Stammdaten

Register
Amtsgericht Lübeck HRB 17616 HL
Vorher
DIG Holding GmbH
Eingetragen
7.3.2018
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
ist das Erwerben und Verwalten von sowie die Erbringung von Beratungs- und sonstigen Dienstleistungen gegenüber Unternehmen, insbesondere der Debitor-Inkasso (DIG)-Gruppe.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Christoph Krause
seit 22.1.2019
Prokura
Torsten Pagel
seit 7.3.2018
Geschäftsführer
Andreas Stock
seit 7.3.2018
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Breva International Sà r.L.LUX
95.00%
DIG Management Beteiligungs GmbH & Co. KG
5.00%

Gesellschafter
Beta

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Breva International Sà r.L.
Luxembourg
23.750 €
95.00%
DIG Management Beteiligungs GmbH & Co. KG
Germany
1.250 €
5.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

coin4 Solutions GmbH

Bad Schwartau

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

Stand am 31.12.2023 Stand am 31.12.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte 1.961.726,00 2.019.636,00
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 27.727.968,98 34.616.159,01
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 2.475,00
29.689.694,98 36.638.270,01
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 112.406,56 147.127,56
29.802.101,54 36.785.397,57
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Hilfsstoffe 40.180,69 35.369,86
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.433.717,83 3.286.267,74
2. Forderungen gegen Gesellschafter 25.319,38 7.694,76
3. Sonstige Vermögensgegenstände 877.857,15 1.253.279,43
4.336.894,36 4.547.241,93
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 6.693.495,60 6.541.529,98
11.070.570,65 11.124.141,77
C. Rechnungsabgrenzungsposten 89.180,80 135.468,24
D. Aktive latente Steuern 24.736,00 70.004,00
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 23.089.791,62 15.997.215,00
64.076.380,61 64.112.226,58

Passiva

Stand am 31.12.2023 Stand am 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 6.975.000,00 6.975.000,00
III. Konzernbilanzverlust -30.089.791,62 -22.997.215,00
IV. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 23.089.791,62 15.997.215,00
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 689.794,69 476.813,00
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 28.867.284,14 30.362.904,47
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 302.997,90 237.005,97
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 32.031.179,09 31.177.430,09
4. Sonstige Verbindlichkeiten 2.185.124,79 1.858.073,05
63.386.585,92 63.635.413,58
64.076.380,61 64.112.226,58

Konzerngewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 13.922.252,21 12.846.636,69
2. Sonstige betriebliche Erträge 120.772,49 309.585,60
14.043.024,70 13.156.222,29
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.753.439,79 3.358.434,26
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 3.513.732,30 3.282.950,07
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 601.681,41 578.161,60
4.115.413,71 3.861.111,67
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 7.729.514,43 7.628.624,79
- davon Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte TEUR 6.888 (Vj. TEUR 6.888)
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.397.136,75 2.194.918,45
7. Zinsen und ähnliche Erträge 73,70 5,00
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.999.857,67 2.829.203,50
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 140.312,67 156.026,89
13.266.747,82 12.808.768,63
10. Ergebnis nach Steuern / Konzernjahresfehlbetrag -7.092.576,62 -6.872.092,27
11. Konzernverlustvortrag -22.997.215,00 -16.125.122,73
12. Konzernbilanzverlust -30.089.791,62 -22.997.215,00

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemeine Angaben

I. Allgemeines

Die coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau, wird registerrechtlich beim Amtsgericht Lübeck unter der Nummer HRB 17616 HL geführt.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde unter Berücksichtigung der Vorschriften des HGB und des GmbHG aufgestellt und umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

II. Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst nachfolgend aufgeführte, inländische Gesellschaften:

Lfd. Nr. Gesellschaft Sitz Kapitalanteil gehalten von
1. coin4 Solutions GmbH Bad Schwartau
2. Debitor-Inkasso GmbH Bad Schwartau 100,0 % 1.
3. Smart Inkasso Service GmbH Bad Schwartau 100,0 % 2.
4. Hanseatic Finance Solution Bad Schwartau 100,0 % 1.
5. abilita GmbH Regensburg 100,0 % 1.
6. Claims Complete GmbH Regensburg 100,0 % 4.

Änderungen des Konsolidierungskreises ergaben sich im Geschäftsjahr nicht.

III. Konsolidierungsgrundsätze

1. Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen

Dem Konzernabschluss liegen die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen zu Grunde. Bei sämtlichen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen deckt sich der Stichtag des Einzelabschlusses mit dem Stichtag des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2023.

Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden sind gemäß § 308 HGB nach den auf den Konzernabschluss der coin4 Solutions GmbH angewandten Bewertungsmethoden einheitlich bewertet worden.

2. Kapitalkonsolidierung

Am 28. November 2017 hat die coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau, die Anteile an der Tochtergesellschaft Debitor Inkasso GmbH, Bad Schwartau, erworben. Die Kapitalkonsolidierung erfolgte gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB für diesen Erwerb nach der Neubewertungsmethode zum 30. November 2017.

Hierbei wurde der Wertansatz, der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile, mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals der Tochtergesellschaften verrechnet. Das Eigenkapital wurde dabei entsprechend der Neubewertungsmethode mit dem Betrag angesetzt, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entsprach, der diesen zum Erstkonsolidierungszeitpunkt beizulegen war. Rückstellungen waren nach § 253 Abs. 1 Satz 2 und 3 und Abs. 2 HGB und latente Steuern nach § 274 Abs. 2 HGB zu bewerten. Die Verrechnung erfolgte gemäß § 301 Abs. 2 HGB zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist (vorliegend zum 30. November 2017).

Im Rahmen dieser Neubewertung wurden keine stillen Reserven oder noch nicht bilanzierte Vermögensgegenstände oder Schulden identifiziert, so dass der Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten der Beteiligung und dem anteiligem Eigenkapital in Höhe von TEUR 66.240 als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und entsprechend der geschätzten Nutzungsdauer über 10 Jahre, beginnend ab dem 1. Dezember 2017, abgeschrieben wurde. Im Geschäftsjahr 2018 führte eine nachträgliche Kaufpreiserhöhung aus dem Anteilserwerb um TEUR 170 zu einer entsprechenden Erhöhung des Geschäfts- oder Firmenwertes.

Die Kapitalkonsolidierung der Ende 2018 gegründeten Hanseatic Finance Solution GmbH, Bad Schwartau, erfolgte ohne Aufrechnungsdifferenzen.

Für den Erwerb der Anteile an der abilita GmbH erfolgte die Kapitalkonsolidierung gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode zum 13. November 2020. Die Verrechnung erfolgte gemäß § 301 Abs. 2 HGB zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist (vorliegend zum 13. November 2020).

Im Rahmen dieser Neubewertung wurden keine stillen Reserven oder noch nicht bilanzierte Vermögensgegenstände oder Schulden identifiziert, so dass der Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten der Beteiligung und dem anteiligen Eigenkapital in Höhe von TEUR 2.224 als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und entsprechend der geschätzten Nutzungsdauer über 10 Jahre, beginnend ab dem 13. November 2020, abgeschrieben wird. Im Geschäftsjahr 2021 führte eine vertragsgemäß nachträgliche Kaufpreiserhöhung aus dem Anteilserwerb um TEUR 332 zu einer entsprechenden Erhöhung des Geschäfts- oder Firmenwertes.

Die Einbeziehung der zum 1. Januar 2022 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogene Claims Complete GmbH erfolgte ebenfalls gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode. Aufgrund des gemeinsamen Erwerbs mit der abilita GmbH erfolgte die Verrechnung gemäß § 301 Abs. 2 HGB zu dem Zeitpunkt, zu dem die Claims Complete GmbH Tochterunternehmen geworden ist (vorliegend zum 13. November 2020). Der aus der Verrechnung resultierende negative Unterschiedsbetrag von TEUR 25 wurde hinsichtlich seiner Ursache analysiert und als Korrekturbetrag mit dem Geschäfts- oder Firmenwert der abilita GmbH verrechnet.

3. Schuldenkonsolidierung

Die gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Konzerngesellschaften wurden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung untereinander aufgerechnet. Aus der Schuldenkonsolidierung ergaben sich keine Aufrechnungsdifferenzen.

4. Aufwands- und Ertragskonsolidierung

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden alle Umsätze zwischen den Konzerngesellschaften und die übrigen konzerninternen Erträge mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet. Aus der Aufwands- und Ertragskonsolidierung ergaben sich keine Aufrechnungsdifferenzen.

5. Zwischengewinneliminierung

Eine Eliminierung von Zwischenergebnissen war mangels wesentlicher konzerninterner Verkäufe von Anlagevermögen oder Vorratsbeständen oder sonstiger konzerninterner Lieferungen und Leistungen nicht erforderlich.

Die Eliminierung einer im Einzelabschluss durchgeführten Abschreibung auf Anteile an verbundenen Unternehmen führte im Vorjahr zu einem ertragswirksamen Konsolidierungseffekt von TEUR 16.016.

6. Latente Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen

Die Abgrenzung von latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen erfolgte gemäß § 306 HGB insoweit, als sich der abweichende Steueraufwand in den späteren Geschäftsjahren ausgleicht. Auf Konsolidierungsmaßnahmen waren keine latenten Steuern zu bilden.

B. Rechnungslegungsgrundsätze

Im Berichtsjahr wurden die Grundsätze der Bilanzierungs-, Ausweis- und Bewertungsstetigkeit beachtet.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände, die Geschäfts- oder Firmenwerte und die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen erfolgen nach der linearen Methode.

Die Bewertung der Hilfsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Insofern sind im vorliegenden Konzernabschluss nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Währungsumrechnung enthalten. Bei einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtages unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite.

C. Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

I. Konzernbilanz

1. Anlagevermögen

Die gesondert dargestellte Entwicklung des Anlagevermögens ist integraler Bestandteil des Anhangs.

2. Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Geschäfts- oder Firmenwerte von TEUR 25.987 bzw. TEUR 1.741 resultieren aus den durchgeführten Kapitalkonsolidierungen und werden aufgrund der Stabilität und Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells sowie aufgrund der langfristigen Bestandsdauer der strategisch erworbenen Unternehmen jeweils linear über einen Zeitraum von 10 Jahren bis zum 30. November 2027 bzw. bis zum 13. November 2030 abgeschrieben. Im Geschäftsjahr wurden planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 6.888 (Vj. TEUR 6.888) vorgenommen.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten mit TEUR 545 (Vj. TEUR 690) Ratenzahlungsforderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben TEUR 136 (Vj. TEUR 165) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Es handelt sich dabei um einen Bestand zahlungsgestörter, teils auch titulierter Forderungen, deren Beitreibung erst ggf. auch über eine einen 12-Monatszeitraum hinausgehende Periode zu einem Rückfluss führt.

Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Laufzeit bis zu einem Jahr.

4. Aktive latente Steuern

Aktive latente Steuern wurden für zeitliche Unterschiede zwischen dem handelsrechtlichen Wertansatz im Konzernabschluss und dem steuerrechtlichen Wertansatz des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens ermittelt.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt im Konzern auf Basis eines kombinierten deutschen Ertragsteuersatzes von 31,25 % (Vj. 31,25 %). Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und den Solidaritätszuschlag.

Weitere wesentliche temporäre Differenzen zwischen dem handels- und dem steuerbilanziellen Ansatz bestehen nicht.

5. Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Restlaufzeit davon
Insgesamt bis 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 28.868 1.033 27.835 0
(Vj.) (30.363) (3.186) (27.177) (0)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 303 303 0 0
(Vj.) (237) (237) (0) (0)
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 32.031 8.291 23.740 0
(Vj.) (31.177) (7.437) (23.740) (0)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 2.185 2.185 0 0
(Vj.) (1.858) (1.858) (0) (0)
63.387 11.812 51.575 0
(Vj.) (63.635) (12.718) (50.917) (0)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind vollständig besichert durch Verpfändungen von Geschäftsanteilen, Globalabtretung von Forderungen und sonstigen Rechten, soweit rechtlich zulässig durch die Verpfändungen inländischer Bankkonten.

Die mittelfristigen Verbindlichkeiten gegen Kreditinstituten erfassen mit TEUR 2.075 Verbindlichkeiten aus einer in 2026 endfälligen Betriebsmittelkreditlinie, von der zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Jahresabschlusses TEUR 1.075 bereits zurückgeführt wurden.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten mit TEUR 568 (Vj. TEUR 499) Verbindlichkeiten aus Steuern.

II. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse entfallen im Geschäftsjahr 2023 mit 93,2 % (Vj. 91,4 %) auf die treuhänderische Inkassotätigkeit sowie mit 6,8 % (Vj. 8,6 %) auf die Verwertung übernommener zahlungsgestörter Forderungsbestände (sog. NPL bzw. Non-Performing-Loans).

Die Umsätze entfallen überwiegend auf das Inland.

2. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen des Geschäftsjahres 2023 sind keine periodenfremden Erträge (Vj. EUR 37) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten periodenfremde Aufwendungen von TEUR 34 (Vj. TEUR 36).

3. Aufwendungen für Altersversorgung

Die sozialen Aufwendungen enthalten mit TEUR 13 (Vj. TEUR 15) Aufwendungen für Altersversorgung.

4. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erfassen TEUR 45 (Vj. TEUR 45) Aufwendungen aus der Auflösung aktiver latenter Steuern.

D. Sonstige Angaben

1. Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 HGB

Für folgende Gesellschaften werden Erleichterungen in Anspruch genommen:

Debitor-Inkasso GmbH, Bad Schwartau

Smart Inkasso Service GmbH, Bad Schwartau

Hanseatic Finance Solution GmbH, Bad Schwartau

abilita GmbH, Regensburg

Claims Complete GmbH, Regensburg

2. Personal

Der Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 75 (Vj. 74) kaufmännisch angestellte Mitarbeiter.

3. Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2023 berechnete Gesamthonorar i. S. d. § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB beträgt für Abschlussprüfungsleistungen TEUR 59.

4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften haben diverse Miet- und Leasingverträge abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2023 ergaben sich hieraus bis zum Ende der Vertragslaufzeit folgende finanziellen Verpflichtungen:

Insgesamt fällig 2024 fällig 2025 bis 2028 fällig ab 2029
TEUR TEUR TEUR TEUR
Mietverpflichtungen 596 234 362 0
IT-Dienstleistungsverpflichtungen 504 168 336 0
Übrige 194 77 113 4
1.294 479 811 4

5. Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wurde nach den Regelungen des DRS 21 aufgestellt.

Der Finanzmittelfonds erfasst Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten. Jederzeit fällige Kontokorrentverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden entweder mangels Wesentlichkeit oder da sie nicht der Liquiditätsdisposition, sondern der Finanzierung der Unternehmensgruppe dienen, dem Finanzierungsbereich zugeordnet.

6. Angaben zum Eigenkapitalspiegel

Der Eigenkapitalspiegel wurde nach den Regelungen des DRS 22 aufgestellt. Gesetzliche oder gesellschaftsvertragliche Ausschüttungssperren bestehen nicht. Das unter Einbezug frei verfügbarer Kapitalrücklagen für Ausschüttungen grundsätzlich verfügbare Eigenkapital beträgt TEUR 1.380 (Vj. TEUR 1.574).

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2023 der Einzelgesellschaft coin4 Solutions GmbH in Höhe von TEUR 194 (Vj. Jahresfehlbetrag TEUR 15.993) auf neue Rechnung vorzutragen.

7. Organe der Gesellschaft

Der Geschäftsführung des Mutterunternehmens gehörten im Geschäftsjahr an:

Herr Andreas Stock (CEO, Sprecher der Geschäftsführung), Bad Schwartau

Herr Torsten Pagel (CEO), Lübeck

Herr Peter Lindenmayer (CEO), Regensburg

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird mit Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

 

Bad Schwartau, den 18. April 2024

coin4 Solutions GmbH

Andreas Stock

Torsten Pagel

Peter Lindenmayer

Entwicklung des Konzernanlagevermögens der coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 01.01.2023 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte 3.751.793,06 739.694,48 52.650,00 4.438.837,54
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 68.941.812,97 0,00 0,00 68.941.812,97
3. Geleistete Anzahlungen 2.475,00 0,00 2.475,00 0,00
72.696.081,03 739.694,48 55.125,00 73.380.650,51
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 442.324,19 6.523,92 0,00 448.848,11
73.138.405,22 746.218,40 55.125,00 73.829.498,62
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 01.01.2023 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte 1.732.157,06 800.079,48 55.125,00 2.477.111,54
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 34.325.653,96 6.888.190,03 0,00 41.213.843,99
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
36.057.811,02 7.688.269,51 55.125,00 43.690.955,53
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 295.196,63 41.244,92 0,00 336.441,55
36.353.007,65 7.729.514,43 55.125,00 44.027.397,08
Buchwerte
Stand am 31.12.2023 Stand am 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte 1.961.726,00 2.019.636,00
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 27.727.968,98 34.616.159,01
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 2.475,00
29.689.694,98 36.638.270,01
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 112.406,56 147.127,56
29.802.101,54 36.785.397,57

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2023

2023 2022
EUR EUR
Konzernjahresfehlbetrag -7.092.576,62 -6.872.092,27
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 7.729.514,43 7.628.624,79
-/+ Abnahme/ Zunahme der Rückstellungen 212.981,69 25.795,00
+/- Abnahme/ Zunahme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 23.979,51 7.788,66
-/+ Abnahme/ Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 393.043,67 -222.566,55
+ Zinsaufwendungen 2.999.857,67 2.829.203,50
+ Ertragsteueraufwand 140.312,67 156.026,89
- Ertragsteuerzahlungen 132.800,00 -510.230,48
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 4.539.913,02 3.042.549,54
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -739.694,48 -750.463,52
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -6.523,92 -7.780,49
- Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis 0,00 -316.348,00
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -746.218,40 -1.074.592,01
- Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten von Kreditinstituten -1.495.620,33 -1.000.000,00
- Gezahlte Zinsen -2.146.108,67 -1.203.839,84
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -3.641.729,00 -2.203.839,84
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 151.965,62 -235.882,31
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 6.541.529,98 6.777.412,29
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 6.693.495,60 6.541.529,98

Konzerneigenkapitalspiegel der coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau für das Geschäftsjahr 2023

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Kapitalanteile Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 Konzernverlustvortrag
EUR EUR EUR
1. Januar 2022 25.000,00 6.975.000,00 -11.210.497,17
Vortrag des Vorjahreskonzernjahresfehlbetrages 0,00 0,00 -4.914.625,56
Konzernfehlbetrag 0,00 0,00 0,00
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00 0,00
31. Dezember 2022 1. Januar 2023 25.000,00 6.975.000,00 -16.125.122,73
Vortrag des Vorjahreskonzernjahresfehlbetrages 0,00 0,00 -6.872.092,27
Konzernfehlbetrag 0,00 0,00 0,00
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00 0,00
31. Dezember 2023 25.000,00 6.975.000,00 -22.997.215,00
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Konzernfehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag Summe
EUR EUR EUR
1. Januar 2022 -4.914.625,56 9.125.122,73 0,00
Vortrag des Vorjahreskonzernjahresfehlbetrages 4.914.625,56 0,00 0,00
Konzernfehlbetrag -6.872.092,27 0,00 -6.872.092,27
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 6.872.092,27 6.872.092,27
31. Dezember 2022 1. Januar 2023 -6.872.092,27 15.997.215,00 0,00
Vortrag des Vorjahreskonzernjahresfehlbetrages 6.872.092,27 0,00 0,00
Konzernfehlbetrag -7.092.576,62 0,00 -7.092.576,62
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 7.092.576,62 7.092.576,62
31. Dezember 2023 -7.092.576,62 23.089.791,62 0,00

Konzernlagebericht der coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau, für das Geschäftsjahr 2023

A) Grundlagen des Konzerns

1) Konsolidierungskreis und Geschäftsmodell

Die coin4 Solutions GmbH ist Mutterunternehmen der DIG-Gruppe und hält direkt oder indirekt sämtliche Geschäftsanteile an folgenden Konzerngesellschaften:

Debitor-Inkasso GmbH (kurz: DIG), Bad Schwartau

Smart Inkasso Service GmbH (kurz: SIS), Bad Schwartau

Hanseatic Finance Solution GmbH (kurz: HFS), Bad Schwartau,

Claims Complete GmbH, Regensburg (kurz: Claims)

abilita GmbH, Regensburg, (kurz: abilita)

Die coin4 Solutions GmbH erbringt auf Basis von Konzerndienstleistungsverträgen Administrations- und Managementleistungen gegenüber der DIG, SIS und HFS.

Der Schwerpunkt unserer operativen Geschäftstätigkeit liegt im Treuhand- und Inkassozessionsgeschäft mit vorgerichtlichem Realisierungsschwerpunkt, das wir im Rahmen eines ganzheitlichen Forderungsmanagements anbieten. Wir verstehen uns in diesem Kontext als ein Fullservice-Dienstleister und bieten unseren Kunden seit nunmehr über 45 Jahren innovative, durchdachte und effiziente Komplettlösungen aus einer Hand. Dabei agieren wir schwerpunktmäßig in der DACH-Region, sind jedoch auch über ein umfangreiches internationales Partnernetzwerk in anderen europäischen Ländern tätig. Neben dem Treuhandgeschäft gehört ebenso der Ankauf zahlungsgestörter Forderungen zum Geschäftsumfang der Gruppe.

Das Forderungsmanagement-Kernsegment der Gruppe umfasst das vorgerichtliche, das gerichtliche und das nachgerichtliche Inkasso inkl. der Zwangsvollstreckung und Langzeitüberwachung durch Terminverwaltung und Wiedervorlagemanagement. Ferner finden komplementäre Dienstleistungen wie Lettershop, Dokumentenmanagement (DMS), Risiko-, Bonitäts-, Fraud- und Adressmanagement sowie Consulting Anwendung. Außerdem ist die Vertretung der Auftraggeber durch Vertragsanwälte der coin4-Gruppe vor Gericht bei bestrittenen Forderungen während des Titulierungsprozesses Bestandteil des Dienstleistungsportfolios.

Die Ausübung der vorgenannten Inkasso-Tätigkeit unterliegt nicht der Gewerbefreiheit und ist somit in der Bundesrepublik Deutschland erlaubnispflichtig. Es wird eine an vielfältige sowie komplexe Bedingungen geknüpfte Zulassung im Rechtsdienstleistungsgesetz vorausgesetzt, über welche wir seit Jahrzehnten verfügen. Unsere Kundenstruktur ist äußerst diversifiziert, so dass wir in allen Branchen fundierte Kenntnisse, langjährige Erfahrungen, Expertisen und individuelle Konzepte besitzen und infolgedessen alle Geschäftsfelder ohne Probleme mit höchster Effizienz bedienen können.

Unsere Vergütung im Inkasso orientiert sich an der Gebührenstruktur des Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Ferner erzielen wir aus dem Einzug aufgekaufter Forderungen Renditeerlöse. Darüber hinaus werden Erlöse aus dem Dienstleistungsspektrum des Payment-Services der Gruppe generiert.

Die Wertschöpfungskette des Konzernverbunds umfasst das Dienstleistungsspektrum von performanten Payment-Services, Risk- sowie Fraud-Prevention, Dunning (Mahnwesen), Zahlungsgarantie-Modelle bis hin zum Forderungsmanagement bzw. Inkasso.

Die wesentlichen von uns überwachten finanziellen Leistungsindikatoren sind die Umsatzerlöse, der Rohertrag (Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand) und das EBITDA (Betriebsergebnis vor Zinsergebnis, Ertragsteuern, Abschreibungen und neutralem Ergebnis).

2) Entwicklung

Ziel unserer Entwicklungstätigkeiten ist die permanente Optimierung unserer Geschäftsprozesse und die Neugestaltung von angrenzenden Geschäftsmodellen. Die permanente Weiterentwicklung zur stetigen Performancesteigerung unseres Forderungsmanagements und der im Rahmen dessen genutzten digitalen Interaktionsmedien ist eine der Kernaufgaben unserer Entwicklungstätigkeit. Infolgedessen konnten im vergangenen Geschäftsjahr 2023 bereits signifikante Fortschritte im Hinblick auf die Nutzung von KI-Technologie im operativen Inkassoprozess erzielt werden. Ferner ist nach wie vor die Weiterentwicklung des neuen Dienstleistungsspektrums der Unternehmensgruppe von zentraler Relevanz. Auf diese Weise soll nachhaltig ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit der Unternehmensgruppe gesichert werden. Zudem werden die Zahlmethoden im Rahmen von Online-Paymentlösungen weiter ausgebaut und in die Prozessstrukturen implementiert. Nicht zuletzt werden u.a. Online-Anwendungen sowie Plugin-Technologien entwickelt, welche das Handling im Payment-Kontext signifikant erleichtern, effektivieren und vertriebliche Impulse setzen.

B) Wirtschaftsbericht

1) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Am 1. Oktober 2021 ist das Gesetz zur Verbesserung des Verbraucherschutzes im Inkassorecht in Kraft getreten. Dieses Gesetz hatte erhebliche Einschränkungen hinsichtlich der Geschäftsgebühren gemäß RVG zur Folge, die sich insbesondere im Geschäftsjahr 2022 wirtschaftlich signifikant ausgewirkt haben. Diese wirtschaftliche Einflussnahme hat sich auch noch in 2023 abgeschwächt fortgesetzt, jedoch mit einer deutlichen Finalisierungstendenz und einer Stabilisierung der Ertragslage der Unternehmensgruppe.

Die konjunkturelle Entwicklung und gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2023 nach wie vor geprägt von der geopolitischen Gemengelage, insbesondere im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt. Die deutsche Wirtschaftsleistung hat sich, gemessen am preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemäß dem statistischen Bundesamt (DESTATIS) im Jahr 2023 um 0,3 % reduziert. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahr 2023 von rund 45,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Damit lag die Zahl der Erwerbstätigen mit 0,7 % über dem Vorjahr. Nach unserer Einschätzung hat sich der von uns betreute Forderungsmanagementmarkt hinsichtlich der Angebots- und Nachfragesituation im Berichtsjahr lediglich unwesentlich verändert. Es ist nach wie vor feststellbar, dass die Einbindung externer Dienstleister in das Forderungsmanagement, insbesondere im Mengeninkasso, in Deutschland weiterhin stark vorangeschritten ist. Die vorhandene Nachfrage ist nahezu verteilt. Infolgedessen zeigt der Markt im Bereich des mengenmäßigen Forderungsmanagements fortgeschrittene Sättigungserscheinungen, einen Konsolidierungstrend und stetig wachsenden Wettbewerb. Unter vertrieblichen Gesichtspunkten gibt es bei den Aktivitäten zur Kundengewinnung im Treuhandsegment nach wie vor signifikante Streuverluste. Auch die Einflussnahme branchennaher Wettbewerber aus dem Factoring-Bereich und branchenfremder Mitbewerber aus dem Markt der Online-Zahlungsdienste ist weiterhin spürbar und nicht zuletzt auf die gewachsene Komplexität des Forderungsmanagements zurückzuführen. Diametral zu den vorherrschenden Marktbedingungen, konnte die Unternehmensgruppe das quantitative Auftragsvolumen im Inkasso-Segment um 17% gegenüber dem Vorjahr steigern.

2) Geschäftsverlauf und Ertragslage

Unsere Unternehmensgruppe kann trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds in der Branche, vornehmlich verursacht durch die Inkassoregulierung, grundsätzlich auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Die Konzernumsatzerlöse sind im Berichtsjahr - besser als im Vorjahr prognostiziert (leichter Anstieg) - um EUR 1,1 Mio. (8,4 %) auf EUR 13,9 Mio. gestiegen. Hierfür hauptursächlich ist ein gesteigertes Auftragsvolumen.

Die einzelnen Posten der Konzerngewinn- und Verlustrechnung 2023 erfassen folgende Zahlen:

2023 2022 Abweichung
TEUR TEUR TEUR Anteil
Umsatzerlöse 13.922 12.847 1.075 8,4%
Materialaufwand 3.753 3.358 395 11,8%
Rohertrag 10.169 9.489 680 7,2%
Personalaufwand 4.115 3.862 253 6,6%
Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.397 2.195 202 9,2%
EBITDA 3.812 3.778 34 0,9%

Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,4 Mio. gestiegen. Dies korreliert weitgehend mit der Umsatzentwicklung und dem gestiegenem Auftragsvolumen, so dass auch der Rohertrag sich entgegen der Vorjahresplanung (leichte Abnahme) verbesserte. Die Rohertragsmarge nahm gegenüber dem Vorjahr um 0,9 %-Punkte auf 73,0 % ab. Ursächlich hierfür sind nach wie vor die negativen Auswirkungen der Inkassoregulierung auf die Inkassogebühren.

Der Personalaufwand ist um EUR 0,3 Mio. auf EUR 4,1 Mio. gestiegen. Der Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 75 (Vj. 74 Mitarbeiter). Die Abschreibungen von EUR 7,7 Mio. (Vj. EUR 7,6 Mio.) umfassen mit EUR 6,9 Mio. (Vj. EUR 6,9 Mio.) vor allem transaktionsbedingte Abschreibungen auf die Geschäfts- und Firmenwerte. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen EUR 2,4 Mio. (Vj. EUR 2,2 Mio.).

Das Betriebsergebnis (EBITDA) liegt im Berichtsjahr mit EUR 3,8 Mio. auf dem Vorjahresniveau und damit über unserer Vorjahreseinschätzung (Abnahme um 10 %). Nach Abzug von Abschreibungen (EUR 7,7 Mio.), Zinsergebnis (EUR -3,0 Mio.) und Ertragsteuern (EUR 0,1 Mio.) verbleibt ein Konzernjahresfehlbetrag von EUR -7,1 Mio. (Vj. EUR -6,9 Mio.).

3) Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögenslage ist nach wie vor wesentlich durch die aus den Unternehmenskäufen in 2017 und 2020 resultierenden Geschäfts- oder Firmenwerte von EUR 27,7 Mio. (Vj. EUR 34,6 Mio.) sowie die hierzu korrespondierende Akquisitionsfinanzierung geprägt. Bei einer Nutzungsdauer von 10 Jahren ist das Ergebnis 2023 mit Firmenwertabschreibungen von EUR 6,9 Mio. (Vj. EUR 6,9 Mio.) belastet.

Die Fremdfinanzierung des Konzerns erfolgt zu 45,1 % (Vj. 47,4 %) der Bilanzsumme durch Kreditinstitute. Hierbei weisen EUR 27,8 Mio. eine vertragliche Restlaufzeit von einem bis zu fünf Jahren auf.

Die gegenüber Kreditinstituten nachrangige Gesellschafterfinanzierung besteht zum Bilanzstichtag in Höhe von EUR 32,0 Mio. unverändert durch ein langfristiges Darlehen inklusive kumulierter Zinsen. Hiervon haben EUR 23,7 Mio. eine Restlaufzeit von einem bis fünf Jahren.

Das negative Konzerneigenkapital von EUR 23,1 Mio. resultiert in Höhe von EUR 41,2 Mio. aus den kumulierten Abschreibungen auf die akquisitionsbedingt bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte. Ohne die entsprechenden Abschreibungen würde das Konzerneigenkapital EUR + 18,1 Mio. betragen.

Das Anlagevermögen ist durch mittelfristiges Fremdkapital gedeckt. Die liquiden Mittel betragen EUR 6,7 Mio. gegenüber EUR 6,5 Mio. im Vorjahr.

4) Gesamtbeurteilung der Lage des Konzerns

Insgesamt beurteilen wir die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns als gut.

C) Prognose, Chancen- und Risikobericht

1) Risikobericht

Am 1. Oktober 2021 trat das Gesetz zur Verbesserung des Verbraucherschutzes im Inkassorecht in Kraft. Unter ökonomischen Gesichtspunkten sieht das Gesetz u. a. eine signifikante Einschränkung des Gebührenrahmens gemäß RVG bezogen auf die Geschäftsgebühren, die im Rahmen der Inkassotätigkeit anfallen, vor. Diese Einschränkungen hatten erhebliche wirtschaftliche Folgen für die gesamte Inkassobranche in Deutschland und somit auch für die Ertragslage der coin4-Gruppe. Die ökonomischen Folgen der RVG-Regulierung zeigen im zeitlichen Verlauf des Geschäftsjahres 2023 bereits einen deutlich abgeschwächten Trend. Ferner findet eine Umsatz-Nivellierung bezogen auf die neuen Gebührenstrukturen seit Oktober 2021 statt.

Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, sind auch im aktuellen Geschäftsjahr nicht erkennbar. Gleichwohl stellen die gesamtwirtschaftlichen Triebkräfte, vornehmlich verursacht durch die geopolitische Lage im Hinblick auf den Ukraine- Konflikt und dessen negativer Einfluss auf die globale Marktwirtschaft sowie die Inkassoregulierung nach wie vor ein herausforderndes Umfeld dar.

Die Wettbewerbsrisiken haben in den letzten Jahren aufgrund der deutlichen Überkapazitäten in der Branche zugenommen. Dieser Entwicklung stellen wir uns mit unserer Innovationskraft und der Diversifizierung unseres Dienstleistungsspektrums entgegen.

Zu unserem IT-Dienstleister, der sich direkt in lokaler Nähe zur coin4 befindet, bestehen langjährige und vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen, die - wie bei jeder IT-Lösung - neben den Geschäftschancen auch als gegenseitiges Abhängigkeitsrisiko zu beurteilen sind. Die Inkassosoftware wird permanent vom IT-Dienstleister nach unseren Vorgaben weiterentwickelt und ist "state of the art". Die Nutzung und Weiterentwicklung der Software erfolgt exklusiv für die coin4. Sowohl unser IT-Dienstleister als auch wir profitieren von diesem Gegenseitigkeitsverhältnis. Im Insolvenzfall ist die Unternehmensgruppe durch notariell hinterlegte Regelungen vor einem Ausfall der IT-Dienstleistungen geschützt.

Wesentlichen Währungsrisiken ist der coin4 Konzern nicht ausgesetzt.

Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.

Die Finanzierung des Konzerns ist durch bestehende Finanzmittel und vertraglich gesicherte Kreditrahmen gewährleistet, so dass alle Konzerngesellschaften jederzeit auf ausreichend liquide Mittel zurückgreifen können und Finanzierungsrisiken nicht erkennbar sind.

Im Hinblick auf die Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten wurden die Covenant-Finanzkennzahlen (Verschuldungs- & Zinsdeckungsgrad) durch eine rollierende LTM-Betrachtung (last-twelve-month) des adjustierten EBITDA aus dem Inkassokerngeschäft in 2023 ersetzt. Durch die Einführung dieser neuen substituierenden Finanzkennzahl wird der durch die Inkassoregulierung veränderten ökonomischen Gemengelage in der gesamten deutschen Inkassodienstleistungsbranche adäquat Rechnung getragen. Nicht zuletzt ist es das zentrale Ziel des Finanz- und Risikomanagements des coin4-Konzerns und deren Geschäftspartner, den Unternehmenserfolg u.a. durch transparente und naturgemäß zweckdienliche Berichterstattung nachhaltig zu sichern und finanzielle Risiken jeglicher Art auszuschließen. Beim Management der Finanzpositionen verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik.

Als Folge der Anhebung des Leitzinses durch die EZB, sieht sich auch die coin4-Unternehmensgruppe einer gestiegenen Zinslast gegenübergestellt. Diese kann jedoch durch die finanziellen Mittel, die aus dem operativen Geschäftsprozess generiert werden, erfüllt werden.

Zahlungsausfallrisiken existieren für unser Kerngeschäft, dem Forderungsmanagement durch Treuhandgeschäft oder Inkassozession, aufgrund des zahlungsorientierten Vergütungsmodels grundsätzlich nicht. Ausfallrisiken bei zahlungsgestörten Forderungen im Eigenbestand begegnen wir durch entsprechende Wertberichtigungen.

Gesamteinschätzung zu Risiken des Konzerns

Insgesamt schätzt die Unternehmensführung der coin4 die Risiken als gering ein. Im Konzern werden die Marktgegebenheiten und Rahmenbedingungen laufend überwacht und die Eintrittswahrscheinlichkeiten erkannter Risiken frühzeitig durch eine aktive Steuerung reduziert, um auch nicht vermeidbare Schäden so gering wie möglich zu halten.

2) Prognosebericht

Entgegen den gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen und der durch die Regulierung der Geschäftsgebühren nachhaltig beeinflussten Ertragslage der Inkassodienstleistungsunternehmen im deutschen Wirtschaftsraum gehen wir auf Basis der gegenwärtigen Situation für das Geschäftsjahr 2024 von einer positiven Geschäftsentwicklung gegenüber dem Vorjahr aus. Die Basis für diese Entwicklungsprognose bildet das permanent weiterentwickelte Inkassokerngeschäft, das gesteigerte Auftragsvolumen sowie die zukunftsfähige Ausrichtung der Unternehmensgruppe durch die Vertikalisierung des Dienstleistungsspektrums, begleitet von einem wachstumsorientierten Gesellschafter.

Für die kommenden Jahre gehen wir von einer positiven bzw. moderat steigenden wirtschaftlichen Entwicklung aus. Für das Geschäftsjahr 2024 planen wir auf Basis unseres derzeitigen Auftragsbestandes und den aktuellen Auswertungen im Vergleich zu den Ist- Zahlen 2023 mit einem leichten Anstieg der Umsatzerlöse sowie einer moderaten Verbesserung des Rohertrages. Aufgrund der relativ konstanten Fixkostenstruktur erwarten wir einen deutlichen Anstieg des EBITDA.

3) Chancenbericht

Um die positive Entfaltung unserer Unternehmensgruppe und das Wachstum dieser nachhaltig zu unterstützen, wird der begonnene Transformationsprozess stetig weiterentwickelt. Die daraus begründete strategische Neuausrichtung des Konzernverbunds hat aus wirtschaftlicher Perspektive unverändert erhebliches Entwicklungspotenzial. Darüber hinaus wird über die Vertikalisierung des Konzerns und die daraus resultierende Erweiterung der Wertschöpfungskette eine Diversifizierung der Erlösquellen hergestellt, die eine Unabhängigkeit von den RVG-Geschäftsgebühren und die Teilnahme an der Preisautonomie der freien Wirtschaft ermöglicht. Nicht zuletzt wird ferner permanent an innovativen Lösungen für den Kerngeschäftsbereich gearbeitet, die die Realisierungserfolge im operativen Forderungsmanagement positiv beeinflussen sollen. So wurden im Geschäftsjahr 2023 u.a. erste Tests mit Kl-Modellen durchgeführt.

 

Bad Schwartau, den 18. April 2024

coin4 Solutions GmbH

Andreas Stock

Torsten Pagel

Peter Lindenmayer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, 18. April 2024

RSM Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Julian Breidthardt, Wirtschaftsprüfer

Jürgen Richter, Wirtschaftsprüfer

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