KSS Immobilien GmbH
Selbe AdresseVermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Wohngrundstücken, Wohngebäuden und Wohnungen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Andreas Josef Zachmayer seit 3.6.2024 | Prokura |
Wolfgang Bodensteiner seit 3.6.2024 | Prokura |
Diego Rubio seit 21.12.2023 | Geschäftsführer |
Robert David Price seit 17.10.2023 | Geschäftsführer |
Christian Joachim Seidl seit 4.5.2023 | Prokura |
Omid Hakimi seit 4.5.2023 | Prokura |
Rahul Chhabra seit 4.5.2023 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
INSP International S.à r.l. | 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
intive GmbHRegensburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht fur das Geschaftsjahr 2023Inhaltsverzeichnis 1. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS 1.1 Rechtliche Verhältnisse 1.2 Ziele und Strategien 2. WIRTSCHAFTSBERICHT 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2.2 Geschäftsverlauf 2.3 Ertragslage 2.4 Finanzlage 2.4.1 Kapitalstruktur 2.4.2 Investitionen 2.4.3 Finanzierung und Liquidität 2.5 Vermögenslage 2.6 Finanzielle Leistungsindikatoren 2.7 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 3. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 3.1 Prognosebericht 3.2 Risikobericht 3.2.1 Risikomanagement 3.2.2 Risiken im Zusammenhang mit Projekten 3.2.3 Rechtliche Risiken 3.2.4 Wettbewerbssituation 3.2.5 IT-Fachkräftemangel 3.2.6 Politische und makroökonomische Rahmenbedingungen 3.2.7 Kundenverlust 3.2.8 Compliance-Risiken 3.2.9 Unternehmensfortführung 3.2.10 Forderungsausfälle und Liquiditätsrisiko 3.2.11 IT-Sicherheit 3.2.12 Gesamtbild der Risiken 3.3 Chancenbericht 3.3.1 Projektgeschäft 3.3.2 Digitale Transformation 3.3.3 Fachkräftemangel auf Kundenseite 3.3.4 Technologietrends 3.3.5 Gesamtbild der Chancen 1. Grundlagen des Unternehmens 1.1 Rechtliche Verhältnisse Die intive GmbH (nachfolgend auch kurz "intive") hat ihren Sitz in Regensburg und ist dort beim Amtsgericht im Handelsregister unter Nr. HRB 9158 eingetragen. Die 2019 verschmolzene intive S.A., Warschau, Polen, führt die Geschäftstätigkeit in Form einer Niederlassung der intive GmbH fort. Die Zweigniederlassung intive GmbH (Spøłka z o.o.) Oddział w Polsce hat ihren Sitz in Warschau. Die Zweigniederlassung hat dabei anteilige Umsatzerlöse von Mio. EUR 52, ein anteiliges Jahresergebnis von Mio. EUR -0,456 und 452 Mitarbeiter. Die intive GmbH hält direkt Beteiligungen an folgenden Unternehmen:
1 Die übrigen 35,4 % hält das
Mutterunternehmen intive Group GmbH.
Im Geschäftsjahr 2023 wurden rückwirkend zum 1. Januar 2023 die intive automotive GmbH auf die intive GmbH sowie die DevSpark S.A., Buenos Aires, Argentinien, und die SimTLix SRL, San Isidro, Argentinien, auf die intive SA (vormals intive S.A.U.) verschmolzen. Die intive GmbH und ihre Tochterunternehmen werden in den von der intive Group GmbH, Regensburg, gem. § 290 Abs. 1 HGB aufzustellenden Konzernabschluss und Konzernlagebericht einbezogen. Die intive GmbH ist Teil der intive Gruppe mit Entwicklungszentren in Deutschland, Polen, der Ukraine, Rumänien, Irland und Argentinien sowie regionalen Vertriebsteams in Deutschland, Großbritannien, Polen sowie den USA und Lateinamerika. Das Geschäftsfeld der Gesellschaft ist die Konzeption, das Design sowie die Erstellung von Software bzw. digitalen Produkten sowie die Beratung im Bereich der digitalen Transformation. Ein elementarer Bestandteil dieser Beratungs- und Entwickungsleistungen stellen neben der technischen Konzeption und Entwicklung Services aus den Feldern Business Design und Experience Design dar. intive zählt Unternehmen aus den Branchen Automotive, Fintech, Commerce, Digital Products sowie Telecommunications, Media and Technology zu ihren Kunden. 1.2 Ziele und Strategien Die intive GmbH ist, zusammen mit ihren o.g. Tochterunternehmen, ein insbesondere in Europa und Nordamerika tätiger Anbieter von digitalen Lösungen und Softwareentwicklungsdienstleistungen in den Bereichen Automotive, Financial Services, Commerce, Healthcare & Technology sowie Media & Communication mit einem Kundenstamm in Europa, Nord- und Südamerika. Die intive GmbH entwickelt digitale Lösungen in den Anwendungsbereichen Embedded Software, Mobile Solutions, Intergrated Quality Assurance, Al & Data, Cloud Engineering, Automotive und HMI (Human Machine Interface) und stellt hierbei kundenindividuelle Bedürfnisse in den Vordergrund. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die konjunkturelle Lage in Deutschland war auch im Jahr 2023 durch eine Vielzahl von Unsicherheiten geprägt. Der seit dem Jahr 2022 anhaltende russische Angriffskrieg in der Ukraine, die weiterhin hohen Energiepreise, die weiterhin hohen Inflationsraten sowie die global anhaltende restriktive Geldpolitik der Zentralbanken, wirkten sich belastend auf das Wachstum aus und bedingten in vielen Wirtschaftsbereichen sinkende Nachfrage. Aufgrund des krisengeprägten Umfelds stagnierte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands im Jahr 2023. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 % niedriger als im Jahr 2022. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 %. Die Verbraucherpreise erhöhten sich in 2023 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 5,9 %, was nach den 6,9 % des Vorjahres den zweithöchsten Wert seit der deutschen Wiedervereinigung darstellt. Die Erholung der deutschen Wirtschaft vom coronabedingten tiefen Einbruch in 2020 setzte sich somit im Jahr 2023 nicht fort. Das Bruttoinlandsprodukt für den für die intive GmbH bedeutsamen US-amerikanischen Markt wuchs in 2023 um 2,5 % und weist damit erneut hohes Wachstum mit einer geringeren Schwankungsbreite aus. 1 2 Der globale Markt für Softwareentwicklung im Bereich der digitalen Transformation ist grundsätzlich ein stetig wachsender Markt. Grand View Research sagt ein jährliches Wachstum von 27,6 % im Zeitraum von 2023 bis 2030 voraus und geht von einer Basis von 880 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 aus. 3 Es ist somit von einer langfristigen und nachhaltigen Marktnachfrage nach Fachkompetenz im digitalen Engineering in den jeweiligen Kundengruppen auszugehen, auch wenn die konjunkturellen Faktoren im Jahr 2023 zu Investitonsaufschüben in Folgeperioden führen dürften. Die konjunkturell bedingten Investitionsaufschübe machten sich im Geschäftsjahr 2023 in den meisten Hauptbranchen der intive GmbH bemerkbar. Während die traditionell wettbewerbsintensive automotive Sparte in 2023 wachsen konnte, waren insbesondere in den Bereichen Medien & Streamingdienste, Retail & E-Commerce sowie FinTech konjunkturell bedingte Nachfragerückgänge bemerkbar. 2.2 Geschäftsverlauf Die Auswirkungen des zu Beginn des Jahres 2022 ausgebrochenen Kriegs in der Ukraine auf die Weltwirtschaft und im speziellen die entstandene Engpasssituation bei Energie, Vorprodukten und Arbeitskräften waren bereits im Geschäftsjahr 2022 spürbar und trugen zu erhöhter Unsicherheit in Bezug auf eine Prognose für das Geschäftsjahr 2023 bei. Die intive Gruppe konnte aufgrund der beschriebenen gesamtwirtschaftlichen Lage die prognostizierten Umsatzerlöse für 2023 nicht erzielen. Die gesamtwirtschaftliche Unruhe im Jahr 2023 hatte ein abkühlendes Investitionsklima zur Folge, wodurch sich die Umsatzerlöse (unter Berücksichtigung der o.g. Verschmelzung der intive automotive GmbH auf die intive GmbH vergleichbar gerechnet) gegenüber dem Vorjahr um 3,1 % verringerten.
1
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/usa-wirtschaftswachstum-bip-konjunktur-100.html
In 2023 sowie zu Beginn des Jahres 2024 wurden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt, um die Organisation der intive GmbH entsprechend dem reduzierten Umsatzniveau zu verschlanken. Die Restrukturierungsmaßnahmen umfassten eine Verschlankung von angemieteten Büroüberkapazitäten, die Reduzierung von Personalüberkapazitäten, Kostenoptimierungen innerhalb der intive GmbH und innerhalb des intive-Konzerns, die Reduzierung und konzernweite Nutzung von einheitlichen Software- und Toolingsystemen sowie die Verschlankung der Organisationsstruktur. Die oben beschriebene gesamtwirtschaftliche Lage sowie das daraus resultierende abgekühlte Investitionsklima führte zu rückläufigen Kundenbudgets für das Berichtsjahr 2023, welche in dieser Höhe nicht in der Vorjahresprognose berücksichtigt waren. Das Ziel einer signifikanten Umsatzsteigerung konnte nicht erreicht werden. Bei Vergleich der aggregierten Vorjahresumsatzerlöse der intive GmbH sowie der intive automotive GmbH ist eine Umsatzreduzierung im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 3,1 % ersichtlich. Die EBITDA-Marge ist im Geschäftsjahr 2023 negativ, sodass das angestrebte Ziel einer EBITDA- Marge von 7 % nicht erreicht wurde. Die Gründe hierfür sind das niedrigere Umsatzniveau, die ausstehenden Restrukturierungseffekte, welche sich voraussichtlich in das nächste Geschäftsjahr verschieben werden, sowie der Verlust aus der rückwirkend zum 1. Januar 2023 vollzogenen Verschmelzung der intive automotive GmbH auf die intive GmbH in Höhe von TEUR -8.328. Um eine den wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechende Kommentierung der Lage der Gesellschaft zu ermöglichen, werden nachfolgend grds. die durch Aggregation der Vorjahreszahlen der intive GmbH und der intive automotive GmbH ermittelten aggregierten Werte zu Vergleichszwecken herangezogen (siehe dazu Anhangsabschnitt A. - Unterabschnitt "Verschmelzungen im Geschäftsjahr 2023"). 2.3 Ertragslage Die intive GmbH schloss das Geschäftsjahr 2023 mit einem Jahresfehlbetrag nach Steuern und vor Verlustübernahme von TEUR -14.764 (VJ: TEUR +6.339; VJ Vergleichswert: TEUR -1.953) ab. Die Umsatzerlöse spiegeln die beschriebenen Rahmenbedingungen im Bereich der IT-Branche wider, welche, wie im Abschnitt 2.2 Geschäftsverlauf erläutert, von Investitionsaufschüben geprägt sind. Im Berichtszeitraum betrugen die Umsatzerlöse TEUR 131.680. Im Vorjahr 2022 wurde ein Betrag von TEUR 114.410 ausgewiesen, wobei der Vergleichswert des Vorjahres TEUR 135.747 beträgt. Das entspricht einer Reduzierung der Umsatzerlöse bei Ansatz des Vergleichswert des Vorjahres um -3,1 %. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen stiegen im Berichtszeitraum auf TEUR 59.453 (VJ TEUR 52.775; VJ Vergleichswert TEUR 55.438) und damit um 7,2 % (VJ Vergleichswert) an. Die Erhöhung ist als Konsequenz der erhöhten Nutzung von Kapazitäten der Konzerngruppe (Ukraine, Argentinien, USA, Rumänien, Irland) sowie konzernfremder Dienstleister, im Vergleich zum Vorjahr zur verstehen. Die Löhne und Gehälter im Geschäftsjahr 2023 betrugen TEUR 45.208 (VJ TEUR 29.500; VJ Vergleichswert TEUR 44.095). Die absolute Veränderung beträgt damit TEUR 1.113 bei Betrachtung des Vorjahresvergleichswerts bzw. 2,5 %. An sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung fielen im Berichtsjahr 2023 TEUR 9.065 an. Im Jahr 2022 belief sich der entsprechende Wert auf TEUR 8.161 bei Ansatz des Vorjahresvergleichswerts, wodurch sich eine absolute Veränderung von TEUR 904 errechnet. Dies entspricht einer Erhöhung von 11,1 % gegenüber dem VJ Vergleichswert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 35.240 (VJ TEUR 16.717; VJ Vergleichswert TEUR 29.338). Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahreswert resultiert dabei insbesondere aus dem Verschmelzungsverlust, welcher sich aus der Verschmelzung der intive automotive GmbH auf die intive GmbH in Höhe von TEUR -8.328 ergibt. Die kostenbasierten Effekte der im Geschäftsverlauf beschriebenen Restrukturierung verschieben sich dagegen nach unserer Überzeugung größtenteils in das Jahr 2024. 2.4 Finanzlage 2.4.1 Kapitalstruktur Das Eigenkapital der intive GmbH zum 31.Dezember 2023 hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert und beträgt TEUR 1.841. Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen durch Bankverbindlichkeiten i.H.v. TEUR 7.782 sowie durch Gesellschafterdarlehen i.H.v. TEUR 11.222. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich im Geschäftsjahr um TEUR 14.531 auf TEUR 31.328 (VJ: TEUR 16.797), davon gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 26.374 (VJ: TEUR 12.377). 2.4.2 Investitionen Investitionen erfolgten in Höhe von TEUR 2.949. Neben den üblichen Anschaffungen für Betriebsausstattungen und IT-Ausstattung wurde auch in selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände investiert. 2.4.3 Finanzierung und Liquidität Zum Geschäftsjahresende 2023 hält die intive GmbH liquide Mittel in Höhe von TEUR 4.632 (VJ: TEUR 4.053; VJ Vergleichswert TEUR 6.497). Daneben bestehen Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 7.753 gegenüber einem Bankenkonsortium. Die an diese Finanzierung gekoppelten Kennzahlen der Covenant-Vorschriften werden auf Konzernebene ermittelt und überwacht. Die Bankkredite unterliegen Covenant-Vereinbarungen, welche quartalsweise zu erfüllen sind und bei Überschreitung den Banken ein einseitiges Kündigungsrecht für das bestehende Kreditvolumen einräumen. Aufgrund des unter Punkt 2.2 beschriebenen schwachen Geschäftsverlaufs im Jahr 2023 wurden die Covenant-Grenzwerte per Ende September 2023 und Ende Dezember 2023 nicht eingehalten. Mit den Darlehensgebern wurde im Juni 2024 eine Neustrukturierung der Finanzierung beschlossen, wobei auch Tilgungsaussetzungen festgesetzt und für sämtliche Covenants eine Erhöhung der Grenzwerte vereinbart wurden. In diesem Zusammenhang hat der Gesellschafter des Mutterunternehmens im ersten Halbjahr 2024 zwei Darlehen in einer Gesamthöhe von Mio. EUR 10 an das Mutterunternehmen intive Group GmbH ausgereicht. Auf Basis der aktuellen Planung bis Ende 2025 geht die Geschäftsführung von der Einhaltung der aktualisierten Covenant-Grenzwerte (gültig ab 30. Juni 2024) aus. Die Liquidität wird im Rahmen einer wöchentlichen Cashflow-Planung für einen Zeitraum von 13 Wochen sowie für das Geschäftsjahr rollierend geplant und überwacht. Die Finanzkraft des Konzerns ist, auch aufgrund der angepassten Darlehensmodalitäten mit den Banken sowie durch die seitens der Anteilseigner ausgereichten Darlehen, ausgehend von der aktuellen Konzernplanung ausreichend, um Investitionen zu tätigen und die Fortführung der Unternehmenstätigkeit des Konzerns und damit auch der Gesellschaft zu sichern. Zu bestehenden Risiken verweisen wir auf die Abschnitte 3.1 Prognosebericht und 3.2 Risikobericht (dort insb. 3.2.9 Unternehmensfortführung). 2.5 Vermögenslage Das Anlagevermögen der Gesellschaft reduzierte sich im Geschäftsjahr um TEUR 10.207 auf TEUR 17.703. Dies resultiert hauptsächlich aus der Verschmelzung der intive automotive GmbH auf die intive GmbH und des daraus resultierenden Abgangs des Beteiligungsbuchwerts der intive automotive GmbH von TEUR 14.307. Die Zugänge zum Anlagevermögen umfassten im Wesentlichen Investitionen in selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände von TEUR 1.067 sowie in die IT-Ausstattung. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die Kosten der Einführung eines neuen ERP-Systems (TEUR 987). Zudem hat die Gesellschaft durch die Verschmelzung der intive automotive GmbH auf die intive GmbH zu Beginn des Geschäftsjahres Anlagevermögen in Höhe von TEUR 3.806 übernommen, im Wesentlichen Hardware (TEUR 384), Büroausstattungen und Ausbauarbeiten im gemieteten Techcampus Bürogebäude (TEUR 2.880) sowie immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 542. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind um TEUR 12.267 bzw. um TEUR 9.784 (VJ Vergleichswert) auf TEUR 45.813 gestiegen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die liquiden Mittel sind bei Betrachtung des Vorjahresvergleichswerts um TEUR 1.865 gesunken. Die Verbindlichkeiten sind um TEUR 662 bzw. um TEUR 7.584 (VJ Vergleichswert) auf TEUR 62.349 gestiegen und bestehen insbesondere aus Bankverbindlichkeiten von TEUR 7.782 (Vorjahr: TEUR 18.765; VJ Vergleichswert TEUR 20.774), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 4.954 (Vorjahr: TEUR 4.420; VJ Vergleichswert TEUR 4.814) sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 48.118 (Vorjahr: TEUR 37.071; VJ Vergleichswert TEUR 26.456). 2.6 Finanzielle Leistungsindikatoren Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren sind für die intive GmbH das EBITDA (earnings before interest, taxes, depreciation and amortization) sowie der Umsatz.
2.7 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Die wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren sind die Mitarbeiterzufriedenheit und die Kundenzufriedenheit. Diese Indikatoren werden jedoch nicht zur konkreten Steuerung eingesetzt. Die Mitarbeiterzufriedenheit wird halbjährlich mittels Mitarbeiterbefragungen erhoben und kontinuierlich durch Projektleiter und Führungskräfte in einem qualitativen Feedbackprozess basierend auf Einzel- und Gruppengesprächen sowie durch die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat erfasst. Basierend auf der Rückmeldung im qualitativen Prozess sowie dem Ergebnis der quantitativen Erhebung werden kontinuierlich Maßnahmen zu Verbesserung eingeführt und umgesetzt. Die Kundenzufriedenheit wird durch die Projektleiter, Projektteams und Account Manager in einem qualitativen Prozess eruiert. Durch die Projektleiter erfolgt dies in regelmäßigen Projektmeetings (Retro- und Planungsmeetings) und durch die Teams in der täglichen Projektkommunikation. Daneben gibt es quartalsweise Account-Meetings, in denen der Account Manager zusammen mit dem Projektleiter die Zufriedenheit der Kunden erfasst. Zusätzlich wird die Kundenzufriedenheit jährlich mittels einer quantitativen Erhebung mit dem sogenannten Net Promoter Score abgefragt. Die Erkenntnisse aus allen vier Quellen fließen kontinuierlich in die Projektarbeit ein und zielen auf eine stetige Verbesserung ab. 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1 Prognosebericht Auf Basis der zum Zeitpunkt der Verfassung des Lageberichts bekannten Auswirkungen der derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und des daraus resultierenden Investionsaufschubs in nahezu allen Branchen strebt die intive GmbH nach den Einschätzungen und Prognosen der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2024 ein Umsatzniveau in Höhe von Mio EUR 122 sowie eine EBITDA-Marge von 10 % an. Neben der Konzentration auf Großkunden mit hohem Umsatzpotenzial und die Steigerung des "Share of Wallet" (der Anteil von intive am gesamten Software-Outsourcing-Budget eines Kunden) im bestehenden Kundenstamm werden verstärkt Akquisitionsmaßnahmen im europäischen und amerikanischen Raum, durchgeführt. Zudem wurden in 2023 und zu Beginn des Jahres 2024 Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt und die Organisation der intive GmbH verschlankt, was im Geschäftsjahr 2024 zu entsprechenden Kosteneinsparungen führen und daneben auch die dynamischen Fähigkeiten der intive GmbH erhöhen soll. Die Restrukturierungsmaßnahmen umfassten eine Verschlankung von angemieteten Büroüberkapazitäten, die Reduzierung von Personalüberkapazitäten, Kostenoptimierungen innerhalb der intive GmbH und des Konzerns, die Reduzierung und konzernweite Nutzung von einheitlichen Software- und Toolingsystemen sowie die Verschlankung der Organisationsstruktur. Auf Basis der Stabiliserung der Umsatzerlöse und der Effekte der beschriebenen kostenseitigen Maßnahmen planen wir mit der o.g. EBITDA-Marge. Im Geschäftsjahr 2024 zeigt sich zudem bereits wieder eine Erholung des Marktes, sodass das EBITDA nach den vorläufigen Zahlen per Ende Mai 2024 bereits bei Mio EUR 3,2 liegt. Dennoch besteht die Pflicht, ergänzend auf unsere Ausführungen unter Punkt 3.2.9 hinzuweisen. 3.2 Risikobericht 3.2.1 Risikomanagement Das Risikomanagement der intive GmbH ist in das Risikomanagement der intive Gruppe eingebettet. Das Risikomanagementsystem der intive Gruppe ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Konzerns und der Konzernunternehmen zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Die Bewertung von Risiken und das Wahrnehmen der mit ihnen verbundenen Chancen stellen einen integralen Bestandteil der Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse dar. Dabei steht das Risikomanagement für sämtliche organisatorische Prozesse, durch die mögliche Risiken frühzeitig identifiziert, geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung entwickelt und rechtzeitig umgesetzt werden. Die intive Gruppe sieht in folgenden Bereichen Risiken, die zu überwachen sind. Diese Risiken haben für die intive GmbH als operativ bedeutendstes Konzernunternehmen gleichfalls entsprechende Bedeutung. Im Folgenden werden die Risiken nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit in "unwahrscheinlich", "möglich" und "wahrscheinlich" sowie nach ihrem potenziellen Ausmaß gemessen an den Auswirkungen auf die Gruppenziele, die operativen Betriebsabläufe und die Steuerungskennzahlen in "gering", "mittel" und "hoch" eingestuft. Die Einschätzung der Risiken wurde - soweit nicht abweichend angegeben - zum letzten Bilanzstichtag (31.12.2023) vorgenommen. 3.2.2 Risiken im Zusammenhang mit Projekten Es besteht das Risiko eines Kalkulationsfehlers bei Projekten, die Kunden mit einem Festpreis bzw. einem Lieferversprechen angeboten werden, und dass die tatsächlichen Kosten die vereinbarten Preise übersteigen bzw. das versprochene Lieferdatum nicht eingehalten wird. Die intive GmbH reduziert das Risiko durch verstärkte Corporate Governance Maßnahmen, insbesondere während der Projektanbahnung, durch ein integriertes Deal-Approval Team. Das Risiko wird zudem durch marktübliche Schätzungsmethoden sowie die Einpreisung von Risikopuffern bei Abschluss eines Werkvertrages sowie detailliertes Scope- und Change-Request-Tracking in der Umsetzung des Projektes gemindert. Des Weiteren hat die intive GmbH eine Professional Indemnity - PI Versicherung abgeschlossen. Aktuell werden diese Risiken als "möglich" und das potenzielle Ausmaß als "mittel" eingestuft. 3.2.3 Rechtliche Risiken Aus der Geschäftstätigkeit der intive GmbH ergeben sich die in der Branche üblichen rechtlichen Risiken. Es besteht die Gefahr von Rechtsstreitigkeiten beispielsweise aufgrund von kundenseitig reklamierten Zeitplanüberschreitungen oder bei reklamierten Verletzungen von vertraglichen Pflichten. Allgemein kommen derartige Angelegenheiten - bislang zumindest - relativ selten vor. Die intive GmbH befindet sich jedoch seit Mitte 2023 in einer derartigen Auseinandersetzung. Eine Klage ist in diesem Zusammenhang seitens des Kunden bislang nicht eingereicht worden; auch wird dies von der Geschäftsführung nicht erwartet. Die Geschäftsführung der intive GmbH geht zudem in ihrer Gesamteinschätzung für den Fall einer Klageeinreichung durch den Kunden davon aus, dass diese Klage vor Gericht abgewiesen bzw. mit Gegenansprüchen der Gesellschaft verrechnet werden wird. Die intive GmbH erwartet aus dieser Angelegenheit keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf ihre Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage. Allgemein werden diese Risiken daher als "unwahrscheinlich" und das potenzielle Ausmaß als "gering" eingestuft. In Bezug auf den o.g. Einzelfall geht die Geschäftsführung von einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit und für den Fall des Eintritts darüber hinaus von einer geringen Schadenshöhe aus. 3.2.4 Wettbewerbssituation intive steht im Wettbewerb zu verschiedenen Gruppen von Unternehmen am Markt, die im Wesentlichen aus den folgenden Segmenten kommen:
Das relevante Marktumfeld unterscheidet sich sowohl nach Geografie, nach Industrie als auch nach Größe. Es gibt einige global agierende Wettbewerber wie EPAM oder GlobalLogic, die in für intive relevanten Märkten bzw. bei Kunden präsent sind. Darüber hinaus gibt es eine Gruppe von Wettbewerbern, die traditionell eher aus dem IT-Outsourcing bzw. IT-Service stammen und sich vermehrt in Richtung digitaler Kompetenzen bzw. SW Entwicklung ausrichten. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl von kleinen bis mittleren Wettbewerbern, die einen Fokus auf z.B. eine Region, eine Branche oder auch eine Technologie haben. Diese arbeiten häufig mit sehr schlanken Kostenstrukturen und einer aggressiven Preisgestaltung. Die Wettbewerberlandschaft erfährt eine fortschreitende Konsolidierung durch große internationale Digital-, IT- und Beratungsgesellschaften, wie z.B. Accenture oder Capgemini. Neben der finanziellen Unabhängigkeit entwickelt intive das Angebot für seine Kunden stetig weiter, beispielsweise in den Bereichen Innovation Consulting, Artificial Intelligence oder Cloud Computing. intive ist überzeugt, mit der Kombination aus Domänenwissen, Design sowie SW Entwicklung bzw. Technologie, ein wettbewerbsfähiges Paket anbieten zu können. Dies spiegelt sich in der Kundenstruktur der intive GmbH wider, welcher zum Großteil (80 - 90 %) aus Bestandskunden besteht, zu welchen die intive GmbH vertrauensvolle und langjährige Beziehungen pflegt. Aktuell werden diese Risiken als "möglich" und das potenzielle Ausmaß als "gering" eingestuft. 3.2.5 IT-Fachkräftemangel Für die Erbringung von Leistungen ist die intive GmbH auf qualifiziertes Fachpersonal angewiesen. Laut einer Umfrage des Branchenverbands BITKOM ist der IT-Fachkräftemangel zu einer Herausforderung in Deutschland geworden. Im Jahr 2023 ergab sich aufgrund von benötigten Digitalisierungsmaßnahmen in der Wirtschaft weiter verstärkter Personalmangel im IT-Sektor. Branchenübergreifend ist die Zahl freier Stellen für IT-Fachkräfte 2023 auf 149.000 gestiegen. Damit liegt die Zahl um 12.000 höher als gegenüber dem Berichtsjahr 2022 mit 137.000 offenen Arbeitsstellen. 4 Trotzdem nimmt die intive GmbH, zumindest kurzfristig, aufgrund des derzeitigen wirtschaftlichen Abschwungs, eine Entspannung auf dem IT-Fachkräftemarkt wahr, welcher kurzfristig die Mitarbeiterbindung und -anwerbung vereinfacht. Die intive GmbH begegnet Risiken in Bezug auf IT-Fachkräftemangel zum einen mit ihrer Zweigniederlassung in Polen und ihrer Unternehmenstochter in der Ukraine, um Entwickler außerhalb Deutschlands für den lokalen Markt verfügbar zu machen. Die argentinische Tochter intive S.A. sowie das rumänische verbundene Unternehmen intive SRL unterstützen ebenfalls entschärfend einen potenziellen IT-Fachkräftemangel im Konzernverbund. Im deutschen Markt begegnet die Gesellschaft diesem Risiko mit einem Maßnahmenmix, der auf die Anforderungen der umworbenen Fachkräfte eingeht. Dazu gehören Fortbildungs-, Trainings- und Konferenzbesuche, moderne Büros und Arbeitsmittel, flexible Arbeitszeitmodelle und Home-Office-Regelungen, die Möglichkeit des internen Wechsels zwischen Projekten, vielfältige und abwechslungsreiche internationale und nationale Projekte sowie eine Vielzahl von "Well- Being-Initiativen" (Home-Office-Pakete, virtuelle Betriebsfeste, Sportveranstaltungen etc.). Aktuell werden diese Risiken als "möglich" und das potenzielle Ausmaß als "mittel" eingestuft. 3.2.6 Politische und makroökonomische Rahmenbedingungen Die derzeitige makroökonomische Unsicherheit, verursacht durch den Krieg in der Ukraine sowie dessen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und im Speziellen die weiterhin hohen Energiepreise, die weiterhin hohen Inflationsraten sowie die global anhaltende restriktive Geldpolitik der Zentralbanken stellen ein unmittelbares wirtschaftliches Risiko für die intive GmbH dar. Insbesondere die derzeit bestehenden hohen Inflationsraten, welche die Zentralbanken durch Leitzinserhöhungen eindämmen wollen, verringern die Investitionsbereitschaft von Unternehmen in neue Projekte und verlangsamen unternehmerisches Wachstum. In Abhängigkeit des weiteren Verlaufs der Krise können die Auswirkungen erheblich sein. Die Kunden der intive GmbH sind zumeist international agierende Konzerne, die durch die oben genannten Entwicklungen in ihrem weltweit operierenden Geschäft negativ beeinflusst werden könnten. Es besteht die sehr reelle Gefahr, dass Kunden in Folge einer solchen konjunkturellen Lage Budgets und Etats kürzen bzw., wie in 2023 ersichtlich, in Folgejahre verschieben. Als Bestandteil des gruppenweiten Risikomanagements verfolgt die Gesellschaft eine Diversifizierung über verschiedene Branchen sowie über verschiedene Wirtschaftsräume, um das Risiko im Rahmen des Unternehmens zu mindern. Kriegerische Auseinandersetzungen wie der russische Angriff auf die Ukraine werden den Entwicklungsstandort Osteuropa nachhaltig verändern. Im Vergleich zum Wettbewerb ist intive nur mit einem geringen Anteil der Belegschaft in der Ukraine und überhaupt nicht in Russland tätig. Entsprechende Kontinuitätspläne wurden entwickelt und aktiviert, um eine Auswirkung auf das Geschäft und Kunden zu vermeiden. Die intive GmbH hat zudem Maßnahmen ergriffen, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen. Diese Unterstützung umfasst auch die Familien. Aktuell werden diese Risiken als "möglich" und das potenzielle Ausmaß als "mittel" eingestuft. 3.2.7 Kundenverlust Es besteht das Risiko des Verlusts von Kunden und damit einhergehend der Nichterreichung von Umsatzzielen. Die intive GmbH unterhält langjährige Kundenbeziehungen basierend auf langfristigen Rahmenverträgen. Konsequente frühzeitige Vertragsverlängerungen sowie eine sehr enge Zusammenarbeit des Account Managements mit den Kunden minimieren das Risiko eines unerwarteten Kundenverlustes aus Gründen, die die Gesellschaft zu verantworten hat. Aktuell werden diese Risiken als "möglich" und das potenzielle Ausmaß als "mittel" eingestuft. 3.2.8 Compliance-Risiken Durch die zunehmende Durchsetzung der Regelungen der DSGVO ergeben sich für die Gesellschaft neue und weitere Risiken. Zum einen werden die Anforderungen an die Gesellschaft selbst größer als auch die Anforderungen der Kunden an den Konzern zur Erfüllung dieser Datenschutzverordnungen und der Sicherheit der entwickelten Softwarelösungen. Hier entstehen zusätzliche Aufwände auch in Zukunft sowohl durch Einführung von Maßnahmen zur Sicherstellung der Einhaltung dieser Verordnungen als auch in Form von Erweiterung des Versicherungsumfangs, die teilweise auch direkt von Kunden eingefordert werden. Darüber hinaus ist insgesamt der Aufwand gestiegen, in vielerlei Hinsicht Compliance sicherzustellen. Durch die zunehmende Größe des Konzerns werden auch Zertifizierungen von den Kunden immer mehr eingefordert, weil auch hier die Bedeutung der offshore-Entwicklungszentren gestiegen ist und die Kunden sich ihrerseits absichern möchten. Dies kann zu einer Kostensteigerung führen und stellt im Falle eines Verstoßes ein Risiko dar. Die intive GmbH unterliegt der Kontrolle durch zentrale Compliance- und Quality-Management- Einheiten mit lokalen Repräsentanten, um sowohl die Einhaltung von gesetzlichen Regelungen als auch Industriestandards sicherzustellen und das Risiko eines Verstoßes bzw. Verlustes einer Zertifizierung zu mindern. Die intive GmbH hat aufgrund der wichtigen Bedeutung des Compliance-Themas ein Compliance-Team aufgebaut, welches dem CFO direkt unterstellt ist und nicht im IT-Team integriert wurde. Auf jährlicher Basis werden IT-Risiken evaluiert und Verbesserungsmaßnahmen vereinbart und nachverfolgt. Zudem setzt die Gesellschaft verstärkt auf Mitarbeiterschulungen in den Bereichen Cyber- Risk und GDPR, welche alle intive Mitarbeiter jährlich absolvieren müssen. Aktuell werden diese Risiken als "unwahrscheinlich" und das potenzielle Ausmaß als "gering" eingestuft. 3.2.9 Unternehmensfortführung Die Gesellschaft ist hinsichtlich der Finanzierung und der Haftung in die intive Gruppe integriert. Die Finanzierung der intive Gruppe erfolgt unter anderem durch Bankkredite. Diese Bankkredite unterliegen Covenant-Vereinbarungen, welche quartalsweise zu erfüllen sind und bei Überschreitung den Banken ein einseitiges Kündigungsrecht für das bestehende Kreditvolumen einräumt. Aufgrund des unter Punkt 2.2 beschriebenen schwachen Geschäftsverlaufs im Jahr 2023, der auch den Gesamtkonzern betraf, und der verfehlten Prognose für das Geschäftsjahr 2023 wurden die Covenant-Grenzwerte im September 2023 und Dezember 2023 nicht eingehalten. Die gesetzlichen Vertreter haben, wie oben erwähnt, bereits in 2023 sowie zu Beginn des Jahres 2024 Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt bzw. damit begonnen, um die Organisation der intive Gruppe entsprechend dem reduzierten Umsatzniveau zu verschlanken. Die Restrukturierungsmaßnahmen umfassten eine Verschlankung von angemieteten Büroüberkapazitäten, die Reduzierung von Personalüberkapazitäten, Kostenoptimierungen innerhalb der intive Gruppe, die Reduzierung und konzernweite Nutzung von einheitlichen Software- und Toolingsystemen sowie der Verschlankung der Organisationsstruktur. Darüber hinaus haben die Gesellschafter des Mutterunternehmens eine liquiditätsstützende Einzahlung in die intive Group GmbH von Mio. EUR 2,5 als Gesellschafterdarlehen im Dezember 2023 geleistet. Mit den Kreditgebern wurde am 27. Juni 2024 eine Neustrukturierung der Finanzierung beschlossen und für sämtliche Darlehensverträge eine Erhöhung der Covenant-Grenzen vereinbart, zudem wurden die Rückzahlungsmodalitäten angepasst, verbunden mit deutlich die Liquidität schonenden, geringeren Tilgungen in 2024. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass die Gesellschafter des Mutterunternehmens 2024 weitere finanzielle Mittel in Form von Eigenkapital oder diesen gemäß Kreditvertrag gleichwertige Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt Mio. EUR 10 an das Mutterunternehmen ausreichen, deren Einzahlung im ersten Halbjahr 2024 erfolgte. Das Ziel dieser Maßnahmen ist die Stabilisierung der finanziellen Kennzahlen, die Verhinderung eines erneuten Verstoßes gegen die Covenant-Vereinbarungen sowie die Aufrechterhaltung einer angemessenen Liquidität, um sämtlichen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen zu können. Die neu vereinbarten Financial Covenants sind zum Stichtag 30. Juni 2024 eingehalten worden. Auf Basis der aktuellen Planung für 2024 und 2025 sowie der vorläufigen Konzernzahlen per Ende Mai 2024 geht die Geschäftsführung von der Einhaltung der aktualisierten Covenant-Grenzwerte sowie der Mindestliquidität auf Konzernebene bis mindestens Ende 2025 aus. Es besteht jedoch das Risiko, dass die in der Unternehmensplanung getroffenen Annahmen nicht oder nicht wie geplant eintreten. Und sollte sich eine Abweichung ergeben, besteht das Risiko, dass Covenant-Vorschriften erneut nicht eingehalten werden können und damit die Kreditfinanzierung in Form der vertraglichen Kündigungsmöglichkeiten gefährdet ist. Infolgedessen besteht für den Fall der erneuten Nichteinhaltung der Covenant-Vereinbarungen ein bestandsgefährdendes Risiko für die intive Gruppe, da bei der dann rechtlich möglichen Kündigung der Kreditverträge durch die finanzierenden Banken die Zahlungsfähigkeit der intive Gruppe nicht mehr sichergestellt wäre. Wir haben dennoch den vorliegenden Jahresabschluss für die intive GmbH unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt, da wir auf Basis der aktuellen Konzernplanung die Sicherstellung der Liquidität sowie die Einhaltung der o.g. Covenants und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der intive Gruppe und damit auch der Gesellschaft als nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich erachten. Aktuell wird dieses Risiko als "möglich" und das potenzielle Ausmaß als "hoch" eingestuft. Dementsprechend unterliegt dieser Risikobereich der laufenden Beobachtung durch die Geschäftsführung, auch auf Ebene des Konzerns. 3.2.10 Forderungsausfälle und Liquiditätsrisiko Das Ausfallrisiko von Kundenforderungen stellt ein Geschäftsrisiko für die Gesellschaft dar. Im Finanzbereich des Unternehmens besteht ein stringenter Prozess zur Nachverfolgung ausstehender Forderungen, um das Risiko zu minimieren. Es besteht zudem das Risiko, dass aufgrund von Rechtsstreitigkeiten mit Kunden Forderungszahlungen verweigert werden (siehe hierzu Punkt 3.2.3). Die Sicherstellung der Liquidität von intive erfolgt durch eine regelmäßige Cashflow-Betrachtung und ein konsequentes Forderungsmanagement. Ergänzend verweisen wir auf den vorstehenden Abschnitt 3.2.9. Aktuell wird das Forderungsausfallrisiko als "unwahrscheinlich" mit dem potenziellen Ausmaß "gering" eingestuft. Das Liquiditätsrisiko ist dagegen (Abschnitt 3.2.9 folgend) derzeit als "möglich" mit dem potenziellen Ausmaß "hoch" einzustufen. 3.2.11 IT-Sicherheit Im Rahmen der Betrachtung von Informationssicherheitsrisiken der intive GmbH nehmen Schadsoftware und E-Mail-Betrug eine zentrale Rolle ein. Hierbei ist insbesondere die Bedrohung durch sogenannte Erpressungstrojaner (Ransomware) und Business-E-Mail-Compromises (BEC) in den letzten Jahren gestiegen (Quelle: Jahresberichte 2020-2023 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik und intive-interne Bedrohungslandkarte). Die intive GmbH hat zum Schutz vor Schadsoftware und E-Mail-Betrug verschiedene risikoadäquate technische und organisatorische Maßnahmen zur Prävention, Detektion und Reaktion implementiert, welche auf den internationalen Standards ISO27001 & ISO27002, Empfehlungen des NIST Cybersecurity Framework und den Grundschutzkatalogen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufgebaut sind. Zudem wurden Geschäftsfortführungspläne erstellt, welche eine angemessene Wiederherstellung der Systeme im Notfall ermöglichen würden. Die Maßnahmen und Pläne werden mindestens jährlich überprüft, unter anderem durch interne & externe Überwachungsaudits (durchgeführt durch die Zertifizierungsstelle DQS GmbH), externe Penetrationstests der intive-Systeme und interne Notfallbewältigungsübungen inkl. Wiederherstellung von Systemen aus Backups und/oder der Cloud. Aktuell werden diese Risiken als "möglich" und das potenzielle Ausmaß als "mittel" eingestuft. 3.2.12 Gesamtbild der Risiken Sofern einzelne oder mehrere Risiken kumuliert auftreten, könnte dies die künftige Entwicklung der Gesellschaft stark beeinträchtigen bzw. sogar gefährden. Die Geschäftsführung geht nach heutigem Wissensstand in der Beurteilung ihrer Gesamteinschätzung davon aus, dass in einem gegenüber dem Vorjahr herausfordernderen Marktumfeld eine erhöhte Risikolage gegeben ist. Die Risiken für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft erscheinen nach unserer Einschätzung jedoch beherrschbar. Entscheidend hierfür sind die weitere erfolgreiche Umsetzung der bereits eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen zur Optimierung der Ertrags- und Kostenstruktur. Nach unserer Einschätzung verläuft die Maßnahmenumsetzung in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2024 über Plan. Aus dem aktuell schwierigen Marktumfeld und den Unsicherheiten in der Unternehmensplanung resultiert, wie in Abschnitt 3.2.9 zusammengefasst, jedoch ein potenziell bestandsgefährdendes Risiko für die gesamte intive Gruppe und damit auch für die Gesellschaft. 3.3 Chancenbericht 3.3.1 Projektgeschäft Die Gesellschaft hat eine Vielzahl von Großkunden, die über attraktive IT-Budgets verfügen. Laut IT- Trends Studie 2024 der Capgemini wird in 2024 für den Großteil der Unternehmen zwar nicht mit steigenden IT-Budgets gerechnet - hohe Kürzungen werden jedoch ebenfalls nicht erwartet. Die Ziele für die IT sind in diesem Jahr die Erhöhung von Sicherheit und Geschwindigkeit sowie die bessere Integration von Anwendungen und Systemen. Im vorherigen Jahr investierten Unternehmen deutlich mehr Geld in Modernisierungen als in die Implementierung neuer Anwendungen und Systeme. In diesem Jahr verschieben sie das Pendel zugunsten der Entwicklung und Implementierung neuer, zusätzlicher Systeme und Anwendungen, so dass in etwa derselbe Anteil des Budgets in Erneuerungen (knapp 27 %) und Modernisierungen (rund 29 %) fließt. 5 Gerade im Hinblick von generativen Kl-Lösungen erwartet die intive GmbH einen starken Nachfragezuwachs in den Folgejahren und wird diesen durch verstärkten Fokus auf den Bereich künstliche Intelligenz bedienen. Der Ausbau der Digitalisierung bleibt das wichtigste Thema für IT-Entscheider. Mit ihren IT-Ausgaben wollen Unternehmen und Behörden vor allem ihre Effizienz steigern und ihre Organisation stärker an den Bedürfnissen ihrer Kundinnen und Kunden ausrichten. Entsprechend liegen im sogenannten Up- & Cross-Selling an Bestandskunden starke Wachstumschancen, welche die intive GmbH verstärkt bedienen möchte. Die intive GmbH rechnet zudem damit, dass der in 2023 branchenweit aufgetretene Investitionsaufschub in den Folgejahren nachgeholt wird. 3.3.2 Digitale Transformation Die Digitalisierung beziehungsweise die sogenannte digitale Transformation von Unternehmen stellt ungebrochen eine große Chance für die intive GmbH dar. Wie unter Punkt 2.1 ausgeführt, agiert die intive GmbH in einem grundsätzlich stetig wachsenden Markt. Laut der IT-Trends Studie von Capgemini ist das wichtigste Ziel von Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung, die Bedürfnisse ihrer Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Unternehmen haben während der COVID-19-Pandemie erkannt, wie wichtig Nutzerfreundlichkeit digitaler Kontaktkanäle für ihre Wettbewerbsfähigkeit ist. Digitaler Kundenservice ist auch nun nach der Pandemie stark nachgefragt. Unternehmen nutzen für die Umsetzung solcher Projekte häufig intelligente Technologien (z.B. intelligente Chatbots für Mitarbeitende), deren Einsatz deutlich zugenommen hat. 6 Die intive GmbH sieht gerade im Bereich der KI-gestützten Dienstleistungsbereiche starke Wachstumspotenziale und unterstützt z.B. Kunden durch Nutzung der neuesten Chat GPT- und Open Al-Technologien bei der Reduzierung von Komplexität und Zugänglichkeit von Behördendiensten. 3.3.3 Fachkräftemangel auf Kundenseite Der in 3.2.4 genannte IT-Fachkräftemangel stellt gleichzeitig eine große Chance für die intive GmbH dar. Laut dem Branchenverband Bitkom kostet die Personalsuche die Unternehmen immer mehr Zeit. Im Durchschnitt dauert es 7,7 Monate eine offene IT-Stelle zu besetzen, vor einem Jahr waren es 7,1 Monate. In jedem fünften Unternehmen (21 Prozent) liegt der Schnitt bei 10 bis 12 Monaten, bei 4 Prozent der Unternehmen dauert es sogar mehr als ein Jahr bis eine offene IT-Stelle besetzt werden kann. 7 Das Geschäftsmodell der intive GmbH wird neben der inhaltlichen Fachkompetenz durch den Geschäftsfokus auch dadurch beflügelt, dass ihre Kunden aufgrund des IT-Fachkräftemangels externe Partner für die Digitalisierung heranziehen, um in ihrer Digitalisierung nicht zusätzlich gebremst zu werden. Die intive GmbH stellt mit ihren Experten in Deutschland und an Auslandsstandorten diese Experten zu Verfügung. 3.3.4 Technologietrends Eine Vielzahl von technologischen Trends prägt das Geschäftsfeld der intive GmbH. Für das Jahr 2024 sind entsprechend dem Deloitte Tech Trends 2024 Report weiterhin immersive Technologien und künstliche Intelligenz (generative KI) hervorzuheben, welche künftig weiter an Bedeutung gewinnen werden. Immersive Technologien wie Augmented und Virtual Reality oder das Metaverse erlangen immer höhere Marktreife und werden von Unternehmen als Ergänzung zur Erschließung digitaler Inhalte über stationäre Bildschirme und mobile Endgeräte hinausgesehen. Unternehmen nutzen das industrielle Metaversum, um digitale Zwillinge, räumliche Simulationen, erweiterte Arbeitsumgebungen und gemeinschaftliche digitale Räume zu schaffen, welche Fabriken und Unternehmen sicherer und effizienter machen. Operative Abläufe lassen sich durch die Nutzung von immersiven Technologien rationalisieren, was zur Weiterentwicklung von dialogfähigen, virtuellen Schnittstellen in Unternehmen führen wird. 8 Die intive Group unterstützt ihre Kunden bereits mit der Programmierung von Over-the-top-content (OTT) und unterstützt zudem ihre Kunden bei Hardware-Integrationen und Ul-Implementierungen. Die Gesellschaft sieht daher aufgrund ihrer Erfahrungswerte auf dem Gebiet der immersiven Technologien und dem vorhandenen Fachpersonal das Potenzial, in diesem Wachstumsmarkt weiter zu wachsen.
6
https://prod.ucwe.capgemini.com/de-de/wp-content/uploads/sites/8/2022/03/Studie-IT-Trends-2023.pdf
Wie unter dem Punkt 3.3.2 dargestellt, stellt die Digitalisierung von Unternehmen, insbesondere die Etablierung von Kl-basierten Technologien zur Effizienzsteigerung und für Informationsvorhersagen, ein starkes Wachstumspotential für die intive GmbH dar. Deloitte umstreicht im Tech Trends 2024 Report die Wichtigkeit dieses IT-Segments für Unternehmen im Jahr 2024. Das Thema Cloud Computing ist an sich keine neue Technologie, allerdings geraten Unternehmen zunehmend unter Zugzwang, ihre Altsysteme zu ersetzen bzw. zu migrieren, da die Cloud eine erhöhte Betriebssicherheit und Erreichbarkeit bei gleichzeitig geringeren Kosten und nahezu unbegrenzter Performance und Skalierbarkeit bietet. Daneben ist der Einsatz von Cloud-Technologien Grundvoraussetzung für den Einsatz von KI und Machine Learning, da sich nur in der Cloud große Datenmengen sinnvoll verarbeiten lassen. Die intive GmbH hat sich frühzeitig auf die Themen Cloud-Migration, Cloud- Architektur, Multi- und Hybrid-Cloud-Konzepte eingestellt, um als unabhängiger Berater und Umsetzer für Cloud-Projekte zu agieren, der für alle gängigen Cloud-Anbieter (Microsoft, Google, Amazon) Implementierungspartner ist. Die Gesellschaft hat ein strategisches Partner Management eingeführt, um die Vorteile dieser Technologie-Partnerschaften besser für Bestands- und Neukunden zu nutzen. Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Neuronale Netze setzen sich in immer mehr Feldern durch und erlauben erhebliche Effizienzgewinne. Unternehmen werden in diesem Bereich verstärkt investieren, um ihre Kostenbasis zu optimieren und gleichzeitig ihre Endkundenbindung durch personalisierte Angebote zu steigern. Um sich für diesen Trend zu wappnen, hat die intive GmbH frühzeitig investiert und Expertise aufgebaut, die durch beispielsweise Partnerschaften mit Microsoft, Amazon und Oracle auf einer breiten technologischen Basis steht. Die Technologie-Analysten von Gartner sehen People Centricity als Schlüsselbereich im IT-Sektor. Auch wenn die COVID-19-Pandemie vielerorts die Arbeitsweisen verändert hat, stehen laut Gartner Menschen im Mittelpunkt von Unternehmen - nur die Interaktion mit ihnen muss nun komplett oder teilweise digital erfolgen. Dies bedeutet, dass die Nutzererfahrung als Kunde oder Mitarbeiter einen erhöhten Stellenwert erfährt, da sie sich als Unterscheidungsmerkmal und Wettbewerbsvorteil erweisen kann. Experience Design und Design Thinking im Allgemeinen hilft Unternehmen, ihre Lösungen stärker an den Bedürfnissen ihrer Kunden und Nutzer auszurichten, Produkte schneller zu implementieren und iterieren und gleichzeitig neue digitale Geschäftsmodelle zu eröffnen. Die intive GmbH adressiert diese Thematik mit einer Spezialisten-Einheit, die eng verzahnt mit der Software-Entwicklung arbeiten, um so effizienter und zielorientierter zu arbeiten als Wettbewerber, die nur Design oder nur Software-Entwicklung anbieten. Zudem beschäftigt die intive GmbH einen Chief Design Officer, um das Thema intern wie extern voranzutreiben. 3.3.5 Gesamtbild der Chancen Grundsätzlich erwartet die Geschäftsleitung in einem herausfordernden Marktumfeld künftig wieder eine positive Geschäftsentwicklung für die intive GmbH.
Regensburg, den 7. August 2024 Die Geschäftsführung Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023A. Allgemeine Angaben Die intive GmbH hat ihren Sitz in Regensburg und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Regensburg (HRB Reg. Nr. 9158). Der Jahresabschluss der intive GmbH wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten. Soweit Wahlrechte für Angaben in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang ausgeübt werden können, wurde der Vermerk im Anhang gewählt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine große Kapitalgesellschaft. Unternehmensfortführung Der vorliegende Jahresabschluss der intive GmbH wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) aufgestellt. Die Gesellschaft ist Teil des Konzerns der intive Group GmbH, Regensburg ("intive-Konzern"). Als operativ bedeutendstes Konzernunternehmen sowie aufgrund ihrer gesamtschuldnerischen Mithaftung für das von den Konzernunternehmen bei einem Bankenkonsortium in Anspruch genommenen Gesamtkreditvolumen unterliegt die Gesellschaft im Ergebnis nahezu den gleichen Risiken wie der Konzern insgesamt. Die gesetzlichen Vertreter erachten die Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der aktuellen Konzernplanung für den intive-Konzern als nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich. Sollte es jedoch zu wesentlichen negativen Abweichungen von der aktuellen Konzernplanung kommen, besteht das Risiko der Nichteinhaltung der mit dem Bankenkonsortium vereinbarten Covenants, was den Banken das Recht zur fristlosen Kündigung des in Anspruch genommenen Kreditvolumens gäbe. In diesem Fall wäre die Fortführung der Unternehmenstätigkeit auch der Gesellschaft gefährdet, da unsicher ist, ob der intive-Konzern die dann notwendige Refinanzierung bewerkstelligen könnte, und da die Gesellschaft für das in Anspruch genommene Kreditvolumen gesamtschuldnerisch mithaftet. Wir verweisen ergänzend auf unsere ausführlichen Darstellungen im Abschnitt "3.2.9 Unternehmensfortführung" des Lageberichts. Verschmelzungen Die 2019 auf die intive GmbH verschmolzene intive S.A., Szczecin, Polen, führt die Geschäftstätigkeit in Form einer Niederlassung der intive GmbH fort. Die Niederlassung wird unter der Bezeichnung intive GmbH (Spółka z ograniczoną odpowiedzialnością) oddział w polsce, Warschau, Polen, geführt und ist im polnischen Handelsregister (Krajowy Rejestr Sadowy) unter der Nummer KRS 0000802349 seit dem 12. September 2019 eingetragen. Die intive automotive GmbH, Regensburg, hat als übertragender Rechtsträger mit der intive GmbH als übernehmender Rechtsträgerin am 29. März 2023 einen Verschmelzungsvertrag abgeschlossen. Die Verschmelzung wurde mit Eintragung in das Handelsregister der intive GmbH vom 22. Mai 2023 handelsrechtlich rückwirkend auf den 1. Januar 2023 wirksam. Die intive GmbH wurde durch die Eintragung der Verschmelzung Gesamtrechtsnachfolgerin der intive automotive GmbH. Die Verschmelzung erfolgte zu Buchwerten. Es ergab sich ein Verlust aus der Verschmelzung von TEUR -8.328. Aufgrund der Verschmelzung zum 1. Januar 2023 ist die Vergleichbarkeit zum Vorjahr eingeschränkt. Zur Herstellung der Vergleichbarkeit der wesentlichen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die Vorjahreszahlen der verschmolzenen Unternehmen in der nachfolgenden Tabelle konsolidiert und zusammengefasst (VJ Vergleichswerte):
B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit den Herstellungskosten bewertet und ab dem Geschäftsjahr um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. In die Herstellungskosten fließen die bei der Entwicklung anfallenden Einzelkosten sowie angemessene Teile der Gemeinkosten ein. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu den Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen basieren auf den wirtschaftlichen Nutzungsdauern und werden innerhalb der zugelassenen Zeiträume linear vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände bis 800,00 Euro netto werden im Jahr des Zugangs sofort abgeschrieben und im Anlagenspiegel als Abgang dargestellt. Geleistete Anzahlungen werden mit dem Nominalwert angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen.
Bei den Finanzanlagen wurden die Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. In die Herstellungskosten der unfertigen Leistungen wurden neben den unmittelbar zurechenbaren Einzelkosten auch Gemeinkosten einbezogen. Bei einer Wertminderung wurde auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips zum Nominalwert bewertet. Die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit dem Nominalwert angesetzt. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten entsprechen den zeitanteilig vorgeleisteten Beträgen. Die Rückstellungen wurden für alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften sowie für sonstige erkennbare Risiken gebildet. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Die Rückstellungsbildung erfolgt buchhalterisch nach der Bruttomethode. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem der Restlaufzeit entsprechenden, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Jahre, wie er von der deutschen Bundesbank ausgegebenen wird, diskontiert. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die ausgewiesenen latenten Steuern betreffen nur die polnische Niederlassung. Sie beruhen auf Bewertungsdifferenzen zwischen der Handelsbilanz II und den Werten nach polnischem Steuerrecht (Steuerbilanz) insbesondere im Anlagevermögen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Rückstellungen. Die latenten Steuern wurden mit einem Steuersatz von 19 % berechnet. Darüber hinaus bestehen Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen in den Positionen immaterielles Anlagevermögen und sonstige Rückstellungen. Der Ansatz erfolgt aufgrund der ertragssteuerlichen Organschaft in Deutschland mit einem Steuersatz von 0 %. Zum Bilanzstichtag entwickelten sich die latenten Steuern wie folgt:
Vom Aktivierungswahlrecht eines eventuellen Überhangs an aktiven latenten Steuern wurde Gebrauch gemacht. Die latenten Steuern werden unsaldiert ausgewiesen. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zum Abschlussstichtag unter Beachtung von § 256a HGB umgerechnet. Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt bei Dienstleistungsverträgen nach der Leistungserbringung und bei Werkverträgen mit der Abnahme der Leistung. C. Angaben zu einzelnen Posten der Bilanz Anlagevermögen Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) zu entnehmen. Im Geschäftsjahr wurden selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 1.067 aktiviert. Dies betrifft sämtliche Entwicklungskosten des Geschäftsjahres. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Fristigkeit der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände zum Bilanzstichtag ist aus nachfolgender Übersicht ersichtlich.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen solche aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 4.289 (VJ TEUR 5.419), aus Darlehensforderungen in Höhe von TEUR 672 (VJ TEUR 2.609) sowie gegen den Gesellschafter aus der Verlustübernahme für 2023 in Höhe von TEUR 14.764. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten solche gegen den Gesellschafter in Höhe von insgesamt TEUR 17.490 (VJ TEUR 2.568). Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen Umsatzsteuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 1.305 (VJ TEUR 1.213). Eigenkapital Das Stammkapital beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 25. Der Gewinnvortrag bleibt durch den 2020 abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrag unverändert bei TEUR 1.751. Die Kapitalrücklage von TEUR 65 resultiert aus der Ausübung eines Aktienoptionsprogramms bei der im Jahr 2019 auf die Gesellschaft verschmolzenen intive S.A., Szczecin, Polen. Ausschüttungsgesperrter Betrag In Zusammenhang mit den aktivierten latenten Steuern in Höhe von TEUR 480 besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe von TEUR 18 (§ 268 Abs. 8 S. 2 HGB). Angaben und Erläuterungen zu Rückstellungen
Verbindlichkeiten Die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag ist aus nachfolgender Übersicht ersichtlich.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten solche aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 26.374 (VJ TEUR 12.377), aus Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 19.913 (VJ TEUR 7.847) und aus sonstigen Verrechnungen von TEUR 1.831 (VJ TEUR 7.674). In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind solche gegenüber dem Gesellschafter in Höhe von TEUR 15.686 (VJ TEUR 13.709) enthalten. Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 699 (VJ TEUR 567) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von TEUR 448 (VJ TEUR 477). Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Abschlussstichtag bestehen folgende finanzielle Verpflichtungen aus Mietverträgen:
Haftungsverhältnisse Die Gesellschaft ist zusammen mit ihrem verbundenen Unternehmen intive Group GmbH, Regensburg, im Rahmen eines "Senior Facilities Agreement" Kreditnehmer bei einer ausländischen Bank. Für alle im Rahmen dieses Agreements gezogenen Tranchen haften die Kreditnehmer gesamtschuldnerisch mit ihrem jeweiligen gesamten Vermögen. Die Bankkredite unterliegen ferner Covenant-Vereinbarungen, die quartalsweise auf Ebene des intive-Group-GmbH-Konzerns zu erfüllen sind. Die Gesellschaft haftet somit über die von ihr zum 31. Dezember 2023 in Anspruch genommen Kredittranchen von TEUR 7.753 (Vorjahr: TEUR 12.545) hinaus für die an die intive Group GmbH ausgereichten Kredittranchen in Höhe von insgesamt TEUR 107.780 (Vorjahr: TEUR 73.901) mit. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage der intive Group GmbH und auf Basis der aktuellen Planung für den Konzern für 2024 und 2025 sowie der vorläufigen Konzernzahlen per Ende Mai 2024 wird mit keiner Haftungsinanspruchnahme der Gesellschaft bis mindestens Ende 2025 gerechnet. Wir verweisen ergänzend auf den Abschnitt "3.2.9 Unternehmensfortführung" des Lageberichts. Die Gesellschaft haftet ferner als Organgesellschaft für organschaftlich begründete Steuerschulden des Organträgers intive Group GmbH, Regensburg, gem. § 73 Satz 1 AO. D. Angaben zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung Aufgliederung der Umsatzerlöse
Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von TEUR 6.852 (VJ TEUR 4.747) sind im Wesentlichen Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 4.001 (VJ TEUR 3.321) sowie Weiterbelastungen an verbundene Unternehmen TEUR 1.636 (VJ TEUR 1.178) enthalten. Aufwendungen für Altersversorgung Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 118 (VJ TEUR 80) enthalten. Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 3.337 (VJ TEUR 3.091) enthalten. Einzelwertberichtigungen wurden in Höhe von TEUR 35 (VJ TEUR 102) vorgenommen. Darüber hinaus ist als außergewöhnlicher Betrag i.S.v. § 285 Nr. 31 HGB der Verschmelzungsverlust von TEUR -8.328 aus der Verschmelzung der intive automotive GmbH auf die Gesellschaft enthalten. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind solche aus verbundenen Unternehmen i.H.v. TEUR 57 (VJ TEUR 73) enthalten. Zinsen und ähnliche Aufwendungen In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind solche an verbundene Unternehmen i.H.v. TEUR 1.683 (VJ TEUR 354) enthalten. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Seit dem Jahr 2020 liegt eine körperschaftsteuerliche Organschaft mit dem Organträger intive Group GmbH mit dem Sitz in Regensburg (Amtsgericht Regensburg, HRB 20645) vor. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten Veränderungen aus bilanzierten latenten Steuern in Höhe von TEUR 256 (VJ TEUR 226). E. Sonstige Pflichtangaben Angaben über die Mitglieder der Geschäftsführung Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt: Diego Rubio, Chief Executive Officer (seit 23.11.2023) Robert Price, Chief Financial Officer (seit 29.08.2023) Brenda Morris, Chief Executive Officer (vom 29.08.2023 bis 30.11.2023) Gurdeep Grewal, Chief Executive Officer (bis 28.09.2023) Rolf Pasel, Chief Commercial Officer (bis 25.09.2023) Eamonn Murphy, Chief Financial Officer (vom 25.03.2022 bis 26.05.2023) Vergütung der Geschäftsführer Die Gesamtbezüge der Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2023 betrugen TEUR 1.069. Anteilsbesitz
1 Diese Gesellschaft wurde am 28. Mai 2024 im
englischen Handelsregister gelöscht.
Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer Während des Geschäftsjahres 2023 waren im Unternehmen beschäftigt:
Davon waren in der Zweigniederlassung in Polen durchschnittlich 452 Mitarbeiter beschäftigt. Gesamthonorar des Abschlussprüfers Das Honorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2023 beträgt TEUR 61 und entfällt in voller Höhe auf Abschlussprüfungsleistungen. Angaben zum Konzernabschluss Die Gesellschaft ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der intive Group GmbH, Regensburg, die als Mutterunternehmen den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht nach HGB für den größten und zugleich kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt (diese werden der das Unternehmensregister führenden Stellen elektronisch zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt). Die Gesellschaft ist selbst Mutterunternehmen i.S.d. § 290 HGB und somit grundsätzlich zum Aufstellen eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichts verpflichtet. Unter Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift des § 291 HGB erstellt sie keinen Konzernabschluss und -lagebericht, da sie in den Konzernabschluss und -lagebericht der intive Group GmbH, Regensburg, einbezogen wird. Nachtragsbericht Mit den Kreditgebern des intive-Konzerns wurde am 27. Juni 2024 eine Neustrukturierung der Finanzierung beschlossen und für sämtliche Darlehensverträge eine Erhöhung der Covenant-Grenzen vereinbart, zudem wurden die Rückzahlungsmodalitäten angepasst, verbunden mit deutlich die Liquidität schonenden, geringeren Tilgungen in 2024. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass die Gesellschafter des Mutterunternehmens 2024 weitere finanzielle Mittel in Form von Eigenkapital oder diesen gemäß Kreditvertrag gleichwertige Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt Mio. EUR 10 an das Mutterunternehmen ausreichen, deren Einzahlung im ersten Halbjahr 2024 erfolgte. Wir verweisen ergänzend auf den Abschnitt "3.2.9 Unternehmensfortführung" des Lageberichts. Dieser Sachverhalt ist für die Gesellschaft insofern von Bedeutung, als sie für diese Bankverbindlichkeiten gesamtschuldnerisch mithaftet.
Regensburg, 7. August 2024 Die Geschäftsführung Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2023intive GmbH, Regensburg
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die intive GmbH, Regensburg Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der intive GmbH, Regensburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Dar- über hinaus haben wir den Lagebericht der intive GmbH, Regensburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf Abschnitt "A. Allgemeine Angaben - Unterpunkt Unternehmensfortführung" im Anhang sowie auf die Angaben in Abschnitt "3.2.9 Unternehmensfortführung" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der intive-Konzern die im Rahmen der bestehenden Finanzierung vereinbarten Financial Covenants aufgrund des schwachen Geschäftsverlaufs zum 30. September und zum 31. Dezember 2023 nicht einhalten konnte. In Bezug auf die nachverhandelten, am 27. Juni 2024 final vereinbarten neuen Financial Covenants gehen die gesetzlichen Vertreter von der Einhaltung dieser Covenants bis mindestens Ende 2025 aus. Sollte es jedoch zu wesentlichen negativen Abweichungen von der aktuellen Konzernplanung kommen, besteht das Risiko der Nichteinhaltung der Covenants, was den Kreditgebern das Recht zur fristlosen Kündigung des in Anspruch genommenen Kreditvolumens gäbe. In diesem Fall wäre die Fortführung der Unternehmenstätigkeit gefährdet, da unsicher ist, ob der intive-Konzern die dann notwendige Refinanzierung bewerkstelligen könnte, und da die Gesellschaft für das in Anspruch genommene Kreditvolumen gesamtschuldnerisch mithaftet. Wie in den o.g. Abschnitten im Anhang und im Lagebericht dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns und damit auch der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 7. August 2024 Deloitte
GmbH
Marco Farrenkopf, Wirtschaftsprüfer Ruth Ehrlich, Wirtschaftsprüferin Angabe gemäß § 328 (1a) HGB Der Jahresabschluss wurde am 6. September 2024 festgestellt. |
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