Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 36797
Vorher
Misys International Banking Systems GmbH
Eingetragen
11.5.1993
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieGroßhandel mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und SoftwareErbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Gegenstand
Der Vertrieb und die Entwicklung von Computersystemen insbesondere für Banken, sowie die Kundenbetreuung und beratung im Zusammenhang mit der Errichtung, Instandhaltung und Benutzung von Computersystemen im In- und Ausland.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Sushila Jasmin Charak
seit 10.11.2014
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Finastra International GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.06.2022 bis zum 31.05.2023

II. Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

8. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir mit Datum vom 15. Dezember 2023 den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Finastra International GmbH, Frankfurt am Main

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Finastra International GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Mai 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Mai 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Finastra International GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Mai 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Mai 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Mai 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

E. Schlussbemerkung

Den vorstehenden Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses der Finastra International GmbH, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis 31. Mai 2023 und des Lageberichts für dieses Geschäftsjahr erstatten wir in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Erstellung von Prüfungsberichten (IDW PS 450 n.F. (10.2021)).

Der von uns erteilte Bestätigungsvermerk ist in Abschnitt B unter "Wiedergabe des Bestätigungsvermerks" enthalten.

 

Frankfurt am Main, den 15. Dezember 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Thorsten Neumann, Wirtschaftsprüfer

Richard Gudd, Wirtschaftsprüfer

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis 31. Mai 2023

A. Grundlagen

Geschäftsmodell

Die Finastra International GmbH ist Teil der Finastra Gruppe, eines der weltweit führenden Softwarehäuser für komplexe Softwaresysteme bei Finanzinstituten. Die Markennamen Equation, Midas, Essence, FusionRisk, Trade Innovation, Loan IQ, Kondor+, Opics und Summit sind Produkte, welche die Bereiche wie Core Banking, Risiko Management, Trade Finance, Corporate Lending und Treasury bei Banken steuern und unterstützen. Der Hauptmarkt ist Deutschland.

Die Finastra International GmbH hat ihren Sitz und Büro in Frankfurt am Main.

Die Muttergesellschaft der kleinsten Gruppe, in der die Gesellschaft in den Konzernabschluss einbezogen ist, ist die Finastra Holdings Ltd. Die Muttergesellschaft der größten Gruppe, in der die Gesellschaft in den Konzernabschluss einbezogen ist, ist die Finastra Limited.

Kopien des Konzernabschlusses der Finastra Holdings Ltd. und der Finastra Limited sind über das Misys Group Secretariat, One Kingdom Street, Paddington, London W2 6BL erhältlich. Die Gesellschaften und das Mutterunternehmen werden von Vista Equity Partners, USA, gehalten und geführt.

Geschäftsführung

Im Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis 31. Mai 2023 waren die folgenden Personen als Geschäftsführer bestellt:

Klaus Able, Senior Manager - GSC Core Banking Europe

Achim Thienel, Product Director Core Banking SaaS

B. Wirtschaftsbericht

B1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Geschäftsjahr 2022/23 war stark geprägt von den Auswirkungen des Ukrainekrieges.

Seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine hat es auch erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft gegeben. Steigende Preise für Energie, Lebensmittel und Konsumgüter belasteten Industrie ebenso wie private Haushalte. Wegen seiner großen Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland war Deutschland davon besonders betroffen.

Die Inflation in Deutschland war jahrelang niedrig, stieg aber schon 2021 aufgrund höherer Energiepreise, weil sich die Konjunktur weltweit erholte. Dazu kamen Materialknappheit und Lieferengpässe in vielen Branchen, höhere Kosten in der Land- und Lebensmittelwirtschaft für Energie, Dünger und Futtermittel. Der russische Angriff auf die Ukraine hat die Preise noch viel schneller steigen lassen.

In den ersten Wochen des Krieges schossen die Ölpreise in die Höhe. Die Benzinpreise erreichten zeitweise Rekordhöhen. Ein Lieferstopp für Erdgas aus Russland im Sommer führte zu einem drastischen Anstieg der Gaspreise in Westeuropa. Zuletzt sind die internationalen Marktpreise für Erdgas wieder stark zurückgegangen - was die Energieversorger aber oftmals noch nicht an die Verbraucher weitergegeben haben.

Wegen des Krieges ist der Handel zwischen der Europäischen Union und Russland zurückgegangen - eine Folge der westlichen Sanktionen. Weil der Kreml die Erdgas-Lieferungen an Deutschland stoppte und die Europäische Union ein Ölembargo verhängte, schrumpften die Energieimporte der EU aus Russland. Auch die europäischen Exporte in das Land sind sanktionsbedingt zurückgegangen. Betroffen waren zum Beispiel chemische Produkte oder Maschinen.

Die Folgen des Krieges und der teuren Energie haben zu einem Rückgang von Konsum und Investitionen in Deutschland geführt, was sich auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auswirkte. Viele Menschen haben ihr Geld eher gespart, als es auszugeben. Zudem waren auch Unternehmen verunsichert und hielten sich bei Investitionen zurück.

Dennoch hat Deutschland die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs in der Ukraine bislang gut bewältigt. Die deutsche Wirtschaft behauptet sich - trotz Energiekrise und Lieferkettenproblemen. Die Ausgangslage zum Jahresbeginn 2023 war daher besser als erwartet: 2022 wuchs die Wirtschaftskraft um 1,9 Prozent, hatte das Statistische Bundesamt bereits am 13. Januar mitgeteilt.

Für 2023 bestehen weiterhin große Unsicherheiten aufgrund des Kriegs in der Ukraine, der schwachen weltwirtschaftlichen Entwicklung und der hohen Energiepreise. In der Folge stehen die Kreditinstitute weiterhin unter Druck. Um diesem zu begegnen, müssen sich die Banken in den kommenden Jahren strategisch konsequent auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ausrichten. Neue Player wie FinTech- und Big-Tech-Anbieter attackieren in den Bereichen Privatkunden, kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU), während Auslandsbanken verstärkt den gehobenen Mittelstand, Großkunden sowie multinationale Unternehmen ins Visier nehmen. Der segmentübergreifend verschärfte Wettbewerb um einen weitgehend stagnierenden Markt verlangt von Banken eine klare Differenzierung und erhöht gleichzeitig den Innovationsdruck. Wer sich in diesem angespannten Umfeld behaupten will, muss seine Strategie auf den Prüfstand stellen: Entscheidend bleibt auch im digitalen Zeitalter die Beziehung zwischen Kunde und Betreuer der Bank. Jedes Digitalisierungsvorhaben muss daher auch darauf einzahlen, dem Vertrieb mehr Zeit für die strategische Kundenbetreuung zur Verfügung zu stellen. Daneben gilt es für Banken, ein innovatives Produktangebot zu entwickeln und entsprechend zu vermarkten, das sich konsequent an den Kundenbedürfnissen orientiert, dabei aber rentabel bleibt.

Das sind auch die Themen, mit denen wir uns bei Finastra seit Jahren intensiv beschäftigen und die Eingang in die Weiterentwicklung unserer Produkte finden. Als internationaler Anbieter können wir umfassende international einsetzbare Lösungen mit langjährigem Know-How des deutschen Bankwesens kombinieren.

Die Entwicklungsleistungen finden hierbei auf Gruppenebene statt, sodass die Finastra International GmbH keine eigenen Entwicklungsleistungen erbringt.

B2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

a. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die wesentlichen steuerungsrelevanten Kennzahlen für das Unternehmen sind die Umsatzerlöse und das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen und Zinsen (EBITDA). Es konnten Umsatzerlöse in Höhe von € 56 Mio. erzielt werden, ein Anstieg von etwa € 26 Mio. Dies liegt im Wesentlichen an mehreren neuen Lizenzverträgen welche abgeschlossen werden konnten. Damit wurden die Erwartungen von knapp € 45 Mio. Umsatz zwar deutlich übertroffen, jedoch ist ein großer Teil auf Verträge zurückzuführen, welche in 2023 endeten und erneuert wurden. In der Regel enthalten Lizenzverträge der Gesellschaft eine Umsatzkomponente welche direkt zu Beginn der Laufzeit realisiert werden kann (ILF, Initial License Fee) welche in diesem Jahr einen besonders hohen Effekt hat.

Das EBITDA stellt sich mit € 17,5 Mio. weiterhin positiv dar und liegt weit über dem Rahmen der Vorjahreserwartungen i.H.v. € 5-6 Mio. Dies ist im Wesentlichen auf eine Reduzierung der Kosten, konstante Umsatzerlöse als auch auf wie oben beschriebene Sondereffekte durch Lizenzerneuerungen zurückzuführen.

b. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die Gesellschaft hat mit Kunden im deutschen Bankensektor eine stabile Kundenstruktur. Mit der Spezialisierung auf Softwarelösungen für diese Kunden, wie Core Banking Systeme und zukunftsorientierte Lösungen wie den "Banking as a Service (BaaS) Ansatz", gehen damit für die Gesellschaft gleichzeitig starke Kundenbindungen einher. Gemessen an den langjährigen Geschäftsbeziehungen, sowie gewonnenen Neukunden, sieht die Gesellschaft ein starkes Indiz für zufriedene Kunden.

Ein weiterer wichtiger Leistungsindikator ist nach wie vor das Know-How unserer Mitarbeiter. Dieses wird über interne und externe Weiterbildungsmaßnahmen zukunftsorientiert und zielgerichtet gefördert, um mit den neuesten Entwicklungen Schritt halten zu können und Neuerungen produktbezogen anzuwenden. Darüber hinaus bestehen für deutsche Kreditinstitute hohe Compliance-Anforderungen, denen mit lokaler Markterfahrung begegnet wird.

Daneben sieht die Gesellschaft die gute Mitarbeiterzufriedenheit als wichtigen Leistungsindikator, gemessen an der geringen Fluktuationsrate. Dies ermöglicht eine beständig qualitativ gute Geschäftsbeziehung mit unseren Kunden.

B3. Geschäftsverlauf

In dem am 31.05.2023 endenden Geschäftsjahr ergab sich ein Auftragseingang (Lizenzverträge - ILF) über insgesamt € 21 Mio. für Equation, Midas, Essence, FusionRisk, Trade Innovation, Loan IQ, Kondor+, Opics und Summit, gegenüber € 3,4 Mio. im vergangenen Jahr. Die Geschäftsführung ist mit dem Geschäftsverlauf zufrieden, da dies trotz des turbulenten Geschäftsjahres in Bezug auf die Entwicklung der weltpolitischen Lage ein sehr gutes Ergebnis ist.

B4. Vermögens-, Finanz und Ertragslage

a. Ertragslage

Das operative Ergebnis stellt sich weiterhin positiv dar - das Ergebnis vor Steuern im Geschäftsjahr beträgt € 18.579 Tsd. und liegt damit rund € 11.200 Tsd. über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Der Unterschied ist im Wesentlichen auf die höheren Umsätze aus dem Neulizenzgeschäft zurückzuführen.

In den Umsatzerlösen von € 56.419 Tsd. (Vorjahr € 30.605 Tsd.) sind im Wesentlichen Wartungs- und wiederkehrende Lizenzgebühren in Höhe von € 21.506 Tsd. (Vorjahr € 21.374 Tsd.) sowie Umsätze aus dem Neulizenzbereich in Höhe von € 21.151 Tsd. enthalten (Vorjahr € 1.222 Tsd.).

Der wesentliche Anstieg der Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 84% bzw. € 25.813 Tsd., liegt darin teils begründet, dass im Geschäftsjahr das Neulizenzgeschäft sehr gut bedient werden konnte. Die Zurückhaltung welche die COVID-19 Pandemie, Krieg in Europa, Inflation sowie anderer Ökonomischen Herausforderungen ausgelöst hatte, konnte überwunden werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von € 345 Tsd. (Vorjahr € 5 Tsd.) enthalten hauptsächlich Erträge aus der Währungsumrechnung sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von € 30.565 Tsd. (Vorjahr € 16.377 Tsd.) beinhalten im Wesentlichen konzerninterne Lizenzgebühren für Software und wiederkehrende Nutzungs- und Wartungsgebühren sowie umgelegte Kosten für das Management der Konzernmutter.

Der Personalaufwand in Höhe von € 7.562 Tsd. (Vorjahr € 5.180 Tsd.) ist im Vergleich zum Vorjahr neben allgemeinen Gehaltssteigerungen im Wesentlichen auf höhere Kommissionszahlungen sowie Bonuszahlungen zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von € 1.122 Tsd. (Vorjahr € 1.621 Tsd.) beinhalten im Wesentlichen Verluste aus Währungsumrechnung, Marketingkosten, Rechts- und Beratungskosten sowie Abfindungsleistungen, welche im Rahmen des Abbaus von Mitarbeitern bereits gezahlt bzw zurückgestellt wurden.

Das Gesamtergebnis nach Steuern in Höhe von € 12.556 Tsd. (Vorjahr 4.767 Tsd.) ist um 163% gegenüber des Vorjahreszeitraums gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf den Anstieg des Umsatzvolumens sowie Kosteneinsparungen zurückzuführen.

b. Vermögenslage

Der Anstieg der Bilanzsumme um € 37.990 Tsd. auf € 98.181. resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, im Wesentlichen aus Cash-Pooling.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um € 5.863 Tsd. auf € 8.975 Tsd. gestiegen, dies liegt im Wesentlichen an Projektleistungen, welche zum Stichtag noch nicht abgerechnet wurden, jedoch schon erbracht waren. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus in Rechnung gestellter Leistungen haben sich um € 446 Tsd. Reduziert.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind aufgrund der hohen Einnahmen stark gestiegen, da diese in das Cash-Pooling der Gruppe einfließen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind mit € 2.679 Tsd. € 1.269 Tsd. höher als im Vorjahr und resultieren aus geleisteten Körper- und Gewerbesteuervorauszahlungen, Quellensteuer sowie Umsatzsteuer.

Das Eigenkapital ist aufgrund des Jahresüberschuss um € 12.556 Tsd. angestiegen. Die auf die Bilanzsumme bezogene Eigenkapitalquote der Gesellschaft ist um 0.1% gesunken und beträgt somit 33,1% (Vorjahr 33,2%).

Der Anstieg der Rückstellungen von € 3.472 Tsd. auf insgesamt € 5.261 Tsd. ergibt sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Bonus und Kommissionszahlungen sowie höherer Steuerrückstellungen aufgrund des starken Ergebnisses.

Der Anstieg des passiven Rechnungsabgrenzungsposten von € 17.618 Tsd. auf insgesamt € 40.667 Tsd. ergibt sich im Wesentlichen durch Vorauszahlungen für Vertragsleistungen aus Wartungs- und wiederkehrende Lizenzgebühren welche erst über die nächsten 1-5 Jahre erbracht werden. Der starke Anstieg liegt zum wesentlichen daran, dass einige Schlüsselkunden auslaufende Verträge im Geschäftsjahr erneuert haben.

c. Finanzlage

Die Gesellschaft finanziert sich über ein Cash Pool mit der Finastra Limited.

Der Cash Pool wird über die Treasury Abteilung bei der Finastra Limited gesteuert. Hierbei wird alle kurzfristige überschüssige Liquidität als auch kurzfristige Unterdeckung der einzelnen Tochtergesellschaften gesteuert. Zum 31. Mai 2023 beträgt der Saldo € 85.789 Tsd. (Vorjahr: € 54.557 Tsd.). Im Geschäftsjahr konnte ein positiver Cash-Flow aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von € 27.052 Tsd. erzielt werden (Vorjahr: € 1.592 Tsd.).

C. Risiko- und Chancenbericht

Die Finanstra ist eingebunden in das Risikomanagementsystem der global operierenden Finastra-Holding Gruppe. Soweit Risiken quantifizierbar sind bzw. im Risikomanagementsystem quantifiziert werden, ist dies im Folgenden angegeben. Die dargestellten Risiken stellen die Risiken mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit dar. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Risikosituation des Unternehmens durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine verändert.

Gesamtwirtschaftliche Risiken und Branchenrisiken

Der hohe Preisauftrieb hat die Realeinkommen der privaten Haushalte und damit den Konsum im Frühjahr erneut gesenkt. Erst ab der zweiten Jahreshälfte dürften die Einkommen wieder stärker zulegen als die Preise und der private Konsum an Fahrt aufnehmen. Die Baukonjunktur wird sich weiter abkühlen. Der Anstieg der Baupreise geht nur langsam zurück und die Kreditzinsen werden hoch bleiben, so dass sich die Nachfrage nach Bauleistungen weiter verringern wird. Das Verarbeitende Gewerbe dürfte dank der hohen Auftragsbestände seine Produktion weiter moderat ausweiten und dann mit dem allmählichen Auslaufen der Lieferengpässe wieder deutlich kräftiger expandieren. Die Situation der energieintensiven Produktionsbereiche innerhalb der deutschen Industrie dürfte weiterhin angespannt bleiben, was eine noch kräftigere Ausweitung der Bruttowertschöpfung verhindert. Bei alledem wird unterstellt, dass es im kommenden Winter zu keiner Gasmangellage kommt. Alles in allem wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr vermutlich um 0,4% zurückgehen und erst im kommenden Jahr wieder um 1,5% zunehmen.

Zinsänderungsrisiken stellen laut Bundesbank für viele Institute eine wesentliche Risikoart dar. Eine Ursache für deren Entstehung liegt in der typischen Geschäftsstruktur: Während die Kreditkunden häufig an einer Darlehensvergabe mit langfristig festgelegtem Zinssatz interessiert sind, wollen die Einleger über ihr Geld kurzfristiger verfügen können. Die Kreditinstitute kommen so ihrer volkswirtschaftlich gewünschten Aufgabe nach, indem sie kurzfristige Einlagen in langfristige Kredite wandeln.

Der Klimawandel und die Knappheit von Rohstoffen erzeugen bei vielen Kunden eine immer höhere Nachfrage nach nachhaltigen Produkten. Diese Nachfrage macht auch nicht vor den Kreditinstituten halt. Immer mehr Kunden entscheiden nach sozialen und ethischen Kriterien bei der Bankenwahl. In diesen Kriterien gibt es bei vielen Banken noch Aufholbedarf, denn durch die Finanzmarktkrise ist viel Vertrauen in die Institute verloren gegangen, welches es jetzt wieder zu gewinnen gilt. Dies wird insbesondere untermauert durch die positiven Geschäftszahlen der Kreditinstitute, die sich auf nachhaltige Bankenservices spezialisiert haben, wie z.B. die GLS Bank oder die Umweltbank.

Die Globalisierung spielt bei den klassischen Banken gerade im Privatkundengeschäft eine eher untergeordnete Rolle. Mittelständische Firmenkunden dieser Banken sind jedoch zum Teil stark exportabhängig und damit auch an das globale Wirtschaftsklima gebunden.

Seit der Finanzkrise schränken die zunehmenden regulatorischen Anforderungen (z. B. MiFID,PSD oder DSGVO) durch den Gesetzgeber die Rentabilität der Finanzdienstleister ein.

Weiterhin hat der Angriffskrieg in der Ukraine einen erheblichen Einfluss auch auf die Finanzbranche.

Operationelle Risiken

Ein Risiko in den diversen Produktlinien sieht die Gesellschaft in der Konsolidierung von bei Bestandskunden lizenzierten Nutzern und Lizenzen mit der Folge einer eventuellen Reduzierung der wiederkehrenden Nutzungs- und Wartungsgebühren.

Im Detail heißt dies, dass die effektive Nutzung der Softwarelizenzen einer detaillierten Analyse durch die Kunden unterzogen wird, um dabei eventuell nicht genutzte oder doppelt nutzbare Lizenzen (floating licenses) in verringerte wiederkehrende Wartungsgebühren umzusetzen. Diese Effekte treten durch verstärkte Rationalisierungsmaßnahmen auf Kundenseite auf, können aber auch im Rahmen der fortschreitenden Bankenkonsolidierung oder bei Kunden beobachtet werden, die mehrere vorhandene Systeme durch ein einzelnes global genutztes System ersetzen.

Ein weiteres Risiko sehen wir in dem in allen Marktsegmenten verschärften Wettbewerb, wo neben unseren klassischen Mitwettbewerbern auch zunehmend Fintech-Unternehmen mit aggressiver Preispolitik am Markt agieren.

Dies betrifft neben der Möglichkeit des realen Verlustes von Bestandskunden auch vermehrt den Verlust von Vertriebspotenzial für Zusatzmodule wie Schnittstellen oder Tools.

IT-Risiken

Erhebliche rechtliche, finanzielle und Reputationsrisiken können Cyberangriffe oder Schwachstellen in Bezug auf Cybersicherheit in unseren Produkten, darunter auch Kundenanwendungen, nach sich ziehen. Insbesondere da unsere Kunden unsere Produkte zur Verarbeitung sensibler Daten, wie Daten Dritter und geschäftskritischen Daten nutzen, die für Cyberangriffe besonders interessant sein können. Das Ziel der Gesellschaft und der Gruppe ist der Schutz unseres eigenen Unternehmens, als auch der Unternehmen unserer Kunden. Dieses Ziel erreichen wir durch ein umfassendes Sicherheitsframework, welches fortlaufend aktualisiert und verbessert wird. Dies erfolgt u.a. auch in Zusammenarbeit externer Unternehmen, um somit die optimalen Voraussetzungen, zur Sicherung und Isolation der Systeme zu schaffen, um sich so künftig gegen potenzielle Cyberangriffe zu schützen.

Mitarbeiterrisiken

Die Mitarbeiterfluktuation der Finastra International GmbH liegt derzeit auf einem niedrigen Niveau.

Die Mitarbeiter arbeiten überwiegend aus dem Home Office. Es ist kein Rückgang der Produktivität festzustellen. Ebenso wenig ein negativer Einfluss auf laufende Projekte oder Services.

Forderungsausfallrisiken

Forderungsausfallrisiken werden durch den Vertrieb und das Debitorenmanagement kontinuierlich überwacht. Anhand von Zahlungsverhalten, Branche und strategische Position des Kunden wird eine Risikoklassifizierung vorgenommen und die Zahlungsbedingungen entsprechend angepasst. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Risiken, die aus der CORONA Krise resultieren, erhöhen sich die Ausfallrisiken. Durch das Debitorenmanagement können wir die Risiken managen und frühzeitig erkennen.

Gesamtrisiko

Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, liegen nach unserer Einschätzung unverändert zum Vorjahr nicht vor.

Chancen

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde hat am 20. März öffentlich geäußert, dass der Bankensektor des Eurogebiets widerstandsfähig sei und über eine starke Kapital- und Liquiditätsposition verfüge. Während Ökonominnen und Ökonomen in den Fragen gespalten sind, wie stabil das Finanzsystem ist und ob die Turbulenzen überwunden sind, äußern sie relativ geschlossen die Überzeugung, dass keine schwere Finanzkrise von einem ähnlichen Ausmaß wie in den Jahren 2007 und 2008 zu erwarten sei. Sie führen zum Beispiel an, dass von Kursrückgängen bei Staatsanleihen weniger Gefahr ausgeht als von faulen und verbrieften Hypothekenkrediten. Außerdem sehen sie Fortschritte bei der Bankenaufsicht und -kapitalisierung. Zentralbanken sowie Regierungen seien besser auf Bankenkrisen vorbereitet. Gerade im regulatorischen Umfeld registrieren wir daher erhöhte Änderungsanforderungen.

Der Markt für Zahlungsdienstleistungen hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Elektronische Zahlungen in der EU haben stetig zugenommen und 2021 einen Wert von 240 Billionen Euro erreicht (gegenüber 184,2 Billionen Euro im Jahr 2017). Dieser Trend wurde durch die COVID-19-Pandemie beschleunigt. Neue Anbieter, die sich digitale Technologien zunutze machen, sind in den Markt eingetreten und bieten insbesondere Dienstleistungen des "offenen Bankwesens" an, das heißt den sicheren Austausch von Finanzdaten zwischen Banken und Finanztechnologieunternehmen ("FinTechs").

Wir sehen diesen Trend reflektiert durch vermehrte Anfragen von EMIs (Electronic Money Institutions), die eine Cloud-basierte Platform zur Orchestrierung der Zahlungsströme benötigen. Unsere Lösungen decken diese Anforderungen optimal ab.

Die positiven Zinsmargenentwicklungen werden sich voraussichtlich auf die Investitionsstrategie der Kreditinstitute auswirken, und wir rechnen weiterhin mit kräftigen Investitionen im Umfeld Digitalisierung und IT.

Die Gestaltungsfelder dabei sind vielfältig: Angefangen beim Onboarding zum Firmenkonto, dem klassischen Zahlungsverkehr, über Unterstützungsfunktionen zwischen Konto, Buchhaltung und Steuerabgaben, Expense-, Cash-, Forecast- und Risiko-Management, Lieferkettenfinanzierung, Dokumentenmanagement und Factoring bis hin zu Kreditantragstrecken oder Treasury- bzw. Investment-Angeboten. Es gibt vielfältige Anwendungsfälle und Möglichkeiten, sich durch digitale Features von den Mitbewerbern abzuheben.

Mit unseren Produkten unterstützen wir diese Bestrebungen der Banken optimal. Besonderen Augenmerk legen wir auf flexible und intuitiv bedienbare digitale Frontend-Applikationen.

Banking ohne Cloud Computing ist heutzutage kaum noch eine Option für die Kreditinstitute: Vermehrt nutzen sie die Cloud-Technologie, um mit einem sich wandelnden Kundenverhalten Schritt zu halten und digitale Prozesse weiter auszubauen. Folglich geht es inzwischen weniger um die Frage, ob Prozesse und Dienstleistungen in die Cloud ausgelagert werden sollen, sondern darum, wie die Cloud optimal genutzt werden kann, um die Potenziale dieser Technologie voll auszuschöpfen. Der Einsatz von Cloud Services hat nicht nur in den letzten Jahren stark zugenommen, auch für die kommenden Jahre wird ein Anhalten dieses Trends prognostiziert.

Dass diese Strategie konsequent umgesetzt wird, zeigt die Tatsache, dass sich bereits vier deutsche Finanzinstitute für den Einsatz des Cloud-basierten Kernbanksystems Essence von Finastra entschieden haben, bzw. sich in fortgeschrittenem Projektstadium befinden

D. Prognosebericht

Die Bankenwelt befindet sich im Umbruch. So verändert die Digitalisierung von Wirtschaft sowie Gesellschaft Prozesse und rüttelt an etablierten Prozessen und Geschäftsmodellen bei den Banken selbst, aber auch in ganzen Volkswirtschaften, was Banken als Finanzierer, Berater und Partner von Unternehmen gleichermaßen berührt. Gleichzeitig verändern sich die Ansprüche der Kunden: Das Konzept weitreichender regionaler Präsenz für die persönliche Beratung zu einer weitgehend festen Produktpalette genügt ihnen nicht mehr. Physische Präsenz hat gegenüber den Online-Angeboten an Bedeutung verloren, gleichzeitig erwarten die Kunden mehr als ein Standardprodukt - sie wollen individuelle Begleitung und Beratung in ihrer jeweiligen Lebenswelt.

Die deutsche Finanzbranche spürt den Schub der Digitalisierung, der sich seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie in vielen Branchen bemerkbar macht. Im internationalen Vergleich schneiden deutsche Banken zwar etwas schlechter ab als im Vorjahr und fallen vom vierten auf den fünften Platz zurück, jedoch nähern sie sich qualitativ einander an. Zudem erreichen sie das beste Scoring innerhalb der DACH-Region.

Unternehmensentwicklung mit Prognoseannahmen

Aufgrund der unter dem Kapitel "Chancen" aufgelisteten Themen Cloud, Plattform und Digitalisierung prognostiziert die Finastra International GmbH einen positiven Geschäftsverlauf. Insbesondere die Cloud SaaS Lösungen konnten nach zunächst internationalen Verkäufen in 2021 auch in Deutschland platziert werden. Das Interesse and Cloud-basierten Systemen ist stark angewachsen, und es ist ein weiterhin starker Anstieg an Anfragen gerade aus dem deutschen Markt zu verzeichnen.

Prognose für 2023/2024 anhand der KPIs in Richtung und Intensität

Die Prognose für den Zeitraum des anstehenden Fiskaljahres geht von zum Vorjahr 2021/2022 vergleichbaren Umsätzen von rund € 35 Mio für Serviceleistungen, Wartungs- und wiederkehrende Lizenzgebühren als auch Neulizenzen aus.

Die wiederkehrenden Wartungs- und Lizenzgebühren sind mit allen wesentlichen Bestandskunden ungekündigt.

Die Eröffnung von dedizierten Cloud-Rechenzentren von Microsoft in Deutschland (Frankfurt und Berlin) hat sich positiv auf das Interesse der Banken ausgewirkt. Ebenso die Empfehlung der Bundesbank an Banken, Systeme in die Cloud auszulagern.

Alle Marktteilnehmer sind sich einig: Die Zukunft des Banksystems ist kein Entweder-Oder, sondern viel eher ein Zusammenspiel aus zukunftsweisenden, Cloud-basierten FinTechs und traditionsreicher Bankenkultur. FinTechs werden Banken nicht ersetzen, sondern viele eher dabei unterstützen, nicht den Anschluss zu verlieren. Durch unser sich ständig erweiterndes FinTech Partner Ecosystem unterstützen wir mit Open-API Technologie genau diesen Trend. Mehrere Hundert FinTechs sind heute Teil dieser Kollaboration.

Aufgrund dieser Indikatoren wird ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr in dem gesteckten Rahmen prognostiziert. Bei dem EBITDA geht die Geschäftsführung unter der Annahme gleichbleibender Kostenstrukturen von einem Ergebnis zwischen € 7 Mio und € 8 Mio. aus.

 

Frankfurt am Main, den 15. Dezember 2023

Bilanz zum 31. Mai 2023

Aktiva

31.05.2023 31.05.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltliche erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 591.880 946.611
591.880 946.611
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 71.619 114.080
71.619 114.080
663.499 1.060.691
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.974.910 3.112.159
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 85.789.091 54.557.293
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.678.803 1.409.730
97.442.804 59.079.182
97.442.804 59.079.182
C. Rechnungsabgrenzungsposten 74.873 51.030
98.181.176 60.190.903

Passiva

31.05.2023 31.05.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 26.100 26.100
II. Kapitalrücklage 5.196.524 5.196.524
III. Gewinnvortrag 14.733.975 9.966.857
IV. Jahresüberschuss 12.556.047 4.767.118
32.512.646 19.956.599
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 2.679.145 611.620
2. Sonstige Rückstellungen 2.582.124 1.177.555
5.261.269 1.789.175
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 86.737 144.688
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.551.560 20.476.726
3. sonstige Verbindlichkeiten 101.771 205.239
(davon aus Steuern € 101.770; Vorjahr € 128.305)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 0; Vorjahr € 82.821)
19.740.068 20.826.653
D. Rechnungsabgrenzungsposten 40.667.193 17.618.476
98.181.176 60.190.903

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Juni 2022 bis 31. Mai 2023

01.06.2022 - 31.05.2023 01.06.2021 - 31.05.2022
1. Umsatzerlöse 56.418.529 30.605.200
2. Sonstige betriebliche Erträge 345.108 4.651
3. Materialaufwand 56.763.637 30.609.851
Aufwendungen für bezogene Leistungen -30.564.731 -16.377.172
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -6.949.180 -4.643.209
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -612.985 -536.849
(davon für Alterversorgung € 51.531; Vorjahr € 14.203)
-7.562.165 -5.180.058
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -397.192 -390.544
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.121.980 -1.620.954
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.596.395 428.672
(davon aus verbundenen Unternehmen € 1.596.395; Vorjahr € 428.672)
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen -134.690 -90.722
(davon aus verbundenen Unternehmen € -134.690; Vorjahr € -90.507)
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -6.023.227 -2.611.955
10. Ergebnis nach Steuern 12.556.047 4.767.118
11. Jahresüberschuss 12.556.047 4.767.118

Anhang 2022/2023

1. Vorbemerkungen

Die Finastra International GmbH ist zum Bilanzstichtag 31. Mai 2023 eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Frankfurt am Main (HR B Reg. Nr. 36797).

Der Jahresabschluss zum 31. Mai 2023 ist in Euro und nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für Kapitalgesellschaften und des GmbH-Gesetzes aufgestellt worden.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt.

II. Angaben zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden

1. Allgemeine Angaben

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Vermögens- und Schuldposten sind unter Beachtung der Vorschriften des HGB für Kapitalgesellschaften und der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung bewertet. Nachstehend geben wir eine Übersicht über die Wertansätze und die dabei ausgeübten Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechte:

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die Schätzung der Abschreibungsdauer des aktivierten Geschäfts- oder Firmenwertes von 13 Jahren basiert auf der prognostizierten Nutzung des immateriellen Vermögensgegenstandes anhand der Umsatzverläufe und den damit verbundenen Werteverzehr. Die Nutzungsdauer pro Anlageklasse gliedert sich wie folgt:

Anlagenposition Nutzungsdauer
Immaterielle Vermögensgegenstände 13 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 14 Jahre

In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird seit dem 1. Januar 2008 handelsrechtlich die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2 und Abs. 2a EStG angewendet. Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die einer selbständigen Nutzung fähig sind, werden im Wirtschaftsjahr der Anschaffung in voller Höhe als Betriebsausgaben erfasst, wenn die Anschaffungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut € 150 nicht übersteigen. Für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, mehr als € 150 und bis zu € 1.000 betragen, wird ein jährlicher Sammelposten im Sinne des § 6 Abs. 2a EStG gebildet. Der jährliche Sammelposten wird über fünf Jahre gewinnmindernd aufgelöst.

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert bilanziert; erkennbare Risiken werden durch Wertabschläge berücksichtigt. Auf die Bildung einer Pauschalwertberichtigung zur Abdeckung des im Forderungsbestand enthaltenen allgemeinen Kreditrisikos wurde verzichtet.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Ausgaben, die Aufwand für die Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften waren nicht zu bilanzieren.

Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen ausgewiesen.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet abgegrenzte Zahlungseingänge von Kunden für Wartungsleistungen für die Zeit nach dem Bilanzstichtag.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr werden zum Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet.

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der Posten des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang "Entwicklung des Anlagevermögens Geschäftsjahr 2022/2023" dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betragen € 85.789 Tsd., davon € 85.789 Tsd. mit Restlaufzeiten von weniger als einem Jahr (Vorjahr € 54.557 Tsd.). Hierbei ist zu erwähnen, dass die Forderungen gegen verbundene Unternehmen im Wesentlichen gegenüber der Konzerngesellschaft Finastra Ltd., London/Vereinigtes Königreich, in Höhe von € 79.580 Tsd. (Vorjahr € 53.149 Tsd.) aufgrund von "Cash Pool" Darlehensvereinbarungen bestehen. Der Restbetrag der Forderungen an verbundene Unternehmen resultieren aus Zinsabgrenzungen aus den konzerninternen Darlehen sowie sonstigen Forderungen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber kundenseitigen Kreditinstituten in Höhe von € 8.975 Tsd. (Vorjahr € 3.112 Tsd.) und haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Ebenso haben die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von € 2.679 Tsd. (Vorjahr € 1.410 Tsd.) eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände bestehen im Wesentlichen aus Forderungen aus Körperschaft- und Gewerbesteuervorauszahlungen sowie einer Kautionszahlung.

Eigenkapital

Unverändert zum Vorjahr beträgt das Stammkapital € 26.100.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von € 2.582 Tsd. (Vorjahr € 1.178 Tsd.) betreffen insbesondere Rückstellungen für Bonuszahlungen, Provisionen und sonstige Personalrückstellungen, sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen und für Subunternehmer.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 19.552 Tsd. (Vorjahr € 20.477 Tsd.) sind Intercompany Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen welche sich im Wesentlichen aus Lizenz Transfer Abgaben sowie sonstigen Leistungen ergeben.

Alle Verbindlichkeiten haben, wie im Vorjahr, Restlaufzeiten bis zu einem Jahr und sind unbesichert.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Aufteilung der Umsatzerlöse nach Produktbereichen:

2022/2023 2021/2022
T€ % T€ %
Software (ILF) 21.151 37,5% 1.222 21,7%
Wartung (RLF) 21.506 38,1% 21.374 56,6%
Beratung (PS) 3.866 6,9% 4.245 14,3%
Entwicklungsleistungen 9.896 17.5% 3.764 7,4%
Gesamt 56.419 100% 30.605 100,0%

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden 20% der Umsatzerlöse mit ausländischen Kunden (Vorjahr 39%) und 80% mit inländischen Kunden (Vorjahr 61%) erzielt.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von € 345 Tsd. (Vorjahr € 5 Tsd.) enthalten im wesentlichen Erträge aus Währungsumrechnung von € 314 Tsd. (Vorjahr € 5 Tsd.) sowie periodenfremde Erträge von € 31 Tsd. (Vorjahr € 0).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von € 1.122 Tsd. (Vorjahr € 1.621 Tsd.) betreffen im Wesentlichen die Bildung neuer Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen sowie den Wegfall von Verlusten aus Währungsumrechnungen auf Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung:

01.06.2022-31.05.2023 01.06.2021 - 31.05.2022
TEUR TEUR
Währungsumrechnung auf Forderungen und Verbindlichkeiten aus LuL 0 845
Sonstige Kosten in Bezug auf Mitarbeiter 634 216
Miete 223 186
Rechts & Beratungskosten 67 146
Marketing 91 114
IT-Systeme 65 88
Büroaufwendungen 22 12
Übrige Aufwendungen 20 13
Gesamt 1122 1.620

V. Sonstige Angaben

Beschäftigte

Im Geschäftsjahr 2022/2023 waren durchschnittlich 38 (2022/23: 42) davon 27 männliche und 11 weibliche Angestellte beschäftigt.

Honorar des Abschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022/2023 berechnete Gesamthonorar für Abschlussprüfungsleistungen beträgt 37 T€ (Vorjahr 35 T€).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen Verpflichtungen aus Mietverträgen.

2023/2024 2024/2025 und später
Gebäudemieten 333 T€ 11 T€
333 T€ 11 T€

Die Miet- und Leasingverträge ermöglichen es, flexibel zu bleiben und mit geringen Investitionen effizient zu arbeiten.

Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden könnten, wozu es derzeit keine Anzeichen gibt.

Geschäftsführung

Im Geschäftsjahr 2022/2023 waren die folgenden Personen als Geschäftsführer bestellt:

Klaus Able, (Senior Manager - GSC Core Banking Europe)

Achim Thienel, (Director GSC Core Banking SaaS)

Die Herren vertreten die Gesellschaft gemeinsam jeweils zusammen mit einem anderen Geschäftsführer oder in Gemeinschaft mit einem Prokuristen.

Auf die Angaben der Geschäftsführungsbezüge nach § 285 Nr. 9 HGB wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Mutterunternehmen

Sämtliche Anteile an der Gesellschaft hält die Finastra International Limited, Four Kingdom Street, Paddington, London W2 6BD, Vereinigtes Königreich.

Die Finastra International GmbH hat ihren Sitz und Büro in Frankfurt am Main.

Die Muttergesellschaft der kleinsten Gruppe, in der die Gesellschaft in den Konzernabschluss einbezogen ist, ist die Finastra Holdings Ltd. Die Muttergesellschaft der größten Gruppe, in der die Gesellschaft in den Konzernabschluss einbezogen ist, ist die Finastra Limited, eine auf den Cayman Islands gegründete und im Vereinigten Königreich steuerpflichtige Gesellschaft.

Kopien des Konzernabschlusses zum 31. Mai 2023 der Finastra Holdings Ltd. und der Finastra Limited sind über das Misys Group Secretariat, Four Kingdom Street, Paddington, London W2 6BL erhältlich.

Die Gesellschaften und das Mutterunternehmen werden von Vista Equity Partners, LLC USA, gehalten und geführt.

Gewinnverwendung

Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Nachtragsbericht

Es gab keine Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag.

 

Frankfurt am Main, den 15. Dezember 2023

Klaus Able

Achim Thienel

Entwicklung des Anlagevermögens Geschäftsjahr 2022/2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.06.2022 Zugänge Abgänge 31.05.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 125.786 0 125.786 0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 4.611.501 0 0 4.611.501
4.737.287 0 125.786 4.611.501
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsaustattung 462.586 0 102.632 359.953
462.586 0 102.632 359.953
5.199.872 0 228.418 4.971.454
Kumulierte Abschreibungen
01.06.2022 Zugänge Abgänge 31.05.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 125.786 0 125.786 0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.664.890 354.732 0 4.019.622
3.790.676 354.732 125.786 4.019.622
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsaustattung 348.506 42.460 102.632 288.333
348.506 42.460 102.632 288.333
4.139.181 397.192 228.418 4.307.955
Buchwerte
31.05.2023 31.05.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 591.880 946.611
591.880 946.611
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsaustattung 71.619 114.079
71.619 114.079
663.499 1.060.690

Der Jahresabschluss wurde durch die Gesellschafterversammlung am 18.01.2024 festgestellt.

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