Autonex GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Felix Maximilian Dr. Frank seit 6.3.2026 | Geschäftsführer |
Coram Williams seit 6.3.2026 | Geschäftsführer |
Stefan Vogel seit 6.3.2026 | Prokura |
Peter Alan Brooks-Johnson seit 29.8.2023 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
H&F Speedster Lux S.à r.l. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Speedster Holdco 2 GmbHGrünwaldKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021KonzernlageberichtI. GRUNDLAGEN DES KONZERNS Die Speedster Holdco 2 GmbH, Grünwald, (nachfolgend "Gesellschaft" oder "Speedster") ist eine deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung ("GmbH"). Die Gesellschaft ist beim Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 252314 registriert. Mit Anteilskaufvertrag vom 17. Dezember 2019, der am 31. März 2020 vollzogen wurde, hat die Speedster Bidco GmbH, Grünwald, (eine indirekte einhundertprozentige Tochtergesellschaft der Speedster) sämtliche Anteile an der AutoScout24 GmbH, Grünwald, sowie an der FINANZCHECK Finanzportale GmbH, Hamburg, ("FFG") erworben. Bereits zum Erwerbszeitpunkt war die Weiterveräußerung der FFG und ihrer mit übergegangenen Tochtergesellschaften beabsichtigt. Die FFG betreibt in ihrem Kerngeschäft eine Online-Plattform zur Vermittlung von Verbraucherdarlehensverträgen. Sie bietet Nutzern einen Marktüberblick in Echtzeit sowie einen effizienten Vergleich der Konditionen von Verbraucherdarlehensprodukten verschiedener Anbieter. Die FFG wurde daher ab dem Erwerbszeitpunkt als "als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" gemäß IFRS 5 klassifiziert und in der Bilanz separat in den Positionen "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" und "Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten" ausgewiesen. Das Ergebnis der FFG wird in der Position "Ergebnis nach Steuern, aufgegebene Geschäftsbereiche" gezeigt. Die Veräußerung der FFG einschließlich ihrer Tochtergesellschaften erfolgte mit dem Closing des entsprechenden Anteilsverkauf- bzw. Übertragungsvertrags am 26. Februar 2021. Der erhaltene Kaufpreis für die FFG-Gruppe beträgt 200.000 T€. Der Kaufpreis setzt sich zusammen aus einer Geldzahlung in Höhe von 110.000 T€, einem Verkäuferdarlehen zwischen der Speedster BidCo GmbH als Darlehensgeber und der smava GmbH als Darlehensnehmer mit einem Nennbetrag von 25.000 T€ und einer 16 %-igen Eigenkapitalbeteiligung in Höhe von 65.000 T€ an der smava GmbH. Da die Gruppe keinen maßgeblichen Einfluss auf die smava GmbH hat, wird die Beteiligung an der smava GmbH als finanzieller Vermögenswert nach IFRS 9 klassifiziert. Im Februar 2020 und Februar 2021 hat die Gruppe der FFG ein Darlehen von insgesamt 47.434 T€ ausgereicht. Smava GmbH hat dieses Darlehen im Rahmen der Transaktion erworben und gegen die Geldzahlung von 110.000 T€ aufgerechnet. Das Darlehen wurde von der smava GmbH an die Gruppe im Jahr 2021 zurückgezahlt. Der vorliegende Konzernlagebericht umfasst somit die Speedster und deren Tochtergesellschaften (zusammen als "Konzern" bezeichnet). Die Speedster, ursprünglich als Vorratsgesellschaft erworben, wurde mit dem Vollzug des Erwerbs der AutoScout24 GmbH und der FFG am 31. März 2020 operativ tätig. Die Vergleichsperiode 2020 enthält somit lediglich ein neun Monate umfassendes operatives Geschäft (für den Zeitraum vom 1. April 2020 bis zum 31. Dezember 2020). Die Gesellschaft betreibt über die AutoScout24 GmbH sowie deren Tochtergesellschaften ("AutoScout24-Gruppe") europaweit einen Online-Marktplatz für Automobile. Die AutoScout24-Gruppe bietet Händlern und Privatverkäufern Anzeigenplattformen für neue und gebrauchte Personenkraftwagen, Motorräder und Wohnmobile. Die Plattformen bieten die Möglichkeit, Inserate zu schalten, um mögliche Käufer zu erreichen. Interessierte Käufer ("Nutzer") können die Kleinanzeigen kostenlos durchsuchen. Suchanfragen und Recherchen von Nutzern lösen Besuche ("Traffic") aus, die wiederum Anfragen ("Leads") bei gewerblichen und privaten Anbietern generieren. Die AutoScout24-Gruppe ist insbesondere in den Kernmärkten Deutschland, Italien, Belgien (inklusive Luxemburg), den Niederlanden, und Österreich vertreten. Die AutoScout24-Gruppe ist ebenfalls in Spanien und Frankreich tätig und bietet in zehn weiteren Ländern eine Version des Portals in der jeweiligen Landessprache an. Zudem bietet die AutoScout24-Gruppe unter AutoScout24.com eine englische Sprachversion an, welche auch eine länderübergreifende Suche ermöglicht. Die AutoScout24- Gruppe betreibt zudem die digitalen Automobilmarktplätze AutoTrader.nl in den Niederlanden und Gebrauchtwagen.at in Österreich. Auf dem spanischen Automobilmarkt ist die AutoScout24-Gruppe in Form eines Joint Ventures mit dem Automobilportal Autocasiön des führenden spanischen Medienkonzerns Vocento aktiv. Im Rahmen des Ende 2021 eingeführten Geschäftsmodells "Smyle" können Verbraucher Gebrauchtwagen von Autohändlern, sowie weitere Dienstleistungen über die Plattform erwerben. Die AutoScout24 Smyle GmbH tritt hier als Verkäufer und Vertragspartner des privaten Endkunden auf, liefert das Auto deutschlandweit aus und kümmert sich um die Zulassung. Am 30. Juli 2020 erwarb die AutoScout24 GmbH 73 % der Geschäftsanteile der LeasingMarkt.de GmbH, mit Sitz in Düsseldorf, ("LeasingMarkt"). LeasingMarkt ist eine deutsche Online-Plattform für Leasingangebote und wurde 2012 gegründet. Seit 2018 ist sie mit LeasingMarkt.ch zudem in der Schweiz vertreten. Zusammen mit LeasingMarkt plant die AutoScout24-Gruppe den Aufbau eines umfassenden Marktplatzes für Mobilität. Für die übrigen 27 % wurden Put- und Call-Optionen vertraglich vereinbart, die in unterschiedlichen Zeiträumen in den Jahren 2022-2024 ausübbar sind. Der Konzern hat sich für die Anwendung der antizipierten Erwerbsmethode entschieden und unterstellt dabei, dass die Put-Option bereits ausgeübt worden wäre. Der entsprechende Betrag ist innerhalb der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten als finanzielle Verbindlichkeit aus Unternehmenserwerben ausgewiesen. Am 11. März 2021 hat LeasingMarkt die Vermögensgegenstände des Autoportals www.autoleasen.at im Rahmen eines Asset Deals erworben. Autoleasen.at ist ein führender Marktplatz für Autoleasinganbieter in Österreich und wird die Produktpalette der Gruppe um das Leasinggeschäft in Österreich erweitern. Am 25. Juni 2021 hat LeasingMarkt 100 % der Anteile der LeasingTime Deutschland GmbH erworben und das Unternehmen mit Wirkung zum 1. Juli 2021 in den Konzernabschluss einbezogen. LeasingTime ist ein Marktplatz für KFZ-Leasinganbieter in Deutschland. Mit der Akquisition erweitert die Gruppe ihr Produktportfolio im Bereich Leasing in Deutschland. Am 11. Juni 2021 erwarb die Gruppe 100 % der Anteile an Autoplenum. Autoplenum ist eine Plattform für Tests und Bewertungen von Neu- und Gebrauchtwagen sowie für Empfehlungen von einzelnen Autohändlern, Autowerkstätten, KFZ-Teilehändlern und Fahrzeugwaschanlagenbetreibern in Deutschland. Unter den Marken 12Gebrauchtwagen.de, Autoplenum.de und 12Neuwagen.de hat Autoplenum einen Marktplatz geschaffen, der aktuelle Angebote von verschiedenen Leasing- oder Kaufplattformen wie AutoScout24 oder LeasingTime zusammenfasst. Mit der Akquisition hat die Autoscout-Gruppe Marktreichweite hinzugewonnen und stärkt somit seine Marktposition. Am 23. September 2021 hat die AutoScout24 GmbH 75 % der Anteile (Nominalbetrag 19 T€) der Vorratsgesellschaft Blitz 21-180 GmbH für eine Geldleistung von 21 T€ erworben. Imove AS, Bergen, Norwegen, an der die Gruppe seit der Berichtsperiode 20,55 % der Anteile hält und die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird, hält die verbleibenden 25 % der Anteile. Die Blitz 21-180 GmbH wurde später umbenannt in AutoScout24 Subscription GmbH. Zusätzlich wurden eine Kapitalerhöhung sowie eine Put-/Calloption vereinbart. Im Rahmen der Kapitalerhöhung wurden von der AutoScout24 GmbH 1.125 T€, von der Imove AS 375 T€ als andere Zuzahlung in die Kapitalrücklage eingezahlt. Die Put-/Calloptionen sind zu definierten Zeitpunkten in den Jahren 2024-2026 ausübbar und erlauben der Imove AS, alle ihre Anteile an der Gesellschaft zu verkaufen bzw. der AutoScout24 GmbH alle Anteile der Imove AS an der Gesellschaft zu erwerben. Der Kaufpreis ergibt sich auf Basis eines EBITDA- bzw. Umsatz-Multiples. Der Konzern hat sich für die Anwendung der antizipierten Erwerbsmethode entschieden und unterstellt dabei, dass die Put-Option bereits ausgeübt worden wäre. Der entsprechende Betrag in Höhe von 3.783 T€ ist als finanzielle Verbindlichkeit aus Unternehmenserwerben innerhalb der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die sich ergebende Differenz aus übertragener Gegenleistung und der Summe der identifizierbaren Vermögenswerte in Höhe von 3.404 T€ wurde mit der Gewinnrücklage verrechnet. Die AutoScout24 Subscription GmbH hat die Entwicklung, die Etablierung sowie das Betreiben einer Mobilitätsabonnementplattform in Europa als Ziel. Die AutoScout24 Subscription GmbH gilt als Tochterunternehmen der Gruppe, da die Gruppe durch ihre Stimmrechte sowie eine Call-Option im Falle eines Deadlocks jederzeit die Möglichkeit hat, die relevanten Aktivitäten zu steuern. Am 22. Juni 2021 hat die AutoScout24 GmbH 100 % der Anteile (Nominalbetrag 25 T€) der Vorratsgesellschaft Blitz 21-134 GmbH für eine Geldleistung von 29 T€ erworben. Die Gesellschaft wurde später umbenannt in AutoScout24 Engine GmbH. Der Erwerb hatte den Zweck, die administrativen Tätigkeiten der AutoScout24 GmbH in die AutoScout24 Engine GmbH zu transferieren. Der Konzern generiert zudem über verschiedene Gesellschaften der AutoScout24- Gruppe Umsätze mit der Platzierung von Werbeanzeigen auf ihren Online-Plattformen ("Mediageschäft"). Das Mediageschäft umfasst hauptsächlich Kfz-bezogene Umsätze mit Werbekunden, in der Regel Automobilhersteller ("OEMs"), die ihre Werbung auf dem Marktplatz der AutoScout24-Gruppe platzieren. Außerdem gehören automatisierte Verkäufe mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, Algorithmen und Echtzeit- Angeboten dazu. Zudem bietet die AutoScout24-Gruppe Partnern aus der Finanzdienstleistungsbranche (z. B. Banken und Versicherungen) die Möglichkeit, Angebote auf ihren Marktplätzen zu schalten. Innovationen und die Weiterentwicklung der Produkte sind elementare Bestandteile der Strategie der AutoScout24-Gruppe. Des Weiteren möchte die AutoScout24- Gruppe die Digitalisierung der Nutzererfahrung entlang der Wertschöpfungsketten vorantreiben. Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten konzentrieren sich auf die Geschäftsaktivitäten des Konzerns. Entwicklungskosten wurden kapitalisiert, wenn diese nachhaltig zur Wertentwicklung der AutoScout24-Gruppe beitragen. Hier handelt es sich vor allem um neue Produkte wie beispielsweise den Direktverkauf von Kraftfahrzeugen, bei dem Endkunden die Möglichkeit haben, Kraftfahrzeuge direkt über die Plattform der AutoScout24-Gruppe mittels eines weitgehend digital abgewickelten Kaufprozesses direkt von einem Händler zu erwerben. Aktivierte Entwicklungskosten für den fortgeführten Geschäftsbereich belaufen sich in der Berichtsperiode auf 11.682 T€ (2020: 4.220 T€), die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten auf 643 T€ (2020: 270 T€). Zusätzlich wurde eine Wertminderung in Höhe von auf 1.197 T€ (2020: 1.345 T€) erfasst. Der Hauptgrund für die Wertminderungsaufwendungen war der Ersatz von Produkten und damit die Einstellung der Entwicklung dieser Produkte. Der Gesamtbetrag für Forschungs- und Entwicklungskosten beträgt 20.555 T€ (2020: 12.167 T€). Der Fokus des Konzerns ist auf nachhaltiges und profitables Wachstum sowie auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes gerichtet. Das um nicht-operative Effekte bereinigte Ergebnis vor Finanzergebnis, Ertragsteuern sowie Abschreibungen und Wertminderungen (bereinigtes EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit) ist die wichtigste (finanzielle) Ziel- und Steuerungsgröße auf Konzernebene. Unter nichtoperative Effekte entfallen im Wesentlichen nicht wiederkehrende Aufwendungen im Zusammenhang mit M&A Aktivitäten (sowie der sich anschließenden Post-Merger Integration), Reorganisationsaufwendungen, Effekte aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen sowie sonstige nicht operative Effekte. Ergänzt wird dieser Indikator durch den Umsatz des Konzerns als weiter wichtige (finanzielle) Ziel- und Steuerungsgröße auf Konzernebene. II. WIRTSCHAFTSBERICHT 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft konnte sich im Geschäftsjahr 2021 erholen und wuchs um 6,1 %, nachdem die Corona-Pandemie zu einem starken Einbruch der Weltwirtschaft im Jahr 2021 geführt hatte. Die Erholung im Euroraum fiel mit 5,4 % etwas schwächer aus als im weltweiten Vergleich, während die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021 lediglich um 2,9 % wuchs. 1 Branchenbezogene Rahmenbedingungen Für den europäischen Automarkt war 2021 ein weiteres herausforderndes Jahr, welches insbesondere zu Beginn mit pandemiebedingten Einschränkungen startete. Auf dem europäischen PKW-Markt wurden im Jahr 2021 knapp 11,8 Millionen Neufahrzeuge zugelassen, rund 2 % weniger als in der Vergleichsperiode. Insbesondere der Mangel an Halbleitern strapazierte die weltweiten Lieferketten. Zudem machte ein Engpass bei weiteren Vorprodukten und Rohstoffen sowie steigende Preise für Energie und Logistik der Industrie zu schaffen. 2 Deutschland stellt mit 48,5 Million PKWs den größten Automobilmarkt in Europa dar. 3 Auf dem deutschen Pkw-Markt wurden im Jahr 2021 mehr als 2,6 Millionen Neufahrzeuge zugelassen, was einem Rückgang von rund 10 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 4 Die Entwicklungen auf dem Markt für Neufahrzeuge führen zu einem eingeschränkten Angebot an Gebrauchtwagen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt haben im Jahr 2021 zirka 6,7 Millionen Gebraucht-PKW den Eigentümer gewechselt, ein Rückgang von rund 4,5 % gegenüber dem Vorjahreswert. 5 Italien stellt mit über 39,8 Millionen PKWs den zweitgrößten Automobilmarkt in Europa dar.3 Mit rund 1,46 Millionen Neuzulassungen im Jahr 2021 verzeichnete der italienische Neuwagenmarkt einen Anstieg um etwa 5,5 % gegenüber dem Vorjahr. Der italienische Gebrauchtwagenmarkt verzeichnete bei den Zulassungen im Jahr 2021 mit 3,45 Millionen bzw. 14,4 % ein Wachstum. 6 Der Automobilmarkt in den Benelux-Staaten hat sich im Jahr 2021 rückläufig entwickelt. So lag die Anzahl der Neuzulassungen in Belgien bei 383.123 (2020: 431.508. Der Gebrauchtwagenmarkt in Belgien lag in 2021 bei 667.264 (2020: 620.835) PKWs. 7
1 Vgl. IMF, Juli 2022 World Economic Outlook.
In den Niederlanden wurden im Jahr 2021 322.381 Neuzulassungen verzeichnet, was einem Rückgang von 10,1 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.8 Der Gebrauchtwagenmarkt in den Niederlanden verzeichnete im Jahr 2021 einen leichten Rückgang gegenüber 2020, rund 2,01 Million (2020: 2,03) Millionen Fahrzeuge wechselten den Eigentümer. 9 Mit 239.803 Neuzulassungen verzeichnete der österreichische PKW-Markt im Jahr 2021 einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr (2020: 248.740). 10 Im selben Zeitraum wechselten 871.065 (2020: 841.196) gebrauchte PKW den Besitzer. 11 Mit 1,6 Millionen verkauften Fahrzeugen war der französische Neuwagenmarkt in der Berichtsperiode im Vergleich zur Vergleichsperiode stabil. Mit fast 6 Millionen gehandelten Fahrzeugen sind die Gebrauchtwagenverkäufe im Jahr 2021 auf einem Allzeithoch. 12 Die Neuwagenverkäufe auf dem spanischen Markt blieben mit 859.480 (2020: 851.210) Fahrzeugen relativ stabil. 13 Der spanische Gebrauchtwagenmarkt erholte sich um 9,4 % auf 1,99 Millionen verkaufte Fahrzeuge. 14 Wettbewerbssituation Das Geschäft der AutoScout24-Gruppe in Deutschland stand im Geschäftsjahr 2021 im Wettbewerb mit verschiedenen anderen Plattformen (z. B. mobile.de, Autohero, hey.car). In den europäischen Kernmärkten der AutoScout24-Gruppe zählten sowohl vertikal als auch horizontal organisierte Plattformen zu unseren Wettbewerbern. 2. Geschäftsverlauf Das Geschäftsjahr 2021 war zwar weiterhin von der Covid-19-Pandemie beeinflusst, im Vordergrund stand aber die Integration der AutoScout24-Gruppe und der LeasingMarkt.de GmbH, nachdem der Konzern durch den Vollzug des Erwerbs der AutoScout24 GmbH und ihren Tochtergesellschaften durch die Speedster BidCo GmbH erst Ende März 2020 entstanden ist. Der Konzern war im Geschäftsjahr 2021 im Automobilbereich in Deutschland, Italien, Belgien (inklusive Luxemburg), den Niederlanden, Spanien, Frankreich und Österreich, also innerhalb der Eurozone, aktiv. Deutschland war mit einem Umsatzanteil von rund 55 % (Vorjahr: 53 %) im Berichtszeitraum der Hauptmarkt.
8 Vgl. BOVAG; Autoverkopen-december-2021.pdf
(bovag.nl); Abruf am: 17.07.2023.
In der Berichtsperiode wurde der Verkaufsprozess der FFG an die Smava GmbH abgeschlossen und am 26. Februar 2021 rechtlich vollzogen. Das Ergebnis der FFG wird in der Position "Ergebnis nach Steuern, aufgegebene Geschäftsbereiche" gezeigt. Zudem wurden mehrere kleinere Zukäufe getätigt, die unter "Grundlagen des Konzerns" beschrieben sind. Der Konzernumsatz belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf 268.728 T€ (Vorjahr: 172.011 T€). Das bereinigte EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit betrug 157.212 T€ (Vorjahr: 103.265 T€). Der Konzernumsatz und das bereinigte EBITDA der Berichtsperiode entsprechen damit exakt den auf Basis vorläufiger Zahlen im Konzernabschluss des Vorjahres prognostizierten Werten. 3. Lage des Konzerns 3.1. Ertragslage Die Speedster, ursprünglich als Vorratsgesellschaft erworben, wurde mit dem Vollzug des Erwerbs der AutoScout24 GmbH und der FFG am 31. März 2020 operativ tätig. Die Vergleichsperiode 2020 enthält somit lediglich ein neun Monate umfassendes operatives Geschäft (für den Zeitraum vom 1. April 2020 bis zum 31. Dezember 2020). Ab dem Erwerbszeitpunkt bis zum Verkaufszeitpunkt im Februar 2021 wird die FFG und ihre Tochtergesellschaften als aufgegebener Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 klassifiziert. Umsätze und Aufwendungen des aufgegebenen Geschäftsbereichs werden separat in der Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis nach Steuern, aufgegebene Geschäftsbereiche, ausgewiesen. Der Umsatz des Konzerns erreichte im Geschäftsjahr 2021 268.728 T€ (2020: 172.011 T€). Davon entfielen 239.413 T€ (2020: 153.244 T€) auf Kundenumsätze sowie 29.315 T€ (2020: 18.767 T€) auf Sonstige Umsätze. Sonstige Umsätze umfassen Medienumsätze, Umsätze aus privat gezahlten Produkten, wie Hervorhebung privater Listings, sowie Gebühren für vollständig abgeschlossene Anfragen wegen Kfz-Leasing oder -Abos. Die Medienumsätze umfassten hauptsächlich Umsätze von Werbekunden, in der Regel Automobilhersteller (Originalteilehersteller, OEMs), die ihre Werbung auf dem Marktplatz der AutoScout24-Gruppe platzieren, sowie programmatische Verkäufe aus automatisierten Verkäufen auf der Grundlage von künstlicher Intelligenz und Algorithmen und Echtzeit-Angeboten. Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen 874 T€ (2020: 571 T€). Hierin enthalten sind im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich auf 11.682 T€ (2020: 4.220 T€). Sie betreffen hauptsächlich selbsterstellte Software. Der Personalaufwand belief sich auf 56.103 T€ (2020: 37.505 T€). Der Personalaufwand enthält einen Ertrag aus der Vergütung für zukünftige Leistungen des Managements von LeasingMarkt in Höhe von 554 T€ (2020: Aufwand 587 T€) sowie 196 T€ (Vorjahr: 589 T€) für ein langfristiges Anreizprogramm, das die Scout24 SE ausgewählten Führungskräften gewährte. In der Berichtsperiode waren durchschnittlich 718 (2020: 852) Mitarbeiter beschäftigt. Der Marketingaufwand summierte sich auf 34.210 T€ (2020: 17.676 T€). Bezogen auf die Umsatzerlöse betrug der Anteil für Marketingaufwendungen 12,7 % (2020: 10,3 %). Der signifikante Anstieg ist zum einen dadurch zu erklären, dass in der Vergleichsperiode LeasingMarkt erst ab dem 30. Juli 2020 enthalten ist, zu anderen der Konzern erst zum 31. März 2020 seinen Geschäftsbetrieb aufgenommen hat. Des Weiteren hat die LeasingMarkt relativ zum Umsatz einen hohen Anteil an Marketingaufwendungen, um die Marke im Markt zu etablieren. Die Summe aus beiden Effekten erklärt den Anstieg auf Konzernebene. Der IT-Aufwand belief sich auf 10.779 T€ (2020: 7.873 T€). Davon entfielen 4.351 T€ (2020: 3.691 T€) auf (externe) IT-Dienstleistungen, 5.654 T€ (2020: 3.320 T€) auf Lizenzen und 774 T€ (2020: 862 T€) auf Netzwerkkosten und sonstige EDV-Kosten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 40.080 T€ (2020: 54.881 T€) bzw. 14,9% (2020: 31,9 %) der Umsatzerlöse. Darin sind Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 16.504 T€ (2020: 38.066 T€) enthalten. Der hohe Wert des Vorjahrs erklärt sich im Wesentlichen durch den Erwerb der AutoScout24-Gruppe und LeasingMarkt. Das ausgewiesene EBITDA betrug im Berichtszeitraum 140.112 T€ (Vorjahr: 58.867 T€). Der Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass in der Vergleichsperiode Leasing Markt erst ab dem 30. Juli 2020 enthalten ist, zu anderen der Konzern erst zum 31. März 2020 seinen Geschäftsbetrieb aufgenommen hat. Die Überleitung zum bereinigten EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten des Konzerns ist wie folgt:
Das bereinigte EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belief sich im Berichtsjahr auf 157.212 T€ (2020: 103.265 T€). Die Überleitungspositionen umfassen Transaktionskosten in Höhe von 2.427 T€ (2020: 33.094 T€) sowie sonstige einmalige Posten in Höhe von 14.673 T€ (2020: 11.304 T€). Transaktionskosten enthalten nicht wiederkehrenden Kosten im Rahmen von M&A-Aktivitäten inklusive Post-Merger-Integration. Ein wesentlicher Anteil der Transaktionskosten entfiel im Berichtsjahr auf Rechts- und Beratungskosten, die aus dem Verkauf von FFG und den oben genannten kleineren Akquisitionen resultierten. Im Vorjahr entstanden die Transaktionskosten im Wesentlichen durch den Erwerb der AutoScout24-Gruppe und der LeasingMarkt. In den sonstigen nicht operativen Effekten der Berichtsperiode sind Personalaufwendungen in Höhe von 3.017 T€ enthalten, die sich im Wesentlichen aus Restrukturierungaufwendungen sowie Effekten aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen zusammensetzen. Die sonstigen nicht operativen Effekte enthalten neben den aufgeführten Personalaufwendungen im Wesentlichen Rechtsund Beratungskosten. Die Rechts- und Beratungskosten waren im Wesentlichen durch das strategische und operative Aufsetzen des Smyle Business Modells, Beratungskosten bzgl. derstrategischen Ausrichtung der AutoScout24-Gruppe sowie Kosten der Vorbereitung einer Kapitalmarktransaktion verursacht. Da diese einmalig anfallen und nicht operativ verursacht sind, wurden diese in Übereinstimmung mit der Definition des bereinigten EBITDAs der Gruppe bereinigt. In den sonstigen nicht operativen Effekten der Vergleichsperiode sind Personalaufwendungen in Höhe von 5.830 T€ enthalten, die sich im Wesentlichen aus Restrukturierungaufwendungen in Höhe von 2.278 T€, Aufwendungen für ein Retention Bonusprogramm in Höhe von 2.316 T€ sowie Effekte aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen in Höhe von 1.176 T€ zusammensetzen. Die sonstigen nicht operativen Effekte enthalten neben den aufgeführten Personalaufwendungen im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten. Die Abschreibungen und Wertminderungen betrugen im Geschäftsjahr 2021 56.528 T€ (2020: 41.507 T€). Davon entfielen 39.483 T€ (2020: 28.651 T€) auf immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen von Kaufpreisallokationen identifiziert und bilanziert wurden. Der Anstieg ergibt sich im Wesentlichen daraus, dass in der Vergleichsperiode LeasingMarkt erst ab dem 30. Juli 2020 enthalten ist, zu anderen der Konzern erst zum 31. März 2020 seinen Geschäftsbetrieb aufgenommen hat. Das Finanzergebnis in Höhe von -49.475 T€ (2020: -40.399 T€) ergibt sich im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen (-52.949 T€; 2020: -41.053 T€), die durch Zinserträge (3.283 T€; 2020: 0 €) und dem Ergebnis aus at-Equity bilanzierten Unternehmen (190 T€; 2020: 654 T€) teilweise kompensiert werden. Die Zinsaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Zinsen aus Bankverbindlichkeiten in Höhe von 45.711 T€ (2020: 34.370 T€). Zinsen in Höhe von 513 T€ (2020: 2.092 T€) resultierten aus den Darlehen von verbundenen Unternehmen, 1.566 T€ (2020: 1.121 T€) entfielen auf Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben, die im Wesentlichen aus der Übernahme der Leasingmarkt resultieren. Der Anstieg der Zinsaufwendungen ergibt sich im Wesentlichen daraus, das die Darlehen in der Vergleichsperiode erst zum Erwerbszeitpunkt am 31. März 2020 aufgenommen worden sind. Zur Entwicklung der Bankverbindlichkeiten siehe unten unter "Finanzschulden und Kreditlinien". Der Rückgang der Zinsaufwendungen aus Darlehen von verbundenen Unternehmen ergibt sich im Wesentlichen aus den unter "Finanzschulden und Kreditlinien" beschriebenen Rückgang des ausstehenden Darlehens. In der Berichtsperiode belief sich das ausgewiesene Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen auf 54.151 T€ (2020: -22.120 T€). Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von -3.295 T€ (2020: -140.501 T€) entfiel vollständig auf die Unternehmen der FFG-Gruppe und beinhaltet einen Ertrag aus dem Verkauf von 1.172 T€ sowie das operative Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs in Höhe von -1.622 T€ und Transaktionskosten in Höhe von -2.845 T€. In der Vergleichsperiode waren Wertminderung der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte in Höhe von 132.799 T€, das operative Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs in Höhe von -763 T€, Transaktionskosten in Höhe von -1.167 T€ sowie Aufwendungen für Mitarbeiterboni in Höhe von -5.770 T€ enthalten. Der Ertragsteuerertrag betrug 20.043 T€ (2020: 919 T€) und teilte sich auf in einen Steuerertrag aus latenten Steuern in Höhe von 49.518 T€ (2020:11.930 T€) und einen Steueraufwand aus laufenden Steuern in Höhe von -29.475 T€ (2020: -11.011 T€). Aufgrund des Umzugs der Organgesellschaften von München nach Grünwald kommt es zu einer Reduzierung des Steuersatzes von 32,9 % auf 24,9 % zum Stichtag und dementsprechend zu einer Anpassung der latenten Steuern um 30.594 T€, was einen Großteil des Steuerertrags aus latenten Steuern erklärt. Entsprechend verzeichnete Speedster für das Geschäftsjahr 2021 ein auf den Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallendes Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 50.856 T€ (2020: -162.621 T€). 3.2. Finanzlage Der Konzern verfügte jederzeit über eine ausreichende Liquidität. Die Zahlungsfähigkeit innerhalb des Konzerns war in der Berichtsperiode und zum Bilanzstichtag jederzeit gegeben. Zum 31. Dezember 2021 verfügte der Konzern über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 39.134 T€ (Vorjahr: 43.512 T€). Cashflows Die folgende Tabelle zeigt die zusammengefasste Kapitalflussrechnung:
Der Netto-Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (fortgeführte Geschäftsbereiche) betrug 123.899 T€ (2020: 47.762 T€). Die Veränderung des ausgewiesenen EBITDA zum Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (fortgeführte Geschäftsbereiche) war im Wesentlichen auf Ertragssteuerzahlungen zurückzuführen. Der Netto-Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug 123.231 T€ (2020: 11.700 T€). Der Netto-Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich auf 23.934 T€ (2020: -2.863.647 T€). Darin enthalten ist die Einzahlung aus dem Verkauf der FFG-Gruppe (76.806 T€), die durch Auszahlungen für den Erwerb von Tochtergesellschaften (-30.284 T€), Auszahlungen für den Erwerb von imove A/S (-9.682 T€) und Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (-11.770 T€) und Sachanlagen (-1.637T€) teilweise kompensiert wird. Die Auszahlung für den Erwerb von Tochtergesellschaften enthält im Wesentlichen eine nachträgliche Kaufpreiszahlung für Leasingmarkt (-10.000 T€), sowie die Kaufpreiszahlungen für Leasingtime, Autoplenum und autoleasen.at. Im Vorjahr war der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Wesentlichen durch die Auszahlungen aus dem Erwerb von AutoScout24 (inkl. FFG-Gruppe) und LeasingMarkt in Höhe von -2.859.104 T€ geprägt. Der Netto-Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag im Geschäftsjahr 2021 bei -151.543 T€ (Vorjahr: 2.895.358 T€). Neben der Tilgung eines Gesellschafterdarlehen in Höhe von 103.900 T€ (siehe "Finanzschulden und Kreditlinien") sind im Wesentlichen Auszahlungen für transaktionsbezogene Zinszahlungen und Kosten der Fremdfinanzierung in Höhe von 45.462 T€ und Zahlungen für Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 3.879 T€ enthalten. Daneben sind in der Aufnahme und Rückzahlung von Darlehen und Krediten die unter "Finanzschulden und Kreditlinien" beschriebenen Refinanzierungsmaßnahmen abgebildet. Im Geschäftsjahr 2020 resultiert der Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 2.895.358 T€ im Wesentlichen aus der Erhöhung der Kapitalrücklage (1.657.062 T€), Eingängen aus Aufnahme von Darlehen und Krediten (1.121.080 T€), davon 50.000 T€ Additional-Term-Fazilität für den Erwerb von LeasingMarkt, Einzahlungen aus Darlehen von verbundenen Unternehmen (182.091 T€), einer Zahlung von Verbindlichkeiten aus dem erloschenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag an den ehemalige Gesellschafter Scout24 SE in Höhe von 38.142 T€, transaktionsbezogene Zinszahlungen und Kosten der Fremdfinanzierung (23.685 T€) und Zahlungen für Leasingverbindlichkeiten (3.048 T€). Finanzschulden und Kreditlinien Am 31. März 2020 hatte der Konzern ein Darlehen in Höhe von 875.000 T€, ein zweites Darlehen mit dem Nennbetrag von 225.000 T€, eine revolvierende Kreditfazilität (im Folgenden auch "RCF") in Höhe von 50.000 T€ und eine weitere revolvierende Kreditfazilität in Höhe 33.500 T€ im Rahmen eines Senior-Facility-Agreements aufgenommen. Am 6. Juli 2020 wurde das Senior-Facility-Agreement geändert. Dem Darlehensnehmer wurde ein weiterer Betrag von 50.000 T€ im Rahmen einer zusätzlichen Leap-Facility zur Verfügung gestellt. Die Revolvierende Kreditfazilität ist zum 31. Dezember 2021 wie im Vorjahr nicht in Anspruch genommen worden. Die Zinsen werden berechnet als Marge + EURIBOR. Für den EURIBOR gilt eine Untergrenze von null Prozent. Für die Fazilitäten könnte eine Margen-Anpassung erfolgen, die an das Verhältnis des bereinigten EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit zur Nettoverschuldung gebunden ist. Im Juni 2021 wurde ein Margen-Ratchet angewandt und der Zinssatz für die First Lien Facility sowie die Second Lien Facility um 0,25 % und für die Revolvierende Kreditfazilität um 0,50 % gesenkt. Im Dezember 2021 wurde der Margen-Ratchet für die Revolvierende Kreditfazilität erneut um 0,25% erhöht. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 erfolgte wie im Vorjahr keine Margenanpassung. Die Leap Additional Facility wurde am 2. August 2021 zurückgezahlt und innerhalb der First Lien Facility mit einem Betrag von 52.500 T€ refinanziert. Dadurch erhöhte sich der Nominalbetrag der First Lien Facility auf 927.500 T€. Am 7. Juni 2021 wurde der Zinssatz der First Lien Facility von 3,25 % auf 3,00 % geändert. Für die Second Lien Facility wurde der Zinssatz am 3. Juni 2021 von 6,25 % auf 6,00 % geändert. Der Zinssatz der Revolvierende Kreditfazilität wurde am 7. Juni 2021 von 3,00 % auf 2,50 % und am 2. Dezember 2021 auf 2,75 % geändert. Am 30. Juni 2021 wurden 10.000 T€ der Revolvierende Kreditfazilität in Anspruch genommen und am 18. November 2021 zurückgezahlt. Die First Lien Facility ist am 31. März 2027, die Second Lien Facility ist am 31. März 2028 fällig. Die Revolvierende Kreditfazilität hatte eine Laufzeit bis zum 30. September 2026. Das zivilrechtliche Eigentum der Anteile an der AutoScout24 GmbH und ihrer jeweiligen Tochtergesellschaften wird als Teil des Vertrages und für die Laufzeit der Darlehen als Sicherheit an die Darlehensgeber übertragen. Das Senior Facilities Agreement enthält eine sog. Springing Consolidated Senior Secured Net Leverage Ratio Covenant (the Financial Covenant), die an jedem Quartalsstichtag getestet wird, an dem die Gesamtheit aller Kredite (abzüglich der Barmittel und Barmitteläquivalente der Gruppe und unter Ausschluss etwaiger Akkreditive oder Bankgarantien und aller Nutzungen im Rahmen von Zusatzfazilitäten) im Rahmen des ursprünglichen RCF und jeder anderen relevanten revolvierenden Fazilität 50 % der Gesamtsumme der gesamten RCF-Verpflichtungen übersteigt (zum jeweiligen Quartalsdatum oder, falls höher, zum Datum des Senior Facilities Agreement) und die Gesamtverpflichtungen in Bezug auf jede relevante revolvierende Fazilität (zum jeweiligen Quartalsdatum oder, falls höher, zum Datum der entsprechenden Mitteilung über die zusätzliche Fazilität, mit der diese Fazilität eingerichtet wird). Der Consolidated Senior Secured Net Leverage Ratio ist definiert als das Verhältnis des Consolidated Senior Secured Net Leverage am letzten Tag des betreffenden Zeitraums dividiert durch das konsolidierte Pro-Forma-EBITDA für den betreffenden Zeitraum. Die externen Mindestkapitalanforderungen (Covenants) gemäß des Senior-Facility- Agreements wurden in der Berichtsperiode eingehalten. Mit Wirkung zum 30. März 2020 wurde ein Darlehen von verbundenen Unternehmen zwischen der H&F Speedster Lux S.à.r.l. (als Darlehensgeber) und der Speedster Holdco 2 GmbH (als Darlehensnehmer) mit einem Nennbetrag von 180.000 T€ abgeschlossen (Darlehensvertrag 1). Am 9. September 2020 schlossen die Parteien ein weiteres Darlehen mit einem Nennbetrag von 2.091 T€ ab (Darlehensvertrag 2). Der Zinssatz ist auf einen festen Satz von 1,52 % pro Jahr festgesetzt. Mit Wirkung zum 4. März 2021 wurde zwischen der Speedster Holdco 2 GmbH und der H&F Speedster Lux S.à.r.l. ein Ausgleichs- und Einbringungsvertrag bzgl. der Gesellschafterdarlehen geschlossen. Durch den Verkauf von Anteilen an der FFG erhielt die Gruppe einen Nettoerlös, der zur teilweisen Tilgung des Darlehensvertrag 1 verwendet wurde. Die Rückzahlung belief sich auf 103.900 T€. Weitere 78.264 T€ des Darlehensvertrag 1 erloschen mit der Einlage in die Kapitalrücklage durch Konfusion. Die nach der Rückzahlung verbleibenden Beträge aus den Gesellschafterdarlehensverträgen 1 und 2 betragen für den Darlehensvertrag 1 397 T€ (Vorjahr: 181.387 T€) und für den Darlehensvertrag 2 2.123 T€ (Vorjahr: 2.091 T€) inklusive kapitalisierter Zinsen. Die Darlehen von verbundenen Unternehmen sind neun Jahre nach dem Vertragsbeginn fällig. Eine vorzeitige Rückzahlung ist unter bestimmten Bedingungen und nur dann, wenn der Darlehensnehmer sich dafür entscheidet, möglich. Die wirtschaftlichen Nettoschulden betrugen zum 31. Dezember 2021 1.128.615 T€ (31. Dezember 2020: 1.113.680 T€). Die wirtschaftliche Nettoverschuldung setzt sich zusammen aus Krediten und Darlehen sowie den zum Bilanzstichtag bestehenden Leasingverbindlichkeiten ("grandfathered lease liabilities"). "Grandfathered" bedeutet, dass ein Leasingverhältnis, das vor der Anwendung von IFRS 16 kein "Finanzierungsleasing" oder "Kapitalleasing" gewesen wäre ("Grandfathered Operating-Leasingverhältnis"), nicht in die konsolidierte Nettoverschuldung einbezogen wird. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente, Leasingverbindlichkeiten und finanzielle Verbindlichkeiten, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, sind nicht in der nachfolgenden Tabelle zum 31. Dezember 2021 aufgeführt.
3.3. Vermögenslage Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 3.081.258 T€ (31. Dezember 2020: 3.210.147 T€). Die kurzfristigen Vermögenswerte in Höhe von 80.457 T€ (31. Dezember 2020: 297.440 T€) enthielten im Geschäftsjahr 2021 im Wesentlichen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 39.134 T€ (31. Dezember 2020: 43.512 T€) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 33.894 T€ (31. Dezember 2020: 31.482 T€). Im Vorjahr umfassten sie im Wesentlichen die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte gemäß IFRS 5 in Höhe von 217.369 T€ (31. Dezember 2021: 0 T€), diese betreffen gänzlich FFG. Die langfristigen Vermögenswerte betrugen 3.000.801 T€ (31. Dezember 2020: 2.912.707 T€). Die Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 2.833.239 T€ (31. Dezember 2020: 2.854.381 T€) stellen dabei den größten Posten dar. Der Geschäfts- oder Firmenwert teilt sich auf AutoScout24 mit 1.962.745 T€ (31. Dezember 2020: 1.960.735 T€) und Leasingmarkt mit 109.405 T€ (31. Dezember 2020: 98.959 T€) auf. Der Anstieg des Geschäfts- oder Firmenwerts ergibt sich aus den oben beschrieben Akquisitionen der Berichtsperiode. Auf immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen von Kaufpreisallokationen identifiziert und bilanziert wurden, entfielen 736.245 T€ (31. Dezember 2020: 770.870 T€). Der Rückgang ergibt sich im Wesentlichen aus den planmäßigen Abschreibungen der Berichtsperiode, die durch die Zugänge aus den oben genannten Akquisitionen teilweise kompensiert wird. Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 95.493 T€ (31. Dezember 2020: 1.462 T€) enthalten im Wesentlich die 16,60 % Beteiligung an der smava GmbH (65.816 T€) sowie das Darlehen an die smava GmbH (27.410 T€) die in der Berichtsperiode zugegangen sind. Die kurzfristigen Schulden betrugen 73.625 T€ (31. Dezember 2020: 105.257 T€). Den kurzfristigen Verbindlichkeiten wurden zum 31. Dezember 2020 auch die Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in Höhe von 38.191 T€ (31. Dezember 2021: 0 T€) zugeordnet, die ausschließlich FFG betreffen. Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (23.773 T€; 31. Dezember 2020: 22.893 T€) umfassen Kaufpreisverbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb von LeasingMarkt in sowie aufgelaufene Darlehenszinsen. Die langfristigen Schulden in Höhe von 1.372.045 T€ (31. Dezember 2020: 1.595.271 T€) beinhalteten im Wesentlichen Bankdarlehen in Höhe von 1.132.301 T€ (31. Dezember 2020: 1.125.560 T€), passive latente Steuern in Höhe von 191.421 T€ (31. Dezember 2020: 234.027 T€), sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 32.627 T€ (31. Dezember 2020: 39.037 T€), Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 11.287 T€ (31. Dezember 2020: 10.777 T€), sowie Darlehen von verbundenen Unternehmen einschließlich aufgelaufener Zinsen mit 2.520 T€ (31. Dezember 2020: 183.478 T€). Die passiven latenten Steuern entfielen im Wesentlichen (196.015 T€; 31. Dezember 2020: 234.027 T€) auf immaterielle Vermögenswerte, darin sind im Wesentlichen im Rahmen von Kaufpreisallokationen aufgedeckte Vermögenswerte enthalten. Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen die Put-Optionsverbindlichkeiten aus dem Erwerb von LeasingMarkt. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich im Wesentlichen aus der Umgliederung des kurzfristen Teils dieser Verbindlichkeit in die kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Zum Rückgang des Darlehens von verbundenen Unternehmen siehe die Ausführungen unter "Finanzschulden und Kreditlinien". Das Eigenkapital belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 1.635.588 T€ (31. Dezember 2020: 1.509.619 T€). Die Eigenkapitalquote betrug 53,1 % (31. Dezember 2020: 47,0 %). Die Kapitalrücklage betrug zum 31. Dezember 2021 1.750.034 T€ (31. Dezember 2020: 1.671.770 T€). Die wesentliche Einzahlung in die Kapitalrücklage erfolgte am 31. März 2020 durch den Gesellschafter Speedster Holdco 1 GmbH in Höhe von 1.651.067 T€. Durch Einbringung der Speedster Holdco 1 GmbH wurde am 4. März 2021 die freie Kapitalrücklage der Gesellschaft in Höhe von 78.264 T€ erhöht. Hintergrund dieser Einbringung war die konzerninterne und vertraglich vereinbarte Umwandlung eines Restbetrags einer Ausleihung der H&F Speedster Lux Sàrl an die Speedster Bidco GmbH aus dem Jahr 2020. Dieses wurde anhand einer Kette der Gesellschaften Speedster Holdco 1 - 4 GmbH an die Speedster Bidco GmbH weitergeleitet. Die Gewinnrücklagen in Höhe von -114.389 T€ (31. Dezember 2020: -162.037 T€) umfassten im Wesentlichen das ausgewiesene Ergebnis nach Steuern des Konzerns für das Geschäftsjahr 2021. Daneben sind auch anteilsbasierte Vergütungen in der Berichtsperiode in Höhe von 196T€ (Vorjahr: 589 T€) erfasst, sowie die Eigenkapitalanpassung im Zusammenhang mit der Put-Call-Option und der Kapitalerhöhung für die verbleibenden 25 % der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter an der AutoScout24 Subscription GmbH (-3.404 T€). In den Sonstigen Eigenkapitalbestandteilen in Höhe von -82 T€ (31. Dezember 2020: -139 T€) sind die Verluste aus der Neubewertung 2 der leistungsorientierten Verpflichtungen ausgewiesen. Im Berichtszeitraum wurden keine Ausschüttungen an die Gesellschafter des Konzerns vorgenommen. In 2020 erfolgte eine Zahlung von Verbindlichkeiten aus dem erloschenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag an den ehemaligen Gesellschafter Scout24 SE durch eine Tochtergesellschaft der Speedster in Höhe von 38.142 T€. 4. Gesamtaussage Das Geschäftsjahr 2021 wurde weiterhin durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie belastet. Darüber hinaus wirkten Lieferengpässe in der Automobilindustrie dämpfend auf die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns. Mit Hilfe der von uns ergriffenen Gegensteuerungsmaßnahmen v.a. in Form einer starken Kostendisziplin und unterstützt durch die Attraktivität unserer Online-Marktplätze konnte der Konzern das Geschäftsjahr 2021 in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich abschließen. Der Verkauf der FFG an die Smava GmbH wurde mit dem Closing des entsprechenden Anteilsverkauf- bzw. Übertragungsvertrags am 26. Februar 2021 rechtlich vollzogen. Mit einem Umsatz von 268.728 T€ und einem bereinigten EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit von 157.212 T€ blicken wir auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 zurück. III. RISIKO- UND CHANCENBERICHT Der Konzern ist verschiedenen Risiken ausgesetzt, die sich aus dem unternehmerischen Handeln der Speedster Holdco 2 GmbH sowie ihrer Tochtergesellschaften oder aus externen Einflussfaktoren ergeben. Unter einem Risiko verstehen wir die Gefahr, dass Entwicklungen, Ereignisse oder Handlungen den Konzern oder eine seiner Gesellschaften an der Zielerreichung hindern. Die Risiken umfassen hierbei finanzielle und nicht finanzielle Risiken. Damit wir unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern und stärken können, identifizieren wir gleichzeitig auch Chancen. Eine Chance bezeichnet die Möglichkeit, die geplanten Ziele des Konzerns oder einer seiner Gesellschaften aufgrund von Entwicklungen, Ereignissen oder Handlungen zu sichern oder zu übertreffen. 1. Organisatorische Verankerung des Risiko- und Chancenmanagements Die Gesamtverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagementsystem des Konzerns liegt bei der Geschäftsführung. 2. Gesamtaussage zur Chancen- und Risikolage aus Sicht der Unternehmensleitung Wir stufen die Risiken zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Konzernlageberichts als begrenzt ein, wobei wir die Gesamtrisikolage als beherrschbar betrachten. Es sind derzeit keine Risiken erkennbar, die einzeln oder zusammen mit anderen Risiken zu einer signifikanten oder dauerhaften Beeinträchtigung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns oder einzelner Gesellschaften führen könnten bzw. als bestandsgefährdend anzusehen wären. Insgesamt hat sich die Risikolage des Konzerns bis zum Aufstellungszeitpunkt im Vergleich zum Stand im Geschäftsjahr 2020 verbessert. Insbesondere wurde die COVID-19-Pandemie Anfang April 2023 in Deutschland offiziell für beendet erklärt. In der Berichtsperiode war die Risikolage im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 im Wesentlichen unverändert. Die Gesamtchancenlage des Konzerns hat sich positiv entwickelt. Externe Faktoren wie die fortlaufende Verschiebung hin zum Online-Automarkt unterstützen die Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells. Wir erwarten, dass durch die kontinuierliche Optimierung und Erweiterung unseres Produktportfolios und die Integration der erworbenen Unternehmen zusätzliches Umsatz- und Ertragspotenzial geschaffen werden kann. Weitere Chancen liegen in der hohen Markenbekanntheit von AutoScout24 und den hohen Besucherzahlen. Diese bieten eine solide Basis für eine weiterhin starke Positionierung und die Etablierung zusätzlicher Produkte und Dienstleistungen. 3. Grundlagen des Risiko- und Chancenmanagements des Konzerns Zu den Grundsätzen einer verantwortungsvollen Unternehmensführung gehört für den Konzern ein stetes Abwägen von Risiken und Chancen, die sich aus dem unternehmerischen Handeln ergeben. Ziel ist es, eine Strategie zu erarbeiten und Ziele festzulegen, die eine optimale Balance zwischen Wachstum und Rendite einerseits und den damit verbundenen Risiken andererseits schaffen und dadurch den Unternehmenswert systematisch und nachhaltig steigern. 4. Risiken Die im Nachfolgenden dargestellten Risiken sind in der Reihenfolge ihrer Auswirkung auf die Gruppe dargestellt. Markt und Wettbewerb Ursachen für einen möglichen rückläufigen Absatz von Fahrzeugen ergeben sich insbesondere aus dem volatilen makroökonomischen Umfeld sowie im Kontext politischer oder wirtschaftlicher Unsicherheiten und Engpässen in der Lieferkette. Auch infolge der bis Anfang 2023 anhaltenden COVID-19-Pandemie bestehen weiterhin Risiken bei der Verfügbarkeit von Fahrzeugen. Da die Lieferketten der Automobilhersteller aufgrund der COVID-19-bedingten Lockdowns teilweise zusammenbrachen, besteht das Risiko einer geringeren Produktion von Neuwagen. Dadurch werden weniger gebrauchte Autos als üblich gegen neue Fahrzeuge eingetauscht. Dadurch verringert sich das Angebot an Gebrauchtwagen bei steigenden Preisen. Zudem können steigende Energie- und Ölpreise sowie volatile Wechselkurse zu einer Verunsicherung der Märkte und damit zu einer sinkenden Nachfrage nach Fahrzeugen führen. Der Ukraine Krieg hat diese Effekte ab dem Frühjahr 2022 zusätzlich verstärkt. Wir gehen davon aus, dass diese Bedingungen nur mittelfristig anhalten werden, da die Beschränkungen in der Lieferkette nachlassen und die Chiphersteller ihre Kapazitäten erhöhen, um mehr zu produzieren. Im vierten Quartal 2022 war jedoch auf dem europäischen Gebrauchtwagenmarkt ein starker Preisrückgang zu verzeichnen, der sich in etwas abgeschwächter Form auch im Geschäftsjahr 2023 fortsetzt. 15 Die COVID-19-Pandemie hat nicht nur die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändert, sondern auch unsere Arbeitsorganisation sowie unsere Planungen und Prognosen. Die durch die Pandemie ausgelösten neuen Gegebenheiten haben wir soweit möglich in unseren Planungen und Prognosen für das Geschäftsjahr 2023 berücksichtigt. Der Konzern ist in einem wettbewerbsintensiven Umfeld mit relativ geringen Markteintrittsbarrieren tätig. So kann einerseits der Wettbewerb mit bestehenden Konkurrenten weiter zunehmen. Andererseits können aber auch allgemeine Kleinanzeigenportale, die verschiedenste Produktkategorien umfassen, in den Automobilanzeigenmarkt vordringen oder ihre Aktivitäten darin verstärken. Zudem könnten auch international tätige Suchmaschinen oder soziale Netzwerke ihren großen Nutzerkreis und die entsprechenden Daten nutzen, um eine starke Kundenbasis zu vergleichsweise geringen Kosten zu etablieren. Für einen langfristigen Erfolg der AutoScout24-Gruppe sind daher die regelmäßige Durchführung von Kundenzufriedenheitsanalysen, die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Angebots und das frühzeitige Erkennen von Trends relevant. Unsere Rentabilität hängt entscheidend davon ab, ob wir unsere Marktposition behaupten können, insbesondere in Bezug auf die mitführende Position von AutoScout24 in Deutschland. Die beschriebenen Markt- und Wettbewerbsrisiken betreffen sowohl die AutoScout24 als auch die LeasingMarkt Plattform. Die oben beschriebenen Risiken könnten sich wesentlich auf die Leistungsindikatoren auswirken. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als möglich eingestuft. Strategische Risiken Um unsere Marktposition zu sichern und auszubauen, setzen wir für die AutoScout24-Gruppe einen Fokus auf Wachstum in Deutschland und Europa. Um die Erweiterung unserer Produkte und Dienstleistungen des Konzerns zu beschleunigen, haben und werden wir auch in Zukunft Kooperationen und M&A-Aktivitäten umsetzen. Risiken entstehen hier vor allem, falls sich diese Investitionen langfristig anders als geplant entwickeln oder sich nicht nachhaltig am Markt behaupten können bzw. durch neue Geschäftsmodelle verdrängt werden. Ebenfalls birgt eine mögliche unzureichende Diversifikation ein Risikopotenzial.
15 Vgl.
https://indicata.com/download/INDICATA_Market_Watch_36_EN.pdf;
Abruf am: 06.07.2023.
Das oben beschriebene Risiko könnte sich erheblich auf die Leistungsindikatoren auswirken. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als gering eingestuft. Die risikoreduzierenden Maßnahmen (wie z.B. die Einrichtung eines Post Merger Integration Project Management Offices sowie die Durchführung von Gap-Analysen mit strategischen Beratern) werden als geeignet angesehen, das Risiko soweit wie möglich zu mitigieren. Technische Risiken Der Konzern ist auf eine zuverlässige technische Infrastruktur und eine fortwährende Optimierung der auf den Plattformen der Autoscout24-Gruppe implementierten Funktionalitäten angewiesen. Um der wachsenden Anzahl an Nutzern unserer Plattformen gerecht zu werden, stellen die Modernisierung der technischen Infrastruktur und die stetige Verbesserung der Skalierbarkeit der Systeme ständige Prozesse dar. Beim Betreiben unseres Online-Marktplatzes ergeben sich Risiken aus der IT-Nutzung für die Sicherheit unserer IT-Infrastruktur. Da unsere Möglichkeit Dienstleistungen zu erbringen von der Verfügbarkeit der Online-Plattform abhängt, haben technische Störungen oder Ausfälle unmittelbare Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette. Die Wahrscheinlichkeit des Eintritts dieses Risikos schätzen wir als gering ein, mit moderaten Auswirkungen auf die finanziellen Leistungsindikatoren. Wir investieren daher in vielfältige Aktivitäten zum Schutz unserer Online-Plattform und IT-Infrastruktur vor unbefugten Zugriffen und Angriffen sowie Ausfällen. Das Ziel dabei ist es, für unsere Nutzer jederzeit zuverlässig erreichbar zu sein und dauerhaft valide und verlässliche Informationen zur Verfügung zu stellen. Die Investitionen in die Sicherheit und den Schutz unserer Daten, Systeme und IT-Infrastruktur führen zu deren kontinuierlicher Verbesserung und dem Schließen möglicher Sicherheitsschwachstellen. Die beschriebenen technischen Risiken treffen sowohl auf die AutoScout24 als auch die LeasingMarkt Plattform zu. Personelle Risiken Ein Risiko besteht für uns im Verlust von qualifiziertem Personal sowie Personal in Schlüsselpositionen. Gelingt es uns nicht, talentierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, könnte dies unsere Fähigkeit beeinträchtigen, unsere Geschäftsfähigkeit und unsere Wettbewerbsposition aufrechtzuhalten und auszubauen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt war im Jahr 2021 für Arbeitgeber angespannt. Die angespannte Lage hielt auch im Jahr 2022 und 2023 an. Die Besetzung von Stellen mit qualifiziertem Personal dürfte auf absehbare Zeit schwierig bleiben. Mit entsprechenden Personalentwicklungsmaßnahmen, Angeboten zur Fort- und Weiterbildung verringern wir die Wahrscheinlichkeit des Verlustes von Mitarbeitern bzw. erhöhen die Attraktivität des Arbeitsplatzes. Finanzielle Risiken Der Finanzmittelbedarf des Konzerns wird durch den operativen Cashflow, durch die externe Finanzierung im Rahmen des Term and Revolving Facilities Agreement sowie das Schuldscheindarlehen gedeckt. Die Überwachung und Steuerung von Liquiditätsrisiken erfolgt zentral für den gesamten Konzern durch das operative Cash-Management des Konzerns. Das Risiko eines möglichen Liquiditätsengpasses wird durch eine regelmäßige Liquiditätsplanung und monatliche Cashflow-Analysen überwacht. Das Liquiditätsrisiko wird als sehr gering eingeschätzt. Der Konzern unterliegt aufgrund seiner langfristigen Fremdfinanzierung einem Zinsänderungsrisiko. Die in Euro aufgenommenen Darlehen mit variablen Zinssätzen (6-Monats-EURIBOR) setzen den Konzern im Geschäftsjahr 2021 einem Cashflow-Zinsrisiko aus. Dieses Risiko schätzen wir jedoch für die Berichtsperiode als unwesentlich ein, da der 6-Monats-EURIBOR zum 31. Dezember 2021 negativ war, während LIBOR und EURIBOR einer Untergrenze von null Prozent unterlagen. Aufgrund der erwarteten und eingetreten Leitzinserhöhungen hat sich die das Risiko im Geschäftsjahr 2022 erhöht. Um sich gegen marktbedingte Zinssatzänderungen abzusichern, setzt der Konzern seit dem Geschäftsjahr 2022 derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps ein. Das Kreditrisiko wird auf Konzernebene gesteuert. Kreditrisiken gehen aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen hervor. Kundenrisiken werden in der jeweiligen Tochtergesellschaft systematisch erfasst, analysiert und gesteuert, wobei sowohl interne als auch externe Informationsquellen genutzt werden. Das maximale Ausfallrisiko wurde durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit stufen wir als gering ein mit nur niedrigen möglichen Auswirkungen auf die finanziellen Leistungsindikatoren. Risiken aus Rechtsstreitigkeiten Für unsere Unternehmensgruppe bestehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine wesentlichen Prozesskostenrisiken aus Rechtsstreitigkeiten. Die Eintrittswahrscheinlichkeit stufen wir als sehr gering ein. 5. Chancen Einschätzung zur Chancenlage aus Sicht der Unternehmensleitung Das Internetgeschäft in Deutschland, sowie weiteren angrenzenden Ländern in Europa befindet sich weiterhin auf einem Wachstumskurs. Digitale Marktplätze können den Nutzern durch eine hohe Transparenz und informatives Angebot einen großen Vorteil bieten. Die Gesellschaft sieht hier große Geschäftspotenziale für innovative Vermarktungsstrategien und weiteres Wachstum partizipierender Händler. Zudem arbeiten wir kontinuierlich an der Optimierung und Erweiterung unseres Produktportfolios, um unseren Kunden den größtmöglichen Mehrwert zu bieten. Zusätzlich fokussieren wir uns darauf, interne Effizienzen zu steigern. Chancen aus der Marktentwicklung Die AutoScout24-Gruppe ist ein europaweit agierender digitaler Automobilmarktplatz. Wir sind davon überzeugt, dass wir aufgrund unserer Marktpositionen, der hohen Markenbekanntheit und beträchtlichen Nutzerreichweiten im deutschen und europäischen Markt gut aufgestellt sind, um verschiedene Chancen für ein Umsatzwachstum zu nutzen. Die Herausforderungen in der Lieferkette der globalen Automobilindustrie, die einen negativen Angebots- und Nachfragerückgang auslösten, stellen in der Berichtspeirode weiterhin einen erheblichen Störfaktor dar, der die Liquidität der europäischen Automärkte verringert hat. Trotz der herausfordernden Marktaussichten glauben wir, dass der europäische Gebrauchtwagenmarkt auf einen langfristigen Wachstumspfad zurückkehren wird, sobald die oben genannten Herausforderungen überwunden sind. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Nutzung mobiler Endgeräte wird es für den Erfolg des Konzerns zudem entscheidend sein, seine Marktposition im mobilen Bereich weiterhin zu behaupten und auszubauen. Der Konzern plant sowohl für die AutoScout24 als auch für die LeasingMarkt Plattform Produktweiterentwicklungen insbesondere für den mobilen Bereich umzusetzen und so weitere Kundengruppen für die Plattform zu gewinnen. Unternehmensstrategische Chancen Mit der Erweiterung unseres Produktportfolios durch den Erwerb der LeasingMarkt haben wir die Weichen für künftiges Umsatzwachstum auch außerhalb des klassischen Anzeigengeschäfts eines Online-Marktplatzes gestellt. Bei LeasingMarkt.de sehen wir auch weiter Chancen im Ausbau des internationalen Geschäftes. Neben einer Intensivierung der Marktbearbeitung in Österreich und der Schweiz, ist die Gesellschaft 2022 mit einer Tochtergesellschaft mit einer Online-Plattform in den Niederlanden aktiv. Zusätzlich sehen wir bei LeasingMarkt.de Chancen neue Kunden- und Händlergruppen durch die Zugehörigkeit zum AutoScout24 Konzern zu gewinnen und somit die Präsenz der Marke LeasingMarkt auf dem deutschen Markt zu verstärken. Zudem wurde in der Berichtsperiode der Verkaufsprozess der FFG an die Smava GmbH am 26. Februar 2021 rechtlich vollzogen. Daraus ergeben sich zukünftig Chancen für eine Ergebnisverbesserung des Konzerns. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch relevante Zukäufe neue Werte schaffen können. Daher legen wir bei der Identifizierung und dem Abschluss von neuen M&A- Transaktionen besonderen Wert auf die Unterstützung des Wachstums in unserem Kerngeschäft. Mittels kleiner und mittlerer Akquisitionen werden wir hier einen Beitrag zur Realisierung des geplanten Wachstums leisten. Dabei liegt der Fokus auf der Generierung von Mehrwerten im Kerngeschäft des Konzerns, das heißt der Stärkung der wesentlichen operativen Erfolgskennzahlen. Durch gezielte Transaktionen können wir ein verbessertes und größeres Angebot für unsere Nutzer schaffen und unseren Kunden gleichzeitig eine höhere Reichweite bieten. Wir bewerten diese Chance als sehr gut. Chancen aus dem Geschäftsmodell Das Internetgeschäft in Deutschland, Europa und weltweit ist weiterhin auf Wachstumskurs. Insbesondere im Anzeigengeschäft verschieben sich die Geschäftsmodelle immer weiter weg von traditionellen Offline-Angeboten (z. B. Printmedien) hin zu entsprechenden Online-Angeboten. Der gesamte Markt unterliegt stetigen Veränderungen und einem intensiven Wettbewerb. Zugleich stellt die Transparenz in digitalen Marktplätzen mit relevanten Inhalten und Angeboten für Nutzer ein signifikantes Geschäftspotenzial für innovative Vermarktungsstrategien der Angebote auf diesen Handelsplätzen dar. Wir sind operativ und strategisch gut positioniert, um von dieser Dynamik der Märkte zu profitieren und sie als Wachstumschance für das Anzeigen- und Werbegeschäft nutzen zu können. IV. PROGNOSEBERICHT IV.1 Konjunkturelle Rahmenbedingungen Deutschland ist basierend auf dem Umsatzanteil von rund 55 % (Vorjahr: 53 %) im Berichtszeitraum weiterhin unser Hauptmarkt. Der restliche Umsatzanteil wurde im Euroraum erzielt. Durch die Folgen des Ukraine-Krieges erlitt die Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2022 einen starken Einbruch und wuchs nur um 3,4 %, nachdem sie in 2021 noch von der Lockerung der Corona-Maßnahmen in vielen Ländern profitieren konnte. Das Wachstum im Euroraum fiel mit 3,5 % etwas höher aus als im weltweiten Vergleich, während die deutsche Wirtschaft lediglich um 1,8 % im Jahr 2022 zulegte. 16 In einem herausfordernden globalen Umfeld zeigt sich die europäische Wirtschaft im Jahr 2023 weiterhin widerstandsfähig. In ihrer Frühjahrsprognose 2023 geht die Europäische Kommission von einem Wirtschaftswachstum von 1,0 % für die EU aus.
16 Vgl. IMF, April 2023 World Economic Outlook.
Die globalen Lieferketten waren in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 und sind bis zur Aufstellung dieses Konzernabschlusses immer noch nicht wieder voll funktionsfähig. Wiederkehrende Lockdowns, beispielsweise im Rahmen der chinesischen Null-Covid-Strategie, haben die Situation um weltweite Lieferengpässe sogar wieder verschärft. Das starke Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage hatte sich bereits zu Jahresbeginn in steigenden Rohstoffpreisen und hohen Inflationsraten niedergeschlagen. Durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine hat sich die Lage nochmals zugespitzt. Preise für Energie, Nahrungsmittel und andere Rohstoffe haben sich verteuert und trieben die Inflation in lange nicht mehr gekannte Höhen. Der Konzern ist von diesen Entwicklungen zunächst unmittelbar wenig betroffen, da sich Rohstoff-Beschaffungskosten bei dem digitalen Geschäftsmodell in Grenzen halten. Indirekte Auswirkungen ergeben sich durch die unten beschriebenen Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenmarkt. Im Geschäftsjahr 2023 sind erste Anzeichen der Erholung der Gebrauchtwagenmärkte zu erkennen. 17 Der Auswirkung des steigenden Zinsniveaus im Jahr 2022 und 2023 auf seine Finanzierungskosten begegnete der Konzern durch die oben beschriebenen Absicherungsgeschäfte. IV.2 Branchenentwicklung Aus den beschriebenen konjunkturellen Rahmenbedingungen resultiert eine anhaltende Angebotsknappheit an Neufahrzeugen aufgrund von Produktionsengpässen in der Automobilwirtschaft. In 2022 wurden 2,7 Mio. PKW in Deutschland neu zugelassen, 1 % mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 verbleibt 2022 eine erhebliche Absatzlücke von rund 26 %. 18 Im ersten Halbjahr 2023 ist der deutsche PKW-Markt um 13 % im Vergleich zum Vorjahr gewachsen, liegt aber immer noch signifikant unter Vorkrisenniveau. 19 Das Angebot an Gebrauchtwagen bleibt dadurch weiterhin eingeschränkt, wodurch die Preise von Gebrauchtwagen weiterhin ansteigen könnten. Im Geschäftsjahr 2023 sind aber erste Anzeichen der Verbesserung zu erkennen. 20
17 Vgl. KBA,
https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Fahrzeugzulassungen/2023/pm27_2023_n_06_23_pm_komplett.html?fromStatistic=4241250&yearFilter=2023&monthFilter=06_Juni,
Abruf am 07.07.2023.
IV.3 Voraussichtliche Allgemeine Entwicklung Der Konzern sieht sich gut positioniert für weiteres Wachstum. Mit der Akquisition von LeasingMarkt wurde das Angebot, insbesondere im Bereich der Automobilfinanzierung, zusätzlich erweitert. Das Unternehmen möchte weitere Weichen für künftig starkes und profitables Wachstum stellen. Der Fokus wird insbesondere darauf liegen, die Digitalisierung des Geschäftsmodells und die Ausrichtung der Organisation auf zukünftiges nationales und internationales Wachstum voranzutreiben. Neben der Ausweitung des Produkt- und Serviceangebots fokussiert sich der Konzern auf eine stetige Weiterentwicklung der IT-Systeme und die Optimierung der Kundenprozesse. Es ist das Ziel, das Kundenerlebnis fortlaufend zu verbessern. Im Geschäftsjahr 2022 lag der Umsatz des Konzerns gemäß vorläufigem Zahlen bei 289 Mio. €. Der Konzern investiert auch in der Automobilkrise in Personal und die Entwicklung zukünftiger Produkte. Deshalb lag das bereinigte EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit des Konzerns mit 140 Mio. € im Geschäftsjahr 2022 gemäß vorläufigem Zahlen unter dem Geschäftsjahr 2021. Im dritten Quartal 2022 hat der Konzern die Mehrheitsanteile an AUTOproff, einer europäischen B2B-Plattform für Gebrauchtfahrzeuge, erworben. Das AUTOproff- Managementteam wird eine Minderheitsbeteiligung behalten und das Geschäft weiterführen. Die AUTOproff Zahlen sind in den vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2022 ab dem Vollzug der Transaktion Ende Juli enthalten. Im Geschäftsjahr 2022 wurden weitere Akquisitionen getätigt, die die bestehenden Geschäftsbereiche AutoScout24 und LeasingMarkt gestärkt haben. Diese Akquisitionen hatten keine wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage des Konzerns. Für das Geschäftsjahr 2023 rechnet der Konzern mit einem Anstieg der Umsatzerlöse und des bereinigten EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit im unteren zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zu den vorläufigen Zahlen des Geschäftsjahres 2022. In der Prognose für das Geschäftsjahr 2023 ist AUTOproff, im Gegensatz zu den vorläufigen Zahlen des Geschäftsjahres 2022, für das volle Geschäftsjahr enthalten. Weitere wesentliche Akquisitionen, die die Vergleichbarkeit beeinträchtigen würden, haben in 2023 bis zum Aufstellungszeitpunkt nicht stattgefunden. Insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheit hinsichtlich Dauer und Auswirkungen des Krieges in der Ukraine ist eine verlässliche Abschätzung aller Auswirkungen auf die zu erwartende Geschäftsentwicklung des Konzerns nur eingeschränkt möglich. Dadurch kann die Entwicklung der Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2023 von der geplanten Entwicklung abweichen. Die Prognose basiert auf der zum Aufstellungszeitpunkt bekannten Konzernzusammensetzung im Prognosezeitraum.
Grünwald, Deutschland, 18. Oktober 2023 Peter Brooks-Johnson Biliana Alabatchka Dr. Michael Luhnen Inhalt KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG KONZERN-BILANZ KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS 1. ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZUM KONZERN 2. GRUNDLAGEN DER ABSCHLUSSERSTELLUNG 3. ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN UND SCHÄTZUNSICHERHEITEN 4. GRUNDSÄTZE DER BILANZIERUNG UND BEWERTUNG 5. NEUE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN 6. UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE 7. NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVIÄTEN UND ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE 8. EIGENKAPITALBETEILIGUNGEN UND SONSTIGE TRANSAKTIONEN 9. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 9.1 UMSATZERLÖSE 9.2 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE 9.3 AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN 9.4 PERSONALAUFWAND 9.5 MARKETINGAUFWAND 9.6 IT-AUFWAND 9.7 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN 9.8 ZINSERTRÄGE 9.9 ZINSAUFWENDUNGEN 9.10 ERTRAGSTEUERN 10. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ 10.1. GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE UND IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE 10.2. WERTMINDERUNGSTESTS 10.3. SACHANLAGEVERMÖGEN 10.4. BETEILIGUNGEN AN AT-EQUTIY BILANZIERTEN UNTERNEHMEN 10.5. SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE 10.6. LATENTE STEUERN 10.7. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 10.8. SONSTIGE ERTRAGSTEUERFORDERUNGEN UND ERTRAGSTEUERVERBINDLICHKEITEN 10.9. SONSTIGE VERMÖGENSWERTE 10.10. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE 10.11. EIGENKAPITAL 10.12. PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN 10.13. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN 10.14. DARLEHEN UND KREDITE 10.15. DARLEHEN VON VERBUNDENEN UNTERNEHMEN 10.16. SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN 10.17. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 10.18. SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN 10.19. LEASINGVERHÄLTNISSE 11. SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN 11.1. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG 11.2. ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN 11.3. ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG 11.4. TRANSAKTIONEN MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN 11.5. HONORARE UND DIENSTLEISTUNGEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS 11.6. EREIGNISSE NACH DER BERICHTSPERIODE 11.7. AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES DER SPEEDSTER HOLDCO 2 GMBH NACH § 313 (2) NR. 1-4 HGB TAG DER FREIGABE DER VERÖFFENTLICHUNG KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
KONZERN-BILANZ
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG
* Siehe Erläuterungen unter 8.
EIGENKAPITALBETEILIGUNGEN UND SONSTIGE TRANSAKTIONEN.
ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS1. ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZUM KONZERN Informationen zum Konzern Die Speedster Holdco 2 GmbH (nachfolgend "Gesellschaft" oder "Speedster") ist eine deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die nach den Vorschriften des GmbH-Gesetzes in Deutschland gegründet wurde und besteht. Der eingetragene Sitz der Gesellschaft ist in der Tölzer Str. 16, 82031 Grünwald, Deutschland. Die Speedster ist beim Amtsgericht München eingetragen (HRB 252314). Die Gesellschaft wurde am 24. Oktober 2019 gegründet. Dieser Konzernabschluss umfasst Speedster und ihre Tochtergesellschaften (zusammen als "Konzern" oder "Gruppe" bezeichnet). Die Gruppe umfasst Speedster und ihre Tochtergesellschaften, die erst mit dem Erwerb der AutoScout24 GmbH ("AutoScout24") und FFG FINANZCHECK Finanzportale GmbH ("FFG") zum 31. März 2020 ihren Geschäftsbetrieb aufgenommen hat. Die Vorjahresperiode 2020 umfasst neun Monate operatives Geschäft vom 1. April 2020 bis zum 31. Dezember 2020. Ab dem Erwerbszeitpunkt bis zum Verkaufszeitpunkt im Februar 2021 wird die FFG FINANZCHECK Finanzportale GmbH und ihre Tochtergesellschaften als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte gemäß IFRS 5 klassifiziert. Die Speedster Holdco 1 GmbH, Grünwald (vormals München), ist alleinige Gesellschafterin der Speedster Holdco 2 GmbH. Die Speedster Holdco 1 GmbH erstellt den Konzernabschluss für die größte Gruppe von Unternehmen. Der Konzernabschluss der Speedster Holdco 1 GmbH sowie der Konzernabschluss der Speedster Holdco 2 GmbH werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. Geschäftstätigkeit Der Konzern betreibt einen Online-Kfz-Marktplatz in verschiedenen Ländern der Europäischen Union mit Tochterunternehmen in Italien, den Niederlanden, Österreich, Belgien, Frankreich und Deutschland. Über assoziierte Unternehmen ist der Konzern auch in Spanien und Norwegen vertreten. Der Konzern bietet Dienstleistungen fürverschiedene Kunden auf dem Kfz-Einzelhandelsmarkt an. Zum einen haben Händler die Möglichkeit, ihre Anzeigen auf der Plattform zu platzieren und ihre Sichtbarkeit durch verschiedene Tools und Optionen zur Priorisierung von Anzeigen zu erhöhen (Kundenumsätze). Weiterhin bietet der Konzern Dienstleistungen für Verbraucher, die ein Auto kaufen möchten und die für den Entscheidungsprozess Hilfestellung erhalten (Verbraucherumsätze). Im Rahmen des neuen Geschäftsmodells "Smyle" können Verbraucher Gebrauchtwagen von Autohändlern über die Plattform sowie weitere Dienstleistungen erwerben. Umsätze werden auch durch Anfragen ("Leads") über die LeasingMarkt Plattform generiert. Des Weiteren bietet die Gruppe gezielte Werbung sowie Verbrauchererkenntnisse für die OEM auf den Automobilmärkten in ganz Europa, Finanzanbieter und andere Dritte. 2. GRUNDLAGEN DER ABSCHLUSSERSTELLUNG International Financial Reporting Standards Der Konzernabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 wurde im Einklang mit den von der Europäischen Union zum 31. Dezember 2021 angenommenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und den ergänzend nach § 315e Absatz 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Einzelheiten zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns sind in Erläuterungen 4. GRUNDSÄTZE DER BILANZIERUNG UND BEWERTUNG enthalten. Die Geschäftsführung hat zum Zeitpunkt der Genehmigung des Abschlusses die gerechtfertigte Erwartung, dass der Konzern über ausreichende Ressourcen verfügt, um in absehbarer Zukunft operativ weiter bestehen zu können. Daher wurde der Konzernabschluss unter Zugrundelegung der Fortführungsannahme aufgestellt. Berichtszeitraum und Vergleichbarkeit Das Geschäftsjahr des Konzerns ist das Kalenderjahr. Das Vorjahr 2020 umfasst die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns ab dem 1. April 2020, dem Erwerbszeitpunkt der AutoScout24 und FFG. Darüber hinaus wurde die LeasingMarkt GmbH zum 31. Juli 2020 erstkonsolidiert und hat daher im vorherigen Geschäftsjahr nur fünf Monate zum Ergebnis beigetragen. Funktionale Währung und Berichtswährung Sofern nichts anderes angegeben ist, ist dieser Konzernabschluss in Euro (€) aufgestellt, der zugleich die funktionale Währung des Konzerns darstellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, wurden alle Beträge auf "Tausend" gerundet. Aufgrund der Rundung kann es zu Rundungsdifferenzen kommen. Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt. Davon ausgenommen sind bestimmte Immobilien und Finanzinstrumente, die zum Neubewertungsbetrag oder zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt wurden. Eine entsprechende Erläuterung erfolgt im Rahmen der jeweiligen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten basieren im Allgemeinen auf dem beizulegenden Zeitwert der im Austausch für den Vermögenswert entrichteten Gegenleistung. Klassifizierung der Vermögenswerte und Schulden als kurz- oder langfristig Vermögenswerte und Schulden werden in der Konzernbilanz eingestuft als kurz- oder langfristig. Hierzu gelten die folgenden Voraussetzungen. Vermögenswerte werden in der Konzernbilanz als kurzfristig eingestuft, wenn es erwartet wird, dass sie während des normalen Geschäftszyklus der Gesellschaften im Konzern verkauft, verbraucht oder realisiert werden oder wenn sie innerhalb eines Jahres nach dem Berichtszeitraum fällig werden. Alle sonstigen Vermögenswerte werden als langfristig eingestuft. Schulden gelten als kurzfristig, wenn mit deren Begleichung im normalen Geschäftszyklus oder innerhalb eines Jahres nach dem Berichtszeitraum zu rechnen ist. Alle anderen Schulden werden als langfristig eingestuft. Latente Steueransprüche und -schulden werden gemäß IAS 1 als langfristig eingestuft. Saldierte Darstellung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Erträge und Aufwendungen dürfen nicht verrechnet werden, es sei denn, dies ist erforderlich oder zulässig gemäß einem IFRS-Standard. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden im Abschluss nicht saldiert, es sei denn, der Konzern hat sowohl ein rechtlich durchsetzbares Recht als auch eine Absicht zur Aufrechnung. 3. ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN UND SCHÄTZUNSICHERHEITEN Für die Erstellung des Konzernabschlusses hat die Geschäftsführung hinsichtlich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns und der ausgewiesenen Beträge der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen Beurteilungen und Schätzungen vorgenommen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und zugrunde liegende Annahmen werden fortlaufend überprüft. Änderungen der Schätzungen werden prospektiv berücksichtigt. Ermessensentscheidungen Angaben über Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die den größten Einfluss auf die erfassten Beträge im Konzernabschluss haben, sind in den folgenden Erläuterungen enthalten:
Annahmen und Schätzungsunsicherheiten Informationen zu Annahmen und Schätzungsunsicherheiten, die ein erhebliches Risiko bergen, dass sie zu wesentlichen Anpassungen der Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten im nächsten Geschäftsjahr führen können, sind in den folgenden Erläuterungen enthalten:
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert Für einige der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns ist die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts erforderlich, sowohl für finanzielle als auch für nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Für die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit verwendet der Konzern so weit wie möglich beobachtbare Marktdaten. Die beizulegenden Zeitwerte sind in einer Fair-Value-Hierarchie in verschiedene Stufen auf Basis der für die Bewertungsmethoden verwendeten Inputfaktoren kategorisiert:
Fallen die Inputfaktoren für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit in verschiedene Kategorien der Fair-Value- Hierarchie, wird die Bemessung in ihrer Gesamtheit in dieselbe Stufe der Fair-Value-Hierarchie eingeordnet wie der Inputparameter der niedrigsten Stufe, die für die gesamte Bewertung wesentlich ist. Weitere Informationen zu den Annahmen bei der Bewertung des beizulegenden Zeitwerts sind in den folgenden Erläuterungen enthalten:
4. GRUNDSÄTZE DER BILANZIERUNG UND BEWERTUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS Unternehmenszusammenschlüsse Der Konzern bilanziert Unternehmenszusammenschlüsse mithilfe der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse", wenn die Kontrolle auf den Konzern bzw. den Erwerber übergeht. Die bei dem Erwerb übertragene Gegenleistung wird in der Regel zum beizulegenden Zeitwert bemessen, ebenso wie die identifizierbaren erworbenen Nettovermögenswerte. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird anhand der "Full-Goodwill- Methode" berechnet. Jeder Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Transaktionskosten werden dann erfasst, wenn sie anfallen, es sei denn, sie hängen mit der Ausgabe von Schuldtiteln oder Eigenkapitaltiteln zusammen. Die übertragene Gegenleistung umfasst keine Beträge für die Begleichung vorher bestehender Beziehungen. Solche Beträge werden in der Regel ergebniswirksam erfasst. Tochtergesellschaften Tochtergesellschaften sind vom Konzern beherrschte Tochtergesellschaften. Der Konzern "beherrscht" eine Gesellschaft, wenn er Verfügungsgewalt über die Gesellschaft hat, schwankenden Renditen aus seinem Engagement in der Tochtergesellschaft ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über die Tochtergesellschaft zu beeinflussen. Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften sind ab dem Zeitpunkt im Konzernabschluss enthalten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Nicht beherrschende Anteile Nicht beherrschende Anteile (Non-controlling interests oder kurz "NCI") werden bei der Erstbewertung mit dem proportionalen Anteil an den identifizierbaren Nettovermögenswerten des Beteiligungsunternehmens zum Zeitpunkt des Erwerbs bewertet. Änderungen der Beteiligung des Konzerns an einer Tochtergesellschaft, die nicht zu einem Beherrschungsverlust führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen berücksichtigt. Der Konzern hat sich entschieden, die antizipierte Erwerbsmethode in solchen Situationen anzuwenden, wenn Put-/Call-Optionen im Vertrag enthalten sind und die entsprechenden Bedingungen erfüllt sind. Die wesentliche Bedingung betrifft die symmetrische Ausgestaltung der Optionen auf deren Basis eine Ausübung der Optionen als hinreichend sicher ("highly likely") eingeschätzt wird. Beteiligungen an at-Equity bilanzierten Unternehmen Beteiligungen an Joint Ventures und assoziierten Unternehmen werden nach der Equity- Methode bilanziert. Sie werden im Rahmen der Zugangsbewertung mit den Anschaffungskosten, einschließlich direkt zurechenbarer Anschaffungsnebenkosten, bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung erhöht oder verringert sich der Ansatz des Equity- Buchwertes entsprechend der anteiligen Eigenkapitalveränderung des Beteiligungsunternehmens. Mit der Konsolidierung eliminierte Geschäftsvorfälle Es werden konzerninterne Salden und Geschäftsvorfälle sowie nicht realisierte Erträge und Aufwendungen aus konzerninternen Geschäftsvorfällen eliminiert. Unrealisierte Zwischenergebnisse aus Transaktionen mit at-Equity bilanzierten Unternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung anteilig eliminiert, soweit die zugrundeliegenden Sachverhalte wesentlich sind. WÄHRUNGSUMRECHNUNG Fremdwährungstransaktionen Fremdwährungsgeschäfte werden mit den Wechselkursen im Zeitpunkt der Transaktion in die jeweilige funktionale Währung des Konzerns umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die in Fremdwährung angegeben sind, werden zu dem am Bilanzstichtag bestehenden Wechselkurs in die funktionale Währung umgerechnet. Nichtmonetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, welche zu ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, sind zu dem Kurs umzurechnen, der am Tag der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts gültig war. Nichtmonetäre Posten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten in einer Fremdwährung bewertet sind, werden mit dem Wechselkurs umgerechnet, der im Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle bestand. Fremdwährungsdifferenzen werden in der Regel ergebniswirksam in den sonstigen Erträgen und Aufwendungen erfasst, wenn sie aus operativen Posten resultieren (siehe Erläuterungen 9.2 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE und 9.7 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN). Die wichtigsten Wechselkurse, die im Konzernabschluss angewandt wurden, sind folgende:
GRUNDSÄTZE DER ERLÖSREALISATION Der Konzern generiert seine Umsätze aus der Erbringung von Dienstleistungen, insbesondere aus dem Angebot von Online-Listings, Lead-Generierung und Zurverfügungstellung von Werbeflächen. Umsätze aus Online-Listings betreffen hauptsächlich Leistungsverpflichtungen, die über einen Zeitraum erfüllt werden und linear anhand der ergebnisbasierten Methode erfasst werden. Dies ist darin begründet, dass die Kunden die Leistungen zur selben Zeit erhalten und konsumieren. Je nach Ausgestaltung der Werbeverträge werden Umsatzerlöse aus dem Schalten von Online-Anzeigen ganz überwiegend zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Anzeigen platziert bzw. sichtbar sind. Bei Vorauszahlungen auf künftige, noch zu erbringende Leistungsverpflichtungen werden die vereinbarten Entgelte abzgl. Boni und Rabatte zunächst als Vertragsverbindlichkeiten und bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung als Umsatz erfasst. Der Konzern bietet Leistungen auch im Paket an (beispielsweise Online-Rubrikenmarkt, kombiniert mit anderen Komponenten wie Platzierung des Unternehmenslogos und Bereitstellung von Marktinformationen). Dies betrifft jedoch ausschließlich Leistungen, die für denselben Zeitraum berechnet werden (in der Regel monatlich). Dies bedeutet, dass sich selbst bei Vorliegen von separierbaren Leistungsverpflichtungen aus der Allokation der Gegenleistung nach Einzelveräußerungspreisen keine Auswirkung auf Höhe und Zeitpunkt der Umsatzrealisation ergibt. Provisionen aus der Herstellung und Zuweisung von Geschäftskontakten (Lead-Generierung) werden entsprechend der vermittelten Transaktion erfasst. Abhängig von der Art des Werbevertrags wird der Umsatz für Werbeflächen in der Periode erfasst, in der die Werbung platziert oder gezeigt wird. In den Fällen, in denen die Rechnungsstellung im Voraus erfolgt, wird der Umsatz, einschließlich der Rabatte, bei der erstmaligen Erfassung als Vertragsverbindlichkeit verbucht. Dieser wird in der Folge während der Erfüllung der Leistungsverpflichtung ergebniswirksam aufgelöst. Umsätze aus dem Verkauf von Gebrauchtwagen auf der Plattform "Smyle" werden zu dem Zeitpunkt erfasst, an dem die Kontrolle über die Produkte übergegangen ist, d.h. wenn die Produkte an die Kunden geliefert werden. Beim Verkauf von Gebrauchtwagen fungiert der Konzern als Agent und erfasst daher Umsatzerlöse in Höhe des Nettobetrags der Gegenleistung, die er für seine Dienstleistungen erhält. Wird während der Transaktion ein Auto zurückgegeben oder die Transaktion abgebrochen, nimmt der Konzern das Auto auf Lager und bietet es über seine Kanäle zum Verkauf an. In diesem Fall fungiert die Gruppe als Auftraggeber. Im Zusammenhang mit dem Verkauf erzielte Provisionen werden der jeweiligen Partei in der Regel monatlich in Rechnung gestellt und zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst. LeasingMarkt generiert in erster Linie Umsätze für vollständig abgeschlossene Anfragen für Kfz-Leasings oder -Abos, unabhängig davon, ob die Verträge tatsächlich abgeschlossen wurden. Die Umsätze werden zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst. Der Transaktionspreis ist die erwartete Gegenleistung des Kunden für die Erbringung der Dienstleistungen. Dieser kann sowohl feste als auch variable Komponenten enthalten. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises sind volumenbasierte Rabatte und Boni zum erwarteten Wert enthalten. Dies führt regelmäßig zu einer Anpassung der Transaktionspreise auf Basis der geschätzten jährlichen Volumina der Rabatte und Bonuszahlungen. Es wird als hochwahrscheinlich angesehen, dass es zu keiner wesentlichen Anpassung des erfassten kumulierten Umsatzes kommen wird. LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER Kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer Kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer werden erfasst, wenn die damit verbundene Leistung erbracht wird. Eine Verbindlichkeit wird für den Betrag angesetzt, der voraussichtlich zu zahlen ist, wenn der Konzern eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, diesen Betrag aufgrund einer vom Arbeitnehmer erbrachten Arbeitsleistung zu zahlen und die Verpflichtung verlässlich geschätzt werden kann. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen Der Konzern verfügt sowohl über leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Pensionspläne. Ein beitragsorientierter Plan ist ein Pensionsplan, unter dem der Konzern fixe Beiträge an ein Unternehmen entrichtet, das nicht zum Konzern gehört (Fonds). Der Konzern hat keine rechtliche oder faktische Verpflichtung zusätzliche Beiträge zu leisten, wenn der Fonds nicht über ausreichend Vermögenswerte verfügt, um die Pensionsansprüche aller Mitarbeiter aus dem aktuellen und den vorherigen Geschäftsjahren zu begleichen. Bei leistungsorientierten Plänen wird in der Regel ein Betrag an Pensionsleistungen festgelegt, den ein Mitarbeiter bei Renteneintritt erhalten wird. Dies ist in der Regel abhängig von einem oder mehreren Faktoren wie Alter, Dienstzeit im Unternehmen und Gehalt. Die Berechnung wird jährlich von einem unabhängigen Versicherungsmathematiker auf der Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens durchgeführt. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird durch Abzinsung der geschätzten künftigen Mittelabflüsse unter Verwendung der Zinssätze hochwertiger Unternehmensanleihen ermittelt, die auf die Währung lauten, in der die Leistungen gezahlt werden, und deren Laufzeiten annähernd den Bedingungen der entsprechenden Verpflichtung entsprechen. Zu den detaillierten Eingabeparametern verweisen wir auf 10.12 PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN. ERTRAGSTEUERN Seit November 2019 ist die Speedster Holdco 2 GmbH Organträger der ertragsteuerlichen Organschaft mit den folgenden Organgesellschaften:
Mit Wirkung zum 1. April 2020 trat die AutoScout24 GmbH, Grünwald (vormals München), Deutschland, in die Organschaft ein. Als Organträger der ertragsteuerlichen Organschaft ist Speedster für die Ertragsteuern der gesamten steuerlichen Organschaft verantwortlich. Latente Steuern werden im Konzernabschluss des Organträgers erfasst. Es wurden keine Steuerumlagen an die Tochtergesellschaften der steuerlichen Organschaft vorgenommen. Ertragsteueraufwand wird ergebniswirksam erfasst, es sei denn, dieser bezieht sich auf Unternehmenszusammenschlüsse oder auf Posten, die direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Tatsächliche Steuern Tatsächliche Steuern umfassen die erwartete Steuerschuld oder -forderung auf den zu versteuernden Gewinn oder Verlust des Jahres. Der Betrag der tatsächlichen Steuerverbindlichkeiten oder -forderungen ist die bestmögliche Schätzung des erwarteten Betrags, der entrichtet oder vereinnahmt wird und der gegebenenfalls Unsicherheiten hinsichtlich Ertragsteuern berücksichtigt. Sie sind basierend auf Steuersätzen zu bewerten, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden. Tatsächliche Steuern umfassen ebenfalls Steuern auf Dividenden. Tatsächliche Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden nur nach bestimmten Kriterien saldiert. Latente Steuern Latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für die Finanzberichterstattung und den für steuerliche Zwecke verwendeten Beträgen erfasst. Latente Steuern werden nicht erfasst für:
Latente Steueransprüche werden erfasst für ungenutzte steuerliche Verlustvorträge, ungenutzte Zinsaufwendungen, ungenutzte Steuergutschriften und abzugsfähige temporäre Differenzen, sofern es wahrscheinlich erscheint, dass zukünftig zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, gegen das sie verwendet werden können. Zukünftige zu versteuernde Gewinne werden auf der Basis der Umkehrung der relevanten zu versteuernden temporären Differenzen bestimmt. Reicht der Betrag von zu versteuernden temporären Differenzen nicht aus, um einen latenten Steueranspruch vollständig zu erfassen, dann werden auf Basis der Geschäftspläne für einzelne Tochtergesellschaften des Konzerns zukünftige zu versteuernde Gewinne, die durch Umkehrungen bestehender temporärer Differenzen angepasst wurden, berücksichtigt. Latente Steueransprüche werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass der damit verbundene steuerliche Nutzen realisiert werden kann; solche reduzierten Beträge werden umgekehrt, wenn sich die Wahrscheinlichkeit zukünftiger zu versteuernde Gewinne erhöht. Nicht erfasste latente Steueransprüche werden zu jedem Bilanzstichtag neu beurteilt und werden erfasst, sofern es wahrscheinlich geworden ist, dass zukünftige zu versteuernde Gewinne verfügbar sein werden, gegen die sie genutzt werden können. Für die Bewertung der latenten Steuern werden die zum Abschlussstichtag gültigen bzw. verabschiedeten steuerlichen Vorschriften herangezogen, für die angenommen wird, dass sie im Zeitpunkt der Umkehrung oder Realisierung der Latenz gültig sind. Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung laufender Steuererstattungsansprüche gegen laufende Steuerschulden besteht, wenn sich diese auf Ertragsteuern beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden und der Konzern beabsichtigt, seine laufenden Steueransprüche und -schulden netto zu begleichen. ZINSERTRÄGE UND ZINSAUFWENDUNGEN Zinserträge und Zinsaufwendungen beziehen sich hauptsächlich auf Zinsaufwendungen für Darlehen von verbundenen Unternehmen sowie Darlehen und Kredite. Transaktionskosten wie Provisionen und an Vermittler gezahlte Gebühren, Abgaben an Aufsichtsbehörden und Wertpapierbörsen werden von dem ursprünglich erfassten Betrag abgezogen und bei der Bewertung des Effektivzinses einbezogen. Für revolvierende Kreditvereinbarungen werden die Transaktionskosten als aktive Rechnungsabgrenzung erfasst und anteilig über die Laufzeit der revolvierenden Kreditfazilitäten aufwandswirksam erfasst. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bankguthaben und Kassenbestände mit einer Laufzeit von drei Monaten oder weniger, berechnet ab dem Erwerbszeitpunkt. Sie werden zum Nennwert bewertet, der aufgrund der kurzen Laufzeit dem beizulegenden Zeitwert annähernd entspricht. GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE UND IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Geschäfts- oder Firmenwerte entstehen aus dem Erwerb von Tochterunternehmen und stellen die Differenzgröße zwischen dem Kaufpreis und den beizulegenden Zeitwerten der übernommenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten dar. Jeder Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Aufwendungen für Forschungsaktivitäten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Aufwendungen für die Entwicklung werden nur dann aktiviert, wenn der Aufwand verlässlich bewertet werden kann, das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist und der Konzern die Absicht hat und über genügend Ressourcen verfügt, um die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Andernfalls werden sie im Gewinn oder Verlust erfasst, wenn sie anfallen. Nach der erstmaligen Erfassung werden Entwicklungsaufwendungen zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Fremdkapitalkosten für immaterielle Vermögenswerte, die sich in der Entwicklung befinden, werden nicht aktiviert, da die Fremdkapitalkosten des Konzerns nicht direkt der Entwicklung immaterieller Vermögenswerte zugerechnet werden können. Sonstige immaterielle Vermögenswerte, einschließlich vom Konzern erworbene Marken, Kunden- und Händlerbeziehungen, Technologie, Domains und Software sowie Auftragsbestand, werden zu Anschaffungskosten aktiviert und linear abgeschrieben, wenn sie eine begrenzte Nutzungsdauer haben. Sie werden nachfolgend zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Für Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer wird nur dann ein Werthaltigkeitstest durchgeführt, wenn es Hinweise auf eine mögliche Wertminderung gibt. Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, sowie Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, werden jährlich auf Werthaltigkeit überprüft. Die voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauern lauten wie folgt:
Der Konzern unterscheidet zwei Kategorien von Marken: (1) Marken mit unbegrenzter Nutzungsdauer, die nicht abgeschrieben werden, und (2) Marken mit begrenzter Nutzungsdauer, die abgeschrieben werden. Der Konzern bestimmt die Nutzungsdauer der Marken anhand spezifischer Faktoren und Umstände. Für die Bestimmung der Nutzungsdauer berücksichtigt der Konzern den dem Vermögenswert zugrunde liegenden Vertrag, die historische Entwicklung des Vermögenswerts, die langfristige Unternehmensstrategie für den Vermögenswert, alle gesetzlichen oder sonstigen lokalen Vorschriften, die sich auf die Nutzungsdauer des Vermögenswerts auswirken könnten, sowie die Wettbewerbssituation und spezifische Marktbedingungen. Der Kundenstamm umfasst bestehende Kundenbeziehungen, die erworben wurden, insbesondere gewerbliche Kunden wie Autohändler. Diese Kundenbeziehungen haben eine geschätzte Nutzungsdauer von 4 bis 9 Jahren. Technologie bezieht sich hauptsächlich auf die erworbene Technologieinfrastruktur des AutoScout24-Geschäfts. Die wichtigsten Komponenten sind:
Der Geschäfts- oder Firmenwert wird vom Management überwacht und entfällt auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Ebene der operativen Gesellschaften AutoScout24 und LeasingMarkt. Für den Geschäfts- oder Firmenwert wird eine jährliche Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt. WERTMINDERUNG NICHTFINANZIELLER VERMÖGENSWERTE Jeweils zum Bilanzstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte seiner nicht finanziellen Vermögenswerte, um festzustellen, ob es Hinweise auf eine Wertminderung gibt. Für die Beurteilung, ob es Hinweise gibt, dass ein Vermögenswert einer Wertminderung unterliegt, werden interne und externe Informationen betrachtet. Falls ein solcher Hinweis besteht, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts geschätzt. Der Geschäfts- oder Firmenwert und immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, werden jährlich auf Werthaltigkeit überprüft. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte in die kleinste Gruppe von Vermögenswerten eingruppiert, die Mittelzuflüsse aus der kontinuierlichen Nutzung erzeugt, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder zahlungsmittelgenerierender Einheiten sind ("ZGE"). Für Zwecke des Werthaltigkeitstests werden die Geschäfts- oder Firmenwerte auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit oder Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, bei denen die Synergien aus dem Erwerb voraussichtlich entstehen werden. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer ZGE ist der höhere Wert aus Nutzungswert und Nettoveräußerungspreis. Der Nutzungswert basiert auf den erwarteten zukünftigen Cashflows, die auf ihren Barwert abgezinst werden, für den ein Zinssatz nach Steuern verwendet wird, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen des Zinseffekts und die für den Vermögenswert oder die ZGE spezifischen Risiken widerspiegelt. Eine Wertminderung wird erfasst, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts oder seiner zahlungsmittelgenerierenden Einheit seinen erzielbaren Betrag überschreitet. Wertminderungen werden als Aufwand erfasst. Eine spätere Zuschreibung infolge des Wegfalls der Gründe für einen in vergangenen Geschäftsjahren oder Zwischenberichtsperioden erfassten Wertminderungsaufwand des Geschäfts- oder Firmenwerts ist nicht zulässig. Eine Wertminderung für andere Vermögenswerte wird nur dann aufgeholt, wenn der Grund für die Wertminderung nicht mehr zutrifft, wobei der aufgeholte Betrag auf den entsprechenden Buchwert begrenzt ist, der erfasst worden wäre, wenn in den Vorjahren keine Wertminderung erfasst worden wäre. Wesentliche Marken haben eine unbegrenzte Nutzungsdauer, da angenommen wird, dass sie über einen unbegrenzten Zeitraum Mittelzuflüsse generieren werden. Aus diesem Grund werden solche Marken erst dann abgeschrieben, wenn festgestellt wird, dass ihre Nutzungsdauer begrenzt ist. Marken werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen und zusätzlich, wenn es Anzeichen für eine potenzielle Wertminderung gibt. Darüber hinaus werden die Buchwerte der Marken AutoScout24 den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten von AutoScout24 zugeordnet, und die Marke LeasingMarkt.de wird der zahlungsmittelgenerierenden Einheit von LeasingMarkt zugeordnet. Marken werden zusammen mit dem Geschäfts- oder Firmenwert auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Die Marke AutoScout24 hat eine unterstellte unbegrenzte Nutzungsdauer, während alle übrigen Marken eine begrenzte Nutzungsdauer haben. SACHANLAGEVERMÖGEN Das Sachanlagevermögen wird zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und gegebenenfalls Wertminderungen, bewertet. Die Anschaffungskosten umfassen Aufwendungen, die dem Erwerb direkt zurechenbar sind. Kosten für den Abbau oder der Entsorgung von langfristigen Vermögenswerten am Ende ihrer Nutzungsdauer sind ebenfalls in den Anschaffungs- und Herstellungskosten enthalten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, der Konstruktion oder Produktion eines qualifizierten Vermögenswerts zugerechnet werden können (erforderlicher Zeitrahmen: mehr als ein Jahr), sind in den Anschaffungs- oder Herstellungskosten enthalten. Wenn wesentliche Teile einer Sachanlage unterschiedliche Nutzungsdauern haben, werden diese als separate Posten (große Komponenten) von Sachanlagen bilanziert. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden ergebniswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst. Sachanlagen werden unter Anwendung der linearen Abschreibungsmethode über die voraussichtliche Nutzungsdauer der Vermögenswerte abgeschrieben. Diese liegt für Mietereinbauten zwischen 3 und 13 Jahren und für sonstige Ausrüstung, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen ein und acht Jahren. Gibt es Anzeichen für eine mögliche Wertminderung, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Für die Beurteilung, ob es Hinweise gibt, dass ein Vermögenswert einer Wertminderung unterliegt, werden interne und externe Informationen betrachtet. LEASING Der Konzern erfasst mit dem Beginn eines Leasingverhältnisses ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht umfasst den Betrag der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit zuzüglich bei oder vor Bereitstellung geleisteter Leasingzahlungen zuzüglich anfänglicher direkter Kosten und etwaiger Rückbauverpflichtungen sowie abzüglich erhaltener Leasinganreize. Das Nutzungsrecht wird nachfolgend im Rahmen der linearen Abschreibungsmethode ab dem Zeitpunkt des Beginns bis zum Ende der Leasinglaufzeit abgeschrieben. Darüber hinaus wird das Nutzungsrecht gegebenenfalls regelmäßig um mögliche Wertminderungen verringert und bei bestimmten Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst. Mietzahlungen für einige der Immobilien können basierend auf Änderungen lokaler Preisindizes nach einer bestimmten Zeit angepasst werden. In anderen Fällen können Mietzahlungen nach einem bestimmten Zeitraum (z. B. jedes Jahr) um einen festen Betrag steigen. Mögliche Mietanpassungen aufgrund von Änderungen lokaler Indizes werden nicht in die Berechnung der jeweiligen Leasingverbindlichkeiten einbezogen. Die Leasingverbindlichkeit wird bei ihrem erstmaligen Ansatz zum Barwert der zu Beginn des Leasingverhältnisses noch nicht geleisteten Leasingzahlungen bewertet, abgezinst mit dem Zinssatz, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt, oder, falls dieser Zinssatz nicht verlässlich bestimmt werden kann, mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns. In der Regel verwendet der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz als Abzinsungssatz. Die Berechnung des Zinssatzes basiert auf der Renditekurve für die Credit Default Swaps (CDS, Kreditausfall- Swaps) für das individuelle Rating des Konzerns von Standard and Poor's (S&P). Die Kurve wird ergänzt mit Interbankensätzen und Währungs-Swaps-Renditekurven, um die unterschiedlichen Laufzeiten zu reflektieren. Folgende Leasingzahlungen sind in der Bewertung der Leasingverbindlichkeit enthalten:
Wird die Leasingverbindlichkeit auf diese Art bewertet, wird der Buchwert des Nutzungsrechts entsprechend geändert oder die entsprechende Anpassung wird ergebniswirksam erfasst, wenn der Buchwert des Nutzungsrechts auf Null reduziert wurde. Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse von geringem Wert Der Konzern hat sich dafür entschieden, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für kurzfristige Leasingverhältnisse und solche mit geringem Wert anzusetzen. Ein Leasingverhältnis wird als geringwertiger Vermögenswert definiert, wenn der Einzelwert des Vermögenswertes 5.000 € nicht übersteigt. Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von 12 Monaten oder weniger und die keine Kaufoption für das zugrunde liegenden Vermögenswerts enthalten, werden als kurzfristige Leasingverhältnisse betrachtet. RÜCKSTELLUNGEN Rückstellungen sind Schulden, die nach ihrer Höhe oder Fälligkeit ungewiss sind. Sie werden gebildet, um eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen aus der Vergangenheit, die wahrscheinlich zu einem Abfluss von Zahlungsmitteln führen, zu berücksichtigen. Darüber hinaus muss es möglich sein, die Höhe der Verpflichtung verlässlich zu schätzen. Rückstellungen basieren auf dem wahrscheinlichen Erfüllungsbetrag und berücksichtigen zukünftige Kostensteigerungen. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Auflösungen von Rückstellungen werden als Ertrag in dem Aufwandsposten erfasst, in denen der ursprüngliche Aufwand für die Rückstellung erfasst wurde. Die Bestimmung sonstiger Rückstellungen, insbesondere Rückstellungen für Personalkosten, für rechtliche Risiken und Umstrukturierung, unterliegt in der Regel erheblichen Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich der Höhe und der Fälligkeit. In einigen Fällen muss die Gesellschaft auf Basis von Erfahrungswerten Annahmen über Eintrittswahrscheinlichkeiten oder zukünftiger Entwicklungen, wie z. B. die für die Verpflichtung anzusetzenden Kosten, treffen. Insbesondere die Bewertung von langfristigen Rückstellungen ist in hohem Maße von der Auswahl und Entwicklung der marktorientierten Abzinsungssätze abhängig. Der Konzern verwendet unterschiedliche Zinssätze für unterschiedliche Laufzeiten. Auswirkungen des Zinseffekts werden als Finanzaufwand erfasst. FINANZINSTRUMENTE Finanzinstrumente umfassen vertraglich vereinbarte Rechte und Pflichten, die zu einem Zufluss oder Abfluss von finanziellen Vermögenswerten oder der Emission von Eigenkapitalinstrumenten führen. Sie werden im Allgemeinen im Falle von finanziellen Verbindlichkeiten und finanziellen Vermögenswerten anfänglich zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich oder abzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten bewertet. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungs-komponenten werden gemäß den Bestimmungen von IFRS 15 zum Transaktionspreis bewertet. Die nachfolgende Bewertung basiert auf der Klassifizierung von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 9 "Finanzinstrumente". Nicht-derivative Finanzinstrumente Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte werden erstmalig zum Handelstag angesetzt. Sie werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Erhalt von Zahlungen auslaufen oder übertragen werden und der Konzern im Wesentlichen alle Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Eigentum übertragen hat. Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die Verpflichtung beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen ist. Im Konzern werden nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Möglichkeit zur Klassifizierung als ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair-Value-Option) wird weder für finanzielle Vermögenswerte noch für finanzielle Verbindlichkeiten genutzt. Die Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" umfasst hauptsächlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte, sofern die folgenden Kriterien erfüllt werden:
Diese finanziellen Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und unterliegen den Wertminderungsregeln für erwartete Kreditausfälle. In der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" sind Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen enthalten. Die finanziellen Verbindlichkeiten der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" setzen sich hauptsächlich aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Darlehen und Kredite, Darlehen von verbundenen Unternehmen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten zusammen. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt. Transaktionskosten wie Provisionen und an Vermittler gezahlte Gebühren, Abgaben an Aufsichtsbehörden und Wertpapierbörsen werden von dem ursprünglich erfassten Betrag abgezogen. Die finanziellen Verbindlichkeiten in der Kategorie "ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" umfassen Verbindlichkeiten aus dem Erwerb der LeasingMarkt und der AutoScout24 Subscription GmbH. Verbindlichkeiten für Rabatte und Bonusvereinbarungen im Anwendungsbereich von IFRS 15, die unter den "sonstigen finanzielle Verbindlichkeiten" erfasst sind, sind keiner Kategorie zugeordnet. Für finanzielle Vermögenswerte, die den Wertminderungsregeln aus IFRS 9 unterliegen, werden Wertberichtigungen für erwartete Kreditausfälle erfasst. Auf Konzernebene umfassen diese Darlehen und sonstige finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden und dem allgemeinen Wertminderungsansatz unterliegen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (mit und ohne Finanzierungskomponenten) wird ein vereinfachter Ansatz unter Anwendung einer Wertminderungs-Matrix angewendet (siehe Erläuterungen 10.7 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN). Finanzielle Vermögenswerte, die erheblich überfällig sind oder bei denen gegen den Schuldner Insolvenz- oder ähnliche Verfahren eingeleitet wurden, werden einzeln auf Werthaltigkeit getestet. Grundsätzlich unterliegen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ebenfalls den Wertminderungsbestimmungen von IFRS 9. Da diese jedoch eine tägliche Fälligkeit haben, sind Wertminderungsverluste in der Regel unwesentlich. Weitere Angaben finden Sie unter den Erläuterungen 10.7 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN sowie 11.2 ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN. ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG Ausgewählte Mitarbeiter des Konzerns erhalten als Teil ihrer Vergütung eine Barvergütung auf Basis von Eigenkapitalinstrumenten bzw. Eigenkapitalinstrumente, also aktienbasierte Vergütungen im Sinne des IFRS 2. Diese Pläne werden gemäß IFRS 2 als anteilsbasierte Vergütungstransaktionen bilanziert. Es gibt sowohl Vereinbarungen, die als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich ("cash-settled") zu klassifizieren sind, als auch Vereinbarungen, die als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente ("equity-settled") zu klassifizieren sind. Aufgrund der Vorgaben zur Bilanzierung anteilsbasierter Vergütungstransaktionen in Konzernstrukturen (vgl. IFRS 2.43A ff.) kann die Bilanzierung auf Einzelunternehmensebene von der Konzernbilanzierung abweichen. Dabei ist zwischen anteilsbasierten Vergütungstransaktionen mit Barausgleich (bei denen die Abwicklung in Form von Bargeld erfolgt) und anteilsbasierten Vergütungstransaktionen mit Eigenkapitalausgleich (bei denen die Abwicklung in Form von Eigenkapitalinstrumenten erfolgt) zu unterscheiden. Darüber hinaus kann es auch anteilsbasierte Vergütungstransaktionen geben, bei denen die Wahl der Abwicklungsform dem Unternehmen oder dem Begünstigten überlassen bleibt. Abhängig von den Umständen muss unter Berücksichtigung der Anforderungen von IFRS 2 entweder ein Ansatz mit Barausgleich oder ein Ansatz mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente verwendet werden. Aufwendungen, die sich aus der Gewährung von Vereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente und mit Barausgleich ergeben, werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechende Leistung erbracht wird (der Erdienungszeitraum). Dieser Zeitraum endet mit dem Datum, an dem alle Unverfallbarkeitsbedingungen (Dienst- und Leistungsbedingungen) erfüllt sind, d.h. mit dem Datum, an dem der Mitarbeiter unwiderruflich Anspruch auf die Prämie erlangt. Der kumulierte Aufwand, der an jedem Bilanzstichtag bis zum Erdienungsdatum erfasst wird, spiegelt den Teil des Erdienungszeitraums wider, der abgelaufen ist, und die beste Schätzung des Konzerns hinsichtlich der Anzahl der Ansprüche, die letztendlich unverfallbar werden. Da der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeitern erbrachten Leistungen nicht verlässlich bestimmt werden kann, wird für die Bewertung auf den beizulegenden Zeitwert der gewährten Instrumente zurückgegriffen. Anteilsbasierte Vergütungstransaktionen mit Barausgleich werden als Rückstellung erfasst. Diese Rückstellungen werden in Höhe des beizulegenden Zeitwerts zum Bilanzstichtag für bereits erhaltene Leistungen bewertet. Bei anteilsbasierten Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden die gewährten Ansprüche einmalig zum Gewährungszeitpunkt bewertet. Der beizulegende Zeitwert des Plans wird nicht neu bewertet. Lediglich die geschätzte Anzahl der Vesting Units wird zu jedem Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der tatsächlichen Informationen neu berechnet. Diese Ansprüche werden in der Bilanz unter den Gewinnrücklagen im Eigenkapital erfasst. Die von den Mitarbeitern als Gegenleistung für die anteilsbasierte Vergütung erbrachten Leistungen werden erfolgswirksam als Aufwand erfasst (Personalaufwand). Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der jeweiligen Ansprüche werden allgemein anerkannte versicherungsmathematische Modelle verwendet. Die Bewertung basiert auf den geschätzten zukünftigen Cashflows und der geschätzten zukünftigen Entwicklung der relevanten Finanzkennzahlen. Die Ergebnisse werden unter Verwendung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die aktuellen Markteinschätzungen des Zeitwerts des Geldes und der für den zugrunde liegenden Vermögenswert spezifischen Risiken widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Mitarbeiter der AutoScout24 GmbH und der FFG FINANZCHECK Finanzportale GmbH, zwei Tochtergesellschaften der Speedster Bidco, haben an einem aktienbasierten Plan (dem LTIP 2018) teilgenommen, der in der Vergangenheit von der Scout24 SE, der ehemaligen Gesellschafterin der AutoScout24 GmbH sowie der FFG FINANZCHECK Finanzportale GmbH, gewährt wurde. Dieser Plan wird als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" bilanziert. Da die FFG-Gruppe seit dem Erwerb als Veräußerungsgruppe dargestellt wird, erfolgt die Bewertung nach den Vorschriften von IFRS 5, Definition von aufgegebenen Geschäftsbereichen, und ist Teil der Veräußerungsgruppe. Da die AutoScout24 GmbH die Leistungen erhält, während die Scout24 SE die anteilsbasierte Vergütung abwickelt, wird der Plan gemäß den Vorschriften als Plan mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente für anteilsbasierte Vergütungstransaktionen zwischen Konzernunternehmen bilanziert. Dementsprechend wird der beizulegende Zeitwert des Plans einmalig zum Gewährungsdatum berechnet. Die erbrachte Leistung von Mitarbeitern als Gegenleistung für die dabei gewährten aktienbasierten Vergütungen ist erfolgswirksam zu erfassen. Da der beizulegende Zeitwert der von Mitarbeitern erbrachten Leistung nicht verlässlich bestimmt werden kann, wird für Bewertungszwecke auf den beizulegenden Zeitwert der Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung abgestellt. Der beizulegende Zeitwert des Plans wird nicht neu bewertet. Lediglich die geschätzte Anzahl der unverfallbaren Einheiten wird zu jedem Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der aktuellen Informationen neu berechnet. Im Falle einer Änderung werden die empfangenen Leistungen mindestens mit dem im Zeitpunkt der Gewährung gemessenen Wert des gewährten Eigenkapitalinstruments angesetzt. Darüber hinaus erhöhen die Auswirkungen von Modifikationen den gesamten beizulegenden Zeitwert der anteilsbasierten Vergütungsvereinbarung bzw. werden anderweitige Vorteile für den Arbeitnehmer anerkannt. Wird ein Eigenkapitalinstrument während des Erdienungszeitraums storniert, führt die Stornierung zu einer unmittelbaren Unverfallbarkeit und der Betrag, der andernfalls für die verbleibende Dienstzeit erfasst worden wäre, wird sofort aufwandswirksam erfasst. AUFGEGEBENE GESCHÄFTSBEREICHE UND ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn ihre Buchwerte eher durch einen Verkauf als durch fortlaufende Nutzung erzielt werden. Dieses Kriterium gilt nur dann als erfüllt, wenn der langfristige Vermögenswert in seinem aktuellen Zustand zur sofortigen Veräußerung verfügbar ist und dessen Verkauf höchstwahrscheinlich ist. Die Geschäftsführung muss zu einem Plan zum Verkauf des Vermögenswerts verpflichtet sein. Es muss möglich sein anzunehmen, dass ein Verkauf innerhalb eines Jahres, ab dem Zeitpunkt, an dem der Vermögenswert als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird, abgeschlossen sein wird. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehen, werden getrennt bewertet und in der Bilanz zu dem Zeitpunkt separat ausgewiesen, zu dem alle obigen Bedingungen kumulativ erfüllt sind. Langfristige Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, werden zum niedrigeren Wert aus ursprünglichem Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung bewertet. Falls sich der Konzern zu einem Verkauf verpflichtet hat, der einen Beherrschungsverlust bezüglich einer Tochtergesellschaft nach sich zieht, werden alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dieser Tochtergesellschaft (langfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie kurzfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten) als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, sofern die obigen Kriterien erfüllt wurden. Aufgegebene Geschäftsbereiche sind ein Unternehmensbestandteil, der vom Rest des Unternehmens klar abgegrenzt werden kann und der entweder veräußert wurde oder zur Veräußerung gehalten wird. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zur Veräußerung gehalten werden, stellen Veräußerungsgruppen dar, die nach denselben Grundsätzen wie für langfristige zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte zu bewerten und darzustellen sind. Umsätze und Aufwendungen der aufgegebenen Geschäftsbereiche werden separat in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt - nach den Ergebnissen der fortzuführenden Geschäftsbereiche - unter der Position "Verlust nach Steuern, aufgegebene Geschäftsbereiche". Ein Gewinn oder Verlust nach Steuern, der bei der Bewertung der Veräußerungsgruppe zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung erfasst wurde, ist unter der Position "Verlust nach Steuern, aufgegebene Geschäftsbereiche" ausgewiesen. 5. NEUE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN Eine Reihe neuer Standards und Interpretationen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen, anzuwenden; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern hat jedoch bei der Erstellung dieses Konzernabschlusses keine neuen oder geänderten Standards vorzeitig angewendet. Die folgenden geänderten Standards wurden von der Europäischen Union anerkannt, sind aber noch nicht in Kraft getreten:
Die folgenden neuen und geänderten Standards wurden vom IASB veröffentlicht, aber noch nicht von der EU übernommen und sind noch nicht in Kraft getreten:
6. UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE Unternehmenszusammenschlüsse in der Berichtsperiode Erwerb der Autoleasen.at Am 11. März 2021 hat LeasingMarkt die Vermögensgegenstände des Autoportals www.autoleasen.at im Rahmen eines Asset Deals erworben. Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte zum Erwerbszeitpunkt beinhalten relevante immaterielle Vermögenswerte für den laufenden Geschäftsbetrieb. Die Autoscout-Gruppe erwartet daher, dass die erworbenen Vermögenswerte und substanziellen Prozesse in ihrer Gesamtheit zur Erzielung von Erträgen beitragen und Autoleasen.at einen Geschäftsbetrieb im Sinne von IFRS 3 bildet. Autoleasen.at ist ein führender Marktplatz für Autoleasinganbieter in Österreich und wird die Produktpalette der Gruppe um das Leasinggeschäft in Österreich erweitern. Die im Berichtszeitraum angefallenen Anschaffungsnebenkosten in Höhe von 43 T€ wurden im Rahmen der Erwerbsbilanzierung erfasst. Sie bestehen hauptsächlich aus Rechtsberatungskosten und Kosten für die Due Diligence. In der folgenden Tabelle werden die Beträge der identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt bezüglich Autoleasen.at dargestellt:
In der folgenden Tabelle werden die für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten der Autoleasen.at gezahlte Gegenleistung sowie der im Konzernabschluss unter immaterielle Vermögenswerte erfasste Geschäfts- oder Firmenwert zusammengefasst.
Der Konzern ist verpflichtet, den veräußernden Gesellschaftern eine zusätzliche Kaufpreiszahlung auf Basis der in den Geschäftsjahren 2021 bis 2023 erzielten Umsätze zu leisten. Im Geschäftsjahr 2021 sind 25% und in den Geschäftsjahren 2022 und 2023 jeweils 20% der erzielten Umsätze als bedingte Kaufpreiszahlung zu leisten. Die bedingte Kaufpreiszahlung ist kumuliert auf T€ 1.000 begrenzt. LeasingMarkt hat im Zusammenhang mit der Earn-Out-Vereinbarung 522 T€ als bedingte Kaufpreiszahlung erfasst, was dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt entspricht. Zum 31. Dezember 2021 hat sich der beizulegende Zeitwert der bedingten Kaufpreiszahlung auf T€ 401 verringert. Der aus der Transaktion entstandene Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 356 T€ ist dem zukünftigen Ertragspotenzial aus der Nutzung von erwerberseitigen Synergien sowie aus dem Markteintritt ins Leasinggeschäft in Österreich zuzurechnen. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist daher vollständig der zahlungsmittelgenerierenden Einheit LeasingMarkt zugeordnet. Es wird nicht erwartet, dass dieser steuerlich abzugsfähig ist. Die im Rahmen der Kaufpreiszuordnung erstmalig zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und die wichtigsten Annahmen für die Bewertung sind in nachfolgender Tabelle dargestellt:
Seit der erstmaligen Konsolidierung hat das Geschäft von Autoleasen.at einen Umsatz in Höhe von 19 T€ zur Gewinn- und Verlustrechnung beigetragen. Wäre Autoleasen.at bereits zum 1. Januar 2021 konsolidiert worden, hätte es einen Umsatz in Höhe von 42 T€ beigetragen. Erwerb der LeasingTime Deutschland Am 25. Juni 2021 hat LeasingMarkt 100% der Anteile der LeasingTime Deutschland GmbH erworben. Daher wurde das Unternehmen mit Wirkung zum 1. Juli 2021 in den Konzernabschluss der Speedster einbezogen. LeasingTime ist ein Marktplatz für KFZ-Leasinganbieter in Deutschland. Mit der Akquisition erweitert die Gruppe ihr Produktportfolio im Bereich Leasing. Kosten im Zusammenhang mit dem Erwerb in Höhe von 128 T€ wurden direkt ergebniswirksam erfasst, als sie angefallen sind, und sind unter "sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen. Sie bestehen hauptsächlich aus Rechtskosten und Kosten für die Due-Diligence-Prüfung. In der folgenden Tabelle werden die Beträge der identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt bezüglich LeasingTime Deutschland dargestellt:
Es ist im Zusammenhang mit den erworbenen Forderungen zu keinen Zahlungsausfällen gekommen. Der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Forderungen, welcher sich auf 269 T€ beläuft, entspricht somit seinem Fair Value und gilt als erzielbar. In der folgenden Tabelle werden die für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten der LeasingTime Deutschland gezahlte Gegenleistung sowie der im Konzernabschluss unter immaterielle Vermögenswerte erfasste Geschäfts- oder Firmenwert zusammengefasst.
Der im Rahmen der Transaktion entstandene Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 10.090 T€ ist auf das zukünftige Ertragspotenzial aus der Nutzung von erwerberseitigen Synergien sowie auf die Stärkung der Marktposition im Leasinggeschäft zurückzuführen. Daher wird der Geschäfts- oder Firmenwert vollständig der zahlungsmittel-generierenden Einheit LeasingMarkt zugeordnet. Es wird nicht erwartet, dass dieser steuerlich abzugsfähig ist. Die im Rahmen der Kaufpreiszuordnung erstmalig zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und die wichtigsten Annahmen für die Bewertung sind in nachfolgender Tabelle dargestellt:
Seit der erstmaligen Konsolidierung hat das Geschäft von LeasingTime einen Umsatz in Höhe von 956 T€ und ein EBITDA in Höhe von 376 T€ zur Gewinn- und Verlustrechnung beigetragen. Wäre LeasingTime bereits zum 1. Januar 2021 konsolidiert worden, hätte es einen Umsatz in Höhe von 2.427 T€ und ein EBITDA von 1.401 T€ beigetragen. Übernahme von Autoplenum Am 11. Juni 2021 erwarb die Gruppe 100 % der Anteile an Autoplenum. Autoplenum ist eine Plattform für Tests und Bewertungen von Neu- und Gebrauchtwagen sowie für Empfehlungen von einzelnen Autohändlern, Autowerkstätten, KFZ-Teilehändlern und Fahrzeugwaschanlagenbetreibern in Deutschland. Unter den Marken 12Gebrauchtwagen.de, Autoplenum.de und 12Neuwagen.de hat Autoplenum einen Marktplatz geschaffen, der aktuelle Angebote von verschiedenen Leasing- oder Kaufplattformen wie AutoScout24 oder LeasingTime zusammenfasst. Mit der Akquisition hat die Autoscout-Gruppe Marktreichweite hinzugewonnen und stärkt somit seine Marktposition. Kosten im Zusammenhang mit dem Erwerb in Höhe von 53 T€ wurden direkt ergebniswirksam erfasst, als sie angefallen sind, und sind unter "sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen. Sie bestehen hauptsächlich aus Rechtskosten und Kosten für die Due-Diligence-Prüfung. In der folgenden Tabelle werden die Beträge der identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt bezüglich Autoplenum dargestellt:
Es ist im Zusammenhang mit den erworbenen Forderungen zu keinen Zahlungsausfällen gekommen. Der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Forderungen, welcher sich auf 236 T€ beläuft, entspricht somit seinem Fair Value und gilt als erzielbar. In der folgenden Tabelle werden die für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten der Autoplenum gezahlte Gegenleistung sowie der im Konzernabschluss unter immaterielle Vermögenswerte erfasste Geschäfts- oder Firmenwert zusammengefasst.
Der aus der Transaktion entstandene Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 2.006 T€ ist auf das zukünftige Ertragspotenzial aus der Stärkung der Marktreichweite und -position zurückzuführen. Daher wird der Geschäfts- oder Firmenwert vollständig dem Geschäft AutoScout24 zugeordnet. Es wird nicht erwartet, dass dieser steuerlich abzugsfähig ist. Die im Rahmen der Kaufpreiszuordnung erstmalig zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und die wichtigsten Annahmen für die Bewertung sind in nachfolgender Tabelle dargestellt:
Seit der erstmaligen Konsolidierung hat das Geschäft von Autoplenum einen Umsatz in Höhe von 917 T€ und ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 117 T€ zur Gewinn- und Verlustrechnung beigetragen. Wäre Autoplenum ab dem 1. Januar 2021 konsolidiert worden, hätte es einen Umsatz von 1.872 T€ und ein EBITDA von 293 T€ beigetragen. Unternehmenszusammenschlüsse in der Vorperiode Übernahme der AutoScout24-Gruppe Der Konzern hat am 31. März 2020 (Erwerbszeitpunkt) die Beherrschung über das Geschäft der AutoScout24 erlangt. Die Übernahme erfolgte durch Erwerb aller Anteile an den im folgenden aufgeführten Tochterunternehmen und dem assoziierten Unternehmen; der Rahmenkaufvertrag wurde am 4. März 2020 unterzeichnet. Die Speedster Bidco GmbH (eine hundertprozentige Tochter von Speedster) erwarb AutoScout24 aufgrund des antizipierten Wachstumspotentials und der geplanten Wertgenerierung für die Gesellschafter, die durch das Produktangebot und die Wettbewerbsposition der AutoScout24 Gruppe erwartet wurde. Die Transaktion umfasste den Kauf der Anteile an den folgenden Tochtergesellschaften und eines assoziierten Unternehmens:
Die Anteile am spanischen assoziierten Unternehmen SUMAUTO MOTOR S.L. werden nach der Equity-Methode bilanziert (siehe Erläuterungen 10.4 BETEILIGUNGEN AN AT-EQUIT BILANZIERTEN UNTERNEHMEN). Die Transaktion umfasste darüber hinaus die Anteile an den folgenden Tochtergesellschaften, die mit der Absicht erworben wurden, sie zu verkaufen, und die aus diesem Grund als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden (siehe Erläuterung 7. NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN UND ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE):
Bereits im Erwerbszeitpunkt bestand die Absicht auf Seiten des obersten Gesellschafters Hellman & Friedman, die Anteile an FFG sowie finanzcheckPRO GmbH und FVG FINANZCHECK Versicherungsvergleiche GmbH ("FFG-Gruppe") im Laufe des ersten Quartals 2021 zu verkaufen. Die übertragene Gegenleistung für das Unternehmen AutoScout24 beträgt 2.524.371 T€ (die Gegenleistung für die FFG-Gruppe ist nicht inbegriffen) und wurde vollständig in Zahlungsmitteln beglichen. Die Differenz zwischen der übertragenen Gegenleistung und den erworbenen Vermögenswerten (netto) zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt beträgt 1.960.735 T€ und wurde als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert. Kosten im Zusammenhang mit dem Erwerb in Höhe von 16.694 T€ wurden direkt ergebniswirksam erfasst, als sie angefallen sind, und sind unter "sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen. Sie bestehen hauptsächlich aus Rechtskosten. In der folgenden Tabelle werden die Beträge der identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt bezüglich AutoScout24 dargestellt. Diejenigen der FFG-Gruppe sind nicht inbegriffen (Erläuterung 7. NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN UND ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE):
In der folgenden Tabelle werden die für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten der AutoScout24-Gruppe gezahlte Gegenleistung sowie der im Konzernabschluss unter immaterielle Vermögenswerte erfasste Geschäfts- oder Firmenwert zusammengefasst.
Im Zusammenhang mit den erworbenen Forderungen liegen Zahlungsausfälle in Höhe von 1.010 T€ vor. Der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welcher sich auf 16.918 T€ beläuft, entspricht seinem Fair Value. Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte umfassen Marken (Marke und Domain), Kundenbeziehungen, Auftragsbestand und Technologie. Für Kundenbeziehungen wird eine Nutzungsdauer von neun Jahren angenommen. Für Technologien wird eine Nutzungsdauer von sieben Jahren und eine Lizenzgebührenrate von 3,60 % angenommen. Für Marken wurde für die Marke "AutoScout24" eine unbegrenzte Nutzungsdauer sowie Lizenzgebührenraten zwischen 7,5 und 8,5 % angenommen. Der Auftragsbestand wurde innerhalb des Berichtszeitraums 2021 erfüllt. Der Geschäfts- oder Firmenwert betrifft hauptsächlich den erwarteten zukünftigen Nutzen der Vermögenswerte, die nicht einzeln identifizierbar sind oder für die eine Bilanzierung nicht zulässig ist. Daher wird der Geschäfts- oder Firmenwert vollständig dem Geschäft AutoScout24 zugeordnet. Es wird nicht erwartet, dass dieser steuerlich abzugsfähig ist. Seit der erstmaligen Konsolidierung hat das Geschäft AutoScout24 in 2020 einen Umsatz von 164.524 T€ und einen Gewinn nach Steuern von 47.539 T€ zur Gewinn- und Verlustrechnung beigetragen. Wenn das Geschäft AutoScout24 zum 1. Januar 2020 konsolidiert worden wäre, hätte es einen Umsatz von 208.220 T€ und einen Gewinn nach Steuern von 89.161 T€ in 2020 beigetragen. Erwerb der LeasingMarkt Am 30. Juli 2020 erwarb die AutoScout24 GmbH 73 % der ausstehenden Stammkapitalanteile an der LeasingMarkt. LeasingMarkt ist in Deutschland ein führender Marktplatz für Kfz-Leasinganbieter und ergänzt das Produktangebot aus dem Portfolio von AutoScout24 um den Bereich Leasing. Für die übrigen 27% wurden Put- und Call-Optionen vertraglich vereinbart, die in unterschiedlichen Zeiträumen in den Jahren 2022-2024 ausübbar sind. Der Konzern hat sich für die Anwendung der antizipierten Erwerbsmethode entschieden und unterstellt dabei, dass die Put-Option bereits ausgeübt worden wäre. Der entsprechende Betrag ist als finanzielle Verbindlichkeit aus Unternehmenserwerben innerhalb der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen (siehe Erläuterung 11.2 ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN). Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses wurden hinsichtlich der Vergütung zukünftiger Dienste des verbleibenden Managements separate Transaktionen durchgeführt. Diese Vergütung ist möglicherweise nicht Teil der Gegenleistung, muss jedoch als separate Transaktion erfasst werden. Die Vergütung wird daher gemäß IFRS 2 erfasst und stellt Personalaufwand dar. Zum 31. Dezember 2020 beliefen sich die diesbezüglich erfassten Personalkosten auf 586 T€ (siehe Erläuterung 11.3 ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG und 9.4 PERSONALAUFWAND). Kosten im Zusammenhang mit dem Erwerb in Höhe von 696 T€ wurden direkt ergebniswirksam erfasst, als sie angefallen sind, und sind unter dem Posten "sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen. Sie bestehen hauptsächlich aus Rechtskosten. Beizulegender Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte (netto) zum Erwerbsdatum:
In der folgenden Tabelle werden die für LeasingMarkt gezahlte Gegenleistung, die Beträge der erworbenen Vermögenswerte, der übernommenen Verbindlichkeiten und der Put-Verbindlichkeit hinsichtlich der antizipierten Erwerbsmethode für LeasingMarkt sowie der im Konzernabschluss unter immaterielle Vermögenswerte erfasste Geschäfts- oder Firmenwert zusammengefasst.
Die im Rahmen der Kaufpreisallokation erstmals zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und die wichtigsten Annahmen für die Bewertung stellen sich wie folgt dar:
Im Zusammenhang mit den erworbenen Forderungen liegen keine Zahlungsausfälle vor. Der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welcher sich auf 2.084 T€ beläuft, entspricht somit seinem Fair Value und gilt als erzielbar. Der Geschäfts- oder Firmenwert von 98.959 T€ aus der Transaktion ist dem künftigen Ertragspotenzial aus der Ausnutzung von erwerberspezifischen Synergien sowie aus der Stärkung der Marktposition zurechenbar. Daher wird der Geschäfts- oder Firmenwert vollständig der zahlungsmittelgenerierenden Einheit von LeasingMarkt zugeordnet. Die erfassten Geschäfts- oder Firmenwerte aus diesem Erwerb werden voraussichtlich nicht ertragsteuerlich abzugsfähig sein. Seit der erstmaligen Konsolidierung hat LeasingMarkt in 2020 einen Umsatz von 7.486 T€ und einen Gewinn nach Steuern von 117 T€ zur Gewinn- und Verlustrechnung beigetragen. Wenn LeasingMarkt bereits zum 1. Januar 2020 konsolidiert worden wäre, hätte sie einen Umsatz von 16.838 T€ und einen Gewinn nach Steuern von 1.746 T€ (pro forma) in 2020 beigetragen. Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts Die erworbenen identifizierbaren Nettovermögenswerte werden in der Konzernbilanz zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Der "beizulegende Zeitwert" ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die Bewertungsperspektive eines Erwerbers auf einem hypothetischen Markt macht es erforderlich, dass spezifische Erwerberabsichten und der Wert käuferspezifischer Synergien nicht berücksichtigt werden. Die Bewertungsmethoden für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts von wesentlichen erworbenen Vermögenswerten sind folgende:
7. NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVIÄTEN UND ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE Da der Gesellschafter Hellman & Friedman bereits im Erwerbszeitpunkt der AutoScout24 die Absicht hatte, FFG im Laufe des ersten Quartals 2021 weiter zu veräußern, wurden die Anteile an FFG FINANZCHECK Finanzportale GmbH, finanzcheckPRO GmbH und FVG FINANZCHECK Versicherungsvergleiche GmbH ("FFG-Gruppe"), als "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" klassifiziert. Im Anteilskaufvertrag vom 11. Februar 2021 schloss die Speedster Bidco GmbH einen Vertrag zum Verkauf von 100 % der Anteile an der FFG-Gruppe an die smava GmbH, eine nach deutschem Recht gegründete Gesellschaft mit beschränkter Haftung, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin (Charlottenburg) unter der Nummer HRB 97913 mit Geschäftsadresse in der Palisadenstraße 90, 10243 Berlin. Die Veräußerungsgruppe setzt sich aus folgenden Unternehmen zusammen:
Seit dem Erwerbszeitpunkt des Geschäfts der AutoScout24 am 31. März 2020 werden diese Unternehmen im Rahmen von IFRS 5 bilanziert, da die FFG-Gruppe mit einer Veräußerungsabsicht erworben wurde. Der Konzern hat einen vereinfachten Ansatz verfolgt und keine vollständige Konsolidierung der einzelnen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten vorgenommen. Infolgedessen wird die FFG-Gruppe zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung zum Berichtsdatum bewertet, und es ist nicht erforderlich, alle erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der FFG-Gruppe einzeln zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. In der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020 wurden gemäß IFRS 5 zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte im Zusammenhang mit der FFG-Gruppe in Höhe von 217.369 T€ und direkt dazugehörige Verbindlichkeiten in Höhe von 38.191 T€ separat ausgewiesen. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und die direkt dazugehörigen Verbindlichkeiten umfassten kurzfristige und langfristige Vermögenswerte und direkt dazugehörige kurzfristige und langfristige Verbindlichkeiten. Aufgrund des Verkaufs im Geschäftsjahr 2021 werden zum 31. Dezember 2021 keine zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte sowie dazugehörige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die FFG-Gruppe stellte einen umfangreichen Geschäftszweig dar und wurde deswegen als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Ergebnisse aus aufgegebenen Geschäftsbereichen umfassen einen Verlust nach Steuern, der bei der Bewertung der Veräußerungsgruppe zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten in Höhe von 132.799 T€ im Geschäftsjahr 2020 erfasst wurde. Der Bewertungsverlust wurde berechnet, indem der Buchwert der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und der mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten verbundenen Schulden von der im Anteilskaufvertrag mit der smava GmbH vereinbarten und erhaltenen Gegenleistung für die übertragenen Anteile an der FFG FINANZCHECK Finanzportale GmbH abgezogen wurde. Das Ergebnis nach Steuern, aufgegebene Geschäftsbereiche, in Höhe von -140.501 T€ im Jahr 2020 enthält neben dem oben beschriebenen Bewertungsverlust das operative Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs in Höhe von -763 T€, Transaktionskosten in Höhe von -1.167 T€ sowie Aufwendungen für Mitarbeiterboni in Höhe von -5.770 T€. Der im laufenden Geschäftsjahr erhaltene Kaufpreis für die FFG-Gruppe beträgt 200.000 T€. Dieser setzt sich zusammen aus einer Geldzahlung in Höhe von 110.000 T€, einem Verkäuferdarlehen zwischen der Speedster BidCo GmbH als Darlehensgeber und der smava GmbH als Darlehensnehmer mit einem Nennbetrag von 25.000 T€ und einer Eigenkapitalbeteiligung in Höhe von 65.000 T€ an der smava GmbH. Im Februar 2020 hat der Altgesellschafter der FFG, Scout24 SE, der FFG ein Darlehen gewährt. Dieses Darlehen wurde durch die Gruppe übernommen beim Erwerb der FFG. Durch nachträgliche Änderungen, Erhöhungen und Inanspruchnahmen ist die Darlehenssumme gestiegen auf insgesamt 47.434 T€. Smava GmbH hat dieses Darlehen im Rahmen der Transaktion erworben und gegen die Geldzahlung von 110.000 T€ aufgerechnet. Das Darlehen wurde von der smava GmbH an die Gruppe im Geschäftsjahr 2021 zurückgezahlt. Insgesamt beträgt das Ergebnis nach Steuern aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich -3.295 T€ (Vorjahr: -140.501 T€). Dieses beinhaltet in 2021 einen Ertrag aus dem Verkauf von 1.172 T€ sowie das operative Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs in Höhe von -1.622 T€ und Transaktionskosten in Höhe von -2.845 T€. Das Ergebnis nach Steuern aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich ist zu 100% den Anteilseignern der Gruppe zuzuordnen. 8. EIGENKAPITALBETEILIGUNGEN UND SONSTIGE TRANSAKTIONEN smava GmbH Im Anteilskaufvertrag vom 11. Februar 2021 schloss die Speedster Bidco GmbH einen Vertrag zum Verkauf von 100 % der Anteile an der FFG-Gruppe an die smava GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin (Charlottenburg) unter der Nummer HRB 97913 mit Geschäftsadresse in der Palisadenstraße 90, 10243 Berlin. Das Vollzugsdatum der Transaktion war der 26. Februar 2021. Der Verkaufspreis beinhaltet eine 16,6 % Beteiligung an der smava GmbH. Da die Gruppe keinen maßgeblichen Einfluss auf die smava GmbH hat, wird die Beteiligung an der smava GmbH als finanzieller Vermögenswert nach IFRS 9 klassifiziert. Weitere Informationen zu der Beteiligung an der smava GmbH finden sich in 7. NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVIÄTEN UND ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE und 11.2. ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN. Für weitere Informationen zum Verkäuferdarlehen der Gruppe an die smava GmbH als Darlehensnehmer siehe 10.5 SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE. Erwerb der AutoScout24 Subscription GmbH Am 23. September 2021 hat die AutoScout24 GmbH 75% der Anteile (Nominalbetrag 19 T€) der Vorratsgesellschaft Blitz 21-180 GmbH für eine Geldleistung von 21 T€ erworben. Imove AS, Bergen, Norwegen, an der die Gruppe 20,55% der Anteile hält, hält die verbleibenden 25% der Anteile. Die Blitz 21-180 GmbH wurde später umbenannt in AutoScout24 Subscription GmbH. Zusätzlich wurden eine Kapitalerhöhung sowie eine Put-/Calloption vereinbart. Im Rahmen der Kapitalerhöhung wurden von der AutoScout24 GmbH 1.125 T€, von der Imove AS 375 T€ als andere Zuzahlung in die Kapitalrücklage eingezahlt. Die Put-/Calloptionen sind zu definierten Zeitpunkten in den Jahren 2024-2026 ausübbar und erlauben der Imove AS, alle ihre Anteile an der Gesellschaft zu verkaufen bzw. der AutoScout24 GmbH alle Anteile der Imove AS an der Gesellschaft zu erwerben. Der Kaufpreis ergibt sich auf Basis eines EBITDA- bzw. Umsatz-Multiples. Der Konzern hat sich für die Anwendung der antizipierten Erwerbsmethode entschieden und unterstellt dabei, dass die Put-Option bereits ausgeübt worden wäre. Der entsprechende Betrag in Höhe von 3.783 T€ ist als finanzielle Verbindlichkeit aus Unternehmenserwerben innerhalb der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Die sich ergebende Differenz bezüglich der verbleibenden 25% der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter an der AutoScout24 Subscription GmbH in Höhe von 3.404 T€ wurde mit der Gewinnrücklage verrechnet. Die AutoScout24 Subscription GmbH hat die Entwicklung, die Etablierung sowie das Betreiben einer Mobilitätsabonnementplattform in Europa als Ziel. Die AutoScout24 Subscription GmbH gilt als Tochterunternehmen der Gruppe, da die Gruppe durch ihre Stimmrechte sowie eine Call-Option im Falle eines Deadlocks jederzeit die Möglichkeit hat, die relevanten Aktivitäten zu steuern. Erwerb der AutoScout24 Engine GmbH Am 22. Juni 2021 hat die AutoScout24 GmbH 100% der Anteile (Nominalbetrag 25 T€) der Vorratsgesellschaft Blitz 21-134 GmbH für eine Geldleistung von 29 T€ erworben. Die Gesellschaft wurde später umbenannt in AutoScout24 Engine GmbH. Der Erwerb hatte den Zweck die administrativen Tätigkeiten der AutoScout24 GmbH in die AutoScout24 Engine GmbH zu transferieren. 9. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 9.1 UMSATZERLÖSE Der Konzern betreibt einen Online-Kfz-Marktplatz in verschiedenen Ländern sowie einen Marktplatz für Kfz-Leasinganbieter in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Der Konzern erzielt Umsätze aus der Erbringung von Dienstleistungen, insbesondere aus dem Angebot von Online-Listings, Gebühren für vollständig abgeschlossene Anfragen für Kfz-Leasing oder -Abos und Umsätze aus der Lead-Generierung und der Bereitstellung von Werbeflächen. Umsatz wird auch durch den Verkauf von Gebrauchtwagen auf der Plattform "Smyle" und damit verbundenen Kommissionen generiert. In Bezug auf den Umsatz aus dem Verkauf der Gebrauchtwagen handelt die Gruppe als Agent und realisiert Umsätze daher in Höhe des Nettobetrages der Gegenleistung, die sie für ihre Dienstleistungen erhält. Zusammensetzung der Umsätze In der folgenden Tabelle werden die Umsätze aus Verträgen mit Kunden in die Kategorien "Kunden" und "Sonstige" eingeteilt:
Kundenumsätze umfassen Händler-Rubrikenmarkt, MIA-Umsatzerlöse ("Marketing, Image and Acquisitions" (Marketing, Image und Erwerbe)), sonstige OTP ("On-Top-Products") und einen kleinen Anteil an OEM-Direktumsätzen. Die Umsätze aus dem Händler-Rubrikenmarkt stellen den Haupttreiber der Unternehmensumsätze dar. Diese Kategorie umfasst Umsätze wichtiger Händler, hauptsächlich in Form von Gebühren für Online-Listings. Kundenumsätze betreffen primär die Leistungsverpflichtungen, die im Laufe der Zeit erfüllt werden. Diese werden anteilig erfasst, da die Leistungen an Kunden gleichmäßig verteilt werden. Zu den Kundenumsatzerlösen gehören auch die Umsätze der LeasingMarkt, die durch Leasing Leads erzielt werden. Die Händler bieten ihre Leasingangebote auf der Website an. Interessiert sich eine Person für das Angebot, füllt sie ein Formular auf der Website aus. Beim Absenden des Formulars wird ein Lead generiert. Der Preis für einen Lead richtet sich nach dem Verkaufspreis des Fahrzeugs. LeasingMarkt tritt als Vermittler auf, um den Interessenten an den Händler zu vermitteln. Die Umsätze der LeasingMarkt betreffen hauptsächlich Leistungsverpflichtungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt werden. Sonstige Umsätze umfassen Medienumsätze, die aus gezielten Werbemöglichkeiten resultieren. Medienumsätze umfassen hauptsächlich Kfz-bezogene Umsätze von Werbekunden, in der Regel Automobilhersteller (Originalteilehersteller, OEMs), die ihre Werbung auf dem Marktplatz von AutoScout24 platzieren, sowie programmatische Verkäufe aus automatisierten Verkäufen auf der Grundlage von künstlicher Intelligenz und Algorithmen und Echtzeit-Angeboten. Umsätze mit Dritten und OEM betreffen hauptsächlich Leistungsverpflichtungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt werden. Des Weiteren umfassen sonstige Umsätze auch Umsätze aus privat gezahlten Produkten, wie die Hervorhebung privater Listings, sowie Gebühren für vollständig bearbeitete Anfragen wegen Kfz-Leasing oder -Abos. Auch die Umsätze des neuen Geschäftsmodells Smyle sowie der Autoplenum GmbH werden den sonstigen Umsätzen zugeordnet. Diese Umsätze betreffen überwiegend Leistungsverpflichtungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt werden. Häufig werden Medienkampagnen nicht direkt mit dem Werbetreibenden, sondern über eine Medienagentur abgeschlossen. Einige der Agenturen haben Anspruch auf eine Rückvergütung, wenn sie eine bestimmte vereinbarte Umsatzhöhe pro Jahr erreichen. Darüber hinaus hat AS24 mit den Agenturen Bündelungsrabatte vereinbart, die sich an der tatsächlichen Höhe der Umsätze pro Jahr orientieren. Der Rabattbetrag sowie die Rückvergütungen, die an die Agenturen zurückgezahlt werden, werden als Erstattungsverbindlichkeit ausgewiesen. Die Höhe der Erstattungsverbindlichkeit wird auf Grundlage einer monatlichen Budgetprognose berechnet. Außerdem haben einige große LeasingMarkt Händler einen Anspruch auf Rückvergütungen, wenn sie eine bestimmte vereinbarte Anzahl von Leads pro Jahr erreichen. Bei fehlerhaften Leads, z.B. wenn die Kontaktdaten falsch sind bzw. fehlen oder wenn doppelte Anfragen zu doppelten Leads führen, hat der Händler ebenfalls Anspruch auf Rückerstattung. Für alle erhaltenen Beträge, auf die AS24 voraussichtlich keinen Anspruch hat, sowie für die Rückvergütungen wird eine Rückerstattungs-verbindlichkeit ausgewiesen. Die Höhe der Erstattungsverbindlichkeit wird auf der Grundlage einer jährlichen Umsatzprognose berechnet. Die Zahlungsfristen sind in der Regel kurzfristig, d.h. zwischen 0 und 60 Tagen. Vertragsverbindlichkeiten In der nachfolgenden Tabelle sind die nach IFRS 15 ausgewiesenen Salden dargestellt:
Vertragsverbindlichkeiten resultieren hauptsächlich aus Rechnungsstellungen im Voraus und belaufen sich auf folgende Beträge:
Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden betreffen hauptsächlich erhaltene Vorauszahlungen. Der Umsatz wird nur dann im Berichtszeitraum erfasst, wenn die entsprechende Leistungsverpflichtung erfüllt wurde. Erwartungsgemäß werden die bestehenden Vertragsverbindlichkeiten innerhalb der kommenden 12 Monate erfolgswirksam erfasst. Verbleibende Leistungsverpflichtungen Der Konzern wendet die praktische Vereinfachung gemäß IFRS 15.121 an und weist die ausstehenden Leistungsverpflichtungen für Verträge mit einer voraussichtlichen Laufzeit von weniger als einem Jahr nicht aus. Vertragskosten Es fallen keine zusätzlichen zu aktivierenden Kosten zur Erfüllung der Verträge an. 9.2 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
9.3 AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN Aktivierte Entwicklungskosten belaufen sich auf 11.682 T€ (Vorjahr: 4.220 T€) und betreffen hauptsächlich selbst entwickelte Software. Der Gesamtbetrag für Forschungs- und Entwicklungskosten beträgt 20.555 T€ (Vorjahr: 12.167 T€). 9.4 PERSONALAUFWAND Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Der Personalaufwand im Geschäftsjahr 2020 enthält eine Vergütung für zukünftige Leistungen des Managements von LeasingMarkt (-587 T€). In der Berichtsperiode ergab sich eine Änderung der zugrundeliegenden Schätzung der Rückstellung und ein entsprechender Ertrag in Höhe von 554 T€. Weitere Informationen zu den im Personalaufwand erfassten anteilsbasierten Vergütungen finden sich in 11.3 ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter teilt sich wie folgt auf:
In der Vergleichsperiode sind die Mitarbeiter der FFG enthalten. 9.5 MARKETINGAUFWAND Die Marketingaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Kosten für Online-Werbung umfassen im Wesentlichen Ausgaben für Performance- Marketing, SEO-Marketing sowie Marketing-Tools und Agenturkosten. Offline-Werbung umfasst Werbemittel, Ausgaben für Influencer, Public Relations und Marktforschung. 9.6 IT-AUFWAND Der IT-Aufwand setzt sich wie folgt zusammen:
9.7 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
9.8 ZINSERTRÄGE Die Zinserträge setzen sich wie folgt zusammen:
Die Zinsen und ähnlichen Erträge aus Verkäuferdarlehen beinhalten die Zinserträge aus dem Verkäuferdarlehen an die smava GmbH. Für weitere Details zu dem Verkäuferdarlehen siehe 10.5 SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE. 9.9 ZINSAUFWENDUNGEN Die Zinsaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die wesentlichen Bestandteile des Zinsaufwands sind Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden (51.006 T€; Vorjahr: 39.644 T€). Der Zinsaufwand für die First und Second Lien Facility unter dem First/ Second Lien Facilities Agreement ("FL", "SL") beläuft sich auf 42.183 T€ (Vorjahr: 32.465 T€) und aus der Additional Term Facility ("LEAP") resultiert ein Zinsaufwand von 1.560 T€ (Vorjahr: 1.223 T€). Ein Zinsaufwand in Höhe von 1.968 T€ (Vorjahr: - T€) bezieht sich auf die revolvierende Kreditfazilität (zusammengefasst) einschließlich Bereitstellungsprovisionen und ähnlicher Gebühren. In den Zinsaufwendungen aus der Neubewertung von Finanzverbindlichkeiten aus Akquisitionen ist der Zinsaufwand aus der Put/Call-Option für LeasingMarkt und AutoScout24 Subscription in Höhe von 1.566 T€ (Vorjahr: 1.121 T€) enthalten. Darüber hinaus wird der Zinsaufwand aus der Anwendung der Effektivzinsmethode als Amortisation von Fremdkapitalkosten dargestellt. Für Details zur Finanzierungstätigkeit siehe 11.2 ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN. 9.10 ERTRAGSTEUERN Die Ertragsteuern, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen sind, setzen sich folgendermaßen zusammen:
Die Ertragsteuern umfassen Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag für deutsche Tochtergesellschaften sowie Ertragsteuern für ausländische Tochtergesellschaften. Der Körperschaftsteuersatz betrug in Deutschland für den Veranlagungszeitraum 2020 15,0% zzgl. einem Solidaritätszuschlag von 5,5%. Der Gewerbesteuersatz in München beträgt 17,15%, woraus sich ein Konzernsteuersatz für 2020 von 32,975% ergibt. Aufgrund der unterjährigen Sitzverlegung der Organgesellschaften von München nach Grünwald konnte im Geschäftsjahr 2021 der Gewerbesteuersatz auf 16,12 % und der durchschnittliche Steuersatz der Organschaft auf 31,944% reduziert werden und ist somit ein gemischter Steuersatz. Seit November 2019 ist die Speedster Holdco 2 GmbH der Organträger der ertragsteuerlichen Organschaft mit den folgenden Organgesellschaften:
Mit Wirkung zum 1. April 2020 trat die AutoScout24 GmbH, Grünwald (vormals München), Deutschland, in die Organschaft ein. Als Organträger der ertragsteuerlichen Organschaft ist Speedster Holdco 2 GmbH für die Ertragsteuern der gesamten steuerlichen Organschaft verantwortlich. Es wurden keine Steuerumlagen an die Tochtergesellschaften der steuerlichen Organschaft vorgenommen. Die tatsächlichen Steuern, die in den jeweiligen Ländern gezahlt oder geschuldet werden, sowie die latenten Steuern sind als Ertragsteuern ausgewiesen. In der folgenden Steuerüberleitungsrechnung wird die Entwicklung der voraussichtlichen Ertragsteuern im Verhältnis zu den effektiven Ertragsteuern in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt. Die voraussichtlichen Ertragsteuern basieren auf dem Steuersatz des Mutterunternehmens von 31,944% (2020: 32,975%). Die effektiven Ertragsteuern umfassen tatsächliche Steuern und latente Steuern. Die Steuerüberleitungsrechnung lautet wie folgt:
Der Steuereffekt aus nicht abziehbaren Aufwendungen in Höhe von -8.888 T€ bezieht sich im Wesentlichen auf gewerbesteuerliche Hinzurechnungen von Zinsaufwendungen. Der Steuereffekt aus nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von 5.478 T€ bezieht sich auf aktive latente Steuern auf den auf Folgejahre vorgetragenen Zinsvortrag sowie auf in Folgezeiträumen nutzbaren Verlustvorträgen. Aufgrund des Umzugs der Organgesellschaften von München nach Grünwald kommt es zu einer Reduzierung des Steuersatzes von 32,9% auf 24,919% zum Stichtag und dementsprechend zu einer Anpassung der latenten Steuern um 30.594 T€ welche sich auf diese Gesellschaften beziehen. 10. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ 10.1. GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE UND IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Immaterielle Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung bereitstehen, enthalten hauptsächlich Entwicklungskosten für die Web-Plattform AutoScout24, AS24 Smyle und LeasingMarkt. Die Marke "AutoScout24", die dem Unternehmensnamen, der Marke und der Internet-Domain entspricht, hat eine unterstellte unbegrenzte Nutzungsdauer, da sie voraussichtlich über einen unbestimmbaren Zeitraum positive Cashflows einbringen wird. 10.2. WERTMINDERUNGSTESTS Für die Wertminderungstests werden die Geschäfts- oder Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und immateriellen Vermögenswerte in der Entwicklung den ZGE Autoscout24 und LeasingMarkt zugeordnet. In der folgenden Tabelle ist der jeder ZGE zugeordnete Geschäfts- oder Firmenwert dargestellt:
In der folgenden Tabelle werden die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte in der Entwicklung dargestellt:
Der erzielbare Betrag dieser ZGE basierte auf dem beizulegenden Zeitwert abzgl. Veräußerungskosten, die unter Anwendung abgezinster Cashflows geschätzt wurden. Basierend auf den verwendeten Inputfaktoren wird der beizulegende Zeitwert der Stufe 3 der Fair-Value- Hierarchie zugeordnet. Die wichtigsten Annahmen für die Schätzung des erzielbaren Betrags sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Die den wichtigsten Annahmen zugewiesenen Werte stellen die Einschätzung des Managements bezüglich zukünftiger Markt- und Branchentrends dar und wurden sowohl von externen als auch von internen Quellen abgeleitet.
Als Abzinsungssatz wurde der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz (nach Steuern) (WACC) verwendet. Die Komponenten der WACC wurden wie folgt ermittelt: Der risikolose Zinssatz wurde aus den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Nullkupon-Renditekurven für deutsche Staatsanleihen nach der Svensson-Methode abgeleitet. Unter Berücksichtigung des risikolosen Zinssatzes wurde die Marktrisikoprämie unter Beachtung der Empfehlungen des Fachausschusses für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) ermittelt. Zur Ermittlung der schuldenfreien Betafaktoren, der Kapitalstruktur, der durchschnittlichen Bonität und der Credit Spreads wurden Daten von vergleichbaren Industrieunternehmen (Peer-Group-Unternehmen) herangezogen. Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für die mittelfristigen Planungsjahre und eine ewige Wachstumsrate für die Zeit danach. Es wurde ein mittelfristiger Planungszyklus von sieben Jahren angenommen. Die ewige Wachstumsrate wurde auf Grundlage der Schätzung des Managements für die langfristige zusammengesetzte jährliche EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit den Annahmen übereinstimmt, die ein objektivierter Marktteilnehmer treffen würde. Aufgrund des makroökonomischen und branchenspezifischen Umfelds wurde diese Wachstumsrate in der Berichtsperiode auf 1,0% (Vorjahr: 1,5%) angepasst. Bei der Ermittlung des geplanten EBITDA berücksichtigt das geschätzte Umsatzwachstum die durchschnittlichen Wachstumsraten der Vergangenheit sowie die geschätzte Absatz- und Preisentwicklung für die mittelfristigen Planungsjahre. Es wurde angenommen, dass der Verkaufspreis in den nächsten Jahren entsprechend der erwarteten Inflation steigen würde. Die geschätzten Cashflows im Zusammenhang mit Optimierungsprojekten und die daraus erwarteten Kosteneinsparungen wurden ebenfalls im geplanten EBITDA berücksichtigt. Das Management hat zwei Schlüsselannahmen für den Wertminderungstest für den Geschäfts- oder Firmenwert und die Marke im Hinblick auf mögliche Änderungen dieser Annahmen analysiert. In der folgenden Tabelle sind die angewendeten Sensitivitäten dargestellt:
Für das jeweilige Szenario (1 oder 2) wurde keine Wertminderung für den der ZGE LeasingMarkt zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwert festgestellt. Für den Geschäfts- oder Firmenwert, der der ZGE AutoScout24 zugeordnet ist, würde sich eine Wertminderung in Höhe von 465.058 T€ (Vorjahr: 187 T€) ergeben, wenn der Abzinsungssatz um 150 Basispunkte steigen würde. Im Falle eines sinkenden Abzinsungssatzes würde keine Wertminderung eintreten. Würde die Wachstumsrate des Endwerts um 125 Basispunkte sinken, würde sich eine Wertminderung in Höhe von 265.186 T€ (Vorjahr: 0 T€) ergeben. Bei einer steigenden Wachstumsrate des Endwerts würde keine Wertminderung eintreten. Im Geschäftsjahr 2022 wurde für die ZGE AutoScout24 eine Wertminderung in Höhe von 260.288 T€ erfasst. Mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts war keine Klasse von Vermögenswerten wertgemindert. Die makroökonomischen Unsicherheiten und die steigende Inflation im Jahr 2022 haben zu einem deutlichen Anstieg der Marktzinsen und Aktienrisikoprämien geführt. Dadurch haben sich die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC), die der Konzern zur Diskontierung von Cashflows bei der Schätzung der erzielbaren Beträge seiner ZGEs verwendet, erheblich erhöht, was zu einem Wertminderungsaufwand für die ZGE AutoScout24 im Geschäftsjahr 2022 geführt hat. Im Berichtszeitraum wurde eine Wertminderung für zwei Projekte im Zusammenhang mit selbst entwickelter Software erfasst. Das erste Projekt wurde aufgrund einer Änderung der Erfolgserwartung um 508 T€ wertberichtigt. Der erzielbare Betrag zum 31. Dezember 2021 beläuft sich auf 653 T€ und entspricht dem Nutzungswert. Das zweite Projekt wurde um 689 T€ wertberichtigt, da es durch das neue Geschäftsmodell Smyle ersetzt wurde. Der erzielbare Betrag zum 31. Dezember 2021 beläuft sich auf T€ 0 und entspricht dem Nutzungswert. Der Abzinsungssatz zur Ermittlung des Nutzungswertes beträgt 15,00 %. Neben dem Abzinsungssatz fließt die projektspezifische Cashflow-Prognosen als bedeutsamer Paramater in den Wertminderungstest ein. Insgesamt wurde eine Wertminderung von 1.197 T€ (Vorjahr: 1.345 T€) für selbst erstellte Software erfasst. Im Vorjahr wurde eine Wertminderung für Rechte, Konzessionen und Lizenzen in Höhe von insgesamt 650 T€ vorgenommen. Der Wertminderungsaufwand wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Abschreibungen" ausgewiesen. 10.3. SACHANLAGEVERMÖGEN Die Sachanlagen aus fortgeführten Geschäftsbereichen setzen sich folgendermaßen zusammen:
Weitere Angaben zu Zugängen und Änderungen der Nutzungsrechte sind in der Erläuterungen 10.19 LEASINGVERHÄLTNISSE zu finden. 10.4. BETEILIGUNGEN AN AT-EQUTIY BILANZIERTEN UNTERNEHMEN Der Konzern verfügt über die gemeinsame Kontrolle und eine Beteiligung von 49,999 % an einem assoziierten Unternehmen mit der Vocento-Gruppe an den Anteilen der SUMAUTO MOTOR S.L, Madrid, Spanien. Das Ziel des assoziierten Unternehmens ist das Erreichen einer Führungsposition auf dem spanischen Online-Automarkt. Das Unternehmen wird nach der Equity-Methode im Konzernabschluss bilanziert. Der Buchwert der Beteiligung am assoziierten Unternehmen beläuft sich auf:
In der folgenden Tabelle sind die zusammengefassten Finanzinformationen der SUMAUTO MOTOR S.L. nach IFRS dargestellt:
Der Gewinn der SUMAUTO MOTOR S.L. für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 (100% und vor PPA Anpassung) beläuft sich auf 1.875 T€ (1. April 2020 - 31. Dezember 2020: 1.478 T€). In der folgenden Tabelle werden die Finanzinformationen auf den Buchwert der Beteiligung des Konzerns an SUMAUTO MOTOR S.L. übergeleitet:
Das in der Gruppe vereinnahmte Ergebnis aus der Beteiligung an der SUMAUTO MOTOR S.L beträgt 766 T€ (Vorjahr: 654 T€). IMOVE AS Die Gruppe hält einen Anteil von 20,55% (verwässert: 20,00%) an den Aktien der imove AS, Bergen, Norwegen, einschließlich ihrer in Schweden eingetragenen Tochtergesellschaft. Da die Gruppe einen maßgeblichen Einfluss auf imove AS hat, wird das Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Ziel der Beteiligung ist der gemeinsame Aufbau eines führenden Abo-Marktplatzes in der AS24-Fläche (Deutschland, Italien, Belgien, Niederlande, Österreich) unter Nutzung der Reichweite von AutoScout24 und der Technologie- und Abo-Expertise von imove AS. Der Buchwert der Beteiligung an der imove AS stellt sich wie folgt dar:
In der folgenden Tabelle sind die zusammengefassten Finanzinformationen der imove AS nach IFRS dargestellt:
Der Verlust der imove AS für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 (100 % und vor PPA Anpassung) beläuft sich auf -4.486 T€ (Vorjahr: -0 T€). In der folgenden Tabelle werden die Finanzinformationen auf den Buchwert der Beteiligung des Konzerns an imove AS übergeleitet:
Das in der Gruppe erzielte Ergebnis aus der Beteiligung an der imove AS beläuft sich auf -575 T€ (Vorjahr: - T€). 10.5. SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich zu den jeweiligen Abschlussstichtagen folgendermaßen zusammen.
Die Transaktionskosten für Darlehen umfassen die Transaktionskosten für Darlehen und Anleihen, die als abgegrenzte Vermögenswerte ausgewiesen werden. Weitere Einzelheiten zu den Darlehen und Anleihen finden Sie in Anmerkung 10.14 DARLEHEN UND KREDITE. Die Beteiligungen beinhalten die Beteiligung an der smava GmbH. Durch den Verkauf der FFG- Veräußerungsgruppe an die smava GmbH hat die Speedster Bidco GmbH 1.291.733 Aktien erworben, die 16,60% der Anteile an der smava GmbH entsprechen. Bei diesen Aktien handelt es sich um Vorzugsaktien der Serie I mit einem Gesamtnennbetrag von 1.292 T€. Anschaffungsnebenkosten in Höhe von 816 T€ sind im Buchwert enthalten. Des Weiteren beinhaltet der erhaltene Kaufpreis für die FFG ein Verkäuferdarlehen zwischen der Speedster Bidco GmbH als Darlehensgeberin und der smava GmbH als Darlehensnehmerin mit einem Buchwert von 27.410 T€, das im Vendor Loan Agreement vom 11. Februar 2021 vereinbart wurde. Das Darlehen einschließlich der aufgelaufenen Zinsen ist 54 Monate nach dem Abschlussstichtag zurückzuzahlen. Der Zinssatz variiert zwischen 15,50% und 17,50% pro Jahr. Das Darlehen wird als Darlehensforderung Verkäuferdarlehen ausgewiesen. Weitere Informationen zu der Beteiligung an der smava GmbH finden sich in 7. NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN UND ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE, 8. EIGENKAPITALBETEILIGUNG UND SONSTIGE TRANSAKTIONEN und 11.2. ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN. Weitere Informationen bezüglich Finanzinstrumenten sind in Erläuterungen 11.2 ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN aufgeführt. 10.6. LATENTE STEUERN Die latenten Steueransprüche belaufen sich auf:
Die latenten Steuerschulden belaufen sich auf:
Die latenten Steueransprüche und -Verbindlichkeiten auf temporäre Differenzen und noch nicht genutzte Verlustvorträge können den folgenden Posten zugeordnet werden:
* Inklusive Nutzungsrechte gern. IFRS 16
Leasingverhältnisse
Auf Pensionsrückstellungen entfallen 105 T€ (Vorjahr: 42 T€) der latenten Steueransprüche, die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden. Aktive/(Passive) latente Steuern in Höhe von 59 T€ (Vorjahr: -33 T€), ebenfalls im Zusammenhang mit Pensionsrückstellungen, wurden über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Die latente Steuerverbindlichkeit in Zusammenhang mit den finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 5.035 T€ (Vorjahr: 8.069 T€), resultiert im Wesentlichen aus temporären Differenzen im Zusammenhang mit den Transaktionskosten der externen Finanzierung. Aktive latente Steuern in Höhe von 15.730 T€ (Vorjahr: 10.319 T€) wurden für Unternehmen erfasst, die einen Verlust erzielt haben. Hinsichtlich der Nutzung der steuerlichen Zins- und Verlustvorträgen bestehen keine Beschränkungen mit Ausnahme von Regelungen zur Mindestbesteuerung in Deutschland und Frankreich. Die Nutzung wird durch geeignete Maßnahmen des Managements sichergestellt. Neben den ungenutzten steuerlichen Zins- und Verlustvorträgen, für die latente Steuern erfasst wurden, gibt es ungenutzte steuerliche Verlustvorträge, die nicht genutzt werden können und für die keine latenten Steuern erfasst wurden (31. Dezember 2021: 8.924 T€, Vorjahr: 8.970 T€). Hinsichtlich der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge gibt es keine Begrenzungen und auch keine Begrenzungen hinsichtlich des Verlängerungsdatums. Da sich die Speedster in der Position befindet, den Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen zu steuern, hat Speedster keine passiven latenten Steuern entsprechend der negativen temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften erfasst. Die Summe der temporären Differenzen in Bezug auf Anteile an Tochtergesellschaften, für die keine latenten Steuern erfasst wurden, beläuft sich auf 44.704 T€. Dieser Betrag unterliegt aufgrund § 8b KStG nur einem Steuersatz von rund 1,5 %. 10.7. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich aus den folgenden Posten zusammen:
Im Zusammenhang mit den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde eine Wertberichtigung in Höhe von 1.188 T€ (Vorjahr: 307 T€) erfasst. In der folgenden Tabelle sind die Angaben zu den geschätzten Kreditrisiken und den damit verbundenen erwarteten Kreditausfällen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten dargestellt.
Da die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Akquisitionen im Jahr 2020 zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden und somit bereits die Wahrscheinlichkeiten und Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Zahlungsströme enthalten, wurde für diese Forderungen aus Lieferungen und Leistungen keine Wertberichtigung berechnet. Infolgedessen erhöhten sich die Wertberichtigung und die Kreditausfallquote im Jahr 2021. Für die Berechnung der erwarteten Kreditausfallraten siehe Anmerkung 4. GRUNDSÄTZE DER BILANZIERUNG UND BEWERTUNG. Die Kreditausfallquoten werden auf Nettoforderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten angewandt, d. h. ohne Mehrwertsteuer. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lauten wie folgt:
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden für erwartete Kreditausfälle erfasst. Auf diese Weise bestimmte Zuführungen und Auflösungen von Wertberichtigungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. 10.8. SONSTIGE ERTRAGSTEUERFORDERUNGEN UND ERTRAGSTEUERVERBINDLICHKEITEN Die Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Die laufenden Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten werden innerhalb des Zeitraums von Januar 2022 bis Januar 2023 zur Zahlung fällig. 10.9. SONSTIGE VERMÖGENSWERTE Sonstige Vermögenswerte umfassen Folgendes:
Die aktive Rechnungsabgrenzung bezieht sich auf Vorauszahlungen für zeitlich begrenzte Lizenzgebühren. Steuern, die keine Ertragsteuern sind, betreffen Umsatzsteuererstattungsansprüche und -Vorauszahlungen. 10.10. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich folgendermaßen zusammen:
10.11. EIGENKAPITAL Gezeichnetes Kapital Am 24. Oktober 2019 wurde die Speedster Holdco 2 GmbH mit einem Stammkapital von 25 T€, aufgeteilt in 25.000 Anteile mit einem Nennwert von jeweils 1,00 €, gegründet. Das Stammkapital ist vollständig eingezahlt. Zum 31. Dezember 2021 beträgt das Stammkapital des Unternehmens 25 T€ (Vorjahr: 25 T€). Kapital- und Gewinnrücklage Die Rücklagen setzen sich folgendermaßen zusammen: Zum 31. Dezember 2021 beträgt die Kapitalrücklage des Unternehmens 1.750.034 T€ (Vorjahr: 1.671.770 T€) und setzt sich zusammen aus den folgenden Rechtshandlungen: Eine Einzahlung des Anteilseigners Speedster Holdco 1 GmbH in die freie Kapitalrücklage in Höhe von 1.651.067 T€ erfolgte am 31. März 2020. In der Gesellschafterversammlung am 30. Juli 2020 nahm der Gesellschafter eine weitere Einzahlung in die freie Kapitalrücklage des Unternehmens in Höhe von 14.630 T€ vor. In der Gesellschafterversammlung am 7. September 2020 nahm der Gesellschafter eine Einzahlung in die freie Kapitalrücklage des Unternehmens in Höhe von 5.995 T€ vor. Eine Einzahlung des Anteilseigners Speedster Holdco 1 GmbH in die freie Kapitalrücklage in Höhe von 78.264 T€ erfolgte am 4. März 2021. Zum 31. Dezember 2021 beträgt die Gewinnrücklage des Konzerns -114.389 T€ (Vorjahr: -162.037 T€). Die Gewinnrücklagen enthalten neben dem ausgewiesenen Ergebnis nach Steuern des Konzerns für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 auch Anteilsbasierte Vergütungen. Weitere Informationen bezüglich dieser Vergütung sind in 11.3 ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG aufgeführt. Darüber hinaus ist in den Gewinnrücklagen die Eigenkapitalanpassung im Zusammenhang mit der Put-Call-Option und der Kapitalerhöhung für die verbleibenden 25 % der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter an der AutoScout24 Subscription GmbH (-3.404 T€) enthalten. Sonstige Eigenkapitalbestandteile Die sonstigen Eigenkapitalbestandteile umfassen das Ergebnis aus der Neubewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen in Höhe von 57 T€ (Vorjahr: -139 T€). Zum 31. Dezember 2021 belaufen sich die Sonstigen Eigenkapitalbestandteile auf -82 T€ (Vorjahr: -139 T€). Im Berichtszeitraum wurden keine Ausschüttungen an die Gesellschafter des Konzerns vorgenommen. In 2020 wurden Verpflichtungen aus dem - zum Erwerbszeitpunkt erloschenen - Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem vorherigen Gesellschafter Scout24 SE beglichen. Kapitalmanagement Weitere Informationen bezüglich des Kapitalmanagements sind in Erläuterungen 11.2 ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN aufgeführt. Management-Co-Investitions-Programm Bestimmte Mitglieder des Management-Teams des Konzerns nehmen an einem Management-Co-Investitions-Programm teil, das ihnen die Möglichkeit gibt, über ein Management-Holding-Instrument (Speedster MIV S.C.Sp.) in das Eigenkapital der H&F Speedster Lux S.à.r.l., dem Gesellschafter des Konzerns, zu investieren. Die Beteiligung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Investition in dieses Programm. 10.12. PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN Die Gruppe hat Verpflichtungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Form von beitragsorientierten und leistungsorientierten Plänen. Bei den beitragsorientierten Plänen handelt es sich um Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen, deren Höhe sich nach der Dauer der Beschäftigung und dem Gehalt richtet. Die für die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland und Österreich zu entrichtenden Arbeitgeberbeiträge gelten als beitragsorientierte Pläne. Bei den Zahlungen der Gruppe an beitragsorientierte Pensionspläne handelt es sich in erster Linie um Beiträge für die gesetzlichen Rentenversicherungssysteme in Deutschland und Österreich. Im Berichtszeitraum betrugen die Aufwendungen für beitragsorientierte Pensionspläne 2.911 T€ (Vorjahr: 2.398 T€). Die übrigen leistungsorientierten Verpflichtungen zum 31. Dezember 2021 betreffen ausschließlich die Gesellschaft AutoScout24 Italia S.R.L. Sie basieren auf den Regelungen der TRF ("Trattamento di Fine Rapporto"), die Kapitalzahlungen bei Ausscheiden aus dem Unternehmen vorsehen. Die Grundlage ist das italienische Arbeitsrecht (Artikel 2120 Codice Civile). Die Leistungsverpflichtung wird jährlich in Höhe des jeweiligen pensionsfähigen Gehalts zurückgestellt. Der Abzinsungssatz basiert auf den verfügbaren Renditen auf Unternehmensanleihen höchster Bonität zum Bilanzstichtag mit einer Laufzeit, die der Laufzeit der Verbindlichkeiten entspricht. Dieser Plan verfügt über kein Planvermögen. Die Leistungsverpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen belaufen sich zum 31. Dezember 2021 auf 941 T€ (Vorjahr: 867 T€). Die leistungsorientierte Verpflichtung stellt sich wie folgt dar:
Bei der Ermittlung der Pensionsrückstellungen zum 31. Dezember 2021 wurden für Italien folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde gelegt: Abzinsungssatz von 0,90% (Vorjahr: 0,40%), Gehaltssteigerung von 3,50% (Vorjahr: 3,40%) und Inflation von 1,90% (Vorjahr: 1,60%). Die Pensionsverpflichtungen in Italien haben eine durchschnittliche Laufzeit von 8,5 Jahren (Vorjahr: 8,8 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2022 werden Leistungen in Höhe von 89 T€ und für die Geschäftsjahre 2023 bis 2031 in Höhe von 784 T€ an die Planteilnehmer erwartet. Sonstige personalbezogene Rückstellungen, einschließlich Rückstellungen für Vorruhestands- und Altersteilzeitverpflichtungen, werden unter "Sonstige Rückstellungen" ausgewiesen. Für weitere Informationen siehe Erläuterungen 10.13 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN. Sensitivitätsanalyse Die wichtigsten Schätzungen für die Bewertung der Pensionsrückstellungen betreffen die Abzinsungssätze, voraussichtliche künftige Gehälter und Pensionssteigerungen. Die tatsächlichen Daten weichen gegebenenfalls von diesen Annahmen ab, da sich das wirtschaftliche Umfeld oder die Marktbedingungen ändern können. Angemessene mögliche Änderungen zum Berichtsdatum an einer der relevantesten versicherungsmathematischen Annahmen bei gleichzeitiger Beibehaltung anderer Annahmen würden den Buchwert der beitragsorientierten Verpflichtungen um nachfolgend aufgeführte Beträge beeinflussen:
10.13. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN Sonstige Rückstellungen umfassen Folgendes:
Rückstellungen für Prozessrisiken beziehen sich hauptsächlich auf Prozesse mit Arbeitnehmern. Die verschiedenen Unsicherheiten bezüglich der Höhe dieser Rückstellungen wurden ausreichend berücksichtigt. Die Restrukturierungsrückstellungen im Berichtszeitraum beziehen sich im Wesentlichen auf ein Kosteneffizienzprogramm für die AutoScout24 GmbH. Die übrigen sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Kosten für Rückbauverpflichtungen. Die Rückstellung für die Rückbauverpflichtung wurde aufgrund einer Änderung der Abzinsungsschätzungen um -93 T€ angepasst. In den folgenden Perioden wird sich der Buchwert der Rückstellung aufgrund des Zeitablaufs erhöhen. Rückstellungen, die voraussichtlich nicht schon in Folgejahren zu einem Ressourcenabfluss führen, werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen, die bereits im Vorjahr abgezinst waren, wurden im Berichtszeitraum der Laufzeit entsprechend aufgezinst/aufgelöst. Der Abzinsungsfaktor basiert auf Marktzinssätzen. Der Mittelabfluss wird - in Höhe des oben als kurzfristig ausgewiesenen Betrages - überwiegend innerhalb des nächsten Geschäftsjahres erwartet. Für den als "langfristig" ausgewiesenen Betrag wird ein Abfluss von Ressourcen in Höhe von 711 T€ innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre erwartet. 10.14. DARLEHEN UND KREDITE Darlehen und Kredite setzen sich wie folgt zusammen:
Zum Erwerbszeitpunkt am 31. März 2020 hat die Speedster Bidco GmbH (ursprünglicher Schuldner) ein Darlehen in Höhe von 875.000.000 € ("FL"), ein zweites Darlehen mit dem Nennbetrag von 225.000.000 € ("SL"), eine revolvierende Kreditfazilität von 50.000.000 € und eine weitere revolvierende Kreditfazilität von 33.500.000 € im Rahmen der First- bzw. Second Lien Facility-Agreements aufgenommen. Am 6. Juli 2020 wurde das Senior-Facility-Agreement geändert. Dem Darlehensnehmer wurde ein weiterer Betrag von 50.000.000 € im Rahmen der zusätzlichen Leap-Facility (Leap Additional Facility) zur Verfügung gestellt. Die First-/Second Lien Facility-Agreements wurden zu diesem Zeitpunkt vollständig in Anspruch genommen, hauptsächlich für die Finanzierung der zahlbaren Gegenleistung für den Erwerb der AutoScout24-Gruppe und FFG sowie für Gebühren und Transaktionskosten im Zusammenhang mit dem Unternehmenserwerb. Die zusätzliche Leap-Facility wurde am 30. Juli 2020 in Anspruch genommen, hauptsächlich für die Finanzierung der gezahlten oder zu zahlenden Gegenleistung für den Erwerb von LeasingMarkt und die Finanzierung von Gebühren, Kosten und Aufwendungen des Konzerns in Verbindung mit Vorgenanntem und der zusätzlichen Leap-Fazilität, sowie den Finanzdokumenten für die zusätzliche Leap-Facility und Kosten für Währungsumrechnung. Die Leap Additional Facility wurde am 2. August 2021 zurückgezahlt und innerhalb der First Lien Facility mit einem Betrag von 52.500 T€ refinanziert. Dadurch erhöhte sich der Nominalbetrag der First Lien Facility auf 927.500 T€. Am 7. Juni 2021 wurde der Zinssatz der First Lien Facility von 3,25% auf 3,00% geändert. Für die Second Lien Facility wurde der Zinssatz am 3. Juni 2021 von 6,25 % auf 6,00 % geändert. Der Zinssatz der revolvierenden Kreditfazilität (zusammengefasst) wurde am 7. Juni 2021 von 3,00% auf 2,50% und am 2. Dezember 2021 auf 2,75% geändert. Am 30. Juni 2021 wurden 10.000 T€ der revolvierenden Kreditfazilität (zusammengefasst) in Anspruch genommen und am 18. November 2021 zurückgezahlt. Die Darlehen werden verzinst mit einem Zinssatz, der sich zusammensetzt aus einer Marge und dem geltenden EURIBOR (oder LIBOR für die Inanspruchnahme in GBP). Für LIBOR und EURIBOR gilt eine Untergrenze von null Prozent. Die Marge ist gebunden an das Verhältnis des EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit zur Nettoverschuldung. Im Geschäftsjahr 2020 erfolgte keine Margenanpassung im Gegensatz zu 2021. Im Juni 2021 wurde der Zinssatz für die First Lien Facility sowie die Second Lien Facility um 0,25% und für die revolvierende Kreditfazilität (zusammengefasst) um 0,50% gesenkt auf Basis der vertraglichen Bedingungen. Durch Änderungen in den Kennzahlen wurde die Marge für die revolvierende Kreditfazilität (zusammengefasst) im Dezember 2021 um 0,25 % erhöht. Alle ausstehenden Beträge der Fazilitäten unter der Erst- und Zweitpfandrechtsvereinbarung sowie unter der revolvierenden Kreditfazilität (zusammengefasst) sind bei Fälligkeit zur Rückzahlung fällig. Die Buchwerte der First und Second Lien Facility-Vereinbarungen sowie dem LEAP enthalten Transaktionskosten, die bei Aufnahme der Darlehen aktiviert wurden. Die Transaktionskosten werden über die Darlehenslaufzeit nach der Effektivzinsmethode abgeschrieben. Die zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschriebenen Transaktionskosten sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt:
Für die revolvierenden Kreditfazilitäten I und II werden die Transaktionskosten als aktive Rechnungsabgrenzung erfasst und anteilig über die Laufzeit der revolvierenden Kreditfazilitäten aufwandswirksam erfasst. Das zivilrechtliche Eigentum der Anteile an der AutoScout24 GmbH und ihrer jeweiligen Tochtergesellschaften wird als Teil des Vertrages und für die Laufzeit der Darlehen als Sicherheit an die Darlehensgeber übertragen. 10.15. DARLEHEN VON VERBUNDENEN UNTERNEHMEN Mit Wirkung zum 30. März 2020 wurde ein Darlehen (Darlehensvertrag 1) zwischen der H&F Speedster Lux S.à.r.l. (als Darlehensgeber) und der Speedster Holdco 2 GmbH (als Darlehensnehmer) mit einem Nennbetrag von 180.000 T€ abgeschlossen. Der Zinssatz ist auf 1,52% p.a. festgelegt. Zum 31. Dezember 2020 wurde der Nennwert des Gesellschafterdarlehens 1 aufgrund von kapitalisierten Zinsen um insgesamt 1.387 T€ auf 181.387 T€ erhöht. Am 9. September 2020 schlossen die H&F Speedster Lux S.à.r.l. (als Darlehensgeber) und die Speedster Holdco 2 GmbH (als Darlehensnehmer) ein weiteres Darlehen (Darlehensvertrag 2) mit einem Nennbetrag von 2.091 T€ ab. Der Zinssatz ist auf 1,52 % pro Jahr festgesetzt. Im Jahr 2020 fand keine Kapitalisierung der Zinsen statt. Mit Wirkung zum 4. März 2021 wurde zwischen der Speedster Holdco 2 GmbH und der H&F Speedster Lux S.à.r.l. ein Ausgleichs- und Einbringungsvertrag bzgl. der Darlehen von verbundenen Unternehmen geschlossen. Durch den Verkauf von Anteilen an der FFG erhielt die Gruppe einen Nettoerlös, der zur teilweisen Tilgung des Darlehensvertrag 1 verwendet wurde. Die Rückzahlung belief sich auf T€ 103.900. Weitere T€ 78.264 des Darlehensvertrag 1 erloschen mit der Einlage in die Kapitalrücklage durch Konfusion. Die nach der Rückzahlung verbleibenden Beträge aus den Darlehen von verbundenen Unternehmen betragen für den Darlehensvertrag 1 T€ 397 (Vorjahr: T€ 181.387) und für den Darlehensvertrag 2 T€ 2.123 (Vorjahr: T€ 2.091) inklusive kapitalisierter Zinsen. Die Darlehen von verbundenen Unternehmen sind 9 Jahre nach dem Vertragsbeginn fällig. Eine vorzeitige Rückzahlung ist unter bestimmten Bedingungen und nur dann, wenn der Darlehensnehmer sich dafür entscheidet, möglich. Die Darlehen unterliegen einem festen Zinssatz, wobei die Zinsen auf alle Darlehensbeträge anfallen. Die Zinsen sind nachträglich am letzten Tag jeder Zinsperiode, die einen Zeitraum von 6 Monaten umfasst, zu zahlen, oder der Darlehensnehmer kann durch entsprechende Mittteilung an den Darlehensgeber verlangen, dass alle oder ein Teil der auf das Darlehen für diese Zinsperiode aufgelaufenen Zinsen passiviert und dem Darlehen, das dem Darlehensgeber geschuldet wird, hinzugefügt werden. Der Nennwert und etwaige aufgelaufene Zinsen sind am obligatorischen Rückzahlungstermin zu zahlen. 10.16. SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich zu den jeweiligen Abschlussstichtagen folgendermaßen zusammen.
Die Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben resultieren aus der Put-Verbindlichkeit aus dem Erwerb der Leasingmarkt und der AutoScout24 Subscription GmbH sowie vereinbarte Earn-out Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb der Autoleasen.at (siehe Erläuterung 6. UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE und 8. EIGENKAPITALBETEILIGUNGEN UND SONSTIGE TRANSAKTIONEN). Weitere Informationen bezüglich Finanzinstrumenten sind in Erläuterungen 11.2 ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN aufgeführt. 10.17. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen umfassen:
10.18. SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN Sonstige Verbindlichkeiten setzen sich zu den jeweiligen Abschlussstichtagen folgendermaßen zusammen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Bonusvereinbarungen, Lohnsteuer und Sozialversicherung (6.438 T€; Vorjahr: 10.820 T€) sowie personalbezogene Verbindlichkeiten aus geleisteten Überstunden und nicht genommenem Urlaub (1.282 T€; Vorjahr: 1.190 T€). Übrige sonstige Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Wirtschaftsprüferhonorare sowie eine Vergütung für zukünftige Dienste des verbliebenen Managements von LeasingMarkt (siehe Erläuterungen 9.4 PERSONALAUFWAND). Weitere Informationen bezüglich Vertragsverbindlichkeiten sind in Erläuterungen 9.1 UMSATZERLÖSE aufgeführt. 10.19. LEASINGVERHÄLTNISSE Leasingverhältnisse als Leasingnehmer Da der Konzern digitale Marktplätze betreibt, spielen physische Vermögenswerte aus Leasingverhältnissen nur eine ergänzende Rolle für die Geschäftstätigkeit. Bestehende Leasingverhältnisse beziehen sich im Wesentlichen auf Büroräume, Fahrzeuge, IT-Ausrüstung und sonstige Büroausstattung. Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen In der folgenden Tabelle sind die Bewegungen der Nutzungsrechte aus fortgeführten Geschäftsbereichen für das Geschäftsjahr und das Vorjahr dargestellt:
In der folgenden Tabelle sind die in der Konzern-GuV enthaltenen Beträge aufgeführt, die Leasingverhältnissen zuzuordnen sind:
Leasingverbindlichkeiten Gemäß IFRS 16 werden Leasingverbindlichkeiten zum Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung oder zum Zeitpunkt des Beginns des Leasingverhältnisses bewertet. Zum Bilanzstichtag setzen sich die Leasingverbindlichkeiten folgendermaßen zusammen.
Zusammensetzung der Leasingverbindlichkeiten:
Verlängerungsoptionen werden bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen, wenn die Ausübung der Option hinreichend sicher ist. Verlängerungsoptionen bestehen für Büromietverträge, um Flexibilität zu gewährleisten. Da nicht hinreichend sicher ist, dass die jeweiligen Optionen ausgeübt werden, wurden diese bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten nicht berücksichtigt. Die folgenden künftigen potenziellen leasingbezogenen Zahlungen aufgrund der nicht hinreichend sicheren Optionen zur Verlängerung des Leasingverhältnisses wurden bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten nicht berücksichtigt:
Die Beträge in der Konzern-Kapitalflussrechnung, die den Leasingzahlungen zuzurechnen sind, sind im Cashflow aus den Finanzierungstätigkeiten enthalten (Zinsen: -374 T€; Vorjahr: -286 T€; Tilgung: -3.505 T€; Vorjahr: -2.762 T€). 11. SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN 11.1. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG In der Kapitalflussrechnung wird dargestellt, wie Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-äquivalente sich im Laufe des Geschäftsjahres verändert haben. Gemäß IAS 7 Kapitalflussrechnungen wird zwischen Änderungen der Cashflows aus operativer, Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen alle in der Bilanz erfassten Zahlungsmittel. Für den Cashflow aus operativer Tätigkeit wird die indirekte Methode und für den Cashflow aus Finanzierungs- und Investitionstätigkeit die direkte Methode verwendet. Effekte aus Währungsumrechnungen und Änderungen im Konsolidierungskreis wurden in der Berechnung eliminiert. Für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 beläuft sich das ausgewiesene Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen auf 54.151 T€ (Vorjahr: -22.120 T€). Das ausgewiesene EBITDA, fortgeführte Geschäftsbereiche, beträgt 140.112 T€ (Vorjahr: 58.867 T€). Der Netto-Cashflow aus der operativen Tätigkeit beträgt 123.231 T€ (Vorjahr: 11.700 T€). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beläuft sich auf 23.934 T€ (Vorjahr: -2.863.647 T€), wovon der Nettoerlös aus dem Verkauf der FFG-Gruppe 76.806 T€ beträgt. Der Erwerb von Tochterunternehmen in Höhe von -30.284 T€ (Vorjahr: -2.859.104 T€) beinhaltet die Kaufpreise abzüglich liquider Mittel für Autoplenum, LeasingTime, autoleasen.at, AutoScout24 Engine und AutoScout24 Subscription. Darüber hinaus ist die in 2021 geleistete Zahlung der zum 31. Dezember 2020 abgegrenzten Verbindlichkeit für die LeasingMarkt.de-Transaktion in Höhe von 10.000 T€ enthalten. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -151.543 T€ (Vorjahr: 2.895.358 T€) spiegelt die Rückzahlung des Darlehen von verbundenen Unternehmen (-103.900 T€) und die Zahlungen im Zusammenhang mit Leasing (-3.879 T€; Vorjahr: -3.048 T€) wider. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind im Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 folglich um -4.378 T€ (Vorjahr: 43.411 T€) von 43.512 T€ auf 39.134 T€ zurückgegangen. 11.2. ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN Buchwerte und beizulegende Zeitwerte Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Bilanzpositionen und der Kategorien gemäß IFRS 9 aufgegliedert pro Kategorie und beizulegenden Zeitwerten pro Klasse von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten. Gemäß IFRS 13 werden finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet. Die einzelnen Stufen der Fair-Value-Hierarchie werden wie folgt definiert:
Der Konzern ermittelt zum Ende des jeweiligen Berichtszeitraums, ob Transfers zwischen den Hierarchiestufen aufgetreten sind, indem die Klassifizierung (basierend auf dem Eingangsparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft wird. Für Umgliederungen zwischen den einzelnen Stufen der Fair-Value-Hierarchie wird unterstellt, dass sie zum Periodenende erfolgt sind. Solche Transfers hat es im Berichtszeitraum nicht gegeben. Die Allgemeine Verantwortung für die Überwachung aller wesentlichen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert, einschließlich der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 3, trägt die Finanzabteilung, die direkt an den Finanzvorstand berichtet. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wesentlicher Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden, sofern erforderlich, ausgewählte externe Wertgutachter hinzugezogen. Auswahlkriterien sind beispielsweise Marktkenntnis, Reputation, Unabhängigkeit und die Einhaltung professionaler Standards. Die Finanzabteilung entscheidet in Gesprächen mit den externen Wertgutachtern, welche Bewertungstechniken und Inputfaktoren in jedem einzelnen Fall anzuwenden sind.
* Der Buchwert entspricht annähernd dem
beizulegenden Zeitwert
* Der Buchwert entspricht annähernd dem
beizulegenden Zeitwert
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben im Wesentlichen eine kurze Restlaufzeit. Daher entsprechen ihre Buchwerte zum Ende des Berichtszeitraums annähernd ihrem beizulegenden Zeitwert. Zu den kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten gehören hauptsächlich debitorische Kreditoren und Zinsforderungen. Aufgrund der kurzfristigen Fälligkeit dieser Posten stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für ihren beizulegenden Zeitwert dar. Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte umfassen abgegrenzte Transaktionskosten, die der revolvierenden Kreditfazilität zuzuordnen sind, sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte. Die Kapitalbeteiligung an der smava GmbH wird gemäß IFRS 9.5.7.5 als finanzieller Vermögenswert im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Die Einstufung als finanzieller Vermögenswert über das sonstige Gesamtergebnis wurde vorgenommen, da dies als die angemessenste Darstellung für die Kapitalbeteiligung ermittelt wurde. Der Buchwert der kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten entspricht in etwa ihrem beizulegenden Zeitwert zum Berichtszeitpunkt. Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen hauptsächlich aufgelaufene Zinsen. Langfristige Finanzverbindlichkeiten umfassen Darlehen und Anleihen, Darlehen von verbundenen Unternehmen, Verbindlichkeiten aus Akquisitionen und sonstige langfristige Finanzverbindlichkeiten. Die sonstigen langfristigen Finanzverbindlichkeiten umfassen die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Earn-Out-Vereinbarung der autoleasen.at-Transaktion. Der relevante Inputparameter ist der Businessplan der autoleasen.at, wobei die ermittelten zukünftigen Zahlungen auf den Stichtag abgezinst werden. Darlehen und Kredite sowie die Darlehen von verbundenen Unternehmen zu fortgeführten Anschaffungskosten (FLAC) werden nach der Effektivzinsmethode bewertet. Im Berichtszeitraum gab es keine Änderungen an den Bewertungsmethoden. Der beizulegende Zeitwert von Darlehen und Anleihen sowie Darlehen von verbundenen Unternehmen wird anhand eines Discounted-Cashflow-Modells berechnet, das auf einem Abzinsungssatz basiert, der aus dem risikofreien Marktzins abgeleitet und um einen angemessenen Kreditrisikoaufschlag angepasst wird. Für den Kreditrisikoaufschlag wurden Aufschläge auf Unternehmensanleihen mit dem gleichen Rating wie Speedster verwendet. Für die 27% Anteile, die den nicht beherrschenden Anteilen an LeasingMarkt verbleiben, wurden vertraglich Put- und Call-Optionen vereinbart, die in verschiedenen Zeiträumen in den Jahren 2022-2024 ausübbar sind. Die Gruppe hat sich für die Anwendung der antizipierten Erwerbsmethode entschieden und bilanziert den Vertrag so, als ob die Verkaufsoption bereits ausgeübt worden wäre. Der entsprechende Betrag ist innerhalb der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Finanzielle Verbindlichkeiten aus Akquisitionen werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die relevante Inputgröße ist der Businessplan der LeasingMarkt, wobei die ermittelten zukünftigen Zahlungen auf den Stichtag abgezinst werden. Für die 25%igen Anteile, die den nicht beherrschenden Anteilen an der AutoScout24 Subscription GmbH verbleiben, wurden vertraglich Put- und Call-Optionen vereinbart, die in verschiedenen Zeiträumen in den Jahren 2024-2026 ausübbar sind. Die Gruppe hat sich für die Anwendung der antizipierten Erwerbsmethode entschieden und bilanziert den Vertrag so, als ob die Verkaufsoption bereits ausgeübt worden wäre. Der entsprechende Betrag wird innerhalb der sonstigen finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen. Finanzielle Verbindlichkeiten aus Akquisitionen werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die relevante Inputgröße ist der Businessplan der AutoScout24 Subscription GmbH, wobei die ermittelten zukünftigen Zahlungen auf den Stichtag abgezinst werden. Überleitung der Fair Values im Bereich Stufe 3 Die der Stufe 3 zugeordneten Finanzinstrumente haben sich in der Berichtsperiode wie in der Tabelle dargestellt entwickelt. Der Aufwand aus der Neubewertung der Verbindlichkeiten aus Übernahmen wurde im Finanzergebnis erfasst.
Bei der Beteiligung würde eine deutliche Erhöhung der Volatilität bzw. der Duration zu einem leichten Rückgang des beizulegenden Zeitwerts führen und umgekehrt. Für die Verbindlichkeiten aus Übernahmen, würde eine deutliche Erhöhung des Abzinsungssatzes zu einem leichten Rückgang des beizulegenden Zeitwerts führen und umgekehrt. Ein deutlicher Rückgang der Gewinnwachstumsrate würde zu einem starken Rückgang des beizulegenden Zeitwerts führen und umgekehrt. Nettogewinne/-verluste Die Nettogewinne und -verluste wurden im Geschäftsjahr wie folgt auf die IFRS 9-Kategorien verteilt:
Die Nettogewinne und -verluste in der Bewertungskategorie FAAC umfassen die Nettoneubewertung von Wertberichtigungen sowie sonstige Zinsen und ähnliche Erträge. Die Nettogewinne und -verluste in der Bewertungskategorie FLAC umfassen Zinsen und ähnliche Aufwendungen. Die Zinsaufwendungen aus der Anwendung der Effektivzinsmethode betrugen für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten 4.782 T€ (Vorjahr: 3.182 T€). Die Zinsaufwendungen für die Neubewertung von finanziellen Verbindlichkeiten aus Akquisitionen sind in der Bewertungskategorie FVTPL enthalten. Angaben zum Risiko- und Kapitalmanagement Die Gruppe ist verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt, die im Folgenden als Kreditrisiko, Liquiditätsrisiko, Fremdwährungsrisiko und Zinsrisiko erläutert werden. Im Allgemeinen wird das Risikomanagement in Zusammenarbeit mit der Finanzplanung und -analyse, der Rechtsabteilung und der Finanzabteilung der Gruppe durchgeführt. Die Risiken werden in Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten ermittelt, bewertet und abgesichert. Als Reaktion auf die veränderte Risikosituation werden entsprechende Prozessänderungen vorgenommen. Das Ziel des Risikomanagements ist es, das finanzielle Risiko durch geplante Maßnahmen zu reduzieren. Kreditrisiko Das Kreditrisiko wird auf Gruppenebene gesteuert. Kreditrisiken ergeben sich aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen. Kundenrisiken werden in der jeweiligen Tochtergesellschaft systematisch erfasst, analysiert und gesteuert, wobei sowohl interne als auch externe Informationsquellen genutzt werden. Das maximale Ausfallrisiko wurde in den Buchwerten der in der Bilanz ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte berücksichtigt. Es bestehen keine Sicherheiten oder andere Kreditverbesserungen, die das Kreditrisiko aus finanziellen Vermögenswerten reduzieren würden. Die Gruppe stuft einen finanziellen Vermögenswert als ausfallgefährdet ein, wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass der Schuldner seinen fälligen Kreditverpflichtungen gegenüber der Gruppe nachkommen kann, ohne dass die Gruppe auf Maßnahmen wie den Verkauf von Sicherheiten (falls vorhanden) zurückgreifen muss. Kreditrisiken entstehen insbesondere im Zusammenhang mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen. Da das Geschäftsmodell der Gruppe auf einem breiten Kundenstamm basiert, wird das Risiko von wesentlichen Forderungsausfällen als relativ gering eingeschätzt. Soweit Kreditrisiken identifizierbar sind, wird diesen durch aktives Forderungsmanagement sowie durch Bonitätsprüfungen der Kunden begegnet. Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt Speedster, ob die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte in der Bonität beeinträchtigt sind. Ein finanzieller Vermögenswert ist in der Bonität beeinträchtigt, wenn ein oder mehrere Ereignisse eingetreten sind, die eine nachteilige Auswirkung auf die geschätzten künftigen Cashflows dieses finanziellen Vermögenswerts haben. Indikatoren dafür, dass ein finanzieller Vermögenswert in der Bonität beeinträchtigt ist, sind unter anderem beobachtbare Daten über die folgenden Ereignisse:
Der Bruttobuchwert eines finanziellen Vermögenswerts wird abgeschrieben, wenn die Gruppe nach angemessener Einschätzung nicht davon ausgeht, dass der finanzielle Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist. In Übereinstimmung mit IFRS 9 wendet die Gruppe den vereinfachten Ansatz für erwartete Kreditausfälle (expected credit losses, ECL) für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an, der auf den über die gesamte Lebensdauer erwarteten Kreditausfälle basiert. Die erwarteten Ausfälle werden auf der Grundlage des historischen Zahlungsverhaltens der Kunden berechnet. Zu jedem Bilanzstichtag wird der erwartete Ausfall über die Restlaufzeit als Prozentsatz im Verhältnis zur Anzahl der überfälligen Tage berechnet. Die geschätzten erwarteten Kreditausfälle je Zeitband wurden anhand der historischen Kreditausfallerfahrung der letzten drei Jahre berechnet. Speedster hat die erwarteten Kreditausfälle hinsichtlich der Anzahl der überfälligen Tage ermittelt. Das Risiko einer Wertminderung erhöht sich erheblich bei ausstehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die mehr als 90 Tage überfällig sind. Sofern der ausstehende Saldo nicht unwesentlich ist, wird zur Schätzung der Kreditausfälle eine Einzelbewertung durchgeführt. Bei allen Posten außer den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind die Wertminderungsaufwendungen für die Gruppe unwesentlich. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass die Gruppe ihren finanziellen Verpflichtungen nicht oder nur eingeschränkt nachkommen kann. Der Finanzmittelbedarf wird durch den operativen Cashflow, durch die externe Finanzierung im Rahmen des Term and Revolving Facilities Agreement sowie das Schuldscheindarlehen gedeckt. Die Überwachung und Steuerung von Liquiditätsrisiken erfolgt zentral für den gesamten Konzern durch das operative Cash-Management des Konzerns. Das Risiko eines möglichen Liquiditätsengpasses wird durch eine regelmäßige Liquiditätsplanung und monatliche Cashflow-Analysen überwacht. Die Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten werden kontinuierlich überwacht und gesteuert.
Die obige Tabelle zeigt die zukünftigen nicht abgezinsten Zahlungsmittelabflüsse (Zinsen und Tilgung) zu den bestehenden finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die Beträge sind daher nicht abstimmbar mit den Werten in der Bilanz. Lediglich die Beträge für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind abstimmbar, da diese aufgrund von Unwesentlichkeit nicht abgezinst werden. Zukünftige Zahlungsmittelabflüsse, die auf variablen Zinssätzen basieren, werden durch Anwendung von Forward-Zinssätzen auf der Grundlage der EURIBOR-Zinskurve zum 31. Dezember 2021 ermittelt. Währungs- und Zinsänderungsrisiko Die Gruppe ist derzeit Währungsrisiken ausgesetzt, die nicht wesentlich sind. Die Umsätze werden hauptsächlich in Euro erzielt. Umrechnungsrisiken aus der Umrechnung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ausländischer Tochtergesellschaften in die Berichtswährung werden grundsätzlich nicht abgesichert. Aufgrund des konzernweiten Cash-Managements lauten die konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten auf Euro. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Konzerngesellschaften enthalten keine Fremdwährungen. Der Konzern unterliegt aufgrund seiner langfristigen Fremdfinanzierung einem Zinsänderungsrisiko. Die in Euro aufgenommenen Darlehen mit variablen Zinssätzen (6-Monats-EURIBOR) setzen den Konzern einem Cashflow-Zinsrisiko aus. Da der 6-Monats-EURIBOR zum 31. Dezember 2021 negativ ist, während LIBOR und EURIBOR einer Untergrenze von null Prozent unterliegen, gehen wir davon aus, dass das Cashflow-Zinsrisiko unwesentlich ist. Auf Basis der durchgeführten Simulationen hat der Konzern die Auswirkungen von festgelegten Zinssatzänderungen auf das Ergebnis ermittelt. Die Szenarien werden nur für die Verbindlichkeiten analysiert, die den wesentlichen Teil der zu verzinsenden Verbindlichkeiten darstellen. Bei einer angenommenen Veränderung des 6-Monats-EURIBOR zum Bilanzstichtag um +350 Basispunkte würde sich der Zinsaufwand um 33.999 T€ erhöhen. Ein Rückgang des 6-Monats-EURIBOR hätte aufgrund der oben beschriebenen Untergrenze keine Auswirkung. Das Liquiditätsmanagement wird in Zusammenarbeit mit der Finanzplanung und -analyse, der Rechtsabteilung und dem Konzern-Treasury durchgeführt. Bei der Anlage der liquiden Mittel werden die Banken und Anlageformen sorgfältig ausgewählt und im Rahmen des Treasury- Management-Reportings regelmäßig überwacht. Auch die Risikolage sowie die Einhaltung der Risikoschwellen werden regelmäßig überwacht. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden nur bei renommierten Geschäftsbanken mit hoher Bonität angelegt. Kapitalmanagement Das Ziel von Speedster im Hinblick auf das Kapitalmanagement ist es, die Unternehmensfortführung sicherzustellen und das langfristige Wachstum des Konzerns zu finanzieren. Die Kapitalstruktur des Konzerns wird kontinuierlich optimiert und an die jeweiligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. Die Überwachung der wirtschaftlichen Kapitalstruktur erfolgt durch den CFO auf Basis einer monatlichen Berichterstattung zur Nettoverschuldung. Die wirtschaftliche Nettoverschuldung umfasst Darlehen und Anleihen sowie Leasingverbindlichkeiten mit Grandfathering zum Berichtszeitpunkt. Grandfathered bedeutet, dass ein Leasingverhältnis, das vor der Einführung von IFRS 16 kein "Finanzierungsleasing" oder "Kapitalleasing" gewesen wäre ("Grandfathered Operating Lease"), nicht in der konsolidierten Nettoverschuldung enthalten ist.
Eine der wichtigsten Finanzkennzahlen ist die Rentabilitätskennzahl "EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit des Konzerns". Das EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit enthält nichtoperative Kosten zu denen einmalige Kosten gehören, die auf M&A-Transaktionen einschließlich der Post-Merger-Integration zurückzuführen sind, sowie Personalkosten im Zusammenhang mit Änderungen in der Organisationsstruktur (z. B. Kosten im Zusammenhang mit Beurlaubungen und Abfindungen sowie sonstige Personalkosten, die einmalig oder außerordentlich sind). Wie in der nachstehenden Tabelle dargestellt, basiert das bereinigte EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit auf dem ausgewiesenen EBITDA gemäß der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, bereinigt um nicht-operative Effekte. Im Geschäftsjahr 2021 beliefen sich diese nicht-operativen Effekte auf 17.100 T€ (Vorjahr: 44.398 T€), die in den Erläuterungen 9.2 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE, 9.4 PERSONALAUFWAND, 9.6 IT-AUFWAND und 9.7 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN näher erläutert sind. Zu den nicht-operativen Effekten gehören insbesondere einmalige Kosten, die auf M&A-Transaktionen einschließlich der Integration nach dem Zusammenschluss zurückzuführen sind. Die Überleitung vom EBITDA (ausgewiesen) zum EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit sowie die Entwicklung der nicht-operativen Posten sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:
Das Senior Facilities Agreement enthält eine sog. Springing Consolidated Senior Secured Net Leverage Ratio Covenant (Financial Covenant), die an jedem Quartalsstichtag getestet wird, an dem die Gesamtheit aller Kredite (abzüglich der Barmittel und Barmitteläquivalente der Gruppe und unter Ausschluss etwaiger Akkreditive oder Bankgarantien und aller Nutzungen im Rahmen von Zusatzfazilitäten) im Rahmen des ursprünglichen RCF und jeder anderen relevanten revolvierenden Fazilität 50 % der Gesamtsumme der gesamten RCF-Verpflichtungen übersteigt (zum jeweiligen Quartalsdatum oder, falls höher, zum Datum des Senior Facilities Agreement) und die Gesamtverpflichtungen in Bezug auf jede relevante revolvierende Fazilität (zum jeweiligen Quartalsdatum oder, falls höher, zum Datum der entsprechenden Mitteilung über die zusätzliche Fazilität, mit der diese Fazilität eingerichtet wird). Der Consolidated Senior Secured Net Leverage Ratio ist definiert als das Verhältnis des Consolidated Senior Secured Net Leverage am letzten Tag des betreffenden Zeitraums dividiert durch das konsolidierte Pro-Forma-EBITDA für den betreffenden Zeitraum. Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr die externen Mindestkapitalanforderungen gemäß der Term- und revolvierenden Kreditvereinbarung (hier: Covenant) eingehalten. 11.3. ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG Put- und Call Optionen LeasingMarkt Im Zusammenhang mit dem Erwerb von 73% der Anteile an LeasingMarkt am 20. Juli 2020 hat der Konzern Call- und Put-Optionen auf die verbleibenden 27% der Anteile der Altgesellschafter vereinbart. Zu den Altgesellschaftern zählen auch Mitarbeiter von LeasingMarkt. In diesen Fällen ist die Ausübung der Put-Optionen davon abhängig, dass die Mitarbeiter Leistungen für LeasingMarkt erbringen. Die Call- und Put-Optionen werden als anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich (cash-settled) bilanziert, da die Mitarbeiter letztendlich Bargeld anstelle von Eigenkapitalinstrumenten erhalten und der Konzern die Kosten trägt. Die Put-Optionen können in den Jahren 2022, 2023 und 2024 im Zeitraum von Anfang März bis Ende Mai ausgeübt werden. Der Ausübungszeitraum der Call-Optionen liegt in den Jahren 2022, 2023 und 2024 zwischen Anfang Juni und Ende August. Ansonsten unterscheiden sich Call- und Put-Optionen nicht voneinander. Eine Ausübung der Put-Optionen setzt voraus, dass der Berechtigte bis zum Beginn des jeweiligen Ausübungszeitraums bei LeasingMarkt beschäftigt ist. Andernfalls verfällt die Put-Option. Im Falle einer vorzeitigen Kündigung (Bad Leaver) besteht für LeasingMarkt die Möglichkeit, die ausstehenden Aktien des Bad Leavers zu erwerben (Leaver-Call-Option). Im Fall der Leaver-Call- Option ist der Ausübungspreis niedriger als bei der regulären Call-Option. Bei Ausübung der Optionen ist der jeweilige Betrag in bar zu zahlen. Der Optionspreis wird in jedem Ausübungszeitraum im Wesentlichen auf der Grundlage eines anteiligen EBITDA-Multiples abzüglich der Nettoverschuldung ermittelt. Der beizulegende Zeitwert der Optionen zum Bilanzstichtag wird aus dem aktuellen Geschäftsplan unter Berücksichtigung der Preisformeln der Optionen abgeleitet. Die Bewertung basiert auf dem geschätzten zukünftigen EBITDA und der geschätzten zukünftigen Entwicklung der relevanten Kennzahlen. Die Ergebnisse werden unter Verwendung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die aktuellen Markteinschätzungen des Zeitwerts des Geldes und der für den zugrunde liegenden Vermögenswert spezifischen Risiken widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Es wird jeweils von der frühestmöglichen Ausübung ausgegangen, da entweder die Put- oder die Call-Option im Geld ist. In der Berichtsperiode ergab sich eine Änderung der zugrundeliegenden Schätzung der Rückstellung und ein entsprechender Ertrag in Höhe von 554 T€. (Vorjahr: Aufwand 587 T€). Die Rückstellung zum 31. Dezember 2021 betrug 33 T€ (Vorjahr: € 587 T€). Langfristiges Anreizprogramm 2018 für Führungskräfte Die Scout24 SE gewährte ausgewählten Führungskräften im Rahmen des im Juli 2018 eingeführten langfristigen Anreizprogramms 2018 (kurz: LTIP 2018) ein langfristiges Vergütungsinstrument mit Anreizwirkung. Da AutoScout24 zu diesem Zeitpunkt noch Teil der Scout24-Gruppe war, konnten auch die Mitarbeiter von AutoScout24 an diesem Plan teilnehmen. Das LTIP 2018 soll die Bindung der Mitarbeiter an die Mitglieder des Vorstandes und an die Führungskräfte der Scout24-Gruppe fördern. Der Plan zielt darauf ab, die Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Entwicklung der Scout24-Gruppe auszurichten und belohnt eine steigende Profitabilität und Umsatzsteigerung sowie die Entwicklung der Scout24 Aktien im Vergleich einer ausgewählten Gruppe von Vergleichsunternehmen. Zu diesem Zweck erhalten die ausgewählten Begünstigten virtuelle Scout24-Aktien (Share Units). Die Abrechnung erfolgt durch die Scout24 SE als Barausgleich. Da die AutoScout24 keine Zahlungsverpflichtung hat, jedoch die entsprechende Arbeitsleistung erhält, wird dieser Plan im Konzernabschluss als "equity settled" im Sinne von IFRS 2 bilanziert. Ein Anteil von 50% der gewährten Share Units unterliegt einer dreijährigen Sperrfrist, die anderen 50% unterliegen einer Sperrfrist von vier Jahren. Sie wurden erstmals am 1. Juli 2018 zugeteilt, womit die Sperrfrist ebenfalls am 1. Juli 2018 begann. Darüber hinaus handelt es sich bei 35% der gewährten Share Units um Retention Share Units (RSUs), die an die Bedingung der Weiterbeschäftigung geknüpft sind. Sie werden in Raten von 1/12 bzw. 1/16 in jedem Quartal über die drei bzw.- vierjährige Sperrfrist übertragen. Der verbleibende Anteil von 65% der gewährten Share Units sind Performance Share Units (PSUs), die sowohl an die Bedingung der Weiterbeschäftigung als auch an Leistungsbedingungen geknüpft sind. Drei gleich gewichtete Leistungsbedingungen sind definiert und beziehen sich auf (i) Umsatzwachstumsziele, (ii) Wachstumsziele in Bezug auf das EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit und (iii) ein Ziel in Bezug auf eine relative Kapitalmarktbedingung. Zur Berechnung der Höhe des Barausgleichs wird die Anzahl der Performance Share Units mit dem Leistungsfaktor multipliziert, der sich nach dem Erfüllungsgrad der drei beschriebenen Leistungsbedingungen richtet. Dieser Leistungsfaktor ist auf 200% begrenzt. Die Umsatzwachstumsbedingung bezieht sich auf die annualisierte Wachstumsrate des ausgewiesenen Umsatzes der Scout24 SE zwischen dem Gewährungszeitpunkt und dem Ende der jeweiligen Sperrfrist, berechnet als durchschnittliche jährliche Wachstumsrate. Die Wachstumsziele in Bezug auf das EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit beziehen sich auf die annualisierte Wachstumsrate des EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit der letzten zwölf Monate der Scout24 SE, die im jeweiligen Zwischenabschluss für das Halbjahr zwischen dem Gewährungszeitpunkt und dem Ende der jeweiligen Sperrfrist ausgewiesen wird. Das Kursziel als "relative Kapitalmarktbedingung" bezieht sich auf die relative Performance des Total Shareholder Return (TSR) der Scout24-Aktie im Vergleich zur TSR-Perfomance einer Vergleichsgruppe von Wettbewerbern innerhalb der jeweiligen Sperrfrist. Der Auszahlungsbetrag je Anteilsschein ist auf das Dreieinhalbfache des Anteilsscheinpreises am Tag der Gewährung begrenzt. Modifikation für Beschäftigte der AutoScout24 Das LTIP 2018 wurde in der ersten Hälfte des Jahres 2020 aufgrund des Verkaufs von AutoScout24 geändert. Für die Teilnehmer des AutoScout24 Programms wurden die bis zum 31. März 2020 (Abschlussdatum des AutoScout24-Verkaufs) freigegebenen Retention Share Units (RSUs) zu den vor der Änderung geltenden Bedingungen ausgezahlt; für die Bewertung wurde der Aktienkurs von 56 EUR zum 31. März 2020 herangezogen. Die verbleibenden Retention Share Units (RSUs) werden annulliert und können nach dem 31. März 2020 nicht mehr ausgeübt werden. Für die Performance Share Units (PSUs) wurde derselbe Anteil bis zum 31. März 2020 als freigegeben betrachtet wie für die RSUs und ebenfalls zu den vor der Änderung geltenden Bedingungen ausgezahlt; für die Bewertung wurden der Aktienkurs und der Leistungsfaktor zum 31. März 2020 verwendet. Die Auszahlungen für die PSUs und RSUs erfolgten im zweiten Quartal 2020 und betrugen insgesamt 12.985 T€. Die AutoScout24-Teilnehmer hatten Anspruch auf die restlichen PSUs, wenn sie am 31. März 2021 noch in einem Arbeitsverhältnis standen. Bei der Bewertung zum 31. März 2021 waren ein Performancefaktor von 100% und der Aktienkurs zum Stichtag zugrunde zu legen. Die Auszahlungen betrugen insgesamt 7.055 T€. Die Gesamtzahl der im Rahmen des langfristigen Anreizprogramms gehaltenen Aktien stellt sich für die betrachteten Zeiträume wie folgt dar:
Für die Performance Share Units wurde zur Vereinfachung ein deterministischer Ansatz verwendet, der von einer durchschnittlichen Erreichung von 100% bezogen auf die relative Kapitalmarktbedingung des Total Shareholder Return. Daraus ergibt sich ein beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung von 36,00 EUR. Die erwartete Erreichung der nicht marktwirtschaftlichen Bedingung EBITDA und Umsatzwachstum wurde in Übereinstimmung mit den veröffentlichten Informationen der Scout24 SE festgelegt. Da die Auszahlungen im Jahr 2020 auf dem Leistungsfaktor zum Stichtag 31. März 2020 basieren (innerer Wert), wurde kein zusätzlicher Zeitwert gewährt. Das Gleiche gilt für die Auszahlungen im Jahr 2021, da der Leistungsfaktor am Abschlussstichtag über 100% lag. Für den LTIP 2018 wurde im Geschäftsjahr ein Personalaufwand von insgesamt 196 T€ (Vorjahr: 589 T€) erfasst. 11.4. TRANSAKTIONEN MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen (vgl. Erläuterungen 11.7 AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES DER SPEEDSTER HOLDCO 2 GMBH NACH § 313 (2) NR. 1-4 HGB) unterhält der Konzern Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen. Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen zählen die folgenden Unternehmen (keine natürlichen Personen):
Transaktionen mit Verbundenen Unternehmen Mit Wirkung zum 30. März 2020 wurde ein Darlehen von verbundenen Unternehmen zwischen der H&F Speedster Lux S.à.r.l. (als Darlehensgeber) und der Speedster Holdco 2 GmbH (als Darlehensnehmer) mit einem Nennbetrag von 180.000 T€ abgeschlossen. Am 9. September 2020 schlossen die H&F Speedster Lux S.à.r.l. (als Darlehensgeber) und die Speedster Holdco 2 GmbH (als Darlehensnehmer) ein weiteres Darlehen mit einem Nennbetrag von 2.091 T€ ab. Weitere Angaben finden Sie in Erläuterungen 10.15 DARLEHEN VON VERBUNDENEN UNTERNEHMEN. Zum 31. Dezember 2021 belaufen sich die Zinsverbindlichkeiten auf 12 T€. Darüber hinaus hat der Konzern Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Nennwert von 39 T€ erfasst (Vorjahr: 162 T€). Transaktionen mit assoziierten Unternehmen Im Berichtszeitraum hat der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 1.094 T€ (Vorjahr: 1.017 T€) mit Sumauto Motor S.L. realisiert. Die Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden zu marktüblichen Bedingungen abgewickelt, d. h. zu den gleichen Konditionen wie Geschäfte mit unabhängigen Geschäftspartnern. Weitere Informationen zu den Jahresabschlüssen von SUMAUTO MOTOR S.L., Madrid (Spanien), und imove AS, Bergen (Norwegen), finden Sie in Erläuterungen 10.4 BETEILIGUNGEN AN AT-EQUITY BILANZIERTEN UNTERNEHMEN zu finden. Transaktionen mit den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen Als Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen werden diejenigen Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer Funktion innerhalb des Konzerns oder aufgrund der Interessen des Konzerns für das weltweite operative Geschäft des Konzerns verantwortlich sind. Die folgenden Personen gehören oder gehörten dem Schlüsselmanagement des Konzerns an:
Die Vergütung für das Management in Schlüsselpositionen setzt sich folgendermaßen zusammen:
Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung nach § 314 Abs. 1 Nr. 6a Satz 1 bis 3 HGB setzen sich folgendermaßen zusammen:
Neben den oben genannten Beziehungen hatte der Konzern keine sonstigen geschäftlichen Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen. 11.5. HONORARE UND DIENSTLEISTUNGEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS Die Gesamthonorare und Dienstleistungen für den Wirtschaftsprüfer des Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:
11.6. EREIGNISSE NACH DER BERICHTSPERIODE Finanzierung Um sich gegen das Risiko von variablen Zinszahlungen abzusichern, hat der Konzern im Geschäftsjahr 2022 Zinsswaps in einem Volumen von 750.000 T€ und einer Laufzeit bis 31. März 2026 abgeschlossen. Am 28. Juli 2022 hat die Speedster Bidco GmbH eine zusätzliche Fazilität mit einem Nominalbetrag von 85.000 T€ und eine Laufzeit bis zum 31. März 2027 zur Finanzierung der Übernahme von AUTOproff abgeschlossen. Im März 2023 hat der Konzern im Rahmen der revolvierenden Kreditfazilität ein Darlehen in Höhe von 41.000 T€ aufgenommen. Der Betrag wurde im April 2023 zurückgezahlt. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte eine Erhöhung der Kapitalrücklage in Höhe von 58.625 T€. Hintergrund dieser Einbringung war die konzerninterne und vertraglich vereinbarte Einbringung und Abtretung einer Kaufpreisforderung der H&F Speedster Lux Sàrl gegen die AutoScout24 GmbH im Zusammenhang mit der Akquisition von AUTOproff. Dieses wurde anhand einer Kette der Gesellschaften Speedster Holdco 1 - 4 GmbH und Speedster Bidco GmbH an die AutoScout24 GmbH weitergeleitet. Am 27. Januar 2023 wurde ein Darlehensvertrag zwischen der Speedster Bidco GmbH als Kreditgeber und smava GmbH als Kreditnehmer mit einem Nominalbetrag von 3.500 Tsd. € abgeschlossen. Der Betrag wurde am 1. Februar 2023 an die smava GmbH ausgezahlt. Unternehmenszusammenschlüsse Erwerb von Minderheitsanteilen an der LeasingMarkt Im zweiten Quartal 2022 übten die nicht beherrschenden Gesellschafter der LeasingMarkt ihre Put-Optionen auf Aktien (6,75%) der LeasingMarkt aus. Die Gegenleistung beträgt 12.271 T€ und wurde im April 2022 bezahlt. Im zweiten Quartal 2023 übten die nicht beherrschenden Gesellschafter der Leasingmarkt ihre Put-Optionen auf Aktien (6,75%) der LeasingMarkt aus. Die Gegenleistung beträgt 8.450 T€ und wurde im Mai 2023 bezahlt. Übernahme von AUTOproff Mit Kaufvertrag vom 25. März 2022 hat AutoScout24 70 % der Anteile an der Auction Group A/S, Dänemark ("AUTOproff"), einer europäischen B2B-Plattform für Gebrauchtfahrzeuge, erworben. Die Akquisition umfasst die Tochtergesellschaften der Auction Group A/S. Die Übernahme wurde am 28. Juli 2022 abgeschlossen. Für die restlichen 30% der Anteil sind Put- und Call-Optionen vertraglich vereinbart, die in unterschiedlichen Zeiträumen in den Jahren 2025-2027 ausübbar sind. Der Konzern hat sich dafür entschieden, die antizipierte Erwerbsmethode anzuwenden und den Vertrag so zu bilanzieren, als ob die Put-Option bereits ausgeübt worden wäre. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses wurden separate Transaktionen zur Vergütung künftiger Leistungen des verbleibenden Managements abgeschlossen. Diese Vergütung ist nicht Teil der Gegenleistung, sondern muss als separate Transaktion bilanziert werden. Die Vergütung wurde daher gemäß IFRS 2 erfasst und stellt einen Personalaufwand dar. Im Geschäftsjahr 2022 wurde hierfür Aufwand in Höhe von 6.859 T€ erfasst. Angefallene Anschaffungsnebenkosten in Höhe von 2.690 T€ wurden direkt bei Entstehung im Geschäftsjahr 2022 erfolgswirksam erfasst und unter den "sonstigen betrieblichen Aufwendungen" ausgewiesen. Sie bestehen hauptsächlich aus Anwaltskosten. In der folgenden Tabelle werden die Beträge der identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt dargestellt:
Derzeit wird davon ausgegangen, dass es im Zusammenhang mit den erworbenen Forderungen zu keinen Zahlungsausfällen kommen wird. Der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Forderungen, welcher sich auf 3.124 T€ beläuft, entspricht somit seinem Fair Value und gilt als erzielbar. Die folgende Tabelle fasst die für AUTOproff übertragene Gegenleistung, die Beträge der erworbenen Vermögenswerte, die übernommenen Schulden und die Put-Verbindlichkeit im Zusammenhang mit der antizipierten Erwerbsmethode bei AUTOproff sowie den im Konzernabschluss unter den immateriellen Vermögenswerten erfassten Geschäfts- oder Firmenwert zusammen. Der Reinvestitionsbetrag wurde nicht in bar ausgezahlt, sondern blieb als gestundete Forderung offen. Der Reinvestitionsbetrag wurde dann in Form von Anteilen an der obersten beherrschenden Muttergesellschaft des Konzerns gezahlt und daher als Kapitaleinlage der Muttergesellschaft verbucht.
Die im Rahmen der Kaufpreisallokation erstmals zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und die wichtigsten Annahmen für die Bewertung stellen sich wie folgt dar:
Darüber hinaus reduzierte eine Fair-Value-Anpassung die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 295 T€. Die Restnutzungsdauer beträgt 2 Jahre und die Kapitalkosten belaufen sich auf 6,35-6,42%. Der aus der Transaktion resultierende Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 132.959 T€ ist auf zukünftige Ertragspotenziale aus der Nutzung erwerberspezifischer Synergien sowie der Stärkung der Marktposition zurückzuführen. Daher wird der Geschäfts- oder Firmenwert vollständig der zahlungsmittelgenerierenden Einheit AUTOproff zugeordnet. Es wird nicht erwartet, dass der infolge dieser Akquisition erfasste Geschäfts- oder Firmenwert für Zwecke der Einkommensteuer abzugsfähig ist. Seit der Erstkonsolidierung hat AUTOproff Umsatzerlöse in Höhe von 18.024 T€ und einen Verlust nach Steuern in Höhe von 4.293 T€ in der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2022 beigesteuert. Wäre AUTOproff bereits zum 1. Januar 2022 konsolidiert worden, hätte es einen Umsatzbeitrag in Höhe von 42.769 Tsd. € und einen Verlust nach Steuern in Höhe von -2.215 T€ im Geschäftsjahr 2022 beigesteuert. Sonstige Übernahmen Darüber hinaus schloss der Konzern im Geschäftsjahr 2022 zwei kleinere Asset-Deals mit einem Gesamtbarpreis von 988 Tsd. € zuzüglich Earn-Outs in Höhe von 994 T€ bis zu 1.600 T€ ab. Für beide Asset Deals wurde im Geschäftsjahr 2022 eine Erwerbergesellschaft gegründet (Gobility GmbH bzw. LeasingMarkt NL B.V.). Am 16. August 2022 erwarb die Gobility GmbH leasinguniverse.de. Mit der Akquisition erweitert der Konzern seine Marktreichweite und stärkt seine Marktposition in Deutschland. Der Konzern ist verpflichtet, einen zusätzlichen Kaufpreis auf Basis der zwischen Mai und Juli 2023 generierten Website-Klicks zu zahlen. Die Höhe richtet sich nach dem Prozentsatz der Zielerreichung und beträgt maximal 100 T€. Die zweite Akquisition, die LeaseBizz B.V. und LeaseTrader B.V. betrifft, wurde am 1. April 2022 von LeasingMarkt NL B.V. als Erwerber durchgeführt. Mit der Akquisition erweitert die Gruppe die Produktpalette um Leasing in den Niederlanden. Der Konzern ist verpflichtet, einen zusätzlichen Kaufpreis auf Basis der in den Geschäftsjahren 2023-2025 erzielten Umsätze zu zahlen. Im Geschäftsjahr 2023 sind 10 %, im Geschäftsjahr 2024 15 % und im Geschäftsjahr 2025 jeweils 20 % der erzielten Umsätze als bedingter Kaufpreis zu zahlen. Der bedingte Kaufpreis ist kumulativ auf 1.500 T€ begrenzt. Umsatzerlöse und Gewinne bzw. Verluste aus den beiden Akquisitionen sind für den Konzernabschluss der Gruppe nicht wesentlich. Aus den Kaufpreisallokationen resultieren sonstige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 495 T€ und ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1.486 T€ (zugeordnet zur zahlungsmittelgenerierenden Einheit LeasingMarkt), der nicht separierbare immaterielle Vermögenswerte wie Mitarbeiter-Know-how und erwartete Synergieeffekte umfasst. Der auf leasinguniverse.de entfallende Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich absetzbar, während der Geschäfts- oder Firmenwert im Zusammenhang mit der Akquisition von LeaseBizz B.V und LeaseTrader B.V. steuerlich nicht abzugsfähig ist. Imove Im Rahmen einer im Jahr 2022 durchgeführten Umstrukturierung wurde die Mama Holding Company AS, Bergen, Norwegen gegründet und die imove AS eine 100%-ige Tochtergesellschaft dieser Gesellschaft. Die bisherigen Gesellschafter der imove AS halten nach der Restrukturierung eine Direktbeteiligung an der Mama Holding Company AS im gleichen Verhältnis, wie sie zuvor eine Beteiligung an imove AS gehalten haben. Im Februar 2023 investierte ein neuer Investor im Rahmen einer Finanzierungsrunde in Mama Holding Company AS. Der Konzern verfügt nach dem Einstieg des neuen Investors weiterhin über maßgeblichen Einfluss auf Mama Holding Company AS und hält zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses 19,60% (18,39% verwässert) der Anteile. Smyle Im Geschäftsjahr 2022 wurden die Gesellschaften AutoScout24 Smyle GmbH und AutoScout Smyle Engine GmbH aufgesetzt, die vollkonsolidiert werden. Über die Gesellschaften wird das Ende der Berichtsperiode eingeführte Geschäftsmodell "Smyle" abgewickelt, über das der Konzern den Nutzern des Marktplatzes den vollständigen Online-Kauf von Fahrzeugen ermöglicht. Russland-Ukraine Konflikt Seit Februar 2022 befinden sich Russland mit der Ukraine in einem Angriffskrieg. Speedster generiert keine Umsätze bzw. Kosten gegenüber diesen Ländern. Die resultierende Unsicherheit bei Endverbrauchern sowie der potenzielle Gasmangel für Unternehmen beeinflussen die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in Europa negativ. Des Weiteren trägt der Konflikt zu steigender Inflation bei, welche Löhne und Rohstoffpreise in Deutschland sowie im Rest der Eurozone in die Höhe treibt. Weitere Auswirkungen, die spezifisch das Geschäft der Speedster Group betreffen, sind derzeit noch nicht absehbar. 11.7. AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES DER SPEEDSTER HOLDCO 2 GMBH NACH § 313 (2) NR. 1-4 HGB Liste der voll konsolidierten Unternehmen:
* Das Unternehmen hat von der
Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch
gemacht und die hierfür erforderlichen Unterlagen beim
Bundesanzeiger zur Veröffentlichung eingereicht.
Das zivilrechtliche Eigentum an den Anteilen der AutoScout24 GmbH und ihrer jeweiligen Tochtergesellschaften wird als Teil des Vertrages und für die Laufzeit der Darlehen als Sicherheit an die Darlehensgeber übertragen. Da Speedster über die laufende Beherrschung verfügt, sind AutoScout24 und seine jeweiligen Tochtergesellschaften Teil des Konzernabschlusses. Liste der assoziierten bzw. Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden:
Liste der Beteiligungen:
Die Speedster Holdco 2 GmbH ist ein Tochterunternehmen der Speedster Holdco 1 GmbH, Grünwald (vormals München). Die Berichtsgesellschaft wird in den Konzernabschluss der Speedster Holdco 1 zum 31. Dezember 2021 einbezogen und veröffentlicht. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Konzernabschluss der Speedster Holdco 1 GmbH stellt den größten Konsolidierungskreis dar und wird auf freiwilliger Basis nach den in der Europäischen Union verbindlichen International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, erstellt. TAG DER FREIGABE DER VERÖFFENTLICHUNG Der Konzernabschluss wird am 18. Oktober 2023 zur Veröffentlichung freigegeben.
Grünwald, Deutschland, 18. Oktober 2023 Peter Brooks-Johnson Biliana Alabatchka Dr. Michael Luhnen BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Speedster Holdco 2 GmbH, Grünwald Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Speedster Holdco 2 GmbH, Grünwald, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern- Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethode - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Speedster Holdco 2 GmbH, Grünwald, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs, oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 18. Oktober 2023 Deloitte
GmbH
Wolfgang Braun, Wirtschaftsprüfer Katharina Haugg, Wirtschaftsprüferin |
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