ZF Investment GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Maik Schneider seit 21.10.2025 | Geschäftsführer |
Florian Anselm Dr. Ade seit 8.1.2021 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
ZF Friedrichshafen AGFriedrichshafenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die ZF Friedrichshafen AG PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Kapitalflussrechnung und die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ZF Friedrichshafen AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und • vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDer Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden, für den Geschäftsbericht vorgesehenen Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erhalten haben, insbesondere: • Kennzahlen, • Konzern im Profil, • Focus Forward, • Management (u. a. Vorstandsbrief und Bericht des Aufsichtsrats), • Nachhaltigkeit, aber nicht den Konzernabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Konzernlageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen • wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können; • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben; • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben; • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann; • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt; • holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile; • beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns; • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, 4. März 2024 EY
GmbH & Co. KG
Renner, Wirtschaftsprüferin Herbst, Wirtschaftsprüfer Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Konzern-Gesamtergebnisrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
1 ) Davon entfallen auf zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen 0 Mio. € (Vj. 1 Mio. €) Konzern-Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Konzernanhang für 2023der ZF Friedrichshafen AGGRUNDLAGENKonzernstrukturDie ZF Friedrichshafen AG ist eine Aktiengesellschaft, die zu 93,8 % der Zeppelin-Stiftung und zu 6,2 % der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung gehört. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in 88046 Friedrichshafen, Deutschland, Löwentaler Straße 20 und ist unter der Nummer HRB 630206 im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm eingetragen. Für weitere Ausführungen zur Konzernstruktur verweisen wir auf den Lagebericht. AllgemeinesDie Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzernbilanz, der Konzern-Kapitalflussrechnung sowie der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung sind im Konzernanhang aufgegliedert bzw. erläutert. Konzernwährung ist der Euro. Soweit nichts anderes vermerkt ist, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €) ausgewiesen. Der Vorstand der ZF Friedrichshafen AG hat den Konzernabschluss am 4. März 2024 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der zum 31. Dezember 2023 aufgestellte Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht werden im Unternehmensregister bekannt gemacht. Die Konzernbilanz ist nach Fristigkeiten gegliedert. Bilanzposten werden in lang- und kurzfristige Vermögenswerte bzw. Schulden aufgeteilt, wenn sie eine Restlaufzeit von mehr als einem bzw. bis zu einem Jahr haben. Vermögenswerte und Schulden, die zu einer als zur Veräußerung gehalten eingestuften Veräußerungsgruppe bzw. zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten gehören, werden getrennt von den übrigen Vermögenswerten und Schulden in der Bilanz ausgewiesen. Der Ansatz der Vermögenswerte und Schulden erfolgt nach dem Anschaffungskostenprinzip. Davon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, Wertpapiere und Anteile an Beteiligungsunternehmen, die zum beizulegenden Zeitwert angesetzt sind. Anwendung der IFRSDie ZF Friedrichshafen AG macht als nicht kapitalmarktorientiertes Unternehmen von dem Wahlrecht nach § 315e Abs. 3 HGB Gebrauch, den Konzernabschluss nach IFRS aufzustellen. Der Konzernabschluss steht im Einklang mit den am Abschlussstichtag gültigen Standards und Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB), London, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 3 i. V. m. Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften. Im Geschäftsjahr 2023 wurden die folgenden geänderten Standards erstmals beachtet: • Änderungen an IAS 12 "Internationale Steuerreform - Säule-2-Modellregeln" • Änderungen an IFRS 17 "Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen" • Änderungen an IAS 12 "Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einem einzigen Geschäftsvorfall entstehen" • Änderungen an IAS 1 "Angaben von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" • Änderungen an IAS 8 "Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen" • IFRS 17 "Versicherungsverträge" Mit den Änderungen an IAS 12 "Internationale Steuerreform - Säule-2-Modellregeln" wird eine vorübergehende Ausnahme von der Erfassung latenter Steuern, welche aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung resultieren, geregelt. Zudem werden mit den Änderungen erweiterte Angabepflichten eingeführt. Die Änderungen dieses Standards wurden im aktuellen Konzernabschluss umgesetzt. Darüber hinaus führte die erstmalige Anwendung der anderen Standardänderungen zu keiner Änderung der Bilanzierung im ZF-Konzern. Vom IASB wurden weitere Standards und Interpretationen verabschiedet bzw. überarbeitet, die von ZF im Geschäftsjahr 2023 noch nicht umgesetzt wurden, da sie entweder noch nicht zwingend anzuwenden waren oder von der Europäischen Union noch nicht in europäisches Recht übernommen wurden. ZF wird diese Standards bzw. Standardänderungen nicht vorzeitig anwenden.
Die Änderungen zu IAS 1 "Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig und langfristige Schulden mit Covenants" enthalten im Wesentlichen Klarstellungen mit Bezug auf die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig oder langfristig und betreffen insbesondere Rechte zur Verschiebung der Erfüllung. Da die Klarstellung der bisherigen Vorgehensweise im ZF-Konzern entspricht, werden aus den Änderungen keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Mit den Änderungen an IAS 7 und IFRS 7 "Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen" werden zusätzliche Angabepflichten für solche Vereinbarungen eingeführt. Zudem enthalten die Änderungen Klarstellungen hinsichtlich der Merkmale von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen. Derzeit wird geprüft, welche Auswirkungen eine Anwendung der Änderungen zu IAS 7 und IFRS 7 auf den Konzernabschluss haben werden. Bei den übrigen Änderungen geht der Konzern derzeit nicht davon aus, dass die neuen oder geänderten Standards in der aktuellen Form einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden. KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss wurden neben der ZF Friedrichshafen AG 55 inländische und 305 ausländische Tochterunternehmen einbezogen, die von der ZF Friedrichshafen AG beherrscht werden. Die Zusammensetzung des Konzerns (ohne die ZF Friedrichshafen AG) ergibt sich aus folgender Aufstellung:
UnternehmensverkäufeMit Vertrag vom 15. März 2023 wurden 60 % der Anteile an der Ing. Tsetinis Beratungs GmbH mit Sitz in Kuchl (Österreich) an einen Dritten veräußert. Gegenstand des Unternehmens ist die Unternehmensberatung. Im Zusammenhang mit der Veräußerung wurde ein Ertrag aus Entkonsolidierung in Höhe von 41 Mio. € in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Die verbleibenden 40 % der Anteile werden nach der At-Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Aus der Neubewertung der At-Equity-Beteiligung resultierte ein Ertrag in Höhe von 24 Mio. €, der im Ergebnis aus At-Equity-Beteiligungen erfasst wurde. Infolge des Russland-Ukraine-Kriegs wurden im Januar zwei russische Tochtergesellschaften WABCO Vostok LLC und WABCO RUS LLC jeweils mit Hauptsitz in Moskau (Russland) aufgrund des Verlusts der Beherrschung entkonsolidiert. Der daraus resultierende Entkonsolidierungsverlust in Höhe von 4 Mio. € wurde in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Mit Wirkung zum 19. Mai 2023 wurden die Anteile an beiden Unternehmen veräußert. Mit Vertrag vom 11. Oktober 2023 wurden die Anteile der ZF Bouthéon SAS mit Sitz in Andrézieux-Bouthéon (Frankreich) an einen Dritten veräußert. Die Gesellschaft stellt Getriebe für den Nutzfahrzeugbereich her und beschäftigt rund 350 Mitarbeiter. Im Zusammenhang mit der Veräußerung wurde ein Aufwand aus Entkonsolidierung in Höhe von 45 Mio. € in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Im März 2022 wurde mit AEQUITA SE & Co. KGaA eine Einigung über den Verkauf der Produktlinie Electronic Interfaces erzielt. Die Produktlinie Electronic Interfaces entwickelt und produziert mit rund 750 Mitarbeitern in Deutschland, China, Mexiko und den USA Schalthebelsysteme, Aktuatoren und haptische Bediensysteme für die Automobilindustrie. Die Veräußerung der Produktlinie Electronic Interfaces mit Hauptsitz in Diepholz (Deutschland) wurde mit Wirkung zum 30. November 2023 abgeschlossen. Im Zusammenhang mit der Veräußerung wurde ein Entkonsolidierungsverlust in Höhe von 76 Mio. € in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die im Vorjahr in der Konzernbilanz unter den Posten als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen bzw. Schulden von Veräußerungsgruppen betreffen vor allem die Vermögenswerte und Schulden der Produktlinie Electronic Interfaces sowie die Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen CSG TRW Chassis Systems Co., Ltd., das ebenfalls im zweiten Halbjahr veräußert wurde. KonsolidierungsgrundsätzeDie Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung werden die neu bewerteten Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens sowie Eventualschulden, soweit sie nicht von einem künftigen Ereignis abhängen, mit dem beizulegenden Zeitwert der für die Anteile entrichteten Gegenleistung verrechnet. Bedingte Kaufpreiszahlungen werden mit dem erwarteten Betrag passiviert. Nachträgliche Anpassungen von bedingten Kaufpreiszahlungen werden erfolgswirksam behandelt. Die im Rahmen des Erwerbs angefallenen Nebenkosten werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens als Aufwand erfasst. Ein nach der Kapitalkonsolidierung verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden zum Bilanzstichtag im Rahmen eines Impairment-Tests auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Eine unterjährige Prüfung wird vorgenommen, sofern Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen. Bei der Kapitalkonsolidierung entstehende negative Unterschiedsbeträge werden erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Soweit im Rahmen des Unternehmenserwerbs nicht alle Anteile erworben werden, können die Anteile ohne beherrschenden Einfluss in Höhe des anteiligen neu bewerteten Nettovermögens oder mit ihrem anteiligen Unternehmensgesamtwert einschließlich des auf sie entfallenden Geschäfts- oder Firmenwerts angesetzt werden. Das Wahlrecht kann für jeden Unternehmenserwerb neu ausgeübt werden. Zum 31. Dezember 2023 werden alle Anteile ohne beherrschenden Einfluss mit dem anteiligen Nettovermögen ausgewiesen. Bei einem sukzessiven Anteilserwerb werden die bereits bestehenden Anteile an einem bisher nicht konsolidierten Unternehmen mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung neu bewertet. Die Differenz zum Beteiligungsbuchwert wird erfolgswirksam erfasst. Der Erwerb von zusätzlichen Anteilen bereits vollkonsolidierter Tochterunternehmen wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Dabei wird die Differenz zwischen den Anschaffungskosten der Anteile und dem Buchwert des Anteils ohne beherrschenden Einfluss mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die Effekte von Anteilsveräußerungen, die nicht zum Verlust der Beherrschung eines Tochterunternehmens führen, werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst, indem der Veräußerungsgewinn bzw. -verlust mit den Gewinnrücklagen verrechnet wird und die Anteile ohne beherrschenden Einfluss in Höhe des anteiligen Nettovermögens erhöht werden. Die Entkonsolidierung von Tochterunternehmen erfolgt zum Zeitpunkt des Verlusts der Beherrschung bzw. zum Zeitpunkt der Liquidation. Das Ergebnis der Entkonsolidierung wird innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Verbleibende Anteile werden mit dem beizulegenden Zeitwert unter den At-Equity-Beteiligungen aktiviert. Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden konsolidiert. Konzerninterne Bürgschaften und Garantien werden eliminiert. WährungsumrechnungDie Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzernunternehmen erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist die funktionale Währung grundsätzlich identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Im Konzernabschluss werden daher die Aufwendungen und Erträge aus Abschlüssen von Tochterunternehmen, die in fremder Währung aufgestellt sind, zum Durchschnittskurs, Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs umgerechnet. Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals zu historischen Kursen ergebende Währungsunterschied sowie die Umrechnungsdifferenzen, die aus der Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs resultieren, werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ausgewiesen. In den Einzelabschlüssen der ZF Friedrichshafen AG und der Tochterunternehmen werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten bei der erstmaligen Erfassung mit dem am Transaktionstag gültigen Kurs bewertet. Für die Folgebewertung wird der Bilanzstichtagskurs herangezogen. Währungsgewinne und -verluste aus der Stichtagsbewertung der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden in den sonstigen Erträgen und Aufwendungen berücksichtigt. Währungsgewinne und -verluste, die auf finanzielle Vermögenswerte und Schulden entfallen, werden grundsätzlich in den sonstigen Finanzerträgen und Finanzaufwendungen erfasst. Soweit langfristige Finanzforderungen oder -verbindlichkeiten gegenüber einem ausländischen Geschäftsbetrieb in fremder Währung bestehen, deren Abwicklung in absehbarer Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist, werden die Umrechnungsdifferenzen direkt im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine Umbuchung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt erst bei Rückzahlung oder Verkauf des ausländischen Geschäftsbetriebs. Soweit Geschäfts- oder Firmenwerte in fremder Währung geführt werden, erfolgt die Umrechnung mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag. Die aus der Währungsumrechnung resultierenden Differenzen werden im Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse mit wesentlichem Einfluss auf den Konzernabschluss haben sich im Verhältnis zu 1 Euro wie folgt verändert:
Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDie Abschlüsse der ZF Friedrichshafen AG sowie der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden zum 31. Dezember eines jeden Geschäftsjahres nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Aufwands- und ErtragsrealisierungUmsatzerlöse werden gemäß IFRS 15 zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung über das Produkt bzw. der Dienstleistung durch den Kunden realisiert. Die Beurteilung erfolgt dabei für jede Art von Leistungsversprechen getrennt. Die Höhe des Umsatzes bestimmt sich nach der Vereinbarung im Vertrag. Soweit sich der Kaufpreis auf mehrere Umsatzgeschäfte bezieht, erfolgt eine sachgerechte Aufteilung des Transaktionspreises auf die einzelnen Umsatzgeschäfte. Umsätze aus dem Verkauf von Produkten und Werkzeugen sowie die Erstattungen von Entwicklungsaufwendungen werden zeitpunktbezogen erfasst, sobald der Eigentumsübergang bzw. Übergang der Verfügungsgewalt auf den Kunden erfolgt ist. Erträge aus Dienstleistungs- und Lizenzverträgen werden in Abhängigkeit von der vertraglichen Gestaltung zeitpunkt- oder zeitraumbezogen realisiert. Die Umsatzerlöse werden abzüglich Skonti, Preisnachlässen, Kundenboni und Rabatten ausgewiesen. Weiterführende Erläuterungen zur Erlösrealisierung gemäß IFRS 15 finden sich in den Angaben zu Ermessensentscheidungen. In den Kosten der umgesetzten Leistung sind die Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse sowie die Einstandskosten der verkauften Handelswaren enthalten. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten auch die indirekten, produktionsbezogenen Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf die eingesetzten Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte. Die Kosten der umgesetzten Leistung enthalten ferner Aufwendungen aus der Abwertung von Vorräten auf den niedrigeren Nettoveräußerungserlös. Die Forschungs- und die nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten werden bei Anfall ergebniswirksam behandelt. Fremdkapitalaufwendungen, werden als Aufwand erfasst. Zinserträge werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Dividendenerträge werden mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst. SicherungsgeschäfteDerivative Finanzinstrumente werden im ZF-Konzern zu Sicherungszwecken eingesetzt, um Währungs- und Rohstoffpreisrisiken sowie Zinsänderungs- und Kursrisiken zu reduzieren. Soweit die Kriterien für das Hedge Accounting erfüllt sind, erfolgt die Bilanzierung als Fair Value Hedge, Cashflow Hedge oder Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb. Kann kein Hedge Accounting angewendet werden, werden die derivativen Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet und Zeitwertänderungen im Finanzergebnis erfolgswirksam erfasst. Der Einsatz von Fair Value Hedges dient der Absicherung gegen Wertänderungsrisiken von Bilanzposten. Bei Vorliegen der Kriterien werden die Ergebnisse aus der Marktbewertung derivativer Finanzinstrumente und der dazugehörigen Grundgeschäfte ergebniswirksam gebucht. Cashflow Hedges werden zur Absicherung gegen Wertänderungsrisiken zukünftiger Cashflows eingesetzt. Bei Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten, die im Rahmen von Cashflow Hedges eingesetzt werden, werden die unrealisierten Gewinne und Verluste in Höhe sowohl des designierten als auch des nicht designierten effektiven Teils zunächst erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Eine Umbuchung in die Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt zeitgleich mit der Ergebniswirkung des abgesicherten Grundgeschäfts. Der nicht effektive Teil der Marktwertänderungen wird unmittelbar in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Falle einer Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb werden die Wertänderungen des designierten Sicherungsinstruments analog zum Grundgeschäft in der Position Unterschied aus der Währungsumrechnung im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Erst bei einer Veräußerung oder Liquidation der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb wird der kumulierte Währungseffekt des Sicherungsinstruments in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften im Zusammenhang mit der Absicherung operativer Geschäftsvorfälle werden in den sonstigen Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen oder als Teil der Anschaffungskosten angesetzt. Gewinne und Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten, die der Absicherung von Zinsänderungs-, Kurs- oder Währungsrisiken bei finanziellen Vermögenswerten oder Schulden dienen, werden im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen. Flüssige MittelUnter den flüssigen Mitteln werden Kassenbestände sowie jederzeit verfügbare Bankguthaben und kurzfristige Tagesgeldanlagen ausgewiesen. Finanzielle VermögenswerteGrundsätzlich erfolgt die Klassifizierung der kurz- und langfristigen finanziellen Vermögenswerte nach IFRS 9 entsprechend den drei nachfolgenden Bewertungskategorien: • zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) • erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVtOCI) oder • erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVtPL) Das Geschäftsmodell, dem die Steuerung des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts zugrunde liegt, und die vertraglichen Zahlungsstrombedingungen der Zahlungsströme eines finanziellen Vermögenswerts bestimmen dessen Einordnung in die jeweilige Bewertungskategorie. Unterliegt der finanzielle Vermögenswert dem Geschäftsmodell "Halten" und werden dabei ausschließlich zeitlich festgelegte Zins- und Tilgungszahlungen vereinnahmt, so erfolgt die Klassifizierung zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC). Die erstmalige Bewertung ist zum Fair Value einschließlich Transaktionskosten bzw. bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Transaktionspreis, die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten vorzunehmen. Hierunter fallen vor allem bis zur Endfälligkeit gehaltene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzforderungen und flüssige Mittel. Unterliegt der finanzielle Vermögenswert dem Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" und werden dabei ausschließlich zeitlich festgelegte Zins- und Tilgungszahlungen vereinnahmt, so erfolgt die Klassifizierung in die Bewertungskategorie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVtOCI). Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen werden bei Abgang des finanziellen Vermögenswerts - mit Ausnahme von Eigenkapital-Finanzinstrumenten ‒ in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die erstmalige Bewertung ist zum beizulegenden Zeitwert einschließlich Transaktionskosten, die Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert vorzunehmen. Die Bewertungskategorie kann bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zur Anwendung kommen, soweit diese entweder bis zur Endfälligkeit gehalten werden oder vor der Endfälligkeit verkauft werden. Zur Vermeidung von bilanz- oder bewertungstechnischen Inkonsistenzen kann ein finanzieller Vermögenswert, der unter eine der beiden zuvor genannten Bewertungskategorien fällt, wahlweise auch als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung klassifiziert werden (FVtPL). Die Bewertungskategorie kommt derzeit nicht zur Anwendung. Erfüllt ein finanzieller Vermögenswert die zuvor genannten Bedingungen bezüglich Geschäftsmodell und Zahlungsstrombedingungen nicht, so wird dieser als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVtPL) erfasst. Die erstmalige Bewertung sowie die Folgebewertung sind zum beizulegenden Zeitwert vorzunehmen. In diese Bewertungskategorie fallen unter anderem Wertpapiere, Anteile an Beteiligungsunternehmen, derivative Finanzinstrumente sowie ein Teil der sonstigen Forderungen. Auch bei dieser Bewertungskategorie besteht unter besonderen Bedingungen die Wahlmöglichkeit einer Klassifizierung als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVtOCI). Für nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente (die beispielsweise aus strategischen Gründen im Portfolio gehalten werden) wendet ZF dieses Wahlrecht an. Danach sind alle zukünftigen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis zu erfassen und verbleiben auch nach Abgang des Finanzinstruments im Eigenkapital. Lediglich Dividendenerträge werden erfolgswirksam erfasst. Finanzinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, umfassen im Wesentlichen kurzfristige Forderungen. Wertminderungen auf diese Forderungen werden nach dem vereinfachten Modell der Berücksichtigung erwarteter Verluste (bonitätsbasierte Wertberichtigung) ermittelt. Dabei wird der Ansatz von Verlusten vorgezogen, indem nicht nur bereits eingetretene, sondern zudem auch in Zukunft erwartete Verluste erfasst werden. ZF wendet hierfür ein ratingbasiertes Modell zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen und Vertragsvermögenswerten an. Hierfür werden die Kunden in vier Risikoklassen eingestuft. Die Risikoeinstufung erfolgt über Bonitätskennzahlen, die von der externen Rating-Agentur (Allianz Trade) zur Verfügung gestellt werden und neben vergangenheitsorientierten auch zukunftsgerichtete Informationen beinhalten. Änderungen der Kundenbonität werden in einem regelmäßigen Monitoring-Prozess erfasst. Basis für die Berechnung der pauschalierten bonitätsbasierten Wertberichtigung sind die jeweiligen Bruttoforderungen abzüglich der bonitätsbedingten Einzelwertberichtigungen und der erwarteten Ausfallwahrscheinlichkeit. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden in der Regel nicht näher hinsichtlich eines eventuellen Kreditrisikos untersucht. Eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos wird bei einer Verschlechterung der Risikoklasse angenommen.
Die Aktivierung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt grundsätzlich zum Erfüllungstag. Ein finanzieller Vermögenswert wird zum Erfüllungstag ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Mittelzuflüsse aus dem Vermögenswert ausgelaufen oder im Wesentlichen alle Risiken und Chancen übertragen worden sind. Eine Ausbuchung wird vorgenommen, sobald die Uneinbringlichkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzforderungen feststeht. Verträge über den Kauf oder Verkauf von nichtfinanziellen Posten, die zum Zweck des Empfangs oder der Lieferung der nichtfinanziellen Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf von ZF abgeschlossen wurden und zu diesem Zweck weiter gehalten werden, fallen nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 9. Diese Verträge werden stattdessen als schwebende Geschäfte gemäß IAS 37 bilanziert. VorräteRoh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren werden grundsätzlich mit ihren durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Beachtung niedrigerer Nettoveräußerungswerte bewertet. Unfertige und fertige Erzeugnisse einschließlich durch Kunden zu erstattender Entwicklungsaufwendungen werden mit den Herstellungskosten unter Beachtung niedrigerer Nettoveräußerungswerte angesetzt. Die Herstellungskosten enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbare Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen, anteilige Verwaltungskosten sowie anteilige Aufwendungen des sozialen Bereichs. VertragsvermögenswerteUnter den Vertragsvermögenswerten werden bedingte Kundenforderungen ausgewiesen. Hierunter fallen Entwicklungsaufwendungen, die über den Teilepreis im Rahmen der Serienauslieferung erstattet werden. Diese werden nach Übergang der Entwicklungsresultate an die Kunden aus den Vorräten ausgebucht und als bedingte Kundenforderungen in den Vertragsvermögenswerten erfasst. Weiterhin sind in dieser Position bedingte Forderungen aus Preisvereinbarungen mit Kunden enthalten. Anteile an assoziierten Unternehmen und GemeinschaftsunternehmenAnteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden grundsätzlich nach der Equity-Methode mit dem anteiligen Eigenkapital bilanziert. Liegen zum Bilanzstichtag objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung der Anteile vor, wird ein Impairment-Test vorgenommen. Der Anteil des ZF-Konzerns am Periodenergebnis der assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen sowie mit diesen Anteilen in Zusammenhang stehende Erträge und Aufwendungen werden separat in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens bzw. Gemeinschaftsunternehmens erfasste Erträge und Aufwendungen werden im ZF-Konzern ebenfalls erfolgsneutral erfasst. Immaterielle VermögenswerteErworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswerts ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig bestimmt werden können. Bezüglich der Bilanzierung und Bewertung der Geschäfts- oder Firmenwerte wird auf die Ausführungen zu den Konsolidierungsgrundsätzen verwiesen. Entwicklungskosten, die nicht durch den Kunden erstattet werden, werden zu Herstellungskosten aktiviert, soweit sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung sichergestellt sind. Die Entwicklungstätigkeit muss ferner mit hinreichender Wahrscheinlichkeit einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzeugen. Die aktivierten Entwicklungskosten umfassen alle direkt dem Entwicklungsprozess zurechenbaren Kosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden ab dem Produktionsstart planmäßig über einen erwarteten Produktlebenszyklus von ein bis acht Jahren abgeschrieben. Sonstige immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig unter Anwendung folgender Nutzungsdauern abgeschrieben:
SachanlagevermögenDas gesamte Sachanlagevermögen unterliegt einer betrieblichen Nutzung und wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen werden entsprechend dem Nutzungsverlauf nach der linearen Methode vorgenommen und den Funktionskosten zugeordnet. Den planmäßigen Abschreibungen liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Für im Mehrschichtbetrieb eingesetzte Maschinen werden die Abschreibungen durch Schichtzuschläge entsprechend erhöht. Die Restwerte, Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern der Vermögenswerte werden jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Bei Leasingverhältnissen, in denen ZF als Leasingnehmer auftritt, wird zu Beginn des Leasingverhältnisses ein Nutzungsrecht aktiviert sowie eine Leasingverbindlichkeit passiviert. Die Leasingverbindlichkeit wird zum Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen angesetzt und mit demjenigen Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt. Normalerweise lässt sich dieser nicht ohne Weiteres bestimmen. In diesen Fällen wird der fristen- und währungskongruente Grenzfremdkapitalzinssatz von ZF verwendet. Dieser wird aus beobachteten Kreditrisikoaufschlägen und Swapsätzen abgeleitet. Leasingverbindlichkeiten werden zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind, sowie Verlängerungs-, Kündigungs- und Kaufoptionen - sofern hinreichend sicher - werden bei der Bemessung der künftigen Zahlungen berücksichtigt. Neben dem Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen werden bei der Bestimmung der Anschaffungskosten des Nutzungsrechts - sofern zutreffend - auch vor dem Beginn geleistete Zahlungen, Leasinganreize und anfängliche direkte Kosten berücksichtigt. Darüber hinaus werden geschätzte Kosten für eingegangene Rückbauverpflichtungen in die Bewertung einbezogen. Die aktivierten Nutzungsrechte werden linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Vertragslaufzeit und erwarteter Nutzungsdauer abgeschrieben. In Ausübung des Wahlrechts werden Verträge mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr sowie Verträge für selbstständig nutzbare Vermögenswerte, die nur einen geringen Wert haben, direkt im Aufwand und somit bilanzunwirksam erfasst. ZF wendet IFRS 16 nicht auf Verhältnisse an, denen ein immaterieller Vermögenswert (einschließlich Software und Lizenzen) zugrunde liegt. Diese werden gemäß IAS 38 bilanziert. In der Bilanz werden die aktivierten Nutzungsrechte als Bestandteil des Sachanlagevermögens in den betreffenden Anlageklassen, denen der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Vermögenswert zuzuordnen ist, ausgewiesen. Die Leasingverbindlichkeiten werden unter dem Bilanzposten "Finanzielle Schulden" dargestellt. Der Zinsaufwand ist Bestandteil des Finanzergebnisses. Zuwendungen der öffentlichen HandZuwendungen der öffentlichen Hand werden nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Investitionszuschüsse werden in der Periode aktivisch vom Anlagevermögen abgesetzt, in der sie entstanden sind. Aufwandszuschüsse werden im gleichen Zeitraum als Erträge erfasst, in dem die Aufwendungen, zu deren Kompensation sie gewährt wurden, anfallen. Hiervon ausgenommen sind Erstattungen von Arbeitgeberbeiträgen zur Sozialversicherung im Rahmen von Kurzarbeit. Diese werden mit den Personalaufwendungen saldiert. Für die Bewertung von unverzinslichen sowie niedrig verzinslichen Darlehen der öffentlichen Hand werden marktübliche Zinssätze herangezogen. Die Differenz zwischen dem abgezinsten Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird abgegrenzt und unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Der abgegrenzte Betrag wird über die Laufzeit des Darlehensvertrags aufgelöst und im Zinsaufwand ausgewiesen. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und VeräußerungsgruppenVermögenswerte und Schulden werden als Veräußerungsgruppe ausgewiesen, wenn diese als Gruppe in einer Transaktion, die höchstwahrscheinlich ist, verkauft werden sollen und die Gruppe in ihrem gegenwärtigen Zustand zur sofortigen Veräußerung zur Verfügung steht. Einzelne Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte in der Bilanz gezeigt. Die betreffenden Vermögenswerte und Schulden werden in der Bilanz gesondert innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte und Schulden als "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen" bzw. "Schulden von Veräußerungsgruppen" dargestellt. Die Erträge und Aufwendungen der betroffenen Vermögenswerte und Schulden sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten. Bei erstmaliger Einstufung als Veräußerungsgruppe erfolgt die Bewertung zunächst nach den einschlägigen IFRS-Standards, danach wird der sich daraus ergebende Buchwert der Veräußerungsgruppe dem Nettozeitwert gegenübergestellt, um den niedrigeren anzusetzenden Wert zu bestimmen. Im Falle einer Abwertung erfolgt die Erfassung des Aufwands in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Impairment-TestsBei Anteilen an At-Equity-Beteiligungen, bei bereits genutzten immateriellen Vermögenswerten und bei Vermögenswerten des Sachanlagevermögens wird zum Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Bei Vorliegen solcher Anhaltspunkte wird die Werthaltigkeit überprüft (Impairment-Test). Noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte werden jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Zur Durchführung des Impairment-Tests wird der erzielbare Betrag ermittelt. Dies ist der höhere Betrag aus dem Zeitwert des Vermögenswerts bzw. der kleinsten zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich etwaiger Verkaufskosten und seinem bzw. ihrem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag wird für den einzelnen Vermögenswert oder, soweit dem einzelnen Vermögenswert keine Mittelzuflüsse zugerechnet werden können, für eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ermittelt. Die den Werthaltigkeitstests zugrunde liegenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind durch die Geschäftsfelder des Konzerns oder durch regionale Gliederungen des Konzerns definiert. Die Konzerngeschäftsfelder repräsentieren auch diejenige Organisationsebene, die einer regelmäßigen Überwachung durch das Management unterliegt. Der Nutzungswert ist der Barwert der zukünftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung des Vermögenswerts (bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) und seinem Abgang am Ende seiner Nutzungsdauer erwartet werden. Basierend auf einer vorgelagerten strategischen Planung mit einem siebenjährigen Planungshorizont und einer nachgelagerten einjährigen Budgetplanung bildete dieser verlängerte Projektionszeitraum die Grundlage für die Ermittlung des Nutzungswerts nach der Discounted-Cashflow-Methode. Der längere Planungshorizont ist besser geeignet, die längerfristige Entwicklung der ZF-Geschäfte und deren strategische Perspektiven vor dem Hintergrund der transformatorischen Veränderungen in der Automobilindustrie, die längere Projektionszeiträume insbesondere bei der Forschungs- und Entwicklungs- sowie der Investitionsplanung erfordern, und der insbesondere im Nutzfahrzeugbereich längeren Produktlebenszyklen zu reflektieren. Zur Abzinsung der Cashflows werden die Kapitalkostensätze des ZF-Konzerns herangezogen, die auf der Grundlage der WACC-Methode (Weighted Average Cost of Capital) berechnet werden. Die Prognose der Cashflows resultiert aus der operativen und strategischen Planung des ZF-Konzerns, in der auch wirtschaftliche Daten aus externen makroökonomischen Untersuchungen und Finanzstudien berücksichtigt werden. Die getroffenen Annahmen berücksichtigen dabei für die untersuchten Zeiträume länderspezifische Inflationsraten. Die Planung des Materialaufwands erfolgt anhand individueller Prämissen auf Ebene jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Personalaufwandsentwicklung wird ebenfalls individuell auf der Grundlage der gültigen Tarifvereinbarungen prognostiziert. Auf der Grundlage dieser Cashflow-Prognosen wird der Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten unter Annahme von Abzinsungsfaktoren vor Steuern von 12 % (Vj. 12 %) und einer nachhaltigen Wachstumsrate von 1 % (Vj. 1 %) ermittelt. Für die über den Planungshorizont hinausgehende ewige Rente wird der Cashflow unter Berücksichtigung der jeweils nachhaltig erwarteten Marge der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheit extrapoliert. Die Schätzung der beizulegenden Zeitwerte nach Abzug der Veräußerungskosten für die Sachanlagen erfolgt auf der Grundlage diskontierter Cashflows sowie eines kostenbasierten Ansatzes für vergleichbare Vermögenswerte, die in der Regel nicht auf am Markt beobachtbaren Parametern basieren. Eine Wertminderung wird erfasst, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unterschreitet. Wenn der Grund für eine früher durchgeführte Wertminderung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung, jedoch maximal auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Wertminderungen und Wertaufholungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen werden den Funktionsbereichen der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung zugeordnet. Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen werden denjenigen Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, die den Nutzen aus den Zusammenschlüssen ziehen. Im ZF-Konzern sind dies die jeweiligen Divisionen. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten erfolgt jährlich anhand von Impairment-Tests nach den oben beschriebenen Methoden. Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte werden erfasst, wenn der erzielbare Betrag der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter ihrem Buchwert liegt. Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten werden in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Eine Zuschreibung auf Geschäfts- oder Firmenwerte wird nicht vorgenommen. Finanzielle Schulden und andere VerbindlichkeitenWerden finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten, so erfolgt die Erfassung der Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVtPL). Die erstmalige Bewertung sowie die Folgebewertung sind zum beizulegenden Zeitwert vorzunehmen. Werden finanzielle Verbindlichkeiten nicht zu Handelszwecken gehalten, so erfolgt die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC), falls diese nicht in eine Sonderkategorie fallen. Die erstmalige Bewertung ist zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten, die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten vorzunehmen. Hierunter fallen vor allem Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Auch hier ist wahlweise eine Klassifizierung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung möglich (FVtPL), wenn dies zur Vermeidung von bilanz- oder bewertungstechnischen Inkonsistenzen führt. Auf die Anwendung der Fair Value-Option wird im ZF-Konzern verzichtet. Für einen Teil der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden Reverse-Factoring-Vereinbarungen abgeschlossen. Diese Vereinbarungen führten zu keinen substanziellen Modifikationen der Vertragsbedingungen, weshalb der Ausweis weiterhin unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt. VertragsverbindlichkeitenUnter den Vertragsverbindlichkeiten werden die von Kunden erhaltenen Anzahlungen für Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, die noch durch ZF zu erbringen sind. Darüber hinaus werden unter dieser Position ausstehende Belastungen durch den Kunden an ZF und noch nicht erfolgte Gutschriften von ZF an den Kunden ausgewiesen. Rückstellungen für PensionenDie Rückstellungen für Pensionen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und laufenden Bezügen berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung aktueller biometrischer Rechnungsgrundlagen. Das ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen dienende und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogene Planvermögen wird mit den Rückstellungen saldiert. Übersteigt dieses den Rückstellungswert, wird der übersteigende Betrag unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Das Planvermögen wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtung und die erwarteten Erträge aus dem Planvermögen werden saldiert und in den Zinsaufwendungen erfasst. Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen, Schätzungsabweichungen bezüglich des Risikoverlaufs der Pensionsverpflichtungen und Abweichungen zwischen dem tatsächlichen und dem erwarteten Ertrag aus dem Planvermögen werden als versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste im sonstigen Ergebnis erfasst. Alle übrigen Aufwendungen aus der Dotierung der Pensionsverpflichtungen werden den betroffenen Funktionsbereichen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zugeordnet. Sonstige RückstellungenSonstige Rückstellungen werden gebildet, wenn eine Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, deren Inanspruchnahme wahrscheinlich ist, und die voraussichtliche Höhe des notwendigen Rückstellungsbetrags zuverlässig geschätzt werden kann. Bei der Bewertung der Rückstellungen aus dem Absatzbereich - insbesondere bei Gewährleistungen sowie erwarteten Verlusten aus schwebenden Geschäften - fließen grundsätzlich alle Kostenbestandteile ein, die auch im Vorratsvermögen aktiviert werden. Die Bewertung erfolgt zum Betrag der bestmöglichen Schätzung der Aufwendungen, die zur Erfüllung der Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlich sind. Die Bewertung der Gewährleistungsrückstellungen basiert auf tatsächlich angefallenen Gewährleistungsaufwendungen unter Berücksichtigung von Gewährleistungs- und Kulanzfristen sowie der Umsatzentwicklung über mehrere Jahre. Die personalbezogenen Rückstellungen betreffen insbesondere Altersteilzeitverpflichtungen, Verpflichtungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen sowie Jubiläumsleistungen. Die Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen umfassen die einzel- oder tarifvertraglich vereinbarten Aufstockungsbeträge zur Rentenversicherung sowie die bis zum Ende der Freistellungsphase zu leistenden Entgeltzahlungen. Die Ansammlung erfolgt ratierlich ab Verpflichtungsbeginn und entsprechend der jeweiligen Ausgestaltung der Zusage unter Berücksichtigung einer Mindestbetriebszugehörigkeit. Der überwiegende Teil der Altersteilzeitverpflichtungen wird über ein Treuhandmodell gegen Insolvenz abgesichert. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersteilzeitverpflichtungen dienenden und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögenswerte werden mit den Rückstellungen saldiert (Planvermögen). Dieses wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Übersteigt das Planvermögen den Rückstellungswert, wird der übersteigende Betrag unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Erträge aus dem Planvermögen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der Rückstellungen in der Gewinn- und Verlustrechnung saldiert unter den Zinsen ausgewiesen. Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, sobald ein formaler Plan vorliegt und den betroffenen Parteien kommuniziert wurde oder mit der Umsetzung des Plans begonnen wurde. Bei der Bewertung werden neben dem Umfang der geplanten Kapazitätsanpassungen auch landes- und standortspezifische Regelungen sowie das entsprechende Entgeltniveau berücksichtigt. Rückstellungen für Dienstzeitjubiläen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Bei kurzfristigen Rückstellungen wird mit einer Inanspruchnahme im Laufe des folgenden Geschäftsjahres gerechnet. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Eine Abzinsung erfolgt, soweit der Zinseffekt wesentlich ist. ErtragsteuernDie tatsächlichen Ertragsteuerforderungen und -rückstellungen für die laufende und frühere Perioden, die auch steuerliche Risiken umfassen, werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Aktive und passive latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den IFRS-Buchwerten gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge und Steuergutschriften in den Folgejahren ergeben. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erwartet werden. Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen sowie auf steuerliche Verlustvorträge werden nur angesetzt, wenn eine hinreichende Wahrscheinlichkeit gegeben ist, dass die daraus resultierenden Steuerminderungen in Zukunft tatsächlich eintreten werden. Der Buchwert der aktiven latenten Steuern wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht. Außerdem werden keine aktiven und passiven latenten Steuern angesetzt, wenn diese aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts, eines Vermögenswerts oder einer Schuld im Rahmen eines Geschäftsvorfalls resultieren, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt, und wenn durch diesen erstmaligen Ansatz weder das bilanzielle Ergebnis vor Ertragsteuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst wird. Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden ebenfalls im Eigenkapital und nicht in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden. Ermessensentscheidungen und Unsicherheiten bei SchätzungenDie Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Wesentliche Annahmen und Schätzungen, die bei Ansatz und Bewertung der Bilanzposten zur Anwendung kommen, werden nachstehend erläutert. ZF realisiert den Umsatz (Ziffer 1 des Konzernanhangs) aus einer Transaktion mit einem Kunden zu dem Zeitpunkt, in dem ZF seine Leistungsverpflichtung erfüllt hat und die Kontrolle über das Produkt oder die Dienstleistung auf den Kunden übergeht. Im größten Teil der Transaktionen ergibt sich der Kontrollübergang auf der Grundlage der mit dem Kunden vereinbarten Lieferbedingungen (Incoterms). Die gebräuchlichsten Incoterms sind dabei ab Werk (Ex Works) und Frei Frachtführer (FCA). Nach Kontrollübergang erfolgt die Zahlung für die erbrachte Leistung gemäß branchenüblichen und von der individuellen Kundenbonität abhängigen Zahlungsbedingungen. Soweit Garantieleistungen an Kunden erbracht werden, die Dienstleistungscharakter haben und über die üblichen Gewährleistungsvereinbarungen hinausgehen, erfolgt die Umsatzrealisierung zeitraumbezogen über den vereinbarten Leistungszeitraum. Bei den nicht serienverbundenen Umsätzen erhält ZF vor oder während der Leistungserbringung zum Teil Anzahlungen auf die zu erbringenden Leistungen. Der Transaktionspreis, welcher der Umsatzrealisierung zugrunde liegt, bemisst sich nach dem im Zeitpunkt der Transaktion vertraglich vereinbarten Zahlungsanspruch. Bestehende variable Preisanteile, wie z. B. Preisreduzierungen, die an das Erreichen bestimmter Mengenziele oder an die Entwicklung von Materialpreisen oder Wechselkursen gebunden sind, werden periodisch auf ihre Realisierbarkeit hin überprüft. Die Vertragsvermögenswerte (Ziffer 12 des Konzernanhangs) werden in Abhängigkeit von der Projektlaufzeit und den Stückpreisen amortisiert. Die Vermögenswerte werden regelmäßig anhand des Auftragseingangs und der Umsatzerwartungen auf ihre Realisierbarkeit überprüft. Soweit Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vertragsvermögenswert nicht werthaltig ist, erfolgt in entsprechender Höhe eine Wertberichtigung. Bei der Aktivierung von Entwicklungskosten unter den immateriellen Vermögenswerten (Ziffer 16 des Konzernanhangs) fließen Einschätzungen des Managements hinsichtlich der technischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit der Entwicklungsprojekte in die Ansatzentscheidung ein. Die Bewertung der aktivierten Entwicklungskosten ist abhängig von Annahmen über die Höhe und den Zeitraum des Zuflusses der erwarteten zukünftigen Cashflows sowie über die anzuwendenden Diskontierungssätze. Bei der Bilanzierung von sonstigen immateriellen Vermögenswerten (Ziffer 16 des Konzernanhangs) und Sachanlagen (Ziffer 17 des Konzernanhangs) beziehen sich Annahmen und Schätzungen im Wesentlichen auf die Festlegung von Nutzungsdauern. Beim Ansatz von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen (Ziffer 18 des Konzernanhangs) sowie Leasingverbindlichkeiten sind Verlängerungs-, Kündigungs- und Kaufoptionen zu berücksichtigen, sofern sie mit hinreichender Sicherheit ausgeübt werden. Hinreichend wahrscheinliche Verlängerungs- und Kaufoptionen führen zu einer Erhöhung der zukünftigen Zahlungen und somit zu höheren Nutzungsrechten und in der Folge zu höheren zukünftigen Abschreibungen. Hinreichend wahrscheinliche Kündigungsoptionen führen hingegen zu einer Verringerung der angesetzten Nutzungsrechte und zu niedrigeren zukünftigen Abschreibungen. Insbesondere Immobilienmietverträge können solche Optionen enthalten, deren Ausübung unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte regelmäßig überprüft wird. Für die Bewertung und die Bestimmung der Nutzungsdauern von im Rahmen von Unternehmenserwerben zu bilanzierenden Vermögenswerten, Schulden und Eventualverbindlichkeiten waren überwiegend Cashflowbasierte Schätzungen vorzunehmen. Bei der Allokation erworbener Geschäfts- oder Firmenwerte waren Schätzungen über die Höhe und den zeitlichen Anfall zukünftiger, sich aus Synergien ergebender Cashflows erforderlich. Im Rahmen der Impairment-Tests (Ziffer 19 des Konzernanhangs) kommen Annahmen und Schätzungen bei der Bestimmung der erwarteten zukünftigen Cashflows sowie bei der Festlegung der Diskontierungssätze zur Anwendung. Insbesondere im Bereich der immateriellen Vermögenswerte kann sich hieraus ein Einfluss auf den jeweiligen Wert ergeben. Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Ziffer 11 des Konzernanhangs) unterliegt Schätzungen hinsichtlich der erwarteten Ausfallwahrscheinlichkeit. Bei der Bilanzierung von aktiven latenten Steuern (Ziffer 8 des Konzernanhangs) beziehen sich Annahmen und Schätzungen im Wesentlichen auf die Wahrscheinlichkeit, dass die erwarteten Steuerminderungen in Zukunft tatsächlich eintreten werden. Die Ermittlung der Ertragsteuererstattungsansprüche und -schulden (Ziffer 8 des Konzernanhangs) unterliegt Annahmen und Schätzungen, die sich auf die steuerliche Bewertung von Sachverhalten beziehen. Im Rahmen von laufenden oder künftigen Betriebsprüfungen könnten die Steuergesetze, relevante Fakten oder Sachverhalte von den Steuerbehörden abweichend von der Auffassung von ZF interpretiert und bewertet werden. Bei der Ermittlung der im Konzernabschluss angesetzten ausstehenden Kundenbelastungen oder Gutschriften an den Kunden als Teil der Vertragsverbindlichkeiten (Ziffer 21 des Konzernanhangs) im Zusammenhang mit Preis- oder Mengendifferenzen wurden Annahmen und Schätzungen aufgrund laufender Kundenverhandlungen oder vergangener Erfahrungen mit Kunden getroffen. Die versicherungsmathematische Bewertung der Rückstellungen für Pensionen (Ziffer 24 des Konzernanhangs) erfordert je nach Ausgestaltung der Zusage mehrere Annahmen. Wesentlichen Einfluss auf die Bewertung haben vor allem die Annahmen zu Abzinsungssätzen, künftigen Renten- und Entgeltsteigerungen sowie demografischen Entwicklungen. Neben den vorgenannten Annahmen stellt für die Bewertung der kapitalgebundenen Versorgungszusage in Deutschland die Höhe der Entgeltumwandlung durch die teilnehmenden Mitarbeiter sowie deren zukünftige Wahl im Hinblick auf die Auszahlungsoptionen eine wesentliche Schätzung dar. Die Ermittlung der Garantierückstellungen (Ziffer 23 des Konzernanhangs) unterliegt Annahmen und Schätzungen, die sich auf die Zeitspanne zwischen Lieferzeitpunkt und Eintritt des Garantiefalls, Garantie- und Kulanzfristen sowie auf die zukünftigen Garantiebelastungen beziehen. Die Ermittlung von Drohverlustrückstellungen (Ziffer 23 des Konzernanhangs) unterliegt Ermessensentscheidungen hinsichtlich der Auslegung von Lieferverträgen. Wesentliche Entscheidungskriterien sind hierbei die verbindlich festgelegte Lieferdauer sowie Liefermengen und -preise. Die Bemessung der Restrukturierungsrückstellungen (Ziffer 23 des Konzernanhangs) hängt in starkem Maße von der erwarteten Unternehmensentwicklung und Umsetzung der initiierten Kostensenkungs- und Strukturanpassungsmaßnahmen ab. Die ZF Friedrichshafen AG und ihre Tochtergesellschaften sind mit verschiedenen Ansprüchen aus Rechtsstreitigkeiten (Ziffer 32 des Konzernanhangs), insbesondere im Zusammenhang mit Garantiefällen sowie kartellrechtlichen Verfahren und behördlichen Untersuchungen, konfrontiert. Vor dem Hintergrund komplexer rechtlicher Fragestellungen ist die Einschätzung des Ausgangs der Verfahren ermessensbehaftet. Bei der Bildung von Rückstellungen werden Wahrscheinlichkeit und Höhe der Inanspruchnahme berücksichtigt. Die Beurteilung beruht auf internen Einschätzungen, die einzelfallabhängig durch Einbezug externer Berater und Rechtsanwälte unterstützt werden. Die Einschätzungen werden bei neuen Erkenntnissen und Änderungen der Sachlage angepasst und können vom tatsächlichen Ausgang der Verfahren deutlich abweichen. Zu den weltweiten Folgen der globalen Erwärmung gehören stärkere oder häufigere Wetterextreme wie Überschwemmungen, Stürme und Dürren. Diese klimabezogenen Risiken sowie die damit in Zusammenhang stehende Gesetzgebung werden im Rahmen der Konzernabschlusserstellung kontinuierlich verfolgt. Daraus resultierende Auswirkungen (z. B. Entscheidungen über Unternehmensstandorte, Weiterentwicklung des Produktportfolios, Nutzungsdauern von Anlagevermögen) werden in der strategischen Planung berücksichtigt. Im aktuellen Geschäftsjahr haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung von Vermögenswerten und Schulden ergeben. Im Hinblick auf Verträge über den Kauf oder Verkauf von nichtfinanziellen Posten ist Ermessen bei der Beurteilung auszuüben, ob diese zum Zweck des Empfangs oder der Lieferung der nichtfinanziellen Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf von ZF abgeschlossen und weiter gehalten werden und damit nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen. Weitere wesentliche Ermessensentscheidungen wurden nicht getroffen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. Hieraus können sich Auswirkungen auf die zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ergeben. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGDie Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. 1 UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden sind in den folgenden Tabellen nach Art der Umsatzerlöse und geografischen Regionen gegliedert:
In den sonstigen Umsatzerlösen sind Produktentwicklungs- und Applikationserlöse in Höhe von 733 Mio. € (Vj. 825 Mio. €) enthalten.
2 Kosten der umgesetzten Leistung
3 Sonstige betriebliche Erträge
In den übrigen Erträgen sind nicht den Funktionsbereichen zuordenbare Entschädigungen und Kostenerstattungen in Höhe von 139 Mio. € (Vj. 73 Mio. €) enthalten. 4 Sonstige betriebliche Aufwendungen
5 Beteiligungsergebnis
6 Finanzerträge
Die Zinserträge nach der Effektivzinsmethode betragen im Geschäftsjahr 107 Mio. € (Vj. 55 Mio. €). 7 Finanzaufwendungen
8 ErtragsteuernDie Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:
In den tatsächlichen Ertragsteueraufwendungen sind Anpassungen in Höhe von -115 Mio. € (Vj. - 42 Mio.€) für laufende Steuern früherer Geschäftsjahre enthalten. Die latenten Steueraufwendungen (Vj. Steuererträge) beinhalten Steuererträge von rund 71 Mio . € (Vj. 171 Mio. €) im Zusammenhang mit der Entwicklung der temporären Unterschiede. Für die Ermittlung der tatsächlichen Steuern in Deutschland wurde ein Gesamtsteuersatz von 30 % herangezogen, der sich aus dem Körperschaftsteuersatz von 15 %, dem Solidaritätszuschlag von 5,5 % und einem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz von 14,175 % ergibt. Die tatsächlichen Steuern von ausländischen Tochterunternehmen werden auf der Grundlage des jeweiligen nationalen Steuerrechts und mit dem im Sitzland maßgeblichen Steuersatz ermittelt. Der ZF-Konzern fällt in den Anwendungsbereich der Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung ("Pillar 2"). Die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung sind mit Wirkung zum 28. Dezember 2023 in Deutschland in Form des Mindeststeuergesetzes ("MinStG") in Kraft getreten. Das MinStG gilt erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2023 beginnen. Gemäß dem MinStG ist der ZF-Konzern verpflichtet, eine Ergänzungssteuer für jede Jurisdiktion zu zahlen, die einen effektiven Steuersatz unter 15 % aufweist. Die Bestimmung des effektiven Steuersatzes nach dem MinStG ist sehr komplex und beinhaltet eine Vielzahl von spezifischen Anpassungen. Das Gesetz sieht Erleichterungen in Form einer zeitlich befristeten Safe-Harbour-Regelung vor. Erfüllt eine Jurisdiktion die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Safe-Harbour-Regelung, fällt für diese Jurisdiktion für das entsprechende Geschäftsjahr keine Ergänzungssteuer an. Da die ZF Friedrichshafen AG (oberste Muttergesellschaft) in Deutschland ansässig ist, wird das MinStG ab dem 1. Januar 2024 für den ZF-Konzern gelten. Da das MinStG für das Geschäftsjahr 2023 für den ZF-Konzern noch keine Anwendung findet und auch keine anderen Länder eine entsprechende Regelung für 2023 eingeführt haben, hat der Konzern für das Geschäftsjahr 2023 hieraus keine Steuerbelastung. Der ZF-Konzern wird von Steuerspezialisten bei der Anwendung des MinStG und der Implementierung der notwendigen Prozesse unterstützt, um die anstehenden Berichts- und Steuererklärungspflichten zu erfüllen. ZF ist derzeit dabei, die Auswirkungen des MinStG zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf die Nutzung der CbCR Safe Harbour-Regel. Auf der Grundlage einer Berechnung mit nicht qualifizierten CbCR-Daten für das Geschäftsjahr 2022 erfüllen 40 von 45 Jurisdiktionen die Anforderungen des zeitlich befristeten CbCR Safe Harbour, was bedeutet, dass in diesen Jurisdiktionen keine Top-up Tax angefallen wäre. Für die verbleibenden Jurisdiktionen konnte, aufgrund der Komplexität der Regelungen und der notwendigen Daten, keine quantitative Auswirkung verlässlich ermittelt werden. Aktive und passive latente Steuern werden in Deutschland und im Ausland mit den Steuersätzen bewertet, die voraussichtlich im Zeitpunkt der Realisierung des Vermögenswerts bzw. der Erfüllung der Verbindlichkeit gültig sind. Aktive und passive latente Steuern, die sich aus der Anwendung der globalen Mindestbesteuerung ergeben, werden aufgrund der IAS 12-Verlautbarung vom Mai 2023 und der EU-Verordnung vom 8. November 2023 nicht berechnet und ausgewiesen. Die auf Basis des deutschen Gesamtsteuersatzes von 30 % (Vj. 30 %) erwarteten Ertragsteueraufwendungen (laufende und latente) weichen von den ausgewiesenen Ertragsteueraufwendungen wie folgt ab:
1 ) In den permanenten Differenzen sind steuerentlastende Sachverhalte wie Steuergutschriften sowie nicht abzugsfähige Betriebsausgaben und Quellensteuern enthalten. Der wesentliche Effekt aus der Überleitung des Steueraufwands resultiert aus der Position "Nichtansatz und Wertberichtigung latenter Steuern oder deren Umkehrung" und ist dem geänderten Geschäftsausblick der ZF-Gruppe insbesondere in Deutschland geschuldet. Grund für den geänderten Geschäftsausblick sind insbesondere die geopolitischen Konflikte und die daraus gestiegene Wettbewerbsintensität sowie der fortschreitende Transformationsprozess in der Automobilindustrie. Es wurden aktive latente Steuern von 61 Mio. € (Vj. 324 Mio. €) für Gesellschaften mit Verlusthistorie angesetzt. Für die Werthaltigkeitsermittlung wurden dabei prognostizierte Gewinne über die Umkehr von zu versteuernden temporären Differenzen insoweit berücksichtigt, als die Verluste auf identifizierbaren und sich erwartungsgemäß nicht wiederholenden Sondersachverhalten beruhen. Die aktiven und passiven latenten Steuern (brutto) verteilen sich auf folgende Bilanzposten:
Die Veränderung der latenten Steuern ergibt sich, neben erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Ertragsteuern, aus Veränderungen von Posten der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sowie aus Fremdwährungseffekten. Zum Geschäftsjahresende werden steuerliche Verlustvorträge ausgewiesen, die Verlustverrechnungsbeschränkungen unterlagen. Für diese wurden insoweit keine aktiven latenten Steuern angesetzt, als deren Nutzung durch künftige positive steuerliche Ergebnisse nicht wahrscheinlich ist. Für die folgenden Sachverhalte wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt (Bruttobeträge):
Die Nutzung nicht angesetzter steuerlicher Verlustvorträge und Steuergutschriften in Höhe von 443 Mio. € (Vj. 371 Mio. €) ist zeitlich auf bis zu 5 Jahre begrenzt. In Höhe von 1.979 Mio. € (Vj. 890 Mio. €) ist die Nutzungsfrist größer 5 Jahre. Weitere Sachverhalte von 238 Mio. € (Vj. 233 Mio. €) wurden wegen äußerst geringer Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme nicht berücksichtigt. Für temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Tochterunternehmen sind latente Steuern zu bilden, wenn mit deren Realisierung zu rechnen ist. Auf erwirtschaftete Rücklagen von Tochterunternehmen wurden, soweit verlässlich ermittelbar, passive latente Steuern in Höhe von 184 Mio. € (Vj. 186 Mio. €) gebildet. Im Übrigen wurden auf die erwirtschafteten Rücklagen der Tochterunternehmen in Höhe von 2.228 Mio. € (Vj. 2.065 Mio. €) keine latenten Steuern gebildet, da die Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen. 9 Sonstige Angaben zur Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungIn der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Materialaufwendungen enthalten:
Die Personalaufwendungen teilen sich wie folgt auf:
In den Personalaufwendungen sind Beträge für beitragsorientierte Pläne in Höhe von 402 Mio. € (Vj. 362 Mio. €) enthalten. Die darin enthaltenen Aufwendungen für staatliche Pläne in Höhe von 341 Mio. € (Vj. 322 Mio. €) umfassen im Wesentlichen die Arbeitgeberanteile zur Rentenversicherung, die in den sozialen Abgaben enthalten sind. Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen sind in den folgenden Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
Die im Geschäftsjahr erfassten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betragen 2.881 Mio. € (Vj. 2.790 Mio. €). ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ10 Finanzielle Vermögenswerte
Die Anteile an Beteiligungsunternehmen haben sich wie folgt entwickelt:
Die Finanzforderungen enthalten gewährte Darlehen und Direktversicherungsansprüche gegen Lebensversicherungen in Höhe von 29 Mio. € (Vj. 30 Mio. €). In den Finanzforderungen sind außerdem nicht frei verfügbare Bankguthaben und Termingeldanlagen in Höhe von 62 Mio. € (Vj. 57 Mio. €) enthalten. Die Einzelwertberichtigungen auf Finanzforderungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die bonitätsbasierten Wertberichtigungen auf die Finanzforderungen betragen 2 Mio. € (Vj. 1 Mio. €). 11 Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weisen folgende Risikostruktur auf:
Die Einzelwertberichtigungen auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die bonitätsbasierten Wertberichtigungen auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die Nettoauflösung bei den bonitätsbasierten Wertberichtigungen ist im Wesentlichen auf eine Anpassung der erwarteten Ausfallwahrscheinlichkeiten zurückzuführen. 12 Vertragsvermögenswerte
Die im Geschäftsjahr 2023 erfassten Umsatzerlöse aus in vorangegangenen Geschäftsjahren erfüllten (oder teilweise erfüllten) Leistungsverpflichtungen betragen 117 Mio. € (Vj. 79 Mio. €). Die Vertragsvermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
Die Vertragsvermögenswerte weisen folgende Risikostruktur auf:
13 Sonstige Vermögenswerte
Die sonstigen Steuerforderungen enthalten im Wesentlichen Umsatzsteuererstattungsansprüche. Die übrigen Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus aktivierten Erstattungsansprüchen gegenüber Lieferanten und geleisteten Anzahlungen. Die Einzelwertberichtigungen auf die sonstigen Vermögenswerte betragen 14 Mio. € (Vj. 15 Mio. €). Die bonitätsbasierten Wertberichtigungen auf die sonstigen Vermögenswerte betragen 2 Mio. € (Vj. 1 Mio. €). 14 Vorräte
Die Wertminderungen im Vorratsvermögen betragen 290 Mio. € und haben sich um 16 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr erhöht. 15 At-Equity-Beteiligungen
Die Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen einschließlich der Anteilsquote sind in der Anteilsbesitzliste aufgeführt. ZF PWK Mécacentre S.A.S., Saint-Etienne (Frankreich), wird trotz einer Beteiligungsquote von 50 % als assoziiertes Unternehmen eingestuft, da die Gesellschaft nicht gemeinschaftlich geführt wird. Das Gesamtergebnis der At-Equity-Beteiligungen stellt sich wie folgt dar:
Im Ergebnis nach Steuern sind Wertminderungen auf Anteile an assoziierten Unternehmen in Höhe von 0 Mio. € (Vj. 21 Mio. €) enthalten. 16 Immaterielle Vermögenswerte
Geschäfts- oder FirmenwerteDie Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung bzw. aus den Einzelbilanzen ergeben sich wie folgt:
Die Geschäfts- oder Firmenwerte repräsentieren im Wesentlichen Synergien im Bereich des Materialeinkaufs, der Technologieentwicklung und der administrativen Unternehmensorganisation. 17 Sachanlagevermögen
18 LeasingverhältnisseBei den geleasten Vermögenswerten handelt es sich vor allem um angemietete Immobilien, geleaste Kraftfahrzeuge sowie Gabelstapler. Die im Sachanlagevermögen ausgewiesenen Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen weisen folgende Zugänge und Abschreibungen auf:
Im Geschäftsjahr 2023 sind Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse in Höhe von 42 Mio. € (Vj. 38 Mio. €) sowie Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringwertigen Vermögenswerten in Höhe von 22 Mio. € (Vj. 19 Mio. €) angefallen. Der im Finanzergebnis ausgewiesene Zinsaufwand für Leasingverhältnisse beträgt 32 Mio. € (Vj. 30 Mio. €). Im Geschäftsjahr wurden Zahlungen für Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 170 Mio. € (Vj. 175 Mio. €) einschließlich Zinsanteil geleistet. Bei langlaufenden Leasingverträgen, im Wesentlichen bei Immobilien, bestehen zum Teil Kaufoptionen oder Kündigungsoptionen. Soweit die Ausübung dieser Optionen vom Management als wahrscheinlich eingestuft werden, sind diese in der Berechnung des Right-of-Use Assets bzw. der Leasingverbindlichkeiten enthalten. Darüber hinaus wurden zum 31. Dezember 2023 keine wesentlichen Leasingverträge unterzeichnet, deren Leasinglaufzeit erst nach dem Ende des Geschäftsjahres beginnen. Die Fälligkeitsstruktur der Leasingverbindlichkeiten einschließlich Zinsanteil stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:
Zum 31. Dezember 2023 bestehen Abnahmeverpflichtungen für kurzfristige Leasingverhältnisse in geschäftsüblichem Umfang. 19 Impairment-TestsIm vierten Quartal 2023 wurden Goodwill-Impairment-Tests sowie Asset-Impairment-Tests auf Basis einer Triggering-Event-Analyse durchgeführt, um die Werthaltigkeit der Vermögenswerte zu überprüfen. Für die Berechnung der Impairment-Tests wurden unter anderem Annahmen bezüglich der Umsatzentwicklung getroffen. Der teilweise Rückgang der Wachstumsraten im Detailplanungszeitraum ist im Wesentlichen auf die wachsende Unsicherheit in der Weltwirtschaft sowie auf den fortschreitenden Transformationsprozess in der Automobilindustrie zurückzuführen. Die im Planungszeitraum angenommenen durchschnittlichen Umsatzsteigerungen stellen sich wie folgt dar:
Die Wachstumsrate der Division Car Chassis Technology resultiert aus dem geplanten Verkauf der Produktlinie Chassis Systeme und Module. Die genannte Division würde ohne diesen Sondereffekt ein positives durchschnittliches Umsatzwachstum von 6 % ausweisen. Die jährlichen Werthaltigkeitsprüfungen der Geschäfts- oder Firmenwerte führten wie im Vorjahr zu keiner Wertberichtigung auf Geschäfts- oder Firmenwerte. Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen wurde zudem eine Sensitivitätsanalyse hinsichtlich wesentlicher Bewertungsparameter durchgeführt. Hierbei wurde analysiert, inwieweit isoliert betrachtet eine Reduktion des nachhaltigen operativen Ergebnisses um 10 %, eine Absenkung der nachhaltigen Wachstumsrate auf 0,5 % oder ein Anstieg des Kapitalisierungszinssatzes um 10 % Auswirkungen auf die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte haben. In allen betrachteten Szenarien dieser Sensitivitätsanalyse hätte sich keine Abwertung der Geschäfts- oder Firmenwerte ergeben. Darüber hinaus wurden bei der Division Industrial Technology Abwertungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 18 Mio. € (Vj. 16 Mio. €) vorgenommen. 20 Finanzielle Schulden
In den kurzfristigen finanziellen Schulden werden die innerhalb eines Jahres fälligen Tilgungsraten und abgegrenzten Zinsen der langfristigen Darlehen, Schuldscheindarlehen und Anleihen ausgewiesen. Weiterhin werden die Verbindlichkeiten, die der kurzfristigen Finanzierung dienen, in diesem Posten erfasst. Die länderspezifische Verzinsung der gesamten finanziellen Schulden bewegt sich zwischen 1,4 % (Vj. 1,1 %) und 7,1 % (Vj. 5,97 %). Der überwiegende Teil der finanziellen Schulden ist festverzinslich. Die Darlehen sind überwiegend zum Ende der Laufzeit fällig. Der Fokus der Finanzierungsstrategie im Jahr 2023 lag auf der aktiven Gestaltung des Fälligkeitsprofils der finanziellen Schulden des ZF-Konzerns. So hat ZF im Geschäftsjahr 2023 Schulden in Höhe von 2,4 Mrd. € zurückgeführt. Auf der Refinanzierungsseite konnte ZF rund 2,9 Mrd. € größtenteils in Form von Anleihen am Kapitalmarkt erfolgreich platzieren. Alle oben genannten Darlehen enthalten neben anderen Verpflichtungen eine Finanzkennzahl, zu deren Einhaltung ZF verpflichtet ist (Financial Covenant). Die Kennzahl ist definiert als Verhältnis aus Nettoverschuldung zum bereinigten, konsolidierten EBITDA. Die Kennzahl wird quartalsweise getestet. Zum 31. Dezember 2023 betrug der vertraglich vereinbarte, nicht zu überschreitende Maximalwert 3,25. ZF hat die Anforderung sowohl zu allen vergangenen Testzeitpunkten als auch zum Bilanzstichtag erfüllt. 21 Vertragsverbindlichkeiten
Die Vertragsverbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:
Aus dem Verbrauch der Vertragsverbindlichkeiten wurden 631 Mio. € (Vj. 806 Mio. €) erfolgswirksam in den Umsatzerlösen erfasst. Die erwarteten zukünftigen Umsatzerlöse aus unerfüllten (oder teilweise unerfüllten) Leistungsverpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
Im Wesentlichen handelt es sich bei den unerfüllten (oder teilweise unerfüllten) Leistungsverpflichtungen um Kundenverträge im Zusammenhang mit Entwicklungsaufträgen sowie Werkzeugen. Im aktuellen Geschäftsjahr ergaben sich Änderungen des Zeitrahmens, die Auswirkungen in Höhe von 55 Mio. € (Vj. 66 Mio. €) auf die Erfüllung zukünftiger Leistungsverpflichtungen haben. 22 Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Steuerverbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Umsatzsteuerverbindlichkeiten. Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten unter anderem abgegrenzte Verbindlichkeiten aus dem Beschaffungs- und Absatzbereich, für Rechts- und Prozesskosten sowie Lizenz- und Provisionsverbindlichkeiten. 23 Sonstige Rückstellungen
In den Rückstellungen für Verpflichtungen aus dem Absatzbereich sind im Wesentlichen Vorsorgen für Garantie- und Produkthaftungsverpflichtungen, für Schadensersatzverpflichtungen sowie für drohende Verluste aus Lieferverpflichtungen enthalten. Die Verpflichtungen aus dem Personalbereich betreffen überwiegend Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen sowie sonstige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern. Darüber hinaus ist der nach der Saldierung mit dem Planvermögen verbleibende Passivüberhang der Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 61 Mio. € (Vj. 74 Mio. €) enthalten. Die Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen betreffen vor allem Aufwendungen für Abfindungszahlungen, die im Rahmen eines langfristig angelegten Programms zur Anpassung der Strukturen anfallen werden. Die sonstigen Verpflichtungen enthalten unter anderem Rückstellungen für Prozess- und sonstige rechtliche Risiken, Umweltschutzmaßnahmen, übrige Schadensersatzverpflichtungen sowie Verbrauchsteuerrisiken. 24 Rückstellungen für PensionenDie Rückstellungen für Pensionen gliedern sich wie folgt:
Im ZF-Konzern bestehen unterschiedliche Systeme der Altersversorgung und Gesundheitsfürsorgeleistungen, die in ihrer Ausgestaltung von den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes abhängig sind. Es wird zwischen beitrags- und leistungsorientierten Versorgungssystemen unterschieden. Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen (Defined Contribution Plans) geht der ZF-Konzern über die Entrichtung von Beitragszahlungen an zweckgebundene Fonds oder private Rentenversicherungsträger hinaus keine weiteren Verpflichtungen ein. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen (Defined Benefit Plans) besteht die Verpflichtung des ZF-Konzerns darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ehemalige Mitarbeiter zu erfüllen, wobei sowohl rückstellungs- wie auch fondsfinanzierte Versorgungssysteme bestehen. Rückstellungen für leistungsbasierte Pensionszusagen werden für Anwartschaften aktiver und ehemaliger Mitarbeiter des ZF-Konzerns sowie deren Hinterbliebene gebildet. Beschreibung der PläneIm Folgenden werden die für den ZF-Konzern bedeutendsten Altersvorsorgepläne sowie Pläne für Gesundheitsfürsorgeleistungen beschrieben. Die wesentlichen Risiken für das Unternehmen liegen in den versicherungsmathematischen Parametern, insbesondere Zinsniveau und Rententrend sowie den demografischen Entwicklungen und in der Marktwertentwicklung des Planvermögens. Nachdem im Jahr 2022 die Verpflichtungen und das zugehörige Planvermögen des bis dato größten Versorgungsplans in den USA an einen Dritten übertragen wurden, werden die Pläne in den Vereinigten Staaten nicht mehr separat aufgeführt. Deutschland (D)In Deutschland besteht eine Vielzahl von Versorgungszusagen mit unterschiedlicher Ausprägung. Bis 1993 wurden Zusagen gewährt, deren Höhe von der Dienstzeit und dem Entgelt abhängig ist. Ab 1997 wurden Tarifmitarbeitern sogenannte Rentenbausteine zugesagt, deren Höhe vom rentenfähigen Einkommen im Verhältnis zur Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung abhängig ist. Seit 2005 sind die jährlich zugeteilten Rentenbausteine von der Beitragsbemessungsgrenze entkoppelt. Ihre Höhe bemisst sich seitdem nach dem Arbeitsentgelt, der Dienstzeit, der jeweiligen Stelleneinordnung innerhalb der Unternehmenshierarchie sowie einer altersspezifischen Faktorentabelle. Zur Absicherung der oben genannten unmittelbaren Versorgungszusagen wurde im Jahr 2016 ein konzerneigenes Contractual Trust Arrangement (CTA) abgeschlossen und Vermögenswerte in das CTA eingebracht. Während das CTA zunächst zur Besicherung der Zusagen an Führungskräfte diente, wurde der Kreis im Jahr 2021 erweitert, sodass die Verpflichtungen aus sämtlichen vorgenannten Zusagen mit unterschiedlichem Rang besichert sind. Rechtliche oder regulatorische Mindestdotierungsverpflichtungen bestehen nicht. Im Rahmen der Akquisition von TRW und WABCO übernahm ZF leistungsorientierte Pläne in Deutschland, die nicht kapitalgedeckt sind. Diese Pläne sind inzwischen geschlossen und wurden teilweise in die "ZF Vorsorge" überführt. Unter der sogenannten "ZF Rente" werden mitarbeiterfinanzierte Rentenbausteine gewährt. Mitarbeiter können Umwandlungen ihres versorgungsfähigen Arbeitsentgelts wahlweise zwischen 1 % und 5 % vornehmen, wobei eine Wandlung von mindestens 1 % zwingend ist. Es bestehen zwei Tarife, von denen der erste Tarif für Bestandsmitarbeiter vor dem 31. Dezember 2005 eine Garantieverzinsung von 3,5 % beinhaltet, während der zweite Tarif für Neueintritte ab 2006 keine Garantieverzinsung enthält. Im Jahr 2019 wurde im Zuge der Neuausrichtung der betrieblichen Altersversorgung bisher unversorgten Mitarbeitern eine Versorgungszusage erteilt. Diese Zusage "ZF Vorsorge" erfordert ebenfalls einen monatlichen Mitarbeiterbeitrag in Höhe von mindestens 1 % des Entgelts. Berechtigte Mitarbeiter können nunmehr in Form einer Entgeltumwandlung monatliche Beiträge aus ihrem versorgungsfähigen Entgelt in ein kapitalgedecktes Versorgungskonto leisten. Unter dieser Zusage werden vom Arbeitgeber - in Abhängigkeit von der Höhe der Arbeitnehmerbeiträge - ebenfalls Beiträge geleistet. Die Zusage beinhaltet neben einer Altersleistung auch Risikoleistungen für die Fälle Erwerbsminderung und Todesfall. Den Mitarbeitern stehen verschiedene Auszahlungsoptionen zur Wahl. Bereits versorgten Mitarbeitern wurde ein Wechselangebot in die "ZF Vorsorge" unterbreitet. Bisher erdiente Versorgungsansprüche wurden in Form von Startbausteinen berücksichtigt. Mit Einführung der "ZF Vorsorge" wurden alle Versorgungszusagen in Deutschland für Neueintritte geschlossen, darunter sowohl die "ZF Rente" als auch die Zusagen der TRW und WABCO. Sowohl die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmerbeiträge für diese neue betriebliche Versorgungsregelung werden einem eigens dafür gegründeten Treuhandverein zugeführt. Bei einer Versorgungszusage in Deutschland wirkt eine Vermögensobergrenze in Höhe von 133 Mio. € (Vj. 173 Mio. €). Das ZF aus einer Unterstützungskasse zustehende Planvermögen wird auf den Wert der garantierten Versorgungsleistung begrenzt. Vereinigtes Königreich (UK)Im Vereinigten Königreich unterhält der ZF-Konzern fondsfinanzierte, leistungsorientierte Pensionspläne, die geschlossen sind, außer für eine kleine Anzahl von Beschäftigten der ZF CV Distribution UK Ltd. Diese Pläne werden nach den gesetzlichen Bestimmungen geführt und von Treuhandgesellschaften verwaltet. Die Finanzierung wird alle drei Jahre durch technische Bewertungen nach Maßgabe der lokalen Vorschriften bestimmt. Die technische Bewertung kann zu zusätzlichen Beiträgen des Arbeitgebers führen, um die Anforderungen an die Mindestdotierungsverpflichtungen einzuhalten. Bei der Pensionszusage für die Beschäftigten der ZF CV Distribution Ltd. müssen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer Beiträge zum Treuhandvermögen leisten. Die Höhe der Altersversorgung ist vom versorgungsfähigen Einkommen sowie von der Betriebszugehörigkeit abhängig. Vom Arbeitgeber wird eine Mindestversorgung garantiert. Leistungsorientierte AltersvorsorgepläneBei der Berechnung der Pensionsrückstellungen werden die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen verwendet:
Für die Bewertung der Rückstellungen für andere Pensionspläne in Deutschland wird zur Bestimmung des Ersatzzinses auf hochrangige Unternehmensanleihen mit einem Rating von AA (oder entsprechend) von mindestens einer der drei großen Rating-Agenturen zurückgegriffen und diese extrapoliert unter Ansatz der Zinsstrukturkurve von Nullkupon-Staatsanleihen. Die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen beträgt:
Für die Berechnung der Pensionsrückstellungen werden landesspezifische Sterbetafeln verwendet, die - je nach Land - jährlich aktualisiert werden. Es werden folgende Sterbetafeln verwendet:
Zur Bewertung der Pensionsverpflichtungen bei Konzerngesellschaften in Deutschland wird ein Abschlag auf die Wahrscheinlichkeit der Invalidität gemäß den Sterbetafeln Heubeck 2018 G vorgenommen. Die Ermittlung des Abschlags beruht auf unternehmenseigenen historischen Daten. Die Entwicklung der Pensionsrückstellungen sowie des zugehörigen Planvermögens ist in folgender Tabelle dargestellt:
Die im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen ergebniswirksam erfassten Posten setzen sich wie folgt zusammen:
Mit Ausnahme der Zinsanteile werden alle Komponenten der erfolgswirksamen Pensionsaufwendungen in den Funktionsbereichen erfasst. Die versicherungsmathematischen Verluste in Höhe von 380 Mio. € (Vj. Gewinne in Höhe von 1.589 Mio. €) werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis berücksichtigt. Darin enthalten ist auch ein versicherungsmathematischer Gewinn aus der Veränderung der Vermögensobergrenze in Höhe von 40 Mio. € (Vj. Verlust 173 Mio. €). Das Fondsvermögen setzt sich wie folgt zusammen:
Die Wertpapiere sind mit auf aktiven Märkten notierten Preisen angesetzt. Die Position "Sonstige" beinhaltet im Wesentlichen forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset-backed Securities). Die Beiträge zum Planvermögen werden im Folgejahr voraussichtlich 144 Mio. € (Vj. 107 Mio. €) betragen. Die Rentenzahlungen für die nächsten zehn Jahre stellen sich wie folgt dar:
Bei der Berechnung wurden die tatsächlich erwarteten Rentenzahlungen und nicht nur die am Stichtag erdienten Rentenbausteine dargestellt, das heißt, auch künftig zuzuteilende Rentenbausteine sind bereits berücksichtigt. Darüber hinaus wurde unterstellt, dass die Zahl der aktiven Mitarbeiter konstant bleibt. Bei den übrigen Berechnungsprämissen wurden die gleichen Parameter verwendet, die auch zur Ermittlung der leistungsorientierten Verpflichtung zum Einsatz gekommen sind. Nachfolgend wird die Auswirkung einer Änderung wesentlicher Annahmen auf die leistungsorientierte Verpflichtung dargestellt:
Für die Sensitivitätsanalyse wurden die Pensionsverpflichtungen neu ermittelt. Dabei wurde unterstellt, dass die übrigen Annahmen jeweils unverändert bleiben. Bei der Berechnung der Sensitivität der Lebenserwartung wurde angenommen, dass sich die durchschnittliche Lebenserwartung einer 65-jährigen Person um ein Jahr verkürzt bzw. verlängert. Angaben zu GesundheitsfürsorgeleistungenBestimmte ausländische Tochtergesellschaften, insbesondere in den USA und Kanada, gewähren ihren Mitarbeitern unter bestimmten Alters- bzw. Betriebszugehörigkeitsvoraussetzungen Gesundheitsfürsorgeleistungen für die Zeit nach der Pensionierung. Die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung beträgt 9 Jahre (Vj. 8 Jahre). Die bilanzielle Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts der Versorgungszusagen stellt sich wie folgt dar:
Die zur Berechnung der Verpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen verwendeten Prämissen für die Abzinsung variieren entsprechend den Gegebenheiten in den einzelnen Ländern. Zum 31. Dezember 2023 lagen die Bewertungsfaktoren für die Abzinsung zwischen 4,5 % und 9,2 % (Vj. 4,8 % und 10,0 %). Die Nettoaufwendungen der Verpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die versicherungsmathematischen Verluste in Höhe von 18 Mio. € (Vj. Gewinne in Höhe von 20 Mio. €) werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis berücksichtigt. Nachfolgend wird die Auswirkung einer Änderung wesentlicher Annahmen auf die Gesundheitsfürsorgeverpflichtung dargestellt:
25 EigenkapitalGezeichnetes KapitalDas Gezeichnete Kapital beträgt zum Geschäftsjahresende unverändert 500 Mio. €. Zum 31. Dezember 2023 ist das Gezeichnete Kapital in 500.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt. Alle Anteile sind vollständig eingezahlt. KapitalrücklageDie Kapitalrücklage beträgt zum Geschäftsjahresende unverändert 386 Mio. €. Die Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien. Sie unterliegt den Restriktionen des § 150 AktG. Erwirtschaftetes Konzern-EigenkapitalDas erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital enthält die gesetzliche Rücklage der ZF Friedrichshafen AG sowie die kumulierten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Aktive und passive Unterschiedsbeträge, die aus der Kapitalkonsolidierung nach der Buchwertmethode gemäß den früher angewendeten Rechnungslegungsgrundsätzen resultieren, sind ebenfalls in diesem Posten verrechnet. Weitere Bestandteile bilden die Rücklagen aus der erstmaligen Anwendung der IFRS sowie die kumulierten Währungsumrechnungsdifferenzen, die zum Zeitpunkt der Umstellung auf IFRS umgegliedert wurden. Unterschied aus der WährungsumrechnungDer Posten enthält die Differenzen aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen (Nicht-Euroraum) ab dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung von IFRS. Die Veränderung des Unterschiedsbetrags aus der Währungsumrechnung nach Steuern in Höhe von - 445 Mio. € (Vj. + 170 Mio. €) entfällt mit - 29 Mio. € (Vj. - 14 Mio. €) auf die Anteile ohne beherrschenden Einfluss sowie mit 1 Mio. € (Vj. - 2 Mio. €) auf At-Equity-Beteiligungen. Marktbewertung Wertpapiere und Cashflow HedgesIn diesem Posten sind die Effekte aus der erfolgsneutralen Bewertung von Finanzinstrumenten nach Steuern enthalten. Versicherungsmathematische Gewinne und VerlusteDieser Posten enthält die erfolgsneutral erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus Pensionsverpflichtungen nach Steuern. Latente Steuern auf erfolgsneutral erfasste Posten des Eigenkapitals
DividendeAls Dividende für das Geschäftsjahr 2023 werden bei der ZF Friedrichshafen AG unverändert zum Vorjahr 41 Mio. € (pro Aktie 0,08 €) vorgeschlagen. 26 Angaben zum KapitalmanagementDas Kapitalmanagement des ZF-Konzerns verfolgt vorrangig das Ziel, die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit von ZF sicherzustellen sowie die Anforderungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber zu erfüllen. Wesentliche Grundlage hierfür ist die Gewährleistung einer ausreichenden Eigenkapitalquote. Zentrale Parameter für das Kapitalmanagement von ZF in Bezug auf die Fremdfinanzierung sind die Nettoverschuldung sowie der Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA). Ein weiterer wichtiger Indikator stellt die Bonitätseinstufung durch die beauftragten Rating-Agenturen dar. Zielsetzung ist ein stabiles Konzernrating im Investment-Grade-Bereich. Zur Ermittlung der Eigenkapitalquote wird das bilanzielle Eigenkapital herangezogen.
Die ZF Friedrichshafen AG unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG27 AllgemeinDie Konzern-Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Finanzmittelfonds des ZF-Konzerns durch Mittelzu- und -abflüsse im Geschäftsjahr verändert hat. Es wird zwischen Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Der in der Konzern-Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Konzernbilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel, das heißt Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit der Konzern frei über sie verfügen kann. Darüber hinaus werden dem Finanzmittelfonds hochliquide Finanzinvestitionen mit einer Laufzeit unter drei Monaten, die nur geringen Wertschwankungen unterliegen, zugeordnet. Der Finanzmittelfonds setzt sich wie folgt zusammen:
Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird demgegenüber ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern indirekt abgeleitet. Erhaltene Dividenden und Zinsen sind dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit zugeordnet. Gezahlte Zinsen und Transaktionskosten zur Aufnahme von Finanzschulden einschließlich Leasingverbindlichkeiten werden im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gezeigt. Hierzu wird das Ergebnis vor Ertragsteuern im Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit um das Beteiligungs-und Finanzergebnis korrigiert. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzposten im Zusammenhang mit der laufenden Geschäftstätigkeit um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Änderungen des Konsolidierungskreises bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzposten können daher nicht mit den entsprechenden Werten auf der Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanz abgestimmt werden. 28 Verkauf von konsolidierten UnternehmenDie aus den Anteilsverkäufen abgehenden Vermögenswerte und Schulden setzen sich wie folgt zusammen:
Die Summe der Verkaufspreise für die Anteilsverkäufe im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 59 Mio. € (Vj. 138 Mio. €) wurden vollständig in bar geleistet. 29 Veränderung der FinanzschuldenDie Veränderung der Finanzschulden aus Finanzierungstätigkeit aufgrund von zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Effekten stellt sich wie folgt dar:
Die zahlungswirksamen Veränderungen betreffen die Aufnahme und Tilgung von Finanzschulden. Bei den sonstigen nicht zahlungswirksamen Veränderungen handelt es sich vor allem um die Veränderung der Zinsabgrenzungen, die teilweise zahlungswirksam sind, sowie um die Auflösung von Kreditbeschaffungskosten und die Erhöhung der Leasingverbindlichkeiten aufgrund neuer Leasingverträge. In der Darstellung sind keine derivativen Finanzinstrumente berücksichtigt. SONSTIGE ANGABEN30 EventualverbindlichkeitenDie nachfolgende Tabelle stellt die zu Nominalwerten angesetzten Eventualverbindlichkeiten dar:
Die Bürgschaften sind bei Inanspruchnahme in vollem Umfang innerhalb von einem Jahr fällig. Die sonstigen Eventualverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen potenzielle Verpflichtungen aus dem Beschaffungs- und Personalbereich, aus Rechtsstreitigkeiten sowie aus sonstigen Steuern. Für Eventualverbindlichkeiten wurden sowohl im aktuellen Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr keine Sicherheiten gewährt. 31 Sonstige finanzielle VerpflichtungenNeben Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus begonnenen Investitionsvorhaben und Beschaffungsverträgen.
Das Bestellobligo entfällt mit 7 Mio. € (Vj. 7 Mio. €) auf immaterielle Vermögenswerte und mit 1.397 Mio. € (Vj. 1.475 Mio. €) auf Sachanlagen. 32 RechtsstreitigkeitenZF ist weiterhin in engem Kontakt mit der US-amerikanischen Verkehrsaufsichtsbehörde (NHTSA) zu deren Untersuchung hinsichtlich bestimmter Fahrzeuge, die mit ZF-Airbag-Kontrolleinheiten ausgestattet sind und von denen einige Gegenstand eines Rückrufs von Toyota, FCA und HKMC waren. Auf Basis der derzeit vorliegenden Untersuchungsergebnisse geht ZF nicht davon aus, die Rückrufe schuldhaft verursacht zu haben und verteidigt sich gegen in den USA und Kanada anhängige Klagen. Im Zusammenhang mit bereits abgeschlossenen Kartellverfahren setzt sich ZF mit Kunden hinsichtlich möglicher Schadensersatzansprüche auseinander. Grundsätzlich können auch aus abgeschlossenen Verfahren Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Weder ZF noch eine ihrer Konzerngesellschaften sind an laufenden oder absehbaren Gerichts- oder Schiedsverfahren beteiligt, die nach heutiger Erkenntnislage einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des ZF-Konzerns haben können oder in der Vergangenheit hatten. 33 Angaben zu FinanzinstrumentenBuchwerte der Finanzinstrumente nach KategorienNachfolgende Übersicht zeigt die bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Schulden aufgeteilt nach Bewertungskategorien:
1) Keine Bewertungskategorie nach IFRS 9 Im Geschäftsjahr erfolgten keine Umgliederungen von finanziellen Vermögenswerten zwischen den Bewertungskategorien. Beizulegende ZeitwerteNachfolgend werden die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Schulden dargestellt. Soweit finanzielle Vermögenswerte und Schulden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, wird der beizulegende Zeitwert dem Buchwert gegenübergestellt. Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Schulden. Die Buchwerte der kurzfristigen zu Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente approximieren aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte.
1) Keine Bewertungskategorie nach IFRS 9 Nachfolgend werden die Finanzinstrumente in Abhängigkeit von den für die Bewertung herangezogenen Input-Parametern den drei Stufen der Fair Value-Hierarchie zugeordnet. Die Einstufung sowie das Erfordernis, Umgliederungen vorzunehmen, werden jeweils zum Bilanzstichtag überprüft. Stufe 1 umfasst diejenigen Finanzinstrumente, für die auf aktiven Märkten notierte Preise für identische Vermögenswerte und Schulden verfügbar sind. Eine Zuordnung zu Stufe 2 erfolgt, wenn für die Bewertung der Finanzinstrumente Input-Parameter herangezogen werden, die direkt (z. B. Preise) oder indirekt (z. B. aus Preisen abgeleitet) am Markt beobachtbar sind. In Stufe 3 werden Finanzinstrumente ausgewiesen, deren Bewertung auf Informationen basiert, die nicht am Markt beobachtbar sind. Die Zeitwerte der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumente werden wie folgt den drei Stufen der Fair Value-Hierarchie zugeordnet:
Die Marktwerte der Vermögenswerte und Schulden wurden mit Ausnahme der Anleihen nach der Barwertmethode berechnet. Die zukünftigen Zahlungsströme wurden hierbei mit den aktuellen laufzeitkongruenten risikolosen Zinssätzen zuzüglich eines ZF-spezifischen Kreditrisikoaufschlags diskontiert. Die Anleihen wurden mit dem am Markt verfügbaren Zeitwert bewertet. Die nachfolgenden Tabellen stellen die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente dar.
1) Keine Bewertungskategorie nach IFRS 9 Nachfolgend werden die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente in Abhängigkeit von den für die Bewertung herangezogenen Input-Parametern den drei Stufen der Fair Value-Hierarchie zugeordnet.
Im Geschäftsjahr erfolgten keine Umgliederungen zwischen der Fair Value-Hierarchie der Stufen 1 und 2. Für Wertpapiere der Stufe 1 wird als beizulegender Zeitwert der unmittelbar notierte Kurswert auf einem jederzeit aktiven Markt angesetzt. Ein aktiver Markt ist entweder die Börse des jeweiligen Landes oder eine vergleichbare Handelsplattform, an der die Liquidität und Transparenz des zugrunde liegenden Vermögenswerts gegeben ist. In Stufe 2 werden Gattungen eingestuft, deren Preise sich aus am Markt beobachtbaren Parametern ableiten bzw. modellieren lassen. Hierzu zählen insbesondere beobachtbare Zinssätze, Wechselkurse bzw. vergleichbare Instrumente. Bei den Wertpapieren der Stufe 3 handelt es sich um Nullkuponanleihen, für die kein aktiver Markt vorhanden ist. Die Marktwerte der Wertpapiere aus Stufe 3 werden auf Basis aktuell verfügbarer Informationen der Fondsmanager ermittelt. Eine signifikante Veränderung der zugrunde gelegten zukünftigen Cashflows sowie des Zinsniveaus und die damit verbundene Änderung der Diskontierungsfaktoren hätten Einfluss auf die beizulegenden Zeitwerte dieser Wertpapiere. Die Anteile an Beteiligungsunternehmen der Stufe 3 betreffen Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen. Bei diesen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Anteilen an Beteiligungsunternehmen sind entweder unzureichende Informationen vorhanden oder der beizulegende Zeitwert kann über ein Multiplikatorverfahren nur in einer großen Bandbreite möglicher Werte ermittelt werden. Daher werden die Anschaffungskosten als eine angemessene Schätzung des Zeitwerts herangezogen. Bei vorliegenden Änderungen im Umfeld der Beteiligungsunternehmen oder Nachweisen durch externe Transaktionen erfolgt eine entsprechende Schätzungsanpassung. Eine signifikante Veränderung der im Rahmen des Multiplikatorverfahrens herangezogenen zukünftigen Ergebnisse und Multiplikatoren hätte Einfluss auf die beizulegenden Zeitwerte dieser Anteile an Beteiligungsunternehmen in Höhe von - 9 Mio. € (Vj. - 5 Mio. €) bis + 69 Mio. € (Vj. + 15 Mio. €). Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen sind der Stufe 2 zugeordnet, da sich die Bewertung aus am Markt beobachtbaren Parametern ableiten lässt. Die derivativen Finanzinstrumente der Stufe 2 betreffen nicht handelbare Derivate. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt auf der Basis von auf die Restlaufzeit abgezinsten Kursfeststellungen (Wechselkurse, Zinssätze und Rohstoffpreisindizes) zugelassener Börsen. Die Entwicklung der in Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie eingeordneten Finanzinstrumente ist in folgender Tabelle dargestellt:
Im Geschäftsjahr wurden Anteile an Beteiligungsunternehmen und Wertpapiere aus der Stufe 2 der Fair Value-Hierarchie in Höhe von 54 Mio. € in die Stufe 3 umgegliedert, da sich die Marktverfügbarkeit der betreffenden Anteile an Beteiligungsunternehmen und Wertpapiere im laufenden Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr verschlechtert hat. Nettogewinne und -verluste nach Bewertungskategorien
Die Nettogewinne und -verluste der Bewertungskategorie "Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten" enthalten neben den Zinserträgen im Wesentlichen Währungsgewinne und -verluste aus Fremdwährungsforderungen in Höhe von + 65 Mio. € sowie Erträge aus der Veränderung von Wertberichtigungen in Höhe von +10 Mio. €. In der Bewertungskategorie "Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten" setzen sich die Nettogewinne und -verluste neben den Zinsaufwendungen im Wesentlichen aus Währungsgewinnen und -verlusten aus Fremdwährungsverbindlichkeiten in Höhe von - 156 Mio. € zusammen. Die Nettogewinne und -verluste der Bewertungskategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten" umfassen im Wesentlichen Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten ohne Hedge Accounting. Finanzielle Vermögenswerte und Schulden, die Verrechnungsvereinbarungen, einklagbaren Globalverrechnungsverträgen und ähnlichen Vereinbarungen unterliegen: Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden
Die mit den Banken abgeschlossenen Rahmenverträge für Finanztermingeschäfte regeln unter anderem, dass im Insolvenzfall eines Vertragspartners die bestehenden Kontrakte gekündigt und zum jeweiligen Marktwert ausgeglichen werden müssen. Sofern bei einem Vertragspartner mehrere Geschäfte abgerechnet werden, werden positive und negative Marktwerte saldiert und nur die verbleibende Spitze ausgeglichen. Zum 31. Dezember 2023 besteht aufgrund der einwandfreien Bonität unserer Banken kein Risiko aus dieser Regelung. 34 Risiken aus FinanzinstrumentenManagement von FinanzrisikenDas Risikomanagementsystem im Finanzbereich umfasst Kontrahenten- und Ausfallrisiken bei Kunden und Lieferanten-, Liquiditäts- und Zinsänderungsrisiken sowie Währungs- und Rohstoffpreisrisiken. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wird regelmäßig über die wesentlichen Risikopositionen des ZF-Konzerns Bericht erstattet. Die Einhaltung der Richtlinien wird durch die Interne Revision geprüft. Die Gesellschaften des ZF-Konzerns sichern standardisiert ihre Währungsrisiken zu marktgerechten Konditionen entweder intern über die zuständigen ZF Treasury Hubs oder extern direkt mit Banken. Extern abgesicherte Risikopositionen werden bei Banken mit einwandfreier Bonität unter Berücksichtigung vorgegebener Risikogrenzen gehandelt. Zum Einsatz kommen in der Regel derivative Finanzinstrumente mit Plain-Vanilla-Charakter. Diese werden ausschließlich zur Absicherung bestehender Grundgeschäfte oder geplanter Transaktionen abgeschlossen. Hedge Accounting wird angewendet, sofern die Kriterien der IFRS erfüllt sind. Die Division Commercial Vehicle Solutions sichert ihr Risiko teilweise unter Berücksichtigung von zur Absicherungsstrategie des ZF-Konzerns vergleichbaren Richtlinien eigenständig ab. Die Integration in die Sicherungsstrategie von ZF wurde 2023 vorangetrieben und wird 2024 abgeschlossen. Zinsänderungs- und Rohstoffpreisrisiken werden einzelfallbezogen abgesichert. Der Abschluss von Sicherungsgeschäften erfolgt nach konzerneinheitlichen Richtlinien, die verschiedenen rechtlichen Bestimmungen sowie entsprechend den für Banken geltenden Vorschriften für das Betreiben von Handelsgeschäften folgen. Der Abschluss unterliegt einer strengen Überwachung, die insbesondere durch eine strikte Funktionstrennung in Handel, Abwicklung und Kontrolle gewährleistet ist. Ausfall- und KontrahentenrisikoDas Ausfallrisiko ist das Risiko, dass unsere Vertragspartner im Bereich der Geldanlagen, Finanzforderungen sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Dieses Risiko definiert sich anhand errechneter Ausfallwahrscheinlichkeiten oder Informationen über die Insolvenz zu Vertragspartnern. Zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos bei Geldanlagen und Derivaten werden sämtliche Finanzgeschäfte nur mit Banken erstklassiger Bonität im Rahmen festgelegter Limits getätigt. Diese Limits werden quartalsweise geprüft und gegebenenfalls angepasst. Inputfaktoren für die Berücksichtigung des Kontrahentenrisikos sind Ratings mit einer langfristigen Ausrichtung von unabhängigen Rating-Agenturen für an der jeweiligen Transaktion beteiligte Kreditinstitute. Aus den finanziellen Vermögenswerten des Konzerns resultiert bei Ausfall des Kontrahenten ein maximales Ausfallrisiko in Höhe des Buchwerts der entsprechenden Bilanzposten ohne Berücksichtigung von erhaltenen Sicherheiten. Offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Herstellern von Personen- und Nutzfahrzeugen, Arbeitsmaschinen sowie Windturbinen weltweit. Zur Absicherung der gesamten Wertschöpfungskette erfolgt einerseits ein fortlaufendes Monitoring der Bonität unserer strategischen Lieferanten, insbesondere durch Konzentration auf bonitätsstarke Lieferanten bei neuen Auftragsvergaben. Um andererseits das kundenseitige Ausfallrisiko zu mindern, werden die Bonität der Kunden sowie deren Forderungsbestände im Rahmen eines SAP-basierten Credit-Managements einer laufenden Überwachung unterzogen. Punktuell werden Ausfallrisiken mit entsprechenden Absicherungsinstrumenten, wie z. B. Warenkreditversicherungen, reduziert. Der Buchwert der durch Warenkreditversicherungen abgedeckten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2023 beträgt 6 Mio. € (Vj. 51 Mio. €). Im Rahmen von Factoring-Programmen werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft. Hierbei werden im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, bemessen anhand der Variabilität der Zahlungseingänge, übertragen ("True Sale"). Als weitere außerbilanzielle Maßnahme besteht ein Asset-backed-Securitization- Programm (ABS-Programm). Im Rahmen der bei derartigen Programmen üblichen Geschäftspraktiken werden revolvierend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an eine Zweckgesellschaft verkauft. Wie ebenfalls üblich wird ein Teilbetrag des Kaufpreises in Reservekonten einbehalten. Diese sind als sonstige Forderungen in den übrigen Vermögenswerten ausgewiesen. Die nachfolgende Tabelle stellt das zum Bilanzstichtag bestehende Ausfallrisiko je Risikoklasse für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte dar:
Bei Vorliegen eines konkreten Ausfallrisikos wird eine Einzelwertberichtigung auf Forderungen gebildet. Die Höhe der Wertberichtigung hängt im Wesentlichen von der Risikoklasse und der Dauer der Überfälligkeit der Forderung ab und kann im Einzelfall bis zu 100 % betragen. Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit von Forderungen wird zwischen dem Kreditrisiko und dem Geschäftsrisiko unterschieden. LiquiditätsrisikoDie zukünftig zu erwartenden Zahlungsmittelabflüsse aus Tilgungs- und Zinszahlungen für die finanziellen Schulden und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in der mittelfristigen Liquiditätsplanung enthalten. Die Fälligkeitsstruktur der Tilgungs- und Zinszahlungen für die finanziellen Schulden sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wird in der folgenden Tabelle dargestellt:
Die Zahlungsfähigkeit und die Liquiditätsvorsorge wird innerhalb des ZF-Konzerns mittels einer kurz-, mittel- sowie langfristigen Liquiditäts- und Finanzierungsplanung gesteuert. Es werden ausreichend flüssige Mittel bzw. liquidierbare Wertpapiere sowie bestätigte Kreditlinien vorgehalten, sodass die Zahlungsfähigkeit des ZF-Konzerns jederzeit sichergestellt ist. Zum Bilanzstichtag betrugen die flüssigen Mittel 3.637 Mio. €. Der Buchwert der kurzfristigen Wertpapiere lag bei 26 Mio. €. Der syndizierte Kredit in Form einer revolvierenden Kreditlinie (RCF) war zum Bilanzstichtag ungenutzt. Die Kreditlinie wurde im Juli 2022 refinanziert und hat nach Ausübung einer vertraglich vereinbarten Verlängerungsoption im Berichtsjahr eine Restlaufzeit bis Juli 2028. Für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit einem Nominalwert in Höhe von 258 Mio. € (Vj. 199 Mio. €) wurden Reverse-Factoring-Vereinbarungen abgeschlossen. Lieferanten können im Rahmen dieser ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen einen Abschlag an die anbietende Bank übertragen und so vorzeitig den diskontierten Rechnungsbetrag erhalten. ZF wird zum ursprünglichen Fälligkeitstermin mit dem originären Rechnungsbetrag von der anbietenden Bank belastet. Kursrisiko aus WertpapierenDas Kursrisiko bezeichnet das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert der Wertpapiere sinkt. Aufgrund des geringen Bestands an Wertpapieren ist das Risiko von Kursschwankungen als unwesentlich einzustufen. Deshalb wurde auf eine Sensitivitätsanalyse verzichtet. WährungsrisikoDas Währungsrisiko bezeichnet das Risiko, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftige Cashflows von monetären Posten aufgrund von Wechselkursänderungen negativ beeinflusst werden. Der ZF-Konzern tätigt aufgrund seiner internationalen Ausrichtung Transaktionen in unterschiedlichen Währungen. Der ZF-Konzern verfolgt einen einheitlichen Ansatz zum Management von Währungsrisiken. Der Sicherungsansatz verfolgt eine zentrale und systematische Währungsrisikobewertung und -strategie, die die regelmäßige Erhebung von erwarteten Risikopositionen, eine Risikobewertung sowie die Ausführung von mehrschichtigen Absicherungen für einen Absicherungshorizont von 24 Monaten umfassen. Für die Kurssicherung gilt das Nettoprinzip, das heißt, die Absicherungen erfolgen für die Nettopositionen aus gegenläufigen Cashflows. Kurssicherungen erfolgen hauptsächlich über Devisentermingeschäfte. Das angestrebte Absicherungsverhältnis zwischen dem designierten Betrag des Grundgeschäfts und dem designierten Betrag des Sicherungsinstruments beträgt grundsätzlich bis zu 80 %. Für das Projektgeschäft werden grundsätzlich Einzelabsicherungen durchgeführt (Bruttoprinzip). Das Grundgeschäft bei projektbezogenen Einzelabsicherungen wird in der Regel in voller Höhe abgesichert. Das Translationsrisiko aus der Bewertung von Bilanzpositionen wird nicht abgesichert - das daraus resultierende Risiko wird auf regelmäßiger Basis überwacht. Die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft ist qualitativ und quantitativ feststellbar und ZF beurteilt die Effektivität dieser Sicherungsbeziehungen mithilfe der hypothetischen Derivatemethode sowie der linearen Regressionsmethode. Ineffektivität wird hauptsächlich durch Veränderungen des Kreditrisikos oder aus zeitlichen Verschiebungen des Grundgeschäfts erwartet. Im aktuellen Geschäftsjahr sind keine Beträge (Vj. 0 Mio. €) aus ineffektiven Sicherungsbeziehungen aus der Cashflow Hedge-Rücklage ausgebucht worden. Bei Fälligkeit oder Dedesignation von Sicherungsinstrumenten werden die kumulierten Bewertungen vom sonstigen Ergebnis im Wesentlichen in die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen umgegliedert. Zum 31. Dezember 2023 ist eine Verbindlichkeit mit einem Teilbetrag von 915 Mio. € (Vj. 500 Mio. €) und Laufzeiten bis 2028 und 2030 zur Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb in gleicher Höhe designiert. Das Sicherungsinstrument ist in den finanziellen Schulden ausgewiesen. Die kumulierte Wertänderung der Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb beträgt 60 Mio. € (Vj. 25 Mio. €) und ist im sonstigen Ergebnis in der Position Unterschied aus der Währungsumrechnung enthalten. Der erwartete Zahlungsmittelabfluss aus derivativen Finanzinstrumenten zur Absicherung von Währungsrisiken ergibt sich aus der nachfolgenden Darstellung:
Zur Absicherung des Währungsrisikos haben sich für die wesentlichen Währungspaare folgende Sicherungskurse ergeben: 4,70 EUR/PLN; 18,76 USD/MXN; 1,09 EUR/USD; 0,88 EUR/GBP. Die Sicherungskurse beinhalten sowohl Derivate mit als auch ohne Hedge Accounting.
SensitivitätsanalyseIm Hinblick auf die Sensitivität bei Wechselkursschwankungen erachtet ZF die potenziellen Auswirkungen einer Auf- oder Abwertung des Euro auf das Portfolio der ausstehenden Cashflow-Absicherungen sowie auf nicht abgesicherte Finanzierungsinstrumente wie Darlehen oder flüssige Mittel in fremder Währung als relevant. Zu diesem Zweck wurde die Sensitivität für das Portfolio der Derivate und Finanzierungsinstrumente bei einer Auf- bzw. Abwertung um 10 % gegenüber den im Portfolio befindlichen Fremdwährungen ermittelt. Die folgende Tabelle zeigt die hypothetischen Auswirkungen auf das Eigenkapital und das Ergebnis (jeweils ohne Berücksichtigung von Steuereffekten) im Rahmen der genannten Parameter:
RohstoffpreisrisikoDas Rohstoffpreisrisiko ist das Risiko, dass sich die Einstandspreise aus dem Bezug von Produktions- und Betriebsmitteln ändern. ZF arbeitet an der Aufstellung eines strukturierten Programms zur Absicherung von Rohstoffpreisrisiken. Im Jahr 2023 hat ZF Verträge über virtuellen Strombezug mit Laufzeiten von 7 und 9 Jahren abgeschlossen. Im Rahmen dieser Verträge erhält ZF Herkunftsnachweise für die elektrische Energie, die von Photovoltaikanlagen in Spanien mit einer ZF zugeordneten installierten Leistung von 109 Megawatt erzeugt wird. Die Verträge erfüllen die Definition eines derivativen Finanzinstruments und werden gemäß IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts werden in den Strombezugskosten im Materialaufwand erfasst. Zum Stichtag hatten die Verträge einen positiven beizulegenden Zeitwert von 5 Mio. €. Die nachfolgende Tabelle gibt den Effekt auf das Ergebnis vor Ertragsteuern bei einer Erhöhung bzw. Verminderung des Strompreisniveaus in Spanien um 10 % an:
ZinsänderungsrisikoDas Zinsänderungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows von Finanzinstrumenten aufgrund von Marktzinsänderungen schwanken. Im Umfeld steigender Zinsen wurden im Vorjahr Zinsabsicherungen durch Zinsswaps mit Laufzeiten bis 2029 und Options-Instrumente mit Fälligkeit innerhalb des kommenden Jahres abgeschlossen. Die Zinsswaps fixieren einen durchschnittlichen gesicherten Zinssatz von 3,07 %, die Optionsinstrumente haben einen Cap bis zu einer Höhe von 2,25 %. Die ausgeführten Sicherungsgeschäfte decken 60 % der variablen Finanzierungen über die volle Laufzeit. Es wurde keine Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft dokumentiert. Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine neuen Zinsabsicherungen durchgeführt. Der angenommene Zahlungsmittelabfluss aus derivativen Finanzinstrumenten zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken ergibt sich aus der nachfolgenden Darstellung:
Die nachfolgenden Tabellen geben den Effekt auf das Ergebnis vor Ertragsteuern bei einer Erhöhung bzw. Verminderung des durchschnittlichen Zinssatzes auf Geldanlagen sowie auf variabel verzinsliche finanzielle Schulden in der entsprechenden Währung an:
Der Effekt auf das Ergebnis vor Ertragsteuern der in Euro denominierten variabel verzinslichen finanziellen Schulden beinhaltet den Effekt aus Zinssicherungsgeschäften. Die Sensitivitätsanalyse wurde unter der Annahme erstellt, dass die Höhe der Darlehen von Kreditinstituten und der Geldanlagen sowie das Verhältnis von fester und variabler Verzinsung gleich bleiben. Im aktuellen Geschäftsjahr resultieren aus derivativen Zinsinstrumenten keine wesentlichen Zahlungsmittelabflüsse. 35 Zuwendungen der öffentlichen HandIm Geschäftsjahr wurden 85 Mio. € (Vj. 61 Mio. €) an Zuwendungen der öffentlichen Hand vereinnahmt. Diese teilen sich wie folgt auf:
Die Zuwendungen für Investitionen werden im Wesentlichen an Standorten in China, Serbien und Indien vereinnahmt. Die Aufwandszuschüsse umfassen im Wesentlichen staatliche Forschungszuschüsse sowie Zuschüsse für Personalaufwendungen. 36 Beziehungen zu nahestehenden Personen oder UnternehmenNach IAS 24 müssen die Beziehungen zu nahestehenden Personen oder Unternehmen angegeben werden. Der Kreis der nahestehenden Personen oder Unternehmen umfasst assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und nicht konsolidierte Tochterunternehmen sowie Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des ZF-Konzerns ausüben. Letztere umfassen alle Personen in Schlüsselpositionen sowie deren nahe Familienangehörige. Im ZF-Konzern sind dies die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Darüber hinaus werden die Zeppelin-Stiftung als Sondervermögen der Stadt Friedrichshafen, die Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung sowie deren verbundene Unternehmen als nahestehende Unternehmen betrachtet. Die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und die zum Bilanzstichtag bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten resultieren ausnahmslos aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und stellen sich wie folgt dar:
37 VorstandDr. Holger Klein Vorstandsvorsitzender Ressorts Vertrieb, Forschung und Entwicklung, Systemhaus Autonome Mobilitätssysteme, Aftermarket Dr. Lea Corzilius (seit 1. August 2023) Personalvorständin/Arbeitsdirektorin Ressorts Personal, Recht und Compliance Dr. Martin Fischer Ressort Qualität, Regionen Nord- und Südamerika, Passive Safety Systems, Electronics and ADAS, Chassis Solutions Michael Frick Finanzvorstand Ressorts Finanzen, IT und M&A Sabine Jaskula (bis 31. Juli 2023) Personalvorständin/Arbeitsdirektorin Ressorts Personal, Nachhaltigkeit, Governance Prof. Dr. Peter Laier Ressort Produktion, Region Indien, Commercial Vehicle Solutions, Industrial Technology Stephan von Schuckmann Ressort Materialwirtschaft, Region Asien-Pazifik, Electrified Powertrain Technology 38 AufsichtsratDr. Heinrich Hiesinger Vorsitzender Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG Roman Zitzelsberger * Stellvertretender Vorsitzender Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg Jörg Amon * Vorsitzender des Standortbetriebsrats Lemförde der ZF Friedrichshafen AG Andreas Brand Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen Dr. Rolf Breidenbach (seit 15. März 2023) Ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsführung der Hella GmbH & Co. KGaA Achim Dietrich * Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der ZF Friedrichshafen AG Rachel Empey (seit 15. März 2023) Ehemaliges Vorstandsmitglied (CFO) der Fresenius SE & Co. KGaA Robert Friedmann Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe Klaus Helmrich Ehemaliges Vorstandsmitglied der Siemens AG Joachim Holzner * (bis 15. März 2023) Ehemaliges Mitglied des Leitungsteams der Division Commercial Vehicle Solutions, ZF Friedrichshafen AG Peter Kippes * Funktionsbereichsleiter Betriebspolitik IG Metall Mario Kläs * Vorsitzender des Standortbetriebsrats Saarbrücken der ZF Friedrichshafen AG Prof. Dr.-Ing. Gisela Lanza Institutsleiterin am wbk Institut für Produktionstechnik, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Dr. Joachim Meinecke Rechtsanwalt (verstorben am 25. Januar 2023) Oliver Moll * Vorsitzender des Standortbetriebsrats Schweinfurt der ZF Friedrichshafen AG Jürgen Otto (bis 15. März 2023) Vorstandsvorsitzender der s.Oliver Group Jürgen Sammer * Vorsitzender des Gesamtsprecherausschusses der ZF Friedrichshafen AG Dr. Thomas Schulze (seit 9. Oktober 2023) Vorstandsvorsitzender der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung Hermann Sicklinger * Vorsitzender des Standortbetriebsrats Passau der ZF Friedrichshafen AG Dr. Mohsen Sohi (bis 15. März 2023) Vorstandsvorsitzender der Freudenberg SE Helene Sommer * Erste Bevollmächtigte der IG Metall, Geschäftsstelle Friedrichshafen-Oberschwaben Dagmar Steinert (bis 15. März 2023) Vorstandsmitglied (CFO) der Rheinmetall AG Axel Strotbek Ehemaliges Vorstandsmitglied der Audi AG Erdal Tahta * Vorsitzender des Standortbetriebsrats Koblenz der ZF Active Safety GmbH Dr. Feiyu Xu (seit 15. März 2023) Mitbegründerin und Chief Innovation Officer nyonic GmbH 39 Vergütung des Vorstands und des AufsichtsratsDie vom Aufsichtsrat des ZF-Konzerns festgelegte Vergütung des Vorstands setzt sich aus einem fixen Grundgehalt und zwei variablen Gehaltsbestandteilen mit jeweils kurz- und langfristigen Komponenten zusammen. Während die kurzfristige Komponente (STI) sich auf das Erreichen von Zielen im jeweils vergangenen Geschäftsjahr bezieht, berechnet sich die langfristige Komponente (LTI) jeweils aus der Geschäftsentwicklung in einem Dreijahreszeitraum. Die Vergütungsstruktur ist auf eine langfristig positive Entwicklung des Unternehmens ausgerichtet. Die letzte Überprüfung und Anpassung der Vergütung erfolgte im Geschäftsjahr 2018. Daher hat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2022 eine Überprüfung der Angemessenheit in Höhe und Struktur durch einen externen Marktvergleich durchgeführt. Daraus ergab sich eine notwendige Anpassung des Jahreszieleinkommens auf den Median vergleichbarer Unternehmen. Der Strukturvergleich hat zudem ergeben, dass der Anteil des STI innerhalb des Jahreszieleinkommens eher unterdurchschnittlich, der Anteil der betrieblichen Altersversorgung eher überdurchschnittlich war. In Folge wurde im Geschäftsjahr 2023 der Anteil des STI erhöht und der Anteil der Altersversorgung entsprechend verringert. Um zukünftige Pensionsbelastungen und -risiken für ZF zu reduzieren, wurde die bisherige bAV-Zusage durch einen Versorgungsbaustein für die Altersversorgung ersetzt. Dabei erhalten alle neu bestellten Vorstände jeweils am Ende eines Geschäftsjahres einen Bruttobetrag, den sie selbst versteuern und eigenverantwortlich anlegen müssen. Bei Ausscheiden eines Vorstands verbleiben daher in Zukunft keine weiteren Pensionsverpflichtungen mehr beim Unternehmen. Zufluss Geschäftsjahr 2023Die Auszahlung von Grundgehältern und kurzfristigen variablen Gehältern (STI) an die aktiven Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2023 beträgt 10,3 Mio. € (Vj. 10,0 Mio. €). Durch das verbesserte EBIT und die höhere Gewichtung hat sich die Zielerreichung beim STI erhöht, gegenläufig wirkt die Reduzierung der Anzahl der aktiven Vorstandsmitglieder. Die im April 2023 ausgezahlte langfristige Vergütungskomponente LTI 2020-2022 in Höhe von 2,6 Mio. € (Vj. 4,9 Mio. €) spiegelt die herausfordernde Geschäftsentwicklung des abgelaufenen Jahres sowie den vergangenen beiden von der Covid-19- Pandemie geprägten Jahre wider. Wie bereits erwähnt, erhalten neu bestellte Vorstandsmitglieder ab dem Geschäftsjahr 2023 keine Zuführung in die bAV zum Aufbau zukünftiger Pensionsansprüche mehr, sondern einen Versorgungsbaustein der als Bruttobetrag ausbezahlt wird. Dafür ist im Geschäftsjahr 2023 insgesamt ein Betrag von 1,7 Mio. € zugeflossen. Der entsprechende Gegeneffekt ist unten in der Reduzierung der Aufwendungen um 3,1 Mio. € für erdiente Pensionsansprüche ersichtlich. In Summe ergibt sich somit eine Auszahlung (Grundgehälter, kurzfristige variable Gehälter STI, langfristige variable Gehälter LTI und Versorgungsbaustein für Altersversorgung) an die aktiven Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 15,0 Mio. € (Vj. 15,8 Mio. €). AufwendungenFür die langfristige Vergütungskomponente LTI werden jeweils vor Beginn eines Geschäftsjahres Zielgrößen zur Erreichung in den kommenden drei Geschäftsjahren vereinbart. Deren Auszahlung ist nicht garantiert, sondern abhängig vom Erreichen anspruchsvoller Ziele für ZF. Aktuell bestehen damit Zusagen für die LTIs für die Jahre 2021-2023, 2022-2024 und 2023-2025, die nach Ablauf des Geschäftsjahres jeweils im April des Folgejahres ausbezahlt werden. Der aufwandswirksame Anspruch für alle diese zukünftigen Zusagen wird in jedem Jahresabschluss gemäß den letzten Einschätzungen und Planungen ermittelt und die Rückstellungen entsprechend angepasst. Bei im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich veränderten Erwartungen haben sich die Aufwendungen für variable langfristige Gehaltsbestandteile in Höhe von 5,4 Mio. € gegenüber dem Vorjahr reduziert (Vj. 7,8 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf die Verringerung der Anzahl der Vorstände sowie die pro-rata-Berücksichtigung neuer Vorstände zurückzuführen. Aufgrund der bereits erwähnten Abgeltung der Altersversorgung haben sich die Aufwendungen für im laufenden Geschäftsjahr erdiente Pensionsansprüche der aktiven Mitglieder des Vorstands auf 0,7 Mio. € (Vj. 3,8 Mio. €) reduziert. Die Gesamtvergütung bestehend aus Fixvergütung, kurzfristiger und möglicher, jedoch in Teilen nicht sicherer langfristiger variabler Bestandteile sowie erdienten Pensionsansprüchen beträgt damit in Summe 18,0 Mio. € (Vj. 21,5 Mio. €). Die Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen betragen 9,0 Mio. € (Vj. 6,9 Mio. €). Die Pensionsrückstellung für frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene beträgt 96,9 Mio. € (Vj. 77,8 Mio. €). Die Bezüge des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2023 belaufen sich auf 2,5 Mio. € (Vj. 2,6 Mio. €). Darüber hinaus haben Unternehmen des ZF-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der ZF Friedrichshafen AG sowie anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei berichtspflichtige Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises. 40 PersonalDie Zahl der im ZF-Konzern beschäftigten Arbeitnehmer betrug im Jahresdurchschnitt 166.679 (Vj. 162.614). Davon entfallen 79.526 auf direkte Mitarbeiter (Vj. 78.763) und 87.153 auf indirekte Mitarbeiter (Vj. 83.851). Zum Jahresende waren 168.738 Mitarbeiter (Vj. 164.869) im ZF-Konzern beschäftigt. Direkte Mitarbeiter sind Mitarbeiter, deren Tätigkeiten abhängig vom Produktionsvolumen anfallen und den Produkten direkt zurechenbar sind. 41 Honorare des AbschlussprüfersDas in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Honorar des Konzernabschlussprüfers EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beträgt 4 Mio. € für Prüfungsleistungen. Das konzernweite Gesamthonorar für EY beträgt 14 Mio. € für Prüfungsleistungen, 6 Mio. € für andere Bestätigungsleistungen sowie 1 Mio. € für Steuerberatungsleistungen. Neben EY sind andere Prüfungsgesellschaften im Konzern tätig. 42 Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2023Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
1) Die Gesellschaft nimmt die Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB ganz oder teilweise in Anspruch.
2) 100 % Stimmrechte At-Equity-einbezogene Unternehmen
Friedrichshafen, 4. März 2024 ZF Friedrichshafen AG Der Vorstand Dr. Holger Klein Dr. Lea Corzilius Dr. Martin Fischer, Vorsitzender Michael Frick Prof. Dr. Peter Laier Stephan von Schuckmann Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2023Grundlagen des KonzernsGESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND AUFSTELLUNG- International aufgestellt: ZF ist ein Technologiekonzern mit 162 Produktionsstandorten weltweit. - Die Zukunft im Blick: ZF elektrifiziert Fahrzeuge und trägt dazu bei, Emissionen zu reduzieren, das Klima zu schützen und Mobilität sicherer zu machen. - Stärkung der Position im Chassis-Business durch Bündelung der Aktivitäten ab 2024. Globaler Lieferant von Technologielösungen mit dem Schwerpunkt MobilitätZF ist ein global aktiver Technologiekonzern. Unser Unternehmen produziert hochentwickelte Produkte und Systeme für die Mobilität von Pkw, Nutzfahrzeugen und Industrietechnik. Mit einem umfassenden Produktprogramm beliefern wir im Schwerpunkt Automobilhersteller, Mobilitätsanbieter und neu entstehende Unternehmen im Bereich Transport und Mobilität. ZF elektrifiziert Fahrzeuge unterschiedlichster Kategorien und trägt mit seinen Produkten dazu bei, Emissionen zu reduzieren, das Klima zu schützen sowie die Mobilität sicherer zu machen. Neben den Automotivebereichen Pkw und Nutzfahrzeuge bedienen wir Marktsegmente wie Bau- und Landmaschinen, Windkraft, Schifffahrt, Bahntechnik, Sonderantriebe und Prüfsysteme. Unsere Produkte im Aftermarket werden unter den Marken ZF, Lemförder, Sachs, TRW, WABCO und Boge vertrieben.
Zum Jahresende 2023 beschäftigte ZF weltweit 168.738 Mitarbeiter. Der ZF-Konzern ist an 162 Produktionsstandorten in 31 Ländern vertreten. Die Hauptabsatzmärkte unseres Unternehmens sind Europa, Nordamerika sowie die Region Asien-Pazifik mit dem Schwerpunktmarkt China und dem Wachstumsmarkt Indien. UnternehmensaufstellungDie ZF Friedrichshafen AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Friedrichshafen. Das Unternehmen gehört zu 93,8 % der Zeppelin-Stiftung. Die Anteile werden von der Stadt Friedrichshafen verwaltet. Die übrigen 6,2 % hält die Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung, Lemförde. Die Gesellschafter üben ihre Stimmrechte im Rahmen der jährlich bzw. bei Bedarf außerordentlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Um unsere Geschäftsaktivitäten so kundennah, marktspezifisch und innovativ wie möglich zu steuern, arbeiten wir in einem globalen Netzwerk, bestehend aus Divisionen, Regionen und Zentralfunktionen. Die Zentralfunktionen und Divisionen werden vom Vorstand geführt. Gleiches gilt für die Zuständigkeit bezüglich der Regionen Nordamerika, Südamerika, Asien-Pazifik und Indien. Die Regionen geben lokale Leitlinien vor und stellen entsprechende Dienstleistungen in ihrer jeweiligen Region zur Verfügung. Die Geschäftsaktivitäten nach Produktbereichen sind im ZF-Konzern nach Divisionen organisiert. Die Divisionen Active Safety Systems, Car Chassis Technology, Electrified Powertrain Technology, Electronics and ADAS und Passive Safety Systems sind im Bereich Pkw und leichte Nutzfahrzeuge tätig. Das Produktportfolio enthält innovative Antriebs- und Fahrwerktechnik für Pkw mit konventionellem Antrieb sowie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Zusätzlich bietet ZF sowohl Komponenten als auch Systeme für die aktive und passive Sicherheitstechnik. Zum 1. Januar 2024 stärkte ZF seine Position im Chassis-Business durch Bündelung der Aktivitäten der Active Safety Systems und Car Chassis Technology in der neuen Division Chassis Solutions. Die neue Einheit bündelt die gesamte Fahrwerk-, Lenkungs- und Bremsenkompetenz von ZF und bietet damit alle Hardware-Komponenten, um ein Fahrzeug in der Vertikal-, Längs- und Querdynamik zu kontrollieren - und darüber hinaus die dazugehörige Vernetzung von Hard- und Software. Unsere Nutzfahrzeugdivision Commercial Vehicle Solutions ist Systemlieferant vor allem für Lkw-, Bus- und Trailer-Hersteller sowie Flottenbetreiber. Die Aktivitäten im Bereich der Industrieanwendungen sind in der Division Industrial Technology gebündelt und beinhalten Marktsegmente wie Bau- und Landmaschinen, Windkraft, Schifffahrt, Bahntechnik, Sonderantriebe und Prüfsysteme. Die Division Aftermarket macht unsere OEM-Expertise über ein globales Servicenetz mit mehr als 20.000 Werkstattpartnern für den Aftermarket verfügbar. Die Leistungen umfassen Serviceangebote für Flotten, Tauschgetriebe, Wartung und Remanufacturing. Intelligente Konnektivitätslösungen für das digitale Mobilitätsmanagement, das sich über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs erstreckt, ergänzen das Leistungsangebot. Um unsere Werkstattpartner auf die Mobilität der Zukunft optimal vorzubereiten, vermitteln wir außerdem unser technisches Know-how im Rahmen von Werkstattkonzepten.
UNTERNEHMENSFÜHRUNGVorstandDie Leitung der ZF Friedrichshafen AG und des ZF-Konzerns erfolgt durch den Vorstand. Der Vorstand führt eigenverantwortlich die Geschäfte und bestimmt die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Die Umsetzung der Strategie erfolgt in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat überwacht die Tätigkeiten des Vorstands und wird von ihm regelmäßig über den Geschäftsverlauf, die Strategie sowie über Chancen und Risiken informiert. Entsprechend der Matrixorganisation übernimmt der Vorstand neben den strategischen und funktionsbezogenen Führungsaufgaben auch die Verantwortung für die Divisionen und Regionen. Zum Geschäftsjahresende 2023 bestand der Vorstand aus sechs Mitgliedern: dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Holger Klein, Dr. Lea Corzilius, Dr. Martin Fischer, Michael Frick, Prof. Dr. Peter Laier und Stephan von Schuckmann. Im August 2023 berief der Aufsichtsrat Dr. Lea Corzilius zur Nachfolgerin von Sabine Jaskula, deren Bestellung zum 31. Juli 2023 endete. AufsichtsratDie Überwachung des Vorstands erfolgt durch den paritätisch besetzten Aufsichtsrat. Dieser zählte zum Geschäftsjahresende 20 Mitglieder und stand unter der Leitung von Dr. Heinrich Hiesinger. Unterstützt wurde die Gremientätigkeit des Aufsichtsrats durch einen Präsidialausschuss und einen Prüfungsausschuss. Corporate GovernanceVorstand und Aufsichtsrat bekennen sich zu einer verantwortungsbewussten Leitung und Überwachung des Unternehmens im Sinne der Prinzipien einer guten Corporate Governance. Die Grundsätze sind Voraussetzung für nachhaltigen Unternehmenserfolg und zentrale Richtschnur für das Verhalten in unserem Führungsalltag. Das Handeln nach den Prinzipien einer verantwortungsvollen und an nachhaltiger Wertschöpfung orientierten Unternehmensführung ist für den Konzern ein umfassender Anspruch, der alle Bereiche des Unternehmens einbezieht. Die Corporate Governance wird mittels eines integrierten Governance, Risk & Compliance (GRC)-Ansatzes durchgeführt. Der integrierte GRC-Ansatz hat zum Ziel, die Aktivitäten und Zusammenarbeit der "Kern-Governance-Funktionen" zu synchronisieren und zu fördern. Dies umfasst neben dem Konzernrisikomanagement die Compliance- Organisation, das Interne Kontrollsystem sowie, als unabhängige Kontrollinstanz, die Konzernrevision. Die Abteilungen berichten regelmäßig in einem gemeinsamen GRC-Bericht an Vorstand und Prüfungsausschuss. Enterprise Risk ManagementDas konzernweit standardisierte Enterprise Risk Management (ERM) der ZF Friedrichshafen AG stellt die Überwachung und Steuerung von Risiken in den Divisionen, den Funktionen und den Regionen sicher. Eine toolbasierte Überwachung und Dokumentation der Risiken und Maßnahmen zur Risikobehandlung, die Berücksichtigung von strategischen und operativen Risiken sowie die Aggregation der Gesamtrisikolandschaft tragen zur Transparenz der Risikosituation über alle Dimensionen unserer Matrixorganisation hinweg bei. ComplianceCompliance ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur und bildet die Basis für das Vertrauen, das Kunden, Geschäftspartner und auch die Öffentlichkeit uns entgegenbringen. Der Vorstand und alle Mitarbeiter des ZF-Konzerns sind zu verantwortungsbewusstem Verhalten und zur Einhaltung geltender Vorschriften verpflichtet. Wir erwarten ein entsprechendes Verhalten auch von unseren Geschäftspartnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In einem Verhaltenskodex sind die für alle ZF-Mitarbeiter verbindlichen Grundsätze für korrektes, gesetzestreues und ethisches Verhalten festgehalten. Darüber hinaus ist der Verhaltenskodex für Geschäftspartner das Fundament der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Zusammen stellen sie die grundlegenden Anforderungen für integres Verhalten dar und fassen das Werteverständnis des ZF-Konzerns zusammen. Das Compliance Management System von ZF stellt an allen Unternehmensstandorten rechtmäßiges Handeln der Organe, Führungskräfte und Mitarbeiter sicher. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Maßnahmen zur Vermeidung von Korruptions-, Betrugs- und Geldwäscherisiken. Internes KontrollsystemDas Interne Kontrollsystem (IKS) von ZF soll die Zielerreichung der Organisation in Bezug auf relevante Geschäftsprozesse, verlässliche Berichterstattung von finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen sowie Compliance gewährleisten. Unser standardisierter IKS-Ansatz basiert auf den Grundsätzen der Transparenz, des Vier-Augen-Prinzips und der Aufgabentrennung, gilt unternehmensweit und ist im gesamten Konzern implementiert. Der direkte Bezug des IKS zum ZF-Risikokatalog ermöglicht es uns, die Kontrollabdeckung zu bemessen und zielgerichtet weiterzuentwickeln. Überwachungsmaßnahmen zur Sicherstellung von Angemessenheit und Wirksamkeit der Kontrollen beinhalten dezentrale Aktivitäten in Berichtseinheiten, Divisionen, Regionen und Zentralfunktionen sowie Prüfungshandlungen seitens des zentralen Risk & Control Managements. Zusätzlich überprüft die Konzernrevision risikoorientiert IKS-Kontrollen im Rahmen von Geschäftsprozessaudits. Im Geschäftsjahr 2023 wurde insbesondere das nicht-rechnungslegungsbezogene IKS weiterentwickelt. Dem Vorstand liegen keine Informationen vor, die auf eine mangelnde Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS zum 31. Dezember 2023 schließen lassen. KonzernrevisionDie Konzernrevision unterstützt den ZF-Konzern bei der Erreichung seiner Ziele, indem sie einem systematischen und unabhängigen Auditansatz zur Bewertung und Verbesserung der Effektivität und Effizienz von Risikomanagement-, Kontroll- und weiteren Governance-Prozessen mit Bezug zum ZF-Risikokatalog folgt. Die Audits und prüfungsnahen Beratungsleistungen werden dabei auf Basis einer vom Vorstand freigegebenen risikobasierten Prüfungsplanung erbracht. Die zeitnahe Umsetzung von vereinbarten Maßnahmen auf Basis der identifizierten Risiken wird durch die Konzernrevision nachgehalten.
Gleichbehandlung und ChancengleichheitWesentliche Faktoren für unseren Unternehmenserfolg sind Gleichbehandlung und Chancengleichheit. Deshalb unterstützen wir die große Vielfalt in unserem Unternehmen und fördern unsere Mitarbeiter unabhängig von ihren persönlichen Merkmalen. ZF unterstützt eine integrative Arbeitsumgebung und eine offene Arbeitskultur, in der individuelle Unterschiede geachtet, geschätzt und gefördert werden. Unter Berücksichtigung des "Gesetzes zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" wurden folgende Zielgrößen zum 30. Juni 2027 festgelegt: - Der Zielwert von 20 % weiblicher Aufsichtsratsmitglieder ist mit der aktuellen Besetzung erreicht. - Der Zielwert von 10 % weiblicher Vorstandsmitglieder ist mit der Bestellung von Frau Dr. Lea Corzilius für die Ressorts Personal, Recht und Compliance ebenfalls erfüllt. - Auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands sowie auf der zweiten Führungsebene soll der Anteil der Frauen auf jeweils mindestens 20 % erhöht werden. Weitere Informationen können dem Kapitel Nachhaltigkeit entnommen werden. INNOVATION- Neuausrichtung des Innovationsportfolios mit Fokus auf effizienten Energieeinsatz, moderne Schlüsseltechnologien und Softwareentwicklung. - F&E-Ausgaben von 3,5 Mrd. €. - 27.377 Mitarbeiter sind in den Bereichen Innovation, Technologie und Engineering weltweit im Einsatz. Um die strategischen Ziele zu erreichen, investiert ZF in folgende Schlüsseltechnologien und Innovationen, die unsere Position in den Segmenten Nutzfahrzeug und Industrietechnik stärken, aber auch im Pkw-Segment helfen, den Ertrag zu steigern: - Effizienter Energieeinsatz: Wir arbeiten an effizienten Antrieben für alle Fahrzeugarten und an einem effizienten Energiemanagement. Dazu erforschen und entwickeln wir Möglichkeiten, die Umwandlung von Energie inklusive systematischer Algorithmen zur optimierten Fahrstrategie zu verbessern. - Moderne Schlüsseltechnologien: In diesem Cluster beschäftigen wir uns mit den grundlegenden Technologien, die hochmoderne und komplexe Fahrzeugfunktionen erst ermöglichen, z. B. hochauflösende Sensoren, künstliche Intelligenz sowie leistungsstarke Zentralrechner. - Software-Center: Um die Qualität und Effizienz unserer Software-Entwicklung auf Top-Niveau zu halten, entwickeln wir in unserem Software-Center ständig unsere Prozesse, Methoden und Tools nach neuesten Standards weiter. Darüber hinaus stärken wir darin unsere Produktentwicklungen mit neuesten Software-Technologien und starken Plattformen. Focused Technology Transformation2023 lag der Fokus der Neuausrichtung des Innovationsportfolios auf Technologien für ein Wachstum in den bestehenden Technologiefeldern. Beispiele für wichtige Innovationsvorhaben sind Werkzeuge zur Digitalisierung des Entwicklungsprozesses, wie die virtuelle Produktfreigabe, Technologien für effizientes Energiemanagement im elektrischen Antriebsstrang und Schlüsseltechnologien für zukünftige Fahrzeuggenerationen, wie Sensor-, Aktuator-, "High Performance Computing (HPC)"-Technologien. Zur Stärkung der Kompetenz im Bereich Middleware hat ZF den Einstieg in das Joint Venture Qorix mit KPIT vorbereitet. Insbesondere Anforderungen an die Integration von Sensor- und Aktuator-Funktionen sollen durch die Zusammenführung der Systemkompetenzen von ZF und der Softwarekompetenzen von KPIT besser abgedeckt werden.
ZF hat gemeinsam mit neun weiteren Partnern Cofinity-X gegründet, um den Betrieb und die Einführung von Catena-X-Anwendungen in der automobilen Wertschöpfungskette zu beschleunigen. Catena-X bietet uns eine hohe Bandbreite für erforderliche und zukunftsorientierte Anwendungsfelder. Kennzahlen Forschung und Entwicklung
Beispielsweise hilft es den beteiligten Unternehmen dabei, die Materialversorgung sicherzustellen, die Digitalisierung ihrer Produktion über Unternehmensgrenzen hinweg voranzutreiben oder Sozial-, Klimaschutz- und Menschenrechtsstandards innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette einzuhalten. Mit der neuen Betreibergesellschaft haben wir jetzt erstmalig die Möglichkeit, unternehmensübergreifende digitale Lösungen über einen offenen und frei zugänglichen Marktplatz anzubieten. F&E-Ausgaben weiter auf hohem NiveauIm Geschäftsjahr 2023 investierte ZF 3,5 Mrd. € (Vorjahr: 3,4 Mrd. €) in Forschung und Entwicklung. Das entspricht einem Umsatzanteil von 7,6 % (Vorjahr: 7,8 %). Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben sind definiert als die Forschungs- und Entwicklungskosten gemäß Gewinn- und Verlustrechnung, zuzüglich der aktivierten Entwicklungskosten, verringert um deren Abschreibungen. Zum Ablauf des vergangenen Geschäftsjahres waren im Konzern 27.377 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung tätig (Vorjahr: 26.140). 6.217 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.570) sind für den Konzern in der Grundlagenforschung sowie in der Auftragsentwicklung für die Divisionen beschäftigt. ZF hat weltweit 19 Hauptentwicklungsstandorte in neun Ländern. PatentanmeldungenIm Berichtsjahr wurden aus dem Konzern heraus insgesamt 3.431 (Vorjahr: 2.812) Erfindungsmeldungen eingereicht. Die Einreichungen führten zu 2.081 (Vorjahr: 2.066) neuen Patentanmeldungen. Electrified, Connected, Smart & EfficientIm Bereich E-Mobilität stehen elektrische Antriebe mit ZF-eigenen E-Motoren, 800-Volt-Siliziumkarbid-Leistungselektroniken und Reduziergetrieben für das Premium- bis hin zum Volumensegment im Fokus. Unsere funktionsorientierte Plattform-Entwicklung ist dabei der Kern unserer Software- und Elektroniklösungen und garantiert Synergieeffekte sowie eine schnelle Bedienung unserer Kunden ohne große Anpassungen. Zudem erweitert die Entwicklung das zentrale Thermomanagementsystem "TherMaS". Mit einer zentralen Einheit und intelligenter Software steuert dieses System alle thermischen Vorgänge für den Antrieb, die Batterie und den Fahrgastraum in elektrischen Pkws. Dadurch werden die Verluste im Gesamtsystem reduziert und die Leistung des Antriebs gesteigert. Neben der Elektromobilität sind die By-Wire-Produkte von ZF als vernetzte und elektronisch ansteuerbare Brems-, Lenk- und Dämpfungssysteme Beispiele für weitere künftige Volumenprodukte. ZF beherrscht mit seiner Erfahrung und seinem Know-how die Längs-, Quer- und Vertikalsteuerung eines Fahrzeugs und sieht in vernetzten Fahrwerkkomponenten große Potenziale für die Zukunft. Vor diesem Hintergrund führt ZF die Divisionen Car Chassis Technology und Active Safety Systems zur neuen Division Chassis Solutions zusammen. Im Bereich passive Fahrzeugsicherheit stellte ZF den neuen Transverse-Center-Airbag vor, der speziell für Kleinwagen eine Verbesserung für den Seitenaufprallschutz bietet. Er dient insbesondere dazu, Insassen besser zu schützen, wenn auf der Beifahrerseite eine Kollision mit anderen Fahrzeugen stattfindet. In der Division Commercial Vehicle Solutions präsentierte ZF auf der Busworld 2023 in Brüssel seine neuesten Fortschritte in der Bustechnologie. In diesem Rahmen fand auch die Weltpremiere der nächsten Generation der Niederflur-Elektroportalachse für Stadtbusse statt. Das vollintegrierte, modulare elektrische Zentralantriebssystem CeTrax 2 dual für Intercity- und Reisebusse bietet eine Dauerleistung von 380 kW und verfügt über ein integriertes Dreigang-Getriebe. Dies erhöht die Effizienz bei hohen Reisegeschwindigkeiten und gleichzeitig die Steigfähigkeit. Auf der Advanced Clean Transportation (ACT) Expo stellte ZF erstmals seine neue elektrische Achsplattform AxTrax 2 vor. Das integrierte und modulare E-Antriebssystem für leichte, mittlere und schwere Nutzfahrzeuge ist die neueste E-Mobilitätslösung von ZF, die den Wandel der Branche hin zu einer nachhaltigeren Zukunft unterstützt. Die Serienproduktion von AxTrax 2 soll in Europa Ende 2024 und in den USA im Jahr 2025 beginnen. ZF Bus Connect (digitale Flottenmanagement-Lösung) präsentierte sein neues Modul "EcoLife Health Check", das sich der Erhöhung der Fahrzeugverfügbarkeit widmet. Es ist der Einstieg von ZF in die Ferndiagnose für Busflotten. Health Check gibt anhand von Daten aus dem Getriebesystem (Motordrehzahl, Gangstufe, Öltemperatur, Öldrücke etc.) Aufschluss über den Ist-Zustand des Getriebes. Da die Daten online gesammelt werden, besteht keine Notwendigkeit mehr, den untersuchten Bus zur Analyse zurück in den Betriebshof zu rufen. Mit dem Smart Oil Plug unterstreicht die Aftermarket Division von ZF erneut ihr Ziel, Betriebszeiten von Fahrzeugen maßgeblich zu optimieren - in diesem Fall im Bahnbereich. Der Smart Oil Plug ist eine drahtlose, sensorbasierte Lösung, die in Zusammenarbeit mit Transmission Dynamics entwickelt wurde. Sie ermöglicht die Überwachung und Analyse des Getriebezustands und -verhaltens in Schienenfahrzeugen in Echtzeit. Ziel ist, die Wartung zu verbessern und Ausfallzeiten für die meisten angetriebenen Schienenfahrzeuge zu reduzieren. MITARBEITER- Zahl der Beschäftigten um 2,3 % gestiegen. - Zuwachs vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung sowie in der Region Asien. Zum 31. Dezember 2023 beschäftigte ZF weltweit 168.738 (Vorjahr: 164.869) Personen. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter (95.725) ist in Europa beschäftigt, die meisten davon in Deutschland (54.447). Überproportionalen Zuwachs gab es vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung sowie in der Region Asien.
WirtschaftsberichtMARKT- UND BRANCHENUMFELD- Die Belastung durch hohe Inflationsraten und hohe Energiekosten war in vielen Regionen weiterhin spürbar und verhinderte eine durchgreifende Erholung der Weltwirtschaft. - Heterogene Entwicklung der ZF-Branchen - zweistellige Wachstumsraten im Pkw- und Nutzfahrzeugbereich sowie Windkraft. Negative Wachstumsraten hingegen in der Land- und Baumaschinenproduktion. Wirtschaftliche Erholung blieb weiter schwachDas Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter verlangsamt und erreichte die 3 %-Marke. Trotzdem hat sich die Weltwirtschaft etwas besser entwickelt als noch zu Beginn des Jahres erwartet, als das Risiko einer globalen Rezession mit dem Schwerpunkt in Europa und teilweise den USA gedroht hatte. Insgesamt war im Verlauf des Jahres weltweit eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik zu verzeichnen, in vielen Regionen belasten nach wie vor die hohen Inflationsraten die Konsumausgaben, die Bauinvestitionen sowie die Immobiliennachfrage, aber auch die Investitionsvorhaben vieler Unternehmen. Die geldpolitische Straffung vieler Zentralbanken mit höheren Zinsen und restriktiverer Kreditvergabe dürfte im Verlauf des Jahres 2023 ihren Höhepunkt erreicht haben, entsprechende Erholungstendenzen für Konsum und Investitionen zeigen sich aber nur sehr zögerlich. Überraschend positiv hat sich, neben anderen Indikatoren, die Binnennachfrage in den USA mit entsprechenden Impulsen auf das Wirtschaftswachstum entwickelt. China, auch verursacht durch den kritischen Immobiliensektor und schwächelndes Verbrauchervertrauen, konnte nur eine vergleichsweise schwache Binnennachfrage erreichen, jedoch wurde hier durch die Lockerung der Null-Covid-Politik positiv entgegengesteuert. Europa und insbesondere Deutschland lagen dagegen im weltweiten Vergleich am unteren Rand der Wachstumsskala. In Brasilien mit einem Zuwachs von +3 % und Indien mit einer Steigerung von über +6 % konnten respektable Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes erzielt werden. Die Entwicklung stand auch im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter stark unter dem Einfluss multipler negativer Faktoren. Neben den übergeordneten geopolitischen Spannungen belasteten die Kriegshandlungen in der Ukraine sowie ab dem Herbst im Nahen Osten massiv die Stimmungslage. Des Weiteren waren die globalen Lieferkettenprobleme, angespannte Rohstoffmärkte und die zwar im Vergleich zu den Spitzenwerten aus 2022 niedrigeren, aber im langfristigen Vergleich immer noch hohen Energiepreise weiter anhaltende Belastungsfaktoren, allerdings mit sich abschwächender Negativwirkung auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung. Unter diesen Rahmenbedingungen blieb eine durchgreifende Erholung der Weltwirtschaft nach der pandemiebedingten Schwächephase erneut aus.
Licht und Schatten in den ZF-BranchenAusgelöst durch Nachwirkungen der Pandemie, erst allmählich abflauende Ressourcenengpässe und Lieferkettenprobleme, nach wie vor vergleichsweise hohe Energiepreise und starke Unsicherheit aufgrund geopolitischer Spannungen und gefährlicher Kriegs- und Krisenherde, haben sich die ZF-Branchen sehr heterogen entwickelt. Die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis 6 Tonnen wurde im Jahr 2023 deutlich um weltweit +10 % auf über 90 Millionen Fahrzeuge gesteigert. Die Produktion lag damit zwar weiter um rund 4 Millionen unter dem Höchstwert von fast 95 Millionen Einheiten des Jahres 2017, dennoch konnte nach dem Pandemieschock im Jahr 2020 bereits das dritte Jahr in Folge ein Wachstum erzielt werden (2021: +3 %, 2022: +7 %). Damit wurde ein deutlich besseres Ergebnis erzielt als noch zu Anfang des Jahres 2023 erwartet, als viele Experten noch eine Stagnation oder sogar einen Rückgang der weltweiten Fahrzeugproduktion befürchtet hatten. Die aufgestaute Ersatzbedarfsnachfrage aus den schwachen Vorjahren hat zu teilweise spürbaren Steigerungen der Nachfrage geführt. Insbesondere in Europa konnte ein Anstieg der Ausbringungsmenge um über +12 % realisiert werden, Deutschland erhöhte die Produktion sogar um über +18 %. Nordamerika erreichte ein Plus von +10 %. Japan mit +16 % und Südkorea mit +12 % konnten die Fertigung ebenfalls im zweistelligen Bereich steigern. In Indien legte die Produktion um +6 % zu und China, der größte Markt der Welt, kam auf ein Wachstum um +11 %. Noch besser entwickelte sich die weltweite Produktion von schweren Nutzfahrzeugen ab 6 Tonnen (Lastkraftwagen und Busse). In diesem Sektor wurde ein Produktionsanstieg um +15 % erzielt. Der wesentliche Wachstumstreiber war China, mit einem Drittel des Weltvolumens der größte Nutzfahrzeugmarkt der Welt: nach zwei sehr schwachen Jahren (2021 -20 % und 2022 -48 %), erfolgte mit einem Anstieg um fast +40 % die Korrektur nach oben auf ein "Normalniveau". Auch in Europa tendierte der Markt deutlich besser als erwartet, es liefen +14 % mehr Nutzfahrzeuge vom Band als im Vorjahr. Die ursprünglich prognostizierte Rezession in den USA blieb aufgrund der deutlich verbesserten Wirtschaftslage aus und auch in dieser Region konnten +7 % mehr Fahrzeuge in den Markt gebracht werden. Schwach dagegen lief der Markt in Südamerika: Nach den hohen Wachstumsraten der beiden Vorjahre (+59 % und +10 %) erfolgte mit -32 % eine Normalisierung. In den Industriebranchen der ZF verzeichnete die Landmaschinen-Industrie, insbesondere das Segment der größeren Traktoren, weltweit einen geringfügigen Rückgang um -1 %. Ausschlaggebend war ein starker Rückgang um - 10 % in China (nach zweimal +25 % in den beiden Vorjahren). Dieser konnte durch Produktionswachstum in Europa um +3 % und Nordamerika um +4 % nicht ganz ausgeglichen werden. Deutlich unter Druck geriet die Baumaschinenproduktion, die ein Minus der Weltproduktion um -7 % hinnehmen musste. Während Nordamerika und Indien im Zuge der guten Konjunktur jeweils ein Wachstum um +5 % realisieren konnten, schwächelte die Branche in Europa mit -2 %. In China brach das Volumen im Zuge schwacher Bauinvestitionen um sogar - 20 % ein. Deutlich besser, mit Schwerpunkt in Asien, lief der Ausbau der Windenergie. Weltweit erhöhte sich die installierte Gigawatt-Kapazität um +23 %. China, mit einem Anstieg der installierten Gigawatt um +40 %, war der Träger des Wachstums. Damit stehen dort nun fast zwei Drittel der weltweiten Kapazitäten. Demgegenüber meldeten die USA einen erneuten Rückgang um -14 %, Südamerika erholte sich mit einem Anstieg um +17 % und Europa sah einen leichten Rückgang um -3 %. GESAMTENTWICKLUNG DES KONZERNS- Der Konzern hat sich im Jahr 2023 auf die Priorisierung und Neuausrichtung von Geschäftsfeldern fokussiert. - Die Finanzziele wurden trotz weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen im abgelaufenen Geschäftsjahr erreicht. Überblick über den Geschäftsverlauf und Gesamtaussage des Gesamtvorstands zur GeschäftsentwicklungIm Geschäftsjahr 2023 standen Weltwirtschaft und insbesondere unsere Branche erneut vor großen Herausforderungen. Einige Themen, darunter Energiepreise, Lieferkettenprobleme, Rohstoffunsicherheit und hohe Inflationsraten haben sich fortgesetzt. Das rezessive Klima in Europa, steigende Kapitalkosten bei gleichzeitig zunehmendem Bedarf an Investitionen in neue Technologien aufgrund der Transformation der Automobilindustrie stellen weitere Unsicherheiten dar. Dazu kommt die Herausforderung, Bestände optimal zwischen Lieferstabilität und Kapitalbindung zu managen, um Kundenanforderungen zu erfüllen und finanzielle Ziele zu erreichen. Der ZF-Konzern erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr in einem für die Automobilzulieferindustrie weiterhin schwierigen Marktumfeld den zu Beginn des Jahres prognostizierten Umsatz größer 45 Mrd. €. In Summe erhöhten sich die Umsatzerlöse um 6,5 % von 43,8 Mrd. € auf 46,6 Mrd. €. Nach Bereinigung von Wechselkurseinflüssen sind die Umsatzerlöse um ca. 9 % gestiegen. Die bereinigte EBIT-Marge von 5,1 % (Vorjahr: 4,7 %) liegt innerhalb der Bandbreite der Prognose zwischen 4,7 % und 5,2 %. Das bereinigte EBIT hat sich trotz hoher Produktionsanlaufkosten infolge des Kapazitätsausbaus speziell für die E-Mobilität auf 2,4 Mrd. € (Vorjahr: 2,0 Mrd. €) verbessert. Der bereinigte Free Cashflow betrug 1,4 Mrd. € und lag in der prognostizierten Range zwischen 1,0 Mrd. € und 1,5 Mrd. €. Vor dem Hintergrund der Transformation der Automobilindustrie sowie inflationsbedingter Kostensteigerungen fokussierte ZF sich auf die Neuausrichtung und Priorisierung. Dabei suchte die ZF geeignete Partner für die Entwicklung zukunftsweisender Geschäftsfelder. Durch die strategische Partnerschaft mit dem Technologieunternehmen Foxconn geht ZF konsequent den Weg weiter, sich mit externen Partnern neue strategische Optionen zu erschließen. Teil dieser Strategie ist auch der Carve-out-Prozess unserer Division Passive Safety Systems. Ziel ist es dabei, der erfolgreichen Division mehr strategische Handlungsoptionen für deren zukünftige Entwicklung zu geben, damit ein schnelleres und höheres Wachstum zu ermöglichen und zugleich die kontinuierliche Verbesserung der Profitabilität zu realisieren. Eine Möglichkeit ist hierbei unter anderem der Einstieg externer Investoren, die den Zugang zu zusätzlichem Wachstumskapital verbessern. Ein weiterer Fokus lag auf der aktiven Gestaltung des Fälligkeitenprofils der finanziellen Schulden des ZF-Konzerns. So hat ZF im Geschäftsjahr 2023 Schulden in Höhe von ca. 2,4 Mrd. € zurückgeführt. Auf der Refinanzierungsseite konnte ZF ca. 2,9 Mrd. € größtenteils in Form von Anleihen am Kapitalmarkt erfolgreich platzieren. Die Nettoverschuldung konnte um ca. 0,4 Mrd. auf ca. 10,0 Mrd. € zurückgeführt werden. Das Eigenkapital ist vor allem aufgrund negativer Währungs- und Bewertungseffekte gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Eigenkapitalquote hat sich auf 19,7 % (Vorjahr: 22,1 %) verringert. Der ZF-Konzern steht mit einer langfristig ausgerichteten und diversifizierten Finanzierung, flüssigen Mitteln in Höhe von über 3,6 Mrd. € sowie einer ungenutzten Kreditlinie auf Konzernebene in Höhe von 3,5 Mrd. € auf einem soliden finanziellen Fundament. Vor dem Hintergrund einer stabilen Liquiditäts- und Finanzierungsbasis sowie des positiven Geschäftsverlaufs blickt der Vorstand zuversichtlich auf die zukünftige wirtschaftliche Lage des ZF-Konzerns. ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGEErtragslage- Konzernumsatz trotz schwieriger Marktbedingungen gesteigert. - Bereinigte EBIT-Marge gegenüber dem Vorjahr verbessert, jedoch weiterhin durch Produktneuanläufe belastet. Konzernumsatz um 6,5 % gewachsenDer ZF-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 46.627 Mio. € (Vorjahr: 43.801 Mio. €), was gegenüber dem Vorjahr einem Umsatzanstieg um rund 2,8 Mrd. € bzw. 6,5 % entspricht. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte ergibt sich ein organisches Umsatzwachstum von ca. 9 %. Darin enthalten sind auch inflationsbedingte Preiseffekte sowie rückwirkende Preisanpassungen. Entwicklung der Umsätze in den DivisionenAlle Divisionen haben zum Umsatzwachstum beigetragen. Die Division Active Safety Systems erzielte einen Umsatzanstieg um 6,3 % auf 6.887 Mio. € (Vorjahr: 6.479 Mio. €). Insbesondere die Business Units Global Steering und Foundation Brakes trugen zum Umsatzanstieg bei. Mit einer hohen Präsenz in Nordamerika ist die Division stärker vom US-Dollar betroffen. Bereinigt um die Wechselkurseffekte liegt das Wachstum bei ca. 9 % gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz der Division Car Chassis Technology belief sich auf 8.464 Mio. € (Vorjahr: 8.100 Mio. €). Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 4,5 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei waren die Business Units Chassis Actuators und Chassis Components die wesentlichen Umsatztreiber innerhalb der Division. Vor allem die Umsatzstärke in China führte zu einem negativen Wechselkurseffekt von ca. 4 %. Bereinigt um Wechselkurseffekte ist der Umsatz um ca. 9 % gestiegen. Die Division Electrified Powertrain Technology konnte den Umsatz von 10.839 Mio. € im Vorjahr auf 11.449 Mio. € um 5,6 % steigern. Insbesondere die Business Units Powertrain eModules & eMotors sowie Electrified Powertrain Systems konnten signifikante Umsatzzuwächse verzeichnen. Mit einem Umsatz von 2.699 Mio. € (Vorjahr: 2.433 Mio. €) konnte die Division Electronics and ADAS ein Umsatzwachstum von 10,9 % erzielen. Die Division Passive Safety Systems erzielte einen Umsatz von 4.713 Mio. € (Vorjahr: 4.541 Mio. €), was einer Steigerung von 3,8 % entspricht. Zur positiven Entwicklung trugen vor allem gestiegene Umsatzerlöse mit Sicherheitsgurtsystemen und aufblasbaren Rückhaltesystemen in Europa bei. Der Umsatz der Division Commercial Vehicle Solutions belief sich auf 8.678 Mio. € (Vorjahr: 7.513 Mio. €). Dies entspricht einem Umsatzanstieg von 15,5 %. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte von ca. 4 % lag das organische Umsatzwachstum bei ca. 20 %. Im Vergleich zum Gesamtmarkt, der um 15 % im Nutzfahrzeuggeschäft gewachsen ist, bedeutet das eine deutliche Outperformance der Division. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die Division Industrial Technology einen Umsatz von 3.539 Mio. €, was einem Plus von 3,3 % entspricht (Vorjahr: 3.427 Mio. €). Die Business Units Off-Highway Systems sowie Marine- und Sonder-Antriebstechnik konnten entgegen dem Markt Umsatzzuwächse erzielen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 erhöhte sich auch der Umsatz der Division Aftermarket um 5,3 % auf 3.345 Mio. € (Vorjahr: 3.178 Mio. €). Unter Berücksichtigung von negativen Wechselkurseffekten konnte die Division ein organisches Wachstum von ca. 10 % verzeichnen. Regionale UmsatzverteilungEuropa blieb mit 43,5 % (Vorjahr: 42,7 %) die umsatzstärkste Region. Der Umsatzanteil Nordamerikas verringerte sich leicht von 28,5 % auf 28,1 %. Der Anteil der Region Asien-Pazifik am Umsatz betrug nahezu unverändert 24,2 % (Vorjahr: 24,4 %). Die Region Südamerika weist einen Umsatzanteil von 3,0 % und die Region Afrika von 1,2 % auf. Bruttomarge bei 16,1 %Das Bruttoergebnis vom Umsatz betrug 7.512 Mio. € (Vorjahr: 6.897 Mio. €), was einer Bruttomarge von 16,1 % entspricht (Vorjahr: 15,7 %). Der absolute Anstieg ist vor allem auf die höheren Umsatzerlöse zurückzuführen. Die rückläufige Inflation und der damit verbundene Rückgang der Kosten für Produktionsmaterial führte zu einer leichten Verbesserung des Bruttoergebnisses. Vor allem Produktionsanlaufkosten und der Kapazitätsausbau für die E-Mobilität haben die Bruttomarge jedoch weiterhin belastet. Die Kosten für Forschung und Entwicklung beliefen sich auf 2.881 Mio. € (Vorjahr: 2.790 Mio. €) und betrugen damit 6,2 % vom Umsatz nach 6,4 % im Vorjahr. Fokus war die konsequente Umsetzung der Unternehmensstrategie in Bezug auf die Stärkung der Zukunftstechnologien Elektrifizierung, Sicherheitssysteme und autonome Mobilität vor dem Hintergrund der Transformation in der Automobilindustrie. Die Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen haben sich gegenüber dem Vorjahr leicht von 3.115 Mio. € auf 3.327 Mio. € erhöht und liegen unverändert bei 7,1% vom Umsatz. Bereinigte EBIT-Marge bei 5,1 %Das EBIT betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 1.505 Mio. € (Vorjahr: 1.109 Mio. €). Angepasst um die Amortisation aus der Kaufpreisallokation für Unternehmenserwerbe in Höhe von 634 Mio. €, Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 90 Mio. € sowie einen negativen Saldo aus M&A-Aktivitäten und Einmalsachverhalten in Höhe von 138 Mio. € beträgt die bereinigte EBIT-Marge 5,1 % (Vorjahr: 4,7 %). Während sich das organische Umsatzwachstum positiv auf die Marge auswirkte, belasteten die weiterhin hohen F&E-Ausgaben, um unsere Strategie weiter voranzutreiben, sowie die Vorlauf- und Anlaufkosten für neue Produkte das Konzernergebnis. Dennoch lagen wir am oberen Ende der abgegebenen Prognose zwischen 4,7 % und 5,2 %. Das bereinigte EBIT ist definiert als EBIT korrigiert um Nettoeffekte aus der Kaufpreisallokation einschließlich Abschreibungen, sowie aus M&A-Aktivitäten und anderen Sondereinflüssen, die als außergewöhnlich oder einmalig gelten. Das Finanzergebnis betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr - 742 Mio. € nach - 547 Mio. € im Jahr 2022. Die Gründe für die Verschlechterung lagen im Wesentlichen in den gestiegenen Finanzierungskosten. Die Ertragsteueraufwendungen sind im Jahr 2023 durch steuerliche Einmalaufwendungen belastet und betragen - 637 Mio. € (Vorjahr: - 186 Mio. €). Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzentwicklung nach Divisionen
Umsatzentwicklung nach Regionen
Vermögens- und Finanzlage- Nachhaltige Finanzierung auf Basis des ZF Green Finance Frameworks weiter ausgebaut. - Positiver bereinigter Free Cashflow in Höhe von 1.382 Mio €. - Nettoverschuldung auf 9.982 Mio. € verringert. Bilanzsumme gestiegenDie Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahr leicht um 226 Mio. € auf 39.170 Mio. € (Vorjahr: 38.944 Mio. €) an. Die kurzfristigen Vermögenswerte einschließlich der zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen erhöhten sich auf 16.601 Mio. € (Vorjahr: 15.711 Mio. €) vor allem aufgrund der Zunahme der flüssigen Mittel infolge des positiven Free Cashflows. Die langfristigen Vermögenswerte betragen 22.569 Mio. € nach 23.233 Mio. € im Vorjahr. Insbesondere die immateriellen Vermögenswerte haben sich infolge von planmäßigen Abschreibungen verringert.
Investitionen erhöhten sich um 18 %Die Investitionen in Höhe von 2.235 Mio. €, dies entspricht einem Anstieg um 18 % gegenüber dem Vorjahr, flossen sowohl in neue Technologiefelder wie E-Mobilität und autonomes Fahren als auch in etablierte Technologiefelder der Getriebeanwendungen (einschließlich Hybridisierungen), Achssysteme, Elektronik, Dämpfermodule, Bremsen, Lenkungen und weitere Sicherheitstechnik. Auf Anzahlungen und Anlagen im Bau entfielen 53,7 % der Investitionen, 29,7 % entfielen auf technische Anlagen und Maschinen, 8,0 % auf Grundstücke und Bauten sowie 8,6 % auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Nachhaltige Finanzierung weiter ausgebautDie kurz- und langfristigen finanziellen Schulden beliefen sich zum 31. Dezember 2023 auf insgesamt 13.795 Mio. € (Vorjahr: 13.036 Mio. €). Ohne Berücksichtigung der Veränderung der derivativen Finanzinstrumente ergab sich gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung der Bruttoverschuldung um 729 Mio. € auf 13.683 Mio. €. Im Februar 2023 hat ZF eine festverzinsliche grüne Euro-Anleihe in Höhe von 650 Mio. € mit einer Laufzeit von 3,5 Jahren unter dem Daueremissionsprogramm "Debt Issuance Program (DIP)" ausgegeben. Im April 2023 gelang uns der erfolgreiche Wiedereinstieg in den US-Anleihemarkt mit einem Volumen von 1,2 Mrd. US-Dollar. Die ausgegebenen Anleihen teilen sich auf zwei festverzinsliche Tranchen mit einem Volumen von je 600 Mio. US-Dollar auf und haben Laufzeiten von fünf und sieben Jahren. Eine weitere grüne Euro-Anleihe wurde im September 2023 mit einer festverzinslichen Einzeltranche von 650 Mio. € und einer Laufzeit von 5,5 Jahren am Markt platziert. Basis für alle drei Transaktionen bildet das ZF Green Finance Framework, welches im April 2021 eingeführt wurde. Die Erlöse werden zum einen für die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Produkten für Battery Electric Vehicles (Clean Transportation) und zum anderen für die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Getrieben für Windkraftanlagen (Renewable Energy) verwendet. Im Geschäftsjahr 2023 wurden Schulden in Höhe von insgesamt ca. 2,4 Mrd. € zurückgezahlt. Darin enthalten sind unter anderem eine 1,1 Mrd. € Anleihetranche aus der Finanzierung der TRW-Übernahme sowie 500 Mio. € aus der Finanzierung der Übernahme von WABCO. Die übrigen Finanzschulden resultieren weitestgehend aus der Finanzierung der Übernahme von TRW im Jahre 2015 sowie der WABCO Übernahme im Jahre 2020. Zum Bilanzstichtag ungenutzt war der im Jahr 2022 refinanzierte syndizierte Kredit mit einem verbleibenden Volumen von 3,5 Mrd. € in Form einer revolvierenden Kreditlinie. Die Kreditlinie wurde im Jahr 2022 mit einer Erhöhung des Volumens von 3,0 Mrd. € auf 3,5 Mrd. € refinanziert. Nach Ausübung einer weiteren vertraglich vereinbarten Verlängerungsoption im Berichtsjahr hat die Kreditlinie eine Restlaufzeit bis Juli 2028. Der syndizierte Kredit wurde im Rahmen der Refinanzierung mit einer ESG-Komponente versehen. Vor dem Hintergrund des Unternehmensziels der finanziellen Unabhängigkeit strebt ZF ein stabiles Investment Grade Rating an. Zum Bilanzstichtag verfügte ZF über Unternehmens- bzw. Anleiheratings von Ba1 mit stabilem Ausblick von Moody's bzw. BB+ mit ebenfalls stabilem Ausblick von Standard & Poor's. Im Jahr 2022 hatten beide Ratingagenturen ZF einen stabilen Ausblick gegeben. Während sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem Vorjahr auf 6.634 Mio. € (Vorjahr: 7.024 Mio. €) verringerten, erhöhten sich die Rückstellungen für Pensionen infolge des Zinssatzanstiegs vor allem in Deutschland auf 3.857 Mio. € (Vorjahr: 3.551 Mio. €). Das Konzern-Eigenkapital einschließlich der Anteile ohne beherrschenden Einfluss betrug zum Bilanzstichtag 7.719 Mio. € (Vorjahr: 8.595 Mio. €). Der Rückgang resultierte vor allem aus den versicherungsmathematischen Verlusten aufgrund der Anpassung der für die Bewertung der Pensionen anzuwendenden Diskontierungssätze. Darüber hinaus wirkte das negative Ergebnis aus der Währungsumrechnung eigenkapitalvermindernd. Im Berichtsjahr wurde eine Dividende in Höhe von 41 Mio. € an die Anteilseigner der ZF Friedrichshafen AG ausgeschüttet. Unter Berücksichtigung des Anstiegs der Bilanzsumme beträgt die Eigenkapitalquote 19,7 % (Vorjahr: 22,1 %).
Bereinigter Free Cashflow bei 1.382 Mio. €Der Finanzmittelfonds des Berichtsjahres beträgt unter Berücksichtigung von wechselkursbedingten Veränderungen zum Jahresende 3.637 Mio. € (Vorjahr: 2.530 Mio. €). Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verbesserte sich auf 3.253 Mio. € (Vorjahr: 2.189 Mio. €). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem höheren Ergebnis vor Ertragsteuern sowie gestiegenen Vertragsverbindlichkeiten. Gegenläufig wirkte insbesondere die Net-Working-Capital Veränderung. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug - 1.853 Mio. € (Vorjahr: - 1.612 Mio. €). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf höhere Investitionen zurückzuführen. Der Free Cashflow beträgt damit 1.400 Mio. € im Vergleich zu 577 Mio. € im Vorjahr. Der um Zahlungsmittelzu- bzw. -abflüsse im Zusammenhang mit M&A-Aktivitäten und Wertpapieren bereinigte Free Cashflow liegt mit 1.382 Mio. € (Vorjahr: 544 Mio. €) in der zu Jahresbeginn prognostizierten Range von 1,0 Mrd. € bis 1,5 Mrd. €. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr - 207 Mio. € gegenüber - 391 Mio. € im Vorjahr und ist maßgeblich von den Zinsauszahlungen beeinflusst. Der Saldo aus Tilgungen und Neuaufnahmen von Finanzschulden betrug 545 Mio. € (Vorjahr: 162 Mio. €). Die Nettofinanzposition verbesserte sich um 396 Mio. € und betrug zum Bilanzstichtag - 9.982 Mio. € (Vorjahr: - 10.378 Mio. €). Sie berechnet sich aus den kurz- und langfristigen finanziellen Schulden ohne derivative Finanzinstrumente abzüglich flüssiger Mittel und Wertpapiere, die in den finanziellen Vermögenswerten geführt sind. Kapitalflussrechnung
Chancen und Risiken- Risiken werden im Rahmen unseres Enterprise Risk Management (ERM)-Systems dort gemanagt, wo sie entstehen. - Geopolitische Konflikte können auch 2024 zu Belastungen führen und bislang stabile Lieferketten gefährden. - Unsere Prioritäten "Sustainable and Digital" eröffnen uns neue Absatzchancen. - Wir sehen keine Risiken, die allein oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand des Unternehmens gefährden. ORGANISATION DES CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMSRisiken umfassen für ZF sämtliche intern und extern auftretenden Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer negativen Abweichung von der Geschäftsplanung führen, wohingegen Chancen zu einer positiven Zielabweichung führen können. Unser Risikomanagementsystem bezieht über etablierte Prozesse und Verantwortlichkeiten alle Säulen der Matrixorganisation des ZF-Konzerns, bestehend aus Zentralfunktionen, Divisionen und Regionen, mit ein. Ziel ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und Maßnahmen einzuleiten, um Risiken zu bewältigen und Chancen zu realisieren. Das Konzernrisikomanagement stellt als Governance- und Assurance-Funktion auf Gruppenebene Strukturen und Methoden für die Umsetzung des ERM-Prozesses bereit. Die bestehende ERM-Richtlinie ist an alle Mitarbeiter gerichtet. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagementsystem trägt der Vorstand. Dieser informiert den Prüfungsausschuss sowie den Aufsichtsrat mindestens vierteljährlich umfassend über die Chancen- und Risikosituation des ZF-Konzerns und die jeweiligen eingeleiteten und geplanten Steuerungsmaßnahmen. Der Konzernrisikobericht ist Bestandteil des integrierten Governance, Risk & Compliance (GRC)-Berichts. Auf Konzernebene ist das funktionsübergreifende Risikokomitee unter Vorsitz des Finanzvorstands dafür verantwortlich, regelmäßig sowie bei Bedarf ad hoc die ZF-Risikolage zu bewerten und ihre aktive Steuerung sicherzustellen. Ebenso gehört die kontinuierliche Weiterentwicklung von Corporate-Governance-Aspekten im Rahmen des GRC-Ansatzes zu den wesentlichen Aufgaben des Komitees. Der Prüfungsausschuss befasst sich im Rahmen seiner Überwachungspflicht mindestens halbjährlich mit der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Der internen Revision obliegen unter anderem die regelmäßige Prüfung und Bewertung der Effektivität des Risikomanagementsystems einschließlich der Umsetzung der zugrunde liegenden ERM-Richtlinie. Zusätzlich beurteilt der vom Aufsichtsrat beauftragte Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Jahres- bzw. Konzernabschlussprüfung, ob der Vorstand geeignete Maßnahmen zur Einrichtung eines Überwachungssystems eingerichtet hat, um bestandsgefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Erkenntnisse aus diesen regelmäßigen Überprüfungen fließen in die kontinuierliche Weiterentwicklung des ERM, einschließlich der ZF-Risikokultur und unserer Risikostrategie, ein. Mindestens vierteljährlich und bei Bedarf ad hoc erfolgt eine Identifikation, Bewertung und Berichterstattung der operativen und strategischen Risiken innerhalb der Matrixorganisation. Bei der Risikoidentifikation unterstützt der konzernweite ZF-Risikokatalog, der einem regelmäßigen Review durch die GRC Manager in den Zentralfunktionen, Divisionen und Regionen unterliegt. Die Bewertung der Risiken erfolgt vornehmlich nach quantitativen Kriterien, differenziert nach Brutto- (vor Risikobehandlung) und Netto-Schadensausmaß (nach Risikobehandlung), und der Angabe einer Eintrittswahrscheinlichkeits-Bandbreite (%). Durch die Möglichkeit der qualitativen Risikoeinschätzung mittels unserer GRC-Consequence-Matrix werden auch (noch) nicht oder nur schwer quantifizierbare Risiken in unserer Risikolandschaft berücksichtigt und gemanagt. Für den Konzern wesentliche Risiken werden über vom Vorstand festgelegte Schwellenwerte, bezogen auf erwartetes Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit, für die Konzernberichterstattung identifiziert. Chancen beziehen wir dann mit ein, wenn sie in einem unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit einem Risiko stehen. Zur Behandlung eines Risikos leitet das jeweils verantwortliche Management bzw. der Risk Owner anschließend Maßnahmen ab, die ebenfalls in der Konzernberichterstattung dokumentiert und nachgehalten werden. Interdependenzen zwischen Einzelrisiken sowie Aggregationseffekte werden berücksichtigt. Die mittels Monte-Carlo-Simulation aggregierte Risikolandschaft von ZF wird der Risikotragfähigkeit von ZF gegenüber gestellt.
ERLÄUTERUNG WESENTLICHER RISIKENNachstehend werden jene Risiken beschrieben, die wir nach aktueller Einschätzung als wesentlich für die zukünftige Entwicklung unseres Konzerns einstufen. Die Berichterstattung bezieht sich grundsätzlich auf ein Jahr. Risiken, die regelmäßig Gegenstand der Berichterstattung sind, finden ihren Ursprung vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung einschließlich Qualität, Finanzen inklusive Steuern und Cyber Security einschließlich Information Security. Obgleich wir aktuell keine relevanten Risiken in der Risikokategorie "Soziales und Umwelt" sehen, wird auf diese angesichts ihrer strategischen Bedeutung näher eingegangen. Markt und KundeAls global operierender Konzern sehen wir uns grundsätzlich standort-, länder- und regionalspezifischen Risiken ausgesetzt, die sich unter anderem aus volkswirtschaftlichen und geopolitischen Veränderungen sowie pandemischen Entwicklungen ergeben und sowohl die Absatz- als auch die Beschaffungsseite betreffen. Vor allem die nur langsam rückläufigen Inflationsraten, das hohe Zinsniveau und die volatile Gesetzgebung und damit verbundene, teils unsichere Rahmenbedingungen können sich kurz- und mittelfristig negativ auf die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen auswirken. Dies erschwert die Vorhersage unserer Absatzmengen und birgt das Risiko von Unterauslastungen unserer Produktionsstätten. Sollten hingegen die Märkte schneller wachsen als prognostiziert, könnte es zu Kapazitätsengpässen kommen, die dazu führen, Kundenabrufen nicht vollumfänglich nachkommen zu können. Unser implementiertes Frühwarnsystem in der Logistik sowie eine bedarfsorientierte Produktionsplanung im Austausch mit den Kunden ermöglichen es uns, flexibel auf Nachfrageschwankungen zu reagieren. Die Automobilindustrie bildet einen bedeutenden Kundenkreis für ZF. Die intensiven Diskussionen um das zeitliche Ende des Verbrennungsmotors, lokal, regional und national angekündigte oder bereits geltende Fahrverbote und verschärfte Regelungen zu Abgas- und Verbrauchswerten sind wesentliche Unsicherheitsfaktoren für die gesamte Automobilindustrie, speziell in Europa und Asien. Dies führt zu Änderungen im Konsumverhalten. Wir erwarten, dass der Anteil von Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen weiterhin kontinuierlich steigt, was sich negativ auf den Absatz von Verbrennerfahrzeugen und deren Komponenten auswirken wird. ZF passt existierende Produkte und Komponenten an neue Fahrzeuge an und verfolgt keine Neuentwicklungen mehr, die ausschließlich für Fahrzeuge mit reinen Verbrennungsmotoren geeignet sind. Zusammenschlüsse auf Seiten der OEM können durch Transparenz über Preise und Kosten sowie Bündelung von Einkaufsvolumina zu einem erhöhten Margendruck führen. Zudem beobachten wir Umverteilungen bei Kunden sowie Wettbewerbern. Globale Volumenverlagerungen, z. B. zu asiatischen OEM und Zulieferern, könnten die ZF-Position im globalen Automobilmarkt schwächen. Durch Marktforschungsaktivitäten und kontinuierliche Beobachtung der Absatzmärkte streben wir an, Veränderungen in den Marktstrukturen frühzeitig zu erkennen und damit einhergehenden Absatzrisiken proaktiv entgegenzuwirken. Lokalisierungsfokussiert Neugeschäfte abzuschließen. Risiken ergeben sich auch aus dem Anlauf neuer Produkte und dem Durchbruch disruptiver Technologien. Als Zulieferer sehen wir uns mit hohen erforderlichen Investitionen und erheblichem Kostendruck konfrontiert, was bei gleichzeitig knappen Ressourcen ein stringentes Kostenmanagement zum Ausgleich von Preisreduzierungen erfordert. Gelingt uns dies nicht, könnten sich hohe Herausforderungen bezüglich Preis und Kosten ergeben und sich dies auch wesentlich auf die Profitabilität von Kundenprojekten auswirken. Unser Portfoliomanagementansatz ermöglicht es, uns auf Technologien zu konzentrieren, die unsere führende Position heute und morgen stärken. Dabei hilft uns ein Netz aus Partnerschaften und Beteiligungen. Grundsätzlich arbeiten wir mit gezielten Diversifizierungs-Maßnahmen auch an der Reduzierung unserer Abhängigkeit vom Automobilgeschäft. ZF nimmt weiterhin protektionistische Tendenzen einzelner Länder wahr, wie den Ausbau dezidierter Marktzugangsbarrieren, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu schützen bzw. zu verbessern. Die steigende Anzahl von Wettbewerbern, insbesondere aus Asien, kann sich deutlich auf unsere Verkaufspreise auswirken, vor allem in den für uns besonders relevanten Absatzmärkten in Europa, den USA und China. Neben den Aktivitäten in den klassischen Märkten wollen wir uns weiterhin aktiv in Wachstumsmärkten und bisher unterrepräsentierten Märkten positionieren. Sich verändernde politische Rahmenbedingungen, strukturelle Defizite und der Wirtschaftseinbruch in einigen Ländern können zu Umsatzrückgängen und Zahlungsausfällen führen. Marktschwächen einzelner Regionen gleicht ZF mit Volumenverlagerungen in andere Märkte aus. Einkauf, Lieferanten und LieferketteDie Beschaffungsmärkte standen auch 2023 weiter unter Druck. Steigende geopolitische Spannungen und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Ländern und Regionen können zu Belastungen für den ZF-Konzern führen. So erwarten wir weiterhin politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen auf unsere Geschäftsaktivitäten aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Während die Eskalation des Nahostkonflikts in Israel bislang nicht zu spürbaren Auswirkungen auf unsere Lieferanten führt, entstehen durch die andauernden Angriffe der Huthi-Rebellen auf internationale Handelsschiffe im Roten Meer teilweise erhebliche Verzögerungen in der Lieferkette sowie steigende Frachtkosten aufgrund längerer Transitrouten zwischen Asien und Europa via Südafrika. Bereichsübergreifende Taskforces und Arbeitskreise verfolgen eng die Situation in diesen Krisenländern und -regionen und leiten entsprechende Maßnahmen ab, um weiterhin die Aufrechterhaltung von Lieferungen und den Schutz unserer Beschäftigten zu gewährleisten und regelkonforme Geschäftstätigkeiten und bei Bedarf die Einhaltung internationaler Sanktionen sicherzustellen. Wir sehen auch das wirtschaftliche und sicherheitspolitische Konfliktpotenzial zwischen den USA und China, einschließlich potenzieller wechselseitiger Sanktionen, welche den internationalen Warenverkehr gefährden. Eine potenzielle Verschärfung der Situation in Ostasien beobachten wir auf der Basis von Szenarioanalysen und leiten bei Bedarf Maßnahmen zum Erhalt robuster Lieferketten und zur Vermeidung kritischer Abhängigkeiten ab. Entsprechend der ZF-Einkaufsstrategie sollen Rohstoffe und Komponenten von einer Vielzahl unterschiedlicher Lieferanten in verschiedenen Regionen bezogen werden. Dennoch kann die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten nicht immer vermieden werden.Lieferverzögerungen und -ausfälle (z. B. aufgrund von Naturkatastrophen, Cyberangriffen auf Lieferanten, Kapazitätsengpässen bei Spediteuren, finanziellen Schieflagen von Lieferanten bis hin zur Insolvenz) sowie die Folgen von Streiks oder unzureichender Qualität können bei uns zu Produktions- und Lieferunterbrechungen führen. Die gestiegenen Preise und Kosten in den letzten Jahren, kombiniert mit eingeschränkten Möglichkeiten der Weitergabe über eigene Preiserhöhungen, belasten vor allem mittelständische Unternehmen in Europa. Wir stellen eine gestiegene Anzahl von Lieferanteninsolvenzen im ZF-Portfolio fest. Im Bereich Produktionsmaterial haben wir vor allem Guss- und Schmiedelieferanten im Fokus. Unser Supplier Risk Management arbeitet systematisch daran, Lieferunterbrechungen aufgrund von finanzieller Instabilität oder Markteinführungs-, Qualitäts- und Logistikproblemen bei Lieferanten zu vermeiden und durch das Aufzeigen von Lieferalternativen unsere Beschaffungsrisikoposition möglichst auf ein Minimum zu reduzieren. Um das Risiko erfolgreicher Cyberangriffe zu reduzieren, sind Lieferanten für Produktionsmaterial und Nicht-Produktionsmaterial, die Zugriff auf vertrauliche und sensible ZF-Informationen haben, verpflichtet, den Nachweis über ein effektives Informationssicherheitsmanagementsystem nach dem Standard TISAX zu erbringen. Im Bereich Guss soll das Risiko von Betriebsunterbrechungen mit der Umsetzung einer neuen, ganzheitlichen ZF-Guss-Strategie begrenzt werden. Experten des Financial Risk Managements prüfen und koordinieren darüber hinaus Unterstützungsleistungen für kritische Lieferanten. So liegt die Anzahl von Insolvenzen von ZF-Lieferanten immer noch unter denen unserer Mitbewerber. Wir sehen, dass der Höhepunkt der Inflation für Rohstoffe und Nicht-Produktionsmaterial, z. B. Energie, erreicht ist und sich die Preise teilweise wieder auf Vorkrisenniveau befinden; einen spürbaren Rückgang über alle Warengruppen hinweg erwarten wir aber erst 2024. ZF begegnet den Herausforderungen der Beschaffungsseite mit der kontinuierlichen Beobachtung der Märkte, vor allem der Rohstoff- und Energiemärkte, engem Austausch mit den Kunden und Lieferanten sowie Anpassungen der Lieferketten. Über eine geeignete Engpasssteuerung, z. B. bei Elektronikteilen und Halbleitern, sollen negative Auswirkungen reduziert und im Idealfall vermieden werden. Steigende Kosten für Produkte und Bauteile, unter anderem auch durch zusätzliche oder erhöhte Zölle, müssen durch Produktivitätssteigerungen, Realisierung von Synergien oder Verteilung auf die vor- und nachgelagerte Lieferkette kompensiert werden. Gelingt dies nicht, drohen preisbedingte Nachfragerückgänge sowie Profitabilitätsverluste. Forschung und Entwicklung einschließlich QualitätInsbesondere unser Geschäft mit OEM-Kunden in der Automobilindustrie unterliegt Marktentwicklungen und technischen Trends, auf die wir schnell und innovativ reagieren müssen. Dies birgt für uns operative und strategische Entwicklungs- und Technologierisiken. Chancen und Risiken ergeben sich auch aus der zunehmenden Sensibilisierung der Märkte für nachhaltige und ökologische Aspekte sowie aus verschärften oder bevorstehenden neuen Vorschriften zur Begrenzung potenziell negativer Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeiten und Produkte auf die Umwelt (unter anderem Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Rahmen der EU-Klimaziele für 2030 und Reduzierung der Verwendung schädlicher Substanzen durch die neue europäische REACH-Regulierung). Unsere Abhängigkeit von verbrennertechnologiebezogenen Produkten reduzieren wir kontinuierlich. Dies resultiert zum einen daraus, dass ein wesentlicher Teil unseres Produktportfolios in Fahrzeugen sowohl mit Verbrennermotor als auch mit Elektroantrieb Anwendung findet und sich unser Umsatz mit diesen Produkten analog zum Markt entwickelt, der eine höhere Durchdringung der E-Mobilität erfährt. Zum anderen wachsen wir kontinuierlich mit Produkten der E-Mobilität. Unser Auftragsvolumen allein für Komponenten und Systeme der Elektromobilität beläuft sich heute auf mehr als 30 Mrd. €. Dennoch könnten die fortschreitende Elektrifizierung im Bereich des Pkw- und Nutzfahrzeugantriebs sowie andere technologische Veränderungen unsere Marktposition gefährden, sofern wir unsere Kompetenzen nicht entsprechend schnell und erfolgreich ausbauen. Sowohl der Produktentwicklungs- als auch der Produktoptimierungsprozess sind grundsätzlich mit vielfältigen Risiken verbunden. Zu diesen zählen mögliche zeitliche Verzögerungen, die im schlimmsten Fall den SOP (Start of Production) unserer Kunden gefährden, sowie Kostenüberschreitungen, insbesondere in längeren Entwicklungsprojekten. Ferner ergeben sich Risiken aus möglichen Verletzungen von geistigem Eigentum (Intellectual Property) sowie (Cyber-) Risiken im Kontext vernetzter Produkte und eines verstärkten Einsatzes von Artificial Intelligence of Things (AIoT)- und Cloud-Lösungen. Um den Entwicklungs- und Technologierisiken zu begegnen, halten wir trotz des aktuell angespannten wirtschaftlichen Umfelds die Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf einem hohen Niveau. Darüber hinaus setzen wir auf den Aufbau strategischer Partnerschaften und die gezielte Investition in Unternehmen und Start-ups mit innovativen Technologie- und Geschäftsmodelllösungen, unter anderem mithilfe der ZF Ventures GmbH. Um konzernweit effizient Synergien in der Entwicklung zu heben, verfolgen wir das Baukastenprinzip und operieren divisionsübergreifend über agile Competence Center, Tech Center und Systemhäuser. Hierdurch können wir sowohl externe als auch interne Kunden bei allen Anwendungen bedarfs- und marktgerecht mit Systemlösungen unterstützen. Wir tragen die Verantwortung für unsere Produkte und somit auch für die Auswirkungen ihres Einsatzes auf die Gesellschaft, unsere Geschäftspartner und die Umwelt. Nicht-konforme intern oder extern bezogene Bauteile oder Funktionen können zu zeit- und kostenintensiven Behebungsmaßnahmen sowie zu Rückrufen und damit verbundenen Einbußen bei Kunden- und Marktakzeptanz führen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass viele unserer Produkte wichtige Komponenten darstellen, die zur Gesamtsicherheit, Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit der Endprodukte unserer Kunden beitragen. Für Produkte, die nicht den Kundenspezifikationen entsprechen oder (vermeintlich) Fehlfunktionen aufweisen, können für ZF über Gewährleistungs- und Produkthaftungsansprüche Prozesse, Verfahren und somit wesentliche Kosten entstehen. Wir streben nach höchster Qualität. Dieses Ziel ist in der konzernweit gültigen "ZF DNA of Quality" verankert. ZF betreibt ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem nach IATF 16949 mit standardisierten und konsequenten Qualitätskontrollen sowie regelmäßig optimierten Prozessabläufen, um unsere Produktqualität trotz steigender Produktkomplexität auf höchstem Niveau zu halten. Durch die enge Kooperation zwischen dem zentralen Qualitätsteam, dem Qualitätswesen der Divisionen und der zentralen Forschungs- und Entwicklungsabteilung sollen Qualitätsprobleme frühestmöglich erkannt und die damit einhergehenden Risiken zeitnah adressiert sowie mitigiert werden. Außerdem hat ZF das Product Safety and Regulatory Office installiert und betreibt ein umfassendes Product-Compliance-Managementsystem als konsistenten Ansatz zur Erfassung, Interpretation und Erfüllung technischer gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen, die für die ZF-Produkte im gesamten Unternehmen gelten oder relevant sind. Cyber Security einschließlich Information SecurityWir sind im Hinblick auf unsere Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie Produkte und Dienstleistungen in hohem Maße von IT-Systemen und -netzwerken abhängig. Diese Systeme und die Produkte an sich sind aufgrund zunehmender Vernetzung grundsätzlich Risiken von Cyberangriffen sowie anderweitiger Störungen und Ausfälle ausgesetzt. Daraus können uns erhebliche Nachteile entstehen. Mit unserer ganzheitlichen Cyber-Sicherheitsstrategie verfolgen wir das Ziel, Menschen und deren Vermögenswerte, geschäfts- und personenbezogene Informationen und Daten sowie die physischen und immateriellen Vermögenswerte von ZF zu schützen. Ein integriertes und nach ISO 27001 ausgerichtetes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) berücksichtigt neben der IT auch die Themen Entwicklung, Produktion, Personalsicherheit, Compliance, physische Sicherheit sowie rechtliche und kundenbezogene Anforderungen. Unser ISMS wird regelmäßig durch unabhängige Stellen überprüft. Durch technische und organisatorische Maßnahmen schützen wir die Datenströme und -verarbeitung in unserer Infrastruktur sowohl on-premise (vor Ort betrieben) als auch off-premise (z. B. in der Cloud). Unsere Sicherheitskultur stellt ein zentrales Element der Widerstandsfähigkeit von ZF dar. Aus diesem Grund führen wir weltweit regelmäßig verpflichtende Sensibilisierungsmaßnahmen, wie z. B. unsere Security Awareness Weeks, und entsprechende Schulungen unserer Mitarbeiter durch. Partner und Zulieferer, die mit ZF-Informationen umgehen, werden zur Berücksichtigung unserer Sicherheitspolitik und zum Nachweis eines effektiven ISMS verpflichtet. Zur Überwachung der globalen Cyber-Sicherheitslage ziehen wir interne und externe Informationsquellen heran. Für Sicherheitsvorfälle sind Alarmierungsprozesse und ein Krisenmanagement etabliert, die uns eine sofortige Reaktion auf Notfallsituationen mit zugehörigen Notfallplänen und definierten Krisenteams ermöglichen. Die Funktionsfähigkeit dieser Prozesse wird regelmäßig überprüft. Ein bereichsübergreifendes "Cyber Security Advisory and Decision Panel" überwacht und steuert dabei über alle Risikokategorien hinweg die ZF-Cyber-Risikosituation (unter anderem Production IT Security oder Enterprise IT Security). Wesentliche Risiken sehen wir vor allem im Bereich Product Cyber Security. In der Produktentwicklung liegt daher ein besonderer Fokus auf der Umsetzung des internationalen Standards ISO/SAE 21434 zur Cyber Security in Fahrzeugen. Unsere Cyber-Security-Entwicklungsprozesse erfüllen diese Norm und bilden somit ein Cyber-Security-Managementsystem, das es unseren Kunden ermöglicht, ihre Fahrzeuge nach der UNECE R 155 zu homologieren. Ein zentrales Team von Cyber-Security-Assessoren wurde eingerichtet, um Produktfreigaben zu unterstützen. Zudem beobachtet ein Red Team die automobilspezifische Bedrohungslage und leitet Reaktionen auf mögliche Security-Vorfälle ein. Parallel dazu arbeitet ein Blue Team zentral an der Vorentwicklung für neu aufkommende Technologien. Das Product-Cyber-Security-Managementsystem wurde im Jahr 2023 nach dem Standard VCSA (Vehicle Cyber Security Audit) erfolgreich zertifiziert. Soziales und UmweltWir sehen uns verschärften und zusätzlichen Anforderungen im ESG- und Nachhaltigkeitskontext gegenüber, welche weitreichende Implikationen für unsere Geschäftsprozesse, -modelle und die Berichterstattung haben. Wir haben Nachhaltigkeit als verbindliches Ziel in unserer Unternehmensstrategie festgeschrieben. Zur Verbesserung unserer Nachhaltigkeitsleistung und in Vorbereitung auf gestiegene Kundenerwartungen sowie neue Vorschriften, z. B. die Lieferkettengesetzgebung oder neue Vorgaben im Bereich Chemikalien, werden wir neue Prozesse einführen sowie notwendige Investitionen in erforderlichem Umfang tätigen. Die globalen Folgen des Klimawandels schließen häufigere und intensivere Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen, Zyklone und Dürreperioden mit ein, die sich bislang nur in Einzelfällen auf unsere Standorte auswirkten. Naturkatastrophen können zu vielfältigen Belastungen entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette führen und uns direkt (z. B. eigene Werke) oder indirekt (z. B. Wirtschaftstätigkeit lokal oder regional) treffen. Zudem könnten Menschen, die Umwelt oder das Eigentum Dritter zu Schaden kommen. Entsprechenden Risiken begegnen wir mit einem etablierten EHS-Managementsystem (Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz). Zudem greifen wir auf Echtzeit-Analyse-Systeme zu, um (Risiko-)Informationen über weltweite sicherheitsrelevante Ereignisse wie Naturkatastrophen, geopolitische Entwicklungen und Konfliktsituationen zu erhalten. So können wir gezielt proaktiv und reaktiv entsprechende Maßnahmen einleiten. Elementarrisiken und entsprechende Analyseerkenntnisse werden auch in diversen Resilienz-Aktivitäten im Konzern berücksichtigt, z. B. zur Stärkung der Resilienz von Produktion und Supply Chain, einschließlich des Beschaffungsprozesses. Weitere Risiken und Implikationen werden im Kapitel Nachhaltigkeit dargestellt. FinanzenIm Rahmen eines zentralen Finanzrisikomanagements überwachen und steuern wir Liquiditäts-, Währungs-, Zinsänderungs-, Kontrahenten- sowie Ausfallrisiken zur Sicherung der finanziellen Stabilität unseres Konzerns. Für die Bewertung und den konkreten Umgang mit den einzelnen Risikoarten bestehen Vorgaben. Soweit erforderlich, sichern wir Finanzrisiken unter Nutzung entsprechender Instrumente ab. Insbesondere zur Steuerung des Zins- und Währungsrisikos setzen wir, wo möglich und sinnvoll, derivative Finanzinstrumente ein. Soweit die Voraussetzungen für Hedge Accounting gegeben sind, nutzen wir diese. Währungsrisiken werden bei ZF mit einem standardisierten Modell zur Absicherung von Grundgeschäften in fremder Währung und einer einheitlichen Systemlandschaft gesteuert und gesichert. Gestiegene Zinsen in den relevanten Währungen Euro und US-Dollar sowie mögliche weitere Zinsanstiege in Kombination mit höheren Kreditaufschlägen (Spreads) führen zu höheren (Re-) Finanzierungskosten bei aktuell laufenden variablen Finanzierungen. Als eine mögliche Konsequenz könnten unsere Factoring- und Reverse-Factoring-Programme an Attraktivität einbüßen. Mit der Erschließung alternativer Finanzierungsquellen mit attraktiven Konditionen wollen wir potenzielle Belastungen proaktiv reduzieren. Variabel verzinsliche Schulden werden teilweise mittels Zinsderivaten zum Bilanzstichtag gegen steigende Zinsen abgesichert. Ein aktives Cash- und Kostenmanagement hilft uns, unsere Liquiditätssituation zu stabilisieren. Ein revolvierender Kredit über 3,5 Mrd. € steht weiterhin vollständig als Liquiditätsreserve zur Verfügung. Ein zentrales Cash-Pooling mit ausreichend liquiden Mitteln und fristenkongruent zugesagten Kreditlinien gewährleistet die Sicherstellung der notwendigen finanziellen Flexibilität. Unsere Kreditverträge enthalten neben anderen Verpflichtungen einen Financial Covenant, der zu jeder Zeit eingehalten werden muss. Eine Verletzung dieser Finanzkennzahl hätte zur Folge, dass die Kreditgeber bei entsprechender Inanspruchnahme die sofortige Rückzahlung verlangen bzw. die Kreditlinie kündigen könnten. Der Financial Covenant konnte 2023 zu jeder Zeit eingehalten werden. Um das Kontrahentenrisiko im Finanzbereich zu reduzieren, arbeiten wir nur mit Banken erstklassiger finanzieller Stabilität und im Rahmen festgelegter Limits zusammen. Die Bonität unserer Lieferanten und Kunden wird kontinuierlich überprüft. Risiken bestehen insbesondere darin, Wertminderungen auf Vermögenswerte vornehmen zu müssen. Überdies sind wir grundsätzlich dem Risiko erforderlicher Wertberichtigungen aus Akquisitionen ausgesetzt. Entwickeln sich Unternehmensbeteiligungen oder Geschäftsbereiche nachhaltig nicht entsprechend der von uns zugrunde liegenden Geschäftsplanung, könnten wir zu wesentlichen bilanziellen Abwertungen gezwungen sein. Im Zuge von Betriebsprüfungen könnten Steuergesetze, relevante Verträge oder Ereignisse von den lokalen Steuerbehörden abweichend von der Auffassung von ZF interpretiert und bewertet werden. Daraus resultiert das Risiko einer Anpassung der Steuerbemessungsgrundlage und von Steuernachforderungen. Darüber hinaus können steuerliche Gesetzesinitiativen den zukünftigen Steueraufwand oder die zukünftigen Steuerzahlungen beeinflussen. Vor allem in Deutschland und in Großbritannien hat ZF hohe Pensionsverpflichtungen. Die Pensionsverpflichtungen sind in unterschiedlichem Umfang ganz oder teilweise durch Planvermögen gedeckt. Das Planvermögen investieren wir in unterschiedliche Anlageklassen, welche entsprechenden Wertschwankungen ausgesetzt sind. Eine Veränderung wesentlicher Parameter, wie Diskontierungszinssatz oder sonstige von makroökonomischen und regulatorischen Entwicklungen abhängigen Faktoren, könnte zu negativen Auswirkungen auf Ergebnis und Eigenkapital von ZF führen. Rechts- und CompliancerisikenAngesichts der Komplexität unseres Geschäftsmodells mit wirtschaftlichen Aktivitäten auf allen Kontinenten sind wir grundsätzlich dem Risiko ausgesetzt, in Rechtsstreitigkeiten verwickelt zu werden, so etwa in den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbsrecht, Ausfuhrbestimmungen, Umweltschutz und Steuern. Insbesondere in den USA sind wir in Verfahren involviert, deren Ausgang möglicherweise wesentliche negative Auswirkungen auf unser Ergebnis haben könnte. Für rechtliche Risiken wird nach Maßgabe der geltenden Rechnungslegungsvorschriften bilanzielle Vorsorge getroffen. Darüber hinaus kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass einzelne Mitarbeiter dem Unternehmen absichtlich oder unabsichtlich aufgrund von Unkenntnis z. B. komplexer kartellrechtlicher Vorgaben durch Verstoß gegen geltendes Recht im Zusammenhang mit ihrer betrieblichen Tätigkeit wesentlich schaden. Dies kann in Zahlungs- oder anderweitigen Verpflichtungen sowie in Form von Reputationsschäden resultieren. Im Fall von Untersuchungen kooperieren wir grundsätzlich mit den zuständigen Behörden. Um jedoch weitestmöglich sicherzustellen, dass die unterschiedlichen länderspezifischen rechtlichen Vorgaben beachtet werden und um rechtliche Risiken zu kontrollieren und auf ein Minimum zu begrenzen, hat ZF entsprechende Strukturen geschaffen. Tragende Elemente sind unsere globale Compliance-Organisation, der ZF-Verhaltenskodex, das anonyme Hinweisgebersystem für interne und externe Compliance-Meldungen sowie ein umfassendes verpflichtendes Schulungskonzept. Zudem wurde das Compliance Risk Management mit regelmäßigen Compliance-Risikobewertungen auf Divisions- und Regionalebene ausgebaut, um etwaige Compliance-Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die Mitgliedschaft in der Responsible Supply Chain Initiative e. V. (RSCI) unterstützt darüber hinaus unsere Anstrengungen zur Erfüllung unserer Lieferkettensorgfaltspflichten und trägt damit zur Reduzierung von Risiken im Bereich der Menschenrechte bei. ERLÄUTERUNG WESENTLICHER CHANCENBranchen- und unternehmensspezifische ChancenIn den sich teilweise disruptiv entwickelnden Branchen, in denen wir tätig sind, ergeben sich für uns kontinuierlich neue Chancen, die wir, sofern sie eine hinreichende Eintrittswahrscheinlichkeit aufweisen, direkt in unseren Planungen und Prognosen berücksichtigen. Zur Erfassung langfristiger Markt- und Technologietrends nutzen wir systematische Szenario-Betrachtungen. Durch Trend- und Umfeldanalysen sowie intensiven Kundenkontakt arbeiten wir kontinuierlich daran, Potenziale zu identifizieren, die sich positiv auf die Gestaltung unserer Produkte, die Effizienz ihrer Produktion, ihre Wirkung auf Mensch und Umwelt, ihren Erfolg am Markt und unsere Kostenstruktur auswirken können. Durch das weltweite Interesse an der Wasserstoffenergie und der Brennstoffzellentechnologie werden neue Wachstumsfelder erschlossen. Auch unsere Windkraftsparte profitiert von einem soliden Marktwachstum. Das Fahrwerkgeschäft bildet einen bedeutsamen Baustein des ZF-Produktangebots. Daher werden unsere beiden Divisionen Active Safety Systems mit ihren führenden Technologien für Brems- und Lenksysteme, einschließlich X-by-Wire-Systemen, und Car Chassis Technology mit ihren Kompetenzen, unter anderem im Bereich der (semi-)aktiven Dämpfung, ab 1. Januar 2024 zu einer starken Division Chassis Solutions zusammengeführt. ZF kann seinen Kunden somit ein Chassis-Portfolio mit innovativen Hard- und Software-Lösungen bieten, die die großen automobilen Megatrends, wie z. B. das Software-definierte Fahrzeug, bedienen. NachhaltigkeitWir setzen zur Erreichung der Klimaneutralität auf ein ganzheitliches Vorgehen. Daraus ergeben sich vielfältige Chancen für uns: aus der Entwicklung umweltfreundlicher Technologien, dem Ausbau erneuerbarer Energien, dem Einsatz von grünem Stahl oder der Wiederaufbereitung von Produkten. Dass Nachhaltigkeit für uns nicht bloß ein Schlagwort ist, wird auch durch den intern vergebenen ZF Excellence Award in der Kategorie Sustainability unterstrichen. Dabei werden unternehmensweit herausragende Projekte prämiert, die beispielsweise unseren ökologischen Fußabdruck verringern oder Arbeitsbedingungen verbessern. Fahrzeughersteller sind immer stärker gefordert, die Flottenverbräuche in ihrem Fahrzeug- und Antriebsmix zu senken. Mit unserem weiter wachsenden Portfolio an Systemen und Komponenten für Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge bieten wir bereits heute Lösungen für den Pkw- sowie Nutzfahrzeugbereich, die die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich Emissionsausstoß unterstützen. Auch unsere Kunden haben sich ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele gesetzt. Diese gehen über die eigene CO 2 -Bilanz und jene ihrer Zulieferer hinaus. Im Fokus stehen unter anderem auch Energie- und Wasserverbrauch in der Herstellung und Nutzung sowie die verwendeten Materialien und deren Ursprung. Der neue magnetfreie E-Motor von ZF, der auf der IAA 2023 vorgestellt wurde, ist nur ein Beispiel, wie ZF-Innovationen zur Resilienz unserer Kunden beitragen und die Dekarbonisierung vorantreiben: Er benötigt keine Seltenen Erden und bei der Produktion entsteht bis zu 50 % weniger CO 2 als bei der Herstellung marktüblicher E-Motoren. Konsequent nachhaltiges unternehmerisches Handeln, u. a. durch forcierte Aktivitäten für eine verbesserte Kreislaufwirtschaft, birgt zudem Chancen hinsichtlich der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern. Nachhaltig ausgerichtete Unternehmen sind nachweislich attraktivere Arbeitgeber, entsprechendes Engagement erhöht außerdem die Jobzufriedenheit. Unsere Nachhaltigkeitsleistung hat auch direkten Einfluss auf die Bewertung von ZF durch sogenannte ESG-Rating-Agenturen und stellt somit einen wichtigen Baustein für unsere Finanzierungsstrategie mit Banken und Investoren dar. Weitere Chancen und die jeweils abgeleiteten Strategien werden im Kapitel Nachhaltigkeit dargestellt. Forschung und EntwicklungZF reduziert konsequent die Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor. Auf der internationalen Messe "Auto Shanghai" im April 2023 präsentierten wir einem breiten Kundenkreis unsere neuesten Technologien und Lösungen in den Bereichen autonome, intelligente und sichere Mobilität, einschließlich Elektromobilität. Zum ersten Mal wurden auch der "ZF-Nachhaltigkeitskreis" und die damit verbundenen neuen Absatzmöglichkeiten für ZF vorgestellt: Er zeigt, wie wir mit unseren Windturbinen-Getrieben an der Erzeugung von Ökostrom beteiligt sind, wie wir uns auf dem Ersatzteilmarkt und in der Wiederaufbereitung und im Recycling engagieren und wie wir mit diesen Produkten zur Emissionsreduzierung beitragen. Die Nachfrage nach aktiven Fahrerassistenzfunktionen bis hin zum automatisierten Fahren bleibt hoch. Mehrere OEM planen, neue Fahrzeugmodelle mit (teil-)automatisierten Funktionen anzubieten. Aus dem steigenden Volumen von Kameras, Sensoren, Hochleistungscomputern und neuer Software bieten sich für ZF neue Umsatzchancen. Auch die Windkraftbranche ist ein wichtiger Industriezweig für uns als globaler Lieferant von innovativen und langlebigen Getrieben. Zur Deckung der steigenden Nachfrage nach Windenergie werden die Anlagen immer größer und leistungsfähiger. Um die Zuverlässigkeit des Windkraft-Antriebsstrangs zu gewährleisten, hat ZF Anfang 2023 den Grundstein für den weltweit leistungsstärksten Prüfstand der Windindustrie in Lommel, Belgien, gelegt. Mit dieser Investition beabsichtigen wir, unser zukünftiges Produktportfolio weltweit zu erweitern. Eine strategische Partnerschaft mit Foxconn, dem weltweit größten Elektronikproduzenten, ermöglicht es uns, Marktchancen im Pkw-Fahrwerkgeschäft weiter auszubauen, insbesondere im Bereich Montage von Achssystemen und -modulen. So wollen wir neue Kundenkreise erschließen und unsere Präsenz in Wachstumsmärkten ausbauen. Die Gründung des Joint Ventures Qorix mit KPIT wird uns neue Marktchancen für standardisierte, skalierbare Middleware für die Mobilitätsbranche ermöglichen. Gleichzeitig können wir uns stärker auf differenzierende Software-Funktionen fokussieren und integrierte Lösungen aus Hard- und Software-Fahrzeugsystemen entwickeln. Ein Beispiel dafür ist die ZF-Software cubiX zur Steuerung aller Fahrwerksfunktionen, die seit Anfang 2023 im Serieneinsatz ist. DigitalisierungDie Digitalisierung bietet uns zahlreiche Chancen entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette. Daher setzen wir den Fokus in der Transformation auch auf Digitalisierung und Vernetzung von Aktuatoren und Sensoren, die für Software Defined Vehicles und deren Fahrwerke und Antriebssysteme notwendig sind. Unter anderem engagiert sich ZF in der "Elipse Foundation", welche sich zum Ziel gesetzt hat, Ökosystem-Anwendungsbereiche zu fördern, die den Open-Source-Ansatz vorantreiben. Gemeinsam mit Kunden, Wettbewerbern und Software-Unternehmen beschleunigen wir hier die Entwicklung von Standards und Grundlagen des Software Defined Vehicles, ganz nach dem Ansatz "Code first". Auch "Gen AI", also generative AI, ein Teilbereich der Künstlichen Intelligenz (KI), bietet zahlreiche neue Möglichkeiten für ZF, Wettbewerbsvorteile zu erlangen und unsere Fertigkeiten zu erweitern, um produktiver, effizienter und effektiver, z. B. differenzierter und innovativer, zu werden. ZF arbeitet schon länger selbst an KI-Lösungen. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe aus IT, Cyber und Information Security, Rechtsabteilung und Digitalisierung wurden Strategien, Nutzungsregeln und Rahmenbedingungen zum Einsatz generativer KI, insbesondere dem Chatbot ChatGPT, für alle ZF-Anwender festgelegt. Auch in der Produktion wird Digitalisierung immer wichtiger. So bietet unsere cloudbasierte "Digital Manufacturing Platform" eine hohe Transparenz über sämtliche Prozessdaten, um die Effizienz und Flexibilität der Werke weiter zu steigern. Daran angeschlossen sind mittlerweile zahlreiche Werke und deren Maschinen in allen Regionen zur realen "Smart Factory" geworden. Konkrete Vorteile sind die Verfügbarkeit diverser Messwerte, wie z. B. Prozessparameter, sowie eine schnellere, automatisierte Datenerfassung, beispielsweise für Stillstandsursachen und -zeiten. Im Falle von Störungen kann so schneller eingegriffen werden. ZF baut auch über den Automobil-Bereich hinaus seine digitalen Geschäftsmodelle aus. Ein Erfolgsbeispiel, bei dem die Anzahl der Kunden und Anwendungen kontinuierlich steigt, ist ZF Rescue Connect der Division Industrietechnik. ZF Rescue Connect verbindet und digitalisiert alle Einsatz- und Rettungskräfte in Europa, um zu einer schnelleren und besseren Hilfe für Patienten beizutragen. Catena-X ist ein von der Industrie gesteuerter Ansatz zur Festlegung rechtlicher, technischer und Sicherheitsstandards, um die heutigen Einschränkungen beim Datenaustausch zu überwinden. 180 Automobilunternehmen verpflichten sich 2023 zu Catena-X. Für ZF fördern die Catena-X-Anwendungsfälle die Digitalisierung und bieten Lösungen für spezifische geschäftliche Herausforderungen, wie z. B. die Bereitstellung des CO 2 -Fußabdruckes für Produkte, den Empfang von Felddaten aus Fahrzeugen oder die Stärkung von Lieferketten. GESAMTBEURTEILUNG DER CHANCEN- UND RISIKOLAGEDen ausgeführten Risiken wirken wir im ZF-Konzern durch ein dezentrales Risikomanagementsystem entgegen, das, eingebettet in einen integrierten GRC-Ansatz, Divisionen, Zentralfunktionen und Regionen gleichermaßen abdeckt. Risiken werden gemanagt, wo sie entstehen; so stellen wir sicher, dass die wahren Prozessexperten und Know-how-Träger in der entsprechenden Risikokategorie agieren und die Risiken kompetent gemanagt werden. Der Chancenbericht entspricht einer konsolidierten Betrachtung der wesentlichen Chancen im Betrachtungszeitraum. Soweit es wirtschaftlich ist und in unserem Einflussbereich liegt, versuchen wir, diese Chancen zu erschließen. Auf Basis der derzeit bekannten Informationen sowie der im Abschluss abgebildeten und der in diesem Bericht aufgeführten Einzelrisiken können wir keine zusätzlichen Risiken erkennen, die im Geschäftsjahr 2024 die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des ZF-Konzerns wesentlich beeinflussen. Die finanzielle Situation des Konzerns ist stabil, der Bedarf an finanziellen Mitteln durch vorhandene Liquidität und freie Kreditlinien gedeckt. Angesichts der getroffenen Vorkehrungen und unserer Stellung im Markt sind wir davon überzeugt, die bestehenden Risiken beherrschen und die daraus resultierenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können. Die Gesamtbeurteilung der wesentlichen Chancen und Risiken lässt keine Risiken erkennen, die allein oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand des Unternehmens gefährden. PrognoseberichtENTWICKLUNG VON UMFELD UND BRANCHE- Eine Erholung der Weltwirtschaft im Jahr 2024 ist nicht absehbar. - Für nahezu alle ZF Branchen wird im kommenden Geschäftsjahr ein geringeres Produktionsvolumen erwartet. Keine nachhaltige wirtschaftliche Erholung in SichtDer Ausblick auf das Geschäftsjahr 2024 bleibt verhalten. Die Inflation geht nur allmählich zurück und ist in vielen Regionen noch über dem Ziel der Zentralbanken, was eine schnelle und deutliche Senkung der Zinsen unwahrscheinlich macht. In der Folge ist eine anhaltende Schwäche der Kaufkraft sowie der Investitionstätigkeit zu befürchten. Insbesondere Europa und Deutschland dürften weiter vergleichsweise schwach performen. Hier ist die Verbraucherpreisinflation noch höher als z. B. in den USA mit entsprechend negativen Auswirkungen auf den Privatkonsum, der auch durch die gesunkenen real verfügbaren Einkommen belastet wird. In den USA droht im Vorjahresvergleich eine schwächere Wirtschaftsentwicklung: Im Jahr 2023 hatte sich die US-Wirtschaft trotz hoher Zinsen relativ robust gezeigt, unter anderem auch durch den Abbau aus der Pandemie aufgestauter Privatnachfrage. Dieser Effekt läuft nun aus und die schwierigeren Finanzierungsbedingungen dürften nun sichtbar werden mit belastenden Effekten auf das Wirtschaftswachstum. In China bleiben das nach wie vor relativ schwache Verbrauchervertrauen sowie die schwerwiegenden Probleme im Immobiliensektor bestehen. Die Rahmenbedingungen sprechen nicht unbedingt für großflächige fiskalpolitische Maßnahmen, dementsprechend limitiert erscheint auch das Wachstumspotenzial für die Gesamtwirtschaft, das voraussichtlich unterhalb des Wertes aus 2023 liegen wird. In Summe dürfte die Weltwirtschaft im Jahr 2024 erneut unterhalb des langfristigen Trends mit nur +2,8 % expandieren, nach +3 % im Vorjahr. Für die Euro-Zone wird ein weiter schwaches Wachstum von +0,7 % erwartet nach +0,5 % im Jahr 2023, USA dürfte nach +2,4 % im Vorjahr nur noch um etwas unter +2 % wachsen. Für China wird nach +5,3 % im Jahr 2023 ein schwächeres Wachstum um +4,5 % erwartet. Wenn die schwierigen geopolitischen Rahmenbedingungen nicht eine deutlichere Verbesserung erfahren, lassen sich auch mittelfristig keine deutlich besseren Aussichten prognostizieren. Weiter angespannte Lage in den ZF-BranchenIm Jahr 2024 erlauben die schwierigen Rahmenbedingungen keine allzu optimistischen Prognosen. Die Perspektiven sind nach wie vor geprägt von einem schwachen wirtschaftlichen Umfeld mit noch hoher Inflation, weiter ungeklärten geopolitischen Spannungen und anhaltenden Kriegen. Dazu kommt, auch getrieben durch die Klimakrise, ein massiver Transformationsdruck in vielen Branchen mit Schwerpunkt in der Pkw-Industrie. Dies alles führt zu einer vorsichtigen, konservativen Bewertung der Wachstumsperspektiven für die ZF-Branchen (Quelle: ZF-interne Abschätzung). Für die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis 6 Tonnen ist vor dem Hintergrund der verhaltenen Wirtschaftsentwicklung eine Abschwächung um bis zu -3 % zu befürchten, das bedeutet weltweit rund 3 Millionen Fahrzeuge weniger als im Jahr 2023. Dies gilt übergreifend für nahezu alle Regionen. Außer in Nord- und Südamerika und Indien, in denen sich eine Seitwärtsbewegung einstellen könnte, erwarten die Experten für Europa, China, Japan und Südkorea Produktionskürzungen zwischen -3 % bis zu -9 %. Schwach ist auch der Ausblick für die Nutzfahrzeugindustrie. Nach dem kräftigen Anstieg im Vorjahr wird erwartet, dass die weltweite Produktion von schweren Nutzfahrzeugen im Jahr 2024 mit -2 % leicht zurückgehen wird. Insbesondere in Europa und in den USA werden die Märkte schwächer gesehen, Europa mit -6 %, USA im Zuge der schwächeren Wirtschaftsaussichten mit -8 %. China sollte trotz etwas schwächerer Gesamtwirtschaft bei weiter hohen Infrastrukturausgaben in der Lage sein, das Niveau des Jahres 2023 zu halten. Ähnlich stellt sich die Situation in Indien dar. Südamerika hat nach dem starken Rückgang im Vorjahr das Potenzial, mit einem Wachstum um +20 % an das Niveau früherer Jahre heranzukommen. In den Industriesektoren der Land- und Baumaschinen sind ähnliche Trends wie bei den Nutzfahrzeugen zu erkennen. Die Produktion von Traktoren gerät im Licht der schwierigen Rahmenbedingungen insbesondere in Europa mit -8 % und in den USA mit -3 % unter Druck, die anderen Regionen laufen in etwa auf Vorjahresniveau. Damit dürfte die Produktion dieser Maschinen weltweit um -4 % zurückgehen. Auch bei den Baumaschinen deutet sich für Europa und auch für Indien jeweils ein Rückgang um rund -5 % an, alle anderen Regionen könnten wieder die Vorjahreswerte erreichen. Damit sinkt die Welt-Baumaschinenproduktion um -2 %. Positiv hingegen zeigt sich die Windenergie-Branche, die weltweiten Neuinstallationen zeigen ein Wachstumspotenzial um +15 %. Europa und China sollten um bis zu +13 % wachsen können und die USA haben, nach den starken Einbrüchen der Vorjahre, durchaus die Chance, um über +40 % zuzulegen. Damit zeigt sich das Jahr 2024 quer über alle Branchen, die ZF beliefert, erneut als ein Jahr, das Hersteller und Zulieferer vor massive Herausforderungen stellen wird. ENTWICKLUNG DES KONZERNS- Mit mehr Tempo und noch fokussierter bringen wir die Transformation von ZF weiter voran. - Für eine bessere Ergebnisqualität wird ZF weiter Organisations- und Konzernstrukturen an Marktentwicklungen anpassen. PrognoseBei stabilen Wechselkursen und unter Berücksichtigung geplanter Unternehmenstransaktionen erwartet ZF für das Jahr 2024 einen Konzernumsatz größer 45 Mrd. €. Dies entspricht einem organischen Wachstum von 5 %. Im Bereich Pkw und leichte Nutzfahrzeuge erwarten wir aufgrund geplanter Unternehmenstransaktionen gesamthaft einen leichten Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr. Davon ist vor allem die neue Division Chassis Solutions betroffen. Einen Umsatzanstieg erwarten wir hingegen in der Division Electrified Powertrain Technology mit Produkten für die E-Mobilität sowie in der Division Passive Safety Systems in den Regionen Asien-Pazifik und Nordamerika. Für die Division Commercial Vehicle Solutions rechnen wir mit einem höheren Konzernumsatz in den Regionen Asien-Pazifik und Nordamerika. Einen Beitrag zum Umsatzanstieg liefern unter anderem Produktneuanläufe im Bereich E-Mobilität. Die Division Industrial Technology erwartet einen Umsatzanstieg vor allem in den Geschäftsfeldern Wind Power, Off-Highway sowie Marine und Sonderantriebstechnik. Im Aftermarket rechnen wir ebenfalls mit leicht höheren Umsatzerlösen im Ersatzteil- und Servicegeschäft. Bei erwartungsgemäßer Entwicklung der Absatz- und Beschaffungsmärkte halten wir in Verbindung mit einer entsprechenden Steuerung der Kostenstrukturen eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 4,9 % und 5,4 % für erreichbar. Für das Geschäftsjahr gehen wir davon aus, dass der um Unternehmenstransaktionen bereinigte Free Cashflow über 800 Mio. € liegen wird. Die Einschätzung basiert auf der geplanten Entwicklung des operativen Geschäfts, der Fortsetzung des konsequenten Working-Capital-Managements sowie auf den geplanten Investitionen. Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir unter Berücksichtigung geplanter Unternehmenstransaktionen einen leichten Anstieg der Mitarbeiterzahl, vor allem in den Regionen Asien-Pazifik im Zusammenhang mit dem Ausbau des Geschäfts in China sowie in Nordamerika. Finanzielle Prognosekennzahlen
Die Rahmenbedingungen im Jahr 2024 bleiben weiter herausfordernd. Auswirkungen auf die Prognose im Hinblick auf die Unsicherheiten, insbesondere bedingt durch die geopolitischen Krisen, können nicht ausgeschlossen werden. Mit mehr Tempo und noch fokussierter bringen wir die Transformation von ZF weiter voran. Dabei stehen die zunehmende Präsenz auf globalen Wachstumsmärkten, Investitionen zugunsten von ertragsstarken Produkten und Technologien sowie eine effiziente Organisationsstruktur ganz oben auf unserer Agenda. Gestützt durch das Vertrauen der Kunden, die kooperative Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und Geschäftspartnern sowie die Leistungs- und Veränderungsbereitschaft unserer Mitarbeiter sind wir überzeugt, die aktuellen Herausforderungen erfolgreich zu meistern.
Friedrichshafen, den 4. März 2024 ZF Friedrichshafen AG Der Vorstand |
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