OSI International Holding GmbH
Senefelderstraße 17A, 86368 Gersthofen, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Erik Schöttl seit 12.8.2025 | Prokura |
Laurence Marie-Jeanne Uzureau seit 23.5.2024 | Geschäftsführer |
Johan Paulus van de Grampel seit 18.1.2024 | Prokura |
Christian Franz seit 3.4.2023 | Prokura |
Mark William Richardson seit 17.3.2022 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
OSI Foods GmbH & Co. KGGersthofenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Amtsgerichts Kleve, HRB 8105, Baho Food GmbH
Gersthofen, 30.08.2024 Baho Wijchen B.V. AG Kleve, HRB 2758, Gelderland Frischwaren-Gesellschaft mbH
Gersthofen, 30.08.2024 OSI International Holding GmbH
Gersthofen, 30.08.2024 OSI International Holding GmbH
Gersthofen, 30.08.2024 Baho Food GmbH
Gersthofen, 30.08.2024 baho Food GmbH Amtsgerichts Hamburg, HRB 131347, mpo Global Trade GmbH
Gersthofen, 30.08.2024 OSI International Holding GmbH Amtsgerichts Augsburg, HRB 32482, OSI Convenience Europe GmbH
Gersthofen, 30.08.2024 OSI International Holding GmbH Amtsgerichts Augsburg, HRB 30862, OSI Convenience Holding GmbH
Gersthofen, 30.08.2024 Amtsgerichts Augsburg, HRB 31977, OSI EUROPE FOODWORKS GmbH
Gersthofen, 30.08.2024 OSI International Holding GmbH Amtsgerichts Augsburg, HRA 19434, OSI Foods GmbH & Co. KG
Gerten Corp. Laurence Uzureau
Leges Corp. Laurence Uzureau
OSI International Inc. Laurence Uzureau
OSI Germany Verwaltungs GmbH Laurence Uzureau Amtsgerichts Memmingen, HRB 13460, OSI Focd Solutions Germany GmbH
Gersthofen, den 30.08.2024 OSI International Holding GmbH
Gersthofen, den 30.08.2024 OSI International Holding GmbH
Gersthofen, den 30.08.2024 OSI Germany Verwaltungs GmbH
Gersthofen, den 30.08.2024 OSI Germany Verwaltungs GmbH Amtsgerichts Augsburg, HRA 31979, OSI International Holding GmbH
Gersthofen, den 30.08.2024 OSI Foods GmbH & Co KG
Gersthofen, den 30.08.2024 OSI Foods GmbH & Co KG Amtsgerichts Mönchengladbach, HRB 6546, Vital convenience vc GmbH
Gersthofen, den 30.08.2024 Baho Food GmbH
Gersthofen, den 30.08.2024 OSI Foods GmbH & Co. KG ppa. Hans van der Grampel, CFO Europe
Gersthofen, den 30.08.2024 OSI Foods GmbH & Co. KG ppa. Erik Schöttl, Managing Director Europe - Primary Beef Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20231. GRUNDLAGEN DES KONZERNSDie Gesellschaft ist Mutterunternehmen von Unternehmen, die in der Verarbeitung von Fleisch- und Komplementärprodukten sowie zugehörigen Holdinggesellschaften tätig sind. In den Konzernabschluss sind alle im Mehrheitsbesitz stehende Tochterunternehmen einbezogen, detaillierte Angaben zu den im Konsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen bzw. zum Anteilsbesitz sind im Konzernanhang - in Abschnitt 4. Erwerb von Tochterunternehmen und Konsolidierungskreis bzw. in Abschnitt 27. Anteilsbesitzliste nach § 313 Abs. 2 HGB - enthalten. Mit Wirkung zum 18. Oktober 2023 erwarb der Konzern 100% der Geschäftsanteile der CPI Quality B.V. und deren Tochterunternehmen IQI Trusted Petfood Ingredients. Der Konzern ist im primären Rindfleischgeschäft in der Schlachtung und Zerlegung von Rind entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Ankauf lebender Rinder bis zum Verkauf an Dritte tätig. Darüber hinaus erwirbt der Konzern im Rahmen des Weiterverarbeitungsgeschäfts von Konzernunternehmen oder von Dritten Rohwaren, hauptsächlich zerlegtes rohes Fleisch, das nach spezifischen Kundenvorgaben zu einer Vielzahl gekochter, frischer und gefrorener Produkte wie z. B. Rindfleischpatties, Schweinefleischpatties, Schinkenprodukten und Hähnchenprodukten verarbeitet wird. Diese Produkte werden an die Schnellgastronomie mit einem Hauptkunden, den Lebensmittelgroß- und -einzelhandel und andere Nahrungsmittel-Dienstleister in Europa verkauft. Durch den Erwerb der CPI Quality B.V. ergibt sich eine zusätzliche Geschäftstätigkeit in der Bereitstellung von Zutaten für Heimtierfutterhersteller. Der Konzern generiert seine liquiden Mittel im Wesentlichen durch den Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit, verfügbarer Kreditlinie im Rahmen der globalen Kreditvereinbarung der OSI Group sowie aus sonstigen Bankverbindlichkeiten. Wie bei allen Gesellschaften der OSI Group wird die übergreifende Organisationsstruktur der OSI Group im Bereich Forschung und Entwicklung genutzt, um mit ständig neuen und innovativen Produktentwicklungen im Markt erfolgreich zu sein. Dies gilt insbesondere für die Weiterverarbeitung (innovative Foodkonzepte bei Burgern, Nuggets und weiteren Convenience Produkten). Daneben entwickelt die OSI Group kontinuierlich Produktionstechnologien und -prozesse in Zusammenarbeit mit führenden Maschinenherstellern weiter, um die Produktqualität, -sicherheit und die Prozesskosten fortwährend zu optimieren. 2 GESAMTWIRTSCHAFTLICHES UMFELD UND BRANCHENENTWICKLUNG - GESAMTEINSCHÄTZUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN LAGENach den von der Pandemie stark geprägten Jahren zeigt die Weltwirtschaft eine langsame Erholung. Das globale BIP konnte im Jahr 2023 ein Wachstum von 3,2 % ausweisen. Einige Faktoren, wie der anhaltende Ukraine-Krieg, ein angespannter Finanzmarkt mit hoher Inflation und Zinsen sowie der sich entwickelnde Konflikt im Nahen Osten haben weiterhin großen Einfluss auf das Wachstum des BIP. Das reale BIP in den OECD-Staaten stieg in 2023 um 3,2 % an, im Vorjahr war es 3,5% gestiegen. Die Eurozone (0,5 % nach 3,5 % im Vorjahr) verzeichnet einen Rückgang des BIPs. Im Gegensatz dazu kann die USA (2,5 % nach 1,9 % im Vorjahr) ein leichtes Wachstum aufzeigen. In den BRIC-Staaten ist ein leichter Anstieg ersichtlich, so in Indien (7,8 % nach 7,0 % im Vorjahr) und in China (5,2 % nach 3,0 % im Vorjahr). Der Trend eines geringer wachsenden realen BIP wird sich höchstwahrscheinlich auch 2024 fortsetzen. Die folgende Tabelle veranschaulicht die oben beschriebene Entwicklung der Weltwirtschaft in einer Prognose des realen BIP für die Jahre 2020 bis 2024:
Die wirtschaftliche in Deutschland in 2023 ist mit einer negativen BIP-Wachstumsrate von -0,1 % (Vorjahr: 1,9 %) rückläufig. Die Inflationsrate fiel 2023 mit 5,9 % geringer aus als im Vorjahr 2022 mit 7,9 % und dem damaligen historischen Höchststand. Mit knapp 6 % ist diese jedoch weiterhin auf einem hohen Stand und wird unverändert von den Auswirkungen der Kriegs- und Krisensituation beeinflusst. Aufgrund diverser Entlastungen, u.a. mittels Strompreisbremsegesetz und Erdgas-Wärme-Preisbremsengesetz (EWPBG) konnte insbesondere die Teuerungsrate bei den Energiepreisen in 2023 signifikant abgefangen werden. Der enorme Anstieg der Teuerung von Energieprodukten um 29,7% im Jahr 2022 reduzierte sich auf 5,3% in 2023 bzw. führte zum Jahresende hin mitunter zu einer rückläufigen Preisentwicklung. Der nominale Gesamtumsatz der Lebensmittelbranche stieg von 218,5 Mrd. EUR in 2022 auf 230,0 Mrd. EUR in 2023 an. Der Umsatz stieg prozentual identisch im Inland und Ausland um 5,3% an, nominal im Inland +8,8 Mrd. EUR und im Ausland um +2,6 Mrd. EUR. Entsprechend lag im Vergleich zum Vorjahr ein identischer Exportanteil von 23,0% vor. Die Ernährungsindustrie sah sich 2023 ebenso, wie bereits in den Vorjahren, einem herausfordernden Umfeld gegenüber. Sowohl Konsumenten als auch Einzelhandel stellten hohe Anforderungen an die Lebensmittelhersteller und ihre Produkte. Durch die Inflation mitsamt gestiegenen Energiekosten in 2023 nahmen auch die Produktionskosten zu. Auch der Mangel an Fachkräften und die schwierige internationale Lage hinsichtlich Lieferketten hatten Einfluss auf den Markt. Durch die steigenden Kosten und starke Preissensibilität der Konsumenten existiert weiterhin ein hoher Wettbewerbsdruck. In den ersten vier Monaten im Jahr 2024 ist der Anstieg der Erzeugerpreise und der Verbraucherpreise erheblich gesunken.
Bei den Konsumausgaben im "Außer-Haus Markt" wurde 2023 mit Umsätzen i.H.v. 77,1 Mrd. EUR im Vergleich zum Vorjahr 2022 mit 66,1 Mrd. EUR ein wesentlicher Anstieg (+10 Mrd EUR bzw. 15% erzielt, welcher insbesondere durch ein Wachstum in der Schnellgastronomie getrieben wurde. In 2024 wird von einem weiteren moderaten Anstieg ausgegangen.
3. GESCHÄFTSTREND UND GESCHÄFTSLAGEIm Jahr 2023 stieg der Konzernumsatz um insgesamt 4,9 % gegenüber dem Vorjahr. Eine stabile und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserem langjährigen Hauptkunden als auch im Geschäft mit Neukunden sowie Preiserhöhungen haben hierzu wesentlich beigetragen. Daneben konnte das Geschäft mit anderen Kunden ebenfalls stabil fortgeführt werden. Dies gilt sowohl für den Bereich der Schlachtung, Zerlegung und Weiterverarbeitung. Der Verbraucher fordert immer mehr eine nachhaltige und regionale Lieferkette, bei der ein besonderes Augenmerk auf den Tierschutz gelegt wird. Da der Konzern in allen relevanten Märkten eigene Produktionsstätten mit einem direkten Zugang zum Rohstoff im Bereich Rindfleisch unterhält, sieht sich der Konzern gut aufgestellt, um diesen Kundentrends nach Regionalität, Segmentierung und Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Die Geschäftsstrategie des Konzerns bleibt es unverändert, seine Präsenz im Bereich der Fleischverarbeitung zu sichern und weiterhin hochqualitative und verbraucherorientierte Lösungen nicht nur für den Hauptkunden, sondern auch für andere Kunden im Bereich von Gastronomie, Groß- und Einzelhandel anzubieten.
3.1 Vermögenslage Die folgende Tabelle fasst die Vermögenslage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 sowie deren Veränderung von 2022 bis 2023 zusammen. Die Angaben erfolgen in tausend Euro:
Im Laufe des Jahres 2023 betrugen die Investitionen des Konzerns in Sachanlagen insgesamt TEUR 94.175 und lagen damit deutlich über dem Vorjahreswert von TEUR 66.346. Schwerpunkte lagen dabei insbesondere im Wiederaufbau des Produktionsstandortes Enns in Österreich sowie im Aufbau eines neuen Produktionsstandorts in Polen. Des Weiteren wurden Investitionen zur technologischen Optimierung der bestehenden Produktionsanlagen mit einer einhergehenden Verbesserung der Produktionsabläufe und -kosten sowohl in Weiterverarbeitungsbetrieben wie auch in Schlachtbetrieben vorgenommen. Aus dem Unternehmenserwerb wurden Zugänge für Sachanlagen in Höhe von TEUR 3.299, für immaterielle Wirtschaftsgüter TEUR 42.353 sowie TEUR 39.350 im Firmenwert erfasst. Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich 2023 auf TEUR 26.265 (Vorjahr TEUR 23.691). Die Abschreibungen auf die Nutzungsrechte aus Leasingvereinbarungen betrugen TEUR 4.289 (Vorjahr TEUR 3.869).
Der absolute Wert des Working Capitals lag mit TEUR 94.006 unter dem Vorjahr. Hierzu trugen maßgeblich folgende Bestandteile des Working Capitals bei: Die Vorräte reduzieren sich um -19,9 % auf TEUR 113.385, und die kurzfristen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 5,5% auf TEUR 219.270. Der Konzern konnte ein Verhältnis von Working Capital zu den Nettoumsätzen im Jahr 2023 in Höhe von 5,0 % erreichen und mit einem Rückgang um 1,1 % im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung erzielen. Die Reduktion der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um TEUR -8.836 auf TEUR 35.287 ergibt sich aus dem Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit (TEUR -169.411), aus dem Mittelzufluss der laufenden Geschäftstätigkeit (TEUR 116.219) und dem Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit (TEUR 43.998) sowie Währungseffekten (TEUR 359). 3.2 Ertragslage Die Jahresergebnisse aus der betrieblichen Tätigkeit können nicht verwendet werden, um Geschäftstrends einzuschätzen und zukünftige operative Ergebnisse zu prognostizieren. Der Konzern ist jährlichen Schwankungen der Umsatzerlöse und der Beschaffungskosten für Fleisch ausgesetzt. Diese Schwankungen sind auf Veränderungen bei der Nachfrage von wichtigen Kunden sowie auf Marktbedingungen für Fleisch und Futtermittel zurückzuführen. Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich der Jahresergebnisse für die Geschäftsjahre 2023 und 2022:
Im Jahr 2023 zeigten sich weitere Folgen der im Vorjahr stark angestiegenen Inflation, wenn auch in abgeschwächter Form. Die gesunkene Kaufkraft und weiter steigende Verkaufspreise führten zu einem Ausweichverhalten auf Produkte mit einem geringeren Preis oder zu einem kompletten Verzicht. Beispielhaft hierfür standen die Mengenzuwächse bei Geflügelprodukten-, sowie gemischtem Hackfleisch. In der zweiten Jahreshälfte nahm die Nachfrage wieder zu, deshalb war der Rückgang nicht so hoch, wie es die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte vermuten ließ. Stützend kamen beim Verbraucher dabei die etwas rückläufigen Energiepreise und die Lohn- und Gehaltsabschlüsse zum Tragen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 4,9%, während die Herstellungskosten nur um 1,5% anstiegen. Auch hier zeigt sich, wie schon bei der Nachfrage eine Zweiteilung im Jahresverlauf. Gerade die erste Hälfte des Jahres, hier vor allem das erste Quartal, war geprägt durch höhere Einkaufspreise und Personalkosten sowie Energiepreise auf hohem Niveau. Die Weitergabe steigender Kosten über höhere Verkaufspreise mit befriedigenden Mengen gestaltete sich aufgrund der zurückhaltenden Nachfrage schwierig. Erst zur zweiten Jahreshälfte entspannte sich die Preissituation bei der Beschaffung von Rindfleisch mit einer entsprechenden Margenverbesserung. Die Preise für Schweinefleisch waren über das Gesamte Jahr 2023 auf einem konstant hohen Niveau. Die Versand- und Bearbeitungskosten stiegen im Jahr 2023 um 45,9 %. Die Vertriebs- und Marketingkosten verminderten sich um -16,3%. Die allgemeinen Verwaltungskosten zeigten in 2023 ebenfalls einen Rückgang um -1,5 %. Das Finanzergebnis war im Jahr 2023 ebenfalls um TEUR -5.474 geringer als im Vorjahr, was insbesondere auch auf höhere Finanzierungskosten der angestiegenen Finanzschulden bedingt war. Der Ertragssteueraufwand bzw. in 2023 Steuerertrag betrug TEUR 1.791, gegenüber TEUR - 19.010 in 2022. Diese Veränderung resultiert im Wesentlichen auf die Bildung aktiver latenter Steuern, insbesondere für eine gewährte Steuervergünstigung für das neu gebaute Werk in Polen in i.H. von TEUR 27.615. 3.3 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und Lage des Konzerns Trotz des weiterhin herausfordernden Marktumfeldes insbesondere für lebensmittelverarbeitende Unternehmen war die Gesamtentwicklung des Konzerns 2023 deutlich positiv. Die erste Jahreshälfte war noch massiv geprägt durch die Einflüsse des Vorjahres. Die durch Inflation verringerte Kaufkraft wirkte sich auf ein schon zurückhaltendes Konsumentenverhalten zusätzlich negativ aus. Wie schon in den Vorjahren spielten bei der Kaufentscheidung Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Tierwohl eine Rolle, aber Rückgänge bei Fleischersatzprodukten, sowie Fleischalternativen, lassen darauf schließen, dass der Preis klar vordergründig bei der Kaufentscheidung war. Mit schwindender Unsicherheit in Bezug auf zukünftige Preisentwicklungen für Energie im privaten Sektor und Inflationsausgleichen normalisierte sich das Konsumentenverhalten in der zweiten Hälfte des Jahres, so dass die Einbußen im Vergleich zu 2022 nur noch gering ausfielen. Trotz allen Schwierigkeiten zu Beginn des Jahres zeigten sich die Ergebnisentwicklung zum Ende positiv, nicht zuletzt auch, weil die vertikale Integration im Unternehmen voll ausgenutzt wurde. Permanente Optimierungsmaßnahmen innerhalb der Betriebe unterstützten diese Entwicklung auch in 2023. Die Lage in der Ukraine stand auch im Jahr 2023 unter dem Einfluss des Krieges. Die Betriebe konnten trotzdem ihre Produktion auf ein normales Maß nach oben fahren. Getrieben durch die Wiedereröffnung von Restaurants in der Ukraine, den Export ins nahe Ausland und dem Verlangen nach einer Art Normalität produzierten die Betriebe nahezu auf dem Niveau vor dem Ausbruch des Krieges und entwickelten sich mehr als zufriedenstellend in Anbetracht der lokalen Umstände. Um die Produktion durchgehend zu gewährleisten und die Mitarbeiter nachhaltig zu schützen wurden diverse Projekte umgesetzt, zum Beispiel die Anschaffung von Generatoren, um autonom von der zentralen Versorgung zu sein. Für das Jahr 2024 wird für unsere Rohstoff- bzw. Beschaffungsmärkte von Preisen auf bzw. oberhalb dem Niveau des Vorjahres ausgegangen. Hinsichtlich der Lebendviehpreise (Großvieh) wird für 2024 ein hohes und sehr volatiles Niveau erwartet. Die Weitergabe der gestiegenen Kosten im Rahmen der Verkaufspreise an die Kunden gestaltet sich auch in der ersten Jahreshälfte 2024 schwierig. Die europaweiten Proteste von Bauern halten die Lebendviehpreise auf einem hohen Niveau. Eine schleppende Nachfrage, auch wetterbedingt, verbessert die Marktlage auch nicht nachhaltig. 4. RISIKO- UND CHANCENBERICHTERSTATTUNG4.1 Risikomanagement Aufgrund der Geschäftstätigkeit ist der Konzern einer Vielzahl finanzieller Risiken ausgesetzt, u. a. Fremdwährungsrisiken, Zins- und Rohstoffpreisschwankungen sowie Kredit- und Liquiditätsrisiken. Der Konzern konzentriert sein Risikomanagement auf die Unwägbarkeiten der Finanz- und Rohstoffmärkte und ist bestrebt jegliche negativen Auswirkungen auf die Ertragskraft zu minimieren und verpflichtet sich die genannten Risiken laufend zu bewerten. Dabei prüft der Konzern pro Land Währungsrisiken in Bezug auf Einzahlungen und Auszahlungen, Forderungen und Verbindlichkeiten und Darlehen zwischen nahestehenden Unternehmen und Personen in Währungen, die nicht der funktionalen Währung entsprechen. Ebenso prüft der Konzern das Zinsänderungsrisiko bezogen auf fest und variabel verzinsliche Verbindlichkeiten sowie Rohstoffrisiken im Zusammenhang mit dem Einkauf von Rohstoffen. Das Kreditrisiko und das damit verbundene Risiko von Forderungsausfällen wird durch die Überprüfung der Forderungen und der Bedingungen, die den Kunden gewährt werden, gesteuert, ergänzt um eine Kreditausfallversicherung. Die oben genannten Maßnahmen werden vor Ort vom Finanz- und Betriebspersonal in Übereinstimmung mit der Aufsicht durch das Financial Risk Management Committee ("FRMC") der OSI-Gruppe durchgeführt. 4.2 Zukünftige Entwicklung und Risiken 4.2.1 Operative Geschäftstätigkeit Die Entwicklung der allgemeinen Weltwirtschaftslage gestaltet sich regional verschieden. In den USA wird fürs laufende Jahr ein gutes Wachstum erwartet. Der gleiche Trend sollte sich in Asien hauptsächlich getrieben durch China zeigen. Auch in Europa wird für 2024 ein leichtes Wachstum des BIP erwartet. Eine rückläufige Inflation und steigende nominal Löhne lassen verhalten positiv in die Zukunft blicken, obwohl der anhaltende Krieg in der Ukraine weiterhin ein nicht einzuschätzendes Risiko darstellt. Obwohl das momentane Angebot an Futtermittel am Weltmarkt beruhigend scheint, bleibt das Risiko von Extrem-Wettersituationen durch den Klimawandel. Zusätzlich beeinflussen seit Beginn des Jahres europaweite Bauernproteste die Marktgegebenheiten. Politische Entscheidungen können nicht nur diese wieder befeuern, sondern auch zu Veränderungen in anderen Bereichen führen (Milchquote, Subventionen, Exportlimitierungen). Neben diesen Faktoren schreiten der gesellschaftliche Wandel und das Umdenken bei der Ernährung weiter voran und kann auf die Nachfrage drücken. Eine verhaltene Nachfrage gepaart mit konstant hohen Herstellungskosten kann sich dauerhaft negativ auf die Marge auswirken. Trotz deutlich geringerer Inflationserwartung in 2024 bleibt das Marktumfeld infolge einer abgekoppelten Entwicklung der Rohmaterialpreise in einzelnen Ländern und die weiter zunehmende Fokussierung auf Fleischkonsum als gesellschaftliches Thema samt Einfluss auf das Konsumentenverhalten schwierig. Infolgedessen schlussfolgert das Unternehmen ein weiter herausforderndes Umfeld für Umsatz und Ergebnis. Aktuell wird im Bereich Rohmaterial (Primary Processing) von anhaltendem Margendruck ausgegangen. Ob die Fußball Europameisterschaft in Deutschland einen nennenswerten positiven Effekt haben wird, ist aktuell nicht absehbar. Der anhaltende Trend zu rückläufigen Viehbeständen scheint sich auch weiterhin fortzusetzen, wobei dieser gesellschaftlich und politisch gestützte Trend in 2024 noch durch hohe Exporte in muslimische Länder befeuert wird. Allgemein wird aber eine weitere Konsolidierung des Fleischmarktes erwartet, die die OSI Group aufgrund ihres soliden Fundamentes aber mehr als Chance versteht. Aus einer solchen Konsolidierung kann und sollte die OSI Group gestärkt hervorgehen. Auch sind negative Ausschläge aufgrund der anhaltenden Diskussionen über Fleischkonsum im Allgemeinen und die mit der Schlachtung zusammenhängenden Prozesse weiterhin möglich. Risiken könnten sich auch aus länderspezifischen Gegebenheiten, die von landesrechtlichen Besonderheiten bis hin zu anhaltende politische Unwägbarkeiten reichen, ergeben. Lebensmittelqualität und -sicherheit durch die gesamte Lieferkette sind auch weiterhin die höchsten Prioritäten des Konzerns. Die Bereiche Quality Assurance (Qualitätssicherung) und Supply Chain (Lieferkette) kümmern sich sorgfältigst um Fragen der Qualität und Lebensmittelsicherheit für die gesamte Lieferkette in allen Absatzmärkten und erbringen auch professionelle Dienstleistungen an den Hauptkunden. Die Verfahren und Kompetenzen des Konzerns für die Sicherstellung konstanter Lebensmittelqualität und -sicherheit in allen Absatzmärkten stellen einen wichtigen Wettbewerbsvorteil dar, der von Wettbewerbern nicht leicht nachgebildet werden kann. Mehrere Skandale im Lebensmittelsektor und die erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit in Bezug auf Arbeitsbedingungen und das Tierwohl in der Fleischindustrie stellen die Schlachtindustrie vor permanente Herausforderungen an die eigenen Qualitätsstandards, die Mitarbeiterqualifikation wie auch die Mitarbeitergewinnung. OSI hat alle notwendigen Schritte eingeleitet, um in der Vergangenheit aufgetretene Schwachstellen in den Schlacht- und Zerlegebetrieben durch bauliche, kontrollseitige und personelle Maßnahmen nachhaltig abzustellen. Die Lebensmittelproduktion im Konzern unterliegt auch weiterhin einem hohen Qualitätsstandard und regelmäßigen Kontrollen der Arbeitsbedingungen und Einhaltung der internen und externen Vorschriften durch Dritte. Wesentliche Risiken im Konzern ergeben sich hauptsächlich in den folgenden Bereichen:
Der Konzern verfügt über Standardbetriebsverfahren, die alle Bereiche seines Geschäfts einschließlich Produktion, Produktqualität, Temperaturüberwachung und Logistik, Mikrobiologie, Metalldetektion, Verpackung und Kennzeichnung abdecken. Die OSI Group verfügt über ein "Global Quality Expectations-Document", das Standardbetriebsverfahren und Qualitätsrichtlinien für die Konzernbetriebe vorsieht. Der Konzern wendet die gleichen Standards auch für Lieferanten an, an denen er nicht beteiligt ist bzw. die nicht von ihm kontrolliert werden. Alle externen Lieferanten müssen bestimmte Leistungsanforderungen erfüllen, damit sie in die Liste der genehmigten Lieferanten ("Approved Supplier List") aufgenommen werden, eine Voraussetzung, um Fleisch und sonstige Rohstoffe an den Konzern zu liefern. Alle genehmigten Lieferanten werden einem strengen Prüfverfahren unterzogen, das sicherstellt, dass sie die Produktionsstandards des Konzerns erfüllen und dass sie vollumfänglich lokale Lebensmittelgesetze beachten. Dieses Prüfverfahren wird mindestens einmal alle zwölf Monate durchgeführt, um eine kontinuierliche Einhaltung nach den vorgegebenen Länderauflagen, in dem die Lebensmittel produziert werden, und für das Land, in dem die Lebensmittel konsumiert werden, sicherzustellen. Das Prüfverfahren überprüft Faktoren wie z. B. Gefahrenanalyse und kritische Lenkungspunkte ("Hazard Analysis & Critical Control Points" - "HACCP"), ein Managementsystem, bei dem Lebensmittelsicherheit durch die Analyse und Kontrolle biologischer, chemischer und körperlicher Gefahren von der Rohstoffproduktion, Beschaffung und Logistik bis zur Verarbeitung und dem Vertrieb des fertigen Produkts behandelt werden. Die Prüfung stellt auch sicher, dass ein sachgerechtes Herstellungsverfahren ("Good Manufacturing Practices" - "GMP") aufrechterhalten wird, dass alle gelieferten Rohstoffe zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden können, dass Tierschutzstandards durchgesetzt, Bio-, Sicherheits- und Arzneimittelrückstandskontrollen durchgeführt sowie Temperatur- und Altersgrenzen für eingehende Rohstoffe eingehalten werden, dass keine verbotenen Zusatzstoffe und/oder Konservierungsstoffe und Antibiotika verwendet sowie Verpackungs- und Transportanforderungen zur Vermeidung von Verunreinigungen eingehalten werden. Zusätzlich zu den internen Prüfungen, die der Konzern durchführt, um eine Einhaltung der Global Quality Expectations der OSI Group sicherzustellen, unterliegen die Betriebe des Konzerns regelmäßigen Prüfungen durch Kunden, amtlichen Prüfungen und Prüfungen durch Dritte. 4.2.2 Liquidität Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 entsprechend der Restlaufzeit zum Bilanzstichtag.
Die Struktur der Verbindlichkeiten hat sich im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr deutlich verändert. Zur Finanzierung der Investitionen, insbesondere der Akquisition im Jahr 2023, wurden die externen Darlehen deutlich erhöht (TEUR +91.898). Dagegen konnten die konzerninternen Verbindlichkeiten etwas reduziert werden. Der Konzern ist hauptsächlich innerhalb der Europäischen Union tätig und der Euro ist die funktionale Währung des Konzerns. Soweit nötig, vereinbart der Konzern Fremdkapitalaufnahmen in der jeweiligen Landeswährung oder schließt Devisentermingeschäfte zur Minderung von Währungsrisiken ab. Der Konzern ist jedoch trotzdem weiterhin Währungsrisiken ausgesetzt. Währungsrisiken entstehen hauptsächlich aus Nettoinvestitionen in ausländische Betriebe, die auf Basis einer Währung abgewickelt werden, die nicht der funktionalen Währung des Konzerns entspricht und Rohstoffimporten, die in US-Dollar in Rechnung gestellt werden. Das Zinsänderungsrisiko des Konzerns liegt in langfristigen Fremdkapitalaufnahmen. Kredite mit variablem Zinssatz setzen die Gesellschaft zinsbedingten Cashflow-Risiken aus. Der Konzern unterliegt beim Erwerb von rohem zerlegtem Fleisch für das Verarbeitungsgeschäft den Marktbedingungen für Lebendrinder, -schweine und -geflügel und den zugehörigen Futtermitteln. In bestimmten Fällen ermöglichen die mit dem Hauptkunden und anderen Großkunden abgeschlossenen Preisvereinbarungen eine entsprechende Anpassung an Marktentwicklungen über die Preisgestaltung. Ein Bonitätsrisiko entsteht sowohl aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, derivativen Finanzinstrumenten und Guthaben bei Banken und Finanzinstituten als auch aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das FRMC steuert weltweit die Risiken in Zusammenhang mit Banken, Finanzinstituten und Geschäftspartnern, indem diese eine bestimmte Mindestbonität vorweisen müssen. Der Konzern schätzt das Kundenausfallrisiko durch individuelle Kundenbeurteilungen, unter Berücksichtigung ihrer Vermögenslage, Erfahrungen aus der Vergangenheit und sonstiger Faktoren ein. Auf der Grundlage von internen und externen Bonitätsprüfungen in Übereinstimmung mit den Vorgaben des FRMC werden individuelle Kreditobergrenzen für einzelne Kunden eingerichtet. Die Inanspruchnahme dieser Kreditobergrenzen wird regelmäßig überwacht. Insgesamt ist die Gesellschaft nur geringfügig Kreditrisiken hinsichtlich Kunden ausgesetzt, da sie einen Großteil der Umsätze mit einem Hauptkunden, einem Unternehmen mit einer starken globalen Präsenz und einer soliden Finanzlage tätigt und die übrigen Geschäfte zum Großteil durch eine Kreditausfallversicherung abgesichert sind. Die Sicherstellung der Liquidität erfordert, dass hinreichend Zahlungsmittel und Finanzierungsmöglichkeiten vorgehalten werden, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Liquiditätsrisiken werden unter gemeinsamer Verantwortung der Gesellschaft und des FRMC gesteuert. Der Konzern stellt durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Zahlungsströme und Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und -Verbindlichkeiten die Liquidität im Tagesgeschäft für den Mittelbedarf im Working Capital und für Investitionen in Sachanlagen sicher und das FRMC ist für die Verfügbarkeit der Mittel über angemessene und zugesagte Kreditlinien verantwortlich. 4.2.3 Versicherung Durch den Abschluss eines breiten Portfolios an Versicherungen, wie zum Beispiel allgemeiner Betriebshaftpflicht-, Produkthaftpflicht-, Kraftfahrzeughaftpflicht-, Produktkontaminations-, Umwelthaftpflicht- und Kühlgutversicherungen, werden mögliche Ansprüche aus Sach-, Personen- und Vermögensschäden wirksam und in der Weise begrenzt, dass sich hieraus nicht unmittelbar bestandsgefährdende Risiken für den Konzern ergeben können. Der umfassende Versicherungsschutz hinsichtlich Sach- und Betriebsunterbrechung gewährleistet einen Wiederaufbau von Produktionsanlagen und begrenzt finanzielle Schäden durch eine Betriebsunterbrechung. Die folgende Tabelle fasst die Risiken, denen sich der Konzern ausgesetzt sieht, zusammen und gibt eine Einschätzung der Auswirkungen auf den Konzern, der Wahrscheinlichkeit des Risikoeintritts und des vom Konzern getragenen Gesamtrisikos:
4.3 Umwelt Der Konzern erfüllte im Geschäftsjahr 2023, wie auch für die nachfolgende Zeit bis zum Berichtszeitpunkt, sämtliche Umweltschutzauflagen und -anforderungen, die in Produktionsprozessen und bei der Verpackung von hergestellten Produkten zu berücksichtigen sind. Im Herstellungsprozess unserer Produkte fallen keine umweltgefährdenden Abfälle an. Der Strom- und Wasserverbrauch der Produktionsstätten entspricht dem mittelständischer Unternehmen. Während des Betriebs der Produktionsstätten in 2023 ergaben sich keine Erkenntnisse über etwaige verursachte Umweltschäden. Hinsichtlich des Fleisch- und Fleischwarenhandels bestehen außer allgemeinen Anforderungen, wie zum Beispiel an die Beschaffenheit von verwendeten Umverpackungen, keine besonderen Umweltauflagen. Es wurden bis zum Berichtszeitpunkt keine Umweltrisiken bekannt, die die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussen könnten. 4.4 Chancen und Erfolgspotenziale Der Konzern verfügt traditionell über eine langjährige Erfahrung in der Produktion und der Vermarktung von Fleisch und Fleischwaren sowie Convenience-Produkten. Der zunehmenden Handelskonzentration begegnet der Konzern mit einer entsprechenden Bereitschaft die marktführenden Handelsketten sowohl im In- als auch im Ausland zu beliefern. Die Intensivierung der vertikalen Integration innerhalb der Supply Chain des Konzerns, um alle wichtigen Kunden zu unterstützen, stellt einen wesentlichen Bestandteil der Konzernstrategie für nachhaltiges Wachstum in der Zukunft dar. Der Konzern verfügt aufgrund der langjährigen Erfahrung im Bereich Lebensmittelherstellung und aufgrund von Investitionen in hochmoderne Maschinen über die Voraussetzungen zur Entwicklung neuer Marktsegmente für Convenienceprodukte und erwartet diesbezüglich unverändert eine steigende Marktnachfrage für Qualitätsprodukte aus regionalen Rohstoffen und standardisierte Dienstleistungen und Produkte. Der Konzern ist der Ansicht, dass es bei den bestehenden Betriebsstätten die Möglichkeit sowohl für operative und organisatorische Effizienzsteigerungen gibt, die nach Umsetzung zu einer noch konkurrenzfähigeren Kostenstruktur auf dem Markt führen werden. Der Konzern sieht die Möglichkeit, seine Produktpalette für die bestehenden und potenziellen Kunden durch seine eigene langjährige Erfahrung im Fleisch- und Produkthandel und die weitere Nutzung seines bestehenden geschäftlichen Netzwerkes mit seinen Geschäftspartnern auszuweiten. Aufgrund der langen Beziehung zum Hauptkunden sieht der Konzern die Möglichkeit, sein Geschäft durch das Angebot eines breiteren Sortiments von neuen Produkten aus der Produktentwicklung des Konzerns zu erweitern. Auch das Wachstum des Hauptkunden wird dazu beitragen. Der Konzern kann seinen Absatz und seine Wettbewerbsfähigkeit dadurch weiter ausbauen, indem er die Vorteile der vertikalen Integration noch stärker nutzt. Diese wird einen besseren Zugang zu Rohstoffmärkten, eine verbesserte Kostenstruktur und einen Wettbewerbsvorteil im Hinblick auf Produktsicherheit und Nachhaltigkeit erlauben. Da der Konzern seine eigenen Produktionsanlagen in mehreren strategischen europäischen Ländern betreibt, sieht sich der Konzern in einer einzigartigen Position, eine voll kontrollierte Lieferkette vom Landwirt bis zum Endkunden in zahlreichen Ländern mit nachhaltiger Lieferung von regionalen Rohstoffen anzubieten. Die Trends im Markt gehen zurzeit in Richtung regionaler Lieferung von qualitativ hochwertigen Produkten mit geringer Vorbereitungszeit. Die Fortsetzung dieses Trends stellt eine Chance für den Konzern dar. 5. DARSTELLUNG FINANZIELLER UND NICHT-FINANZIELLER LEISTUNGSINDIKATOREN IN DER GESCHÄFTSTÄTIGKEITSANALYSEDie Finanzinformationen und Leistungskennzahlen, mit denen das Geschäft des Konzerns geführt und überwacht werden, werden für die Ist-Zahlen 2022 und 2023 im Folgenden zusammengefasst:
(3) Ergebnis vor Ertragsteuern.
(4) EBITDA abzüglich Investitionen und
Veränderung des Working Capital.
(5) EBITDA Rendite auf eingesetztes
Bruttokapital (Sachanlagen).
Die Geschäftsentwicklung und die Einschätzung der Ertragslage des Konzerns werden im Wesentlichen auf Basis der Kennzahlen EBITDA, Rendite auf das eingesetzte Bruttobetriebskapital (ROCGE) und Free Cashflow (FCF) beurteilt. Steigende Fleischpreise, insbesondere in Zusammenhang mit globalen Entwicklungen, zusammen mit steigenden Lohn- und Energiekosten üben weiterhin Druck auf die Ertragslage der Unternehmen der Lebensmittelbranche aus. Daneben zeigen sich Unsicherheiten insbesondere aufgrund des geringfügigen Wirtschaftswachstums in Europa, des unabsehbaren Kriegsverlaufs in der Ukraine und grundsätzlich steigenden Anforderungen der Kunden an fleischverarbeitende Unternehmen hinsichtlich Tierwohl und Mitarbeiterschutz. Die an dieser Stelle im Vorjahr abgegebene Umsatzprognose wurde um MEUR -224. (~ -10 %) verfehlt. Der weiterhin andauernde Krieg in der Ukraine und unvermindert hohe Inflation führte zu einem angepassten Konsumentenverhalten und hatte Umsatzeinbußen zur Folge. Diese konnten im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres nicht kompensiert werden. Während das Produktionsvolumen in 2023 infolge der Aufhebung der pandemiebedingten Beschränkungen zunahm, verlagerte sich der Verbrauch von höherpreisigem Eiweiß auf preiswertere Teilstücke und Eiweißvarianten. Die Rohstoffpreise stiegen beträchtlich an und waren aufgrund von Problemen in der globalen Versorgungskette stärker schwankend, was die Gewinnspannen mitunter unter Druck setzte. Dank der Konzentration auf den Betrieb und die Ausgaben konnte OSI dennoch eine Verbesserung seines Leistungsniveaus erzielen. Auf Basis der operativen Planung und unter Berücksichtigung der bisherigen Geschäftsentwicklung in 2024 geht der Konzern von einem Umsatzwachstum und bei den meisten Leistungsindikatoren von ähnlichen Niveaus im Vergleich zum Vorjahr 2023 aus. Konkret wird in Bandbreiten prognostiziert, für Nettoumsatzerlöse MEUR 2.007 - MEUR 2.224, für EBITDA MEUR 120 - MEUR 133 sowie für Cashflow aus dem operativen Geschäft MEUR 76 - MEUR 84. Neben den Finanzindikatoren haben die folgenden nicht-finanziellen Leistungsindikatoren Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und den Erfolg des Konzerns: Qualifikation der Mitarbeiter: Mitarbeiter des Konzerns sind ein wesentlicher Teil des Kapitals des Unternehmens. Die Branchenkenntnis der Mitarbeiter und ihr ständiger Einsatz für den Konzern tragen entscheidend zum Erfolg des Konzerns bei. Mitarbeiter - von denen die meisten langjährig beschäftigt sind - nehmen an laufenden Fortbildungen in allen Funktionsbereichen, wie Produktion, Produktqualität, Temperaturüberwachung und Logistik, Mikrobiologie, Metalldetektion, Verpackung und Kennzeichnung, teil und werden sowohl intern als auch extern auf Einhaltung überwacht. Qualitätsmanagement: Das Qualitätsmanagementsystem des Konzerns umfasst sowohl die Qualität und die Sicherheit der Produkte als auch die Sicherstellung der laufenden Einhaltung durch interne und externe Überprüfungen und Zertifizierungen. Personal- und Sozialbereich: Der Konzern verzeichnete einen leichten Anstieg der Personalzahlen. Der durchschnittliche Personalstand für die Jahre 2023 und 2022 stellt sich wie folgt dar:
6. GESAMTAUSSAGE DER KONZERNLEITUNG ZUR VORAUSSICHTLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG - PROGNOSEDie Aktivitäten des Konzerns in der Ukraine sind direkt durch den Krieg betroffen. Die lokalen Betriebe Kazatin Meat Plant und OSI Food Solutions sind beide am selben Standort, aber nicht in unmittelbarer Nähe der Kampfhandlungen. Seit Ende 2022 wird in den beiden ukrainischen Betrieben unter Beachtung der aktuellen Sicherheits- und Geschäftslage zur Unterstützung unserer Mitarbeiter und Kunden produziert. Die OSI Betriebsanlagen sind physisch nicht beeinträchtigt. Im Werk von OSI Food Solutions in Enns, Österreich konnte zum Ende des zweiten Quartals 2024 eine neue moderne Produktionslinie in Betrieb genommen werden. Mittels dieser Erweiterung der sehr modernen ausgestatteten Produktionsstätte wird zukünftig zusätzliches Absatzvolumen zur effizienten Unterstützung der OSI Wachstumsstrategie produziert. Infolge des Erwerbs der CPI Quality B.V. in 2023 führt der Konzern eine Integration der zugehörigen Tochterunternehmen durch und wird hierbei die Möglichkeiten der vertikalen Integration bestmöglich nutzen. Die in Abschnitt 5 dargestellten Planzahlen für 2024 berücksichtigen individuelle Chancen und Risiken auf Grundlage der mittelfristigen Planung der einzelnen Geschäftsbereiche und werden durch langjährige Erfahrung und Erwartungen zur Entwicklung des Lebensmittelmarkts, die von unabhängigen Instituten vorgenommen wurden, gestützt. Darüber hinaus wurden die Plandaten für 2024 auf Grundlage von Abnahmemengen und anderen operativen Annahmen, die von wichtigen Kunden bereitgestellt wurden, erstellt. Die geplanten Absatzmengen berücksichtigen länderspezifische Wachstumsraten (Produktmix, Standardvolumina und Promotionen). Das Budget wurde unter Verwendung von konstanten Wechselkursen, stabilen Mitarbeiterzahlen und der Annahme fortwährender Kostenerhöhungen als Resultat volatiler Rohstoffmärkte und übergeordneter Inflationsentwicklung erstellt. Ebenso liegen kompensierend Verfahrensverbesserungen, Kosteneinsparungsprogramme und erhöhte Absatzpreise als Annahme zugrunde. Im Budget schlägt sich die Erwartung nieder, durch die getätigten Investitionen und die Konsolidierung der Produktion positive Effekte auf die Ertragslage zu erreichen. Weitere vom Konzern ergriffene Maßnahmen, wie die Ausweitung der Produktions- und Vertriebskapazitäten und der kontinuierliche Ausbau der strategischen Zusammenarbeit mit Partnern sollen im Übrigen dazu beitragen. Insgesamt geht der Konzern von steigenden Nettoumsatzerlösen bei stabilen Margen aus.
Gersthofen, Deutschland, 5. Juli 2024 OSI Foods GmbH & Co. KG Laurence Uzureau, Geschäftsführerin der OSI Germany Verwaltungs GmbH, persönlich haftender Gesellschafter Inhalt Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnis Kapitalflussrechnung Eigenkapitalveränderungsrechnung Anhang zum Konzernabschluss Konzernbilanz für das Geschäftsjahr 2023
Der beigefügte Anhang stellt einen Bestandteil dieses Konzernabschlusses dar. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023
Der beigefügte Anhang stellt einen Bestandteil dieses Konzernabschlusses dar. Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2023
Der beigefügte Anhang stellt einen Bestandteil dieses Konzernabschlusses dar. Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr 2023
Der beigefügte Anhang stellt einen Bestandteil dieses Konzernabschlusses dar. Konzernanhang für das Geschäftsjahr 20231. Allgemeine AngabenDie OSI Foods GmbH & Co. KG ("die Gesellschaft" oder "OSI Foods") wurde am 26. September 2002 als Personengesellschaft in Deutschland gegründet und hat ihren eingetragenen Sitz seit 15.01.2018 in 86368 Gersthofen, Senefelder Str. 17a, Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handelsregister A des Amtsgerichts Augsburg unter der Nummer HRA 19434 eingetragen. Gesellschafter sind die OSI International Inc., die Leges Corporation sowie die Gerlen Corporation, alle verbundene Unternehmen mit Sitz unter der gleichen Adresse wie die OSI Group, LLC ("OSI Group"), eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung ansässig in den Vereinigten Staaten in 1225 Corporate Boulevard, Aurora, Illinois, und oberstes Mutterunternehmen der Gesellschaft. Der Konzernabschluss des obersten Mutterunternehmens wird nicht veröffentlicht. Die Gesellschaft wird durch die geschäftsführende Komplementärin, die OSI Germany Verwaltungs-GmbH, Gersthofen, Deutschland, bzw. deren alleinige Geschäftsführerin Laurence Uzureau (ab 19.04.2024), vertreten. Bis zum 19.04.2024 erfolgte die Vertretung der OSI Germany Verwaltungs-GmbH durch Sherry DeMeulenaere. Die OSI Germany Verwaltungs-GmbH verfügt über ein Stammkapital in Höhe von TEUR 102. Das Geschäftsjahr der Gesellschaft ist das Kalenderjahr. Die Gesellschaft ist das Mutterunternehmen von Unternehmen und zugehörigen Holdinggesellschaften, die in der Verarbeitung von Fleisch- und Komplementärprodukten tätig sind. Die Unternehmensgruppe verarbeitet hauptsächlich rohes zerlegtes Fleisch, nach spezifischen Kundenvorgaben zu einer Vielzahl gekochter und gefrorener Produkte wie z.B. Rindfleischpatties, Schweinefleischpatties, Schinkenprodukte und Hähnchenprodukte. Diese Produkte werden an die Restaurantkette des Hauptkunden, den Lebensmitteleinzelhandel und andere Nahrungsmittel-Dienstleister in Europa verkauft. 2. Grundlagen und Methoden2.1. Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses Der Konzernabschluss wurde nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag in der EU anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und den ergänzenden Vorschriften des § 315e HGB erstellt. Der Konzernabschluss wurde unter der Prämisse des Going-Concern- und des Anschaffungskostenprinzips aufgestellt. Neben der Konzernbilanz sowie der Konzerngesamtergebnisrechnung werden die Konzernkapitalflussrechnung und die Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung erstellt. Für die Konzerngesamtergebnisrechnung ist das Umsatzkostenverfahren angewendet worden. Die Berichtswährung ist Euro. Alle Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, soweit nichts Anderes vermerkt ist. Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben aufgrund kaufmännischer Rundung Differenzen auftreten können. 2.2. Konsolidierungsmethoden 2.2.1 Tochterunternehmen Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, die vom Konzern beherrscht werden. Der Konzern beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn er die Verfügungsgewalt über das Unternehmen besitzt, eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf variable Rückflüsse aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen, und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der variablen Rückflüsse des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Gesellschaft Beherrschung über das Unternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch die Gesellschaft endet, in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen entsprechend vom tatsächlichen Erwerbszeitpunkt bzw. bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Konzern-Ergebnis erfasst. Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses sind den Gesellschaftern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzuordnen. Das gilt selbst dann, wenn dies dazu führt, dass die nicht beherrschenden Gesellschafter einen Negativsaldo aufweisen. Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden Methoden anzugleichen. Alle konzerninternen Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Cash-Flows im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Konzern-Unternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert. Erwerb von Tochterunternehmen Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Gegenleistung für den Erwerb entspricht den beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte, der durch die Gesellschaft ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der von den früheren Eigentümern des erworbenen Tochterunternehmens übernommenen Schulden zum Erwerbszeitpunkt. Außerdem beinhaltet die Gegenleistung die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzten Vermögenswerte oder Schulden, die aus vereinbarten bedingten Gegenleistungen resultieren. Mit dem Unternehmenserwerb verbundene Kosten werden in den Perioden aufwandswirksam erfasst, in denen sie anfallen. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare erworbene Vermögenswerte sowie übernommene Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei Zugang mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss der Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und dem beizulegenden Zeitwert des zuvor vom Erwerber gehaltenen Eigenkapitalanteils an dem erworbenen Unternehmen (sofern gegeben) über den Saldo der zum Erwerbszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und der übernommenen Schulden. Für den Fall, dass sich - auch nach nochmaliger Beurteilung - ein negativer Unterschiedsbetrag ergibt, wird dieser unmittelbar als Ertrag erfolgswirksam erfasst. Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet die Gesellschaft auf individueller Basis, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden. Etwaige durch die Gesellschaft zu leistende bedingte Gegenleistungen werden zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung innerhalb des Bewertungszeitraumes werden rückwirkend korrigiert und entsprechend gegen den Geschäfts- oder Firmenwert gebucht. Berichtigungen während des Bewertungszeitraums sind Anpassungen, um zusätzliche Informationen über Fakten und Umstände widerzuspiegeln, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden. Der Bewertungszeitraum darf ein Jahr vom Erwerbszeitpunkt nicht überschreiten. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer als Vermögenswert oder als Verbindlichkeit eingestuften bedingten Gegenleistung, die keine Berichtigungen während des Bewertungszeitraumes darstellen, werden nach IFRS 9 bewertet und entweder im Gewinn oder Verlust oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Veränderungen bei nicht beherrschenden Anteilen ohne Verlust der Beherrschung Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen ohne Verlust der Beherrschung werden als Transaktionen mit den Eigentümern des Konzerns, die in ihrer Eigenschaft als Eigentümer handeln, bilanziert. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils entstehender Unterschiedsbetrag zwischen dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten Leistung und dem erworbenen Anteil am Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Gewinne und Verluste, die bei der Veräußerung an nicht beherrschende Anteilseigner entstehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst. Veräußerung von Tochterunternehmen Wenn die Gesellschaft die Beherrschung über ein Tochterunternehmen verliert, wird der Entkonsolidierungsgewinn oder -verlust erfolgswirksam erfasst. Dieser ermittelt sich aus der Differenz zwischen (i) dem Gesamtbetrag des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung und dem beizulegenden Zeitwert der zurückbehaltenen Anteile und (ii) dem Buchwert der Vermögenswerte (einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts), der Schulden des Tochterunternehmens und aller nicht beherrschenden Anteile. Darüber hinaus werden alle bisher im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Tochterunternehmen so bilanziert, als ob der Konzern die entsprechenden Vermögenswerte oder Schulden direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass zuvor im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge ergebniswirksam in den Gewinn oder Verlust umgegliedert oder direkt in die Gewinnrücklagen übertragen werden. 2.2.2 Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen Assoziierte Unternehmen sind alle Unternehmen, auf die der Konzern maßgeblichen Einfluss, aber keine Beherrschung ausübt. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Unternehmens, an der die Beteiligung gehalten wird, mitzuwirken. Dabei liegt weder Beherrschung noch gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse vor. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien, die gemeinsam Beherrschung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung haben. Gemeinschaftliche Führung ist die vertraglich vereinbarte, gemeinsam ausgeübte Führung einer Vereinbarung. Diese ist nur dann gegeben, wenn Entscheidungen über die maßgeblichen Tätigkeiten die einstimmige Zustimmung der an der gemeinschaftlichen Führung beteiligten Parteien erfordern. Die Ergebnisse, Vermögenswerte und Schulden von assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen sind in diesem Abschluss unter Verwendung der At-Equity-Methode einbezogen, außer wenn die Anteile als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert werden. In diesem Fall wird nach Maßgabe von IFRS 5 zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche bilanziert. Nach der Equity-Methode sind Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen mit ihren Anschaffungskosten in die Konzernbilanz aufzunehmen, die um Veränderungen des Anteils des Konzerns am Gewinn oder Verlust und am sonstigen Ergebnis des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens nach dem Erwerbszeitpunkt angepasst werden. Verluste eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens, die den Anteil des Konzerns an diesem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen übersteigen, werden nicht erfasst. Eine Erfassung erfolgt lediglich dann, wenn der Konzern rechtliche oder faktische Verpflichtungen zur Verlustübernahme eingegangen ist bzw. Zahlungen an Stelle des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens leistet. Eine Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen oder einem Gemeinschaftsunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Voraussetzungen für ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen vorliegen, nach der Equity-Methode bilanziert. Jeglicher Überschuss der Anschaffungskosten des Anteilserwerbs über den erworbenen Anteil an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden wird als Geschäfts- oder Firmenwert erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist Bestandteil des Buchwertes der Beteiligung und wird nicht separat auf das Vorliegen einer Wertminderung geprüft. Gemäß IAS 28.41A-41C ist zu bestimmen, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung der Nettoinvestition in das assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen vorliegen. Liegen Indikatoren für eine Wertminderung vor, wird der Beteiligungsbuchwert nach den Vorschriften des IAS 36 auf Werthaltigkeit getestet. Dazu wird der erzielbare Betrag, d.h. der höhere Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, der Beteiligung mit ihrem Beteiligungsbuchwert verglichen. Der ermittelte Wertminderungsbedarf wird gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet. Eine Aufteilung des Wertminderungsaufwands auf die im Buchwert des Anteils enthaltenen Vermögenswerte einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht vorgenommen. Sofern der erzielbare Betrag in Folgejahre wieder ansteigt, wird in Übereinstimmung mit IAS 36 eine Wertaufholung vorgenommen. Der Konzern beendet die Anwendung der Equity-Methode ab dem Zeitpunkt, an dem seine Beteiligung kein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen mehr darstellt oder die Beteiligung nach IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten zu klassifizieren ist. Behält der Konzern einen Anteil am ehemaligen assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen zurück und stellt dieser Anteil einen finanziellen Vermögenswert im Sinne des IFRS 9 dar, so wird er zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung mit seinem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Differenz zwischen dem vorherigen Buchwert des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens zum Zeitpunkt der Beendigung der Equity-Methode und dem beizulegenden Zeitwert eines zurückbehaltenen Anteils und jeglichen Erlösen aus dem Abgang eines Teils der Anteile an dem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen ist bei der Bestimmung des Veräußerungsgewinns/-verlusts zu berücksichtigen. Zusätzlich bilanziert der Konzern alle bezüglich dieses assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens bislang im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge so, wie es verlangt würde, wenn das assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen direkt die Vermögenswerte oder Schulden verkauft hätte. Demzufolge ist bei Beendigung der Equity-Methode ein Gewinn oder Verlust, der vom assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen bislang im sonstigen Ergebnis erfasst und bei Verkauf der Vermögenswert oder Schulden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert würde, vom Konzern aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern. Wird die Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen zu einer Beteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen oder umgekehrt, wendet der Konzern die Equity-Methode weiter an und nimmt keine Neubewertung zum beizulegenden Zeitwert aufgrund der Änderung der Art der Beteiligung vor. Sofern sich die Beteiligungsquote des Konzerns an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen ändert, aber der Konzern weiterhin die Equity-Methode anwendet, wird der Teil des zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinns oder Verlusts, der auf die Verringerung der Beteiligungsquote entfällt, aufwands- oder ertragswirksam umgegliedert, falls dieser Gewinn oder Verlust bei der Veräußerung der dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden aufwands- oder ertragswirksam umgegliedert werden müsste. 2.3. Fremdwährung Bei der Aufstellung der Abschlüsse jedes einzelnen Konzernunternehmens werden Geschäftsvorfälle, die auf andere Währungen als die funktionale Währung des Konzernunternehmens (Fremdwährungen) lauten, mit den am Tag der Transaktion gültigen Kursen umgerechnet. An jedem Abschlussstichtag werden monetäre Posten in Fremdwährung mit dem gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Nicht- monetäre Posten in Fremdwährung, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden mit den Kursen umgerechnet, die zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes Gültigkeit hatten. Zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertete nicht-monetäre Posten werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der erstmaligen bilanziellen Erfassung umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten werden erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie auftreten. Davon ausgenommen sind:
Zur Aufstellung eines Konzernabschlusses werden die Vermögenswerte und Schulden der Geschäftsbetriebe des Konzerns in Euro umgerechnet, wobei die am Abschlussstichtag gültigen Wechselkurse herangezogen werden. Erträge und Aufwendungen werden zum Durchschnittskurs der Periode umgerechnet, es sei denn, die Umrechnungskurse während der Periode unterlagen starken Schwankungen. In diesem Fall finden die Umrechnungskurse zum Zeitpunkt der Transaktion Anwendung. Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Geschäftsbetriebe in Konzernwährung werden im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital angesammelt. Bei der Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebes werden alle angesammelten Umrechnungsdifferenzen, die dem Konzern aus diesem Geschäftsbetrieb zuzurechnen sind, in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Dabei werden folgende Transaktionen als Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebs angesehen:
Werden Teile eines Tochterunternehmens, das einen ausländischen Geschäftsbetrieb einschließt, veräußert, ohne dass es zu einem Verlust der Beherrschung kommt, wird der Anteil am Betrag der Umrechnungsdifferenzen, der auf den veräußerten Anteil entfällt, ab dem Veräußerungszeitpunkt den nicht beherrschenden Anteilen zugerechnet. Bei einer teilweisen Veräußerung von Anteilen an assoziierten Unternehmen oder gemeinsamen Vereinbarungen ohne Statuswechsel wird der entsprechende Anteil am Betrag der Umrechnungsdifferenzen hingegen erfolgswirksam umgegliedert. Ein aus dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehender Geschäfts- oder Firmenwert sowie Anpassungen an die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden werden als Vermögenswerte oder Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Resultierende Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Die für die Umrechnung verwendeten Wechselkurse der wesentlichen Währungen im Konzern ergeben sich aus folgender Tabelle:
3. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze3.1 Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS IC haben die folgenden Standards und Interpretationen geändert, die für das Geschäftsjahr 2023 verpflichtend anzuwenden sind:
Der Konzern hat alle ab dem 1. Januar 2023 verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen umgesetzt. Aus der Anwendung der erstmals anzuwendenden Standards ergab sich keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss. 3.1.1 Neue Rechnungslegungsvorschriften mit EU-Endorsement Die folgenden vom International Accounting Standards Board (IASB) neu herausgegebenen bzw. geänderten Rechnungslegungsvorschriften, die von der EU bereits in geltendes Recht übernommen worden sind, sind erst nach dem Bilanzstichtag verpflichtend anzuwenden. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung wurde nicht vorgenommen und ist derzeit nicht geplant.
Aus der Anwendung der vorstehend gelisteten Änderungen an bestehenden Standards, die bereits in EU-Recht übernommen worden sind und erstmalig in Geschäftsjahren anzuwenden sind, die nach dem 31. Dezember 2023 beginnen, erwartet die Gruppe keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. 3.1.2 Neue Rechnungslegungsvorschriften ohne EU-Endorsement Des Weiteren wurden durch das IASB folgende neue Standards bzw. Änderungen bestehender Standards veröffentlicht, die zum Zeitpunkt der Freigabe dieses Konzernabschlusses noch nicht von der EU in geltendes Recht übernommen wurden. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung wurde nicht vorgenommen und ist derzeit nicht geplant.
Die Auswirkungen der vorstehend gelisteten neuen Standards bzw. Änderungen bestehender Standards, die bislang nicht in EU-Recht übernommen worden sind, werden derzeit noch geprüft. Bislang erwartet die Gruppe jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. 3.2 Umsatzrealisierung Die Umsatzrealisierung basiert auf dem Grundprinzip, dass Erlöse in Höhe der Gegenleistung erst dann zu erfassen sind, wenn die Kontrolle der zugesagten Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wird. Dabei sind die vertraglichen Bestimmungen sowie alle relevanten Fakten und Umstände zu berücksichtigen. Grundsätzlich erfolgt die Bilanzierung auf Einzelvertragsebene mit einem Kunden, sofern nicht die Vereinbarungen für die Zusammenlegung von Verträgen erfüllt sind. Die Regelungen des Standards IFRS 15 werden auf ähnlich ausgestaltete Verträge und unter ähnlichen Umständen einheitlich angewandt. Bedingt durch das Geschäftsmodell des Konzerns werden die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern und der Erbringung von Dienstleistungen zeitpunktbezogen realisiert. Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung bewertet und um Kundenrückgaben, Rabatte und andere Abzüge gekürzt. Die Preisvereinbarung mit einem Hauptkunden ermöglicht in einigen Fällen die Kostendeckung zuzüglich einer vereinbarten Marge. Gelegentlich weichen die dem Kunden in Rechnung gestellten Beträge von der vereinbarten Marge ab. Solche Beträge werden abgegrenzt, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf abgerechnet und sind in den Nettoumsatzerlösen enthalten. Die Zahlung des Transaktionspreises ist in der Regel innerhalb von 30 Tagen fällig. 3.3 Finanzergebnis Das Finanzergebnis enthält Ergebnisse aus At-Equity-bilanzierten Beteiligungen, Ab- und Zuschreibungen auf Finanzanlagen, Finanzaufwendungen aus Verbindlichkeiten, Zinsaufwendungen im Rahmen der Anwendung von IFRS 16, Dividenden sowie Zinserträge aus Forderungen. Der Zinsertrag wird ergebniswirksam nach der Effektivzinsmethode erfasst. Dividenden werden ergebniswirksam vereinnahmt, wenn ein Ausschüttungsbeschluss vorliegt. 3.4 Ertragssteuern Der Ertragssteueraufwand der Periode setzt sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen und wird erfolgswirksam erfasst, außer er betrifft Posten, die direkt im Eigenkapital ausgewiesen werden. In diesem Fall wird der Ertragssteueraufwand ebenfalls im Eigenkapital erfasst. Die Gesellschaft und einige ihrer Tochterunternehmen, die als Personengesellschaften firmieren, berücksichtigen ihr steuerliches Einkommen für körperschaft- und gewerbesteuerliche Zwecke zusammen mit dem ihrer Gesellschafter. Der laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der zum Bilanzstichtag geltenden Steuervorschriften der einzelnen Länder ermittelt, in denen die Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen tätig sind und zu versteuernde Erträge erwirtschaften. Die Geschäftsführung überprüft regelmäßig die Wertansätze in den Steuererklärungen im Hinblick auf auslegungsfähige Sachverhalte, und bildet - soweit erforderlich - angemessene Rückstellungen für zu erwartende Steuernachzahlungen an Finanzbehörden. Latente Steuern werden für alle temporären Differenzen zwischen Wertansätzen in der Steuerbilanz und den Ansätzen der Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss angesetzt (sog. "Liability Methode"). Entstehen jedoch im Rahmen eines Geschäftsvorfalls, der keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, latente Steuern aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld, die im Erfassungszeitpunkt keine Auswirkung auf den bilanziellen und den steuerlichen Gewinn oder Verlust haben, unterbleibt die Steuerabgrenzung. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften) bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder gesetzlich verabschiedet sind und zum Zeitpunkt der Realisierung des latenten Steueranspruchs bzw. der Begleichung der latenten Steuerschuld anwendbar sein werden. Latente Steueransprüche werden nur in dem Maße bilanziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können. Latente Steuern aus temporären Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen werden nicht angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen von der Gesellschaft bestimmbar ist und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zukunft nicht umkehren werden. 3.5 Immaterielle Vermögenswerte Separat erworbene immaterielle Vermögensgegenstände Separat, d.h. nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene, immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen erfasst. Erworbene Softwarelizenzen werden auf der Grundlage, der für ihren Erwerb und für die Ingangsetzung der Software angefallenen Kosten aktiviert. Kosten, die während der vorbereitenden Projektphase anfallen, werden als Aufwand erfasst. Kosten der Entwicklungsund Implementierungsphase, wie Personalkosten und zurechenbare Gemeinkosten, werden aktiviert. Wartungs- und Instandhaltungskosten werden aufwandswirksam erfasst. Einmal als Aufwand erfasste Kosten für Entwicklung und Implementierung werden in Folgeperioden nicht nachträglich aktiviert. Die planmäßige Abschreibung von aktivierter Software erfolgt linear über eine erwartete Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren ohne Berücksichtigung eines Restwertes. Die voraussichtliche Nutzungsdauer anderer immaterieller Vermögenswert, z.B. Vertriebs- und Franchiserechte sowie Patente beträgt 5 Jahre. Geschäfts- oder Firmenwert Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenserwerben werden nicht planmäßig abgeschrieben. Für Zwecke der Wertminderungsprüfung wird der Geschäfts- oder Firmenwert bei Erwerb von der Gesellschaft auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns aufgeteilt, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich auf seine Werthaltigkeit geprüft und zu Anschaffungskosten abzüglich kumuliertem Wertminderungsaufwand angesetzt. Eine einmal erfasste Wertminderung wird in Folgeperioden nicht aufgeholt. Wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierten Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, ist der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert eines jeglichen der Einheit zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts und dann anteilig den anderen Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte eines jeden Vermögenswertes im Verhältnis zum Gesamtbuchwert der Vermögenswerte innerhalb der Einheit zuzuordnen. Dafür ist der erzielbare Betrag der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenwerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, genauso wie einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und etwaiger kumulierter Wertminderungen bewertet. 3.6 Sachanlagen Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen ausgewiesen. Wesentliche Verbesserungen, die zur Verlängerung der Nutzungsdauer führen, werden aktiviert und in der Folge abgeschrieben. Reparatur- und Wartungsaufwendungen werden bei Entstehen aufwandswirksam erfasst. Bei Abgang des Vermögenswertes werden die Anschaffungskosten sowie die kumulierte Abschreibung ausgebucht und etwaige Gewinne oder Verluste erfolgswirksam erfasst. Der planmäßige Abschreibungsaufwand wird unter Verwendung der linearen Methode ermittelt. Mietereinbauten werden über die geschätzte Nutzungsdauer oder den kürzeren Mietzeitraum abgeschrieben. Die geschätzten Nutzungsdauern für Sachanlagen belaufen sich auf 10-33 Jahre für Grundstückserschließungen, Gebäude und Mietereinbauten, 3-15 Jahre für Maschinen und maschinelle Anlagen sowie Geschäftsausstattung und 3-5 Jahre für Kraftfahrzeuge. Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte der Sachanlagen dahingehend, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag der betreffenden Vermögenswerte ermittelt, um den Umfang einer eventuell vorzunehmenden Wertberichtigung festzustellen. Der erzielbare Betrag entspricht dabei dem um die möglichen Veräußerungskosten verminderten Zeitwert oder des Nutzungswerts, dabei ist für die Bilanzierung der höhere Wert maßgeblich. 3.7 Leasingverhältnisse Der Konzern beurteilt bei Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Konzern als Leasingnehmer Der Konzern erfasst und bewertet alle Leasingverhältnisse mit Ausnahme von kurzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverhältnissen, bei denen der zugrundeliegende Vermögenswert von geringem Wert ist. Er erfasst Verbindlichkeiten zur Leistung von Leasingzahlungen und Nutzungsrechte für das Recht auf Nutzung des zugrundeliegenden Vermögenswerts. Nutzungsrechte Der Konzern erfasst Vermögenswerte für gewährte Nutzungsrechte zum Bereitstellungsdatum. Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Anschaffungskosten von Nutzungsrechten entsprechen den korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten zzgl. etwaiger Wiederherstellungskosten, vermindert um anfängliche direkte Kosten sowie die bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen abzüglich aller etwaigen erhaltenen Leasinganreize. Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit und erwarteter Nutzungsdauer der Leasingverhältnisse wie folgt abgeschrieben:
Wenn das Eigentum an dem Leasinggegenstand am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern übergeht oder in den Kosten die Ausübung einer Kaufoption berücksichtigt ist, werden die Abschreibungen anhand der erwarteten Nutzungsdauer des Leasinggegenstands ermittelt. Zudem werden die Nutzungsrechte auf Wertminderungen überprüft. Leasingverbindlichkeiten Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern die Leasingverbindlichkeiten zum Barwert der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen. Die Leasingzahlungen beinhalten feste Zahlungen abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind. Die Leasingzahlungen umfassen ferner den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn hinreichend sicher ist, dass der Konzern sie auch tatsächlich wahrnehmen wird, und Strafzahlungen für eine Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Konzern die Kündigungsoption wahrnehmen wird. Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, werden in der Periode, in der das Ereignis oder die Bedingung, das bzw. die diese Zahlung auslöst, eingetreten ist, aufwandswirksam erfasst. Der Konzern bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass diese Option ausgeübt, oder der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option ausüben wird. Bei der Berechnung des Barwerts der Leasingzahlungen verwendet der Konzern soweit bekannt den Kalkulationszinssatz des Leasinggebers. Bei den Leasingverträgen, bei denen dieser Zins nicht bekannt ist, verwendet er seinen Grenzfremdkapitalzinssatz zum Bereitstellungsdatum. Der Grenzfremdkapitalzinssatz ist der Zinssatz, den der Konzern zahlen müsste, wenn er für eine vergleichbare Laufzeit mit vergleichbarer Sicherheit die Mittel aufnehmen würde, die er in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld für einen Vermögenswert mit einem dem Nutzungsrecht vergleichbaren Wert benötigen würde. Nach dem Bereitstellungsdatum wird der Betrag der Leasingverbindlichkeiten erhöht, um dem höheren Zinsaufwand Rechnung zu tragen, und verringert, um den geleisteten Leasingzahlungen Rechnung zu tragen. Zudem wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeiten bei Änderungen des Leasingverhältnisses, Änderungen der Laufzeit des Leasingverhältnisses, Änderungen der Leasingzahlungen (z.B. Änderungen künftiger Leasingzahlungen infolge einer Veränderung des zur Bestimmung dieser Zahlungen verwendeten Index oder Zinssatzes) oder bei einer Änderung der Beurteilung einer Kaufoption für den zugrundeliegenden Vermögenswert neu bewertet. Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt Der Konzern wendet auf seine kurzfristigen Leasingverträge über Immobilien und sonstige betriebliche Ausstattung die Erleichterungen für kurzfristige Leasingverhältnisse (d.h. Leasingverhältnisse, deren Laufzeit ab dem Bereitstellungsdatum maximal zwölf Monate beträgt und die keine Kaufoption enthalten) an. Er wendet außerdem auf Leasingverträge über Büroausstattungsgegenstände, die als geringwertig eingestuft werden, die Ausnahmeregelung für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, an. Leasingzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst. 3.8 Vorräte Vorräte bestehen grundsätzlich aus rohem und verarbeitetem Fleisch, weiteren Nahrungsmittelinhaltsstoffen sowie aus Verpackungsmaterial. Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten der Vorräte werden nach dem FIFO-Verbrauchsfolgeverfahren ermittelt. Die Herstellungskosten unfertiger und fertiger Erzeugnisse umfassen die Kosten für Rohstoffe, Lohneinzel- und sonstige Einzelkosten und der Produktion zurechenbare Gemeinkosten (auf der Grundlage der gewöhnlichen Betriebsauslastung). Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der jeweiligen variablen Veräußerungs- und der voraussichtlich noch anfallenden Fertigstellungskosten. 3.9 Sonstige finanzielle Vermögenswerte Der Konzern stuft seine finanziellen Vermögenswerte für die Folgebewertung in Abhängigkeit vom Geschäftsmodell zur Steuerung finanzieller Vermögensgegenstände in die folgenden Bewertungskategorien ein:
Der Kategorie FVOCI und FVPL sind aktuell keine finanziellen Vermögenswerte zugeordnet. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und ausgegebene Schuldinstrumente werden ab dem Zeitpunkt, zu dem sie entstanden sind, angesetzt, d.h. zu dem Tag, an dem der Konzern Vertragspartei nach den Vertragsbestimmungen des Instruments geworden ist. Beim erstmaligen Ansatz bewertet der Konzern einen finanziellen Vermögenswert zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswerts entfallenden Transaktionskosten. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf Zahlungsströme aus den finanziellen Vermögenswerten ausgelaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden und bei denen diese Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten ausgewiesen. Dieser Kategorie werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte zugeordnet. Der Konzern beurteilt auf zukunftsgerichteter Basis die mit ihren finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, verbundenen erwarteten Kreditverluste. Die Wertminderungsmethode ist abhängig davon, ob eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos vorliegt (Allgemeines Modell). Der Ansatz der erwarteten Kreditverluste nutzt ein dreistufiges Vorgehen zur Allokation von Wertberichtigungen. In die Stufe I sind grundsätzlich alle Instrumente bei Zugang einzuordnen. Für sie ist der Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag resultieren, aufwandswirksam zu erfassen. Die Zinserfassung erfolgt auf Basis des Bruttobuchwerts, d.h. die Effektivzinsmethode ist auf Basis des Buchwerts vor Berücksichtigung der Risikovorsorge durchzuführen. In Stufe 2 sind alle Instrumente enthalten, welche am Abschlussstichtag im Vergleich zum Zugangsstichtag eine signifikante Erhöhung des Ausfallsrisikos aufweisen. In Stufe 3 liegt zusätzlich ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung vor. Zum Bilanzstichtag wurden keine Instrumente der Stufe 2 und Stufe 3 zugeordnet. Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, gelten als "mit geringem Ausfallrisiko behaftet"; daher wurde die Wertberichtigung als erwarteter 12-Monats-Kreditverlust ermittelt. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet der Konzern den gemäß IFRS 9 vereinfachten Ansatz (Vereinfachtes Modell) an, demzufolge die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste beim erstmaligen Ansatz der Forderungen zu erfassen sind. Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gemeinsamer Kreditrisikomerkmale und Überfälligkeitstage zusammengefasst. Die regelmäßig überprüften, erwarteten Ausfallquoten beruhen auf historischen Ausfallquoten, die um zukunftsorientierte Gesichtspunkte hinsichtlich der Kreditwürdigkeit der Kunden angepasst werden. Aufgrund der Kundenstruktur im Konzern sind die historischen Ausfallquoten minimal. Wertminderungsaufwendungen werden im Betriebsergebnis (netto) dargestellt und in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9, der identifizierte Wertminderungsaufwand war jedoch unwesentlich und wurde nicht erfasst. 3.10 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sie umfassen Barbestände, auf Abruf zur Verfügung stehende Bankguthaben und andere kurzfristige hochliquide Vermögenswerte, die im Zeitpunkt der Anschaffung eine Laufzeit von maximal drei Monaten aufweisen. 3.11 Finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten werden erfasst, wenn der Konzern Vertragspartei des die finanzielle Verbindlichkeit begründenden Finanzinstruments wird. Sie werden entweder gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen bedingte Gegenleistungen eines Erwerbes bei einem Unternehmenszusammenschluss, zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke des Rückkaufs in der nahen Zukunft eingegangen wurden. Diese Kategorie umfasst auch abgeschlossene derivative Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsinstrumente in Sicherungsbeziehungen gemäß IFRS 9 designiert sind. Getrennt erfasste eingebettete Derivate werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrumente designiert wurden und als solche effektiv sind. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Einstufung finanzieller Verbindlichkeiten als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet erfolgt zum Zeitpunkt ihrer erstmaligen Erfassung, sofern die Kriterien gemäß IFRS 9 erfüllt sind. Der Konzern hat keine finanziellen Verbindlichkeiten als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten ("FLAC") Diese Kategorie hat die größte Bedeutung für den Konzernabschluss und umfasst die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die sonstigen Verbindlichkeiten sowie aufgenommene Darlehen. Nach der erstmaligen Erfassung werden verzinsliche Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden, außerdem im Rahmen von Amortisationen mittels der Effektivzinsmethode. Eine Ausbuchung der finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Sofern die Begleichung der finanziellen Verbindlichkeiten nicht innerhalb von zwölf Monaten nach Ende der Berichtsperiode fällig ist, werden diese als langfristig klassifiziert, andernfalls als kurzfristig. 3.12 Sonstige Rückstellungen Rückstellungen werden gebildet, wenn eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung des Konzerns besteht, die aus Ereignissen in der Vergangenheit resultiert, es wahrscheinlich ist, dass die Begleichung der Verpflichtung mit dem Abfluss von Ressourcen einhergeht und eine verlässliche Schätzung des Betrages der Rückstellung möglich ist. Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der beste Schätzwert, der sich am Abschlussstichtag für die hinzugebende Leistung ergibt, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Dabei sind der Verpflichtung inhärente Risiken und Unsicherheiten zu berücksichtigen. Wird eine Rückstellung auf Basis der für die Erfüllung der Verpflichtung geschätzten Zahlungsströme bewertet, werden diese Zahlungsströme abgezinst, sofern der Zinseffekt wesentlich ist. 3.13 Schätzungen Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind teilweise Annahmen und Schätzungen notwendig, die sich auf Höhe und Ausweis bilanzierter Vermögenswerte und Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie Eventualverbindlichkeiten auswirken. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam. Aufgrund der nicht vollständig absehbaren Folgen des Ukraine-Krieges unterliegen insbesondere die Schätzungen und Ermessensentscheidungen im Zusammenhang mit den bilanzierten Vermögenswerten und Schulden einer erhöhten Unsicherheit. Bei der Aktualisierung der Schätzungen und Ermessensentscheidungen werden verfügbare Informationen über die voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung sowie länderspezifische staatliche Maßnahmen berücksichtigt. Wertminderung von Geschäfts- und Firmenwerten Die Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten wird jährlich im Rahmen eines Impairment-Tests geprüft. Im Rahmen dieses Tests müssen vor allem im Hinblick auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Künftige Änderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, der Branche oder Unternehmenssituation können zu Reduktionen der Zahlungsmittelüberschüsse und damit zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Firmenwerte führen. Werthaltigkeit von Sachanlagen Technischer Fortschritt, eine Verschlechterung der Marktsituation oder Schäden können zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Sachanlagen führen. Ansatz aktiver latenter Steuern Die Berechnung latenter Steuern basiert auf den zum Realisierungszeitpunkt des Vermögenswertes oder zum Erfüllungszeitpunkt der Schuld geltenden Steuersätzen (unter Anwendung der zum Abschlussstichtag geltenden oder angekündigten Steuersätze) der einzelnen Länder sowie auf der Einschätzung der zukünftigen steuerlichen Ertragsfähigkeit der Konzerngesellschaften. Eventuelle Steuersatzänderungen oder eine von den Einschätzungen abweichende Ertragsfähigkeit können dazu führen, dass aktive latente Steuern nicht realisiert werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern bestehen Schätzunsicherheiten hinsichtlich der Verfügbarkeit künftig zu versteuernden Ergebnissen, gegen die abzugsfähige temporäre Differenzen und die steuerliche Verlustvorträge verwendet werden können, die auch aus zukünftigen Steuerplanungsstrategien resultieren bzw. damit verbunden sein können. Leasingverhältnisse Der Konzern bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option ausüben wird, oder der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option nicht ausüben wird. Der Konzern trifft bei der Beurteilung, ob hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option zur Verlängerung bzw. zur Kündigung des Leasingverhältnisses ausgeübt oder nicht ausgeübt wird, Ermessensentscheidungen. Das heißt, es werden alle relevanten Faktoren in Betracht gezogen, die einen wirtschaftlichen Anreiz darstellen, die Verlängerungs- oder die Kündigungsoption auszuüben. Nach dem Bereitstellungsdatum bestimmt der Konzern die Laufzeit des Leasingverhältnisses erneut, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine Änderung von Umständen eintritt. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten Die Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte beruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten Verlustquoten. Der Konzern übt bei der Aufstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für die Berechnung der Wertminderungen Ermessen aus, basierend auf den Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsorientierten Schätzungen zum Ende jeder Berichtsperiode. Prozessrisiken sowie behördliche Verfahren Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit kann der Konzern von Zeit zu Zeit in rechtliche Streitigkeiten verwickelt werden oder mit behördlichen Untersuchungen konfrontiert sein. Rechtsstreitigkeiten oder behördlichen Untersuchungen liegen häufig komplexe rechtliche Fragestellungen zugrunde und sind mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Entsprechend ist die Beurteilung, ob zum Stichtag eine gegenwärtige Verpflichtung als Ergebnis eines Ereignisses in der Vergangenheit besteht, ob ein zukünftiger Mittelabfluss wahrscheinlich und die Verpflichtung verlässlich schätzbar ist, in einem erheblichen Maß mit Einschätzungen durch das Management verbunden. Der Konzern beurteilt den jeweiligen Stand eines Verfahrens regelmäßig, auch unter Einbeziehung externer Anwälte. Es ist daher möglich, dass die Höhe der Rückstellungen für anhängige und drohende Verfahren aufgrund neuer zukünftiger Entwicklungen angepasst werden muss. Veränderungen von Schätzungen und Prämissen können eine wesentliche Auswirkung auf die künftige Ertragslage des Konzerns haben. Es ist auch möglich, dass sich zurückgestellte Beträge nach Abschluss einiger dieser Verfahren als unzureichend erweisen oder der Konzern zu Zahlungen in rechtlichen Verfahren verpflichtet ist, für die keine Rückstellungen gebildet wurden. 4. Erwerb von Tochterunternehmen und KonsolidierungskreisAm 18. Oktober 2023 erwarb der Konzern 100% der Anteile und somit die Beherrschung über die CPI Quality B.V und deren Tochterunternehmen IQI Trusted Petfood Ingredients (IQI). Die CPI Quality B.V. ist ein globaler, qualitativer Hersteller für die Bereitstellung von Zutaten für Heimtierfutterhersteller. Die OSI-Gruppe kaufte die Firma, um sein Geschäft auf den Markt für Heimtierfutter auszudehnen und hierbei vorhandene Beziehungen im Bereich tierisches Eiweiß und Gemüse direkt mit den IQI-Kunden zu verbinden und Synergien zu erschaffen. Das Ziel ist eine Erweiterung der Wertschöpfungskette und die Rohstoffe aus Zwischenwertschöpfungsstufen direkt zu nutzen. Die Ergebnisse der IQI-Firmen sind seit Erwerbsdatum in den konsolidierten Abschluss eingeflossen. Der Goodwill ergibt sich aus der Arbeitskraft des erworbenen Unternehmens und den Synergieeffekten, die von der Einbindung der CPI-Gruppe in den Konzern erwartet wird. Die folgenden Vermögenswerte und Schulden wurden am 18.10.2023 im Rahmen der Akquisition erworben:
Im Konzernjahresüberschuss ist ein Jahresüberschuss von TEUR 1.282 aus dem Geschäft der konsolidierten CPI ab dem Erwerbszeitpunkt enthalten. Die Umsatzerlöse ab Kauf beinhalten TEUR 28.737. Die Anschaffungsnebenkosten wurden i.H. von TEUR 633 im Aufwand erfasst. Der Konzernabschluss des OSI Foods umfasst in vollkonsolidierter Form die Gesellschaft und die in Tz. 27.1. dargestellten in- und ausländischen Tochterunternehmen. 5. SachanlagenInvestitionen in Sachanlagen zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 und die Entwicklung der Sachanlagen und kumulierten Abschreibungen in den Jahren 2023 und 2022 stellen sich wie folgt dar:
Abschreibungsaufwand in Höhe von TEUR 21.037 im Jahr 2023 bzw. TEUR 18.664 im Jahr 2022 wurde in den Herstellungskosten erfasst und in Höhe von TEUR 3.364 in 2023 bzw. TEUR 3.301 in 2022 in den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen. 6. Nutzungsrechte aus LeasingvereinbarungenDie Leasingverhältnisse des Konzerns umfassen überwiegend die Anmietung von Grundstücken und Gebäuden. Über die Ausübung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen ist eine bestimmte Zeit vor dem Ausübungszeitpunkt zu entscheiden oder wenn hinreichend sicher ist, dass der Konzern diese Option ausüben wird. Die Mehrheit der bestehenden Verlängerungsoptionen kann nur seitens des Konzerns ausgeübt werden. Gegenwärtig wurden die meisten Verlängerungsoptionen nicht in die Bestimmung der Leasinglaufzeit einbezogen. Restwertgarantien und variable Leasingzahlungen sind in der Regel nicht vereinbart. Sofern die Verträge Leasing- und Nicht-Leasingkomponenten beinhalten, werden diese entsprechend aufgeteilt. Die Aufgliederung und Entwicklung der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen, ist wie folgt:
Das Leasing von Maschinen/Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Fahrzeuge umfasst Verträge mit festen Vertragslaufzeiten zwischen einem und fünf Jahren und das Vorliegen von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen. Die Abschreibungen werden in den allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen. Folgende Beträge wurden erfolgswirksam erfasst:
Die gesamten Auszahlungen für Leasingverträge im Jahr 2023 betrugen TEUR 3.990 gegenüber TEUR 3.036 im Vorjahr. 7. Geschäfts- oder Firmenwert
Die Werthaltigkeitsprüfung führt der Konzern für die zahlungsmittelgenerierende Einheiten (ZGE) in Übereinstimmung mit der unter 3.5 (Wertminderungen) dargestellter Vorgehensweise durch.
Der erzielbare Betrag der ZGE wird auf der Basis der Nutzungswerte ermittelt. Für die Geschäftsjahre 2021 bis 2023 führte die Gruppe eine qualitative Bewertung der ZGE "Food Solutions" durch, wobei Informationen über die Geschäftstätigkeit, die finanzielle Leistung und das makroökonomische Umfeld berücksichtigt wurden. Diese Überprüfung ergab, dass der beizulegende Zeitwert der ZGE "Food Solutions" den Buchwert mit hoher Wahrscheinlichkeit übersteigt, so dass keine quantitative Bewertung durchgeführt wurde. Die letzte quantitative Bewertung wurde für das Geschäftsjahr 2020 durchgeführt, als eine Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) zur Bestimmung des Nutzungswertes verwendet wurde. Die DCF-Methode basierte auf einer vom Management genehmigten Unternehmensplanung für einen Planungszeitraum von 3 Jahren. Für den Zeitraum nach dem Ende des Planungshorizonts wurde eine Wachstumsrate von 2 % angesetzt, die auf der Grundlage von internen und externen Markteinschätzungen und unter Verwendung eines Risikoabschlags ermittelt wurde. Für die Diskontierung der aus der Planung abgeleiteten Free Cash Flows wurde ein WACC von 9% verwendet. Auch mögliche Änderungen der Annahmen würden zu keiner Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes führen. 8. Sonstige immaterielle VermögenwerteInvestitionen in immaterielle Vermögenswerte zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 sowie die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und der kumulierten Abschreibungen in den Jahren 2023 und 2022 setzen sich wie folgt zusammen:
Die planmäßigen Abschreibungen von TEUR 1.864 in 2023 bzw. TEUR 1.726 in 2022 wurden in den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen erfasst. 9. At-Equity BeteiligungenDie Beteiligungen an Unternehmen, die nach der At-Equity-Methode bilanziert werden, stellen sich zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 wie folgt dar:
Die Buchwerte haben sich in dem Geschäftsjahr 2023 und 2022 wie folgt entwickelt:
In den folgenden Tabellen werden die Finanzkennzahlen der At-Equity bewerteten Unternehmen dargestellt:
10. VorräteDie Vorräte setzen sich zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 wie folgt zusammen:
Der Umschlag der Vorräte erfolgt erwartungsgemäß innerhalb von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag. 11. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige ForderungenDie Forderungen setzen sich zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 wie folgt zusammen:
Zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 149.933 bzw. TEUR 128.879 noch nicht fällig. Eine Analyse der Altersstruktur der überfälligen Forderungen folgt nachstehend. Die Gesellschaft hat mehr als die Hälfte ihrer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen andere Kunden als den Hauptkunden gegen Ausfall versichert, zum 31. Dezember 2023 bzw. 31. Dezember 2022 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 64.704 bzw. TEUR 66.431 durch Kreditversicherungen abgesichert.
Für nicht kreditversicherte Forderungen mit einem Ausfallrisiko bildete die Gesellschaft Wertberichtigungen. Die Entwicklung der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen stellte sich 2023 und 2022 wie folgt dar:
Bei den sonstigen Kunden besteht keine nennenswerte Konzentration des Kreditrisikos aufgrund der Tatsache, dass das Kundenportfolio breit ist und in diesem keine Verbindungen bestehen. 12. Gesellschaftskapital MutterunternehmenZum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 halten die Kommanditisten folgende Anteile am Kommanditkapital der OSI Foods GmbH & Co. KG:
13. KapitalrücklageDie Kapitalrücklage beträgt zum 31. Dezember 2023 unverändert TEUR 13.062. 14. Sonstige Rücklagen14.1 Rücklagen aus der Fremdwährungsumrechnung
15. Gewinnrücklagen
16. Nicht beherrschende AnteileFolgende Tabelle gibt Auskunft über die Entwicklung des Eigenkapitals, das nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzurechnen ist:
Die nachstehende Tabelle zeigt Informationen zu jeder Tochtergesellschaft des Konzerns mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Eliminierungen:
17. FinanzschuldenDie OSI-Gruppe verfügt über einen globalen Kreditrahmen, der im August 2027 fällig wird und aus dem ursprünglichen US-amerikanischen Laufzeitdarlehen in Höhe von TUSD 600.000, einem deutschen Laufzeitkredit in Höhe von TEUR 30.000, einem englischen Laufzeitkredit in Höhe von TGBP 20.000 und einer polnischen revolvierenden Kreditzusage in Höhe von TUSD 100.000 und einer revolvierenden Kreditzusage von TUSD 900.000 besteht. Die gesamte globale Kreditverbindlichkeit der OSI-Gruppe belief sich zum 31. Dezember 2023 im Rahmen der Laufzeitdarlehen auf TUSD 609.184 und im Rahmen der revolvierenden Kreditzusage auf TUSD 107.671. Der Konzern ist im Kreditrahmen der OSI-Group einbezogen. Zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 nahm die Gruppe im Rahmen der globalen Kreditrahmen ein auf Euro lautendes deutsches Laufzeitdarlehen in Höhe von TEUR 27.750 bzw. TEUR 29.227 in Anspruch. Es sind Rückzahlungen von TEUR 375 vierteljährlich bis Juli 2024, TEUR 563 vierteljährlich bis Juli 2026, TEUR 750 vierteljährlich bis Juli 2027 und eine Einmalzahlung von TEUR 19.500 bei Fälligkeit im Jahr 2027 definiert. Zum 31. Dezember 2023 und zum 31. Dezember 2022 hat die Gruppe die revolvierende Kreditzusage in Höhe von TEUR 69.000 bzw. Null in Anspruch genommen. Die Verzinsung des Darlehens ist variabel und basiert auf dem EURIBOR-Satz zuzüglich einer anwendbaren Marge von 1,5% zum Dezember 2023 und dem EURIBOR-Satz zuzüglich einer anwendbaren Marge von 1,0% zum 31. Dezember 2022. Die OSI-Gruppe hat zum 31. Dezember 2023 und zum 31. Dezember 2022 die revolvierende Kreditzusage in Höhe von TPLN 124.000 bzw. Null in Anspruch genommen. Die Zinsen sind variabel und basieren auf dem WIBOR-Satz zuzüglich einer Marge von 1,50 % im Dezember 2023. Zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 waren im Wesentlichen alle Vermögenswerte der Gruppe als Sicherheiten für die Finanzierung langfristiger Schulden und Bankkredite verpfändet. Der Buchwert der verpfändeten Vermögenswerte beträgt im Jahr 2023 unverändert TEUR 690.771. Die globale Finanzierungsvereinbarung der OSI-Gruppe enthält Finanzkennzahlen (Financial Covenants). Diese Covenants verpflichten die OSI- Gruppe unter anderem dazu, den Verschuldungsgrad und den Deckungsgrad der Festkosten einzuhalten und festgelegte Grenzen für Investitionen und Fremdkapital nicht zu überschreiten. Zum 31. Dezember 2023 hielt die OSI-Gruppe alle in den Kreditverträgen festgelegten Finanzkennzahlen ein. 17.1 Langfristige Finanzschulden Die langfristigen Schulden setzten sich zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 wie folgt zusammen:
Die Tilgungsbeträge der Finanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2023 und zum 31. Dezember 2022 bei Fälligkeit voraussichtlich auf:
17.2 Kurzfristige Finanzschulden Die Zusammensetzung der kurzfristigen Finanzschulden zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 war wie folgt:
Der Konzern hat ein Exportdarlehen mit einer österreichischen Bank über TEUR 2.000 vom 10. Oktober 2008. Das Exportdarlehen verlängert sich automatisch jeweils am 30. November, sofern keine Kündigung seitens der Bank erfolgt ist. Die Inanspruchnahme der Mittel aus der Kreditvereinbarung betrug am 31. Dezember 2023 TEUR 2.000 (31.12.2022 TEUR 2.000). Das Exportdarlehen ist variabel verzinslich auf der Grundlage des 1-Monats-EURIBOR zuzüglich 1 %. Des Weiteren hat der Konzern im Geschäftsjahr 2016 ein Working Capital Facility Agreement (in EUR, USD und GBP) abgeschlossen, wobei sich die Inanspruchnahme der Mittel per 31. Dezember 2023 auf insgesamt TEUR 5.436 belief (31. Dezember 2022 TEUR 10.525). Die Verzinsung am 31. Dezember 2023 betrug im Durchschnitt 5,95% p.a. 18. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteFür Zwecke der Kapitalflussrechnung umfassen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Guthaben auf Bankkonten. 19. Nicht zahlungswirksame GeschäftsvorfälleWährend des Geschäftsjahres hat der Konzern keine nicht zahlungswirksame Investitionsund Finanzierungstätigkeiten aufgenommen, die nicht in der Kaptalflussrechnung ihren Niederschlag finden.
20. Verpflichtungen und HaftungsverhältnisseRechtsstreitigkeiten Die Gesellschaft ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gelegentlich Beteiligte bei Rechtsstreitigkeiten, Untersuchungen und Klagen. Die Geschäftsführung ist nicht der Ansicht, dass sich das Ergebnis anhängiger Rechtsstreitigkeiten wesentlich auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirkt. Sonstiges Die Gesellschaft schließt im gewöhnlichen Geschäftsverlauf Abnahmeverpflichtungen für Rohstoffe für ihre Co-Produktionsgeschäfte ab. Diese Vereinbarungen werden zu Marktpreisen abgeschlossen und haben üblicherweise eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Die Gesellschaft überwacht die Schwankungen dieser offenen Abnahmeverpflichtungen am Markt und nimmt Anpassungen auf den Niederstwert vor, soweit die Marktverhältnisse dies erfordern. 21. Sonstige RückstellungenDie Rückstellungen setzten sich zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 wie folgt zusammen: Sonstige Rückstellungen
22. FinanzergebnisDas Finanzergebnis für die Jahre 2023 und 2022 setzten sich wie folgt zusammen:
23. Aufgliederung der Erlöse und AufwendungenDer Umsatz gliederte sich 2023 und 2022 wie folgt:
Der Aufwand gliederte sich 2023 und 2022 wie folgt:
Die sonstigen Erträge gliedern sich wie folgt:
24. ErtragsteuernDer Ertragsteueraufwand für die Jahre 2023 und 2022 setzte sich wie folgt zusammen:
Steuerliche Überleitungsrechnung gemäß IAS 12.81 (c):
Für die Ermittlung des zu erwartenden Steueraufwands wurde der Mischsteuersatz im Konzern verwendet, der nach der gewichteten Durchschnittsmethode hergeleitet wurde. Als durchschnittlicher Steuersatz der deutschen Gesellschaften wurde dabei der Steuersatz des Mutterunternehmens (15,82%) herangezogen. Die latenten Ertragsteuer-Salden entwickelten sich 2023 und 2022 brutto wie folgt:
Die Veränderungen der latenten Steueransprüche und -schulden während der Geschäftsjahre 2023 stellen sich ohne Berücksichtigung der Saldierung im gleichen Besteuerungsland wie folgt dar:
Latente Steueransprüche werden für den Vortrag noch nicht genutzter steuerlicher Verluste in dem Umfang bilanziert, in dem die Realisierung der damit verbundenen Steuervorteile durch künftig zu versteuernden Erträgen wahrscheinlich ist. 25. Geschäfte mit nahestehenden UnternehmenDer Konzern verkauft Fertigerzeugnisse an nahestehende Unternehmen im Zusammenhang mit deren Tätigkeit in der Lebensmittelverarbeitung. Er bezieht und erbringt Verwaltungs- und technische Dienstleistungen von bzw. an OSI Food Solutions, Ltd. in Großbritannien und OSI Group, für welche er Managementservicegebühren bezahlt und erhält. Der Aufwand aus Managementgebühren wird in den allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen. In Deutschland betreiben der Konzern mit seiner Fleischverarbeitung sowie die Betriebe einer Bäckerei und eines Fooddistributor, einen gemeinsamen Standort ("Foodtown") und beliefern von dort gemeinsam den Hauptkunden in Europa. Für die gemeinsame Nutzung der Foodtown zahlen der Konzern und die anderen Betreiber eine jährliche Abgabe an die Energie Foodtown GmbH für Strom und andere Nebenkosten. Die Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden zu Marktpreisen abgerechnet. Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und die wesentlichen Geschäftsvorgänge zwischen dem Konzern und nahestehenden Unternehmen, die im Finanzergebnis und operativen Ergebnis für 2023 und 2022 enthalten sind, stellen sich wie folgt dar:
26. Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten26.1. Kapitalrisikomanagement Ziel der Kapitalsteuerung ist es, die Unternehmensfortführung zu sichern, solide Renditen für die Gesellschafter zu erwirtschaften und, wenn möglich, eine optimale Kapitalstruktur zu gewährleisten, um die Kapitalkosten zu senken. In der Praxis ist die Gesellschaft ein Geschäftsbereich der OSI Group, deren Kapitalstruktur von der OSI Group und deren strategischen Wachstumsplänen für Europa und anderen operativen Regionen in der Welt abhängt. Das Kapital (und die flüssigen Mittel) der Gesellschaft stammen hauptsächlich aus den Cashflows aus operativer Tätigkeit und den Darlehen, die im Rahmen der weltweit zur Verfügung stehenden Kreditlinien der OSI Group aufgenommen werden. Die Kapitalstruktur hängt von der erfolgreichen Geschäftstätigkeit ab. Darüber hinaus können Investitionen in Sachanlagen und Betriebsmittel verschoben und Dividendenausschüttungen begrenzt werden, um langfristig die Kapitalstruktur zu sichern. Die Gesamtstrategie des Konzerns ist gegenüber 2022 unverändert. Ebenso wie andere Unternehmen der Branche überwacht der Konzern sein Kapital auf Grundlage des Verschuldungsgrads. Dieser wird aus dem Verhältnis der Nettoschulden zum gesamten Kapital berechnet. Die Nettoschulden umfassen alle Finanzschulden (einschließlich "kurzfristigen und langfristigen Fremdkapitals" gemäß Konzernbilanz) abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Das Gesamtkapital berechnet sich aus dem "Eigenkapital" gemäß Ausweis in der Konzernbilanz zuzüglich Nettoschulden. Der Verschuldungsgrad zum 31. Dezember 2023 bzw. 31. Dezember 2022 war wie folgt:
Vorrangiges Ziel der Gesellschaft beim Management aller finanzieller Risiken ist es, die solide Vermögens- und Finanzlage aufrechtzuerhalten und die Geschäfts- und Investitionstätigkeit zu sichern. Im Rahmen der Eingliederung in die weltweite Finanzierung der OSI Group steuert die Gesellschaft ihre Vermögens- und Finanzlage aktiv und nimmt notwendigenfalls Anpassungen der Kapitalstruktur vor. 26.2 Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten Die Zusammenfassung der Finanzinstrumente nach Kategorien zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 stellt sich wie folgt dar:
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten wird angenommen, dass aufgrund der Kurzfristigkeit der Buchwert dem Zeitwert entspricht. Bei den langfristigen Forderungen gegen nahestehende Unternehmen entspricht der Buchwert annähernd dem beizulegenden Zeitwert. Bei den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (FLAC) wie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen entspricht aufgrund der Kurzfristigkeit der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Bei den langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten der Kategorie zu fortgeführter Anschaffungskostenbewertung (FLAC) entspricht der Buchwert annähernd dem beizulegenden Zeitwert. Eine Zeitwertangabe für Leasingverbindlichkeiten ist nicht erforderlich. 26.3 Ziele des Finanzrisikomanagements Aufgrund der Geschäftstätigkeit ist der Konzern einer Vielzahl finanzieller Risiken ausgesetzt, u. a. Fremdwährungsrisiken, Zins- und Rohstoffpreisschwankungen sowie Kredit- und Liquiditätsrisiken. Der Konzern konzentriert sein Risikomanagement auf die Unwägbarkeiten der Finanz- und Rohstoffmärkte und ist bestrebt jegliche negativen Auswirkungen auf die Ertragskraft zu minimieren und verpflichtet sich die genannten Risiken laufend zu bewerten. Dabei prüft der Konzern pro Land Währungsrisiken in Bezug auf Einzahlungen und Auszahlungen, Forderungen und Verbindlichkeiten und Darlehen zwischen nahestehenden Unternehmen und Personen in Währungen, die nicht der funktionalen Währung entsprechen. Ebenso prüft der Konzern das Zinsänderungsrisiko bezogen auf fest und variabel verzinsliche Verbindlichkeiten sowie Rohstoffrisiken im Zusammenhang mit dem Einkauf von Rohstoffen. Das Kreditrisiko und das damit verbundene Risiko von Forderungsausfällen wird durch die Überprüfung der Forderungen und der Bedingungen, die den Kunden gewährt werden, gesteuert, ergänzt um eine Kreditausfallversicherung. Die oben genannten Maßnahmen werden vor Ort vom Finanz- und Betriebspersonal in Übereinstimmung mit der Aufsicht durch das Financial Risk Management Committee ("FRMC") der OSI-Gruppe durchgeführt. 26.4 Wechselkursrisikomanagement Der Konzern ist hauptsächlich innerhalb der Europäischen Union tätig, dementsprechend ist die funktionale Währung der Euro. Der Konzern ist jedoch Währungsrisiken ausgesetzt, die aus der Tätigkeit der Produktionsstätten in Osteuropa entstehen. Fremdwährungsrisiken entstehen, wenn Geschäftsvorfälle, erfasste Vermögenswerte und Schulden sowie Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe auf eine andere als die funktionale Währung des Unternehmens lauten. Soweit möglich, vereinbart die Gesellschaft Fremdkapitalaufnahmen in Landeswährung, oder schließt Devisentermingeschäfte zur Minderung von Währungsrisiken ab. In Osteuropa, wo langfristige geschäftliche Verpflichtungen eingegangen wurden und der Erwerb von Devisenterminkontrakten nicht durchführbar ist, wurden Darlehen an verbundene Unternehmen in Eigenkapital umgewandelt, um die Währungsrisiken zu begrenzen. 26.5 Zinsrisikomanagement Das Zinsänderungsrisiko des Konzerns liegt in langfristigen Fremdkapitalaufnahmen. Kredite mit variablem Zinssatz setzen die Gesellschaft zinsbedingten Cashflow-Risiken aus. Im gegenwärtigen Zinsumfeld ist das Zinsrisiko der Gesellschaft gering. Ausgehend von der Annahme, dass die Bankverbindlichkeiten zum Jahresende 2023 in Höhe von TEUR 145.976 konstant bleiben, würde eine Veränderung des durchschnittlichen und gewichteten Zinssatzes um ein Prozent die Finanzierungskosten auf Jahresbasis um TEUR 1.459 erhöhen. 26.6 Ausfallrisikomanagement Ein Bonitätsrisiko entsteht sowohl aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, derivativen Finanzinstrumenten und Guthaben bei Banken und Finanzinstituten als auch aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das FRMC steuert weltweit die Risiken in Zusammenhang mit Banken, Finanzinstituten und Geschäftspartnern, indem diese eine bestimmte Mindestbonität vorweisen müssen. Der Konzern schätzt das Kundenausfallrisiko durch individuelle Kundenbeurteilungen, unter Berücksichtigung ihrer Vermögenslage, Erfahrungen aus der Vergangenheit und sonstiger Faktoren ein. Auf der Grundlage von internen und externen Bonitätsprüfungen in Übereinstimmung mit den Vorgaben des FRMC werden individuelle Kreditobergrenzen für einzelne Kunden eingerichtet. Die Inanspruchnahme dieser Kreditobergrenzen wird regelmäßig überwacht. Insgesamt ist die Gesellschaft nur geringfügig Kreditrisiken ausgesetzt, da sie einen großen Teil der Umsatzerlöse mit dem Hauptkunden, einem Unternehmen mit einer starken globalen Präsenz und einer soliden Finanzlage, tätigt und die übrigen Geschäfte durch eine Kreditausfallversicherung abgesichert sind. 26.7 Management anderer Preisrisiken Der Konzern unterliegt beim Erwerb von rohem zerlegtem Fleisch für das Verarbeitungsgeschäft den Marktbedingungen für Lebendrinder, -schweine und -geflügel und den zugehörigen Futtermitteln. In bestimmten Fällen ermöglichen die mit Großkunden abgeschlossenen Preisvereinbarungen eine entsprechende Anpassung an Marktentwicklungen über die Preisgestaltung. 26.8 Liquiditätsrisikomanagement Die Sicherstellung der Liquidität erfordert, dass hinreichend Zahlungsmittel und Finanzierungsmöglichkeiten vorgehalten werden, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Liquiditätsrisiken werden unter gemeinsamer Verantwortung der Gesellschaft und des FRMC gesteuert. Der Konzern stellt durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Zahlungsströme und Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und -verbindlichkeiten die Liquidität im Tagesgeschäft für den Mittelbedarf im Working Capital und für Investitionen in Sachanlagen sicher und das FRMC ist für die Verfügbarkeit der Mittel über angemessene und zugesagte Kreditlinien verantwortlich. Die nachfolgende Tabelle fasst die nicht derivativen finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 zusammen, aufgeteilt nach Fälligkeiten entsprechend den Restlaufzeiten zum Bilanzstichtag.
Fremdwährungsrisiken entstehen hauptsächlich aus Investitionen in ausländische Geschäftsbetriebe, die auf eine andere Währung als die funktionale Währung der Gesellschaft lauten. In Osteuropa, wo vom Konzern langfristige geschäftliche Verpflichtungen eingegangen wurden und der Erwerb von Devisenterminkontrakten nicht durchführbar ist, wurden Darlehen an verbundene Unternehmen in Eigenkapital umgewandelt, um die Währungsrisiken in diesem Bereich zu begrenzen. Infolgedessen erwartet der Konzern für 2023 keine wesentlichen Fremdwährungsschwankungen aus der Geschäftstätigkeit mit verbundenen Unternehmen in Osteuropa. 27.1 Anteilsbesitzliste nach § 313 Abs. 2 HGB
1 Mit Wirkung zum 25.08.2023 auf die OSI Europe
Foodworks GmbH verschmolzen
28. Befreiung Offenlegung von TochterunternehmenJahresergebnisse von Tochterunternehmen im Mehrheitsbesitz werden gemäß der Ausnahmeregelung des § 313 Abs. 3 HGB nicht angegeben. Die Gesellschaft wendet die Ausnahmeregelungen des deutschen Handelsgesetzbuches gemäß § 264(b) für den eigenen Jahresabschluss und gemäß § 264 Abs. 3 HGB für ihre Tochterunternehmen OSI Europe Foodworks GmbH, OSI Food Solutions Germany GmbH, OSI Convenience Europe GmbH, OSI Convenience Holding GmbH, OSI International Holding GmbH, Baho Food GmbH, Gelderland Frischwaren-Gesellschaft mbH, Vital convenience vc GmbH, mpo Global Trade GmbH und OSI Asset Management GmbH an. 29. Angaben nach § 313 Abs. 2 Nr. 7 HGBDas Unternehmen, das den Konzernabschluss für den kleinsten und den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, dem die Gesellschaft als Tochterunternehmen angehört, ist die OSI Group LLC mit Sitz in 1225 Corporate Boulevard, Aurora, Illinois, USA. Eine Offenlegung dieses Konzernabschlusses erfolgt nicht. 30. Bezüge der OrganmitgliederDie Geschäftsführung erhielt in den Geschäftsjahren 2023 und 2022 keine Bezüge von der Gesellschaft. 31. ArbeitnehmerIm Durchschnitt beschäftigte der Konzern insgesamt 2.607 Mitarbeiter in 2023 und 2.546 Mitarbeiter in 2022. In 2023 waren dies 1.739 Arbeiter und 868 Angestellte und in 2022 waren es 1.687 Arbeiter und 859 Angestellte. Der Personalaufwand für Mitarbeiter belief sich in 2023 auf TEUR 126.222 und in 2022 auf TEUR 125.519. Dieser gliedert sich wie folgt auf:
32. Honorar des AbschlussprüfersDie Aufwendungen für den Konzern-Abschlussprüfer setzten sich wie folgt zusammen:
33. Ereignisse nach dem BilanzstichtagDie Aktivitäten des Konzerns in der Ukraine sind direkt durch den Krieg betroffen. Die Betriebe Kazatin Meat Plant und FS Ukraine sind beide am selben Standort, aber nicht in unmittelbarer Nähe der Kampfhandlungen. Seit Ende 2022 wird in den beiden ukrainischen Betrieben unter Beachtung der aktuellen Sicherheits- und Geschäftslage zur Unterstützung unserer Mitarbeiter und Kunden produziert. Die OSI Betriebsanlagen sind physisch nicht beeinträchtigt. Im Werk von OSI Food Solutions in Enns, Österreich konnte zum Ende des zweiten Quartals 2024 eine neue moderne Produktionslinie in Betrieb genommen werden. Mittels dieser Erweiterung der sehr modernen ausgestatteten Produktionsstätte stehen nun weitere Kapazitäten zukünftig zusätzlicher Absatzvolumen zur effizienten Unterstützung der OSI Wachstumsstrategie zur Verfügung. Infolge des Erwerbs der CPI Quality B.V. in 2023 führt der Konzern eine Integration der zugehörigen Tochterunternehmen durch und wird hierbei die Möglichkeiten der vertikalen Integration bestmöglich nutzen. 34. Mindestbesteuerung für UnternehmensgruppenMit dem am 28.12.2023 in Deutschland in Kraft getretenen Gesetz zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz - MinStG) wurden die OECD-Mustervorschriften sowie die entsprechende EU-Richtlinie zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen ("Pillar Two") im deutschen Recht umgesetzt. Das MinStG ist für Wirtschaftsjahre, die ab 31.12.2023 beginnen, anzuwenden. Da der Konzern die maßgeblichen Umsatzschwellen gemäß dem MinStG überschreitet, unterliegt die Gesellschaft ab dem 1.1.2024 den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften. Laufende Steuern aus der Umsetzung der deutschen bzw. vergleichbaren ausländischen Steuergesetze waren mangels Anwendbarkeit zum 31.12.2023 nicht zu erfassen. Der Konzern evaluiert aktuell die künftig möglichen Auswirkungen des Mindeststeuergesetzes auf die Tochtergesellschaften. Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse wird nicht mit einer wesentlichen Steuermehrbelastung resultierend aus dem MinStG gerechnet. 35. Genehmigung des KonzernabschlussesDie Geschäftsführung hat den vorliegenden Konzernabschluss sowie Konzernlagebericht am 05.07.2024 genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.
Gersthofen, Deutschland, 05.07.2024 OSI Foods GmbH & Co. KG Laurence Uzureau, Geschäftsführung der OSI Germany Verwaltungs GmbH, persönlich haftbare Gesellschafterin BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die OSI Foods GmbH & Co. KG, Gersthofen: PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der OSI Foods GmbH & Co. KG, Gersthofen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich wesentlicher Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der OSI Foods GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 05. Juli 2024 Nexia
GmbH
Zelger, Wirtschaftsprüfer Schön, Wirtschaftsprüfer |
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