VON ESSEN Bank GmbHLiquidiert

45128 Essen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Essen HRB 27238
Eingetragen
29.4.2016
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsBeteiligungsgesellschaftenKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Das Betreiben von Bankgeschäften und die Erbringung von Finanzdienstleistungen aller Art im Rahmen des Umfangs der jeweiligen bankaufsichtsrechtlich erteilten Genehmigung.

Historie

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Management

NameRolle
Gerhard Hornbergs
seit 15.8.2018
Geschäftsführer
Anh Tuan Nguyen
seit 14.6.2016
Prokura
Ulrich Schröer
seit 29.4.2016
Prokura
Dirk Franzmeier
seit 29.4.2016
Prokura
Thorsten Itzke
seit 29.4.2016
Prokura
Holger Möller
seit 29.4.2016
Prokura
Stefan Adorni
seit 29.4.2016
Prokura
Marco Albert Hanecke
seit 29.4.2016
Prokura
Claudia Hensel
seit 29.4.2016
Prokura
Prokura
Geschäftsführer
Jessica Adam
seit 29.4.2016
Prokura
Andreas Hirz
seit 29.4.2016
Prokura
Dirk Langer
seit 29.4.2016
Prokura

Konzern- und Jahresabschlüsse

VON ESSEN Bank GmbH

Essen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Jahresbilanz zum 31.12.2016

der VON ESSEN Bank GmbH

Aktivseite

EUR EUR EUR Vorjahr
EUR
1. Barreserve        
a) Kassenbestand   416.048,09   600.056,70
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken   76.628.637,06   31.388.069,21
darunter: bei der Deutschen Bundesbank EUR 76.628.637,06 (Vj. EUR 31.388.069,21)        
      77.044.685,15 31.988.125,91
2. Forderungen an Kreditinstitute        
a) täglich fällig   56.047,66   24.557,52
b) andere Forderungen   0,00   0,00
      56.047,66 24.557,52
3. Forderungen an Kunden     1.630.209.234,37 1.395.983.301,70
darunter: durch Grundpfandrechte gesichert EUR 186.877.087,90 (Vj. EUR 0,00)        
4. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere        
a) Anleihen und Schuldverschreibungen        
aa) von öffentlichen Emittenten 15.160.500,00     40.158.480,42
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank EUR 15.160.500,00 (Vj. EUR 40.158.480,42)        
ab) von anderen Emittenten 4.952.500,00     29.940.962,08
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank EUR 4.952.500,00 (Vj. EUR 29.940.962,08)        
    20.113.000,00   70.099.442,50
b) eigene Schuldverschreibungen   0,00   0,00
Nennbetrag: EUR 0,00 (Vj. EUR 0,00)        
      20.113.000,00 70.099.442,50
5. Beteiligungen     0,00 0,00
darunter: an Kreditinstituten EUR 0,00 (Vj. EUR 0,00)        
darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten EUR 0,00 (Vj. EUR 0,00)        
6. Anteile an verbundenen Unternehmen     208.405,37 208.405,37
darunter: an Kreditinstituten EUR 0,00 (Vj. EUR 0,00)        
darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten EUR 0,00 (Vj. EUR 0,00)        
7. Treuhandvermögen     100.000,00 100.000,00
darunter: Treuhandkredite EUR 0,00 (Vj. EUR 0,00)        
8. Immaterielle Anlagewerte     536.350,21 671.457,12
9. Sachanlagen     4.766.254,71 4.099.249,22
10. Sonstige Vermögensgegenstände     686.731,34 353.865,91
11. Rechnungsabgrenzungsposten     182.118,45 256.649,80
Summe der Aktiva     1.733.902.827,26 1.503.785.055,05

Passivseite

       
  EUR EUR EUR Vorjahr
EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten        
a) täglich fällig   224.690,07   572.959,22
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist   469.017.135,00   266.068.138,05
      469.241.825,07 266.641.097,27
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden        
a) Spareinlagen        
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 4.963.898,42     4.563.736,61
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 443.545,88     401.171,88
    5.407.444,30   4.964.908,49
b) andere Verbindlichkeiten        
ba) täglich fällig 121.633.021,99     120.668.519,76
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 891.162.968,53     890.598.081,70
    1.012.795.990,52   1.011.266.601,46
      1.018.203.434,82 1.016.231.509,95
3. Treuhandverbindlichkeiten     100.000,00 100.000,00
darunter: Treuhandkredite EUR 0,00 (Vj. EUR 0,00)        
4. Sonstige Verbindlichkeiten     7.551.841,16 789.418,54
5. Rechnungsabgrenzungsposten     0,00 0,00
6. Rückstellungen        
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen   1.450.344,00   1.443.770,00
b) Steuerrückstellungen   620.836,00   17.387,56
c) andere Rückstellungen   18.500.167,16   12.706.166,00
      20.571.347,16 14.167.323,56
7. Nachrangige Verbindlichkeiten     55.375.924,03 51.933.841,74
8. Fonds für allgemeine Bankrisiken     9.200.000,00 0,00
9. Eigenkapital        
a) gezeichnetes Kapital   128.000.000,00   106.000.000,00
b) andere Gewinnrücklagen   172.431,51   22.172.431,51
c) Bilanzgewinn   25.486.023,51   25.749.432,48
      153.658.455,02 153.921.863,99
Summe der Passiva     1.733.902.827,26 1.503.785.055,05
1. Eventualverbindlichkeiten        
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen     77.766,38 83.512,38
2. Andere Verpflichtungen        
Unwiderrufliche Kreditzusagen     18.646.000,00 14.387.000,00

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2016 bis 31.12.2016

der VON ESSEN Bank GmbH

EUR EUR EUR Vorjahr
EUR
1. Zinserträge aus        
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 146.540.253,50     130.442.780,95
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 10.791,94     108.355,53
    146.551.045,44   130.551.136,48
2. Zinsaufwendungen   -25.177.696,04   -25.817.571,24
      121.373.349,40 104.733.565,24
3. Laufende Erträge aus        
a) Beteiligungen   0,00   21.653,11
b) Anteilen an verbundenen Unternehmen   3.076.434,69   2.335.956,59
      3.076.434,69 2.357.609,70
4. Provisionserträge   23.498.992,09   17.567.520,99
5. Provisionsaufwendungen   -32.222.048,24   -23.794.183,68
      -8.723.056,15 -6.226.662,69
6. Nettoaufwand aus Finanzgeschäften     0,00 0,00
7. Sonstige betriebliche Erträge     3.680.154,55 1.104.113,77
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen        
a) Personalaufwand        
aa) Löhne und Gehälter -22.061.755,68     -19.813.231,57
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung -4.706.752,13     -4.043.862,94
darunter: für Altersversorgung EUR 389.780,31 (Vj. EUR 373.083,10)        
    -26.768.507,81   -23.857.094,51
b) andere Verwaltungsaufwendungen   -14.819.901,83   -14.346.221,50
      -41.588.409,64 -38.203.316,01
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen     -1.793.476,94 -1.680.862,18
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen     -90.177,03 -51.753,19
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft     -30.430.490,46 -31.240.368,03
12. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere     0,00 0,00
13. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere     0,00 0,00
14. Aufwendungen aus Verlustübernahme     0,00 0,00
15. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit     45.504.328,42 30.792.326,61
16. Außerordentliche Erträge     0,00 0,00
17. Außerordentliche Aufwendungen     0,00 -357.000,00
18. Aufwand aus Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken     -9.200.000,00 0,00
19. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   -12.571.593,79   -4.681.461,72
20. Sonstige Steuern   1.753.288,88   -4.432,41
      -10.818.304,91 -4.685.894,13
21. Jahresüberschuss     25.486.023,51 25.749.432,48
22. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr     0,00 22.172.431,51
23. Einstellungen in Gewinnrücklagen        
a. in andere Gewinnrücklagen     0,00 -22.172.431,51
24. Bilanzgewinn     25.486.023,51 25.749.432,48

Anhang zum 31.12.2016

Die nachstehenden Angaben beziehen sich auf den Jahresabschluss der VON ESSEN Bank GmbH, im Folgenden "Bank" genannt.

Die Bank wird unter der Nummer HRB 27238 beim Amtsgericht Essen geführt.

Die Bank wird in den Konsolidierungskreis der BNP Paribas SA, Paris (Frankreich), einbezogen. Der Konzernabschluss ist in Frankreich am Sitz der BNP Paribas SA einsehbar. Der Konzernabschluss dieser Gesellschaft (BNP Paribas Konzernabschluss) entfaltet keine befreiende Wirkung nach § 291 HGB, weil die notwendigen Voraussetzungen dazu nicht umfänglich erfüllt sind.

Die Bank wird in den Konsolidierungskreis der BNP Paribas Fortis SA/NV, Brüssel (Belgien), einbezogen. Der Teilkonzernabschluss ist in Belgien am Sitz der BNP Paribas Fortis SA/NV einsehbar.

Die Bank erstellt keinen Teilkonzernabschluss, weil die Tochtergesellschaften zusammengenommen für die Verpflichtung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, gemäß § 290 Abs. 5 i. V. m. § 296 Abs. 2 HGB von untergeordneter Bedeutung sind. Die Tochtergesellschaften sind:

INKASSO KODAT GmbH & Co. KG, Essen;

MERKUR Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Essen;

GCV Gesellschaft für Capital- und Vermögensverwaltung mbH, Essen.

Verbundene Unternehmen sind alle Gesellschaften, die in den BNP Paribas Konzernabschluss nach den Regeln der Vollkonsolidierung einbezogen sind.

Die BNP Paribas Fortis SA/NV (vormals Fortis Bank SA/NV, Brüssel) hat gegenüber der Bank eine Patronatserklärung abgegeben.

Vorschriften zur Rechnungslegung

Der Jahresabschluss der Bank ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Bilanz

Die Barreserve wurde zum Nennwert bilanziert.

Die Forderungen an Kreditinstitute wurden mit den Anschaffungskosten zuzüglich abgegrenzter Zinsen angesetzt.

Die Forderungen an Kunden werden mit ihrem Nennbetrag, vermindert um abgegrenzte Bearbeitungsgebühren sowie Einzel- und Pauschalwertberichtigungen, ausgewiesen. Für alle im Kundenkreditgeschäft erkennbaren Risiken wurden in angemessenem Umfang Einzelwertberichtigungen gebildet. Das latente Kreditrisiko wurde im Rahmen steuerlicher Vorgaben (Erlass des Bundesministeriums der Finanzen vom 10. Januar 1994) durch die Bildung einer Pauschalwertberichtigung berücksichtigt.

Die Anleihen und Schuldverschreibungen sind, wie in den Vorjahren, der Liquiditätsreserve zugeordnet und nach dem strengen Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 4 HGB mit den Anschaffungskosten oder den niedrigeren Börsen- oder Marktpreisen unter Berücksichtigung abgegrenzter Zinsen bewertet. Die am Bilanzstichtag amtlich festgestellten Kurse der Anleihen weichen aufgrund fehlender Börsen-Umsätze in diesen Titeln in hohem Maß von den Marktpreisen alternativer Handelsplattformen (OTC), nach unten ab. Um eine marktgerechte Bewertung vorzunehmen, wurden für den 31.12.2016 die Marktpreise (OTC-Preise) zu Grunde gelegt.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen, die nicht börsenfähig sind, werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten ausgewiesen.

Das Treuhandvermögen wird mit dem Nennwert bilanziert und betrifft ausschließlich Anteile an verbundenen Unternehmen.

Die immateriellen Anlagewerte sind mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, ausgewiesen.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Zugänge werden insgesamt nach der linearen Methode abgeschrieben. Sofern die Anschaffungskosten für ein bewegliches Anlagegut über EUR 150,00 liegen und den Betrag von EUR 1.000,00 nicht überschreiten, wird nach den Vorschriften des § 6 Abs. 2a EStG ein Sammelposten gebildet und über einen Zeitraum von 5 Jahren linear abgeschrieben. Im Übrigen liegen sämtlichen Abschreibungen auf Sachanlagen die von den amtlichen AfA-Tabellen vorgegebenen Nutzungsdauern zugrunde.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt.

Auf den Ansatz aktiver latenter Steuern gemäß § 274 HGB, die sich aus temporären Differenzen im Wertansatz zwischen Handels- und Steuerbilanz ergeben, wurde verzichtet. Passive latente Steuern waren nicht anzusetzen.

Verbindlichkeiten werden gemäß § 253 Abs. 1 S. 2 HGB mit dem Rückzahlungsbetrag zuzüglich abgegrenzter Zinsen bilanziert.

Die Treuhandverbindlichkeiten sind zum Nennwert bilanziert und beinhalten ausschließlich Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Für dem Grunde oder der Höhe nach noch ungewisse Verbindlichkeiten wurden dem voraussichtlichen Bedarf entsprechend angemessene Rückstellungen gebildet. Die Berechnung der Pensionsrückstellung erfolgt unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze auf der Basis der Richttafeln RT 2005 G von Prof. Klaus Heubeck mit altersabhängigen Wahrscheinlichkeiten für Sterblichkeit, Invalidität, Verheiratung und durchschnittlichem Altersunterschied der Ehegatten bei Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 4,24 % sowie einer jährlichen Anpassung der Rente nach Eintritt des Versicherungsfalls i. H. v. 1 % und einer zukünftigen Erhöhung des Arbeitsverdienstes von 0 % anhand der Teilwertmethode.

Im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuches hat die Bank einen barwertorientierten Rückstellungstest durchgeführt und hierbei die IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Einzelfragen der verlustfreien Bewertung von zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs (Zinsbuchs) (IDW RS BFA 3) vom 30.08.2012 des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. berücksichtigt. Im ersten Schritt wurden die monatlichen Zinsergebnisbeiträge aus den geschlossenen, offenen und der Schließung der Positionen zusammengerechnet. Vom Ergebnis dieser Ermittlung wurden die Verwaltungsaufwendungen und Risikokosten abgezogen, die bis zur vollständigen Abwicklung des Bestandes des Bankbuchs erwartet werden. Die jeweiligen monatlichen Ergebnisbeiträge wurden in einem dritten Schritt barwertig zusammengefasst. Nach den Ermittlungen der Bank hat sich keine Verpflichtung zur Bildung einer Rückstellung ergeben.

Im Geschäftsjahr wurde ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB in Höhe von EUR 9.200.000,00 gebildet.

2. Gewinn- und Verlustrechnung

Anleihen und Schuldverschreibungen sind der Liquiditätsreserve zugeordnet und nach dem strengen Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 4 HGB mit den Anschaffungskosten oder den niedrigeren Kursen unter Berücksichtigung abgegrenzter Zinsen bewertet. Abschreibungen auf diese Wertpapiere und Buchgewinne bei Fälligkeit werden in der GuV-Position "Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft" erfasst.

Erläuterungen zu einzelnen Posten des Jahresabschlusses

Erläuterungen zur Aktivseite der Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

Der Ausweis enthält Forderungen an Gesellschafter in Höhe von EUR 2.398,52.

Forderungen an Kunden

Abgegrenzte Bearbeitungsgebühren der Immobilienkredite in Höhe von EUR 1.019.770,59 bzw. der Ratenkreditverträge in Höhe von EUR 753.720,41 werden mit dem Aktivposten gemäß § 23 RechKredV verrechnet.

Die zu bildende pauschale Wertberichtigung verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 240.152,52 auf nunmehr EUR 12.370.256,66.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere sind börsennotiert (EUR 20.113.000,00).

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Der ausgewiesene Bestand ist nicht börsenfähig.

Anteile an verbundenen Unternehmen:

Die Bank ist alleinige Kommanditistin der INKASSO KODAT GmbH & Co. KG (INKASSO KODAT). Das Kommanditkapital, das dem Eigenkapital entspricht, beträgt EUR 120.000,00 und wurde vollständig eingezahlt. Der Jahresüberschuss der INKASSO KODAT in Höhe von EUR 3.082.530,41 wird vollständig an die Gesellschafter ausgeschüttet. Hiervon entfallen laut Gesellschaftsvertrag auf die Bank EUR 3.074.530,41 und auf die MERKUR Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH (MERKUR) als Komplementärin EUR 8.000,00.

Das Stammkapital der MERKUR in Höhe von EUR 30.000,00 wird von der Bank als alleiniger Gesellschafterin gehalten. Der Gewinnvortrag aus 2015 beträgt EUR 32.586.46 und wurde am 08.08.2016 ausgeschüttet. Der Jahresüberschuss 2016 beläuft sich auf EUR 1.904,28 und es ergibt sich ein Eigenkapital von EUR 31.904,28.

An der GCV Gesellschaft für Capital- und Vermögensverwaltung mbH (GCV) ist die Bank über die Tochtergesellschaft INKASSO KODAT beteiligt. Die INKASSO KODAT hält 100 % der Anteile. Das Eigenkapital der GCV beträgt EUR 101.009,53. Der Jahresüberschuss von EUR 3.008.008,72 wird auf der Grundlage eines Ergebnisabführungsvertrages an die INKASSO KODAT abgeführt.

Sachanlagen

Die Bank verfügt über keine eigenen Grundstücke und Gebäude. Die Betriebs- und Geschäftsausstattung beläuft sich zum Bilanzstichtag auf EUR 4.766.254,71. Hinsichtlich weiterer Angaben zum Anlagevermögen verweisen wir auf den als Anlage beigefügten Anlagespiegel.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Der Posten enthält Abgrenzungen i. H. v. EUR 182.118,45 aus Wartungsverträgen.

Erläuterungen zur Passivseite der Bilanz

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die im Posten enthaltenen Verbindlichkeiten gegenüber Tochterunternehmen der Bank belaufen sich auf EUR 4.018.430,10.

Sonstige Verbindlichkeiten

Der Ausweis beinhaltet insbesondere Verbindlichkeiten aus der Abführung von Abgeltung-, Lohn- und Kirchensteuer sowie Umsatzsteuer in Höhe von EUR 721.710,37 und noch ausstehende Rechnungen i. H. v. EUR 6.829.769,47.

Andere Rückstellungen

Wesentliche Rückstellungen betreffen Risiken in Zusammenhang mit Restschuldversicherungen (EUR 8.753.023,62), Bonuszahlungen an Mitarbeiter (EUR 1.283.063,00) sowie ausstehende Rechnungen (EUR 948.994,64). Der Zinseffekt aus der Veränderung der langfristigen Rückstellungen beträgt EUR 82.765,28. Hiervon entfallen auf Pensionsrückstellungen EUR 63.093,00.

Nachrangige Verbindlichkeiten

Der Ausweis betrifft -einschließlich Zinsabgrenzung- nachrangige Kapitalbriefe (EUR 40.326.413,20) sowie ein nachrangiges Darlehen der Muttergesellschaft BNP Paribas Fortis SA/NV (EUR 15.049.510,83).

Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und andere Verpflichtungen

Die Eventualverbindlichkeiten betreffen mit EUR 77.766,38 übernommene Bürgschaften für Mietverhältnisse. Hiervon betreffen EUR 40.187,54 ein Tochterunternehmen der Bank. Die anderen Verpflichtungen (EUR 18.646.000,00) betreffen ausschließlich Kreditzusagen für Immobilienfinanzierungen.

Bei den gemäß § 251 HGB unter der Bilanz ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten handelt es sich in erster Linie um bankübliche unwiderrufliche Kreditzusagen gegenüber unseren Kunden. Bei Annahme durch den Kunden, welches dem Regelfall entspricht, wandelt sich die Zusage in ein Darlehen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die jährlichen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverhältnissen betragen EUR 1.898.454,68.

Forderungen an verbundene Unternehmen

In den Forderungen an Kreditinstituten sind EUR 2.398,52 enthalten, die Forderungen an verbundene Unternehmen des BNP Paribas Konzerns darstellen.

In den Forderungen an Kunden sind Forderungen an Tochterunternehmen in Höhe von EUR 3.074.530,41 und Forderungen an verbundene Unternehmen des BNP Paribas Konzerns in Höhe von EUR 582.116,89 enthalten.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind EUR 4.018.430,10 enthalten, die gegenüber Tochterunternehmen der Bank bestehen sowie EUR 2.808.086,01 gegenüber verbundenen Unternehmen des BNP Paribas Konzerns.

In den Verbindlichkeiten gegenüber Banken sind EUR 469.239.716,07 enthalten, die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen des BNP Paribas Konzerns darstellen.

In dem Posten Nachrangige Verbindlichkeiten betreffen EUR 15.049.510,83 nachrangige Verbindlichkeiten gegenüber der Muttergesellschaft.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Erträge aus dem Bankgeschäft werden im Inland erwirtschaftet.

Zinsaufwendungen

Für Nachrangige Verbindlichkeiten entstanden im Berichtsjahr Aufwendungen in Höhe von EUR 1.503.852,02. Hiervon entfallen auf nachrangige Darlehen der Muttergesellschaft EUR 162.195,83.

Provisionserträge und -aufwendungen

Das Provisionsergebnis der Bank resultiert überwiegend aus Provisionserträgen im Zusammenhang mit der Vermittlung von Restschuldversicherungen und Provisionsaufwendungen aus der Vermittlung von Krediten.

Sonstige betriebliche Erträge

Die Sonstigen betrieblichen Erträge betreffen bei der Bank überwiegend Auflösungen von Rückstellungen (EUR 3.354.269,76).

Aufwand aus Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken

Im Geschäftsjahr ist in Höhe von EUR 9.200.000,00 Aufwand aus Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken angefallen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag belasten das Jahresergebnis mit EUR 12.571.593,79 und betreffen Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer.

Steuermindernd wirkte sich die Klarstellung des Bundesministerium der Finanzen zur umsatzsteuerlichen Behandlung des Ankaufs von notleidenden Forderungen (Non­Performing-Loans) aus. Die ergangenen Steuerbescheide des Jahres 2014 wurden aufgehoben und die abgeführte Umsatzsteuer in Höhe von insgesamt 2,3 Mio. Euro an die Bank bzw. an die Inkasso Kodat zurückerstattet.

Latente Steuern

Auf die Aktivierung latenter Steuern gem. § 274 HGB wurde verzichtet.

Wertunterschiede ergeben sich größtenteils aus Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aus Pensions- und Jubiläumsrückstellungen. Der Steuersatz zur Berechnung von latenten Steuern beträgt 31,625%.

Sonstige Angaben

Die Bank beschäftigte im Geschäftsjahr durchschnittlich 359 Angestellte und 18 Auszubildende.

Mitglieder der Geschäftsleitung sind zum 31.12.2016 die Herren Ralf Dreher, Thorsten Wolff und Reinier van Fulpen.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsleitung wird unter Inanspruchnahme der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsgremien werden von gesetzlichen Vertretern oder Mitarbeitern der Bank nicht wahrgenommen.

Der Aufsichtsrat setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

Marc Yves Raymond Feltesse, COO BNP Paribas Personal Finance S.A., Paris Executive Committee Member, Vorsitzender

Dr. Carsten Esbach, COO BNP Paribas Corporate & Institutional Banking Deutschland und Koordinator transversale & interne Projekte, Stellvertretender Vorsitzender

Benoit Cavelier, Director SUN Region BNP Paribas Personal Finance S.A., Paris Executive Committee Member, ab dem 04. Mai.2016

Philippe van Oosterzee, Business Delegation Holder, Retail & Private Banking, BNP Paribas Fortis SA/NV

Marc Peeters, Head of Alternative Retail Brands, Retail & Private Banking, BNP Paribas Fortis SA/NV, Brüssel, ausgeschieden zum 17. Oktober 2016

Luc Jozef Adolf Keppens, Head Alternative Retails Brands, BNP Paribas Fortis SA/NV, Brüssel

CEO Fintro, Brüssel, ab dem 21. Dezember 2016

Für die Tätigkeiten der Mitglieder des Beirats hat die Bank im Berichtjahr keine Vergütung gezahlt.

Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder der Geschäftsleitung sowie deren Hinterbliebenen beliefen sich im Geschäftsjahr 2016 auf EUR 161.484,54. Die für diese Personengruppe gebildeten Rückstellungen für laufende Pensionen betragen EUR 1.450.344,00.

Auf die Aufgliederung der Honorare des Abschlussprüfers wird gemäß § 285 Nr. 17 HGB verzichtet, da die Angaben in dem Konzernabschluss der BNP Paribas S.A., Paris (Frankreich), zum 31.12.2016 enthalten sind.

Der Anlagenspiegel der Bank, die Fristengliederung bestimmter Bilanzposten sowie die Spezifikation der 10 v. H. des Gesamtbetrages der Nachrangigen Verbindlichkeiten übersteigenden Mittelaufnahme sind Bestandteil des Anhangs und diesem als Anlage beigefügt.

Zusätzliche Erläuterungen gemäß § 34 Abs. 2 Nr. 2 RechKredV

Die VON ESSEN Bank GmbH hat den Geschäftsleitern folgende Kredite gewährt.

2016 2015
Verfügungsrahmen auf Kreditkarten: 0,00 € 17.500,00 €
Dispositionskredite: 0,00 € 17.500,00 €
Haftungsverhältnisse: 11.700,00 € 11.700,00 €

Nachtragsbericht

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres, die Auswirkungen auf die Lage des Unternehmens haben könnten, sind nicht bekannt geworden.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Das gezeichnete Kapital der Bank beträgt nach Kapitalerhöhung nun EUR 128,0 Mio. (Vorjahr: EUR 108 Mio.). Der Jahresüberschuss 2014 wurde mit EUR 22,0 Mio. für die Kapitalerhöhung genutzt und EUR 0,2 Mio. wurden in die "Andere Gewinnrücklage" eingestellt.

Der Bilanzgewinn 2015 in Höhe von EUR 25,7 Mio. wurde in voller Höhe an die Gesellschafter ausgeschüttet. Die Geschäftsleitung schlägt vor, den Bilanzgewinn 2016 in Höhe von EUR 25,5 Mio. (Vorjahr: EUR 25,7 Mio.) bis zur Feststellung des Jahresabschlusses und bis zur Vorlage eines Gewinnverwendungsbeschlusses auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Essen, 30. März 2017

VON ESSEN GMBH

Reinier van Fulpen

Ralf Dreher

Thorsten Wolff

Fristengliederung nach Restlaufzeiten per 31.12.2016

Bank
EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute *  
bis drei Monate 0,00
mehr als drei Monate bis ein Jahr 0,00
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 0,00
mehr als fünf Jahre 0,00
Forderungen an Kunden  
bis drei Monate 81.205.032,71
mehr als drei Monate bis ein Jahr 216.320.004,64
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 756.505.178,89
mehr als fünf Jahre 551.113.033,92
mit unbestimmter Laufzeit 25.065.984,20
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere *  
im Folgejahr fällig werdend 9.948.500,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist *  
bis drei Monate 0,00
mehr als drei Monate bis ein Jahr 0,00
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 331.000.000,00
mehr als fünf Jahre 136.000.000,00
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten  
mehr als drei Monate bis ein Jahr 309.982,72
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 133.563,16
mehr als fünf Jahre 0,00
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist *  
bis drei Monate 79.019.245,68
mehr als drei Monate bis ein Jahr 329.934.041,88
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 248.138.705,33
mehr als fünf Jahre 225.819.976,74

* ohne anteilige Zinsen

Spezifikation der 10 v.H. des Gesamtbetrages der Nachrangigen Verbindlichkeiten übersteigenden Mittelaufnahmen per 31.12.2016

Nachrangiges Darlehen Betrag *
TEUR
Währung Zinssatz Mindestlaufzeit
BNP Paribas Fortis SA/NV, Brüssel 15.000 EUR 1,007 % 03.09.2017

* ohne anteilige Zinsen

Das ursprünglich über TEUR 30.000 lautende nachrangige Darlehen wurde von der mit der BNP Paribas Fortis SA/NV verschmolzenen Fortis Finance Belgium CVBA-SCRL gewährt. Im Falle des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Bank oder der Liquidation wird das Kapital erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückgezahlt. Die Aufrechnung des Rückzahlungsanspruchs gegen Forderungen der Bank ist ausgeschlossen. Für die Verbindlichkeit wurde keine Sicherheit durch die Bank oder durch Dritte gestellt. Ein vorzeitiger Rückerwerb oder eine anderweitige Rückzahlung ist ohne Rücksicht auf entgegenstehende Vereinbarungen zurück zu gewähren, sofern nicht das Kapital durch die Einzahlung von anderem, zumindest gleichwertigem haftenden Eigenkapital ersetzt worden ist oder die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht der Rückzahlung zugestimmt hat. Das Darlehen ist in Höhe von TEUR 15.000 nach Zustimmung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht im Dezember 2009 vorzeitig zurückgezahlt worden.

Die Bank hat im Berichtsjahr den Absatz von Kapitalbriefen mit Nachrangabrede fortgesetzt. Das abgesetzte Volumen beläuft sich zum Bilanzstichtag auf nominal EUR 39.613.150,00. Die Laufzeiten betragen fünf, sechs, sieben, acht und zehn Jahre, die Verzinsung liegt zwischen 1,50 % und 6,30 %. Für die Emissionen ist weder eine Börseneinführung vorgesehen, noch bestehen vorzeitige Rückzahlungsverpflichtungen.

  
Lagebericht

A. VON ESSEN Bank - das Unternehmen

Die VON ESSEN BANK GmbH ist als Spezialbank im Retailgeschäft tätig. Sowohl im Kredit- als auch im Einlagengeschäft fokussiert sich die Bank auf private Endkunden. Unternehmen, Selbständige sowie Institutionelle haben für das Kerngeschäft nahezu keine Bedeutung. Im Mittelpunkt des Kreditgeschäfts der Bank steht das nicht besicherte Ratendarlehen sowie das dinglich besicherte Immobiliendarlehen. Die Bank versteht sich als Spezialanbieter und betreut überwiegend Kunden, die ein akutes oder auch zeitlich zurückliegendes temporäres "Cash-Flow" Problem aufweisen. Im Rahmen der Beurteilung der Kreditwürdigkeit stehen die objektive Zahlungsfähigkeit, eine positive Prognose einer wirtschaftlich nachhaltigen und vernünftigen Verschuldungssituation des Kunden sowie ein deutliches Bekenntnis zur verantwortungsvollen Kreditvergabe ("Responsible Lending") im Vordergrund. Hinsichtlich des Vertriebsweges ist die Bank auf das durch Dritte vermittelte Konsumentenkreditgeschäft spezialisiert ("B2B"). Neben den klassischen Darlehensmaklern arbeitet die Bank auch mit anderen Partnern, wie beispielsweise Banken oder Internetplattformen zusammen. Die Bank betreibt die Direktakquisition von Endkunden ("B2C") nur für den Eigenbestand sowie in geringem Umfang über das eigene Web-Label "Extrakredit".

Das Kreditinstitut mit Hauptsitz in Essen hat bundesweit fünf operative Niederlassungen (Essen, Berlin (2), Braunschweig und Stuttgart) und beschäftigte zum 31. Dezember 2016 473 Mitarbeiter.

Die Gesellschafter der ehemaligen VON ESSEN GmbH & Co. KG Bankgesellschaft haben im Geschäftsjahr 2016 einen Rechtsformwechsel nach §§ 190 ff., 214 ff. Umwandlungsgesetz für die VON ESSEN GmbH & Co. KG Bankgesellschaft durchgeführt. Die Rechtsform der Kommanditgesellschaft ist in eine Kapitalgesellschaft in Form einer GmbH umgewandelt worden. Der Gesellschafterkreis hat sich im Zuge dieser Transaktion nicht verändern. Alleinige Gesellschafterin ist die BNP Paribas Fortis NV/SA, Brüssel (Belgien). Sie gehört zu 100% zur französischen Großbank BNP Paribas S.A., Paris (Frankreich). Organisatorisch ist die Bank dem Bereich BNP Paribas Personal Finance S.A. (BNPP Personal Finance), Paris (Frankreich), zugeordnet. Die Bank firmiert seit dem 29.04.2016 unter dem Namen "VON ESSEN Bank GmbH".

Die Bank unterliegt der lokalen, deutschen Gesetzgebung, wird von der lokalen Aufsichtsbehörde und seit November 2014 von der EZB (Europäische Zentralbank) nach dem einheitlichen europäischen Aufsichtsmechanismus SSM (Single Supervisory Mechanism) beaufsichtigt. Ferner wirkt die Bank mit am Einlagensicherungsfonds des Bundesverband deutscher Banken e.V., Berlin und ist Mitglied im Prüfungsverband deutscher Banken e.V.

Entwicklung der Gesamtwirtschaft

Nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank 1 befindet sich die deutsche Wirtschaft in einem soliden Aufschwung. Hauptstütze ist die lebhafte Binnennachfrage, die von der günstigen Arbeitsmarktlage und steigenden Einkommen der privaten Haushalte profitiert. In den kommenden Jahren trüben sich die gegenwärtig für den privaten Konsum sehr vorteilhaften Rahmenbedingungen allerdings etwas ein. Die Beschäftigung dürfte demografisch bedingt weniger dynamisch zulegen, und steigende Energiepreise schmälern die Kaufkraft der Verbraucher. Die Auslandsgeschäfte, die in den kommenden Jahr noch unter dem verhaltenen Wachstum des Welthandels leiden, dürften sich zwar im Einklang mit den Absatzmärkten der deutschen Exporteure langsam verstärken, aber dies wird voraussichtlich keinen vollständigen Ausgleich für die weniger schwungvolle Binnenkonjunktur bieten.

1 Quelle: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Dezember 2016

In diesem Szenario könnte die deutsche Wirtschaft im laufenden und kommenden Jahr kalenderbereinigt um jeweils 1,8% wachsen und 2018 und 2019 mit 1,6% beziehungsweise 1,5% etwas weniger stark zulegen. Das Expansionstempo übersteigt damit in allen Jahren spürbar die Wachstumsrate des Produktionspotentials. Bei den Staatsfinanzen sind ohne neue expansive Maßnahmen auch perspektivisch Überschüsse angelegt, die aber etwas geringer als im Vorjahr ausfallen dürften. Dahinter steht eine expansive fiskalische Ausrichtung, die allerdings durch positive Konjunktureinflüsse und sinkende Zinslasten verdeckt wird. Die Schuldenquote dürfte kontinuierlich sinken und könnte im Jahr 2019 die Grenze von 60% erreichen.

Die Teuerung der Verbraucherstufe wird im Durchschnitt des laufenden Jahres vor allem durch die deutlich gesunkenen Energiepreise noch merklich gedämpft. Erst ab dem kommenden Jahr dürfte der binnenwirtschaftliche Einfluss zunehmend sichtbar werden. Gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) könnte sich die Preissteigerungsrate von 0,3% im laufenden auf 1,4% im kommenden Jahr erhöhen. Ohne Energie gerechnet dürfte die Rate von 1,1% auf 1,4% im kommenden Jahr steigen. Aufgrund des dann erwarteten stärkeren Anstiegs der Arbeitskosten könnte sich die Teuerung sowohl insgesamt als auch ohne Energie 2018 auf 1,7% und 2019 auf 1,9% verstärken.

Bankenbranche

Auch das Jahr 2016 war für die gesamte Kreditwirtschaft erneut ein herausforderndes Jahr in Bezug auf neue regulatorische Anforderungen. Mit der einheitlichen Bankenaufsicht durch die Europäische Zentralbank in Frankfurt wurden nationale Wahlrechte zunehmend durch einheitliche Regelwerke ersetzt. Dies stellt speziell kleinere Institute vor große Herausforderungen an Personal- und IT-Ressourcen. Als zusätzliche Aspekte seien hier nur die zusätzlichen FINREP-Meldeanforderungen oder zu sogenannten Non-Performing­Exposure (NPE) und Forbearance Exposure (FBE) zu nennen.

Die weiterhin anhaltende Niedrigzinsphase bedeutet gerade für Institute, deren Geschäftsmodel überwiegend zinsgetragen ist, eine Belastung für das Ergebnis, das nur durch Einsparungen auf der Kostenseite kompensiert werden kann. Schlagwörter wie "Fintech" und "Digitalisierung" rücken zunehmend in den Fokus der nächsten Jahre.

Konsumentenkreditgeschäft

Laut Kreditmarktstatistik des Bankenfachverbandes 2 sind die Bestände der Kredite an Privatpersonen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,1% auf 231,5 Milliarden Euro gestiegen. Die Bestände an Ratenkrediten sind darunter noch stärker gewachsen und zwar um 5,3% auf 162,3 Milliarden Euro.

Das Bestandswachstum im Ratenkreditgeschäft auf 162,3 Milliarden Euro kommt durch den Zuwachs der Großbanken (plus 16,6%), der Übrigen Banken (plus 9,7%), der Regional- und sonstigen Kreditbanken (plus 8,9%) sowie der Institute des Genossenschaftssektors (plus 0,4%) zustande. Der Bestand der Institute des Sparkassensektors (minus 1,6%) war hingegen rückläufig. Ihren Marktanteil im Ratenkreditgeschäft ausgebaut haben die Regional- und sonstigen Kreditbanken (plus 1,6 Prozentpunkte auf 47,6 Prozent) und die Übrigen Banken sowie die Großbanken (jeweils plus 0,4 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent bzw. 4,4 Prozent). Zurückgegangen sind im Vergleich zum Vorjahr die Anteile der Institute im Sparkassensektor (minus 1,5 Prozentpunkte auf 21,6 Prozent) und der Institute des Genossenschaftssektors (minus 0,9 Prozentpunkte auf 17,8 Prozent).

2 Quelle: Kreditmarktstatistik des Bankenfachverbandes per 30.09.2016

  

  

B. Geschäftsentwicklung

Auch im 47. Jahr nach ihrer Gründung im Jahr 1969 stellte die Bank erneut unter Beweis, dass ihr Geschäftsmodell nachhaltig erfolgreich ist. Die Bank versteht sich im Aktivgeschäft als Nischenanbieter im vermittelten Konsumentenkreditgeschäft. Darunter fallen sowohl das Ratenkreditgeschäft als auch das Immobiliendarlehensgeschäft. Die Bank betreibt direkte Kundenakquisition nur in geringem Umfang. Das durch Dritte (Kreditmakler, andere Banken oder Internetplattformen) auf Provisionsbasis vermittelte Darlehensgeschäft ist charakteristisch für den wesentlichen Vertriebskanal der Bank.

Das Geschäft mit unseren Privatkunden hat sich insgesamt sehr erfreulich entwickelt. Die Neuproduktion an Konsumentendarlehen konnte auch in 2016 in fast allen Vertriebskanälen verbessert werden. Während im Ratenkreditgeschäft die Produktion gegenüber dem Vorjahr von 353,2 Mio. Euro um +17,6% auf 415,2 Mio. Euro gesteigert werden konnte, verbesserte sich die Produktion bei den Immobiliendarlehen von 150,0 Mio. Euro um +23,3% auf 184,9 Mio. Euro. Die Gesamt-Neuproduktion im Kundenkreditgeschäft erreichte mit insgesamt 600,0 Mio. Euro einen neuen historischen Höchstwert, was einem Zuwachs von +19,2% entsprach. Mit diesem Ergebnis lag die Bank genau im Rahmen der prognostizierten Planwerte für das Geschäftsjahr 2016. Bezogen auf die Planungszahlen ist jedoch eine negative Abweichung im Ratenkreditgeschäft zu erkennen, die jedoch vollständig durch das zusätzliche Geschäft im besicherten Darlehensgeschäft kompensiert werden konnte. Gegenüber den Planzahlen ist im Ratenkreditgeschäft ein Minus in Höhe von 28,7 Mio. Euro (Abweichung von -6,5%) und im Immobiliendarlehensgeschäft ein Plus in gleicher Höhe (Abweichung von +18,4%) festzustellen.

  

  

(alle Angaben in Mio. Euro kfm. gerundet)

Bei den drei Hauptvertriebskanälen im Konsumentenkreditgeschäft, das durch Dritte vermittelte Geschäft (Broker), das Geschäft mit Banken und Vergleichsplattformen (Financial Partner), und das Geschäft mit Bestandskunden (Direktgeschäft) konnten Umsatzzuwächse verbucht werden. Während das klassische Brokergeschäft mit 271,1 Mio. Euro zum Neugeschäft (+13,7% gegenüber 2015) beitrug, verzeichnete das Geschäft mit Financial Partners einen Anstieg auf 58,5 Mio. Euro (+43,7% gegenüber 2015). Im Vertriebsweg mit Bestandskunden konnte das Neugeschäft gegenüber 2015 um +15,7% auf 85,6 Mio. Euro gesteigert werden. Die wesentliche negative Abweichung im Verhältnis zu den Planungszahlen für das Jahr 2016 stammt aus dem Geschäftszweig mit Banken und Vergleichsplattformen (Financial Partner). In diesem Zweig hatte die Bank geplant, das Geschäft mit sogenannten "Nearprime+" Segment (Kunden mit besseren Risikoprofilen) auszuweiten. Die ersten Ergebnisse haben jedoch gezeigt, dass die Mindestanforderungen der Bank mit Blick auf die Margen in diesem Segment nicht erfüllt werden konnten. Aus diesem Grund hat die Bank darauf verzichtet, das "Nearprime+" Segment im Ratenkreditgeschäft flächendeckend an alle Vertriebspartner auszurollen. Die fehlende Produktion in diesem Segment konnte durch das Standardgeschäft größtenteils kompensiert werden.

Das anhaltend niedrige Zinsniveau für Immobilienfinanzierungen in Deutschland sowie eine fehlende Alternative für Geldanleger haben die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen auch im Jahr 2016 auf einem hohen Niveau gehalten. Während im Standard­Immobiliendarlehensgeschäft die Gesamtproduktion mit -9,8% auf 85,1 Mio. Euro (Vorjahr: 94,3 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen ist, entwickelte sich das Neugeschäft im Segment "Nearprime+" weiterhin positiv. Hierbei bietet die Bank bonitätsmäßig besseren Kunden ein immobilienbesichertes Darlehen mit einem niedrigeren Zinssatz im Vergleich zum Standardgeschäft an. Die Neuproduktion in diesem Segment konnte gegenüber dem Vorjahr von 55,7 Mio. Euro auf 99,8 Mio. Euro in 2016 nochmals deutlich gesteigert werden. Erstmals war der Anteil des "Nearprime+" Geschäftes mit 54% höher als der des Standardgeschäftes.

Die Basis für die Refinanzierung des Kreditgeschäftes erfolgte weiterhin über das Kundeneinlagengeschäft. Der Bestand an Kundeneinlagen konnte planungsgemäß konstant gehalten werden. Im Geschäftsjahr 2016 hat die Bank in einem Umfang von 202,0 Mio. Euro (Vorjahr 250,0 Mio. Euro) mittel- bis langfristige Refinanzierungsmittel bei der BNP Paribas-Gruppe in Anspruch genommen. Mit dieser Maßnahme wurde die zusätzliche Ausweitung des Kundenkreditportfolios günstiger und laufzeitkongruenter refinanziert.

Das Vertrauen unserer Kunden und Geschäftspartner in das Geschäftsmodell der Bank bildet auf beiden Seiten der Bilanz die Basis für das operativ erfolgreiche Geschäftsjahr 2016.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der VON ESSEN Bank GmbH erhöhte sich im Jahresverlauf 2016 um 15,3 % auf 1.733,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1.503,8 Mio. Euro).

Aktiva
(in Mio. Euro)
31.12.2015 31.12.2016 Veränderung
Liquide Mittel 32,0 77,0 +45,0
Forderungen an Kunden 1.396,0 1.630,2 +234,2
Wertpapiere 70,1 20,1 -50,0
Sonstige Aktiva 5,7 6,6 +0,9
Bilanzsumme 1.503,8 1.733,9 +230,1

(alle Angaben in Mio. Euro kfm. gerundet)

Wesentlicher Treiber für das bilanzielle Wachstum war die Ausweitung des Kundenkreditgeschäfts. Die Forderungen an Kunden stiegen um 234,2 Mio. Euro oder 16,8% auf 1.630,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.396,0 Mio. Euro). Das Geschäftsvolumen, inklusive der unwiderruflichen Kreditzusagen, erhöhte sich ebenfalls deutlich auf 1.752,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1.518,3 Mio. Euro).

Der Ausweis der Barreserve, bestehend aus den Kassenbeständen und den bei der Deutschen Bundesbank unterhaltenen Guthaben, belief sich zum Bilanzstichtag auf 77,0 Mio. Euro (Vorjahr: 32,0 Mio. Euro). Rückzahlungsbeträge aus endfällig gewordenen Wertpapieren des A-Depots wurden mangels Wiederanlagealternativen im Wertpapierbereich zunächst auf dem Konto bei der Deutschen Bundesbank belassen. Die erforderliche Mindestreserve wurde während des gesamten Jahres in ausreichender Höhe vorgehalten.

Der Posten Wertpapiere wird ausschließlich zum Zwecke der Liquiditätssteuerung in Form von Floatern gehalten, die zwar praktisch variabel verzinst werden (Bindung an einen Referenzzinssatz), aber aufgrund des erfolgsunabhängigen Verzinsungsanspruchs zu den festverzinslichen Wertpapieren gerechnet werden. Die Bewertung des Postens erfolgt nach dem strengen Niederstwertprinzip. Der Gesamtbestand an Wertpapieren ist bei der Deutschen Bundesbank beleihungsfähig und besteht ausschließlich aus Forderungen gegenüber Bundesländern und staatlichen Förderbanken mit einer 0% Risikogewichtung. Engagements in ausländischen Papieren - mit Ausnahme einer Position gegenüber der Europäischen Investitionsbank - wurden von der Bank nicht unterhalten. Der Gesamtbestand steht als Sicherheit für eine mögliche Teilnahme an Offenmarktgeschäften mit der Deutschen Bundesbank zur Verfügung. Aufgrund der stets ausreichend hohen Liquiditätshaltung hat die Bank kein Offenmarktgeschäft im abgelaufenen Geschäftsjahr getätigt.

Die Bank konnte auch in 2016 ihren Bestand an Forderungen gegenüber Kunden in den wesentlichen Produktarten, den Konsumentenkrediten und den Immobiliendarlehen, deutlich ausbauen. Die nachfolgende Graphik zeigt die Entwicklung der Brutto-Kreditbestände (vor den Abzugsposten Risikovorsorge und Gebührenabgrenzung).

  

  

(alle Angaben in Mio. Euro kfm. gerundet)

Der Netto-Bestand an Konsumentenkrediten (nach Abzug von Risikovorsorge und Gebührenabgrenzungen) erhöhte sich um 110,0 Mio. Euro auf 893,8 Mio. Euro (Vorjahr: 783,8 Mio. Euro), was einem Anstieg um 14,0% entspricht. Der Bereich des Immobiliendarlehensgeschäftes entwickelte sich wie in den letzten Jahren, trotz eines verschärften Wettbewerbs auf der Zinsseite, weiter positiv und bildete somit die zweite Säule für den Bestandsaufbau. Der Bestand an grundpfandrechtlich besicherten Krediten erhöhte sich in 2016 um weitere 20,4% auf 729,7 Mio. Euro (Vorjahr: 606,3 Mio. Euro). Insgesamt erhöhten sich die Forderungen an Kunden (inkl. Auslaufprodukte, Giroforderungen und NPL-Portfolio) auf 1.630,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.396,0 Mio. Euro).

Unter den Sonstigen Aktiva werden die Bilanzpositionen Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen, Immaterielle Anlagewerte, Sachanlagen, Sonstige Vermögensgegenstände, Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten und Treuhandvermögen zusammengefasst.

Ihren Anteil (100%) an der Inkasso Kodat GmbH & Co. KG (Inkasso Kodat), Essen, und der Merkur Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH (Merkur GmbH), Essen, weist die Bank unter dem Posten Anteile an verbundenen Unternehmen aus. Die Inkasso Kodat ist mit der gerichtlichen und außergerichtlichen Beitreibung fremder oder eigener Forderungen betraut. Der Schwerpunkt der geschäftlichen Tätigkeit liegt jedoch in der Beitreibung notleidender Forderungen der Bank. Die Merkur GmbH fungiert lediglich als persönlich haftende Gesellschafterin der Inkasso Kodat und entfaltet darüber hinaus keinerlei eigene geschäftliche Aktivitäten.

Bei den Immateriellen Anlagewerten handelt es sich ausschließlich um IT-Programme und Lizenzen, die von der Bank im Rahmen der steuerlich zulässigen Sätze abgeschrieben werden. Bei den Sachanlagen handelt es sich um die für den Bankbetrieb notwendige Betriebs- und Geschäftsausstattung, die ebenfalls planmäßig abgeschrieben wird.

Passiva 31.12.2015 31.12.2016 Veränderung
Verbindlichkeiten ggüb. Kreditinstituten 266,6 469,2 +202,6
Verbindlichkeiten. ggüb. Kunden 1.016,2 1.018,2 +2,0
Nachrangige Verbindlichkeiten 51,9 55,4 +3,5
Sonstige Passiva 15,2 37,4 +22,2
Bilanzielles Eigenkapital 153,9 153,7 -0,2
Bilanzsumme 1.503,8 1.733,9 +230,1

(alle Angaben in Mio. Euro kfm. gerundet)

Auf der Passivseite erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten deutlich von 266,6 Mio. Euro auf 469,2 Mio. Euro. Diese Veränderung resultiert daraus, dass in 2016 das zusätzliche Kundenkreditwachstum im Wesentlichen durch die Mittelaufnahme von mittel- bis langfristigen Geldern bei der BNP Paribas-Gruppe refinanziert wurde. In Folge dessen veränderte sich der Bestand an Kundeneinlagen nur unwesentlich auf 1.018,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.016,2 Mio. Euro). Die einzelnen Geldaufnahmen innerhalb des BNP Paribas-Konzerns erfolgen jeweils zu festen Zinssätzen in Laufzeiten zwischen 3 und 10 Jahren. Hierdurch ist es möglich gewesen, die Laufzeit-Struktur der Refinanzierung zu optimieren und das Zinsänderungsrisiko zu minimieren.

Die größten Bestandszuwächse im Festgeldbereich der Kundeneinlagen sind im Laufzeitbereich von 120 Monate festzustellen. Die stärksten Abflüsse in den mittelfristigen Laufzeiten zwischen 12 und 60 Monaten. Die Laufzeitstruktur der Anlageprodukte Festgelder und Sparbriefe veränderten sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt:

2015 2016
Laufzeit ≤ 1 Jahr 20,4% 19,9%
Laufzeit >1 Jahr und ≤ 4 Jahre 20,6% 17,7%
Laufzeit > 4 Jahre 59,0% 62,4%

Angesichts des weiterhin sehr niedrigen Zinsniveaus in Deutschland ist im Kundenverhalten allerdings auch zu erkennen, dass einzelne Anleger dazu neigen, ihre Gelder eher kurzfristig anzulegen. Die von der Bank verwalteten "Giro-Plus"-Konten verzeichneten demzufolge einen leichten Bestandszuwachs auf 92,4 Mio. Euro (Vorjahr: 90,0 Mio. Euro).

Die Nachrangigen Verbindlichkeiten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Mio. Euro auf 55,4 Mio. Euro (Vorjahr: 51,9 Mio. Euro). Der Anstieg resultiert aus der Ausgabe von Kapitalbriefen mit Nachrangabrede mit Laufzeiten zwischen 5 und 10 Jahren. Das langfristige nachrangige Darlehen der mit der Gesellschafterin der Bank (BNP Paribas Fortis SA/NV, Brüssel (Belgien)) verschmolzenen Fortis Finance Belgium CVBA-SCRL, Brüssel (Belgien), in Höhe von 15,0 Mio. Euro besteht unverändert fort.

Das Stammkapital der Bank beträgt nach dem Rechtsformwechsel im Jahr 2016 128,0 Mio. Euro und wurde durch die Umwandlung der anderen Gewinnrücklagen in Stammkapital um 22,0 Mio. Euro erhöht. Die Gewinnrücklagen beziffern sich auf 0,17 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss 2015 in Höhe von 25,7 Mio. Euro wurde im Laufe Geschäftsjahres vollständig an die Gesellschafterin ausgeschüttet. Aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2016 wurde neu der Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 9,2 Mio. Euro dotiert. Der Jahresüberschuss in Höhe von 25,5 Mio. Euro (Vorjahr: 25,7 Mio. Euro) wird bis zur Feststellung des Jahresabschlusses und bis zur Vorlage eines Gewinnverwendungsbeschlusses auf neue Rechnung vorgetragen.

Die Eventualverbindlichkeiten liegen konstant bei 0,1 Mio. Euro. Die Anderen Verpflichtungen erhöhten sich von 14,4 Mio. Euro in 2015 auf 18,6 Mio. Euro. Diese betreffen im Wesentlichen unwiderrufliche Kreditzusagen aus dem Immobiliendarlehensgeschäft. Unwiderrufliche Kreditzusagen umfassen die nicht in Anspruch genommenen Anteile der gewährten Zusagen, welche nicht durch die Bank widerrufen werden können.

Ertragslage

Die Bank hat sich auch in 2016 operativ gut entwickelt und planmäßig den Jahresüberschuss im Vergleich zum Vorjahr steigern können. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit verbesserte sich auf 45,5 Mio. Euro (Vorjahr: 30,8 Mio. Euro). Der Jahresüberschuss für das Jahr 2016 beziffert sich auf insgesamt 25,5 Mio. Euro (Vorjahr: 25,7 Mio. Euro).

Gewinn- und Verlustrechnung 31.12.2015 31.12.2016 Veränderung
Zinserträge 130,6 146,6 +16,0
Zinsaufwendungen -25,8 -25,2 +0,6
Provisionsergebnis -6,2 -8,7 -2,5
Personalaufwand -23,9 -26,8 -2,9
Verwaltungsaufwand inkl. Abschreibungen -16,0 -16,6 -0,6
Risikoaufwand -31,2 -30,4 +0,8
Sonst. Erträge und Aufwendungen 3,3 6,6 +3,3
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 30,8 45,5 +14,7
Außerordentliche Aufwendungen -0,4 0,0 +0,4
Zuführung Fonds f. allg. Bankrisiken 0,0 -9,2 -9,2
Steuern -4,7 -10,8 -6,1
Jahresüberschuss 25,7 25,5 -0,2

(alle Angaben in Mio. Euro kaufm. gerundet)

Die Aufwands-/Ertragsrelation, als Verhältnis der Personal- und Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis, verbesserte sich deutlich gegenüber dem Vorjahrwert. Die Quote liegt aktuell bei 38,5% (Vorjahr: 40,5%) auf einem für das Geschäftsmodell der VON ESSEN Bank niedrigen Niveau.

  

  

(Aufwands-/Ertragsrelation: alle Angaben in %)

Der Zinsüberschuss erhöhte sich um 15,9% auf 121,4 Mio. Euro (Vorjahr: 104,7 Mio. Euro). Die Zinseinnahmen stiegen um 16,0 Mio. Euro oder 12,3%. Diese Steigerung des Zinsüberschusses auf der Ertragsseite ist auf einen Volumeneffekt im Rahmen des Bestandszuwachses zurückzuführen. Die Zinsaufwendungen reduzierten sich um 0,6 Mio. Euro oder 2,3% gegenüber dem Vorjahr. Die Aufwandsseite profitierte zum einen von dem weiterhin niedrigen Zinsniveau und einer günstigeren Refinanzierung über die BNP Paribas-Gruppe. Die Durchschnittszinssätze des Neugeschäftes sowie des Bestandes konnten auch in 2016 signifikant reduziert werden.

Das Netto-Provisionsergebnis verringerte sich in 2016 um -2,5 Mio. Euro auf -8,7 Mio. Euro (Vorjahr: -6,2 Mio. Euro). Bei der Betrachtung der Einzelpositionen ist zu erkennen, dass bei den Aufwendungen aufgrund von höheren Provisions- und Bonuszahlungen an Makler und höheren Rückstellungen für Kündigungen bei Restschuldversicherungen, ein Anstieg von 35,4% zu verzeichnen ist. Gleichzeitig stiegen die Provisionseinnahmen aus Vermittlungsgeschäften in diesem Zeitraum um 33,8% an. Die Anstiege auf Aufwands- und Ertragsseite wurden hauptsächlich verursacht durch ein insgesamt um 19% gestiegenes Neugeschäftsvolumen. Der Anstieg auf beiden Seiten ist vor allem deswegen überproportional, da der Wechsel des Restschuldversicherers zu Einmaleffekten bei der Ertragsverbuchungs- und Rückstellungssystematik geführt hat.

Im Kundenkreditgeschäft wurden für alle erkennbaren Ausfallrisiken mEinzelwertberichtigungen gebildet, deren Höhe sich nach dem individuellen Zahlungsverhalten bemisst. Für latente Kreditrisiken wurde über die Bildung einer Pauschalwertberichtigung ebenfalls eine angemessene Vorsorge getroffen. Die nachfolgende Übersicht zeigt die Veränderungen der Wertberichtigung im Kundenkreditgeschäft des Jahres 2016.

Pauschalwertberichtigung Einzelwertberichtigung Sonstiges
Stand 31.12.2015 12,61 102,35  
Zuführung (+) 1,93 17,57  
Auflösung (-) -2,17 -3,87  
Abschreibungen (+) 0,00 0,00 20,22
Eingang auf abg. Forderungen (-) 0,00 0,00 -3,51
Sonstiges (+/-) 0,00 0,30  
Stand 31.12.2016 12,37 116,35  

(alle Angaben in Mio. Euro kaufm. gerundet)

Die Nettorisikovorsorge als die Summe aus Neubildung und Auflösung von Wertberichtigungen sowie Abschreibungen und Eingänge auf abgeschriebene Forderungen betrug in 2016 30,4 Mio. Euro (Vorjahr: 31,2 Mio. Euro).

Die Risikovorsorge im besicherten Immobiliendarlehensgeschäft erhöhte sich um 1,1 Mio. Euro auf 5,3 Mio. Euro (Vorjahr: 4,2 Mio. Euro). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der erhöhten Abgabe von Altfällen ab den Jahren 2012 nach Verwertung der Sicherheiten an die Inkasso Kodat. Ansonsten resultiert die Erhöhung aus dem deutlichen Bestandswachstum in diesem Portfolio.

Im unbesichertem Ratenkreditgeschäft ist hingegen ein Rückgang der Risikovorsorge von 26,9 Mio. Euro auf 25,2 Mio. Euro zu verzeichnen. Der Rückgang ist auf die Implementierung von neuen Antragsscorekarten und somit einer besseren Risikoselektion sowie der intensiveren und früheren Kundenansprache von zahlungsgestörten Konten zurückzuführen. Seit 2016 verzichtet die Bank auf die Möglichkeit Sicherheitenwerte gem. Steuerentlastungsgesetz mindernd auf die Risikovorsorge anzusetzen. Dies führte im Geschäftsjahr 2016 zu einer einmaligen Belastung in Höhe von 0,3 Mio. Euro.

Insgesamt verfügt die Bank über einen ausreichend dotierten Bestand an bilanzieller Risikovorsorge, um alle erkennbaren Risiken abzudecken. Die Bildung von Wertkorrekturen bei den Forderungen an Kreditinstitute oder des Wertpapierportfolios war nach Risikobeurteilung der Bank nicht notwendig.

Das Beteiligungsergebnis der Bank wurde hauptsächlich durch die Inkasso Kodat und die GCV Gesellschaft für Capital- und Vermögensverwaltung mbH (GCV), Essen, einer 100% Beteiligung der Inkasso Kodat, bestimmt. Der Ergebnisbeitrag der Inkasso Kodat und der GCV entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr positiver und beziffert sich in 2016 auf 3,1 Mio. Euro (Vorjahr: 2,3 Mio. Euro). Die geschäftlichen Aktivitäten der Tochtergesellschaften verliefen im Rahmen der Planungsdaten. Wesentlicher Faktor für den deutlichen Ergebnisanstieg im Vergleich zum Vorjahr war ein Einmaleffekt aus der Rückerstattung von Umsatzsteuerforderungen.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen, bestehend aus dem Personalaufwand und den anderen Verwaltungsaufwendungen zuzüglich Abschreibungen, verzeichneten einen Anstieg um 8,8% von 39,9 Mio. Euro auf 43,4 Mio. Euro.

Die Aufwendungen für Löhne und Gehälter sind in 2016 von 23,9 Mio. Euro auf 26,8 Mio. Euro gestiegen. Gründe hierfür sind zum einen die gestiegene Mitarbeiteranzahl der Bank sowie die tarifvertraglichen Gehaltsanpassungen im laufenden Jahr.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen stiegen in 2016 um 0,5 Mio. Euro auf 14,8 Mio. Euro (Vorjahr 14,3 Mio. Euro) im Wesentlichen getrieben durch höhere Auskunfts- und Porto- und Akquisitionskosten in Folge der Geschäftsausweitung.

Die Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen erhöhten sich leicht auf 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro).

Die wirtschaftliche Lage der Bank ist unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Entwicklungen als gut zu bezeichnen. Die im Planungsprozess für das Geschäftsjahr 2016 festgelegten Kennzahlen konnten erwartungsgemäß eingehalten bzw. überschritten werden. Die Finanz- und Vermögensverhältnisse sind geordnet und die Bank verfügt unverändert über eine solide und nachhaltige Ertragskraft.

Steuerliche Situation

Im Geschäftsjahr 2016 erhöhte sich die Steuerquote, berechnet als Quotient von Steueraufwand und dem Ergebnis vor Steuer, auf 23,8% (Vorjahr: 15,2%). Der Anstieg ist auf das höhere Vorsteuerergebnis sowie die erhöhten Steueraufwendungen in Folge des Rechtsformwechsels der Bank zurückzuführen. Steuermindernd wirkte sich die Klarstellung des Bundesministeriums der Finanzen zur umsatzsteuerlichen Behandlung des Ankaufs von notleidenden Forderungen (Non-Performing-Loans) aus. Der ergangene Steuerbescheid des Jahres 2014 wurde aufgehoben und die abgeführte Umsatzsteuer in Höhe von insgesamt 2,3 Mio. Euro an die Bank bzw. an die Inkasso Kodat zurückerstattet.

Solvabilität

Das aufsichtsrechtliche Kernkapital - inkl. § 340g HGB-Rücklage und unter Berücksichtigung von Abzugsposten - der Bank ("Tier I Capital") erhöhte sich auf 136,4 Mio. Euro (Vorjahr: 127,1 Mio. Euro). Das aufsichtsrechtliche Gesamtkapital erhöhte sich unter zusätzlicher Berücksichtigung von Ergänzungskapital um 3,1% von 157,0 Mio. Euro auf 161,8 Mio. Euro zum Bilanzstichtag (Jahresendwerte jeweils ohne Berücksichtigung des Jahresüberschusses für das laufende Geschäftsjahr).

  

  

(alle Angaben in Mio. Euro kfm. gerundet jeweils zum Bilanzstichtag)

Setzt man das aufsichtsrechtlich relevante Eigenkapital ins Verhältnis zu den gewichteten Risikoaktiva, beläuft sich die Eigenmittelkennzahl der Bank auf 12,3% (Vorjahr: 12,6%). Die harte Kernkapitalquote ("CET1") von 10,4% (Vorjahr: 10,4%) ist im Verhältnis zu der von der Europäischen Zentralbank geforderten Mindestgröße als komfortabel anzusehen. Die Bank verwendet im Berichtsjahr zur Ermittlung der Eigenkapitalanforderung für Adressenausfallrisiken den Kredit-Risikostandardansatz und für die Bestimmung von Eigenkapitalanforderungen für operationelle Risiken den Standardansatz.

Die nachfolgenden Angaben entsprechen der Bestimmung der neuen Delegierten Verordnung (EU) 2015/62 und der Durchführungsverordnung 2016/200 für die Offenlegung der Verschuldungsquote. Unter Anwendung der Bestimmungen der neuen Delegierten Verordnung ergibt sich für die VON ESSEN Bank GmbH zum 31.12.2016 eine Verschuldungsquote von 7,83%.

Der Jahresüberschuss in Höhe von 25,5 Mio. Euro wird bis zur Feststellung des Jahresabschlusses und bis zur Vorlage eines Gewinnverwendungsbeschlusses auf neue Rechnung vorgetragen.

Projekte

In 2016 wurden bauliche Veränderungen in der Niederlassung Essen realisiert. Neben der Schalterhalle wurden auch die nicht Nichtkunden-Bereiche grundlegend modernisiert und von 2er Büros in Open-Space Bereiche umgestaltet.

Bei der Inkasso Kodat wurde ein elektronisches Dokumentenmanagementsystem an die bestehende Kontenverwaltung angebunden. Somit ist nun eine vollständig papierlose Vorgangsbearbeitung in der Rechtsabteilung der Bank möglich.

Zusammen mit der Deutschen Post AG wurde ebenfalls in 2016 ein zentrales Druckoutput-Management implementiert. Ein Großteil der Kundenkorrespondenz wird nun elektronisch an den Servicedienstleister übermittelt und dann von dort als E-Post Sendung gedruckt und in den Postversand gebracht. Mit diesem Schritt ist eine Skalierbarkeit des zukünftigen Bestandswachstum ohne eine Belastung eigener Ressourcen möglich.

Personal- und Sozialwesen

Per 31.12.2016 waren bei der VON ESSEN Bank (inklusive der Tochtergesellschaft Inkasso Kodat GmbH) 473 Mitarbeiter beschäftigt. [1] Im Vergleich zum Vorjahr 2016 erhöhte sich die Zahl der Belegschaft um 11,3% (2015: 425). 21 Mitarbeiter befanden sich zum Jahresende in einer Ausbildung. Das Ausbildungsangebot umfasst die Bereiche Bankwesen, Bürokommunikation, Fachinformatik (Anwendungsentwicklung) und ein Traineeprogramm.

Die Fluktuationsquote lag im Jahr 2016 bei 2,42%. Damit hat sie sich im Vergleich zum Vorjahr (4,78%) um 2,36% reduziert und bewegt sich im Bankenvergleich im unteren Bereich.

Für in- und externe Weiterbildung hat die VON ESSEN Bank in 2016 eine mittlere sechsstellige Summe investiert. Das interne Schulungsprogramm der VON ESSEN Bank umfasst ein breites Angebot an fach- und persönlichkeitsentwickelnden Seminaren. Dazu zählen neben individuellen (fachspezifischen) Weiterbildungen auch Teamentwicklungs- und Kommunikationsmaßnahmen. Für unsere Führungskräfte bieten wir modulare Managementseminare, kombiniert mit individuellen Maßnahmen - wie z.B. Coachings - an. Darüber hinaus werden die Trainings- und Weiterbildungsmöglichkeiten der BNP Paribas-Gruppe in Anspruch genommen.

Das Vergütungssystem der VON ESSEN Bank hat sich zum Ziel gesetzt, mit einer marktkonformen, leistungs- und zielorientierten Vergütung, die sich sowohl am Erfolg des Einzelnen als auch des Unternehmens orientiert, die Interessen der VON ESSEN Bank, ihrer Anteilseigner und ihrer Mitarbeiter gleichermaßen zu verfolgen und die nachhaltige und positive Entwicklung der VON ESSEN Bank zu sichern.

Die VON ESSEN Bank beschäftigte in 2016 am Jahresende 63 Mitarbeiter (einschließlich der drei Geschäftsleiter), die außertariflich bezahlt werden und deren Bruttojahreszielgehalt aus einem fixen Gehalt und einer variablen Vergütung besteht. Die Geschäftsleiter, sowie die Mitarbeiter, die direkt der Geschäftsleitung unterstellt sind (11), erhalten individuelle Ziele und Unternehmensziele (außergenommen des Leiter Risikomanagement (Head of Risk). Für alle anderen Mitarbeiter, die eine variable Vergütungskomponente haben, werden individuelle Ziele und gegebenenfalls Teamziele vereinbart.

Das variable Vergütungssystem der VON ESSEN Bank stellt ein in sich geschlossenes Zielsystem dar, das seinen Ausgangspunkt auf der Ebene der Geschäftsleitung mit der Festlegung der strategischen Unternehmensziele hat. Sodann werden die Ziele für die einzelnen Hierarchieebenen hieraus abgeleitet, konkretisiert und sowohl als individuelle und/oder Team-Ziele definiert. Die Ziele werden zwischen den Vorgesetzten und den Mitarbeitern vereinbart, wobei auch stets ein Abgleich mit den Positionsanforderungen erfolgt.

Ziele sind persönliche Vorgaben oder spezifische Aufgabenstellungen, die der Einzelne erreichen bzw. erfüllen muss. Sie sollen sowohl quantitative als auch qualitative Ausprägungen haben.

Ziele müssen SMART sein: Spezifisch, Messbar, Akzeptierbar, Realistisch und Zeitgerecht.

Es können drei bis fünf individuelle und ein bis zwei Unternehmens- bzw. Team-Ziele vereinbart werden.

[1] Mitarbeiter nach Köpfen inkl. Auszubildende und Werkstudenten

Jedem Ziel wird eine Messgröße zugeordnet, die als Referenzgröße für eine 100% Zielerfüllung dient. Diese Messgröße kann eine quantitative (z.B. € oder %) oder eine qualitative Ausprägung haben (z.B. erfüllt oder nicht erfüllt). Um die Bedeutung der Ziele untereinander zu differenzieren, werden diese gewichtet.

Der variable Vergütungsanteil kann individuell bis zu 25% vom Gesamtgehalt betragen. Bei der Mehrheit der Mitarbeiter beträgt dieser 15%. Hiermit stellt die VON ESSEN Bank sicher, dass in keinem Fall eine signifikante Abhängigkeit von der variablen Vergütung besteht, auf der anderen Seite aber wirksame Verhaltensanreize gesetzt werden können. Der fixe Vergütungsanteil ist arbeitsvertraglich garantiert und orientiert sich an den Aufgaben, dem Verantwortungsumfang und der individuellen Erfahrung der Stelleninhaber.

Die Gewährung der variablen Vergütung setzt einen individuellen Abgleich zwischen der Zielvereinbarung und der Bestimmung der Zielerreichung voraus. Bei insgesamt 100% erfolgt die volle Ausschüttung. Die Kappungsgrenze liegt bei 130%. 80% der Gesamt-Zielerreichung werden über die individuellen und 20% über die Unternehmens- bzw. Team-Ziele gesteuert. Die Auszahlung der variablen Vergütung für das Kalenderjahr 2016 erfolgt mit dem Gehalt im März 2017.

Zusätzlich zu den durch die VON ESSEN Bank gewährten variablen Gehaltsbestandteilen, sind einzelne Mitarbeiter anspruchsberechtigt an dem von der BNP Paribas-Gruppe aufgelegten "GSIS"-Programm ("Group Sustainability and Incentive Scheme"). Die Berechtigten erhalten eine einmalige Bonuszahlung, die jedoch erst drei Jahre nach der Gewährung ausgezahlt wird ("deferred bonus"). Die Höhe des Betrages orientiert sich an den folgenden Punkten:

der Entwicklung des Geschäftsergebnisses der BNP Paribas-Gruppe (80%) sowie

der Entwicklung der Corporate Social Responsibility der BNP Paribas-Gruppe (20%)

der darauf folgenden drei Jahre. Im Fall von negativen Ergebnisentwicklungen besteht kein Anspruch des berechtigten Personenkreises auf Bonusauszahlung.

Das GSIS-Programm richtet sich insbesondere an Mitarbeiter in Schlüsselpositionen bzw. Mitarbeiter mit einem besonderen Fachwissen, die für den Konzern eine besondere Bedeutung haben. Die Auswahl der Personen erfolgt durch die BNP Paribas-Gruppe, in Absprache mit der Geschäftsleitung (CEO).

Neben dem allgemeinen Vergütungssystem der VON ESSEN Bank gibt es für die Außendienstmitarbeiter (Mobile Salesforce) ein abweichendes Vergütungssystem. Die Mitarbeiter erhalten eine fixe Vergütung, die so bemessen ist, dass keine signifikante Abhängigkeit von einer variablen Vergütung besteht. Der vereinbarte variable Vergütungsanteil besteht aus einer Provision, die im Wesentlichen vom Volumen der Neu-Abschlüsse abhängig ist und zu einem geringeren Teil auch andere qualitative Merkmale berücksichtigt. Die Provision wird jeweils im Folgemonat ausgezahlt. Zum Stichtag 31. Dezember 2016 waren neun Mitarbeiter im Außendienst der Mobile Salesforce tätig.

Die Publizitätsanforderungen der Instituts-Vergütungsverordnung (InstitutsVergV) werden von der VON ESSEN Bank durch die Veröffentlichung des Vergütungsberichtes auf der Internetseite der Bank erfüllt. Aufgrund der Größe und den Geschäftsaktivitäten stuft sich die VON ESSEN Bank als nicht bedeutendes Institut im Sinne von § 17 Abs. 1 InstitutsVergV ein.

Die VON ESSEN Bank bietet allen Mitarbeitern eine freiwillige betriebliche Altersvorsorge über den BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G. (BVV), Berlin, an und beteiligt sich zur Hälfte an den Versicherungsbeiträgen. Darüber hinaus werden weitere Leistungen wie z.B. die Gewährung von Urlaubsgeld, Geldgutscheinen zu Weihnachten, Zuschuss zum öffentlichen Nahverkehr und Parkplatz erbracht.

BNP Paribas Stiftung

Die VON ESSEN BANK GmbH unterstützt die im August 2015 gegründete BNP Paribas Stiftung Deutschland. Die BNP Paribas Stiftung unterstützt Projekte in Deutschland in den Bereichen Bildung, Kunst und Kultur. Dabei fördert sie besonders Kinder und junge Menschen, die in ihrer persönlichen Biografie Hürden und Grenzen über- winden müssen - beispielsweise aufgrund einer sozialen Benachteiligung, einer Behinderung oder aufgrund eines Migrations- oder Flüchtlingshintergrunds. Nähere Einzelheiten über konkrete Projekte können über den folgenden Link abgerufen werden: http://www.bnpparibas.de/de/verantwortung/bnp-paribas-stiftung

Organe der Gesellschaft

(A) Geschäftsführer

VAN FULPEN, Reinier (Marktfolge CEO)

DREHER, Ralf (Markt CSO)

WOLFF, Thorsten (Marktfolge COO)

(B) Aufsichtsratsmitglieder (konstituiert aufgrund des Rechtsformwechsels mit Wirkung zum 29.04.2016):

FELTESSE, Marc

-Aufsichtsratsvorsitzender-

Funktion: COO BNP Paribas Personal Finance S.A., Paris

ESBACH, Dr. Carsten

- Stellv. Aufsichtsratsvorsitzender-

Funktion: COO BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, Frankfurt

PEETERS, Marc, (bis 17.10.2016)

Funktion: Head of Alternative Retail Brands BNP Paribas Fortis NV/SA, Brüssel

VAN OOSTERZEE, Philippe

Funktion: Retail and Corporate Risk Manager BNP Paribas Fortis NV/SA, Brüssel

CAVALIER, Benoit (seit: 04.05.2016)

Funktion: CEO SUN Region BNP Paribas Personal Finance S.A., Paris

KEPPENS, Luc (seit: 21.12.2016)

Funktion: Head of Alternative Retail Brands BNP Paribas Fortis NV/SA, Brüssel

Mitgliedschaften

Die Bank gehört dem Bundesverband deutscher Banken e.V., Berlin, den regionalen Bankenverbänden an den Niederlassungsstandorten, dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. und der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH, Berlin, an. Ferner ist sie Mitglied im Bankenfachverband e.V., Berlin, im Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes e.V., Köln, im Prüfungsverband deutscher Banken e.V., Köln, sowie in der Bankenarbeitsgemeinschaft e.V., München.

C. Risiken und Chancen der VON ESSEN Bank

Risikostrategie und Risikocontrolling

Das Management und die Steuerung sämtlicher Risiken der Bank und ihrer Tochtergesellschaften liegt in der Verantwortung der Geschäftsleitung der VON ESSEN Bank GmbH im Einklang mit ihrer Geschäfts- und Risikostrategie und den Vorgaben der BNP Paribas-Gruppe. Hiernach übernimmt die Bank Risiken, soweit sie vor dem Hintergrund ihrer geschäftlichen Ausrichtung zur Erzielung eines wirtschaftlichen Erfolges hinzunehmen oder nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit mit einem vertretbaren Aufwand nicht zu vermeiden sind. Das Eingehen von Risiken darf grundsätzlich nur erfolgen, soweit Umfang und Erfolgsbeitrag der Geschäfte dies rechtfertigen. Insbesondere bei höheren Risiken sollen diesen auch entsprechende Ertragspotentiale gegenüberstehen.

Das Gesamtsystem des Risikomanagements umfasst unabhängige Risikoüberwachungs- und Risikosteuerungsfunktionen und dient insbesondere der Vermeidung unerwarteter Verluste oder sonstiger negativer Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit der Bank oder ihrer Marktposition und der Sicherung einer nachhaltigen und angemessenen Rentabilität.

Verantwortlich für die Entscheidung über Maßnahmen, mit denen die Risiken der Bank gesteuert werden, und dafür, dass die Risikopolitik durchgesetzt wird, ist die Geschäftsleitung. Sie wird dabei durch den Bereichsleiter Risikocontrolling, der auch Mitglied des Managementteams der Bank ist, und den entsprechenden Fachabteilungen (Performance Management, Compliance, Rechtsabteilung) unterstützt. Die Geschäftsleitung sowie die verantwortlichen Führungskräfte werden regelmäßig und zeitnah mittels standardisierter Berichte informiert. Diese beinhalten Kennziffern und Analysen, auf die die Geschäftsleitung und Führungskräfte ihre Entscheidungen zur Risikosteuerung stützen. Daneben hat die Bank verschiedene Komitees (MT-Meeting, Business Risk Committee, Pricing Committee, Legal Committee, Internal Control Committee, PANO Committee) eingerichtet, welche sich turnusmäßig oder bei Bedarf (Ad-hoc) bei risikorelevanten Entscheidungen zusammenfinden.

Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems erfolgt durch konsequente Umsetzung gesetzlicher und aufsichtsrechtlicher sowie konzerneigener und institutsspezifischer Anforderungen. Die entsprechenden Prozesse sind in den strategischen Richtlinien und den Arbeitshandbüchern der Bank schriftlich niedergelegt und jedem Mitarbeiter zugänglich. Das Risikomanagement der Bank beinhaltet auch die Überwachung und Steuerung der Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaften. Grundlegend für eine stringente Umsetzung der Risikostrategie ist darüber hinaus, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank dafür sensibilisiert werden, welche Risiken das Geschäftsmodell der Bank mit sich bringt. Aus diesem Grund stellt die Geschäftsleitung die risikopolitischen Grundsätze in Form einer Strategiedokumentation (inkl. Risikostrategie) sowie in Form eines Risikohandbuches für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jederzeit zugänglich elektronisch zur Verfügung.

Aufbauorganisatorisch sind die Bereiche Risikomanagement/-controlling und Compliance bei den Geschäftsleitern Marktfolge angesiedelt und erfüllen somit die funktionale Trennung vom Marktbereich.

Der Bereich Risikocontrolling ist verantwortlich für die objektive Identifikation, Messung, Analyse und Steuerung sämtlicher Risiken sowie für das Berichtswesen und die Risikotragfähigkeitsberechnung. Damit leistet das Risikomanagement einen wesentlichen Beitrag im Zusammenhang mit der institutsinternen und auch aufsichtsrechtlich geforderten Gesamtbanksteuerung. Zur Wahrnehmung seiner Aufgabe ist der Bereichsleiter Risikocontrolling weisungsunabhängig und hat jederzeit Zugriff auf alle Informationen, die ihm bei der Erfüllung seiner Aufgabe unterstützen.

Als weitere Bausteine des internen Kontrollsystems gewährleisten die Bereiche Compliance, zuständig für die Überwachung der Einhaltung aller gesetzlichen und ethischen Vorgaben und Regularien sowie das Team "Permanente Kontrollen" als Teilbereich des Risikomanagements eine flächendeckende Überwachung der prozessimmanenten operativen Kontrollen. Als dritte Säule beaufsichtigt die interne Revision der VON ESSEN Bank das Risikomanagementsystem. Selbstständig und unabhängig überprüft sie auch dessen Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit.

Risikoidentifikation

Risiken zu identifizieren bedeutet für die Bank, gezielt nach Faktoren zu suchen, die die geschäftliche Entwicklung negativ beeinflussen können. Hierzu führt die Bank einmal jährlich eine Risikoinventur durch, die dazu dienen soll, alle Arten von Risiken möglichst vollständig zu erfassen und, soweit dies sinnvoll möglich ist, im Rahmen der Risikotragfähigkeitsberechnung auch - bezogen auf ein Jahr - mit einem Euro Betrag zu quantifizieren.

Im Rahmen ihres Risikomanagement-Prozesses hat die Bank nachfolgende wesentliche Risiken identifiziert und beschrieben: Neben dem Adressenausfallrisiko werden das Liquiditätsrisiko, das Marktpreisrisiko, Operationelle Risiken und Sonstige Risiken (Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen, makroökonomische Faktoren, Konzentrationsrisiken im Vertrieb etc.) als wesentlich klassifiziert.

Risikotragfähigkeit

Die Risikotragfähigkeit wird vierteljährlich für eine 12-Monats-Periode ermittelt. Im Rahmen ihrer Risikotragfähigkeitsberechnung unterstellt die Bank für den Liquidationsansatz eine strategisch notwendige Mindestkern- und Gesamtkapitalquote. Eingebunden in den Liquidationsansatz werden zudem Stresstests für wesentliche Risiken der Bank durchgeführt. Die Limite je Risikoart bzw. das Gesamtlimit werden seit 2016 als absolute Beträge und nicht mehr prozentual zur verfügbaren Risikodeckungsmasse verteilt Eingebunden sind diese Vorgaben jeweils in ein Ampelsystem, das dem frühzeitigen Erkennen mangelnder Kapitalausstattung dient.

Die VON ESSEN Bank verfolgt als primäre Form der Risikotragfähigkeitsberechnung den Gone Concern Ansatz ("Liquidationsansatz"). Die Bank folgt damit als Tochterunternehmen der BNP Paribas-Gruppe deren allgemein vorherrschenden Methodik für die BNP Paribas-Gruppe.

Im Folgenden ist grundsätzlich die Risikotragfähigkeitsberechnung außerhalb des Stress-Falls dargestellt.

Die Bank berücksichtigt für die Bestimmung der Risikodeckungsmassen in den beiden Ansätzen nachfolgende Komponenten:

Risikodeckungsmassen Gone Concern (ICAAP) Going Concern (SREP)
Kernkapitalbestandteile    
./. Immaterielle Vermögensgegenstände    
+ Stille Reserven nicht berücksichtigt  
+/./. Jahresüberschuss des laufenden Geschäftsjahres    
./. Geplante Ausschüttung des laufenden Jahresüberschusses    
+ Plangewinn (vor Risikovorsorge) der nächsten 12 Monate nicht berücksichtigt  
+ Nachrangige Kapitalbestandteile (Kunden)   nicht berücksichtigt
+ Nachrangige Kapitalbestandteile (Gesellschafter)   nicht berücksichtigt
./. Mindesteigenkapitalanforderungen (Säule I) nicht berücksichtigt  
./. Interne strategische Mindestkapitalanforderungen nicht berücksichtigt  
./. Rückstellung für Verlustfreie Bewertung im Anlagebuch    
= Gesamtrisikodeckungsmasse    

  

  

(Risikotragfähigkeit zum 31.12.2016 - Liquidationsansatz [in Mio. Euro kfm. gerundet])

Die Risikodeckungsmasse im Liquidationsansatz hat sich gegenüber 2015 von 182,7 Mio. Euro auf 174,8 Mio. Euro verringert. Die Haupttreiber für den Nettorückgang ist die Gewinnausschüttung des 2015er Jahresüberschusses im IV. Quartal 2016 in Höhe von 25,7 Mio. Euro. Zusätzlich wird das in 2017 auslaufende nachrangige Gesellschafterdarlehen nicht mehr bei den Deckungsmassen berücksichtigt. Im Gegenzug wurde das Kernkapital durch die Zuführung der § 340g HGB-Rücklage in Höhe von 9,2 Mio. Euro gestärkt.

Der Anstieg des Risikopotentials - berechnet mittels des Kreditrisikostandardansatz (KSA) - im Kreditgeschäft von 87,3 Mio. Euro auf 94,0 Mio. Euro ist im Wesentlichen auf den Volumenanstieg im Kundenkreditgeschäft zurückzuführen. Für die Berechnung der Risikopotentiale bei operationellen Risiken verwendet die Bank den aufsichtsrechtlichen Standardansatz. Der Anstieg des Risikopotentials von 10,7 Mio. Euro in 2015 auf 11,3 Mio. Euro im laufenden Jahr ist ebenfalls ausschließlich auf die deutliche Geschäftsausweitung zurückzuführen.

Im Stressszenario berücksichtigt die Bank zusätzlich einen Zinsschock sowie das Geschäftsrisiko als eine zusätzliche Risikoart. Der wesentlichste Stress-Fall ist das Zinsschock-Szenario. Dieses wird zur besseren Einordnung in der Darstellung gesondert ausgewiesen. Das Zinsschock-Szenario orientiert sich dabei im Wesentlichen an der aufsichtsrechtlichen Zinsmeldung. Die Bestimmung des Risikopotentials für Zinsänderungsrisiken erfolgt bei der Bank durch die Berechnung der Verschiebung der Zinskurve von +/- 200 Basispunkte gemäß dem aufsichtsrechtlichen Ausweichverfahren. Die verstärkte Hereinnahme von Geldern im 2 und 3 Jahresbereich über die Muttergesellschaft hat insgesamt zu einem leichten Anstieg des berechneten Zinsänderungsrisikos geführt. Aufgrund dessen stieg das Risikopotential von 8,6 Mio. Euro auf 9,9 Mio. an. Die Gesamtlimitauslastung zum 31. Dezember 2016 betrug 70,5%.

Darüber hinaus führt die Bank einen Fortführungsansatz auf Basis von Kernkapitalquoten durch. Dieser orientiert sich wie der Liquidationsansatz im Normalfall an den notwendigen internen Vorgaben der Risikostrategie. Als Deckungskapital für alle Risiken steht hier der Bank das interne Kapital zur Verfügung. Im Sinne eines Fortführungsansatzes erfolgt eine modifizierte Darstellung des internen Kapitals ohne Berücksichtigung von bilanziellem Ergänzungskapital, welches der Bank nur im Falle der Liquidation als Deckungsmasse zur Verfügung steht. Hinzugerechnet wird der geplante Gewinn der kommenden 12 Monate (nach HGB), und zwar vor erwarteten Risikokosten und Steuern.

  

  

(Risikotragfähigkeit zum 31.12.2016 - Fortführungsansatz [in Mio. Euro kfm. gerundet])

Die Risikodeckungsmasse im Fortführungsansatz hat sich gegenüber 2015 von 91,2 Mio. Euro auf 83,5 Mio. Euro reduziert. Die Haupttreiber für den Nettorückgang sind die volumensbedingten höheren Mindesteigenkapitalanforderungen sowie die Gewinnausschüttung des 2015er Jahresüberschusses im IV. Quartal 2016 in Höhe von 25,7 Mio. Euro. Gleichzeitig wurde das Kernkapital durch die Zuführung der § 340g HGB-Rücklage in Höhe von 9,2 Mio. Euro gestärkt. Trotz eines leicht rückläufigen Plangewinns vor Steuern und Risikovorsorge in 2017 sieht die Berechnung der Deckungsmasse eine teilweise Gewinnausschüttung des Jahresüberschusses 2016 in der Planung vor.

Das Kreditrisiko im Kundengeschäft - als wesentliche Risikoposition - wird mittels eines 99,14% Value-at-Risk (Vorjahr 95,0%) auf Basis einer Monte-Carlo-Simulation von Bestandskundendaten berechnet. Der Anstieg des Gesamtrisikopotentials für Kreditrisiken von 45,4 Mio. Euro auf 54,1 Mio. Euro ist einerseits volumengetrieben (deutlicher Bestandswachstum im Mengengeschäft), andererseits auf die Erhöhung des Konfidenzniveaus zurückzuführen. Der Anstieg des Schadenspotentials im Bereich der operationellen Risiken ist im Wesentlichen auf die temporäre Nichtverfügbarkeit von IT- Systemen (2 Ereignisse) sowie eine methodische Anpassung bei der Bestimmung der Schadenshöhe zurückzuführen (Berücksichtigung von Opportunitätskosten). Eine Häufung von speziellen Ereignissen oder die Zunahme der Schadenspotentiale ist aus den Zahlen nicht abzuleiten.

Bei der Bank bestehen Marktpreisrisiken in Form von Zinsänderungsrisiken auf Positionen im Anlagebuch. In der Risikotragfähigkeitsberechnung werden die Zinsänderungsrisiken auf Grundlage der Zinsablaufbilanz zum abgelaufenen Quartal für einen Ein-Jahreszeitraum berechnet. Dabei werden die bestehenden offenen Festzinspositionen mit einem Zinsschock basierend auf einen Value-at-Risk Konfidenzniveau von 99,14% (Vorjahr: 95%) der historischen langfristigen 3-Monats-Euribor Entwicklung berechnet. Insgesamt hat sich das Risikopotential für Zinsänderungsrisiken von 0,8 Mio. Euro auf 1,1 Mio. Euro erhöht. Die Gesamtlimitauslastung zum Jahresende beträgt 68,1% (Vorjahr: 51,6%).

Im Zuge der Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und Controllingprozesse hat die Bank für wesentliche Risiken einen Katalog von verschiedenen Stressszenarien entwickelt. Diese sind im Limitmonitoring der Risikotragfähigkeit integriert. Als nicht wesentlich klassifizierte Risiken sind sie von untergeordneter Bedeutung, werden jedoch im Rahmen des Risikomanagement-Prozesses ebenfalls überwacht.

Verzicht auf Korrelationseffekte

Die Bewertungen aller beschriebenen Risiken werden durch die Bank addiert. Die Bank wählt dabei einen konservativen Ansatz und verzichtet auf eine Berücksichtigung von Korrelationen zwischen den einzelnen Risikoarten, die ein geringeres Gesamtrisiko zur Folge hätte.

Kapitalallokation

Basierend auf der Risikodeckungsmasse und damit verbundenen Mindestkapitalquoten (Kernkapital und Gesamtkapital), die sich aus den individuellen Kapitalvorgaben des jährlichen "Supervisory Review and Evaluation Process" ("SREP-Verfahren") generieren, werden entsprechende Limite für das Risikopotential abgeleitet.

Ausgehend von der zur Verfügung stehenden Risikodeckungsmasse des jeweiligen Steuerungsansatzes (Going und Gone Concern-Ansatz) werden Gesamtlimite bei einer Auslastung von 95% ("Rot-Limit") und 85% ("Gelb-Limit") vergeben. Die festgelegten Gesamtlimite werden durch einen Verteilungsschlüssel einzeln für jeden Ansatz auf die Einzelrisiken verteilt. Unabhängig vom jeweils anderen Ansatz sind sämtliche Limite einzuhalten. Dies gilt sowohl für das jeweilige Gesamtlimit als auch für die Einzellimite pro Risikoart.

Reporting

Die Bereitstellung von Informationen zum Risikoprofil der Bank erfolgt regelmäßig innerhalb vorgegebener Berichtsstrukturen an den Aufsichtsrat, die Geschäftsleitung, die erste Führungsebene der Bank und an die Konzernmutter. Ergänzend erfolgt eine umfängliche quartalsweise Berichterstattung, die auch Informationen zur Risikotragfähigkeit und möglichen Stressszenarien beinhaltet. So wird zeitnah und regelmäßig überprüft, ob selbst bei extremen Ereignissen ausreichend Risikodeckungsmasse zur Schadensabdeckung im Verlustfall zur Verfügung steht.

Die Ergebnisse werden im mindestens einmal monatlich stattfindenden Business Risk Committee ("BRC") vorgestellt und gemeinsam analysiert. An dieser Sitzung nehmen die Mitglieder der Geschäftsleitung, der Chief Financial Officer (CFO), die Leiter der Bereiche Risikocontrolling/-management, Operational Risk Management und Vertreter aus den operativen Bereichen des Kreditgeschäfts teil. Bei Bedarf wird der Teilnehmerkreis erweitert. Sämtliche Entscheidungen, die einen Einfluss auf das Risikoprofil der Bank haben können, werden in diesem Gremium getroffen.

Adressenausfallrisiko (BTR1 MaRisk)

Das Adressenausfallrisiko ist als bedeutendste Risikoposition der Bank anzusehen und besteht grundsätzlich bei allen Risikoaktiva, insbesondere bei den für die Bank maßgeblichen Geschäftsfeldern Verbraucherkredite und Immobiliendarlehen. Es umfasst Forderungswertverluste oder entgangene Gewinne aufgrund eines Ausfalls oder einer Bonitätsverschlechterung des Schuldners sowie Wertminderung von Sicherheiten.

Die Steuerung und Überwachung des Adressenausfallrisikos stützt sich auf eine umfassende schriftlich fixierte Ordnung. Diese besteht im Wesentlichen aus der institutsinternen Kreditrisikostrategie, den Umsetzungsrichtlinien der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht verabschiedeten "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" (MaRisk), den Kreditrichtlinien der BNP Paribas, Paris (Frankreich), sowie den Vorgaben in den jeweiligen Arbeitshandbüchern der Bank.

Die Steuerung der Adressenausfallrisiken setzt bereits bei der Kreditvergabe ein. Alle wesentlichen Steuerungsparameter sind eingebettet in ein IT-gestütztes Entscheidungssystem, das sowohl die persönlichen Daten der Darlehensnehmer, eine Haushaltsberechnung sowie die Auswertung von externen Auskunfteien (hier: SCHUFA Holding) - als wesentliche Grundlage für die Kreditentscheidung - enthält. Darauf aufbauend nutzt die Bank auf ihre Bonitätsanforderungen zugeschnittene eigen entwickelte Scoringsysteme, die die persönlichen und wirtschaftlichen Merkmale der Darlehensnehmer bewerten, gewichten und hieraus ein Risikoäquivalent auf der Basis eines mathematisch-statistischen Verfahrens ermitteln.

Die Quantifizierung des Adressenausfallrisikos erfolgt über die Berechnung der Risikovorsorge für das Kundenkreditgeschäft jeweils zum Monatsultimo (Bewertungsstichtag). Zum Einsatz kommen hierbei maschinelle Wertberichtigungssysteme, die sich am Zahlungsverhalten der Darlehensnehmer orientieren. Das Verfahren zur Ermittlung von Wertberichtigungen differenziert zwischen dem Weiß-/Graubereich sowie dem Schwarzbereich. Kreditengagements im Graubereich weisen gegenüber den nicht risikoauffälligen Forderungen im Weißbereich eine aktuelle Zahlungsstörung, eine Zahlungsstörung innerhalb der letzten zwölf Monate bzw. einen Zahlungsaufschub in Form von Stundungen oder Ratenplanänderungen auf. Der Übergang eines Kreditengagements in den Schwarzbereich erfolgt mit der rechtswirksamen Kündigung eines Kreditengagements und der Abgabe an unsere Tochtergesellschaft Inkasso Kodat.

Im Bereich der Immobiliendarlehen werden die vorhandenen Sicherheiten in Form von Grundschulden jährlich mit Hilfe von externen Marktdaten neu bewertet und bei der Bestimmung des Blankoanteils berücksichtigt.

Sonstige Forderungen werden durch die Bank manuell bewertet. Materiell sind diese Bewertungen jedoch nahezu ohne Bedeutung.

Die Risikovorsorge erfolgt gemäß den handelsrechtlichen Vorgaben nach dem strengen Niederstwertprinzip. Uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Für zahlungsgestörte Kredite werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Für das latente Ausfallrisiko hat die Bank Pauschalwertberichtigungen auf der Grundlage des steuerlich anerkannten Verfahrens gebildet. Über das automatisierte Wertberichtigungssystem ist sichergestellt, dass Bonitätsveränderungen der Darlehensnehmer zeitnah erfasst werden. Eine Auflösung der Einzelrisikovorsorge nimmt die Bank erst dann vor, wenn sich das Zahlungsverhalten messbar nachhaltig verbessert hat.

Parallel zum sogenannten Soll-Ist-Vergleich bestimmt die Bank ihren Risikovorsorgebedarf im Kundenkreditgeschäft zu Planungs- und Reportingzwecken auch nach den einheitlichen Vorgaben der BNP Paribas-Gruppe, ohne dass dies einen Einfluss auf den HGB Abschluss hat. Hierfür verwendet die Bank das sogenannte "Roll-Rate"-Modell, bei dem die Anzahl der Ratenrückstände jeweils einer Rückstandsklasse zwischen 0, für laufend nicht rückständig, und >7 zugewiesen werden. Jede Rückstandsklasse wird mit einem individuellen Wertberichtigungssatz multipliziert. Zahlungsgestörte Konten, die aufgrund von Zahlungsvereinbarungen mit den Kunden wieder laufend gestellt werden, werden gesondert ausgewiesen und mit einem speziellen Wertberichtigungssatz unterlegt. Die Überprüfung und Anpassung dieser Wertberichtigungssätze erfolgt vierteljährlich auf Grundlage der historischen Wanderungsbewegungen innerhalb der Rückstandsklassen und den Rückflussquoten von restanten Kundenkonten. Die Bank wendet dieses System sowohl für das Ratenkreditportfolio als auch für das Immobilienportfolio an, wobei einzelne Vertriebskanäle zusätzlich gesondert betrachtet werden. Aufbauend auf dieses Modell wird einmal jährlich ein Risikobudget für das Folgejahr bestimmt und innerhalb des laufenden Jahres insgesamt viermal mit den aktuellen Geschäftszahlen ("Actu") fortgeschrieben. Monatlich erfolgt im Rahmen des standardisierten Berichtswesens der Bank ein Abgleich der Ist- mit den Planwerten und ermöglicht es so der Bank, Abweichungen aufgrund von geänderten Risikoeinschätzungen zeitnah zu erkennen.

Das Management von Adressenausfallrisiken umfasst außerdem einen Maßnahmenkatalog zur Betrugsprävention, -erkennung und -abwehr. Angesichts eines allgemein zu beobachtenden Anstiegs von Betrugsdelikten innerhalb der Kreditwirtschaft, hier vor allen Dingen der Anstieg bandenmäßig organisierter Kriminalität, erlangen Präventionsmaßnahmen eine immer größere Bedeutung.

Aus diesem Grunde verfügt die Bank über ein Betrugserkennungs-Tool, mit dessen Hilfe verdächtige Verhaltensmuster und Merkmalsausprägungen identifiziert und überprüft werden.

Einen besonderen Stellenwert bei der Steuerung und Überwachung von Adressenausfallrisiken nimmt das Berichts- und Kommunikationssystem der Bank ein. In einem zielgruppenorientierten Prozess werden die Mitarbeiter im Unternehmen, die jeweiligen Fachbereichsverantwortlichen und die Geschäftsleitung zeitnah und regelmäßig über die Umsetzung der Risikopolitik der Bank und die Risikoentwicklung informiert. Darüber hinaus berichtet der Fachbereich Risikomanagement direkt an das zentrale Risikomanagement der Muttergesellschaft.

Das Kreditrisiko der Bank außerhalb des Kundengeschäfts betrifft das Ausfallrisiko aus Tagesgeld- und Termingeldanlagen sowie aus Wertpapieren der Liquiditätsreserve. Die Bank hat ein Limitsystem eingerichtet, das für jeden Kontrahenten Limite für Ausleihungen festlegt. Wesentliche Bonitätsverschlechterungen waren in 2016 aus Sicht des Risikomanagements nicht zu erkennen.

Marktpreisrisiken (BTR2 MaRisk)

Marktpreisrisiken sind gekennzeichnet durch die Möglichkeit eines Verlustes aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder anderen preisbeeinflussenden Parametern. Von direkter oder indirekter Bedeutung sind dabei Zins-, Kurs- und Wechselkursrisiken.

Zinsrisiken werden von der Bank im Bereich des Zinsänderungsrisikos und im Hinblick auf sinkende Zinsmargen gesehen. Das Zinsänderungsrisiko wird durch eine Beeinflussung der Aktiv- und Passivpositionen über die Konditionsgestaltung oder andere Produktmerkmale unter Berücksichtigung der absoluten Zinssätze in offenen Positionen gesteuert. Quartalsweise erstellt die Bank zudem eine Zinsablaufbilanz.

Die von der BaFin (Rundschreiben 11/2011) geforderte Begrenzung des Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch im Verhältnis zu den Eigenmitteln bei einer Verschiebung der Zinskurve um +/-200 Basispunkte wurde von der Bank jederzeit eingehalten und betrug zum 31. Dezember 2016 5,92%. Mit diesem Wert liegt die Bank deutlich unterhalb der vorgegebenen Meldeschwelle von 20%.

Die Bestimmung erfolgt quartalsweise gemäß dem zulässigen Ausweichverfahren der BaFin. Das Verhalten von Anlegern bei Einlagen mit unbefristeter Kapitalbindungsdauer wird von der Bank mit sogenannten "Bodensatz-Modellen" simuliert und bei der Bestimmung von Zinsänderungsrisiken berücksichtigt.

Kursrisiken bestehen im Bereich des Wertpapierbestandes. Da die VON ESSEN Bank grundsätzlich nur in Kapitalmarkt-Floater bester Bonität investiert und diese variabel verzinslichen Anleihen grundsätzlich bis zur Endfälligkeit gehalten werden, erwartet die Bank hier keine großen Kursschwankungen bzw. Ausfälle.

Eine Bewertung des Gesamtbestandes und die Ermittlung des Abschreibungsbedarfs bzw. der stillen Reserven erfolgt aufgrund des geringen Geschäftsumfanges wöchentlich.

Wechselkursrisiken haben zu keinem Zeitpunkt im Geschäftsjahr bestanden, da die Bank keine Positionen in Fremdwährung hält.

Im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuches hat die Bank einen barwertorientierten Rückstellungstest durchgeführt und hierbei die IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung "Einzelfragen der verlustfreien Bewertung von zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs (Zinsbuchs) (IDW RS BFA 3)" des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V., Düsseldorf, berücksichtigt. Im ersten Schritt werden die monatlichen Zinsergebnisbeiträge aus den geschlossenen, offenen und der Schließung der Positionen zusammengerechnet. Vom Ergebnis dieser Ermittlung werden die Verwaltungsaufwendungen und Risikokosten abgezogen, die bis zur vollständigen Abwicklung des Bestandes des Bankbuchs erwartet werden. Die jeweiligen monatlichen Ergebnisbeiträge werden in einem dritten Schritt barwertig zusammengefasst. Nach den Ermittlungen der Bank ergibt sich ein positives Abwicklungsergebnis, so dass keine Verpflichtung zur Bildung einer Rückstellung besteht.

Liquiditätsrisiken (BTR3 MaRisk)

Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht, nicht vollständig oder nicht zeitgerecht nachkommen zu können. Neben dem Refinanzierungsrisiko, das sich im Wesentlichen aus der Fristentransformation (längerfristige Anlage kurzfristig hereingenommener Fremdmittel) ergibt, bestehen grundsätzlich auch Terminrisiken, die aus Rückzahlungsverzögerungen (ungeplante Verlängerung der Kapitalbindungsdauer) resultieren.

Die Messung der Liquiditätsrisiken erfolgt auf Basis der täglichen Disposition der liquiden Mittel verbunden mit einer mittelfristigen Liquiditätsvorausschau im Rahmen der monatlichen Berechnung der Liquiditätskennzahl gemäß § 2 LiqV. Zur Steuerung bedient sich die Bank im kurzfristigen Bereich des Geldhandels und des Interbankengeschäfts, im mittelfristigen Bereich einer angemessenen Reservehaltung im A-Depot (Wertpapiere der Liquiditätsreserve) und ansonsten der Refinanzierung über das Kundeneinlagengeschäft.

Liquiditätsrisiken, die durch den Ausfall eines Kontrahenten entstehen könnten, hat die Bank durch entsprechende Limitierung pro Geschäftspartner begrenzt. Alle Wertpapiere müssen besondere Bonitätsanforderungen erfüllen und bestehen zum Bilanzstichtag ausschließlich aus Emissionen der Bundesländer bzw. staatlicher oder multilateraler Förderbanken.

Als ein weiteres Steuerungsinstrument im Rahmen des Liquiditätsmanagements setzt die Bank ein Prognosesystem (Liquidity-at-Risk Betrachtung) für die Vorhersage der dispositiven Liquiditätsveränderungen innerhalb unterschiedlicher Beobachtungszeiträume ein. Die operative Planung der Liquiditätsausstattung und Struktur der Refinanzierung findet im Rahmen der regelmäßig stattfinden Sitzungen des "Pricing-Committees" statt, in denen neben der Geschäftsleitung das Risikomanagement, der Bereich Rechnungswesen und die Vertriebsverantwortlichen Aktiv und Passiv vertreten sind.

Liquiditätsrisiken werden seit 2016 ebenfalls im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzeptes quantifiziert.

Die Bank verfügte auch in 2016 über eine jederzeit gute Liquiditätsausstattung. Die aufsichtsrechtliche Liquiditätskennziffer lag im Jahresdurchschnitt mit 2,28 stets oberhalb der geforderten Mindest-Grenze von 1,0. Zum 31. Dezember 2016 betrug sie 1,76.

  

  

(alle Angaben in % jeweils zum Meldestichtag)

Parallel zu dieser Kennziffer berechnet und berichtet die Bank auch die neue Basel Liquiditätskennziffer "LCR". Zum Stichtag 31. Dezember 2016 beträgt dieser Wert 4,2 und liegt damit deutlich oberhalb der Mindestanforderung von 0,7 bzw. 70%.

Sollte es zu einem vorübergehenden Liquiditätsengpass kommen, beispielsweise durch eingeplante, aber ausgebliebene Zahlungseingänge, kann die Bank durch eine Übernachtkreditaufnahme bei der Deutschen Bundesbank diesen Engpass kurzfristig ausgleichen. Hierzu unterhält die Bank einen jederzeit ausreichenden Bestand an unbelasteten Sicherheiten im Pfanddepot bei der Deutschen Bundesbank. Auch über die Zugehörigkeit zur BNP Paribas-Gruppe ist die jederzeitige Versorgung mit liquiden Mitteln auf Gruppenebene gesichert.

Operationelle Risiken (BTR4 MaRisk)

Unter dem Begriff der operationellen Risiken versteht die Bank die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder in Folge externer Ereignisse eintreten oder aus vertraglichen Vereinbarungen oder rechtlichen Rahmenbedingungen resultieren. Die Überwachung der operationellen Risiken ist seit Mitte 2016 im Fachbereich Risikocontrolling angesiedelt.

Das Managementsystem für Operationelle Risiken betrachtet unternehmensweit sämtliche Prozesse, Systeme und Organisationsstrukturen und umfasst die Identifikation und Bewertung operationeller Risiken, die Führung einer Schadensfalldatenbank, die Festlegung von Verantwortlichkeiten sowie eine Kommunikations- und Berichtsstruktur.

Auf der Ebene der Geschäftsleitung der Bank findet jährlich eine Risikoinventur bzw. ein Control Risk Self Assessment (CRSA) statt. Dieses wird nach Vorgabe der BNP Paribas-Gruppe durchgeführt und befasst sich im Wesentlichen mit strategischen und geschäftlichen Risiken.

Darüber hinaus werden auf der Ebene der Prozess-/Risikoverantwortlichen sowohl in den operativen Fachbereichen als auch in den zentralen Support-Bereichen regelmäßig sogenannte "Risikolandkarten" erstellt, die die Identifikation und Bewertung von operationellen Risiken beinhalten. Diese Risikolandkarten ("Risk Maps") dienen als Grundlage für das Interne Kontrollsystem ("IKS") der Bank. Sämtliche Kontrollen werden durch die Prozessverantwortlichen bzw. durch unabhängige Abteilungen (Operational Risk Management Bereich) durchgeführt. Die jeweiligen Kontrollen sowie die entsprechenden Ergebnisse werden in einer konzernweiten Datenbank ("Contrast") dokumentiert. Negative Kontrollergebnisse bedürfen eines Aktionsplanes, um die zugrunde liegenden Risiken zu minimieren. Zusätzlich sind die Risikoverantwortlichen verpflichtet, operationelle Risiken zu melden bzw. einmal im Monat eine Fehlmeldung abzugeben, wenn in Ihrer Abteilung/Verantwortlichkeit kein operationeller Schadensfall aufgetreten ist. Mindestens zweimal im Jahr findet das sogenannte Internal-Control-Committee ("ICC") mit Teilnehmern aus allen wesentlichen Bereichen der Bank statt.

Aufgetretene Schadensereignisse, sogenannte "Historical Incidents", werden von den einzelnen Fachbereichen an eine zentrale Stelle im Haus gemeldet und von ihr in einer konzernweit eingesetzten Schadensfalldatenbank (Forecast) erfasst. Für jedes Schadensereignis ist zu bestimmen, ob ein Aktionsplan notwendig ist oder nicht. Sollte kein Aktionsplan notwendig sein, ist dieses zu dokumentieren. Bei einem Schadensereignis über 150.000 Euro ist ein Aktionsplan zwingend vorgeschrieben. Zum 31. Dezember 2016 wurden 58 (Vorjahr: 43) Fälle mit einem Volumen von 1,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,65 Mio. Euro) in der Schadenfalldatenbank Forecast erfasst. 165 (Vorjahr: 157) Fälle mit einem geringen (< 5.000 Euro) oder potentiellen Schadenspotential wurden in einer internen Datenbank erfasst.

Externer Darlehensbetrug und IT-Vorfälle stehen an erster Stelle aller gemeldeten und erfassten Schadensfälle. Risikoindikatoren sind definiert und werden monatlich an die Risikoverantwortlichen der Funktions- und Fachbereiche und an die Geschäftsleitung kommuniziert. Darüber hinaus bestehen definierte Berichtslinien innerhalb der BNP Paribas-Gruppe.

Für den Fall des Eintretens von Systemausfällen oder sonstigen Krisensituationen hat die Bank ein umfangreiches "Business Continuity Management-System" implementiert, welches eine angemessene Geschäftsfortführung sicherstellen soll. Die Funktionsfähigkeit der Notfall-Maßnahmen wird regelmäßig mit Hilfe von IT-Tests und Notfall-Übungen (z.B. Evakuierungsübungen) überprüft.

Der Fachbereich Compliance ist für die Einhaltung aller für die Bank relevanten Gesetze, Verordnungen und Richtlinien verantwortlich. Zu den Aufgaben des Funktionsbereiches Compliance gehört zudem, die Einhaltung aller vertraglichen und freiwilligen Selbstverpflichtungen der Bank zu überwachen, um potentiellen und tatsächlichen Interessenskonflikten zwischen Bank, Mitarbeitern und Kunden wirkungsvoll begegnen zu können. Aus diesem Grunde wurde ein unternehmensweit geltender Kodex "Verhaltensrichtlinien" erstellt und kommuniziert. Darüber hinaus ist der Bereich Compliance auch für alle Aspekte der Betrugserkennung und -prävention verantwortlich. Im Kreditentscheidungsprozess hat die Bank ein IT-gestütztes Überwachungssystem eingeführt, welches insbesondere Schutz vor organisierter Kriminalität gewährleisten soll. Hierbei werden bestimmte Auffälligkeiten und Verhaltensmuster automatisiert dem Betrugsmanager gemeldet, der daraufhin die Vorgänge einer manuellen Überprüfung vor Kreditauszahlung unterziehen kann.

Im Bereich der Geldwäscheprävention verfügt die Bank über angemessene und zweckmäßige interne Sicherungsmaßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen strafbaren Handlungen mit denen sie alle gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben vollumfänglich erfüllt. Regelmäßige Schulungen und Zuverlässigkeitsüberprüfungen der Mitarbeiter sowie ein automatisierter Abgleich mit internationalen Embargo-Vorschriften gehören ebenfalls zu den eingesetzten Sicherungsmaßnahmen.

Die Überwachung und Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur Regelung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Datenschutz, Betrugsprävention und allgemeiner Verbraucherschutz sind im Zentralbereich Compliance der Bank angesiedelt.

Sonstige Risiken

Konzentrationsrisiken

Die Bank hat potentielle Konzentrationsrisiken im Rahmen ihrer Risikoinventur identifiziert und diese grundsätzlich als risikorelevant eingestuft.

Aufgrund der Granularität im Kundenkreditportfolio haben Klumpenrisiken bezogen auf einzelne Kreditnehmer, Branchen oder Regionen keine besondere Relevanz für die Bank. Risikokonzentrationen bei den Sicherheitengebern sind ebenfalls von untergeordneter Bedeutung für die Bank. Konzentrationen hinsichtlich einzelner Kreditnehmer und Regionen werden ungeachtet der zurzeit geringen Relevanz für die Risiken der Bank laufend überwacht.

Risikokonzentrationen bei den Geldhandelspartnern werden dadurch minimiert, dass neben der Konzernmutter weitere Institute, vornehmlich aus dem Kreis deutscher Landesbanken, als Geschäftspartner herangezogen werden können. Absolute Obergrenzen pro Kontrahent werden bei der Bank durch individuelle Limite und die aufsichtsrechtlichen Großkreditgrenzen beschränkt.

Als wesentliches Klumpenrisiko, auch bezogen auf das sich daraus ergebende Ertragsrisiko, wird die große Abhängigkeit von einigen Kreditmaklern gesehen. Diese Konzentration in dem speziellen Vertriebsweg bedeutet zum einen ein Risiko für die Ertragslage der Bank, andererseits könnten aber auch durch den schon jetzt hohen Marktanteil im Brokergeschäft eine weitere Verdrängung von anderen Marktteilnehmern zu einer Störung des Wettbewerbes führen.

Der Vertrieb von Darlehen über spezialisierte Makler ist für die Bank der bedeutendste Vertriebskanal und wird auch in zukünftigen Planungszeiträumen seine strategische Bedeutung für die Bank nicht verlieren. Insofern akzeptiert die Bank das Konzentrationsrisiko vor dem Hintergrund der vorhandenen Ertragschancen. In ihrem strategischen Ausblick strebt die Bank eine weitere Diversifizierung ihrer Vertriebsaktivitäten an, beispielsweise über Kooperationen innerhalb der BNP Paribas-Gruppe in Deutschland oder Partnerschaften, die nicht zum klassischen Maklersegment gehören, um ihre bestehenden Konzentrationsrisiken zu reduzieren.

Im Rahmen eines Stresstest-Szenarios hat die Bank die Auswirkungen beim Wegfall einer wichtigen Maklerverbindung simuliert und bei der Berechnung der Risikotragfähigkeit berücksichtigt.

Internes Kontrollsystem für die Rechnungslegung

Die Bank versteht das interne Kontrollsystem für die Rechnungslegung als ein Kernelement des gesamten Kontrollsystems der Bank. Es gewährleistet, dass die Vermögensgegenstände und Schulden im Abschluss zutreffend angesetzt, ausgewiesen und bewertet werden und die Ertragslage sachgerecht dargestellt wird.

Die Bank hat eine Standard-Softwareanwendung im Einsatz, mit deren Hilfe sichergestellt ist, dass der größte Teil der Geschäftsvorfälle systemunterstützt gebucht und vollständig abgebildet wird. Sämtliche Buchungen basieren auf einem systematisch strukturierten und mit Blick auf die Rechnungslegung anforderungsgerecht gegliederten Kontenplan. Die hierzu eingesetzten Systeme können nur von Mitarbeitern mit personenbezogenen Zugriffsberechtigungen genutzt werden. Sofern im Einzelfall dennoch manuelle Buchungen durchgeführt werden, unterliegen sie dem konsequenten Vier-Augen-Prinzip. Ein periodisch stattfindender und dokumentierter Abstimmungsprozess gewährleistet zudem, dass alle in den Buchungssystemen erfassten Geschäftsvorfälle vollständig abgebildet werden.

Zudem werden regelmäßig Plausibilitätskontrollen durch sogenannte Account-Owner durchgeführt, um frühzeitig Abweichungen feststellen zu können. Eine enge Zusammenarbeit von Rechnungswesen und Performance-Management gewährleistet eine effiziente Überwachung der gesamten Rechnungslegung. Hierzu zählen beispielsweise Auswertungen, in denen die einzelnen Ergebniskomponenten der Bank in unterschiedlichen Segmenten und Detaillierungsgraden durch das Performance-Management aufbereitet werden. Empfänger dieser Berichte sind neben der Geschäftsleitung die einzelnen Bereichs-Verantwortlichen sowie die BNP Paribas-Gruppe.

Reputationsrisiken

Aktuelle Umfragen zeigen, dass das Vertrauen von Kunden in die Kreditinstitute abnimmt. Das Image der Banken in Deutschland hat im Zuge der Finanzmarktkrise erheblichen Schaden erlitten, das gesellschaftliche Ansehen der Kreditwirtschaft ist rückläufig. Eine hohe Reputation ist speziell auch vor dem Hintergrund der engen Geschäftsbeziehungen zu Dritten (Kreditmaklern, Internetplattformen oder andere Banken) gerade für das kundengetragene Geschäftsmodell, wie es die VON ESSEN Bank betreibt, von größter Wichtigkeit. Neben der Verpflichtung zu einer verantwortungsvollen Kreditvergabe zählen ein effizientes Beschwerdemanagement und eine professionelle Unternehmenskommunikation zu den Grundpfeilern der externen Wahrnehmung der Bank. Innerbetrieblich verfügt die Bank über Mitarbeiterleitlinien, die das korrekte Verhalten gegenüber Kunden oder Kooperationspartnern regelt.

Aus Sicht der Bank lassen sich Reputationsrisiken allerdings nicht sinnvoll in Zahlen ausdrücken und werden daher nicht gesondert in der Risikotragfähigkeit limitiert. Eine indirekte Berücksichtigung in der Risikotragfähigkeit erfahren Reputationsrisiken über Stress­Szenarien, die mögliche Folgerisiken eines Reputationsverlustes (z.B. auf Vertriebskanäle, Abzug von Kundeneinlagen, Erhöhung von Refinanzierungskosten) quantifizieren und so Reputationsrisiken indirekt in das Limitsystem einbinden.

Rechtsrisiken

Die Identifizierung und Steuerung von Rechtsrisiken ist Aufgabe der hausinternen Rechtsabteilung. Sie informiert die Geschäftsleitung regelmäßig - auch im Rahmen eines zwei wöchentlichen Legal-Committee - über die für die Bank relevanten Rechtsänderungen und -risiken. Durch die Verwendung von standardisierten Verträgen werden rechtliche Risiken bei Vertragsabschluss minimiert. Darüber hinaus ist die Rechtsabteilung der Bank auch bei Projekten involviert, um Risiken bereits im frühen Stadium von Produkt- oder Prozessentwicklungen beurteilen und steuern zu können. Im Bedarfsfall greift die Bank auch auf externe Expertise zurück.

Andere Sonstige Risiken

Unter den "Anderen Sonstigen Risiken" fasst die Bank solche Risiken zusammen, die zwar einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Bank ausüben können, aber neben den Reputationsrisiken nicht direkt mit der betrieblichen Leistungserstellung in Zusammenhang stehen. Hierunter fallen insbesondere die wesentlichen Änderungen der gesamtwirtschaftlichen und/oder gesellschaftlichen Entwicklung, wie zum Beispiel demografische Veränderungen, Änderungen des Nachfrageverhaltens und Änderungen des Wettbewerbs. Die Bank versteht diese Risiken als grundlegende unternehmerische Herausforderungen des Marktes und ist bestrebt, auf veränderte Rahmenbedingungen, auch antizipierend, durch flexible Lösungen und ein bedarfsgerechtes Dienstleistungsspektrum angemessen zu reagieren. Die Anderen Sonstigen Risiken werden kontinuierlich durch Marktbeobachtungen identifiziert und direkt durch die Geschäftsleitung der Bank gesteuert.

Einschätzung der Risikolage

Die Geschäftsleitung hält die Risikomanagementverfahren der Bank entsprechend ihres Risikoprofils und der strategischen Ausrichtung der VON ESSEN Bank für angemessen.

Unsere Erkenntnisse über die aktuelle Lage sowie unsere Einschätzung der künftigen Entwicklung lassen derzeit keine Risiken erkennen, die den Fortbestand der VON ESSEN Bank kurz- oder mittelfristig gefährden könnten. Ebenso wenig ist aus heutiger Sicht eine nachhaltige und wesentliche Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten.

D. Prognosebericht

Chancen

Das robuste gesamtwirtschaftliche Umfeld in Deutschland mit einem weiterhin stabilen Wirtschaftswachstum, sinkender Arbeitslosenzahl, anhaltender Binnennachfrage sowie die sich abzeichnende, vorsichtige Erholung bei den wichtigsten Handelspartnern in Europa und Nordamerika deutet auf ein konjunkturell weiterhin günstiges Umfeld für die Geschäftsentwicklung der Bank hin.

Direkte negative Auswirkungen dieser stabilen Entwicklung auf den geschäftlichen Erfolg der Bank werden daher nicht gesehen. Der Konsumklima-Index (KKI), der von der GfK Finanzmarktforschung im Auftrag des Bankenfachverbandes regelmäßig veröffentlicht wird, prognostiziert auch für 2017 eine hohe Absicht der Verbraucher, innerhalb der nächsten 12 Monate Konsumgüter anzuschaffen ("Anschaffungsplanung") und zum anderen ihre Absicht, diese mittels Kreditaufnahme zu finanzieren ("Finanzierungsplanung").

Im Jahr 2016 hat die Bank damit begonnen, die Erschließung neuer Kundensegmente und Vertriebskanäle operativ umzusetzen. Unterstützt werden soll dies zukünftig durch die Digitalisierung der Kreditantragsstrecke im Ratenkreditgeschäft, um Medienbrüche zu verhindern und so auch die Prozesseffizienz und Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen. Darüber hinaus könnten weitere Synergien in Bezug auf eine gemeinsame technische Infrastruktur innerhalb von Deutschland als auch innerhalb der Gruppe genutzt werden.

Neben der Ausweitung der Vertriebsaktivitäten im klassischen Maklermarkt ist darüber hinaus geplant, die Zusammenarbeit innerhalb der BNP Paribas Einheiten in Deutschland weiter auszubauen. Ein weiteres Standbein soll zudem der Ausbau von neuen Kooperationen mit sonstigen Financial Partners, wie z.B. Internet-Vergleichsplattformen und weiteren Bankkooperationen sein.

Die Refinanzierung des Kundenkreditgeschäftes wird auch zukünftig überwiegend über das Einlagengeschäft der Bank erfolgen. Gleichwohl ist auch für 2017 geplant, die zusätzlichen Bestandszuwächse durch eine Mittelaufnahme bei der BNP Paribas-Gruppe zu erreichen.

Risiken

Obwohl die Bank im unbesicherten Konsumentenkreditgeschäft mit über 100 aktiven Maklern zusammenarbeitet, entfallen auf die 2 größten Makler auch in 2016 noch rund 48% des gesamten Neugeschäfts an unbesicherten Konsumentenkrediten (2013: 55,3%, 2014: 50,5%, 2015: 48,1%). Obwohl diese Abhängigkeit seit einigen Jahren einen rückläufigen Trend aufweist, liegt immer noch ein signifikantes Konzentrationsrisiko in Bezug auf den Vertriebskanal vor. Auch im besicherten Kreditgeschäft (Immobiliendarlehensgeschäft) kann ein latentes Konzentrationsrisiko beobachtet werden, wenn auch nicht auf dem auffällig hohen Niveau wie im Ratenkreditgeschäft.

Dennoch werden in Zukunft auch weiterhin Wachstum und Diversifizierung die Strategie der Bank mitbestimmen. Neben der Vergrößerung der Partnerbasis (hier i.W. strategische Partnerschaften) kommen der Ausweitung ihrer Zielgruppen mit Blick auf den Endkunden (siehe Nearprime+ - Segment) und der Entwicklung von B2C-Aktivitäten eine besondere Bedeutung zu.

Der Bank ist es in der Vergangenheit stets gelungen, auskömmliche hohe Margen zu erzielen. Diese resultierten im Wesentlichen aus einer geringen Zinssensibilität ihrer Endkunden sowie einer schon seit Jahren anhaltenden günstigen Refinanzierung.

Inzwischen geraten jedoch zunehmend die Margen unter Druck: Eine stetig zunehmende Marktpreistransparenz (Stichwort: Vergleichsplattformen im Internet) führt zu einem Wettbewerbsumfeld, in dem der Preis (Effektivzinssatz) immer weiter in den Vordergrund rückt. Die Möglichkeiten, zusätzliche Gebühren (als Preiskomponente neben dem Zinssatz) zu vereinnahmen, werden unter dem Druck der Verbraucherverbände mehr und mehr eingeschränkt (siehe hierzu beispielsweise die Urteile des BGH zu Bearbeitungsgebühren im Jahr 2014). Schließlich ist davon auszugehen, dass mittel- bis langfristig auch die Refinanzierungskosten wieder steigen werden.

Die Bank hat sich mit ihrer strategischen Vertriebsplanung für die nächsten Jahre eindeutig zur Erhaltung der Profitabilität bekannt und positioniert. Der Return-on-Assets (RoA) wird damit einmal mehr eine besondere Rolle als Schlüssel-Indikator für den Erfolg der Bank darstellen.

Das Nearprime+ - Kundensegment kann derzeit noch nicht voll umfänglich die Profitabilitätsanforderungen der Bank erfüllen. Hier gilt es, den Kundennutzen z.B. über das Instrument Cross-Selling zu stärken. Geringere Zinserträge in diesem Segment müssen durch Provisionserträge kompensiert werden, operative Kosten sind im Wege der Automatisierung von Prozessen und Digitalisierung nachhaltig zu senken. Ebenso werden verminderte Risikokosten dazu beitragen, Nearprime+ zu einem profitablen Geschäft zu machen.

Schon seit Jahren ist vermehrt der Trend zu beobachten, dass Kunden immer häufiger dazu neigen ihre Loyalität gegenüber einem Dienstleister zu Gunsten einer erhöhten Wechselbereitschaft aufzugeben. Was bei Energieversorgern, Telekommunikationsdienstleistern und Versicherungen schon seit geraumer Zeit zu beobachten ist, hat nunmehr auch die Bankenbranche erreicht: Der Rückgang der Loyalität gegenüber einem speziellen Finanzdienstleister (Marke) bzw. die Bereitschaft den Anbieter zu wechseln wird durch zunehmende Preis- und Leistungstransparenz im Markt beschleunigt.

Ferner wird sich die Bank der Herausforderung stellen müssen, die direkte Akquisition von Neukunden über B2C-Aktivitäten zu entwickeln. In den kommenden Jahren kann daher B2C zu einem wichtigen Baustein in der Gesamtvertriebsstrategie der Bank werden, der neben dem Partnervertrieb (B2B) einen wesentlichen Beitrag zur Aufstockung und Diversifikation des bestehenden Kundenportfolios leisten wird. Diese Möglichkeit setzt allerdings in den nächsten Jahren auch Investitionen in die derzeitige IT-Infrastruktur voraus.

Unter B2C sind Neukundenakquisitionen zu verstehen, die beispielsweise direkt über Vergleichsportale oder durch Adresseinkauf und Direct-Mailing-Kampagnen (Kaltakquisition) generiert werden. Vor diesem Hintergrund ist zu berücksichtigen, dass die Bank auf der einen Seite kooperierend tätig wird (Finanzportale), auf der anderen Seite aber auch in den Wettbewerb mit ihren heutigen Partnern treten wird. Hieraus können durchaus "Kanibalisierungseffekte" entstehen.

Zusammenfassend geht die Bank in ihren Planungen für das Jahr 2017 davon aus, die gesetzten Ziele zu erreichen und an das gute Ergebnis des letzten Geschäftsjahres anzuknüpfen. Haupttreiber des insgesamt recht stabilen Wirtschaftswachstums ist weiterhin der private Verbrauch in Folge des außergewöhnlich guten Konsumklimas und die weiterhin geringe Arbeitslosigkeit. Aufgrund dieser positiven Rahmenbedingungen wird nach Planung der Bank das Kreditneugeschäft auch in 2017 deutlich wachsen und bei 659,0 Mio. Euro (+9,8%) liegen. Wachstumstreiber sind sowohl das unbesicherte Ratenkreditgeschäft als auch das dingliche besicherte Immobiliendarlehensgeschäft. Aufgrund des geringeren Fremdablösungsanteil im besicherten Darlehensgeschäft fällt das Bestandswachstum in diesem Portfolio in 2017 höher als im unbesicherten Ratenkreditgeschäft aus.

In ihrer Planung für das Jahr 2017 geht die Bank von einem moderaten Anstieg des mittel- und langfristigen Kapitalmarktzinssätzen aus. Dieses wird sich in den Folgejahren auf der Refinanzierungsseite belastend auf das Ergebnis auswirken.

Bei der Entwicklung der Risikovorsorge geht die Bank von einer insgesamt stabilen Entwicklung in ihrer Planung aus. Neben dem höheren Anteil an risikoärmerem Immobiliengeschäft am Gesamtportfolio sollte auch die verbesserte Risikoselektion aufgrund der in den letzten Jahren getroffenen Maßnahmen (Antragsscorekarte, Zentralisierung der Bestandsverwaltung) zu keinem höheren Risikovorsorgebedarf führen.

Die angestrebte Geschäftsausweitung wird zudem zu einer Erhöhung der Personalkosten bei der Bank führen. Die Bank ist allerdings bestrebt, weiteres Optimierungspotential zu nutzen und so trotz steigender Kosten eine stabile bis leicht sinkende Cost-Income-Ratio aufzuweisen.

Die identifizierten Risiken werden durch die Bank als beherrschbar eingeschätzt bzw. es wurden Rückstellungen für bereits identifizierte Risiken in ausreichender Höhe gebildet.

Die angestrebte Ausweitung der Geschäftsaktivitäten führt auch im nächsten Jahr zu einem deutlichen Anstieg der Zinserträge, bei gleichzeitig relativ stabilen Zinsaufwendungen. Die Annahme eines Anstieges der Refinanzierungskosten wird sich ergebniswirksam erst in den Folgejahren auswirken. Für 2017 rechnet die Bank mit einem im Vergleich zum Vorjahr ähnlichen Jahresergebnis.

Offenlegungsbericht nach der Verordnung (EU) Nr. 575/2013

Die Bank ist ihrer Verpflichtung zur Offenlegung nach der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 durch einen entsprechenden Verweis auf den Offenlegungsbericht ("Registration Document and Annual Financial Report") der Konzernobergesellschaft, der BNP Paribas S.A., Paris, auf ihrer Internetseite nachgekommen. Die Bekanntmachung des Offenlegungshinweises wird zudem im elektronischen Bundesanzeiger publiziert.

 

Essen, 04.04.2017

VON ESSEN BANK GMBH

Ralf Dreher

Reinier van Fulpen

Thorsten Wolff

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der VON ESSEN Bank GmbH, Essen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2016 geprüft.

Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden.

Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft.

Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Düsseldorf, den 19. Mai 2017

MAZARS GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Morfeld, Wirtschaftsprüfer

Arndt, Wirtschaftsprüfer

Anlagenspiegel zum 31.12.2016

der VON ESSEN Bank GmbH

Anschaffungswerte 01.01.2016
EUR
Zugang
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgang
EUR
Anschaffungswerte 31.12.2016
EUR
Immaterielle Anlagewerte          
1. Lizenzen an gewerblichen Schutz- rechten u.ä. Rechte 1.894.288,60 285.897,92 23.030,97 0,00 2.203.217,49
2. Geleistete Anzahlungen 23.030,97 0,00 -23.030,97 0,00 0,00
  1.917.319,57 285.897,92 0,00 0,00 2.203.217,49
Sachanlagen          
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.401.703,65 1.001.612,50 1.194.305,89 248.542,88 10.349.079,16
2. Geleistete Anzahlungen 93.695,77 1.154.508,04 -1.194.305,89 53.897,92 0,00
  8.495.399,42 2.156.120,54 0,00 302.440,80 10.349.079,16
Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 208.405,371 0,001 0,001 0,001 208.405,371
Anlagevermögen 10.621.124,36 2.442.018,46 0,00 302.440,80 12.760.702,02
kumulierte AfA 01.01.2016
EUR
AfA des Geschäftsjahres
EUR
Zuschr. des Geschäftsjahres
EUR
kumulierte AfA Abgang
EUR
kumulierte AfA 31.12.2016
EUR
Immaterielle Anlagewerte          
1. Lizenzen an gewerblichen Schutz- rechten u.ä. Rechte 1.245.862,45 421.004,83 0,00 0,00 1.666.867,28
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  1.245.862,45 421.004,83 0,00 0,00 1.666.867,28
Sachanlagen          
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.396.150,20 1.372.472,11 0,00 185.797,86 5.582.824,45
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  4.396.150,20 1.372.472,11 0,00 185.797,86 5.582.824,45
Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,001 0,001 0,001 0,001 0,001
Anlagevermögen 5.642.012,65 1.793.476,94 0,00 185.797,86 7.249.691,73
Buchwert 31.12.2016
EUR
Buchwert 31.12.2015
EUR
Immaterielle Anlagewerte    
1. Lizenzen an gewerblichen Schutz- rechten u.ä. Rechte 536.350,21 648.426,15
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 23.030,97
  536.350,21 671.457,12
Sachanlagen    
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.766.254,71 4.005.553,45
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 93.695,77
  4.766.254,71 4.099.249,22
Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 208.405,371 208.405,37
Anlagevermögen 5.511.010,29 4.979.111,71

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