Veli GmbH
Selbe AdresseEntwicklung und Programmierung von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christian Dr. Reichmayr seit 19.1.2024 | Geschäftsführer |
Fabian Kleffner seit 23.12.2022 | Prokura |
Aleksandar Jeremic seit 3.2.2020 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 45.72% | |
P****** B******* | 4.28% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
fino run GmbHKasselJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Jahresbilanz zum 31.12.2023der fino run GmbHAktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2023 bis 31.12.2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023Allgemeine Angaben Die fino run GmbH hat ihren Sitz in Kassel und ist beim Amtsgericht Kassel unter der Registernummer HRB 17459 registriert. Der vorliegende Jahresabschluss ist nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften nach §§ 242 ff. und den §§ 264 ff. sowie §§ 340 ff. des Handelsgesetzbuches (HGB) und den Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) und des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) sowie den einschlägigen Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Zudem wurde die Verordnung über die Rechnungslegung der Zahlungsinstituts-Rechnungslegungsverordnung (RechZahlV) beachtet. Die Gliederungen von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen den in der RechZahlV vorgesehenen Formblättern. Grundsätze zur Bilanzierung und Bewertung Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalbetrag angesetzt. Erkennbaren Einzelrisiken ist durch Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen, dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung ausreichend Rechnung getragen worden. Sachanlagen und immaterielle Anlagenwerte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, solche mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer abzüglich planmäßiger Abschreibungen, angesetzt. Die beweglichen Anlagegüter werden entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer pro rata temporis linear abgeschrieben. Geringwertige bewegliche Anlagegüter mit einem Einzelanschaffungspreis bis zu € 800,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, sind unter dem Rechnungsabgrenzungsposten aktiv abgegrenzt. Die Verbindlichkeiten werden mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert. Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, sind unter dem Rechnungsabgrenzungsposten passiv abgegrenzt. Bei Bildung der Rückstellungen ist den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen Rechnung getragen worden. Sie sind in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Angaben zu einzelnen Posten der Bilanz Forderungen an Kreditinstitute Die Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von 540.303,94 € (Vorjahr: 443.642,89 €) enthalten täglich fällige Sichteinlagen in Höhe von 394.756,68 € (Vorjahr: 285.775,39 €). Daneben bestehen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 145.547,26 € (Vorjahr: 157.867,50 €). Die Forderungen an Kreditinstitute aus Zahlungsdiensten in Höhe von 526.684,83 € (Vorjahr: 433.582,39 €) haben eine Restlaufzeit bis drei Monate. Die Forderungen an Kreditinstitute aus sonstigen Tätigkeiten in Höhe von 13.619,12 € (Vorjahr: 10.060,50 €) haben eine Restlaufzeit bis drei Monate. Forderungen an Kunden Bei den Forderungen an Kunden in Höhe von 620.002,37 € (Vorjahr: 427.341,38 €) handelt es sich um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen an Kunden aus Zahlungsdiensten in Höhe von 341.628,24 € (Vorjahr: 234.319,87 €) haben eine Restlaufzeit von bis zu 3 Monaten. Die Forderungen an Kunden aus sonstigen Tätigkeiten in Höhe von 278.374,13 € (Vorjahr: 193.021,51 €) haben eine Restlaufzeit von bis zu 3 Monaten. Anlagenspiegel zum 31.12.2023fino run GmbHKassel
Sonstige Vermögensgegenstände Der Posten beinhaltet folgende Forderungen und Vermögensgegenstände:
Die sonstigen Vermögensgegenstände entfallen wie im Vorjahr vollständig auf Restlaufzeiten bis zu einem Jahr, sodass die sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr 0,00 € (Vorjahr: 0,00 €) betragen. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 354,14 € (Vorjahr 93,44 €). Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen 4.796,08 € (Vorjahr: 18.114,75 €). Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus Zahlungsdiensten in Höhe von 4.796,08 € (Vorjahr: 18.114,75 €) haben eine Restlaufzeit von bis zu 3 Monaten. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Der Posten setzt sich wie folgt zusammen:
Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft aus dem Bezug von Leistungen Dritter werden seit dem Geschäftsjahr 2023 unter Berücksichtigung der branchenspezifischen Bilanzierungsvorschriften für Zahlungsinstitute gem. § 17 RechZahlV unter den "Verbindlichkeiten gegenüber Kunden" anstatt unter den "sonstigen Verbindlichkeiten" ausgewiesen. Zu Zwecken der Vergleichbarkeit wurden die Vorjahresbeträge entsprechend um 345.569,22 € angepasst. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus Zahlungsdiensten in Höhe von 537.669,44 € (Vorjahr: 334.440,69 €) haben eine Restlaufzeit von bis zu 3 Monaten. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus sonstigen Tätigkeiten in Höhe von 19.212,42 € (Vorjahr: 11.922,14 €) haben eine Restlaufzeit von bis zu 3 Monaten. Der Posten beinhaltet Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 255.580,12 € (Vorjahr: 135.486,85 €) und Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von 77.252,11 € (Vorjahr 5.131,17). Ferner sind in den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 211.351,58 € (Vorjahr 143.290,03 €) enthalten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entfallen wie im Vorjahr im Wesentlichen auf Aufwendungen des laufenden Geschäftsbetriebs, insbesondere auf den Betrieb der IT-Systeme, der allgemeinen Verwaltung (Porto, Fax) sowie Rechts- und Beratungskosten. Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten entfallen wie im Vorjahr vollständig auf Restlaufzeiten bis zu einem Jahr, sodass die sonstigen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr bzw. über 5 Jahren jeweils 0,00 € (Vorjahr: 0,00 €) betragen. Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen entfallen auf Rechts- und Prozesskosten zur Eintreibung strittiger Forderungen über 15.000,00 €, eine Rückstellung für ausstehende Rechnungen über 1.300,00 € für Finanzbuchhaltungsaufwendungen sowie die BaFin-Umlage in Höhe von 2.550,00 €. Die Rückstellung für Jahresabschluss- und Prüfungskosten entfällt über 35.000,00 € auf das Honorar des Abschlussprüfers und über 30.000,00 € auf die Erstellung des Jahresabschlusses. Eigenkapital Das Stammkapital von 50.000,00 € ist mit dem Nennbetrag angesetzt und wird zu 100 % von der fino create GmbH mit Sitz in Kassel, Deutschland, gehalten.
Angaben zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung Zinserträge Die Zinserträge betragen 0,00 € (Vorjahr: 2.621,97 €). Zinsaufwendungen Die Zinsaufwendungen betragen 0,00 € (Vorjahr: 12.296,46 €). Provisionserträge Die Provisionserträge betragen 5.300.754,20 € (Vorjahr: 4.539.709,71 €). Provisionsaufwendungen Die Provisionsaufwendungen betragen 4.168.399,65 € (Vorjahr: 3.331.431,37 €). Sonstige betriebliche Erträge
In der Position sonstige betriebliche Erträge sind Erträge aus der Auflösung einer Rückstellung bzgl. Bußgelder aufgrund eines Ordnungswidrigkeitsverfahren der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) über 15.546,50 € sowie damit im Zusammenhang stehender Rechtsberatungskosten in Höhe von 7.158,00 € und Erträgen aus Währungsumrechnung über 208,77 € (Vorjahr 5.947,09 €) enthalten. Personalaufwand Der Personalaufwand beträgt 398.282,53 € (Vorjahr: 434.020,47 €). Darin sind Aufwendungen für Gratifikationen über 11.093,75 € (Vorjahr: 0,00 €) enthalten. Andere Verwaltungsaufwendungen
Die Aufwendungen für die Jahresabschlusserstellung und -prüfung enthalten Honorare für den Abschlussprüfer des Berichtsjahres in Höhe von 35.000,00 €, die vollständig auf Abschlussprüfungsleistungen entfallen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 941,71 € (Vorjahr: 22.196,51 €) und entfallen vollständig auf Aufwendungen aus der Währungsumrechnung. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen
Die Aufwendungen der Gesellschaft aus der Forderungsbewertung werden seit dem Geschäftsjahr 2023 unter Berücksichtigung branchenspezifischen Bilanzierungsvorschriften für Zahlungsinstitute gem. § 26 RechZahlV unter den "Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen" anstatt unter den "sonstigen betrieblichen Aufwendungen" ausgewiesen. Zu Zwecken der Vergleichbarkeit wurden die Vorjahresbeträge entsprechend um 33.607,32 € angepasst. Steuern von Einkommen und vom Ertrag Die Aufteilung der Steuern von Einkommen und vom Ertrag erfolgt auf Basis des allgemeinen Schlüssels und bezieht sich auf den kumulierten Gewinn aus den Bereichen Zahlungsdienst sowie sonstiger Tätigkeit. Sonstige Angaben Gesamtbezüge der Geschäftsführer Die Gesamtbezüge der Geschäftsführer haben insgesamt 2.928,57 € (Vorjahr: 24.060,00 €) betragen und entfallen vollständig auf erfolgsunabhängige Bezüge. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden zu fremdüblichen Konditionen abgewickelt. Zahl der beschäftigten Mitarbeiter Durchschnittlich waren im Geschäftsjahr - ohne Mitglieder der Geschäftsführung - beschäftigt:
Am Bilanzstichtrag betrug die Gesamtzahl der Mitarbeitenden 7,0. Mandate und Beteiligungen i.S.d. § 340a Abs. 4 HGB Es bestehen keine Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsgremien von großen Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 3 HGB), die von gesetzlichen Vertretern oder anderen Mitarbeitern wahrgenommen werden. Es bestehen keine Beteiligungen an großen Kapitalgesellschaften, die fünf vom Hundert der Stimmrechte überschreiten. Geographische Märkte i.S.d. § 28 Abs. 2 Nr. 1 RechZahlV Die Provisionserträge werden in den nachstehenden geographischen Märkten erzielt:
Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Bürgschaften für Darlehenszusagen an verbundene Unternehmen bis zu einem Höchstbetrag von 3.100.000,00 €, die sich wie folgt aufteilen:
Mit einer Inanspruchnahme aus diesen Verpflichtungen ist nicht zu rechnen, da der Schuldendienst durch die vorgenannten Gesellschaften planmäßig erfolgt. Daneben bestehen Darlehenszusagen der fino run GmbH an Unternehmen der fino-Gruppe. Die Gesamtzusagen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 betrugen 1.750.000,00 €. Eine Inanspruchnahme liegt zum Bilanzstichtag nicht vor. Geschäftsführung Zu Beginn des Berichtsjahres lag die Führung der Geschäfte unverändert bei Florian Christ, Björn Sänger und Aleksandar Jeremic. Herr Björn Sänger wurde am 29.06.2023 als Geschäftsführer abberufen. Die Führung der Geschäfte lag damit zum Bilanzstichtag bei Florian Christ und Aleksandar Jeremic. Ferner wurde mit Wirkung zum 19.01.2024 Herr Florian Christ als Geschäftsführer abberufen und Herr Dr. Christian Reichmayr als Geschäftsführer bestellt. Die Führung der Geschäfte liegt damit am Tag der Bilanzaufstellung bei Aleksandar Jeremic sowie Dr. Christian Reichmayr. Von den Beschränkungen des § 181 BGB sind die Geschäftsführer befreit. Allen Geschäftsführern ist Einzelvertretungsbefugnis erteilt. Verwendung des Jahresergebnisses Die Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern die folgende Ergebnisverwendung vor: Der Jahresüberschuss beträgt 123.210,06 €. Einschließlich des zu berücksichtigenden Gewinnvortrags ergibt sich ein Betrag von 261.120,30 €, der wie folgt zu verwenden ist: Der Bilanzgewinn in Höhe von 261.120,30 € wird auf neue Rechnung vorgetragen. Ausschüttungssperre Der zur Ausschüttung gesperrte Betrag nach § 268 Abs. 8 HGB betragen 0,00 €.
Kassel, den 28. Juni 2024 Aleksandar Jeremic Dr. Christian Reichmayr Lagebericht für das Geschäftsjahr 20231. Grundlagen der Gesellschaft Die fino run GmbH mit Sitz in Kassel ist Teil der fino-Gruppe, eines Unternehmensverbundes mit teilweiser Gesellschafteridentität. Sie ist als 100%ige Tochtergesellschaft der fino create GmbH innerhalb der Unternehmensgruppe zentraler Dienstleister für Ver- und Betrieb der von fino- Gesellschaften entwickelten Software-as-a-Service-Produkte (Saas) und erfüllt als genehmigter und registrierter Kontoinformations- und Zahlungsauslösedienstleister (AISP/PISP) 1 die Anforderungen nach dem ZAG. Das Unternehmen wird durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sowie die Bundesbank beaufsichtigt. Neben den aufsichtspflichtigen Produkten aus der fino-Gruppe betreut das Unternehmen auch nichtaufsichtspflichtige Produkte von fino. Zur Produktpalette gehören KontowechselService (KWS) KontowechselHilfe (KWH), DepotwechselService (DWS), Logo-Datenbank, Kontoinformationsabruf (X2A) und ZahlungsauslöseService (ZAS), Datenanalyse-Services, wie z.B. fino Cockpit oder einzelne Datenmodule wie Haushaltsrechnung, Liquidität & -entwicklung, Vertragsanalyse uvm. sowie Prognosemodule. Die fino run bietet ihre AISP/PISP-Lizenz zudem als License-as-a-Service Modell an. Sämtliche Dienstleistungen stehen auch interessierten Dritten offen. Bedingt durch das Geschäftsmodell des Ver- und Betriebs von Produkten investiert die Gesellschaft nicht in Forschung und Entwicklung. Niederlassungen oder Zweigniederlassungen werden nicht unterhalten. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das Jahr 2023 war als Jahr eins nach der Corona-Pandemie zunächst grundsätzlich geprägt von einer Aufbruchstimmung im Gesamtmarkt. Dem entgegen standen jedoch einerseits Belastungen durch die dauerhaft gestiegene Inflationsrate, insbesondere für Energie, Lebensmittel und Baustoffe sowie andererseits durch Verunsicherungen im Markt, ausgelöst durch die politische Diskussion und Beschlüsse der Bundesregierung insbesondere des Heizungsgesetzes bzw. Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Prägend waren auch die dauerhaften Auswirkungen durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war deshalb in einer Seitwärtsbewegung. "Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3% niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1%" 2. Eine tiefgreifende Rezession blieb somit aus. Die in 2022 begonnene Abkehr von der Null-Zins-Politik der Dt. Bundesbank sowie der Europäischen Zentralbank zur Eindämmung der Inflation wurde auch in 2023 beibehalten. Die in 2022 absehbaren Marktfolgen blieben somit auch in 2023 erhalten.
1 AISP = Account Information Services Provider,
PISP = Payment Initiation Service Provide
Im deutschen Markt sorgte dies bei den Banken zu einem dauerhaften Rückgang des Kreditgeschäfts, insbesondere des privaten Wohnungskreditgeschäfts. Gleichzeitig stieg der Wertberichtigungsbedarf bei langlaufenden Anleihen. Insgesamt blieb die Situation insbesondere bei Banken mit Einlagengeschäft angespannt. 2.2 Geschäftsverlauf Die in der Corona-Pandemie durchgeführte Restrukturierung der Bürokapazität und die Umstellung auf Home Office haben sich auch im Geschäftsjahr 2023 positiv auf die Produktivität und die Mitarbeiterzufriedenheit ausgewirkt. Die Abläufe blieben innerhalb der Firmengruppe gut eingespielt und die Bürokapazitäten konnten beibehalten werden. Die im Markt wahrgenommene Verunsicherung sowohl bei Endverbrauchern als auch Unternehmen, verursacht durch stark ansteigende Preise, besonders für grundlegende Bedürfnisse wie Energie oder Lebensmittel, sowie die politischen Diskussionen bspw. zum Heizungsgesetz, haben zu einem veränderten Nachfrageverhalten von Bankprodukten geführt. Verstärkt wurde dies auch durch die Anhebung der Leitzinssätze. Die Veränderung bei den Leitzinssätzen, die Verunsicherung aber auch die Stabilisierung des Marktes haben zur Rückkehr von Zinsangeboten der Banken (Tagesgeld, Festgeld etc.) sowie zu steigenden Börsenkursen insb. bei Tech-Unternehmen geführt. Dies hat für den Umsatz des Unternehmens direkte, positive Folgen. Zinsangebote als auch steigende Börsen führen zu erhöhter Nachfrage von Konto- und Depotwechsel und die Veränderung des Nachfrageverhaltens von z.B. Krediten zwingt Banken ihr Vertriebsverhalten zu ändern und stärkt die Nachfrage nach Datendienstleistungen des Unternehmens. Der in 2022 erfolgte Verlust eines Großkunden im Kontowechsel konnte durch die positive Marktentwicklung und die Gewinnung von Regionalbanken sowie im Jahresverlauf eines neuen zukünftigen Großkunden fast wettgemacht werden. Dies wirkt sich zusätzlich positiv auf die Risikominimierung in Bezug auf Abhängigkeit von einem Großkunden aus. Das Marktpotential bewerten wir weiterhin als positiv und noch nicht ausgeschöpft. Weiterhin haben auch die Entwicklungen in den Datenanalyseprodukten insb. den Datenmodulen und dem "fino cockpit", für welches wir in 2023 einige Neukunden gewinnen konnten, zum Geschäftserfolg beigetragen. Ebenso wurde die Strategie, neue Kundengruppen zu erschließen, erfolgreich weiterverfolgt, so dass das Unternehmen in der Versicherungsbranche Fuß fassen und neue Kunden gewinnen konnte. Der Fokus auf eine engere Begleitung und Ausbildung der (Geschäfts-) Kunden in den Produkten wurde beibehalten und hat sich ebenfalls positiv auf die Produktnutzung und Kundendurchdringung ausgewirkt. So wurde in der Regel bei Vertrieb des fino-Cockpits gleichzeitig ein Coaching Ansatz angeboten, um die Produkteinführung eng im Vetrieb begleiten und die ersichtlichen Potentiale auch zu realisieren. Insgesamt ist das Unternehmen deutlich breiter und resilienter aufgestellt, als in den Vorjahren. Die vorhandenen Umsatzrisiken konnten weiter reduziert und der Umsatz verstetigt und gesteigert werden. Weiter stabil entwickelt hat sich das Licence-as-a-Service-Geschäft, das das Unternehmen insbesondere im britischen Markt anbietet. Hier konnte die Kundenbasis in einem umkämpften Markt gehalten werden, für die fino run Kontoinformations- und Zahlungsauslösedienste in der Europäischen Union erbringt. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass das Unternehmen 2023 aus einer Stabilisierungs- und Restrukturierungs- in eine Wachstumsphase übergegangen ist und die Zeit genutzt wurde, es weiter gut für die Zukunft aufzustellen. Die Berichterstattung im Sinne finanzieller Leistungsindikatoren ist im Wirtschaftsbericht sowie im Prognose-, Chancen- und Risikobericht eingebunden. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren sind für das Unternehmen nicht von Bedeutung. 2.3 Ertragslage Die Ertragslage unseres Unternehmens bewerten wir als zufriedenstellend bzw. positiver, als im Vorjahr. Die Gewinn- und Verlustrechnung schließt mit einem Jahresüberschuss von rund T€ 123 ab, nach T€ 61 in 2022. In 2023 erfolgte eine Ausschüttung über T€ 100 an unsere Muttergesellschaft. Das Ergebnis des Jahres 2023 übertrifft leicht unsere Erwartungen und die Prognose aus 2022. Die Provisionserträge betragen T€ 5.300 nach T€ 4.539 im Vorjahr und liegen damit leicht unter der Prognose aus 2022. Die Provisionsaufwendungen sind von T€ 3.331 in 2022 auf T€ 4.168 angestiegen. Die Personalkosten betrugen im Jahr 2023 T€ 398 nach T€ 434 im Jahr 2022. Die fino run GmbH beschäftigte im Jahr 2023 durchschnittlich 8 Mitarbeiter (Vorjahr: 9). Aufgrund des Geschäftsmodells unseres Unternehmens bestehen vielfältige Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen. Diese Verbindungen sind so ausgestaltet, wie sie auch unter Dritten branchen- und geschäftsüblich wären, zumal wir unsere Leistungen Dritten auch ausdrücklich anbieten. Geschäfte, die zu marktunüblichen Bedingungen zustande gekommen wären, liegen nicht vor. 2.4 Finanz- und Vermögenslage Alle Forderungen und Verbindlichkeiten des Unternehmens bestehen in Euro. Das Gesamtkapital beträgt zum 31.12.2023 T€ 1.375 (Vorjahr: T€ 1.082), das Eigenkapital beträgt zum 31.12.2023 T€ 593 (Vorjahr: T€ 570). Das Stammkapital beträgt unverändert T€ 50. Die Forderungen an Kreditinstitute betragen T€ 540 (Vorjahr: T€ 444). Davon entfallen auf täglich fällige Sichteinlagen T€ 395 (Vorjahr: T€ 286). Somit ist die Gesellschaft in der Lage, seinen Verpflichtungen jederzeit vollumfänglich nachzukommen. Die Forderungen an Kunden betragen T€ 620 (Vorjahr: T€ 427). Davon gegenüber der Muttergesellschaft in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 0). Sonstige Vermögensgegenstände sind mit T€ 120 (Vorjahr: T€ 110) bilanziert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen T€ 5 (Vorjahr: T€ 18). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden betragen T€ 557 (Vorjahr: T€ 346). Davon entfallen auf verbundene Unternehmen T€ 256 (Vorjahr: T€ 135), auf Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von T€ 77 (Vorjahr: T€ 5) sowie auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen T€ 211 (Vorjahr: T€ 143). Die sonstigen Verbindlichkeiten betragen T€ 68 (Vorjahr: T€ 11). Davon entfallen auf Steuern T€ 62 (Vorjahr: T€ 4). In 2023 wurden insgesamt T€ 102 zurückgestellt, nach T€ 109 im Vorjahr. Davon entfallen T€ 18 (Vorjahr: T€ 3) auf Mitarbeiterurlaub und -gratifikationen sowie T€ 19 (Vorjahr: T€ 56) auf sonstige Rückstellungen. Für die Jahresabschluss- und Prüfungskosten wurden T€ 65 zurückgestellt (Vorjahr: T€ 50). Bezüglich bestehender außerbilanzieller Verpflichtungen ist weiterhin nicht mit einer Inanspruchnahme zu rechnen, da der Schuldendienst durch die entsprechenden Gesellschaften (fino create, fino digital, fino Gruppe) planmäßig erfolgt. 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1 Allgemeine Anmerkungen Aufgrund des Geschäftsmodells sieht fino sich mit externen und internen Entwicklungen und Ereignissen konfrontiert, die sich negativ auf die Vermögens-, Ertrags oder Liquiditätslage auswirken können (Risiken). fino begegnet den Risiken mit einem systematischen und prozessorientierten Risikomanagement. Die Grundlage des Risikomanagements bildet der interne Risikomanagementprozess. Ziel des Risikomanagementprozesses ist es, sicherzustellen, dass die wesentlichen Risiken frühzeitig identifiziert, vollständig erfasst und adäquat dargestellt werden. Durch die Analyse können zudem Chancen frühzeitig erkannt und effektiv genutzt werden. Der Risikomanagementprozess beginnt mit der Risikoidentifikation. Die Risikoidentifikation hat zum Ziel, die wesentlichen Risiken in strukturierter Weise zu identifizieren und zu erfassen. Nach der Risikoidentifikation erfolgt die Risikobeurteilung. Hierzu führt fino eine Bewertung, der als wesentlich identifizierten Risiken hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres finanziellen Schadenpotentials durch, um gezielte Risikosteuerungsmaßnahmen ableiten zu können. Der nächste Schritt besteht in der Risikosteuerung. Mit Hilfe der Risikosteuerung werden für die quantifizierten Risiken angemessene Steuerungsmaßnahmen abgeleitet, um die Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. das Schadenpotential zu reduzieren. Anschließend erfolgen die Risikoüberwachung sowie die Risikokommunikation. Das Risikomanagement wird durch die Verlustdatenbank und Prozesse der internen Revision ergänzt. Aufgrund von Hinweisen aus der Wirtschaftsprüfung 2022, die im November 2023 abgeschlossen wurde, wurden die Prozesse des Risikomanagements Ende 2023/Anfang 2024 weiter überarbeitet und präzisiert. 3.2 Adressausfallrisiko Die weit überwiegende Zahl der Kunden sind regulierte und beaufsichtigte Institute, die überdies entweder einem institutionellen Sicherungssystem angehören oder aufgrund ihrer Größe systemrelevant sind, so dass ein Ausscheiden aus dem Markt unwahrscheinlich erscheint. Die Kunden, die nicht dieser Gruppe angehören, sind größere, etablierte Unternehmen in ihrem jeweiligen Markt, so dass wir bei dieser Gruppe das Ausfallrisiko als gering bewerten. Das Risiko der Ertragskonzentration auf einzelne Kunden hat sich durch neue Kundenbeziehungen sowie ein breiteres Produktportfolio stetig reduziert und es ist Teil der Unternehmensstrategie, Ertragskonzentrationen auf einzelne Kunden stetig weiter zu reduzieren. Durch das Erschließen der Versicherungswirtschaft als Markt wurde die Kundschaft weiter diversifiziert. Die starke Konzentration des Umsatzes im Bereich Kontowechsel auf wenige Kunden konnte erfolgreich weiter diversifiziert werden. 3.3 Liquiditätsrisiko Ziel der Unternehmensgruppe ist es, die Summe der Gehaltszahlungen für ein Quartal als liquide Mittel vorzuhalten. Diese Vorgabe ist Richtschnur für das Liquiditätsmanagement, so dass das Risiko, illiquide zu werden, gering ist, da die Gehaltszahlungen den mit Abstand größten Kostenblock darstellen. Die Liquidität der fino-Gruppe wurde zudem durch eine Kreditlinie bei der Kasseler Sparkasse gesichert, die allerdings bislang nicht in wesentlichem Umfang durch die fino run in Anspruch genommen wurde. Durch die kundenbezogenen Abrechnungsmodelle wird die Liquidität zusätzlich abgesichert, so dass das Liquiditätsrisiko als unwahrscheinlich eingestuft werden kann. 3.4 Marktrisiko Das Unternehmen beobachtet den Markt ständig. Produkte, mit denen das Unternehmen im Wettbewerb steht, werden kontinuierlich verbessert, um den Kunden einen Mehrwert und eine Differenzierung zum Wettbewerb zu bieten. Neben der Weiterentwicklung bestehender Produkte werden Ideen gemeinsam mit Partnern entwickelt, um diese in den Markt einzuführen. Die Möglichkeit der Skalierung wird dabei immer angestrebt, so dass die Grundidee des Produkts dann auch mit anderen Partnern realisiert werden kann. Das Unternehmen schätzt den Markt für die bestehenden und die aktuell in Planung oder Entwicklung befindlichen Produkte nach wie vor als stark wachsend ein, zumal die geschäftlichen Aktivitäten auf den deutschen Markt konzentriert sind. Bei preissensiblen Kunden ist eine Beendigung der Kundenbeziehung durchaus möglich. Dieses Risiko wird durch eine breit aufgestellte Kundschaft kompensiert. Insgesamt werden Marktrisiken als möglich angesehen, deren Schadenwirkung auf das Unternehmen wird allerdings als gering eingestuft. 3.5 Operationelle Risiken Das Unternehmen sieht sich vielfältigen operationellen Risiken ausgesetzt. Als größtes Einzelrisiko mit dem höchsten Schadenpotential bewerten wir einen Datendiebstahl oder -verlust. Diesem Risiko begegnet das Unternehmen mit organisatorisch-technischen Maßnahmen, dem IT-Sicherheitskonzept, entsprechende Anlagen in der Produktentwicklung sowie Mitarbeiterschulungen. Das Unternehmen arbeitet mit dem aktuellen Stand der Technik sowie den gängigen Empfehlungen. Das Unternehmen geht daher davon aus, dass ein Datenverlust- oder Diebstahl unwahrscheinlich ist. Einem möglichen Subdienstleisterausfall wird insbesondere mit einer Multi-Provider-Strategie begegnet, d.h. für jede Dienstleistung bestehen mindestens zwei Anbieter oder die Fähigkeit des Unternehmens diese Dienstleistung adhoc selbst zu erbringen. Weiter ist das Unternehmen zudem in der Lage, die Dienstleister flexibel zu wechseln. Der Eintritt des Risikos wird als unwahrscheinlich eingestuft. Ereignisse, die aus der IT-Sicherheit bzw. Prozessrisiken entstehen, hält das Unternehmen für möglich. Das Schadenpotential wird als moderat eingestuft. Es sind Prozesse der Risikobewertung der Services und die Einhaltung des IT-Sicherheitskonzeptes implementiert. Sämtliche Prozesse und Konzepte werden regelmäßig evaluiert und auf dem neuesten Stand der Erkenntnis gehalten. Das Risiko, Schlüsselpersonal zu verlieren, wird als unwahrscheinlich, sowie ein eventuell entstehender Schaden als moderat eingestuft, da es Teil der Unternehmensstrategie ist, Wissen zentral so verfügbar zu machen, dass darauf zurückgegriffen werden kann, so dass der individuelle Part möglichst minimiert ist. 3.6 Sonstige Risiken Zu den sonstigen Risiken zählen die wesentlichen Auslagerungen, die wirtschaftliche Gesamtlage sowie die regulatorischen Risiken, Gesetzesänderungen und das aufsichtsrechtliche Risiko. Im Rahmen der Erbringung von Zahlungsdienstleistungen kommt es vor, dass fino ein anderes Unternehmen mit der Wahrnehmung von Aktivitäten und Prozessen im Zusammenhang mit der Durchführung von Zahlungsdiensten oder institutstypischen Dienstleistungen beauftragt, die ansonsten von fino selbst erbracht würden (Auslagerung). Eine Auslagerung ist unabhängig von Art, Umfang und Komplexität mit Risiken verbunden, die erkannt und unter Berücksichtigung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen gesteuert werden müssen. Wesentliche Risiken resultieren aus den Auslagerungen nicht. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Gesamtlage sowie der Gesetzesänderungen bestehen keine Steuerungsmöglichkeiten für das Unternehmen. Der mögliche Schaden, der sich aus einer Änderung des Rechtsrahmens ergeben würde, ist schwer abschätzbar. Da eine eventuelle Änderung sich allerdings mit Vorlauf abzeichnen würde, ist davon auszugehen, dass es in dieser Zeit gelingt, Schaden vom Unternehmen durch Einstellung auf den veränderten Rechtsrahmen abzuwenden oder zu minimieren. Die Risiken, die sich aus dem ZAG, dem ZKG, der DSGVO sowie einem eventuellen Regress auf Haftung Dritter ergeben, wird als unwahrscheinlich eingestuft. Die Compliance-Vorgaben und Richtlinien des Unternehmens in Verbindung mit regelmäßigen Mitarbeiterschulungen sorgen für eine Risikominimierung. Zudem sind die Risiken, soweit möglich, versichert. Dem aufsichtsrechtlichen Risiko wird mit Systemen begegnet, die der Einhaltung der Vorgaben dienen sowie einer nach unserer Einschätzung guten, transparenten und partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden. 3.7 Zusammenfassung der Risikosituation In der Gesamtschau der Risiken besteht hinsichtlich der Umsatzverteilung auf die unterschiedlichen Produktbereiche und Kunden weiterhin ein Risiko, das allerdings bereits in 2023 durch die fortschreitende Produkt- und damit auch Kundendiversifizierung erfolgreich reduziert wurde. Die gegenwärtigen Geschäftsbeziehungen geben uns keinen Anlass, am Fortbestand der guten Kooperation zu zweifeln. Der Ausbau des Geschäfts im Bereich der Datenanalyse - insb. das fino Cockpit - tragen zum Umsatz bei, so dass sich die Relationen verschieben. Zusammengefasst sieht das Unternehmen sich in einer guten Risikosituation. Die fino bewertet ihr Risikomanagementsystem als ein angemessenes, gut funktionierendes Risikomanagementsystem, sodass es der Geschäftsleitung Hilfestellungen bei ihren Entscheidungen gibt. Bestandsgefährdende Risiken sind nicht gegeben. 3.8 Zukünftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird auch im laufenden Jahr geprägt sein durch ein erhöhtes Inflationsniveau, insbesondere in den Feldern Energie und Lebensmittel. In der Folge ist eine Konsumzurückhaltung weiterhin wahrscheinlich. Zahlreiche politische Entscheidungen des Staates, etwa in der Klimaschutzpolitik, werden zusätzlich preistreibend wirken. Es ist davon auszugehen, dass der Ukraine-Krieg auch in 2024 die politische Gesamtlage beeinflussen wird und die grds. Verunsicherung in Europa speziell der Europäischen Union hoch bleibt. Dies könnte sich insbesondere auch in den Ergebnissen der Europawahl, der Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg sowie diverser Kommunalwahlen widerspiegeln. Insgesamt ist maximal mit einem schwachen Wirtschaftswachstum zu rechnen, was auf die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens allerdings nach Auffassung der Geschäftsführung keine Auswirkungen haben wird. 3.9 Zukünftige Branchensituation 2023 war geprägt von hohen Leitzinssätzen. Es ist davon auszugehen, dass die Inflation ihren Höhepunkt bereits überschritten hat und dauerhaft - zwar langsam - sinkt. Es wird aller Voraussicht nach deshalb auch in der EU zu einer ersten Zinssenkung in 2024 kommen 3. Dies könnte die Anspannung bei den betroffenen Bankprodukten (Kredite) zumindest stabilisieren und Zinsprodukte (Tages- und Festgeld) bleiben attraktiv. Die Rücklagen sowie das Eigenkapital der Institute bleiben voraussichtlich angespannt. Die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen wird voraussichtlich weiterhin gering bleiben, wenn gleich der Tiefpunkt ebenfalls überwunden sein dürfte. Wir gehen davon aus, dass sich der Trend zur Digitalisierung fortsetzen wird, insbesondere auch bei unseren Kunden aus der Finanz- und Versicherungswirtschaft. Die digitale Beratung in diesen Branchen wird nach unserer Einschätzung weiter zunehmen, wodurch automatisierte, datenbasierte Produkte zur Vertriebsunterstützung deutlich nachgefragt sind und dies macht sich zunehmend auch im Firmenkundenbereich bemerkbar. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Gesamtlage besteht allerdings nach wie vor das Risiko von Insolvenzen speziell bei mittelständischen Unternehmen, infolge der es zu Wertberichtigungen bei unseren Kunden kommen kann, was möglicherweise zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten führt. Dies würde nach unserer Einschätzung - falls überhaupt - eher kleinere Institute, die keinen hohen Umsatzanteil haben, betreffen. Generell ist dieses Risiko als gering einzustufen. 3.10 Voraussichtliche Geschäftsentwicklung Die wirtschaftliche Lage für 2024 schätzen wir positiv, dem Jahr 2023 folgend, ein. Generell ist davon auszugehen, dass - abgesehen von möglichen und wahrscheinlichen Kostensteigerungen bei Energie Versand und Personal - keine gravierenden Auswirkungen durch eine sich eintrübende Konjunktur entstehen. Im Gegenteil gehen wir davon aus, dass sich der positive Trend im Kontowechsel aufgrund attraktiver (Neu-) Kundenangebote der Banken sowie auch für Datenanalyseprodukte fortsetzen wird. Beispielsweise wurde die Weiterentwicklung unseres Produktes Kontowechselservices, um die Möglichkeit Vertriebsimpulse zu generieren, nach unserer Einschätzung am Markt durch unsere Kunden sehr gut aufgenommen. Auch die Erweiterung des Geschäfts auf die Versicherungswirtschaft und die sehr positiven Signale aus dem Markt hierzu deuten grundsätzlich auf eine Ausweitung von Umsatz und Ertrag hin. Ebenso wie die Produkte zur Vertriebsunterstützung im Privat- und Firmenkundenbereich. Die Notwendigkeit zur Investition in digitale Lösungen seitens unserer Kunden besteht, unabhängig von der aktuellen wirtschaftlichen Lage, so dass davon auszugehen ist, dass sich der Wachstumspfad hinsichtlich des Provisionsertrags fortsetzen lässt. Im Geschäftsfeld Licence-as-a-Service ist von einer stabilen Ertragslage auszugehen. Für das Jahr 2024 wird weiter mit einem leichten Wachstum der Provisionserträge gerechnet und mit einem leicht positiven Ergebnis über dem Niveau des Jahres 2023 geplant.
Kassel, den 28. Juni 2024 Dr. Christian Reichmayr, Geschäftsführer Aleksandar Jeremic, Geschäftsführer BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die fino run GmbH, Kassel Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der fino run GmbH, Kassel, - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der fino run GmbH, Kassel, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hannover, den 30.06.2024 PKF
TREUWERK AG
Brosig, Wirtschaftsprüferin Lamm, Wirtschaftsprüfer |
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