Perspektive Meldorf gGmbHLiquidiert
Stammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Arno Arp seit 18.7.2006 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (5)
| Name | Anteil |
|---|---|
Kreis Dithmarschen | 77.96% |
Verein Norddeutsche Gesellschaft für Diakonie e.V. | 10.82% |
Verein Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung - Kreisvereinigung Dithmarschen e.V. | 10.40% |
Stadt Meldorf | 0.64% |
Kreis Dithmarschen | 0.21% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
5 Gesellschafter
GmbH-Struktur
4 von 5 angezeigt
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Perspektive Meldorf gGmbHMeldorfJahresabschluss zum 31.12.2006Bilanz zum 31. Dezember 2006Aktiva
Gewinn-
und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
|
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| 2005 | ||||
| EUR | EUR | EUR | ||
| 1. | Rohergebnis | 15.234.286,51 | 14.366.367,21 | |
| 2. | Personalaufwand | |||
| a) Löhne und Gehälter | 6.386.428,27 | 6.028.529,94 | ||
| b) Soziale Abgaben | 1.602.088,05 | 1.488.151,50 | ||
| 3. | Abschreibungen auf immaterielle Ver- | |||
| mögensgegenstände des Anlagever- | ||||
| mögens und Sachanlagen | 626.789,88 | 582.793,84 | ||
| 4. | Sonstige betriebliche Aufwendungen | 6,640,286.17 | 5,416,511.81 | |
| 15.255.592,37 | 13.515.987,09 | |||
| -21.305,86 | 850.380,12 | |||
| 5. | Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 132.560,34 | 94.762,65 | |
| 6. | Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 98.223,78 | 129.004,33 | |
| 34.336,56 | -34.241,68 | |||
| 7. | Ergebnis der gewöhnlichen Geschäfts- | |||
| tätigkeit | 13.030,70 | 816.138,44 | ||
| 8. | Außerordentliche Erträge | 546.442,52 | 0,00 | |
| 9. | Außerordentliches Ergebnis | 546.442,52 | 0,00 | |
| 559.473,22 | 816.138,44 | |||
| 10. | Steuern vom Einkommen und | |||
| vom Ertrag | 2.180,64 | 781,00 | ||
| 11. | Sonstige Steuern | 9.170,01 | 83.858,66 | |
| 12. | Jahresüberschuss | 548.122,57 | 731.498,78 | |
| 13. | Entnahmen aus übrigen Gewinnrücklagen | 2.393.973,70 | 218.516,28 | |
| 14. | Einstellungen in das nutzungsgebundene Kapital | 1.991.137,26 | 531.871,75 | |
| 15. | Einstellungen in übrige Gewinnrücklagen | 950.959,01 | 418.143,31 | |
| 16. | Bilanzgewinn | 0,00 | 0,00 | |
Anhang für das Geschäftsjahr 2006
1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Der Jahresabschluss der Perspektive Meldorf gGmbH, Meldorf, ist nach den handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages aufgestellt worden.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist entsprechend § 158 (1) AktG um Gewinnverwendungspositionen ergänzt.
Änderungen der Bilanzierung- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr wurden nicht vorgenommen.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Soweit die Vermögensgegenstände zum abnutzbaren Vermögen gehören, werden planmäßig lineare Abschreibungen vorgenommen.
Für geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurde die Regelung gem. § 6 (2) EStG in Anspruch genommen. Im Anlagespiegel werden die geringwertigen Vermögensgegenstände im Jahr der Anschaffung sowohl als Zugang als auch als Abgang gezeigt.
Soweit zur Anschaffung von Vermögensgegenständen Zuschüsse von Dritten vereinnahmt wurden, werden diese in einem Sonderposten für Investitionszuschüsse eingestellt. Die Auflösung erfolgt über die Nutzungsdauer der damit finanzierten Vermögensgegenstände.
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden mit ihren Anschaffungskosten bewertet.
Die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten.
Handelswaren sind mit Anschaffungskosten bilanziert. Eigenprodukte wurden zu Nettoverkaufspreisen abzüglich eines kalkulatorischen Gewinnabschlages bewertet.
Für den in den Vorräten enthaltenen Tierbestand wurden Zeitwerte ermittelt, die sich an vorsichtig geschätzten Verkaufswerten orientieren und Erfahrungen aus Verkäufen der Vergangenheit berücksichtigen.
Die Wertpapiere wurden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt.
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden für erkennbare und latente Risiken Pauschalwertberichtigungen vorgenommen.
Zuführungen zu Rückstellungen wurden unter Beachtung des kaufmännischen Vorsichtsprinzips vorgenommen.
Verbindlichkeiten wurden mit ihrem Rückzahlungsbetrag ausgewiesen.
3. Erläuterungen zur Bilanz
3.1.Anlagevermögen
Der Anlagespiegel ist als gesondertes Blatt dem Anhang angefügt.
3.2.Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von EUR 671.000,09 (31.12.2005: EUR 471.464,00) enthalten.
3.3.Sonderposten für Investitionszuschüsse
Der Sonderposten für Investitionszuschüsse enthält öffentliche Zuschüsse für die Erstellung von Einrichtungen der Gesellschaft gemäß der "Allgemeinen Pflegesatzvereinbarung Schleswig-Holstein" vom 28. Dezember 1983. Der Sonderposten wird über die Nutzungsdauer der mit den Zuschüssen finanzierten Anlagegüter aufgelöst. Im Geschäftsjahr 2006 wurde vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein ein weiterer Zuschuss in Höhe von EUR 3.752,26 gewährt. Die ertragswirksame Auflösung erfolgte in Höhe von EUR 147.442,73.
Die im Sonderposten für Investitionszuschüsse ausgewiesenen öffentlichen Zuschüsse sind in voller Höhe durch Grundpfandrechte besichert.
3.4.Verbindlichkeiten
Die Restlaufzeiten für die Verbindlichkeiten zeigen folgendes Bild:
| Bilanzansatz | Restlaufzeiten | |||
| bis zu einem Jahr | mehr als fünf Jahre | |||
| Stand 31.12.2006 | Stand 31.12.2006 | Stand 31.12.2005 | Stand 31.12.2006 | |
| EUR | EUR | EUR | EUR | |
| Verbindlichkeiten | 3.473.599,91 | 1.267.500,55 | 1.472.748,02 | 1.594.916,76 |
Die Verbindlichkeiten sind in Höhe von EUR 2.270.764,89 durch Grundpfandrechte abgesichert.
Außer den üblichen Eigentumsvorbehalten bei Verbindlichkeiten aus Kaufverträgen bestanden darüber hinaus keine Sicherungsrechte, über die gem. § 285 Nr. 1 b) HGB zu berichten ist.
3.5.Rechnungsabgrenzungsposten
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Voraus erhaltene Abschlagszahlungen für Vergütungsentgelte des Monats Januar 2007.
4.Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung
4.1.Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind folgende wesentliche periodenfremde
Aufwendungen erfasst:
| EUR | |
| Verluste aus Anlageabgängen | 1.832,32 |
| Einstellung in die Pauschalwertberichtigung zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3.200,00 |
| Periodenfremde Aufwendungen | 10.016,13 |
| 11.848,45 |
4.3.Außerordentliche Erträge
Die außerordentlichen Erträge resultieren in voller Höhe aus einer Erbschaft zugunsten der Perspektive Meldorf gGmbH.
5. Sonstige Angaben
5.1.Finanzielle Verpflichtungen
Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus einem Leasingvertrag für Bürotechnik, der aktuell eine monatliche Rate in Höhe von EUR 2.014,61 aufweist. Die monatliche Rate schwankt je nach der Anzahl der geleasten Geräte. Im Prüfungszeitpunkt ergibt sich bezogen auf die aktuelle monatliche Rate ein Verpflichtung in Höhe von EUR 80.584,40.
Darüber hinaus bestehen Miet- und Pachtverträge, die eine Restlaufzeit von einem bis zu fünf Jahren aufweisen. Zum Bilanzstichtag ergeben sich bezogen auf die Restlaufzeit dieser Verträge sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von EUR 365.333,98.
5.2.Anzahl der Arbeitnehmer
Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2006 im Jahresdurchschnitt 215 Mitarbeiter mit Arbeitsverträgen. Die Mitarbeiter verteilen sich auf folgende Bereiche:
| Fertigungsbereich | 83 |
| Betreuungsdienst | 91 |
| Verwaltung | 17 |
| Hauswirtschaft und Sonstige (inkl. geringfügig Beschäftigter) | 21 |
| Zivildienstleistende | 3 |
| 215 |
Darüber hinaus werden 8 Auszubildende und Mitarbeiter im freiwilligen sozialen Jahr beschäftigt.
5.3.Geschäftsführer
Alleiniger Geschäftsführer ist Herr Arno Arp,
Welmbüttel.
5.4.Gesamtbezüge der Geschäftsführung
Es wird von der Schutzklausel des § 286 (4) HGB Gebrauch gemacht.
5.5.Jahresergebnis und Ergebnisverwendung
Das Jahresergebnis beträgt EUR 548.122,57. Die Geschäftsführung schlägt vor, das Jahresergebnis entsprechend dem Zweck des Unternehmens in die Gewinnrücklagen einzustellen. Der Vorschlag der Geschäftsführung ist in vorstehendem Abschluss bereits berücksichtigt.
Kiel, 18. Mai 2007
gez. Arno Arp
Anlagespiegel für das Geschäftsjahr 2006
| Anschaffungs-/Herstellungskosten |
Abschreibungen
kumuliert |
Restbuchwert | ||||
|
Stand
01.01.2006 |
+
Zugänge
- Abgänge |
Umbuchungen |
Stand
31.12.2006 |
Stand
31.12.2006 |
||
| EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||
| 1. Software | 62.458,39 | +1.500,00 | 0,00 | 63.958,39 | 55.997,39 | 7.961,00 |
| II. Sachanlagen | ||||||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 14.163.530,69 | +409.202,72 | +51.590,84 | 14.624.324,25 | 3.688.344,56 | 10.935.979,69 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 631.448,48 | +89.896,97 | 0,00 | 721.345,45 | 430.497,45 | 290.848,00 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.145.974,49 | +406.140,40 | ||||
| -186.070,20 | +5.876,27 | 3.371.920,96 | 2.551.340,96 | 820.580,00 | ||
| 4. Anlagen im Bau | 34.029,56 | +944.885,46 | ||||
| -2.042,91 | -57.467,11 | 919.405,00 | 0,00 | 919.405,00 | ||
| 17.974.983,22 | +1.850.125,55 | |||||
| -188.113,11 | 0,00 | 19.636.995,66 | 6.670.182,97 | 12.966.812,69 | ||
| III. Finanzanlagen | 18.000,00 | +0,00 | 0,00 | 18.000,00 | 0,00 | 18.000,00 |
| 18.055.441,61 | +1.851.625,55 | |||||
| -188.113,11 | 0,00 | 19.718.954,05 | 6.726.180,36 | 12.992.773,69 | ||
| Abschreibungen | ||
| 2006 | 2005 | |
| EUR | EUR | |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Software | 8.246,00 | 9.624,94 |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 291.698,56 | 287.601,27 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 36.942,97 | 30.865,03 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | ||
| 289.902,35 | 254.702,60 | |
| 4. Anlagen im Bau | ||
| 0,00 | 0,00 | |
| 618.543,88 | 573.168,90 | |
| III. Finanzanlagen | 0,00 | 0,00 |
| 626.789,88 | 582.793,84 | |
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2006
1.
Darstellung des Geschäftsverlaufes und des
Geschäftsergebnisses
1.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische
Entwicklung und
Rahmenbedingungen
Politische Entwicklungen
Die Sozialpolitik in Deutschland wird in zunehmenden Maß durch internationale Einflüsse geprägt. So wurden z.B. die Rechte behinderter Menschen weltweit gestärkt, indem die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 13. Dezember 2006 eine Konvention über die Rechte behinderter Menschen verabschiedet hat. Mit dieser Konvention soll weltweit die Chancengleichheit behinderter Menschen gefördert und ihre Diskriminierung unterbunden werden.
Mit der Konvention liegt erstmals ein Dokument vor, das international Fragen der Behinderung nicht nur aus einer sozialrechtlichen, sondern auch aus einer menschenrechtlichen Perspektive behandelt. Behinderung wird in der Konvention nicht nur im Kontext von Prävention, Rehabilitation und sozialer Sicherheit gesehen. In erster Linie macht die Konvention deutlich, dass die Menschenrechte nicht teilbar sind. Das Recht auf Leben und Arbeit sowie das Recht auf Teilhabe am politischen und öffentlichen Leben spiegeln sich daher in der Konvention genauso wieder wie Regelungen zur Chancengleichheit und Barrierefreiheit.
Weltweit gibt es über 600 Millionen Menschen mit einer Behinderung. Zum Vergleich: Die Europäische Union hat insgesamt 461 Millionen Einwohner. Menschen mit Behinderungen repräsentieren somit einen großen Teil der Weltbevölkerung. Sie müssen stärker als bisher als Personen angesehen werden, die gleichwertig am politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen. Für sie gibt es durch die Konvention ein Rechtsdokument, das Menschenrechtewie etwa das Recht auf Leben oder das Recht auf Freizügigkeitunter Berücksichtigung der spezifischen Situation der Menschen mit Behinderungen festschreibt.
Deutschland hat als eines der ersten Länder das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Menschen mit Behinderungen unterzeichnet.
Aus der Erklärung von Franz Thönnies, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, und Karin Evers-Meyer, Behindertenbeauftragte:
" Mit der Unterzeichnung des Abkommens bei den Vereinten Nationen gehört Deutschland zu den ersten zeichnenden Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen. Wir geben dieses klare Signal zur Stärkung und Weiterentwicklung der Rechte und Belange behinderter Menschen ganz bewusst während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und des laufenden Europäischen Jahres der Chancengleichheit für alle".
Auch in Deutschland werden von dem Abkommen wichtige behindertenpolitische Impulse ausgehen. Wir lösen uns vom reinen Fürsorgegedanken und stärken die Rechte behinderter Menschen auf selbstbestimmtes Leben und Teilhabe.
Menschen mit Behinderung in Deutschland
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lebten im Jahr 2005 in Deutschland 6.765.355 Menschen mit einer amtlich anerkannten Behinderung. Im Durchschnitt war somit jeder zwölfte Einwohner behindert. Davon sind insgesamt 1.236.115 Menschen mit zerebralen Störungen, geistigen und/oder seelischen Behinderungen erfasst. Gegenüber 2003 ist die Zahl der Menschen mit Behinderungen somit um 1,90 % beziehungsweise 126.463 Personen gestiegen. Behinderungen treten vor allem bei älteren Menschen auf: So waren 74,00 % der behinderten Menschen 55 Jahre oder älter.
Entwicklung in Deutschland
CDU/CSU und SPD haben in ihrer Koalitionsvereinbarung im November 2006 angekündigt, "gemeinsam mit den Ländern, Kommunen und den Verbänden behinderter Menschen" die Leistungsstrukturen der Eingliederungshilfe weiterentwickeln zu wollen. Dabei ist deutlich geworden, dass die Föderalismusreform die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe maßgeblich beeinflussen wird. Einhergehend damit werden die Rechte der Bundesländer gestärkt. So ist die Zuständigkeit für das Heimrecht auf die Länder übergegangen.
Als Schwerpunkte der großen Koalition können folgende Punkte benannt werden:
Stärkung des Grundsatzes "ambulant vor stationär"
Verzahnung ambulanter und stationärer Dienste
Leistungserbringung aus einer Hand
Umsetzung des persönlichen Budgets
Gesamtplanverfahren nach § 58 SGB XII
Stärkere Kontrolle der Leistungsanbieter
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe (BAGüS) hat bei den 23 überörtlichen Sozialhilfeträgern in 2006 eine Erhebung zur Entwicklung der Fallzahlen in der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen durchgeführt. Im Ergebnis wird festgehalten, dass die Fallzahlsteigerungen im stationären Wohnen auf eine nur noch geringe Steigerungsrate begrenzt werden konnten; dementsprechend sind die Fallzahlen im ambulant betreuten Wohnen überproportional gestiegen. Dynamisch sind nach wie vor die Zugangszahlen zu Werkstätten für behinderte Menschen und insbesondere im Bereich der Tagesstätten/Tagesförderstätten.
* 2007 - 2010 prognostizierte Zahlen
Zu Fragen im Zusammenhang mit den steigenden Fallzahlen in Werkstätten soll eine Studie in Auftrag gegeben werden, die aus Mitteln des Ausgleichsfonds finanziert wird. Darauf einigte sich eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), der Bundesagentur für Arbeit (BA), der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Sozialhilfeträger (BAGüS) und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) am 2. März 2006. Voraussetzung für den Start des Projekts ist die Zustimmung des Beirats für Teilhabe im BMAS.
Die folgenden Fragestellungen sollen in der Studie bearbeitet werden:
1. Wie haben sich die Fallzahlen in den Werkstätten für behinderte Menschen im Vergleich zu der prognostizierten Entwicklung (con_sens Studie) tatsächlich entwickelt? Was sind mögliche Gründe dafür, dass die prognostizierte Entwicklung nicht eingetreten ist?
2. Trifft es zu, dass derzeit behinderte Menschen in Werkstätten aufgenommen werden, obwohl Förderpotenzial für berufsfördernde Maßnahmen nach § 33 SGB IX vorhanden ist? Wenn ja, wie kann erreicht werden, dass diese behinderten Menschen und arbeitslosen schwerbehinderten Menschen nicht in Werkstätten aufgenommen werden müssen, sondern ihnen entsprechende, alternative Angebote gemacht werden?
3. Welche Beispiele für alternative Beschäftigungsangebote zu der Beschäftigung in einer Werkstatt gibt es bereits und unter welchen Rahmenbedingungen können sie übertragen bzw. in einem größeren Umfang als bisher realisiert werden?
* 2007 -2010 prognostizierte Zhalen
Situation in Schleswig-Holstein
Die steigende Zahl der leistungsberechtigten Menschen mit Behinderungen und der damit verbundene erhebliche Anstieg der Kosten der Eingliederungshilfe in den letzten 10 Jahren sowie die prognostizierten starken Steigerungen in der Zukunft haben die Politiker veranlasst, verschiedenste Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen. Als Teil dieser Maßnahmen kann die Kommunalisierung verstanden werden, die den sachlichen Übergang der Aufgaben im Bereich der Leistungs-, Vergütungs- und Prüfungsvereinbarungen bedeutet.
Das Land Schleswig-Holstein zahlt für die übertragenen Aufgaben an die Kreise und kreisfreien Städte einen:
Ausgleichsbetrag
2007: 448,1 Mio. Euro 2008: 464,2 Mio. Euro
Erstattungsbetrag (Hilfeempfänger über 60 Jahre)
2007: 113,6 Mio. Euro 2008: 117,7 Mio. Euro
Leistungsberechtigte
2007: ca. 8.500 Menschen* 2008: 8.700 Menschen*
In Schleswig-Holstein leben ca. 225.000 schwerbehinderte Menschen. Davon ca. 40.000 Menschen* mit zerebralen Störungen, einer geistigen oder seelischen Behinderung.
Aufgrund des demographischen Wandels ist auch mit einer Zunahme des Anteiles älterer Menschen mit Behinderungen zu rechnen, die in der Folge neue Anforderungen an Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen nach sich ziehen. Außerdem ist zu erwarten, dass die Anzahl der Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderungen zunehmen werden. Daraus folgt, dass zukünftig Anforderungen in unterschiedlichen Lebensbereichen (z.B. Mobilität, Wohnen, Kommunikation, etc.) an Barrierefreiheit deutlich steigen und deshalb zu einer gesellschaftlichen Querschnittsaufgabe werden.
Schätzungen beruhen auf Erhebung der BAGüS (die Zahlen müssen für Schleswig-Holstein wahrscheinlich nach oben korrigiert werden, da in den Wohlfahrtsverbänden bereits von über 9000 Leistungsberechtigten im Jahr 2006 ausgegangen wird. Dieser Trend wird bei uns in der Werkstatt bestätigt: Zuwachs für 2006 ca. 5,00 %)
* prognostizierte Zahlen (aktuelle Zahlen für Schleswig-Holstein liegen nicht vor, Trend gemäß BAGüS Zahlen)
Ständiges Thema ist der anhaltende Zuwachs an Werkstattplätzen und die Gründe für diese Entwicklung. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie ausgelagerte Arbeitsplätze entwickelt werden können oder wie Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt oder alternativ in Integrationsprojekte vermittelt werden können. Bei diesen Diskussionen wird leider vernachlässigt, dass die Arbeitskraft der Menschen mit Behinderungen auf dem so genannten ersten Arbeitsmarkt derzeit gar nicht gefragt ist. Während in den wirtschaftlich guten Zeiten max. 1,00 % der Menschen aus Werkstätten in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden konnten, soll heute in wirtschaftlich deutlich schwierigeren Zeiten eine Integration im zweistelligen Prozentbereich realisiert werden. Das erscheint umso unglaubwürdiger, wenn berücksichtigt wird, dass Arbeiten mit geringem Qualifizierungspotenzial in den Osten oder nach Fernost ausgegliedert werden. Außerdem wird bei diesen Diskussionen völlig außer Acht gelassen, dass die Anzahl der Menschen mit einer psychischen Behinderung ständig zunimmt. Speziell dieses Klientel hält dem wachsenden Druck in den Unternehmen auf Grund ihrer Erkrankung in der Regel nicht stand und benötigt dementsprechend Schonräume, die in der Wirtschaft nicht vorgehalten werden (können).
Selbst wenn Menschen mit Behinderungen unter diesen Umständen auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden, ist es nur sehr schwer vorstellbar, dass sie unter diesen Bedingungen einen Existenz sichernden Lohn erhalten bzw. die Unternehmen in der Lage sind, diesen zu zahlen.
* Schätzungen beruhen auf Erhebung der BAGüS (die Zahlen müssen für Schleswig-Holstein wahrscheinlich nach oben korrigiert werden, da in den Wohlfahrtsverbänden bereits von über 9000 Leistungsberechtigten im Jahr 2006 ausgegangen wird. Dieser Trend wird bei uns in der Werkstatt bestätigt: Zuwachs für 2006 ca. 5%)
Aktuell wird in Schleswig-Holstein diskutiert, welche Verfahren geeignet sind, verlässliche Aussagen über Teilhabebedarfe von Menschen mit Behinderungen treffen zu können. Ein von vielen Fachleuten favorisiertes Modell ist die ICF (International Classification of Functioning).
1.2. Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf unseres Unternehmens
Allgemeines
Das Kuratorium und die Gesellschafterversammlung haben im Berichtsjahr in einer ordentlichen Sitzung (Versammlung am 13. Juni 2006) und nur die Gesellschafterversammlung in einer weiteren ordentlichen Sitzung (Gesellschafterversammlung vom 8. November 2006) über die Lage des Unternehmens, die Entwicklung der Geschäftsfelder und die wirtschaftliche Lage beraten. Drei Gesellschafterbeschlüsse wurden im Umlaufverfahren herbeigeführt. Die Geschäftsführung hat die Aufsichtsgremien in ausführlichen mündlichen und schriftlichen Berichten über die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage, die Personalsituation und über grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik informiert. Die Zusammenarbeit gestaltete sich zwischen allen Beteiligten stets vertrauensvoll und konstruktiv.
Die Wirtschaftspläne für das Jahr 2007 konnten aus Termingründen nicht mehr zum Ende des Jahres 2006 verabschiedet werden und wurden in der Gesellschafterversammlung am 1. Februar 2007 genehmigt und verabschiedet.
Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2005 wurde wie in den Vorjahren durch den Fachdienst Rechnungs- und Gemeindeprüfung geprüft und durch die Gesellschafterversammlung am 8. November 2006 beschlossen.
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Kloppe & Partner, Kiel, wurde für das Geschäftsjahr 2006 mit der Jahresabschlussprüfung beauftragt.
Rahmenbedingungen
Die Grundlage für sämtliche Leistungs-, Vergütungs- und Prüfvereinbarungen ist der am 1. Januar 2005 in Kraft getretene Landesrahmenvertrag, der mit einer Laufzeit von 3 Jahren zwischen den Verbänden und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren vereinbart wurde.
Gegenüber dem alten Landesrahmenvertrag wurden die Grundlagen für die Berechnung und Refinanzierung der Investitionskosten neu geregelt. Neben der unklaren Auslegung des Vertragstextes und der katastrophalen Personalsituation im Sozialministerium hat dies dazu geführt, dass die Vergütungsvereinbarungen für das Jahr 2006 erst zum Ende des Jahres 2006 abgeschlossen werden konnten.
Um die aus unserer Sicht berechtigte Forderung der Mittelwertanpassung im Bereich der Wohnstätten durchzusetzen, haben wir im September die Schiedsstelle für Pflegesatzangelegenheiten angerufen. Unserer Forderung wurde seitens der Schiedsstelle teilweise entsprochen, so dass eine Einigung im Rahmen eines Vergleiches möglich wurde.
Durch das Ausführungsgesetz SGB XII wurden den Kreisen und kreisfreien Städten mit Wirkung vom 1. Januar 2007 nahezu alle Aufgaben im Bereich der Eingliederungshilfe übertragen. Vor diesem Hintergrund kündigten die kommunalen Träger den Landesrahmenvertrag zum 31. Dezember 2007.
Aus Sicht der Wohlfahrtsverbände erfolgte die Kündigung formal nicht korrekt, so dass die Wirkung der Kündigung erst zum 31. Dezember 2008 greift. Zwischenzeitlich hat sich eine Verhandlungskommission gebildet, die an der Ausarbeitung eines neuen Landesrahmenvertrages arbeitet.
Vor dem Hintergrund weiterhin steigender Zahlen von Menschen mit Behinderungen und der defizitären Lage der öffentlichen Haushalte hat sich die Perspektive Meldorf gGmbH einer Trägerinitiative angeschlossen, die ein alternatives Finanzierungsmodell im Bereich der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen vorgeschlagen hat. Im Kern sieht das Modell die Möglichkeit einer kostenneutralen Mitbetreuung eines Teiles der zu erwartenden Neuaufnahmen vor, wenn im Gegenzug Verwaltungsvereinfachungen zu spürbaren Kosteneinsparungen führen. Da ein solches Modell nicht zu einer Absenkung der Betreuungsqualität führen darf, wurde ein Instrument zur Sicherung der Qualität geschaffen. Die in einem sogenannten "QualitätsMonitoring" zusammengefassten Qualitätskriterien sollen die Veränderungen der Qualitätsstandards in Bezug auf den heutigen fachlich hochwertigen Standard erfassen.
Das Projekt wurde durch die Dr. Wolfssteller/Feddersen Stiftung finanziert und von der Fa. con_sens GmbH fachlich begleitet. Die Perspektive Meldorf gGmbH beteiligte sich an diesem Projekt als eine der Pilotwerkstätten und wird dieses Werkzeug ab sofort einsetzen.
Die Angebote der Vergütungsvereinbarungen für 2007 wurden fristgerecht im November vergangenen Jahres beim Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren eingereicht, allerdings hat das Ministerium keinen der Vorschläge mehr bearbeitet und die Unterlagen an die Koordinierungsstelle in Rendsburg weitergegeben, die ab 1. Januar 2007 für die Vergütungsverhandlungen zuständig ist, so dass die neuen Vergütungsvereinbarungen erst im ersten oder zweiten Quartal 2007 zu erwarten sind. Das Angebot eines verkürzten Verfahrens (einheitliche Steigerungsrate im Investitionsbereich) wurde von unserer Einrichtung nicht angewandt, da erhebliche Investitionen anstehen.
Unternehmensentwicklung im Bereich der Betreuung
Das Unternehmen verzeichnet in seinem Hauptaufgabengebiet, der Betreuung von Menschen mit geistigen und seelischen Behinderungen, nach wie vor leicht steigende Belegungszahlen. Am Stichtag 31. Dezember 2006 waren z.B. 630 betreute Mitarbeiter/innen in den Werkstätten tätig, das entspricht einem Zuwachs von ca. 5,00 % gegenüber dem Vorjahr.
Die im Jahr 2005 beantragte Erweiterung der Werkstattkapazität auf insgesamt 620 Plätze wurde im Jahr 2006 genehmigt. Darin ist die Aufstockung von 80 auf 120 Plätze im Bereich der Werkstatt für Menschen mit psychischen Behinderungen enthalten.
Das im Jahr 2004 begonnene Projekt "Praktische Pädagogik", welches zum Ziel hat, moderne pädagogische Erkenntnisse praktisch in die Arbeits- und Berufsbildungsbereiche einer Werkstatt zu implementieren, hat sich mittlerweile gut etabliert und wird ständig fortentwickelt. Die Überarbeitung der Konzeptionen wird mittlerweile als ständiger Prozess verstanden. In Zukunft werden diese jährlich aktualisiert und im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems laufend kontrolliert.
Die Restrukturierung des Berufsbildungsbereiches zeigt ebenfalls erste Erfolge. Durch die gezielte Vorbereitung können die neuen betreuten MitarbeiterInnen viel besser entsprechend ihren Neigungen und Fähigkeiten auf ihren zukünftigen Arbeitsplatz vorbereitet werden und sind dadurch viel schneller in der Lage, sich auf ihren neuen Arbeitsplätzen zurecht zu finden.
Erstmalig im Jahr 2006 wurde für neue Mitarbeiter ein sogenannter "Pädagogik-Crashkurs" angeboten. Wir wollen mit dieser Maßnahme allen neuen MitarbeiterInnen die Gelegenheit geben, gleich am Anfang schon Grundkenntnisse für die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen zu erwerben. Dies ist nicht auf die Fachkräfte beschränkt, sondern kann ausdrücklich auch von MitarbeiterInnen anderer Unternehmensbereiche, wie z.B. der Verwaltung, wahrgenommen werden.
Wohnen
Im Bereich der Wohnstätten zeichnet sich ab, dass die vollstationäre Unterbringung nicht weiter ausgebaut wird. Stattdessen soll dem Grundsatz des SGB´s folgend, die ambulante Betreuung weiter vorangetrieben werden. Dementsprechend wird das "Ambulant Betreute Wohnen" weiter ausgebaut. Die Steigerung auf nunmehr 16 Plätze spiegelt die Situation allerdings nur unvollständig wieder, da einerseits die Fluktuation in dieser Wohnform deutlich größer ist und andererseits Menschen, die ambulant betreut wurden, wieder in die stationäre Wohnform aufgenommen werden mussten. Zum Jahresende wurden im Wohnbereich 158 Personen betreut.
Mittlerweile werden "Rentner" in unseren Wohnstätten mitbetreut. Für das Jahr 2007 wurde erstmalig eine Vergütungsvereinbarung für die Tagesbetreuung der Senioren in den Wohnstätten geschlossen. Bislang war es nicht notwendig, eine eigene Leistungsvereinbarung zu schließen. Allerdings wird die Zahl dieser von uns zu betreuenden Menschen in absehbarer Zeit steigen.
Wie bereits in den Vorjahren gehört es mit zu den wichtigen Aufgaben, dass der Kontakt zu den Angehörigen und Betreuern der bei uns lebenden Menschen gepflegt wird. So wurden neben den zum Teil notwendigen täglichen Kontakten auch wieder Elternabende und Weihnachtsfeiern durchgeführt.
Der Kontakt zu der Heimaufsicht des Kreises Dithmarschen gestaltet sich unkompliziert und war für die Arbeit durchaus hilfreich. Verbesserungen, die seitens der Heimaufsicht angeregt wurden, konnten einvernehmlich umgesetzt werden.
Regelmäßig führt der Heimbeirat seine Sitzungen durch und artikuliert seine Wünsche. In diesen Sitzungen werden aktuelle Veränderungen oder Probleme angesprochen und gemeinsam Lösungsvorschläge erarbeitet.
In den Wohnstätten, den Außenwohngruppen und für die betreuten MitarbeiterInnen, die ambulant betreut werden, bieten wir regelmäßig Freizeitmaßnahmen an, die entsprechend den Wünschen unserer Bewohner ausgestaltet werden können.
So gibt es zum Beispiel feste Angebote wie:
Kochgruppen, Teestunde/Disco, Basteln und Malen, Gartenarbeit, Einkauf, Gesprächsabende, Bingoabende, Theatergruppe, Kegeln, Schwimmen, eine Sportgruppe (Tanz und Gymnastik) der Wohnstätte Heide, die in der Sporthalle des W.-H.-Gymnasiums übt; außerdem wird der Einsatz und Umgang mit Orffschen Instrumenten erlernt.
Neben diesen regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen werden nach Wunsch auch andere Freizeitaktivitäten geplant. Exemplarisch sollen hier nur einige genannt werden:
Kinoabende, Angeln, Flohmarktbesuche, Grillen, Jahrmarktbesuche, NDR-Schlager-Nacht Hamburg, Karneval in Kiel und Meldorf, Ausflüge mit der Bahn (Husum, Itzehoe), Serengeti-Park, Karl-May-Festspiele, Tierpark Neumünster, Ohnsorg-Theater (1xHeide), Meldorfwoche, Pfingstfest Albersdorf, Weihnachtsmärkte, Strandausflüge, Zirkus Krone, Hansaland, Modelleisenbahn-Museum Hamburg und Friedrichstadt, Intec-Sommerfest in Bad Segeberg, Disco Besuche in Husum, Büsum "Blanker Hans", Konzert "Brunner und Brunner" in Pahlen, Laternenfest.
Die in jedem Jahr stattfindenden mehrtägigen Freizeiten sind nach wie vor sehr beliebt und bieten für die Bewohner eine willkommene Abwechslung.
Damit auch die lebenspraktischen Fähigkeiten gelernt bzw. nicht verlernt werden, können unsere Bewohner an Einzelförderungen im Bereich des Sozialverhaltens, Verkehrserziehung oder an anderen Veranstaltungen dieser Art teilnehmen.
Für unsere älteren Bewohner werden neben der Tagesstrukturierung auch besondere Veranstaltungen wie z.B. der "Altenclub" organisiert.
Juniorpädagogik
" Investitionen in Familien und Kinder sind Investitionen für einen leistungs- und innovationsfähigen Wirtschaftstandort. Dies liegt in der Verantwortung der Wirtschaft. Familien brauchen, wenn sie einmal da sind, vor allem 3 Dinge: Zeit, eine unterstützende Infrastruktur und Geld. Und hier liegt die Verantwortung der Politik. Deshalb hat die neue Bundesregierung einen Schwerpunkt gesetzt. Der Ausbau der Kinderbetreuung wird auf einer gesicherten finanziellen Basis voran getrieben …… schließlich möchte ich unsere gemeinsame Verantwortung für die Kinder ansprechen, die auf der Schattenseite des Lebens geboren werden. Es wachsen zunehmend Kinder in seelischer und körperlicher Vernachlässigung auf. Hier müssen wir uns am Anfang des Lebens dieser Kinder viel stärker kümmern"
(Dr. Ursula von der Leyen, am 8. Dezember 2005)
In diesem Sinne bieten wir im Bereich der JuniorPädagogik ein breitgefächertes Angebot für Kinder, bei denen eine Behinderung diagnostiziert wurde, die von einer Behinderung bedroht sind, aber auch für Kinder, bei denen keine Beeinträchtigungen in ihrer Entwicklung offensichtlich sind.
Kindertagesstätte und Sprachintensivmaßnahme
In der Heilpädagogischen Kindertagesstätte konnten die bestehenden 32 Plätze nicht belegt werden. Wie auch im Vorjahr führt das insgesamt im Kreis vorhandene Angebot an Plätzen für Kinder mit Behinderungen dazu, dass nur drei Gruppen à 8 Kinder belegt werden konnten. Anders als im Vorjahr steht der vierte Gruppenraum aber nicht mehr leer.
Zum neuen Schuljahr startete die Sprachintensivmaßnahme 'LautStark', ein Modellprojekt des Kreises Dithmarschen.
Es kam dazu, da zum 1. August 2006 im Sprachheilinternat Wentorf-Aumühle durch die Schließung des Internats Aumühle die Plätze stark reduziert wurden. Aus diesem Grund wurde im Kreis Dithmarschen eine teilstationäre Sprachintensivmaßnahme eingerichtet, die als Ersatz für die Wentorf'sche Internatsbeschulung und sprachheilpädagogische Arbeit vor Ort die schwierigsten, nicht integrativ zu beschulenden Fälle vereint.
Die ganztägige Maßnahme besteht aus zwei aufeinander abgestimmten Modulen einer adäquaten Beschulung wie auch der eines Sprachintensivprogramms im Hortbereich.
Maßstab dieses nun innerhalb des Kreises vorgehaltenen Angebots war und ist, dass die anerkannt hohe Qualität in Wentorf/Aumühle gehalten, wenn nicht gesteigert wird.
Für den Hortbereich wird diese Leistung von der Perspektive Meldorf erbracht. Die Beschulung übernehmen Sprachheillehrer der Christian-Bütje-Schule, Meldorf.
Die Entwicklung der Sprachintensivmaßnahme 'LautStark' wird im Ministerium auf höchster Ebene beobachtet und intensiv begleitet. Sie hat Modellcharakter für ganz Schleswig-Holstein.
Regelmäßige Besuche aus dem Ministerium finden statt und man ist dort mit dem Verlauf zufrieden. Eine Ausweitung der Schülerzahl auf 12 Schüler ist für das kommende Schuljahr vorgesehen. In den Räumlichkeiten und dem Außengelände des Gebäudes Flensburger Str. 23 finden die Kinder ideale Förderbedingungen vor.
Die Fortschritte, die sie bisher gemacht haben, versprechen den Erfolg der Maßnahme, der dann eintritt, wenn die Kinder nach spätestens drei Jahren in das dritte Schuljahr ihrer zuständigen Grundschule umgeschult werden können.
Als Träger des Hortteils haben wir neben dem ansprechenden Logo nicht nur einen prägnanten optischen Akzent gesetzt, sondern sind auch in dem halben Jahr inhaltlich und konzeptionell weit gekommen.
Dazu trägt bei, dass wir den Kontakt zu nichtsprachauffälligen Kindern suchen und uns in Angebote Meldorfs integrieren, z.B. die Leichtathletik-Gruppe von TuRa Meldorf oder die Lesestunden des Vereins Leselust der Stadtbücherei.
Die Zusammenarbeit der Fachkräfte vor Ort wie auch der Institutionen Perspektive Meldorf und Christian-Bütje-Schule verläuft problemlos, was ebenfalls eine Voraussetzung zum Gelingen der Maßnahme darstellt.
Die Heilpädagogische Kindertagesstätte ermöglicht auch Kindern mit schweren und schwersten Behinderungen einen Kindergartenbesuch, der Förderung, Integration in eine Gruppe und einen üblichen Kindergartenalltag vereint. Die Tendenz, diese Kinder hierher zu geben, setzt sich fort. Solange drei Gruppen bestehen, in denen auch weniger schwer behinderte Kinder laufen, sprechen und singen, ist in Verbindung mit den Kindern der Sprachintensivmaßnahme die Gestaltung eines lebendigen, bunten und aktiven Hauses möglich.
Tagesförderstätte
In unserer Tagesförderstätte werden erwachsene Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf aufgenommen, die durch Art, Schwere und Kombination ihrer geistigen, körperlichen und/oder seelischen Behinderung (Körperbehinderungen, geistige Behinderungen, Verhaltensstörung und Autismus) so stark beeinträchtigt sind, dass sie zur Bewältigung, Kontrolle und Gestaltung ihres Lebens sowie zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit intensive pädagogische Betreuung, pflegerische Hilfe und/oder therapeutische Behandlungen benötigen.
Die gezielten Aufgabengebiete der einzelnen MitarbeiterInnen innerhalb der Tagesförderstätte setzen sich wie folgt zusammen:
- Therapie
- Pädagogik
- Ganzheitlich orientierte Pflege
- Lebenspraktische Tätigkeiten
- Tagesstrukturierende Maßnahmen
Der Besuch in der Tagesförderstätte bedeutet auch den Erhalt eines zweiten Lebensraumesaußerhalb von der Familie oder der Wohnstätteein wichtiger Aspekt der angestrebten Normalität, denn jeder Mensch kann sich in verschiedenen Lebensräumen erproben, verschieden agieren und sich somit weiter entwickeln.
Es werden in der Tagesförderstätte Bedingungen für die Besucher geschaffen, in denen sie ein adäquates Arbeits-, Förder- und Beschäftigungsangebot vorfinden.
Im Bereich der Tagesförderstätte konnten 16 Plätze der zur Verfügung stehenden 24 Plätze belegt werden, d.h., dass sich die Anzahl der Besucher gegenüber 2005 um 4 Plätze erhöht hat. Durch Abmeldungen, in der Regel durch eine Veränderung der Wohnsituation, oder durch Neuzugänge variiert die Belegungszahl häufig.
Für die Betreuung stehen 4 Vollzeitkräfte, eine 3/4 Kraft und eine 1/3 Kraft zur Verfügung.
Erstmals hat die Tagesförderstätte 2006 mit der Kindertagesstätte zusammen das Sommerfest organisiert und veranstaltet, welches sehr erfolgreich verlief.
Auch fand 2006 das Projekt "Weltmeisterer" statt, welches die Kindertagesstätte und Tagesförderstätte zusammen realisiert haben.
In diesem Projekt ging es darum, eine Skulptur zu erstellen (Betreut Beschäftigte und Kinder des Hauses zusammen), die einen Weltmeister darstellt, um zu zeigen, dass die Kinder und Erwachsenen, die dieses Haus besuchen, die Welt gut meistern könnentrotz Behinderung.
Pädagogisches Zentrum
Im Rahmen der Eingliederungshilfe wurden durch das "Pädagogische Zentrum" insgesamt 76 Familien betreut. In 73 Familien wurden insgesamt 80 Frühfördermaßnahmen durchgeführt. Bis zum Sommer 2006 wurden drei, seit Sommer 2006 werden zwei Kinder im Rahmen der Einzelintegration betreut.
Es wurden 53 Erstgespräche geführt.
Davon wurden 5 Kinder (9,40 %) nicht in die Frühförderung aufgenommen, 5 Anträge (9,40 %) wurden abgelehnt. Bei 6 Anträgen stand der Bescheid zum Jahreswechsel noch aus. Insgesamt konnten 37 Kinder neu in die Frühförderung aufgenommen werden.
Die Frühförderung findet weiterhin in der Regel in Form der Einzelförderung im Elternhaus statt. Zudem wird eine Gruppenförderung in den Räumen des Pädagogischen Zentrums durchgeführt (zurzeit 4 Maßnahmen).
Es wurden 5 PEKiP-Kurse organisiert. Davon sind einige beendet, andere wurden neu begonnen. Kontinuierlich werden mindestens zwei Kurse angeboten, bei Überschneidungen vorübergehend drei.
In der Regel werden die PEKiP-Kurse durch die Eltern selbst finanziert, es handelt sich also nicht um eine Maßnahme der Eingliederungshilfe. Allerdings ermöglicht der Kreis Dithmarschen in dringenden Fällen, dass die PEKiP-Kurse beim FD Soziale Hilfen über das KJHG finanziert werden können.
Die MitarbeiterInnen aus dem Bereich der JuniorPädagogik stellen sich den veränderten fachlichen Herausforderungen und der Anpassung ihrer Arbeitszeit mit hohem persönlichen Engagement und hoher Flexibilität. Da besonders im Bereich der Frühförderung ein ständig wechselnder Bedarf entsteht und dementsprechend nur abgeleistete Frühfördereinheiten honoriert werden, ist eine ständige Anpassung der Arbeitszeiten und des Umfanges der leistende Arbeitszeit der Mitarbeiter erforderlich.
1.3. Umsatz- und Auftragsentwicklung, Geschäftsergebnis
Geschäftsergebnis der Perspektive Meldorf
Die Bilanzsumme stieg von TEUR 20.169,2 zum Vorjahresstichtag auf TEUR 21.254,0 zum 31. Dezember 2006. Auf der Aktivseite führte die Erhöhung des Anlagevermögens durch Ankäufe von Gebäuden und Grundstücken, die Erbschaft eines Grundstückes, von Wertpapieren und liquiden Mitteln, die rege Investitionstätigkeit sowie die Erhöhung der sonstigen Vermögensgegenstände durch die Sicherung der Wertguthaben der Altersteilzeitverträge zu diesem Anstieg. Die Investitionen wurden aus liquiden Mitteln finanziert. Auf der Passivseite schlugen sich diese Veränderungen in Form der Erhöhung der Rücklagen, der Rückstellungen und der Rechnungsabgrenzungsposten nieder.
Das Umlaufvermögen hat sich verringert, dies schlägt sich überwiegend im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nieder, die sich um 16 % gegenüber dem Vorjahr reduziert haben. Der Wert der Vorräte hat sich um 32,51 % erhöht. Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31. Dezember 2006 45,76 % der Bilanzsumme.
Aufgrund der fehlenden Genehmigungen seitens des Sozialministeriums konnten die für das Jahr 2006 geplanten Investitionen zum überwiegenden Teil nicht getätigt werden. Hierbei handelt es sich nicht nur um Investitionen im Gebäudestand, sondern auch um technische Ausstattungen, für deren Beschaffung die baulichen Voraussetzungen zwingend geschaffen werden sollten. Daneben konnten notwendige Instandhaltungen aus denselben Gründen nicht realisiert werden, da diese in den meisten Fällen im Zusammenhang mit den baulichen Veränderungen geplant waren.
Dies führt auch in diesem Jahr wieder zu einem hohen Jahresüberschuss, der wie in den Vorjahren in die Rücklagen eingestellt wird. Da zum Ende des Jahres 2006 noch einige Genehmigungen erteilt wurden und seitens der Koordinierungsstelle die Umbauten der Werkstatt für Menschen mit psychischen Behinderungen abgestimmt werden konnten, werden bzw. haben diese Projekte in diesem Jahr begonnen. Dementsprechend wird ein Teil der Rückstellungen und der Rücklagen im Jahr 2007 verwendet.
Unternehmensentwicklung im Bereich der Produktion
Obwohl sich die konjunkturelle Lage in Deutschland allgemein etwas erholt hat, konnten wir von dieser Entwicklung nur in einigen Bereichen der Industriemontagen und Verpackungen profitieren. In anderen Bereichen, wie z. B. im Garten- und Landschaftsbau, mussten z. T. erhebliche Einbußen hingenommen werden. Den größten Auftragsrückgang hatten wir im Bereich des Elektroschrottrecyclings zu verkraften. Auf Grund der neuen Altgeräteverordnung, die im April 2006 in Kraft trat, mussten wir die Entsorgung sogar zeitweise komplett einstellen. Damit wir dieses Geschäftsfeld weiter bedienen können, haben wir uns als Entsorgungsfachbetrieb zertifizieren lassen. Somit konnte der Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werdenallerdings in weit geringerem Umfang.
Erfreulich haben sich die Umsätze der Töpfereien und der Strandkorbfertigung entwickelt. In beiden Fällen haben wir deutliche Zuwächse (jeweils mehr als 50,00 %) verzeichnen können. Dies ist zum einen auf unsere Marketingmaßnahmen, aber auch auf Innovationen in diesen Bereichen zurückzuführen.
Insgesamt konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht um ca. 4,00 % gesteigert werden.
Im Landwirtschaftsmuseum wurden die Arbeiten in gewohnter Weise fortgesetzt. Die Besucherzahlen sind im Vergleich zum Jahr 2005 deutlich gesunken: von 10.569 Besuchern im Jahre 2005 auf 7.946 Besucher im Jahre 2006.
Bislang haben sich die Rückgänge im Landwirtschaftsmuseum immer auch auf den Umsatz im Cafe ausgewirkt. Mittlerweile haben wir diesen negativen Trend in unserer "Neuen Holländerei" umkehren können. Nach einer Renovierung und kompletten Neugestaltung des Cafes, welche wir überwiegend durch Eigenleistung bis zum September 2006 abgeschlossen hatten, konnte bis zum Jahresende ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr von ca. 43,00 % erzielt werden.
Arbeitsentgelte für Werkstattbeschäftigte
Nach dem deutlichen Absinken der durchschnittlichen Arbeitsentgelte in Deutschland im Jahr 2004 haben diese im Jahr 2005 stagniert. Sanken die Entgelte 2004 noch um 3,00 % auf EUR 154,36, so blieben sie nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales im Jahr 2005 mit EUR 154,69 auf ähnlichem Niveau. Insgesamt gab es eine leichte Steigerung um 0,10 %. Das sind EUR 0,63 mehr als im Vorjahr. Gesunken sind die Arbeitsentgelte ausschließlich in den alten Bundesländern, am deutlichsten in Schleswig-Holstein um 5,20 %.
Die Arbeitsentgelte bei der Perspektive Meldorf wurden stabil gehalten. Die an sich notwendige Anpassung nach unten wurde bislang vermieden. Mit den für das Jahr 2007 erhofften Produktionszuwächsen soll eine Absenkung der Entgelte dauerhaft vermieden werden.
Entwicklung der Vergütungsentgelte
Während die Veränderungen der Zahlen der Leistungsberechtigten im Bereich der Werkstätten in Deutschland vom Jahr 2005 zum Jahr 2006 mit 1,90 % angegeben werden, haben wir einen Zuwachs von fast 5,00 % registriert. Dies hat noch einmal eine deutliche Steigerung der Vergütungsentgelte nach sich gezogen. Die Erhöhungen im Wohnstättenbereich sind überwiegend auf die im Jahr 2006 ausstehende Mittelwertanpassung und die Einigung im Bereich der Investitionskosten zurückzuführen.
2. Darstellung der Lage der Gesellschaft
2.1. Analyse der Vermögenslage (Bilanzaufbau)
Bei Gegenüberstellung der Bilanzen zum 31. Dezember 2006 und zum 31. Dezember 2005 ergibt sich folgender Bilanzaufbau:
Aktiva
| 31.12.2006 | 31.12.2005 | |||
| TEUR | % | TEUR | % | |
| Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | 12.974,8 | 61,05 | 11.753,8 | 58,28 |
| Finanzalagen | 18,0 | 0,08 | 18,0 | 0,08 |
| Vorräte | 481,8 | 2,27 | 363,6 | 1,80 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 363,4 | 1,71 | 432,0 | 2,14 |
| Forderungen gegen Gesellschafter | 88,3 | 0,42 | 350,7 | 1,74 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 840,8 | 3,96 | 582,9 | 2,90 |
| Liquide Mittel | 6.484,9 | 30,50 | 6.658,0 | 33,01 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 2,0 | 0,01 | 10,2 | 0,05 |
| 21.254,0 | 100,00 | 20.169,2 | 100,00 | |
|
Passiva |
||||
| 31.12.2006 | 31.12.2005 | |||
| TEUR | % | TEUR | % | |
| Eigenkapital | 9.724,9 | 45,76 | 9.176,8 | 45,50 |
| Sonderposten für Investitionszuschüsse | 3.764,5 | 17,71 | 3.908,2 | 19,38 |
| Rückstellungen | 3.339,6 | 15,71 | 2.291,9 | 11,85 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.648,6 | 7,75 | 1.733,7 | 8,60 |
| Lieferantenverbindlichkeiten | 456,3 | 2,15 | 485,2 | 2,41 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 416,6 | 1,96 | 216,5 | 1,07 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 952,1 | 4,48 | 1.399,1 | 6,94 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 951,4 | 4,48 | 857,8 | 4,25 |
| 21.254,0 | 100,00 | 20.169,2 | 100,00 | |
Die Bilanzsumme hat sich um TEUR 1.084,8, das sind 5,38 %, erhöht.
Der Anstieg ist auf Investitionen ins Sachanlagevermögen sowie die darin enthaltene Erbschaft zurückzuführen.
Das langfristig gebundene Sachanlagevermögen (TEUR 12.974,8) ist vollständig durch langfristig zur Verfügung stehendes Eigen- und Fremdkapital finanziert.
Die Eigenkapitalausstattung ist zum 31. Dezember 2006 mit 45,76 % der Bilanzsumme sehr solide.
Die Rückstellungen haben sich im Wesentlichen aufgrund der Zuführung zur Rückstellung für Gebäudeinstandhaltungskosten in Höhe von TEUR 1.068,0 erhöht.
Alle anderen Bilanzposten unterlagen lediglich stichtagsbezogenen Veränderungen.
2.2. Analyse der Finanzlage (Kapitalflussrechnung)
Die Veränderung der Liquidität der Gesellschaft lässt sich anhand der folgenden Gegenüberstellung erkennen:
| 31.12.2006 | 31.12.2006 | Veränderung | |
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| Sonstige Wertpapiere | 57,4 | 0,0 | 57,4 |
| Kassenbestand | 2,2 | 1,8 | 0,4 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 6.425,3 | 6.645,2 | -2309 |
| 6.484,9 | 6.658,0 | -1731 |
Die Liquidität verminderte sich um TEUR 173,1. Die Ursachen zeigt die folgende Kapitalflussrechnung:
| TEUR | TEUR | |
| Jahresüberschuss | 548,1 | |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 626,8 | |
| Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen | -11,8 | |
| Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse | -147,4 | |
| Gewinne aus dem Verkauf von Anlagevermögen | -22,2 | 445,4 |
| Cash Flow | 993,5 | |
| Zunahme Vorräte | -118,2 | |
| Abnahme
Leistungsforderungen |
68,6 | |
| Abnahme Forderungen gegenüber Gesellschafter | 262,4 | |
| Zunahme Sonstige Vermögensgegenstände | -257,9 | |
| Abnahme aktive Rechnungsabgrenzungsposten | 8,2 | |
| Zugänge abzgl. Verbrauch Rückstellungen | 959,5 | |
| Abnahme Lieferantenverbindlichkeiten | -28,9 | |
| Zunahme Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 200,1 | |
| Abnahme Sonstige Verbindlichkeiten | -447,0 | |
| Zunahme passive Rechnungsabgrenzungsposten | 93,6 | 740,4 |
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 1.733,9 | |
| Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen | 26,0 | |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände | -1,5 | |
| Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen | -1.850,1 | |
| Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit | -1.825,6 | |
| Einzahlungen an Investitionszuschüssen | 3,7 | |
| Auszahlungen für die Tilgung von Bankdarlehen | -85,1 | |
| Mittelabfluss aus der Finanztätigkeit | -81,4 | |
| Veränderung der liquiden Mittel | -173,1 |
Die Liquidität verringerte sich um TEUR 173,1. Ursache dafür ist im Wesentlichen der Mittelabfluss für aus der Investitionstätigkeit in Höhe von TEUR 1.825,6. Dem Gegenüber steht ein Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 1.733,9 sowie ein Mittelabfluss aus der Finanztätigkeit in Höhe von TEUR 81,4.
2.3. Analyse der Ertragslage (Gewinn- und Verlustrechnung)
Bei zweckentsprechender Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt sich für das Geschäftsjahr 2006 und das Geschäftsjahr 2005 folgende Ertragslage:
| 2006 | 2005 | |||
| TEUR | % | TEUR | % | |
| Vergütungsentgelte und Umsatzerlöse | 15.246,2 | 100,00 | 14.430,6 | 100,00 |
| Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen | 107,5 | 0,71 | 54,9 | 0,38 |
| Sonstige betriebliche Erträge, soweit nicht betriebsneutral | 269,0 | 1,76 | 252,3 | 1,75 |
| 15.622,7 | 102,47 | 14.737,8 | 102,13 | |
| Aufwendungen fur Roh-, Hilfe- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 333,9 | 2,19 | 349,2 | 2,42 |
| Aufwendungen fur bezogene Leistungen | 66,3 | 0,43 | 37,8 | 0,26 |
| Materialaufwand | 400,2 | 2,62 | 387,0 | 2,68 |
| Rohergebnis | 15.222,5 | 99,85 | 14.350,8 | 99,45 |
| Persondaufwand | 7.988,5 | 52,40 | 7.516,7 | 52,09 |
| Abschreibungen immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 626,8 | 4,11 | 582,8 | 4,04 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen soweit nicht betriebsneutral | 6.637,1 | 43,53 | 5.416,5 | 37,53 |
| 15.252,4 | 100,04 | 13.516,0 | 93,66 | |
| Betriebsergebnis | -29,9 | -0,19 | 834,8 | 5,79 |
| Außerordentliche Erträge | 546,4 | 3,58 | 0,0 | 0,00 |
| Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen | 11,8 | 0,08 | 15,6 | 0,11 |
| Einstellung in die Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -3,2 | -0,02 | 0,0 | 0,00 |
| Neutrales Ergebnis | 555,0 | 3,64 | 15,6 | 0,11 |
| Finanzerträge | 132,5 | 0,87 | 94,8 | 0,66 |
| Finanzaufwendungen | 98,2 | 0,64 | 129,0 | 0,89 |
| Finanzergebnis | 34,3 | 0,23 | -34,2 | -0,23 |
| Betriebsergebnis | -29,9 | -0,19 | 834,8 | 5,79 |
| Neutrales Ergebnis | 555,0 | 3,64 | 15,6 | 0,11 |
| Finanzergebnis | 34,3 | 0,23 | -34,2 | -0,23 |
| 559,4 | 3,68 | 816,2 | 5,67 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 2,2 | 0,01 | 0,8 | 0,01 |
| Sonstige Steuern | 9,1 | 0,06 | 83,9 | 0,58 |
| Jahresüberschuss | 548,1 | 3,61 | 731,5 | 5,08 |
Das Rohergebnis ist mit 99,85 % der Vergütungsentgelte und Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr (99,45 %) annähernd konstant geblieben. Allerdings ist im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ein deutlicher Anstieg um TEUR 1.220,6 oder 22,53 % zu verzeichnen, so dass das Betriebsergebnis mit - TEUR 29,9 (-0,19 %) deutlich unter dem des Vorjahres (TEUR 834,8 bzw. 5,79 %) liegt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in erster Linie durch die Erhöhung der Rückstellung für Gebäudeinstandhaltungskosten angestiegen.
Die außerordentlichen Erträge resultieren vollständig aus einer Erbschaft zugunsten der Perspektive Meldorf gGmbH.
Das Finanzergebnis hat sich im Verhältnis zum Vorjahr um TEUR 68,5 verbessert.
Insgesamt ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 548,1 bzw. 3,61 %.
2.4. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Personalangelegenheiten
Zum 31. Dezember 2006 waren in der Gesamteinrichtung der Perspektive Meldorf gGmbH 236 MitarbeiterInnen (Vorjahr 202) beschäftigt. Der verhältnismäßig hohe Anstieg von ca. 17,00 % resultiert aus der Zunahme der Belegungszahlen und der Neueinstellungen geringfügig Beschäftigter, die zum Aufbau eines "Pools" als Vertretungskräfte bei Krankheit und Urlaub eingestellt wurden.
Am 31. Dezember 2006 befanden sich 11 MitarbeiterInnen (Vorjahr 8) in Altersteilzeit. 1 weiterer Mitarbeiter wird in diesem Jahr in Altersteilzeit gehen. Bei der Altersteilzeit haben sich die Beschäftigten bisher für das Blockmodell (1. Hälfte Arbeitsphase - 2. Hälfte Freizeitphase) entschieden.
Das Angebot der Entgeltumwandlung (betriebliche Altersversorgung über eine Pensionskasse) wird weiterhin von den MitarbeiterInnen angenommen.
Im Jahr 2006 sind wir unserer rechtlichen Verpflichtung einer Insolvenzsicherung der Altersteilzeitguthaben nachgekommen.
Mit 16 schwerbehinderten MitarbeiterInnen zum 31. Dezember 2006 hat die Perspektive Meldorf gGmbH die gesetzlich vorgeschriebene Quote erfüllt.
Ab 15. November 2006 hat der Betriebsrat seinen Rechtsanspruch auf einen freigestellten Mitarbeiter für die Arbeit des Betriebsrates in Anspruch genommen. Der Betriebsratsvorsitzende ist in dieser Funktion tätig.
Die beiden Tarifwerke KAT/NEK und BAT finden in unserem Hause weiterhin ihre Anwendung. Tarifverhandlungen zum neuen KAT/NEK waren bis zum Jahresende nicht abgeschlossen, konnten jedoch im ersten Quartal 2007 vereinbart werden. Hierbei werden wir durch die Norddeutsche Gesellschaft zur Förderung sozialer Aufgaben mbH (NGF) in Rendsburg unterstützt, die weiterhin als Dienstleister für den Bereich Personalangelegenheiten und -abrechung für unsere Einrichtung tätig ist.
Die neue Arbeitszeitregelung ist mit Wirkung vom 1. Januar 2007 in Kraft getreten. Sie wurde notwendig auf Grund gesetzlicher Regelungen des Arbeitszeitgesetzes, die bislang nicht in genügender Weise eingehalten wurden.
In Fragen der Arbeitsmedizin und Gesundheitsvorsorge greifen wir nach wie vor auf die Dienste des B.A.D (Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH - Zentrum Meldorf) zurück.
Fortbildungen in fachspezifischen Themenbereichen und Supervision zur Unterstützung unserer Mitarbeiter organisieren die Fachbereiche in alleiniger Regie. Da die Seminare oft auch andere Fachbereiche betreffen, werden die Lehrgänge interdisziplinär angeboten.
Als Beispiel wird hier der Bereich der Wohnstätten genannt, wo folgende Themen angeboten wurden:
Schulungen nach dem Apothekenvertrag, Hygiene-Schulung nach § 43 Infektionsschutzgesetz, Erste Hilfe, Sexualität und geistige Behinderung, Autismus, Sucht, Umgang mit Hebelifter, Lagerung nach Bobath, Demenzerkrankung, Diabetes, Schluckstörungen, Eigensicherung.
Das schon an anderer Stelle erwähnte hohe Maß an Engagement und Verantwortungsbewusstsein der MitarbeiterInnen sollte an dieser Stelle noch einmal deutlich hervorgehoben werden. Der hohe Veränderungsdruck, dem das Unternehmen zur Zeit ausgesetzt ist, erfordert die ebenfalls schon angesprochene Flexibilität jedes einzelnen Mitarbeitersganz besonders aber auch die der Leitungskräfte. Auch wenn sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ständig Neuerungen ergeben haben, so ist die Notwendigkeit der Anpassung an neue Rahmenbedingungen heute in ungleich kürzerer Zeit zu realisieren.
Neben der hohen fachlichen Qualifikation sind aber speziell auch Führungsqualitäten notwendig, die unabdingbar für eine gute Teamleistung sind.
Wir haben auf diese Anforderungen reagiert und eine Führungskräfteseminarreihe gestartet, die bis zum Herbst 2007 laufen wird. Danach sollen in einer zweiten Runde die Fachkräfte geschult werden, wobei geplant ist, dass die Führungskräfte aus der "ersten Runde" als Co-Trainer fungieren werden.
Bautätigkeit
Das Bauamt des Kreises hatte in den Jahren 2002/2003 den Sanierungsbedarf für den gesamten Gebäudebestand ermittelt. Der Gesamtaufwand wurde mit 12,5 Mio Euro ermittelt. Bedauerlicherweise konnte dieser Sanierungsstau noch nicht konsequent in Angriff genommen werden. Die Gründe dafür wurden bereits an anderer Stelle genannt. Lediglich einige kleinere Bauprojekte wie die Eingangshalle der Hauptverwaltung und der Umbau der Cafeteria konnten umgesetzt werden.
Erfreulicherweise konnte die im Jahr 2005 begonnene Sanierung des denkmalgeschützten "Alten Pastorates" zeitgerecht bis zum Herbst 2006 abgeschlossen werden. Der zweite und dritte Bauabschnitt werden im Jahr 2007 umgesetzt.
Das gesamte Umbauprojekt wurde in extrem kurzer Bauzeit innerhalb eines Jahres- und sogar mit geringeren Kosten als veranschlagtfertig gestellt; dies ist umso erstaunlicher, da die Bausubstanz in einem sehr schlechten Zustand war. Das Projekt fand breite Zustimmung in der Öffentlichkeit und wird durch einen eigens dafür gegründeten Förderverein ideell und finanziell unterstützt.
Die Einweihung konnte mit einem Festakt gefeiert werden, der mit einer Modenschau seinen Höhepunkt fand. Die Modenschau zeigte Kleidungsstücke aus der Produktion der Perspektive Meldorf, die in Zusammenarbeit mit einer jungen Designerin aus Dithmarschen komplett in Handarbeit gefertigt wurden.
3. Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung
3.1. Chancen
Die Marketingmaßnahmen zeigen erste Auswirkungen. So konnten in den Produktionsbereichen der Töpferei und der Strandkorbfertigung erheblich höhere Produktionsstückzahlen und Verkaufszahlen erreicht werden. Räumlich sind die Weichen für eine Ausdehnung der Produktion schon gestellt. Die Töpferei ist Ende 2006 in das alte Pastorat umgezogen, so dass im Eescher Weg mehr Platz für die Näherei zur Verfügung steht. Diese wird in Zukunft verstärkt für die Strandkorbfertigung die wechselbaren Bezüge vorfertigen und für einen neuen Industriekunden arbeiten, der größere Aufträge im Bereich der Industrienäherei zu vergeben hat. Außerdem wird in der Näherei Konfektionsware genäht, die von einer Textildesignerin entworfen wird. Die dazu benötigten Stoffe sollen in unserer Museumsweberei gewebt werden, so dass auch in diesem Bereich eine größere Auslastung zu erwarten ist.
Im Industriefertigungsbereich soll versucht werden, mit den bestehenden Partnern noch enger zusammenzuarbeiten, bzw. den Arbeitsumfang zu steigern. Die Kapazitätserweiterungen und die geplanten Modernisierungsmaßnahmen sollen dazu führen, dass verstärkt neue Industriekunden gewonnen werden können.
Es wird ferner angedacht, mit benachbarten Werkstätten stärker zu kooperieren, um im Investitionsbereich gezielter vorgehen zu können.
Im Jahr 2007 wird im Garten- und Landschaftsbau eine weitere Arbeitsgruppe eingerichtet, da in diesem Bereich jetzt eine verstärkte Nachfrage zu verzeichnen ist.
In unserer Wäscherei ist ebenfalls ein Zuwachs zu verzeichnen, so dass auch hier die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden und die Gruppenstärke deutlich erhöht werden muss.
Durch die Kooperation mit der Brücke Dithmarschen werden wir im Bereich der ambulanten Betreuung ein neues Standbein bekommen, da die Perspektive Meldorf bislang nur im Meldorfer Raum tätig war und die Brücke Dithmarschen bereits im gesamten Kreisgebiet tätig ist.
3.2. Risiken
Die zur Zeit im Land Schleswig-Holstein entfachte Diskussion bezüglich der Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft wird von den Wohlfahrtsverbänden und den Trägern der Einrichtungen begrüßt. Allerdings werfen einige prominente Sozialwissenschaftler den Trägern der Einrichtungen vor, dass sie zumindest mittelbar für die Exklusion von Menschen mit Behinderungen mitverantwortlich sind und Menschen in den Einrichtungen halten, um daraus wirtschaftliche Vorteile zu ziehen. Wir halten diese Diskussion für äußerst schädlich und kontraproduktiv für unsere Bemühungen, eine größtmögliche Teilhabe der Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten.
Diese Entwicklung muss in Zukunft sehr kritisch begleitet werden, da sich unter diesen Umständen die Rahmenbedingungen für Menschen mit Behinderungen drastisch verschlechtern könnten.
Die Auswirkungen, die sich durch die Einführung des persönlichen Budgets ergeben, können heute noch nicht bewertet werden. Allerdings könnte dies als Steuerungselement der Träger der Sozialhilfe genutzt werden. Dementsprechend muss dann mit erheblichen Einbußen der Vergütungsentgelte gerechnet werden.
Neue Integrationsmodelle könnten unter Umständen zu Mitbewerbern auf dem ohnehin angespannten Arbeitsmarkt für einfachste Arbeiten werden. Allerdings wären solche Modelle dann auch wieder Betätigungsfelder, die wir besetzen könnten.
Im Bereich der Arbeiten für Gewerbekunden wird erwartet, dass die immer komplexer werdenden Aufträge, bei zum Teil immer kleineren oder aber sehr großen Losen, sehr flexibel bearbeitet werden müssen. Außerdem steigen die Qualitätsanforderungen der Unternehmen, da sich diese teilweise international behaupten müssen. Dadurch steigt aber auch der Bedarf an hochwertigen, präzisen Maschinen. Durch diese Entwicklung verändert sich das Arbeitsumfeld der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen massiv. Die klassischen einfachen Verpackungs- und Montagearbeiten, die immer noch den größten Teil der Arbeiten in den Werkstätten ausmachen, nehmen ab. Die Werkstätten müssen sich darauf einstellen, dass diese Arbeiten durch immer komplexere Aufträge ersetzt werden. Dies erfordert von unseren MitarbeiterInnen ein hohes Maß an Flexibilität und die Bereitschaft, neue Arbeitstechniken zu erlernen und diese Fertigkeiten in geeigneter Weise an unsere Betreuten MitarbeiterInnen weiterzugeben. Neben dieser Entwicklung wird der logistische Aufwand immer größer, da sich das Einzugsgebiet für unsere Aufträge mittlerweile auch auf andere Kreise und Bundesländer erstreckt.
Bestandsgefährdende Risiken werden zur Zeit nicht gesehen.
4. Sonstige Angaben
4.1. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres
Unsere Beteiligung an der Archäologisch-Ökologisches Zentrum Albersdorf gGmbH (AÖZA gGmbH) wurde im Jahr 2006 mit Wirkung zum 1. Januar 2007 aufgegeben. Die seit Jahren schwierige Diskussion bezüglich der Zuständigkeit für das Projekt hat ein arbeitsfähiges Handeln nahezu unmöglich gemacht. Die Gemeinde Albersdorf hat die Anteile der Perspektive Meldorf nach vorheriger Kapitalerhöhung übernommen und führt das Projekt jetzt in eigener Regie.
Die Übertragung der Projektmittel auf die AÖZA gGmbH wurde seitens der Fördermittelgeber akzeptiert. Die Einlage der Perspektive Meldorf und der Verkauf der Steinzeithäuser wird im Jahr 2007 zu einer außerordentlichen Einnahme führen.
4.2. Risikomanagementziele und Finanzinstrumente
Im Jahr 2007 soll mit Hilfe eines Beratungsunternehmens ein Risikomanagementsystem erarbeitet werden.
4.3. Sonstige Ereignisse im Berichtszeitraum
Im Berichtszeitraum wurde ein neues Versicherungsunternehmen beauftragt; sämtliche Versicherungsverträge wurden in einer Hand zusammengefasst. Neben den deutlichen Einsparungen, die realisiert werden konnten, ist die Abwicklung bislang absolut unproblematisch.
Zum Ende des Jahres verstarb Frau Margarethe Politz, die uns ein erhebliches Vermögen hinterließ, um es im Freizeitbereich für Menschen mit Behinderungen zu verwenden. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Mittel Ihrem Wunsch entsprechend den Menschen mit Behinderungen zugute kommen.
Im Berichtsjahr mussten sämtliche Verwendungsnachweise, die noch nicht geprüft waren, eingereicht werden. Dabei handelte es sich um Bauvorhaben, die bis zu 16 Jahre zurück lagen und für die zum Teil keine verwertbaren Unterlagen mehr im Haus aufzufinden waren. Es sind noch nicht alle Vorgänge abgeschlossen, aber größtenteils scheint eine Einigung möglich zu sein.
Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens kann weiterhin insgesamt als gut bezeichnet werden, da sich das Unternehmen hauptsächlich aus prinzipiell deckungsfähigen Vergütungssätzen finanziert und im Aufgabenfeld der Produktion eine gute Auslastung vorliegt.
Im Jahr 2007 wird ein ausgeglichenes Jahresergebnis erwartet.
Der nachfolgende Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2006.
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Perspektive Meldorf gGmbH, Meldorf, für das Geschäftsjahr 2006 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Regelungen im Gesellschaftsvertrag liegen in der Verantwortung des gesetzlichen Vertreters. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht gibt insgesamt eine zutreffende Vorstellung von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar.
Kiel, 21. Mai 2007
KLOPPE
& PARTNER
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
gez. Dr. Volker Müller, Wirtschaftsprüfer
Ergebnisverwendungsbeschluss
Auf Vorschlag der Geschäftsführung hat die ordentliche Gesellschafterversammlung am 5. Juli 2007 beschlossen, das Jahresergebnis des Geschäftsjahres 2006 in Höhe von EUR 548.122,57 in die Gewinnrücklagen einzustellen.
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