Stammdaten

Register
Amtsgericht Rostock HRB 13037
Eingetragen
5.11.2014
Branche
Herstellung von PrüfmaschinenHerstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus Kunststoffen
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Produkten zur stofflichen Trennung von Feststoffen, Flüssigkeiten und Gasen sowie alle damit verbundenen Serviceleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Mingye Gong
seit 25.9.2025
Geschäftsführer
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
CLEARUM HOLDING PTE. LTD.SGP
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
CLEARUM HOLDING PTE. LTD.
Singapore
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

CLEARUM GmbH

Broderstorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.05.2022 bis zum 30.04.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/2023

I. Grundlagen des Unternehmens und Geschäftsmodell

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Das Geschäftsmodell der CLEARUM GmbH (nachfolgend auch CLEARUM oder Gesellschaft) basiert auf der Produktion und dem Vertrieb von synthetischen Hohlfasern zur Stofftrennung. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um den Einsatz in Dialysatoren zur Blutwäsche (Nierenersatz-Therapie oder Hämodialyse). Der Standort des Unternehmens ist Poppendorf. Im Geschäftsjahr wurde ein Eigentümerwechsel vorgenommen:

Bis zum 31. März 2023 gehörte die Gesellschaft zum Konzern der Medtronic PLC, Dublin, Irland, die indirekt über die Covidien Swiss Holding GmbH, Neuhausen am Rheinfall/Schweiz die Anteile an CLEARUM gehalten hat.

Die CLEARUM gehört seit dem 01. April 2023 zum Konzern der Mozarc Medical Holding LLC, Dublin/Irland, die indirekt über die Mozarc Medical Ireland Limited, Dublin/Irland, sämtliche Anteile am Kapital der CLEARUM hält. Das oberste Mutterunternehmen ist ein Joint Venture zwischen Medtronic plc, Dublin/Irland, und DaVita Inc, Denver/Vereinigte Staaten von Amerika.

Mit diesem Gesellschafterwechsel hat sich auch das Geschäftsmodell der CLEARUM erweitert. Die Medtronic GmbH mit Sitz in Meerbusch wird im Rahmen einer Übergangsdienstleistungsvereinbarung bei der Ausführung und Erfüllung von Kundenaufträgen für medizintechnische Produkte im Namen der CLEARUM unterstützen.

2. Ziele und Strategien

Die Hauptziele der Gesellschaft sind die Stabilisierung der Umsatz- und Ertragslage, die Optimierung der Beschaffungsseite sowie die Verbesserung des Ergebnisses durch den Vertrieb und die Produktion innerhalb des Konzerns. Dazu zählen u.a. die Prozessabläufe in der Herstellung von Hohlfasern zu stabilisieren und den Output stetig zu erhöhen. Die Optimierung der Spinnanlagen und die dadurch resultierende, höhere Anlagenverfügbarkeit ist die Grundlage für eine deutliche Steigerung der verkaufsfähigen Hohlfasern. Aber auch das Optimieren von Nebenanlagen und Geräten sind ein stetiger Begleiter des operativen Prozesses. Die Effektivität und Effizienz haben einen großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Gesellschaft.

3. Steuerungsrelevante KPI

Die maßgebliche Steuerungsgröße und finanzieller Leistungsindikator der Gesellschaft sind die Umsatzerlöse. Wesentlicher nichtfinanzieller Leistungsindikator ist der durchschnittliche Personalbestand.

4. Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft unterhält keine gesonderte Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Jedoch werden innerhalb des Konzerns Entwicklungstätigkeiten durchgeführt.

5. Mitarbeiter

Der nichtfinanzielle Steuerungsleistungsindikator durchschnittlicher Personalbestand betrug 147 (Vorjahr 146). Hiervon waren 36 Mitarbeiter im Verwaltungsbereich tätig und 111 im direkten Bereich (Produktion, Lager, Arbeitsvorbereitung, Technik, Labor). Der Aufbau des Personalstammes war auch im Geschäftsjahr 2022/2023 eine Herausforderung. Der geplante, leicht über dem Geschäftsjahr 2021/2022 liegende Personalstamm konnte jedoch übereinstimmend mit der Vorjahresprognose weitestgehend besetzt werden.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

1.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2022 geprägt von den Folgen des Kriegs in der Ukraine sowie den extremen Energiepreiserhöhungen, dennoch war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2022 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 1,9 % höher als im Vorjahr. Die massiv gestiegenen Energiepreise und die gestörten internationalen Lieferketten infolge des Kriegs der Ukraine bremsten jedoch die Wirtschaftsleistung im Verarbeitenden Gewerbe, die im Vorjahresvergleich kaum zunahm (+0,2 %). 1 Das BIP ist im 1. Quartal 2023 preisbereinigt um -0,2 % geringer als im entsprechenden Vorjahresquartal. 2

1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Medizinprodukte umfassen eine große Bandbreite von medizintechnischen Produkten und Verfahren, die Leben retten, helfen zu heilen und die Lebensqualität der Menschen verbessern. Die Medizintechnik hat nach wie vor ein hohes Innovationspotenzial. Die Nachfrage nach Dialysebehandlungen und die zunehmende Verbreitung der Heimdialyse wird das Wachstum antreiben.

Synthetische Hohlfasermembranen sind Hauptkomponenten von Dialysatoren. Die industrielle Herstellung ist mit hochspezialisiertem Know-How verbunden und bedarf spezieller Maschinen und Anlagen, die ausschließlich für diesen Zweck gebaut werden. Insofern ist weltweit die Anzahl der Hersteller von synthetischen Hohlfasermembranen übersichtlich.

Der Weltmarkt für Dialysatoren und somit auch für die Schlüsselkomponenten (synthetische Hohlfasermembranen) ist sehr wettbewerbsintensiv und mehrere Anbieter konkurrieren um Marktanteile. Insgesamt wird erwartet, dass der Dialysatorenmarkt in den kommenden Jahren ein stetiges Wachstum erfahren wird.

Die Herstellung von Medizinprodukten und Medizintechnik gehört neben der Humanarzneimittelherstellung zu den bedeutendsten Teilbereichen der produzierenden industriellen Gesundheitswirtschaft. Mit einer Bruttowertschöpfung von rund 19,1 Milliarden EUR generiert die Branche 23,4 Prozent der industriellen Gesundheitswirtschaft und somit rund jeden 4. Euro an Wertschöpfung. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Branche damit wieder zugelegt (rund 1,6 Milliarden Euro). 3 4

1 Pressemeldung Nr. 020 Destatis
2 Pressemeldung Nr. 203 Destatis
3 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Gesundheitswirtschaft, Fakten & Daten 2022
4 Research and Markets, Global Dialyzer Market Report and Forecast 2023-2031

2. Geschäftsverlauf

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen betreffen vorwiegend die Weiterbelastung mit Verwaltungs- und anderen Kosten für Leistungen, die von anderen Konzernunternehmen für die CLEARUM erbracht werden, sowie die Veräußerung von Produkten an eine Schwestergesellschaft mit Sitz in Italien.

Seit dem 01. April 2023 besteht ein weiteres Geschäft mit der Medtronic Deutschland GmbH, welche im Rahmen einer Übergangsdienstleistungsvereinbarung medizinische Produkte an deutsche Kunden verkauft, die erbrachten Umsätze werden der CLEARUM zugeordnet.

Weiterhin liegt der Fokus in der Implementierung einer Versuchsanlage zur Entwicklung von Plasmafasern. Die Fertigstellung ist bis Ende des Kalenderjahres geplant. Unsere Mitarbeiter sind den Anforderungen des Medizinproduktegesetztes entsprechend geschult und werden ständig weitergebildet.

Die Integration in den Medtronic Konzern wurde auch in diesem Geschäftsjahr weiter vorangetrieben. Die Gesellschaft konnte dabei bereits viele Prozessvorgaben in den Bereichen Qualitätssicherung, Finanzen, Personal und Produktion umsetzen, welche auch durch den Gesellschafterwechsel vorerst bestehen.

3. Lage des Unternehmens

3.1 Ertragslage

Die Umsatzentwicklung war in diesem Geschäftsjahr nahezu unverändert. Die Umsatzerlöse liegen um TEUR 195 über den Umsatzerlösen des Vorjahres (TEUR 14.969), wobei die Vorjahresprognose (moderater Anstieg) nicht erreicht wurde. Die leichte Erhöhung basiert im Wesentlichen auf den höheren Verkäufen innerhalb des Konzerns, sowie zusätzlicher Umsätze durch den indirekten Verkauf von Medizintechnikprodukten durch die Medtronic GmbH. Die Auftragslage ist auch im Geschäftsjahr 22/23 stabil, wodurch die volle Auslastung der Produktionsanlagen gesichert ist.

Die Bestandsveränderung der fertigen Erzeugnisse hat sich um 693 TEUR zum Vorjahr verringert. Die hohen Lagerbestände konnten bereits im Geschäftsjahr 2021/2022 durch den Verkauf reduziert werden. In diesem Geschäftsjahr wurde der Lagerbestand jedoch wieder leicht aufgebaut.

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich um TEUR 454 erhöht. Diese Erhöhung ist im Wesentlichen durch die Auflösung der Drohverlustrückstellung in Höhe von TEUR 531 (Vorjahr: TEUR 0) begründet. Gegenläufig liegen geringere Auflösung von Rückstellungen für Personalkosten von TEUR 39 vor. Die Erträge aus Herabsetzung der Einzelwertberichtigung haben sich um TEUR 27 erhöht und die Erträge aus der Herabsetzung der Pauschalwertberichtigung haben sich um TEUR 12 verringert. Die Auflösung des Sonderposten ist planmäßig unverändert in Höhe von TEUR 509 (Vorjahr: TEUR 509).

Der Materialaufwand hat sich im Geschäftsjahr um TEUR 578 verringert, da keine Zuführung zur Drohverlustrückstellung vorliegen. Gleichzeitig erhöht sich der Materialaufwand aufgrund der erheblichen Preissteigerungen für Rohstoffe.

Der Personalaufwand liegt mit TEUR 7.384 über dem Personalaufwand des Vorjahres (TEUR 6.804). Die Erhöhung ergibt sich im Wesentlichen aus einem gestiegenen Aufwand für Löhne und Gehälter durch Gehaltssteigerungen von TEUR 684 sowie für soziale Aufwendungen von TEUR 68. Gegenläufig waren geringere Bonuszahlungen von TEUR 70 sowie niedrigere Aufwendungen für Berufsgenossenschaft von TEUR 47 und Aufwendungen für die Altersversorgung von TEUR 61 zu verzeichnen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen um TEUR 214 über dem Vorjahr (TEUR 5.969). Wesentlich begründet ist die Erhöhung durch die Aufwendungen für Abfallentsorgung (TEUR 118), Aufwendungen für Wartung/Instandhaltung (TEUR 154), Aufwendungen für Reinigung (TEUR 43), Aufwendungen für Mieten (TEUR 28), Aufwendungen für Kfz (TEUR 17) sowie periodenfremde Aufwendungen (TEUR 34). Die Einstellung in die Pauschal- und Einzelwertberichtigung haben sich ebenfalls um TEUR 213 erhöht. Die Aufwendungen für Fremdleistungen haben sich um TEUR 449 verringert sowie Kosten für den Vertrieb um TEUR 36 und Aufwendungen für Abschluss- und Prüfungskosten um TEUR 31.

Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich im Ergebnis auf TEUR -5.123 verglichen mit TEUR -6.038 im Vorjahr. Die Entwicklung basiert im Wesentlichen auf den o.g. Darstellungen.

3.2 Finanzlage

Die CLEARUM ist mit 80,04% der Bilanzsumme durch Eigenkapital und mit 19,96% durch Fremdkapital finanziert. Der Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen wurde zur Bestimmung der oben genannten Eigenkapitalquote zu 100% dem Eigenkapital zugerechnet. Im Geschäftsjahr 2022/2023 erfolgten weitere Einzahlungen in die Kapitalrücklage. Auf diese Weise kann die CLEARUM die allgemeine Finanzierung sicherstellen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Konzerngesellschaften belaufen sich auf 1% der Bilanzsumme (Vorjahr 31 %) und sind innerhalb eines Jahres fällig. Die Reduzierung resultiert im Wesentlichen aus der Rückzahlung des von der vorherigen Eigentümerin bereitgestellten Darlehens. Zum 30. April 2023 verfügt die CLEARUM über flüssige Mittel in Höhe von TEUR 3.363 (Vorjahr TEUR 627).

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beläuft sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 5.419 (Vorjahr TEUR 7.099). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um vertragliche Verpflichtungen aus der Abnahme von Energie bis Mai 2025 (TEUR 4.878 bzw. TEUR 2.195 p.a.) und der Erbbaupacht bis zum Mai 2035 (TEUR 423). Darüber hinaus bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen in Höhe von TEUR 118.

3.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist von TEUR 31.324 auf TEUR 40.130 gestiegen, das spiegelt sich in folgenden Posten wider:

Das Anlagevermögen ist um 1.571 TEUR gestiegen. Der Anstieg ergibt sich im Wesentlichen durch den Kauf des Geschäftsbereiches der Nierenversorgungslösungen im Rahmen der Ausgliederung an den Mozarc Medical Konzern, welcher als Firmenwert in Höhe von TEUR 1.774 (Vorjahr 0 TEUR) im Anlagevermögen ausgewiesen ist. Des Weiteren wurden Im Geschäftsjahr Investitionen in Höhe von TEUR 1.966 getätigt. Investitionen in Höhe von TEUR 2.343 befinden sich noch im Bau und werden voraussichtlich im Geschäftsjahr 2023/2024 fertiggestellt. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um die Fertigstellung der Abwasser- und Trinkwasserleitung, der Plasmaanlage sowie um die Erweiterung technischer Anlagen. Die Abschreibungen betrugen im Geschäftsjahr 2.184 TEUR (Vorjahr 2.011 TEUR) wobei sich keine wesentlichen Änderungen zum Vorjahr ergeben haben.

Die Vorräte haben sich auf TEUR 1.030 erhöht. Der Bestand an fertigen Erzeugnissen hat sich im Vorjahresvergleich um TEUR 121 erhöht, die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe haben sich um TEUR 1.013 erhöht, um die Produktion auch bei kurzfristigen Lieferengpässen zu gewährleisten. Die geleisteten Anzahlungen haben sich um T€ 105 reduziert.

Die Forderungen gegen Kunden sind um TEUR 3.363 gestiegen. Grund hierfür sind maßgeblich verlängerte Zahlungsziele. Die Forderungen gegenüber verbunden Unternehmen haben sich um TEUR 193 erhöht.

Das Eigenkapital ist im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder gestiegen und weist zum Bilanzstichtag einen Saldo von TEUR 26.832 (Vorjahr 6.427 TEUR) aus. Die Entwicklung im Geschäftsjahr resultiert aus dem Jahresfehlbetrag TEUR 5.176 sowie weiterer Einzahlungen durch die Gesellschafter. Im Oktober 2022 wurden vom Gesellschafter eine Einzahlung von TEUR 18.000 EUR sowie weitere Einzahlungen im März von TEUR 6.214 und im April von TEUR 1.366 geleistet, die in die Kapitalrücklage eingestellt worden sind.

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen hat sich auf TEUR 5.288 (Vorjahr: TEUR 5.797) reduziert. Die Berechnung der Auflösung erfolgt auf Basis der bezuschussten Wirtschaftsgüter und deren Nutzungsdauer.

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2019/2020 hat die Gesellschaft einen Vertrag für Pensionsverpflichtungen geschlossen. Geänderte Parameter und Änderungen im Mengenerüst resultieren in einer Erhöhung der Pensionsrückstellung im Geschäftsjahr von TEUR 131.

Aufgrund des hohen Jahresfehlbetrages ergaben sich auch für dieses Geschäftsjahr keine Steuerrückstellungen.

Die sonstigen Rückstellungen sind von TEUR 6.066 auf TEUR 4.4766 gesunken. Der Rückgang basiert im Wesentlichen auf der Entwicklung der Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, die sich infolge neuer Annahmen von TEUR 5.264 auf TEUR 3.327 reduzierten. Die Rückstellung für Energie- und Rückbauverpflichtungen erhöhten sich von TEUR 172 auf TEUR 469, ebenso erhöhten sich die Rückstellung für Personalkosten von TEUR 507 auf TEUR 566. Gegenläufig hierzu reduzierten sich die Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten von TEUR 110 auf TEUR 71.

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen, welche durch Kunden aufgrund der ursprünglich vertraglich vereinbarten mehrjährigen Abnahmemengen zu leisten waren, reduzierten sich von TEUR 1.472 im Vorjahr auf TEUR 625. Der Rückgang resultiert maßgeblich aus den im Geschäftsjahr erfolgten Lieferungen der vorab kontrahierten Absatzmengen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber der Covidien Group S.a.r.l., Luxemburg, sind im Geschäftsjahr von TEUR 9.712 auf TEUR 0 gesunken. Dieser Rückgang ist durch die Rückzahlung aller Verbindlichkeiten im Rahmen des Gesellschafterwechsels begründet.

III. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

1. Chancenbericht

Als Teil einer umfassenden Umstrukturierung von Medtronic wurde der Geschäftsbereich für Nierenversorgungslösungen ausgegliedert. In diesem Zusammenhang haben Medtronic und DaVita ein neues JointVenture mit dem Namen Mozarc Medical gegründet mit dem Ziel patientenzentrierte Lösungen zu entwickeln und die Heimdialyse zu revolutioniert, indem die Zugänglichkeit, die Benutzerfreundlichkeit und klinische Leistung verbessert. Die CLEARUM trägt einen entscheidenden Teil zu dieser Entwicklung bei und spürt bereits jetzt positive Auswirkungen durch Erlösströme im Rahmen der Übergangsdienstleistungsvereinbarung mit der Medtronic GmbH.

Entscheidend für ein nachhaltiges Bestehen im Wettbewerbsumfeld sind zum einen gleichbleibend hohe Qualität der Produkte und zum anderen effektive und effiziente Produktionsprozesse. Die CLEARUM begegnet der zunehmenden Preissensibilität der Kunden, indem sie regelmäßig Investitionen zur weiteren Senkung der Herstellungskosten vornimmt.

Die Optimierungsmöglichkeiten im Vertriebsbereich der CLEARUM liegen auch im Geschäftsjahr in der effizienten Planung von Kundenverträgen und in der Optimierung von Produktionsprozessen. Um den langfristigen Erfolg der Gesellschaft zu sichern, ist es eine erste und andauernde Aufgabe unternehmerischen Handelns, Chancen zu suchen, zu erkennen und das Potential derselben einzuschätzen. Die als geeignet erachteten Möglichkeiten werden dann in zielgerichtetes unternehmerisches Handeln umgesetzt. Dieses Chancen-Management ist eng mit den formulierten mittel- bis langfristigen Unternehmens-Strategien verbunden.

Es ist geplant, sukzessiv den Anteil der produzierten Erzeugnisse an die Bellco S.R.L., Mirandola/Italien zu erhöhen, welche sich auch im Konzernverbund der Mozarc Medical, Irland befindet und Dialysefilter sowie Geräte für den Dialyseprozess herstellt. Somit wird der konzerninterne Absatz ebenfalls als Chance für die CLEARUM eingestuft.

2. Risikobericht

Ein nicht unerhebliches Risiko ergibt sich aus der Finanzierung sowie der Eigenkapitalentwicklung. Die Gesellschaft wird auch in der Zukunft konzernintern finanziert. Ein weiterer Schritt zur Reduzierung des Risikos erfolgte im Geschäftsjahr 2023/2024 durch die Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 2.800 TEUR durch den Gesellschafter.

Im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich keine wesentlichen Änderungen, die operativen Risiken sind auch im Geschäftsjahr 2023/2024 vielfältig und liegen weiterhin in technischen Störungen, Störungen im Produktionsprozess oder der Produktion von minderwertiger Qualität. Durch permanente Überwachung und gezielte Steuerung der Produktionsprozesse wird diesen mittleren Risiken dauerhaft entgegengewirkt.

Die Verkaufspreise haben sich zum Vorjahr nicht weiter reduziert, die Eigenproduktion von Membranen durch konzernexterne Kunden stellt keine weiteren signifikanten Geschäftsrisiken der Gesellschaft dar, da der konzerninterne Verkauf weiter zugenommen hat. Den zunehmenden Preisdruck in diesem Bereich versucht die Gesellschaft durch weitere Effizienzmaßnahmen in der Produktion zu kompensieren. Gleichzeitig hat die Preisentwicklung auf dem Energie- und Rohstoffmarkt, im Vergleich zum Vorjahr, Auswirkungen auf die Beschaffung unserer Rohstoffe. Geprägt ist die Preisentwicklung im Wesentlichen durch die Inflation, welche seit Februar 2022 durch den Ukraine-Krieg verstärkt wird, und der Logistiksituation. Durch regelmäßige Rücksprachen mit den Lieferanten sowie einer stetigen Bedarfsplanung wird die Produktion gewährleistet.

Weitere geringer einzustufende Risiken ergeben sich durch die nicht geringe Fluktuation. Im Vergleich zum Vorjahr, haben sich keine wesentlichen Veränderungen ergeben. Durch die Schaffung von Rahmenbedingungen, die zur persönlichen Zufriedenheit und Wertschätzung der Mitarbeiter beitragen, konnte die CLEARUM sich weiter auf den Aufbau des Personalstamms konzentrieren. Es ist bereits ein Stamm von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern vorhanden, der jedoch auch im Folgejahr aufgestockt werden soll. Die Maßnahmen wie ausgeweitetes Recruiting wurden auch im Geschäftsjahr weiterverfolgt.

In der Gesamtschau beurteilt die Geschäftsführung für das abgelaufene sowie für die zwei künftigen Geschäftsjahre die Chancen als zufriedenstellend und die Risiken als nicht überwiegend ein und hat entsprechende Maßnahmen getroffen.

3. Prognosebericht

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt soll in 2023 gemäß des Internationalen Währungsfonds sinken. Laut der BVMed Herbstumfrage 2022 geht die Branche von einer positiven Umsatzentwicklung von 3,3 Prozent für das Kalenderjahr 2022 aus. Jedoch werden die Gewinne aufgrund der dramatischen Kostensteigerungen insgesamt zurückgehen.

Die Geschäftsführung erwartet für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft in den folgenden beiden Geschäftsjahren einen Verlust aus dem operativen Geschäft, bei denen sich jedoch voraussichtlich eine leicht rückläufige Entwicklung abzeichnen wird. Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs seit Beginn des 24. Februars 2022 der steigenden Inflation und daraus resultierenden höheren Energie- und Rohstoffpreisen versucht die Gesellschaft gezielt entgegenzuwirken, indem sie weiterhin die Produktionsprozesse optimiert und somit das Produktionsvolumen erhöht.

Im Geschäftsjahr 2023/2024 werden weiterhin entsprechende Maßnahmen zur Besetzung des Personalstamms verfolgt, um sukzessive die wenigen freien Stellen zu besetzen und entsprechend im Geschäftsjahr 2023/2024 zu halten. Die Geschäftsführung erwartet, dass der nichtfinanzielle Steuerungsleistungsindikator aufgrund des steigenden Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Im Geschäftsjahr 2024/2025 ist jedoch eine moderate Steigerung aufgrund der Umstellung des Schichtsystems und des damit steigenden Personalbedarfs geplant.

Es ist geplant, in den Folgejahren mindestens 50% der Produktionsmenge innerhalb des Konzernverbunds zu verwenden. Das Geschäft mit externen Kunden wird auch im Geschäftsjahr 2023/2024 als auch im Geschäftsjahr 2024/2025 mit kurzfristigen Verträgen fortgeführt. Im Vergleich zum Geschäftsjahr wird der finanzielle Steuerungsleistungsindikator Umsatzerlöse voraussichtlich im Geschäftsjahr 2023/2024 einen moderat steigenden Verlauf verzeichnen. Neben den umsatzsteigernden Maßnahmen wird die Gesellschaft auch weiter an der Optimierung der Produktionsanlagen arbeiten, um mittels Steigerung des Produktionsvolumens die Kosten zu senken. In diesem Zusammenhang plant die Gesellschaft weitere Investitionen zur Effizienzsteigerung vorzunehmen. Im Geschäftsjahr 2024/2025 ist eine Steigerung des Produktionsvolumens aufgrund von Automatisierungsprojekten geplant. Somit geht die Geschäftsführung auch für das Geschäftsjahr 2024/2025 von einer weiteren leichten Steigerung der Umsatzerlöse aus.

 

Poppendorf, 5. Juni 2024

Bruno Patane, Geschäftsführer

Venkatesh Rao Manda, Geschäftsführer

Bilanz zum 30. April 2023

AKTIVA

30.04.2023 30.04.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 27.201,00 59.367,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.774.267,00 0,00
1.801.468,00 59.367,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.119.714,60 8.103.779,60
2. Technische Anlagen und Maschinen 12.331.243,00 13.325.106,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.013.495,02 756.047,02
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.342.977,31 2.793.215,06
24.807.429,93 24.978.147,68
26.608.897,93 25.037.514,68
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.754.812,22 741.517,25
2. Fertige Erzeugnisse 224.650,84 103.580,07
134,45
3. Geleistete Anzahlungen 105.212,07
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.979.597,51 950.309,39
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.483.185,84 4.119.700,95
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 249.249,78 56.743,60
3. Sonstige Vermögensgegenstände 392.642,57 479.166,97
8.125.078,19 4.655.611,52
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 3.363.396,38 626.803,89
13.468.072,08 6.232.724,80
C. Rechnungsabgrenzungsposten 53.270,78 53.749,98
Summe 40.130.240,79 31.323.989,46

PASSIVA

30.04.2023 30.04.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 322.143,00 322.143,00
II. Kapitalrücklage 90.968.888,49 65.388.334,44
III. Verlustvortrag -59.283.162,98 -53.235.091,27
IV. Jahresfehlbetrag -5.176.137,33 -6.048.071,71
26.831.731,18 6.427.314,46
B. Sonderposten
1. Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen 5.288.435,19 5.797.062,51
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 638.024,00 507.495,00
2. Sonstige Rückstellungen 4.476.108,06 6.066.291,86
5.114.132,06 6.573.786,86
D. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen und Leistungen 624.719,22 1.472.497,30
1.500.315,94 906.913,72
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundene Unternehmen 326.098,33 9.712.230,40
4. Sonstige Verbindlichkeiten 444.808,87 434.184,21
- davon aus Steuern: T€ 69 (i.V.: T€ 59)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: T€ 14 (i.V.: T€ 33)
2.895.942,36 12.525.825,63
Summe 40.130.240,79 31.323.989,46

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Mai 2022 bis 30. April 2023

2022/2023 2021/2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 15.164.495,81 14.969.365,49
2. Erhöhung/Verminderung des Bestandes an fertigen Erzeugnissen 121.070,77 -572.164,83
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.131.778,22 677.674,68
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe -5.616.794,58 -6.086.708,94
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 0,00 -108.158,06
-5.616.794,58 -6.194.867,00
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -6.060.935,13 -5.443.659,42
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.323.192,63 -1.360.095,78
- davon für Altersversorgung: T€ 134 (i.V.: T€ 195) -7.384.127,76 -6.803.755,20
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.183.986,06 -2.011.235,11
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -6.181.768,75 -5.968.615,78
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 336,35 0,00
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -174.356,17 -134.061,54
- davon an verbundene Unternehmen: T€ 170 (i.V.: T€ 133)
- davon aus Aufzinsung: T€ 3 (i.V.: T€ 2)
10. Steuern vom Einkommen und Ertrag -39,92 0,00
11. Ergebnis nach Steuern -5.123.392,09 -6.037.659,29
12. Sonstige Steuern -52.745,24 -10.412,42
13. Jahresfehlbetrag -5.176.137,33 -6.048.071,71

Registergericht: Rostock HRB 13037

Anhang für das Geschäftsjahr 2022/2023

1. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267Abs. 2 HGB.

Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und den ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH Gesetzes beachtet.

Bei der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB angewendet.

Das Geschäftsjahr beginnt am 1. Mai 2022 und endet am 30. April 2023.

2. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den Vorschriften des Handelsgesetzbuches.

Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Nutzungsdauer der erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände beträgt zwischen drei und zehn Jahren.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird mit dem Unterschiedsbetrag laut § 246 Abs. 1 Satz 4 HGB für die Übernahme des Geschäftsbereiches der Nierenversorgungslösungen abzüglich planmäßiger, nutzungsbedingter Abschreibungen über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren nach § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung.

Sachanlagen sind mit ihren Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger, nutzungsbedingter Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden nach der linearen Methode unter Berücksichtigung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer zwischen drei und 31 Jahren berechnet.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung. Entfallen die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung in den Folgejahren teilweise oder ganz, erfolgt eine Zuschreibung in Höhe der eingetretenen Wertaufholung, höchstens jedoch bis zu dem Wert, der sich ohne Vornahme der außerplanmäßigen Abschreibung ergeben hätte.

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet.

Geringwertige Vermögensgegenstände mit einem Wert von EUR 250,01 bis EUR 800 wurden nach § 6 Abs. 2 EStG sofort abgeschrieben.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bzw. den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die niedrigeren beizulegenden Werte werden im Wesentlichen nach den Verhältnissen am Beschaffungsmarkt, aber unter Berücksichtigung der Einsatzmöglichkeit der Bestände ermittelt. Abwertungen für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer ergeben, bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

Fertigerzeugnisse sind zu Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Herstellungskosten beinhalten die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie den angemessenen Teil der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Der in den Herstellungskosten enthaltene Wertverzehr des Anlagevermögens, das der Fertigung der Erzeugnisse dient, wird durch lineare Abschreibungen vom Anschaffungswert ermittelt.

Geleistete Anzahlungen auf Bestellungen werden zum Nennwert aktiviert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen. Zur Abdeckung des allgemeinen Ausfallrisikos wird eine Pauschalwertberichtigung von 0,5 % auf die nicht einzelwertberichtigten Nettoforderungen gebildet.

Die liquiden Mittel werden zum Nennwert angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert.

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen enthält passivisch abgegrenzte Investitionszuschüsse nach dem Investitionszulagengesetz. Die ertragswirksame Auflösung erfolgt korrespondierend zur durchschnittlichen Nutzungsdauer der entsprechenden Vermögensgegenstände.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage

versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck bewertet. Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt. Als Abzinsungsfaktor wurde der dazu von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,80 % (Vorjahr 1,79 %) angesetzt.

Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,00 % (Vorjahr 3,00 %) und Rentensteigerungen von 2,00 % (Vorjahr 1,90 %) zugrunde gelegt sowie eine Fluktuation in Höhe von 2,50 % p.a. (Vorjahr 2,50 %) unterstellt. Der gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB handelsrechtlich ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag aus der Anwendung eines 10-Jahres-Durchschnittszinssatzes (1,80 % p.a., Vorjahr 1,79 % p.a.) anstatt des 7-Jahres-Durchschnittszinssatzes (1,52 % p. a., Vorjahr 1,36 % p.a.) beträgt TEUR 26 (Vorjahr TEUR 32).

Die sonstigen Rückstellungen sind mit den Beträgen angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig sind und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe ihres voraussichtlichen Erfüllungsbetrages. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Hierbei wurden erwartete künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt.

Im Geschäftsjahr wurde die Bewertungsmethode zur Bestimmung der Drohverlustrückstellung im Vergleich zum Vorjahr zum Teil angepasst. Hierbei wurde ein retrospektiver Ansatz gewählt, um anhand von durchschnittlichen Erfahrungswerten den voraussichtlichen Erfüllungsbetrag definieren zu können.

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen werden zum Nennwert aktiviert.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

3. Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist dem Anhang als Anlage beigefügt.

Der Geschäfts- und Firmenwert wird durch den Kauf des Geschäftsbereiches der Nierenversorgungslösungen erstmals mit TEUR 1.774 in der Bilanz ausgewiesen.

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 249 (Vorjahr TEUR 57) aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Das Eigenkapital der CLEARUM GmbH hat sich im Vergleich zum Vorjahr durch drei weitere Einzahlungen erhöht:

Die erste Einzahlung i.H.v. TEUR 18.000 erfolgte am 19. Oktober 2022 durch die Covidien Swiss Holding GmbH, Neuhausen am Rheinfall/Schweiz.

Die zweite Einzahlung i.H.v. TEUR 6.214.060,47 erfolgte am 31. März 2023 durch die Mozarc Medical Ireland Limited, Dublin/Irland.

Die dritte Einzahlung i.H.v. TEUR 1.366.493,58 erfolgte am 06. April 2023 ebenfalls durch die Mozarc Medical Ireland Limited, Dublin/Irland.

In den sonstigen Rückstellungen sind insbesondere Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften von TEUR 3.327 (Vorjahr TEUR 5.264), für Personal von TEUR 528 (Vorjahr TEUR 507), Strom und Beratungskosten von TEUR 459 (Vorjahr TEUR 172), für die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses von TEUR 71 (Vorjahr TEUR 110), für eine Rückbauverpflichtung, sowie für Archivierung von TEUR 13 (Vorjahr TEUR 13) enthalten.

Mit der Firma YARA Besitz GmbH als Eigentümerin des Grundstücks in Poppendorf besteht ein Erbbaupachtvertrag mit Laufzeit bis zum 31.05.2035. Gemäß § 10 des Vertrages hat die CLEARUM GmbH nach Ablauf des Vertrages den ursprünglichen Zustand des Grundstückes wiederherzustellen. Die CLEARUM GmbH hat im Kalenderjahr 2018 die Errichtung von Baulichkeiten auf diesem Grundstück vollständig abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2019 wurde mit der Ansammlung einer Rückstellung für die genannte Rückbauverpflichtung begonnen. Für die Rückbauverpflichtungen für den Standort Poppendorf, die nach Ablauf des Pachtvertrags entstehen, wurde ein Betrag von TEUR 1.000 ermittelt. Dabei wurden voraussichtliche Preis- und Kostensteigerungen von 1,0 % p.a. berücksichtigt. Bei der Berechnung wurde davon ausgegangen, dass der Pachtvertrag im Jahr 2035 endet. Die Rückstellung wird ratierlich über die Pachtzeit aufgebaut und mit einem laufzeitadäquaten Zinssatz (1,39 %) abgezinst. Zum 30. April sind dementsprechend TEUR 233 (Vorjahr TEUR 179) zurückgestellt.

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen, welche durch Kunden aufgrund der ursprünglich vertraglich vereinbarten mehrjährigen Abnahmemengen zu leisten waren, reduzierten sich von TEUR 1.472 im Vorjahr auf TEUR 625. Der Rückgang resultiert maßgeblich aus den im Geschäftsjahr erfolgten Lieferungen der vorab kontrahierten Absatzmengen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 326 (Vorjahr TEUR 9.712) weisen Verbindlichkeiten aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr von TEUR 326 (Vorjahr TEUR 577) mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr und Verbindlichkeiten bezogen auf die gewährte Kreditlinie gegenüber dem ehemaligen Gesellschafter Covidien Group S.a.r.l., Luxemburg, (TEUR 0; Vorjahr TEUR 9.136) mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren auf. Alle anderen Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse betragen TEUR 15.164 (Vorjahr TEUR 14.969). Die Gesellschaft nimmt die größenabhängigen Erleichterungen des § 288 Abs. 2 HGB i.V.m. § 285 Nr. 4 HGB in Anspruch.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens in Höhe von TEUR 509 (Vorjahr TEUR 509), der Auflösung von Rückstellungen für Mitarbeiterboni von TEUR 39 (Vorjahr TEUR 15), sowie aus der Herabsetzung der Einzelwertberichtigung von TEUR 27 (Vorjahr TEUR 0). Die Auflösung der Drohverlustrückstellung in Höhe von TEUR 531 (Vorjahr TEUR 0) machten den wesentlichen Teil der sonstigen betrieblichen Erträge aus.

Der Materialaufwand beträgt TEUR 5.617 (Vorjahr TEUR 6.170). Reduzierend liegt keine Zuführung zur Drohverlustrückstellungen vor. Gleichzeitig erhöhte sich der Materialaufwand aufgrund der Preissteigerungen für Rohstoffe.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten solche an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 170 (Vorjahr TEUR 133) und solche aus Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 3 (Vorjahr TEUR 2).

5. Sonstige Angaben

Mitarbeiterzahl

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 147 Mitarbeiter (davon 36 angestellt und 113 gewerblich) beschäftigt.

Per 30.04.2023 Per 30.04.2022
Mitarbeiterzahl 147 146
Davon gewerblich 111 117
Davon angestellt 36 29

Geschäftsführung

Im Geschäftsjahr erfolgte die Geschäftsführung durch die folgenden Geschäftsführer:

Herr Venkatesh Rao Manda, Stillwater/USA, Chief Executive Officer der Mozarc Medical Holding LLC

Herr Bruno Patane, Krefeld/Deutschland, Senior Director of Global Marketing der Mozarc Medical Holding LLC

Die Gesellschaft verzichtet gemäß § 286 Abs. 4 HGB auf eine Angabe der Geschäftsführerbezüge.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beläuft sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 5.419 (Vorjahr TEUR 7.099). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um vertragliche Verpflichtungen aus der Abnahme von Energie bis Mai 2025 (TEUR 4.878 bzw. TEUR 2.195 p.a.) und der Erbbaupacht bis zum Mai 2035 (TEUR 423). Darüber hinaus bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen in Höhe von TEUR 118.

Abschlussprüferhonorar

Eine Angabe des von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar ist unter Anwendung von § 288 Abs. 2 Satz 2 HGB i.V.m. § 285 Nr. 17 HGB unterblieben.

Weitere Angaben

Konzernzugehörigkeit

Bis zum 31. März 2023

Die CLEARUM GmbH gehörte zum Konzern der Medtronic PLC, Dublin, Irland, die indirekt über die Covidien Swiss Holding GmbH, Neuhausen am Rheinfall/Schweiz, sämtliche Anteile am Kapital der CLEARUM GmbH hielt. Der Jahresabschluss der CLEARUM GmbH wurde in den Konzernabschluss der Medtronic PLC (größter und kleinster Konsolidierungskreis) einbezogen.

Ab dem 1. April 2023

Die CLEARUM GmbH gehört zum Konzern der Mozarc Medical Holding LLC, Minneapolis/USA, die indirekt über die Mozarc Medical Ireland Limited, Dublin/Irland, sämtliche Anteile am Kapital der CLEARUM GmbH hält. Der Jahresabschluss der CLEARUM GmbH wird in den Konzernabschluss (größter Konsolidierungskreis) der Mozarc Medical Holding LLC, Dublin/Irland, einbezogen, welcher jedoch nicht veröffentlicht wird. Das oberste Mutterunternehmen ist ein Joint Venture zwischen Medtronic plc, Dublin/Irland, und DaVita Inc, Denver/Vereinigte Staaten von Amerika.

Der Konzernabschluss der Mozarc Medical Ireland Limited, Dublin/Irland, (kleinster Konsolidierungskreis) wird bei dem Companies registration office, Irland, Dublin 1, Bloom House Gloucester Place Lower offengelegt.

Nachtragsbericht

Die CLEARUM GmbH ist bisher nicht direkt von den wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs seit Beginn des 24. Februars 2022 betroffen, jedoch sind die hiermit zusammenhängenden Preissteigerungen für Energie und Rohstoffe eine finanzielle Herausforderung. Aufgrund von zwei weiteren Einzahlungen in die Kapitalrücklage durch die Mozarc Medical Ireland Limited in Höhe von TEUR 2.800 am 3. August 2023 und in Höhe von TEUR 4.000 am 03. Januar 2024, ist die finanzielle Stabilität weiterhin sichergestellt. Die Beschaffung der Rohstoffe sowie wie der Export unserer fertigen Erzeugnisse sind ebenfalls sichergestellt.

 

Poppendorf, 5. Juni 2024

Bruno Patane, Geschäftsführer

Venkatesh Rao Manda, Geschäftsführer

Anlagenspiegel zum 30.04.2023

CLEARUM GmbH, Poppendorf

Anschaffungs- und Herstellungskosten
EUR 01.05.2022 Zugänge Umbuchungen 30.04.2023
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 193.432,07 193.432,07
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 1.789.177,21 1.789.177,21
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 193.432,07 1.789.177,21 1.982.609,28
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.836.004,77 1.404.014,92 11.240.019,69
2. technische Anlagen und Maschinen 22.057.876,66 560.691,56 22.618.568,22
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.490.070,76 28.604,28 423.119,09 1.941.794,13
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.793.215,06 1.937.587,82 -2.387.825,57 2.342.977,31
Summe Sachanlagen 36.177.167,25 1.966.192,10 0,00 38.143.359,35
Summe Anlagevermögen 36.370.599,32 3.755.369,31 0,00 40.125.968,63
Abschreibungen
EUR 01.05.2022 Zugänge 30.04.2023
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 134.065,07 32.166,00 166.231,07
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 14.910,21 14.910,21
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 134.065,07 47.076,21 181.141,28
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.732.225,17 388.079,92 2.120.305,09
2. technische Anlagen und Maschinen 8.732.770,66 1.554.554,56 10.287.325,22
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 734.023,74 194.275,37 928.299,11
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 11.199.019,57 2.136.909,85 13.335.929,42
Summe Anlagevermögen 11.333.084,64 2.183.986,06 13.517.070,70
Buchwert
EUR 30.04.2023 30.04.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 27.201,00 59.367,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.774.267,00 0,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 1.801.468,00 59.367,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.119.714,60 8.103.779,60
2. technische Anlagen und Maschinen 12.331.243,00 13.325.106,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.013.495,02 756.047,02
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.342.977,31 2.793.215,06
Summe Sachanlagen 24.807.429,93 24.978.147,68
Summe Anlagevermögen 26.608.897,93 25.037.514,68

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die CLEARUM GmbH, Poppendorf

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der CLEARUM GmbH, Poppendorf, - bestehend aus der Bilanz zum 30. April 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2022 bis zum 30. April 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der CLEARUM GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2022 bis zum 30. April 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. April 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2022 bis zum 30. April 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 6. Juni 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Alexander Fernis, Wirtschaftsprüfer

ppa. Dr. Cristina Müller-Burmeister, Wirtschaftsprüferin

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