Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 251598
Vorher
Blitz F15-313 GmbHPL DE Holding GmbH
Eingetragen
13.7.2015
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus KunststoffenBearbeitung und Veredlung von Kunststoffwaren
Gegenstand
Ausführung von technischen Entwicklungsarbeiten, die Herstellung von Prototypen und die Fertigung von Bauteilen in Kleinserien unter Anwendung diverser Fertigungsverfahren im Kundenauftrag sowie der Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Beteiligungen an in- und ausländischen Unternehmen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Pjotr Horowitz
seit 9.2.2026
Geschäftsführer
Sabine Nolte-Hauck
seit 9.2.2026
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
PL Euro Services LimitedGBR
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

PL Euro Services Limited
United Kingdom
26.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Proto Labs Germany GmbH

Putzbrunn

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

A) BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN WIRTSCHAFTSPRÜFERS

An die Proto Labs Germany GmbH, Putzbrunn:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Proto Labs Germany GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Proto Labs Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.“

 

München, den 8. September 2025

dhpg GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Keil, Wirtschaftsprüfer

Erlenkamp, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 26.804,00 27.710,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 17.538.491,78 17.870.325,61
2. Technische Anlagen und Maschinen 8.429.922,94 9.535.922,98
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 228.248,07 249.881,45
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 75.759,45
26.196.662,79 27.731.889,49
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 418.999,29 418.999,29
26.642.466,08 28.178.598,78
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 622.331,11 629.544,80
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.143.982,55 3.917.948,90
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.970.912,66 2.397.861,57
3. Forderungen gegenüber Gesellschaftern 926.021,26 463.671,25
4. Sonstige Vermögensgegenstände 482.589,01 88.197,97
7.523.505,48 6.867.679,69
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.810.681,46 4.224.974,75
11.956.518,05 11.722.199,24
C. Rechnungsabgrenzungsposten 600.340,56 492.340,58
39.199.324,69 40.393.138,60

Passiva

31.12.2023 31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 26.000,00 26.000,00
II. Kapitalrücklage 51.211.300,58 50.908.021,98
III. Verlustvortrag -21.347.494,69 -19.280.087,12
IV. Jahresfehlbetrag -1.457.391,10 -2.067.407,57
28.432.414,79 29.586.527,29
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 1.917.514,46 1.065.615,86
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 501.424,29 450.901,58
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 865.401,13 1.495.773,73
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.055.293,66 175.647,95
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 4.737.345,50 6.967.788,19
5. Sonstige Verbindlichkeiten 689.930,86 650.884,00
davon aus Steuern EUR 111.759,36 (Vj. EUR 7.248,97)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 6.019,64 (Vj. EUR 13.878,32)
8.849.395,44 9.740.995,45
39.199.324,69 40.393.138,60

Gewinn und Verlustrechnung vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023

2023 2023 2022
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 37.515.298,60 37.637.324,97
2. Sonstige betriebliche Erträge 84.476,13 290.919,45
37.599.774,73 37.928.244,42
3. Materialaufwand
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 21.772.071,14 22.216.942,13
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 10.123.555,90 8.769.386,61
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.605.765,19 1.759.882,35
5. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.333.174,50 2.198.713,94
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.230.953,68 3.432.681,54
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 80.848,94 (Vj. EUR 65.095,30)
39.065.520,41 38.377.606,57
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 17.479,54 78.542,72
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 17.465,04 (Vj. EUR 9.416,16)
8. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,00 1.678.281,57
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,00 3.068,01
17.479,54 -1.602.806,86
10. Ergebnis nach Steuern -1.448.266,14 -2.052.169,01
11. Sonstige Steuern 9.124,96 15.238,56
12. Jahresfehlbetrag -1.457.391,10 -2.067.407,57

ANHANG zum 31.12.2023

Proto Labs Germany GmbH,Putzbrunn

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. und 264 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften aufgestellt.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: Proto Labs Germany GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Putzbrunn
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: München
Register-Nr.: 251598

Gegenstand des Unternehmens ist die Ausführung von technischen Entwicklungsarbeiten, Herstellung von Prototypen und Fertigung von Bauteilen in Kleinserien unter Anwendung diverser Fertigungsverfahren im Kundenauftrag sowie der Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Beteiligungen an in- und ausländischen Unternehmen.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Innerhalb der Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen sind auf den Barwert abgezinst.

Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere Wert angesetzt.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden zu Anschaffungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigen Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Das im Handelsregister eingetragene und voll eingezahlte Stammkapital beträgt EUR 26.000,00.

In der Kapitalrücklage werden im Wesentlichen Zuzahlungen der Gesellschafter oder deren nachstehenden Personen ausgewiesen und übernommene Verpflichtungen aus dem Mitarbeiteraktienoptionsprogramm.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als ienem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Hs. 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 S. 1 HGB) beachtet.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen davon-Vermerke zur Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungskursdifferenzen.

Angaben zur Bilanz

Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens

Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Die Finanzanlagen beinhalten die Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 0 (Vj. 0) und stellen die Anteile 100 % an der Proto Labs Tooling GmbH, Eschenlohe dar. Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt TEUR 623,4 und der Jahresfehlbetrag TEUR 44,3.

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 41.152,00 11.268,00 0,00 0,00 52.420,00
41.152,00 11.268,00 0,00 0,00 52.420,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 18.951.935,87 0,00 6.629,22 73.802,09 19.019.108,74
2. Technische Anlagen und Maschinen 17.464.041,82 0,00 0,00 673.334,61 18.137.376,43
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 947.372,92 0,00 0,00 95.666,59 1.043.039,51
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 75.759,45 767.043,84 0,00 -842.803,29 0,00
37.439.110,06 767.043,84 6.629,22 0,00 38.199.524,68
II. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.740.105,57 0,00 0,00 0,00 1.740.105,57
2. Sonstige Ausleihungen 418.999,29 0,00 0,00 0,00 418.999,29
2.159.104,86 0,00 0,00 0,00 2.159.104,86
39.639.366,92 778.311,84 6.629,22 0,00 40.411.049,54
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 13.442,00 12.174,00 0,00 25.616,00
13.442,00 12.174,00 0,00 25.616,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.081.610,26 402.098,00 3.091,30 1.480.616,96
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.928.118,84 1.801.326,53 21.991,88 9.707.453,49
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 697.491,47 117.575,97 276,00 814.791,44
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
9.707.220,57 2.321.000,50 25.359,18 12.002.861,89
II. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.740.105,57 0,00 0,00 1.740.105,57
2. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
1.740.105,57 0,00 0,00 1.740.105,57
11.460.768,14 2.333.174,50 25.359,18 13.768.583,46
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
EUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 26.804,00 27.710,00
26.804,00 27.710,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 17.538.491,78 17.870.325,61
2. Technische Anlagen und Maschinen 8.429.922,94 9.535.922,98
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 228.248,07 249.881,45
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 75.759,45
26.196.662,79 27.731.889,49
II. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
2. Sonstige Ausleihungen 418.999,29 418.999,29
418.999,29 418.999,29
26.642.466,08 28.178.598,78

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegenüber dem Gesellschafter.

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (< 1 Jahr) 4.143 3.918
Forderungen gegen verbundene Unternehmen (> 1 Jahr) 1.747 1.747
(< 1 Jahr) 223 651
Forderungen gegen Gesellschafter (< 1 Jahr) 926 464
Sonstige Vermögensgegenstände (< 1 Jahr) 482 88
Summe 7.522 6.868

Angaben und Erläuterungen zu Rückstellungen

Die weiteren sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Boni, Rückstellungen für Stock Options, Urlaubsrückstellungen sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen und teilen sich wie folgt auf:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
davon Rückstellungen für Bonus und Gehalt 748 249
davon Rückstellungen für Stock Options 541 206
davon Rückstellungen für Urlaub 158 184
Sonstige Rückstellungen 449 426
Summe 1.896 1.065

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten setzen sich zusammen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und sonstige Verbindlichkeiten.

Alle Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig. Eine Ausnahme stellen die Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen dar. Diese enthalten Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 981, welche eine Restlaufzeit von über einem Jahr, aber unter 5 Jahren enthalten.

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 501 451
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 865 1.496
Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen 6.793 7.144
sonstige Verbindlichkeiten 690 650
Summe 8.849 9.741

Die sonstige Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus kreditorischen Debitoren sowie Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer und offener Lohnzahlung.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die im Berichtsjahr ausgewiesenen Umsatzerlöse teilen sich im Wesentlichen in folgende Geschäfts-bereiche auf:

Umsatz 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Spritzguss 18.225 19.337
3D-Druck 15.346 14.184
CNC 3.941 4.116
Summe 37.512 37.637

Die im Berichtsjahr 2023 ausgewiesenen Umsätze wurden im Wesentlichen in der Europäischen Union erwirtschaftet. Auf Deutschland entfielen Umsätze in Höhe von TEUR 18.819 und auf die anderen Länder der Europäischen Union TEUR 12.111. Außerhalb der Europäischen Union wurden Umsätze in Höhe von ca. TEUR 7.675 erzielt.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Weiterbelastung von Nebenkosten in Höhe von TEUR 53.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstige betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 3.225 (Vorjahr: TEUR 3.433) teilen sich im Wesentlichen wie folgt auf:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Miet- und Nebenkosten 502 506
Reparatur und Instandhaltungen 1.551 1.584
Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten 276 186
Versicherungen und Beiträge 204 197
Reisekosten 64 78
Währungseffekte 81 65
Sonstige Aufwendungen 553 817
Summe 3.231 3.433

Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich 155 Arbeitnehmer beschäftigt.

Mitarbeiter 2023 2022
Produktion 87 87
Verwaltung und Vertrieb 68 67
Summe 155 154

Geschäftsführung

Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr 2023:

Herr Daniel Cohn, Großkarolinenfeld

General Manager Germany

Herr Björn Klaas, Hamburg

Managing Director / VP EMEA

Hinsichtlich der Angaben gemäß § 285 Nr. 9a HGB wird die Befreiungsmöglichkeit für die oben genannten Geschäftsführer der Proto Labs Germany GmbH gemäß § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen. Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten.

Konzernzugehörigkeit

Sämtliche Anteile der Gesellschaft werden von der PL Euro Services Ltd., UK gehalten. Die PL Euro Services Ltd., UK stellt keinen Konzernabschluss auf. Der Jahresabschluss der Proto Labs Germany GmbH wird zum 31.12.2023 in den Konzernabschluss der Proto Labs Inc., U.S.A., einbezogen, welche diesen für den kleinsten und zugleich größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Diese ist auf der Website www.protolabs.com unter dem Bereich Investor Relations abzurufen.

Die Proto Labs Germany GmbH ist durch die Erfüllung der Vorschriften nach § 293 Abs. 1 Nr. 1 HGB nicht zur Erstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse

jährliche Zahlungsverpflichtung Gesamtverpflichtung 2024 2025 2026 - 2030
(TEUR)
aus Mietverträgen 314,4 44,9 44,9 224,6
aus Leasingverträgen 59,8 52,0 7,8 0,0

Die Zahlungsverpflichtungen aus Mietverträgen bestehen aus dem Mietvertrag für das Vertriebszentrum in Mosbach sowie dem Mietvertrag mit Rhenus für das Archiv und mit Tyzka für die Miete von Gasbehältern.

Bei den Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverträgen handelt es sich um Kfz-Leasing-Verträgen mit regulären Laufzeiten von 36 Monaten. Bis auf die üblichen Vertragslaufzeit- und Beendigungsrisiken sind keine weiteren Risiken bekannt.

Nachtragsbericht

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag:

Ein bedeutendes Ereignis nach Bilanzstichtag stellt das jährlich durchgeführte Long-Term-Incentive Programm der Proto Labs Inc. dar. Hierbei werden ausgewählten Mitarbeitern Aktienbezugsrechte an Stammaktien der Proto Labs Inc. gewährt und die Aktien über eine festgelegte Laufzeit an die Mitarbeiter übertragen. Für die Tochterunternehmen der Proto Labs Inc. ist dies kostenneutral. Um den Sachverhalt nach HGB abzubilden, werden die an die Mitarbeiter gewährten und noch nicht übertra-genen Aktien in die Rückstellungen gebucht. Die an die Mitarbeiter übertragenen Aktien, werden in der Kapitalrücklage der Proto Labs Germany abgebildet. Im Jahr 2023 wurden weitere Aktienoptionen in Höhe von TEUR 335 gewährt, welche die Rückstellungen um diesen Wert erhöhen und Aktien in Höhe von TEUR 276 an die Mitarbeiter übertragen, was wiederum die Rückstellungen entlastet und die Kapitalrücklage um diesen Betrag erhöht.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 18. Juli 2024 ist Herr Björn Klaas mit Wirkung zum 30. November 2024 aus der Geschäftsführung der Proto Labs Germany GmbH ausgeschieden.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

Putzbrunn, den 8. September 2025

Daniel Cohn

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell der Gesellschaft

Die Proto Labs Germany GmbH (im Folgenden „Proto Labs Germany“ oder „Gesellschaft“) mit Sitz in Putzbrunn bei München ist ein führendes Unternehmen in der additiven Fertigung (3D-Druck) von Prototypen und Kleinserienbauteilen aus verschiedenen Kunststoffen, Silikonen und Metallen.

Die grundsätzlich zum Einsatz kommenden Fertigungsverfahren lassen sich in folgende Gruppen unterteilen:

Additive Manufacturing (u .a. Stereolithographie und Selektives Lasersintern für Kunststoffbauteile, Direct Metal Lasersintern (DMLS) für Metallteile sowie andere Technologien), auch bekannt als 3D-Druckverfahren. Hierbei werden z. B. Polymerharze, Kunststoff- und Metallpulver mittels Laser werkzeugfrei verbunden.

Handel von im Konzernverbund zugekauften Waren, die durch andere Konzerngesellschaften gefertigt und durch Proto Labs Germany vertrieben werden

Handel mit Vakuumspritzgussteilen.

Als Hersteller von ausschließlich kundenspezifischen Produkten verfügt die Gesellschaft über keine eigene Forschung und Entwicklung. Die Produkte sowie das Material werden durch die Vorgabe des Kunden spezifiziert und im Rahmen der angebotenen Materialien und Technologien hergestellt.

1.2 Additive Manufacturing

In diesem Bereich werden im Schichtbauverfahren gemäß Kundendaten Teile für Kleinstserien und Prototypen erstellt. Neben der rein maschinellen Produktion der Teile sind Tätigkeiten wie die Prüfung der technischen Umsetzbarkeit vor Produktionsbeginn sowie das Waschen, Sandstrahlen und Schleifen dieser Teile notwendiger Bestandteil der Produktion.

Die Kunden der Proto Labs Germany haben außerdem die Möglichkeit, weitere Dienstleistungen zu beziehen:

Lackierung von Kunststoffteilen, die in additiven Fertigungsverfahren erstellt wurden

Einfache Montagen von Baugruppen, die in additiven Fertigungsverfahren erstellt wurden oder die Ergänzung von Kunststoffteilen mit, beispielsweise, Gewindeeinsätzen.

Zusammen mit der hausinternen Lackiererei kann die Proto Labs Germany verschiedene Fertigungstechnologien aus einer Hand anbieten. Durch die Auswahlmöglichkeiten der richtigen Fertigungstechnologie und der Betreuung bei kombinierten Fertigungstechnologien erzielt die Gesellschaft den Großteil des Umsatzes mit Kunden aus verschiedensten Branchen im Bereich der Produktentwicklung, wie dem Automotive-, Medizintechnik- oder Designerbereich.

Das Unternehmen ist bestrebt Branchenchancen mit folgenden Strategien zu nutzen:

Ausbau und Stabilisierung der Digitalisierung in der Produkt- und Dienstleistungsbestellung

Vollständige Abdeckung der Kundenbedürfnisse gemäß dem angebotenen Portfolio

Erhöhung der Kundenzufriedenheit durch Etablierung weiterer innovativer Ansätze im Produktionsumfang und der Produktionsabwicklung

Die strategische Ausrichtung der Proto Labs Germany richtet sich in erster Linie darauf, Kunden bei der Produktentwicklung durch eine On-Demand und auf Präzision ausgerichtete Fertigung zu unterstützen, welche eine hohe Qualität in den einzelnen Produktionsbereichen aufweist. Darüber hinaus arbeitet die Proto Labs Germany verstärkt daran, Aufträge aus dem Bereich der Kleinserien- und Serienfertigung für finale Produktanwendungen zu gewinnen, um somit Kunden über den gesamten Produktlebenszyklus zu unterstützen.

Um diese Ziele vollumfänglich zu unterstützen und auch globalen Industrieorganisationen gerechter zu werden, hat der Gesamtkonzern Proto Labs im Jahr 2024 den Veränderungsprozess weg von einer regionalen und hin zu einer globalen Struktur angestoßen. Damit einher geht auch der Abschluss des Mergers mit dem von der Konzernmutter Proto Labs Inc. akquirierten Brokernetzwerk 3D Hubs und die komplette Integration des Network-Fullfilments in die operative Fullfilment-Struktur.

Seit Mitte der 2000er Jahre gibt es in Moosbach einen Vertriebsstandort. An diesem Standort sitzen ausschließlich Mitarbeiter für den Bereich Sales und Customer Service, eine eigene Produktion findet an dem Standort in Moosbach nicht statt.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 nach wie vor im krisengeprägten Umfeld ins Stocken, wodurch das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 um 0,3% niedriger war als im Vorjahr.

Im Vergleich zu dem Vorjahr 2022 (+7,9%) ist die Inflationsrate nicht ganz so stark angestiegen, jedoch lag der Jahresdurchschnitt immer noch bei +5,9%, hauptsächlich bedingt durch erhebliche Preissteigerungen bei der Energie (+5,3%). Erdgas war im Dezember 2023 binnen Jahresfrist demnach um 34,0 % und Fernwärme sogar um 58,4 % teurer als ein Jahr zuvor. Der Arbeitsmarkt zeigte sich dennoch robust: Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte im August 45,9 Millionen Personen einen neuen Höchststand, was einem Anstieg von 0,8 % gegenüber Vorjahr entspricht. Die Arbeitslosenquote stieg im Jahresdurchschnitt auf 5,7 %.

Für die Fertigungsindustrie, insbesondere Unternehmen wie die Proto Labs Germany GmbH in Putzbrunn, ergaben sich spezifische Herausforderungen:

Energiepreise: Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine führte zu extremen Energiepreiserhöhungen, die die Produktionskosten erheblich beeinflussten.

Lieferketten: Verschärfte Material- und Lieferengpässe beeinträchtigten die Industrieproduktion und führten zu Verzögerungen in der Fertigung.

Fachkräftemangel: Der anhaltende Mangel an qualifizierten Arbeitskräften stellte die Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen.

Trotz dieser widrigen Bedingungen konnte sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 insgesamt gut entwickeln.

Der globale Markt für additive Fertigung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Von 2017 bis 2023 konnte sich das Marktvolumen in Europa von 3,4 Milliarden USD auf 7,6 Milliarden USD mehr als verdoppeln. In 2023 wuchs der globale Markt der Additiven Fertigung zum Vorjahr um 11,1% auf 20,4 Milliarden USD. Das durchschnittliche Wachstum der letzten 4 Jahre (2020 bis 2023) beträgt 14,1%. Die Wachstumsrate verlangsamte sich etwas im Jahre 2024. Hier sprachen einige Studien von einem Wachstum von nur 2%. Trotz der Verlangsamung im Jahr 2024 wird für die nächsten Jahre ein weiterhin starkes Wachstum erwartet, wobei die Prognosen je nach Quelle zwischen 13% und 23% liegen.

2.2 Geschäftsergebnis und Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 konnte der Jahresfehlbetrag im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 610 auf TEUR 1.457 (Vj. TEUR 2.067) verbessert werden.

Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die im Vorjahr abgeschriebene Beteiligung an der Proto Labs Tooling zurückzuführen sowie auf weitere Kostenreduktionen durch die Zusammenführung der 3D-Druck-Technologien an einem Standort. Auch wirken sich die Schaffung von Schnittstellen und Berichtsstrukturen auf Kostenstellenbasis sowie die Evaluierung und Weiterentwicklung der Produktionsprozesse und deren weitere Eingliederung in die Prozesslandschaft der Proto Labs Germany positiv auf das Ergebnis aus.

2.3 Umsatzentwicklung

Als Leistungsindikator der Proto Labs Germany wird grundsätzlich der Umsatz herangezogen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist, wie im Vorjahreslagebericht prognostiziert, im Berichtsjahr 2023 eine Umsatzstagnation auf TEUR 37.515 (Vj. TEUR 37.637) zu verzeichnen. Allerdings konnte der Bereich 3D-Druck am Standort Putzbrunn ein Wachstum mit plus 8,19% im Vergleich zum Vorjahresumsatz erzielen. Die Sparte Spritzguss verzeichnete eine Umsatzstagnation und der Bereich CNC einen Rückgang von 0,043% im Vergleich zum Vorjahr.

Nach Geschäftsbereichen gegliedert setzen sich die Umsätze wie folgt zusammen:

Spritzguss: TEUR 18.225 (Vj. TEUR 19.337)

3D-Druck: TEUR 15.347 (Vj. TEUR 14.184)

CNC: TEUR 3.941 (Vj. TEUR 4.116).

Die im Berichtsjahr 2023 ausgewiesenen Umsätze wurden im Wesentlichen in der europäischen Union erwirtschaftet. Die Inlandsumsätze beliefen sich auf TEUR 18.814 (Vj. TEUR 17.598), die Umsätze mit Kunden der anderen Länder der Europäischen Union beliefen sich auf TEUR 12.171 (Vj. TEUR 12.967) und der Länder außerhalb der Europäischen Union auf TEUR 6.875 (Vj. TEUR 7.072).

2.4 Beschaffung

Im Bereich Beschaffung hat die Proto Labs Germany GmbH mit den Zulieferern eine gute und stabile Partnerschaft aufgebaut. Dies wird vor allem durch die langjährige Zusammenarbeit mit den Hauptlieferanten ersichtlich. Durch konzernweite Rahmenverträge wird außerdem die Produktion der additiven Hauptfertigungsbereiche Stereolithographie (SLA), selektives Lasersintern (SLS) und Direct Metal Lasersintering (DMLS) gewährleistet sowie die Stabilität der Rohstoffpreise im Wesentlichen über drei Jahre gesichert. Im Bereich SLS wurden die Preise und Mengen der benötigten Rohstoffe mit der Hauptlieferanten zuletzt im Jahr 2022 bzw. 2023 durch eine Verlängerung des bestehenden Rahmenvertrages festgesetzt. Im Bereich SLA wurde der Rahmenvertrag aus dem Jahr 2023 bzw. 2024 verlängert. Zudem werden über konzernweite Rahmenverträge die Beschaffung von Maschinen und Serviceleistungen festgelegt. Diese stabile Beschaffungspolitik spiegelt sich im nur geringfügig veränderten Verhältnis des Rohergebnisses zum Umsatz von 42,19% (Vj. 41,6%) wieder. Das Rohergebnis beträgt im Berichtsjahr TEUR 15.828 (Vj. TEUR 15.711).

Die Materialaufwandsquote hat sich im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr nur sehr gering verändert und liegt nun bei 58,04% anstatt bei 59,0% (Materialaufwandsquote = Materialaufwand / Gesamtleistung). Der wesentliche Grund der Veränderung stellt hierbei der Produktmix aus den unterschiedlichen 3D-Druck-Technologien dar. Der Materialaufwand ist hierbei von 22.217 TEUR in 2022 auf 21.772 TEUR in 2023 gesunken.

2.5 Investitionen

Im Jahr 2023 investierte die Gesellschaft 673 TEUR in das Sachanlagevermögen und 95 TEUR in Computer-Hardware. Die noch im Bau befindlichen Anlagen wurden nach Fertigstellung in das Sachanlagevermögen des Gebäudes umgegliedert.

2.6 Personal- und Sozialbereich

Am Ende des Geschäftsjahres 2023 umfasste die Belegschaft der Proto Labs Germany GmbH im Schnitt 155 (Vj. 154) Mitarbeiter. Davon waren 87 (Vj. 87) in der Produktion und 68 (Vj. 67) Mitarbeiter im Bereich Verwaltung und Vertrieb angestellt.

Mitarbeiter 2023 2022
Produktion 87 87
Verwaltung und Vertrieb 68 67
Summe 155 154

Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl hat sich von 2022 auf 2023 um einen Mitarbeiter erhöht.

2.7 Finanzlage

Ziel des Finanzmanagements der Gesellschaft ist es, jederzeit zahlungsfähig zu sein. Dies war in 2023 durch die enge Einbindung in den finanzstarken Gesamtkonzern jederzeit gewährleistet.

Im Berichtsjahr erhöhte sich die Kapitalrücklage um TEUR 304 auf TEUR 51.211 (VJ. TEUR 50.908) im Wesentlichen aufgrund eines Long-Term Incentive-Progammes - Gewährung von Aktien der Konzernmutter Proto Labs Inc. und Zuteilung über einen Zeitraum von vier Jahren. Hierbei wurden auch im Geschäftsjahr 2023 ausgewählten Mitarbeitern Aktienbezugsrechte an Stammaktien der Proto Labs Inc. gewährt, wobei die Aktien über eine festgelegte Laufzeit an die Mitarbeiter übertragen werden. Für die Tochterunternehmen der Proto Labs Inc. ist dies kostenneutral.

Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 betrug 75,75 % (Vj. 73,62 %).

Die Gesellschaft verfügt zum Geschäftsjahresende über Barmittel in Höhe von TEUR 3.811 (Vj. TEUR 4.225). Der Rückgang in Höhe von TEUR 414 resultiert im Wesentlichen aus den Investitionsausgaben in Höhe von TEUR 778. Kompensiert wurde der Cashflow aus der Investitionstätigkeit durch Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von Gesellschaftern (Einzahlungen von Gesellschaftern für die Auszahlung der LTI-Verpflichtungen) und einen positiven Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 60.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestanden nicht.

2.8 Vermögenslage

Die Bilanzsumme belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 39.199 (Vj. TEUR 40.393). Dies stellt einen Rückgang um TEUR 1.193 dar. Der Rückgang der Bilanzsumme ist im Wesentlichen auf den Rückgang der im Sachanlagevermögen angesetzten technischen Anlagen auf der Aktivseite der Bilanz in Höhe von TEUR 1.536 zurückzuführen.

Innerhalb des Umlaufvermögens ergaben sich folgende Entwicklungen: Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um TEUR 226 auf 4.144 (Vj. TEUR 3.918). Die Vorräte sind im Vergleich zum Vorjahr auf gleichem Niveau geblieben.

Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich um TEUR 852 auf TEUR 1.918 (Vj. TEUR 1.066). Auswirkungen auf die Veränderung zum Vorjahr haben die höheren Bonusrückstellungen TEUR 748 (Vj. TEUR 249) sowie die Verringerungen der Urlaubsrückstellungen TEUR 158 (Vj. TEUR 184), der Rückstellung für ausstehende Rechnungen TEUR 449 (Vj. TEUR 426) und der Rückstellung für die gewähren Aktienoptionen TEUR 541 (Vj. TEUR 206).

Der Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten um TEUR 38 auf TEUR 689 in 2023 resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Kreditorischen Debitoren auf TEUR 572 (Vj. 501), der Erhöhung der Lohnsteuerverbindlichkeit auf TEUR 112 sowie aus der geringeren Verbindlichkeit aus Lohn und Gehalt.

2.9 Gesamtaussage

Das Geschäftsjahr 2023 ist nach Plan verlaufen. Die operative Unternehmensleistung wird wie zuvor beschrieben anhand der Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 37.515 (Vj. TEUR 37.637) und des Rohergebnisses in Höhe von TEUR 15.828 (Vj. TEUR 15.711) gemessen. Das Geschäftsjahr 2023 ist in Bezug auf den Umsatz, wie im Lagebericht 2022 prognostiziert, nach Plan verlaufen. Der Jahresfehlbetrag hat sich um TEUR 610 positiver entwickelt als im Vorjahr. Auch die wirtschaftliche Lage hat sich positiv entwickelt.

Die Kapitalrücklage erhöhte sich im Kontext der Aktienoptionen um TEUR 304. Abzüglich des Jahresverlustes von TEUR 1.454 (Vj. TEUR 2.067) verringerte sich das Eigenkapital in Summe um TEUR 1.154 (Vj. TEUR 2.000).

Aus diesem Grund beurteilen wir den Geschäftsverlauf und die Lage der Gesellschaft als positiv.

3. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

3.1 Prognosebericht

Der Fokus der Gesellschaft liegt auf der Generierung neuer und der Pflege bereits vorhandener Kun-den. Die strategische Ausrichtung der Proto Labs Germany richtet sich in erster Linie darauf, Kunden bei der Produktentwicklung durch eine On-Demand und auf Präzision ausgerichtete Fertigung zu unterstützen, welche eine hohe Qualität in den einzelnen Produktionsbereichen aufweist. Darüber hinaus arbeitet die Proto Labs Germany seit 2024 verstärkt daran, Aufträge aus dem Bereich der Kleinserien- und Serienfertigung für finale Produktanwendungen zu gewinnen, um somit Kunden über den gesamten Produktlebenszyklus zu unterstützen.

Um diese Ziele vollumfänglich zu unterstützen und auch globalen Industrieorganisationen gerechter zu werden, hat der Gesamtkonzern Proto Labs im Jahr 2024 den Veränderungsprozess weg von einer regionalen und hin zu einer globalen Struktur angestoßen. Damit einher geht auch der Abschluss des Mergers mit dem von der Konzernmutter Proto Labs Inc. akquirierten Brokernetzwerk 3D Hubs und die komplette Integration des Network-Fullfilments in die operative Fullfilment-Struktur.

Für das Geschäftsjahr Jahr 2023 fiel das BIP um 0,3% (Quelle: Statistisches Bundesamt). Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Die nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpfen die Konjunktur, dazu kommen steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit gerät die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 ins Stocken. Auch im Folgejahr 2024 schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 0,2%.

Für die Jahre 2017 bis 2027 wurde das Branchenwachstum in Europa nach Einschätzung des Wohlers Reportes 2023 auf durchschnittlich 21% CAGR (Compound Annual Growth Rate) prognostiziert. Das tatsächliche Wachstum von 2017 bis 2021 traf mit durchschnittlich 20,4% sehr genau zu, wobei das Wachstum 2019 auf 2020 mit 7,5% aufgrund der Pandemie deutlich geringer ausfiel. Im Jahr 2021 erholte sich das Branchenwachstum um 19,5% und um 18,3% im Jahr 2022. Mit der veränderten wirtschaftlichen Lage und Zinspolitik reduzierte sich das Wachstum im Jahr 2023 weiter auf 11,1% (Quelle: Wohler Report 2024). Die Wachstumsprognosen für die Zukunft wurden mit dieser Entwicklung ebenfalls von CAGR 18% bis 2027 im letzten Report auf 13,9% CAGR bis 2028 korrigiert.

Mit Ausblick auf den wichtigsten Leistungsindikator konnte das Unternehmen aufgrund der gleichbleibenden Entwicklungen im Jahr 2023 einen stabilen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Im Jahr 2024 allerdings verzeichnet die Proto Labs Germany GmbH wie erwartet einen Umsatzrückgang (um 18,8% von TEUR 37.515 auf TEUR 30.454).

Bereits im 4. Quartal 2024 wurde aufgrund des absehbaren Umsatzrückganges und auf Basis von betriebswirtschaftlichen Auswertungen entschieden, den kostenintensiven Bereich DMLS zu schließen und die Fertigung mit dieser Technologie outzusourcen. Dies wurde im 2. Quartal 2025 abgeschlossen. Die Nutzung der dadurch freiwerdenden Fläche und Ressourcen für andere Technologien ab dem 3. Quartal 2025 soll mittelfristig zu einem Umsatzwachstum und einem höheren Rohergebnis führen. Aufgrund der schlechten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der noch nicht abgeschlossenen internen Umstrukturierungen wird auch in 2025 erneut ein geringer Umsatzrückgang erwartet.

Um den geänderten Anforderungen eines sich rasant wandelnden Marktes gerecht zu werden, wurden im August 2024 diverse organisatorische Änderungen angestoßen. Dazu gehört die Globalisierung der einzelnen Produktionslinien (Spitzguss, CNC-Fräßen und 3D-Druck) unter jeweils einem globalen Direktor, welcher an eine neu gebildete COO-Stelle berichtet. Dies dient vor allem der Harmonisierung der globalen Operationsprozesse als auch des Produktangebotes. Darüber hinaus wurde beschlossen, die europäische Vertriebsstruktur an die Unternehmensstrategie (höherer Fokus auf Produktionsaufträge und aktive Begleitung der Kundenentwicklung) anzupassen. Dieser Umstellungsprozess wurde im April 2025 abgeschlossen.

Für das Jahr 2026 steht des Weiteren eine Umstrukturierung des Unternehmensverbundes in Europa bevor. Durch die Neuschaffung einer Single Sales Entity wird aus dem Standort in Putzbrunn eine reine Produktionsstätte, welche nicht mehr mit den Kunden direkt abrechnet, sondern nur noch konzernintern mit der Single Sales Entity. Die Mitarbeiter, die aktuell bei der Proto Labs Germany angestellt und nicht in der Produktion tätig, jedoch für den Gesamtprozess notwendig sind, sollen weiterbeschäftigt werden. Allerdings ist noch offen, wie die Vertragsverhältnisse und die Kostenverteilung ab 2026 aussehen wird.

3.2 Risikobericht

Für künftige Rohmaterialbeschaffungen geht die Gesellschaft für 2025 von gemäßigten Preissteigerungen im Rahmen der üblichen Inflation für die benötigten Rohmaterialien. für produktionsrelevante Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für Energiekosten aus.

Der Russland-Ukraine-Konflikt hat keine direkten Auswirkungen auf die Gesellschaft, da es keine wesentlichen Geschäftsbeziehungen auf der Kunden- Lieferantenseite in Russland und der Ukraine gibt. Indirekte Auswirkungen haben die höheren Energie- und Materialpreise, welche nur zum Teil oder verzögert an die Kunden in Form von Preisanpassungen weitergegeben werden können.

Die Inflation sowohl im Bereich Lohnkosten als auch im Bereich Rohmaterialien, Verbrauchsmaterialien und besonders im Bereich Energie werden zum Teil durch Preiserhöhungen an Kunden weitergegeben. Doch da es in den letzten Jahren durch Ausbleiben des Wirtschaftswachstums gepaart mit Investitionen von Mitbewerbern und durch Technologie-Änderungen im 3D-Markt zu Überkapazitäten im Markt kommt, werden nicht alle Kostenerhöhungen durch Preiserhöhungen zu kompensieren sein. Deshalb arbeiten wir an Effizienzsteigerungen und an Produktportfolio-Änderungen.

Weitere mögliche Risiken ergeben sich vor allem durch die disruptive Natur des 3D-Drucks und der daraus resultierenden Obsoleszenz von bestehenden Fertigungstechnologien.

Des Weiteren rechnet die Gesellschaft aufgrund der oft notwendigen zeitnahen Unterstützung des vorhandenen Wachstums durch Fach- und Führungskräfte in einem hochkompetitiven Umfeld mit zusätzlichen Lohnkosten in 2025 von ca. 3 % p.a. oder ca. TEUR 180, um für Personal ein attraktiver Arbeitgeber bleiben zu können.

Bedingt durch die Tatsachte, dass die Gesellschaft sich nicht durch den operativen Cashflow finanzieren kann, besteht ein Liquiditätsrisiko. Die Proto Labs Germany ist auf die Bereitstellung von Kapital durch die Muttergesellschaft angewiesen. Das Liquiditätsrisiko wird aufgrund kontinuierlicher Zuführungen der Gesellschafter als gering eingestuft.

Die Gesellschaft ist außerdem in das Risikomanagementsystem des Proto Labs-Konzerns eingegliedert. Um Risiken zu identifizieren, werden monatliche und quartalsweise ausführliche Berichte erstellt, welche die Leistungsindikatoren beinhalten. Die Risiken werden lokal und konzernweit kommuniziert und adressiert.

3.3 Chancenbericht

Darüber hinaus ergeben sich folgende Chancenfelder:

Mit dem Abschluss der Zusammenführung der Unternehmen aus der Akquise eines Brokernetzwerkes (3D Hubs) durch die Konzernmutter Proto Labs Inc. erwarten wir ein gegenüber der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung stärkeres Wachstum der Gesellschaft. Darüber hinaus arbeiten wir konstant an einer Erweiterung unseres Produktportfolios, so dass die Marktdurchdringung und der Anteil der Produkte, die Kunden von Protolabs beziehen, ausgeweitet werden kann. Die Globalisierung der Operations-Organisation und die dadurch einhergehenden Synergieeffekte sowie die dadurch gewonnene höhere Flexibilität bei Großaufträgen wird diese Entwicklung von der Fullfilment-Seite her unterstützen.

Es besteht die berechtigte Annahme, dass der 3D-Druck verstärkt bei der Konstruktion im Bereich von End- und Serienprodukten Anwendung findet. Die genauen Auswirkungen, welche sich daraus auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben, können aktuell nicht genau beziffert werden.

Begründet werden kann diese Aussage durch aktuelle Entwicklungen in der Branche, welche

eine ausgeprägtere Skalierung und damit höhere Kompatibilität zu Fertigungsanforderungen mit hohen Stückzahlen aufweisen und

neu-entwickelte Materialien mit typischen Eigenschaften für Teile mit einem breiteren Anwendungsgebiet in technisch anspruchsvollen Applikationen (z. B. Temperaturfestigkeit, ESD, hohe mechanische Festigkeit) ermöglichen.

 

Diese Entwicklungen werden verstärkt durch eine aktivere Rolle der großen Chemiekonzerne und OEMs, welche erst seit wenigen Jahren aktiv in diesen Segmenten auftreten und den Bereich R&D für die Additive Industrie vorantreiben.

Um erfolgreich an dieser Entwicklung des Additiven Marktes zu partizipieren, arbeitet Protolabs an einer Vielzahl von Initiativen mit und hat Partnerschaften geschlossen, konkret:

Extensive Erprobung neuer Materialien, Technologien und Prozessvarianten durch Experten in unserem Haus, sowie Prozess- und Produktentwicklung gemeinsam mit unseren Kunden durch darauf spezialisierte Teams

Partnerschaften mit Herstellern, wie z. B. HP, im Rahmen von Beta-Tests bei Technologieentwicklungen, Materialtest und Prozessoptimierungen, einhergehend mit gemeinschaftlichen Marketinginitiativen und gemeinsam publizierten Produkt-Launches

Um sicherzustellen, dass Neueinführungen das notwendige Volumen im Markt realisieren und damit einen signifikanten Anteil zum Unternehmensergebnis beitragen, werden all diese Maßnahmen im Unternehmen durch standardisierte und klar geregelte Entwicklungs- und Freigabeprozesse begleitet.

All diese Chancen und Maßnahmen werden durch die aktuelle Unternehmensstrategie einer erweiterten Marktpräsenz, hin zu einer Unterstützung unserer Kunden über deren gesamten Produktlebenszyklus hinweg, gestützt. Eine entsprechende Anpassung des Unternehmens-auftrittes, der globalen Organisation sowie der zugehörigen PR-Arbeit ist bereits umgesetzt worden - „Manufacture like a Pro“.

Alle Maßnahmen und deren Einfluss auf das Unternehmensergebnis unterliegen einer permanenten Prüfung durch das Management, um auf Wechselwirkungen im Markt, auftretende Risiken und geänderte Rahmenbedingungen schnell reagieren zu können. Damit stellen wir sicher, die Unternehmensstrategie über einen konstanten Regelkreis optimal umzusetzen und auf mögliche Veränderungen des Marktanforderungsprofils zu reagieren und die notwendigen Maßnahmen so permanent weiterzuentwickeln. Die Entwicklung der Umsatzverteilung der letzten Jahre, gestützt durch entsprechend fokussierte Maßnahmen (organisatorischer, technischer und marketingseitiger Natur), zeigen deutlich auf, dass der eingeschlagene Weg sehr großes Potenzial hat. So konnte, trotz allgemein schwieriger Lage, der Umsatz für sehr komplexe und beratungsintensive Aufträge sowohl absolut als auch anteilig am Gesamtumsatz gesteigert werden.

3.4 Gesamtaussage

Aufgrund der oben dargestellten Entwicklung der wirtschaftlichen Lage sowie dem prognostizierten Wachstum der Branche der additiven Fertigung befindet sich die Proto Labs Germany in einem expandierenden Umfeld. Aus diesem Grund werden die Zukunftsaussichten des Unternehmens als gut eingeschätzt.

Im Geschäftsjahr 2024 wurde der interne Optimierungsprozess fortgesetzt und der Fokus auf die Generierung neuer und die Pflege bereits vorhandener Kunden, Technologien und Materialien gelegt. In einem stabilen wirtschaftlichen Umfeld wird das Unternehmen weiter in der Lage sein, die oben beschriebenen Chancen voll auszuschöpfen und die gesetzten Ziele zu erreichen.

Liquiditätsrisiken werden als gering eingestuft. Die angestrebten Investitionen und das benötigte Working Capital werden durch Eigenkapital finanziert.

Für die Zukunft plant das Unternehmen weitere Investitionen in die Anlagen des neuen 3D-Druck-Standortes in Putzbrunn

4. Unternehmensführung und Fortführung

Die Geschäftsleitung sieht keine wesentlichen Unsicherheiten, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen und damit bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellen.

5. Datum und Unterzeichnung

 

Putzbrunn, 8. September 2025

Daniel Cohn

Datum der Feststellung: 10.09.2025

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