Stammdaten

Register
Amtsgericht Freiburg HRB 711681
Eingetragen
16.7.2014
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: 1. Das Erbringen folgender erlaubnispflichtiger Wertpapierdienstleistungen und nebendienstleistungen: - i.S.d. § 2 Abs. 2 Nr. 1 WpIG: Finanzkommissionsgeschäft, - i.S.d. § 2 Abs. 2 Nr. 3 WpIG: Anlagevermittlung, - i.S.d. § 2 Abs. 2 Nr. 4 WpIG: Anlageberatung, - i.S.d. § 2 Abs. 2 Nr. 5 WpIG: Abschlussvermittlung, - i.S.d. § 2 Abs. 2 Nr. 9 WpIG: Finanzportfolioverwaltung, - i.S.d. § 2 Abs. 3 Nr. 1 WpIG: Verwahrung und die Verwaltung von Finanzinstrumenten, - i.S.d. § 15 Abs. 3 WpIG: Eigengeschäft. 2. Die Gesellschaft darf bei der Erbringung der oben genannten Wertpapierdienstleistungen Eigentum oder Besitz an Kundengeld oder Kundenwertpapieren erwerben. 3. Gegenstand des Unternehmens ist ferner die Erbringung von allgemeinen Beratungsleistungen sowie der Betrieb einer Internetplattform. Die Gesellschaft kann Grundstücke erwerben, belasten und veräußern

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Kai Friedrich
seit 11.12.2025
Geschäftsführer
Andreas Bittner
seit 11.12.2025
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Whitebox Services AGCHE
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Whitebox Services AG
Switzerland
50.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Whitebox GmbH

Freiburg im Breisgau

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

DER WHITEBOX GMBH, FREIBURG IM BREISGAU

AKTIVA

31.12.2023 Vorjahr
EUR TEUR
1. Forderungen an Kreditinstitute
täglich fällige Forderungen 1.065.428,43 1.168
2. Forderungen an Kunden 188.614,90 160
3. Sonstige Vermögensgegenstände 11.402,17 4
1.265.445,50 1.332

PASSIVA

31.12.2023 Vorjahr
EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute
täglich fällige Verbindlichkeiten 65.010,67 53
2. Sonstige Verbindlichkeiten 681.626,74 930
3. Rückstellungen
andere Rückstellungen 27.587,00 75
4. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 50.000,00 50
b) Kapitalrücklage 900.000,00 700
c) Bilanzverlust -458.778,91 -476
491.221,09
1.265.445,50 1.332

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

Vorjahr
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinsaufwendungen 824,81 1
2. Provisionserträge 1.740.335,93 1.498
3. Provisionsaufwendungen 1.063.434,07 241
676.901,86
4. Sonstige betriebliche Erträge 3.925,00 0
5. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 75.000,00 0
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 14.721,70 0
darunter: für Altersversorgung EUR 0 (Vorjahr TEUR 0) 89.721,70
b) andere Verwaltungsaufwendungen 573.557,88 1.273
663.279,58
6. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführung zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 20
7. Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag 16.722,47 -37
8. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 475.501,38 438
9. Bilanzverlust 458.778,91 -475

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

DER WHITEBOX GMBH, FREIBURG IM BREISGAU

1. Allgemeine Angaben

Die Whitebox GmbH hat ihren Sitz in Freiburg und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Freiburg (HRB 711681) eingetragen.

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches über die Rechnungslegung von Kapitalgesellschaften, nach den ergänzenden Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung sowie den Regelungen des Gesellschaftsvertrags erstellt.

Es besteht eine gesetzliche Pflicht zur Prüfung des Jahresabschlusses gem. § 340 Abs. 4 HGB i. V. m. § 340k Abs. 1 HGB.

Der Abschluss umfasst die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Anhang. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird in Staffelform aufgestellt.

Die Formblätter zur Gliederung des Jahresabschlusses nach der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (kurz: RechKredV) wurden beachtet.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Angabe und Erläuterung von nicht vergleichbaren Vorjahreszahlen

Der Jahresabschluss enthält einzelne Posten, deren Werte mit den Vorjahreszahlen nicht vergleichbar sind.

Die folgende Aufstellung zeigt die betreffenden Posten:

Allgemeiner Verwaltungsaufwand / Provisionsaufwand

Zur Erläuterung wird ausgeführt:

Im Vergleich zum Vorjahr werden die Vergütungen gegenüber den Gesellschaften Morningstar und flatexDEGIRO Bank AG anstatt im anderen Verwaltungsaufwand im Provisionsaufwand ausgewiesen (T€ 910; Vj.: T€ 847).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert unter Berücksichtigung von erkennbaren und latent vorhandenen Ausfallrisiken angesetzt.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind grundsätzlich mit den Erfüllungsbeträgen passiviert.

Rückstellungen

Rückstellungen sind für alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet worden.

Steuerrückstellungen waren nicht zu bilden.

Die anderen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige Rückstellungen € 2.662,00
Urlaubsrückstellungen € 900,00
Rückstellung für Werbemaßnahmen € 325,00
Rückstellung für Abschluss und Prüfung € 23.700,00
Summe: € 27.587,00

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt unverändert € 50.000.

Die Kapitalrücklage wurde im Geschäftsjahr um € 200.000 auf € 900.000 (Vj. € 700.000) erhöht.

3. Angaben zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen gegen Kreditinstitute betragen T€ 1.065 (Vj. T€ 1.168) und sind täglich fällig.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände und Forderungen haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten. Die sonstigen Vermögensgegenstände betragen € 11.402,17 (Vj. € 4.402,00).

Whitebox Services GmbH (Schwestergesellschaft) aus Zinsen (T€ 4)
Finanzamt aus Umsatzsteuer (T€ 7)

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen € 65.010,67 (Vj. € 52.937,32) und haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.

Sonstigen Verbindlichkeiten liegen in Höhe von € 681.626,74 (Vj. € 929.538,02) vor.

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Beratungsdienstleistungen (T€ 267)
Whitebox Services AG (Muttergesellschaft) Überlassung Geschäfts-Modell und weitere Dienstleistungen (T€ 284)
Whitebox Services AG (Restdarlehen inkl. Zinsen) (T€ 33)
Whitebox Services GmbH (Schwestergesellschaft) Dienstleistungen (T€ 44)
Werbemaßnahmen (T€ 32)
Sonstige Verbindlichkeiten insb. aus Umsatzsteuer (T€ 22)

Nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen

Wesentliche nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen nicht.

4. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Es wurden keine Vergütungen an die Geschäftsleitung bezahlt.

5. Sonstige Angaben

Arbeitnehmer

Im Wirtschaftsjahr 2023 wurde ein Arbeitnehmer beschäftigt.

Angaben zu Honoraren an den gesetzlichen Abschlussprüfer

In den anderen Verwaltungsaufwendungen ist ein Gesamthonorar unseres Abschlussprüfers in Höhe von T€ 16 enthalten.

Abschlussprüfungsleistungen T€ 10
Sonstige Bestätigungsleistungen T€ 6

Ergebnisverwendung

Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von T€ 17 ab. Nach Verrechnung mit dem Verlustvortrag des Vorjahres (T€ 476) verbleibt ein Bilanzverlust in Höhe von T€ 459. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzverlust in Höhe von T€ 459 auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäftsführung

Zu Geschäftsführern waren im Geschäftsjahr bestellt:

Salome Preiswerk, Basel, Schweiz

Dr. Birte Rothkopf, Oberwil, Schweiz

Die Geschäftsführer sind jeweils gemeinsam mit einem weiteren Geschäftsführer zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt.

Nachtragsbericht:

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und die Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der Whitebox GmbH hat, sind nicht eingetreten. Darüber hinaus verweisen wir auf den Lagebericht.

 

Freiburg, den 30.04.2024

Gez. die Geschäftsführung

Lagebericht Geschäftsjahr 2023

Inhalt

1 Geschäftsmodell

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

2.2 Kapitalmarktentwicklung

2.3 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.4 Geschäftsentwicklung

3 Risikobericht

3.1 Risikomanagement

3.2 Risikoarten

3.3 Stresstests

4 Chancenbericht

5 Prognosebericht

1 Geschäftsmodell

Whitebox GmbH mit Sitz in Freiburg im Breisgau ist eine bankunabhängige, digitale Vermögensverwaltungsgesellschaft, momentan primär für den deutschen Markt.

Gegenstand der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft ist im Rahmen der bankaufsichtsrechtlichen Erlaubnis die Verwaltung einzelner in Finanzinstrumenten angelegter Vermögen für andere mit Entscheidungsspielraum (Finanzportfolioverwaltung; nachfolgend "Vermögensverwaltung"). Die Vermögensverwaltung richtet sich vornehmlich an Privatkunden.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nach einem relativ schwachen Jahr 2022 ist die Weltwirtschaft auch 2023 nur verhalten gewachsen. Das vergangene Wirtschaftsjahr wurde vor allem durch die Geldpolitik führender westlicher Notenbanken geprägt, die im Kampf gegen hohe Inflationsraten eine restriktive Zinspolitik verfolgten. Die höheren Leitzinsen haben das Wachstum in vielen Ländern belastet, aber entgegen den Erwartungen zahlreicher Ökonomen mit Ausnahme von Deutschland bisher in keinem Industrieland eine Rezession ausgelöst. Da die Geldpolitik offenbar gewirkt hat und die Preissteigerungsraten in den betroffenen Staaten deutlich zurückgegangen sind, ist zuletzt die Hoffnung gestiegen, dass die Zentralbanken die Inflation unter Kontrolle bringen könnten, ohne die Volkswirtschaften allzu sehr zu belasten: "Angesichts der rückläufigen Inflation und des stetigen Wachstums ist die Wahrscheinlichkeit einer harten Landung zurückgegangen, und die Risiken für das globale Wachstum sind etwa im Gleichgewicht", schrieben die Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Januar 2024 veröffentlichten Update zu ihrem "World Economic Outlook".

Nach den Berechnungen des IWF ist das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2023 im Vergleich zum vorhergehenden Jahr weltweit um 3,1 Prozent gestiegen. In den Industrieländern erreichte das Wachstum im Durchschnitt lediglich 1,6 Prozent, wobei die USA mit 2,5 Prozent deutlich besser abschnitten. Deutschland verzeichnete als einziges G7-Land eine leichte wirtschaftliche Kontraktion (-0,3 Prozent) und hat damit erheblich dazu beigetragen, dass das BIP in der Euro-Region lediglich unterdurchschnittlich um 0,5 Prozent zulegte. In Japan lag das Wirtschaftswachstum dagegen mit 1,9 Prozent leicht über dem Durchschnitt.

Die Wirtschaftsleistung der Schwellen- und Entwicklungsländer ist 2023 im Durchschnitt um 4,1 Prozent gestiegen. Wie bereits im Vorjahr legte das indische BIP weit überdurchschnittlich um 6,7 Prozent zu und ist damit erneut stärker gewachsen als das chinesische, das immerhin 5,2 Prozent höher ausfiel. In Russland hat die Wirtschaftsleistung laut IWF um 3,0 Prozent zugenommen, obwohl viele westliche Staaten wegen des Kriegs in der Ukraine Sanktionen gegen das Land verhängt haben.

Für 2024 erwarten die IWF-Ökonomen ein Wachstum der Weltwirtschaft um 3,1 Prozent und 2025 könnte die globale Wirtschaft um 3,2 Prozent zulegen. Dabei könnten sich Industrieländer (2024: +1,5 Prozent; 2025: +1,8 Prozent) und Schwellenländer (2024: +4,1 Prozent; 2025: +4,2 Prozent) im jeweiligen Durchschnitt ähnlich entwickeln wie im vergangenen Jahr. Die US-Wirtschaft könnte etwas an Dynamik verlieren (2024: +2,1 Prozent; 2025: +1,7 Prozent), während es im Euro-Raum leicht aufwärts gehen könnte (2024: +0,9 Prozent; 2025: +1,7 Prozent). Unter den Schwellenländern dürften Indien erneut am stärksten wachsen (2024: +6,5 Prozent; 2025: +6,5 Prozent) und China weiter an Fahrt verlieren (2024: +4,6 Prozent; 2025: +4,1 Prozent).

Bemerkenswert erscheint vor allem das trotz der deutlichen Leitzinserhöhungen unerwartet robuste Wachstum in den USA, das mehrere Gründe haben dürfte: So profitiert die US-Wirtschaft vom derzeitigen Boom der sogenannten "künstlichen Intelligenz" (KI), der wesentlich von den Entwicklungen einiger großer US-Technologieunternehmen getragen wird. Außerdem profitieren die USA auf unterschiedliche Weise vom Krieg in der Ukraine, von den damit zusammenhängenden Sanktionen gegen Russland und von einem wachsenden Misstrauen westlicher Politiker gegenüber China. Diese Entwicklungen haben unter anderem der US-Rüstungsindustrie einen kräftigen Nachfrageschub beschert und dazu beigetragen, dass die USA zum welt-weit größten Exporteur von (relativ teurem) Flüssiggas (LNG) aufgestiegen sind.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der insgesamt stabilen Wachstumsaussichten sind einige Risiken für die weitere Wirtschaftsentwicklung zuletzt in den Hintergrund gerückt:

Die Inflation in den westlichen Industrieländern könnte sich als hartnäckiger erweisen als derzeit erwartet. In diesem Fall könnten die erhofften Leitzinssenkungen der Notenbanken später erfolgen und/oder geringer ausfallen als derzeit erwartet, so dass höhere Zinsen das Wirtschaftswachstum länger bremsen würden.

Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie zunehmende geopolitische Spannungen insbesondere zwischen den USA und China bergen erhebliche Risiken. Diese könnten dadurch noch gesteigert werden, dass 2024 einige wichtige Wahlen anstehen - unter anderem die Präsidentschaftswahl in den USA. Angesichts der ohnehin komplexen und gefährlichen politischen Lage könnten hieraus selbst ohne eine weitere Eskalation militärischer Konflikte spürbare Belastungen für internationale Handelsbeziehungen und die Weltwirtschaft folgen.

Die hohe Verschuldung vieler Staaten, Unternehmen und Privathaushalte könnte angesichts der gestiegenen Zinsen die Wirtschaft belasten, weil sie finanzielle Spielräume einschränkt und zu einem Anstieg der Kreditausfälle und Unternehmenspleiten führen kann.

Die von einem Gericht in Hongkong angeordnete Auflösung des mit rund 300 Milliarden Euro verschuldeten chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande hat neuerliche Sorgen über den Zustand des chinesischen Immobilienmarktes geschürt.

Negative Reaktionen der Kapitalmärkte auf konjunkturelle Entwicklungen oder Aktivitäten der Notenbanken und Regierungen könnten zu Liquiditätsengpässen und Fehlfunktionen wichtiger Märkte führen, die auch die Realwirtschaft belasten würden.

1 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024

2.2 Kapitalmarktentwicklung

Das erwartete Ende der Leitzinserhöhungen führender westlicher Notenbanken, zunehmende Hoffnungen auf mehrere Zinssenkungen bereits in diesem Jahr und das Ausbleiben der von vielen Experten erwarteten Rezession in den USA haben dazu beigetragen, dass die meisten wichtigen Aktienmärkte 2023 deutliche Kursgewinne verzeichneten.

In den ersten drei Quartalen haben vor allem einige hoch kapitalisierte US-Technologieaktien die Börsen nach oben getrieben: Diese sogenannten "glorreichen Sieben" ("Magnificent Seven"; gemeint sind die US-Unternehmen Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla) profitierten von der Hype um KI und erreichten teilweise Marktwerte weit über der Billionen-Dollar-Marke. Als zurzeit wertvollstes Unternehmen der Welt hatte alleine Microsoft Ende Februar 2024 einen Börsenwert von mehr als drei Billionen US-Dollar. Gegen Jahresende kam es an vielen wichtigen Börsen zu einer Rally, die auch Aktien aus anderen Branchen deutlich nach oben trieb. Dabei haben einige viel beachtete Marktindizes, wie der Dow Jones Industrial, der Nasdaq 100 und der DAX, neue historische Höchststände erreicht.

Der MSCI World Index gewann 2023 auf Dollar-Basis insgesamt rund 24,4 Prozent hinzu, der US-Standardwerteindex S&P 500 stieg um 24,2 Prozent, der japanische Nikkei 225 sogar um 28,2 Prozent; der Euro Stoxx 50 legte um 19,2 Prozent zu, der deutsche Leitindex Dax um 20,3 Prozent (jeweils auf Basis der Landeswährung). Die durchschnittliche Entwicklung der Schwellenländer-Börsen fiel weniger gut aus, weil die schlechte Performance der chinesischen Märkte und die geringe Dynamik der Weltwirtschaft und des Welthandels sich hier negativ ausgewirkt haben. Immerhin stieg der MSCI Emerging Markets Index auf Dollar-Basis um fast 10,3 Prozent.

Auf den Rentenmärkten kam es infolge der restriktiveren Geldpolitik wichtiger Notenbanken vor allem im Sommer und Herbst 2023 zu einem deutlichen Renditeanstieg und entsprechenden Kursverlusten, ehe zum Jahresende Spekulationen auf baldige Leitzinssenkungen eine entgegengesetzte Bewegung auslösten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist von etwa 3,4 Prozent Anfang Mai bis Mitte Oktober auf rund fünf Prozent gestiegen und dann bis zum Jahresende wieder auf etwa 3,9 Prozent gefallen. Die Umlaufrendite deutscher Anleihen hat sich ähnlich entwickelt: Sie erreichte Mitte Oktober einen Jahreshöchststand bei 2,9 Prozent und fiel bis Ende Dezember auf rund 2,0 Prozent zurück.

Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Märkte zuletzt vor allem von Hoffnungen auf Leitzinssenkungen und ein weiterhin stetiges Wirtschaftswachstum sowie von einer anhaltenden Euphorie um KI beflügelt wurden. Bei vielen Anlegern scheint sich eine positive Grundstimmung durchgesetzt zu haben, die negative Entwicklungen und Risiken weitgehend ausblendet. In einer solchen Situation kommt es auf den Kapitalmärkten oft zu Übertreibungen, die stärkere Korrekturen nach sich ziehen können. Investoren sollten daher darauf achten, ihre Wertpapierportfolios sorgfältig und mit Bedacht an ihre persönliche Risikotragfähigkeit anzupassen.

2.3 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Für Vermögensverwalter in Deutschland war 2023 insgesamt ein gutes Jahr: Deutliche Kursgewinne auf den wichtigsten Aktienmärkten und moderate Zuflüsse neuer Kundengelder ließen die verwalteten Vermögen steigen. Nach Angaben des BVI Bundesverband Investment und Asset Management 2 betrug das von der Investmentbranche betreute Vermögen in Deutschland Ende 2023 rund 4.149 Milliarden Euro. Das bedeutet eine Steigerung um etwa neun Prozent gegenüber dem Vorjahr und eine Annäherung an den bisherigen Höchststand von 4.311 Milliarden Euro, der Ende 2021 erreicht worden war. Obwohl mit rund 63 Milliarden Euro weniger als 20 Prozent der 2023 erzielten Zuwächse auf Zuflüsse neuer Kundengelder zurückzuführen waren, sprachen BVI-Vertreter von einem "beachtlichen Neugeschäft". Auch 2024 sei der Fondsabsatz "positiv gestartet", was nicht zuletzt an der guten Stimmung an den Aktienmärkten seit Ende vergangenen Jahres liege.

Bei den offenen Publikumsfonds verzeichneten Aktien- und Rentenfonds 2023 nach BVI-Angaben Netto-Mittelzuflüsse von jeweils mehr als zwölf Milliarden Euro, während aus den in den vorhergehenden Jahren stark nachgefragten Mischfonds netto rund 15,5 Milliarden Euro abgeflossen sind. Trotz der wieder gestiegenen Zinsen spricht zurzeit also nichts dafür, dass deutsche Privatanleger ihre Engagements in Aktien und Anleihen beispielsweise zu Gunsten fest verzinslicher Bankprodukte reduzieren. Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang, dass bei Aktienfonds rund 79 Prozent und bei Rentenfonds etwa 62 Prozent der vom BVI erfassten Netto-Mittelzuflüsse auf ETFs entfielen.

Ein Grund für die steigende Popularität von ETFs und die anhaltend starke Nachfrage nach Aktien könnte in demografischen Veränderungen der Anlegerstruktur liegen: Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) 3 hat sich die Zahl junger Aktiensparerinnen und -sparer (14 bis 39 Jahre) in den vergangenen zehn Jahren auf rund 3,6 Millionen verdoppelt. Damit stammten Ende 2023 bereits mehr als 29 Prozent aller privaten Aktienanleger in Deutschland aus dieser Altersgruppe. Außerdem sind ETFs unter diesen Anlegern populärer als in den anderen Alterskohorten: Während unter den Jüngeren 35 Prozent ETFs nutzen, liegt dieser Anteil in den Altersgruppen ab 40 Jahren lediglich bei 17 Prozent. In Deutschland aktive, digitale Vermögensverwalter könnten von dieser Entwicklung profitieren und sie weiter vorantreiben: Als vergleichsweise junge Dienstleister setzen sie bei der Verwaltung ihrer Kundengelder überwiegend oder ausschließlich auf ETFs.

Allerdings ist der deutsche Markt für digitale Vermögensverwalter, auch Robo-Advisors genannt, weiterhin unübersichtlich, da zahlreiche Anbieter keine (regelmäßigen) Angaben zur Höhe des von ihnen betreuten Vermögens und der Zahl ihrer Kunden veröffentlichen. Die entsprechenden Schätzungen verschiedener Marktbeobachter (z.B. Brokervergleich 4 oder extraETF 5 ) gehen daher weit auseinander und sind mit einer gewissen Vorsicht zu interpretieren: So dürfte das von Robos verwaltete Vermögen 2023 hierzulande irgendwo zwischen 12 und 25 Milliarden Euro gelegen haben. Nach Angaben des Research-Portals Statista könnten Robo-Advisors in Deutschland Ende 2024 rund 17,4 Milliarden Euro verwalten. Dieses Vermögen könnte bis 2027 um jährlich rund 8,3 Prozent auf etwa 22,1 Milliarden Euro steigen, wobei die Anzahl der Kunden dann bei rund 270.000 liegen könnte.

Weltweit könnten Robo-Advisors laut Statista 6 2024 ein Vermögen von insgesamt gut 1,70 Billionen US-Dollar verwalten, wovon fast 81 Prozent auf den US-Markt entfallen. Bis 2027 könnte dieses Vermögen um jährlich 8,1 Prozent auf rund 2,27 Billionen US-Dollar steigen. Welches Potenzial Robo-Advisors haben können, zeigt ein Blick auf den mit Abstand größten Markt in den USA: Dort hat allein der Marktführer Vanguard Robo-Advisors im Herbst 2023 gut 206 Milliarden US-Dollar für 1,1 Millionen Kunden verwaltet. Die unabhängigen, reinen Robo-Advisors Betterment und Wealthfront betreuten immerhin Vermögen in Höhe von 26,8 und 21,4 Milliarden US-Dollar. Allerdings lassen sich solche Zahlen nicht mit den Verhältnissen in den nach wie vor stark fragmentierten europäischen Kapitalmärkten vergleichen. Berücksichtigt man zudem, dass alleine Vanguard weltweit Kundengelder in Höhe von mehr als acht Billionen US-Dollar verwaltet, erscheint der Markt für Robo-Advisors auch in den USA vor allem als eine lukrative, dynamisch wachsende Marktnische. Derzeit spricht viel dafür, dass er diese Rolle auch in Europa und Deutschland spielen kann.

2 https://www.bvi.de/uploads/tx_bvibcenter/2023_06_30_BVI-Jahrbuch_2023_7955_3.pdf

3 https://www.dai.de/aktionaerszahlen/

4 https://www.brokervergleich.de/robo-advisor/#aum-kunden

5 https://de.extraetf.com/wissen/robo-advisor-markt-in-deutschland

6 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/739912/umfrage/entwicklung-des-verwalteten-vermoegens-der-robo-advisors-weltweit/

2.4 Geschäftsentwicklung

Die Prognosen des Vorjahres, im 2023 das verwalteten Kundenvermögens im höheren zweistelligen Prozentbereich zu steigern mit entsprechendem Niederschlag auf das Provisionsergebnis konnte teilweise erfüllt werden. In 2023 konnten Kundenzahl, Anlagevolumen und das Provisionsergebnis gesteigert, jedoch nicht im erwarteten Maße. Dies war insbesondere zurückzuführen auf Vertriebspartnerschaften, deren Realisierung sich zeitlich verzögerte. Nichtsdestotrotz wurde die Prognose, ein positives Jahresergebnis auszuweisen, erreicht.

2.4.1 Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme betrug zum Bilanzstichtag EUR 1.265.445,50 (Vorjahr: EUR 1.331.625,37). Die Vermögensgegenstände setzen sich aus Forderungen an Kreditinstitute i.H.v. EUR 1.065.428,43 (Vorjahr: EUR 1.167.740,31), Forderungen an Kunden i.H.v. EUR 188.614,90 (Vorjahr: EUR 159.483,06) und sonstigen Vermögensgegenständen i.H.v. EUR 11.402,17 (Vorjahr: EUR 4.402,00) zusammen.

Das bilanzielle Eigenkapital betrug am Bilanzstichtag EUR 491.221,09 (Vorjahr: EUR 274.498,62). Im Berichtsjahr erfolgte eine Einzahlung der Gesellschafterin in die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 200.

Die sonstigen Verbindlichkeiten i.H.v. EUR 681.626,74 (Vorjahr: EUR 929.538,02) bestehen im Wesentlichen gegenüber Kooperationspartnern sowie aus der Verrechnung konzerninterner Leistungen.

Die Rückstellungen in Höhe von EUR 27.587,00 (Vorjahr: EUR 74.651,41) beinhalten insbesondere Rückstellungen für Jahresabschlusskosten und -prüfung.

Im Geschäftsjahr 2023 war die Liquiditätslage der Gesellschaft jederzeit geordnet, die Zahlungsfähigkeit war stets gewähr-leistet.

2.4.2 Ertragslage

Aufgrund der Erhöhung von Kundenzahl und Gesamtanlagevolumen stiegen die Erträge im Geschäftsjahr 2023 an. Die Provisionserträge betrugen EUR 1.740.335,93 (Vorjahr: EUR 1.497.601,61) und stammen ausschließlich aus der Finanzportfolioverwaltung.

Die Provisionsaufwendungen betrugen EUR 1.063.434,07 (Vorjahr: EUR 241.201,73).

Die Verwaltungsaufwendungen betrugen EUR 663.279,58 (Vorjahr: EUR 1.273.442,47) und beziehen sich überwiegend auf andere Verwaltungsaufwendungen. Im Vergleich zum Vorjahr werden die Vergütungen gegenüber den Gesellschaften Morningstar und flatexDEGIRO Bank AG anstatt im anderen Verwaltungsaufwand im Provisionsaufwand ausgewiesen (T€ 910; Vj.: T€ 847).

Im Geschäftsjahr 2023 konnte ein Jahresüberschuss in Höhe von EUR 16.722,47 erzielt werden (Vorjahr: Jahresfehlbetrag von EUR 38.289,88).

Die Ertragslage hat sich somit hinsichtlich Provisionsergebnis sowie hinsichtlich Erzielung eines Jahresüberschusses, entsprechend der Planung entwickelt.

2.4.3 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die laufende Unternehmenssteuerung erfolgt auf Basis der Analyse von monatlich erstellten betriebswirtschaftlichen Auswertungen sowie auf Basis des Cash-Flows. Dabei ermittelt die Gesellschaft regelmäßig die Basis und Höhe seiner laufenden Kosten und spiegelt diese gegenüber den erwarteten Erträgen wider. Zusätzlich hat die Gesellschaft einen Prozess zur Planung des zukünftigen Kapitalbedarfs eingerichtet. Hierdurch wird sichergestellt, dass das Institut auch langfristig über eine ausreichende Kapitalausstattung verfügt. Grundsätzlich richtet sich die Gesellschaft nicht an kurzfristigen Entwicklungen des Marktes aus. Das Ziel ist vielmehr, die hohe Qualität unserer Dienstleistungen auch in einem ggf. schwierigen Marktumfeld sicher-stellen zu können. Die Entwicklung einer guten Reputation und einer bekannten Marke ist von besonderer Wichtigkeit für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft. Ebenso wie das für unsere Kunden erzielte Resultat - die Performance des betreuten Vermögens bei einem optimalen Risiko-Rendite-Verhältnis. Auch in diesem Bereich konnte die Gesellschaft im 2023 für ihre Kunden überdurchschnittliche Werte erzielen.

2.4.4 Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und die Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der Whitebox GmbH hat, sind nicht eingetreten.

3 Risikobericht

Bestandteil der ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation der Gesellschaft sind die klare Kompetenzzuordnung, Organisationsstrukturen und -anweisungen. Ferner hat die Gesellschaft nach Maßgabe der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) zur Überwachung und Steuerung ihrer Risiken ein Risikomanagement- und Risikocontrollingsystem eingerichtet, dessen Ausgestaltung sich nach Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt der Geschäftstätigkeit richtet.

3.1 Risikomanagement

Das Finanzdienstleistungsinstitut verfügt über ein angemessenes System zur Risikosteuerung und Risikoüberwachung.

Dieses ist darauf ausgerichtet, Risiken rechtzeitig zu identifizieren und gegensteuernde Maßnahmen im Sinne eines aktiven Risikomanagements und -controllings einzuleiten. Die von der Gesellschaft vorgehaltenen Regelungen sehen vor, die angewandten Methoden zur Messung, Steuerung und Aggregation aller Risikoarten kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Das Risikocontrolling beinhaltet die Identifizierung, Quantifizierung, Limitierung und Überwachung sowie die Berichterstattung über die Risiken. Die Funktionsfähigkeit und Angemessenheit aller Risikocontrolling- und Risikomanagementaktivitäten wer-den durch die Interne Revision geprüft.

Die Gesellschaft hat gemäß den Anforderungen der MaRisk eine Trennung der Risikosteuernden und -überwachenden Organisationseinheiten von den Marktbereichen eingehalten.

Neben der fortlaufenden Messung und Steuerung von Risiken im täglichen Geschäft werden regelmäßig Stresstests durchgeführt. Diese konzentrieren sich insbesondere auf ausgewählte Konstellationen aus dem Ertragsrisiko. Es werden verschiedene Fälle untersucht, die Einfluss auf das betreute Vermögen und somit auf die Ertragssituation der Gesellschaft haben könnten.

Die Geschäftsführung erachtet die Verfahren zur Identifikation, Steuerung, Überwachung und Meldung der Risiken, denen das Institut ausgesetzt ist, als angemessen. Die eingerichteten Regelungen, Strategien und Verfahren zur Ermittlung der Risikotragfähigkeit des Instituts gewährleisten eine vorsichtige Ermittlung der Risiken sowie der Risikodeckungspotenziale. Insofern erscheint im Gesamtbild die Risikolage als kontrolliert und der weiteren Entwicklung des Instituts nicht entgegenzustehen.

3.2 Risikoarten

Die folgenden Risiken wurden als wesentlich eingestuft:

3.2.1 Adressausfallrisiko

Unter Adressausfallrisiko wird das Risiko verstanden, dass bestimmte Forderungen und Außenstände bei bestimmten Adressen nicht mehr beizubringen sind, weil diese an Bonität verlieren oder gänzlich als Zahlungsadressat ausfallen.

Das Risiko der Nichtrealisierbarkeit von Honorarforderungen von Whitebox gegenüber den Kunden ist auf Grund der Kundenstruktur (Streuung auf Vielzahl von Privatkunden) als gering einzustufen. Da die Gebühren einmal pro Monat erhoben und direkt vom Kundenkonto eingezogen werden, reduzieren sich Umfang und Risiko erheblich und sind damit vernachlässigbar. Whitebox vergibt keine Kredite und betreibt keine Eigengeschäfte. Die Gesellschaft legt ihre Eigenmittel nur bei Einlagenkreditinstituten hinreichender Bonität an. Bei Ratingänderungen oder Kenntnisnahme anderweitiger Risiken, wird die Geschäftsleitung über Umschichtungen entscheiden.

3.2.2 Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet allgemein die Möglichkeit, dass ablaufende Verpflichtungen gegenüber Kunden oder Dritten nicht planmäßig refinanziert oder erneuert werden können.

Whitebox nimmt keine Barmittel oder Einlagen von Kunden entgegen und ist nicht im Bereich des Einlagengeschäfts tätig. Um sicherzustellen, dass Whitebox ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen kann, werden die Bankkontostände überwacht. Zudem ist die Gesellschaft in die laufende Liquiditätsplanung der Muttergesellschaft einbezogen.

3.2.3 Marktpreisrisiko

Das Marktpreisrisiko bezeichnet mögliche Wertveränderungen der vom Institut gehaltenen Positionen als Folge der Veränderung von Marktpreisen einzelner Anlagen und umfasst das Zinsänderungsrisiko, Aktien- und Wertpapierkursrisiko, sonstige Preisrisiken, sowie das Währungsrisiko.

Whitebox hält keine Marktpositionen und ist weder im Eigenhandel tätig, noch erbringt die Gesellschaft Eigengeschäfte. Whitebox hat sich als Nichthandelsbuchinstitut eingestuft. Vermögenswerte von Kunden nimmt die Gesellschaft nicht entgegen. Whitebox unterliegt daher keinen direkten Marktpreisrisiken. Das Markpreisrisiko kann allerdings (mittelbar) Auswirkungen auf die Wertentwicklung des verwalteten Depotvolumens und damit auf die Erträge haben. Das Risiko, dass die Honorare für die Vermögensverwaltung mit dem verwalteten Vermögen schwanken, wird als Teil des Ertragsrisikos qualifiziert.

3.2.4 Ertragsrisiko

Das Ertragsrisiko bezeichnet das Risiko des Instituts, die auflaufenden Kosten nicht durch Erträge langfristig decken zu können.

Whitebox unterliegt einem Ertragsrisiko. Dieses Risiko kann sich realisieren, indem Kunden die Beauftragung der Gesellschaft widerrufen, Kundenvermögen gekündigt werden und das Institut dauerhaft Ertragsquellen verliert. Darüber hinaus kann das Volumen des verwalteten Kundenvermögens sich aufgrund des (mittelbaren) Marktpreisrisikos verringern, so dass die Vergütung der Gesellschaft entsprechend sinken würde.

Das Ertragsrisiko wird durch striktes Kostencontrolling gesteuert. Bereits zur Erfüllung seiner aufsichtsrechtlichen Vorgaben zur Eigenmittelunterlegung erfasst die Gesellschaft die laufenden Kosten. Die Geschäftsleitung spiegelt die laufenden Kosten kontinuierlich gegenüber den erwarteten Erträgen und wird kurzfristig Gegenmaßnahmen ergreifen, sofern aus Ertragsrisiken Kostenreduzierungen und/oder (Eigenkapital-)Finanzierungsrunden notwendig sind.

3.2.5 Operationelle Risiken

Das Institut definiert das operationelle Risiko als Gefahr von Verlusten, die in Folge von Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder von externen Ereignissen eintreten. Insgesamt werden die operationellen Risiken als die größten Risiken für das Institut angesehen. Zur Steuerung der operationellen Risiken ist die Beachtung der Compliance-Vorgaben entscheidend. Eine Compliance-Organisation ergibt sich aus den entsprechenden Beschlüssen und Entscheidungen der Geschäftsleitung. Weiterhin hat die Geschäftsleitung ein Organisationshandbuch erstellt, in dem die wesentlichen Organisations- und Ablaufprozesse definiert sind. Die wesentlichen Operationellen Risiken sind im Einzelnen:

Reputationsrisiko:

Das Reputationsrisiko bezeichnet die Möglichkeit, dass in der öffentlichen Wahrnehmung oder der Kundenwahrnehmung die Kompetenz oder Integrität der Gesellschaft oder der gesamten Berufsgruppe unabhängiger Vermögensverwalter durch Fehl-verhalten maßgeblich gestört wird. Der Bereich Vermögensverwaltung hat Vertrauen der Kunden zur Voraussetzung. Zweifelhaftes Geschäftsgebaren kann zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit führen.

Reputationsrisiken sind nicht messbar und schwer bewertbar. Das Institut steuert das Reputationsrisiko durch eine innere Verpflichtung zur korrekten Einhaltung der Compliance-Vorgaben. Die Einhaltung von aufsichtsrechtlichen Anforderungen und sonstigen rechtlichen Vorschriften (Compliance) ist notwendige Voraussetzung, um Reputationsrisiken zu begegnen. Auch eine strikte Verpflichtung der Mitarbeiter auf Compliance-Vorgaben soll Reputationsrisiken vorbeugen (siehe dazu nachfolgend Personalrisiko). Durch ein aktives Beschwerdemanagement sollen frühzeitig Reputationsrisiken für das Institut erkannt wer-den. Sofern Mitarbeiter oder die Geschäftsleitung feststellen, dass Gefahren für die Reputation des Unternehmens begründet werden, werden unverzüglich entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung des Reputationsrisikos eingeleitet.

Personalrisiko:

Personalrisiken sind der Ausfall von Mitarbeitern durch Austritt oder Krankheit, sowie fehlende Leistungsbereitschaft von Mit-arbeitern, strafbare Handlungen durch Mitarbeiter, ebenso wie der falsche Einsatz von Mitarbeitern. Die Dienstleistungen der Gesellschaft gegenüber Kunden sind sensibel. Motivation, Qualifikation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter sind für die Gesellschaft von hoher Wichtigkeit.

Das Institut steuert das Personalrisiko durch einen qualifizierten Personalauswahlprozess. In diesen Prozess können externe Dienstleister einbezogen werden. Mitarbeiter erhalten regelmäßige interne und externe Schulungen. Durch regelmäßige Personalgespräche prüft die Geschäftsleitung die Zufriedenheit, Leistungsbereitschaft und Risikoaffinität aber auch Zuverlässigkeit der Mitarbeiter. Das Entlohnungssystem basiert aktuell auf reinen Fest-/Zeitbezügen, so dass durch das Fehlen eines erfolgsabhängigen Vertriebsdrucks auch kein Anreiz für das Eingehen erhöhter Risiken für das Institut besteht.

Rechtsrisiko:

Rechtsrisiken umfassen das Risiko nachteiliger Wirkungen durch neue gesetzliche Regelungen, Unwirksamkeit oder Mangel-haftigkeit vertraglich vereinbarter Bestimmungen, sowie deren mangelnde Durchsetzbarkeit vor Gericht.

Aus der rechtlichen Dokumentation müssen sich das genaue Leistungsspektrum und der Erwartungshorizont des Kunden gegenüber der Gesellschaft ergeben. Haftungsrisiken sollen durch geeignete Dokumentation soweit wie möglich ausgeschlossen werden. Die Steuerung der Rechtsrisiken erfolgt durch Orientierung an Branchenstandards. Durch das Beschwerdemanagement des Instituts und Einschaltung externer Rechtsanwälte wird bestehenden Rechtsrisiken frühzeitig entgegengewirkt. Weiterhin sind Prozess- und Rechtsrisiken über eine D&O/E&O-Police abgesichert.

IT-Risiko:

IT-Risiken beziehen sich darauf, dass Umfang und Qualität von datenverarbeitenden IT-Systemen und zugehörigen IT-Prozessen sich nicht an betriebsinternen Erfordernissen, den Geschäftsaktivitäten sowie an der Risikosituation orientieren oder nicht die Integrität, Verfügbarkeit, Authentizität sowie Vertraulichkeit der Daten sicherstellen.

Der Informationssicherheitsbeauftragte stellt sicher, dass die relevanten Themen dokumentiert sind, Zuständigkeiten klar sind und ein Notfallmanagement eingerichtet ist. Der Informationsverbund wird regelmäßig in Bezug auf das Risiko dahingehend überprüft, ob die vorhandenen Maßnahmen die genannten Schutzziele erfüllen oder Anpassungsbedarf besteht.

3.2.6 Nachhaltigkeitsrisiko:

Nach den Vorgaben der BaFin aus dem Merkblatt 12/2019 sind die Steuerung von Nachhaltigkeitsrisiken im Sinne von Good-Practice Verfahrensweisen zu verstehen, die die Gesellschaft anwendet. Hierbei berücksichtigt die Gesellschaft auch jeweils die gültigen Vorgaben aus den MaRisk unter Berücksichtigung des Proportionalitätsgrundsatzes.

Als Nachhaltigkeitsrisiken werden Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung verstanden, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erheblich negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation eines Unternehmens haben können, wobei klimabezogene Risiken in Form von physischen Risiken (bspw. Klimawandel) und Transitionsrisiken (bspw. Klimapolitik) mit einbezogen sind.

Die Gesellschaft orientiert sich in Bezug auf Nachhaltigkeitsrisiken an den Vorgaben der BaFin aus dem Merkblatt 12/2019 zu deren Umgang. Dabei beachtet die Gesellschaft alle Ziele, die in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (nachfolgend: "ESG-Ziele" genannt) von der BaFin im vorgenannten Merkblatt aufgeführt sind und die auf die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (https://unric.org/de/17ziele/) zurückzuführen sind.

Nachhaltigkeitsrisiken im Bereich Klima- und Umweltrisiko

Im Bereich Klima- und Umweltrisiken sind insbesondere die nachfolgend erläuterten physischen und transitorischen Risiken zu beachten.

Physische Risiken können sowohl direkt als auch indirekt eintreten und beziehen sich sowohl auf einzelne Extremwetterereignisse und deren Folgen als auch in Bezug auf langfristige Veränderungen klimatischer und ökologischer Bedingungen. Beispiel sind hier Hitze- und Trockenperioden, Überflutungen, Stürme, Hagel, Waldbrände, Veränderung von Niederschlagshäufigkeit- und -mengen, Wetterunbeständigkeit, Meeresspiegelanstieg, Anstieg der Durchschnittstemperaturen sowie Zusammenbruch von Lieferketten, usw.

Transitorische Risiken bestehen im Zusammenhang mit der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft (z.B. politische Maßnahmen zur CO 2 Reduktion, die mit der Verteuerung und/oder Verknappung fossiler Energieträger verbunden sind, wie Vereinbarung zum Kohleausstieg, CO 2 -Steuer, usw.) und verwirklichen sich durch finanzielle Verluste, die den jeweils betroffenen Wirtschaftsbeteiligten direkt oder indirekt als Folge des Prozesses zur Anpassung an eine kohlenstoffarme Wirtschaft entstehen.

Bei den Risiken ist zu berücksichtigen, dass zwischen diesen Interdependenzen bestehen, d.h. eine gegenseitige Abhängigkeit und Beeinflussung vorliegt.

Das Risikomanagement prüft, inwieweit bei neuen Produkten und Geschäftsfeldern Nachhaltigkeitsrisiken im Bereich Klima- und Umweltrisiko die bestehenden Risikoarten erfassen und pflegt diese zusätzlich unter der jeweiligen Risikoart in das Risikomanagement-System ein.

Nachhaltigkeitsrisiken in den Bereichen Soziales und Unternehmensführung

Auch in den Bereichen Soziales und Unternehmensführung können Nachhaltigkeitsrisiken durch Ereignisse, Entwicklungen und Verhaltensweisen eintreten, die negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens entfalten, wenn die Wahrscheinlichkeit des Eintritts derartiger Ereignisse nicht hinreichend in die Bewertung der betroffenen Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten eingepreist ist. Auch Auswirkungen auf die Reputation sind möglich, die nachfolgend separat behandelt werden. Soziale Risiken sind auch durch negative Auswirkungen auf die Anteilseigner von Unternehmen gekennzeichnet. Dazu gehören beispielsweise erfolgreiche Schadensersatzklagen in Milliardenhöhe gegen Hersteller von Zigaretten, Bußgeldzahlungen wegen hinterzogener Steuern bzw. zu Unrecht erhaltener Erstattungen, Scheitern einer Baugenehmigung für ein Großprojekt wegen Nichtberücksichtigung von Landrechten indigener Einwohner, usw.

Nachhaltigkeitsrisiken im Bereich Soziales werden grundsätzlich durch die Beachtung der Einhaltung von Vorschriften zu arbeitsrechtlichen und sozialen Standards, Schaffung einer nachhaltigen Kultur in Bezug auf den Arbeitsplatz sowie Beachtung von internen Vorschriften zum Gesundheitsschutz sowie nachhaltige Vorgaben bei der Einführung neuer Produkte minimiert. Da die Gesellschaft derzeit über keine eigenen Mitarbeiter verfügt, verpflichtet sich die Gesellschaft, die vorgenannten Grundsätze ab Einstellung von Personal verbindlich zu beachten.

Nachhaltigkeitsrisiken im Bereich der Unternehmensführung werden durch Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen strafbaren Handlungen, nachhaltigen Maßnahmen im Bereich der Vergütungspolitik sowie Unterhaltung eines Nachhaltigkeitsmanagements durch die Geschäftsführung minimiert. Daneben erfolgt der Schutz von personenbezogenen Daten durch das implementierte Datenschutzkonzept.

Nachhaltigkeitsrisiken im Zusammenhang mit der Reputation

Das Reputationsrisiko stellt ein wesentliches Risiko im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsrisiken dar. Zum einen kann als Folge eines Nachhaltigkeitsrisikos im Bereich Soziales und Unternehmensführung ein Reputationsrisiko entstehen, zum anderen ist dessen Eintritt allein aufgrund der Geschäftsbeziehung mit einem Unternehmen möglich, welches selbst einem Nachhaltigkeitsrisiko ausgesetzt ist. Daneben sind Reputationsrisiken auch durch mangelnde Aktivitäten in Bezug auf die Wahrnehmung des Unternehmens nach innen und außen möglich.

Die Gesellschaft steuert Reputationsrisiken über einen qualitativen Ansatz. Mögliche Reputationsrisiken werden dabei durch die Geschäftsführung überwacht und soweit möglich, im Rahmen des Weiteren Angebots von Dienstleistungen, berücksichtigt.

3.3 Stresstests

Whitebox führt regelmäßig angemessene Stresstests für die wesentlichen Risiken durch, die Art, Umfang, Komplexität und den Risikogehalt der Geschäftsaktivitäten widerspiegeln. Dabei sind die für die jeweiligen Risiken wesentlichen Risikofaktoren zu identifizieren. Die Stresstests haben sich auf die angenommene Risikokonzentration und Diversifikationseffekte innerhalb und zwischen den Risikoarten zu erstrecken. Dabei werden auch außergewöhnliche, aber plausibel erscheinende Ereignisse abgebildet.

Operationelle Risiken werden mit maximal 20 Prozent des Gesamtrisikos eingeschätzt. Maßgebliche Risiken von Whitebox sind Liquiditäts- und Ertragsrisiko. Durch die Geschäftsleitung wird im Rahmen der Stresstests kontinuierlich die Nicht-Erfüllung der Planzahlen in Bezug auf Neukundengewinnung und durchschnittlichen Depotgrößen sowie der Verlust erheblicher Kundenzahlen (gemessen am Umsatzvolumen und an der Kundenzahl) durchgeführt. Die Ergebnisse der Stresstests werden von der Geschäftsleitung unverzüglich kritisch reflektiert. Dabei ist zu ergründen, inwieweit und welcher Handlungsbedarf besteht. Insbesondere sind bei der Feststellung steigender Risiken Vorkehrungen zu treffen und Gegenmaßnahmen zu definieren. Hier kann auf die obigen Ausführungen zu den Liquiditäts- und Ertragsrisiken verwiesen werden.

4 Chancenbericht

Wir sehen einige Entwicklungen, die für die weitere Verbreitung unseres Geschäftsmodells und Whitebox Chancen bieten:

Insbesondere für unsere Zielkundschaft, das sogenannte (Pre-)/Affluent-Segment, ist das typische Angebot traditioneller Finanzdienstleister entweder suboptimal und/oder nicht zugänglich. Eine hochqualitative Vermögensverwaltung steht - wenn überhaupt - üblicherweise erst Personen mit siebenstelligen freien Mitteln zur Verfügung. Ansonsten ist das Affluent-Segment auf das typische Retailangebot beschränkt, dass sich häufig durch reinen Produktvertrieb und hohe Kosten auszeichnet und/oder die Qualität der gebotenen Beratung zu wünschen übriglässt.

Doch auch die Zufriedenheit mit und das Vertrauen in traditionelle Vermögensverwaltungsdienstleistungen verharrt auf tiefem Niveau. Viele Menschen sind nicht zufrieden mit der Dienstleistung, fühlen sich schlecht beraten und sie erreichen nicht die Resultate, die sie sich erhofft hatten.

Auch wenn die Deutschen bedauerlicherweise sehr unrentierlich anlegen, die steigende Inflation macht vielen Menschen zu-nehmend bewusst, dass sie über die Zeit - und vor allem im Hinblick auf die Altersvorsorge - den Wert ihres Vermögens sukzessive vernichten. Die Bereitschaft, sich dem Kapitalmarkt zu öffnen, steigt, wenn auch nicht im eigentlich notwendigen Ausmaß.

Ebenso wird vielen Anlegern zunehmend bewusst, dass es bei der Geldanlage auch darauf ankommt, was man nicht dafür ausgibt. Die Kostensensitivität steigt und gleichzeitig haben Anbieter, die für ihre Dienstleistung summa summarum zwei oder mehr Prozent veranschlagen, zunehmend Mühe, diese hohen Kosten zu rechtfertigen. Zumal die Regulierung und Anbieter wie Whitebox kontinuierlich die Transparenz auch in dieser Hinsicht steigern. Im weiteren Sinne gehört zum Kostenthema auch die gesteigerte Bereitschaft, in passive Produkte wie ETFs zu investieren. Man erwartet in den kommenden Jahren einen überproportionalen Anstieg des Marktanteils.

Als externe Faktoren sind vor allem die Regulierung und die wachsende Verbreitung der Nutzung moderner Technologie auch in der Geldanlage zu nennen.

Im Rahmen unserer Kooperationsbemühungen kommt uns schließlich die Tatsache zugute, dass sich viele traditionelle Finanzdienstleister nun aktiv mit dem Thema digitale Anlagelösungen beschäftigen und sich bewusst und aus mannigfaltigen Grün-den für eine Kooperation mit einem digitalen Vermögensverwalter entscheiden. Dabei profitieren wir von unserem umfassenden und im Markt einzigartigen Angebotspaket, das auf sehr positive Resonanz bei bestehenden und möglichen Kooperationspartnern stößt. Dieses hat sich erfolgreich im Markt etabliert und wird auch in 2024 eine Steigerung erfahren.

5 Prognosebericht

Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir eine Steigerung des verwalteten Kundenvermögens im zweistelligen Prozentbereich, das sich unmittelbar im Provisionsergebnis niederschlägt. Wir gehen davon aus, dass ein positives Jahresergebnis ausgewiesen wird.

Im ersten Quartal 2024 konnten wir höhere kundenseitige Kapitalzuflüsse als Abflüsse verzeichnen, wobei die Krise in der Ukraine keinen spürbaren Einfluss auf das verwaltete Anlagevolumen hat.

 

Freiburg, 30. April 2024

Gez. die Geschäftsführung

"Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Whitebox GmbH, Freiburg i. Br.

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Whitebox GmbH, Freiburg i. Br., - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Whitebox GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten An-gaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Schwalbach am Taunus, den 30. April 2024

WPG Müller GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Stephan Müller, Wirtschaftsprüfer

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