Reiser Simulation and Training GmbH

Oberer Lüßbach 29, 82335 Berg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 91963
Vorher
Elektrotechnik Wolfgang Reiser GmbHReiser Systemtechnik GmbHReiser Simulation and Traning GmbH
Eingetragen
8.8.1990
Branche
Luft- und Raumfahrzeugbau für zivile ZweckeHerstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenReparatur und Instandhaltung von zivilen Luft- und Raumfahrzeugen
Gegenstand
Entwicklung und Herstellung von Technologien und Produkten im Bereich der Industrie-, Luft- und Raumfahrt-, Medizin-, Kosmetik-, Prüf- und Simulationstechnik, Handel mit solchen Gegenständen sowie Erbringung von Dienstleistungen in diesem Bereich, weiter Verwaltung und Beteiligung an solchen Unternehmen sowie Übernahme der persönlichen Haftung und Geschäftsführung von solchen Unternehmen, ferner Vornahme aller den Gegenstand des Unternehmens unmittelbar oder mittelbar zu fördern geeigneten Rechtsgeschäfte und Handlungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Helmut Scheel
seit 13.10.2025
Prokura
Florian Reiser
seit 10.7.2023
Prokura
Geschäftsführer
Roswitha Pausch
seit 26.10.2001
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (6)

NameAnteil
47.52%
17.16%
17.16%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
ReiPa Family Office GmbH
Germany
26.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Reiser Simulation and Training GmbH

Berg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Reiser Simulation and Training GmbH, Berg

I. Grundlagen der Gesellschaft

Reiser Simulation and Training GmbH ist ein Hersteller von Komponenten, Trainingsgeräten und Simulatoren für die zivile und militärische Luftfahrt. Im Bereich der Full-Flight Simulatoren hat sich das Unternehmen zunächst auf das Marktsegment Helikopter spezialisiert. Der Absatz der Produkte erfolgt weltweit, zu den Kunden gehören Luftfahrzeughersteller (OEM), Simulatorhersteller (Wettbewerber), Flottenbetreiber, Trainingszentren und militärische Beschaffungsämter.

Die Reiser Simulation and Training GmbH bezieht Produkte und Leistungen im Wesentlichen aus dem deutschen und europäischen Raum.

Das Unternehmen unterhält drei Standorte südlich von München.

Alle technologietragenden Produkte und Leistungen werden bei hoher Fertigungstiefe selbst entwickelt und hergestellt. So konnte allen Kunden stets langfristige Investitionssicherheit gewährleistet werden. Hierbei berücksichtigen wir sowohl kurz- und mittelfristige Anforderungen unserer Kunden wie aber auch die langfristigen Trends und Entwicklung im Trainings- und Ausbildungsmarkt. Die Reiser Simulation and Training investiert pro Jahr ca. 4 % seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Das Unternehmen investiert laufend in Technologie- und Produktentwicklung, sowohl im Hardware-Bereich als auch in Software und in Flugmodelle. Die Produkt- und Leistungsportfolios sind auf Luftfahrzeuge ausgerichtet, die am Anfang ihres Lebenszyklus stehen. Damit ist das Unternehmen in der Lage, seine Technologiebasis nachhaltig und zukunftsorientiert zu nutzen.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Jahr 2023 war die Weltwirtschaft weiterhin starken geopolitischen und ökonomischen Ereignissen ausgesetzt. Ursächlich hierfür war u. a. der andauernde Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, Nachwirkungen der Energiepreiskrise, eine weiterhin hohe Inflation sowie Lieferkettenproblematiken.

Trotz jüngster Preisrückgänge blieben die Preise in allen Wirtschaftsstufen hoch und dämpften das Wirtschaftswachstum. Ungünstige Finanzierungsbedingungen aufgrund steigender Zinsen sowie eine schwächere inländische und ausländische Nachfrage machten sich ebenfalls bemerkbar. Daher setzte die deutsche Wirtschaft ihre Erholung vom erheblichen wirtschaftlichen Einbruch im Pandemiejahr 2020 nicht fort. In Deutschland fiel das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr daher 0,3 % niedriger aus.

Verursacht durch eine Vielzahl an Gründen wie der Coronakrise, Lieferengpässe, Krieg in der Ukraine, etc, eskalierte die Inflationsrate im Jahr 2022 auf einen Rekordwert. Weltweit sahen sich die Zentralbanken dadurch gezwungen ihre zur Verfügung stehenden geldpolitischen Hebel zu nutzen. So hat u. a. die Europäische Zentralbank bereits ab Juli 2022 den Leitzins sukzessive angehoben. Seit September 2023 gilt der durch die EZB festgelegte Leitzins in Höhe von 4,5 %. Letztmalig wurde diese Höhe Anfang der 2000er Jahre erzielt. So konnte zwar die Wachstumsrate der Inflation ab Anfang 2023 kontinuierlich gesenkt werden. Mit einem Durchschnittswert von 5,9 % blieb die Inflationsrate nach dem Rekordjahr 2022 aber auf einem hohen Niveau. Dies führte allerdings in der Konsequenz dazu, dass sich das Finanzierungsumfeld in vielen Regionen deutlich erschwerte.

Des Weiteren übten Engpässe auf den Arbeitsmärkten im Zusammenhang mit dem Verlust an Kaufkraft Druck auf die Lohn- und Gehaltsstrukturen aus. Die Lieferkettenproblematik blieb auch im Jahr 2023 ein bremsender Faktor für die globale Wirtschaft, jedoch besserte sich die Lieferkettensituation gegenüber dem Vorjahr etwas. So erhöhten viele Unternehmen ihre Lagerbestände und initiieren weitere Gegenmaßnahmen, um dem entgegenzuwirken.

In der viel beachteten Rede des Bundeskanzlers Olaf Scholz Anfang 2022 wurde angekündigt, als Auswirkung des Konflikts in der Ukraine ein Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden EUR zur Verfügung zu stellen sowie den jährlichen Verteidigungsetat auf 2 % des BIP aufzustocken. Zwar wurde angekündigt das Sondervermögen möglichst schnell und unkompliziert in die Beschaffung von Ausrüstung und Equipment einfließen zu lassen, die ersten Projekte wurden durch das Ministerium allerdings erst Mitte Dezember 2022 dem Haushaltsausschuss vorgelegt. Bis das Sondervermögen bei der Industrie ankommt wird es daher noch einige Zeit benötigen. Darüber hinaus werden diese Mittel im größeren Umfang für komplexe und überjährige Rüstungsvorhaben vorgesehen, welche im Wesentlichen an die großen Rüstungsunternehmen und Konzerne vergeben werden. Weiterhin muss davon ausgegangen werden, dass die Kaufkraft der 100 Milliarden Euro durch die Inflation weiter abnimmt.

2. Geschäftsverlauf

Trotz des bekannten, allgemein schwierigen Geschäftsumfeld konnte das Unternehmen ein insgesamt sehr erfolgreiches Jahr abschließen. Der aus den Vorjahren gut gefüllte Auftragsbestand führte zu einer durchgängig hohen Auslastung aller Unternehmensbereiche. Alle geplanten Kundenprojekte konnten fertig gestellt und wie geplant ausgeliefert werden.

Im Mai 2023 wurde ein weiterer Full-Flight Simulator für die Typen AW169 und H145 an einen Schweizer Kunden ausgeliefert. Die Komponente H145 D2 wurde im zweiten Halbjahr 2023 erfolgreich von der Schweizer Luftfahrtbehörde nach EASA Level D qualifiziert.

Das in 2022 entwickelte Flugmodel H145 D3 wurde beim ersten Kunden installiert und von der jeweiligen nationalen Luftfahrtbehörde qualifiziert. Alle bestehenden und bereits ausgelieferten Full-Flight Simulatoren können mit dem neuen Flugmodell H145 D3 auf Kundenwunsch nachgerüstet werden.

Die Reiser Training Services GmbH, eine Tochtergesellschaft der Reiser Simulation and Training GmbH, vermietet seit 2018 einen Full-Flight Simulator Level D des Typs H145 and den Kunden ADAC HEMS Academy GmbH. Im ersten Halbjahr 2023 wurde der Full-Flight Simulator an die ADAC HEMS Academy GmbH verkauft. Die Reiser Training Services GmbH wurde nach dem Verkauf des Simulators mit einer weiteren Tochtergesellschaft, der Reiser Flight Training GmbH verschmolzen.

Im Juli wurde Hr. Dr. Johannes Hain zum neuen Geschäftsführer der Reiser Simulation and Training GmbH berufen. Die bisherigen Geschäftsführer Hr. Dr. Roman Sperl und Florian Reiser verbleiben in der Geschäftsleitung und übernehmen die Ressorts Marketing und Sales (Hr. Dr. Roman Sperl) sowie Finanzen und Controlling (Florian Reiser). Zusätzlich zu Michael Holz, der bereits seit 2017 als Leiter Operatives Geschäft Mitglied in der Geschäftsleitung ist, wurde Hr. Martin Keil als Leiter Technologie und Geschäftsfeldentwicklung in die Geschäftsleitung berufen.

Im Geschäftsjahr wurde weiter in die Ausweitung des Produktportfolios investiert. Die Entwicklung des Windensimulators hoistAR (Rescue Hoist Training) wurde erfolgreich abgeschlossen und im ersten Halbjahr 2024 an den ersten Kunden ausgeliefert.

Auch neue Produktentwicklungen wie das Training Management System simplAIR wurden entlang der geplanten Produkt-Roadmap weiter vorangetrieben.

Entlang der ausgelieferten Systeme konnten entsprechende In-Service Support Verträge abgeschlossen werden. Der Geschäftsbereich Customer Service and Support wurde personell verstärkt und wird weiter ausgebaut.

Wie in allen Branchen ist das Thema Fachkräftemangel und Verfügbarkeit von Material und Vorprodukten auch für unser Unternehmen eine Herausforderung. Durch den laufenden Aufbau der Vorratsbestände konnten aber die Fertigungsprozesse ohne größere Störungen durchgeführt werden. Das Unternehmen baut das Personalmarketing laufend aus um auch weiterhin qualifiziertes Fachpersonal akquirieren und halten zu können. Die aktuellen Kundenaufträge und Projekte wurden aber ohne größere Kapazitätsengpässe abgewickelt.

Entsprechend konnten im Geschäftsjahr alle geplanten Kundenaufträge und Projekte pünktlich und ohne Verzögerungen abgeschlossen und ausgeliefert werden. Die grundsätzliche Planung der Gesellschaft hinsichtlich des Ergebnisses konnten aufgrund gestiegener Aufwendungen im Bereich Personal sowie Material und Fremdleistungen nicht zur Gänze erzielt werden. Die Planungen im Bereich Liquidität konnten allerdings eingehalten werden.

3. Lage

Die wesentlichen Steuerungsgrößen der Reiser Simulation and Training GmbH sind Rohertragsmarge (in Bezug auf die Gesamtleistung), EBITDA-Marge (in Bezug auf die Gesamtleistung), Eigenkapitalquote und Anlagendeckungsgrad.

a. Ertragslage

Das Unternehmen hat im Berichtsjahr eine Gesamtleistung i. H. v. 56.430 TEUR erreicht (i. VJ. 43.256 TEUR). Die Umsatzerlöse lagen bei 63.984 TEUR und somit 22.584 TEUR über dem Vorjahr (i. VJ. 41.400 TEUR). Die gute Umsatzentwicklung ist u. a. auf größere Auslieferungen im Bereich Full-Flight Simulatoren, Cockpits und Komponenten sowie durchgeführte Modifikationen und Upgrades im Bereich der NH90 Maintenance Training Rigs zurückzuführen. Darüber hinaus beinhaltet die Gesamtleistung die aktivierte Eigenleistung für den Windensimulator hoistAR in Höhe von 798 TEUR.

52 % der Umsätze wurden in Deutschland generiert (i. VJ. 74 %). 10 % der Umsätze wurden mit Lieferungen in die EU erwirtschaftet (i. VJ. 12 %). 38 % der Umsätze wurden mit Drittländern (i. VJ. 14 %). Die größten Abnehmerländer bei den Drittländern sind hier weiterhin die Schweiz und Großbritannien.

Der Einsatz von Material- und Fremdleistung im Berichtsjahr beläuft sich auf 28.462 TEUR (i. VJ. 15.392 TEUR). Dies entspricht einer Materialquote in Höhe von 50 % (i. VJ. 36 %) in Relation zur Gesamtleistung. Im Zuge der Auslieferungen der Projekte wurden von einigen Lieferanten Schlussrechnungen in relevanter Höhe für angezahlte und gelieferte Leistungen gestellt. Entsprechend haben sich die geleisteten Anzahlungen auf Vorräte um 5.271 TEUR auf 196 TEUR reduziert. Die restliche Erhöhung der Material- und Fremdleistungen sind im Wesentlichen auf den deutlichen Anstieg der Gesamtleistung um 30 % zum Vorjahr zurückzuführen.

Die Personalkosten im Berichtsjahr in Höhe von 14.135 TEUR haben sich um 14 % gegenüber dem Vorjahr erhöht (i. VJ 12.391 TEUR). Neben den allgemein gestiegenen Personalkosten wurde entlang der bearbeiteten Gesamtleistung der Personalstamm, trotzt aktuell schwierigen Arbeitnehmermarkt, kontinuierlich ausgebaut.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit 7.366 TEUR über dem Vorjahr (i. VJ. 6.449 TEUR). Die Aufwendungen für Leiharbeiter sind um 62 TEUR auf 408 TEUR gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Anstieg der Kosten für Leiharbeiter ist der guten Auftragslage bei weiterhin schwierigen Arbeitnehmermarkt geschuldet.

Die Raumkosten liegen bei 898 TEUR und somit 75 TEUR über dem Vorjahr. Die Erhöhung ist auf temporär angemietete Hallenkapazitäten zurückzuführen. Die Fahrzeugkosten sind auf 535 TEUR um 84 TEUR gegenüber dem Vorjahr angestiegen.

Die Werbekosten sind aufgrund größerer Marketing- und Messeaktivitäten um 274 TEUR auf 809 TEUR gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Ähnliches gilt für die Reisekosten, die um 271 TEUR auf 763 TEUR angestiegen sind.

Die anderen betrieblichen Aufwendungen liegen mit 2.739 TEUR auf dem Niveau des Vorjahres (Vj. 2.863 TEUR).

Die Abschreibungen in Höhe von 1.109 TEUR sind um 866 TEUR niedriger als im Vorjahr (Vj. 1.975 TEUR), da wesentliche Bestandteile aus den immateriellen Vermögensgegenständen bereits Ende 2022 komplett abgeschrieben gewesen sind.

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von insgesamt 424 TEUR sind gegenüber dem Vorjahr (VJ. 505 TEUR) gesunken. Der laufende Zinsaufwand konnte leicht reduziert werden. Hierauf entfallen Zinsen in Höhe von 71 TEUR für kurzfristige Betriebsmittellinien sowie 264 TEUR für Darlehen mit einer Laufzeit länger als 1 Jahr einschließlich der Vergütung für eine stille Beteiligung. Die zur Verfügung stehenden Betriebsmittellinien wurden für kurze Zeiträume immer wieder in Anspruch genommen.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) beläuft sich somit auf 6.452 TEUR (i. VJ. 7.097 TEUR).

Die Rohertragsmarge ist mit 50 % in Bezug auf die Gesamtleistung aufgrund der vorgenannten Entwicklung beim Materialaufwand gegenüber dem Vorjahr gesunken (i. VJ. 64 %).

Das im Vorjahr prognostizierte gleiche Niveau der Rohertragsmarge konnte somit nicht erzielt werden.

Die EBITDA-Marge in Bezug auf die Gesamtleistung liegt bei 14 % und somit unter dem Vorjahr (i. VJ. 22 %).

Der prognostizierte, absolute Anstieg der EBT und EBITDA-Margen im oberen einstelligen Prozentbereich konnte nicht realisiert werden. Zurückzuführen ist dies u. a. auf gestiegene Personalkosten sowie erhöhte Aufwendungen im Bereich Material- und Fremdleistungen.

Durch die weiterhin stabile Eigenkapitalausstattung konnte der Anlagendeckungsgrad in Höhe von 285 % gegenüber dem Vorjahr (i. VJ. 189 %) gesteigert werden. Die Eigenkapitalquote liegt mit 57 % über dem Vorjahr (i.VJ. 44 %)

Das im Vorjahr prognostizierte gleiche Niveau der Eigenkapitalquote und Anlagendeckungsgrade konnte somit verbessert werden.

b. Finanz- und Vermögenslage

Um das Unternehmen weiterhin als Technologiepartner bei unseren Kunden und am Markt zu platzieren werden neue Forschungsansätze, wie die regulatorischen Anforderungen an einen Level D qualifizierten Full-Flight Simulator, mit möglichst geringem und nachhaltigem Einsatz von Ressourcen verfolgt. Hierzu werden vor allem in den Bereichen VR/AR/XR/MR Möglichkeiten geprüft und weiterentwickelt. Ziel ist es hier z. B. umfangreiche Sicht- und Projektionssysteme oder Teile der Hardware im Cockpit im Training virtuell darzustellen. Das Unternehmen nimmt hierzu u. a. an bayerischen Luftfahrtforschungsprogrammen teil.

Die Finanzanlagen wurden um 2.756 TEUR auf 2.984 TEUR (i. VJ. 5.740 TEUR) reduziert. Durch den Verkauf des Full-Flight Simulators durch die Tochtergesellschaft Reiser Training Services GmbH wurden ausgereichte Gesellschafterdarlehen zurückgeführt.

Im Vorratsvermögen ist der Warenbestand für RHB-Stoffe in Höhe von 4.667 TEUR auf einem ähnlichen Niveau wie dem Vorjahr (Vj. 4.463 TEUR).

Der Bestand der in Arbeit befindlichen Projekte wurde deutlich um 8.352 TEUR auf 13.006 TEUR reduziert (Vj. 21.358 TEUR). Die Veränderungen sind in Abhängigkeit der erreichten Projektauslieferungen zum Bilanzstichtag zu sehen. Anzahlungen in Höhe von 10.433 TEUR (i. VJ. 11.648 TEUR) für angearbeitete Projekte werden offen von den unfertigen Arbeiten abgesetzt.

Der Forderungsbestand ist abrechnungsbezogen zum Bilanzstichtag in Höhe von 21.012 TEUR gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht (i. VJ. 12.082 TEUR). Diese Erhöhung ist u. a. auf die Auslieferungen von Cockpits und Komponenten im Bereich Eurofighter sowie Anzahlungen aus dem Auftragseingang im letzten Quartal 2023 zurückzuführen.

Durch den erzielten Jahresüberschuss konnte das Eigenkapital um 2.718 TEUR auf 22.996 TEUR erhöht werden (i. VJ. 20.278 TEUR). Die Eigenkapitalquote beträgt im Berichtsjahr 57 % (i. VJ. 44 %).

Zum Bilanzstichtag standen kurzfristige Kreditlinien von gesamt 10.500 TEUR (i. VJ. 10.500 TEUR) zur Verfügung.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden um 1.677 TEUR auf 453 TEUR (i. VJ. 2.130 TEUR) reduziert. Die Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung liegen stichtagsbezogen mit 2.140 TEUR über dem Vorjahreswert (i. VJ. 1.049 TEUR).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten ausschließlich Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von 1 - 5 Jahren in Höhe von 453 TEUR.

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten liegen bei 3.006 TEUR (i. VJ. 3.579 TEUR).

Die wirtschaftliche Gesamtlage des Unternehmens liegt nach Ansicht der Geschäftsführung im Durchschnitt der letzten Geschäftsjahre.

Die Gesellschaft konnte ihren Zahlungsverpflichtungen im Berichtsjahr jederzeit nachkommen.

III. Prognose-, Chancen und Risikobericht

1. Prognosebericht

Durch die gute Auftragslage sieht die Geschäftsführung die Auslastung für das kommende Geschäftsjahr als gesichert an. Die derzeit offenen Opportunities sowie Angebote unterliegen grundsätzlich keinem größeren Realisierungsrisiko durch die globale Wirtschaftslage oder den Konflikt in der Ukraine. Die für die kommenden Geschäftsjahre prognostizierte, positive Ertrags- und Finanzlage versetzt das Unternehmen erwartbar weiterhin in die Lage, in den Bereichen Technologie, Knowhow und Marktausweitung zu investieren.

Die geplante Rohertragsmarge für das Folgejahr liegt auf dem Niveau des Berichtsjahres. Im Folgejahr werden wesentliche Projekte an- und abgearbeitet, deren Umsatzrealisierung teilweise erst in den Folgeperioden erfolgt. Die prognostizierten EBITDA und EBT-Margen werden daher leicht unter denen des Berichtsjahres liegen.

Die Eigenkapitalquote sowie der Anlagendeckungsgrad werden sich laut der Planung auf dem Niveau der Werte des Berichtsjahres einpendeln.

Das Unternehmen steht somit wirtschaftlich und technologisch nach Ansicht der Geschäftsführung auf einer sehr stabilen Basis. Zukunftssichernde Investitionen werden in den nächsten Geschäftsjahren aktiv angegangen.

Im zivilen Ausbildungsmarkt werden vor allem in den Bereichen Bereich HEMS (Helicopter Emergency Medical Services),SAR (Search & Rescue) sowie Technologien wie VR/AR weitere Entwicklungsmöglichkeiten gesehen. Diese Bereiche bilden eine Nische im Luftfahrtbereich und können als Systemrelevant angesehen werden. Hier hat sich RST durch seine Produkte gut im Markt etabliert und wird seine Position weiter ausbauen können.

2. Risikobericht

Die Reiser Simulation and Training GmbH gehört in ihren Geschäftsbereichen international zu den technologisch führenden Unternehmen in der Branche. Die Akquisition und Bindung hochqualifizierter Mitarbeiter ist zur Absicherung des erreichten Niveaus von besonderer Bedeutung. Das Unternehmen spricht erfahrene Spezialisten und auch Nachwuchskräfte international an. Dabei sind die zukünftigen Technologiefelder von Bedeutung. Der Firmensitz südlich von München ist für Mitarbeiter attraktiv. Das Unternehmen beschäftigt sich hier laufend mit Maßnahmen, um die Attraktivität des Unternehmens für bestehende und potenzielle Mitarbeiter weiter hoch zu halten und zu steigern. Die Reiser Simulation and Training GmbH sieht sich hier weiterhin als attraktiver Arbeitgeber und schätzt das Thema Fachkräftemangel als kontrollierbar an.

Der Absatzmarkt Simulation ist international weiter wachsend. Das Vertriebsnetz des Unternehmens muss analog entwickelt werden. Aktivitäten dazu werden durchgeführt.

Die Marktentwicklung verändert auch das Nachfrageverhalten von Kunden nach alternativen Preismodellen und nationalen sowie internationalen Absatzfinanzierungen. Das Unternehmen baut seine Erfahrungen gemeinsam mit Finanzierungspartnern aus.

Auch nach dem erfolgten Brexit wird Großbritannien für das Unternehmen ein wichtiger Absatzmarkt bleiben. Das Unternehmen hat hier allerdings bereits frühzeitig entsprechende Prüfungen und Maßnahmen eingeleitet, um das Risiko für den Absatz zu minimieren. Durch die Struktur der Aufträge sind wesentliche Risiken wie laufende Warensendungen und damit verbundener Aufwand und Kosten für Zollabwicklung sowie Mitarbeiterentsendung allerdings bereits minimiert.

Die bedeutsamsten Risiken für die Gesellschaft stellen neben den operativen Risiken die potenziellen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sowie der eskalierende Nahostkonflikt dar. Die Reiser Simulation and Training GmbH ist sich keines einzelnen oder aggregierten Risikos bewusst, welches die Kontinuität der Geschäftstätigkeit gefährden könnte. Die Geschäftsführung bewertet die Gesamtrisikosituation der Gesellschaft als im Übrigen stabil gegenüber dem Vorjahr.

3. Chancenbericht

Das Unternehmen hat durch die konsequente Weiterentwicklung seiner Produkte und Leistungen den Entwicklungsschritt vom Komponenten- zum Systemhersteller im Bereich der Simulation vollzogen. Basis dafür war eine einheitliche, modulare Softwarearchitektur. Diese Struktur ermöglicht es dem Unternehmen heute, eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte mit derselben Software-Struktur herzustellen, die sämtliche Klassen von Simulatoren nach der Einstufung der europäischen (EASA), amerikanischen (FAA) sowie internationalen (ICAO) Luftfahrtbehörden bedient.

Ein weiterer Schwerpunkt im Unternehmen ist die Nachbildung von komplexen Geräten: Cockpits, Triebwerken bis hin zu vollständigen Luftfahrzeugen für alle Arten von MaintenanceTraining.

Mit diesem Produkt- und Leistungsportfolio ist das Unternehmen in der Lage die Kundenbasis, die sich bisher nahezu ausschließlich auf die Luftfahrbranche beschränkt, auch auf Land- und Maritime Systeme zu erweitern. Diese Möglichkeit der Erweiterung trifft sowohl auf den zivilen- wie auf den militärischen Markt zu.

Durch die Beauftragung sowohl von militärischen als auch von zivilen Kunden hat das Unternehmen die Diversifizierung erfolgreich umgesetzt. Dies dient der Stabilisierung auf dem sich ständig verändernden Markt.

Die bedeutendsten Chancen ergeben sich für die Reiser Simulation and Training GmbH aus zukünftig steigenden Verteidigungsetats und der Erweiterung des Produktportfolios.

 

Berg, den 17. Juni 2024

Die Geschäftsleitung

Dr. Johannes Hain

-Geschäftsführer-

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 8.076.791,37 10.717.432,71
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 3.745.497,00 3.570.286,00
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.031.021,00 1.497.541,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.712.482,00 2.070.417,00
3. Geschäfts- oder Firmenwert 1.994,00 2.328,00
II. Sachanlagen 1.347.721,00 1.406.797,00
1. technische Anlagen und Maschinen 579.821,00 626.456,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 767.900,00 780.341,00
III. Finanzanlagen 2.983.573,37 5.740.349,71
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.842.858,10 2.842.858,10
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.140.715,27 2.897.491,61
B. Umlaufvermögen 31.994.320,82 35.252.563,54
I. Vorräte 7.435.948,01 19.640.248,60
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.667.281,87 4.463.060,42
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 2.572.980,99 9.710.032,29
3. geleistete Anzahlungen 195.685,15 5.467.155,89
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 21.303.886,76 13.608.403,65
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21.011.794,96 12.082.074,02
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.069.394,70
3. sonstige Vermögensgegenstände 292.091,80 456.934,93
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 3.254.486,05 2.003.911,29
C. Rechnungsabgrenzungsposten 354.025,23 333.882,23
Summe Aktiva 40.425.137,42 46.303.878,48

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 22.995.880,01 20.278.261,87
I. Gezeichnetes Kapital 26.000,00 26.000,00
II. Gewinnvortrag 18.252.261,87 15.352.321,63
III. Jahresüberschuss 4.717.618,14 4.899.940,24
B. Rückstellungen 3.588.824,29 3.148.911,07
1. Steuerrückstellungen 1.302.681,64 671.068,64
2. sonstige Rückstellungen 2.286.142,65 2.477.842,43
C. Verbindlichkeiten 13.205.708,62 22.355.334,29
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 452.844,05 2.130.135,65
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 5.566.402,11 13.597.237,68
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.139.514,55 1.048.815,63
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 41.333,95
5. sonstige Verbindlichkeiten 5.005.613,96 5.579.145,33
davon aus Steuern 918.573,27 1.020.579,35
D. Rechnungsabgrenzungsposten 78.722,50 111.419,25
E. Passive latente Steuern 556.002,00 409.952,00
Summe Passiva 40.425.137,42 46.303.878,48

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Betriebsergebnis 6.832.267,68 7.562.059,27
a) Gesamtleistung 57.685.033,67 43.255.671,15
Umsatzerlöse 63.983.821,76 41.400.257,21
Erhöhung des Bestandes an unfertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen -7.096.505,89 336.780,52
andere aktivierte Eigenleistungen 797.717,80 1.518.633,42
b) sonstige betriebliche Erträge 1.483.398,02 519.636,14
c) Materialaufwand 29.717.480,99 15.392.209,96
d) Personalaufwand 14.134.646,36 12.391.326,36
e) Abschreibungen 1.108.521,33 1.974.998,54
f) sonstige betriebliche Aufwendungen 7.375.515,33 6.454.713,16
2. Finanz- und Beteiligungsergebnis -389.887,08 -470.244,31
3. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.724.762,46 2.191.874,72
Jahresüberschuss 4.717.618,14 4.899.940,24

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Reiser Simulation and Training GmbH, Berg

A. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss sowie zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft (§ 264 Abs. 1a HGB):

Firma Reiser Simulation and Training GmbH
Sitz 82335 Berg
Registergericht München
Registernummer HRB 91963

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 der Reiser Simulation and Training GmbH, Berg, wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes und unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Das Wahlrecht für den Ausweis von Pflichtangaben wird grundsätzlich dahingehend ausgeübt, dass sämtliche erforderlichen Angaben im Anhang enthalten sind.

Die Gesellschaft erfüllt die Bedingungen einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB.

Für die Bilanz und die nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellte Gewinn- und Verlustrechnung wurden die Gliederungsvorschriften der §§ 266, 275 Abs. 2 HGB i. V. m. § 298 Abs. 1 HGB in vollem Umfang beachtet.

Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, die weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr einen Betrag ausweisen, werden gemäß § 265 Abs. 8 HGB nicht angegeben.

Von den größenabhängigen Erleichterungen des § 276 HGB wurde, ebenso wie von § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB, kein Gebrauch gemacht.

Die Saldovorträge zum 1. Januar 2023 entsprechen den Ansätzen zum 31. Dezember 2022. Die Bilanzidentität gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB ist gewahrt.

1. Anlagevermögen

Die Bilanzierung der immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachlagen erfolgte zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung nutzungsbedingter planmäßiger Abschreibungen. Grundlage hierfür ist die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes (§ 253 Abs. 1 S. 1 und Abs. 3 HGB). Den Abschreibungen liegen bei den immateriellen Wirtschaftsgütern Nutzungsdauern zwischen drei und 15 Jahren sowie bei den Sachanlagen Nutzungsdauern zwischen zwei und 33 Jahren zu Grunde. Bei den immateriellen Vermögensgegenständen erfolgt die Abschreibung linear. Die beweglichen Anlagegüter werden linear und degressiv abgeschrieben. Bei Zugängen während des Berichtsjahres erfolgten die Abschreibungen zeitanteilig (pro rata temporis). Zugänge mit Anschaffungs- und Herstellungskosten von mehr als EUR 250 und unter EUR 1.000 werden in Einklang mit § 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten eingestellt und mit einer pauschalen Abschreibungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben.

Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 HGB zur Aktivierung selbst geschaffener, immaterieller Vermögensgegenstände in Anspruch.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

2. Umlaufvermögen

Die Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens sind mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, soweit nicht ein niedrigerer Wert geboten ist.

2.1. Vorräte

Unfertige und fertige Erzeugnisse wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag angesetzt.

Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten (§ 255 Abs. 2 HGB). Fremdkapitalzinsen kamen nicht zum Ansatz (§ 284 Abs. 2 Nr. 5 HGB). Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen werden, falls vorhanden, offen von den Vorräten abgesetzt ausgewiesen (§ 268 Abs. 5 Satz 2 HGB).

2.2. Forderungen

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt. Erkennbaren Ausfallrisiken wird im Einzelfall durch entsprechende Einzelwertberichtigung Rechnung getragen.

2.3. Liquide Mittel

Die liquiden Mittel werden zum Nominalwert angesetzt.

3. Rückstellungen

Für erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen werden Rückstellungen mit dem Betrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung für ihre Erfüllung notwendig ist. Diese haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, weshalb eine Abzinsung nach § 253 Abs. 2 nicht vorzunehmen ist.

4. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten kommen mit dem Erfüllungsbetrag zum Ansatz (§ 253 Abs. 1 S. 2 HGB).

5. Fremdwährungsumrechnung

Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem Devisenkurs am Buchungstag oder dem niedrigeren Kurs am Bilanzstichtag, Fremdwährungsverpflichtungen mit dem Devisenkurs am Buchungstag oder dem höheren Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Geleistete bzw. erhaltene Anzahlungen werden mit dem Brief- bzw. Geldkurs am Buchungstag umgerechnet.

6. Latente Steuern

Latente Steuern werden für temporäre Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Steuerbe- und -entlastungen können sich aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge ergeben. Aktive und passive Steuerlatenzen werden nicht verrechnet. Auf die Aktivierung eines Aktivüberhangs latenter Steuern wird gem. § 274 Abs. 1 S. 2 HGB verzichtet.

B. Erläuterung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung

Bilanz

Aktiva

Anlagevermögen

Die nach Bilanzposten gegliederte Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 sowie weiterer erforderlicher Angaben zum Beteiligungsbesitz enthält die beiliegende Anlage zum Anhang.

Umlaufvermögen

Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände

Die Forderungen setzen sich entsprechend ihren Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

31.12.2023 31.12.2022
gesamt
TEUR
davon mit Restlaufzeit von über einem Jahr
TEUR
gesamt
TEUR
davon mit Restlaufzeit von über einem Jahr
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21.012 0 12.082 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0 0 1.069 0
Sonstige Vermögensgegenstände 292 0 457 0
21.304 0 13.608 0

Im Posten "Sonstige Vermögensgegenstände" sind als antizipative Beträge größeren Umfangs keine Posten enthalten (i. VJ. Steuererstattungen TEUR 218).

Passiva

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 26.

Das Eigenkapital enthält zur Ausschüttung gesperrte Beträge gem. § 268 Abs. 8 HGB aus der Aktivierung selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 1.475.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen (TEUR 2.286 (i.VJ. TEUR 2.478)) enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus dem Personalbereich in Höhe von TEUR 1.623 (i,VJ. TEUR 1.356) (wobei auf angefallene Überstunden TEUR 704 (i.VJ. TEUR 709), auf offenen Urlaub TEUR 544 (i.VJ. TEUR 407) sowie auf variable Gehälter TEUR 361 (i.VJ. TEUR 240) entfallen) und Rückstellungen für Gewährleistungen in Höhe von TEUR 549 (i.VJ. TEUR 855). Die restlichen sonstigen Rückstellungen beziehen sich auf Jahresabschlusskosten und Berufsgenossenschaftsbeiträge.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeitsspiegel

Gesamt davon Restlaufzeit davon durch Grundpfand gesichert
31.12.2023
TEUR
bis zu 1 Jahr
TEUR
1 bis 5 Jahre
TEUR
mehr als 5 Jahren
TEUR
TEUR
Gegenüber Kreditinstituten 453 453 0 0 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellung 5.566 5.566 0 0 0
Aus Lieferungen und Leistungen 2.140 2.140 0 0 0
Gegen verbundene Unternehmen 41 41 0 0 0
Gegenüber Gesellschaftern 0 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 5.006 3.006 2.000 0 0
davon aus Steuern 919 919 0 0 0
im Rahmen der sozialen Sicherheit 233 233 0 0 0
13.206 11.206 2.000 0 0
Gesamt davon Restlaufzeit davon durch Grundpfand gesichert
31.12.2022
TEUR
bis zu 1 Jahr
TEUR
1 bis 5 Jahre
TEUR
mehr als 5 Jahren
TEUR
TEUR
Gegenüber Kreditinstituten 2.130 880 1.250 0 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellung 13.597 13.597 0 0 0
Aus Lieferungen und Leistungen 1.049 1.049 0 0 0
Gegen verbundene Unternehmen 0 0 0 0 0
Gegenüber Gesellschaftern 0 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 5.579 1.579 2.000 2.000 0
davon aus Steuern 1.020 1.020 0 0 0
im Rahmen der sozialen Sicherheit 15 15 0 0 0
22.355 17.105 3.250 2.000 0

Es besteht eine stille Beteiligung der BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH. Die Beteiligung hat eine Laufzeit bis März 2027.

Es wurde Nachrangigkeit vereinbart, die Teilnahme am Verlust ist ausgeschlossen.

Passive latente Steuern

Zum 31. Dezember 2023 ergaben sich passive latente Steuern aufgrund der Aktivierung von Entwicklungskosten i. H. v. TEUR 556 (i. Vj. TEUR 410). Die aktiven latenten Steuern werden gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB in der Bilanz ausgewiesen. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgte wie im Vorjahr mit dem Unternehmensspezifischen Steuersatz von 27,375 %. Im Berichtsjahr enthält der Aufwand für Steuern vom Einkommen und Ertrag netto einen latenten Steueraufwand von TEUR 146.

Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gesellschaft hat ein Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse i. H. v. TEUR 63.984 sind gegenüber dem Vorjahr stark angestiegen (i. Vj. TEUR 41.400). Diese Schwankungen ergeben sich stichtags- und abrechnungsbezogen.

52% der Umsätze wurden in Deutschland generiert (i. Vj. 74%). 10% der Umsätze wurden mit Lieferungen in die EU erwirtschaftet (i. Vj. 12%). Die Kernländer sind hier Frankreich und Italien. 38% der Umsätze wurden außerhalb Deutschlands und der EU generiert (i. Vj. 14%). Abnehmerländer sind hier die Schweiz, Großbritannien, Kanada, USA und Saudi-Arabien.

Sonstige betriebliche Erträge

Im Berichtjahr beliefen sich die sonstigen betrieblichen Erträge auf TEUR 1.483 (i. Vj. TEUR 520).

Davon beliefen sich die Erträge aus Währungsumrechnung auf TEUR 66 (i. Vj. TEUR 35).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Im Berichtjahr beliefen sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf TEUR 7.366 (i. Vj. TEUR 6.449).

Davon beliefen sich die Aufwendungen aus Währungsumrechnung auf TEUR 9 (i. Vj. TEUR 48).

Forschung und Entwicklung

Im Berichtjahr wendete die Gesellschaft TEUR 887 für Forschung und Entwicklung auf, wovon Leistungen in Höhe von TEUR 798 in Anwendung des Aktivierungswahlrechts gem. § 248 Abs. 2 HGB aktiviert wurden.

Sonstige AngabenAnzahl der Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter betrug im Geschäftsjahr 2023: 172 (i. Vj. 149).

Arbeiter Angestellte Aushilfen Gesamt
36 100 36 172

Die aufgeführte Anzahl der Arbeitnehmer umfasst alle Arbeitnehmer der Gesellschaft inklusive Teilzeitkräfte. Überdies beschäftigte die Reiser Simulation and Training GmbH durchschnittlich neun Berufsauszubildende.

Haftungsverhältnisse

Gemäß § 268 Abs. 7 HGB waren zum Bilanzstichtag folgende Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB anzugeben:

Es besteht eine gesamtschuldnerische Mithaftung für ein Bankdarlehen der Tochtergesellschaft Reiser Flight Training GmbH zum Erwerb eines nach Level D qualifizierten Full-Flight Simulators.

Saldo 31. Dezember 2023: TEUR 4.014.

Das Risiko der Inanspruchnahme der Mithaftung wird von der Geschäftsführung aufgrund langfristiger Abnahmeverträge der Reiser Flight Training GmbH als gering eingeschätzt.

Honorar des Abschlussprüfers

Die Gesellschaft nimmt die größenabhängige Erleichterung des § 288 Abs. 2 HGB in Anspruch.

Geschäftsführung

Geschäftsführer

Herr Florian Reiser, Kaufmann, bis 30.06.2023

Herr Dr. Roman Sperl, Ingenieur für Luftfahrttechnik, bis 30.06.2023

Herr Dr. Johannes Hain, Dr. Ing. Maschinenbau, ab 01.07.2023

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind

Im Zeitraum seit Ende des Geschäftsjahres 2023 bis zur Aufstellung des vorliegenden Jahresabschlusses sind keine wesentlichen Vorgänge, welche die Lage der Gesellschaft erheblich beeinflussen könnten, bekannt geworden (§ 285 Nr. 33 HGB).

Verwendung des Jahresergebnisses

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Berg, den 17. Juni 2024

Die Geschäftsführung

Dr. Johannes Hain

Anlage zum Anhang:

Reiser Simulation and Training GmbH Sitz in 82335 Berg

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.518.633 797.718 0 0 2.316.351
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten 13.451.260 148.746 0 0 13.600.006
3. Geschäfts- oder Firmenwerte Kauf Bockorny GmbH 01/15, Afa-Dauer 15 Jahre 5.000 0 0 0 5.000
14.974.894 946.464 0 0 15.921.357
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 1.784.120 107.137 0 0 1.891.257
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.234.139 181.381 0 46.704 2.368.816
4.018.259 288.518 0 46.704 4.260.073
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
Reiser Trainings Services GmbH s. Anm 1) 1.025.000 0 -25.000 1.000.000 0
Reiser Flight Training GmbH s. Anm. 2) 1.027.000 0 25.000 0 1.052.000
Norwegien Competence Center Helicopter AS s. Anm. 3) 790.858 0 0 0 790.858
2.842.858 0 0 1.000.000 1.842.858
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen
Reiser Trainings Services GmbH 179.098 0 0 179.098 0
Reiser Flight Training GmbH 1.500.000 0 0 1.500.000 0
Norwegien Competence Center Helicopter AS 1.401.943 0 0 77.678 1.324.265
3.081.041 0 0 1.756.776 1.324.265
Summe Finanzanlagen 5.923.899 0 0 2.756.776 3.167.123
24.917.051 1.234.982 0 2.803.480 23.348.553
Anmerkungen Anteil RST
%
gezeichnetes Kapital 31.12.2023
Eigenkapital lt. Bilanz 31.12.2023
Ergebnis 2023
1) Reiser Trainings Services GmbH mit Sitz in
82335 Berg, Oberer Lüßbach 29-31 * 100 0 0 0
2) Reiser Flight Training GmbH mit Sitz in
82335 Berg, Oberer Lüßbach 29-31 100 50.000 2.923.818 2.259.641
3) Norwegien Competence Center Helicopter AS
mit Sitz in 4055 Sola, Norwegen " 100 721.587 -718.471 408.875

* Durch notariell beglaubigten Verschmelzungsvertrag vom 7. Dezember 2023 wurde die Reiser Trainings Services GmbH mit Sitz in 82335 Berg, Oberer Lüßbach 29-31, auf die Reiser Flight Training GmbH mit Sitz in 82335 Berg, Oberer Lüßbach 29-31, mit Wirkung zum Oktober 2023 verschmoizen.

" Umgerechnet aus NOK, Stichtagskurs zum 31. Dezember 2023 1 EUR = 11,2405 NOK, Jahresdurchschnittskurs 1 EUR

Jahresdurchschnittskurs 1 EUR = 11,4248 NOK

Kumulierte Abschreibungen
1.1.2023
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Abgänge
EUR
Zuschreibungen
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 21.092 264.238 0 0 285.330
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten 11.380.843 506.681 0 0 11.887.524
3. Geschäfts- oder Firmenwerte Kauf Bockorny GmbH 01/15, Afa-Dauer 15 Jahre 2.672 334 0 0 3.006
11.404.608 771.253 0 0 12.175.861
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 1.157.664 153.772 0 0 1.311.436
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.453.798 183.497 36.378 0 1.600.916
2.611.462 337.268 36.378 0 2.912.352
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
Reiser Trainings Services GmbH s.Anm. 1) 0 0 0 0 0
Reiser Flight Training GmbH s. Anm. 2) 0 0 0 0 0
Norwegien Competence Center Helicopter AS s. Anm. 3) 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen
Reiser Trainings Services GmbH 0 0 0 0 0
Reiser Flight Training GmbH 0 0 0 0 0
Norwegien Competence Center Helicopter AS 183.550 0 0 0 183.550
183.550 0 0 0 183.550
Summe Finanzanlagen 183.550 0 0 0 183.550
14.199.619 1.108.521 36.378 0 15.271.762
Buchwerte
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.031.021 1.497.541
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten 1.712.482 2.070.417
3. Geschäfts- oder Firmenwerte Kauf Bockorny GmbH 01/15, Afa-Dauer 15 Jahre 1.994 2.328
3.745.497 3.570.286
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 579.821 626.456
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 767.900 780.341
1.347.721 1.406.797
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
Reiser Trainings Services GmbH s.Anm. 1) 0 1.025.000
Reiser Flight Training GmbH s. Anm. 2) 1.052.000 1.027.000
Norwegien Competence Center Helicopter AS s. Anm. 3) 790.858 790.858
1.842.858 2.842.858
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen
Reiser Trainings Services GmbH 0 179.098
Reiser Flight Training GmbH 0 1.500.000
Norwegien Competence Center Helicopter AS 1.140.715 1.218.393
1.140.715 2.897.491
Summe Finanzanlagen 2.983.573 5.740.349
8.076.791 10.717.432

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Reiser Simulation and Training GmbH, Berg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Reiser Simulation and Training GmbH, Berg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Reiser Simulation and Training GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in

Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 25. Juni 2024

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Duschl, Wirtschaftsprüfer

Bachert, Wirtschaftsprüfer

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Organisationen an dieser Adresse

5 nahegelegene Organisationen

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