Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 734272
Eingetragen
2.12.1976
Branche
BeteiligungsgesellschaftenHerstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenGroßhandel mit chemischen Erzeugnissen
Gegenstand
Halten von Beteiligungen, Herstellung und Vertrieb von Erzeugnissen für die Lebensmittelproduktion und der chemischen Industrie sowie die Erbringung von damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen einschließlich Infrastrukturleistungen. Das Unternehmen ist auch zur Vermittlung von Versicherungsleistungen berechtigt.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Radovan Sporka
seit 7.2.2020
Geschäftsführer
Prokura
Hubert Wimpersinger
seit 26.8.2019
Prokura
Geschäftsführer
Thomas Rieger
seit 26.8.2019
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
ICL Fertilizers Deutschland GmbH
89.90%
ICL Group LTDISR
10.10%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

ICL Fertilizers Deutschland GmbH
Germany
14.384.000 €
89.90%
Germany
1.616.000 €
10.10%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

BK Giulini GmbH

Ladenburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

Stand am 31.12.2023 Stand am 31.12.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Konzessionen gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 434.334,00 744.716,00
2. Geleistete Anzahlungen 316.592,20 258.350,61
750.926,20 1.003.066,61
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 20.246.264,04 17.271.912,04
2. Technische Anlagen und Maschinen 21.784.669,00 20.278.561,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.793.818,10 4.074.508,10
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.395.822,12 5.660.133,84
55.220.573,26 47.285.114,98
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.657.000,30 3.657.000,30
2. Beteiligungen 1.001.401,99 115.348,47
4.658.402,29 3.772.348,77
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 17.649.983,93 34.787.220,95
2. Unfertige Erzeugnisse 16.767.578,03 23.832.900,75
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 32.054.183,38 44.158.903,12
66.471.745,34 102.779.024,82
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.038.986,97 5.410.687,36
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 37.450.189,74 45.068.026,60
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.919.591,46 2.695.726,55
43.408.768,17 53.174.440,51
III. Flüssige Mittel 1.234.461,47 2.053.222,25
C. Rechnungsabgrenzungsposten 445.387,45 331.951,49
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0,00 167.513,78
172.190.264,18 210.566.683,21

Passiva

Stand am 31.12.2023 Stand am 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 16.000.000,00 16.000.000,00
II. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 21.247.809,65 21.247.809,65
37.247.809,65 37.247.809,65
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 77.329.493,48 78.777.708,96
2. Sonstige Rückstellungen 12.098.235,25 25.509.843,44
89.427.728,73 104.287.552,40
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 14.910.059,60 13.624.534,36
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 28.927.757,11 53.826.317,22
3. Sonstige Verbindlichkeiten 1.676.909,09 1.580.469,58
davon aus Steuern EUR 520.367,98 (i. V. EUR 523.291,51)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 17.691,69 (i. V. EUR 17.620,25)
45.514.725,80 69.031.321,16
172.190.264,18 210.566.683,21

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 310.445.550,86 402.597.578,90
2. Verminderung (i. V. Erhöhung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -19.874.485,80 35.340.771,15
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 464.754,86 406.201,71
4. Sonstige betriebliche Erträge 8.463.077,60 7.140.577,98
299.498.897,52 445.485.129,74
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 206.639.566,56 329.199.381,97
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 183.921,29 257.959,88
206.823.487,85 329.457.341,85
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 36.053.165,26 36.868.587,49
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 7.888.509,82 13.600.011,45
davon für Alterversorgung EUR 561.500,35 (i. V. EUR 6.441.898,89)
43.941.675,08 50.468.598,94
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 6.745.703,78 6.368.523,96
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 62.997.700,37 71.998.555,21
-21.009.669,56 -12.807.890,22
9. Erträge aus Beteiligungen 19.703,34 0,00
10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 3.250.901,18 1.452.724,02
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 42.883,47 708.201,50
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.482.536,82 1.751.902,62
13. Steuern vom Einkommen 0,00 1.183,19
830.951,17 407.839,71
14. Ergebnis nach Steuern -20.178.718,39 -12.400.050,51
15. Sonstige Steuern (i. V. Erstattete Sonstige Steuern) 100.731,46 -632.723,91
16. Erträge aus Verlustübernahme 20.279.449,85 11.767.326,60
17. Jahresergebnis 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

der BK Giulini GmbH, Ladenburg

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss und zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1.1. Anwendung der handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften

Der Jahresabschluss der BK Giulini GmbH (Amtsgericht Mannheim HRB 734272), wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für große Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie des GmbH Gesetzes (GmbHG) aufgestellt.

Die Wertansätze der Bilanz zum 31. Dezember 2022 wurden unverändert in die Eröffnungsbilanz übernommen.

Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

1.2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten erfasst und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer zwischen 3 und 12 Jahren entsprechend linear abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibung der Gebäude erfolgt über eine Nutzungsdauer von 5 bis 33 Jahren. Die Nutzungsdauer beträgt bei technischen Anlagen und Maschinen sowie bei Betriebs- und Geschäftsausstattung in der Regel 5 bis 20 Jahre. In Ausnahmefällen, u.a. bei Fahrzeugen und EDV-Anlagen, liegt die Abschreibungsdauer bei 2 bis 5 Jahren. Dauerhaften Wertminderungen wird durch außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert Rechnung getragen. In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen wurden neben den Einzelkosten für Material und Lohn anteilige Gemeinkosten einbezogen.

Geringwertige Anlagegüter bis zu Anschaffungskosten von EUR 250 werden im Jahr des Zugangs direkt aufwandwirksam verbucht. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von über EUR 250 bis EUR 1.000 werden aktiviert und im Jahr der Anschaffung sofort abgeschrieben.

Geleistete Anzahlungen sind ohne Umsatzsteuer ausgewiesen.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag angesetzt.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. mit dem niedrigeren am Abschlussstichtag beizulegenden Wert angesetzt. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten werden, neben Material- und Fertigungseinzelkosten und angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten berücksichtigt; Zinsen für Fremdkapital werden nicht aktiviert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag abzüglich Einzelwertberichtigungen angesetzt.

Auf Fremdwährung lautende Forderungen und Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr wurden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

Die Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen, die nicht die Voraussetzungen zur Verrechnung mit den entsprechenden Verpflichtungen erfüllen, werden in Höhe des versicherungsmäßigen Deckungskapitals zuzüglich vorhandener Guthaben aus der Überschussbeteiligung als sonstige Vermögensgegenstände angesetzt.

Die flüssigen Mittel, bestehend aus Kassenbeständen und laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, sind mit den Nominalbeträgen eingestellt. Bankguthaben in fremder Währung werden zum Stichtagskurs bewertet.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Auszahlungen im Geschäftsjahr, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.

Rückstellungen für Pensionen werden auf der Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) errechnet. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen. Als Abzinsungsfaktor wurde ein durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,82 % (Vorjahr: 1,78 %) angesetzt. Gehalts- und Rentensteigerungen für die Ermittlung der Pensionsrückstellungen wurden wie folgt berücksichtigt: bei den Bezügen wird unverändert ein Anstieg von 3,0 % und bei den Renten von 1,0 % beziehungsweise 2,2 % (Vorjahr: 2,2 %) erwartet. Zudem resultiert zum 31. Dezember 2023 aus der Abzinsung der Rückstellung für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn statt sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag von EUR 914.629 (Vorjahr EUR 4.128.393).

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Hierbei wurden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Geschäftsjahre, wie er von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wurde, abgezinst.

Dem Zugriff durch das Unternehmen oder anderer Dritter entzogene Vermögensgegenstände sind, sofern diese ausschließlich der Erfüllung von diesen Vermögensgegenständen zugeordneten Schulden aus Pensions- und Altersteilzeitverpflichtungen (Deckungsvermögen) dienen, mit den Verpflichtungen zu verrechnen. Im Falle eines Verpflichtungsüberhangs wird dieser unter den Rückstellungen ausgewiesen.

Sollte das Deckungsvermögen den Wert der Rückstellung übersteigen, wird der Saldo als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen passiviert.

Kurzfristige Verbindlichkeiten, die auf fremde Währung lauten, werden am Abschlussstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet.

Über die Mehrheitsgesellschafterin ICL Fertilizers Deutschland GmbH, Ludwigshafen am Rhein, besteht mit der ICL Holding Germany beschränkt haftende OHG, Ladenburg, eine steuerliche Organschaft. Latente Steuern werden daher auf Ebene dieser Gesellschaft ausgewiesen.

2. Angaben zur Bilanz

2.1. AKTIVA

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ergibt sich aus dem Anlagenspiegel, der integraler Bestandteil des Anhangs ist.

(2) Beteiligungen

Im Vorjahr wurde ein SAFE Investment in das junge US-amerikanische Unternehmen Plantible Foods, Inc., San Marcos/USA eingegangen. Im Berichtsjahr wurde das im vergangenen Jahr unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesene Invest in Anteile umgewandelt, wodurch die BK Giulini GmbH nunmehr eine 1,3031 %ige Beteiligung an dem US-amerikanischen Unternehmen hält.

(3) Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertigen Erzeugnisse wurden erstmalig zu einem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Im Geschäftsjahr ergaben sich dadurch Abschreibungen in Höhe von TEUR 1.205 auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie TEUR 537 auf unfertige Erzeugnisse. Im Vorjahr hätten sich Abschreibungen in Höhe von TEUR 720 auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie TEUR 1.320 auf unfertige Erzeugnisse ergeben.

(4) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden im Rahmen eines Asset Backed Securities (ABS) Programms verkauft. Davon ausgenommen sind die Forderungen gegen Kunden aus Nicht-OECD-Ländern. Dieses Programm ist zeitlich nicht befristet und kann von beiden Vertragspartnern mit einer Frist von 90 Tagen beendet werden.

(5) Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Forderungen beinhalten unter anderem Forderungen gegen die Gesellschafterin ICL Fertilizers Deutschland GmbH, Ludwigshafen am Rhein, in Höhe von EUR 21.046.776,45 (Vorjahr: EUR 11.777.674,23).

Gegen die ICL Finance B.V., Amsterdam/Niederlande, bestehen Forderungen in Bezug auf dort geführte InHouse-Bank in Höhe von EUR 23.682,47 (Vorjahr: EUR 2.134.353,19).

Das im Vorjahr bereits teilweise beglichene Darlehen in Höhe von RUB 51.980.000 (EUR 585.558,44) zwischen ICL RUS LLC, Moskau/Russland (Schuldner) und BK Giulini GmbH (Gläubiger) wurde im Laufe des Jahres 2023 vollständig und vor Ablauf der Vertragslaufzeit zurückgezahlt.

Zum Bilanzstichtag bestehen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 11.676.105,62 (Vorjahr: EUR 28.975.588,17) sowie aus sonstigen Forderungen aus Ergebnisabführungen in Höhe von EUR 25.750.401,65 (Vorjahr: EUR 13.958.085,24).

(6) Sonstige Vermögensgegenstände

Sonstige Vermögensgegenstände mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr bestehen in Höhe von EUR 93.922,91 (Vorjahr: EUR 1.322.750,39). Im Vorjahr war hier im Wesentlichen ein SAFE Investment in ein US-amerikanisches Unternehmen ausgewiesen, welches nun als Beteiligung geführt wird.

2.2. PASSIVA

(1) Rückstellungen für Pensionen

Aufgrund der geänderten Bewertungsvorschriften des HGB ergab sich zum Umstellungszeitpunkt 1. Januar 2010 ein Differenzbetrag von EUR 14.626.282,00. Im Geschäftsjahr wurde der Mindestbetrag von 1/15 (EUR 975.086,00) gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB zugeführt und als sonstiger betrieblicher Aufwand verbucht. Der verbleibende Differenzbetrag in Höhe von EUR 975.087,00 ist bis 2024 mit mindestens EUR 975.086,00 pro Jahr zuzuführen.

Verpflichtungen aus Pensionszusagen im Rahmen des früheren Deferred Compensation Programms sind durch Vermögensgegenstände gesichert, die bei der Allianz Lebensversicherungs-AG, Berlin, und der HDI-Gerling Lebensversicherung AG, Köln, im Rahmen von Rückdeckungsversicherungen angelegt sind. Sie wurden nach den handelsrechtlichen Bestimmungen (§ 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) im Geschäftsjahr mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen verrechnet. Zum Bilanzstichtag beträgt der den Anschaffungskosten entsprechende Zeitwert des zweckgebundenen Vermögens EUR 317.400,52. Der Erfüllungsbetrag der Verpflichtung beläuft sich auf EUR 339.884. Auf die Saldierung der zugehörigen Erträge und Aufwendungen wurde wegen Geringfügigkeit verzichtet.

(2) Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden insbesondere für Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern gebildet. Sie decken hauptsächlich Mitarbeitergratifikationen und nicht genommenen Urlaub ab.

Darüber hinaus wurde Vorsorge für bestehende Verpflichtungen im Zusammenhang mit ausstehenden Rechnungen getroffen.

Zusätzlich zu den Pensionszusagen wurden auch die Verpflichtungen aus Langzeitarbeitskonten gegenüber Mitarbeitern über eine Rückversicherung abgesichert. Das Deckungsvermögen wurde nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wie folgt verrechnet:

2023
EUR
Verpflichtung aus Langzeitarbeitskonten 416.529,05
Deckungsvermögen (beizulegender Zeitwert=Anschaffungskosten) -416.529,05
Rückstellung für Langzeitarbeitskonten 0,00

Im Vorjahr betrugen die Verpflichtung sowie das Deckungsvermögen EUR 254.023,67. Eine Verrechnung erfolgt nicht.

(3) Verbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2023 sind sämtliche Verbindlichkeiten, wie im Vorjahr, innerhalb eines Jahres fällig. Darüber hinaus sind alle Verbindlichkeiten ungesichert.

(4) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Es handelt sich um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 13.468.824,78 (Vorjahr: EUR 31.133.749,27).

Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern bestehen wie im Vorjahr nicht.

Es bestehen wesentliche Verbindlichkeiten gegenüber der ICL Finance B.V., Amsterdam/Niederlande in Bezug auf dort geführte InHouse-Bank Konten in Höhe von EUR 15.458.932,33 (Vorjahr: EUR 22.692.567,95).

3. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Umsatzerlöse

Aufgliederung der Umsätze nach Geschäftsbereichen:

2023 2022
TEUR TEUR
ICL Food Specialities 150.532 179.211
Advanced Additives 157.691 220.999
Nebengeschäfte 2.223 2.388
310.446 402.598

Aufgliederung nach geographisch bestimmten Umsätzen:

2023 2022
TEUR TEUR
Inland 87.659 112.344
Ausland 222.787 290.254
310.446 402.598

(2) Sonstige betriebliche Erträge

Hier werden sonstige periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 6.138.832,69 (Vorjahr: EUR 1.345.516,97) u.a. aus der Auflösung von Rückstellungen und aus der Erstattung zu viel gezahlter Energiesteuern in den Vorjahren ausgewiesen.

Enthalten sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 2.132.640,20 (Vorjahr: EUR 5.724.125,24).

(3) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Hierunter sind Aufwendungen für Ausgangsfrachten, Werbe- und Vertreterkosten, Mieten, Fremdleistungen wie Gebühren, Beiträge, Versicherungen, Dienstleistungen etc. erfasst.

Insgesamt sind hier periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 1.506.800,35 (Vorjahr: EUR 789.295,61) enthalten, im Wesentlichen handelt es sich hierbei um die Wertberichtigung einer Forderung an eine argentinische Gesellschaft.

Enthalten sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 2.402.200,86 (Vorjahr: EUR 4.724.944,08).

Darüber hinaus sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen EUR 975.086,00 enthalten, bei denen es sich um den Mindestbetrag von 1/15 gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB handelt.

(4) Erträge aus Gewinnabführungsverträgen

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen betreffen wie im Vorjahr vollständig verbundene Unternehmen.

(5) Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die Position beinhaltet Zinsen aus verbundenen Unternehmen mit EUR 42.583,27 (Vorjahr: EUR 708.201,50).

(6) Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Position beinhaltet Zinsen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 1.054.786,07 (Vorjahr: EUR 322.190,62). Daneben ist der Zinsanteil aus der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen mit EUR 1.398.401 (Vorjahr: EUR 1.403.223) enthalten.

(7) Erträge aus Verlustübernahme

Zwischen der BK Giulini GmbH und der Mehrheitsgesellschafterin ICL Fertilizers Deutschland GmbH, Ludwigshafen am Rhein, besteht ein Ergebnisabführungsvertrag. Die Erträge aus Verlustübernahme betreffen wie im Vorjahr vollständig verbundene Unternehmen.

4. Sonstige Angaben

(1) Zahl der Arbeitnehmer

Der durchschnittliche Personalbestand stellt sich wie folgt dar:

2023 2022
im gewerblichen Bereich 239 240
im Angestellten-Bereich 229 225
468 465
im Ausbildungsverhältnis 28 28
Gesamt 496 493

(2) Geschäftsführungsorgane und deren Bezüge

Zu Geschäftsführern waren im Geschäftsjahr bestellt:

Herr Dr. Reiner Exner, Wachenheim a.d. Weinstraße (Senior Vice President, ICL Phosphate Specialty Global Operations)

Frau Jessica Erlewein, Mutterstadt (Vice President, ICL FP&A Phosphate Solutions Division Finance)

Herr Rado Sporka, Martin-Priekopa/Slowakei (Vice President, ICL Food Specialty Commercial Business)

Die Geschäftsführer vertreten die Gesellschaft gemäß den allgemeinen Vertretungsregelungen und sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Sie sind bei einer anderen Gesellschaft im Konzern angestellt und erhalten von der BK Giulini GmbH keine Bezüge.

Die Bezüge für ehemalige Geschäftsführer oder ihre Hinterbliebenen beliefen sich in 2023 auf EUR 380.860,96 (Vorjahr: EUR 507.199,80). Es besteht eine Rückstellung für laufende Pensionen und Anwartschaften, die für frühere Mitglieder der Geschäftsführung oder deren Hinterbliebene gebildet wurde, in Höhe von EUR 1.729.376 (Vorjahr: EUR 3.089.910). Von dem verbleibenden Differenzbetrag aus der Umstellung der Rückstellungen für Pensionen zum 1. Januar 2010 entfallen auf die früheren Mitglieder der Geschäftsführung oder ihre Hinterbliebenen zum 31. Dezember 2023 EUR 27.245.

(3) Mitglieder des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2023 waren folgende Personen als Mitglieder des Aufsichtsrats gewählt:

Herr Kees Langeveld, Berater, (Vorsitzender),

Herr Dr. Alexander Maurer, Rentner,

Frau Celine Smeets, Unternehmensjuristin

Herr Torben Stahl, freigestellter Betriebsrat

Herr Michael Meyer, Chemikant.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr EUR 15.760.

(4) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
aus Miet- und Leasingverträgen 762 944
aus begonnenen Investitionsvorhaben 6.563 6.262
aus sonstigen langfristigen Abnahmeverpflichtungen 6.852 14.111
Gesamt 14.177 21.317

Die Vorteile dieser Verträge liegen in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden könnten, wozu es derzeit keine Anzeichen gibt.

Zudem bestanden Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften in Höhe von TEUR 214. Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen nicht. Das Risiko einer Inanspruchnahme ist als gering einzuschätzen, da die jeweiligen Schuldner eine hohe Bonität aufweisen.

Die BK Giulini GmbH haftet für solche Steuern des Organträgers, für welche die Organschaft zwischen ihnen steuerlich von Bedeutung ist. Den Steuern stehen die Ansprüche auf Erstattung von Steuervergütungen gleich.

Weitere vermerkpflichtige Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen waren zum 31. Dezember 2023 nicht zu verzeichnen.

(5) Angaben nach § 285 Nr. 3 HGB

Zum Bilanzstichtag sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 26.835.736,27 (Vorjahr: EUR 31.064.423,64) an einen Finanzdienstleister verkauft. Das Factoring dient - wie in den Vorjahren - zur Minimierung des Forderungsausfallrisikos. Zur Verbesserung der Liquidität ist die Gesellschaft in das Cash-Management-System der Konzerngesellschaft ICL Finance B.V., Amsterdam/Niederlande, eingebunden.

(6) Angaben nach § 285 Nr. 11 HGB

Die BK Giulini GmbH ist zum 31. Dezember 2023 an folgenden Gesellschaften unmittelbar beteiligt:

Höhe des Anteils am Kapital Eigenkapital Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
% TEUR TEUR
ICL Ludwigshafen Service GmbH, Ludwigshafen am Rhein 100,0 2.919 0 1)
BK Giulini Argentina S.A., Buenos Aires/Argentinien 32,3 1.941 -748
ICL Rus LLC, Moskau/Russland 100,0 282 88

1) Jahresergebnis nach Gewinnabführung an BK Giulini GmbH, Ladenburg.

(7) Angaben nach § 285 Nr. 17 HGB

Das Honorar des Abschlussprüfers belief sich für das Geschäftsjahr auf EUR 90.000 und für Vorjahre auf EUR 17.680,30.

(8) Angaben nach § 285 Nr. 21 HGB

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu nicht marktüblichen Konditionen sind im Geschäftsjahr nicht abgeschlossen worden.

(9) Mutterunternehmen

Die BK Giulini GmbH ist eine Tochtergesellschaft der ICL Fertilizers Deutschland GmbH, Ludwigshafen am Rhein (89,9 %) und der Hoyermann Chemie GmbH, Ludwigshafen am Rhein (10,1 %). Die Gesellschafter wiederum sind mittelbar Tochtergesellschaften der Israel Group Ltd., Tel Aviv/Israel (ICL). Alle Unternehmen des Konsolidierungskreises der ICL sind verbundene Unternehmen im Sinne des § 271 Abs. 2 HGB.

Die ICL als oberstes Mutterunternehmen des Gesamtkonzerns erstellt einen Weltabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen, in den sowohl BK Giulini GmbH als auch die zuvor genannten Gesellschafter sowie deren mittelbaren und unmittelbaren Tochtergesellschaften einbezogen sind. Es ist geplant, die englische Fassung im Unternehmensregister bekannt zu machen.

Diese ist dann unter www.unternehmensregister.de abrufbar. Insoweit verzichtet die BK Giulini GmbH auf die Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses und Konzernlageberichts.

(10) Nachtragsbericht

Es waren keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres zu verzeichnen.

 

Ladenburg, den 7. August 2024

Dr. Reiner Exner, Geschäftsführer

Jessica Erlewein, Geschäftsführerin

Rado Sporka, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens der BK Giulini GmbH, Ladenburg, im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1.1.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.822.879,80 8.471,43 30.484,41 0,00 5.861.835,64
2. Geleistete Anzahlungen 258.350,61 86.991,00 -28.749,41 0,00 316.592,20
6.081.230,41 95.462,43 1.735,00 0,00 6.178.427,84
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 59.853.110,43 2.641.014,12 1.768.558,81 0,00 64.262.683,36
2. Technische Anlagen und Maschinen 127.228.528,43 3.795.155,88 1.485.087,49 13.448,00 132.495.323,80
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 20.101.738,54 1.409.630,50 501.336,14 189.740,39 21.822.964,79
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.660.133,84 6.492.405,72 -3.756.717,44 0,00 8.395.822,12
212.843.511,24 14.338.206,22 -1.735,00 203.188,39 226.976.794,07
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.657.000,30 0,00 0,00 0,00 3.657.000,30
2. Beteiligungen 115.348,47 886.053,52 0,00 0,00 1.001.401,99
3. Geleistete Anzahlungen auf Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3.772.348,77 886.053,52 0,00 0,00 4.658.402,29
222.697.090,42 15.319.722,17 0,00 203.188,39 237.813.624,20
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2023 Zugänge Zuschreibungen Abgänge Stand am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.078.163,80 349.337,84 0,00 0,00 5.427.501,64
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
5.078.163,80 349.337,84 0,00 0,00 5.427.501,64
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 42.581.198,39 1.435.220,93 0,00 0,00 44.016.419,32
2. Technische Anlagen und Maschinen 106.949.967,43 3.774.135,37 0,00 13.448,00 110.710.654,80
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.027.230,44 1.187.009,64 0,00 185.093,39 17.029.146,69
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
165.558.396,26 6.396.365,94 0,00 198.541,39 171.756.220,81
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Geleistete Anzahlungen auf Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
170.636.560,06 6.745.703,78 0,00 198.541,39 177.183.722,45
Buchwerte
Stand am 31.12.2023 Stand am 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 434.334,00 744.716,00
2. Geleistete Anzahlungen 316.592,20 258.350,61
750.926,20 1.003.066,61
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 20.246.264,04 17.271.912,04
2. Technische Anlagen und Maschinen 21.784.669,00 20.278.561,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.793.818,10 4.074.508,10
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.395.822,12 5.660.133,84
55.220.573,26 47.285.114,98
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.657.000,30 3.657.000,30
2. Beteiligungen 1.001.401,99 115.348,47
3. Geleistete Anzahlungen auf Ausleihungen 0,00 0,00
4.658.402,29 3.772.348,77
60.629.901,75 52.060.530,36

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der BK Giulini GmbH, Ladenburg

Geschäftsbereiche und Produkte

Die BK Giulini GmbH ist ein weltweit tätiges Chemie-Unternehmen mit Sitz in Ladenburg und gehört als solches zur ICL-Gruppe. Mit ihren Phosphataktivitäten ist die BK Giulini GmbH in die Division Phosphate Solutions der ICL Group Ltd., Tel Aviv/Israel (ICL), eingegliedert.

Die Aktivitäten der BK Giulini GmbH verteilen sich auf die Geschäftsbereiche ICL Food Specialties und Advanced Additives, deren Erzeugnisse am Standort Ladenburg produziert werden.

Geschäftsbereich ICL Food Specialties

Zusatzstoffe und Zutaten für die fleisch- und fischverarbeitende Industrie, für die Milchwirtschaft sowie für die Herstellung von Backwaren.

Geschäftsbereich Advanced Additives (definierte Phosphate)

Geschäftsfeld Technische Phosphate

Spezialphosphate für technische Anwendungen sowie Flamm- und Korrosionsschutzmittel zur Lederherstellung, in Farben, mineralischen Baustoffen, Keramikerzeugnissen und Waschmitteln.

Geschäftsfeld Acid

Vertrieb von sogenannter weißer Phosphorsäure als Handelsware.

Marktstellung

Die Stärke der BK Giulini GmbH gegenüber dem Wettbewerb liegt in der hervorragenden Anwendungstechnik und den zusätzlichen Dienstleistungen, die sie den Kunden bietet. Durch die breite Produktpalette und die Bedienung vieler unterschiedlicher Kundensegmente lässt sich ein allgemeiner Marktanteil nicht ermitteln. So steht die Gesellschaft sowohl in Konkurrenz zu den großen namhaften Chemiefirmen als auch zu den sehr zahlreichen mittelständischen Produzenten.

BK Giulini GmbH tritt an den Märkten unter der Marke des Mutterkonzerns "ICL" auf.

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Jahr 2023 stand unter enormen Einflüssen durch den Russland-Ukraine-Konflikt und den im Spätjahr neu ausgebrochenen Nah-Ost Konflikt in Israel.

Die im Vorjahr deutlich spürbar gestiegenen Beschaffungs- und Energiepreise gingen im Geschäftsjahr zwar wieder zurück, sind aber weiterhin im internationalen Vergleich ausgesprochen hoch. Die bereits im Vorjahr vorgenommenen geldpolitischen Maßnahmen führten zu einem spürbaren Anziehen des Zinsniveaus.

Der Internationale Währungsfonds (kurz IWF) stellte für das Jahr 2023 trotz dieser Widrigkeiten ein globales Wirtschaftswachstum von 3,2 % fest. Von diesem Wachstum hat die deutsche Wirtschaft mit als einziges großes Industrieland nicht profitiert. So fiel das Bruttoinlandsprodukt laut Schätzung des statistischen Bundesamtes um 0,3 % im Vergleich zu 2022. Im Vorjahr konnte noch ein Anstieg gegenüber 2021 mit 1,8% vermeldet werden. Dies spiegelt die allgemeine Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen wider. Insbesondere Bauwirtschaft, u.a. zurückzuführen auf das hohe Zinsniveau aber auch Industrie klagten über einen Mangel an Aufträgen.

Insbesondere die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie hatte mit den erwähnten Herausforderungen im Laufe des Jahres zunehmend zu kämpfen. Die Chemieproduktion war ganzjährig auf einem schwachen Niveau im Vergleich zu den Vorjahren, ohne Berücksichtigung des Pharmabereiches lag sie mit -10,4 % deutlich unter 2022. Die Umsätze sanken im Vorjahresvergleich um -12,2 %.

Geschäftsverlauf und Geschäftsergebnis

Ergebnisentwicklung

BK Giulini GmbH schließt das Geschäftsjahr 2023 mit einem Verlust vor Ergebnisabführung in Höhe von TEUR 20.279 ab. Das negative Ergebnis liegt damit deutlich um TEUR 8.512 unter dem des Vorjahres (TEUR - 11.767).

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) liegt mit TEUR -21.010 zwar leicht über den Erwartungen des Vorjahres. Die Geschäftsentwicklung ist dennoch weiterhin als negativ einzuschätzen.

Treiber für diese Entwicklung waren die insbesondere zu Jahresbeginn hohen Beschaffungskosten, die im Jahresverlauf nicht durch rückläufige Rohstoffpreise vollständig kompensiert werden konnten, so dass die angestrebten Umsatzerlöse sowie das angestrebte EBIT deutlich unterschritten wurden.

Jedoch gelang es im Jahresverlauf kontinuierlich mit vermehrtem Augenmerk auf die Bestandsentwicklung eine Balance zwischen hohen Rohstoffpreisen und bereits rückläufigen Marktpreisen zu erreichen, und die Verweildauer von hochpreisigen Produkten in unseren Beständen zu reduzieren. Ebenso wurde, wo nötig, auch die Produktionsmenge dem Verkaufsbedarf zielführend angepasst.

Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die BK Giulini GmbH einen Jahresumsatz von TEUR 310.446, der damit um 22,9 %, wie prognostiziert, deutlich unter dem des Vorjahres (TEUR 402.598) lag.

In allen Bereichen trugen Rückgänge der Absatzmenge und leicht rückläufige Preise zum Umsatzrückgang bei. Dabei war es die Strategie, Mengenrückgänge in Kauf zu nehmen, um die Absatzpreise zu stabilisieren.

Der Geschäftsbereich ICL Food Specialties verzeichnete einen Umsatzrückgang um TEUR 28.679 gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 150.532.

Der Geschäftsbereich Advanced Additives lag mit seinem Umsatz in Höhe von TEUR 157.690 um 28,7 % unter dem Niveau des Vorjahres (TEUR 220.998). Alle Geschäftsfelder mussten im Vergleich zum Vorjahr Umsatzeinbußen hinnehmen. So ging der Umsatz der Sparte Technische Phosphate im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 42.331 zurück und erwirtschaftete TEUR 132.483 im Geschäftsjahr. Mit dem Verkauf von weißer Phosphorsäure konnte BK Giulini GmbH in seinem Geschäftsfeld Acid TEUR 25.207 umsetzen. Dies entspricht einer Umsatzverschlechterung um 45,4 % gegenüber dem Vorjahr (TEUR 46.184).

Sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft mussten gegenüber dem Vorjahr Umsatzeinbußen hinnehmen. So wurden im Inland TEUR 87.659 (Vorjahr: TEUR 112.344) und im Ausland TEUR 222.787 (Vorjahr: TEUR 290.254) Umsatzerlöse erzielt.

Ertrags- und Aufwandsentwicklung

Neben den oben im Rahmen der Ergebnisentwicklung erläuterten Effekten sind die Veränderungen bei den wesentlichen Ertrags- und Aufwandsposten wie folgt zu beschreiben:

Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen hat sich im Berichtsjahr um TEUR 19.874 vermindert und liegt somit weit unter dem Vorjahresniveau. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde die Strategie, die Bestände aufzubauen, nicht weiterverfolgt, um hochpreisige Bestände schnell zu verbrauchen, damit ergebnisseitig für eine Entlastung gesorgt werden kann. Sowohl der Geschäftsbereich ICL Food Specialties (TEUR 5.609) und als auch der Geschäftsbereich Advanced Additives (TEUR 15.240) trugen zur Bestandsminderung bei.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.322 und resultieren aus periodenfremden Erträgen, unter anderem aus der Auflösung von Rückstellungen sowie aus Erstattungen von zu viel gezahlten Energiesteuern in den Vorjahren und Gewinnen aus der Fremdwährungsumrechnung.

Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 verringerten sich wie eingangs erwähnt die Materialaufwendungen deutlich. Lagen die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Vorjahr noch bei TEUR 329.199, fielen diese in 2023 um TEUR 122.560 auf TEUR 206.640. Hierbei führte der Einkauf des Hauptrohstoffs Phosphorsäure preisbedingt zu niedrigeren Aufwendungen als im Vorjahr. Auch bei der Kalilauge sind die Materialaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr auf Grund deutlich zurückgehender Preise sowie geringeren Bedarfen gesunken. Die Aufwendungen für den Hauptrohstoff Natronlauge sind sowohl auf Grund geringerem Bedarf als auch gesunkener Preise ebenso gesunken. Bei den Energieträgern Gas, Strom und Dampf führte unter anderem auch der Wegfall der Energiepreisbremse dazu, dass die Kosten gegenüber 2022 gestiegen sind.

Mit einem Rückgang von TEUR 6.527 auf TEUR 43.942 lagen die Personalkosten unter denen des Vorjahres. Insbesondere wirkten hier der Rückgang des Pensionsaufwandes um TEUR 5.960, welcher u.a. auf das erhöhte Zinsniveau zurückzuführen ist. Zudem wurde im Vorjahr die Rententrendannahme angepasst und führte zu höherem Aufwand.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit TEUR 62.998 um TEUR 9.001 unter dem Vorjahreswert von TEUR 71.999. Im Vergleich zum Vorjahr fielen die Kosten für Ausgangsfrachten um TEUR 4.431 auf TEUR 10.487, ebenso verringerten sich die Aufwendungen für diverse Fremdleistungen und Instandhaltungen um rund 7%.

Wie im Vorjahr wurden Erträge aus Gewinnabführungsverträgen vereinnahmt. Die ICL Ludwigshafen Service GmbH, Ludwigshafen am Rhein, weist einen Gewinn von TEUR 3.251 aus, im Vorjahr lag dieser bei TEUR 1.453.

Das Zinsergebnis verschlechterte sich von TEUR -1.044 um TEUR -1.396 auf TEUR -2.440. Hierbei stiegen Zinsaufwendungen von TEUR 1.752 in 2022 auf TEUR 2.483. Zinserträge, die im Vorjahr noch bei TEUR 708 lagen, gingen auf nunmehr TEUR 43 zurück. Im Gegenzug erhöhten sich die Zinsaufwendungen auf konzerninterne Finanzierungen von TEUR 322 auf TEUR 1.055.

Vermögens- und Finanzlage

Bilanzstruktur

Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich die Bilanzsumme um TEUR 38.376 auf TEUR 172.190.

Als produzierendes Unternehmen ist die BK Giulini GmbH anlagenintensiv und gezwungen, einen relativ hohen Bestand an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Fertigerzeugnissen zu bevorraten.

Das Anlagevermögen zu Nettobuchwerten (ohne Finanzanlagen) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 7.683 auf TEUR 55.971. Während sich die immateriellen Vermögensgegenstände um TEUR 252 auf TEUR 751 verringerten, erhöhte sich Sachanlagevermögen um TEUR 7.935 auf TEUR 55.221. Den Zugängen von TEUR 14.434 bei den immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen standen Abgänge zu Nettobuchwerten von TEUR 5 und Abschreibungen von TEUR 6.746 gegenüber. Das Finanzanlagevermögens liegt bei TEUR 4.658.

Im Vergleich zum Vorjahr ging das Vorratsvermögen von TEUR 102.779 um TEUR 36.307 auf TEUR 66.472 zurück und liegt damit aber immer noch über dem Niveau der Vorjahre. Dabei verringerten sich insbesondere die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen um TEUR 17.137 oder rund 49 % auf TEUR 17.650. Auch die unfertigen Erzeugnisse (minus TEUR 7.065) und die fertigen Erzeugnisse und Waren (minus TEUR 12.105) liegen unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Der Rückgang lässt sich sowohl auf mengen- und preisbedingte Effekte zurückführen.

Auf die Ausführungen zur Bestandsveränderung im Rahmen der Erläuterung der Ertrags- und Aufwandsentwicklung wird verwiesen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen um TEUR 9.766 auf TEUR 43.409 zurück. Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus dem Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um TEUR 7.618. Auch Kundenforderungen verringerten sich um TEUR 2.372. Der Rückgang der Kundenforderungen lässt sich unmittelbar auf die Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2023 zurückführen.

Im Vorjahr bestand eine Forderung gegen den Gesellschafter ICL Fertilizers Deutschland GmbH in Bezug auf die auszuübende Verlustübernahme in Höhe von TEUR 11.767. Im Jahr 2023 hat die ICL Fertilizers eine Abschlagszahlung in Höhe von TEUR 11.000 geleistet, mit der auszuübenden Verlustübernahme 2023 in Höhe von TEUR 20.279, steht zum Jahresende eine Forderung mit TEUR 21.047 zu Buche. Ein Großteil der Forderungen gegen die Schwestergesellschaft BK Giulini Argentina wurde im Geschäftsjahr um TEUR 926 wertberichtigt, da davon ausgegangen werden muss, dass diese aufgrund eines Zahlungsstopps durch die argentinische Regierung nicht gezahlt werden dürfen. Die sonstigen Vermögensgegenstände stiegen um TEUR 224 aufgrund von Energiesteuererstattungs-ansprüchen auf TEUR 2.920.

Einen Großteil ihrer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft die BK Giulini GmbH seit 2003 im Rahmen eines Asset Backed Securities-Programms. Für die verkauften Forderungen steht das Geld sofort zur Verfügung.

Insgesamt verringerten sich die liquiden Mittel um TEUR 819 auf TEUR 1.234. Zum Bilanzstichtag bestehen sie fast ausschließlich aus Guthaben bei Kreditinstituten.

Die Gesellschaft finanziert sich zu 21,6 % durch Eigenkapital und zu 78,4 % durch Fremdkapital. Zu beachten ist dabei, dass neben dem Eigenkapital von unverändert TEUR 37.248 auch die Rückstellungen für Pensionen in Höhe von TEUR 77.329 (Vorjahr: TEUR 78.778) zur Finanzierung langfristig zur Verfügung stehen. Das Anlagevermögen ist damit zu 189,0 % durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital gedeckt.

Die Rückstellungen gingen gegenüber dem Vorjahr um TEUR 14.860 auf TEUR 89.428 zurück. Der Rückgang ist nahezu ausschließlich auf die sonstigen Rückstellungen mit TEUR 13.412 zurückzuführen. Im Wesentlichen ist dies auf geringere Verpflichtungen aus ausstehenden Eingangsrechnungen zurückzuführen. Die Pensionsrückstellungen lagen um TEUR 1.448 unter dem Vorjahreswert, ein Einflussfaktor ist das höhere Zinsniveau.

Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf TEUR 45.515. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um TEUR 23.517 dar. Dem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 1.286 höher im Vergleich zum Vorjahr) stehen mit einem Rückgang von TEUR 24.899 niedrigere Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gegenüber. Darin enthalten sind Finanzschulden aus dem Cash-Pooling gegenüber dem Konzernunternehmen und Cash Pool Leader, ICL Finance B.V., Amsterdam/Niederlande, in Höhe von TEUR 15.459 (Vorjahr: TEUR 22.693).

Die Vermögens- und Finanzlage ist gut und entspricht unseren Erwartungen. Die Gesellschaft ist jederzeit in der Lage, ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Finanzierung

Die BK Giulini GmbH ist in das Cash-Management-System der ICL Group Ltd., Tel Aviv/Israel, eingebunden, die Liquidität ist dadurch insgesamt gesichert.

Das Jahresergebnis sowie die Abschreibungen führten, per Saldo, zu einem Mittelabfluss von TEUR 13.534 (Vorjahr: TEUR 5.399). Der Verlust wird durch die Muttergesellschaft übernommen.

Investitionen und Desinvestitionen

Im Rahmen der Investitionstätigkeit wurden (ohne Finanzanlagen) TEUR 14.434 verwendet. Dabei beliefen sich die Investitionen in Sachanlagen auf TEUR 14.338 und waren damit um TEUR 1.258 höher als im Vorjahr. Das Volumen von Ersatzinvestitionen in technische Anlagen (teilweise Anzahlungen oder Anlagen im Bau) betrug ca. TEUR 4.335. In Umweltschutz- und Arbeitssicherheitsmaßnahmen investierte die Gesellschaft TEUR 5.124.

Darüber hinaus wurden Neu-Investitionen, Infrastrukturmaßnahmen sowie kleinere Projekte von TEUR 3.880 getätigt. Die Investitionssumme in das immaterielle Anlagevermögen betrug im Berichtsjahr TEUR 95.

Produktion

Im Geschäftsjahr 2023 wurden insbesondere zur Jahresmitte die Produktionsanlagen aller Geschäftsbereiche, gedrosselt, um die hochpreisigen Lagerbestände schnellstmöglich abzubauen.

Mitarbeiter

Am Ende des Geschäftsjahres 2023 wurden 468 Mitarbeiter (Vorjahr: 469) beschäftigt. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl stieg gegenüber dem Vorjahr um 3 auf 468 Beschäftigte.

Die BK Giulini GmbH gehört dem Arbeitgeberverband der chemischen Industrie an. Die Löhne und Gehälter der chemischen Industrie sind prinzipiell sehr ansprechend. Darüber hinaus beteiligt die BK Giulini GmbH die Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens, gewährt einen allgemeinen Bonus, Treueprämie und honoriert gesundheitsbewusstes Verhalten. Weiterhin werden zahlreiche Sozialleistungen wie vergünstigtes Mittagessen oder die Möglichkeit, sich in verschiedenen Betriebssportgruppen zu betätigen, gewährt. Dies alles führt dazu, dass das Unternehmen auf engagierte Mitarbeiter zählen kann, die motiviert und dem Unternehmen verbunden sind. Ziel ist es, die Position als Wunscharbeitgeber weiter auszubauen, wofür die globale jährliche Mitarbeiterbefragung "Employer of Choice" genutzt wird, aus der Maßnahmenpakete für die Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit abgeleitet werden.

Gender Diversity (Gleichstellung)

Der Anteil an Frauen im Aufsichtsrat liegt im Berichtsjahr bei 20 % (unverändert gegenüber dem Vorjahr).

Gegenwärtig ist Frau Celine Smeets das einzige weibliche Mitglied im Aufsichtsrat. Im Jahr 2023 wurde bekräftigt, dass die Zielgröße weiterhin 30% beträgt: Die Zielgröße von einem Frauenanteil beträgt weiterhin 30%, ist jedoch fortan als flexible Zielgröße zu verstehen, zu deren Zielerreichung sich sowohl Arbeitnehmervertretung und Gesellschafter im Sinne eines Best-Effort-Prinzips bis 2030 bemühen, in dem - soweit als möglich - jeweils eine Frau für den Aufsichtsrat ernannt wird.

Der Anteil an Frauen in der Geschäftsführung beträgt unverändert 33 %. Der Anteil von Frauen in den zwei Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung lag Ende 2023 bei 22 % (erste Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung, gegenüber 13% im Vorjahr) sowie 27 % (zweite Ebene unterhalb der Geschäftsführung, gegenüber 23% im Vorjahr). Bereits Ende 2016 wurde die ebenfalls beschlossene Beibehaltung des Standes für die Geschäftsführung sowie die ersten beiden Managementebenen unterhalb der Geschäftsführung erreicht.

Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen TEUR 2.771 und lagen damit um TEUR 329 unter den Ausgaben des Vorjahres. Dies entspricht einer Quote von ca. 0,9 % (Vorjahr: 0,8 %) des Umsatzes. Trotz deutlichem Umsatzrückgang wurde die Quote leicht erhöht. Schwerpunkt bei Forschung und Entwicklung ist die kundenspezifische Anwendungstechnik.

Das Werk Ladenburg stellt für die ICL-Gruppe ein strategisch wichtiger Standort dar. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zeugt eine weit über den Abschreibungsaufwand hinaus gehende Investitionstätigkeit davon. Das Laborgebäude wird zurzeit saniert und ausgebaut, mit den abschließenden Tätigkeiten wird im Jahr 2024 gerechnet.

Leistungsindikatoren

Die für die operative Leistungsmessung der BK Giulini GmbH bedeutsamsten Indikatoren sind die Umsatzerlöse und das abzuführende Ergebnis.

Es werden keine nicht finanziellen Leistungsindikatoren zur primären Steuerung und somit zur Entscheidung von Managementfragen herangezogen.

Chancen- und Risikobericht

Chancen und Risiken werden vom Unternehmen als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse verstanden, die eine Prognose- oder Zielabweichung mit sich bringen können. Wir vergleichen monatlich das erreichte Ergebnis detailliert zum Plan und zum Vorjahr und sind deshalb in der Lage, bei größeren Abweichungen schnell und gezielt eingreifen zu können. Das Risikomanagement zielt darauf ab, Chancen und Risiken schnellstmöglich zu erkennen, zu bewerten und durch passende Maßnahmen Chancen zu nutzen und Risiken zu begrenzen.

Wechselkursabhängigkeit

Zur Minimierung der Auswirkungen von Wechselkursvolatilitäten werden Hedging-Maßnahmen in Form von Devisentermingeschäften durchgeführt, die über den Cash Pool Leader (ICL Finance B.V.) abgewickelt werden.

Auf Gesellschaftsebene findet außerdem eine Kompensation des USD statt: Durch in USD fakturierte Exportgeschäfte verfügt die BK Giulini GmbH über USD, die sie - soweit möglich - zur Bezahlung des Hauptrohstoffs Phosphorsäure verwendet.

Rohstoff- und Energiepreisentwicklung

Die Materialkosten im Jahr 2023 betragen etwa 60 % der Gesamtkosten. Für die BK Giulini GmbH sind die drei wichtigsten Haupt-Rohstoffe Phosphorsäure, Natron- und Kalilauge. Speziell die Preise für Natron- und Kalilauge haben sich am Markt beruhigt und die Verfügbarkeit hat sich verbessert. Die sich bereits Ende 2022 abzeichnende Beruhigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen, haben sich im Jahr 2023 fortgesetzt. Phosphorsäure wird überwiegend innerhalb der ICL Gruppe bezogen, unterliegt aber den Marktpreisen, wobei auch hier eine Preisberuhigung eingetreten ist.

Die für die Produktion benötigte Energie wird zu ca. 90 % durch Erdgas abgedeckt. Die BK Giulini GmbH hat mit den Lieferanten für Erdgas und Strom vertragliche Vereinbarungen getroffen, die die Bedingungen für die Versorgung festlegen. Trotz des anhaltenden Krieges in der Ukraine war die Versorgung stabil. Die BK Giulini hat darüber hinaus im Jahr 2023 im Rahmen der Deckelung des Energie- und Strompreises gem. EWPBG und StromPBG entsprechende Gutschriften in Höhe von etwa EUR 6 Mio. erhalten. Dennoch sind vor allem für Erdgas die Gesamtkosten im Jahr 2023 gestiegen.

Insgesamt ist die Situation bei der Energie und Rohstoffversorgung stabil. Und trotz der schwierigen Situation in Israel laufen alle Anlagen der ICL. Auch die Logistik und die Hafenanlagen in Israel laufen weiterhin im Normalbetrieb. Die Lieferkette für Phosphorsäure von Rotem-Israel nach Europa und zur BK Giulini in Ladenburg funktioniert und ist nicht beeinträchtigt.

Umweltschutz

Im Jahre 2023 unterlag die Gesellschaft den einschlägigen Umweltgesetzen. Dies waren im Wesentlichen das Bundesimmissionsschutzgesetz und das Wasserhaushaltsgesetz mit den entsprechenden Verordnungen. Darüber hinaus fallen Anlagen in den Geltungsbereich der europäischen Industrieemissionsrichtlinie. Die Vorgaben aus den genannten Gesetzen werden eingehalten, die vorgeschriebenen Emissionswerte für diese Anlagen erfüllt und ständig kontrolliert. Eigenüberwachungsberichte dokumentieren den Prozessablauf und die gemessenen Werte.

2023 waren keine meldepflichtigen Betriebsstörungen zu verzeichnen. Durch unser Risiko-management, ständiger Unterweisung der Mitarbeiter und sorgfältiger Überwachung der Ablaufprozesse, setzen wir auch künftig alles daran, einen Störfall zu vermeiden.

In Abstimmung mit der Umweltbehörde beim zuständigen Landratsamt Rhein-Neckar und dem Regierungspräsidium Karlsruhe wird das verabschiedete Programm zur systematischen Überwachung des Grundwassers fortgesetzt, um gezielt eventuelle Belastungen, auch aus Altlasten, jederzeit ausfindig machen zu können.

Forderungsmanagement

Mit Ausnahme einiger Nicht-OECD-Länder, wie z.B. Indien, werden fast alle Forderungen im Rahmen eines konzernweiten Factorings verkauft. Fast sämtliche Forderungen werden, wenn die Andienungsgrenze der Kreditversicherung überschritten ist, gegen Zahlungsausfall versichert und laufend überwacht.

Soweit Kunden beliefert werden mit offenem Zahlungsziel ohne Absicherung durch die Kreditversicherung, wird das Zahlungsverhalten dieser Kunden besonders eng überwacht. Das Ausfallrisiko ist daher insgesamt gering.

Entwicklung in den GUS Staaten

Russland und die Länder der ehemaligen Sowjetunion sind historisch für die BK Giulini GmbH strategische Absatzmärkte. Die aktuelle Geschäftstätigkeit ist maßgeblich durch Sanktionen (als Folge des Konfliktes in der Ukraine) beeinflusst, die eine beschränkte Geschäftstätigkeit zur Folge hat. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die Gesellschaft in Russland ein Umsatzniveau von TEUR 3.280. Der Fokus liegt weiterhin auf die Stabilisierung des Geschäfts innerhalb Russlands in Anbetracht des Konfliktes und der ausgesprochenen Sanktionen. Zeitgleich wird die Geschäftsentwicklung in der Region in Ländern außerhalb Russlands vorangetrieben und neue Partnerschaften mit Kunden und Vertriebspartnern wurden etabliert. Mittel- und langfristige Aussichten sind unter den gegebenen Umständen nur bedingt vorherzusagen.

Prognose

Zu Beginn des Jahres 2024 prognostizierte der Internationale Währungsfonds (kurz: IWF) für das Jahr 2024 ein Weltwirtschaftswachstum von 3,1 % und von 3,2 % für das Jahr 2025. Die Erholung der Weltwirtschaft von den multiplen Krisen erweist sich als erstaunlich widerstandsfähig, aber die steigende Wachstumsdynamik war bislang nicht überall zu spüren. Insbesondere gedämpft ist die Stimmung in Europa, wo weiterhin die Auswirkungen durch hohe Energiepreise und das hohe Zinsniveau zu spüren sind.

Für die deutsche Wirtschaft sieht das Münchener ifo Institut in seinen aktuellen Ausführungen ein Steigen des Bruttoinlandsprodukts für das Jahr 2024 bei 0,4 %, damit hat sich die Stimmung leicht erhellt, nachdem vorher von einem Wachstum von 0,2 % ausgegangen wurde. Für das Jahr 2025 rechnet man mit einem Anstieg von 1,5 %. Die Inflationsrate wird von 5,9 % im Jahr 2023 spürbar auf 2,2 % in Jahr 2024 und auf 1,7 % im Jahr 2025 zurückgehen.

Der Verband der Chemischen Industrie e.V. (kurz: VCI) sieht in seinen Ausführungen nach dem ersten Quartal 2024 Lichtblicke im Chemiegeschäft. Die Auftragslage verbesserte sich dank leerer Lager bei den Kundenindustrien und einer anziehenden Nachfrage aus dem außereuropäischen Ausland. Produktion und Umsatz konnten gegenüber dem Vorquartal gesteigert werden. Ohne das Pharmageschäft betrug der Produktionsanstieg hier 6,3 %.

Für das Gesamtjahr 2024 rechnet der Verband mit einem Anstieg der Chemieproduktion um 3,5 % verglichen mit dem Gesamtjahr 2023. Dies dürfte trotz rückläufiger Preise zu einem Anstieg des Branchenumsatzes um 1,5 % führen.

Im ersten Halbjahr des Jahres 2024 liegen die Umsätze der BK Giulini GmbH in den Geschäftsbereichen Food Specialties und Advanced Additives voraussichtlich unter den Vorjahreswerten.

Während die Volumen im Vergleich zum Vorjahr signifikant ansteigen, sorgen sinkende Rohstoffkosten für Druck auf die Verkaufspreise.

Grundsätzlich hat die BK Giulini GmbH den Vorteil, viele Produkte bzw. Vorprodukte innerhalb der ICL Gruppe herzustellen, die mittelbar zum täglichen Leben gebraucht werden und deshalb geringeren Nachfrageschwankungen ausgesetzt sind als beispielsweise Luxusartikel. Insbesondere in Zeiten volatiler Märkte, steigender Rohstoffkosten und zunehmendem Fokus auf die Sicherung der Grundbedürfnisse, gilt diese Marktposition als vergleichsweise stabil.

Wir setzen weiterhin auf einen Ausbau des Geschäftsbereiches ICL Food Specialties. Verbraucher fragen neben Wurstwaren weiterhin zunehmend vegetarische und vegane Produkte nach, die im Geschmack den klassischen Fleisch-, Wurst- und Käsespezialitäten ähneln. Studien gehen davon aus, dass in Zukunft weltweit immer mehr tierische Produkte wie Fleisch, Fisch oder Milch durch alternative Proteine ersetzt werden. An diesem Wachstumsmarkt möchten wir weiterhin partizipieren.

Nach intensiver Forschung im Bereich der Anwendungstechnik wurden zahlreiche Produkte für die Herstellung dieser neuen fleischlosen Lebensmittel entwickelt, die nun nach und nach im Markt platziert werden. Neben neuen Produktsegmenten wie den alternativen Proteinen wird ebenfalls das Angebot an Lösungen für eine kosteneffiziente und ressourcenschonende Produktion von Lebensmittel im Bereich Fleisch- und Milchprodukte ausgebaut, um Marktrends und Anforderungen zu bedienen. Dies ist auch relevant da Konsumenten zunehmend kostensensibel Einkaufsentscheidungen treffen und dadurch entsprechend Lebensmittelproduzenten auf diese Anforderungen reagieren.

Vor dem erläuterten Hintergrund rechnen wir für das Geschäftsjahr 2024 mit moderat geringeren Umsatzerlösen der BK Giulini GmbH gegenüber dem Vorjahr.

Aufgrund des erhöhten Absatzvolumens und dem Fokus auf Margen- & Portfoliooptimierung während einer sich entspannenden Kostensituation hingegen liegt das erwartete Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) für das Geschäftsjahr 2024 deutlich über dem Geschäftsjahr 2023.

 

Ladenburg, den 7. August 2024

Dr. Reiner Exner, Geschäftsführer

Jessica Erlewein, Geschäftsführerin

Rado Sporka, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die BK Giulini GmbH, Ladenburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der BK Giulini GmbH, Ladenburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der BK Giulini GmbH, Ladenburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), aber nicht die inhaltlich geprüften Angaben im Lagebericht.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Karlsruhe, 23. August 2024

RSM Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Christiane Keßler, Wirtschaftsprüferin

Katrin Wolfrum, Wirtschaftsprüferin

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