumme gesetzt. Die genannten Prozentwerte beziehen sich auf die Darstellung in der Erfolgsübersicht, die absoluten Werte auf die Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Die Angaben zum Betriebsergebnis wurden betriebswirtschaftlich aufbereitet. Gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme, liegt die Zinspanne bei 1,69 % und ist unverändert zum Vorjahr. Mit diesem Wert liegen wir unter dem Wert vergleichbarer Volks- und Raiffeisenbanken. Der Provisionsüberschuss reduzierte sich im Verhältnis zur durchschnittlichen Bilanzsumme von 0,67 % im vergangenen Geschäftsjahr auf 0,62 % im Berichtsjahr und liegt damit unter dem Niveau vergleichbarer Genossenschaftsbanken. In absoluten Zahlen erhöhte sich der Zinsüberschuss um TEUR 528 und der Provisionsüberschuss verringerte sich um TEUR 227. Ursächlich für die Erhöhung des Zinsüberschusses sind höhere Erträge aus dem Darlehensgeschäft, welche unter anderem durch unser Kreditwachstum herbeigeführt wurden sowie das gestiegene Zinsniveau, welches uns höhere Erträge am Geld- und Kapitalmarkt einbrachten. Die Reduzierung des Provisionüberschusses resultiert im Wesentlichen aus geringeren Provisionserträgen aus den Bereichen Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäft sowie Vermittlungserträgen aus Verbundgeschäften. Der Verwaltungsaufwand (ohne Abschreibung von Sachanlagen) hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 495 erhöht. Die Veränderung ergibt sich aus den Einzelpositionen andere Verwaltungsaufwendungen mit einer Erhöhung von TEUR 406 und den Personalaufwendungen mit einer Erhöhung von TEUR 89. Die Abschreibung der Sachanlagen zeigt sich gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Die Steigerung bei den anderen Verwaltungsaufwendungen ist im Wesentlichen durch höhere Aufwendungen in den Bereichen Raumaufwendungen, Prüfungs- und Beratungsleistungen, Instandhaltung und Aus- und Fortbildung verursacht. Im Verhältnis zur durchschnittlichen Bilanzsumme liegen wir bei den Verwaltungsaufwendungen einschließlich der planmäßigen Abschreibung mit einem Wert von 1,65 % (Vorjahr 1,65 %) im Rahmen vergleichbarer Genossenschaftsbanken. Der Gesamtbeitrag aus dem Kreditgeschäft weisst mit -0,22 % im Verhältnis zur dBS (Vorjahr -0,14 %) erneut einen negativen Wert aus und stellt sich damit schlechter als der Wert vergleichbarer Genossenschaftsbanken dar. Der Gesamtbeitrag der Eigenanlagen liegt mit 0,14 % (Vorjahr - 0,33 %) im Verhältnis zur durchschnittlichen Bilanzsumme wieder im positiven Bereich und liegt im Rahmen vergleichbarer Volks- und Raiffeisenbanken. Der Jahresüberschuss liegt mit 0,13 % (Vorjahr 0,14 %) der durchschnittlichen Bilanzsumme nahezu unverändert zum Vorjahr und damit unter dem Wert vergleichbarer Genossenschaftsbanken.

b) Finanzlage

Kapitalstruktur

Die Volksbank Mainspitze eG finanziert sich überwiegend durch Kundeneinlagen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden hatten zum 31.12.2023 einen Bilanzanteil von 81,9 %. Der Überhang über die Kundenforderungen in Höhe von 553,2 Mio. Euro beträgt 68,5 Mio. Euro. Zusammen mit dem bilanziellen Eigenkapital in Höhe von 83,5 Mio. Euro lag der Anteil an der Bilanzsumme bei 92,9 %. Der Anteil an hochliquiden Kundeneinlagen hat sich um 61,6 Mio. Euro auf 74,7 % der gesamten Kundeneinlagen verringert. Im Gegenzug haben sich die Kundeneinlagen mit vereinbarter Laufzeit im Berichtjahr um 95,4 Mio. Euro erhöht. Das bilanzielle Eigenkapital in Höhe von 83,5 Mio. Euro besteht aus den Bilanzpositionen Fonds für allgemeine Bankrisiken und Eigenkapital.

Die Kundeneinlagen gliedern sich wie folgt auf:

Spareinlagen in Höhe von TEUR 45.766, täglich fällige Einlagen in Höhe von TEUR 464.380 und befristete Einlagen in Höhe von TEUR 111.628.

Die vertragliche Kapitalbindung ist auf der Passivseite kürzer als auf der Aktivseite. Hieraus resultiert ein theoretisches Refinanzierungsrisiko.

Für Spareinlagen betrugen die Zinszahlungen im Jahr 2023 TEUR 235. Für Tages- und Termingelder wurden TEUR 1.079 Zinsen vergütet.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten zum Stichtag zweckgebundene Refinanzierungsmittel aus an Kunden gewährten Förderkrediten sowie sechs globale Refinanzierungen. Weitere nennenswerte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen nicht.

Außerbilanzielle Verpflichtungen bestehen als Eventualverbindlichkeiten in Form von Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen und aus anderen Verpflichtungen in Form von unwiderruflichen Kreditzusagen, wie auch als nicht in der Bilanz auszuweisenden Geschäften - sogenannten derivative Geschäfte. Letztgenannte haben sich durch den Abschluss von 8 neuen Swaps in Verbindung mit Tilgungsleistungen bei einem bestehenden Swap um 39,8 Mio. Euro erhöht.

Weitere bilanzunwirksame Verpflichtungen bestehen wie folgt:

Mit der Zugehörigkeit zum Garantieverbund der SE-BVR wurde durch Abgabe einer Garantieerklärung eine Garantieverpflichtung gegenüber dem BVR übernommen. Die Höhe der Garantieverpflichtung ist im Anhang dargestellt. Ferner besteht gemäß § 7 der Beitritts- und Verpflichtungserklärung zum institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH eine Beitragsgarantie gegenüber dem BVR-ISG. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstitut im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Investitionen

Die Investitionen entfielen im Wesentlichen auf die Modernisierung der Büroausstattung und der IT-Ausstattung. Ebenso wurde in die Instandhaltung der eigenen Gebäude investiert. Die aus den Investitionen in das Sachanlagevermögen resultierenden jährlichen Abschreibungen werden nach unserer Eckwertplanung aus dem operativen Ergebnis abgedeckt und stellen keine Belastung der Ertragslage dar. 

Liquidität

Die Liquiditätslage stellt sich wie folgt dar:

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank ist maßgeblich geprägt durch das Kundengeschäft als Basis der Liquiditätsausstattung.

Die Zahlungsfähigkeit unseres Instituts war im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Art, Höhe und Fristigkeit gegeben. Die monatlichen Meldungen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) wiesen im Berichtszeitraum einen Wert von mindestens 125,5 % aus. Zum Bilanzstichtag lag die Stresskennzahl bei 212,0 %.

Bei Liquiditätsschwankungen kann die Bank auf hochliquide Aktiva und auf ausreichende Liquiditätsreserven auch in Form von Bankguthaben bei der DZ BANK AG und der Deutschen Bundesbank zurückgreifen. Durch die Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und die Refinanzierungsfazilitäten der EZB bestehen weitere Refinanzierungsmöglichkeiten.

Vor diesem Hintergrund ist die Fähigkeit der Kreditgenossenschaft zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen jederzeit gesichert.

Liquiditätsbelastungen aus außerbilanziellen Verpflichtungen haben sich nicht ergeben.

c) Vermögenslage

Die Eigenkapitalstruktur der Bank ist geprägt von Geschäftsguthaben der Mitglieder und erwirtschafteten Rücklagen und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken. Im Geschäftsjahr wurde das Eigenkapital durch Zuführung zu den Rücklagen in Höhe von TEUR 600 und zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 2.650 gestärkt. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages in Höhe von TEUR 65 erhöhte sich das bilanzielle Eigenkapital somit von TEUR 79.664 auf 83.495. Der Anteil des bilanziellen Eigenkapitals an der Bilanzsumme hat sich im Vorjahresvergleich von 11,2 % auf 11,0 % reduziert.

Die in unserem Institut getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung des Kernkapitals und des Ergänzungskapitals im Rahmen der bankaufsichtlichen Meldungen sind angemessen. Nach den vertraglichen sowie satzungsmäßigen Regelungen erfüllen die angesetzten Kapitalinstrumente die Anforderungen der CRR zur Anrechnung als aufsichtsrechtlich anerkanntes Kern- und Ergänzungskapital.

Die relevanten Vorgaben des KWG sowie der CRR zu den Eigenmitteln wurden eingehalten.

Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG beläuft sich auf 0,13 % (Vorjahr 0,14 %).

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1) 83.495 79.664 3.831 4,8
Eigenmittel (Art. 72 CRR) 84.451 82.577 1.874 2,3
Harte Kernkapitalquote 18,5 % 17,1 %
Kernkapitalquote 18,5 % 17,1 %
Gesamtkapitalquote 19,7 % 18,3 %

1) Hierzu rechnen die Passivposten 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).

Die Wertpapieranlagen der Genossenschaft entwickelten sich wie folgt:

Wertpapieranlagen Berichtsjahr 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 54.844 54.839 5 0,0
Liquiditätsreserve 30.817 29.188 1.629 5,6

Von den Wertpapieranlagen entfällt ein Anteil von 99,5 % auf Schuldverschreibungen und festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 5) bzw. von 0,5 % auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 6).

Die im Bestand befindlichen Wertpapiere im Aktivposten 5 wurden zu 35,6 % der Liquiditätsreserve und zu 64,4 % dem Anlagevermögen zugeordnet. Die der Liquiditätsreserve zugeordneten Wertpapieren wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.

Der Bestand mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 53.706 bzw. einem Kurswert in Höhe von TEUR 48.647 wurde wie Anlagevermögen bewertet. Abschreibungen auf diesen Teilbestand wurden in Höhe von TEUR 5.059 vermieden. Im Geschäftsjahr wurden keine weiteren Wertpapiere in das Anlagevermögen umgewidmet.

Vom Wertpapierbestand entfallen TEUR 8.436 auf öffentliche Emittenten, TEUR 68.455 auf Kreditinstitute und TEUR 8.302 auf Nichtbanken.

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Unser Zinsergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. Es liegt über dem Planwert in Höhe von TEUR 11.229 gemäß unserer Eckwertplanung. Das Provisionsergebnis entwickelte sich negativ und liegt mit TEUR 204 unter unserem geplanten Wert. Der Verwaltungsaufwand (einschließlich der geplanten Abschreibungen) hat sich schlechter als geplant entwickelt und lag mit TEUR 153 über unserer Planung.

Insgesamt beurteilen wir die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage unseres Hauses im Vergleich zum Vorjahr und zur Planung als günstig. Auswirkungen aus dem veränderten Zinsniveau sind derzeit bei den Eigenanlagen der Bank anhand des Bewertungsergebnisses der Eigenanlagen zu verzeichnen. Die Kursgewinne und Zuschreibungen aus diesem Bereich übersteigen die Belastungen bei weitem und tragen so zu einem gestiegenen Betriebsergebnis nach Bewertung bei. Negativ auf das Betriebsergebnis nach Bewertung wirkten sich die erhöhten Belastungen aus dem Kreditgeschäft aus.

Das Wachstum des für die Bank wichtigsten Geschäftsbereichs, dem Geschäft mit Kunden überwiegend aus der Region setzte sich fort. Im Kreditgeschäft konnten Volumenszuwächse erzielt werden. Das geplante Wachstum konnte aber nicht erreicht werden. Im Einlagengeschäft wurden die Erwartungen aus der Eckwertplanung übertroffen.

Die Vermögenslage der Bank zeichnet sich unverändert durch eine angemessene Eigenkapitalausstattung aus, da die aufsichtsrechtlichen Anforderungen sowohl im Vorjahr als auch im Geschäftsjahr eingehalten wurden. Für erkennbare und latente Risiken in den Kundenforderungen sind Wertberichtigungen nach § 340f HGB gebildet. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch Abzug von Pauschalwertberichtgungen gemäß IDW RS BFA 7 Rechnung getragen worden. 

Finanzlage und Liquiditätsausstattung entsprechen den aufsichtsrechtlichen und betrieblichen Erfordernissen.

Vor dem Hintergrund eines leicht gesunkenen Betriebsergebnisses vor Bewertung und eines gestiegenen Betriebsergebnis nach Bewertung hat sich die Ertragslage der Bank verbessert. Gemäß unserer Planung wird sich die Zinspanne in 2024 zunächst leicht verringern. Die niedrigere Zinsspanne bei gleichbleibendem Provisionsüberschuss und steigenden Verwaltungsaufwendungen wird dann insgesamt zu einer Reduzierung des Betriebsergebnisses führen. 

C. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem und -prozess

Unsere im Risikohandbuch dokumentierte Geschäfts- und Risikostrategie basiert auf einem Strategieprozess und ist ausgerichtet auf das Kundengeschäft mit Mitgliedern und Kunden aus unserer Region. Wesentliche Bestandteile der Geschäftsstrategie sind die aus der Risikotragfähigkeit der Bank abgeleiteten Teilstrategien für die wesentlichen Geschäftsaktivitäten Vertrieb und Handelsgeschäfte.

Konsistent zu unserer Geschäfts- und Risikostrategie wurde eine Unternehmensplanung entwickelt, die eine langfristige und umfassende Begleitung unserer Mitglieder und Kunden im Hinblick auf Finanzierungswünsche, Vermögensanlagen und Dienstleistungen rund um den Zahlungsverkehr sicherstellt.

Mit Hilfe einer strategischen Eckwert- und Kapitalplanung für einen Zeitraum von 5 Jahren, steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Die Annahmen für die Markt- und Volumenentwicklungen erfolgen hierbei durch Experten auf Basis von Marktprognosen. Die abgeleiteten Ertrags- und Vermögenswirkungen werden anhand von Simulationsrechnungen mit Unterstützung der Steuerungssoftware VR-Control ermittelt.

Die Geschäfts- und Risikostrategie sowie die Teilstrategien werden im Rahmen des von uns festgelegten Strategieprozesses regelmäßig überprüft. Das von uns verwendete Strategiemodell zeigt den organisatorischen Rahmen für die Strategieüberprüfung und für die Vernetzung der strategischen und operativen Gesamtbanksteuerung auf.

Ziel unserer Risikostrategie ist nicht die vollständige Vermeidung von Risiken, sondern das bewusste Eingehen von Risiken bei Wahrung eines angemessenen Chancen-Risiko-Profils, dass unserer Risikopräferenz entspricht.

Wir haben ein System zur Früherkennung von Risiken implementiert. Vor dem Hintergrund wachsender Komplexität der Märkte im Bankgeschäft sehen wir die Risikofrüherkennung als eine zentrale Aufgabe an. Die zuständigen Organisationseinheiten Steuerung und Marktfolge Aktiv berichten unmittelbar an den Vorstand. In diesem Rahmen ist ein Risikocontrolling- und Managementsystem mit entsprechenden Instrumenten eingerichtet, um bei Bedarf gegensteuernde Maßnahmen einleiten zu können.

Unsere Entscheidungsträger werden durch das interne Berichtsystem über die Geschäfts- und Risikoentwicklung frühzeitig informiert, um Maßnahmen zur Gegensteuerung ergreifen zu können.

Ziel des Risikomanagements unserer Bank ist es, Risiken, die den Erfolg wesentlich beeinflussen oder gar den Fortbestand gefährden können, frühzeitig zu erkennen sowie umfassend zu messen, zu überwachen und zu steuern. Integraler Bestandteil ist dabei die fortlaufende Sicherstellung der Risikotragfähigkeit. Die Planung und Steuerung der Risiken erfolgt auf Basis der Risiko- und Liquiditätstragfähigkeit der Bank unter Berücksichtigung der Geschäfts- und Risikostrategie.

Zur Bestimmung unserer Risikotragfähigkeit haben wir zum 1. Januar 2023 auf die normative und ökonomische Perspektive als komplementäre, sich ergänzende Ansätze umgestellt. Unsere zur Risikotragfähigkeitssteuerung eingesetzten Methoden und Verfahren berücksichtigen somit das Ziel der Fortführung unseres Instituts (normative Perspektive), als auch den Schutz unserer Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht (ökonomische Perspektive).

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive, die einen periodischen Steuerungskreis darstellt, zielt auf die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit. In der normativen Perspektive betrachten wir die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Diese umfassen insbesondere die Kapitalgrößen wie Kapitalanforderungen sowie Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals wie beispielsweise die Höchstverschuldungsquote und die Großkreditgrenzen. Die Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, sofern der ermittelte Kapitalbedarf die Einhaltung der Kapitalquoten bewirkt und sämtliche Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals erfüllt werden.

Die normative Perspektive bilden wir ausgehend von der Gesamtbankplanung über einen Zeithorizont von 3 Jahren ab. In dieser wird die Entwicklung des regulatorischen Kapitalbedarfs im Rahmen einer mehrjährigen Kapitalplanung bestimmt. Neben einem Planszenario werden mögliche abweichende Entwicklungen wie Bonitätsverschlechterungen im Kundenkreditgeschäft in einem adversen Szenario berücksichtigt.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zielt auf den Schutz der Gläubiger ab. In der ökonomischen Perspektive, die in unserem Institut barwertig ermittelt wird, werden das Risikodeckungspotenzial und die konsistent dazu ökonomisch ermittelten Risiken gegenübergestellt. Die ökonomische Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, wenn die barwertigen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sind. Die Bewertung des Risikodeckungspotenzials erfolgt unabhängig von Rechnungslegungskonventionen und aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen.

Ausgangspunkt bei der barwertigen Ermittlung des Risikodeckungspotenzials ist der Barwert (Marktwert) sämtlicher Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Dabei werden auch außerbilanzielle Größen berücksichtigt.

Auf Basis des ermittelten Risikodeckungspotenzials legen wir im Rahmen unseres Strategie- und Limitierungsprozesses einmal im Jahr unser Gesamtbankrisikolimit fest. Wir stellen dabei sicher, dass genügend freies Risikodeckungspotenzial zur Verfügung steht, um zukünftige Wertschwankungen aufzufangen.

Die Risikomessung für die in der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit berücksichtigten Risikoklassen erfolgt mithilfe geeigneter Value-at-Risk (VaR)-Modelle mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % mit einem Risikobetrachtungshorizont von einem Jahr. Bei den Risikoklassen, für die kein statistisches Verlustverteilungsmodell verwendet wird, erfolgt eine expertenbasierte Risikoeinschätzung, die dem Ausmaß nach dem 99,9 %-Quantil entspricht. Die Risikoaggregation erfolgt ohne Berücksichtigung von Korrelationen zwischen den einzelnen Risikoarten additiv.

Die Ermittlung der Liquiditätstragfähigkeit erfolgt ebenfalls in einer normativen und einer ökonomischen Perspektive anhand von aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen sowie einer Überwachung des Überlebenshorizonts.

In der normativen Perspektive wird das Ziel verfolgt, kurzfristig und in unserer mehrjährigen Geschäftsplanung die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen einzuhalten. Dazu werden hochliquide Vermögenswerte den aufsichtsrechtlichen Nettomittelabflüssen gegenübergestellt. Für die Steuerung der normativen Liquiditätstragfähigkeit verwenden wir die aufsichtsrechtlich vorgegebene Kennzahl Liquidity Coverage Ratio (LCR).

Zusätzlich wird die Net Stable Funding Ratio (NSFR) als normative Mindestgröße in der Banksteuerung berücksichtigt. Diese zeigt das Verhältnis von verfügbarer zur erforderlichen stabilen Refinanzierung auf.

In der ökonomischen Perspektive werden neben der Plan-Liquiditätsablaufbilanz Stress-Liquiditätsablauf-bilanzen vierteljährlich erstellt. Diese berücksichtigen die Liquiditätsauswirkungen von institutseigenen und marktweiten Ursachen sowie eine Kombination daraus. Wir haben einen Mindest-Überlebenshorizont von 12 Monaten für die Plan-Liquiditätsablaufbilanz sowie die Stress-Liquiditätsablaufbilanzen definiert, dieser wurde im Berichtszeitraum nicht unterschritten.

Die Offenlegung der Risikomanagementziele und -politik entsprechen den Anforderungen des Artikels 435 CRR.

Die Risikomanagementziele und -strategien werden dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert.

Die eingerichteten Systeme und Verfahren des Risikomanagements sind dem Profil und der Geschäfts- und Risikostrategie der Bank sowie ihrer Größe angemessen und entsprechen den Anforderungen der MaRisk.

Risiken

Als Risiko definieren wir die negative Abweichung vom erwarteten Ergebnis bzw. Planwert aufgrund von Unsicherheit. Zur Beurteilung der Wesentlichkeit von möglichen Risiken verschafft sich unsere Geschäftsleitung, einmal im Jahr im Rahmen der Risikoinventur sowie anlassbezogen, einen Überblick über die Risiken unserer Bank auf Gesamtinstitutsebene. Dabei werden auch übergreifende Risiken wie das Modell-, Reputations- und Nachhaltigkeitsrisiko sowie Risikokonzentrationen in der Wesentlichkeitsbewertung der einzelnen Risikoklassen berücksichtigt.

Zum Abschlussstichtag werden das Kreditrisiko, das Marktrisiko, das operationelle Risiko sowie das Liquiditätsrisiko als wesentliche Risiken bewertet.

Adressenausfallrisiken

Das Adressenausfallrisiko stellt das Risiko des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Forderungen oder anderen schuldrechtlichen Instrumenten dar. Es beinhaltet das Kreditrisiko, das Emittentenrisiko und das Kontrahentenrisiko (jeweils einschließlich des Länderrisikos).

Das Kreditrisiko reflektiert die Gefahr, dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls von Geschäftspartnern, der Migration und der adressbezogenen Spreadveränderung das erwartete Maß übersteigen. Dabei wird ausschließlich auf die potenzielle Erfolgswirkung abgestellt. 

Das Adressrisiko stufen wir als aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Auf Grundlage der Risikoinventur unseres Instituts kann das Risiko mit geringer Wahrscheinlichkeit eintreten und hat ein hohes Schadenspotenzial mit entsprechend wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Zur Steuerung des Adressausfallrisikos setzen wir im Kundengeschäft Ratingsysteme zur Beurteilung der Bonität einzelner Engagements ein (im wesentlichen VR-Rating). Mit Hilfe der Steuerungssoftware VR-Control können wir ungünstige Entwicklungen im Kreditportfolio rechtzeitig identifizierten und frühzeitig Maßnahmen einleiten.

Die Bank ermittelt vierteljährlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Kundengeschäfte (KPM-KG barwertig) einen erwarteten und unerwarteten Verlust (Credit-Value-at-Risk) aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Berechnung erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren, dem sowohl die aggregierten Blankoanteile in den Risikoklassen bzw. -gruppen des Forderungsbestandes, die Kreditrisikoprämie als auch Ausfallwahrscheinlichkeiten und Branchenparameter sowie Verlustquoten zugrunde liegen. 

Die Adressausfallrisiken bei Eigenanlagen ermitteln wir im Rahmen der Risikotragfähigkeitskonzeption vierteljährlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Eigengeschäfte (KPM-EG). Die Berechnungen basieren auf verschiedenen Marktparametersegmenten, die differenzierten Spread- und Ratingmigrationen, Spreadverteilungen sowie Migrationsmatratzen ausweisen. Es wird ein erwarteter und unerwarteter Verlust ermittelt.

Der berechnete erwartete Verlust wird bei der Ermittlung des Risikodeckungspotenzials berücksichtigt und regelmäßig mit dem aufgelaufenen Bewertungsergebnis verglichen.

Bei den Eigenanlagen nutzen wir für Wertpapiere die Ratinginformationen der DZ Bank auf Basis externer Ratingagenturen und bei den Fonds die Risikoinformationen der Fondsgesellschaft Union Investment. Auch hier werden die Risikoentwicklungen im Rahmen von VR-Control über ein Portfoliomodell überwacht. Turbulenzen an den Finanzmärkten begegnen wir durch eine breite Streuung der Eigenanlagen, Diversifikation in verschiedenen Anlageklassen und Beschränkung auf gute Bonitäten innerhalb des Investmentgrades zum Kaufzeitpunkt.

Marktpreisrisiken

Das Marktpreisrisiko umfasst das Risiko aus nachteiligen Veränderungen von Marktpreisen oder Marktparametern (Zinsstrukturkurve, Aktienkurse, Devisenkurse), in deren Folge sich Abweichungen vom geplanten Ergebnis ergeben. Dabei wird ausschließlich auf die Erfolgswirkung abgestellt.

Im Rahmen des Risikomanagements bezieht sich das Marktpreisrisiko auf das für die Bank relevante Zinsänderungsrisiko.

Das Zinsänderungsrisiko stuft die Bank anhand der Risikoinventur als aufsichtsrechtlich wesentlich ein, mit einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit und einem hohen potentiellen Schaden, der sich auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage maßgeblich auswirken kann.

Im Rahmen der ökonomischen Risikomessung des Zinsrisikos berechnen wir vierteljährlich einen Value-at-Risk, der auf einem historischen Zeitraum basiert. Als Szenariotechnik verwenden wir eine Skalierung über eintägige Verbarwertungen mittels Resampling. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ZINSMANAGEMENT unter VR-Control.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken können grundsätzlich in der Form des Zahlungsunfähigkeitsrisikos, des Refinanzierungskostenrisikos und des Marktliquiditätsrisikos auftreten.

Zahlungsunfähigkeitsrisiken treten ein, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht oder nicht in ausreichender Höhe erfüllt werden können. Refinanzierungsrisiken entstehen, wenn die Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann oder die Refinanzierungsmittel nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Marktliquiditätsrisiken treten ein, wenn Anlagen nicht zum gewünschten Zeitpunkt oder in der geplanten Höhe liquidiert werden können.

Liquiditätsablaufbilanzen dienen als Frühwarnindikator für eine mögliche Zahlungsunfähigkeit und stellen dabei insbesondere den Überlebenshorizont dar. Stresstests führen wir anhand institutseigener, marktweiter und kombinierter Szenarien für Liquiditätsrisiken durch. Durch die Anrechnung auf die Liquiditätspuffer wird auf dieser Grundlage der Überlebenshorizont ermittelt. Dabei werden auch adverse Entwicklungen außerhalb unseres Erwartungshorizontes reflektiert.

Liquiditätsrisiken werden darüber hinaus von der Bank anhand von Fälligkeitslisten überwacht.

Das Liquiditätsrisiko wird anhand der aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennziffer Liquidity Coverage Ratio (kurz LCR) überwacht. Unsere Risikotoleranz haben wir über die Festlegung einer Ziel-LCR-Quote von 120 % und einem Limit von 110 % definiert.

Die Bank erachtet das Liquiditätsrisiko insgesamt als wesentlich im Sinne des Aufsichtsrechts. Zwar tritt das Risiko nach unserer Einschätzung mit lediglich geringer Wahrscheinlichkeit ein, zeichnet sich aber bei Eintritt in Bezug auf die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durch ein hohes Schadenspotenzial aus.

Operationelles Risiko

Operationelle Risiken betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein.

Die Bank hat eine einheitliche Festlegung und Abgrenzung der operationellen Risiken zu den anderen betrachteten Risikokategorien vorgenommen und diese in den Organisationsrichtlinien fixiert und kommuniziert.

Wesentliche operationelle Risiken werden jährlich identifiziert und analysiert. Hierzu wird auf eine Schadensfalldatenbank zurückgegriffen, in die eingetretene Schäden eingestellt werden.

Das IT-Risiko stellt ein spezielles operationelles Risiko dar. Hier betrachten wir insbesondere die Teilbereiche "Zentrales Rechenzentrum" und "IT-Risiken Bank". Über die IT-Risiken, die das Rechenzentrum betreffen, erhalten wir regelmäßige Berichte vom lT-Dienstleister einschließlich Darstellung der eingeleiteten Maßnahmen bei Problemen.

Für alle wesentlichen Schadensereignisse in Bezug auf bankinterne IT-Risiken besteht ein umfassender Versicherungsschutz. Betriebliche Notfallplanungen wurden insbesondere auf die Anforderungen aus dem lT-Bereich abgestimmt.

Rechtlichen Risiken begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare und die Inanspruchnahme juristischer Beratung durch den Verband im Fall von Rechtsstreitigkeiten.

Für operationelle Risiken werden angemessene Beträge in der Berechnung der Risikotragfähigkeit berücksichtigt. Die Ermittlung der Risikowerte findet anhand von Risikokategorien innerhalb der operationellen Risiken statt. In diesen Risikokategorien werden einzelne Szenarien erstellt und von Experten bewertet, um das Risikopotenzial abzuleiten.

Anhand der Risikoinventur stufen wir das operationelle Risiko als aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Das Risiko hat eine geringe Eintrittwahrscheinlichkeit und ein geringes Schadenspotential. Bei IT-Risiken besteht potenziell ein hohes Schadenspotenzial, dem insbesondere durch Mehrfachredundanzen bei dem IT-Dienstleister Atruvia Rechnung getragen wird.

Gesamtbild der Risikolage

Auf Grundlage unserer Verfahren des Risikomanagements zur Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials ist die Risikotragfähigkeit in beiden Perspektiven (ökonomisch und normativ) unter den von uns definierten Risikoszenarien gegeben. Die internen Simulationen kommen darüber hinaus zum Ergebnis, dass die Liquidität sichergestellt und die Eigenmittelanforderungen erfüllt werden.

Bestandsgefährdende Risiken sind gegenwärtig nicht erkennbar.

Nach dem derzeitigen Planungsstand ist die Risikotragfähigkeit angesichts der laufenden Ertragskraft und der Vermögens- und Substanzsituation des Instituts auch im Berichtszeitraum gegeben. Die dargestellten Risiken werden die künftige Entwicklung unserer Bank nicht wesentlich beeinträchtigen.

Insgesamt hat sich die Risikolage im Vergleich zum Vorjahr konstant entwickelt.

Im Einzelnen aggregieren sich die Risiken zum 31. Dezember 2023 wie folgt:

Limit TEUR Auslastung TEUR
Adressrisiko 12.500 9.004
Marktpreisrisiko 40.000 26.081
Operationelles Risiko 2.000 1.303

Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel betrugen per Dezember 2022 TEUR 82.577 und per Dezember 2023 TEUR 84.451.

Das Risikodeckungspotenzial für das Jahr 2024 per Dezember 2023 beträgt TEUR 103.602. Für die Risikolimitierung wurden TEUR 54.500 zur Verfügung gestellt, sodass TEUR 49.102 als Freies Risikodeckungspotenzial zur Verfügung stehen.

Sollten die Zinsen für Kundeneinlagen erhöht werden müssen, um Einlagenabflüsse zu vermeiden oder ein weiterer starker Zinsanstieg stattfinden, besteht das Risiko, dass eine Rückstellung im Zuge der verlustfreien Bewertung des Zinsbuches erforderlich wird.

Den dargestellten Risiken stehen folgende Chancen gegenüber:

Durch Kreditwachstum auf dem hohen Zinsniveau können Chancen für die Bank entstehen, da hierdurch die Ertragslage langfristig gesteigert werden kann. Das hohe Niveau stellt jedoch gleichzeitig auch ein Risiko für die Entwicklung des Kreditvolumens dar, da insbesondere die Kreditnachfrage im Retail- / Wohnbau-Bereich bei hohen Zinsen und hohen Immobilienpreisen sinkt. Der Fokus auf individuelle Finanzierungen im Firmenkundenbereich bietet die Chance einer Margenausweitung.

Im Bereich Adressrisiko konnte in den letzten Jahren eine geringe Ausfallquote beobachtet werden. Dies hat sich aufgrund der Marktlage im Immobilienbereich deutlich verschlechtert und es wird auch in den nächsten Jahren mit höheren Ausfällen gerechnet. Die Vertriebsschwierigkeiten von Neubauten bei Bauträgern und Projektentwicklern in Kombination mit den gestiegenen Finanzierungskosten sorgt für Insolvenzen in diesem Bereich. Aber auch bei privaten Immobilienfinanzierungen kann es aufgrund der sinkenden Immobilienpreise für Bestandsimmobilien zu Ausfällen, aufgrund von geringeren Sicherheitenwerten und steigenden Finanzierungskosten bei Prolongationen kommen.

Beim Marktpreisrisiko liegen aufgrund des Aktivüberhangs der Cashflows insbesondere bei schnellen starken Zinsanstiegen Risiken vor, da die Konditionsanpassung des Gesamtbestandes auf der Kreditseite nur bei Neugeschäften vorgenommen werden kann. Die Chancen liegen hier bei einem Zinsanstieg in der Ausweitung der Margen auf der Aktiv- und Passivseite, um langfristig die Ertragslage der Bank zu steigern. Dies wird sich jedoch abhängig von der Vertriebsstärke und der Ausprägung des Zinsanstiegs erst nach 2 bis 3 Jahren zeigen. Auch eine Verstärkung der inversen Zinsstrukturkurve stellt die Bank vor Herausforderungen, da sich die Kosten der kurzfristigen Refinanzierungen hierdurch erhöhen würden, ohne dass eine Ertragssteigerung auf der Aktivseite erreicht werden kann. 

Durch den Russland-Ukraine-Konflikt können sich je nach weiterer Entwicklung und Dauer des Konfliktes weitere Risiken für die Bank ergeben.

Durch die im Jahr 2023 erfolgte Umstellung der Risikotragfähigkeit auf die Anforderungen des ICAAP ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen des Gesamtbildes der Risikolage.

D. Prognosebericht

Der anhaltende Russland-Ukraine-Konflikt hat Auswirkungen auf die Unternehmen und Finanzmärkte. Dies kann dazu führen, dass sich die Annahmen, die unserer Prognoseberechnung zugrunde liegen nicht als zutreffend erweisen. In welchem Umfang sich die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unserer Bank zukünftig niederschlagen, ist je nach der weiteren Entwicklung des Konfliktes noch immer schwer einzuschätzen. Interne Untersuchungen haben ergeben, dass die Bank nicht direkt in den Bereichen Depot A, Forderungen an Kreditinstitute oder Forderungen an Kunden betroffen ist. Wir analysieren laufend mögliche Auswirkungen auf die Bank und werden unsere Prognosen anpassen, soweit dies erforderlich ist. Wir erwarten in den nächsten Jahren einen anhaltenden Strukturumbruch in der Bankenbranche und weiter zunehmenden Wettbewerb. Die Digitalisierung fordert unser Haus dauerhaft. Auch in einem digitalisierten Umfeld ist es vielversprechend, die Geschäftsstrategie und Prozesse der Bank weiter konsequent am Bedarf der Mitglieder und Kunden auszurichten sowie in die Kompetenz unserer Mitarbeiter zu investieren.

Die Ertragslage der Bank wird auch zukünftig von externen Einflüssen, die keine Ursache im aktuellen Ukraine Krieg haben, beeinträchtigt werden. So stehen wir vor der Herausforderung sinkende Zinsüberschüsse durch gestiegene Einlagezinsen in Verbindung mit langsam steigenden, da länger festgeschriebenen Kreditzinsen, durch ein steigendes Kundenkreditvolumen auffangen zu müssen. Konstante Provisionserträge in Verbindung mit steigenden Verwaltungsaufwendungen wirken sich auf die Ertragslage negativ aus.

Unsere Eckwertplanung basiert auf folgenden wesentlichen Annahmen:

Der Zinsüberschuss wird sich unter der Prämisse eines konstanten Zinsniveaus und eines um 1,0 % p.a. steigenden Geschäftsvolumens für 2024 und eines konstanten Zinsniveaus und eines um 3,0 % p.a. steigenden Geschäftsvolumens ab 2025 zunächst verringern, um dann in den Folgejahren kontinuierlich anzusteigen.

Für das Jahr 2024 rechnen wir mit einem nahezu konstanten Kreditgeschäft und für die Jahre ab 2024 bis 2028 mit einem Wachstum von 3,0 % p.a.

Bei den Kundeneinlagen gehen wir für das Jahr 2024 von einem Wachstum von 1,0 % p.a. und für die Folgejahr von 2,0 % p.a. aus.

Daneben sehen wir einen gleichbleibenden Provisionsüberschuss für die kommenden Jahre vor.

Beim Personalaufwand planen wir für 2024 mit einem Anstieg der Personalkosten in Höhe von 4,4 % aufgrund von Neubesetzung und Umstrukturierungen (z.B. KSC) sowie den anstehenden Tarifrunden und Kostenkonsolidierungen aus Renteneintritten und auslaufenden Altersteilzeitverpflichtungen. Für das Jahr 2025 planen wir aufgrund der anstehenden Tarifverhandlungen mit einer Steigerung von TEUR 200,0 und für die Folgejahre mit einer Steigerung von 3,0 % p.a.

Die Höhe der Sachaufwendungen wird sich für das Jahr 2024 trotz geplanter Projekte im Bereich Digitalisierung IT und Software sowie im Bereich Instandhaltung verringern, da Investitionen wie in dem Umfang des Jahres 2023 von uns nicht geplant sind. Außerdem wird es gemäß unserer Planung Verschiebungen aus dem Bereich andere Verwaltungsaufwendungen in den Bereich Personalkosten geben, da wir die in der Vergangenheit ausgelagerte Telefonie nun durch eigene Mitarbeiter abbilden. Ab dem Jahr 2025 rechnen wir aufgrund der Inflation und der Mehrkosten der Digitalisierung mit einer jährlichen Steigerung der anderen Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 3,0 % p.a. für die Folgejahre.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen der Bank wurden für die Jahre 2024 bis 2028 konstant geplant, da keine größeren Investitionen getätigt werden sollen. Investitionen in geringerem Umfang gleichen sich durch komplett abgeschriebene Vermögensgegenstände aus. 

Aus der Kapitalplanung für die Jahre 2024 bis 2028 ergeben sich für das geplante Wachstum im Kreditgeschäft unter der Prämisse von Rücklagenzuführungen und der Einwerbung von Geschäftsguthaben derzeit keine Erkenntnisse für zusätzlichen Kapitalbedarf. Dabei wurde angenommen, dass die aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen auch im Jahr 2024 und in den Folgeperioden gültig bleiben.

Die für die Jahre 2024 bis 2028 geplante Gesamtkapitalquote soll für 2024 mit 19,8 % und bis zum Jahr 2028 mit 20,3 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 mit 19,7 % ansteigen.

Vorgänge von besonderer Bedeutung gemäß § 285 Nr. 33 HGB sind nach dem Schluss des Berichtszeitraums nicht eingetreten.

Vor dem Hintergrund der geschilderten Entwicklungen erwarten wir für 2024 gegenüber 2023 ein rückläufiges Ergebnis vor Bewertung und ein verringertes Ergebnis nach Bewertung.

Für das Jahr 2024 erwarten wir gemäß unserer Eckwertplanung ein Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 0,64 % im Verhältnis zur durchschnittlichen Bilanzsumme und ein Betriebsergebnis nach Bewertung in Höhe von 0,52 % im Verhältnis zur durchschnittlichen Bilanzsumme.

Dem Leistungsindikator zur Messung der Wirtschaftlichkeit unseres Institutes, die Cost Income Ratio (CIR) prognostizieren wir eine Verschlechterung von 70,4 % auf 71,9 % in 2024. 

Aufgrund der Umstellung der Anforderungen und Ermittlungsverfahren der Risikotragfähigkeit und damit verbunden der Herleitung des Risikodeckungspotenzials und der Risikomessverfahren, insbesondere durch die Umstellung auf die barwertige Ermittlung in der ökonomischen Perspektive und die Anhebung des Konfidenzniveaus auf 99,9 % wurden keine Engpässe in der Risikotragfähigkeit und der Eigenmittelausstattung ermittelt, noch werden diese für die Zukunft prognostiziert.

Die Budgetierung zur Unterstützung der regionalen Vereine und gemeinnützigen Organisationen in den Jahren 2024 bis 2028 planen wir auf dem Niveau des Berichtsjahres.

Abschließend weisen wir darauf hin, dass, soweit vorstehende Erwartungen geäußert oder Aussagen für die Zukunft getroffen werden, die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen davon abweichen können. 

Ginsheim-Gustavsburg, 15. Mai 2024 Volksbank Mainspitze eG

Der Vorstand:

Haas Haase

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023
Volksbank Mainspitze eG, Ginsheim-Gustavsburg Genossenschaftsregisternummer 50228 beim Amtsgericht Darmstadt

Aktivseite

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 5.303.190,70 8.352
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 35.456.314,03 18.349
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 35.456.314,03 (18.349)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 40.759.504,73 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 40.842.950,00 21.354
b) andere Forderungen 8.102.186,15 48.945.136,15 8.619
4. Forderungen an Kunden 553.231.633,79 538.612
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 212.912.101,17 (174.754)
Kommunalkredite 12.382.627,10 (11.986)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 8.435.562,32 9.436
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 8.435.562,32 (9.436)
bb) von anderen Emittenten 76.757.282,62 85.192.844,94 72.613
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 40.719.867,99 (49.809)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 85.192.844,94 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 467.722,21 1.978
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 13.028.408,22 13.028
darunter:
an Kreditinstituten 11.793.181,50 (11.800)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 43.700,00 13.072.108,22 44
darunter:
bei Kreditgenossenschaften 7.000,00 (7)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
bei Wertpapierinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 102.258,38 102
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
9. Treuhandvermögen 2.291.458,31 2.546
darunter: Treuhandkredite 2.291.458,31 (2.546)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0
12. Sachanlagen 13.009.732,90 13.824
13. Sonstige Vermögensgegenstände 1.817.026,73 2.880
Summe der Aktiva 758.889.426,36 711.737

Passivseite

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 0,00 0
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 48.666.020,72 48.666.020,72 31.786
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 41.354.174,67 51.399
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 4.411.515,52 45.765.690,19 1.461
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 464.380.261,03 525.988
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 111.627.993,87 576.008.254,90 621.773.945,09 16.266
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 2.291.458,31 2.546
darunter: Treuhandkredite 2.291.458,31 (2.546)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.003.660,08 1.020
6. Rechnungsabgrenzungsposten 14.978,91 18
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 0,00 0
b) Steuerrückstellungen 0,00 0
c) andere Rückstellungen 1.644.234,68 1.644.234,68 1.590
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 30.900.000,00 28.250
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 9.872.229,15 9.277
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 13.600.000,00 13.300
cb) andere Ergebnisrücklagen 28.100.000,00 41.700.000,00 27.800
d) Bilanzgewinn 1.022.899,42 52.595.128,57 1.036
Summe der Passiva 758.889.426,36 711.737
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weiter-
gegebenen abgerechneten Wechseln
0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 1.363.958,16 4.853
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 1.363.958,16 0
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 21.219.548,02 21.219.548,02 30.675
darunter: Lieferverpflichtungen
aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 15.228.201,65 11.520
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 845.545,73 16.073.747,38 630
darunter: in a) und b)
angefallene negative Zinsen
0,00 (24)
2. Zinsaufwendungen 3.808.536,07 12.265.211,31 493
darunter: erhaltene
negative Zinsen
1.853,90 (77)
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 76.092,86 118
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 323.569,03 335
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 399.661,89 27
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs-
oder Teilgewinnabführungsverträgen
0,00 0
5. Provisionserträge 5.118.156,86 5.502
6. Provisionsaufwendungen 562.364,61 4.555.792,25 719
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 664.771,60 546
9. [gestrichen] 0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 5.869.930,32 5.775
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.219.505,93 7.089.436,25 1.225
darunter: für Altersversorgung 155.954,25 (155)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 4.668.095,52 11.757.531,77 4.262
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
471.239,71 509
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 162.552,66 156
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen
zu Rückstellungen im Kreditgeschäft
1.119.259,57 2.133
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung
von Rückstellungen im Kreditgeschäft
0,00 -1.119.259,57 0
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen,
Anteile an verbundenen Unternehmen und wie
Anlagevermögen behandelte Wertpapiere
3.670,96 16
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an
verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen
behandelten Wertpapieren
0,00 -3.670,96 0
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. [gestrichen] 0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 4.371.182,38 3.390
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 700.011,74 1.376
darunter: latente Steuern 0,00 (0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 69.494,90 769.506,64 63
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 2.650.000,00 950
25. Jahresüberschuss 951.675,74 1.001
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 71.223,68 36
1.022.899,42 1.037
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
1.022.899,42 1.037
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 0,00 0
b) in andere Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
29. Bilanzgewinn 1.022.899,42 1.036

Volksbank Mainspitze eG, Ginsheim-Gustavsburg 3. Anhang für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Volksbank Mainspitze eG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden angewandt:

Barreserve

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden wurden mit dem Nennwert angesetzt, wobei der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt wurde. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zeitanteilig, aufgelöst.

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzelwertberichtigungen abgedeckt. Den latenten Risiken im Kreditgeschäft wurde durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 Rechnung getragen. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung erfolgt zum 31. Dezember 2023 über ein Expected-Credit-Loss-Modell, bei dem ein erwarteter Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Anrechnung von Bonitätsprämien ermittelt wird. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeit, der Verlustquote bei Ausfall sowie der erwarteten Kredithöhe zum Ausfallzeitpunkt für alle unter den Bilanzpositionen Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden ausgewiesenen Geschäften sowie für unter der Bilanz auszuweisende Eventualverpflichtungen und anderen Verpflichtungen (einschließlich unwiderruflicher Kreditzusagen). Nicht beanspruchte Kreditzusagen (Kreditlinien) werden berücksichtigt, soweit ungeachtet vertraglicher Kündigungsrechte mit einer Inanspruchnahme ernsthaft zu rechnen ist. Im Hinblick auf widerrufliche und unwiderrufliche Kreditzusagen und Eventualverpflichtungen erfolgt die bilanzielle Erfassung in Form einer Rückstellung.

Zusätzlich bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Wertpapiere

Die wie Umlaufvermögen behandelten festverzinslichen Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen.

Die wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere sind nur bei einer voraussichtlichen dauernden Wertminderung auf ihren niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben worden (gemildertes Niederstwertprinzip). Anschaffungskosten über pari wurden linear über die Restlaufzeit bis zum niedrigeren Einlösungskurs abgeschrieben.

Da die Wertpapiere im Girosammeldepot verwahrt werden, werden die Anschaffungskosten bei gleicher Wertpapiergattung nach der Durchschnittsmethode ermittelt.

Derivative Finanzinstrumente

Zinsderivate (Swapgeschäfte), die zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos im Zinsbuch eingesetzt werden, sind von einer imparitätischen Einzelbewertung ausgenommen.

Dienen derivative Finanzinstrumente (Swapgeschäfte) im Nichthandelsbestand der Absicherung von Vermögensgegenständen, Schulden, schwebenden Geschäften oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen, wurden Bewertungseinheiten gebildet, sofern hierfür die erforderlichen Voraussetzungen vorlagen. Die Bewertung dieser derivativen Finanzinstrumente erfolgte nach den Vorschriften von § 254 HGB. Zur bilanziellen Abbildung der wirksamen Teile der Bewertungseinheiten wurde die Einfrierungsmethode angewandt.

Die nachfolgende Tabelle weist für jede Art von Grundgeschäften das Volumen der in Bewertungseinheiten eingezogenen Grundgeschäfte - jeweils aufgegliedert nach Risikoarten und Arten von Bewertungseinheiten - aus:

Angaben zu Bewertungseinheiten gemäß § 285 Nr. 23a HGB

Grundgeschäfte
abgesicherte Risikoart
Buchwerte/Volumina
(in TEUR)
Micro-
Hedges
Portfolio-Hedges
Macro-Hedges
Summe
Vermögensgegenstände
abgesichertes Risiko
- Zinsrisiko 292 0 0 292
Summe Vermögensgegenstände 292 0 0 292

Bei der gebildeten Bewertungseinheit handelt es sich um perfekte Micro-Hedges. Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente stimmen jeweils in allen relevanten Ausstattungsmerkmalen überein ("Critical Term Match"). Daher haben sich die gegenläufigen Wertänderungen in Bezug auf das abgesicherte Risiko am Bilanzstichtag vollständig ausgeglichen.

Aufgrund der übereinstimmenden relevanten Ausstattungsmerkmale wird auch künftig für die festgelegte Dauer der Sicherungsbeziehung eine wirksame Absicherung der Zahlungsstromrisiken erwartet.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs einschließlich der zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos (Aktiv/Passiv-Steuerung) abgeschlossenen Zinsderivate werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. verlustfrei bewertet. Hierzu werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende positive Differenzbetrag wird anschließend um den Barwert der direkt aus den Zinsprodukten des Bankbuchs resultierenden Gebühren- und Provisionserträge erhöht und um den Risikokostenbarwert und den Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird.

Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Rückstellung zu bilden.

Strukturierte Finanzinstrumente, die keine wesentlich erhöhten oder zusätzlichen (andersartigen) Risiken oder Chancen aufweisen, werden als einheitlicher Vermögensgegenstand nach den allgemeinen Grundsätzen bilanziert.

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie die Anteile an verbundenen Unternehmen werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Treuhandvermögen

Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zum Nennwert.

Sachanlagen

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die der geschätzen Nutzungsdauer entsprechenden Abschreibungssätze zugrunde, die auch steuerlich geltend gemacht werden. Sofern dauerhafte Wertminderungen vorliegen, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die Sachanlagen wurden im Anschaffungsjahr pro rata temporis abgeschrieben.

Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu EUR 250 wurden in voller Höhe als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Sie wurden in voller Höhe abgeschrieben, sofern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut über EUR 250, aber nicht über EUR 800 lagen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach den Grundsätzen des strengen Niederstwertprinzips.

Aktive latente Steuern

Zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen bestehen zeitliche oder quasi-permanente Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen. Die sich daraus ergebenden Steuerbelastungen (passive latente Steuern) und Steuerentlastungen (aktive latente Steuern) werden verrechnet.

Ein Überhang an aktiven latenten Steuern wird bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt (Vgl. Erläuterungen im Abschnitt D.).

Verbindlichkeiten

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag zuzüglich anteilig abgegrenzter Zinsen bis zum Bilanzstichtag. Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Treuhandverbindlichkeiten

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen Disagiobeträge enthalten, die bei Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden. Die Unterschiedsbeträge werden planmäßig auf die Laufzeit der Forderungen verteilt.

Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst.

Rückstellungen wurden zulässigerweise nicht gebildet für mittelbare Verpflichtungen aus Pensionszusagen in Höhe von EUR 326.125 gegenüber der R+V Pensionsfonds AG, Wiesbaden.

Den Rückstellungen für Altersteilzeit liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde. Die Altersteilzeitrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Der für die Abzinsung der Rückstellung angewendete durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangene sieben Geschäftsjahren von 1,74 % (Vorjahr 1,44 %) wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB festgelegt.

Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Den Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen für einen abgegrenzten Zeitraum und Personenkreis liegen eigene Berechnungen (Divisionsrechnung; Fälligkeit im Folgejahr) zugrunde.

Im Übrigen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtages umgerechnet.

Die sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Aufwendungen wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Soweit die Restlaufzeit der auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten bis zu einem Jahr betrug oder die Anforderungen an eine besondere Deckung vorlagen, wurden Erträge aus der Währungsumrechnung in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt.

Als besonders gedeckt wurden gegenläufige Fremdwährungspositionen angesehen, soweit sie sich betragsmäßig und hinsichtlich ihrer Fristigkeit entsprechen.

Angaben zur Behandlung von negativen Zinsen

Negative Zinsen auf finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den betreffenden Zinserträgen bzw. Zinsaufwendungen in Abzug gebracht. Der Umfang negativer Zinsen bei den Zinserträgen und Zinsaufwendungen wird in Form von Darunter-Vermerken in der Gewinn- und Verlustrechnung angegeben. Im Falle von Zinsswaps werden die Zahlungsströme je Swapvertrag verrechnet und der verbleibende Saldo vorzeichengerecht als Zinsertrag bzw. -aufwand ausgewiesen.

Verwendung des Jahresergebnisses

Der Jahresabschluss wurde vor Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- / Zugänge (a) Umbuchungen (a) Anschaffungs- /
Herstellungskosten zu Zuschreibungen (b) Abgänge (b) Herstellungskosten
Beginn des am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0
gewerbliche 0 (b) 0 (b)
Schutzrechte und ähnliche Rechte
b) entgeltlich erwor- 71.113 0 (a) 0 (a) 71.113
bene Konzessio- 0 (b) 0 (b)
nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0
Firmenwert 0 (b) 0 (b)
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0
Anzahlungen 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und 22.182.636 -179.103 (a) 0 (a) 21.615.935
Gebäude 0 (b) 387.599 (b)
b) Betriebs- und 4.272.522 31.549 (a) 0 (a) 4.282.875
Geschäftsausstattung 0 (b) 21.196 (b)
Summe a 26.526.271 -147.554 (a) 0 (a) 25.969.923
0 (b) 408.795 (b)
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Abschreibungen Zugängen (a) Umbuchungen (a) Abschreibungen am Buchwerte
Beginn des Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen (b) Abgängen (b)
Ende des Bilanzstichtag
Geschäftsjahres (gesamt) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b)
Geschäftsjahres (gesamt)
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
gewerbliche 0 (b) 0 (b) 0 (b)
Schutzrechte und ähnliche Rechte
b) entgeltlich erwor- 71.113 0 (a) 0 (a) 0 (a) 71.113 0
bene Konzessio- 0 (b) 0 (b) 0 (b)
nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Firmenwert 0 (b) 0 (b) 0 (b)
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Anzahlungen 0 (b) 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und 8.627.464 368.729 (a) 0 (a) 0 (a) 8.803.698 12.812.236
Gebäude 0 (b) 0 (b) 192.494 (b)
b) Betriebs- und 4.004.063 102.511 (a) 0 (a) 0 (a) 4.085.378 197.497
Geschäftsausstattung 0 (b) 0 (b) 21.196 (b)
Summe a 12.702.640 471.240 (a) 0 (a) 0 (a) 12.960.189 13.009.733
0 (b) 0 (b) 213.690 (b)
Anschaffungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres
Veränderungen (saldiert)

Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR EUR EUR
Wertpapiere des 54.637.132 -3.671 54.633.461
Anlagevermögens
Beteiligungen und 13.072.108 0 13.072.108
Geschäftsguthaben
bei Genossenschaften
Anteile an 102.258 0 102.258
verbundenen Unter-
nehmen
Summe b 67.811.498 -3.671 67.807.827
Summe a und b 94.337.769 80.817.560

D. Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 48.907.597 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 6.075.978 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren (A 5) werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr EUR 3.053.303 fällig.

Aufgliederung der in den Bilanzposten A 5 bis A 8 enthaltenen Wertpapiere

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig
davon:
börsennotiert
nicht börsennotiert
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR EUR EUR EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 85.192.845 80.749.789 4.443.056 53.912.343
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (A 6) 467.722 0 467.722 0

Im Wertpapierjournal sind die nicht nach dem strengen Niederstwertprinzip bewerteten Wertpapiere des Anlagevermögens besonders gekennzeichnet.

Zu den Finanzanlagen gehörende Finanzinstrumente, die über ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, bestehen in folgendem Umfang (§ 285 Nr. 18 HGB):

Wertpapiere des Anlagevermögens mit einem Buchwert von TEUR 53.706 und einem beizulegenden Zeitwert von TEUR 48.647.

Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB sind für marktpreisbezogene Wertveränderungen unterblieben, da Störungen der Zins- und Tilgungsleistungen bei den betreffenden Wertpapieren nach unserer derzeitigen Einschätzung nicht zu erwarten sind. Außerdem sind keine Anzeichen für eine dauerhafte Wertminderung bei den entsprechenden Emittenten erkennbar.

Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den Forderungen, Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Forderungen an
verbundene Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kreditinstitute (A 3) 0 0 48.907.597 29.393.521
Forderungen an Kunden (A 4) 0 0 526.154 553.091
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 0 0 35.617.281 21.342.671

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Beteiligungen von nicht untergeordneter Bedeutung bestehen zum 31. Dezember 2023 wie folgt:



Anteil am Gesellschafts- Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses
Name und Sitz kapital % Jahr TEUR Jahr TEUR
a) VR-Immobilien GmbH, Ginsheim-Gustavsburg 100,00 2022 292 2022 24
b) Wohnbau Mainspitze GmbH, Ginsheim-Gustavsburg 46,99 2022 1.751 2022 -58
c) DZ BANK AG, Frankfurt am Main 0,01 2022 10.638.000 2022 380.000
d) DZ 1. Beteiligungs GmbH & Co. KG, Neu-Isenburg 1,10 2022 992.482 2022 24.518
e) AAG Holding GmbH & Co. KG, Neu-Isenburg 1,14 2022 59.460 2022 1.298
f) Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main 0,01 2021 1.722.827 2021 730.949

Mit dem unter Buchstabe a) genannten Unternehmen besteht ein Konzernverhältnis. Ein Konzernabschluss wurde nicht aufgestellt, weil aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (§ 296 Abs. 2 HGB) auf die Aufstellung verzichtet werden konnte.

Darüber hinaus besteht eine weitere Beteiligung an einem weiteren Unternehmen, das für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Bank von untergeordneter Bedeutung ist. Hierfür wurde die Ausnahmeregel gemäß § 286 Abs. 3 Satz 1 HGB in Anspruch genommen.

Treuhandvermögen

Im Bilanzposten "Treuhandvermögen" (A 9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandforderungen handelt es sich um Forderungen an Kunden (A 4).

Sachanlagen

Im Bilanzposten "Sachanlagen" (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 4.030.270 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 197.497 enthalten.

Sonstige Vermögensgegenstände

In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A 13) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2023
EUR
Steuererstattungsansprüche 633.152
Aktivierungswerte aus Rückdeckungsversicherungen 536.290

Aufgrung der Auslagerung der Pensionsverpflichtungen haben die aufgeführten Ansrüche aus Rückdeckungsversicherungen den Charakter von Kapitalmarktanlagen.

In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A 13) sind folgende antizipative Beträge größeren Umfangs enthalten:

31.12.2023
EUR
Forderungen aus Provisionszahlungen 476.347

Nachrangige Vermögensgegenstände

In dem folgenden Posten sind Vermögensgegenstände, für die eine Nachrangklausel besteht, enthalten:

Posten/Unterposten Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
5 nachrangige Wertpapiere gegenüber Kreditinstitute 3.021.056 3.021.114

Fremdwährungsposten

In den Vermögensgegenständen sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 110.013 enthalten.

Restlaufzeitenspiegel für Forderungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:


bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute (A 3b) (ohne Bausparguthaben) 0 0 8.000.000 0
Forderungen an Kunden (A 4) 21.814.559 31.115.873 117.133.390 377.091.159

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:


bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 5.592.207 6.548.097 25.381.153 10.757.981
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten (P 2a ab) 9.632 1.852.138 2.529.350 0
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2b bb) 43.410.204 53.207.384 11.337.226 3.033.734

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 48.666.021 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Treuhandverbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Treuhandverbindlichkeiten" (P 4) sind ausschließlich Refinanzierungsmittel für Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1).

Sonstige Verbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Sonstige Verbindlichkeiten" (P 5) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten: 

31.12.2023
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber unbekannten Gläubigern 404.818

Im Bilanzposten "Sonstige Verbindlichkeiten" (P 5) sind folgende antizipative Beträge größeren Umfangs enthalten:

31.12.2023
EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 298.590

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten (P 6) sind Disagiobeträge, die bei der Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden, im Gesamtbetrag von EUR 13.301 (Vorjahr EUR 15.835) enthalten.

Passive latente Steuern

Latente Steuern sind nicht bilanziert. Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde. Die passiven Steuerlatenzen beruhen insbesondere aus Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei den Beteiligungen. Dem stehen höhere aktive Steuerlatenzen, insbesondere aus der Differenz zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei den Forderungen an Kunden, der Bewertung von Wertpapieren, sowie aus der Auswirkung der Auslagerung der Pensionsverpflichtungen gegenüber. Für die Berechnung latenter Steuern wurde ein Steuersatz von 30,71 % zugrunde gelegt.

Rückstellungen

Rückstellungen wurden zulässigerweise nicht gebildet für mittelbare Verpflichtungen aus Pensionszusagen in Höhe von EUR 326.125.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 0 0 48.666.021 31.786.017
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (P 2) 295.157 271.533 791.175 764.211

Eigenkapital

Die unter dem Passivposten "Gezeichnetes Kapital" (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben
a) der verbleibenden Mitglieder 9.541.574
b) der ausscheidenden Mitglieder 328.655
c) aus gekündigten Geschäftsanteilen 2.000

Die Ergebnisrücklagen (P 12c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Gesetzliche Rücklage andere Ergebnisrücklagen
EUR EUR
Stand 01.01.2023 13.300.000 27.800.000
Einstellungen
- aus Bilanzgewinn des Vorjahres 300.000 300.000
Stand 31.12.2023 13.600.000 28.100.000

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und -steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten.

Akute Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind nicht erkennbar. Für die latenten Kreditrisiken bei den Eventualverbindlichkeiten, den widerruflichen und den unwiderruflichen Kreditzusagen wurde eine Pauschalwertberichtigung gem. IDW RS BFA 7 in Form einer Rückstellung gebildet. Als Basis diente ein Expected-Credit-Loss-Model, bei dem ein erwarteter Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Abrechnung von Bonitätsprämien ermittelt wird.

Die in den Posten 1b) und 2c) der unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen breit gestreute Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für Kunden bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden. Die Risiken wurden im Zuge einer Einzelbewertung der Bonität dieser Kunden beurteilt. Die unter Posten 1b) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Beträge zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen werden.

Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

Passivposten Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögenswerte
in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 17.970.139

Fremdwährungsposten

In den Schulden sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 109.248 enthalten.

Termingeschäfte und derivative Finanzinstrumente

Zum Bilanzstichtag bestanden noch nicht abgewickelte Zinsswaps. Ein Zinsswap dient zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken aus einem Kundengeschäft (Micro-Hedge), zehn weitere Zinsswaps dienen als Sicherungsinstrumente im Rahmen der Steuerung der allgemeinen Zinsänderungsrisiken im Bankbuch (Aktiv / Passiv Steuerung).

In der nachfolgenden Tabelle sind die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Derivatgeschäfte des Nichthandelsbestands einschließlich der in Bewertungseinheiten einbezogenen Derivate und einschließlich der in strukturierte Finanzinstrumente eingebetteten und getrennt bilanzierten Derivate, die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelt waren, zusammengefasst (§ 36 RechKredV bzw. § 285 Nr. 19 HGB). Die beizulegenden Zeitwerte werden ohne rechnerisch angefallene Zinsen angegeben ("clean prices").

(Angaben in TEUR):  

Nominalbetrag Restlaufzeit
beizulegender Zeitwert
<= 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre Summe negativ positiv
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
- Zins-Swap (gleiche Währung) 0 5.292 45.000 50.292 2.640 1

Zinsswaps des Nichthandelsbestandes werden anhand der aktuellen Zinstrukturkurve am Bilanzstichtag nach der Barwertmethode bewertet. Hierbei werden die Zahlungsströme (Cashflows) mit dem Risiko- und Laufzeitadäquaten Marktzins diskontiert. Darüber hinaus wurden einheitlich zu bilanzierende strukturierte Finanzinstrumente erworben. Sie beinhalten neben dem Basisinstrument noch eine Zinsobergrenze (Cap), eine Zinsuntergrenzvereinbarung (Floor) oder ein Kündigungsrecht des Schuldners. 

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Negative Zinsen aus Passivgeschäften sind in den Zinsaufwendungen (GuV 2) als Reduktion des Zinsaufwandes enthalten.

Provisionserträge

Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für die Verwaltung und Vermittlung, insbesondere für die Vermittlung von Wertpapieren, Krediten, Bausparverträgen, Versicherungen und Fondsanlagen nehmen in der Ertragsrechnung einen festen Bestandteil ein und machen 0,3 % der durchschnittlichen Bilanzsumme aus.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen (GuV 8) sind folgende nicht unwesentliche Einzelbeträge enthalten: 

Art EUR
Erträge aus der Vermietung 425.115

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 6.297 (Vorjahr EUR 5.311) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Periodenfremde Erträge bzw. Aufwendungen

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 433.428 und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 21.791 enthalten.

Hiervon entfallen auf:

lfd. Posten der GuV - Art
Betrag
Aufwand
EUR
Betrag
Ertrag
EUR
GuV 1 Zinserträge aus Vorjahren 0 207.666
GuV 8 Erträge aus dem Verkauf von Anlagegegenständen 0 151.008
GuV 12 Sonstige ordentliche Aufwendungen 10.442 0
GuV 23 und GuV 24 Steuernachzahlungen Vorjahre 11.349 0

F. Sonstige Angaben

Vorstand und Aufsichtsrat

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Die früheren Mitglieder des Vorstandes bzw. deren Hinterbliebene erhielten EUR 780.854. Die Pensionszahlungen erfolgten durch die R+V Pensionsfonds AG. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates betrugen EUR 54.200.

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 303.713 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 7.266.141.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (Garantieverbund) in Höhe von EUR 1.694.100.

Ferner besteht gemäß § 7 der Beitritts- und Verpflichtungserklärung zum institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH eine Beitragsgarantie gegenüber dem BVR-ISG. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Personalstatistik

Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug: 

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Prokuristen 3 0
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 56 43
Gewerbliche Mitarbeiter 2 0
61 43

Außerdem wurden durchschnittlich 4 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr

Anzahl der
Mitglieder
Anzahl der
Geschäftsanteile
Haftsummen
EUR
Anfang 2023 11.562 90.291 0
Zugang 2023 105 9.305 0
Abgang 2023 465 3.346 0
Ende 2023 11.202 96.250 0
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 601.331
Höhe des Geschäftsanteils EUR 100

Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Das vom Prüfungsverband für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar schlüsselt sich in folgende Honorare auf:

- Abschlussprüfungsleistungen EUR 225.461
- Andere Bestätigungsleistungen EUR 34.876
- Steuerberatungsleistungen EUR 14.374
- Sonstige Leistungen EUR 363

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:


Genoverband e.V.
Wilhelm-Haas-Platz 63263 Neu-Isenburg 

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf     

Haas, Matthias, - Vorsitzender - , Vorstandsmitglied der Volksbank Mainspitze eG, Ressort Markt
Haase, Sebastian Lutz, Vorstandsmitglied der Volksbank Mainspitze eG, Ressort Marktfolge

Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf    

von Neumann, Richard, - Vorsitzender - , Pensionär
Adam, Michael, - stellvertretender Vorsitzender - , Geschäftsführer der Unternehmensgruppe WIKA/MAB
Gallon, Rainer, selbstständiger Steuerberater
Haus, Susanne, selbstständige Maler- und Lackiermeisterin
Mittelstädt, Adrienne, selbstständige Architektin
Münch , Udo, Polizeipräsident des Landes Hessen a.D.

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 951.675,74 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von EUR 71.223,68 (Bilanzgewinn von EUR 1.022.899,42) - wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von 4,00 % 357.701,36
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen
a) Gesetzliche Rücklage 300.000,00
b) Andere Ergebnisrücklagen 300.000,00
Vortrag auf neue Rechnung 65.198,06
1.022.899,42
Ginsheim-Gustavsburg, 25. März 2024 Volksbank Mainspitze eG

Der Vorstand

Haas   Haase

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Volksbank Mainspitze eG, Ginsheim-Gustavsburg

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Volksbank Mainspitze eG, Ginsheim-Gustavsburg (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung der Forderungen an Kunden

a) Sachverhalt und Problemstellung

Die Genossenschaft ist maßgeblich im Kundenkreditgeschäft tätig. Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen, belaufen sich auf 553,2 Mio. EUR. Dies entspricht 72,9 % der Bilanzsumme. Zudem bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 1,4 Mio. EUR und unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von 21,2 Mio. EUR. Eine mögliche Verschlechterung der Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern kann Auswirkungen auf die Höhe der zu bildenden Einzelwertberichtigungen bzw. Abschreibungen haben. Hieraus können sich deutliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss und insbesondere auf die Ertragslage der Genossenschaft ergeben.

Die Identifizierung von Wertminderungen und die Ermittlung von Einzelwertberichtigungen sowie die Bemessung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und offene Kreditzusagen unterliegen wesentlichen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass Wertberichtigungsbedarf nicht rechtzeitig identifiziert wird bzw. die Höhe der Wertberichtigung von der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der jeweiligen Kreditnehmer sowie von der Bewertung der Kreditsicherheiten beeinflusst wird. Daher ist die zutreffende Bewertung der Kundenforderungen für den Jahresabschluss und insbesondere die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und stellt nach unserer Einschätzung einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung haben wir analytische Prüfungshandlungen durchgeführt. Dabei wurde der Datenbestand der Genossenschaft in Hinblick auf vordefinierte Prüfkriterien ausgewertet. In diesem Zuge wurden neben den Ratingeinstufungen insbesondere die Höhe der ungesicherten Kreditteile, die Zugehörigkeit zu bestimmten Branchen und die Gesamtzusage berücksichtigt.

Aufbauend auf den vorstehend genannten analytischen Prüfungshandlungen haben wir bewusst bzw. zufällig ausgewählte Kreditengagements hinsichtlich der Notwendigkeit und - soweit erforderlich - der Angemessenheit einer Risikovorsorge einer Einzelfallprüfung unterzogen.

In diesem Zusammenhang haben wir uns auch von der regelmäßigen Überprüfung der Angemessenheit der Schätzannahmen durch die Bank überzeugt. Darüber hinaus haben wir die Bewertung der Kundenforderungen einschließlich der Sicherheiten auf Basis risikoorientiert ausgewählter Einzelfälle beurteilt und mit den Einschätzungen der Bank abgeglichen.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Zur Bewertung der Forderungen an Kunden verweisen wir auf den Abschnitt "B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden" des Anhangs und im Lagebericht auf die Abschnitte "B.3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs", "B.5. Gesamtaussage zur Wirtschaftlichen Lage" sowie "C. Risiko- und Chancenbericht".

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen:

- die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft bzw. für die von dieser beherrschten Unternehmen erbracht:

- Wertpapierdienstleistungs- und Depotprüfung gemäß § 89 Abs. 1 S. 1 und 2 WpHG

- Durchführung eines Aufsichtsratsseminars

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Bernd Hellwege.

 

Neu-Isenburg, 28. Mai 2024

Genoverband e.V.

Lena Loreth Bernd Hellwege
Wirtschaftsprüferin Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Generalversammlung vom 13.06.2024 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2023 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 951.675,74 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 71.223,68 - wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

Volksbank Mainspitze eG, Ginsheim-Gustavsburg Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr 2023 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

Im Jahr 2023 hat der Aufsichtsrat neun Sitzungen abgehalten. Schwerpunkte der Sitzungen bildeten die allgemeine und strategische Entwicklung der Bank, die Risikoberichterstattung sowie die Umsetzung aufsichtsrechtlicher Regelungen.

Der vorliegende Jahresabschluss 2023 mit Lagebericht wurde vom Genoverband e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Generalversammlung berichtet.

Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses - unter Einbeziehung des Gewinnvortrages - entspricht den Vorschriften der Satzung.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Generalversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Durch Ablauf der Wahlzeit scheidet in diesem Jahr Frau Adrienne Mittelstädt und Herr Rainer Gallon aus dem Aufsichtsrat aus. Die Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates ist zulässig.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeitern Dank für die geleistete Arbeit aus.

Ginsheim-Gustavsburg, im Mai 2024

Der Aufsichtsrat

von Neumann

Vorsitzender

Volksbank Mainspitze eG, Ginsheim-Gustavsburg Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Volksbank Mainspitze eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Volksbank Mainspitze eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Volksbank Mainspitze eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 TEUR 17.885.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 87,6. 

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 4.371.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 700 und betreffen laufende Steuern.

Die Volksbank Mainspitze eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

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