Stammdaten

Register
Amtsgericht Jena HRB 511591
Vorher
Vossloh Systemelektronik GmbHVossloh System-Technik Karlsfeld GmbHVossloh Information Technologies Karlsfeld GmbHFunkwerk Information Technologies Karlsfeld GmbH
Eingetragen
11.4.1996
Branche
Herstellung von Geräten und Einrichtungen der TelekommunikationstechnikTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Telekommunikationsgeräten sowie elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnissen a. n. g.Herstellung von Geräten der Unterhaltungselektronik
Gegenstand
die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von elektrischen und elektronischen Geräten, Anlagen und Systemen, insbesondere auf den Gebieten der Nachrichten- und der Informationstechnologie sowie der Telekommunikation. Die Erbringung von allen damit in Zusammenhang stehenden Dienstleistungen, der Erwerb, der Verkauf und die Verwaltung von Beteiligungen an Unternehmen, die insbesondere auf allen Gebieten der Nachrichten- und der Informationstechnologie sowie der Telekommunikation tätig sind, sowie die strategische Führung, Steuerung und Koordinierung dieser Unternehmen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Siegfried Steggemann
seit 19.5.2022
Geschäftsführer
Christian Ringler
seit 3.12.2019
Geschäftsführer
Prokura
Kerstin Schreiber
seit 28.9.2015
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
75.00%
25.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Funkwerk Security Solutions GmbH
Germany
1.000.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Funkwerk Systems GmbH

Kölleda

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Funkwerk Systems GmbH, 99625 Kölleda, Im Funkwerk 5

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1. Die Gesellschaft

Die Gesellschaft ist unter HRB 511591 beim Amtsgericht Jena registriert.

Die Funkwerk Systems GmbH (nachstehend auch kurz "FWS" oder "Funkwerk Systems" genannt) mit Sitz in Kölleda in Thüringen ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Funkwerk Technologies GmbH, Kölleda. Die Geschäftsanteile der Funkwerk Technologies GmbH, Kölleda, werden zu 100 Prozent von der Funkwerk AG gehalten. Die Funkwerk AG ist bei der Börse München im Freiverkehrssegment m:access (WKN: 575 314) notiert.

Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Projektierung und Errichtung von elektrischen und elektronischen Geräten und Systemen, insbesondere auf dem Gebiet der Nachrichten- und Informationstechnologie und Telekommunikation, sowie die Durchführung von Service, Instandhaltung und Schulung auf diesen Gebieten.

Unser Leistungsspektrum fokussiert sich auf Zugfunk-Lösungen (Zugfunk) und Fahrgastinformation.

1.2. Die Funkwerk Systems GmbH hält folgende Beteiligungen zum Bilanzstichtag

Unmittelbare Tochtergesellschaften Sitz Anteil
in %
Funkwerk Systems Austria GmbH Wien, Österreich 100,0
Funkwerk StatKom GmbH Kölleda, Deutschland 100,0
IFB Institut für Bahntechnik GmbH Berlin, Deutschland 6,7
Radionika Sp. z o.o. Krakau, Polen 60,0

1.3. Geschäftsgrundlage

FWS ist als mittelständisches Technologieunternehmen spezialisiert auf lösungsorientierte Informations- und Kommunikationssysteme für den stationären und mobilen schienengebundenen Verkehr, öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und Infrastrukturbetreiber. Funkwerk-Produkte basieren auf modernsten Verfahren der Funk- und Kommunikationstechnik sowie der Datenverarbeitung und tragen durch Automatisierung zur Kostensenkung bei den Kunden bei. Wir zeichnen uns durch eine hohe Flexibilität, individuell auf Kundenwünsche einzugehen, sowie eine ausgeprägte technologische Kompetenz aus.

Zugfunk

Seit 1982 entwickelt und produziert Funkwerk Zugfunktechnik für Eisenbahnbetriebe weltweit. Als einer der führenden Anbieter bieten wir maßgeschneiderte Kommunikationslösungen für die Sprach- und Datenkommunikation über analoge und digitale (GSM-R, 4G/5G) Zugfunknetze auf der Schiene an.

Die Hauptkunden im Bereich Zugfunk sind Bahnen des Fernverkehrs, Schienenfahrzeughersteller und Transportunternehmen im Schienenverkehr.

Fahrgastinformation

Fahrgäste erwarten aktuelle und zuverlässige Informationen entlang des gesamten Reiseprozesses bei der Planung und unterwegs, vom Ort der Abreise bis zur Ankunft am Ziel. Informationssysteme vonFunkwerk bieten Echtzeitinformationen, die den tatsächlichen Reiseverlauf widerspiegeln, Planabweichungenmitteilen und Vorschläge über alternative Routen und Verkehrsmittel machen - über alle zurVerfügung stehenden Informationsmedien. Das Leistungsportfolio umfasst Hardware in Form von visuellenund akustischen Anzeigesystemen als auch Managementsoftware für diese Informationssysteme.Features wie Sensorik erweitern die Nutzung der Informationssysteme über die reine Informationhinaus, zum Beispiel zur Optimierung der betrieblichen Abläufe als auch der Betriebskosten. Die Hauptkunden im Bereich Fahrgastinformation sind Bahnen, ÖPNV und Flughäfen.

1.4. Unternehmensführung und Steuerungssystem

Verantwortlich für die Führung der Funkwerk Systems GmbH ist die Geschäftsführung, die sowohl die operativen Geschäfte steuert als auch die strategische Ausrichtung in Abstimmung mit dem Gesellschafter definiert.

Die Steuerung erfolgt sowohl über strategische Vorgaben als auch über Kennzahlen. Dazu gehören insbesondere Auftragseingang, Umsatz, Betriebsergebnis und Liquidität. Die Steuerungsinstrumente werden bei Bedarf erweitert.

Zusätzlich zur Kennzahlensteuerung beobachten wir Frühindikatoren auf dem Kunden- und Beschaffungsmarkt wie Konjunktur-, Branchen- und Marktdaten und die Entwicklung wichtiger Rohstoffpreise und Beschaffungsmärkte. Hinzu kommen Kriterien wie die Qualität der Leistungen, der Umsatzbeitrag neuer Produkte sowie die Entwicklungsintensität. Darüber hinaus nutzen wir Kundenzufriedenheitsanalysen sowie Mitarbeitergespräche und -befragungen zur Reflexion.

1.5. Entwicklungsbereich

FWS investierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 9,4 EUR Mio. in die Entwicklung neuer Produkte sowie die Abarbeitung von kundenspezifischen Entwicklungsaufträgen. Die Ausgaben für Entwicklung beliefen sich somit auf rd. 11,0 % vom Umsatz.

Funkwerk Systems verfügt über eine umfangreiche Produktpalette an analogen und digitalen Zugfunkgeräten sowie an Dualmode-Geräten, die wiederum in diversen Ländervarianten an die Bedürfnisse unserer Kunden angepasst werden. Darüber hinaus bedingt der Bestand an Produkten eine Reihe von Pflegebudgets zur Aufrechterhaltung der Aktualität sowie im Zusammenhang mit der Abkündigung von Bauelementen. Bedingt durch den mittelfristig bevorstehenden Technologiewechsel zu 5G/FRMCS (Future Railway Mobile Communication System) zählen zum Produktportfolio inzwischen auch Cab-Radio Dual-Mode Varianten mit 5G-Modulen, die in diversen Pilotprojekten in Testfeldern unserer Kunden erprobt werden. Darüber hinaus entwickeln wir verschiedene länderspezifische Software-Releases. Unser eigenes, akkreditiertes Testlabor trägt in hohem Maße zur Qualität unserer Produkte und Software bei. Funkwerk engagiert sich in verschiedenen Gremien zur Definition der Regelwerke für FRMCS. Die Etablierung und Einführung von FRMCS wird sich über eine längere Dekade erstrecken, bis mindestens 2035 werden GSM-R Zugfunksysteme im Einsatz sein.

Im Bereich der Fahrgastinformation verfügt FWS über eine Vielzahl von Anzeigesystemen auf Basis verschiedener Technologien (LCD, TFT, LED), akustischer Fahrgastinformation sowie einer intelligenten Steuerungssoftware, womit bei Bedarf die landesweite Steuerung der Informationen umgesetzt wird. Diese Software wird fortlaufend weiterentwickelt und optimiert. Im Rahmen von Kundenprojekten werden mit Kunden spezifisch definierte Anzeiger entwickelt und gefertigt. Neben für Kunden neu entwickelten Anzeiger-Typen bieten wir unseren Kunden auch Umbaukits, mit denen die partielle Erneuerung der Anzeiger auf neue elektronische Rechner- und Anzeigetechnik möglich ist.

Ergänzend zu den mit vorgenannten Themen einhergehenden Entwicklungen erbringen unsere Ingenieure eine Vielzahl von kundenspezifischen Entwicklungsleistungen, die als solche an die Kunden verkauft werden.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Branchenumfeld und Geschäftsentwicklung 2023

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 2023

Die Folgen der globalen Krisen belasteten die deutsche Wirtschaft 2023. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts Destatis [1] schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um 0,3 %, während es 2022 noch um 1,8 % zugenommen hatte. Die Energiekrise und geopolitische Spannungen verunsicherten Produzenten, Investoren sowie Konsumenten. Zudem verlor der Welthandel an Dynamik mit negativen Folgen für die deutsche Exportwirtschaft. Die Energiepreise, die 2022 infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine extrem gestiegen waren, stabilisierten sich auf hohem Niveau und belasteten insbesondere die Industrieproduktion. Auch die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen, ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland waren laut Destatis verantwortlich für das Minus. [2]

Einbußen gab es vor allem im produzierenden Gewerbe (ohne Bau), das gegenüber dem Vorjahr deutlich um 2,0 % schrumpfte. Viele Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten dagegen ausweiten und stützten die Konjunktur 2023. Auf der Nachfrageseite nahm der private Konsum preisbereinigt um 0,8 % ab, was vornehmlich auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen war. Auch der Staat reduzierte 2023 erstmals seit fast 20 Jahren seine preisbereinigten Konsumausgaben. Hauptgrund für das Minus von 1,7 % war der Wegfall staatlich finanzierter Corona-Maßnahmen wie Impfungen und Ausgleichszahlungen. Die Bauinvestitionen gingen preisbereinigt um 2,1 % zurück, während deutlich mehr in Ausrüstungen investiert wurde (+3,0 %), vor allem Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge.

Die Weltwirtschaft dürfte 2023 laut dem Ende Januar 2024 veröffentlichten World Economic Outlook Update des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 3,1 % (Vorjahr: +3,5 %) gewachsen sein [3]. Damit zeigte sich die Konjunktur trotz hoher Inflation und zahlreicher geopolitischer Konflikte widerstandsfähiger als erwartet.

Die Industrienationen verzeichneten im Berichtsjahr einen Zuwachs um insgesamt 1,6 % (Vorjahr: 2,6 %), wobei sich unter anderem die Konjunktur in den USA mit einem Plus von 2,5 % (Vorjahr: 1,9 %) überraschend robust entwickelte. Bemerkbar machte sich außerdem, dass die Inflation weltweit schneller zurückging als vorhergesagt. Die Wirtschaft in der Eurozone war dagegen von Konsum- und Investitionszurückhaltung sowie hohen Energiepreisen geprägt. Hier verringerte sich die Expansion von 3,4 % im Vorjahr auf 0,5 %. Die Entwicklungs- und Schwellenländer wuchsen erneut um 4,1 %. Insbesondere China (+5,2 %) leistete 2023 einen höheren Betrag zum globalen Wirtschaftswachstum als angenommen. Indien verzeichnete laut IWF eine Steigerungsrate von 6,7 %.

Branchenumfeld

Das Wachstum der deutschen Bahnindustrie fand im Berichtsjahr 2023 laut Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V. (VDB) hauptsächlich im Ausland statt. [4] Im ersten Halbjahr 2023 erzielte die Branche ein Umsatzplus von 15 %, wobei das Exportgeschäft gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 82 % stieg. In Deutschland verringerte sich der Umsatz dagegen um 8 %. Trotz des noch bestehenden Auftragspolsters steht die Branche laut VDB vor großen Herausforderungen. Neben der Inflation, die zu hohen Kostensteigerungen bei den Herstellern führt, resultiert aus der Haushaltsbereinigung der Bundesregierung eine deutliche Verringerung der staatlichen Investitionen. Insbesondere die Mittel für die Digitalisierung der Schiene sowie den Aus- und Neubau des Netzes sollen deutlich schrumpfen. [5]

Funkwerk-Geschäftsentwicklung im Überblick

Aus Sicht der Geschäftsführung der Funkwerk Systems GmbH stellte sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr solide und stabil dar. Der Umsatz ist im Vorjahresvergleich nur leicht um 2,3 % zurückgegangen, da im Vorjahr noch deutliche Umsatzanteile aus einem Sonderprojekt in Deutschland enthalten waren. Der Rohertrag weicht lediglich um 0,4% positiv vom Vorjahreswert ab, sodass sich die Rohertragsquote positiv entwickelt hat. Die positiven Geschäftszahlen führten erneut zu einem deutlichen Einzahlungsüberschuss.

Für die FWS besteht seit dem Geschäftsjahr 2019 ein Ergebnisabführungsvertrag mit der FunkTech GmbH. Durch die im Berichtsjahr erfolgte Verschmelzung der FunkTech GmbH auf die Funkwerk Technologies GmbH ging dieser Ergebnisabführungsvertrag auf letztere über. Zum Bilanzstichtag resultiert daraus eine Verbindlichkeit gegenüber der Funkwerk Technologies GmbH in Höhe von 24.478 TEUR (Vorjahr: 25.992 TEUR) resultiert.

Unsere Stellung als einer der technologisch führenden Anbieter für Kommunikations- und Informationstechnik im schienengebundenen Verkehr haben wir weiter untermauert, gleichwohl hat sich de rWettbewerb durch Marktteilnehmer mit geringeren Marktanteilen weiter deutlich verstärkt. Im Bereich der Fahrgastinformation spüren wir diese Tendenz insbesondere und forcieren deshalb unsere Strategie, unser Leistungsportfolio in den adressierten Kundensegmenten auszuweiten und dem Kunden somit größeren Nutzen zu offerieren. Im Geschäftsjahr 2023 konnten wir einige große Rahmenverträge für die Lieferung von Anzeigesystemen im Auftragseingang verbuchen, die in Folgejahren zu einer deutlichen Umsatzsteigerung beitragen werden. Unser Standard Anzeiger-Portfolio soll dazu dienen, neben weiteren vertrieblichen Maßnahmen, den Zugang zum ÖPNV-Markt zu ermöglichen. Darüber hinaus leisten wir weiter Anstrengungen zum Ausbau des internationalen Geschäfts in angestammten Märkten als auch zur Erschließung neuer Märkte. Insbesondere in der Auslandsmarktbearbeitung mussten wir Beeinträchtigungen bedingt durch geopolitische Einflüsse hinnehmen.

2.2. Umsatz- und Auftragsentwicklung

Der Auftragseingang betrug im Berichtsjahr 96,8 Mio. EUR (Vorjahr: 98,2 Mio. EUR), wobei 73,7 Mio. EUR auf den Bereich Zugfunk entfielen und 23,1 Mio. EUR auf den Bereich Fahrgastinformation.

Gemessen am Vorjahresumsatz ergibt sich ein nur geringer Umsatzrückgang um 2,3 %. Dem Umsatzrückgang im Geschäftsbereich Zugfunk steht eine Steigerung um Geschäftsbereich Fahrgastinformation gegenüber. Die Exportquote in 2023 beträgt 59 % (Vorjahr: 45 %).

Im Einzelnen wurden die folgenden Umsätze bezogen auf die Geschäftsbereiche realisiert:

2023
TEUR
2022
TEUR
Zugfunk 65.638 68.607
Fahrgastinformation 19.594 18.646
85.232 87.253

Die Auftragseingänge entwickelten sich wie folgt:

2023
TEUR
2022
TEUR
Zugfunk 73.693 81.267
Fahrgastinformation 23.061 16.958
96.754 98.225

Der im Geschäftsbereich Zugfunk- und Kommunikationssysteme für schienengebundenen Verkehr erzielte Umsatz im Geschäftsjahr lag um 4,3 % unter dem Vorjahr, was darauf zurückzuführen ist, dass das Sonderprojekt zur Hochrüstung auf störfeste Funksysteme mit hohen Umsatzanteilen in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 zum Ende des Kalenderjahres 2022 im Wesentlichen ausgelaufen ist. Der Umsatz im Geschäftsbereich Fahrgastinformation ist gegenüber dem Vorjahr um 5,1 % gewachsen, was darauf zurückzuführen ist, dass mehrere Projekte von der Anlaufphase in die Serienlieferung überführt werden konnten.

Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2023 betrug 82,2 Mio. EUR, wovon mehr als die Hälfte im Geschäftsjahr 2024 umsatzwirksam werden.

2.3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft hat sich im Berichtsjahr weiter stabilisiert, die Bilanzkennzahlen haben sich positiv entwickelt.

Zum Jahresende betrugen die liquiden Mittel insgesamt 15.665 TEUR (Vorjahr: 24.942 TEUR), wovon 45 TEUR (Vorjahr: 48 TEUR) in ausländischer Währung vorgehalten wurden. Alle Geldanlagen erfolgten wie bisher nach den Kriterien "risikoarm" und "kurzfristig verfügbar". FWS ist in das zentrale Cash-Pooling-System der Funkwerk AG eingebunden, welches der Liquiditätssteuerung und der Finanzierung ihrer Tochtergesellschaften dient. Der Buchwert der Forderungen gegen verbundene Unternehmen beträgt zum Bilanzstichtag 4,9 Mio. EUR (Vorjahr: 15,5 Mio. EUR), wovon 4,5 Mio. EUR auf Guthaben im Konzern-Cashpool entfallen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 24,7 Mio. EUR (Vorjahr: 26,4 Mio. EUR).

Zur nachhaltigen Finanzierungsstabilität haben die Funkwerk AG als Darlehensnehmerin und ihre Tochtergesellschaften mit der Hörmann Holding GmbH & Co. KG und der Hörmann Industries GmbH einen unbefristeten Avalrahmen von bis zu 20,0 Mio. EUR ohne Sicherheitsleistung abgeschlossen. Der Vertrag ist beidseitig mit einer Frist von sechs Monaten zum Monatsende ordentlich kündbar. Darüber hinaus verfügen die Funkwerk-Gesellschaften über eine Factoring-Vereinbarung mit der Hörmann Industries GmbH über den Ankauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Rahmen wird jährlich zu Beginn des Geschäftsjahres neu festgelegt. Der Vertrag ist unbefristet geschlossen und hat eine Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende. Eine Inanspruchnahme der Factoring-Vereinbarung fand im Berichtsjahr 2023 nicht statt. Die Finanzierung der FWS ist im Rahmen der Planung über die vorstehend genannten Verträge gesichert.

Die nachstehende Darstellung zeigt die Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2023 sowie den Vergleich zum 31. Dezember 2022:

31.12.2023
TEUR
Prozent 31.12.2022
TEUR
Prozent Abweichung
TEUR
Vermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 1.407 1,6 951 1,0 456
Sachanlagen 16.107 18,0 10.866 12,1 5.241
Finanzanlagen 9.080 10,1 1.179 1,3 7.901
Langfristig gebundenes Vermögen 26.594 29,7 12.996 14,4 13.598
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 185 0,2 163 0,2 22
Mittelfristig gebundenes Vermögen 185 0,2 163 0,2 22
Vorräte 22.533 25,1 18.683 20,8 3.850
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 19.687 22,0 17.469 19,4 2.218
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.869 5,4 15.452 17,2 -10.583
Flüssige Mittel 15.665 17,5 24.942 27,7 -9.277
Rechnungsabgrenzungsposten 83 0,1 228 0,3 -145
kurzfristig gebundenes Vermögen 62.837 70,1 76.774 85,4 -13.937
Gesamtvermögen 89.616 100,0 89.933 100,0 -317
Kapital
Eigenkapital 15.933 17,8 15.933 17,7 0
Pensionsrückstellungen 6.588 7,4 6.853 7,6 -265
Langfristiges Fremdkapital 6.588 7,4 6.853 7,6 -265
Rückstellungen 32.821 36,6 31.959 35,6 862
Kurzfristige Verbindlichkeiten
aus erhaltenen Anzahlungen 3.451 3,9 3.998 4,5 -547
aus Lieferungen und Leistungen 3.170 3,5 3.090 3,4 80
im Verbund- und Gesellschafterbereich 24.658 27,5 26.368 29,3 -1.710
Sonstige 1.473 1,6 1.099 1,2 374
Sonderposten für Investitionszuwendungen 1.522 1,7 633 0,7 889
Kurzfristiges Fremdkapital 67.095 74,8 67.147 74,7 -52
Gesamtkapital 89.616 100,0 89.933 100,0 -317

Das langfristig gebundene Vermögen ist gegenüber dem Vorjahr um 13,6 Mio. EUR gestiegen. Maßgeblich dafür waren die Investitionen in den Erweiterungsbau von Fertigungs- und Bürofläche am Standort Kölleda sowie der Erwerb von 60 % der Geschäftsanteile an der Radionika Sp. z o.o., Krakau (Polen). Der Bestand an immateriellen Vermögensgegenständen hat sich im Vorjahresvergleich um 456 TEUR auf 1.407 TEUR erhöht. Durch Investitionen in Sachanlagen, insbesondere in Gestalt von Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen von in Summe rund 6,6 Mio. EUR, erhöhte sich der Buchwert der Sachanlagen zum Bilanzstichtag auf 16.107 TEUR (Vorjahr: 10.866 TEUR). Der Buchwert der Finanzanlagen hat sich im Vorjahresvergleich um 7,9 Mio. EUR auf 9,1 Mio. EUR erhöht; insbesondere durch den Erwerb der Geschäftsanteile an der Radionika Sp. z o.o.

Das kurzfristig gebundene Vermögen ist im Berichtszeitraum um 18,2 % auf 62,8 Mio. EUR zurückgegangen. Die Vorräte erhöhten sich um rund 21 % auf 22,5 Mio. EUR, die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um 2,2 Mio. EUR auf 19,7 Mio. EUR. Die Erhöhung bei den Vorräten ist insbesondere beeinflusst durch den Anstieg des Bestandes an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Die Erhöhung bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen ist zum einen den hohen Umsätzen zum Jahresende geschuldet und zum anderen bedingt durch die im Vergleich zum Vorjahr stark veränderte Kapitalmarktsituation mit deutlich gestiegenen Finanzierungskosten, die zu einer Erhöhung der durchschnittlichen Laufzeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geführt hat. Zum Bilanzstichtag verfügt die Gesellschaft über liquide Mittel in Höhe von 15,7 Mio. EUR (Vorjahr: 24,9 Mio. EUR). Der Rückgang ist auf die an den Gesellschafter gezahlte Ergebnisabführung für das Geschäftsjahr 2022 zurückzuführen.

Das Eigenkapital bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert und beträgt zum Bilanzstichtag 15.933 TEUR, die Eigenkapitalquote zum 31.12.2023 beträgt 18 % (Vorjahr: 18 %). Zwischen der Funkwerk Technologies GmbH als rechtsnachfolgenden Organträger und der Funkwerk Systems GmbH als Organgesellschaft besteht seit dem 25. Oktober 2019 ein Ergebnisabführungsvertrag. Danach führt die Funkwerk Systems GmbH das vollständige Ergebnis an die Organträgerin ab, sodass der ausgewiesene Jahresüberschuss Null Euro beträgt und somit ein Anstieg des Eigenkapitals nicht möglich ist. Die FunkTech GmbH als bisheriger Organträger wurde im Geschäftsjahr 2023 auf die Funkwerk Technologies GmbH verschmolzen, sodass diese nunmehr als Organträgerin fungiert.

Das kurzfristige Fremdkapital ist im Vorjahresvergleich mit 67,1 Mio. EUR nahezu konstant geblieben. Der Rückgang der Verbindlichkeiten im Verbund- und Gesellschafterbereich um 1,7 Mio. EUR ist im Wesentlichen zurückzuführen auf die im Vorjahresvergleich geringere Ergebnisabführungsverpflichtung. Die kurzfristigen Rückstellungen haben sich nur geringfügig um 0,9 Mio. EUR erhöht und liegen zumeist begründet in den steigenden Kosten der Aufrechterhaltung der Lieferverpflichtungen für die Produktpalette als auch in bestimmten Einzelrisiken, die berücksichtigt werden mussten. Die erhaltenen Anzahlungen auf in Ausführung befindliche Projekte sind im Berichtszeitraum um 0,5 Mio. EUR zurückgegangen und betragen zum Bilanzstichtag 3,5 Mio. EUR (31.12.2022: 4,0 Mio. EUR). Der Anstiegdes Sonderpostens für Investitionszuschüsse um 0,9 Mio. EUR steht im Zusammenhang mit Fördermitteln für unsere Erweiterungsbauten.

Die nachstehende Darstellung zeigt die Ertragslage für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 sowieden Vergleich zum Geschäftsjahr 2022

2023
TEUR
2022
TEUR
Abweichung
TEUR
Umsatzerlöse 85.232 87.253 -2.021
Bestandsveränderungen 1.102 -396 1.498
sonstige betriebliche Erträge 5.639 3.126 2.513
Materialaufwand -35.205 -33.424 -1.781
Rohertrag 56.768 56.559 209
Personalaufwand -22.755 -21.514 -1.241
Abschreibungen auf Anlagevermögen -1.962 -1.301 -661
sonstige betriebliche Aufwendungen -8.155 -7.595 -560
Betriebsergebnis (EBIT) 23.896 26.149 -2.253
EBIT-Marge 28,0% 30,0%

Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 % zurückgegangen, der Rohertrag liegt nahezu auf Vorjahresniveau, die Rohertragsquote konnte um 1,8 % gesteigert werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vorjahresvergleich um 2,5 Mio. EUR gestiegen, was insbesondere auf höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen zurückzuführen ist, die für Einzelrisiken aus bestehenden Rechtsstreitigkeiten in Vorperioden gebildet wurden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vorjahresvergleich um 0,6 Mio. EUR auf 8,2 Mio. EUR angewachsen. Im Zuge der Standorterweiterung in Kölleda wurden Instandhaltungsarbeiten an und in den Bestandsgebäuden notwendig, die im Vorjahresvergleich zu rund 0,3 Mio. EUR höheren Aufwendungen führten. Darüber hinaus geht die fortschreitende Digitalisierung mit dem Aufwuchs von IT- und Lizenzkosten einher, die im Vorjahresvergleich um rund 0,2 Mio. EUR gestiegen sind.

Der negative Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen reduzierte sich im Berichtszeitraum um 2,0 Mio. EUR auf 2,5 Mio. EUR.

Der Personalaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Mio. EUR erhöht, was auf spürbare allgemeine als auch individuelle Lohn- und Gehaltssteigerungen sowie einen Aufbau des Bestands an Mitarbeitenden zurückzuführen ist.

Die Abschreibungen sind im Vorjahresvergleich um 0,7 Mio. EUR gestiegen, im Wesentlichen bedingt durch den Beginn der Abschreibungen auf die Erweiterungsinvestitionen am Standort Kölleda. Vorgenannte Effekte haben bewirkt, dass das Betriebsergebnis des Berichtsjahres insgesamt um 2,3 Mio. EUR niedriger als der Vorjahreswert ist. Dieser Rückgang war geplant und wurde bereits auch im Lagebericht des Vorjahres den Adressaten dieses Lageberichts in Aussicht gestellt, die wirtschaftliche Verfassung der Gesellschaft ist weiterhin sehr gut. Der Effekt ist auf das vorbeschriebene Zugfunk-Sonderprojekt in Deutschland zurückzuführen, welches temporär bzw. zeitlich begrenzt war und die Erfolgsrechnung im Vorjahr noch beeinflusst hat.

Kapitalflussrechnung

2023
TEUR
2022
TEUR
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 21.254 23.398
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -15.247 -5.338
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -15.284 -36.366
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -9.277 -18.306
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 24.942 43.248
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 15.665 24.942

Der operative Cashflow von 21.254 TEUR diente unter anderem als Grundlage für die Investitionen in Höhe von 15.247 TEUR. Schwerpunkt waren die Erweiterungsbauten am Standort Kölleda sowie technische Anlagen und Maschinen zur Fertigung unserer Produktpalette als auch stetig steigende Investitionen zur Sicherstellung der IT-Versorgung und IT-Absicherung des Unternehmens. Des Weiteren investierte die Gesellschaft im Berichtsjahr 2023 in den Erwerb von 60 % der Geschäftsanteile an der Radionika Sp. z o. o., Krakau (Polen). Signifikante Einzahlungen aus der Veräußerung von Vermögensgegenständen wurden nicht erzielt. Der negative Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist in 2023 im Weiteren dadurch beeinflusst, dass ein Betrag in Höhe von 9,3 Mio. EUR in das Cashpooling der Funkwerk AG zurückgeführt wurde. Der dadurch reduzierte Finanzmittelfonds ohne Berücksichtigung von Cashpool-Forderungen beträgt zum Bilanzstichtag 15.665 TEUR (Vorjahr: 24.942 TEUR).

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren:

Forschung und Entwicklung

Ziel unserer umfangreichen Forschungs- und Entwicklungs- (F&E-) Aktivitäten ist es, unsere Position in den von uns besetzten Märkten zu sichern und auszubauen. Schwerpunkte sind kundenspezifische Entwicklungen und Applikationen sowie innovative Neuprodukte und Systemlösungen. Zudem verfolgen wir die ständige Verbesserung der Produktionsprozesse. 2023 beliefen sich die Aufwendungen für F&E auf 9,4 Mio. EUR, was gemessen am Umsatz einem Anteil von rund 11 % entspricht.

Im Bereich Zugfunk lag der Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten auf Anwendungen im Umfeld der Nachfolgetechnologie für den derzeitigen europäischen Standard GSM-R sowie der Erfüllung der Verpflichtungen aus gelieferten Produkten, für die Funkwerk Systems gegenüber ihren Kunden langfristige Verfügbarkeitszusagen abgibt. Die fortschreitende Digitalisierung sowie neue Technologien im öffentlichen Mobilfunksektor führen immer mehr dazu, dass von Funkwerk Systems verwendete Bauteile abgekündigt werden, was regelmäßig zu Ersatzentwicklungen und Neuzulassungen führt. Insbesondere die Verknappung von Ressourcen am Halbleitermarkt hat diesen Trend im Berichtsjahr spürbar verstärkt. Zudem arbeiteten wir an neuen Applikationen für bestehende Produkte, die unsere führende Rolle auf diesem Gebiet weiter untermauern.

Im Bereich Fahrgastinformation konzentrierte sich die Entwicklung insbesondere auf die Funkwerk Mobility Platform sowie neue kunden- und projektspezifische LED- und TFT-Anzeiger und Akustiksysteme, auf denen Informationen zum Bahnbetrieb wie Abfahrts-, Ankunfts- und Störungsmeldungen zur Anzeige bzw. Ansage gebracht werden. Die Funkwerk Mobility Platform bietet eine offene und standardisierte Plattform, die verschiedenste Daten im Mobilitätsumfeld sammelt, auswertet, verteilt und kundenfreundlich visualisiert. Als Komplettanbieter stellt Funkwerk Systems sicher, dass auch bereits bestehende Komponenten bzw. Fremdapplikationen in diese Mobilitätsplattform integrierbar sind.

Mitarbeiter

In der Personalentwicklung lag der Schwerpunkt der Aktivitäten im abgelaufenen Jahr auf fachlichen Schulungen für Mitarbeiter sämtlicher Unternehmensbereiche, um unseren hohen Qualitätsstandard langfristig abzusichern. Zudem gab es Weiterbildungsmaßnahmen zu rechtlichen Themen, zum Kompetenzaufbau im Kontext der IT-Sicherheit im Unternehmen und zur Verbesserung der persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen.

Zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung unserer Wahrnehmung als interessanter Arbeitgeber wurden im Berichtsjahr umgesetzt und führen auch zu einer laufenden Bewerbung externer Mitarbeiter, sowohl auf gezielte Inserate für offene Stellen als auch in Form von Initiativbewerbungen.

Um ein motivierendes und gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld für unsere Beschäftigten zu schaffen, legen wir großen Wert auf Sicherheit am Arbeitsplatz und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Neue Arbeitsmethoden, digitale Arbeitsumgebungen und Arbeitsmittel sowie die Praktizierung von Mobilem Arbeiten in dazu geeigneten Arbeitsbereichen zählen inzwischen zur alltäglichen Praxis. Durch geeignete Anreizsysteme, die Kooperation mit Fachhochschulen und Akademien sowie unsere Zusammenarbeit mit Universitätsabsolventen verfolgen wir konsequent unser Ziel, kompetenten und leistungsbereiten Nachwuchs zu gewinnen.

Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung

Als Teil eines international tätigen Konzerns trägt die Funkwerk Systems GmbH Verantwortung gegenüber seinem sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Umfeld. Wir verpflichten uns, nachhaltig zu handeln und die Bedürfnisse aller Gruppen zu berücksichtigen, die von unseren Aktivitäten betroffen sind. Die Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt halten wir möglichst gering und versuchen, sie stetig zu reduzieren. Dabei streben wir die Verknüpfung ökonomischer und ökologischer Interessen an. In diesem Zusammenhang unterziehen wir uns regelmäßig einem umfangreichen Rating durch das unabhängige Institut EcoVadis. Die Funkwerk Systems dokumentiert ihre Bemühungen zur Nachhaltigkeit in einem Nachhaltigkeitsbericht und macht diesen ihren Mitarbeitenden zugänglich.

Mit der Förderung zahlreicher Aktivitäten wie der Bildung sowie dem Freizeitsport von Kindern und Jugendlichen tragen wir regional unserer gesellschaftlichen Verantwortung Rechnung.

3. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

3.1. Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliches Umfeld 2024

Der Internationale Währungsfonds geht im laufenden Jahr von einer etwas besseren Entwicklung der Weltwirtschaft aus als bislang angenommen [6]. In seinem Update vom Januar 2024 hob er die Prognose im Vergleich zur letzten Schätzung vom Oktober 2023 um 0,2 %-Punkte an und erwartet jetzt ein globales Konjunkturwachstum von 3,1 %. Vor allem für die USA, China und große Schwellen- und Entwicklungsländer ist der IWF zuversichtlicher als bisher. Allerdings liegt der Anstieg deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2019 von 3,8 %, wofür laut IWF unter anderem die restriktive Geldpolitik vieler Notenbanken, weniger fiskalische Unterstützung und ein geringeres Produktivitätswachstum verantwortlich sind. Risiken bestehen insbesondere in den zahlreichen geopolitischen Spannungen sowie Naturkatastrophen und damit verbundenen Störungen in der Lieferkette. Auch eine möglicherweise länger anhaltende Inflation und eine Verstärkung der Immobilienkrise in China könnten negative Auswirkungen haben.

Für die Industrieländer rechnet der IWF 2024 insgesamt mit einer BIP-Steigerung von 1,5 %. Dabei steht der starken US-Wirtschaft (+ 2,1 %) die zwar verbesserte, aber immer noch sehr verhaltene Dynamik in der Euro-Zone gegenüber, in der lediglich ein Zuwachs von 0,9 % prognostiziert wird. Die Schätzung für die Entwicklungs- und Schwellenländer liegt bei plus 4,1 %, wobei positive Effekte erneut insbesondere aus China (+4,6 %) und Indien (+6,5 %) kommen sollen.

Die deutsche Wirtschaft wird nach Ansicht des IWF zwar wieder zulegen, aber nur minimal: Hier soll das BIP 2024 um 0,5 % wachsen. Als Hauptgründe für die schwache Entwicklung nennen die Experten eine geringe Binnennachfrage der privaten Haushalte und der Unternehmen, die derzeit nicht durch Exporte ausgeglichen werden kann. Hinzu kommt die Schuldenbremse, die notwendige staatliche Investitionen hemmt.

Branchenentwicklung

Die Auftragsbücher der deutschen Bahnindustrie sind noch immer gut gefüllt. Zur Jahresmitte 2023 lag der Auftragseingang nach Angaben des Verbands der Bahnindustrie (VDB) bei 12,2 Mrd. EUR und damit 36 % über dem Vorjahreswert. Etwa 39 % des Volumens, 4,8 Mrd. EUR, entfielen auf Aufträge aus dem Ausland. Aus Deutschland gingen bis Ende Juni neue Bestellungen im Wert von 7,4 Mrd. EUR ein, ein Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. [7]

Dennoch blickt der Verband mit großer Sorge in die Zukunft, denn die von der Bundesregierung im September 2023 angekündigten, dringend notwendigen Rekordinvestitionen in die Schiene wurden durch die Bereinigung des Bundeshaushalts infolge des Verfassungsgerichtsurteils zur Schuldenbremse erheblich gekürzt. [8] Zwar fließen 2024 rund 2,7 Mrd. EUR mehr in die Bahnindustrie als im Vorjahr, allerdings bleiben die bereitgestellten Mittel weit unter dem Investitionsbedarf. [9] Laut VDB besteht bis2027 eine Budgetlücke von mehr als 17 Mrd. EUR. Zudem werden die verbleibenden Mittel vornehmlichin den Erhalt der Schienenwege investiert, während an der Digitalisierung sowie dem Neu- undAusbau deutlich gekürzt wird.

Die Einsparungen treffen vor allem die heimische Bahnindustrie, denn insbesondere die digitale Ausrüstung für Bahnstrecken und Fahrzeuge wird laut VDB hauptsächlich am Standort Deutschland entwickelt und produziert. Ferner ist die Kürzung an Zukunftsprojekten mit den verkehrspolitischen Zielen der Regierung nach Ansicht des Branchenverbands unvereinbar. Die Digitalisierung bildet eine Grundlage für das Hochleistungsnetz und grenzüberschreitende Interoperabilität in der EU sowie für mehr Stabilität und Kapazität im Netz.

Entwicklung der Gesellschaft

Im Geschäftsjahr 2024 erwartet die FWS einen Umsatzanstieg von ca. 7 % im Vergleich zum Berichtsjahr. Während im Bereich Zugfunk von einer Erhöhung von gut 2 % ausgegangen wird, liegt die erwartete Steigerung im Bereich Fahrgastinformation bei gut 20 %. Der erwartete Anstieg resultiert aus den im Berichtsjahr gewonnenen Rahmenverträgen, die ab dem Geschäftsjahr 2024 in die Serienfertigung überführt werden sollen.

Im Vergleich zur Vorjahresprognose konnte der Umsatz um rund 5 % übertroffen werden, der Auftragseingang lag nahezu 30 % über der Prognose bedingt durch über den Erwartungen liegenden Auftragseingängen für Zugfunksysteme von Fahrzeugherstellern.

Für das Geschäftsjahr 2024 werden Auftragseingänge in Höhe von rund 90,0 Mio. EUR erwartet. Das Betriebsergebnis wird in einem Korridor zwischen 18 und 20 Mio. EUR prognostiziert.

Die vorstehende Prognose basiert auf einem gleichbleibenden Nachfrageverhalten der von Funkwerk Systems adressierten Märkte. Insofern sich gesamtwirtschaftlich bedingt insbesondere bei den öffentlichen Auftraggebern eine verminderte Investitionsbereitschaft aufgrund des wachsenden Haushaltsdrucks entwickelt, könnte dies auch die Geschäftsentwicklung von FWS beeinträchtigen. Hinzu kommt eine sinkende Neigung zur internationalen Auftragsvergabe, die unter anderem auf einen teilweise wachsenden Protektionismus und die weltweite geopolitische Lage zurückgeht, sowie ein starker Wettbewerbsdruck, der die Margen belastet. Voraussetzung für die anspruchsvolle Planung 2024 ist eine gewohnt erstklassige Qualität und Zuverlässigkeit bei der Auftragsabwicklung sowie eine permanente Optimierung der Prozesse. Zudem unterstellt diese Prognose, dass die Lieferketten von hoher Stabilität gekennzeichnet sind. Sollten sich die Engpässe auf dem Beschaffungsmarkt verstärken und die Preise noch weiter steigen, kann dies nachhaltige Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der FWS haben. Inwiefern die anhaltend schwierige geopolitische Situation die Geschäftstätigkeit der Funkwerk Systems GmbH beeinflussen wird, kann nicht hinreichend verlässlich prognostiziert werden, der Umfang einer möglichen Beeinflussung ist zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses für das Berichtsjahr 2023 nicht abschätzbar und wird wahrscheinlich auch zukünftig nicht abschätzbar sein.

Die Vermögens- und Finanzlage wird weiter stabil geplant, wobei bedingt durch die Abführung des gesamten Ergebnisses auf der Basis des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages grundsätzlich keine Steigerung des Eigenkapitals möglich ist. Das geplante Investitionsvolumen (Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) in einer Bandbreite von 3,5 bis 4,0 Mio. EUR wird Investitionen in technische Anlagen und Maschinen und Ersatzinvestitionen für die Betriebs- und Geschäftsausstattung betreffen, darüber hinaus Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in die IT-Infrastruktur. Zwar belastet dies die Liquidität, von einer angemessenen Liquiditätsausstattung gehen wir jedoch weiter aus. Den Einschätzungen liegen die beschriebenen Entwicklungen der Branche und des wirtschaftlichen Umfelds zugrunde.

3.2. Risikobericht

3.2.1. Risikomanagement-System

Durch die international ausgerichtete Geschäftstätigkeit der FWS ergeben sich wie bei jedem Unternehmen Chancen und Risiken. Die zielorientierte Steuerung dieser Größen ist eine wesentliche Voraussetzung für den langfristigen Erfolg der Gesellschaft. Daher räumen wir dem Chancen- und Risikomanagement einen hohen Stellenwert im Rahmen der Unternehmensführung ein. Wesentliches Ziel unserer Risikopolitik ist es, sich bietende Chancen konsequent zu nutzen, Risiken aber nur dann einzugehen, wenn ein angemessener Beitrag zum Unternehmensertrag erwartet werden kann. Generell definieren wir Risiken und Chancen als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für das Unternehmen negativen/positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

Um diesem Grundsatz zu folgen, verfügen wir über ein mehrstufiges Risikomanagement-System, das Bestandteil unserer strategischen Geschäfts-, Planungs- und Kontrollprozesse ist.

Die Steuerung von Risiken wird bei Funkwerk zentral koordiniert, ist für alle Gesellschaften des Konzerns verbindlich vorgegeben und erstreckt sich über sämtliche Unternehmensteile. Durch diese Struktur ermöglicht uns das Risikomanagement-System, das im Rahmen der Planung gepflegt wird, eine frühzeitige Identifizierung und Analyse der Risiken. Die Einschätzung der Risiken erfolgt über die Eintrittswahrscheinlichkeit sowie die zu erwartenden Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Höhere Risikoklassen, die fest definierte Schwellen überschreiten, werden im Rahmen des monatlichen Reportings beobachtet und bewertet. Bei Bedarf werden adäquate Gegenmaßnahmen definiert und deren Umsetzung verfolgt.

3.2.2. Darstellung wesentlicher Einzelrisiken

Nachfolgend werden die wesentlichen Risiken beschrieben, die neben den üblichen mit der unternehmerischen Tätigkeit verbundenen Risiken nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der FWS haben könnten.

Finanzierungsrisiko

Die Ausstattung der FWS mit Liquidität war im Geschäftsjahr 2023 durchgehend durch Zahlungsüberschüsse und über die mit der Funkwerk AG und der Hörmann-Gruppe bestehenden Finanzierungsvereinbarungen sichergestellt. Die Verträge bestehen unverändert fort und es gibt auch keine Indizien dafür, dass diese geändert/beendet werden sollen. Bestandsgefährdende Risiken sehen wir daher nicht. Für den Fall, dass in der Zukunft die Kreditgewährung des Mehrheitsgesellschafters, welche mit einer Frist von sechs Monaten kündbar ist, nicht unverändert bestehen bleibt, werden wir zeitnah entsprechende Gegensteuerungsmaßnahmen einleiten. Entsprechende Anhaltspunkte, die auf eine Kündigung der Finanzierungszusage hindeuten, liegen derzeit nicht vor. Möglichkeiten zur Erweiterung des finanziellen Spielraumes ergeben sich in Abhängigkeit von unserer Geschäftsentwicklung.

Risiko aus der Entwicklung verbundener Unternehmen

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 bestehen Forderungen gegen verbundene Unternehmen, insbesondere gegen die Funkwerk AG als Konzernmuttergesellschaft. Sollte sich die finanzielle Situation der Funkwerk AG wesentlich verschlechtern und die Rückzahlung der gewährten Finanzierung nicht uneingeschränkt möglich sein, könnte dies negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der FWS haben.

Beschaffung/Gewährleistung

FWS benötigt für die Herstellung seiner Produkte eine Vielzahl von Komponenten und Bauteilen, die nur von einer begrenzten Anzahl von Lieferanten bezogen werden können. Einige, insbesondere elektronische Bauteile werden speziell nur für FWS hergestellt. Sollte ein Lieferant eines solchen Bauteils nicht mehr zur Verfügung stehen, wäre FWS eventuell nicht in der Lage, rechtzeitig auf andere Anbieter umzustellen. Das Risiko konnte bislang weitestgehend mit entsprechend qualifizierter Lieferantenbetreuung und Auditierung eingeschränkt werden. Zudem können wichtige Lieferanten und andere Geschäftspartner in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und den Geschäftsverlauf der FWS damit beeinträchtigen.

Einem möglichen Risiko aus Preissteigerungen begegnen wir im möglichen Umfang durch langfristige Rahmenverträge. Spürbar gestiegene Kosten für Energie, Rohstoffe, Frachten sowie höhere Personalkosten der Zulieferer können zu weiteren Steigerungen auf der Beschaffungsseite führen. Die Tendenz zu weiter steigenden Beschaffungskosten führt zu dem Risiko, die Preissteigerungen nicht umfänglich bzw. nur mit zeitlich nachlaufendem Versatz an die Kunden weitergegeben werden können. Neben der Preissteigerung besteht ein gestiegenes Risiko durch die Erhöhung der Lieferzeiten für Material beziehungsweise auch das Risiko, dass bestimmtes Material am Markt nicht (mehr) beschaffbar ist. Im Berichtsjahr ist verstärkt der Trend zu spüren, dass die Transportwege durch geopolitische Beeinträchtigungen gestört werden und zu teilweise enormen Verteuerungen und Verzögerungen in der Lieferkette führen. Um die gegenüber Kunden in langfristigen Verträgen zugesicherten Liefertermine einhalten zu können, müssen teilweise Art und Menge des Materials auf Forecast-Werten verbindlich bestellt werden. Ein Ausweichen auf alternative Materialien und Komponenten ist bei Funkwerk Systems in der Regel nicht kurzfristig möglich, da mit der Umstellung einer Hardwarekonfiguration häufig auch eine Änderung der Software und in der Folge eine aufwändige Neuzulassung des gesamten Systems erforderlich ist.

Die anhaltende Verknappung auf dem Halbleitermarkt führt vermehrt zu Abkündigungen von Bauelementen, aber auch die Beschaffungszeiten für spezielle Bauteile, Kunststoffe und bestimmte Rohstoffe sind weiter unverhältnismäßig lang. Inwiefern sich dieser Zustand wieder entspannt, kann nicht abschließend beurteilt werden. Hier ist es notwendig, permanent den Markt zu beobachten und agil auf Marktveränderungen zu reagieren. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses ist keine Entschärfung der angespannten Beschaffungsmarktsituation erkennbar.

Auf der Basis des ausgeweiteten Geschäftsvolumens wurde ausreichend Vorsorge für eventuelle Ansprüche aus Gewährleistungen in den Rückstellungen getroffen.

Vertrieb/Internationale Märkte

Funkwerk Systems tätigt etwa die Hälfte der Umsätze im Ausland, sowohl in Europa als auch darüber hinaus. Digitale Formate werden weiter Bestand haben und sind eine gute Möglichkeit, neben physischer Präsenz beim Kunden vor Ort eine kundennahe Vertriebsarbeit zu ermöglichen. Die verstärkte Abschottung bestimmter Länder und Nationen, die das Risiko birgt, dass Lieferungen und Leistungen in bestimmte regionale Märkte nicht mehr möglich sind, hält weiter an und wird sich gegebenenfalls noch verstärken. Geopolitische Konflikte, wie sie aktuell vorherrschen, als auch fehlende Finanzmittel im Zuge der aktuellen Wirtschaftskrise können zu sinkender Investitionsneigung führen und Umsatzpotenziale hemmen.

Änderungen von relevanten Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien

Funkwerk Systems verkauft zu wesentlichen Anteilen Systeme, die einer Zulassung durch eine Behörde oder andere Institutionen bedürfen. Sollten sich gesetzliche Änderungen ergeben, die eine Neuzulassung nach sich ziehen, führt dies zu zusätzlichen Kostenbelastungen, die sich erst über den weiteren Abverkauf der Systeme refinanzieren, sofern die Kosten der Aufrechterhaltung der Zulassung nicht bereits mit der erfolgten Auslieferung der Systeme abgegolten wurden. Sollten vorgenannte Zulassungsanforderungen entfallen oder abgemildert werden, birgt dies das Risiko der Erhöhung der Wettbewerbsintensität, da die Eintrittsbarrieren für neue Marktteilnehmer deutlich niedriger werden.

Änderungen von relevanten Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien

Funkwerk Systems verkauft zu wesentlichen Anteilen Systeme, die einer Zulassung durch eine Behörde oder andere Institutionen bedürfen. Sollten sich gesetzliche Änderungen ergeben, die eine Neuzulassung nach sich ziehen, führt dies zu zusätzlichen Kostenbelastungen, die sich erst über den weiteren Abverkauf der Systeme refinanzieren, sofern die Kosten der Aufrechterhaltung der Zulassung nicht bereits mit der erfolgten Auslieferung der Systeme abgegolten wurden. Sollten vorgenannte Zulassungsanforderungen entfallen oder abgemildert werden, birgt dies das Risiko der Erhöhung der Wettbewerbsintensität, da die Eintrittsbarrieren für neue Marktteilnehmer deutlich niedriger werden.

Risiko aus sich verändernden technologischen Anforderungen

Aus der Weiterentwicklung bestehender Technologien, insbesondere in Bezug auf die fortschreitende Digitalisierung sowie die Etablierung neuer Softwaresysteme, die bisherige Standards ablösen bzw. deren Marktanteile verringern, können sich Risiken ergeben. Vor allem in Bereichen, in denen FWS derzeit eine technologisch führende Position hat, könnte es dadurch zu Umsatzrückgängen kommen. Wir begegnen diesem Risiko durch die permanente Kommunikation mit Kunden, Lieferanten und anderen Marktteilnehmern und richten unser Produktspektrum konsequent an deren Anforderungen aus. Zudem sichern wir unsere technologische Führungsrolle durch intensive F&E-Aktivitäten und fortgesetzte Investitionen in innovative neue Produkte und Lösungen auf Basis neuester Technologien.

IT-Risiken

Der Begriff IT-Risiko beinhaltet alle Ereignisse oder Handlungen, die die Unversehrtheit der IT beeinträchtigen oder verantwortliche Personen davon abhalten, ihre Arbeit ordnungsgemäß zu verrichten. In der Summe entsteht durch IT-Risiken immer auch ein geschäftliches Risiko. Die Anzahl von externen Angriffen auf die Unternehmenseigene IT-Infrastruktur haben in den vergangenen Jahren immens zugenommen. Zahlreiche Maßnahmen und etablierte Prozesse zur Erhöhung der Cyber Security oder IT-Sicherheit sollen dem Schutz der Netzwerke und Computersysteme dienen, dem Diebstahl oder der Beschädigung der Hard- und Software oder der von ihnen verarbeiteten Daten sowie vor Unterbrechung oder Missbrauch der angebotenen Dienste und Funktionen dienen, können das Risiko jedoch nicht vollumfänglich ausschließen. Die Funkwerk Systems GmbH verfügt über eine gültige Zertifizierung nach ISO/IEC 27001, die beide Geschäftsbereiche einbindet. Ein funktionierendes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) unterstützt dabei, Schwachstellen innerhalb der Strukturen zu schließen und Sicherheitsrisiken zu minimieren. Die Kriterien für Aufbau, Einführung, Betrieb, Überwachung und kontinuierliche Verbesserung eines dokumentierten Informationssicherheitssystems (ISMS) definiert der weltweit anerkannte Standard ISO 27001. Dieser Standard definiert die Anforderungen ,die an die Einführung, Umsetzung, Dokumentation und Verbesserung eines ISMS mit Zertifizierung gestellt werden. Bestehende Risiken für das Unternehmen werden identifiziert, analysiert und durch qualifizierte Maßnahmen behoben.

Abhängigkeit von Großkunden

Funkwerk Systems hat einen breiten internationalen Kundenstamm. Es gibt keine Großkunden, mit denen nachhaltig mehr als 10 % des Gesamtumsatzes generiert werden.

Personalrisiken

Know-how und Engagement der Belegschaft gehören zu den wesentlichen Grundlagen des Unternehmenserfolgs. Sollte es wegen des Wettbewerbs um Fach- und Führungskräfte nicht gelingen, entsprechend qualifizierte Mitarbeitende zu finden bzw. das bestehende Personal zu halten, könnte sich dies nachteilig auf die Unternehmensentwicklung auswirken. Verstärkt wird dieses Risiko durch die mittel- und langfristige demografische Entwicklung. Dadurch wird die Suche nach Nachwuchskräften schwieriger und es erfolgen altersbedingte Abgänge mit entsprechendem Know-how-Verlust.

Wir ergreifen zahlreiche Maßnahmen, um diesen Gefahren zu begegnen und uns als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Unter anderem bieten wir Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen und fördern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unter anderem damit werden neue Fach- und Führungskräfte gewonnen und die Beschäftigten stärker an das Unternehmen gebunden. Die Ausbildung junger Menschen ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und wird fortlaufend umgesetzt. Durch Unterstützung einer Reihe von Projekten in der Kinder- und Jugendförderung erreicht FWS regional eine gute Reputation und weckt Interesse bei möglichen zukünftigen Mitarbeitenden. Im Berichtsjahr ist eine Reihe von Initiativbewerbungen eingegangen sowie zahlreiche Bewerbungen von Auszubildenden.

Fremdwährungsrisiko

Das Risiko aus Fremdwährungstransaktionen wird als gering eingeschätzt, da wesentliche Geschäftsvorfälle im Inland bzw. im Euroraum getätigt werden.

Zinsänderungsrisiko

Die Geschäftsführung sieht derzeit kein wesentliches Zinsänderungsrisiko im Rahmen der kurzfristigen Finanzierung. Zudem wird durch die Vereinbarung von fest vereinbarten Zinssätzen dem Risiko aus Zinssatzänderungen begegnet. Bezüglich der langfristigen Pensionsverpflichtungen besteht aufgrund des steigenden Zinsniveaus das Risiko der erhöhten Zuführung zu Pensionsverpflichtungen, dem nicht entgegengesteuert werden kann. Diesem Effekt stehen sinkende Barwerte und demnach geringere bilanzielle Pensionsverpflichtungen gegenüber.

3.3. Chancenbericht

3.3.1. Chancenmanagement

Die Identifikation, Wahrnehmung und Nutzung von Chancen wird fallbezogen durch das operative Management wahrgenommen. Hierzu dienen neben der Beobachtung von internen und externen Daten unter anderem auch die regelmäßigen Reports, das strategische Projektmanagement und ein systematischer Innovationsprozess.

3.3.2. Chancen

Strategische Ausrichtung und Chancenbericht

Die Funkwerk Systems will in den nächsten Jahren ertragsorientiert ihre gute Wettbewerbsposition festigen und weiter ausbauen. Wir wollen insbesondere den Verkauf von Systemlösungen weltweit vorantreiben und unsere Effizienz steigern. Darüber hinaus streben wir eine Kostenoptimierung durch die Reduzierung der Hardware-Vielfalt und Automatisierung im bestmöglichen Umfang an. Im Fokus steht der weitere Ausbau des Dienstleistungs- und Servicegeschäfts mit dem Ziel, die Kundenbindung zu stärken.

Ein wichtiges strategisches Ziel ist auch die Qualifizierung und Bindung von Fachpersonal. Als Technologieunternehmen suchen wir laufend neue Talente und wollen unsere bestehende Belegschaft mit attraktiven Anreizsystemen und interessanten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an das Unternehmen binden.

Das bei Funkwerk existierende langjährige Know-how im Bereich Zugfunk bietet Chancen, auf dem Weg zur Nachfolgetechnologie der im Einsatz befindlichen Technologie GSM-R den Kunden interessante und investitionsschonende Migrationslösungen anzubieten und die Kundenbindung weiter zu festigen. FWS orientiert sich zusätzlich im Bereich anderer Funktechnologien, die im schienengebundenen Verkehr zum Einsatz kommen können, um verkehrsträgerübergreifende Konzepte zu gestalten. Die im Eisenbahnverkehr für Zugfunksysteme geforderten Zulassungen bedeuten neben hohen Kostenbelastungen die gleichzeitige Chance auf einen Nischenmarkt, da die dadurch existierenden Markteintrittsbarrieren für Wettbewerber als hoch einzuschätzen sind. Der Trend zur stärkeren Digitalisierung der Fahrgastinformation und Reiseorganisation wird von Funkwerk Systems positiv aufgenommen, moderne Systeme aus unserem Hause sollen den Kundennutzen weiter erhöhen. Unsere Funkwerk Mobility Platform bündelt Informationen, wertet sie automatisiert aus und übermittelt sie an den Fahrgast. Auch eine Vernetzung verschiedener Anbieter und Verkehrsmittel ist möglich. Als Komplettlösung ist die Plattform flexibel und jederzeit erweiterbar, sodass Betreiber alle wichtigen Applikationen an einem Ort zusammenführen können. Unser vorhandenes Know-how als auch nachweisbare Referenzen bieten die Chance, mit der Funkwerk Mobility Platform verstärkt in den ÖPNV-Markt als auch in andere Märkte, zum Beispiel Städte und Kommunen, einzutreten.

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Umsatzerlöse der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2024 um ca. 7 % gegenüber dem Berichtsjahr steigen werden, wobei unter Berücksichtigung der beschriebenen Chancen- und Risikosituation das Betriebsergebnis weiter positiv sein wird, wenngleich sich die EBIT-Marge aufgrund des geänderten Umsatzsplits zwischen den Geschäftsbereichen Zugfunk und Fahrgastinformation reduzieren wird. Der Finanzbedarf ist auf der Basis der Finanzierungsvereinbarungen mit der Hörmann-Gruppe und der Cash-Pooling-Vereinbarung mit der Funkwerk AG abgesichert.

4. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Die Wesentlichen durch das Unternehmen verwendeten finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Der Hauptzweck dieser finanziellen Verbindlichkeiten ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Das Unternehmen verfügt über Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren.

Das Unternehmen ist Kredit-, Ausfall-, Preisänderungs- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen ausgesetzt. Die Steuerung dieser Risiken obliegt der Geschäftsführung. Die Geschäftsführung stellt sicher, dass die mit Finanzrisiken verbundenen Tätigkeiten der FWS in Übereinstimmung mit den entsprechenden Handlungsanweisungen durchgeführt und dass Finanzrisiken entsprechend diesen Richtlinien und unter Berücksichtigung der Risikobereitschaft des Unternehmens identifiziert, bewertet und gesteuert werden. Bei dem Risikomanagement werden auch Risikohäufungen einzelner Geschäftsvorfälle oder durch vergleichbare Risiken in mehreren Gruppenunternehmen berücksichtigt.

Die Handlungsanweisungen zur Steuerung der im Folgenden dargestellten Risiken werden von der Geschäftsführung geprüft und beschlossen.

Ausfallrisiko

Ausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenrahmenvertrags nicht oder nicht korrekt nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Die FWS ist im Rahmen ihrer operativen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken (insbesondere ergeben sich Risiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Darlehen) sowie Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit, einschließlich Einlagen bei Banken und Finanzinstituten und sonstigen Finanzinstrumenten, ausgesetzt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Das Ausfallrisiko aus Forderungen besteht infolge von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der FWS gegenüber ihren Kunden. Die Kunden werden basierend auf Verfahren und Kontrollen des Unternehmens für das Ausfallrisikomanagement bei Kunden gesteuert. Kreditgrenzen werden für sämtliche Kunden basierend auf internen Risikoeinstufungsmerkmalen festgelegt. Die Risikoeinstufungsmerkmale richten sich nach Umsatzgrenzen und Bestellhäufigkeiten über definierte Zeiträume. Grundsätzlich erfolgt eine Aufteilung in risikolose und risikobehaftete Kunden. Ausstehende Forderungen gegen Kunden werden regelmäßig überwacht und etwaige überfällige Zahlungen umgehend angemahnt. Der Wertberichtigungsbedarf wird zu jedem Berichtsstichtag für die wesentlichen Kunden auf Einzelbasis analysiert.

Finanzinstrumente und Einlagen

Das Ausfallrisiko aus Guthaben bei Banken und Finanzinstituten wird in Übereinstimmung mit der Unternehmensstrategie gesteuert. Das Risiko wird grundsätzlich als gering eingeschätzt, da FWS im Wesentlichen mit Geschäftsbanken mit ausgezeichneter Bonität zusammenarbeitet.

Liquiditätsrisiko

Die FWS begegnet ihren Liquiditätsrisiken sowie möglichen kurzfristigen Zahlungsstromschwankungen durch ein striktes Cash-Management. Zudem überwacht die Gesellschaft das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses mittels eines periodisch rollierenden Liquiditätsplanungs-Tools.

Kapitalsteuerung

Vorrangiges Ziel des Kapitalmanagements des Unternehmens ist es sicherzustellen, dass eine entsprechende Eigenkapitalquote aufrechterhalten wird.

5. Zweigniederlassungen

Die Funkwerk Systems GmbH unterhält am Bilanzstichtag eine Zweigniederlassung in Karlsfeld.

6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es wird auf die Angaben im Anhang verwiesen.

 

03. Mai 2024

Die Geschäftsführung

Kerstin Schreiber

Siegfried Steggemann

Christian Ringler

[1] vgl. Destatis, Pressemitteilung vom 30. Januar 2024

[2] vgl. Destatis, Pressemitteilung vom 15. Januar 2024

[3] vgl. International Monetary Fund (IMF), World Economic Outlook Update, January 2024

[4] vgl. VDB Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V., Pressemitteilung vom 7. November 2023

[5] vgl. VDB Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V., Pressemitteilung vom 11. Januar 2024

[6] vgl. International Monetary Fund (IMF), World Economic Outlook Update, January 2024

[7] vgl. VDB Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V., Presseinformation vom 7. November 2023

[8] vgl. VDB Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V., Presseinformation vom 11. Januar 2024

[9] vgl. VDB Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V., Presseinformation vom 19. Januar 2024

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 26.593.995,97 12.996.339,57
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.407.489,33 951.327,85
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.407.488,33 951.326,85
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1,00 1,00
II. Sachanlagen 16.106.512,84 10.866.215,72
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.410.919,11 810.572,28
2. technische Anlagen und Maschinen 5.059.905,05 3.189.397,79
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.159.094,16 1.281.669,08
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.476.594,52 5.584.576,57
III. Finanzanlagen 9.079.993,80 1.178.796,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 8.236.197,80 35.000,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 600.000,00 900.000,00
3. Beteiligungen 243.796,00 243.796,00
B. Umlaufvermögen 59.303.600,47 72.548.589,93
I. Vorräte 19.081.734,26 14.685.358,16
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 15.398.584,00 12.606.212,84
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 4.095.474,47 3.633.475,57
3. fertige Erzeugnisse und Waren 3.038.637,93 2.443.562,01
4. geleistete Anzahlungen 0,00
5. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (offen aktivisch abgesetzt) 3.450.962,14 3.997.892,26
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 24.556.403,00 32.921.102,24
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19.555.760,78 17.455.751,48
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.869.121,61 15.451.603,95
3. sonstige Vermögensgegenstände 131.520,61 13.746,81
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 15.665.463,21 24.942.129,53
C. Rechnungsabgrenzungsposten 82.439,44 227.579,52
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 185.182,93 163.070,97
Summe Aktiva 86.165.218,81 85.935.579,99

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 15.933.123,73 15.933.123,73
I. Gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000.000,00
II. Kapitalrücklage 9.033.875,64 9.033.875,64
III. Gewinnrücklagen/Ergebnisrücklagen 483.150,00 483.150,00
1. andere Gewinnrücklagen 483.150,00 483.150,00
IV. Gewinnvortrag 5.416.098,09 5.416.098,09
B. Sonderposten für Investitionszulagen und für Zuschüsse Dritter 1.522.135,20 632.718,30
C. Rückstellungen 39.408.990,68 38.812.794,92
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 6.587.601,00 6.853.796,00
2. Steuerrückstellungen 7.667,00
3. sonstige Rückstellungen 32.821.389,68 31.951.331,92
D. Verbindlichkeiten 29.300.969,20 30.556.943,04
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.169.779,76 3.089.610,47
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 24.658.103,94 26.367.805,51
3. sonstige Verbindlichkeiten 1.473.085,50 1.099.527,06
davon aus Steuern 595.978,07 358.211,63
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 39.637,13 13.903,59
Summe Passiva 86.165.218,81 85.935.579,99

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 85.232.093,34 87.252.906,64
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1.102.290,10 -395.827,30
3. sonstige betriebliche Erträge 5.639.139,63 3.126.340,54
davon Erträge aus Währungsumrechnung 270.500,43 117.456,33
4. Materialaufwand 35.205.452,36 33.424.123,25
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 22.200.296,48 21.742.447,97
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 13.005.155,88 11.681.675,28
5. Personalaufwand 22.755.403,77 21.514.365,49
a) Löhne und Gehälter 19.407.216,42 18.131.133,44
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.348.187,35 3.383.232,05
6. Abschreibungen 1.961.534,89 1.300.838,59
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.961.534,89 1.300.838,59
7. sonstige betriebliche Aufwendungen 8.155.282,70 7.595.384,74
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 264.031,87 401.801,16
8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 940.609,64 194.752,26
davon sonstige Zinsen und ähnliche Erträge von verbundenen Unternehmen 626.685,12 138.979,95
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 354.497,19 351.895,96
davon an verbundene Unternehmen 269.006,51 31.180,07
a) Zinsanteil der Zuführungen zu Pensionsrückstellungen 85.120,00 198.153,00
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -16.236,39 -21.028,00
11. Ergebnis nach Steuern 24.498.198,19 26.012.592,11
12. sonstige Steuern 20.177,92 20.262,92
13. aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 24.478.020,27 25.992.329,19
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahrvom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

der Funkwerk Systems GmbH, Kölleda

Amtsgericht Jena

HRB 511591

A. ALLGEMEINE ANGABEN

Der Jahresabschluss der Funkwerk Systems GmbH, Jena, (Amtsgericht Jena, HRB 511591) wurde nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes erstellt.

Die Gesellschaft ist gemäß § 267 Abs. 3 HGB eine große Kapitalgesellschaft.

Die Aufstellung erfolgte unter der Annahme nach § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB (Fortführung der Unternehmenstätigkeit).

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB).

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear pro rata temporis über die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren abgeschrieben.

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten (siehe Unfertige Erzeugnisse und Leistungen sowie fertige Erzeugnisse) abzüglich planmäßiger Abschreibungen.

Gebäude werden linear mit 2% bzw. 3% abgeschrieben. Die beweglichen Gegenstände des Anlagevermögens werden linear pro rata temporis über die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei bis 15 Jahren (technische Anlagen und Maschinen) bzw. ein bis zehn Jahre (andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung) abgeschrieben.

Die im Geschäftsjahr angeschafften geringwertigen Vermögensgegenstände bis 250,00 EUR werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und als Abgang behandelt. Vermögensgegenstände mit einem Wert zwischen 250,00 EUR und 800,00 EUR werden ins Anlagevermögen aufgenommen und im Jahr des Zugangs vollständig abgeschrieben. Vermögensgegenstände mit einem Wert von mehr als 800,00 EUR werden ins Anlagevermögen übernommen und über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Sofern der beizulegende Wert von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen zum Bilanzstichtag aufgrund einer dauernden Wertminderung unter dem Buchwert liegt, wird eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen und gegebenenfalls die Restnutzungsdauer angepasst.

Die Anteile und Ausleihungen an verbundene Unternehmen sowie die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren werden mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten (gleitender Durchschnitt) bewertet. Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgen in Abhängigkeit von Lagerdauer, verminderter Marktgängigkeit, Gewichtung der Abgangsmengen sowie aufgrund gesunkener Wiederbeschaffungskosten und gesunkener Verkaufspreise.

Unfertige Erzeugnisse und Leistungen sowie fertige Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten (Materialkosten, Fertigungskosten sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten) unter Einbeziehung von angemessenen Teilen der Kosten der allgemeinen Verwaltung, aber ohne Einbeziehung von Fremdkapitalzinsen und unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Die verlustfreie Bewertung wird beachtet.

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden entsprechend dem Wahlrecht von den Vorräten offen abgesetzt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennbetrag angesetzt. Soweit notwendig, wird der niedrigere beizulegende Wert angesetzt. Für zweifelhafte Forderungen sind Einzelwertberichtigungen vorgenommen worden. Bei den verbleibenden Forderungen ist eine Pauschalwertberichtigung abgesetzt, die dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko Rechnung trägt. Die Pauschalwertberichtigung beträgt für Inlandsforderungen (netto) 0,5 % und für Auslandsforderungen 1,0 %.

Unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden Forderungen gegen Unternehmen ausgewiesen, für die die Voraussetzungen der Vollkonsolidierung im Rahmen des Konzernabschlusses der Hörmann Holding GmbH & Co. KG, Kirchseeon, vorliegen.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert angesetzt.

Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen.

Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich zu Steuerentlastungen führen. Vom Wahlrecht des § 274 HGB wird Gebrauch gemacht. Passive latente Steuern für zukünftige Steuerbelastungen werden grundsätzlich gebildet. Aktive und passive latente Steuern werden, soweit wie möglich, verrechnet. Die latenten Steuernwerden mit einem Körperschaftsteuersatz inklusive Solidaritätszuschlag von 15,83 % und einem Gewerbesteuersatz von 13,53 % bewertet. Im Geschäftsjahr 2023 erfolgte der Ansatz von latenten Steuern beim Organträger, sodass bei der Funkwerk Systems GmbH keine latenten Steuern ausgewiesen werden.

Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung entspricht dem positiven Saldo aus dem Zeitwert der Vermögensgegenstände des Deckungsvermögens und den Schulden aus Altersteilzeitverpflichtungen.

Vermögensgegenstände, die die Voraussetzungen als Planvermögen zur Erfüllung der Altersteilzeitverpflichtungen erfüllen, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und sind mit der jeweiligen individuellen Verpflichtung verrechnet worden.

Der Erfüllungsbetrag der Altersteilzeitrückstellungen beträgt TEUR 229. Er wird mit Vermögensgegenständen im Wert von TEUR 202 verrechnet, die ausschließlich der Sicherung der Altersteilzeitverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind.

Die Anschaffungskosten dieser verrechneten Vermögensgegenstände betragen TEUR 387, der bilanzierte Zeitwert (entspricht dem Nennbetrag) des entsprechenden verfügungsbeschränkten Bankguthabens entspricht dem Buchwert bzw. den Anschaffungskosten. Den Erfüllungsbetrag übersteigendes Planvermögen in Höhe von TEUR 185 wurde auf der Aktivseite als Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen.

Im Finanzergebnis sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Altersteilzeitrückstellungen in Höhe von TEUR 0 ausgewiesen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert angesetzt.

Der Sonderposten für Investitionszuwendungen wird nach handelsrechtlichen Grundsätzen ermittelt, gebildet und aufgelöst. Die Auflösung erfolgt in Höhe der anteiligen Abschreibung der geförderten Anlagengegenstände.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Methode) unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck und erwarteter Lohn-, Gehalts- und Rentensteigerungen sowie einer unternehmensindividuell bestimmten Fluktuationsrate ermittelt. Darüber hinaus spiegeln die versicherungsmathematischen Annahmen die Wahrscheinlichkeit von Zahlungen (Annahmen über Sterblichkeit, Fluktuation und vorzeitige Pensionierung) wider. Die Zinssätze entsprechen den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Abzinsungssätzen gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2HGB unter Anwendung der Vereinfachungsregelung für eine mittlere Restlaufzeit von 15 Jahren(durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre). Der Unterschiedsbetrag zwischendem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe eines pauschalen Marktzinssatzes aus denvergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe eines pauschalenZinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt zum AbschlussstichtagTEUR 62 (Vorjahr: TEUR 335) und ist nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrt.

Rechnungszins (10 Jahre) 1,83%

Rechnungszins (7Jahre) 1,76%

Bezügedynamik 3,00%

Rentendynamik 2,00%

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten auf der Grundlage einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung. Sie werden mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrages werden auch die bis zum Erfüllungszeitpunkt voraussichtlich eintretenden Kostensteigerungen berücksichtigt.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Abzinsungssatz entsprechend ihrer Laufzeit abgezinst. Erträge bzw. Aufwendungen aus Zinssatzänderungen werden im Finanzergebnis erfasst.

Die Bewertung der Altersteilzeitrückstellung zum 31. Dezember 2023 erfolgte nach versicherungsmathematischen Grundsätzen (Barwertverfahren), unter Berücksichtigung eines Rechnungszinssatzes. Die Zinssätze entsprechen den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Abzinsungssätzen entsprechend der spezifischen Restlaufzeit der jeweils dem Altersteilzeitverhältnis zugrunde liegenden Verträge. Sofern biometrische Einflussfaktoren zu berücksichtigen waren, wurden die "Richttafeln 2018 G" Stand Oktober 2018 von Klaus Heubeck verwandt. Während der Erdienungsphase wird die Rückstellung für die Erfüllungsrückstände ratierlich aufgebaut, wogegen die Rückstellung für die Aufstockungsbeträge infolge ihres Abfindungscharakters in einer Summe gebildet wird.

Zur Abdeckung des pauschalen Gewährleistungsrisikos aus Lieferungen und Leistungen werden Gewährleistungsrückstellungen mit 0,5 % des Inlandsumsatzes und 1,5 % des Auslandsumsatzes gebildet.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen ausgewiesen, für die die Voraussetzungen der Vollkonsolidierung im Rahmen des Konzernabschlusses der Hörmann Holding GmbH & Co. KG, Kirchseeon, vorliegen.

Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Lieferungen und Leistungen ausgeführt sind und der Gefahrenübergang erfolgt ist.

Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahrs sind unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss berücksichtigt. Alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, werden berücksichtigt. Gewinne werden nur berücksichtigt, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind.

2. Grundlagen der Währungsumrechnung

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Vermögensgegenstände und Schulden in fremder Währung werden zum Bilanzstichtag erfolgswirksam zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet, soweit deren Restlaufzeit ein Jahr oder weniger beträgt. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden am Bilanzstichtag unter Beachtung des Anschaffungs-, Realisations- und Imparitätsprinzips zum historischen Kurs oder zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

B. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ist in dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagespiegel dargestellt.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beruhen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 201 (Vorjahr: TEUR 76), auf Darlehen in Höhe von TEUR 200 (Vorjahr: TEUR 200) und auf sonstigen Forderungen in Höhe von TEUR 4.468 (Vorjahr: TEUR 15.176).

Zwischen der Hörmann Industries GmbH und den Funkwerk-Gesellschaften wurde eine Factoring-Vereinbarung über den Ankauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geschlossen. Der Rahmen wird jährlich zu Beginn des Geschäftsjahres neu festgelegt. Der Vertrag ist unbefristet geschlossen und hat eine Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende. Zum Stichtag waren keine Forderungen verkauft.

Unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 171 (Vorjahr: TEUR 3).

3. Eigenkapital

Der vorvertragliche Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 5.416 (Vorjahr: TEUR 5.416) umfasst einen Gewinnvortrag von TEUR 5.416 (Vorjahr: TEUR 5.416). Dieser steht während der Laufzeit des Gewinnabführungsvertrages für die Disposition durch die Gesellschafter nicht zur Verfügung.

In Punkt D. Nr. 8 sind die ausschüttungsgesperrten Beträge dargestellt.

4. Sonstige Rückstellungen

Die wesentlichen sonstigen Rückstellungen betreffen:

Bezeichnung TEUR
Ausstehende Rechnungen / nachlaufende Kosten 25.748
Gewährleistung 4.151
Personalrückstellungen 2.631

5. Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten ergeben sich aus dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel.

31.12.2023
Restlaufzeit bis zu einem Jahr
TEUR
Restlaufzeit größer ein Jahr
TEUR
Gesamt
TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.170 0 3.170
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 24.658 0 24.658
3. Sonstige Verbindlichkeiten 1.473 0 1.473
29.301 0 29.301
31.12.2022
Restlaufzeit bis zu einem Jahr
TEUR
Restlaufzeit größer ein Jahr
TEUR
Gesamt
TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.090 0 3.090
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 26.368 0 26.368
3. Sonstige Verbindlichkeiten 1.099 0 1.099
30.557 0 30.557

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beruhen auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 180 (Vorjahr: TEUR 376) und auf sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 24.478 (Vorjahr: TEUR 25.992). Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen wie im Vorjahr nicht.

Es bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte aus dem Erwerb von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie von Halbfabrikaten und Waren oder aus der Lieferung von Gegenständen des Vorratsvermögens.

C. ANGABEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt auf:

a) nach Tätigkeitsbereichen

2023
TEUR
Zugfunk 65.638
Fahrgastinformation 19.594
85.232

b) nach geografischen Märkten

2023
TEUR
Inland 35.296
Europäische Union 37.422
EFTA 6.537
Übriges Ausland 5.977
85.232

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 270 (Vorjahr: TEUR 117). Weiterhin werden periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 4.629 (Vorjahr: TEUR 2.281) ausgewiesen.

3. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 264 (Vorjahr: TEUR 402).

D. SONSTIGE ANGABEN

1. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

a) Haftungsverhältnisse

Als Haftungsverhältnisse gemäß § 251 i. V. m. § 268 Abs. 7 HGB werden vermerkt:

Für Anzahlungsbürgschaften, Vertragserfüllungsbürgschaften, Mietbürgschaften und Gewährleistungsbürgschaften aus dem laufenden Geschäft der Funkwerk Systems GmbH bestehen Bürgschaftsverpflichtungen in Höhe von TEUR 4.007.

Es erfolgt eine regelmäßige Überwachung durch die Geschäftsführung. Aufgrund der operativen Entwicklung der Geschäftsbereiche wird das Risiko der Inanspruchnahme als gering eingeschätzt.

b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen Verpflichtungen bis zum Ende der Vertragslaufzeit bzw. bis zum nächsten Kündigungstermin aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von insgesamt TEUR 2.198 (Vorjahr: TEUR 1.299).

2. Angaben zu nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften

Zwischen der Hörmann Industries GmbH und den Funkwerk-Gesellschaften wurde im Geschäftsjahr 2014 eine Factoring-Vereinbarung über den Ankauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geschlossen. Es handelt sich um ein stilles echtes Factoring, dabei geht das Delkredere-Risiko auf den Factor über.

Das Factoring dient der Verkürzung von Forderungslaufzeiten und ist Bestandteil des Liquiditätsmanagements von Funkwerk. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 waren keine Forderungen verkauft.

3. Angaben nach § 285 Nr. 11 HGB

Die Beteiligungsquote, die Ergebnisentwicklung für das Jahr 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und der Stand des Kapitals zum 31. Dezember 2023 stellen sich für die verbundenen Unternehmen Funkwerk Systems Austria GmbH, Funkwerk StatKom GmbH sowie Radionika Sp. z.o.o. wie folgt dar:

Unmittelbare Tochtergesellschaften

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital
in %
Stammkapital
in TEUR
Eigenkapital
in TEUR
Ergebnis
in TEUR
Funkwerk Systems Austria GmbH, Wien, Österreich 100 35 -1.721 119
Funkwerk StatKom GmbH, Kölleda, Deutschland 100 100 381 133
Radionika Sp. z.o.o., Krakau, Polen 60 23 6.088 1.584

Die Anteile an der Funkwerk Systems Austria GmbH wurden nicht wertberichtigt, da das negative Eigenkapital aus einmaligen Effekten resultiert und langfristig ein positiver Unternehmenswert gesehen wird.

4. Geschäftsführer

Frau Dipl.-Betriebswirtin Kerstin Schreiber, Kölleda, Vorstand der Funkwerk AG

Herr Christian Ringler, Zusmarshausen-Wörle

Herr Siegfried Steggemann, Rheda-Wiedenbrück

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2023 (§ 285 Nr. 9a HGB) wird unter Inanspruchnahme von § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Der ausgeübte Beruf der Mitglieder der Geschäftsführung ist mit ihrer Organstellung identisch.

5. Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 303 Arbeitnehmer bei der Gesellschaft beschäftigt. Aufgliederung nach Gruppen:

2023
Verwaltung 25
Entwicklung 108
Vertrieb 53
Produktion 117
Summe 303

6. Honorar des Abschlussprüfers

Die erforderlichen Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB sind im Konzernabschluss der Funkwerk AG enthalten.

7. Unternehmensverträge

Zum 31. Dezember 2023 besteht ein Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen der Funkwerk AG, weiteren Funkwerk Gesellschaften inkl. der Funkwerk Systems GmbH und der Hörmann Holding GmbH & Co. KG über einen Avalrahmen. Zum 31. Dezember 2023 besteht zudem ein Forderungskaufvertrag zwischen der Funkwerk AG, weiteren Funkwerk Gesellschaften und der Hörmann Industries GmbH.

Die Funkwerk Systems GmbH hat im Geschäftsjahr 2019 einen Ergebnisabführungsvertrag mit der FunkTech GmbH abgeschlossen. Infolge der zum 1. Januar 2023 erfolgten Verschmelzung der FunkTech GmbH auf die Funkwerk Technologies GmbH besteht der Ergebnisabführungsvertrag nunmehr mit der Funkwerk Technologies GmbH.

8. Angaben zur Ausschüttungssperre

Hinsichtlich der Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 HGB verweisen wir auf den Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 62, welcher unter Gliederungspunkt A.1. bei den Ausführungen zu den Pensionsrückstellungen erläutert wird.

9. Konzernzugehörigkeit

Der Jahresabschluss der Funkwerk Systems GmbH wird als verbundenes Unternehmen gemäß § 271 Abs. 2 HGB i. V. m. § 290 HGB in den Konzernabschluss der Hörmann Holding GmbH & Co. KG, Kirchseeon, als Mutterunternehmen mit dem größten Konsolidierungskreis sowie in den Konzernabschluss der Funkwerk AG, Kölleda, als Mutterunternehmen mit dem kleinsten Konsolidierungskreis einbezogen.

Der Konzernabschluss der Konzernobergesellschaft Hörmann Holding GmbH & Co. KG, Kirchseeon, wird beim Unternehmensregister elektronisch eingereicht und bekannt gemacht. Der Konzernabschluss der Funkwerk AG, Kölleda, wird nach HGB aufgestellt und im Unternehmensregister elektronisch eingereicht und bekannt gemacht.

10. Ergebnisverwendung

Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von TEUR 24.478 wurde gemäß Ergebnisabführungsvertrag vollständig an die Funkwerk Technologies GmbH abgeführt. Der verbleibende Bilanzgewinn beträgt TEUR 5.416.

11. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2024 hat die Funkwerk Systems GmbH 100 % der Anteile an der Elektrotechnik und Elektronik Oltmann GmbH, Berlin, erworben. Das auf Fahrgastinformationssysteme spezialisierte Unternehmen mit rund 40 Mitarbeitern erwirtschaftete im Durchschnitt der letzten vier Jahre einen Umsatz im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- oder Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, haben sich nicht ergeben.

 

Kölleda, den 03. Mai 2024

Funkwerk Systems GmbH

Kerstin Schreiber

Christian Ringler

Siegfried Steggemann

Entwicklung des Anlagevermögens (Anlage zum Anhang)

Anlagenspiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.420.412,75 623.333,03 422.819,93 7.193,23 6.459.372,48
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.110.299,49 0,00 0,00 0,00 2.110.299,49
7.530.712,24 623.333,03 422.819,93 7.193,23 8.569.671,97
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.403.493,17 1.180.935,24 4.529.925,59 0,00 11.114.354,00
2. technische Anlagen und Maschinen 10.815.059,16 2.260.069,54 117.603,69 48.797,18 13.143.935,21
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.765.804,51 1.452.132,12 181.125,62 379.137,32 6.019.924,93
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.584.576,57 2.143.492,78 -5.251.474,83 0,00 2.476.594,52
26.568.933,41 7.036.629,68 -422.819,93 427.934,50 32.754.808,66
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 144.136,85 8.201.197,80 0,00 0,00 8.345.334,65
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 900.000,00 0,00 0,00 300.000,00 600.000,00
3. Beteiligungen 243.796,00 0,00 0,00 0,00 243.796,00
1.287.932,85 8.201.197,80 0,00 300.000,00 9.189.130,65
35.387.578,50 15.861.160,51 0,00 735.127,73 50.513.611,28
Abschreibungen 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.469.084,90 589.966,48 7.168,23 5.051.883,15
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.110.299,49 0,00 0,00 2.110.299,49
6.579.384,39 589.966,48 7.168,23 7.162.182,64
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.592.920,89 110.514,00 0,00 4.703.434,89
2. technische Anlagen und Maschinen 7.625.661,37 505.467,42 47.098,63 8.084.030,16
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.484.135,43 755.586,99 378.891,65 3.860.830,77
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
15.702.717,69 1.371.568,41 425.990,28 16.648.295,82
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 109.136,85 0,00 0,00 109.136,85
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
109.136,85 0,00 0,00 109.136,85
22.391.238,93 1.961.534,89 433.158,51 23.919.615,31
Buchwert 31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.407.489,33 951.327,85
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
1.407.489,33 951.327,85
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.410.919,11 810.572,28
2. technische Anlagen und Maschinen 5.059.905,05 3.189.397,79
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.159.094,16 1.281.669,08
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.476.594,52 5.584.576,57
16.106.512,84 10.866.215,72
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 8.236.197,80 35.000,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 600.000,00 900.000,00
3. Beteiligungen 243.796,00 243.796,00
9.079.993,80 1.178.796,00
26.593.995,97 12.996.339,57

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Funkwerk Systems GmbH, Kölleda

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der Funkwerk Systems GmbH, Kölleda - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Funkwerk Systems GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DESJAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Leipzig, 17. Mai 2024

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