Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 129321
Vorher
Lawarta GmbHFuture Watt GmbH
Eingetragen
23.9.2010
Branche
Wärme- und KältehandelForschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieElektrizitätserzeugung aus erneuerbaren Energieträgern zur Verteilung
Gegenstand
Entwicklung von Projekten im Bereich der dezentralen und/ oder erneuerbaren Energie.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Marie Friedrich
seit 26.11.2025
Prokura
Frauke Uhlenbroock
seit 26.11.2025
Prokura
Felix Christian Plog
seit 14.3.2024
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

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Gesellschafter

11 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 11 angezeigt

Titan Infrastructure Holding Bidco GmbH
Germany
78.529 €
56.79%
E.ON Finanzanlagen GmbH
Germany
23.743 €
17.17%
HV Holtzbrinck Ventures Fund VI SCS
Luxembourg
13.308 €
9.62%
Vorwerk Direct Selling Ventures GmbH
Germany
6.908 €
5.00%
10x GmbH
Germany
4.638 €
3.35%

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Thermondo GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.775.361,00 2.081.791,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 319.468,00 373.505,00
3. Geschäfts- oder Firmenwert 40.759,00 45.884,00
3.135.588,00 2.501.180,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 83.094,00 79.655,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.570.900,00 2.459.426,00
2.653.994,00 2.539.081,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 175.000,00 125.000,00
2. Genossenschaftsanteile 5.200,00 5.200,00
180.200,00 130.200,00
Summe Anlagevermögen 5.969.782,00 5.170.461,00
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 8.756.433,55 13.446.800,77
2. Unfertige Leistungen 222.174,89 858.720,37
3. Geleistete Anzahlungen 99.116,70 157.709,90
9.077.725,14 14.463.231,04
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.531.043,08 3.398.272,84
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.738.589,24 10.138.115,13
3. Sonstige Vermögensgegenstände 3.305.287,87 4.912.244,79
16.574.920,19 18.448.632,76
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 11.030.365,40 10.792.040,73
Summe Umlaufvermögen 36.683.010,73 43.703.904,53
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.914.365,44 1.111.481,98
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 837.266,88
44.567.158,17 50.823.114,39

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 122.273,00 105.406,00
II. Kapitalrücklage 116.325.231,80 76.337.285,54
III. Verlustvortrag -77.279.958,42 -64.652.339,85
IV. Jahresfehlbetrag -25.388.569,19 -12.627.618,57
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 837.266,88
13.778.977,19 0,00
B. Zur Durchführung der beschlossenen Kapitalerhöhung geleistete Einlage 843,00 0,00
843,00 0,00
C. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 5.656.448,00 4.390.674,14
5.656.448,00 4.390.674,14
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 3.699.339,64
2. Erhaltene Anzahlungen 4.299.065,94 3.504.336,11
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.908.427,20 5.435.794,88
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.074.855,62 31.619.206,19
5. Sonstige Verbindlichkeiten 2.578.942,37 1.112.754,83
24.861.291,13 45.371.431,65
E. Rechnungsabgrenzungsposten 269.598,85 1.061.008,60
44.567.158,17 50.823.114,39

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
1. Umsatzerlöse 116.086.766,29 97.355.275,43
2. Verminderung (i.Vj. Erhöhung) des Bestands an fertigen und unfertigen Leistungen -636.545,48 585.470,85
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 2.913.099,72 1.521.171,12
4. Sonstige betriebliche Erträge 1.871.007,97 988.196,98
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -55.395.826,04 -44.281.867,32
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -9.458.476,69 -8.214.595,59
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -40.712.936,44 -35.021.161,07
b) Soziale Abgaben -9.083.049,00 -6.813.457,84
-49.795.985,44 -41.834.618,91
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -3.025.436,17 -2.040.793,01
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -28.524.841,95 -17.681.825,84
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR -11.743,44 (EUR -13.833,90)
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 114,85 76,57
10. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags erhaltene Gewinne 2.596.753,05 2.578.710,42
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 405.676,79 27.730,46
12. Aufgrund eines Gewinnabführungsabführungsvertrags ausgeglichene Verluste -175.522,28 0,00
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.070.155,18 -1.559.347,05
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -74,73 7,32
15. Ergebnis nach Steuern -25.209.445,29 -12.556.408,57
16. Sonstige Steuern -179.123,90 -71.210,00
17 Jahresfehlbetrag -25.388.569,19 -12.627.618,57

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Thermondo GmbH, Berlin

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeine Angaben

2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

3 Angaben zur Bilanz

3.1 Anlagevermögen

3.2 Vorräte

3.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

3.4 Angaben zum Eigenkapital

3.5 Sonstige Rückstellungen

3.6 Verbindlichkeiten

4 Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

5 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

6 Haftungsverhältnisse

7 Sonstige Angaben

7.1 Mitarbeiter

7.2 Beirat

7.3 Geschäftsführung

7.4 Abschlussprüferhonorar

7.5 Virtuelles Mitarbeiterbeteiligungsprogramm

7.6 Konzernverhältnisse

7.7 Ergebnisverwendungsvorschlag

7.8 Nachtragsbericht gem. § 285 Nr. 33 HGB

Entwicklung des Anlagevermögens

1 Allgemeine Angaben

Die Thermondo GmbH ist eine große Kapitalgesellschaft gemäß den Größenklassenmerkmalen des § 267 HGB. Der vorliegende Jahresabschluss wurde dementsprechend gemäß den §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt, die Aufstellung der Bilanz erfolgte nach § 266 Abs. 2 ff. HGB. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden Davon-Vermerke zu Posten der Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung im Anhang angegeben.

Die Thermondo GmbH, Berlin, ist im Registergericht des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg unter der Nummer HRB 129321 B im Handelsregister eingetragen.

2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die Gesellschaft nimmt wie im Vorjahr das Wahlrecht zur Bilanzierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände gemäß § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB in Anspruch.

Der Jahresabschluss wurde unter Zugrundelegung der Going-Concern-Prämisse aufgestellt. Weitere Informationen befinden sich im Abschnitt 4.3 "Risiken", Unterpunkt "Liquiditätsrisiken" des zusammengefassten Lageberichts.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände wurden wie im Vorjahr mit den Entwicklungskosten (Herstellungskosten nach § 255 Abs. 2 Satz 1 und 2 sowie Abs. 2a HGB) aktiviert. Das Einbeziehungswahlrecht gemäß § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB wurde nicht ausgeübt. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten angesetzt. Entgeltlich erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, planmäßig linear mit einer Nutzungsdauer zwischen 3 und 10 Jahren abgeschrieben.

Die lineare Abschreibung der Geschäfts- und Firmenwerte erfolgt über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 10 Jahren. Die Schätzung basiert auf der voraussichtlichen Länge der Nutzungsdauer der erworbenen Wirtschaftsgüter aus dem Unternehmenskauf.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten nach § 255 Abs. 1 HGB angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen mit einer Nutzungsdauer zwischen 3 und 23 Jahren vermindert. Soweit Investitionszuschüsse gewährt wurden, sind diese von den Anschaffungskosten abgezogen (Netto - Methode).

Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen wurden auf der Grundlage der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern abgeschrieben. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu Anschaffungskosten von EUR 250 bis EUR 800,00 wurden im Regelfall im Jahre des Zugangs über 5 Jahre abgeschrieben.

Finanzanlagen sind zu ihren Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Soweit eine voraussichtliche dauerhafte Wertminderung vorliegt, werden die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens auf ihren niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Das strenge Niederstwertprinzip wurde beachtet.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte zu Anschaffungskosten, soweit erforderlich abzüglich von Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag.

Die Ermittlung der Herstellungskosten der fertigen und unfertigen Leistungen ist auf der Basis von Einzelkalkulationen erfolgt, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden.

Der Ansatz der geleisteten Anzahlungen erfolgt zu Anschaffungskosten in Höhe des Nennwerts der geleisteten Zahlungen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zu Nennwerten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert, unter Berücksichtigung der erkennbaren Risiken, bewertet.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten wurden zum Nennwert bewertet.

Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Als passiver Rechnungsabgrenzungsposten sind Einnahmen vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Latente Steuern werden für temporäre und quasi-permanente Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Dabei wurde ein unternehmensindividueller Steuersatz von 30,18 % zugrunde gelegt. Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert. Vom Ansatzwahlrecht eines Aktivüberhangs an latenten Steuern gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde kein Gebrauch gemacht.

Die Rückstellungen wurden für alle ungewissen Verbindlichkeiten und soweit einschlägig drohende Verluste gebildet. Sie werden in Höhe des Erfüllungsbetrages ausgewiesen, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Die Rückstellungen wurden auf der Grundlage von Erfahrungswerten der Vergangenheit gebildet. Soweit ihre Laufzeit ein Jahr überschreitet, werden sie mit dem fristenkongruenten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre der Deutschen Bundesbank abgezinst.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag passiviert.

Soweit vorhanden, sind Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Soweit die Forderungen bzw. die Verbindlichkeiten eine Laufzeit von mehr als einem Jahr aufweisen, wurden sie mit dem Kurs am Entstehungstag bzw. bei Forderungen mit dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag und bei Verbindlichkeiten mit dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

3 Angaben zur Bilanz

3.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Der Anlagenspiegel ist dem Anhang als Anlage beigefügt.

Die aktivierungsfähigen Entwicklungskosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände betrugen TEUR 2.913 (Vorjahr: TEUR 1.521).

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

Name Sitz Höhe des Anteils am Kapital (in %) Eigenkapital in TEUR Ergebnis des Geschäftsjahres in TEUR ggf. vor Gewinnabführung Letzter vorliegender Jahresabschluss
Thermondo Energy GmbH Berlin 100 25 302 31.12.2023
Thermondo Energy Zwei GmbH Berlin 100 25 1.000 31.12.2023
Thermondo Energy Drei GmbH Berlin 100 25 -176 31.12.2023
Thermondo Energy Vier GmbH Berlin 100 25 1.111 31.12.2023
Thermondo Energy Fünf GmbH Berlin 100 25 17 31.12.2023
Thermondo Energy Sechs GmbH Berlin 100 25 162 31.12.2023
Kleiner 2 Grad GmbH Berlin 100 25 4 31.12.2023

Zwischen den hier genannten verbundenen Unternehmen und der Thermondo GmbH bestehen Ergebnisabführungsverträge. Vor diesem Hintergrund entspricht das Eigenkapital der Tochtergesellschaften zum Bilanzstichtag dem Stammkapital.

3.2 Vorräte

Die Gesellschaft hat zum 31. Dezember 2023 für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in den Lagern und auf den Fahrzeugen eine Inventur gemäß § 240 Abs. 3 HGB durchgeführt und dabei insgesamt Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen in Höhe von TEUR 8.756 (Vorjahr: TEUR 13.447) festgestellt.

3.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen betragen zum 31.12.2023 insgesamt TEUR 13.270 (Vorjahr: TEUR 13.087), darunter die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen TEUR 6.531(Vorjahr: TEUR 3.398), welche in Höhe von TEUR 1.015 (Vorjahr: TEUR 653) wertberichtigt sind. Forderungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 515 aus Lieferungen und Leistungen) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die restlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen belaufen sich zum 31.12.2023 auf TEUR 6.739 (Vorjahr: TEUR 10.138) und betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.753 (Vorjahr: TEUR 7.105), Forderungen aus den Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von TEUR 2.596 (Vorjahr: TEUR 2.584) sowie Darlehensforderungen in Höhe von TEUR 2.565 (Vorjahr: TEUR 450). Im Vorjahr wurden Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Darlehen in Höhe von TEUR 450 unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

Die sonstige Vermögensgegenstände betragen TEUR 3.305 (Vorjahr: TEUR 4.912). Diese betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Boni in Höhe von TEUR 860 (Vorjahr: TEUR 1.097), Forderungen gegen das Finanzamt in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 1.580) sowie Kautionen in Höhe von TEUR 895 (Vorjahr: TEUR 1.140) mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Die übrigen sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Laufzeit von unter einem Jahr.

3.4 Angaben zum Eigenkapital

Das Stammkapital zum 31.12.2023 beläuft sich auf TEUR 122 (Vorjahr: TEUR 105). Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Die Kapitalrücklage beruht auf Einzahlungen und Darlehenswandlungen der Gesellschafter i.H.v. TEUR 39.988, davon durch die Wandlung von Darlehen TEUR 20.765. Am 22.12.2023 hat die Gesellschafterversammlung die Durchführung einer Kapitalerhöhung beschlossen. Die Eintragung erfolgte am 10.01.2024. Die bereits im Geschäftsjahr erhaltenen Einlagen aus der Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 843 wurden unter einem gesonderten Posten "zur Durchführung der beschlossenen Kapitalerhöhung geleistete Einlage" nach dem Eigenkapital der Thermondo GmbH ausgewiesen.

In Höhe des Buchwerts der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände von TEUR 2.775 (Vorjahr: TEUR 2.082) besteht laut § 268 Abs. 8 HGB eine Ausschüttungssperre.

Latente Steuern wurden nicht gebildet.

3.5 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen zum 31.12.2023 betragen TEUR 5.656 (Vorjahr: TEUR 4.391). Im Wesentlichen sind das Rückstellungen für Personalkosten in Höhe von TEUR 2.191 (Vorjahr: TEUR 1.880) und Rückstellungen aus Gewährleistungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 1.944 (Vorjahr: TEUR 1.744). Die übrigen sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Die sonstigen Rückstellungen haben in Höhe von TEUR 474 (Vorjahr: TEUR 339) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die restlichen Rückstellungen haben eine Restlaufzeit von kleiner einem Jahr. Soweit ihre Laufzeit ein Jahr überschreitet, werden sie unter Berücksichtigung des Wesentlichkeitsgrundsatzes mit dem fristenkongruenten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre der Deutschen Bundesbank abgezinst.

3.6 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen und haben folgende Restlaufzeiten:

31.12.2023
In TEUR Summe bis 1 Jahr zwischen 1-5 Jahre durch Pfandrechte o.ä. gesichert Art, Form der Sicherheit
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.299 4.299 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.908 5.908 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.075 478 11.597
Sonstige Verbindlichkeiten 2.579 2.579 0
Gesamt 24.861 13.265 11.597
31.12.2022
In TEUR Summe bis 1 Jahr zwischen 1-5 Jahre durch Pfandrechte o.ä. gesichert Art, Form der Sicherheit
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.699 3.699 0 3.699 Sicherungsübereignung
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3.504 3.504 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.436 5.436 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 31.619 328 31.291
Sonstige Verbindlichkeiten 1.113 1.113 0
Gesamt 45.371 14.080 31.291

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Darlehensverbindlichkeiten, davon Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 11.597 (Vorjahr: TEUR 0). Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern i.H.v. TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 31.291.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern i.H.v. TEUR 1.307 (Vorjahr: TEUR 644), sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit i.H.v. TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 16) enthalten.

Im Vorjahr wurde eine passiver Rechnungsabgrenzungsposten für Nachrüstungsmaßnahmen der Wärmepumpeninstallationen gebildet, der im Geschäftsjahr erfolgswirksam aufgelöst wurde.

4 Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse werden ausschließlich in Deutschland erzielt und gliedern sich nach den Tätigkeitsbereichen wie folgt:

in TEUR 2023 2022
Installation 69.180 61.359
Wartung 3.207 2.604
Sonstige 43.700 33.392
Summe 116.087 97.355

Umsatzerlöse betragen im Jahr 2023 insgesamt TEUR 116.087 (Vorjahr: TEUR 97.355), darunter sind Umsätze mit verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 42.860 (Vorjahr: TEUR 33.097).

Die gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten betragen TEUR 4.300 (Vorjahr: TEUR 2.416), davon entfallen TEUR 2.913 (Vorjahr: TEUR 1.521) auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens.

Seit 01.01.2017 besteht ein Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Tochtergesellschaft Thermondo Energy GmbH mit Sitz in Berlin und der Muttergesellschaft Thermondo GmbH, seit dem 13.10.2022 bestehen Ergebnisabführungsverträge zwischen den Tochtergesellschaften Kleiner Zwei Grad GmbH und Thermondo Energy Zwei GmbH mit jeweils Sitz in Berlin und der Muttergesellschaft Thermondo GmbH. Seit dem 13.10.2022 besteht ein Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Tochtergesellschaft Thermondo Energy Drei GmbH mit Sitz in Berlin. Seit dem 28.11.2023 besteht ein Ergebnisabführungsvertrag zwischen den Tochtergesellschaft Thermondo Energy Vier GmbH, Thermondo Energy Fünf GmbH, Thermondo Energy Sechs GmbH, jeweils mit Sitz in Berlin und der Muttergesellschaft Thermondo GmbH.

Latente Steuern wurden, wie im Vorjahr, unter Inanspruchnahme des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 HGB nicht bilanziert. Die passiven latenten Steuern aus Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz (im Wesentlichen aus der Aktivierung der selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände) wurden mit aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge verrechnet. Der sich ergebende Aktivüberhang wird nicht aktiviert.

Die Erträge aus der Währungsumrechnung sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten und betragen TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 0).

Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten und betragen TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 14).

Die Aufwendungen für Altersversorgung sind in dem Posten Soziale Abgaben enthalten und betragen TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 6).

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge entfallen in Höhe von TEUR 402 (Vorjahr: TEUR 25) auf verbundene Unternehmen.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen entfallen in Höhe von TEUR 1.628 (Vorjahr: TEUR 1.293) auf verbundene Unternehmen.

Erträge und Aufwendungen, die einem anderen Geschäftsjahr zuzurechnen sind, sind von untergeordneter Bedeutung. Auf die Diskontierung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde im Berichtsjahr aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet.

5 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen gem. § 285 Nr. 3a HGB bestehen in Form von Mietverträgen für Geschäftsräume in Höhe von TEUR 1.340 pro Jahr (Vorjahr: TEUR 313) bis zum Ende der Vertragslaufzeiten. Der Mietvertrag wurde zum 01.05.2022 mit einer Laufzeit von 120 Monaten geschlossen. Die jährliche Miete unterliegt einer Wertsicherungsklausel. Eine ordentliche Kündigung des Mietvertrages ist seitens des Mieters vertraglich ausgeschlossen. Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen für Fahrzeuge in Höhe von TEUR 2.392 pro Jahr (Vorjahr: TEUR 1.419) bis zum Ende der regulären Vertragslaufzeiten. Die Laufzeit der Leasingverträge für Fahrzeuge bewegen sich zwischen 3 und 5 Jahren. Darüber hinaus besteht ein Bestellobligo für Waren im betriebsüblichen Umfang.

Zwischen der Thermondo GmbH und den 100% igen Tochtergesellschaften bestehen Ergebnisabführungsverträge. Für das Jahr 2023 wurden TEUR 2.597 Gewinn von den Tochtergesellschaften an die Thermondo GmbH abgeführt und TEUR 176 Verlust übernommen.

6 Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB bestehen in Form von Bürgschaften für das Tochterunternehmen Thermondo Energy GmbH in einer Gesamthöhe von TEUR 6.881 (Vorjahr: TEUR 6.881) zugunsten der Berliner Volksbank bezüglich KfW-Darlehen als Sicherheit im Rahmen des Contracting-Geschäfts. Eine Gefährdung der Finanzlage der Thermondo Energy GmbH Gesellschaften ist nicht ersichtlich, sodass eine Inanspruchnahme aus der Bürgschaft als unwahrscheinlich eingeschätzt wird. Wie bereits oben ersichtlich, sind die Gesellschaften, mit Ausnahme der Thermondo-Engergy-Drei GmbH, profitabel und verfügen zudem über ausreichend liquide Mittel.

7 Sonstige Angaben

7.1 Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2023 war die durchschnittliche Anzahl an Mitarbeitenden wie folgt gegliedert:

Bereich 2023 2022
Office 245 179
Handwerk 407 343
Vertrieb 94 100
Summe 746 622

7.2 Beirat

Dem Beirat gehörten im Jahr 2023 folgende Mitglieder an:

Gabriele Montesi - Vorsitzender- (Operating Partner Portfolio Management Infrastructure Brookfield Asset Management)

Lars Langusch - Mitglied - (Partner at HV Holtzbrinck Ventures)

Jan Lozek - Mitglied - (Managing Partner at Future Energy Ventures)

Weitere Mitglieder sind als Beobachter zulässig. Die Bezüge der Beiratsmitglieder betrugen bis März 2021 insgesamt TEUR 20 pro Jahr. Seit April 2021 betrugen die Bezüge TEUR 0 pro Jahr.

7.3 Geschäftsführung

Der Geschäftsführung gehörten folgende Mitglieder an:

Philipp Pausder, Chief Executive Officer bis 31.05.2024

Renè Bretschneider, Chief People and Sustainability Officer, ab 09.01.2023 bis 31.03.2025

David Hanf, Chief Financial Officer, bis 31.01.2023

Ildiko Witte, Chief Financial Officer, ab 01.03.2023 bis 15.11.2024

Dr. Gerke Gersema, Chief Operating Officer

Felix Plog, Chief Executive Officer, ab dem 01.06.2024

Der Geschäftsführung sind im Geschäftsjahr 2023 Gesamtbezüge von TEUR 1.301 gewährt worden.

7.4 Abschlussprüferhonorar

Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt TEUR 130. Die Tätigkeiten beziehen sich ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen.

7.5 Virtuelles Mitarbeiterbeteiligungsprogramm

Die Gesellschaft unterhält ein virtuelles Mitarbeiterbeteiligungsprogramm ("VSOP"), welches in Form eines Vertrages zwischen einem Mitarbeiter und der Gesellschaft geschlossen wird. Das Programm umfasst zum 31.12.2023 11.355 virtuelle Optionen, von denen 9.161 ausgegeben sind, davon unverfallbar erdient 5.698. Es ist virtuell ausgebaut, d.h. der Wert des VSOPs richtet sich nach der Entwicklung des Wertes eines Gesellschaftsanteils; es ergibt sich aber kein Anspruch auf die Übernahme von Geschäftsanteilen, d.h. es entsteht lediglich ein Anspruch auf Zahlung eines entsprechenden Geldbetrages. Der Geldbetrag des VSOPs wird bei Erfüllen verschiedener Voraussetzungen (u.a. muss ein Ausübungsereignis vorliegen) von der Gesellschaft als Einmalzahlung in Euro an den Mitarbeiter gezahlt. Die Gesellschaft wiederum erhält den erforderlichen Betrag von den Gesellschaftern, die in entsprechender Höhe auf Erlöse aus dem Verkauf ihrer Anteile anteilig verzichten. Als Ausübungsereignis werden dabei ein Share Deal Exit (Übertragung von mehr als 50% der Anteile), ein Asset Deal Exit (Übertragung aller wesentlichen Vermögenswerte) und ein IPO Exit (Börsennotierung der Gesellschaft) angesehen.

Sollten bei Verkauf der Gesellschaft nicht genügend Erlöse erzielt werden, um die festen Ansprüche der Gesellschafter zu bedienen, gibt es vertraglich auch keine Ansprüche für die VSOP-Inhaber gegen die Gesellschaft. Rückstellungen zu diesem Sachverhalt wurden nicht gebildet, da die Last aus dem Stock Option Programm nicht von der Gesellschaft getragen wird, sondern von den Anteilseignern.

7.6 Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft gehört zum Konzernkreis der Titan Infrastructure Bidco GmbH, Frankfurt am Main (kleinster Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss der Titan Infrastructure Bidco GmbH wird im Unternehmensregister unter der Nummer HRB 120048 des Amtsgerichtes Frankfurt am Main veröffentlicht Die oberste Muttergesellschaft ist die in Kanada eingetragene Brookfield Corporation mit Sitz in Brookfield Place, Suite 100, 181 Bay Street, Toronto, ON M5J 2T3. Der Konzernabschluss der Gesellschaft wird auf der Unternehmenswebseite (http:/bn./brookfield.com) sowie in den einschlägigen Börsenregistern veröffentlicht (größter Konsolidierungskreis).

7.7 Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern vor, das Ergebnis auf neue Rechnung vorzutragen.

7.8 Nachtragsbericht gem. § 285 Nr. 33 HGB

Im März 2024 startete Thermondo, gemeinsam mit BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland mit Sitz in München ein Finanzierungsangebot für Wärmepumpen, als Alternative zum Ende des Jahres 2023 ausgelaufenen Contracting Modells.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 05.03.2024 wurde die Gründung der Swan MidCo als 100%iges Tochterunternehmen der Thermondo GmbH beschlossen und am 25.03.2024 im Handelsregister eingetragen. Am 17.06.2024, wurde die Febesol GmbH, mit Sitz in St. Leon-Rot, durch die Swan MidCo GmbH erworben.

Die Übernahme umfasst sämtliche Anteile des Unternehmens. Mit dieser Akquisition verfolgt die Gesellschaft das Ziel, ihre Marktposition bei Photovoltaikanlagen weiter zu stärken und das bestehende Leistungsportfolio strategisch zu erweitern. Die Akquisition soll zur Umsatz- und Ergebnissteigerung der Thermondo Gruppe beitragen. Wir verweisen auch auf die Ausführungen zur zukünftigen Entwicklung im Lagebericht. Zur Finanzierung der Akquisition wurden von den Gesellschaftern Einlagen in die Kapitalrücklage im unteren zweistelligen Millionenbereich geleistet.

In der Gesellschafterversammlung vom 22.12.2023 wurde eine Erhöhung des Stammkapitals um 7.004,00 EUR auf 129.277,00 EUR beschlossen. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 10.01.2024.

In der Gesellschafterversammlung vom 31.05.2024 wurde eine Erhöhung des Stammkapitals um 6.861,00 EUR auf 136.138,00 EUR beschlossen. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 05.06.2024.

In der Gesellschafterversammlung vom 31.05.2024 wurde eine Erhöhung des Stammkapitals um 2.143,00 EUR auf 138.281,00 EUR beschlossen. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 01.07.2024.

Die neuen Geschäftsanteile wurden von den bisherigen Gesellschaftern vollständig übernommen.

Im Jahr 2024 wurden durch die Gesellschafter Einlagen in die Kapitalrücklage in Höhe von insgesamt TEUR 38.109 vorgenommen, davon durch Einzahlung von liquiden Mitteln TEUR 21.385, durch die Wandlung von Darlehen TEUR 11.613 sowie durch Sacheinlagen TEUR 5.111.

Mit Verträgen vom 12. und 13. Juni 2025 wurden der Gesellschaft von Ihren Gesellschaftern Darlehensfinanzierungen in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionenbetrages gewährt und zum überwiegenden Teil bereits ausgezahlt bzw. bestehende Gesellschafterverbindlichkeiten verlängert. Die endfälligen Darlehen haben eine Laufzeit von 36 Monaten.

 

Berlin, den 30. Juni 2025

Felix Plog, Geschäftsführer

Dr. Gerke Gersema, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.081.286,11 2.913.099,72 7.994.385,83
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 599.072,63 599.072,63
3. Geschäfts- oder Firmenwert 51.250,00 51.250,00
5.731.608,74 2.913.099,72 0,00 8.644.708,46
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 129.828,91 17.781,00 147.609,91
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.598.349,03 845.081,45 1.552,50 5.441.877,98
3. Sonstige Sachanlagen 157.441,83 157.441,83
4.885.619,77 862.862,45 1.552,50 5.746.929,72
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 125.000,00 50.000,00 175.000,00
2. Genossenschaftsanteile 5.200,00 5.200,00
130.200,00 50.000,00 0,00 180.200,00
10.747.428,51 3.825.962,17 1.552,50 14.571.838,18
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2023 Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.999.495,11 2.219.529,72 5.219.024,83
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 225.567,63 54.037,00 279.604,63
3. Geschäfts- oder Firmenwert 5.366,00 5.125,00 10.491,00
3.230.428,74 2.278.691,72 0,00 5.509.120,46
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 50.173,91 14.342,00 64.515,91
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.138.939,03 732.402,45 2.871.341,48
3. Sonstige Sachanlagen 157.425,83 157.425,83
2.346.538,77 746.744,45 347,50 3.092.935,72
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
2. Genossenschaftsanteile 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
5.576.967,51 3.025.436,17 347,50 8.602.056,18
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.775.361,00 2.081.791,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 319.468,00 373.505,00
3. Geschäfts- oder Firmenwert 40.759,00 45.884,00
3.135.588,00 2.501.180,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 83.094,00 79.655,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.570.536,50 2.459.410,00
3. Sonstige Sachanlagen 16,00 16,00
2.653.994,00 2.539.081,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 175.000,00 125.000,00
2. Genossenschaftsanteile 5.200,00 5.200,00
180.200,00 130.200,00
5.969.782,00 5.170.461,00

Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Thermondo GmbH, Berlin

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

1.2 Thermondo als Treiber der Energiewende

1.3 Forschung und Entwicklung

2 Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen

2.1 Wirtschaftliche Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr in Deutschland

2.2 Entwicklung der Branche im abgelaufenen Geschäftsjahr

2.3 Entwicklung des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr

3 Lage des Konzerns

3.1 Vermögenslage

3.2 Finanzlage

3.3 Ertragslage

4 Bericht zur voraussichtlichen Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken

4.1 Voraussichtliche Entwicklung

4.2 Chancen- und Risikobericht

5 Ergänzende Lageberichterstattung der Thermondo GmbH

6 Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f Abs. 4 HGB

1 Grundlagen des Unternehmens

Der Lagebericht und der Konzernlagebericht der Thermondo GmbH wurden erstmals 1 zusammengefasst. Die folgenden Erläuterungen beziehen sich grundsätzlich auf den Konzern. Sofern die Verhältnisse aus Sicht der Muttergesellschaft abweichen, wird dies ergänzend erläutert. Wir verweisen auch auf die ergänzende Lageberichterstattung der Thermondo GmbH in Abschnitt 5.

1.1 Geschäftsmodell

Der Thermondo Konzern (im Folgenden auch kurz "Thermondo") wurde 2012 in Berlin gegründet und gilt als ein Pionier der Digitalisierung der Heizungsinstallation 2. Mit über 40.000 installierten Heizungen und über 800 Mitarbeitenden ist Thermondo heute eines der größten CleanTech-Unternehmen der Energiebranche. 3 Thermondo wurde gegründet mit der Intention, durch den Einbau von moderner Heiztechnik in Bestandsgebäuden klimaschädliche CO 2 -Emissionen einzusparen. Seit 2021 folgt Thermondo dem Motto: "Gemeinsam machen wir Wohnen klimaneutral". Die Produktpalette des Unternehmens wurde in den letzten Jahren dementsprechend ausgerichtet und komplett neu aufgestellt. Seit Juni 2022 fokussiert sich Thermondo auf die Installation von Wärmepumpen in Deutschland und verhilft durch klimaneutrales Wohnen die Wärmewende in Ein- und Zweifamilienhäusern zu ermöglichen. 4

Thermondo beschäftigte im Jahr 2023 durchschnittlich 746 Mitarbeitende (Vorjahr: 622), darunter sind 501 Beschäftigte deutschlandweit als Installateur:innen, Servicetechniker:innen, Gebietsleiter:innen sowie Sales Agents tätig. 245 Beschäftigte arbeiten in der Berliner Firmenzentrale.

Thermondos Leistungsspektrum bestand im Jahr 2023 aus der Installation, dem Service und der Finanzierung von Wärmepumpen sowie Gas- und Ölheizungen für Ein- und Zweifamilienhäuser im Bestand. Das Produktportfolio von Thermondo fokussiert sich seit Juni 2022 auf den Wechsel von fossilen Brennstoffheizungen zu Luft-Wasser-Wärmepumpen. Sowohl aus wirtschaftlichen Gründen, als auch mit Blick auf das Ziel eines klimaneutralen Produktangebots, hat Thermondo den Verkauf von Ölheizungen im Mai 2023 eingestellt und im Februar 2024 schließlich auch den Verkauf von Gasheizungen beendet.

Thermondos Produktportfolio an Heizsystemen wird seit Anfang 2023 durch Photovoltaikanlagen, Speicher und Wallboxen ergänzt und perspektivisch um zusätzliche Technologien erweitert.

1 Da der Geschäftsumfang der Muttergesellschaft Thermondo GmbH einen wesentlichen Teil der Konzern-Geschäftstätigkeit ausmacht, wurde der Lagebericht des Mutterunternehmens und der Konzernlagebericht zusammengefasst, um Wiederholungen und Doppelangaben zu vermeiden.

2 Quelle: https://www.netzoekonom.de/2017/01/26/thermondo-ist-der-digitale-blueprint-fuer-den-handwerksmarkt/

3 Quelle: https://www.pv-magazine.de/unternehmensmeldungen/10-deutsche-start-ups-unter-den-global-100-cleantech-unternehmen.

4 Im Herbst 2022 kam es pandemiebedingt bei fast allen großen Wärmepumpen-Herstellern zu Lieferkettenproblemen. Dank der Partnerschaft mit dem vertikal integrierten Konzern LG war thermondo auch in dieser Zeit lieferfähig. Mit hunderten festangestellten Handwerkern hatte thermondo im Oktober 2023 bereits 3.000 Wärmepumpen installiert und damit einen Marktanteil von 3% erzielt. Quelle: https://www.energie-und-management.de/nachrichten/detail/thermondo-setzt-auf-die-waermepumpe-205310

Thermondo ermöglicht den Heizungswechsel für Hausbesitzer:innen im Komplettpaket. Gestützt durch digitale Tools übernimmt Thermondo die Angebotserstellung in Echtzeit zum Festpreis, die Planung, die Fördermittelbeantragung, die Koordination, die Demontage und Entsorgung der Altheizung sowie die fachgerechte Installation des neuen Heizungssystems. 5

Die Angebotserstellung bei Thermondo erfolgt in Echtzeit online und basiert auf einem proprietären Algorithmus, der auf die unternehmenseigene Produktdatenbank zurückgreift. Bestellte Produkte werden direkt zu den Kund:innen geliefert und von über 400 festangestellten Handwerker:innen in ganz Deutschland fachgerecht installiert. Bei der Wärmepumpen-Installation kommen dabei die drei Gewerke Fundamentbau, Elektrik und Sanitär-Heizung-Klima (SHK) - Monteur:innen zum Einsatz. Nach der Installation werden den Kund:innen gegen Aufpreis ergänzende Wartungspakete angeboten.

Thermondo bot im Jahr 2023 Heizlösungen zum Barkauf oder im Contracting-Modell zur Miete unter der Marke "thermondo easy" (zuvor "T365") an. Das Contracting-Angebot deckt in einem "Rundum-Sorglos-Paket" für Kund:innen die Finanzierung und den Betrieb der Heizungsanlage inklusive Wartung und Service über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren zu einem monatlichen Festpreis ab. Die Heizung bleibt während der Mietdauer im Eigentum von Thermondo und kann anschließend von den Kund:innen erworben werden.

Die Zielgruppe von Thermondo sind überwiegend Besitzer:innen von Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland. Thermondos wesentliche Wettbewerber sind konventionelle, ortsansässige Heizungsinstallateure, sowie andere CleanTech-Unternehmen der Energiebranche, die sich zunehmend ebenfalls als Full-Service-Anbieter für Energiedienstleistungen etablieren. Thermondo sieht seine Wettbewerbsvorteile in dem hohen Grad an vertikaler Integration, insbesondere durch die kurzfristige Bereitstellung von Festpreisen auf Basis des standardisierten Angebots für Ein- und Zweifamilienhäuser, der zügigen Auftragsabwicklung und Installation sämtlicher Gewerke meist binnen weniger Wochen sowie der Integration von Förderung und Finanzierung. Im Bereich der Wärmepumpen-Installation hat sich Thermondo dadurch bis zum Jahresende 2023 als ein führender Anbieter etabliert.

Für die Finanzierung und Abwicklung des Contracting-Angebots hat Thermondo seit 2016 verschiedene Konzerngesellschaften gegründet, im Berichtsjahr die Thermondo Energy Fünf GmbH und die Thermondo Energy Sechs GmbH. Die Finanzierung der Anlagen in den Tochtergesellschaften erfolgt über externe Bankpartner. Alle operativen Tätigkeiten sind bei der Thermondo GmbH gebündelt.

Über diese Konzerngesellschaften bietet Thermondo "Heizung-as-a-Service" Dienstleistungen inkl. Installation, Service und Wartung der Heizungsanlagen für einen monatlich festen Mietpreis an.

5 In einem Gutachten der Bundesagentur für Sprunginnovation geht hervor, wie Thermondo die Produktivität seiner Installateure dank digitaler und arbeitsteiliger Prozesse signifikant erhöhen konnte. Quelle: https://www.sprind.org/magazin/gutachten-thermondo

1.2 Thermondo als Treiber der Energiewende

Die deutsche Bundesregierung hat mit dem Klimaschutzgesetz 6 das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 festgesetzt. Für den Weg hin zu einer emissionsarmen Wirtschaft definiert das zugehörige Klimaschutzprogramm einen wichtigen Zwischenschritt für 2030: Das Verringern der Treibhausgasemissionen um 65 Prozent gegenüber dem Jahr 1990. Um diesen Schritt zu erreichen, bedarf es einer weitreichenden Transformation in allen Wirtschaftsbereichen.

Der Gebäudesektor nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein, denn er produziert rund 30 Prozent aller deutschen Treibhausgasemissionen. 7 Zudem hat sich der Gebäudesektor neben dem Verkehr in den letzten Jahren als Problembereich erwiesen und die festgelegten Emissionshöchstwerte mehrfach überschritten. Es besteht deshalb erhöhter Bedarf für eine konsequente und flächendeckende Dekarbonisierung des Gebäudebestands.

Ein wichtiger Hebel, um diesen als Wärmewende bekannten Prozess voranzutreiben, ist der Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme. Laut einer Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nutzten 2023 noch knapp 72 Prozent der deutschen Haushalte primär die fossilen Energieträger Gas und Öl, wovon rund 48 Prozent mit Gas und 24 Prozent mit Öl heizen. Die elektrisch betriebene Wärmepumpe kommt bislang nur in knapp sechs Prozent der deutschen Haushalte als Heizsystem zum Einsatz und liegt damit hinter der Fernwärme, auf die rund 15 Prozent entfallen. 8

Die strombetriebene Wärmepumpe ist eine der besten Optionen für klimaneutrales und unabhängiges Heizen und eignet sich insbesondere für die Wärmewende in den mehr als 16 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern im gesamten Bundesgebiet. Die Bundesregierung schreibt der Wärmepumpe dementsprechend eine entscheidende Bedeutung bei der Dekarbonisierung des Gebäudebestands zu und möchte die Umrüstung auf Wärmepumpen in den nächsten Jahren deutlich steigern. Bis 2030 sollen deutschlandweit sechs Millionen Wärmepumpen installiert sein - das entspricht ab 2024 einem jährlichen Zubau von mindestens 500.000 installierten Wärmepumpen. 9

6 Bundesregierung, Klimaschutzgesetz, 2023 https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/tipps-fuer-verbraucher/klimaschutzgesetz-2197410

7 https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energiesparen/energiesparende-gebaeude#eigentuemer

8 BDEW, Studie "Wie heizt Deutschland?", 2023 https://www.bdew.de/energie/studie-wie-heizt-deutschland/

9 Bundesregierung, 2022: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kanzler-viessmann-2070096

Mit dem Ziel, den Einsatz erneuerbarer Energien beim Heizen verbindlich zu regeln und dabei die Nutzung fossiler Energieträger bis 2045 zu beenden, hat die Regierungskoalition 2023 das Gebäudeenergiegesetz (GEG) reformiert. Nach heftigen Debatten in der Politik, den Medien und der Öffentlichkeit wurde die Reform im September 2023 beschlossen und gilt ab Januar 2024. Das GEG regelt den schrittweisen Umstieg auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung. Spätestens ab Mitte 2028 wird die Nutzung von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien für alle neu eingebauten Heizungen bindend, in engem Zusammenhang mit der kommunalen Wärmeplanung. Das Gesetz gibt ein klares Signal für Investitionen und schafft damit Planungssicherheit für Haus- und Wohnungseigentümer:innen, Hersteller und Handwerker:innen. Mit der Novelle des GEG soll Deutschland laut Bundesregierung zudem unabhängiger von fossilen Energieimporten werden. Immobilienbesitzer:innen sollen so vor unvorhersehbaren Preissprüngen aufgrund stark gestiegener fossiler Rohstoffpreise geschützt werden. Die Erfüllungsoptionen der 65-Prozent-EEG-Vorgabe wurden seitens der Politik bewusst technologieoffen gestaltet und lassen verschiedene Heizsysteme zu. Die elektrisch betriebene Wärmepumpe, die aus Umgebungswärme Heizwärme erzeugt, nimmt bei der klimaneutralen Wärmeversorgung eine primäre Rolle ein und hat enormes Potenzial, sich als klimafreundliche, unabhängige und kostensparende Heizlösung flächendeckend durchzusetzen. 10

Noch vor dem Inkrafttreten löste das GEG allerdings einen gegenteiligen Effekt aus: Infolge monatelanger Debatten und andauernder regulatorischer Unsicherheit über die Inhalte des Gesetzes sowie Unklarheit über die zugehörige Förderung für den klimafreundlichen Heizungstausch reagierten die Verbraucher:innen mit Zurückhaltung und einem Ansturm auf fossile Heizsysteme. Insgesamt bewies die Wärmepumpen-Branche mit rund 365.000 verkauften Anlagen und einem Plus von 51 Prozent zum Vorjahr in 2023 laut Branchenverband BDH zwar Leistungsfähigkeit, sie musste nach einem starken ersten Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte jedoch einen erheblichen Nachfrage-Rückgang hinnehmen. 11

Die für die Wärmepumpen-Installation gestellten Förderanträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die einen validen Proxy für die Nachfrage darstellen, brachen im zweiten Halbjahr 2023 um über 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Dies wirkte sich auf die gesamte Branche aus und sorgte dafür, dass die Absatzzahlen bei Herstellern wie Installationsbetrieben hinter den Erwartungen zurückblieben. 12 Mit dem in Kraft treten des GEG und der neuen bis zu 70-prozentigen staatlichen Förderung für den Umstieg auf die Wärmepumpe nach Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) herrscht seit 2024 endlich Klarheit für alle Marktteilnehmenden und vor allem für Verbraucher:innen. Daher wird zukünftig wieder mit einer verstärkten Nachfrage nach Wärmepumpen - Heizsystemen gerechnet.

10 BDH, Pressemeldung zu Absatzzahlen 2023, Januar 2024 https://www.bdh-industrie.de/presse/pressemeldungen/artikel/heizungsindustrie-rekordjahr-beim-absatz-von-waermepumpen

11 BDH, Pressemeldung zu Absatzzahlen 2023, Januar 2024 https://www.bdh-industrie.de/presse/pressemeldungen/artikel/heizungsindustrie-rekordjahr-beim-absatz-von-waermepumpen

12 bwp, https://www.waermepumpe.de/presse/news/details/

Thermondo setzt hier an und will Eigenheimbesitzer:innen vor allem einen schnellen, einfachen und bequemen Wechsel zur Wärmepumpe ermöglichen. Mittels standardisierter, arbeitsteiliger Prozesse, eigener Software und über 400 festangestellten Handwerker:innen hat Thermondo den Wärmepumpen-Hochlauf in kürzester Zeit skaliert und bis Ende 2023 über 3.000 Wärmepumpen im Bestand installiert. Mit dem Komplettpaket aus Wärmepumpe, Photovoltaik und anderen Komponenten sind Hauseigentümer:innen in der Lage, einen signifikanten Teil ihres Wärmestrom- und Energiebedarfs autark und mit erneuerbar erzeugter Energie vom Hausdach abzudecken.

Thermondo hat das Ziel, sich mit diesem verbreiterten Angebot schrittweise zu einem Full-Service-Anbieter für klimaneutrales Wohnen zu transformieren. Vor diesem Hintergrund versteht sich das Unternehmen selbst als Möglichmacher der Energiewende. Thermondo verfolgt dabei den Ansatz, klimaneutrales Wohnen für jede:n Hausbesitzer:in zugänglich, erschwinglich und so einfach und zuverlässig wie möglich zu gestalten. Thermondos Beitrag zur Einsparung von Treibhausgasen wird durch die Transformation zur Wärmepumpe vervielfacht und beschleunigt. 13 Seit Gründung hat das Unternehmen durch den Einbau effizienter, klimafreundlicher Heiztechnik insgesamt dazu beigetragen, CO 2 -Emissionen einzusparen. Thermondo leistet so einen maßgeblichen Anteil, um das gesamtgesellschaftlich definierte Ziel der Klimaneutralität in Deutschland zu erreichen. 14

13 Eine Wärmepumpe spart pro Jahr durchschnittlich 2620 kg CO 2 gegenüber einem fossilen Heizsystem mit Öl oder Gas ein. Über eine Lebensdauer von 20 Jahren werden somit gut 52 Tonnen CO 2 weniger emittiert. Quelle: https://www.waermepumpe.de/waermepumpe/klimaschutz/

14 "Der Betrieb der Gebäude verursacht in Deutschland etwa 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa 30 Prozent der CO 2 -Emissionen. [...] Die Heizung verbraucht im Haushalt am meisten Energie und verursacht damit mit Abstand am meisten CO 2. Beim Wechsel der Heizungsanlage kann der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden - zum Beispiel mit einem energieeffizienteren Heizkessel oder dem Umstieg auf eine Heizung, die erneuerbare Energien nutzt". Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energiesparen/energiesparende-gebaeude#Heizung

1.3 Forschung und Entwicklung

Thermondo ist ein Technologieunternehmen und setzt auf die Entwicklung verschiedener Softwarelösungen und eigens entwickelter Apps für Vetriebsmitarbeitende und Techniker:innen und andere Projektbeteiligte, welche diese über das Internet oder im Falle von Installateur :innen, über die von Thermondo zur Verfügung gestellten Tablets abrufen können. Der Zugang über das Tablet dient gleichzeitig der digitalen Auftragsbearbeitung, Baustellen-Dokumentation sowie dem Upselling.

Eine weitere zentrale Entwicklung stellt die eigene Projektmanagementsoftware zur Koordination aller für die Heizungsinstallation wichtigen Dienstleister dar. Darüber hinaus ist der eigens entwickelte Algorithmus zur Generierung von Angeboten in Echtzeit ein wichtiges Kernelement des Leistungsspektrums und ermöglicht Festpreisangebote sowie die vollautomatische Auftragskalkulation eines Bauvorhabens. Dieser Algorithmus wird stetig von Thermondo weiterentwickelt.

Ein großer Fokus lag 2023 auf der Skalierung des Wärmepumpengeschäfts. Dies wurde realisiert über Datenanalyse aus den Verkaufs-, Planungs- und Installationsprozessen der seit 2022 erfolgten Wärmepumpeninstallationen.

Für diese Entwicklungen fallen hohe Entwicklungsaufwände an, unter anderem für Produktmanager:innen und Entwickler:innen, für externe Entwicklungsaufträge, für Werbematerialien sowie Testinstallationen. Im Geschäftsjahr 2023 fielen im Konzern Forschungs- und Entwicklungskosten i.H.v. TEUR 4.300 (Vorjahr: TEUR 2.416) an, wovon - analog zu den Vorjahren - ein Teilbetrag in Höhe von TEUR 2.913 (Vorjahr: TEUR 1.521) als selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert wurden (68%). Planmäßig abgeschrieben wurden aktivierte Entwicklungskosten i.H.v. TEUR 2.220 (Vorjahr: TEUR 1.435) .

2 Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen

2.1 Wirtschaftliche Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr in Deutschland

Im Jahr 2023 schrumpfte das deutsche preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr um 0,3%. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist weiterhin krisengeprägt. Nach wie vor dämpfen die hohen Preise, ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und die schwache Nachfrage aus dem In- und Ausland die Wirtschaft. Im Vergleich zu 2019, nämlich vor Beginn der Corona-Pandemie, war das Bruttoinlandsprodukt um 0,7% höher als im Jahr 2023. 15

15 Statistisches Bundesamthttps://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html

2.2 Entwicklung der Branche im abgelaufenen Geschäftsjahr

Das SHK-Handwerk konnte im Jahr 2023 trotz angespannter Gesamtwirtschaftslage den soliden Umsatzwachstumskurs der Vorjahre fortsetzen. Mit EUR 62,7 Mrd. Umsatz liegt das Ergebnis 7,5% über dem des Vorjahres (EUR 58,3 Mrd.). Die geschätzte Anzahl der Beschäftigten ist jedoch nur unwesentlich von 389.116 im Jahr 2022 auf 389.894 im Jahr 2023 gestiegen. Der sich bereits in den Vorjahren abgezeichnete Negativ-Trend bei der Anzahl der Unternehmen im SHK-Handwerk hat sich im Kalenderjahr 2023 weiter fortgesetzt. Nach einem Rückgang zwischen 2021 und 2022 um 0,1% (2021: 48.851 / 2022: 48.534) ging die Zahl ein weiteres Mal auf 48.291 Betriebe im Jahr 2023 zurück (-0,1%). 16

Die Heizungshersteller konnten mit 1.308.500 abgesetzten Wärmeerzeugern insgesamt ein Plus von 33,5% gegenüber dem Vorjahr (980.000) erzielen. Hier konnte also das starke Wachstum des Vorjahres weiter ausgebaut werden. 17 Durch den Einfluss von Sonder- und Vorzieheffekten war der Heizungsverkauf auf Rekordhoch. Die meistverkaufte Anlage mit 696.500 waren hierbei Gas-Brennwerttechnik, gefolgt von der Wärmepumpe mit 356.000 und 109.000 Öl-Brenntechnik-Anlagen. 18

Ein Treiber für das Marktwachstum im Bereich der Wärmepumpe sind die Fördermaßnahmen der Bundesregierung im Rahmen des Marktanreizprogramms (BEG). Die beantragten Förderanträge für Wärmepumpen waren im Jahr 2023 mit 112.633 Anträge 68% niedriger als im Jahr 2022 (348.715). Von den Förderanträgen im Jahr 2023 wurden allein 23% im Dezember 2023 eingereicht und zeigen somit eine Marktreaktion zu den monatelangen Debatten und andauernden regulatorischen Unsicherheiten rund um die Förderung für die Wärmepumpe. 19

2.3 Entwicklung des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr

Die wesentlichen Leistungsindikatoren, die zur Beurteilung der Geschäftsentwicklung sowohl des Konzerns als auch der Muttergesellschaft verwendet werden, sind die erzielten (Konzern-) Umsatzerlöse und das (Konzern-) EBITDA. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Leistungsindikatoren angepasst, für die entsprechende Analyse zu den Leistungsindikatoren des Vorjahr verweisen wir auf die Abschnitt 3. Lage des Konzerns sowie 5. Ergänzende Lageberichterstattung für die Thermondo GmbH.

16 Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima https://www.zvshk.de/presse/medien-center/daten-fakten; Abrufdatum Mai 2023

17 Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie https://www.bdh-industrie.de/presse/pressegrafiken; Absatz Wärmeerzeuger in Deutschland 2014-2023.

18 Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie https://www.bdh-industrie.de/presse/pressegrafiken; Absatz Wärmeerzeuger in Deutschland 2023 nach Heizungstechnologien.

19 Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie https://www.bdh-industrie.de/presse/pressegrafiken; BEG-Förderung: Beantragte Wärmepumpen 2023.

Thermondo hat seinen Wachstumskurs im Jahr 2023 ausbauen können und kann im Vergleich zu den Vorjahren ein Wachstum beim Umsatz aus Heizungsinstallationen ggü. dem Vorjahr verzeichnen. Die Anzahl der durchgeführten Heizungsinstallationen sank zwar leicht von circa 6.382 im Jahr 2022 auf knapp 5.918 im Jahr 2023, dennoch konnte ein Umsatzwachstum um 20% gegenüber dem Vorjahr erreicht werden. Ursächlich dafür ist insbesondere die Verschiebung des Produktportfolios hin zur Wärmepumpe und somit eine Steigerung des durchschnittlichen Verkaufspreises von 18.211 EUR im Jahr 2022 auf 30.571 EUR im Jahr 2023 pro installierte Anlage. Wurden im Jahr 2022 noch 714 Wärmepumpen installiert, waren es im Jahr 2023 2.511 Wärmepumpen. Somit war der Anteil der installierten Wärmepumpen im Jahr 2023 42% von den Gesamtinstallationen vs. 11% im Jahr 2022.

Das geplante Umsatzwachstum von 30% konnte nicht vollständig umgesetzt werden. Ursache hierfür ist hauptsächlich, dass die geplante komplette Transformation im Jahr 2023 zu einem rein Wärmepumpe installierenden Unternehmen bis zum Jahresende schrittweise verschoben werden musste. Die Debatten um das GEG noch vor dem Inkrafttreten hatten zunächst den oben beschriebenen negativen Effekt auf den Wärmepumpenmarkt. Trotz dieser schwierigen Marktentwicklung konnte Thermondo den Verkauf und die Installation von Wärmepumpen stabil halten. Um die Auslastung der aufgebauten Kapazitäten und die starke Nachfrage von fossilen Heizungen sicherzustellen, hat Thermondo im Jahr 2023 ergänzend zur Wärmepumpe den Verkauf und die Installation von Gasheizungen im Jahr 2023 weiterhin aufrechterhalten.

Im Jahr 2023 macht die Wärmepumpe damit bereits zwei Drittel des Umsatzes aus. Für den angestrebten Transformationsprozess hat Thermondo im Jahr 2023 weiterhin ein hohes Maß an Ressourcen verwendet. Davon entfiel der Großteil auf den Aufbau und die Aus- und Fortbildung der eigenen Belegschaft. Es wurde eine separate Abteilung für Learning & Development geschaffen, um die Handwerker:innen und Vertriebsmitarbeiter:innen im Unternehmen laufend zu schulen. Die Verkaufsteams und Verkaufsprozesse wurden komplett umstrukturiert, um besser auf das neue Produktportfolio und erhöhten Beratungsbedarf des Marktes reagieren und die internen Qualitätsziele hoch halten zu können. Weitere Investitionen wurden in die Software-Entwicklung und den Aufbau der Vorratsbestände getätigt. Die Installationsprozesse der Wärmepumpen wurden im Jahr 2023 weiter optimiert.

Die Aufrechterhaltung der Installationsfähigkeiten, die Ausstattungen des Fuhrparks und der Lagerbestände für das breite Produktportfolio und der starke Werteabfall der Warenbestände im fossilen Bereich haben das Jahresergebnis 2023 mit TEUR -4.630 stark belastet. Die Beschaffung der Bestände im Jahr 2023 wurde durch mehrere Einflussfaktoren erschwert. Einerseits konnte seitens der Wärmepumpe die geplante Lagerumschlagshäufigkeit nicht planmäßig umgesetzt werden. Auf der anderen Seite musste kurzfristig und flexibel auf die hohe Nachfrage im fossilen Heizungsbereich Waren beschafft werden, mit der Folge von schlechten Einkaufskonditionen mit stark beschränkter Verfügbarkeit und negativem Effekt auf die Margenentwicklung.

Thermondo war im Jahr 2023 nicht profitabel. Jedoch hat der Konzern im Jahr 2023 überaus erfolgreich im Hinblick auf die Transformation hin zu der Wärmepumpe sowie die Steigerung der Umsatzerlöse seine primären strategischen Ziele erreicht. Dank massiver Investitionen in den Markenauftritt, die Wärmepumpenlösungsentwicklung und die Mitarbeiter:innen hat das Unternehmen es geschafft, den Vertrieb, die Finanzierung und die Installation von Wärmepumpen in Deutschland im Bestand zu skalieren. Das Konzern-EBITDA (TEUR-18.494) hat sich gegenüber dem Vorjahr (TEUR -8.217) durch massive Investitionen, die Wertberichtigungen von Vorratsbeständen und vor allem durch den Einbruch des Wärmepumpenmarktes verschlechtert und auch den Planwert (mittlerer negativer einstelliger Millionenbereich) deutlich verfehlt. Entsprechend fiel der Konzernjahresfehlbetrag (TEUR -32.638) ebenfalls deutlich höher aus als im Vorjahr (TEUR -16.767), wie im Abschnitt 3.3 weiter beschrieben.

Für die Erweiterung des Mietgeschäfts und zur Unterstützung des Wachstums- und Transformationsprozesses wurde der Thermondo Konzern im 1. Quartal 2023 von seinen Gesellschaftern mit weiterem Kapital ausgestattet. In Höhe von TEUR 20.765 wurden Gesellschafterdarlehen aus dem Jahr 2022 in Eigenkapital umgewandelt. In diesem Zuge wurden außerdem TEUR 19.241 direkt als Eigenkapital hinzugefügt. Somit wurden dem Konzern von den Gesellschaftern insgesamt knapp über TEUR 40.000 an Liquidität zur Verfügung gestellt.

3 Lage des Konzerns

3.1 Vermögenslage

Die Vermögenslage wird anhand einer verkürzten Bilanz dargestellt:

AKTIVA

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Anlagevermögen 59.908 55% 51.936 50%
Immaterielle Vermögensgegenstände 3.137 3% 2.503 2%
Sachanlagen 56.766 52% 49.428 48%
Finanzanlagen 5 0% 5 0%
Umlaufvermögen 44.247 40% 39.599 38%
Vorräte 9.078 8% 14.465 14%
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 19.629 18% 9.132 9%
Kassen- und Bankbestand 15.540 14% 16.002 15%
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 1.916 2% 1.140 1%
gedeckter Fehlbetrag 3.389 3% 10.755 10%
Summe Aktiva 109.460 100% 103.430 100%

PASSIVA

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Eigenkapital 0 0% 0 0%
Gezeichnetes Kapital 122 0% 105 0%
Kapitalrücklage 116.325 106% 76.337 74%
Verlustvortrag -87.198 -80% -70.430 -68%
Konzernjahresfehlbetrag -32.638 -30% -16.767 -16%
gedeckter Fehlbetrag 3.389 3% 10.755 10%
Sonderposten 853 1% 1.058 1%
Rückstellungen 6.192 6% 4.497 4%
Verbindlichkeiten 102.145 93% 96.814 94%
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 270 0% 1.061 1%
Summe Passiva 109.460 100% 103.430 100%

Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6%, im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der Sachanlagen aufgrund der gestiegenen aktivierten Eigenleistungen, der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie die Kapitalerhöhungen. Gegenläufig wirkten insbesondere der Rückgang der Vorratsbestände sowie der Jahresfehlbetrag.

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme liegt aktuell bei 55% und ist im Vergleich zum Vorjahr um 5% gestiegen. Die Zunahme des Anlagevermögens um TEUR 7.972 umfasst vor allem die Bilanzierung neuer Heizungsanlagen zur Miete in den Tochtergesellschaften und die aktivierten, selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände. Hierbei handelt es sich um anteilige Kosten der Entwicklung der Software des Konzerns, wie im Abschnitt 1.3 näher beschrieben. Die Heizungsanlagen werden abzgl. der gewährten Fördermittel aktiviert. Investitionen wurden hauptsächlich in die Erstellung von neuen Heizungsanlagen in den Tochtergesellschaften vorge-nommen.

Der Anteil des Umlaufvermögens an der Bilanzsumme liegt aktuell bei 40% und ist gegenüber dem Vorjahr (38%) leicht gestiegen.

Die Vorräte sind ggü. dem Vorjahr deutlich von TEUR 14.465 auf TEUR 9.078 gesunken. Das betrifft sowohl das Lagermaterial als auch die Materialbestände in den Installationsfahrzeugen. Hintergrund ist vor allem der strategische Fokus auf die Wärmepumpe und damit der Abbau bzw. die Abschreibung vieler Artikel aus den ehemaligen fossilen Installationen und dem Solarthermie Sektor. Gleichwohl mussten zum Jahresende Lagerbestände abgeschrieben werden.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände verzeichnen einen starken Anstieg, der im Wesentlichen neben einem erhöhten Umsatzwachstum aus Forderungen aus Investitionszuschüssen für die installierten Anlagen in Höhe von TEUR 8.414 (Vorjahr: TEUR 0) resultiert. Darüber hinaus enthalten die sonstigen Vermögensgegenstände vorrangig Forderungen aus Lieferantenboni sowie geleistete Kautionen.

Zur Entwicklung des Bankbestands siehe Abschnitt 3.2.

Zur Entwicklung des Jahresfehlbetrages 2023 wird auf Abschnitt 3.3 verwiesen. Infolge des Jahresfehlbetrags in Höhe von TEUR 32.638 sowie Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 87.198 (Vorjahr: TEUR 70.431) wird unter Berücksichtigung von Zuführungen in die Kapitalrücklagen in Höhe von TEUR 39.988 ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von TEUR 3.389 ausgewiesen. Die Verminderung des nicht durch Konzerneigenkapital gedeckten Fehlbetrages resultiert ausschließlich aus Kapitalzuführungen (TEUR 40.005) der Gesellschafter. Die Eigenkapitalquote beträgt ca. 8% unter Einbeziehung des Gesellschafterdarlehens in Höhe von TEUR 11.597 (Vorjahr: 20%).

Die Rückstellungen stiegen proportional zum Wachstum. In den Rückstellungen enthalten sind neben Steuerrückstellungen, insbesondere Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, Rückstellungen für Gewährleistungen für Kund:innen sowie Rückstellungen für Personalkosten.

Die Verbindlichkeiten betreffen insbesondere Bankkreditverbindlichkeiten aus dem Mietgeschäft in den Thermondo Energy Tochtergesellschaften. Diese haben in Höhe von TEUR 15.748 (Vorjahr: TEUR 3.699) eine Laufzeit bis zu einem Jahr, in Höhe von TEUR 27.606 (Vorjahr: TEUR 0) von über einem bis 5 Jahre und in Höhe von TEUR 29.308 (Vorjahr: TEUR 49.083) von über 5 Jahren. Sie sind korrespondierend zu den aktivierten Anlagen ggü. dem Vorjahr stark gestiegen.

Darüber hinaus enthalten die Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltene Anzahlungen von Kund:innen sowie aus Steuern (alle analog dem Vorjahr mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr). Die im Vorjahr bestehende Betriebsmittelkreditlinie der Thermondo GmbH in Höhe von TEUR 3.699 wurde zum 31.12.2023 nicht mehr genutzt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern haben sich ggü. dem Vorjahr um TEUR 19.695 auf TEUR 11.597 verringert und eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Im Zuge einer Einstellung in die Kapitalrücklagen wurden im Geschäftsjahr 2023 TEUR 20.765 in Eigenkapital umgewandelt.

Im Vorjahr wurde ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten für Nachrüstungsmaßnahmen der Wärmepumpeninstallationen gebildet, der im Geschäftsjahr erfolgswirksam aufgelöst wurde. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr Umsatzerlöse aus dem Wartungsgeschäft passivisch abgegrenzt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse sind im Konzernanhang beschrieben.

3.2 Finanzlage

Die Liquidität des Konzerns wird anhand einer verkürzten Kapitalflussrechnung (in TEUR) dargestellt:

in TEUR 01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
Finanzmittel am Beginn der Periode (abzgl. Bestände, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen) 13.436 3.807
Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeit -10.843 -13.888
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -25.782 -29.001
Cashflow aus Investitionstätigkeit 36.163 48.824
Zahlungswirksame Veränderungen -462 5.935
Finanzmittel am Ende der Periode 12.974 9.742
Finanzmittelfonds am Ende der Periode (inkl. Bestände, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen) 2.566 2.561
In Anspruch genommene Kreditlinie 0 3.699
Finanzmittelfonds am Ende der Periode (inkl. Bestände, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen) und in Anspruch genommener Kreditlinien) 15.540 16.002

Der Zahlungsmittelbestand am Ende der Periode 2023 beträgt inklusive nicht frei verfügbarer Mittel TEUR 15.540 und setzt sich aus Guthaben bei Kreditinstituten zusammen. Der Cashabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit ist gegenüber dem Vorjahr trotz des Konzernjahresfehlbetrags gesunken, insbesondere bedingt durch höhere Abschreibungen sowie den Rückgang der Vorratsbestände. Bei der Ermittlung des operativen Cashflows wurde der Aufbau der Forderungen aus Investitionszuschüssen für geförderte Anlagen dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zugeordnet (Vergleich auch Abschnitt 3.1).

Wie im Abschnitt 2.3 beschrieben, hat sich der Konzern im Jahr 2023 neu kapitalisiert. Neben Zuführungen in die Kapitalrücklagen in Höhe von TEUR 19.241 wurde der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit durch die weitere Aufnahme von Bankdarlehen i.H.v TEUR 28.641 im Rahmen des Contracting -Geschäfts maßgeblich beeinflusst.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beinhaltet hauptsächlich die Bilanzierung neuer Heizungsanlagen im Sachanlagevermögen, die wiederum durch Bankdarlehen finanziert werden. Diese bei den Kund:innen verbauten Anlagen stehen im Eigentum der Thermondo Energy Gesellschaften. Für deren Betrieb wird eine monatliche Gebühr fällig. Daneben beinhaltet der Cashflow aus Investitionstätigkeit Auszahlung für die Erstellung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände (Software). Weitere Investitionen wurden in Ausstattungen und Werkzeuge getätigt.

Zu den nicht zahlungswirksamen Vorgängen während des Geschäftsjahres zählt die Umwandlung von Gesellschafterdarlehen in Eigenkapital, auf die in Abschnitt 2.3 bereits eingegangen wurde.

Die Zahlungsfähigkeit des Konzerns war 2023 gewährleistet. Die Barliquidität (Liquiditätsgrad 1 20 ) beträgt zum Stichtag 44% (Vorjahr: 90%). Zu den Liquiditätsrisiken wird auf Abschnitt 4.2 verwiesen.

3.3 Ertragslage

Die Ertragslage wird im Folgenden anhand einer Gewinn- und Verlustrechnung (in TEUR) dargestellt:

in TEUR 01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
Umsatzerlöse 89.002 73.966
Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen
Leistungen -637 585
Andere aktivierte Eigenleistungen 35.051 28.430
Sonstige betriebliche Erträge 2.206 1.282
Materialaufwand -65.098 -52.807
Rohergebnis 60.524 51.456
Personalaufwand -49.805 -41.849
sonstige betriebliche Aufwendungen -29.213 -17.824
EBITDA -18.494 -8.217
Abschreibungen -9.407 -6.248
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 11 5
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -4.195 -2.225
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -467 -11
Ergebnis nach Steuern -32.552 -16.696
sonstige Steuern -86 -71
Jahresfehlbetrag -32.638 -16.767

Der Konzern erzielte im Berichtsjahr Umsatzerlöse i.H.v. TEUR 89.002 (Vorjahr: TEUR 73.966). Dies wurde insbesondere durch die Steigerung der durchschnittlichen Verkaufspreise von Wärmepumpen erreicht. Darüber hinaus haben zahlreiche Thermondo-Kund:innen 2023 einen Wartungsvertrag abgeschlossen und bestehende Wartungsverträge verlängert.

Das angestrebte Wachstum des Konzernumsatzes von 30% wurde aufgrund der oben beschriebenen Verzögerungen beim Transformationsprozess nicht erreicht.

Das Konzern-EBITDA (TEUR -18.494) hat sich gegenüber dem Vorjahr (TEUR -8.217) - wie oben erläutert - deutlich verschlechtert und den Planwert (mittlerer negativer einstelliger Millionenbereich) verfehlt. Entsprechend fiel der Jahresfehlbetrag (TEUR -32.638) ebenfalls deutlich höher aus als im Vorjahr (TEUR -16.767). Geplant war ein Verlust im unteren einstelligen Millionenbereich.

20 Finanzmittelfonds am Ende der Periode im Verhältnis zu den kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten (ohne Gesellschafterverbindlichkeiten)

Der Materialaufwand ist im Verhältnis zum Umsatz um 3%-Punkte gestiegen und ergibt sich insbesondere durch die notwendige Abwertung der Lagerbestände vieler Artikel aus den ehemaligen fossilen Installationen und dem Solarthermie Sektor aufgrund der Verschiebung des Produktmixes hin zur Wärmepumpe.

Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 19% gestiegen. Thermondo investiert weiter in die Zukunft, weshalb neben Einstellungen im Handwerk und Vertrieb 2023 auch weitere Mitarbeiter in der Software- und Produktentwicklung eingestellt wurden, da dies zum weiteren Ausbau des Geschäfts und zur Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation unabdingbar ist. Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände wurden wie in Vorjahren aktiviert, was zu einer Verbesserung des EBITDA um TEUR 2.913 (Vorjahr: TEUR 1.521) führt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind, gemessen als Anteil vom Umsatz, im Geschäftsjahr 2023 um 9%-Punkte gestiegen. Wesentliche Faktoren waren dabei die Steigerung der Marketing-ausgaben (was zu einem erhöhten Bestellvolumen führte), mehr Ausgaben für Arbeitskleidung, Werkzeuge und Fahrzeuge (vornehmlich für die Installation) sowie gestiegene Raumkosten durch den Neubezug der neuen Geschäftsräume.

Die Abschreibungen stiegen vor allem aufgrund der aktivierten Eigenleistung aus 2020 bis 2023 sowie der Steigerung der installierten und bilanzierten Heizungen im Mietgeschäft der Thermondo Energy Gesellschaften.

Die Zinsaufwendungen erhöhten sich im Wesentlichen aufgrund der fremdfinanzierten Sachanlagen der Thermondo Energy Gesellschaften. Darüber hinaus berücksichtigen die Zinsaufwendungen die Verzinsung der Gesellschafterdarlehen.

4 Bericht zur voraussichtlichen Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken

4.1 Voraussichtliche Entwicklung

Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (seit der neuen Koalition "Bundesministerium für Wirtschaft und Energie") deuten alle aktuellen Konjunkturindikatoren auf eine anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft hin. Die Industrieproduktion lag im Durchschnitt des Julis und August 2024 um 1,4 Prozent unter dem Niveau des zweiten Quartals 2023. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe waren die anhaltende schwache Auftragslage und die rückläufige Kapazitätsauslastung der Grund für eine deutlichen Rückgang auf den niedrigsten Wert seit Juni 2020. Die konjunkturelle Schwäche schlägt sich zunehmend auch bei den Dienstleistern nieder. 21

Die deutsche Wirtschaft wird auch von anhaltenden konjunkturellen Belastungen gedämpft. Besonders die exportierende Industrie ist von den belastenden Faktoren stark betroffen, während die binnenwirtschaftlich ausgerichteten Dienstleistungen eher stabilisierend wirken. Eine Verstärkung der Wachstumsdynamik wird von der Bundesregierung erst für 2025 erwartet. Sie geht von einer zunehmenden wirtschaftlichen Belebung in den kommenden beiden Jahren von einem BIP-Zuwächsen von 1,1% im Jahr 2025 und von 1,6% in 2026 aus. Die Verbraucherpreise haben sich bei einem Anstieg von etwa zwei Prozent im Vorjahresvergleich und bei einer Inflationsrate von 2,2% im Jahr 2024 stabilisiert. In den Folgejahren wird erwartet, dass die Inflationsrate weiter unter der 2% Grenze bleibt. 22

Auch im Jahr 2023 konnte - wie eingangs dargestellt - das SHK-Handwerk trotz angespannter Gesamtwirtschaftslage den soliden Umsatzwachstumskurs der Vorjahre fortsetzen und stieg auf einen Wert von ca. 63 Mrd. EUR. 23 Im Heizungsgeschäft, speziell im Bereich der erneuerbaren Heizungssysteme hat sich das Wachstum 2024 beschleunigt, unterstützt durch die bereits verabschiedeten Maßnahmen der Bundesregierung. Thermondo hat im Q2 2023 entsprechend die Öl-Heizung komplett aus dem Portfolio entfernt und seit Jahresbeginn 2024 vollständig den Verkauf von Installationen von herkömmliche Heizungssystemen eingestellt und fokussiert sich ausschließlich auf die erneuerbaren Heizungssysteme und komplementäre Produkte für die Hausbesitzer:innen.

Hinzu kommt, dass Thermondo nicht vom stark konjunkturell beeinflussten Neubau abhängig ist, sondern vor allem im stabilen Heizungstausch tätig ist, und damit genau jenem Segment, welches in den kommenden Jahren angesichts der Klimaziele eine höhere Austauschquote benötigt. Thermondos Ziel ist der Gewinn weiterer Marktanteile durch organisches Wachstum und die Erweiterung des Produktportfolios hinsichtlich eines klimaneutralen Wohnens. Dies erfordert auch die weitere Einstellung und Spezialisierung von Vertriebsmitarbeitenden und Handwerker:innen.

Angesichts der oben beschriebenen Entwicklungen beträgt das Wachstum des Konzernumsatzes für den Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2024 voraussichtlich ca. 20% (Thermondo GmbH ca. 6%). Trotz bundesweitem Einbruch der Wärmepumpen-Nachfrage im Jahr 2023 um über 70%, konnte sich Thermondo ein Jahr nach dem Launch schon 3% Marktanteil sichern und wird bis Ende 2024 deutlich mehr als 7.000 Wärmepumpen verbaut haben. Diese Entwicklung wurde durch die anhaltenden Marketingmaßnahmen, sowie ein Wachstum des Vertriebs- und Handwerkerteams gestützt. Dadurch wurde der Kund:innenstamm weiterhin deutlich ausgebaut sowie bereits bestehende Interessenten zur Bestellung motiviert.

21 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Dossier/konjunktur-und-wachstum.html#:~:text=In%20der%20aktuellen%20Herbstprojektion%20rechnet,%2C6%20%25%20im%20Jahr%202026

22 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2024/11/04-herbstprojektion-2024.html#:~:text=Die%20Bundesregierung%20geht%20daher%20nach,1%2C6%20%25%202026%20aus.

23 Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima https://www.zvshk.de/presse/medien-center/daten-fakten/

Zusätzlich werden weitere Produktlösungen entlang des klimaneutralen Wohnens aufgebaut und angeboten. Bedingt durch die fortgesetzte Wachstumsstrategie, rechnet die Geschäftsführung für 2024 mit einem Konzern-EBITDA (sowie auch EBITDA der Thermondo GmbH) in Höhe von 30% unterhalb des Niveaus des Vorjahres.

Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet die Geschäftsführung, trotz eines kompetitiven Marktumfelds und vereinzelter regulatorischer Unsicherheiten, eine Fortsetzung des Wachstumskurses. Unterstützt durch die strategische Akquisition des süddeutschen Solarunternehmens FeBeSol im Jahr 2024 sowie die Einführung des Energiemanagementsystems "thermondo smart", plant das Unternehmen, das Angebot rund um klimaneutrales Wohnen weiter auszubauen und die Kundenbindung zu stärken. Der Ausbau der Vertriebs- und Installationsorganisation, in Verbindung mit höheren Ausgaben für Marketing, werden zu einer deutlich höheren Anzahl von Neukunden führen. Zudem wird mit Synergieeffekten aus der Kundenbasis der FeBeSol GmbH und der Thermondo GmbH gerechnet. Für das Gesamtjahr 2025 wird unter Berücksichtigung der oben genannten Synergie-Effekte ein Zuwachs des Konzernumsatzes von ca. 20-25 % und des Umsatzes der Thermondo GmbH um ca. 30% gegenüber 2024 erwartet. Gleichzeitig soll das Konzern-EBITDA durch realisierte Skaleneffekte auf einen positiven Wert im mittleren einstelligen Millionenbereich steigen. Für die Thermondo GmbH wird für das Jahr 2025 noch ein leicht negatives EBITDA im unteren einstelligen Millionenbereich prognostiziert.

Die operative Entwicklung bis einschließlich Mai 2025 verlief über den Erwartungen, auch wenn einzelne Herausforderungen bei der Lieferkette sowie im Vertrieb temporär zu Verzögerungen führten. Die oben dargestellte Managementprognose für das Gesamtjahr 2025 bleibt unverändert bestehen.

Die mittelfristige Planung (bis einschließlich 2026) sieht ein fortgesetztes organisches Wachstum bei stabilen Margen vor. Unterstützt werden soll diese Entwicklung durch eine stabile Auftragslage, kontinuierliche Erweiterung des Produktportfolios, eine hohe Zufriedenheit der Bestandskund:innen sowie die fortschreitende Professionalisierung der Organisation.

4.2 Chancen- und Risikobericht

Die Aktivitäten von Thermondo unterliegen unterschiedlichen Chancen und Risiken, die im Folgenden dargestellt sind. Aufgrund der Tatsache, dass die Muttergesellschaft einen überwiegenden Anteil des Geschäftsumfang des Konzerns ausmacht und der starken finanziellen und operativen Verflechtung der Gesellschaften, werden die Chancen und Risiken im Folgenden zu einer Gesamtbetrachtung aus Konzernsicht aggregiert. Die Muttergesellschaft partizipiert über die bestehenden Ergebnisabführungsverträge an den Chancen und Risiken ihrer Tochtergesellschaften. Soweit möglich wurden Maßnahmen eingeleitet, um die bestehenden Chancen bestmöglich zu nutzen und den Konzern gegen aktuelle Risiken zu schützen.

Chancen

Der Chancenbericht behandelt die Chancen, welche sich für den Konzern bis Ende des Jahres 2026 ergeben können. Die im Nachfolgenden dargestellten Chancen sind in der Reihenfolge ihrer Bedeutung auf den Konzern dargestellt, beginnend mit der bedeutsamsten Chance.

Aufgrund des enorm gestiegenen gesellschaftlichen Interesses, sowohl an der Klimaneutralität als auch, nicht zuletzt durch die erhöhten Förderungen gegenüber den Vorjahren, ist die Wärmepumpe der Fokuspunkt jeder Diskussion zur Wärmewende. Schon heute kann man mit einer Wärmepumpe in Kombination mit einer PV-Anlage nahezu CO 2 -neutral heizen; ein Effekt, der durch den Ausbau erneuerbarer Energien in der Stromgewinnung weiter zunehmen wird. Mit zunehmender Anzahl an installierten Wärmepumpen wächst auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Technologie. Die Geschäftsführung geht von einem weiterhin überproportional starken Wachstum in dem Segment in den folgenden Jahren aus, ein Segment, welches gleichwohl besonders im Heizungstausch nicht von jedem Heizungsbauer aufgrund der Multigewerkkomplexität bedient werden kann.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sieht in der Wärmepumpe einen wichtigen Hebel, um den Gebäudesektor zu dekarbonisieren und hat auf Grundlage wissenschaftlicher Studien Ausbauziele von 500.000 Wärmepumpen pro Jahr ab 2024 und 6 Millionen installierten Wärmepumpen bis 2030 genannt 24. Mit dem Launch der Wärmepumpe am 01.06.2022 sowie einer Partnerschaft mit einem Lieferanten und die Erweiterung des Produktportfolios mit ergänzenden Angeboten für klimaneutrales Wohnen ist der Konzern bestens gerüstet in diesem Segment seine Marktposition weiter zu behaupten und in einem stark wachsenden Segment ein überdurchschnittliches Wachstum zu erzielen.

Darüber hinaus bietet die Wärmepumpe auch in ökologischer Hinsicht die zentrale Lösung für Kund:innen, CO 2 einzusparen. Thermondos Produktportfolio an Heizsystemen wird seit Anfang 2023 durch Photovoltaikanlagen, Speicher und Wallboxen ergänzt und perspektivisch um zusätzliche Technologien erweitert. Mit dem Komplettpaket aus Wärmepumpe, Photovoltaik und anderen Komponenten wie Energiemanagement-Systemen und Batteriespeichern sind Hauseigen-tümer:innen in der Lage, den weitaus größten Anteil ihres Wärmestrom- und Energiebedarfs autark und mit erneuerbar erzeugter Energie vom Hausdach abzudecken. Thermondo transformiert sich mit diesem verbreiterten Angebot von einem der größten Heizungsinstallateure Deutschlands schrittweise zu einem Full-Service-Anbieter für klimaneutrales Wohnen. Vor diesem Hintergrund versteht sich das Unternehmen heute als Möglichmacher der Energiewende im Einfamilienhaus. Als kompetenter Partner begleitet das Unternehmen Hauseigentümer:innen bei der Entscheidungs-findung und Planung für neue Technik und kümmert sich um die Finanzierung, die Installation und das Energiemanagement ihrer Häuser.

24 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Dossier/werkstattbericht.html

Um die Nachfrage bestmöglich bedienen zu können, akquirierte Thermondo im zweiten Quartal 2024 das Süddeutsche Solarunternehmen FeBeSol. Somit ermöglicht das Unternehmen den Kund:innen, Wärmepumpe und Solaranlagen aus einer Hand zu bekommen. FeBeSol hat in 2024 einen zweistelligen Millionenbetrag zum Konzernumsatz und einen positiven Beitrag zum Konzern-EBITDA beitragen. Mit der Markteinführung eines eigenen Energiemanagementsystem mit Fokus auf die Optimierung der Wärmepumpe im Sommer 2024 erweiterte Thermondo weiter die Lösungsangebote für den Kund:innen für ein klimaneutrales Wohnen. Das Energiemanagementsystem "thermondo smart" ermöglicht eine Erhöhung des Energieverbrauchs aus der Photovoltaik-Anlage bis zu 80% und optimiert den Betrieb der Wärmepumpe als größten Stromverbraucher und bietet damit ein enormes Sparpotenzial der Betriebskosten. Die daraus resultierenden Kaufanreize können dazu beitragen, dass eine Umsatz- und Ergebnissteigerung erzielt wird, die über das bereits geplante Maß hinausgehen könnte.

Die bestehende kapitalstarke gesellschaftsrechtliche Struktur bietet unter Berücksichtigung der in 2023, 2024 und 2025 erfolgten Finanzierungsmaßnahmen gute Chancen, ein beschleunigtes, organisches und/oder auch anorganisches Wachstum zu finanzieren.

Weiterhin verstärkt Thermondo laufend sein Team im Besonderen in der Installation und ebenso im Verkauf und investiert in interne und externe Aus- und Weiterbildungen der Mitarbeiter. Die fachliche und leitende Erfahrung beinhaltet Chancen für weitere Professionalisierung, Standardisierung, Skalierbarkeit und Wachstum.

Zusammenfassend will Thermondo zukünftig die Profitabilität steigern als auch den Service für Kund:innen weiter verbessern, um insgesamt das starke Wachstum fortsetzen zu können.

Risiken

Der Risikobericht behandelt die Geschäftsrisiken, welche sich für den Konzern im Verlauf bis Ende 2026 ergeben können. Die im Nachfolgenden dargestellten Risiken sind innerhalb der einzelnen Risikokategorien in der Reihenfolge ihrer Bedeutung auf den Konzern beginnend mit dem wesentlichsten Risikofaktor dargestellt (Bruttodarstellung).

Liquiditätsrisiken

Der Konzern weist im Jahr 2023 einen Jahresfehlbetrag von TEUR -32.638 aus und rechnet auch im Jahr 2024 einen Verlust im zweistelligen Millionenbereich. Wesentlicher Treiber ist, dass Thermondo aufgrund der Einführung neuer Produkte und Services und seiner wachstumsgetriebenen Strategie noch verhältnismäßig hohe Betriebsausgaben hat (z.B. für Mitarbeiter in den Bereichen Produkt, Marketing, Software-Entwicklung, Personal, Business Intelligence, M&A und weitere). Diese Investition geschieht gezielt und ist Teil der Wachstumsstrategie des Konzerns. Das Verhältnis von Betriebsausgaben zum Umsatz wird mit dem weiteren Wachstum und Skalierbarkeit reduziert. Die Geschäftsführung konzentriert sich darauf, den Wachstumskurs fortzusetzen und mittelfristig die Profitablitätsschwelle zu erreichen. Die aktuelle Planung geht von einem Erreichen der Profitabilität auf Konzernebene im Laufe des Jahres 2025 aus.

Im Jahr 2024 wurden durch die Gesellschafter Einlagen in die Kapitalrücklage in Höhe von insgesamt TEUR 38.109 vorgenommen, davon durch Einzahlung von liquiden Mitteln TEUR 21.385, durch die Wandlung von Darlehen TEUR 11.613 sowie durch Sacheinlagen TEUR 5.111.

Nach den Finanzierungsmaßnahmen in 2024 wurden mit Verträgen vom 12. und 13. Juni 2025 von den Gesellschaftern weitere Darlehensfinanzierungen im mittleren zweistelligen Millionenbereich zugesagt, wovon der überwiegende Teil bereits ausgezahlt bzw. bestehende Gesellschafterverbindlichkeiten verlängert wurden. Die endfälligen Darlehen haben eine Laufzeit von 36 Monaten. Der Restbetrag soll ebenfalls kurzfristig ausgezahlt werden. Neben der Umstrukturierung der Gesellschafterfinanzierung sollen die Mittel hauptsächlich zur Finanzierung des weiteren Wachstumskurses des Konzerns verwendet werden.

Die Geschäftsführung hält die aktuelle Liquiditätsausstattung daher nach dem derzeitigen Stand der Planung und unter Berücksichtigung der durchgeführten Finanzierungsmaßnahmen für ausreichend, um den Konzern in die Profitabilität zu führen und die Darlehen bei Fälligkeit zurückführen zu können.

Die Geschäftsführung geht auf der Grundlage des derzeitigen Standes der Unternehmensplanungen davon aus, über ausreichende Liquidität für den Prognosezeitraum bis Ende 2026 zu verfügen. Der Eintritt einer Liquiditätslücke im Prognosezeitraum wird derzeit von den gesetzlichen Vertretern als unwahrscheinlich angesehen.

Sollte die Profitabilität nicht wie geplant erreicht werden und eine Rückzahlung der Darlehen im Jahr 2028 aus dem operativen Cashflow möglich sein, können weitere Finanzierungsmaßnahmen notwendig werden. Dafür hat die Gruppe in Zukunft mehrere zusätzliche liquiditätssichernde Optionen:

die weitere Finanzierung durch Investoren: Thermondo arbeitet an der Zukunft der Branche und der Dekarbonisierung der Gesellschaft. Diesen Weg unterstützen die heutigen Gesellschafter. Des Weiteren gibt es nach Einschätzung der Geschäftsführung eine signifikante Zunahme des Investoreninteresses an Themen im ESG-Bereich. In der Vergangenheit konnten notwendige Finanzierungen planmäßig eingeworben werden, so zuletzt im zweiten Quartal 2025. Die erfolgreiche Durchführung weiterer Finanzierungen sieht Thermondo aufgrund seiner Marktstellung und der strategischen Dynamik im Energiesektor als möglich an. Allerdings gibt es dafür keine Garantie.

die Finanzierung durch Fremdkapital (ohne Investoren)

das Verlassen des starken Wachstumspfads und Fokus auf operative Profitabilität durch Kostensenkung

Übernahme des Unternehmens durch einen strategischen Investor

die Finanzierung am Kapitalmarkt (IPO)

Unter Berücksichtigung der in 2024 und 2025 eingeworbenen Finanzierungsmittel beurteilen wir das Liquiditätsrisiko derzeit als mittel.

Marktrisiken

Die Inflationsrate ist im September 2024 auf den niedrigsten Stand seit etwa dreieinhalb Jahren gefallen. 25 Es bleibt abzuwarten, in welchem Maße die politische Situation in Europa, aber auch weltweit, die Energiekrise weiter beeinflussen wird, aber bereits die bisherigen Schäden werden spürbare Auswirkungen für einen längeren Zeitraum mit sich bringen. Für den Konzern könnte es je nach Dauer und Intensität zu leichten bis mittelstarken Einbußen im Umsatzwachstum kommen und dies hätte auch einen negativen Einfluss auf das geplante EBITDA. Dieses Risiko stellt für den Konzern wie für die meisten Unternehmen ein mittleres Risiko dar.

Schwache Konsumausgaben der Privathaushalte könnten sich negativ auf die Umsatzerlöse des Konzerns auswirken. Auch stellt der Protektionismus weltweit ein Risiko für die deutsche Wirtschaft dar. In Anbetracht des bisherigen Verlaufs sowie der geschnürten Programme, wie zum Beispiel des Klimapakets, sowie der weniger starken Anfälligkeit für den Heizungstausch, schätzt die Geschäftsführung die Gefahr einer Eintrübung der Konsumausgaben im Heizungsumfeld aber eher als mittleres Risiko ein.

25 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1045/umfrage/inflationsrate-in-deutschland-veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahresmonat/

Die Attraktivität von Thermondo bei den Kund:innen ist auch durch die Integration von Förderung begründet, da dies den Kauf oder die Miete für den Kund:innen deutlich vergünstigt. Insbesondere die Energieeffizienzprogramme der Bafa bis Ende 2023 und der KfW seit 2024 sind hier zu nennen. Diese werden aus Mitteln des Bundes finanziert. Dies bringt auch eine gewisse Abhängigkeit von der Politik mit sich. Die Diskussionen rund um höhere Energieeffizienzprogramme brachten den Markt im Jahr 2023 zum Einfrieren, da Kund:innen erst diese Entscheidungen und damit verbundene Kostenoptimierungsmöglichkeiten abwarteten. Ergänzend erschwerte die Einschränkung der Fördermittel für Endkund:innen seit Anfang 2024 für das Mietgeschäft (Contracting) das Umsatzwachstum enorm. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass mit einem vorzeitigen Ende der Ampel-Koalition eine mögliche Kürzung der Förderung für Energieeffizienz frühestens in 2025 erfolgen könnte, wobei auch die neue Koalition plant, die Energiewende mit verschiedenen Maßnahmen weiter voranzutreiben. Die stockende Wärmeplanung könnte ergänzend möglicherweise zu einem abwartenden Kaufentscheidung der Kund:innen und dadurch bedingt zu Umsatzrückgängen führen. Insgesamt geht der Konzern daher von einem mittleren Risiko aus.

Es bestehen ferner Beschaffungsmarktrisiken. Preiserhöhungen können einen negativen Einfluss auf den Absatz oder auf die Gewinnmargen haben. Das Risiko weiterer Preiserhöhungen wird eher als gering eingeschätzt aufgrund der Überkapazitäten und Wettbewerbssituation der Hersteller im Markt. In Summe sieht die Geschäftsführung derzeit hier ein geringes Risiko. Ferner besteht durch politische Unruhen und Sanktionierungen das Risiko, dass die Lieferketten der Hersteller ins Stocken geraten oder gar ausfallen könnten. Engpässe können demnach dazu führen, dass Material fehlt und sich Baustellen verschieben und Umsätze ausfallen. Die Geschäftsführung schätzt dieses Risiko aufgrund der Partnerschaften, Lagerbestände und Streuung auf verschiedene Lieferanten in ihrer betriebswirtschaftlichen Wirkung als mittel ein.

Die Konkurrenz von Thermondo sind hauptsächlich lokale Handwerksunternehmen in Deutschland, aber auch im Jahr 2024 neu aufkommende Wettbewerber, die das Modell von Thermondo nachahmen. Bei nennenswerter bestehender Konkurrenz besteht langfristig das Risiko des Preisdrucks, des Verlusts potenzieller Kund:innen, der Abgang von Talenten bei steigenden Lohnkosten sowie das Risiko sinkender Verkaufspreise mit entsprechender Auswirkung auf das Umsatzwachstum und damit das EBITDA. Auch ist der anhaltende Fachkräftemangel ein bedeutender wachstumslimitierender Faktor. Das Geschäftsmodell der Thermondo ist allerdings durch seine vertikale Tiefe sehr komplex und es braucht sehr viel Zeit und Erfahrung, um ein gutes Kund:innenerlebnis zu bieten. Ferner strebt Thermondo stets an, den EndKund:innen die beste Einkaufserfahrung zu bieten, neue margenstarke Produkte in den Markt zu bringen und sich damit von den Mitwettbewerbern abzusetzen. Es ist ferner anspruchsvoll, neue Handwerker:innen und Vertriebsmitarbeitende zu finden. In der Gesamtschau geht die Geschäftsführung davon aus, dass sich Thermondo durch hohe Qualität, ein positives Kund:innenerlebnis und kombinierte Produktlösungen, trotz der starken Konkurrenz, weiterhin erfolgreich am Markt behaupten wird. Sowohl die Wettbewerbssituation als auch der Fachkräftemangel stellen für den Konzern ein mittleres Risiko dar.

Operative Risiken

Thermondo erbringt Werkleistungen und übernimmt dabei auch die gesetzliche Gewährleistung über im Normalfall 2 Jahre (Heizungstausch), aber auch für bis zu 5 Jahre (Arbeiten am Bauwerk), sowohl für eigene Leistungen als auch für die Leistungen ihrer Subunternehmer. Hieraus entsteht ein mittleres Risiko für Thermondo. Es wurden entsprechende Rückstellungen für Gewährleistungen gebildet. Da im Falle einer Gewährleistung Kund:innen das gesetzliche Recht auf Nachbesserung, Minderung oder Rücktritt sowie Schadensersatz haben, ist Thermondo in der Pflicht, eben diese Leistungen zu erbringen oder sich anderweitig mit seinen Kund:innen zu einigen, was das EBITDA negativ beeinflusst, sollte der Betrag die gebildeten Rückstellungen für Gewährleistungen übersteigen. In seltenen Fällen kommt es auch zu Rechtsstreitigkeiten mit Kund:innen aus der operativen Tätigkeit des Konzerns. Die Geschäftsführung sieht kein über das normale Maß hinaus bestehendes Risiko bei allgemeiner Gewährleistung. Ein besonderes Risiko für Rechtsstreitigkeiten außerhalb der Gewährleistung ist derzeit nicht abzusehen, aber auch nicht ausgeschlossen.

Die Umstellung von klassischen Heizsystemen zur rein elektrischen Wärmepumpe bringt zusätzliche operative Herausforderungen mit sich. So bedarf es bei einer Wärmepumpeninstallation einer höheren Anzahl an Gewerken als früher (insbesondere der Elektriker ist hier zu nennen, wovon Thermondo nun viele eingestellt hat) als auch mehrerer Besuche beim Kund:innen (Multi-Visit). Die Gefahr für operative Herausforderungen (unpünktliche Materiallieferungen, schlechte Auslastung der Handwerker und nun auch Elektriker, sowie ein erhöhtes Gewährleistungsrisiko und höhere Qualitätsanforderungen) steigt deutlich. Aufgrund der bereits gemachten Erfahrungen und der bereits implementierten Verbesserungsmaßnahmen und Standardisierungen schätzt der Konzern das Risiko als niedrig ein.

Risiken gibt es für den Konzern auch aufgrund von Zahlungsausfall oder Betrug. Im Rahmen eines Risikomanagements und auch durch mehrheitlich zentralisierte Beschaffung werden Bestellungen überwacht, um Betrugsfälle oder potenzielle Zahlungsausfälle erkennen und verhindern zu können. Die Geschäftsführung schätzt das Zahlungsausfallrisiko als gering ein, da dies die Erfahrung zeigt und es sich typischerweise um liquiditätsstarke Eigenheimbesitzer als Kund:innen handelt, deren Bonitätsscore zusätzlich vorher überprüft wird. Weiter schätzt die Geschäftsführung das Betrugsrisiko als gering ein, da auch der Erfolg unentdeckt zu bleiben sehr gering ist, denn zur Erbringung unserer Leistung muss Thermondo ins Haus des Kund:innen und dort etwas fest installieren. Die Schwelle zum Betrügen ist äußerst hoch. Ferner werden in bestimmten Fällen Vorauszahlungen vom Kund:innen verlangt. Eine erhöhte Anzahl von Ausfällen würde zu einem geringeren EBITDA als geplant führen.

Für das Geschäft und die Finanzierung einer Tochtergesellschaft wurden Sicherheiten bestellt in Form von Bürgschaften. Ferner sind die Tochtergesellschaften ein wichtiger Absatzkanal, da dadurch den Kund:innen das Contracting ermöglicht wird. Hierzu sind die Tochtergesellschaften extern refinanziert. Sollte es im Mietmodell zu ungewöhnlich hohen Ausfällen kommen, was derzeit allerdings nicht abzusehen ist, könnte zum einen die externe Finanzierung dieser gefährdet sein und damit ein wichtiger Absatzkanal für Thermondo, als auch die Bürgschaft zum Tragen kommen.

Zur Generierung von Umsätzen ist der Konzern wesentlich auf gute unternehmensinterne Prozesse und die Funktionalität und Stabilität verschiedener Webseiten und Backoffice-Systeme angewiesen. Ausfälle oder Störungen würden unmittelbar zu Umsatzausfällen und damit zu einem schlechteren EBITDA führen sowie mittelfristig die Reputation des Konzerns schädigen. Zur Vermeidung von Schäden werden stetig Prozessaktualisierungen implementiert, die die Funktionsfähigkeit der Plattformen sicherstellen. Zur Abwehr von Angriffen werden unter anderem externe Dienstleister und redundante Systeme eingesetzt sowie Lasttests durchgeführt. Im Rahmen eines Incident-Management-Prozesses wird systematisch nach Ursachen für Störungen gesucht und es werden Maßnahmen erarbeitet, um diese dauerhaft zu beheben. Dies stellt für den Konzern ein niedriges Risiko dar.

Zusammenfassung

Für den Thermondo Konzern ist zusammenfassend festzuhalten, dass insgesamt ein geringes bis mittleres Risiko vorliegt, dass sich die Geschäftsentwicklung im Betrachtungszeitraum negativ entwickelt, insbesondere aufgrund der erfolgreichen Geschäftsentwicklung im Hinblick auf die Erreichung der strategischen Ziele (Umstellung und die Erweiterung auf die Wärmepumpe mit komplementären Produktlösungen sowie Umsatzwachstum) und der stabilen Eigentümersituation. Der Konzern strebt an, seine Chancen zu nutzen und Risiken entgegenzuwirken. Die Geschäftsführung ist der Auffassung, dass der Thermondo Konzern weiterhin vom Marktwachstum profitiert und somit sein Geschäft stetig ausbauen, eine dominante Marktposition einnehmen sowie nachhaltig profitabel werden kann.

5 Ergänzende Lageberichterstattung der Thermondo GmbH

Der Lagebericht und der Konzernlagebericht der Thermondo GmbH wurden zusammengefasst. Die folgenden Erläuterungen basieren auf dem Jahresabschluss der Thermondo GmbH, der nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt wurde.

Wirtschaftliche Lage der Thermondo GmbH

Vermögenslage

Die Vermögenslage wird anhand einer verkürzten Bilanz dargestellt:

AKTIVA

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Anlagevermögen 5.970 13% 5.170 10%
Immaterielle Vermögensgegenstände 3.136 7% 2.501 5%
Sachanlagen 2.654 6% 2.539 5%
Finanzanlagen 180 0% 130 0%
Umlaufvermögen 36.683 82% 43.705 86%
Vorräte 9.078 20% 14.464 28%
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 16.575 37% 18.449 36%
Kassen- und Bankbestand 11.030 25% 10.792 21%
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 1.914 4% 1.111 2%
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0 0% 837 2%
Summe Aktiva 44.567 100% 50.823 100%

PASSIVA

in TEUR 45.291 31.12.2022
Eigenkapital 13.778 31% 0 -2%
Gezeichnetes Kapital 122 0% 105 0%
Kapitalrücklage 116.325 261% 76.337 150%
Verlustvortrag -77.280 -173% -64.652 -127%
Jahresfehlbetrag -25.389 -57% -12.628 -25%
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0 0% 837 2%
Sonderposten 1 0
Rückstellungen 5.657 13% 4.391 9%
Verbindlichkeiten 24.861 56% 45.371 89%
Passive Rechnungsabgrenzung 270 1% 1.061 2%
Summe Passiva 44.567 100% 50.823 100%

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr um 12% gesunken, insbesondere bedingt durch den Rückgang der Vorratsbestände und der deutlich gesunkenen Verbindlichkeiten.

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme liegt aktuell bei 13% und ist leicht im Vergleich zum Vorjahr (10%) gestiegen. Das Anlagevermögen umfasst, wie im Vorjahr vor allem aktivierte, selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände sowie Sachanlagen. Bei den selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen handelt es sich um anteilige Kosten der Entwicklung der Software der Gesellschaft, wie im Abschnitt 1.3 beschrieben.

Der Anteil des Umlaufvermögens an der Bilanzsumme liegt aktuell bei 82% und ist im Vergleich zum Vorjahr (86%) gesunken.

Die Vorräte sind ggü. dem Vorjahr deutlich von TEUR 14.463 auf TEUR 9.078 gesunken. Das betrifft sowohl das Lagermaterial als auch die Materialbestände in den Installationsfahrzeugen. Hintergrund ist vor allem der strategische Fokus auf die Wärmepumpe und damit der Abbau bzw. die Abschreibung vieler Artikel aus den ehemaligen fossilen Installationen und dem Solarthermie Sektor.

In den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind neben einem infolge des Umsatzwachstums höheren Forderungsbestands aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 6.531 (Vorjahr: TEUR 3.398), Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 6.739 (Vorjahr: TEUR 10.138) enthalten, die aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen die Thermondo Energy Gesellschaften, Ergebnisabführungsverträgen und Darlehen resultieren. Darüber hinaus enthalten die sonstigen Vermögensgegenstände auf Ebene der Thermondo GmbH vorrangig Forderungen aus Lieferantenboni sowie geleistete Kautionen.

Zur Entwicklung des Bankbestands siehe Abschnitt Finanzlage.

Die Eigenkapitalquote beträgt 58% unter Einbeziehung des Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 11.597 (Vorjahr: 62%).

Rückstellungen stiegen proportional zum Wachstum. In den Rückstellungen enthalten sind insbesondere operative Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, Gewährleistungen für Kund:innen sowie für Personalkosten wie z.B. Urlaub und Boni.

Die Verbindlichkeiten setzen sich im Wesentlichen zusammen aus erhaltenen Anzahlungen von Kund:innen in Höhe von TEUR 4.299 (Vorjahr: TEUR 3.504), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 5.908 (Vorjahr: TEUR 5.436), Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 12.075 (Vorjahr: TEUR 31.619) sowie sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.579 (Vorjahr: TEUR 1.113), die im Berichtsjahr im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lohn- und Umsatzsteuern enthalten.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegen Gesellschafter enthalten, die sich ggü. dem Vorjahr um TEUR 19.544 verringert haben und im Zuge einer Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 19.241 in Kapitalrücklagen umgewandelt wurden. Die im Vorjahr bestehende Betriebsmittelkreditlinie der Thermondo GmbH in Höhe von TEUR 3.699 wurde zum 31.12.2023 nicht mehr genutzt.

Im Vorjahr wurde ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten für Nachrüstungsmaßnahmen der Wärmepumpeninstallationen gebildet, der im Geschäftsjahr erfolgswirksam aufgelöst wurde. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr Umsatzerlöse aus dem Wartungsgeschäft passivisch abgegrenzt.

Finanzlage

Die Liquidität des Unternehmens wird anhand einer verkürzten Kapitalflussrechnung (in TEUR) dargestellt:

in TEUR 01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
Finanzmittel am Beginn der Periode 7.093 3.520
Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeit -12.698 -22.682
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 20.461 29.732
Cashflow aus Investitionstätigkeit -3.826 -3.478
Zahlungswirksame Veränderungen 3.937 3.572
Finanzmittel am Ende der Periode 11.030 7.093

Der Zahlungsmittelbestand am Ende der Periode 2023 beträgt TEUR 11.030 und setzt sich aus Guthaben bei Kreditinstituten zusammen. Der Cashabfluss aus lfd. Geschäftstätigkeit ist gegenüber dem Vorjahr gesunken (von TEUR -22.682 auf TEUR -12.698) und wurde maßgeblich durch das negative Periodenergebnis verursacht, das insbesondere aus den Investitionen in den Aufbau und die Aus- und Fortbildung der eigenen Belegschaft und dem Launch der Wärmepumpe resultiert.

Wie im Abschnitt 2.3 beschrieben, hat die Gesellschaft sich im Jahr 2023 neu kapitalisiert, wodurch der positive Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert. Es bestehen keine wesentlichen Finanzierungsverträge, welche für die Liquidität von erheblicher Bedeutung sind. Es bestehen Leasingverträge für den Fuhrpark, bei denen im Schadensfall eine vorzeitige Rückzahlung der Ablösesumme in Frage käme.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beinhaltet hauptsächlich die Bilanzierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände (Software); weitere Investitionen fallen insbesondere für Ausstattung und Werkzeuge an.

Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war 2023 gewährleistet. Zu den Liquiditätsrisiken wird auf Abschnitt 4.3 verwiesen.

Ertragslage

in TEUR 01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
1. Umsatzerlöse 116.087 97.355
2. Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen Leistungen -637 586
3. Andere aktivierte Egenleistungen 2.913 1.521
4. Sonstige betriebliche Erträge 1.871 988
5. Materialaufwand -64.854 -52.496
6. Rohergebnis 55.380 47.954
7. Personalaufwand -49.796 -41.835
8. sonstige betriebliche Aufwendungen -28.525 -17.682
9. auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder
Teilgewinnabführungsvertrags erhaltene Gewinne 2.597 2.578
10. auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder -176
Teilgewinnabführungsvertrags ausgeglichene Verluste
11. EBITDA -20.520 -8.985
12. Abschreibungen -3.025 -2.041
13. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 405 28
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.070 -1.559
15. Ergebnisnach Steuern -25.210 -12.557
16. sonstige Steuern -179 -71
17. Jahresfehlbetrag -25.389 -12.628

Die Thermondo GmbH erzielte Umsatzerlöse i.H.v. TEUR 116.087 (Vorjahr: TEUR 97.355). Diese wurden ausschließlich in Deutschland erzielt und betreffen Installation (TEUR 69.180, Vorjahr: TEUR 61.359), Wartung (TEUR 3.207, Vorjahr: TEUR 2.604) sowie sonstige (TEUR 43.700, Vorjahr TEUR 33.392).

Der Anstieg der Materialaufwendungen korrespondiert mit dem Umsatzanstieg. Die Materialaufwandsquote liegt bei 56% (Vorjahr: 54%). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert überwiegend auf der oben beschriebenen Vorratsbewertung.

Der Personalaufwand hat sich durch den Anstieg der durchschnittlichen Anzahl an Mitarbeitenden (746, Vorjahr: 622) erhöht.

Die aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen erhaltenen Gewinne und übernommenen Verluste stammen aus den Tochtergesellschaften Thermondo Energy GmbH, Thermondo Energy Zwei GmbH und Thermondo Energy Drei GmbH, Thermondo Energy Vier GmbH, Thermondo Energy Fünf GmbH, Thermondo Energy Sechs GmbH und Kleiner 2 Grad GmbH.

Abschreibungen stiegen vor allem aufgrund der aktivierten Eigenleistung aus 2020 bis 2023.

Die Zinsaufwendungen stiegen durch die Aufnahme von Gesellschafterdarlehen.

Geplant war ein Verlust im unteren einstelligen Millionenbereich. Das EBITDA als zentraler Leistungsindikator war mit TEUR -20.520 deutlich schlechter als im Vorjahr (TEUR -8.985). Geplant war ein EBITDA im mittleren negativen einstelligen Millionenbereich. Hauptgründe für die Nichterreichung des geplanten Ergebnisses waren die schwierigen Marktverhältnisse im Verkauf gegenüber den Verkaufszahlen im angenommenen Budget. Insbesondere die oben beschriebenen politischen Unsicherheiten in den Subventionen auf die Wärmepumpe in Privathaushalten hatten einen großen negativen Einfluss auf die Umsatzentwicklung. Der Jahresfehlbetrag (TEUR -25.389) ist im Vergleich zum Vorjahr (TEUR -12.628) stark gestiegen.

Zu weiteren Ursachen zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung wird auf die Erläuterungen zum Konzern (Abschnitte 2.3 und 3.3) verwiesen.

In Relation zu den Umsatzerlösen (EBITDA/Umsatzerlöse) hat sich die EBITDA-Marge um knapp 8%-Punkte auf -20% verschlechtert.

6 Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f Abs. 4 HGB

Die Gesellschafterversammlung der Thermondo GmbH hat mit Beschluss vom 15. Dezember 2023 eine Zielgröße in Höhe von 25% für den Frauenanteil unter den Geschäftsführern festgelegt. Als Frist für die Erreichung wurde der 31. Dezember 2026 bestimmt. Die Geschäftsführer haben für die 1. Führungsebene eine Quote von 14% und für die 2. Führungsebene eine Quote von 30% jeweils mit einer Frist bis zum 31. Dezember 2026 festgelegt.

 

Berlin, den 30. Juni 2025

Felix Plog, Geschäftsführer

Dr. Gerke Gersema, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Thermondo GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Thermondo GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der Thermondo GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 6 "Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f Abs. 4 HGB" des zusammengefassten Lageberichts enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 6 "Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f Abs. 4 HGB" des zusammengefassten Lageberichts enthalten ist.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 3. Juli 2025

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Sternberg, Wirtschaftsprüfer

Adam, Wirtschaftsprüferin

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