Choice GmbHLiquidiert

90471 Nürnberg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Nürnberg HRB 19444
Vorher
UniRent Autovermietung GmbHCCUniRent System GmbH
Eingetragen
26.7.2002
Branche
Vermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels CarsharingTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von KraftwagenVermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t
Gegenstand
Erwerb von Rechten zur Nutzung eines bundesweiten, europaweiten oder internationalen Handelsnamens/Dienstleistungsmarke der Autovermietung an Selbstfahrer oder auch der Aufbau einer solchen Marke. Unter dieser Marke sollen selbstständig operierende Autovermietunternehmen zu einem nationalen Netzwerk von Beschaffungs-, Absatz- und Organisationskonzept zusammengeführt werden. Weiter ist Gegenstand des Unternehmens: Abschluss und Vermittlung von Leasingverträgen über Kraftfahrzeuge, die betriebswirtschaftliche Beratung anderer Personen und Unternehmen rund um die Vorhaltung und Verwaltung eines Kfz-Fuhrparks, die Erbringung von Dienstleistungen zur effizienten Vorhaltung eines Kfz-Fuhrparks sowie die Vermietung von und der Handel mit Kraftfahrzeugen jeder Art.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Oktay von Wendt
seit 29.11.2022
Prokura
Peter Heid
seit 26.5.2021
Prokura
Andreas Sperber
seit 12.3.2020
Prokura
Geschäftsführer
Bego Jasenac
seit 23.12.2019
Geschäftsführer

Beteiligungen

NameAnteil
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Choice GmbH

Nürnberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht

1. Die CHOICE

Die Choice GmbH (nachfolgend CHOICE genannt) hat eine exponierte Stellung im deutschen Mobilitätsmarkt. Mit ihren Produkten, Dienstleistungen und Mitarbeitern macht CHOICE aus ihren Kunden nachhaltig erfolgreiche Mobilitätsanbieter.

Die Trendforschung klassifiziert 12 Megatrends wie z.B. Individualisierung, Urbanisierung und Konnektivität, welche binnen der nächsten Jahrzehnte für einen tiefen Wandel in Gesellschaft und Wirtschaft sorgen werden. Das 21. Jahrhundert wird zudem von einem stetig wachsenden Mobilitätsbedarf sowie einer zunehmenden 
Vielfalt verschiedener Mobilitätsformen gekennzeichnet sein. Dabei müssen technische Innovationen und veränderte Bedürfnisse der Menschen im Fokus für neue 
Mobilitätskonzepte stehen. Darunter fallen eine Vielzahl an Einzeltrends wie z.B. autonomes Fahren, E-Mobilität und Abo-Modelle. CHOICE versteht es diese Trends für sich zu nutzen und sieht sich als Vorreiter neuer Mobilitätskonzepte.

2. Das Geschäftsmodell

Neue Berichtsstruktur ab 2021 
Ab dem Geschäftsjahr 2021 hat sich die Berichtsstruktur der CHOICE geändert. Dabei wurden die bisherigen Geschäftsbereiche Mobilitätssysteme, Fuhrparkmanagement und Remarketing (Fahrzeugvermarktung) neu strukturiert. Der Bereich Sonstiges ergänzt zudem das bisherige Leistungsportfolio der Gesellschaft. Die Bereiche gliedern sich wie folgt:

Mobilitätspartnerschaften (Vorjahr: eigenes Mobilitätssystem und Bestandteile des Bereiches Fuhrparkmanagement)

Remarketing

Mobilitätsnetzwerke (Vorjahr: fremde Mobilitätssysteme)

Sonstiges


Die vier Geschäftsfelder repräsentieren das Leistungsportfolio der CHOICE nahezu vollständig und werden nachfolgend erläutert.

Mobilitätspartnerschaften (Mobility Partnership) 

Der Bereich Mobilitätspartnerschaft gliedert sich in zwei Teilbereiche:

a) Buy

Im Leistungsbaustein Buy der Mobilitätspartnerschaft bündelt CHOICE den Fahrzeug-Einkaufsbedarf von unabhängigen mittelständischen Mobilitätsanbietern und vereinbart über das koordinierte Gesamtvolumen attraktive Rahmenverträge sowie Einkaufskonditionen bei Automobilherstellern- und Fahrzeugimporteuren. Vorwiegend setzen sich die Kunden der CHOICE aus eigenständigen Autovermietungen sowie Automobilhändlern (oder Automobilhausgruppen), welche Mobilitätsdienstleistungen anbieten, zusammen. Den in der Mobilitätspartnerschaft - Buy betreuten Kunden bietet CHOICE durch die bereitgestellten Fahrzeugbezugskonditionen eine breite Auswahl an Fahrzeugmodellen der bekannten Automobilhersteller an. Das Fahrzeugportfolio reicht vom Kleinwagen bis zum Transporter. Der Kunde kann somit seine persönliche Fahrzeugvermietflotte aufbauen und alle Einsatzmöglichkeiten von der Kurz- bis zur Langzeitmiete abdecken.

b) Rent

In der Erweiterung der Dienstleistungen für die angeschlossenen Kunden der Mobilitätspartnerschaft wurde der Leistungsbaustein Rent entwickelt. Hier stellt 
CHOICE ihren Kunden durch Einkaufsvorteile begünstigte und vermietfertige Fahrzeuge als Neuwagen zur Weitervermietung an Endkunden zur Verfügung. Dabei  übernimmt CHOICE für ihre Kunden unter anderem die Finanzierung, Zulassung und Abmeldung sowie die Versicherung der Fahrzeuge. Im Gegenzug erhält 
CHOICE eine monatliche Miete für die vollständige Nutzungsdauer des Fahrzeugs. Somit trägt CHOICE kein Auslastungsrisiko für die Fahrzeuge. Die komplette Buchungsstrecke findet dabei digital über einen eigenen Web-Shop statt.

Remarketing (Fahrzeugvermarktung) 

Für die im Geschäftsbereich Mobilitätspartnerschaft - Rent eingesetzten Fahrzeuge bestehen zum überwiegenden Teil Rückkaufvereinbarungen (Buy-Back-Verträge). Diese sind vorwiegend mit Automobilherstellern und deren Händlern geschlossen und verpflichten den ursprünglichen Verkäufer zum Rückkauf der Fahrzeuge nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit. In bestimmten Fällen erwirbt CHOICE Fahrzeuge selbst und vermarktet diese an gewerbliche Aufkäufer von Gebrauchtfahrzeugen. Dieser Prozess wird als Remarketing bezeichnet. Aus der Synergie zwischen einem guten Händlernetzwerk und attraktiven Einkaufsvorteilen generiert CHOICE attraktive Konditionen für gewerbliche Käufer der "jungen Gebrauchtfahrzeuge".

Mobilitätsnetzwerke (Mobility Networks)

Im Bereich der Mobilitätsnetzwerke bereitet CHOICE Automobilhersteller und Fahrzeugimporteure sowie das angeschlossene Handelsnetzwerk auf die Mobilität der Zukunft vor. Dabei implementiert und etabliert CHOICE für die Kunden deren eigene Mobilitätsmarke am Markt. Wesentlicher Bestandteil der Mobilitätsnetzwerkeist dabei die Bereitstellung der Vermietsoftware sowie ein darauf abgestimmtes Buchungsfrontend. Des Weiteren befähigt CHOICE ihre Kunden selbstständig Mobilitätsdienstleistungen mit einheitlichen Standards unter einer einheitlichen Marke zu betreiben. Das Leistungsangebot der Mobilitätsnetzwerke kann für diverse Produkttypen wie Carsharing, Kurzzeitmiete, Langzeitmiete oder Auto-Abo-Modelle eingesetzt werden.

Sonstiges 

Im Geschäftsbereich Sonstiges werden im Wesentlichen Randbereiche des Leistungsportfolios zusammengefasst. Zudem sind in der Entwicklung befindliche Produkte und Dienstleistungen enthalten. 

3. Markt- und Branchenentwicklung

Marktentwicklung 
Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist die deutsche Volkswirtschaft mit tiefgreifenden und nachhaltigen Veränderungen konfrontiert. Die andauernde Digitalisierung des öffentlichen wie privaten Sektors, die demographische Veränderung der Gesellschaft und der Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft, bilden große  Herausforderungen aber auch Chancen. 

Die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2021 war stark vom Pandemiegeschehen und den damit gekoppelten Eindämmungsmaßnahmen beeinflusst. Das preis- und 
kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2021 ist trotz Liefer- und Materialengpässen im Vergleich zum Vorjahr um 2,7% auf 3.571 Mrd. EUR [1] gestiegen. Setzt man die Zahlen jedoch ins Verhältnis zu denen von 2019, also vor Beginn der Corona-Pandemie, so war das BIP 2021 immer noch um 2,0% geringer. [2]

Blickt man aus globaler Perspektive auf den Wirtschaftssektor, so zeigt sich, bedingt durch die pandemische Situation, weiterhin keine Entspannung. Produktions- und Lieferkettenprobleme sind dabei nur zwei Schlagworte, die den Welthandel nachhaltig belasten. Gerade die Automobilindustrie stellen diese Problematiken vor größere Herausforderungen. [3]

Branchenentwicklung 

Bereits im Jahr 2020 ist von einem durch die Pandemie ausgelösten Rekordeinbruch bei Neuzulassungen berichtet worden. Im Jahr 2021 hatte dieser Trend weiterhin Bestand. Dementsprechend sank die Zahl der Neuzulassungen in der Europäischen Union erneut um 2,4% auf 9,7 Mio. Fahrzeuge. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2021 belastete der weltweite Mangel an Mikrochips die Automobilhersteller schwer. [4]

Trotz der anhaltenden Produktionsprobleme häufen sich bei einigen Automobilherstellern zuletzt die Positivmeldungen über Ergebnissteigerungen. [5] Priorisierung der Produktion von ertragsreichen Oberklasse- und Elektromodellen, Effizienz- und Sparprogramme, kombiniert mit hohen Marktpreisen für Neu- und Gebrauchtwagen, steigern die Profitabilität der Hersteller. [6] [7]

Ausgehend von den gravierenden Umsatzeinbrüchen im Jahr 2020 verzeichnete die Branche der Kfz-Vermietungen über den Sommer 2021 wieder steigende Nachfrage. Diese Nachfrage zu bedienen, stellte die Autovermieter vor erneute Herausforderungen. Zum einen haben die Vermieter die Flotten während der Pandemie erheblich reduziert, was zu einem erhöhten Bedarf an Neufahrzeugen geführt hat.Zum anderen kommt des durch den Halbleitermangel zu einer Verknappung des Angebots bei den Herstellern. Aus beiden Effekten resultiert eine generelle Fahrzeugknappheit im Markt, wodurch sich jedoch höhere Preise in der Kfz-Vermietung durchsetzen ließen. Das Statistische Bundesamt gibt an, dass die Preise für Mietwagen im August 2021 um mehr als die Hälfte (53,4%) teurer waren als zwölf Monate zuvor. [8]

4. Geschäftsentwicklung und wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren

Als wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren verfolgt die Gesellschaft die Entwicklung der Gesamtleistung (Umsatzerlöse und Sonstige betriebliche Erträge) und 
des Operativen EBIT (Umsatzerlöse abzüglich Material- und Personalaufwand; Abschreibungen; Sonstige betriebliche Aufwendungen).

Geschäftsentwicklung im Überblick und Vergleich zur Vorjahresprognose 

Die CHOICE blickt auf ein von der COVID-19-Pandemie geprägtes und wirtschaftlich herausforderndes, aber gleichzeitig strategisch erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 zurück. Im Geschäftsjahr 2021 hat die CHOICE eine Gesamtleistung in Höhe von 127.066 TEUR (Vorjahr: 155.661 TEUR) erzielt. Die Prognose in Höhe von 101.533 TEUR wurde damit deutlich übertroffen. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen die Überschreitung der Prognose des Bereichs Remarketing in Höhe von 106,9%. Hintergrund der für das Jahr 2021 rückläufig prognostizierten Gesamtleistung ist ein Sondereffekt, welcher durch eine veränderte Ausgestaltung der Fahrzeugfinanzierung innerhalb eines Geschäftsfeldes begründet ist. Um den Sondereffekt bereinigt, steigerte CHOICE die Gesamtleistung um 10,2% gegenüber dem Vorjahr.

Das für das Geschäftsjahr geplante Operative EBIT in Höhe von 1.434 TEUR wurde mit 2.550 TEUR ebenfalls übertroffen. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen die Überschreitung der Prognose des Bereichs Remarketing sowie die Entwicklung des Personalaufwandes.

Vermögenslage 

Das Gesamtvermögen der CHOICE zum Bilanzstichtag erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 1.265 TEUR bzw. 1,8% auf 70.597 TEUR. Der Anstieg ist im Wesentlichen zurückzuführen auf folgende Entwicklungen: 

 Anstieg der Finanzanlagen von 2.707 TEUR bzw. 27,5%, im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der Ausleihungen für eine Immobilienfinanzierung gegenüber der spanischen Tochtergesellschaft in Höhe von 1.820 TEUR sowie gegenüber der VISI|ONE GmbH in Höhe von 1.693 TEUR. Aus diesen Ausleihungen wurde am Ende des Geschäftsjahres ein Betrag von 900 TEUR in Eigenkapital gewandelt. Der Betrag erhöhte die Anteile an verbundenen Unternehmen entsprechend.

Anstieg der Liquiden Mittel um 10.669 TEUR auf 28.557 TEUR, im Wesentlichen aus der Thesaurierung von Gewinnen im Unternehmen und der veränderten Ausgestaltung der Fahrzeugfinanzierung für einen wesentlichen Teil der Fahrzeugflotte.

Anstieg der Wertpapiere um 1.398 TEUR auf 1.595 TEUR

Kompensiert werden diese Entwicklungen teilweise durch einen verringerten Fahrzeugbestand im Anlagevermögen in Höhe von 8.718 TEUR und im Umlaufvermögen in Höhe von 4.924 TEUR. Der Rückgang ist hauptsächlich auf eine veränderte Ausgestaltung der Fahrzeugfinanzierung zurückzuführen. 

Für den überwiegenden Teil der Fahrzeuge bestehen Rückkaufvereinbarungen (Buy-Back-Verträge) mit Automobilherstellern oder Automobilhändlern. Diese verpflichten sich, die Fahrzeuge nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit zu einem im Vorfeld vereinbarten Kaufpreis zurückzuerwerben.

PKW Bestand in TEUR
GJ 2021
GJ 2020
Sachanlagevermögen 5.235 13.953
Umlaufvermögen 3.024 7.947

Der Anlagendeckungsgrad [9] erhöhte sich deutlich von 60,8% in 2020 auf 103,9% in2021, was zum einen auf durch die thesaurierten Gewinne gestiegenes Eigenkapital und zum anderen auf einen verringerten Fahrzeugbestand im Anlagevermögen zurückzuführen ist.

Komprimierte Aktiva:

Aktiva in TEUR GJ 2021 GJ 2020 Delta in TEUR Delta in %
Immaterielle Vermögensgegenstände 292 670 -378 -56,4%
Sachanlagen 5.470 14.178 -8.708 -61,4%
Finanzanlagen 12.564 9.856 2.707 27,5%
Anlagevermögen 18.326 24.705 -6.379 -25,8%
Vorräte 3.131 7.981 -4.851 -60,8%
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 18.258 17.775 483 2,7%
Wertpapiere 1.595 197 1.398 710,8%
Liquide Mittel 28.557 17.888 10.669 59,6%
Umlaufvermögen 51.540 43.841 7.699 17,6%
ARAP 730 786 -55 -7,1%
Aktive latente Steuern 0 0 0 n/a
Summe Aktiva 70.597 69.332 1.265 1,8%

Investitionslage

CHOICE hat während des gesamten Geschäftsjahres 2021 den Fokus konsequent auf Investitionen konzentriert, welche auf die Kernkundenzielgruppe (Autovermieter und -händler) abzielen. Dabei wurde unter anderem das bestehende Leistungsangebot, insbesondere hinsichtlich non asset based Geschäftsmodellen, ausgebaut. Die Investitionen im Bereich Fahrzeuge, unabhängig von der gewählten Finanzierungsform, sind im Vorjahresvergleich um 13,0% gestiegen. Zudem wurden im Jahr 2021 ingesamt 6,9% mehr Fahrzeuge als 2020 zugelassen. Der zum Vorjahr leicht steigende durchschnittliche Fahrzeugwert pro Fahrzeug, von in 2021 zugelassenen Fahrzeugen, erhöhte sich auf 42 TEUR.

Finanz- und Liquiditätslage 

Das Finanzmanagement der CHOICE erfolgt auf Basis interner Richtlinien sowie einer rollierenden Investitions- und Finanzierung- sowie Liquiditätsplanung. Insbesondere im Fokus stehen hierbei die Sicherung der Liquidität sowie eine kostenorientierte, dauerhafte Deckung des Finanzierungsbedarfs und das Bonitätsmanagement.CHOICE stehen zur Finanzierung des operativen Geschäfts Rahmenvereinbarungen sowohl mit diversen herstellerabhängigen Finanzierungsgesellschaften (sogenannten Captives) als auch mit herstellerunabhängigen Finanzierungsgesellschaften (sogenannten Non Captives) in ausreichender Höhe, insbesondere auch für zukünftiges Wachstum, zur Verfügung. 

Ein konstant hoher Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von 28.557 TEUR (Vorjahr: 17.888 TEUR) sichert zudem die finanzielle Stabilität, die Unabhängigkeit und einen ausreichenden Finanzierungsspielraum zur Absicherung der zukünftigen Geschäftsentwicklung der Gesellschaft.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum Vorjahr um 4.040 TEUR auf 19.049 TEUR. Die Eigenkapitalquote hat sich mit 27,0% (Vorjahr 21,6%) deutlich erhöht. Der Anstieg resultiert aus der Thesaurierung von Gewinnen im Unternehmen. Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 300 TEUR. 

Die Rückstellungen verzeichnen einen Rückgang in Höhe von 1.271 TEUR bzw. 8,6% auf 13.504 TEUR. Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen die Auflösung einer Rückstellung für ein Klageverfahren in Höhe von 1.076 TEUR. 

Die Verbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2021 auf 34.542 TEUR und sind im Vergleich zum Vorjahr um 505 TEUR bzw. 1,5% leicht gestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus

einem stichtagsbedingten Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen undLeistungen in Höhe von 3.454 TEUR und

gestiegenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.327 TEUR, im Wesentlichen bedingt durch den im Geschäftsjahr abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrag mit der VISI|ONE GmbH und der daraus resultierenden Verlustübernahme.

Der Anstieg wird nahezu kompensiert durch eine vertraglich vereinbarte Tilgungder Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 4.131 TEUR.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten verringerten sich um 2.097 TEUR bzw. 38,1%. Dies liegt im Wesentlichen in der Stichtagsbetrachtung der vereinnahmtenund über die Mietlaufzeit abgegrenzten Werbekostenzuschüsse begründet. Diese reduzierten sich von 4.878 TEUR im Vorjahr auf 3.324 TEUR zum 31. Dezember 2021.

Komprimierte Passiva:

Passiva in TEUR GJ 2021 GJ 2020 Delta in TEUR Delta in %
Gezeichnetes Kapital 300 300 0 0,0%
Gewinnrücklagen 14.056 11.709 2.347 20,0%
Bilanzgewinn 4.694 3.001 1.693 56,4%
Eigenkapital 19.049 15.010 4.040 26,9%
Rückstellungen 13.504 14.775 -1.271 -8,6%
Verbindlichkeiten 34.542 34.038 505 1,5%
PRAP 3.412 5.509 -2.097 -38,1%
Passive latente Steuern 88 0 88 n/a
Summe Passiva 70.597 69.332 1.265 1,8%

Ertragslage 

CHOICE absolvierte trotz der besonderen Ereignisse durch die COVID-19-Pandemie ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021. 

Die Umsatzerlöse reduzierten sich im Vorjahresvergleich um 31.612 TEUR bzw. 20,6%. Ursächlich hierfür ist der für 2021 prognostizierte veränderte Finanzierungsprozessvon Teilen der Fahrzeugflotte. Diese Veränderung war erfolgsneutral, da sich die Aufwendungen gleichermaßen reduzierten. Um den Sondereffekt bereinigt, steigerte CHOICE die Umsatzerlöse um 7,7% gegenüber dem Vorjahr.

Die Umsatzrendite, basierend auf dem Jahresüberschuss, ist mit 3,3% im Vergleich zum Vorjahr (0,6%) gestiegen, was neben einer Erhöhung der Produktivität auf den veränderte Finanzierungsprozess zurückzuführen ist.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind zum Vorjahr um 3.018 TEUR auf 4.878 TEUR gestiegen. Hauptsächlich bedingt durch eine Rückstellungsauflösung im Rahmen eines Klageverfahrens in Höhe von 1.076 TEUR und Erlösen aus dem Verkauf von Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.250 TEUR.

Die Materialaufwandsquote verbesserte sich von 92,5% auf 88,9%. Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen der veränderte Finanzierungsprozess und ein im Jahr 2021 erstmalig ertragswirksam zu erfassender Volumenbonus.

Zum 31. Dezember 2021 betrug die Zahl der aktiven Mitarbeiter (ohne Auszubildende) am Standort Nürnberg 85 (Vorjahr: 88) davon waren 17 (Vorjahr: 13) Teilzeitbeschäftigte. In der Betriebstätte Berlin waren zum 31. Dezember 2021 10 (Vorjahr: 4) aktive Mitarbeiter beschäftigt. Die Personalaufwendungen sind aufgrund einer veränderten Personalstruktur und eines im Durchschnitt rückläufigen Personalbestands um 1.288 TEUR auf 5.961 TEUR gesunken.. Aufgrund der positiven Entwicklung des Geschäftsjahres 2021 und des Engagements der Mitarbeiter wurde im Dezember wiederholt eine einmalige Sonderzuwendung (Corona-Prämie) an die Mitarbeiter ausbezahlt. 

Die Abschreibungen erhöhten sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2020 um 132 TEUR bzw. 11,8%, diese enthalten fahrzeugbezogene Abschreibungen in Höhe von 668 TEUR (Vorjahr: 597 TEUR), der Anteil an den Gesamtabschreibungen in Höhe von 53,2% ist im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahr: 53,1%) nahezu konstant. Die Höhe der Abschreibungen entspricht dem tatsächlichen Wertverlust der Fahrzeuge.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 755 TEUR bzw. 24,5%.Ursächlich für den Anstieg waren im Wesentlichen folgende Sachverhalte:

Anstieg der Verluste aus außergewöhnlichen Schadensfällen um 190 TEUR bzw. 246,6%

Anstieg der Aufwendungen aus Forderungsbewertung um 570 TEUR bzw. 108,7% bei gleichzeitiger Erhöhung des Ertrags um 392 TEUR bzw. 320,5%

Anstieg der Mietaufwendungen um 158 TEUR bzw. 46,9%

Anstieg der Aufwendungen für Lizenzgebühren von 95 TEUR bzw. 64,2%

Reduzierung der Zuführung zur Rückstellung für Werbekostenzuschüsse von 261 TEUR bzw. 105,4%

Reduzierung der Beratungsaufwendungen in Höhe von 163 TEUR bzw. 26,1%

Das Ergebnis nach Steuern wird zudem durch den im Jahr 2021 abgeschlossen Ergebnisabführungsvertrag mit der VISI|ONE GmbH in Höhe von 1.269 TEUR belastet.

Komprimierte Gewinn- und Verlustrechnung:

Gewinn- und Verlustrechnung in TEUR GJ 2021 GJ 2020 Delta in TEUR Delta in %
Umsatzerlöse 122.189 153.801 -31.612 -20,6%
sonstige betriebliche Erträge 4.878 1.860 3.018 162,3%
Materialaufwand -108.583 -142.214 33.631 -23,6%
Personalaufwand -5.961 -7.249 1.288 -17,8%
Abschreibungen -1.255 -1.123 -132 11,8%
sonstige betriebliche Aufwendungen -3.840 -3.085 -755 24,5%
Erträge aus Beteiligungen 0 23 -23 -100,0%
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 363 339 24 7,2%
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -258 -132 -126 95,2%
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -664 -606 -58 9,6%
Aufwendungen aus Verlustübernahme -1.269 0 -1.269 n/a
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.492 -690 -802 116,3%
Ergebnis nach Steuern 4.107 924 3.183 344,4%

Mit einem Ergebnis nach Steuern in Höhe von 4.107 TEUR (Vorjahr 924 TEUR) stellte CHOICE die Robustheit ihres Geschäftsmodells wiederholt unter Beweis.

5. Prognosebericht

Konjunkturelle und branchenspezifische Rahmenbedingungen 


Die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2021 war stark vom Pandemiegeschehen und den damit gekoppelten Eindämmungsmaßnahmen beeinflusst. Die anhaltenden Lieferengpässe und die vierte Coronawelle bremsen die deutsche Wirtschaft spürbar aus. Die zunächst erwartete kräftige Erholung für das Jahr 2022 verschiebt 
sich nach Meinung der Experten weiter nach hinten. Eine vollständige Erholung der Ökonomie, insbesondere in Deutschland, ist jedoch von diversen Parametern abhängig. Einen zentralen Faktor stellt die weitere Entwicklung der COVID-19-Pandemie dar. Jedoch auch der im Februar ausgebrochene Russland-Urkaine-Konflikt 
dämpft die wirtschaftliche Konjunkturporgnose für das Jahr 2022 nachhaltig. Beide angesprochenen Effekte führen zu deutlich gestiegenen Rohstoffpreisen, anhaltenden Lieferengpässen und daraus resultierenden steigenden Kosten, welche gepaart mit den Anpassungen an die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen, zu einer prognostizierten Inflationsrate von 3,3% führen und die wirtschftlichen Unsicherheiten forcieren. In den zwei vom ifo-Institut ausgegebenen Szenarien wird für das Geschäftsjahr 2022 ein Zuwachs des Bruttoinlandprodukts zwischen 3,1% (Basisszenario) und 2,2% (Alternativszenario) erwartet. [10] Zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2022 lassen sich die angesprochenen Einflussfaktoren jedoch nur schwer in Gänze erfassen. Wie genau sich die pandemische Lage, der Russland-Urkaine-Konflikt aber auch die steigende Inflationsrate entwickelt, bleibt weiter ungewiss.[11]

Branchenspezifische Auswirkungen und deren Bedeutung für CHOICE werden in den nachfolgenden Punkten sowie im Teil der Chancen und Risiken genauer erläutert.

Finanzprognose für das Geschäftsjahr 2022 

Die Unsicherheiten und Risiken im Zusammenhang mit der Pandemie und der Russland-Ukraine Krise für die weltweite wirtschaftliche Entwicklung können aktuell nicht beziffert werden. Die verabschiedete Prognose beruht auf den Erwartungen und Einschätzungen der Gesellschaft basierend auf der per Ende 2021 vorherrschenden Meinung zur weiteren Entwicklung der Märkte. Das Budget 2022 der CHOICE ist vor dem Hintergrund der aktuell sehr unsicheren Situation erstellt und freigegeben worden.

Die wesentlichen finanziellen Steuerungsgrößen bei CHOICE sind die Gesamtleistung und das Operative Ergebnis (EBIT). CHOICE plant im Geschäftsjahr 2022 miteiner leicht reduzierten Gesamtleistung und einem Operativen Ergebnis (EBIT) auf Vorjahresniveau.

6. Chancen- und Risikobericht

Die aktuelle Risikosituation der CHOICE ist vor allem geprägt von Unsicherheiten, welche aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Russland-Ukraine Konflikt entstehen. Zum aktuellen Zeitpunkt lassen sich Prognosen bezüglich Auswirkungen auf den Mobilitätsmarkt nur schwer treffen. Die ersten Probleme in der Aufrechterhaltung der Lieferketten von großen Automobilherstellern führen bereits zu teilweisen Produktionsstillständen. Zudem steigen die Treibstoffpreise massiv an. Die Krise kann sowohl nachfrageseitig als auch angebotsseitig das Ergebnis und den Geschäftsverlauf von CHOICE beeinflussen. Auf das besondere Risiko aufgrund der nicht abschließenden Beurteilung der Unsicherheiten in Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine Konflikt wird an dieser Stelle hingewiesen.

Damit die Gesellschaft bestandsgefährdende Risiken und unkontrollierbare Entwicklungen nicht ausgesetzt wird, ist ein Risikomanagementsystem implementiert. Dieses wird als integrativer Bestandteil der Unternehmensführung verstanden. Das Risikomanagementsystem ist neben den bereits bestehenden Controlling Instrumentarien darauf ausgerichtet, Risiken so weit wie möglich zu begrenzen und Chancen optimal zu nutzen. Das Risikomanagementsystem ermöglicht CHOICEzeitnah Risiken zu erkennen, um die notwendigen Maßnahmen zur Risikobewältigung zu veranlassen. Folgende wesentliche Themenfelder wurden durch die Geschäftsleitung identifiziert:

Mobilitätsmarkt

Beschaffungsmarktrisiko

Vermarktungs- und Ausfallrisiko 

Die nachstehend genannten Chancen und Risiken lassen sich nicht quantifizieren, sind aber in der Reihenfolge der von der Geschäftsführung eingeschätzten Wesentlichkeit hinsichtlich einer Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeiten und monetärer Auswirkung aufgeführt, wobei die wesentlichsten Chancen und Risiken am Anfang genannt sind.

Mobilitätsmarkt 

Der Mobilitätsmarkt selbst unterliegt einem starken Wandel. Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger belegt, dass die vier Megatrends neue Mobilitätsdienstleistungen, Autonomes Fahren, Digitalisierung und Elektrifizierung eine massive Auswirkung auf das bisherige Verständnis von Mobilität haben und stellen insbesondere die Automobilbranche vor neue Herausforderungen. [12]

Nicht nur der Begriff der Mobilität wird sich zukünftig stark verändern, auch der Automobilmarkt als solcher. Der Anteil an Neuzulassungen von Fahrzeugen in Deutschland mit alternativen Antriebsarten (Hybrid, Plug-in Hybrid und Elektro) betrug im Dezember 2021 58%, was einen Anstieg zum Dezember 2020 von 11 Prozentpunkten bedeutet. [13] Der steigende Anstieg der Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen, Plug-in-Hybrid und Hybridfahrzeugen führt zu einer neuen Konkurrenzsituation auf dem Mobilitätsmarkt. Da Elektroautos deutlich einfacher zu konstruieren sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, Antriebsstrang und Abgasanlage, entwickeln sich ernstzunehmende neue Wettbewerber aus der Digitalbranche. [14]

Auch der Fahrzeugnutzen wird sich stark verändern, stehen aktuell noch Individualverkehr und Besitz im Vordergrund so geht der Trend hin zu nachhaltigen Mobilitätsalternativen. Die junge, technikaffine Generation legt dabei auf umweltfreundliche und komfortable Mobilitätslösungen Wert. Vor allem im urbanen Raum wird sich der intermodale Personenverkehr (Kombination aus Auto und öffentliche Verkehrsmittel) durchsetzen. [15]

CHOICE hat diese Trends frühzeitig erkannt und sich entsprechend durch zielgerichtete Investitionen positioniert. Mit attraktiven Einkaufskonditionen für Mietwagen, effizienter Vermietsoftware, Webshops, Logistik und weiteren Dienstleistungen ermöglicht CHOICE zudem seinen Kunden unter einer eigenen Marke auch im Wandel zukunftsfähig Mobilität am Markt anzubieten. Die Gesellschaft sieht daheraus den oben beschriebenen Marktveränderungen weitestgehend Chancen.

Beschaffungsmarktrisiko 

Als potenzielles Risiko wird die hohe Volatilität der Rohstoffpreise bzw. Versorgungsengpässe eingeschätzt. Die Versorgungsengpässe im Bereich Halbleiter und dieAuswirkungen des Russland-Ukraine Konflikts haben direkten Einfluss auf den Herstellungsprozess der Fahrzeuge. Die Gesellschaft versucht diese Risiken über eine heterogene Lieferantenstruktur und durch angepasste Absatzpreise zu kompensieren. Durch die Verknappung von Neufahrzeugen entstehen für die Gesellschaft durch den Preisanstieg am Gebrauchtwagenmarkt zudem Chancen hinsichtlich eines verbesserten Vermarktungspotenzials.

Vermarktungs- und Ausfallrisiko 

Für einen gewissen Teil des Einkaufsvolumens nimmt CHOICE die Vermarktungschance der Gebrauchtfahrzeuge wahr (Remarketing). Für diesen Teil der Fahrzeugflotte erfolgt meist vor Eingang der Einkaufsverpflichtung die Vermarktung an gewerbliche Käufer als Restwertgarant. Risiken entstehen bei diesem Vorgehen insbesondere durch ausfallende Restwertgaranten. CHOICE entgegnet diesem Risiko durch den Fokus auf eine mehrjährige, heterogene und bonitätsstarke Kundenstruktur. Zudem erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Bonität der Vertragspartner. Aus diesem Grund schätzt CHOICE das Risiko als niedrig ein. Im Gegenteil ergeben sich aus den gestiegenen Gebrauchtwagenpreisen tendenziell Chancen.

Gesamtrisikoeinschätzung 

Die Geschäftsleitung sieht ein global erhöhtes Risiko im Einklang mit der aktuellen weltpolitischen Entwicklung. Ein Risiko für das künftige Fortbestehen des Unternehmens wird auf Basis der Auftragslage, der Branchensituation, der Geschäftsstruktur und der finanziellen Stabilität der Gesellschaft nicht gesehen.

 

Nürnberg, 31. März 2022

gez. Bego Jasenac, Geschäftsführer & Antonio Pardo, Geschäftsführer

Quellenangaben:

[1] Vgl. Statista: "Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Wirtschaftswachstum".

[2] Vgl. Statistisches Bundesamt: "Bruttoinlandsprodukt 2022 für Deutschland".

[3] Vgl. Stern: "Kein Ende in Sicht".

[4] Vgl. Spiegel Wirtschaft: "Neuzulassungen in der EU sacken 2021 noch weiter ab".

[5] Vgl. Die Rheinpfalz: "Mercedes, VW und Volvo: Bei wem läuft das Geschäft besser?"

[6] Vgl. Autohaus: "Bilanz 2021: Mercedes-Benz mit starkem Ergebnis".

[7] Vgl. manager magazin: "Vielen Autobauern geht es viel besser als vermutet".

[8] Vgl. WELT: "'Weil der Markt das hergibt' - Plötzlich sind Mietwagen 50 Prozent teurer"

[9] Anlagendeckungsgrad 1: Eigenkapital / Anlagevermögen * 100

[10] Vgl. IFO Konjunkturprognose Frühjahr 2022: Folgen des russich-ukrainischen Krieges dämpfen deutsche Konjunktur.

[11] Vgl. IFO Konjunkturprognose Winter 2021: Lieferengpässe und Coronawelle bremsen deutsche Wirtschaft aus.

[12] Vgl. Mobilität der Zukunft: Eine Branche im Wandel.

[13] Vgl. statista: Monatliche Pkw-Neuzulassungen in Deutschland.

[14] Vgl. Mobilität der Zukunft: Eine Branche im Wandel.

[15] Vgl. PWC: Five trends tranforming the Automotive Industry

Bilanz

Aktiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Anlagevermögen 18.325.989,85 24.704.958,30
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 292.356,46 670.362,29
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 292.356,46 670.362,29
II. Sachanlagen 5.470.037,58 14.178.100,95
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.462.404,57 14.178.100,95
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.633,01 0,00
III. Finanzanlagen 12.563.595,81 9.856.495,06
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.331.249,63 1.564.956,59
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 8.372.668,84 6.649.729,80
3. Beteiligungen 1.567.662,13 1.500.808,65
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 251.015,19 0,00
5. Sonstige Ausleihungen 41.000,02 141.000,02
B. Umlaufvermögen 51.540.452,62 43.841.177,18
I. Vorräte 3.130.696,75 7.981.436,82
1. fertige Erzeugnisse und Waren 3.044.663,14 7.975.456,82
2. geleistete Anzahlungen 86.033,61 5.980,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 18.258.373,30 17.775.017,68
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.443.506,42 9.331.185,61
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.220.162,56 238.321,97
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 785,40 0,00
4. sonstige Vermögensgegenstände 11.593.918,92 8.205.510,10
III. Wertpapiere 1.594.593,46 196.672,52
IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 28.556.789,11 17.888.050,16
C. Rechnungsabgrenzungsposten 730.151,25 785.620,92
Summe Aktiva 70.596.593,72 69.331.756,40

Passiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital 19.049.469,13 15.009.706,49
I. Gezeichnetes Kapital / Kapitalkonto / Kapitalanteile 300.000,00 300.000,00
1. Gezeichnetes Kapital 300.000,00 300.000,00
II. Gewinnrücklagen/Ergebnisrücklagen 14.055.681,04 11.708.787,00
1. satzungsmäßige Rücklagen 14.055.681,04 11.708.787,00
III. Bilanzgewinn 4.693.788,09 3.000.919,49
B. Rückstellungen 13.504.129,05 14.774.930,50
1. Steuerrückstellungen 1.070.081,07 931.730,29
2. sonstige Rückstellungen 12.434.047,98 13.843.200,21
C. Verbindlichkeiten 34.542.414,86 34.037.884,15
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.557.500,00 18.688.024,14
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 73.753,47 358.929,41
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.960.226,43 2.506.654,61
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.374.050,86 47.031,21
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 91.273,00 61.248,00
6. sonstige Verbindlichkeiten 12.485.611,10 12.375.996,78
davon aus Steuern 6.209.552,97 3.307.353,66
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 9.063,82 12.964,36
D. Rechnungsabgrenzungsposten 3.412.456,43 5.509.235,26
E. Passive latente Steuern 88.124,25 0,00
Summe Passiva 70.596.593,72 69.331.756,40

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1. Betriebsergebnis 7.427.137,43
a) Rohergebnis 18.483.358,77
Gesamtleistung 122.188.875,79
Umsatzerlöse 122.188.875,79
sonstige betriebliche Erträge 4.877.531,87
davon Erträge aus Währungsumrechnung 40,20
Materialaufwand 108.583.048,89
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 60.857.949,28
Aufwendungen für bezogene Leistungen 47.725.099,61
b) Personalaufwand 5.961.250,23
Löhne und Gehälter 5.017.333,36
soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 943.916,87
davon Aufwendungen für Altersversorgung 36,85
c) Abschreibungen 1.255.072,65
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.255.072,65
d) sonstige betriebliche Aufwendungen 3.839.898,46
2. Finanz- und Beteiligungsergebnis -1.827.842,84
a) Erträge aus Beteiligungen 0,00
b) sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 363.348,68
c) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 258.260,81
d) Aufwendungen aus Verlustübernahmen (Mutter) 1.268.714,81
e) Zinsen und ähnliche Aufwendungen 664.215,90
3. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.492.204,80
a) Aufwand aus der Veränderung latenter Steuern 88.124,25
4. Ergebnis nach Steuern 4.107.089,79
5. sonstige Steuern 67.327,15
Jahresüberschuss 4.039.762,64

Anhang

1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Choice GmbH mit Sitz in Nürnberg (eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Nürnberg, Registernummer HRB 19444) für das am 31. Dezember 2021 abgeschlossene Geschäftsjahr wurde auf Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB für große Kapitalgesellschaften (gemäß § 267 Abs. 3 HGB) sowie unter Beachtung des GmbHG und der sich aus dem Gesellschaftsvertrag ergänzenden Vorschriften aufgestellt.

Das Prinzip der Darstellungsstetigkeit wurde beachtet. Allerdings wurden in geringfügigem Umfang Ausweisanpassungen in der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung vorgenommen. Die entsprechenden Ausführungen werden bei den jeweiligen Posten aufgeführt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 ist in Euro aufgestellt. Die Zahlenangaben erfolgen, soweit nicht anders vermerkt, in tausend Euro (TEUR). Die dargestellten Tabellen und Angaben können rundungsbedingte Differenzen enthalten. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bewertung erfolgt unter der Annahme der Unternehmensfortführung.

Von Dritten entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Das Wahlrecht zur Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände wurde nicht ausgeübt.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen angesetzt. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden die Vermögensgegenstände außerplanmäßig abgeschrieben, um diese mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist.

Zugänge mit einem Anschaffungswert bis zu 250 EUR werden als laufender Aufwand erfasst und Zugänge mit einem Wert größer 250 EUR und höchstens 800 EUR als geringwertige Anlagegüter sofort abgeschrieben.

Die Bewertung der Fahrzeuge des Anlagevermögens zum Bilanzstichtag erfolgte unter Berücksichtigung der Anschaffungskosten, vermindert um die zeitanteilige Differenz zwischen Anschaffungskosten und jeweilig vertraglich vereinbarten Rückgabepreisen der Fahrzeuge.

Bei den Finanzanlagen werden Anteile an verbundenen und beteiligten Unternehmen zu Anschaffungskosten bilanziert. Ausleihungen werden zum Nennwert bzw. zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Im Übrigen verweisen wir auf die diesem Anhang als Anlage beigefügte Entwicklung des Anlagevermögens (Anlage 1).

Die Bewertung der Vorräte, die im Wesentlichen Fahrzeuge beinhalten, erfolgt zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert. Soweit Bestandsrisiken vorliegen, die sich aus der Lagerdauer ergeben, sind Abwertungen im ausreichenden Umfang berücksichtigt.

Die geleisteten Anzahlungen auf Vorräte entsprechen dem Nennbetrag der Zahlung.

Fremdkapitalzinsen werden sowohl im Anlagevermögen als auch im Umlaufvermögen nicht aktiviert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt, sofern für erkennbare Einzelrisiken Wertberichtigungen erforderlich waren. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung auf die nicht einzelwertberichtigten Nettoforderungen ausreichend Rechnung getragen.

Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Der Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks sind zum Nennwert angesetzt.

In den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, ausgewiesen.

Das im Eigenkapital enthaltene Stammkapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Rückstellungen werden in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrages nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung dotiert und berücksichtigen alle, zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung, erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

Die erhaltenen Anzahlungen und Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

In den passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, ausgewiesen.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handels- und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen im Organkreis ermittelt. Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der VISI|ONE GmbH. In Folge der bestehenden steuerlichen Organschaft werden latente Steuern beim Organträger für die Organgesellschaft gebildet. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des Ertragsteuersatzes von aktuell 32,17%. Der Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Die sich insgesamt ergebende Steuerbelastung ist in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt.

3. Erläuterungen zu Positionen der Bilanz

Anlagevermögen 

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibung des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel als Anlage 1 zum Anhang  dargestellt.

Zum 31. Dezember 2021 hält die Choice GmbH nachfolgend aufgelistete Anteile an verbundenen Unternehmen: 

Anteile Sitz Quote Eigenkapital Jahresergebnis
Jurpex GmbH Nürnberg 100,0% 80 TEUR* -82 TEUR*
VISI/ONE GmbH Remscheid 100,0% 62 TEUR* 0 TEUR*
Nuts One GmbH Berlin 100,0% 194 TEUR* 100 TEUR*
Fuhrwerk Plus GmbH Köln 100,0% 392 TEUR* 537 TEUR*
CHOICE SPAIN & PORTUGAL S.L. Madrid 100,0% -339 TEUR** -183 TEUR**
CHOICE AUSTRIA GmbH Wien 100,0% -145 TEUR** -121 TEUR**

* vorläufige Zahlen zum 31.12.2021
** Zahlen zum 31.12.2020

Im Geschäftsjahr 2021 wurden 900 TEUR in die Kapitalrücklage der VISI|ONE GmbH über eine Darlehensumwandlung eingelegt. Zudem wurde mit der Gesellschaft im Geschäftsjahr ein Ergebnisabführungsvertrag geschlossen.

Die im Vorjahr unter Anteile an verbundenen Unternehmen ausgewiesene Gesellschaft insertEFFECT GmbH ist aufgrund eines Anteilsverkaufs in Höhe von 50% im Jahr 2021 unter den Beteiligungen ausgewiesen.

Die Beteiligungen gliedern sich wie folgt:

Beteiligungen Sitz Quote Eigenkapital Jahresergebnis
InsertEFFECT GmbH Nürnberg 50,0% -53 TEUR* -36 TEUR*
remoso GmbH Ravensburg 49,0% 885 TEUR* -238 TEUR**

* vorläufige Zahlen zum 31.12.2021
** Zahlen zum 31.12.2020

In den Ausleihungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind Ausleihungen gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 2.500 TEUR (Vorjahr: 2.500 TEUR) enthalten. 

Umlaufvermögen 

Im Geschäftsjahr 2021 wurden in den Forderungen aus Lieferung und LeistungWertberichtigungen in Höhe von 887 TEUR (Vorjahr: 591 TEUR) bilanziert.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.022 TEUR (Vorjahr: 227 TEUR). Des Weiteren sind Forderungen gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 198 TEUR (Vorjahr: 7 TEUR) enthalten.

In den sonstigen Vermögensgegenständen wurden pauschale Wertberichtigungen in Höhe von 117 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) vorgenommen.

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände weisen eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr auf.

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens wurden zum Bilanzstichtag auf den Börsen- bzw. Markpreis abgeschrieben. Hieraus resultierte im Berichtsjahr ein Aufwand in Höhe von 258 TEUR (im Vorjahr: 0 TEUR).

Eigenkapital 

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert zum Vorjahr 300 TEUR.

Rückstellungen 

In den Steuerrückstellungen sind Risiken aus Betriebsprüfung für die Jahre 2016 bis 2019 in Höhe von 190 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) enthalten. 

Die sonstigen Rückstellungen teilen sich wie folgt auf: 

Sonstige Rückstellungen in TEUR GJ 2021 GJ 2020 Delta in TEUR Delta in %
Urlaub 91 89 2 1,8%
Personal 166 160 6 3,9%
Erfüllung der Aufbewahrungspflicht  12 12 0 0,0%
Abschluss- und Prüfungskosten  75 96 -21 -22,0%
Werbekostenzuschüsse und Einbehalte 10.635 11.354 -719 -6,3%
Sonstiges 1.455 2.131 -677 -31,8%

Die im Vorjahr gebildete Rückstellung für ein Klageverfahren wurde im Geschäftsjahr vollständig aufgelöst.

Verbindlichkeiten

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus hinterlegten Kautionen in Höhe von 1.741 TEUR (Vorjahr: 1.315 TEUR) ausgewiesen.

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über 5 Jahren liegen, wie im Vorjahr, nicht vor.

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern liegen im Berichtsjahr nicht vor (Vorjahr 1 TEUR).Eine detaillierte Aufstellung der Verbindlichkeiten ist im Verbindlichkeitenspiegel als Anlage 2 zu finden. 

Passive Rechnungsabgrenzungsposten 

Wesentlicher Bestandteil der passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Einnahmen aus Werbekostenzuschüssen in Höhe von 3.324 TEUR (Vorjahr 4.878 TEUR).

Passive latente Steuern

Es werden 88 TEUR (Vorjahr 0 TEUR) latente Steuern aufgrund der im Organkreis entstehenden Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz aus selbsterstellten immateriellen Vermögen passiviert.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es besteht eine Vielzahl von Leasingverträgen über Fahrzeuge mit einer Laufzeit von jeweils etwa sechs Monaten, die kontinuierlich im Rahmen der Geschäftstätigkeit abgeschlossen werden. Der Vorteil dieser Leasingverträge ist die Liquiditätsschonung und Optimierung des Working Capitals im Vergleich zu einer eigenen Anschaffung. Risiken sind hieraus nicht erkennbar.

Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 3.001 TEUR (Vorjahr: 3.084 TEUR). Davon weisen 1.654 TEUR eine Restlaufzeit von über einem Jahr auf. Sonstige finanzielle Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von über 5 Jahren liegen, wie im Vorjahr, nicht vor.

Haftungsverhältnisse

Gegenüber Vermietern bestehen selbstschuldnerische Mietbürgschaften bis zu einem Betrag von 149 TEUR. Das Risiko der Inanspruchnahme wird als unwahrscheinlich angesehen.

Mit der qualifizierten Rangrücktrittsvereinbarung vom 30. Dezember 2021 erklärt die CHOICE gegenüber der insertEFFECT GmbH im Rang gegenüber anderen Gläubigern mit einem maximalen Betrag in Höhe von 100 TEUR zurückzutreten. Das Risiko der Inanspruchnahme wird als unwahrscheinlich angesehen.

Weitere Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB bestanden am Bilanzstichtag nicht.

4. Erläuterungen zu Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung

Erträge 

Die Umsatzerlöse nach § 277 Abs. 1 HGB gliedern sich in folgende Tätigkeitsbereiche: 

Umsatzerlöse in TEUR
GJ 2021 GJ 2020 Delta in TEUR Delta in %
Mobilitätspartnerschaften 47.496 44.524 2.972 6,7%
Remarketing 63.848 54.303 9.545 17,6%
Mobilitätsnetzwerke 3.207 2.100 1.107 52,7%
Sonstiges 7.638 52.873 -45.235 -85,6%
Gesamtsumme 122.189 153.801 -31.612 -20,6%

Im Jahr 2021 wurde die Berichtsstruktur geändert. Zur Herstellung der Vergleichbarkeit zeigt nachfolgende Tabelle die Entwicklung der Umsatzerlöse nach der alten Struktur:

Umsatzerlöse in TEUR
GJ 2021 GJ 2020 Delta in TEUR Delta in %
Mobilitätssysteme 20.464 19.427 1.037 5,3%
Fuhrparkmanagement 38.062 78.636 -40.574 -51,6%
Remarketing 60.650 54.387 6.263 11,5%
Sonstiges 3.013 1.351 1.662 123,0%
Gesamtsumme 122.189 153.801 -31.612 -20,6%

In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden periodenfremde Erträge in Höhe von 1.906 TEUR (Vorjahr: 502 TEUR) ausgewiesen. Im Wesentlichen beinhalten diese Erträge die Auflösung von Rückstellungen (1.147 TEUR), die Herabsetzung der Einzelwertberichtigung auf Forderungen (514 TEUR) sowie periodenfremde Erträge im Zusammenhang mit dem Klageverfahren. Zudem sind Erträge aus dem Anteilsverkauf an der insertEFFECT GmbH in Höhe von 1.183 TEUR enthalten.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge beinhalten Zinserträge gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 355 TEUR (Vorjahr: 331 TEUR), davon aus Ausleihungen an Gesellschaftern 88 TEUR (Vorjahr: 128 TEUR).

Aufwendungen

Die Gesellschaft zeigt Lohn- und Gehaltsaufwendungen in Höhe von 5.017 TEUR(Vorjahr 6.183 TEUR). Die Ausgaben für soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung belaufen sich auf 944 TEUR(Vorjahr: 1.066 TEUR). Es wurden insgesamt 24 TEUR im Vorjahr aus den Ausgaben für soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung in den sonstigen betrieblichen Aufwand umgegliedert.

Es wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf 3.840 TEUR (Vorjahr: 3.085 TEUR). Wesentliche Posten sind Aufwendungen aus der Forderungsbewertung (1.095 TEUR), Beratungskosten (462 TEUR), Software und Lizenzgebühren (243 TEUR) sowie Miet- und Leasingaufwendungen (712 TEUR). Im Berichtszeitraum befinden sich in der Position der sonstigen betrieblichen Aufwendungen periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 50 TEUR (Vorjahr: 38 TEUR).

Im Geschäftsjahr wurden Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens in Höhe von 258 TEUR (Vorjahr: 132 TEUR) vorgenommen.

Durch den in 2021 geschlossen Ergebnisabführungsvertrag mit der VISI|ONE GmbH wird das Ergebnis vor Steuern durch Aufwendungen aus Verlustübernahme in Höhe von 1.269 TEUR belastet.

Der Steueraufwand aus Einkommen und Ertrag beträgt 1.492 TEUR (davon Aufwand aus latenten Steuern in Höhe von 88 TEUR).

5. Sonstige Angaben

Beschäftigte

Im Jahresdurchschnitt waren im Unternehmen 89 Mitarbeiter beschäftigt, die sich wie folgt unterteilen: 

Arbeitnehmergruppen GJ
2021
GJ 2020
Angestellte 83 84
leitende Angestellte 15 15
vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter 82 84
teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter 16 15

Die Berechnung erfolgte methodisch nach § 267 Abs. 5 HGB.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen 

Marktunübliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen bestehen gemäß § 285 Nr. 21 HGB nicht.

Ergebnisverwendung 

Der handelsrechtliche Jahresüberschuss beträgt 4.040 TEUR (Vorjahr: 924 TEUR) und wird nach Verrechnung mit dem Gewinnvortrag 3.001 TEUR (Vorjahr: 3.577 TEUR), sowie der Zuführung zur Gewinnrücklage 2.347 TEUR (Vorjahr: 1.500 TEUR) auf neue Rechnung vorgetragen.

Honorar des Abschlussprüfers 

Das Gesamthonorarfür Abschlussprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2021 belief sich auf 23 TEUR (Vorjahr: 22 TEUR), für das Vorjahr fiel im Berichtsjahr ein Aufwand von 2 TEUR an.

Gesellschaftsorgane

Geschäftsführer der Gesellschaft sind: 

Name Sitz Position Eintrittsdatum
Antonio Pardo Wetzlar Geschäftsführer 23.01.2020
Bego Jasenac Nürnberg Geschäftsführer 03.12.2019

In Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB wird auf Angaben über die Gesamtbezüge der Geschäftsführung verzichtet. 

Herr Antonio Pardo ist auch Geschäftsführer und Gesellschafter der APInvest GmbH & Co. KG. Diese hat von der Choice GmbH ein Darlehen erhalten, welches zum Bilanzstichtag mit 2.500 TEUR (Vorjahr: 2.500 TEUR) valutiert. Die Konditionen sind fremdüblich.

Nachtragsbericht

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft wesentlich auswirken, lagen nicht vor. Nach Ende des Geschäftsjahres kam es zu Kriegshandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Dies führte bereits zu einem teilweisen Herstellungsstopp von größeren Automobilherstellern. Die Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragslage des Unternehmenswerden als voraussichtlich vorübergehend eingeschätzt.

 

Nürnberg, 31. März 2022

gez. Bego Jasenac, Geschäftsführer & Antonio Pardo, Geschäftsführer

Der Jahresabschluss wurde am 23. Mai 2022 festgestellt.

Anlagen

1. Entwicklung des Anlagevermögens 2021

Anschaffungskosten/ Herstellungskosten
Stand Stand
 01.01.2021 Zugänge Umbuchungen Abgänge  31.12.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.896.540,11 35.209,26 0,00 0,00 3.931.749,37
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 3.896.540,11 35.209,26 0,00 0,00 3.931.749,37
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.104.234,36 34.769.755,40 0,00 43.651.690,14 6.222.299,62
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 7.633,01 0,00 0,00 7.633,01
Summe Sachanlagen 15.104.234,36 34.777.388,41 0,00 43.651.690,14 6.229.932,63
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.564.956,59 0,00 833.146,52 66.853,48 2.331.249,63
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 6.782.011,01 3.307.610,41 -1.226.015,19 490.937,39 8.372.668,84
3. Beteiligungen 1.500.808,65 0,00 66.853,48 0,00 1.567.662,13
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 326.015,19 75.000,00 251.015,19
5. sonstige Ausleihungen 141.000,02 0,00 0,00 100.000,00 41.000,02
Summe Finanzanlagen 9.988.776,27 3.307.610,41 0,00 732.790,87 12.563.595,81
Gesamtsumme Anlagevermögen 28.989.550,74 38.120.208,08 0,00 44.384.481,01 22.725.277,81
Abschreibungen
Stand Stand
 01.01.2021 Zugänge Abgänge  31.12.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.226.177,82 413.215,09 0,00 3.639.392,91
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 3.226.177,82 413.215,09 0,00 3.639.392,91
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 926.133,41 841.857,56 1.008.095,92 759.895,05
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 926.133,41 841.857,56 1.008.095,92 759.895,05
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 132.281,21 0,00 132.281,21 0,00
3. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 0,00
5. sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 132.281,21 0,00 132.281,21 0,00
Gesamtsumme Anlagevermögen 4.284.592,44 1.255.072,65 1.140.377,13 4.399.287,96
Buchwerte
Stand Stand
 31.12.2021  31.12.2020
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 292.356,46 670.362,29
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 292.356,46 670.362,29
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.462.404,57 14.178.100,95
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.633,01 0,00
Summe Sachanlagen 5.470.037,58 14.178.100,95
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.331.249,63 1.564.956,59
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 8.372.668,84 6.649.729,80
3. Beteiligungen 1.567.662,13 1.500.808,65
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 251.015,19 0,00
5. sonstige Ausleihungen 41.000,02 141.000,02
Summe Finanzanlagen 12.563.595,81 9.856.495,06
Gesamtsumme Anlagevermögen 18.325.989,85 24.704.958,30

2. Verbindlichkeiten

C. Verbindlichkeiten (in TEUR) 31.12.2021 bis 1 Jahr über 1 Jahr über 5 Jahre gesicherte
Beträge*
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.557,50 3.930,00 10.627,50 0,00 14.558,00
(Vorjahr) 18.688,02 8.930,52 9.757,50 0,00 18.688,02
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 73,75 73,75 0,00 0,00 0,00
(Vorjahr) 358,93 358,93 0,00 0,00 0,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistung 5.960,23 5.960,23 0,00 0,00 0,00
(Vorjahr) 2.506,65 2.506,65 0,00 0,00 0,00
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundene  Unternehmen 1.374,05 1.374,05 0,00 0,00 0,00
(Vorjahr) 47,03 47,03 0,00 0,00 0,00
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundene  Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 91,27 91,27 0,00 0,00 0,00
(Vorjahr) 61,25 61,25 0,00 0,00 0,00
6. Sonstige Verbindlichkeiten 12.485,61 0,00 0,00 0,00 0,00
(Vorjahr) 12.376,00 12.376,00 0,00 0,00 0,00
Gesamtsumme Verbindlichkeiten 34.542,41 11.429,30 10.627,50 0,00 14.558,00
(Vorjahr) 34.037,88 24.280,38 9.757,50 0,00 18.688,02

*  Covenants (im Vorjahr zudem teilweise Sicherungsübereignung, teilweise übliche Forderungsabtretung

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

An die Choice GmbH:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Choice GmbH, Nürnberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den handelsrechtlichen Anforderungen und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen 
entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021.

Der Lagebericht vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem 
Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Nr. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten 
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss:

Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses nach geltenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Stiftung vermittelt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist die Geschäftsführung dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit 
zu beurteilen. Des Weiteren hat sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zukönnen.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten 
- falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit 
dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss 
und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

 ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

 beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

 beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

 führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen können.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Wetzlar, den 13. Mai 2022

SBBR GmbHWirtschaftsprüfungsgesellschaft

Joachim Fricke, Wirtschaftsprüfer

Dr. Jens Hilberseimer, Wirtschaftsprüfer

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