Beteiligungsgesellschaften
ALVI GmbHLiquidiert
Pfennigbreite 44, 37671 Höxter, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Gabriel Magnus Fellsches seit 13.11.2024 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
NINE & Co B.V. | 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
ALVI GmbHHöxterJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021Grundlagen des Unternehmens Die ALVI GmbH mit Sitz in Höxter produziert und handelt mit Produkten rund um den Babyschlaf wie z. B. Schlafsäcken, Matratzen, Bettwäsche und Bett-Sets, Wickelauflagen, Strampler, Bodies, Schlafanzüge, Babydecken, Bettwaren, etc. ergänzen das Sortiment. Der überwiegende Teil der durch uns vertriebenen Produkte wird bei unserer 100%igen Tochtergesellschaft ALVI-Polska Spolka z o. o. in Jelenia Gora, Polen, produziert. Der größte Teil hiervon erfolgt im Import, in geringem Umfang wird in passiver Veredelung gearbeitet, bei der die Rohware dem polnischen Tochterunternehmen zur Verfügung gestellt wird und ALVI Polska nur die Dienstleistung und das eingesetzte Material, wie z. B. Nähgarn, fakturiert. Insgesamt macht ALVI Polska vom gesamten Einkaufsvolumen rund 60 % aus. Bis September 2021 wurden in geringem Umfang in der JVA Meppen Wickelauflagen und Reisebettmatratzen in passiver Veredelung gefertigt. Die Produktionsstätte wurde aufgegeben und nach Höxter verlegt. Die Produktion in Höxter hat sich nach einer gründlichen Analyse als betriebswirtschaftlicher und ökonomischer herausgestellt. In diesem Zusammenhang konnte zusätzlich ein Mitarbeiter eingespart werden. Die Logistik läuft größtenteils über Höxter. Wenn komplette LKWs vom Kunden geordert werden, erfolgt die Lieferung direkt von ALVI Polska zum Handelspartner. Der Vertrieb erfolgt im Wesentlichen über den Babyfachhandel, Möbelhäuser und Onlineshops, die inzwischen mehr als 50 % des Umsatzes ausmachen. Am Hauptsitz Höxter wird ein ca. 120 m 2 großes Outlet betrieben. Das Outlet wird von den Endverbraucher*innen sehr gut angenommen und ist bereits überregional bekannt. Der seit April 2020 bestehende ALVI-Webshop wurde im Juli 2021 um das "Marktplatz-Geschäft" (Market-Places) ergänzt. Das ALVI-Webshop Sortiment wird u.a. bei Kunden wie ZALANDO, bol.com, About You, etc., gespiegelt, angeboten und verkauft. Das B-2-C Fulfillment, also die direkte Belieferung der Endkund*innen, (Webshop/Market Places) erfolgt seit Januar 2021 aus dem Warehouse unserer Konzernmutter Nine&Co mit Sitz in Lelystad/Niederlande. Dort sind die idealen technischen und logistischen Voraussetzungen vorhanden. Für diese Dienstleistung erhebt Nine&Co. eine Logistikpauschale nach Aufwand. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Im Geschäftsjahr 2021, das geprägt war durch die anhaltende COVID-19-Pandemie sowie Material- und Lieferengpässen, hat sich die Gesamtlage zunächst sukzessive verbessert. Zum Jahresende verdüsterte sich die Lage aufgrund der anhaltenden Beschaffungsprobleme, hoher Preise für Fracht, Energie und Vorprodukte und nicht zuletzt durch das nochmals eingeschränkte Weihnachtsgeschäft. Die Einschätzungen der Unternehmen für das Folgejahr wurden wieder spürbar pessimistischer. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist das Bruttoinlandsprodukt um 2,7 % gestiegen. Der deutsche Einzelhandel setzte nominal 2,9 % mehr um als im Jahr 2020. Währenddessen sich das Geschäft mit Textil und Bekleidung durch die Pandemie bedingten Geschäftsschließungen weiterhin rückläufig entwickelt. Weiterhin Wachstumstreiber waren der Versand- und Onlinehandel. Die Umsätze des stationären Textilfachhandels sanken dagegen 2021 erneut um etwa fünf Prozent. Die Textil- und Bekleidungsumsätze von Warenhäusern, Lebensmitteldiscountern und anderen stationären Geschäften ohne textilen Schwerpunkt gingen nach BTE-Schätzungen ebenfalls um einen einstelligen Prozentsatz zurück. Im Jahr 2021 wurden mit 795.492 Neugeborenen rund 22.000 Babys mehr geboren als 2020. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist die zusammengefasste Geburtenziffer erstmals seit 2017 wieder gestiegen. Damit ist das Umsatz-Potenzial auf dem deutschen Markt um knapp 2,8 % gewachsen. Als Markenhersteller geben wir unseren Kund*innen stets mit Nachhaltigkeit, Weiterentwicklungen, neuen Innovationen und Kooperationen viele Gründe sich für ein ALVI- Produkt zu entscheiden. Im September 2021 wurde ALVI mit dem höchsten Baumwoll-Standard ("Global-Organic-Cotton-Standard" / kurz: GOTS) zertifiziert. Die GOTS-Zertifizierung beinhaltet neben der zertifizierten Bio-Baumwolle auch Sozial- und Umweltkriterien. Geschäftsverlauf Im Jahr 2021 konnte, trotz anhaltender Pandemie und der damit verbundenen Lockdowns sowie Lieferengpässen der Umsatz um 11 % zum Vorjahr gesteigert werden. Ertragslage Vor dem Hintergrund der beschriebenen Entwicklung blickt die ALVI GmbH auf ein Geschäftsjahr mit einer angespannten Ertragslage zurück. Das EBIT beläuft sich auf einen Wert von € -0,2 Mio. Bei einer Gesamtleistung von € 15,6 Mio. und Materialaufwendungen von € 8,7 Mio. ergab sich ein Rohergebnis von € 6,9 Mio. EBIT-belastend wirkten sich insbesondere Abschreibungen in Höhe von € 2,2 Mio. aus. Hiervon entfielen € 2,1 Mio. auf immaterielle Vermögensgegenstände. Das Zinsergebnis beträgt € -1,9 Mio. und resultiert überwiegend aus Zinsen auf Darlehen, die in Vorjahren im Rahmen der Übernahme des Geschäftsbetriebs von einer Vorgängergesellschaft von verbundenen Unternehmen, Altgesellschaftern und Banken gewährt worden sind. Positiv wirkte sich das Beteiligungsergebnis, resultierend aus Gewinnausschüttungen unserer polnischen Tochtergesellschaft, in Höhe von € 0,2 Mio. aus. Der Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2021 beläuft sich auf € -1,8 Mio. Vermögenslage und Liquidität Das Anlagevermögen zum 31. Dezember 2021 beträgt 15,5 Mio. € und macht rd. 52 % der Bilanzsumme aus. Innerhalb des Anlagevermögens entfallen 10,5 Mio. € auf immaterielle Vermögensgegenstände, bei denen es sich ganz überwiegend um im Rahmen einer im Jahr 2018 durchgeführten Umstrukturierung identifizierter Markenrechte, Kundenstämme und einen Geschäfts- oder Firmenwerte handelt. Das Sachanlagevermögen, welches insbesondere die erworbene Betriebsimmobilie in Höxter enthält, beläuft sich auf 1,3 Mio. € worauf eine Buchgrundschuld zu Gunsten der Rabobank U.A., Amsterdam am 21.10.2021 ins Grundbuch eingetragen wurde. Die Finanzanlagen in Höhe von 3,7 Mio. € entfallen auf unsere Tochtergesellschaft ALVI Polska z.p.o. in Polen. Das Umlaufvermögen von rund 5,6 Mio. € enthält mit 2,9 Mio. € Vorräte sowie in Höhe von 1,4 Mio. € Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von 0,3 Mio. €. Die flüssigen Mittel zum Bilanzstichtag betragen 0,9 Mio. €. Aufgrund der Jahresfehlbeträge der Geschäftsjahre 2018, 2019, 2020 und 2021 ist das Eigenkapital zum Bilanzstichtag in Höhe von 8,88 Mio. € negativ. Zur Beseitigung der bilanziellen Überschuldung haben die Gesellschafterin und die Muttergesellschaft der Gesellschafterin Rangrücktrittserklärungen abgegeben. Die Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2021 belaufen sich auf insgesamt 29,8 Mio. € und entfallen mit 10,0 Mio. € auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die zum Zwecke der Finanzierung des Erwerbs von dem Geschäftsbetrieb und der Betriebsimmobilie aufgenommen wurden. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von 13,0 Mio. € und entfallen in Höhe von 12,0 Mio. € auf Darlehen von verbundenen Unternehmen. Darüber hinaus enthalten die sonstigen Verbindlichkeiten von insgesamt 6,6 Mio. € gewährte Darlehen von Altgesellschaftern in Höhe von 6,4 Mio. € mit Fälligkeit zum 31. Januar 2023. Dieses Darlehen wurde nach dem Bilanzstichtag, mit Datum 22. Dezember 2022, refinanziert, so dass eine Verbindlichkeit gegen Kreditinstitute besteht mit einer Fälligkeit zum 30. Juni 2024. Investitionen (Gesamt in 2021 = 90.500 €) Im Geschäftsjahr 2021 wurden Investitionen für Umbau und Renovierung der Mitarbeiter- Cafeteria und den angrenzenden Außenbereich/Garten getätigt. Neben weiteren kleineren Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung wurden u.a. ein neues Firmenfahrzeug und 1 Gabelstapler angeschafft. Finanzielle Leistungsindikatoren Die finanziellen Leistungsindikatoren, die wir für unsere interne Unternehmenssteuerung heranziehen, sind die Umsatzerlöse und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Beide Kennwerte werden auf Monatsbasis gemessen. Gesamtaussage Vor dem Hintergrund der beschriebenen Entwicklung und dem Ausmaß der COVID-19 Pandemie sehen wir den Geschäftsverlauf 2021 trotz des ausgewiesenen Jahresfehlbetrags als zufriedenstellend an. Im Vergleich zu unserer Vorjahresprognose haben sich sowohl Umsatz als auch EBIT leicht verbesset dargestellt. Unser Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten stets innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen. Unsere kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen sind durch Kundenforderungen, Vorräte und liquide Mittel gedeckt. Risiko und Chancen Ziel unseres Finanz- und Risikomanagements ist die Sicherung gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen insbesondere Forderungen und Guthaben bei Kreditinstituten. Soweit bei unseren Forderungen Ausfall - und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein entsprechendes Debitorenmanagement sowie ein effizientes Mahnwesen. Einkaufsseitig begegnen wir Währungskursrisiken dadurch, dass die von unserer Tochtergesellschaft in Polen bezogenen Waren in Euro abgewickelt werden. Bei Währungskursrisiken im Zusammenhang mit anderen Beschaffungsvorgängen werden vereinzelt Absicherungsgeschäfte vorgenommen. Der Wettbewerb im Handel nimmt weiterhin sehr stark zu. Jedes Produkt scheint nahezu immer und überall verfügbar zu sein. Preisvergleichsportale setzen mit ihrer Transparenz die Verkaufspreise und damit den Fachhandel stark unter Druck. Dadurch bedingt, beklagt der Kinder-/Babyausstattungs-Fachhandel, Umsatz- und Margenrückgänge. Der Second-Hand Markt (Vinted; ebay, etc.) und preisaggressive Discounter, die nicht von den Lockdowns betroffen waren, haben das Geschäft zusätzlich erschwert. Im Januar 2021 wurde das digitale Marketing-Management mit der Einstellung einer Spezialistin fokussiert und professionalisiert. Die Präsenz, Sichtbarkeit und die Reichweiten in den sozialen Medien wurden deutlich gesteigert. Weiter wurden neue Plattformen wie Pinterest, Xing, LinkedIn ergänzt. Der ALVI-Webshop/Homepage wird kontinuierlich weiter ausgebaut. Das betrifft nicht nur das Sortiment, sondern auch die umfangreiche Beratung und Informationen zum Thema Babyschlaf und Schlafumgebung. Wir sind der Marktführer für Babyschlafsäcke und konnten in dieser Produktkategorie erneut, auch im Jahr 2021, an Marktanteilen gewinnen. Das Sortiment wurde gezielt ergänzt durch eine Vielzahl neuer Innovationen, Materialien und vor allem der nachhaltigen Bio-Baumwoll-Kollektion. Die ALVI GmbH erhielt eine der wohl bedeutendsten Auszeichnungen, der deutschen Wirtschaft. Marke des Jahrhunderts in der Produktgattung "der Babyschlafsack" Deutsche Standards - Marken des Jahrhunderts ist ein Projekt der ZEIT-Verlagsgruppe und zeichnet jene Marken aus, die jeweils emblematisch für eine gesamte Produktgattung stehen. Eine achtköpfige, hochkarätig besetzte Jury, bestehend aus Markenexperten aus Medien, Wirtschaft und der Kreativbranche hat in einem dreistufigen Evaluationsverfahren die ALVI GmbH gewählt und bestätigt. ALVI wurde 2021 zum 2. Mal in Folge Testsieger. Beim "Deutschland Test" ist ALVI 2021 zum zweiten Mal in Folge Testsieger in der Kategorie Schlafsäcke geworden. Die Online Umfrage wurde im Mai 2021 durchgeführt und beschäftigt sich mit der Kundenzufriedenheit in einzelnen Branchen. Untersucht wurden 511 Unternehmen und Marken aus rund 50 Branchen. Erfasst und ausgewertet wurden insgesamt 96.258 Kundenbewertungen. Auch im darauffolgenden Geschäftsjahr 2022 wurde ALVI Testsieger in der genannten Kategorie. Die wirtschaftliche Erholung pausiert immer noch und ist weiterhin stark abhängig von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie sowie der Rohstoff- und Warenverfügbarkeit. Das wird weiterhin einen negativen Einfluss in Bezug auch auf die Entwicklung unseres Unternehmens haben. Sofern sich die Entwicklung der Gesellschaft in der Zukunft schlechter als geplant darstellt, könnte die Gesellschaft zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit auf neue externe Finanzierungsquellen oder Restrukturierung bestehender Finanzverbindlichkeiten angewiesen sein. Prognosebericht Die weiterhin negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie und die daraus resultierende Verunsicherung der Endverbraucher sowie die steigenden Rohstoffpreise und Transportkosten haben sich in 2022 negativ auf den Geschäftsverlauf ausgewirkt. Der Umsatz reduzierte sich im Verlauf des Jahres 2022 um ca. 14% im Vergleich zum Jahr 2021. Auf vergleichbarem Niveau hat sich auch das EBIT im Jahr 2022 verschlechtert. Die angestrebten Wachstumssteigerungen im B-2-C Bereich durch die Bereiche Webshop und Market Place konnten in 2022 nicht realisiert werden. Der in diesem Jahr (Stand: 30. April 2023) rückläufige Umsatz, bedingt durch die sinkende Geburtenrate in Deutschland, die weiterhin gedrückte Konsumentenstimmung, hohe Zinsen, Inflation sowie die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten erschweren ambitionierte Wachstumspläne. Folglich könnten die daraus resultierenden Auswirkungen dazu führen, dass sich sowohl die Umsatzerlöse als auch das EBIT im Jahr 2023 um bis zu 10 -15 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 reduzieren. Durch einen größeren Fokus auf das B-2-C Geschäft, Erschließung neuer Länder und Aufbau von neuen Produktgruppen wird im Q3/Q4 2023 versucht, die Reduzierung des Umsatzes sowie des EBIT so gering wie möglich zu halten.
Höxter, den 5. Mai 2023 Die Geschäftsführung der ALVI GmbH Gabriel Zboralski Anne-Gien Haan Bilanz zum 31. Dezember 2021AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Höxter und ist beim Amtsgericht Paderborn unter der Nr. HRB 13338 eingetragen. Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde entsprechend den gesetzlichen Regelungen (§§ 238 ff. HGB) unter Beachtung der Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften gemäß § 267 Abs. 2 HGB erstellt. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Gesellschaft ist zum 31. Dezember 2021 bilanziell überschuldet. Zur Beseitigung der Überschuldung haben die Gesellschafterin und die Muttergesellschaft der Gesellschafterin in Bezug auf von ihnen ausgereichte Darlehen qualifizierte Rangrücktrittserklärungen abgegeben. Mit Datum vom 22. Dezember 2022 wurde ein Darlehen gegenüber ehemaligen Gesellschaftern durch eine Bankenfinanzierung mit Fälligkeit zum 31. Juni 2024 abgelöst. Darüber hinaus weist die Unternehmensplanung der Gesellschaft ausreichend finanzielle Mittel zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit aus. Die Bilanzierung und Bewertung erfolgte daher nach dem Grundsatz der Unternehmensfortführung. Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die Nutzungsdauern betragen 3 bis 10 Jahre. Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird linear über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben, da dies der erwarteten Nutzbarkeit entspricht. Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, abzüglich planmäßiger, linearer Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen erfolgen entsprechend den betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern von einem Jahr. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von bis zu 150 € werden im Zugangsjahr sofort in voller Höhe als Aufwand erfasst. Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Vorräte werden im Wesentlichen zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten bewertet. Die Halbfertigerzeugnisse enthält zusätzlich noch angefallene Fertigungskosten. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind abgezinst. Die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennbetrag angesetzt. Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält Ausgaben, die Aufwendungen für einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag darstellen. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen mit dem Betrag ihrer voraussichtlichen Inanspruchnahme. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die aktiven und die passiven latenten Steuern werden in der Bilanz insgesamt saldiert ausgewiesen. Auf die Aktivierung des Überhangs der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern wurde verzichtet. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die darauf entfallenden Abschreibungen des Geschäftsjahres werden gemäß § 284 Abs. 3 HGB auf den Anlagenspiegel verwiesen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten mit T€ 237 (Vorjahr: T€ 244) die Gewinnausschüttung unserer polnischen Tochtergesellschaft. Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Lediglich die Forderung der geleisteten Mietkaution in Höhe von T€ 5, für die im Jahr 2021 neu angemietete Lagerhalle in Boffzen, besteht für die Dauer des unbefristeten Mietverhältnisses. Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital der ALVI GmbH beträgt T€ 25 (Vorjahr: T€ 25) und ist voll einbezahlt. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Gewährleistungen von T€ 69 (Vorjahr: T€ 61) sowie Rückstellungen für Abschluss- u. Prüfungskosten in Höhe von T€ 42 (Vorjahr: T€ 47). Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren zu T€ 986 (Vorjahr: T€ 1.051) aus Lieferungen und Leistungen sowie zu T€ 12.016 (Vorjahr: T€ 10.924) aus Darlehensgewährungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von T€ 5.832 (Vorjahr: T€ 5.301) gegenüber dem Gesellschafter. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind insbesondere Verbindlichkeiten aus Darlehensgewährungen ehemaliger Gesellschafter der ALVI Alfred Viehhofer GmbH & Co. KG in Höhe von T€ 6.175 (Vorjahr: T€ 5.853) und der nachträglichen Kaufpreisanpassung (Earn-Out) incl. aufgelaufene Zinsen von T€ 261 (Vorjahr: T€ 1.079) enthalten. Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind über eine Globalzession besichert. Darüber hinaus besteht eine gesamtschuldnerische Haftung verbundener Parteien. Für die Betriebsimmobilie in Höxter besteht eine Buchgrundschuld in Höhe von T€ 2.100 zu Gunsten der Rabobank U.A., Amsterdam. Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige betriebliche Aufwendungen Die am 31. Dezember 2021 ausgewiesenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen die Kosten der Warenabgabe von T€ 1.002,8 (Vorjahr: T€ 899,6) sowie Werbe- und Reisekosten von T€ 411,1 (Vorjahr: T€ 418,7) und Raumkosten in Höhe von T€ 131,7 (Vorjahr: T€ 99,5). Sonstige Angaben Geschäftsführer Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021 waren:
Von der Schutzklausel nach § 286 Abs. 4 HGB wird Gebrauch gemacht. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Am 31. Dezember 2021 bestanden folgende Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen:
Außerbilanzielle Geschäfte Mit Ausnahme von Operating-Lease-Geschäften zur Beschaffung von Betriebs- und Geschäftsausstattung tätigt die Gesellschaft keine außerbilanziellen Geschäfte. Angaben zu Mitarbeitern Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug 44 Personen im Geschäftsjahr 2021. Davon entfielen auf
Beteiligungen Die Gesellschaft hält 100 % der Anteile am Stammkapital der ALVI Polska sp. z o. o., Polen. Das Eigenkapital zum 31. Dezember 2021 beträgt TPLN 11.592, der Jahresüberschuss im Geschäftsjahr TPLN 1.089. Konzernabschluss Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der NINE & Co. BV, Niederlande, einbezogen. Die Veröffentlichung erfolgt entsprechend der in den Niederlanden anzuwendenden Vorschriften. Oberste Konzerngesellschaft ist Vendis Capital II Comm. V, Diegem/Belgien, in deren Konzernabschluss die ALVI GmbH einbezogen wird. Die Veröffentlichung erfolgt entsprechend der in Belgien anzuwendenden Vorschriften. Honorar des Abschlussprüfers Auf eine Angabe wird gemäß § 288 Abs. 2 Satz 2 HGB verzichtet. Ereignisse nach dem Stichtag Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, liegen mit Ausnahme des folgenden nicht vor. Der Einmarsch und Angriff russischer Truppen in die Ukraine lassen die weltwirtschaftlichen Folgen schwer einschätzen. Sanktionen, Rohstoffknappheit, Inflation, Rezession und die Verunsicherung der Endverbraucher*innen haben bereits erheblichen Einfluss auf eine kritische weltpolitische und wirtschaftliche Lage. Wir verweisen auf weitere Ausführungen im Lagebericht. Das Darlehen gegenüber ehemaligen Gesellschaftern mit Fälligkeit zum 31. Januar 2023 wurde mit Datum vom 22. Dezember 2022 refinanziert, so dass fortan eine Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten mit Fälligkeit zum 30. Juni 2024 besteht. Vorschlag zur ErgebnisverwendungDie Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von € 1.842.476,08 auf neue Rechnung vorzutragen.
Höxter, den 5. Mai 2023 Die Geschäftsführung der ALVI GmbH Gabriel Zboralski Anne-Gien Haan
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die ALVI GmbH: Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der ALVI GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ALVI GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB unter Beachtung der vom Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "Risiko und Chancen" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Fortbestand der Gesellschaft von der Realisierung der der Unternehmensplanung zu Grunde gelegten Annahmen oder der Erschließung neuer externer Finanzierungsquellen abhängig ist. Wie in Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Anhangs und Abschnitt "Risiko und Chancen" des Lageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert worden. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."
Düsseldorf, den 8. Mai 2023 RSM
GmbH
Weyers, Wirtschaftsprüfer Grote, Wirtschaftsprüfer Der Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss, welcher auf Grund der Inanspruchnahme von Offenlegungsvereinfachungen vom vorliegenden offengelegten Jahresabschluss abweicht. Datum der Feststellung bzw. Billigung des Jahresabschlusses: Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 der Gesellschaft wurde mit Gesellschafterbeschluss vom 5. Juli 2023 festgestellt. |
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