VR-Bank Mitte eG
Stammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Bettina Musters seit 10.2.2025 | Vorstandsmitglied |
Jan Michalek seit 18.7.2023 | Vorstandsmitglied |
Stefan Renziehausen seit 18.7.2023 | Prokura |
Susanne Haß seit 13.7.2022 | Prokura |
Benedikt Lares seit 13.7.2022 | Prokura |
Jonas Zindel seit 13.7.2022 | Prokura |
Florian Hartleib seit 23.8.2021 | Prokura |
Dirk Brumm seit 17.10.2019 | Prokura |
Silke Reuß-Bergmann seit 21.8.2019 | Prokura |
Uwe Range seit 21.8.2019 | Prokura |
Patrick Walter seit 21.8.2019 | Prokura |
Björn Alfons Henkel seit 21.8.2019 | Vorstandsmitglied |
Florian Engel seit 21.8.2019 | Prokura |
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
VR-Bank Mitte eGDuderstadtJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023VR-Bank Mitte eG, DuderstadtGliederung des Lageberichts A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht) 1. Rahmenbedingungen 2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs 4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage a) Ertragslage b) Finanzlage c) Vermögenslage 5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage C. Risiko- und Chancenbericht D. Prognosebericht A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit Wir betreiben unsere Geschäfte im Rahmen der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben, insbesondere unter Beachtung des Kreditwesengesetzes und unserer Satzung. Wir sind ein Kreditinstitut gemäß § 1 KWG. Geschäftszweck unserer Genossenschaft als Universalkreditinstitut ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder und Kunden. Darin gründet auch die enge regionale Bindung an das Geschäftsgebiet, nämlich weite Teile der Landkreise Eichsfeld, Göttingen, Northeim und Werra-Meißner (als Kerngeschäftsgebiet mit eigenen Filialstandorten) sowie der umliegenden Landkreise und kreisfreien (bzw. gleichgestellten) Städte. Der Sinn unserer Geschäftstätigkeit besteht darin, die wirtschaftlichen Ziele und Wünsche unserer Mitglieder zu verwirklichen. Dieser Förderauftrag ist für uns eine hohe qualitative Verpflichtung. Im Mittelpunkt steht das Kundeninteresse des einzelnen Mitgliedes. Daher verstehen wir uns als "DIE MITMACHBANK", in der jeder Kunde Mitglied sein soll. Wir wollen, dass sowohl Mitglieder und Kunden als auch Mitarbeiter und alle weiteren Interessengruppen in Entscheidungsprozesse involviert sind und die Möglichkeit haben, selbst mitzugestalten bzw. "mitzumachen". Unser Geschäftsmodell fokussiert sich auf das Kundengeschäft. Die Bank hat als zentrale Geschäftsaktivitäten das Privat- und das Firmenkundengeschäft sowie als Ergänzung zum Kundengeschäft und zur Liquiditäts-, Ertrags- und Risikosteuerung das Eigengeschäft. Das Institut nutzt darüber hinaus das Leistungsangebot innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe. Zur Erfüllung von § 1 EinSiG i. V. m. § 1 Abs. 3d Satz 1 KWG gehört die Bank der BVR-Institutssicherung (BVR-ISG Sicherungssystem) an. Das BVR-ISG Sicherungssystem ist eine Einrichtung der BVR Institutssicherung GmbH, Berlin (BVR-ISG), die als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem gilt. Daneben ist unsere Genossenschaft der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR-SE) angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht. Die BVR-SE ist als zusätzlicher, genossenschaftlicher Schutz parallel zum BVR-ISG Sicherungssystem tätig. Unser zuständiger Prüfungsverband ist der Genoverband e.V., Hannover. B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht) 1. Rahmenbedingungen 1.1. Konjunktur in Deutschland Leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung Im Jahr 2023 beeinträchtigten die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %). Die Inflationsrate verminderte sich zwar von 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5,9 % 2023. Der Preisauftrieb blieb damit aber weiterhin ausgesprochen hoch. Preisbereinigtes Wirtschaftswachstum in Deutschland
Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand: 23.02.2024. Wachstumsbeiträge: Mögliche Differenzen in den Summen ergeben sich durch Rundung der Zahlen. Dämpfende Einflüsse überlagern sich Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Dabei überlagerten sich die dämpfenden Einflüsse vielfach. Die bis ins Frühjahr bestehenden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung erfüllten sich nicht. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Überlagert wurden diese Einflüsse auch von dem andauernden Arbeits- und Fachkräftemangel hierzulande und den hohen Unsicherheiten, beispielsweise über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahostkonflikts und den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. In Reaktion auf das Urteil musste die Bundesregierung zum Jahresende in ihrer Finanzplanung deutliche Kürzungen und Einsparungen vornehmen. Inflation hemmt den Privatkonsum Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,7 % zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft der Einkommen vieler Haushalte deutlich dämpfte. Vor allem in Bereichen, in denen die Preise auf dem hohen Stand des Vorjahres verharrten oder sogar weiter zulegten, kam es zu rückläufigen Ausgaben. Die Privathaushalte gaben insbesondere für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,3 %) sowie Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (-4,5 %) erheblich weniger aus, trotz der vielfach deutlichen Lohn- und Gehaltssteigerungen und der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage. Die staatlichen Konsumausgaben verminderten sich mit dem Wegfall von pandemiebedingten Sonderausgaben ebenfalls. Der Staatskonsum, der 2022 noch um 1,6 % gestiegen war, sank um deutliche 1,5 %. Insgesamt trugen die Konsumausgaben mit einem Beitrag von -0,7 Prozentpunkten wesentlich zum Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts bei. Gespaltene Investitionskonjunktur Ähnlich wie bereits im Vorjahr zeigte sich die Investitionskonjunktur gespalten. Einerseits legten die Investitionen in Ausrüstungen wie Fahrzeuge und Maschinen erneut zu, wenn auch schwächer als 2022 (+3,0 % nach +4,0 %). Hier stützen die abnehmenden Lieferengpässe die Entwicklung, die eine sukzessive Abarbeitung der aufgestauten Auftragsbestände ermöglichten. Andererseits gaben die Bauinvestitionen, die im Vorjahr um 1,8 % gesunken waren, abermals nach. Sie wurden noch stärker als die Ausrüstungsinvestitionen durch die rasant steigenden Leitzinsen ausgebremst und verminderten sich, trotz eines witterungsbedingt günstigen Jahresauftakts, um 2,7 %. Neben dem zinsbedingten Nachfragerückgang, von dem der Wohnungsbau noch stärker als der Gewerbebau betroffen war, belastete die nur langsam nachlassende Baupreisdynamik das Investitionsgeschehen. Alles in allem gingen von den Bruttoanlageinvestitionen ein leicht negativer Impuls (-0,1 Prozentpunkte) für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus. Schwacher Außenhandel Der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirtschaft konnte 2023 nicht an die deutlichen Zuwächse während der Erholung von der Coronakrise im Jahr 2022 anknüpfen. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken um 2,2 % beziehungsweise 3,4 %, nachdem sie im Vorjahr noch um 3,3 % und 6,6 % gestiegen waren. Maßgeblich für den Rückgang des Exportgeschäfts war die im Jahresverlauf schwächer werdende weltwirtschaftliche Gangart. Zudem belasteten die hohen inländischen Energiekosten die deutschen Exportunternehmen, insbesondere in den energieintensiven Produktionsbereichen wie der chemischen Industrie. Dämpfend auf die Importe wirkte wiederum die schwache inländische Produktions- und Konsumentwicklung. Da die Importe jedoch stärker sanken als die Exporte, wirkte der Außenhandel als Ganzes rechnerisch mit einem Wachstumsbeitrag von +0,6 Prozentpunkten dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts entgegen. Niedrigeres Finanzierungsdefizit des Staates Die staatlichen Einnahmen expandierten 2023 mehr als die Ausgaben. Befördert wurde das Einnahmenwachstum nicht zuletzt durch steigende Sozialbeiträge und höhere Verkaufserlöse, unter anderem weil die Umsätze der meisten Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs mit der Einführung des 49 Euro-Tickets dem Sektor Staat zugerechnet wurden. Stärkste Treiber des Ausgabenwachstums waren Anpassungen bei den Renten und Pensionen sowie höhere Zinsaufwendungen. Hinzu kamen umfangreiche Mehrausgaben zur Abmilderung der Energiekrise, wie die Zahlungen für die Gas-, Fernwärme- und Strompreisbremsen der Bundesregierung. Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit gab in Relation zum nominal kräftig gestiegenen Bruttoinlandsprodukt leicht von 2,5 % im Vorjahr auf 2,1 % nach. Die staatliche Schuldenquote, die 2022 noch bei 66,1 % lag, dürfte auf rund 65 % gesunken sein. Robuste Arbeitsmarktlage Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in der Statistik, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Mio Menschen im Vorjahr auf 2,6 Mio Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 % aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und nur leicht über dem Stand von 2022 (+5,3 %). Zudem hielt der Beschäftigungsaufbau an. Die Erwerbstätigenzahl kletterte im Vorjahresvergleich um gut 300.000 auf einen neuen Rekordwert von rund 45,9 Mio Menschen. Inflationsrate nach Höchststand etwas gesunken Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. So ist die Inflationsrate ausgehend von den im Januar und Februar mit jeweils 8,7 % markierten Maximalwerten bis November und Dezember auf Jahrestiefstände von 3,2 % und 3,7 % gefallen. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie. Angesichts staatlicher Entlastungsmaßnahmen und rückläufiger Notierungen für Energieträger verteuerten sich Energieprodukte 2023 um unterdurchschnittliche 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Vorjahr. Bei Nahrungsmitteln hielt hingegen der hohe Preisauftrieb nahezu ungebremst an. Sie verteuerten sich um 12,4 %, nach einer Erhöhung um 13,4 % im Vorjahr. Industrie mit leichtem Wertschöpfungsrückgang Im Verarbeitenden Gewerbe belasteten die trotz der nachlassenden Preisdynamik insgesamt noch immer sehr hohen Energiepreise, die nur langsam schwindenden Materialengpässe und die globale Nachfrageschwäche die Lage. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs gab daher nochmals leicht nach. Sie sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % und damit in gleichem Umfang wie 2022 (-0,3 %). Innerhalb der Industrie zeigten sich abermals sehr unterschiedliche Entwicklungen, wie die Produktionsdaten verdeutlichen. Während die wichtige Automobilindustrie die noch recht hohen Auftragsbestände vom Jahresbeginn teilweise abarbeiten und ihre Erzeugung um deutliche 10,9 % steigern konnte, ging die Produktion im ebenfalls gewichtigen Maschinenbau um 1,3 % zurück, auch wegen der schwachen in- und ausländischen Nachfrage. Die stärksten Produktionseinbußen mussten aber erneut einige energieintensiven Industriezweige hinnehmen. Dazu zählen die chemische Industrie (-10,8 %), deren Produktion auf den niedrigsten Stand seit 1995 sank, die Herstellung von Glas, Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erde (-14,4 %) sowie die Metallerzeugung und -bearbeitung (-3,7 %). Ungeachtet des neuerlichen Wertschöpfungsrückgangs legte die Erwerbstätigenzahl im Verarbeitenden Gewerbe etwas zu, um 0,2 % auf fast 7,5 Mio. Menschen. Verhaltene Baukonjunktur Die Baukonjunktur präsentierte sich abermals schwach. Nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr (-3,3 %) verminderte sich die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Baugewerbes 2023 nochmals, wenngleich mit einer Veränderungsrate von -0,2 % weniger stark als zuvor. Hemmend auf die Aktivitäten des Wirtschaftsbereichs wirkten vor allem die weiterhin hohen Baukosten, der anhaltende Mangel an Arbeitskräften und die, wegen der gestiegenen Zinsen, verschlechterten Finanzierungsbedingungen. Hiervon war insbesondere der Hochbau betroffen, während sich die Geschäfte im Tiefbau und im Ausbaugewerbe vergleichsweise besser entwickelten. Darauf deuten unter anderem die amtlichen Umsatzdaten hin, die allerdings nicht preisbereinigt, sondern lediglich in jeweiligen Preisen verfügbar sind. So expandierte der baugewerbliche Umsatz im Hochbau in den ersten drei Quartalen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lediglich um 1,1 %. Im Tiefbau und im Ausbaugewerbe kam es hingegen zu kräftigen Zuwächsen um 12,2 % und um 15,7 %, befördert einerseits durch einen regen Straßenbau und anderseits durch eine hohe Nachfrage nach energetischen Sanierungen. Trotz der allgemeinen Schwäche hielt der Stellenaufbau im Baugewerbe an. Die Erwerbstätigenzahl kletterte um 0,5 % auf 2,6 Mio. Personen. Stabile Geschäftsentwicklung im Handwerk Das Handwerk hat die vielfältigen Herausforderungen des Jahres 2023 vergleichsweise robust gemeistert. Darauf lässt der Geschäftsklimaindikator des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks schließen, der nach einem Rückgang im Vorjahr wieder über die Marke von 100 Punkten stieg, die eine Grenze zwischen einer positiven und einer negativen Konjunkturlage markiert. Differenziert nach den einzelnen Gewerbezweigen zeigten sich aber teilweise recht unterschiedliche Entwicklungen. Dies verdeutlichen die Umsatzdaten der amtlichen Handwerksberichterstattung, die ebenfalls nur in jeweiligen Preisen vorliegen. Demnach übertraf der Umsatz des gesamten Handwerks in den ersten drei Quartalen seinen entsprechenden Vorjahreswert um 6,5 %. Besonders deutlich fiel das Wachstum im Kraftfahrzeuggewerbe (+9,0 %) und im Ausbaugewerbe (+8,0 %) aus, angeregt durch eine spürbare Belebung der Neuwagen- und Gebrauchtwagenmärkte sowie durch die hohe Nachfrage nach Energieeffizienzmaßnahmen und nach Photovoltaik-Anlagen. Im Handwerk für den gewerblichen Bedarf (+5,8 %) und in den Bauhauptgewerken (+1,2 %) stiegen die Umsätze demgegenüber weniger deutlich, was angesichts der allgemein schwachen Industrie- und Baukonjunktur nicht verwundert. Schwieriges Jahr für den Einzelhandel Im Einzelhandel haben die im Vorjahresvergleich nur wenig verminderten Preisanstiege merkliche Spuren hinterlassen. Wegen der Kaufkraft zehrenden Inflation hielten sich die Verbraucher mit ihren Ausgaben zurück. Zusätzlich dämpften die hohen wirtschaftlichen Unsicherheiten die Anschaffungsneigung. Vor diesem Hintergrund sank der preisbereinigte Einzelhandelsumsatz um deutliche 3,3 %, nachdem er bereits 2022 um 0,7 % nachgegeben hatte. In den stärker von der Coronapandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 war der Einzelhandelsumsatz noch um 4,8 % und 0,6 % gestiegen, befördert unter anderem durch eine Sonderkonjunktur im Internet- und Versandhandel. Besonders deutlich sank der Umsatz 2023 im Einzelhandel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf (-7,4 %) und im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (-6,0 %). Auch im Internet- und Versandhandel (-3,9 %) musste ein überproportionaler Rückgang hingenommen werden. Im sonstigen Einzelhandel (-0,5 %), der beispielsweise Fahrräder und Bücher umfasst, fiel die Entwicklung demgegenüber günstiger aus und im Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren (+2,6 %) konnte sogar ein Umsatzplus erzielt werden, entgegen der allgemeinen Tendenz. Umsatzrückgang im Großhandel Angesichts der rückläufigen Konsumausgaben und der verhaltenen Industriekonjunktur gab der preisbereinigte Absatz im Großhandel ebenfalls nach. Dies legen zumindest die amtlichen Monatsdaten nahe, die bis einschließlich November vorliegen. Demnach unterschritt der Großhandelsumsatz im Zeitraum von Januar bis November sein entsprechendes Vorjahresniveau um 4,2 %, wobei der Produktionsverbindungshandel (-4,9 %) einen stärkeren Rückgang erfuhr als der Konsumtionsverbindungshandel (-3,4 %). Der Gesamtverlauf war damit wesentlich ungünstiger als im Jahresdurchschnitt 2022 (+0,9 %). Mit Ausnahme des Großhandels mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren, der von der verbesserten Lage im Agrarsektor profitierte und seinen preisbereinigten Umsatz um 5,3 % steigerte, verringerte sich der Absatz in allen Handelsgruppen. Am deutlichsten war der Umsatzrückgang im Großhandel ohne ausgeprägten Schwerpunkt (-10,0 %), der unter anderem den nicht anderweitig zuordenbaren Großhandel mit Rohstoffen und Halbwaren umfasst. Dienstleistungssektor mit Wertschöpfungszuwachs Der Dienstleistungssektor blieb 2023 eine zentrale Stütze der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs legte mit einem Anstieg um 0,5 % allerdings weniger dynamisch zu als im Vorjahr (+3,0 %). Innerhalb des tertiären Sektors fiel das Wachstum in den Bereichen Informations- und Kommunikationsdienstleister (+2,6 %) und sonstige Dienstleister (+1,8 %) am deutlichsten aus, weiterhin befördert durch die in vielen Lebensbereichen voranschreitende Digitalisierung beziehungsweise das Auslaufen von Infektionsschutzmaßnahmen. Auch in den Bereichen Grundstücks- und Wohnungswesen (+1,1 %) und öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+1,0 %) fiel das Wachstum überdurchschnittlich stark aus. Deutlich schwächer entwickelten sich die Bereiche Unternehmensdienstleister (+0,4 %), Finanz- und Versicherungsdienstleister (-0,4 %) sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe (-1,0 %), wofür nicht zuletzt die kraftlose Industriekonjunktur verantwortlich war. Die Erwerbstätigenzahl stieg im Dienstleistungssektor als Ganzes um knapp 300.000 beziehungsweise 0,9 % auf fast 34,6 Mio. Menschen. Bezogen auf die Gesamtwirtschaft sind damit 9 von 10 zusätzliche Arbeitsplätze in diesem Sektor entstanden. Verbesserte Lage in der Landwirtschaft Die ökonomischen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine blieben für die landwirtschaftlichen Betriebe 2023 ein wichtiges Thema. Angesichts der kriegsbedingt engen Versorgungslage an den globalen Nahrungsmittel- und Rohstoffmärkten kam es kurzfristig in einigen Bereichen zu enormen Preissteigerungen. Darüber hinaus wurde die Landwirtschaft durch strukturelle Veränderungen in der Tier- und hier vor allem in der Schweinehaltung beeinflusst, die zu einer geringeren Erzeugung von tierischen Lebensmitteln führten. Da jedoch die Erzeugerpreise allgemein stärker stiegen als die Betriebsmittelpreise, konnten viele Betriebe wieder zur wirtschaftlichen Profitabilität zurückfinden. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes stieg das Unternehmensergebnis im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2022/23 gegenüber dem Vorjahr um 45 % auf 115.400 EUR. Abgesehen von den Wein- und Obstbaubetrieben konnten nahezu alle Betriebsformen ihr Ergebnis steigern. Auch im gesamten Agrarsektor, zu dem neben der Landwirtschaft die Forstwirtschaft und die Fischerei gezählt werden, hat sich die wirtschaftliche Lage verbessert. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung expandierte um 1,4 %, allerdings begleitet von einem weiteren Rückgang der Erwerbstätigenzahl um 0,5 % auf rund 550.000 Menschen. 1.2. Finanzmärkte Die Finanzmärkte sehen Zins- und Inflationsgipfel erreicht Das langsame, noch andauernde Abklingen des Inflationsschocks des Jahres 2022 dominierte das vergangene Jahre 2023 an den Finanzmärkten. Die Notenbanken setzten ihre geldpolitischen Straffungen aus dem Vorjahr fort und erhöhten ihre Leitzinsen weiter. Die größten westlichen Notenbanken, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve der USA (Fed), erreichten damit 2023 und binnen unter achtzehn Monaten Erhöhungsphase die höchsten Leitzinsniveaus seit der globalen Finanzkrise von 2008; im Falle der EZB die höchsten seit Einführung des Euro. Im Zuge dieser Zinspolitik sanken die konjunkturellen Aussichten der Weltwirtschaft aufgrund der steigenden Finanzierungskosten. Auch die Entwicklung in China trug zur einsetzenden Konjunkturbremsung bei, da das dortige Wachstum durch eine Immobilienkrise und Nachwirkungen der strengen Nullcovidpolitik geschwächt wurde. Geopolitische Unsicherheiten wie der andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der durch den Terrorangriff der Hamas auf Israel intensivierte Nahostkonflikt oder die Rivalität zwischen China und den USA belasteten die Konjunkturaussichten ebenfalls. Die Finanzmärkte entwickelten sich trotz dieser Belastungen positiv und bewerteten die rückläufigen Inflationsraten des Jahres 2023 als Zeichen für schneller als zu Jahresbeginn erwartet folgende Zinssenkungen im Jahr 2024. So fiel die Verbraucherpreisinflation in den USA zum Jahresende auf 3,4 %, nachdem sie im Januar 2023 noch bei fast doppelt so hohen 6,4 % gelegen hatte. Im Euroraum war sie im selben Zeitraum von 8,6 % auf 2,9 % gefallen. Zwar entwickelte sich die für die Geldpolitik maßgebliche Kernrate, die um die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrung bereinigt ist, weniger dynamisch. Sie fiel in den USA von 5,6 % auf 3,9 % und im Euroraum von 7,1 % auf ebenfalls 3,9 %. Doch die Finanzmärkte reagierten stark auf die Rückgänge, wodurch Aktien- und Anleihekurse vor allem zum Jahresende deutlich zulegten. USA: Fed lässt Zinserhöhungszyklus auslaufen Die US-Notenbank Fed beendete am 27. Juli 2023 ihren geldpolitischen Straffungskurs bei einem Leitzinskorridor von 5,25 % bis 5,5 %. Damit erhöhte die Fed ihre Zinsen 2023 noch um 100 Basispunkte, nachdem sie 2022 mit 425 Basispunkten das Gros ihrer geldpolitischen Reaktion auf den Inflationsschock bereits vollzogen hatte. Den Abbau ihrer Bestände an Staatsanleihen und Mortgage-backed securities (hypothekarisch besicherten Wertpapiere) setzte die US-Notenbank in dem von ihr 2022 festgelegten Tempo fort. Von August bis Dezember 2023 hielt die Fed ihre Leitzinsen schließlich stabil und kündigte an, diesen Kurs bis ins Jahr 2024 beibehalten zu wollen. Senkungen der Leitzinsen schloss die Fed in ihrer Außenkommunikation auch für 2024 bis zu jenem, noch zu erreichenden Zeitpunkt aus, an dem die Inflation gesichert zum Zielwert von 2 % zurückkehrt. Weitere Zinserhöhungen hielt sie sich für den Fall wieder steigender Inflation hingegen explizit offen, trotz zum Jahresende rückläufiger Kerninflationsraten. Europa: EZB erhöht Leitzinsen um 200 Basispunkte auf höchstes Zinsniveau ihrer Geschichte Nachdem die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen 2022 um 250 Basispunkte erhöht hatte, vollzog sie 2023 sechs weitere Zinserhöhungen um insgesamt 200 Basispunkte. Am 20. September 2023 erreichten die Leitzinsen ihren vorläufigen Höhepunkt mit 4 % für die Einlagefazilität und 4,5 % für die Hauptrefinanzierungsfazilität sowie 4,75 % für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Damit überschritt die EZB erstmals ihr vor der Finanzkrise erreichtes Leitzinsniveau, als die Einlagefazilität im Maximum bei 3,25 % gelegen hatte. Auf den nachfolgenden Sitzungen bis zum Jahresende bestätigte die EZB dieses Zinsniveau und kündigte ähnlich der Fed an, es so lange aufrecht halten zu wollen, bis die Inflation das mittelfristige EZB-Ziel von 2 % wieder erreiche. Parallel zu ihren Leitzinserhöhungen fuhr die EZB auch ihre Anleihekaufprogramme weiter zurück, um dadurch ihre restriktive Geldpolitik zu verstärken. Dadurch ging die zusätzliche Nachfrage der Notenbank an den Anleihemärkten deutlich zurück, die in der Niedrigzinsphase dazu gedient hatte, die langfristigen Zinsen zu senken. Indem sie diese Nachfrage entzog, wollte die EZB diese langfristigeren Zinsen wieder steigen lassen und damit die Wirkung ihrer zuerst die kurzen Fristen beeinflussenden Leitzinsen unterstützen. Ab Juli 2023 wurden fällig werdende Anleihen im Portfolio des 2014 eingeführten Programms APP nicht wieder reinvestiert, nachdem sie zuvor noch teilweise reinvestiert worden waren. Im Schnitt wurden 2023 monatlich ungefähr 27,6 Mrd. EUR APP-Volumen nicht wieder reinvestiert. Auf der letzten geldpolitischen Sitzung am 14. Dezember 2023 entschied die Notenbank zudem, fällig werdende Anleihen des 2020 aufgelegten Pandemiekaufprogramms PEPP ab Juli 2024 nur noch teilweise zu reinvestieren. Damit möchte sie ihre geldpolitische Straffung verstärken. Das Portfolio soll im Schnitt monatlich um 7,5 Mrd. EUR schrumpfen. Zum Jahresende 2024 sollen, laut Erklärung des EZB-Präsidiums, die Reinvestitionen dann komplett eingestellt werden. Das PEPP-Portfolio belief sich zum Jahresende 2023 auf rund 1.700 Mrd. EUR, das APP-Portfolio auf rund 3.000 Mrd. EUR. Anleihenachterbahn mit finalen Kursgewinnen Inflations- und Zinserwartungen sowie die tatsächlichen Entscheidungen der Notenbanken prägten die Anleihemärkte 2023 in Form hoher Volatilität. Das Jahr begann, nach den starken Kursverlusten durch Kriegs-, Inflations- und Zinsschocks 2022, mit einer Kurserholung von Staatsanleihen. In der Folge fielen ihre Renditen. So belief sich die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe am 02. Februar 2023 auf 2,07 %, nach noch 2,56 % an Neujahr. Aufgrund der weiterhin restriktiven Politik der Notenbanken stiegen die Renditen danach jedoch wieder an. In der Spitze erreichte die zehnjährige Bundesanleihe am 02. März 2023 eine Rendite von 2,75 %. Im Zuge der US-Regionalbankenkrise und der Schieflage der Crédit Suisse, die zu einer von den Schweizer Behörden organisierten Zusammenlegung mit dem Schweizer Konkurrenten UBS führte, fiel diese Rendite jedoch bis zum 20. März auf 2,1 % zurück. Dieses Auf und Ab setzte sich im weiteren Jahresverlauf fort. Im Vorfeld der geldpolitischen Sitzungen der Notenbanken, vor allem der Fed und der EZB, stiegen oder fielen die Renditen teils deutlich. Im Nachgang der Sitzungen setzte in der Regel eine zum Vorfeld gegenläufige Korrektur ein. Gleiches galt für neue Inflationszahlen aus den USA oder Europa. Bis Ende September tendierten die Renditen dabei aufwärts und die Kurse abwärts. Die zehnjährige Bundesanleihe erreichte ihre maximale Rendite von 2,97 % am 28. September 2023. Im vierten Quartal und insbesondere zum Jahresende erholten sich die Kurse der Anleihen jedoch deutlich, wodurch die zugehörigen Renditen sanken. Die zehnjährige Bundesanleihe erbrachte zum Jahresende mit 2,03 % ein Fünftel weniger Rendite als zum Jahresanfang. Ähnlich entwickelten sich andere Anleihen des Euroraumes, während amerikanische und britische Anleihen zwar ebenfalls Kursgewinne zum Jahresende verzeichneten, wegen der unterschiedlichen Zinszyklen damit aber nur auf die Niveaus des Jahresauftakts zurückfielen. Die Anleihen folgten hierbei den Erwartungen der Märkte an eine 2024 deutlich sinkende Inflation mit entsprechenden Leitzinssenkungen der Notenbanken. Euro stabilisiert sich mit geopolitischer Lage und Leitzinserhöhungen der EZB Die europäische Gemeinschaftswährung wertete im Verlauf des Jahres 2023 leicht von 1,07 US-Dollar auf 1,10 US-Dollar auf. Dabei profitierte die Gemeinschaftswährung von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die ihre Leitzinsen um 200 Basispunkte erhöhte, während die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen um niedrigere 100 Basispunkte anhob. Dies verringerte den Zinsabstand der großen Währungsräume und ließ den Euro als Devise nach einem schwachen 2022 attraktiver werden. Weiterhin profitierte die Gemeinschaftswährung von der insgesamt erfolgreichen Selbstverteidigung der Ukraine gegen Russlands Invasion. Diese ließ Sorgen um ein Übergreifen der russischen Aggression auf andere europäische Staaten stärker in den Hintergrund treten. Der geopolitische Risikoabschlag des Euro gegenüber dem Dollar sank auf das Gesamtjahr gesehen. Dennoch blieb der Euro relativ zum Dollar anfällig und reagierte insbesondere auf Veränderungen der geopolitischen Lage und das Zinsverhalten der EZB. So sank der Euro vom 30. August bis zum 13. Oktober von 1,09 US-Dollar auf 1,05 US-Dollar. In dieser Zeitspanne beendete die EZB einerseits ihre Zinserhöhungen, während andererseits die Hamas mit ihren Terrorangriffen auf Israel einen kriegsähnlichen Konflikt entfachte. Da dieser Konflikt im weiteren Verlauf des Jahres 2023 aber weitgehend isoliert blieb und die Finanzmärkte zum Jahresende für die Fed bereits deutliche Leitzinssenkungen im Jahr 2024 einpreisten, konnte sich der Euro wieder erholen und das Jahr 2023 mit 1,10 US-Dollar beschließen. DAX schließt nahe Rekordhoch Die Aktienmärkte setzten zum Jahresauftakt die Erholung von Ende 2022 fort. Der DAX stieg vom 01. Januar bis zum 09. März 2023 um 12,3 % auf 15.633,21 Punkte. Anschließend erschütterte jedoch die Krise der US-Regionalbanken die Finanzmärkte, insbesondere die plötzliche Zahlungsunfähigkeit der Silicon Valley Bank. Dies löste einen Schock auf den Aktienmärkten aus. Der DAX etwa verlor bis zum 17. März 5,5 % seines Kurswertes. Die Verluste konzentrierten sich dabei auf Finanzwerte. Zugleich führte die Unsicherheit in den USA, aber auch global zu größeren Bewegungen von Bankeinlagen, insbesondere von solchen oberhalb der Einlagensicherungsgrenzen. Die Krise kulminierte mit der Fusion der Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS am 19. März, die die Schweizer Behörden zur Abwicklung der erstgenannten Bank organisiert hatte. Dieser Akt konnte die Märkte beruhigen und ermöglichte die Erholung der Aktien- und Finanzmärkte von dem kurzzeitigen Einbruch. Diese Erholung flachte zum Sommer hin ab, setzte sich aber trotz wiederkehrender Volatilität insbesondere um die Leitzinsentscheide der Notenbanken fort. Ende Juli notierte der DAX bei 16.446,83 Punkten und damit 18,1 % über seinem Jahreseinstandswert. Über den Spätsommer und beginnenden Herbst gingen die Kurse wieder leicht zurück, nachdem sich optimistische Einschätzungen des ersten Halbjahres nicht oder nur teilweise bewahrheitet hatten. Diese Korrektur erreichte ihren Tiefpunkt mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Der DAX verlor im Oktober 4,3 % und fiel damit auf 14.716,54 Punkte zurück. Da der Konflikt bis zum Jahresende weitgehend auf den Gazastreifen begrenzt blieb, setzte im November bereits eine neuerliche, vorsichtige Erholung an den Aktienmärkten ein. Zum Jahresende verstärkte sich die Erholung aufgrund sinkender Inflationszahlen und damit verbundener Hoffnungen auf Leitzinssenkungen der Notenbanken, womit eine Belebung der Konjunktur im Jahr 2024 verbunden wurde. Der DAX legte von Anfang November bis Jahresende um 13,1 % zu. Dadurch schloss er das Jahr mit 16.751,64 Punkten und auf Jahressicht um 20,3 % im Plus ab. Im globalen Vergleich entwickelte sich der deutsche Leitindex damit ähnlich zum Euro Stoxx 50, der 19,2 % zulegen konnte, aber schwächer als der S&P 500 und der Nasdaq Composite. Letztere konnten 24,2 % beziehungsweise 43,4 % zulegen. 1.3. Geschäftsentwicklung der Genossenschaftsbanken Genossenschaftsbanken weiten 2023 ihr Kundenkreditgeschäft aus In einem gesamtwirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld konnten die 697 Volksbanken und Raiffeisenbanken, PSD-Banken, Sparda-Banken sowie die sonstigen Genossenschaftsbanken ihr Kredit- und Einlagengeschäft mit ihren über 30 Mio. Privat- und Firmenkunden im Geschäftsjahr 2023 teilweise leicht ausweiten. Im Vergleich zu den Vorjahren verlor das bilanzielle Kundengeschäft insgesamt jedoch an Dynamik. Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene Wirtschaftsschwäche dauerte in Deutschland das gesamte Jahr 2023 an. Sie war geprägt durch mehrere kräftige Leitzinsanhebungen und damit als Folge höhere Kreditzinssätze, aber auch durch einen gravierenden Fachkräftemangel und Materialengpässe sowie einen deutlichen Kaufkraftentzug als Ergebnis der nach wie vor hohen Teuerung. Überlagert wurden diese Einflüsse von den hohen Unsicherheiten infolge des eskalierenden Nahostkonflikts zum Jahresende 2023 und dem wirtschaftspolitischen Kurs der Bundesregierung nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts. Dennoch konnten die deutschen Genossenschaftsbanken in diesem dämpfenden Wirtschaftsumfeld ihre Kreditvergabe leicht steigern. So erhöhten sich die bilanziellen Kundenforderungen der Genossenschaftsbanken im Vorjahresvergleich um 20 Mrd. EUR auf 777 Mrd. EUR (+2,6 %). Die Entwicklung der Kundeneinlagen blieb weitgehend stabil. Das gestiegene Zinsniveau eröffnete den Kunden erstmals seit der Negativ- und Nullzinsphase attraktive Anlagemöglichkeiten in klassischen Fest- und Termingeldern oder Sparbriefen. Viele Kunden schichteten ihre während der Coronapandemie gebildeten hohen Sichteinlagenbestände in diese Einlagenformen um. Anderseits belasteten die höheren Lebenshaltungskosten infolge der Inflation die Sparfähigkeit der Kunden. Im Ergebnis betrugen die Kundeneinlagen der Genossenschaftsbanken Ende 2023 860 Mrd. EUR (-0,2 %). Die addierte Bilanzsumme aller Genossenschaftsbanken blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 1.175 Mrd. EUR konstant. Kreditbestände legen leicht zu - bei weiterer Abschwächung der Wachstumsraten Das Kreditgeschäft der Volksbanken und Raiffeisenbanken hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv entwickelt, die hohen Wachstumsraten der Vorjahre wurden aber nicht wieder erreicht und schwächten sich im Jahr 2023 ab. Der Nachfragerückgang seit der zweiten Jahreshälfte 2022 insbesondere bei langfristigen Immobilienfinanzierungen und das damit verbundene rückläufige Kreditneugeschäft schlagen sich im Vergleich zu den Vorquartalen deutlicher in den Bestandsveränderungen im Aggregat aller Genossenschaftsbanken nieder. Per Dezember 2023 nahmen die Kreditbestände der Genossenschaftsbanken an Nichtbanken um 20 Mrd. EUR oder 2,6 % auf 777 Mrd. EUR im Vergleich zum Vorjahr (Dezember 2022) zu. Damit liegt die aktuelle prozentuale Veränderung mit gut vier Prozentpunkten deutlich unter der Wachstumsrate der Vorjahre (Veränderung 2022/2021 +6,5 %, 2021/2020 +6,9 % und 2020/2019 +6,2 %). Auch im Vergleich zum Vorquartal (September 2023) stiegen die Kreditbestände nur noch leicht um 0,7 %. Treiber des Kreditwachstums bei den Genossenschaftsbanken sind weiterhin die langfristigen Forderungen, welche per Ende 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Mrd. EUR oder 2,5 % auf 696 Mrd. EUR zulegten. Die Zinserhöhungen infolge der Inflationsbekämpfung durch die EZB bremsten insbesondere auf Privatkundenseite das langfristige Immobilienneugeschäftsvolumen deutlich. Angesichts konjunktureller Unsicherheit, hoher Inflation, der gestiegenen Finanzierungskosten und eingetrübten Aussichten auf dem Wohnimmobilienmarkt wurden Wohnungsbaukredite im letzten Jahr nur noch leicht aufgebaut. Höhere Kreditzinsen und sinkender Mittelbedarf für Anlageinvestitionen reduzierten zudem die Kreditnachfrage auf der Firmenkundenseite. So ist der Finanzierungsbedarf für gewerbliche Immobilien zurückgegangen. Leerstände und Preisrückgänge bei Gewerbeimmobilien wirken hier dämpfend. Die Kreditnachfrage im kurzfristigen Bereich war mit 7,8 % dynamischer als im langfristigen Laufzeitband. Im mittelfristigen Laufzeitband legten die Kreditbestände nur noch um 0,9 % zu. Die mittelfristigen Forderungen wuchsen im Ergebnis leicht auf 45 Mrd. EUR. Die kurzfristigen Forderungen stiegen um 3 Mrd. EUR auf 36 Mrd. EUR. Aufgrund der Abschwächung der Problemlage an den Energiemärkten sowie einer zunehmenden Normalisierung der Lieferketten hat die Nachfrage insbesondere von kurz- und mittelfristigen Krediten der Firmenkunden zur Deckung des Liquiditätsbedarfs in den letzten Monaten weiter abgenommen, bleibt aber hoch, wie die Veränderungsrate im kurzfristigen Laufzeitband zeigt. Kreditbestände nach den Geschäftsfeldern Privat- und Firmenkunden Die Kreditbestände legten in beiden Geschäftsfeldern - Privat- und Firmenkundengeschäft - zu. Die Kredite an Privatkunden insgesamt wuchsen per Ende 2023 um 1,3 % (oder 5 Mrd. EUR) auf 363 Mrd. EUR. Gut neun Zehntel der Kredite an Privatkunden waren Wohnbaukredite (325 Mrd. EUR, +1,7 % Zunahme, +6 Mrd. EUR). Ferner sicherten sich Unternehmen und Selbständige sowie sonstige Firmenkunden angesichts der Unsicherheiten über den wirtschaftlichen Fortgang Liquidität und Kreditlinien. Die Firmenkundenkredite stiegen - bei merklich rückläufigem Wachstum - um 3,8 % (oder +15 Mrd. EUR) auf 414 Mrd. EUR. Ausblick auf die private Wohnbaufinanzierung Die private Wohnbaufinanzierung bleibt verhalten. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2022 war ein Nachfragerückgang bei Immobilienfinanzierungen erkennbar. Die Neugeschäftsvolumina sind seit den EZB-Leitzinserhöhungen seit Mitte 2022 deutlich rückläufig. Der Boom am Wohnimmobilienmarkt wird weiter nachlassen. Angesichts konjunktureller Unsicherheit, des Kaufkraftverlusts infolge der hohen Inflation, der gestiegenen Finanzierungskosten und eingetrübten Aussichten auf dem Wohnimmobilienmarkt bei hohen Immobilien- und Baupreisen wurden Wohnungsbaukredite im Jahr 2023 nur noch leicht aufgebaut. Zusätzlich dürften sich die Kreditvergabespielräume der Genossenschaftsbanken durch weitere aufsichtliche Vorgaben reduzieren, indem bei der Eigenmittelunterlegung seit Februar 2023 ein antizyklischer Kapitalpuffer von 0,75 % und ein sektoraler Systemrisikopuffer auf die Risikoaktiva von Wohnimmobilien in Höhe von 2,0 % zu berücksichtigen sind. Im Ergebnis stieg die private Wohnbaufinanzierung der Genossenschaftsbanken im Jahr 2023 nur noch um 1,7 % auf 325 Mrd. EUR. Sicherheit durch Langfristpräferenz Die Kreditvergabe der Genossenschaftsbanken zeichnet sich durch eine konservative Ausgestaltung aus. Neun Zehntel der vergebenen Kredite weisen eine anfängliche Zinsbindung von über fünf Jahren auf. Relativ längere Zinsbindungsfristen schützen Kreditkunden besser vor Zinsänderungsrisiken und damit vor Unsicherheiten über die zukünftige Zins- und Tilgungsbelastung. 95 % der von Genossenschaftsbanken ausgereichten Kredite sind mittel- und langfristige Finanzierungen. Diese Langfristpräferenz - verbunden mit festen Konditionen - verschafft den Privat- und Firmenkunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken Sicherheit und Transparenz bei ihren Finanzierungen. Weitgehend konstante Kundeneinlagen und Umschichtung von Sichteinlagen in Termineinlagen/Sparbriefe - Spareinlagen rückläufig Einlagenzuflüsse verzeichneten die Genossenschaftsbanken im Jahr 2023 vor allem bei Termineinlagen und Sparbriefen. Ihr kräftiger Anstieg entsprach zum Großteil den Nettoabflüssen täglich fälliger Einlagen und kurzfristiger Spareinlagen. Ausschlaggebend für die aktuelle Einlagenentwicklung sind die Renditeunterschiede zwischen den verschiedenen Anlageformen, die sich im Zuge der weiteren Anhebung der Leitzinsen im Jahr 2023 nochmals vergrößerten. Vor diesem Hintergrund schichteten die Kunden ihre Einlagenportfolios teilweise von hoch liquiden, niedrig verzinsten Einlagen zu höher verzinsten Anlageformen mit etwas längerem Anlagehorizont um. Erstmals ist in Summe ein geringfügiger Einlagenabfluss im Aggregat der Genossenschaftsbanken festzustellen, indem Einlagenmittel der Kunden für Konsum und Investition verwendet werden. Negative Wachstumsraten im Einlagengeschäft verzeichneten die Genossenschaftsbanken zuletzt zu Beginn des Jahres 2001. Der im März 2023 seit mehr als 20 Jahren erstmals festzustellende bestandsmäßige Rückgang der Sichtguthaben konnte noch nicht gestoppt werden. Bei den Spareinlagen-Produkten zogen die Kunden in Summe angesichts kaum anziehender Spareinlagenzinsen deutlich Gelder ab. Die Kundeneinlagen der Genossenschaftsbanken blieben in Summe weitgehend konstant; sie sanken leicht im Vergleich zum Vorjahr um -1,5 Mrd. EUR oder -0,2 % auf 860 Mrd. EUR. Zulegen konnten die Termineinlagen, die insgesamt um 93 Mrd. EUR (oder 166,3 %) auf 149 Mrd. EUR stiegen. Der Bestand an Sparbriefen nahm auf Jahresfrist um fast das Vierfache zu. Er stieg um 260,1 % (oder 15 Mrd. EUR) auf 21 Mrd. EUR deutlich. Der Sichteinlagenbestand sank um -77 Mrd. EUR auf 548 Mrd. EUR (- 12,3 %). Die Spareinlagen schmolzen um gut ein Fünftel oder -33 Mrd. EUR auf 141 Mrd. EUR ab (-19,0 %). Eigenkapital Unverzichtbare Grundlage der soliden Geschäftspolitik der Volksbanken und Raiffeisenbanken ist neben einer jederzeit ausreichenden Liquidität eine angemessene und robuste Eigenkapitalausstattung und -bildung. Den Genossenschaftsbanken ist es im Jahr 2023 gelungen, das bilanzielle Eigenkapital mit einem Plus von 3,2 % auf 64 Mrd. EUR zu steigern. Die Rücklagen legten um 2,6 % auf 47 Mrd. EUR zu, die Geschäftsguthaben (gezeichnetes Kapital) wuchsen um 4,8 % auf 17 Mrd. EUR. Mit dieser Eigenkapitalausstattung können die Genossenschaftsbanken die Kreditwünsche der Privatkunden sowie gleichermaßen die der Firmenkunden auch in Zukunft erfüllen. Angesichts des Investitionsbedarfs auf Privat- und Firmenkundenseite in Bereichen wie der energetischen Sanierung, CO 2 -freie Energieerzeugung und Digitalisierung ist mittelfristig wieder mit einem wachsenden Kreditgeschäft zu rechnen. Bilanzsumme bei 1,2 Billion Euro Die aggregierte Bilanzsumme aller 697 Genossenschaftsbanken blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 1.175 Mrd. EUR weitgehend konstant. Zum leichten Rückgang der addierten Bilanzsumme von -0,5 Mrd. EUR trugen neben den rückläufigen Kundeneinlagen auch die Fälligkeiten und weitere freiwillige Rückzahlungen im Rahmen der gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte der dritten Serie (GLRG III) bei. Die durchschnittliche Bilanzsumme je Institut liegt aktuell bei knapp 1,7 Mrd. EUR. Die Spannweite bei den Bilanzsummen reicht unter den Genossenschaftsbanken von knapp 35 Mio. EUR für die kleinste bis 51 Mrd. EUR für die größte Bank. 697 Genossenschaftsbanken Der Konsolidierungsprozess unter den Instituten setzte sich gegenüber dem Vorjahr in einem leicht erhöhten Umfang fort. Die Zahl der selbständigen Genossenschaftsbanken lag per Ende 2023 bei 697 Banken. Sie sank fusionsbedingt um 40 Institute bzw. um -5,4 % im Vergleich zum Vorjahr. 55 Banken betrieben neben dem Bankgeschäft auch das Warengeschäft (Vorjahr: 62 Institute). Räumliche Nähe zum Kunden: Zweigstellen / Bankstellen / SB-Filialen / Geldautomaten Die Kunden der Genossenschaftsbanken schätzen die räumliche Nähe zu ihren Ansprechpartnern und Beratern in den gut 7.200 Bankstellen. Der rückläufige Trend bei der Anzahl der Filialen setzte sich im Jahr 2023 im Vergleich zu den Coronajahren leicht abgeschwächt fort. Die Coronapandemie beschleunigte einschneidend das Kundennutzungsverhalten von Filialen. Kunden und Mitglieder gingen seltener persönlich in die Zweigstellen und nutzten stattdessen immer mehr die digitalen Angebote und Services für ihre Bankgeschäfte. Die VR Banking App ist als zentraler mobiler Zugangsweg bei den Kunden der Genossenschaftsbanken gut etabliert. Auch digital-persönliches Banking im KundenServiceCenter wurde als Zugangsweg von den Kunden verstärkt genutzt. Verminderte Kundenkontakte in der Filiale und die weiter voranschreitende Nutzung der Digitalisierung zeigen sich im Ergebnis deutlich in einem grundlegenden Strukturwandel bei den personenbesetzten Zweigstellen, wenngleich sich dieser Effekt aktuell im Jahr 2023 im Vergleich zu den Pandemiejahren 2020 bis 2022 weniger dynamisch auswirkte: Die Zahl der Zweigstellen sank im zurückliegenden Jahr auf 6.510 (Veränderung zum Vorjahr -265 Zweigstellen, -3,9 %). Die Zahl der Bankstellen (Hauptstellen plus personenbesetzte Zweigstellen) sank um 305 (-4,1 %) auf 7.207 Bankstellen. Gleichzeitig wurden Kernfunktionen der Zweigstellen/Filialen - wie bediente Servicefunktion und Beratungsfunktion - in den verbleibenden Filialen gestärkt. In den letzten Jahren ist eine deutliche Entwicklung hin zu größeren Filialen zu erkennen. Die Zahl der SB-Stellen sank um 217 auf 3.885 (Vorjahr: 4.102, Veränderung zum Vorjahr -5,3 %). Nachlassende Bargeldnutzung, der Bezug von Bargeld an Ladenkassen (POS) mittels girocard sowie die Nutzung von mobilen Bezahlverfahren führen zu einem steten Rückbau der bestehenden Bargeldquellen der Kunden in Genossenschaftsbanken - insbesondere bei der Zahl der Geldautomaten (GA). Ende 2023 gab es bei den Genossenschaftsbanken 14.696 GA. Ihre Anzahl ist damit um -824 GA im Vergleich zu 2022 zurückgegangen. Der insgesamt hohe Rückgang in den drei letzten Jahren von gut 2.600 GA dürfte auch als Ergebnis der Risikoanalyse von GA-Standorten und des umgesetzten bankindividuellen Sicherheitskonzepts zu werten sein, um die Gefahr einer GA-Sprengung zu minimieren und dadurch den Schutz von Personen und Sachwerten zu verbessern. Mitgliederzahl rückläufig Aktuell beträgt die Zahl der Mitglieder der Genossenschaftsbanken 17,8 Mio. (Vorjahr 17,9 Mio., Netto-Rückgang von gut -160.000 Mitgliedern, -0,9 %). Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis wurde zudem die Beteiligungsmöglichkeit der bestehenden Mitglieder durch Zeichnung zusätzlicher Geschäftsanteile genutzt (siehe oben unter Eigenkapital). Mit dem höheren Zinsniveau werden sich auch zukünftig die Dividenden auf Geschäftsanteile bei den Genossenschaftsbanken tendenziell erhöhen und damit verbessert sich die Attraktivität der Mitgliedschaft weiter. 2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren In unserer Unternehmenskonzeption haben wir uns auf die Bedarfssituation unserer Mitglieder ausgerichtet und daraus eine langfristige Unternehmensplanung entwickelt, die entsprechend den in unserer Satzung genannten Dienstleistungen eine Begleitung unserer Mitglieder und Kunden in relevanten Finanzierungsund Vermögensanlagenfragen vorsieht. Durch eine strategische Eckwert- und Kapitalplanung über einen Zeitraum von fünf Jahren und mit Hilfe von Kennzahlen und Limitsystemen planen und steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Wir verwenden dabei folgende bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen: - Betriebsergebnis vor Bewertung - Cost Income Ratio - Gesamtkapitalquote a) Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank wird die Relation des Betriebsergebnisses vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme (nachfolgend: "BE vor Bewertung/dBS") festgelegt. Die Kennzahl BE vor Bewertung/dBS misst die Ertragskraft der Bank in Relation zum Geschäftswachstum, gemessen als durchschnittliche Bilanzsumme. Der strategische Zielwert für 2023 wurde mit 0,56 % definiert. b) Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit/Effizienz oder Produktivität der Bank wurde die Cost Income Ratio (nachfolgend: "CIR") bestimmt. Sie stellt das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis sowie dem Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen dar. Der strategische Zielwert für 2023 wurde mit 72,1 % definiert. c) Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank durch nachhaltiges Wachstum werden im Kontext steigender Kapitalanforderungen angemessene Eigenmittel benötigt. Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Kapitalausstattung dient die aufsichtsrechtlich festgelegte Gesamtkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 CRR. Die Darstellung, Analyse und Beurteilung der einzelnen bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren erfolgen in den nächsten Abschnitten. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren haben wir intern ebenfalls definiert und in einer Balance Score Card (BSC) zusammengefasst, betrachten diese aber im Hinblick auf die Steuerung der Bank als nicht bedeutsamste Leistungsindikatoren. Sie gliedert sich in die folgenden 6 Dimensionen: Risiko, Finanzen, Kunden/Mitglieder, Prozesse, Teammitglieder und Nachhaltigkeit. Dieses Steuerungsinstrument unterliegt einem fest definierten Managementregelkreis. 3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs Maßgeblich wurde das Jahr 2023 durch die gestiegene Inflation und in der Folge die deutlich gestiegenen Marktzinsen bestimmt. Zum einen war die Erwartungshaltung der Kunden nach verzinslichen Einlageprodukten marktbestimmend. Zum anderen waren neben den deutlich gestiegenen Baupreisen auch die gestiegenen Marktzinsen dafür verantwortlich, dass die Kreditnachfrage Ende des ersten Quartals 2023 einbrach. Erst in den Monaten November und Dezember war wieder eine Belebung der Nachfrage zu spüren. Rückblickend waren dadurch insbesondere das Adressrisiko im Eigengeschäft, das Liquiditätsrisiko, das Adressrisiko aus dem Kundengeschäft sowie in geringfügigem Maße das Immobilienrisiko betroffen. Die im Vorjahr erheblich im Jahresverlauf gestiegenen Kapitalmarktzinsen - nach deutlich erhöhten Inflationsraten - und damit massive Kursrückgänge von Anleihen konnten zum Teil reduziert werden. Im Hinblick auf das von uns betriebene Geschäft haben sich darüber hinaus keine weiteren wichtigen Vorgänge ergeben. Der Aufbau unseres Immobilienportfolios wurde planmäßig fortgesetzt. Mit Blick auf die Marktsituation und die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen werden wir diesen Weg mit gebremstem Tempo fortsetzen. Die Entwicklung der von uns definierten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2023 stellt sich wie folgt dar: Unser Betriebsergebnis vor Bewertung betrug 15,9 Mio. EUR, nach 29,8 Mio. EUR im Vorjahr. Die Rentabilitätskennzahl BE vor Bewertung/dBS reduzierte sich im Vorjahresvergleich von 1,10 % auf 0,59 %. Die CIR lag im Geschäftsjahr 2023 bei 73,7 % (Vorjahr: 56,5 %). Die Gesamtkapitalquote belief sich auf 16,0 % und blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die Entwicklung aller bedeutsamsten Leistungsindikatoren hat unsere Prognose lediglich beim Betriebsergebnis vor Bewertung erreicht und die Zielwerte mit Ausnahme der CIR erfüllt. Ursächlich für die Abweichung gegenüber den Vorjahreswerten sind vor allem Sondereffekte im Zinsergebnis aus dem Vorjahr 2022.
*) Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), 2 (Andere Verpflichtungen) und Derivatgeschäfte. Unsere Bilanzsumme hat sich zum Vorjahr um rund 86,8 Mio. EUR oder 3,2 % auf rund 2,63 Mrd. EUR reduziert. Die Reduktion ist insbesondere durch reduzierte Kundeneinlagen begründet. Weiterhin wurden ausgelaufene Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nicht prolongiert. Bei der Mittelverwendung verzeichnen wir einen Rückgang im Eigenanlagengeschäft durch auslaufendes Geschäft bei gleichzeitigem moderaten Kreditwachstum. Die Eventualverbindlichkeiten verringerten sich um 3,1 Mio. EUR und die unwiderruflichen Kreditzusagen verringerten sich um 44,4 Mio. EUR. Die außerbilanziellen Geschäfte reduzierten sich um 21,1 % gegenüber dem Vorjahresniveau. Sie bestehen zum großen Teil aus im Rahmen der Aktiv-Passiv-Steuerung abgeschlossenen Zinsderivaten zur Absicherung von Marktpreisrisikoänderungen.
Im Geschäftsjahr konnte trotz der nachlassenden Baukonjunktur sowohl bei den Immobilienfinanzierungen als auch im Firmenkundenbereich das Kundenkreditgeschäft (ohne Schuldscheindarlehen) um 26,6 Mio. EUR oder 2,1 % ausgebaut werden. Der Schwerpunkt unseres Kreditgeschäftes liegt im Bereich der Privatkunden insbesondere bei privaten Immobilienfinanzierungen. Die Kreditvergabe an Firmenkunden betraf schwerpunktmäßig Unternehmensfinanzierungen des regionalen Mittelstands. Bei den Firmenkunden, die 44,4 % des gesamten Kundenkreditgeschäfts ausmachen, dominieren Kreditvergaben an die Branche "Grundstücks- und Wohnungswesen" mit einem Anteil von rund 36,2 % an der Kreditvergabe an Firmenkunden. 44,1 % der von uns ausgereichten Kredite bewegen sich in den Größenklassen zwischen 0 TEUR und 250 TEUR. Wertpapiere der Eigenanlagen wurden bei Fälligkeiten im Rahmen der zur Verfügung stehenden Liquidität und Risikobudgets wieder angelegt. Insgesamt ergab sich ein Bestandsrückgang um 72,0 Mio. EUR. Im Rahmen des Eigenanlagen- bzw. Liquiditätsmanagements haben wir nach wie vor Gelder - insbesondere bei unserer Zentralbank - angelegt, wobei stichtagsbezogen zum Jahresende unsere Forderungen gegenüber Kreditinstituten um 44,7 Mio. EUR abgenommen haben.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich um rund 63,2 Mio. EUR auf rund 340,4 Mio. EUR reduziert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich der Bestand an Kundeneinlagen mit ca. 43,8 Mio. EUR um ca. 2,2 % reduziert. Neben den Abflüssen, die zum einen auf höhere Konsumausgaben und zum anderen auf Umschichtungen in den Wertpapierbereich zurückzuführen ist, ist mit ca. 259 Mio. EUR ein Wachstum bei den befristeten Einlagen gelungen.
Im Bereich der Dienstleistungsgeschäfte war in Summe ein Rückgang um 0,1 Mio. EUR der Erträge aus dem Wertpapier- und Depotgeschäft sowie der Vermittlungserträge zu verzeichnen, womit wir insgesamt leicht unter unseren Planungen liegen. Aufgrund der besonderen Nachfrage nach Anlageprodukten im Wertpapiergeschäft, wurden Leistungen im Bereich des Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäftes stärker nachgefragt. Im Vermittlungsgeschäft musste durch die Einführung des Provisionsdeckels in der Restkreditversicherung ein Rückgang des Ertrags hingenommen werden. Die Erträge aus dem Zahlungsverkehr haben sich um 0,1 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert erhöht und liegen damit im Bereich unserer Planungen, dementsprechend sind wir mit dieser Ertragsentwicklung zufrieden. Insgesamt erwies sich das Dienstleistungsgeschäft mit einem gegenüber dem Vorjahr stabilen Ergebnisbeitrag im Geschäftsjahr 2023 als eine weiterhin stabile und wichtige Ertragsquelle der Bank. Personal- und Sozialbereich Zum Jahreswechsel waren 411 Mitarbeiter in unserem Haus beschäftigt (ohne Vorstände). In Zeiten schneller Strukturveränderungen, strenger Regulatorik und rasant fortschreitender Digitalisierung ist eine umfassende Ausbildung junger Menschen und eine intensive Fortbildung der gesamten Belegschaft wichtiger denn je. Die VR-Bank Mitte eG ermöglichte insgesamt 23 Auszubildenden den ersten Schritt ins Berufsleben. Zur fachlichen Weiterbildung unserer Mitarbeiter und zum Training der persönlichen Kompetenz nutzen wir interne Weiterbildungsmaßnahmen, die Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen der genossenschaftlichen Bildungseinrichtungen und externe Anbieter. 4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage a) Ertragslage Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:
1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3 2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6 3) Saldo aus den GuV-Posten 1 bis 12 4) Saldo aus den GuV-Posten 13 bis 16 Das Betriebsergebnis vor Bewertung hat sich in 2023 auf 15,94 Mio. EUR gegenüber 29,80 Mio. EUR im Vorjahr verringert und liegt damit leicht über unserer Erwartung. Maßgeblich für die Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist die Reduzierung des ausgewiesenen Zinsüberschusses gegenüber dem Vorjahr um 8,44 Mio. EUR auf 39,6 Mio. EUR zu sehen. Hintergrund dieser Reduzierung ist - neben einer Zunahme des Zinsertrages infolge des erreichten Kreditwachstums - vor allem der Wegfall von Sondereffekten, die sich hauptsächlich aus der Veräußerung von zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken im Rahmen unserer Aktiv-Passiv-Steuerung nicht mehr erforderlichen Derivatekontrakten im Jahresverlauf 2022 ergeben hatten und in Geschäftsjahr 2023 nicht mehr stattfanden. Das Provisionsergebnis in Höhe von 18,9 Mio. EUR liegt mit einem leichten Rückgang von 0,3 % auf einem vergleichbaren Niveau gegenüber dem Vorjahr. Unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen sind wir mit dieser Entwicklung zufrieden. Schwerpunkt sind die Erträge aus dem Zahlungsverkehr und der Kontoführung. Das Vermittlungsgeschäft mit den Verbundpartnern hat sich vor allem im Wertpapiervermittlungsgeschäft positiv entwickelt. Die Verwaltungsaufwendungen sind mit 41,2 Mio. EUR im Vorjahresvergleich um 3,8 Mio. EUR insgesamt gestiegen. Der Anstieg des Personalaufwands um 2,6 Mio. EUR ist zum einen auf tarifliche Anpassungen und Zahlung von betrieblicher Altersvorsorge insbesondere auch durch den Abschluss eines einheitlichen Haustarifvertrages mit den beiden in der Bank vertretenen Gewerkschaften zurückzuführen. Weitere Aspekte, die zu einer Ausweitung des Personalaufwands geführt haben, sind die Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie, die Rückstellung für Tantieme und erfolgsabhängige Vergütung und Pensionsrückstellungen. Aus der Bewertung der Wertpapiere ergab sich zum Jahresende 2023 auf Grund von Zuschreibungen ein positives Bewertungsergebnis in Höhe von 7,7 Mio. EUR, wobei die Belastungen aus der Bewertung im Kundenkreditgeschäft mit ca. 5,5 Mio. EUR über dem Planniveau lagen. Insgesamt ergibt sich damit ein Bewertungsergebnis von ca. 2,2 Mio. EUR gegenüber einem Vorjahreswert von -8,0 Mio. EUR. Aufgrund der Ergebnissituation konnten wir den Fonds für allgemeine Bankrisiken um 11,0 Mio. EUR aufstocken. In Summe ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von 3,14 Mio. EUR. b) Finanzlage Kapitalstruktur Unsere Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur ist maßgeblich geprägt durch das Kundengeschäft als Basis der Liquiditätsausstattung. Darüber hinaus nehmen wir vor dem Hintergrund der Ertragsausweitung bei gleichzeitiger Berücksichtigung unserer Risikotragfähigkeit bewusst einzelne Refinanzierungen auf, welche wir auch in Eigengeschäfte investieren. Diesem Refinanzierungsbestand haben wir durch ein entsprechendes Liquiditätskonzept Rechnung getragen. Die Refinanzierungsstruktur setzt sich zu rund 75,1 % der Bilanzsumme aus Kundenverbindlichkeiten zusammen. Unser Kundenklientel wird dominiert von einer großen Anzahl privater Kunden, zahlreicher kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie Mittelstandsunternehmen. Diese einzelnen Geschäftsverbindungen sind als kleinteilig anzusehen. Gegenüber der Bundesbank bestanden Offenmarktgeschäfte zum 31. Dezember 2023 im Rahmen gezielt längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte in Höhe von nominal 50 Mio. EUR. Investitionen Im Jahr 2023 erfolgten Investitionen planmäßig in das Geschäftsstellennetz sowie in unsere IT-Infrastruktur. Liquidität Die Zahlungsfähigkeit unseres Instituts war im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Art, Höhe und Fristigkeit gegeben. Die monatlichen Meldungen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) wiesen im Berichtszeitraum einen Wert von mindestens 147,7 % aus. Zum Bilanzstichtag lag die Stresskennzahl bei 147,7 % und damit deutlich über der aufsichtlich geforderten Mindestquote von 100 %. Bei Liquiditätsschwankungen kann die Bank auf ausreichende Liquiditätsreserven, u. a. auch in Form von hochliquiden Aktiva und Bankguthaben zurückgreifen. Durch die Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und die Refinanzierungsfazilitäten der EZB bestehen weitere Refinanzierungsmöglichkeiten. Vor diesem Hintergrund ist die Fähigkeit der Kreditgenossenschaft zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen gesichert. Liquiditätsbelastungen aus außerbilanziellen Verpflichtungen haben sich nicht ergeben. c) Vermögenslage Die Eigenkapitalstruktur der Bank ist geprägt von Geschäftsguthaben der Mitglieder und erwirtschafteten Rücklagen sowie dem Fonds für allgemeine Bankrisiken. Im Geschäftsjahr wurde das Eigenkapital durch Zuführung zu den Rücklagen und zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gestärkt. Das bilanzielle Eigenkapital konnte von rund 264,6 Mio. EUR auf rund 282,5 Mio. EUR erhöht werden. Die in unserem Institut getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung des Kernkapitals und des Ergänzungskapitals im Rahmen der bankaufsichtlichen Meldungen sind angemessen. Nach den vertraglichen sowie satzungsmäßigen Regelungen erfüllen die angesetzten Kapitalinstrumente die Anforderungen der CRR zur Anrechnung als aufsichtsrechtlich anerkanntes Kern- und Ergänzungskapital. Die relevanten Vorgaben des KWG sowie der CRR wurden eingehalten. Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG beläuft sich auf 0,12 %. Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:
1) Hierzu rechnen die Passivposten 9 (Nachrangige Verbindlichkeiten), 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital). Die Zunahme des Eigenkapitals laut Bilanz resultiert - neben der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB - aus der Erhöhung des gezeichneten Kapitals um rund 4,3 Mio. EUR. Die Wertpapieranlagen der Genossenschaft entwickelten sich wie folgt:
Von den Wertpapieranlagen entfällt ein Anteil von 81,6 % auf Schuldverschreibungen und festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 5) bzw. von 18,4 % auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 6). Die im Bestand befindlichen Wertpapiere im Aktivposten 5 wurden zu 30,6 % der Liquiditätsreserve zugeordnet und nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet sowie 69,4 % dem Anlagevermögen zugeordnet und grundsätzlich nach dem gemilderten Nierderstwertprinzip bewertet. Die im Bestand befindlichen Wertpapiere im Aktivposten 6 wurden überwiegend (93,8 %) dem Anlagevermögen zugeordnet. Im Wertpapierbestand in Aktivposition 5 sind zu 83,8 % festverzinsliche und zu 16,2 % variabel verzinsliche Wertpapiere (jeweils einschließlich Berücksichtigung der Zinsabgrenzung) enthalten. Davon entfallen 32,0 Mio. EUR (3,9 %) auf öffentliche Emittenten, 661,9 Mio. EUR (80,6 %) auf Kreditinstitute, 127,4 Mio. EUR (15,5 %) auf Nichtbanken. Unter den Emittenten Kreditinstitute sind Credit Linked Notes im Nominalwert von insgesamt 99,5 Mio. EUR auf unterschiedliche Referenzschuldner enthalten. Alle Wertpapiere lauten auf Euro und wurden zu rund 40,9 % von ausländischen Emittenten aufgelegt. Wesentliche Veränderungen in der Struktur sowie Bonitätseinstufung bei den Wertpapieranlagen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht ergeben. Darüber hinaus wurden Wertpapiere mit Nachrangklausel zu einem Nominalwert von 4,6 Mio. EUR dem Anlagevermögen zugeordnet und nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Der Aktivposten 6 beinhaltet im Wesentlichen Anteile an Investmentfonds. Überschüssige Liquidität sowie durch Fälligkeiten oder Verkäufe frei gewordene Mittel im Wertpapierportfolio wurden sowohl zur Finanzierung der Kundenforderungen als auch zur Wiederanlage im Bereich der Eigenanlagen eingesetzt. Auch in Anbetracht des zuletzt steigenden Zinsniveaus wurde bei den Anlagen auf eine Ausgewogenheit zwischen Bonität, Rentabilität und Liquidität geachtet. Vom gesamten Wertpapierbestand wurde ein Teilbetrag in Höhe von 534,4 Mio. EUR wie Anlagevermögen nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Abschreibungen auf diesen Teilbestand wurden in Höhe von 51,3 Mio. EUR vermieden. Die aus den Wertpapieranlagen resultierenden Marktpreis- und Bonitätsrisiken sind durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial vollständig abgedeckt. Weitere wesentliche Aktiv- und Passivstrukturen Durch unsere ertrags- und risikoorientierte Treasury-Strategie konnten Chancen am Geld- und Kapitalmarkt durch die Anlage in refinanzierten Wertpapieren genutzt werden. Sollten sich künftig die vorgenannten Marktchancen nicht mehr ergeben, werden hieraus fällige Transaktionen nicht mehr verlängert. Insofern ist eine Bilanzsummenschwankung (inklusive einer deutlich rückläufigen Bilanzsumme) auch für die Zukunft möglich und wahrscheinlich. Auf der Passivseite ist gegenüber den letzten Jahren eine Veränderung festzustellen. Der Trend der letzten Jahre (Fällige und befristete Einlagen wurden bei Ablauf / Fälligkeit vorherrschend auf täglich fälligen Konten angelegt) ist mit der Rückkehr der Zinsen durchbrochen. Mittlerweile werden in erster Linie kurzfristige, befristete Anlageprodukte (1-3 Jahre) gesucht. Zum 31. Dezember 2023 sind ca. 275 Mio. EUR von insgesamt 1.973 Mio. EUR der Kundeneinlagen befristet angelegt. Daher ergeben sich weiterhin Zinsänderungsrisiken bei Zinssteigerungen. Zusätzlich besteht bei den täglich fälligen Geldern ein erhöhtes Abzugsrisiko, auch weil die Mitbewerberaktivitäten aggressiver werden. Wir gehen davon aus, dieses Risiko auch zukünftig mit unseren implementierten Steuerungsmechanismen auf einem vertretbaren Maß halten zu können. Derivatgeschäfte Derivatgeschäfte zur Absicherung des Allgemeinen Zinsänderungsrisikos bzw. zur Zinsbuchsteuerung bestehen mit einem Nominalvolumen von insgesamt 828 Mio. EUR. Wir rechnen in unseren Planungen mit einem im Wesentlichen gleichbleibenden, bzw. zur Mitte des Jahres 2024 leicht fallenden Zinsniveau an den Märkten und haben uns entsprechend positioniert. Im Fall einer abweichenden Zinsentwicklung führen die bestehenden Derivatgeschäfte zur Absicherung im Rahmen der Aktiv-Passiv-Steuerung zu keiner Belastung der Ertragslage durch Bewertungsänderungen. Einzeln zu bewertende Derivate bestehen nur in einem geringen Umfang (Bestand per 31. Dezember 2023: 20,0 Mio. EUR) und führen zu keinen nennenswerten Bewertungsänderungen. Aufgrund der liquiden Märkte und unserer Steuerungsinstrumentarien erwarten wir keine nennenswerte zusätzliche Risikobelastung. 5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Insgesamt beurteilen wir die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage unseres Hauses im Vergleich zur ursprünglichen Planung als gut. Gegenüber der Planung konnten wir das Zinsergebnis um ca. 3,2 Mio. EUR verbessern. Der Provisionsüberschuss konnten auf gutem Niveau konstant gehalten werden. Das Betriebsergebnis nach Bewertung ist durch planmäßige Wertaufholungseffekte der im letzten Geschäftsjahr abgeschriebenen Wertpapiere positiv und durch auf über Planniveau liegende Wertberichtigungen im Kundenkreditgeschäft negativ beeinflusst. Es dotiert mit 18,2 Mio. EUR und liegt damit auf einem zufriedenstellenden Niveau. Das bilanzielle Eigenkapital konnte von rund 264,6 Mio. EUR auf rund 282,5 Mio. EUR erhöht werden. Die in unserem Institut getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung des Kernkapitals und des Ergänzungskapitals im Rahmen der bankaufsichtlichen Meldungen sind angemessen. Das Wachstum des für die Bank wichtigsten Geschäftsbereichs, dem Geschäft mit Kunden überwiegend aus der Region, setzte sich fort. Im Kreditgeschäft konnten die Wachstumsziele in einem sehr herausfordernden Umfeld nicht vollständig erreicht werden. Im Einlagengeschäft wurden die Wachstumsziele zwar nicht erreicht, jedoch konnte das Kundenwertvolumen bei den Verbundpartnern vor allem bei Wertpapieranlagen ausgebaut werden. Die Vermögenslage der Bank zeichnet sich unverändert durch eine angemessene Eigenkapitalausstattung aus, da die aufsichtsrechtlichen Anforderungen sowohl im Vorjahr als auch im Geschäftsjahr 2023 übererfüllt wurden. Für erkennbare und latente Risiken in den Kundenforderungen bestehen ausreichende Einzelwertberichtigungen und -rückstellungen sowie Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB. Finanzlage und Liquiditätsausstattung entsprechen den aufsichtsrechtlichen und betrieblichen Erfordernissen. Wir waren im Berichtsjahr in der Lage, unseren Zahlungsverpflichtungen nach Art, Höhe und Fristigkeit nachzukommen und haben im Jahr 2023 die aufsichtsrechtlichen Anforderungen in Form der LCR sowie der Net Stable Funding Ratio (NSFR) eingehalten. Vor dem Hintergrund eines deutlich gestiegenen Betriebsergebnisses nach Bewertung gegenüber dem Vorjahr hat sich die Ertragslage der Bank positiv entwickelt. Unsere Ertragslage zeigt sich - bezogen auf die durchschnittliche Bilanzsumme - auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Das im Jahr 2023 erwirtschaftete Betriebsergebnis nach Bewertung von 0,80 % liegt unterhalb der Vergleichswerte anderer Genossenschaftsbanken mit einem Durchschnittswert von 1,11 %. Aufgrund der Ergebnissituation konnten wir den Fonds für allgemeine Bankrisiken um 11,0 Mio. EUR aufstocken und damit unsere Eigenmittelausstattung weiter stärken. C. Risiko- und Chancenbericht Risikomanagementsystem und -prozess Unsere Geschäfts- und Risikostrategie basiert auf einem Strategieprozess und ist ausgerichtet auf das Kundengeschäft mit Mitgliedern und Kunden aus unserer Region. Wesentliche Bestandteile der Geschäftsstrategie sind die aus der Risikotragfähigkeit der Bank abgeleiteten Teilstrategien für die wesentlichen Geschäftsaktivitäten unserer Bank. Dazu gehören neben dem Kundengeschäft auch die Eigen- / Refinanzierungsgeschäfte. Konsistent zu unserer Geschäfts- und Risikostrategie wurde eine Unternehmensplanung entwickelt, die eine langfristige und umfassende Begleitung unserer Mitglieder und Kunden im Hinblick auf Finanzierungswünsche, Vermögensanlagen und Dienstleistungen rund um den Zahlungsverkehr sicherstellt. Mit Hilfe einer strategischen Eckwert- und Kapitalplanung für einen Zeitraum von fünf Jahren steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Die Annahmen für die Markt- und Volumenentwicklungen erfolgen hierbei durch Experten auf Basis von Marktprognosen. Die abgeleiteten Ertrags- und Vermögenswirkungen werden anhand von Simulationsrechnungen mit Unterstützung der Steuerungssoftware VR-Control ermittelt. Die Geschäfts- und Risikostrategie sowie die Teilstrategien werden im Rahmen des von uns festgelegten Strategieprozesses regelmäßig überprüft. Das von der Bank verwendete Strategiemodell zeigt den organisatorischen Rahmen für die Strategie(über)prüfung und für die Vernetzung der strategischen und operativen Gesamtbanksteuerung auf. Ziel unserer Risikostrategie ist nicht die Vermeidung von Risiken, sondern das bewusste Eingehen von Risiken unter Wahrung eines angemessenen Chancen-Risiko-Profils unserer Risikopräferenz entsprechend. Dabei beachten wir die folgenden Grundsätze:
Wir haben ein System zur Früherkennung von Risiken implementiert. Vor dem Hintergrund wachsender Komplexität der Märkte im Bankgeschäft sehen wir dies als eine zentrale Aufgabe an. Die zuständigen Organisationseinheiten Risikocontrolling und Marktfolge Aktiv berichten unmittelbar an den Vorstand. In diesem Rahmen ist ein Risikocontrolling- und Managementsystem mit entsprechenden Instrumenten eingerichtet, um bei Bedarf gegensteuernde Maßnahmen einleiten zu können. Unsere Entscheidungsträger werden durch das interne Berichtsystem über die Geschäfts- und Risikoentwicklung frühzeitig informiert, um Maßnahmen zur Gegensteuerung ergreifen zu können. Ziel des Risikomanagements unserer Bank ist es, Risiken, die den Erfolg wesentlich beeinflussen oder gar den Fortbestand gefährden können, frühzeitig zu erkennen sowie umfassend zu messen, zu überwachen und zu steuern. Integraler Bestandteil ist dabei die fortlaufende Sicherstellung der Risikotragfähigkeit. Seit dem 1. Januar 2023 wird von der Bank in der primären Steuerungssicht eine ökonomische und eine normative Perspektive gemäß ICAAP umgesetzt. Unsere zur Risikotragfähigkeitssteuerung eingesetzten Methoden und Verfahren berücksichtigen somit das Ziel der Fortführung unseres Instituts (normative Perspektive), als auch den Schutz unserer Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht (ökonomische Perspektive). Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive, die einen periodischen Steuerungskreis darstellt, zielt auf die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit. In der normativen Perspektive betrachten wir die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Diese umfassen insbesondere die Kapitalgrößen wie Kapitalanforderungen sowie Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals wie beispielsweise die Höchstverschuldungsquote und die Großkreditgrenzen. Die Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, sofern der ermittelte Kapitalbedarf die Einhaltung der Kapitalquoten bewirkt und die sämtliche Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals erfüllt werden. Die normative Perspektive bilden wir ausgehend von der Gesamtbankplanung über einen Zeithorizont von 5 Jahren ab. In dieser Zeitspanne wird die Entwicklung des regulatorischen Kapitalbedarfs im Rahmen einer mehrjährigen Kapitalplanung bestimmt. Neben einem Planszenario werden mögliche abweichende Entwicklungen wie Bonitätsverschlechterungen im Kundenkreditgeschäft in einem adversen Szenario berücksichtigt. Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zielt auf den Schutz der Gläubiger ab. In der ökonomischen Perspektive, die in unserem Institut barwertig ermittelt wird, werden das Risikodeckungspotenzial und die konsistent dazu ökonomisch ermittelten Risiken gegenübergestellt. Die ökonomische Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, wenn die barwertigen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sind. Die Bewertung des Risikodeckungspotenzials erfolgt unabhängig von Rechnungslegungskonventionen und aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen. Ausgangspunkt bei der barwertigen Ermittlung des Risikodeckungspotenzials ist der Barwert (Marktwert) sämtlicher Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Dabei werden auch außerbilanzielle Größen berücksichtigt. Auf Basis des ermittelten Risikodeckungspotenzials legen wir im Rahmen unseres Strategie- und Limitierungsprozesses einmal im Jahr unser Gesamtbankrisikolimit fest. Wir stellen dabei sicher, dass genügend freies Risikodeckungspotenzial zur Verfügung steht, um zukünftige Wertschwankungen aufzufangen. Die Risikomessung für die in der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit berücksichtigten Risikoklassen erfolgt mithilfe geeigneter Value-at-Risk (VaR)-Modelle mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % mit einem Risikobetrachtungshorizont von einem Jahr. Bei den Risikoklassen, für die kein statistisches Verlustverteilungsmodell verwendet wird, erfolgt eine expertenbasierte Risikoeinschätzung, die dem Ausmaß nach dem 99,9 %-Quantil entspricht. Die Risikoaggregation erfolgt ohne Berücksichtigung von Korrelationen zwischen den einzelnen Risikoarten additiv. Die Ermittlung der Liquiditätstragfähigkeit erfolgt ebenfalls in einer normativen und einer ökonomischen Perspektive anhand von aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen sowie einer Überwachung des Überlebenshorizonts. In der normativen Perspektive wird das Ziel verfolgt, kurzfristig und in unserer mehrjährigen Geschäftsplanung die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen einzuhalten. Dazu werden hochliquide Vermögenswerte den aufsichtsrechtlichen Nettomittelabflüssen gegenübergestellt. Für die Steuerung der normativen Liquiditätstragfähigkeit verwenden wir die aufsichtsrechtlich vorgegebene Kennzahl Liquidity Coverage Ratio (LCR). In der ökonomischen Perspektive werden neben der Plan-Liquiditätsablaufbilanz Stress-Liquiditätsablaufbilanzen vierteljährlich erstellt. Diese berücksichtigen die Liquiditätsauswirkungen von institutseigenen und marktweiten Ursachen sowie eine Kombination daraus. Wir haben einen Mindest-Überlebenshorizont von 10 Monaten für die Plan-Liquiditätsablaufbilanz sowie die Stress-Liquiditätsablaufbilanzen definiert, dieser wurde im Berichtszeitraum nicht unterschritten. Die Offenlegung der Risikomanagementziele und -politik entsprechen den Anforderungen des Artikels 435 CRR. Diese werden zusammen mit den Strategiepapieren dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert. Die eingerichteten Systeme und Verfahren des Risikomanagements sind dem Profil und der Geschäfts- und Risikostrategie der Bank sowie ihrer Größe angemessen und entsprechen den Anforderungen der MaRisk. Risiken Für unsere Risikobeurteilung zum Abschlussstichtag legen wir konsistent zum Prognosezeitraum einen Zeitraum von mindestens einem Jahr zu Grunde, in dem auch das Vorliegen von bestandsgefährdenden Risiken beurteilt wird. Bestandsgefährdende Risiken (wesentliche Risiken mit hohen Auswirkungen) liegen für den hier zugrunde gelegten Beurteilungszeitraum nicht vor. Im Rahmen der barwertigen Steuerung über einen Risikobetrachtungshorizont von 250 Tagen wird ein einheitliches Konfidenzniveau von 99,9 % angewandt. Adressenausfallrisiken bzw. Kreditrisiko Das Adressenausfallrisiko stellt das Risiko des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Forderungen oder anderen schuldrechtlichen Instrumenten dar. Es beinhaltet das Kreditrisiko, das Emittentenrisiko und das Kontrahentenrisiko (jeweils einschließlich des Länderrisikos). Das Kreditrisiko reflektiert die Gefahr, dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls von Geschäftspartnern, der Migration und / oder der adressbezogenen Spreadveränderung das erwartete Maß übersteigen. Dabei wird ausschließlich auf die potenzielle Erfolgswirkung abgestellt. Das Adressenausfallrisiko stufen wir als aufsichtsrechtlich und betriebswirtschaftlich wesentlich ein. Auf Grundlage der Risikoinventur unseres Instituts kann das Risiko wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Zur Steuerung des Adressenausfallrisikos setzen wir im Kundengeschäft Ratingsysteme zur Beurteilung der Bonität einzelner Engagements ein (im wesentlichen VR-Rating). Mit Hilfe der Steuerungssoftware VR-Control können wir ungünstige Entwicklungen im Kreditportfolio rechtzeitig identifizieren und frühzeitige Maßnahmen einleiten. Wir ermitteln monatlich mit Hilfe des Moduls Kreditportfoliomodell für Kundengeschäfte (KPM-KG) unter VR-Control einen erwarteten und einen unerwarteten Verlust (Credit-Value-at-Risk) aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Berechnung erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren, dem sowohl die aggregierten Blankoanteile in den Risikoklassen bzw. -gruppen des Forderungsbestandes als auch Ausfallwahrscheinlichkeiten und Branchenparameter zugrunde liegen. Im barwertigen KPM-KG werden die Kreditrisiken im Kundengeschäft durch Simulation von Wertänderungen in der Kreditrisikoprämie abgebildet, die durch Ratingmigrationen inklusive Ausfall auftreten. Des Weiteren wirken die Verlustschätzungskomponenten auf die Höhe der Kreditrisikoprämie. Eine Verringerung der Verwertungsquote oder Wiedergesundungsquote hat beispielsweise eine höhere Kreditrisikoprämie zur Folge. Das KPM-KG barwertig basiert auf dem Ansatz von CreditPortfolioView (CPV; Modellierung makroökonomischer Bedingungen über geänderte Migrationsmatrizen) und CreditRisk+ (Variation der Ausfallwahrscheinlichkeiten über Risikofaktoren, die als gammaverteilt modelliert werden). Als zentrale barwertige Eingangsgröße wird die oben beschriebene Kreditrisikoprämie verwendet. Das Risiko - im Sinne des unerwarteten Verlusts - liegt folglich in einer Veränderung des Kreditrisikoprämienbedarfs aufgrund von unerwarteten Migrationen und Ausfällen. Im KPM-KG barwertig werden daher unerwartete Wertänderungen der Kreditrisikoprämie durch potenzielle Ratingänderungen simuliert. Auf dieser Basis ergibt sich zum 31. Dezember 2023 ein Credit-Value-at-Risk (CVaR) für die nächsten 12 Monate in Höhe von 10,6 Mio. EUR. Das entspricht einer Limitauslastung von 70,4 %. Das Adressenausfallrisiko bei Eigenanlagen ermitteln wir im Rahmen der Risikotragfähigkeitskonzeption monatlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Eigengeschäfte (KPM-EG). Die Berechnungen basieren auf verschiedenen Marktpartnersegmenten, die differenzierte Spread- und Ratingmigrationen, Spreadverteilungen sowie Migrationsmatrizen aufweisen. Der berechnete erwartete Verlust wird bei der Ermittlung des Risikodeckungspotenzials berücksichtigt und regelmäßig mit dem aufgelaufenen Bewertungsergebnis verglichen. Sofern höhere Belastungen als erwartet auftreten, wird der Überschreitungsbetrag von dem Risikodeckungspotenzial abgesetzt. Bei den Eigenanlagen nutzen wir für Wertpapiere die Ratinginformationen der DZ Bank auf Basis externer Ratingagenturen und bei den Fonds die Risikoinformationen der Fondsgesellschaft Union Investment. Auch hier werden die Risikoentwicklungen im Rahmen von VR-Control über ein Portfoliomodell überwacht. Turbulenzen an den Finanzmärkten begegnen wir durch eine breite Streuung der Eigenanlagen, Diversifikation in viele Anlageklassen und Beschränkung auf Bonitäten im Investmentgrade-Bereich. Für das Eigengeschäft ergibt sich auf dieser Basis zum 31. Dezember 2023 ein CVaR für die nächsten 12 Monate in Höhe von 39,6 Mio. EUR. Dies entspricht einer Limitauslastung von 72,1 %. Marktpreisrisiken bzw. Marktrisiken Das Marktpreisrisiko umfasst das Risiko aus nachteiligen Veränderungen von Marktpreisen oder Marktparametern (Zinsstrukturkurve, Aktienkurse, Devisenkurse), in deren Folge sich Abweichungen vom geplanten Ergebnis ergeben. Dabei wird ausschließlich auf die Erfolgswirkung abgestellt. Im Rahmen des Risikomanagements wird das Marktpreisrisiko unterschieden in das Zinsänderungs- sowie das Kursänderungsrisiko. Sowohl das Zinsänderungs- als auch das Kursänderungsrisiko stufen wir anhand der Risikoinventur als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich hoch ein, mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und einem hohen potenziellen Schaden, der sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich auswirken kann. Im Rahmen der Steuerung des Zinsspannenrisikos wurden monatlich die Veränderung des Zinsergebnisses zum Jahresende und für das Folgejahr unter Berücksichtigung verschiedener Zinsszenarien simuliert. Grundlage der Berechnung sind eigene statistisch ermittelte Zinselastizitäten sowie die erwartete Geschäftsstruktur. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ZINSMANAGEMENT unter VR-Control. Für die Risiko- und Stressmessung nutzen wir die von der parcIT GmbH zur Verfügung gestellten Zinsszenarien. Diese beschreiben mögliche Zinsentwicklungen in verschiedenen Szenarien (steigend, fallend, kurz steigend lang fallend, kurz fallend lang steigend). Auf Basis der vorgenannten Zinsszenarien werden zur Quantifizierung des Zinsspannenrisikos Simulationsrechnungen vorgenommen. Dabei werden bei den Stressszenarien das jeweils schlechteste Ergebnis bezogen auf die Summe der Marktpreisrisiken dargestellt. Zur Simulation von Kursänderungsrisiken bei verzinslichen Wertpapieren nutzen wir die vorgenannten Veränderungen der Zinsstrukturkurve. Aus den Zinsentwicklungsszenarien werden entsprechende Verschiebungen der Zinsstruktur abgeleitet. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ZIABRIS / ZINSMANAGEMENT unter VR-Control. Für die Beurteilung des strategischen Zinsbuches wird das Barwertkonzept eingesetzt. Für die wesentlichen variablen Positionen hat die Bank Ablauffiktionen auf der Grundlage gleitender Durchschnitte ermittelt. Die Risiken werden nach der Veränderung des Barwertes des Zinsbuches mit dem Value-at-Risk-Ansatz gemessen. Der Value-at-Risk für das strategische Zinsbuch basiert auf einer Szenariomethode skaliert über eintägige Veränderung mittels Resampling. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ZINSMANAGEMENT unter VR-Control. Der damit zum 31. Dezember 2023 ermittelte Value-at-Risk aus dem Zinsbuch beläuft sich auf 67,2 Mio. EUR mit einer Limitauslastung von 87,3 %. Fondsinvestments sind von uns ausschließlich bei Union Investment getätigt. Zur Quantifizierung der darin enthaltenden Risiken verwenden wir die Fonds-Risikokennziffer von Union Investment. Wir verwenden dabei die gesplittete Value-at-Risk-Kennzahl (korrelierte Marktpreisrisiken zuzüglich Adressrisiken). Der damit zum 31. Dezember 2023 ermittelte Value-at-Risk aus dem Fondsbuch beläuft sich auf insgesamt 29,4 Mio. EUR mit einer Limitauslastung von 84,1 %. Ungedeckte Währungspositionen bestehen ausschließlich im Rahmen von Zielfondsbeständen in unserem Spezialfonds. Diese sind von geringer Bedeutung. Ungedeckte Währungspositionen im Kundengeschäft bestehen nicht. Das Währungsrisiko ist als unwesentlich zu klassifizieren. Liquiditätsrisiko Liquiditätsrisiken können grundsätzlich in der Form des Zahlungsunfähigkeitsrisikos, des Refinanzierungsrisikos und des Marktliquiditätsrisikos auftreten. Zahlungsunfähigkeitsrisiken treten ein, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht oder nicht in ausreichender Höhe erfüllt werden können. Refinanzierungsrisiken entstehen, wenn die Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann oder die Refinanzierungsmittel nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Marktliquiditätsrisiken treten ein, wenn Anlagen nicht zum gewünschten Zeitpunkt oder in der geplanten Höhe liquidiert werden können. Liquiditätsablaufbilanzen dienen als Frühwarnindikator für eine mögliche Zahlungsunfähigkeit und stellen dabei insbesondere den Überlebenshorizont dar. Stresstests für einen Zeitraum von fünf Jahren führen wir anhand institutseigener, marktweiter sowie kombinierter Szenarien für Liquiditätsrisiken durch. Durch die Anrechnung auf die Liquiditätspuffer wird auf dieser Grundlage der Überlebenshorizont ermittelt. Dabei werden auch adverse Entwicklungen außerhalb unseres Erwartungshorizontes reflektiert. Liquiditätsrisiken werden darüber hinaus von der Bank anhand von Fälligkeitslisten überwacht. Das Liquiditätsrisiko wird anhand der aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahl Liquidity Coverage Ratio (kurz: LCR) überwacht. Unsere Risikotoleranz haben wir über die Festlegung einer Ziel-LCR-Quote von mindestens 115 % und für die Net Stable Funding Ratio (kurz: NSFR) eine Ziel-Quote von mindestens 110 % definiert. Zur Begrenzung von Abrufrisiken sind Strukturlimite insbesondere für die Abrufrisiken der größten Einleger und der höchsten offenen Kreditzusagen implementiert. Wir erachten das Liquiditätsrisiko insgesamt als wesentlich im Sinne des Aufsichtsrechts. Unter betriebswirtschaftlichen Aspekten betrachten wir das Liquiditätsrisiko als gering. Zwar tritt das Risiko nach unserer Einschätzung mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit ein, zeichnet sich in Bezug auf die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage jedoch durch ein hohes Schadenspotenzial aus. Bezogen auf das Refinanzierungsrisiko haben wir eine nicht wesentliche Einstufung vorgenommen. Die Refinanzierungen aus dem Kundengeschäft zeichnen sich durch eine große Anzahl privater Kunden, zahlreicher kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie Mittelstandsunternehmen aus. Im Gesamtkontext sind diese einzelnen Geschäftsverbindungen im Regelfall als kleinteilig anzusehen, so dass wir im Rahmen von Simulationen bezogen auf die Gesamtertragslage nicht zu einer wesentlichen Einstufung kommen. Refinanzierungen von Eigengeschäften werden im Rahmen des Bilanzstrukturmanagements vorgenommen und überwacht. Im Rahmen der barwertigen Steuerung wird als Risikowert die Differenz zwischen den Barwertberechnungen mit liquiditätsbehafteter Kurve und liquiditätsbehafteter Kurve nach institutsindividueller Erhöhung des Refinanzierungsspreads zum Betrachtungshorizont ermittelt. Das zum 31. Dezember 2023 ermittelte Refinanzierungskostenrisiko beläuft sich auf 3,4 Mio. EUR mit einer Limitauslastung von 67,4 %. Operationelles Risiko Operationelle Risiken betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Die Bank hat eine einheitliche Festlegung und Abgrenzung der operationellen Risiken zu den anderen betrachteten Risikokategorien vorgenommen und diese in den Organisationsrichtlinien fixiert und kommuniziert. Wesentliche operationelle Risiken werden laufend identifiziert und analysiert. Hierzu wird auf eine Schadensfalldatenbank zurückgegriffen, in die eingetretene Schäden eingestellt werden. Für alle wesentlichen Schadensereignisse besteht ein umfassender Versicherungsschutz. Das IT-Risiko stellt ein spezielles operationelles Risiko dar. Hier betrachten wir insbesondere die Teilbereiche "Zentrales Rechenzentrum" und "IT-Risiken Bank". Über die IT-Risiken, die das Rechenzentrum betreffen, erhalten wir regelmäßige Berichte vom lT-Dienstleister einschließlich Darstellung der eingeleiteten Maßnahmen bei Problemen. Über die Beseitigung der im Rahmen von Sonderprüfungen durch die Finanzaufsicht ermittelten Mängel beim IT-Dienstleister wurde zeitnah an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Die vereinbarte Meilensteinplanung wurde eingehalten. Für alle wesentlichen Schadensereignisse in Bezug auf bankinterne IT-Risiken besteht ein umfassender Versicherungsschutz. Betriebliche Notfallplanungen wurden insbesondere auf die Anforderungen aus dem lT-Bereich abgestimmt. Rechtlichen Risiken begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare sowie der Inanspruchnahme juristischer Beratung im Fall von Rechtsstreitigkeiten. Im Rahmen der barwertigen Steuerung wird der Risikowert auf Basis eines zukunftsorientierten institutsspezifischen Self-Assessment mittels Monte-Carlo-Simulation ermittelt. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ORM unter VR-Control. Anhand der Risikoinventur stufen wir das operationelle Risiko als aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Betriebswirtschaftlich sehen wir derzeit eine unwesentliche Risikoeinstufung vor. Das zum 31. Dezember 2023 ermittelte gesamte operationelle Risiko beläuft sich auf 6,0 Mio. EUR (Limitauslastung 74,7 %). Immobilienrisiken Das Immobilienrisiko ergibt sich aus einer nachteiligen Entwicklung der zukünftigen Wert- und Ertragsentwicklung von Investitionen in Immobilien. Es wird für alle Immobilienpositionen quantifiziert, für die ein Eigentumsverhältnis besteht oder eine vertragliche Einigung zur Erlangung eines solchen Rechts vorliegt. Darunter fallen auch Immobilienrisikopositionen, die über verbundene Unternehmen des Instituts bestehen. Das Immobilienrisiko teilt sich in drei Risikounterarten auf: das Wertänderungsrisiko, das Ertragsrisiko und das Mietausfallrisiko. Die Risikomessung der Risiken aus Immobilien erfolgt seit dem ersten Berichtsstichtag 2022 infolge der turnusmäßigen Risikoinventur 2022. Hierzu verwenden wir die IT-Anwendung IRIS, die von der parcIT bezogen wird. Das zum 31. Dezember 2023 ermittelte Immobilienrisiko beläuft sich auf 5,9 Mio. EUR mit einer Limitauslastung von 59,5 %. Beteiligungsrisiken Die Beteiligungsrisikomessung basiert auf dem sogenannten "Multiplikator-Ansatz", das heißt, dass sich die Performance- und Risiko-Kennzahlen jeder Beteiligung durch Multiplikation des aktuellen Vermögensbarwerts mit geeigneten Faktoren ableiten lassen. Die Aggregation auf Portfolio-Ebene erfolgt durch Summation der einzelnen Bestandteile je Beteiligung. Die Ermittlung der Multiplikatoren erfolgt für ausgewählte Beteiligungen innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe - u. a. für die DZ Bank - auf Basis der vorliegenden Zeitreihen für Aktienkurse. Die Auswahl orientiert sich dabei an Datenqualität und -verfügbarkeit. Für andere Beteiligungen werden mangels verfügbarer Zeitreihen sog. "Stellvertreter" herangezogen und parametrisiert, die nach Region / Land / Kontinent und Sektor / Branche differenziert zugeordnet werden. Die Risikomessung erfolgt mit Unterstützung der IT-Anwendung BETRIS, die von der parcIT bezogen wird. Das zum 31. Dezember 2023 ermittelte Beteiligungsrisiko beläuft sich auf 21,0 Mio. EUR mit einer Limitauslastung von 83,9 %. Sonstige Risiken Unter dieser Kategorie analysieren wir alle nicht bankspezifischen Risiken (Geschäfts- / Vertriebsrisiken, Reputations-, strategische, Produktivitäts-, Sachwert-, Pensions- und Modellrisiken). Die Wesentlichkeit dieser Risiken überprüfen wir regelmäßig und anlassbezogen. Aktuell stufen wir alle sonstigen Risiken als unwesentlich ein. Gesamtbild der Risikolage Auf Grundlage unserer Verfahren des Risikomanagements zur Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials ist die Risikotragfähigkeit in beiden Perspektiven (ökonomisch und normativ) und in den von uns simulierten Risiko- bzw. Plan- und Stressszenarien gegeben. Die internen Simulationen kommen darüber hinaus zum Ergebnis, dass die Liquidität sichergestellt und die Eigenmittelanforderungen erfüllt werden. Nach dem derzeitigen Planungsstand ist die Risikotragfähigkeit angesichts der laufenden Ertragskraft und der Vermögens- / Substanzsituation des Instituts auch im Berichtszeitraum der nächsten zwei Jahre gegeben. Die dargestellten Risiken werden die künftige Entwicklung unserer Bank nicht wesentlich beeinträchtigen. Insgesamt hat sich die Risikolage im Vergleich zum Vorjahr spürbar zurückentwickelt. Die Marktzinsen haben sich nach dem deutlichen Anstieg in 2022 stabilisiert. Die Volatilität der Spreadrisiken aus den Eigenanlagen ist zurückgegangen und die Marktrisiken für Aktienfondsbestände haben sich reduziert. Unsere Risikoausrichtung sehen wir in Relation zur Vermögenslage als solide und angemessen an. Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel haben sich um rund 16,0 Mio. EUR im Jahr 2023 erhöht. Zum 31. Dezember 2023 ist das Gesamtrisikolimit der Bank zu 79,6 % ausgelastet, der Anteil des Gesamtrisikos am gesamten Risikodeckungspotenzial beträgt 49,5 %. Wesentliche Risiken im Hinblick auf die Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätslage sehen wir in einer weiteren Eskalation des Russland-Ukraine-Konfliktes und den entsprechenden negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und Staatsverschuldungen. Weiterhin werden diese Risiken durch etwaige politische Veränderungen gesehen, welche direkten oder indirekten Einfluss auf sämtliche Marktlagen nehmen. In diesem Fall könnte es zu einer länger anhaltenden Rezession und damit einer Verschärfung der Turbulenzen an den Finanzmärkten kommen. Bei Eintreten dieses Szenarios wird unser dargestelltes Entwicklungsziel deutlich erschwert. Hierbei stehen für uns die Kreditrisiken im Fokus, die tragbar sind, aber unser Ergebnis dennoch belasten würden. Durch eine an unserem Limitsystem ausgerichtete Größenklassen- und Branchenstruktur im Kreditgeschäft und unsere konservative Ausrichtung bei der Struktur der Eigenanlagen überwachen wir unsere Risikosituation laufend. Chancen der Entwicklung sehen wir im Hinblick auf eine Normalisierung der Zinsstrukturkurve. Damit einhergehend sehen wir eine mögliche Ausweitung der Konditionsbeiträge auf Kundeneinlagen, nachdem diese in den letzten Jahren deutlich rückläufig waren. Weitere Chancen sehen wir, wenn sich eine Deeskalation im Russland-Ukraine-Konflikt ergibt. Hierdurch sollten sich globale Energiepreise und Lieferketten stabilisieren und die Inflationsraten normalisieren. Eine damit verbundene höhere Planungssicherheit der Unternehmen wird sich positiv auf deren Investitionstätigkeit und damit auch positiv auf die Kreditnachfrage auswirken. Die Risikotragfähigkeit der Bank ist auch unter der barwertigen Konzeption seit 1. Januar 2023 gegeben. D. Prognosebericht Für das Jahr 2024 rechnen wir, trotz der in Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine weiterhin bestehenden Unsicherheit über dessen weiteren Verlauf und möglicher weiterer Auswirkungen, mit einem leicht anziehenden Wirtschaftswachstum. Die sich abschwächende Inflation lässt den Zentralbanken Spielraum die Wirtschaft zu stärken und Zinssenkungen im zweiten Halbjahr anzugehen. Durch gezielte Steuerungsmaßnahmen verfolgen wir die Stabilisierung der Passivseite unserer Bilanz. Unsere Eckwertplanung basiert auf folgenden wesentlichen Annahmen: Der Zinsüberschuss wird sich - unter der Prämisse eines bankindividuellen Zinsszenarios (auf etwa konstantem Niveau) und einer nahezu unveränderten Bilanzsumme - zum Vorjahr rückläufig entwickeln. Es ist ein Wert von 38,7 Mio. EUR geplant, der 0,9 Mio. EUR unter dem Wert aus 2023 liegt. Wir rechnen damit, dass die Wettbewerbssituation den Zinsaufwand gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhen wird. Das Wachstum der Zinseinnahmen wird insgesamt etwas träger prognostiziert. Mit weiterem Blick auf die Jahre 2025 ff. sollte sich dieser Effekt wieder umkehren, so dass wir lediglich mit einer "Zinsüberschussdelle" in 2024 rechnen. Für das Jahr 2024 wird dabei ein absolutes Wachstum im Kundenkreditgeschäft von rund 49,4 Mio. EUR und bei den Kundeneinlagen von rund 48,8 Mio. EUR angenommen. Daneben sehen wir einen steigenden Provisionsüberschuss auf rund 20,0 Mio. EUR. Der in der Planung zugrunde gelegte Zuwachs soll insbesondere durch Steigerungen im Zahlungsverkehr und in den Vermittlungsgeschäften realisiert werden. Bei dem mit einem Betrag in Höhe von 27,4 Mio. EUR für 2024 geplanten Personalaufwand haben wir eine tarifliche Steigerung der Gehälter im Rahmen der Haustarifverhandlungen und die aktualisierte Personalbedarfsplanung berücksichtigt. Die Höhe der Sachaufwendungen soll im Jahr 2024 auf Basis detaillierter Budgets bei rund 16,5 Mio. EUR liegen. Hier sollen Optimierungsanstrengungen für eine weitere Senkung der Kosten unternommen werden. Aufwandserhöhend ist berücksichtigt, dass im Jahr 2024 Investitionen an den Standorten Duderstadt, Leinefelde und ein Neubau in Northeim geplant sind. Aus der Kapitalplanung für die Jahre bis 2028 ergibt sich für das geplante Wachstum im Kreditgeschäft unter der Prämisse von Rücklagenzuführungen und der Einwerbung von Geschäftsguthaben derzeit kein zusätzlicher Kapitalbedarf. Für das Jahr 2024 erwarten wir ein Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von rund 15,0 Mio. EUR bzw. 0,56 % der dBS. Beim bedeutsamsten Leistungsindikator CIR planen wir mit einer Quote in Höhe von 75,2 %. Die für das Jahr 2024 geplante Gesamtkapitalquote mit einem Wert von 16,5 % liegt im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 0,5 Prozentpunkte höher. Abschließend weisen wir darauf hin, dass, soweit wir vorstehend Prognosen und Erwartungen geäußert haben oder unsere Aussagen die Zukunft betreffen, die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen hiervon abweichen können.
Duderstadt, 25. Juni 2024 VR-Bank Mitte eG Der Vorstand: Björn Henkel Jan Michalek 1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023VR-Bank Mitte eG, DuderstadtGenossenschaftsregisternummer 200017 beim Amtsgericht GöttingenAktivseite
2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023
3. Anhang für das Geschäftsjahr 2023VR-Bank Mitte eG, DuderstadtA. Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank. Die in der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung angegebenen Vorjahresbeträge in TEUR wurden teilweise nicht in kaufmännischer Weise auf- bzw. abgerundet. Hierdurch wurde erreicht, dass die Addition der einzelnen Posten die richtige Summe ergibt. B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB). Gemäß Art. 67 Einführungsgesetz zum Handelsgesetzbuch (EGHGB) werden die (nachstehenden) im Jahresabschluss 2010 angewandten Übergangsvorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) (hier: Beibehaltungs- und Fortführungswahlrechte für bestimmte Bilanzposten und Wertansätze) entsprechend der Rechtslage vor Inkrafttreten des BilMoG wie folgt fortgeführt: - Beibehaltung der steuerrechtlichen Abschreibungen (§ 279 Abs. 2 i. V. m. § 254 Satz 1 HGB a. F.) nach Art. 67 Abs. 4 Satz 1 EGHGB Barreserve Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt. Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden wurden mit dem Nennwert angesetzt, wobei der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt wurde. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zeitanteilig, aufgelöst. Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet. Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzelwertberichtigungen und Einzelrückstellungen abgedeckt. Den latenten Risiken im Kreditgeschäft wurde durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 Rechnung getragen. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung erfolgt zum 31. Dezember 2023 wie im letzten Jahr über ein Expected-Credit-Loss-Modell, bei dem ein erwarteter Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Anrechnung von Bonitätsprämien ermittelt wird. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeit, der Verlustquote bei Ausfall sowie der erwarteten Kredithöhe zum Ausfallzeitpunkt für alle unter den Bilanzpositionen Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden ausgewiesenen Geschäften sowie für unter der Bilanz auszuweisende Eventualverpflichtungen und anderen Verpflichtungen (einschließlich unwiderruflicher Kreditzusagen). Im Hinblick auf unwiderrufliche Kreditzusagen und Eventualverpflichtungen erfolgt die bilanzielle Erfassung in Form einer Rückstellung. Des Weiteren bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB. Wertpapiere Die wie Umlaufvermögen behandelten festverzinslichen Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen. Zur Sicherung gegen die besonderen Risiken für Wertpapiere der Liquiditätsreserve bestehen zusätzlich Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB. Die wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere wurden nur bei einer voraussichtlichen dauernden Wertminderung auf ihren niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben (gemildertes Niederstwertprinzip). Anschaffungskosten über pari wurden linear über die Restlaufzeit bis zum niedrigeren Einlösungskurs abgeschrieben. Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente (Swap- und Optionsgeschäfte) im Nichthandelsbestand wurden - sofern sie nicht als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Bewertungseinheiten oder als Sicherungsinstrumente im Rahmen der Aktiv/Passiv-Steuerung dienen - nach den Grundsätzen des Imparitäts- und Realisationsprinzips einzeln mit ihrem Marktpreis bewertet. Bei erworbenen bzw. veräußerten Swaptions wird die gezahlte bzw. erhaltene Prämie grundsätzlich bis zur Fälligkeit gehalten und erst am Ende der Laufzeit ergebniswirksam gebucht. Sofern die Swaptions als Sicherungsinstrumente im Rahmen der Aktiv/Passiv-Steuerung eingesetzt wurden, werden die Optionsprämien im Falle der Ausübung regelmäßig in die aktive bzw. passive Rechnungsabgrenzung umgebucht und anschließend über die Laufzeit des Swaps verteilt. Dienen derivative Finanzinstrumente (Swapgeschäfte) im Nichthandelsbestand der Absicherung von Vermögensgegenständen, wurden Bewertungseinheiten gebildet, sofern hierfür die erforderlichen Voraussetzungen vorlagen. Die Bewertung dieser derivativen Finanzinstrumente erfolgte nach den Vorschriften von § 254 HGB. Die nachfolgende Tabelle weist für jede Art von Grundgeschäften das Volumen der in Bewertungseinheiten einbezogenen Grundgeschäfte aus: Angaben zu Bewertungseinheiten gemäß § 285 Nr. 23a HGB
Bei der gebildeten Bewertungseinheit handelt es sich um einen perfekten Micro-Hedge. Grundgeschäft und Sicherungsinstrument stimmen jeweils in allen relevanten Ausstattungsmerkmalen überein ("Critical Term Match"). Daher haben sich die gegenläufigen Wertänderungen in Bezug auf das abgesicherte Risiko am Bilanzstichtag weitgehend ausgeglichen. Der Gesamtbetrag der sich ausgleichenden Wertänderungen aus der Bewertungseinheit beläuft sich auf TEUR 2.915. Aufgrund der übereinstimmenden relevanten Ausstattungsmerkmale erwarten wir auch künftig für die festgelegte Dauer der Sicherungsbeziehung einen vollständigen Ausgleich der gegenläufigen Wertänderungen in Bezug auf das abgesicherte Risiko. Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs einschließlich der zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos (Aktiv/Passiv-Steuerung) abgeschlossenen Zinsderivate werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 (n. F.) verlustfrei bewertet. Hierzu werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende positive Differenzbetrag wird anschließend um den Risikokostenbarwert und den Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird. Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum Bilanzstichtag war keine Rückstellung zu bilden. Strukturierte Finanzinstrumente, die keine wesentlich erhöhten oder zusätzlichen (andersartigen) Risiken oder Chancen aufweisen, wurden als einheitlicher Vermögensgegenstand bzw. einheitliche Verbindlichkeit nach den allgemeinen Grundsätzen bilanziert und bewertet. Strukturierte Finanzinstrumente, die nach dem strengen Niederstwertprinzip auf Basis einer Notierung auf einem aktiven Markt bewertet werden, werden als einheitlicher Vermögensgegenstand bzw. einheitliche Verbindlichkeit bilanziert, auch wenn sie durch das eingebettete Derivat zusätzliche (andersartige) Risiken und Chancen aufweisen, weil die besonderen Risiken des strukturierten Finanzinstruments durch eine objektivierte Bewertung zutreffend dargestellt werden (IDW RS HFA 22). Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie Anteile an verbundenen Unternehmen Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung wurden sie mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt. Im Rahmen des Aufbaus des strategischen Immobilienportfolios wurde seinerzeit die VR-Bank Mitte Immobilien GmbH & Co. KG gegründet. Durch die Immobilientochter wurden sowohl Immobilien als auch im Bau befindliche Grundstücke in Höhe von TEUR 8.416 gehalten. Aufgrund von Umstrukturierungen im strategischen Immobilienportfolio wurde im Geschäftsjahr die Auflösung der VR-Bank Mitte Immobilien GmbH & Co. KG per Anwachsung an die VR-Bank Mitte eG beschlossen. Alle Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten der Tochter gingen somit in die Bilanz der VR-Bank Mitte eG über. Aus der Aufrechnung der Beteiligungs- und Fremdkapitalpositionen ergab sich mit der Anwachsung ein Gewinn in Höhe von TEUR 29. Treuhandvermögen Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert. Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen Die Bewertung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die der geschätzen Nutzungsdauer entsprechenden Abschreibungssätze zugrunde. Sofern dauerhafte Wertminderungen vorliegen, werden außerplanmäßige Abschreibungen durchgeführt. Zum Bilanzstichtag wurden im Bereich Grundstücke und Gebäude außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 2.217 vorgenommen. Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu EUR 250 wurden in voller Höhe als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Sie wurden in voller Höhe abgeschrieben, sofern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut über EUR 250, aber nicht über EUR 800 lagen. Sonstige Vermögensgegenstände Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach den Grundsätzen des strengen Niederstwertprinzips. Aktive latente Steuern Ein Überhang an aktiven latenten Steuern wird bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt (vgl. Erläuterungen im Abschnitt D.). Verbindlichkeiten Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag. Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen. Treuhandverbindlichkeiten Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt. Rückstellungen Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst. Den Pensionsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde. Verpflichtungen aus Pensionsanwartschaften wurden mittels Anwartschaftsbarwertverfahren angesetzt. Laufende Rentenverpflichtungen und Altersversorgungsverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern wurden mit dem Barwert bilanziert. Für die Pensionsrückstellungen (Versorgungslasten-Ausgleichskasse) in Höhe von EUR 9.576.479 wurden erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 2,00 % und eine Rentendynamik in Höhe von 2,00 % zugrunde gelegt. Für Einzelzusagen mit Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 233.045 wurde eine Rentendynamik in Höhe von 2,00 % zugrunde gelegt und für Pensionsrückstellungen (DynaCom) in Höhe von EUR 45.878 wurden weder erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen noch eine Rentendynamik berücksichtigt. Der bei der Abzinsung der Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 9.809.524 angewendete Zinssatz von 1,79 % bzw. in Höhe von EUR 45.878 angewendete Zinssatz von 1,83 % wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (im Vorjahr 1,70 % bzw. 1,80 %) festgelegt. Hierbei wurde der letzte von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte Zinssatz auf Basis des aktuellen Zinsniveaus und des für die Ermittlung des Rechnungszinses vorgeschriebenen Verfahrens bis zum Bilanzstichtag fortentwickelt. Dieser beruht auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV). Zur Berücksichtigung des erhöhten kurzfristigen Anpassungsbedarfes aufgrund aufgelaufener Inflationseffekte wurden die laufenden Leistungen fiktiv um 3,00 % erhöht. Die Altersteilzeitrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels Anwartschaftsbarwertverfahren mit einem Zinssatz von 1,76 % p.a. bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ermittelt Als Rechnungsgrundlage werden die "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde gelegt. Es wurden erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 2,00 % p.a. berücksichtigt. Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels Projected Unit Credit Method mit einem Zinssatz von 1,76 % p.a. bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ermittelt. Als Rechnungsgrundlage werden die "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde gelegt. Es wurden erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 2,00 % p.a. berücksichtigt. Im Übrigen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet. Die erstmalige Einbuchung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr erfolgte mit dem abgezinsten Betrag (Nettomethode). Währungsumrechnung Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtages umgerechnet. Die sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Aufwendungen wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Soweit die Restlaufzeit der auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten bis zu einem Jahr betrug oder die Anforderungen an eine besondere Deckung vorlagen, wurden Erträge aus der Währungsumrechnung in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt. Als besonders gedeckt wurden gegenläufige Fremdwährungspositionen angesehen, soweit sie sich betragsmäßig und hinsichtlich ihrer Fristigkeit entsprechen. Angaben zur Behandlung von negativen Zinsen Negative Zinsen auf finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den betreffenden Zinserträgen bzw. Zinsaufwendungen in Abzug gebracht. Der Umfang negativer Zinsen bei den Zinserträgen und Zinsaufwendungen wird in Form von Darunter-Vermerken in der Gewinn- und Verlustrechnung angegeben. Verwendung des Jahresergebnisses Der Jahresabschluss wurde vor Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt. C. Entwicklung des Anlagevermögens 2023
D. Erläuterungen zur Bilanz Forderungen an Kreditinstitute In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 127.102.012 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten. Forderungen an Kunden In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 32.784.417 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten. Als Sicherheit für Verbindlichkeiten gegenüber der DZ Bank AG, der Landwirtschaftlichen Rentenbank, der Thüringer Aufbaubank, der NBank und der Norddeutschen Landesbank wurden Kundenforderungen in Höhe in Höhe von EUR 99.649.361 abgetreten. An die Deutsche Bundesbank wurden als Sicherheit in Höhe von EUR 52.000.000 Kundenforderungen im Posten Schuldscheindarlehen abgetreten. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren (A 5) werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr EUR 130.360.819 fällig. Im Rahmen von echten Pensionsgeschäften wurden Wertpapiere mit einem Buchwert von EUR 69.939.407 übertragen. Der für die Übertragung erhaltene Betrag wurde unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten passiviert. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) in Höhe von nominal EUR 94.200.000 wurden der Deutschen Bundesbank als Sicherheit für GLRG III Geschäfte verpfändet. Aufgliederung der im Bilanzposten A 5 enthaltenen Wertpapiere In folgenden Posten sind enthalten:
Im Wertpapierjournal sind die nicht nach dem strengen Niederstwertprinzip bewerteten Wertpapiere des Anlagevermögens besonders gekennzeichnet. Zu den Finanzanlagen gehörende Finanzinstrumente, die über ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, bestehen in folgendem Umfang (§ 285 Nr. 18 HGB): Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) mit einem Buchwert (ohne Stückzinsen) in Höhe von EUR 532.845.040 weisen einen beizulegenden Zeitwert in Höhe von EUR 481.594.441 aus. Die unterlassene Abschreibung beträgt somit insgesamt EUR 51.250.599. Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB sind unterblieben, da es sich bei den Finanzanlagen, die über dem Zeitwert ausgewiesen wurden, um festverzinsliche Anleihen (A 5) des Anlagevermögens handelt, bei denen keine dauernde Wertminderung besteht. Wir beabsichtigen die Wertpapiere, deren Rückzahlung dann zum Nominalwert erfolgt, bis zur Endfälligkeit zu halten. Störungen der Zins- und Tilgungsleistungen sind bei den betreffenden Wertpapieren nach unserer derzeitigen Einschätzung nicht zu erwarten. Anzeichen für eine Bonitätsbeeinträchtigung des jeweiligen Emittenten oder andere dauernde Wertminderungen sind nicht erkennbar. Dies deutet darauf hin, dass die Wertminderung nicht dauerhaft ist. Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht In den Forderungen (A 3 und A 4) und Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:
Investmentvermögen mit einem Anteil von mehr als 10 Prozent Im Bilanzposten "Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere" (A 6) sind folgende Anteile mit Anteilsquoten von mehr als 10 % enthalten:
Beschränkungen in der täglichen Rückgabemöglichkeit bestehen grundsätzlich nicht. Die Vertragsbedingungen enthalten ausschließlich eine Beschränkung nach § 98 Abs. 2 Satz 1 KAGB. Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen Beteiligungen von nicht untergeordneter Bedeutung bestehen zum 31. Dezember 2023 wie folgt:
Für die unter Buchstaben v) bis x) aufgeführten Anteile an verbundenen Unternehmen wurde kein Konzernabschluss aufgestellt, weil aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (§ 296 Abs. 2 HGB) auf die Aufstellung verzichtet werden konnte. Treuhandvermögen Im Bilanzposten "Treuhandvermögen" (A 9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandforderungen handelt es sich um "Forderungen an Kunden" (A 4). Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen Im Bilanzposten "Sachanlagen" (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 6.959.041 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 1.491.964 enthalten. Sonstige Vermögensgegenstände In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A 13) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:
Nachrangige Vermögensgegenstände In den folgenden Posten sind Vermögensgegenstände, für die eine Nachrangklausel besteht, enthalten:
Fremdwährungsposten In den Vermögensgegenständen sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 757.334 enthalten. Restlaufzeitenspiegel für Forderungen Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:
Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert. Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:
Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 237.757.155 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten. Treuhandverbindlichkeiten Im Bilanzposten "Treuhandverbindlichkeiten" (P 4) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um "Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten" (P 1). Passive latente Steuern Latente Steuern sind nicht bilanziert. Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde. Passive Steuerlatenzen bestehen nicht. Aktive latente Steuern bestehen im Wesentlichen in den Positionen Forderungen an Kunden (A 4), Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5), Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (A 6), Beteiligungen (A 7), Sachanlagen (A 12) und Rückstellungen (P 7). Für die Berechnung latenter Steuern wurde ein Körperschaftssteuersatz von 15,00 % sowie ein darauf entfallender Solidaritätszuschlag von 5,50 % und für die Gewerbesteuer ein Hebesatz von 412,02 % zugrunde gelegt. Dieses führt insgesamt zu einem durchschnittlichen Steuersatz von 30,25 %. Nachrangige Verbindlichkeiten Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten (P 9) in Höhe von EUR 108.056 an. Mittelaufnahmen, die 10 % des Gesamtbetrages der nachrangigen Verbindlichkeiten übersteigen, erfolgen zu folgenden Bedingungen:
Eine vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung ist ausgeschlossen. Die Verbindlichkeiten sind im Falle des Insolvenzverfahrens oder der Liquidation der Bank erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückzuzahlen. Eine Umwandlung in andere Eigenkapitalformen ist nicht möglich. Für die nachrangigen Verbindlichkeiten gelten die folgenden wesentlichen Bedingungen: Die mit den Gläubigern der nachrangigen Verbindlichkeiten getroffenen Nachrangabreden erfüllen die Voraussetzungen für die Anerkennung als Eigenmittel gemäß Art. 63 CRR. Mit den Gläubigern wurden keine Kündigungsmöglichkeiten vereinbart. Die Bank behält sich das Recht der fristlosen Kündigung der Einlagen für den Fall vor, dass eine Änderung der Besteuerung zu Zuzahlungen an den Gläubiger führen. Die Restlaufzeiten der nachrangigen Verbindlichkeiten liegen zwischen 1 und 5 Jahren. Die nachrangigen Verbindlichkeiten sind mit einem Zinssatz von 2,125 % ausgestattet. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:
Eigenkapital Die unter dem Passivposten "Gezeichnetes Kapital" (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:
Die Ergebnisrücklagen (P 12c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und Risikosteuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten. Akute und latente Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind durch Rückstellungen gedeckt. Die in den Posten 1b) und 2c) der unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen breit gestreute Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden. Die unwiderruflichen Kreditzusagen sind überwiegend breit gestreut. Die Risiken wurden im Zuge einer Einzelbewertung der Bonität dieser Kunden beurteilt. Die ausgewiesenen Beträge unter Posten 1b) zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen wird. Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten Von den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:
Fremdwährungsposten In den Schulden sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 2.689.266 enthalten, davon entfallen EUR 1.931.932 auf Eventualverbindlichkeiten. Termingeschäfte und derivative Finanzinstrumente Zum Bilanzstichtag bestanden noch nicht abgewickelte Zinsswaps und Caps des Nichthandelsbestandes. Die Zinsderivate wurden insbesondere als Sicherungsinstrumente im Rahmen der Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos im Bankbuch (Aktiv/Passiv-Steuerung) und zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken abgeschlossen. In der nachfolgenden Tabelle sind die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Derivatgeschäfte des Nichthandelsbestands, einschließlich der in Bewertungseinheiten einbezogenen Derivate und einschließlich der in strukturierte Finanzinstrumente eingebetteten Derivate, die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelt waren, zusammengefasst. (§ 36 RechKredV bzw. § 285 Nr. 19 HGB). Neben der Gliederung nach Produktgruppen wird die Fälligkeitsstruktur auf Basis der Nominalbeträge dargestellt. Die beizulegenden Zeitwerte werden ohne rechnerisch angefallene Zinsen angegeben ("clean prices"). (Angaben in TEUR):
Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte bei Zinsswap-Vereinbarungen durch Diskontierung der zukünftigen erwarteten Zahlungsströme auf den Abschlussstichtag. E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Zinserträge und Zinsaufwendungen Negative Zinsen aus Aktivgeschäften sind in den Zinserträgen (GuV 1) als Reduktion des Zinsertrags bzw. in den Zinsaufwendungen (GuV 2) aus Passivgeschäften als Reduktion des Zinsaufwands enthalten. Bei den Zinsaufwendungen (GuV 2) resultieren diese im Wesentlichen aus Geschäften mit der Zentralbank. Die für das Geschäftsjahr ermittelten Auf- und Abzinsungseffekte für Zinsrückstellungen aus Zinsprodukten wurden unter den Zinserträgen und den Zinsaufwendungen erfasst. Dadurch hat sich der Zinsüberschuss per Saldo um EUR 3.085 (Vorjahr EUR -1.207) erhöht. Provisionserträge Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung, insbesondere für die Vermögensverwaltung, Immobilienvermittlung, Vermittlung von Krediten, Bausparverträgen und Versicherungen nehmen in der Ertragsrechnung einen festen Bestandteil ein. Sie machen 0,3 % der durchschnittlichen Bilanzsumme aus. Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen (GuV 8) sind folgende nicht unwesentliche Einzelbeträge enthalten:
Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen mit EUR 134.392 (Vorjahr EUR 9.941) Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 156.692 (Vorjahr EUR 321.219) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen. Periodenfremde Erträge bzw. Aufwendungen In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 1.106.139 und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 366.596 enthalten. F. Sonstige Angaben Vorstand und Aufsichtsrat Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB aus datenschutzrechtlichen Gründen verzichtet. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen EUR 151.046. Die früheren Mitglieder des Vorstands bzw. deren Hinterbliebenen erhielten EUR 202.979. Für frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen bestehen zum 31. Dezember 2023 Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 6.611.584. Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 127.107 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 2.903.178. Ausschüttungsgesperrte Beträge Der aus der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag beträgt EUR 88.082, diesem stehen ausreichend frei verfügbare Rücklagen in Höhe von EUR 71.000.000 gegenüber. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Höhe von Garantieverpflichtungen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (Garantieverbund) in Höhe von EUR 6.427.260. Ferner besteht eine Beitragsgarantie gegenüber dem institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen. Personalstatistik Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:
Außerdem wurden durchschnittlich 22 Auszubildende beschäftigt. Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr
Aufwendungen für den Abschlussprüfer Das vom Prüfungsverband für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar schlüsselt sich in folgende Honorare auf:
Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten: Genoverband e.V. Karl-Wiechert-Allee 76 a 30625 Hannover Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf Linnenkohl, Uwe, Vorstandsmitglied, Produktionsvorstand Aktiv und Passiv und Steuerungsvorstand, (bis 31.5.2023) Henkel, Björn, Vorstandsmitglied, Vertriebsvorstand und Produktionsvorstand Treasury Michalek, Jan, Vorstandsmitglied, Produktionsvorstand Aktiv und Passiv und Steuerungsvorstand, (seit 1.6.2023) Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf Bringmann, Jörg, - Vorsitzender - , selbstständiger Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Magerhans, Hartwig, - stellvertretender Vorsitzender - , angestellter Steuerberater Loest, Ekkehard, - stellvertretender Vorsitzender - , Geschäftsführer LOEST Präzisionsmechanik GmbH Ludolph, Hermann, - stellvertretender Vorsitzender - , selbstständiger Handelskaufmann Thiele, Henry, - stellvertretender Vorsitzender - , Diplom Agrar-Ingenieur, Geschäftsführer der DEULA Witzenhausen GmbH Zindel, Thorsten, - stellvertretender Vorsitzender - , Dipl. Betriebswirt, Vorstand der Alfred Zindel AG Bollensen, Dietmar, angestellter Metallbaumeister bei der Fa. Paland Metallbau e.K. Bommhardt, Claudia, Kaufmännische Leiterin der Gebrüder Bommhardt Bauunternehmen GmbH & Co. KG Dilling, Nicol, Diplom Agrar-Ingenieurin, selbstständige Landwirtin Gabel, Ulrich, Geschäftsführer der Eichsfeldwerke GmbH Iffland, Daniel, selbstständiger Automobilkaufmann Kehrel, Helmut, Rentner Kohlrautz, Andreas, Sozialvers. Fachangestellter der DAK Mecke, Kay, staatlich geprüfter Betriebswirt, selbstständiger Landwirt Meyer-Biermann, Andrea, selbstständige Land- und Energiewirtin bei der Biermann KG und Duderstädter BIO-Energieanlage GmbH & Co. KG Reimann, Janine, Dipl. Betriebswirtin, Geschäftsführerin bei der Memotec Verwaltungs GmbH Sander, Armin, selbstständiger Tischlermeister Sippel, Helmut, Diplom Finanzwirt und selbstständiger Steuerberater Stange, Christian, selbstständiger Landwirt Zindel, Harald, Rentner Vorschlag für die ErgebnisverwendungDer Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 3.144.282,11 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von EUR 53.992,16 (Bilanzgewinn von EUR 3.198.274,27) - wie folgt zu verwenden:
Duderstadt, 25. Juni 2024 VR-Bank Mitte eG Der Vorstand Björn Henkel Jan Michalek Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die VR-Bank Mitte eG, Duderstadt Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der VR-Bank Mitte eG, Duderstadt (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und - vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537 / 2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar: Bewertung der Kundenforderungen a) Sachverhalt und Problemstellung Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen, belaufen sich auf 1.377,8 Mio. EUR. Dies entspricht 52,4 % der Bilanzsumme. Zudem bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 13,7 Mio. EUR und unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von 97,1 Mio. EUR. Die Identifizierung von Wertminderungen und die Ermittlung von Einzelwertberichtigungen sowie die Bemessung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche Kreditzusagen unterliegen wesentlichen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass Wertberichtigungsbedarf nicht rechtzeitig identifiziert wird bzw. die Höhe der Wertberichtigung von der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der jeweiligen Kreditnehmer sowie von der Bewertung der Kreditsicherheiten beeinflusst wird. Daher ist die zutreffende Bewertung der Kundenforderungen für den Jahresabschluss und insbesondere für die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und stellt nach unserer Einschätzung einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar. b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung haben wir zunächst die Angemessenheit des relevanten internen Kontrollsystems der Genossenschaft zur Bewertung von Kundenforderungen beurteilt. Dabei haben wir Kontrollmaßnahmen in den zur Bewertung der Kundenforderungen relevanten Prozessen der Genossenschaft identifiziert. Für die relevanten Kontrollmaßnahmen haben wir deren Aufbau bzw. Ausgestaltung gewürdigt und uns vergewissert, dass diese Kontrollen eingerichtet sind. In Folge haben wir uns von der Wirksamkeit der eingerichteten relevanten Kontrollen der Genossenschaft stichprobenhaft überzeugt. Des Weiteren haben wir analytische Prüfungshandlungen durchgeführt. Dabei wurde der Datenbestand der Genossenschaft im Hinblick auf vordefinierte Prüfkriterien ausgewertet. In diesem Zuge wurden insbesondere die Gesamtzusage, die Höhe der ungesicherten Kreditteile sowie sonstige erkennbare Negativkriterien berücksichtigt. Aufbauend auf den vorstehend genannten verschiedenen Prüfungshandlungen haben wir bewusst ausgewählte Kreditengagements hinsichtlich der Notwendigkeit und - soweit erforderlich - der Angemessenheit einer Risikovorsorge einer Einzelfallprüfung unterzogen. c) Verweis auf weitergehende Informationen Weitere Angaben der Genossenschaft zur Bilanzierung und Bewertung von Forderungen im Kreditgeschäft sind im Anhang des Jahresabschlusses im Abschnitt Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden enthalten. Darüber hinaus beinhaltet der Lagebericht Erläuterungen zur Steuerung und Überwachung der Adressenausfallrisiken. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus - identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. - beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. - beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. - beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft. - führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft bzw. für die von dieser beherrschten Unternehmen erbracht: - Depot- / Wertpapierdienstleistungsprüfung - MACCs Mobilisation and Administration of Credit Claims - Aufsichtsratsseminar Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Gunter Hedrich.
Hannover, 25. Juni 2024 Genoverband e.V. Jan Ole Vinken, Wirtschaftsprüfer Gunter Hedrich, Wirtschaftsprüfer Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die ErgebnisverwendungDie Vertreterversammlung vom 29.08.2024 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2023 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 3.144.282,11 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 53.992,16 - wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen. Bericht des AufsichtsratesVR-Bank Mitte eG, DuderstadtDer Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat und die Ausschüsse des Aufsichtsrates in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand. Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat ergaben sich im Geschäftsjahr 2023 wie folgt: Turnusgemäß sind acht Aufsichtsräte ausgeschieden, von denen die folgenden acht Aufsichtsräte wieder gewählt wurden: Frau Nicol Dilling, Herr Jörg Bringmann, Herr Hartwig Magerhans, Herr Ekkehard Loest, Herr Daniel Iffland, Herr Helmut Sippel, Herr Christian Stange und Herr Harald Zindel. Um eine effektive Überwachung der Geschäftstätigkeit des Instituts durch den Aufsichtsrat sicherzustellen, hat der Aufsichtsrat aus seiner Mitte, gemäß § 22 Abs. 2 der Satzung und § 4 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates, unverändert fünf Ausschüsse eingerichtet: • Risikoausschuss • Kreditausschuss • Prüfungs- und Organisationsausschuss • Hauptausschuss • Investitionsausschuss Der Risikoausschuss tagte im Berichtsjahr viermal. Wesentliche Themen bildeten die Risiko- und Ertragslage der Bank sowie einzelne Risikoarten. Der Kreditausschuss trat im Jahr 2023 zu insgesamt sechs Sitzungen zusammen. Er erörterte diverse Kreditanfragen und fasste die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse. Der Prüfungs- und Organisationsausschuss tagte im Berichtsjahr dreimal. Wesentliche Themen waren der Jahresabschluss und die Berichte der internen und externen Prüfung. Der Hauptausschuss hat im Berichtsjahr in drei Sitzungen seine Aufgaben wahrgenommen und stand dem Vorstand insbesondere bei Strategiefragen beratend zur Seite. Der Investitionsausschuss trat im Jahr 2023 nicht zusammen, da im Berichtsjahr keine Themen vorlagen. Aus den Sitzungen der Ausschüsse ist dem Gesamtaufsichtsrat in fünf Gesamtaufsichtsratssitzungen berichtet worden. Der vorliegende Jahresabschluss 2023 mit Lagebericht wird vom Genoverband e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Vertreterversammlung berichtet. Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses - unter Einbeziehung des Gewinnvortrages - entspricht den Vorschriften der Satzung. Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen. Durch Ablauf der Wahlzeit scheiden in diesem Jahr folgende Mitglieder aus dem Aufsichtsrat aus: Herr Henry Thiele, Herr Thorsten Zindel, Herr Dietmar Bollensen, Frau Claudia Bommhardt, Herr Ullrich Gabel, Herr Kay Mecke und Herr Elmar Mönnig. Die Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates ist zulässig. Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeitern Dank für die geleistete Arbeit aus.
Duderstadt, 25. Juni 2024 Der Aufsichtsrat Jörg Bringmann, Vorsitzender Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023("Länderspezifische Berichterstattung")VR-Bank Mitte eG, DuderstadtDie VR-Bank Mitte eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der VR-Bank Mitte eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren. Die VR-Bank Mitte eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 TEUR 61.188. Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 330,3. Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 18.161. Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 4.065 und betreffen laufende Steuern. Die VR-Bank Mitte eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten. |
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