Alt FineCom Finishing - eCommerce - Logistics GmbH

Otto-Brindl-Straße 1, 94447 Plattling, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Deggendorf HRB 4122
Vorher
FRESHTEX logistics GmbH
Eingetragen
4.10.2000
Branche
Erbringung von LogistikdienstleistungenVermittlungstätigkeiten für die GüterbeförderungVeredlung von Textilien und Bekleidung
Gegenstand
Übernahme von logistischen Dienstleistungen, Textilaufbereitung und Beratung von Unternehmen in den Bereichen Beschaffungs-, Transport-, Distributions- und Versandlogistik.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Alexandra D. Alt
seit 28.4.2020
Prokura
Franz Sebastian Alt
seit 28.7.2014
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Franz Sebastian Alt
94469 Deggendorf
400.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Alt FineCom Finishing - eCommerce - Logistics GmbH

Plattling

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Handelsbilanz zum 31.12.2021

AKTIVA

Euro Geschäftsjahr Euro Vorjahr Euro
A.Anlagevermögen
I.Immaterielle Vermögensgegenstände 2.113.989,00 1.470.580,00
II.Sachanlagen 2.465.327,00 1.440.741,00
4.579.316,00 2.911.321,00
III. Finanzanlagen 1.000,00 1.000,00
B.Umlaufvermögen
I.Vorräte 23.651,37 133.318,50
II.Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.498.601,72 2.268.815,03
III.Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 4.025,30 2.591,16
3.526.278,39 2.404.724,69
C.Rechnungsabgrenzungsposten 65.510,92 39.359,25
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 5.072.556,61 1.449.804,64
13.244.661,92 6.806.209,58

PASSIVA

A.Eigenkapital
I.Gezeichnetes Kapital 400.000,00 400.000,00
II.Kapitalrücklage 55.000,00 55.000,00
III.Gewinnvortrag -1.904.804,64 146.315,77
IV.Jahresfehlbetrag -3.622.751,97 -2.051.120,41
-5.072.556,61 -1.449.804,64
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 5.072.556,61 1.449.804,64
B.Sonderposten mit Rücklageanteil 0,00 13.142,90
C.Rückstellungen 1.517.567,07 848.903,11
D.Verbindlichkeiten 11.519.215,01 5.926.924,57
-davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 6.539.068,40 (Euro 3.796.514,90)
-davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr Euro 4.980.146,61 (Euro 2.130.409,67)
E.Passive latente Steuern 17.239,00 17.239,00
13.244.661,92 6.637.537,57

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2021 bis 31.12.2021

Alt FineCom Finishing-eCommerce-Logistics GmbH

Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro Euro Euro
1. Umsatzerlöse 15.347.079,99 8.562.144,04
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen) -9.728,80 -36.227,32
3. Gesamtleistung 15.337.351,19 8.525.916,72
4. sonstige betriebliche Erträge 538.377,00 513.532,31
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 144.549,82 124.867,17
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.889.680,76 4.034.230,58 658.760,23 783.627,40
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.694.334,48 3.659.955,20
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.438.709,80 8.133.044,28 808.899,18 4.468.854,38
7. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 622.038,74 413.356,77
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 6.484.778,40 5.219.759,39
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 10.555,77 3.543,73
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 257.642,65 221.344,01
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 27.464,77 -16.725,33
12. Ergebnis nach Steuern -3.617.985,92 -2.047.223,86
13. sonstige Steuern -4.766,05 3.896,55
14. Jahresfehlbetrag -3.622.751,97 -2.051.120,41

ANHANG zum 31.12.2021

Grundlagen und Methoden

Vorliegender Jahresabschluss der Alt FineCom Finishing-eCommerce-Logistics GmbH für das Geschäftsjahr 1 wurde nach den Grundsätzen der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuch (HGB) erstellt.

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Plattling. Sie ist Handelsregister des Amtsgerichts Deggendorf unter HRB 4122 eingetragen.

Die Regelungen des GmbH-Gesetzes wurden ebenfalls berücksichtigt.

Der Jahresabschluss wurde gemäß den Gliederungsvorschriften des § 266 ff.HGB aufgestellt.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

Bei der Gewinn- und Verlustrechnung kommt das Gesamtkostenverfahren zur Anwendung.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Gegenstände des immateriellen Anlagevermögens wurden mit den Anschaffungskosten bewertet und um die planmäßige Abschreibung vermindert.

Der Wertansatz der Sachanlagen berechnete sich aus den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von Euro 150 bis Euro 1.000 wurden im Jahr der Anschaffung in einen Sammelposten eingestellt und auf 5 Jahre voll abgeschrieben.

Das Vorratsvermögen wurde zu den Anschaffungskosten bewertet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden mit dem Nennbetrag bewertet und hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit geprüft. Uneinbringliche Forderungen wurden in voller Höhe abgeschrieben.

Aufgrund des branchenüblichen Ausfallrisikos wurde eine Pauschalwertberichtung zum Forderungsbestand in Höhe von 1 % der nicht einzelwertberichtigten Nettoforderungen gebildet.

Bei der Bewertung der Forderungen und Wertpapiere wurden erkennbare Risiken berücksichtigt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite werden Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet. Falls die Tageswerte über den Erfüllungsbeträgen lagen, wurden die Verbindlichkeiten mit dem höheren Tageswert ausgewiesen.

Einzelerläuterungen

Angaben zur Bilanz

Forderungen und Vermögensgegenstände

Alle ausgewiesenen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig.

Als Sonderposten mit Rücklagenanteil wurde ein im Jahr 2015 gewährter Investitionszuschuss des bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft in Höhe von EUR 92.000 eingestellt. Es wurde vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, ihn nicht sofort ertragswirksam zu vereinnahmen. Er kürzt die Anschaffungskosten der mit ihm angeschafften Wirtschaftsgüter und wird - letztmalig in 2021 - über deren Abschreibungsdauer aufgelöst.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Es werden im Wesentlichen Verpflichtungen für Urlaub, Erlösschmälerungen, ausstehenden Rückvergütungen wegen Leistungsstörungen und Berufsgenossenschaftsbeiträge berücksichtigt.

Restlaufzeiten
Art der Verbindlichkeiten Gesamt bis zu 1 Jahr 1-5 Jahre über 5 Jahre davon durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.866.723,51 € 788.614,17 € 1.628.358,07 € 2.449.751,29 € 4.866.723,51 €
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.093.518,84 € 4.093.518,84 € 0,00 € 0,00 € 0,00 €
Sonstige Verbindlichkeiten 2.558.972,66 € 1.058.671,84 € 0,00 € 1.500.300,82 € 0,00 €
Gesamtsummen 11.519.215,01 € 5.940.804,85 € 1628.358,07 € 3.950.052,11 € 4.866.723,51 €

Sonstigen Verbindlichkeiten

Über die hier enthaltenen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter in Höhe von EUR 1.409.557,16 liegen Rangrücktrittserklärungen vor.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 180 (Vj. TEUR 176) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit mit TEUR 336 (Vj. 7 TEUR).

Latente Steuern

Abgrenzungen für latente Steuern werden auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten der Gesellschaft gebildet, sofern sich diese in den Folgejahren voraussichtlich abbauen. Ergibt sich aus der Gegenüberstellung der Wertansätze eine Steuerbelastung, werden passive latente Steuern gebildet.

Die passiven latenten Steuern weisen die anteilige Steuer aus, die zusätzlich entstanden ist, weil in der Steuerbilanz eigene Lohnaufwendungen bei der Erstellung einer EDV-Schnittstelle aktiviert wurden und auf der Vertragslaufzeit zu verteilen sind.

Allerdings ist im Berichtszeitraum wegen des Jahresfehlbetrages keine Auflösung veranlasst.

Sonstige Angaben

Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang geben entsprechend den gesetzlichen Vorschriften grundsätzlich die wirtschaftliche Lage wieder.

Im Wirtschaftsjahr 2021 waren durchschnittlich 293 Personen in Voll- und Teilzeit und 26 Personen geringfügig beschäftigt.

Die Gesellschaft ist an der FineVentures UG (haftungsbeschränkt) mit Sitz in Plattling zu 100 % beteiligt. Das gezeichnete Eigenkapital beträgt EUR 1.000. Dieses Unternehmen weist in seinem Jahresabschluss zum 31.12.2020 ein Eigenkapital mit EUR 31.684,60 und einen Jahresüberschuss mit EUR 33.356,91 aus. der Jahresabschluss 2021 ist noch nicht erstellt.

Für die Nutzung von beweglichen Gegenständen hat die Gesellschaft Leasingverträge, denen Laufzeiten von zwei bis sieben Jahren zu Grunde liegen, abgeschlossen. Die Gesamtverpflichtung aus diesen Leasingverträge beträgt für die verbleibende Grundmietzeit TEUR 1.005.

Die Gesellschaft hat Büro- sowie Lagerflächen an drei Standorten angemietet. Die Mietverträge sehen eine feste Grundmietzeit mit der Möglichkeit einer sich anschließenden Verlängerung von fünf Jahren vor. Für die Zeit der vereinbarten Mietzeiträume ist mit Zahlungsverpflichtungen aus diesen Mietverträgen mit insgesamt TEUR 4.410 zu rechnen.

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt: Herrn Franz S. Alt

Die Angabe der Geschäftsführerbezüge unterbleibt unter Inanspruchnahme des § 286 Abs. 4 HGB.

Die Berichtsgesellschaft ist zum 31.12.2021 mit EUR 5.072.556,61 bilanziell überschuldet.

Die Geschäftsführung hat unter Mitwirkung externer Berater und Anwälte eine Liquiditätsanalyse durchgeführt. Hierbei wurde eine Analyse des Business Modell, Ermittlung des Liquiditätsbedarfs, Forecasts mittels integrierter Planung, Beschreibung des Makroumfeld und eine kritische Kundenanalyse durchgeführt. Dabei ist eine positive Fortbestehungsprognose durch die externen Berater bestätigt worden. Der Jahresabschluss wurde daher unter Beachtung des Grundsatzes der Unternehmensfortführung (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) aufgestellt.

Wichtige Vorgänge nach dem Bilanzstichtag haben sich nicht ergeben.

 

Plattling, den 02.08.2023

Alt FineCom Finishing-eCommerce-Logistic

Geschäftsführer

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

Alt FineCom Finishing-eCommerce-Logistics GmbH, Plattling

1. Grundlage des Unternehmens

Die Alt FineCom Finishing - eCommerce - Logistics GmbH wird am Amtsgericht Deggendorf unter HRB 4122 geführt. Die FineCom ist ein reines Dienstleistungsunternehmen und bietet seinen Kunden diverse Logistikdienstleistungen für Handel und eCommerce in den Bereichen, Lagerung, Versand und Retouren an. Die Firma gliedert sich in 5 Geschäftsbereiche: Textilaufbereitung, B2B Logistik, eCommerce Logistik, Corporate Fashion Logistik und Retourenmanagement. Die Dienstleistungen werden an fünf Standorten für die Kunden erbracht. Der Firmensitz befindet sich in 94447 Plattling. Die Standorte sind Außenstellen und keine selbständigen Zweigniederlassungen.

2. Wirtschaftsbericht

a) Rahmenbedingungen Durch die Corona-Pandemie hat die Logistikbranche als solches stark an Bedeutung gewonnen. Die unsicheren und teilweise gestörten Lieferketten in Verbindung mit dem theoretischen Ausfall des stationären Handels durch den Lockdown, haben den Fokus auf den Versandhandel, als einziger Absatzkanal, gelegt. Durch die Lockdowns des stationären Einzelhandels konnten Konsumenten die vorher rein stationäre eingekauft haben, als Versandhandelskunden gewonnen werden. Dies hat dazu geführt dass der eCommerce Bereich während der Pandemie starke Umsatzzuwächse verzeichnen konnte. Laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) hat sich der Umsatz, der online abgewickelt wird, in den verschiedenen Segmenten von 2020 zu 2021 gesteigert. Die Wachstumsrate liegt bei 19% zum Vorjahr. Durch die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit ist besonders der Bereich Retourenmanagement inkl. Retourenaufbereitung von starker Bedeutung. Es zeichnet sich ein Trend zu Second Hand Vermarktung bei Textilien ab, welcher den Konsum von Neuprodukten teilweise kannibalisiert, und eine effiziente Abwicklung der Retourenprozesse voraussetzt. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung, wenn auch nicht ganz so stark, in den nächsten Jahren fortsetzt. Die Flexibilität und die Kosteneffizienz die der Onlineversand bietet kombiniert mit hoher, überregionaler Warenverfügbarkeit ist ein klarer Vorteil gegenüber dem stationären Einzelhandel.

b) Geschäftsverlauf

Umsatz und Ertragsentwicklung Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein Fehlbetrag mit 3,623 Mio € (Vj. 2,051 Mio €) erzielt. Gegenüber 2020 hat sich der Umsatz von 8,3€ Mio auf 15,3€ Mio erhöht. Dies ist besonders auf die Stärkung des Vertriebs zurückzuführen. Dadurch konnten ca. 35 Neukunden mit den unterschiedlichsten Produktgruppen akquiriert werden. Das Jahresergebnis wird negativ beeinflusst aufgrund Forderungsverluste sowie Neubildung von Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 0,46 €Mio. Die Kosten, die dem operativen Geschäft zugeordnet sind, haben sich stark erhöht. Ein wesentlicher Grund hierfür ist das starke Wachstum, welches zu starken Produktivitätseinbußen geführt hat. Jedes Neukunden-Onboarding führt erstmal zur Minderung der Produktivität. Der Roheertragsquote (Rohertrag bezogen auf Gesamtleistung) ist in 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 16,7 %-Punkte gesunken. Um das enorme Wachstum abbilden zu können, wurden 3 neue Standorte eröffnen. Die damit verbundenen Ramp-up Kosten sind nicht allein den Investitionen zugeordnet, sondern finden sich auch in den gestiegenen Kosten für Fremdleistungen und Personal wieder. Die Quote aus Summe aus Fremdleistungen und Personalkosten zu Erlösen ist im Vergleich zum Vj um 18,5%- Punkte gestiegen. Durch die Corona Pandemie und die damit verbundene erhöhte Krankenquote, gepaart mit einem herausfordernden Arbeitnehmermarkt, ist die Personalkostenquote im Vergleich zu dem Vorjahr um 0,8%-Punkte gestiegen. Materialaufwand einschließlich Fremdleistungen haben sich durch das steigende Auftragsniveau um 3,3 Mio € im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Der Großteil der Kostensteigerung resultiert aus den bezogenen Fremdleistungen (Steigerung zum VJ um 3,2 € Mio). Der Personalaufwand hat sich um 3,7 € Mio im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Dies korreliert mit dem Umsatzwachstum und ist zurückzuführen auf das Personalwachstum um fast 100%. Zinsaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr durch zusätzliche Finanzierungen um 0,04 Mio € erhöht. Sonstige betriebliche Aufwendungen haben sich, bereinigt um die Zuführungen zu Wertberichtigungen auf Forderungen, im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Mio € erhöht.

Investitionen

Im Jahr 2021 betrug das Investitionsvolumen insgesamt 2,29 € Mio. Die Investitionen wurden großteils in dem Bereich IT-Software und Lagereinrichtung getätigt. Ca. 40% der Investition erfolgten zur Weiterentwicklung des Warehouse Management Systems.

Finanzierungsmaßnahmen/Vorhaben

In 2021 wurden KfW Darlehen in Höhe von 0,95€ Mio aufgenommen sowie zusätzlich 0,5 € Mio Darlehen von der Hausbank aufgenommen um die anfänglich negativen Corona Auswirkungen zu kompensieren sowie die Wachstumsinvestitionen in den neuen Standorten zu finanzieren. Aus der Sphäre des Gesellschafters wurden weitere Darlehen im Laufe des Jahres 2021 von der Gesellschaft aufgenommen, um das wirtschaftliche Eigenkapital zu stärken. Zu allen Gesellschafterdarlehen wurde Nachrangigkeit vereinbart.

Personal und Sozialbereich

Die Personalkosten sind in 2021 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 3,66 Mio € gestiegen. Maßgebliche Treiber hierfür waren der Ausbau des administrativen Stammpersonals sowie die benötigten operativen Mitarbeiter, um das Umsatzwachstum auch operativ abbilden zu können.

Umlaufvermögen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Mio€. Die Veränderung ist im Wesentlichen auf das gestiegene Umsatzniveau zurückzuführen und die Hochsaison des Onlinehandels im vierten Quartal 2021.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten Beträge für Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses mit T€ 25 (Vj. T€ 25), Urlaub und Überstunden mit T€ 676 (Vj. T€ 360), Berufsgenossenschaft mit T€ 85 (Vj. T€ 39), und zu erwartenden Erlösschmälerungen, die das Jahr 2021 betreffen, mit T€ 573 (Vj. T€ 277), ausstehende Rechnungen mit T€ 157,8 (Vj. T€ 109,2).

Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten mit 2,5 Mio€ (Vj. 1,4 Mio€) haben sich gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Mio€ erhöht. Diese Bilanzposition enthält Gesellschafterdarlehen mit 1,4 Mio€ (Vj. 1,1 Mio€), die alle unter der Bedingung der Nachrangigkeit vereinbart wurden. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Mio € erhöht. Ein Großteil dieser Verpflichtungen betrifft Fremdleistungen, bei welchen individuelle Zahlungsziele vereinbart werden konnten.

c) Überschuldung und Liquiditätssituation

Es liegt ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Jahresfehlbetrag in Höhe von 5,07 Mio€ vor. Die Liquidität wurde durch die Finanzierungspartner und den Gesellschafter sichergestellt. Infolge bestehender Überschuldung ergeben sich Auswirkungen auf die Unternehmensfinanzierung, welche zur Folge hat, dass eine weitere Fremdfinanzierung anspruchsvoll wird. Die Liquidität wird somit weitestgehend durch die Produktivitätssteigerung im operativen Bereich sichergestellt. Die Grundlagen wurden in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 etabliert (s. Abschn. Spezialbericht).

2. Prognosebericht

Rahmenbedingungen:

Für die folgenden zwei Geschäftsjahre erwarten wir eine Steigerung des Versandhandelsumsatzes. Es wird mit einer Steigerung des Onlinehandels für das Jahr 2022 mit 12% und für das Jahr 2023 mit 5% gerechnet.

Umsatz und Ertragsentwicklung

Die FineCom geht davon aus, dass sich das Marktwachstum im Bereich Versandhandel/ eCommerce bedingt bzw. verstärkt durch die Corona Pandemie weiter fortsetzen wird. Die daraus resultierenden neuen Chancen will FineCom in 2022 und 2023 nutzen um weiteres Wachstum zu generieren. Es wird ein Umsatz für 2022 von 20 Mio € geplant, welches im Wesentlichen durch den Faktor Neukundengewinnung und Bestandskundenwachstum realisiert werden soll. Die Verteilung wird durch eventuelle weitere Lockdowns und den Wachstumsplan der Bestandskunden beeinflusst.

Investitionen

Es wird davon ausgegangen, dass durch Neukundengewinnung auch weitere Investitionen in die IT Landschaft nötig sind. Wir gehen daher von einer Gesamtinvestition von ca. 2,0 Mio € in den nächsten zwei Jahren aus, wobei ca. 1 Mio € in die Weiterentwicklung der Software investiert wird.

Finanzierungsmaßnahmen/Vorhaben

Die Finanzierung der Investitionen und des working capitals ist geplant durch Bereitstellung erforderlicher Mittel von den Hausbanken und Leasinggesellschaften. Der benötigte Bedarf für 2022 liegt bei ca. 0,75 Mio €. Die Gespräche mit den Finanzierungsinstituten sind schon initiiert worden.

Die Kontokorrentlinien sind für das momentane Umsatzniveau zu klein bemessen, allerdings durch ein effektives Cashflow Management ausreichend. In 2022 ist ein weiteres Gesellschafterdarlehen in Höhe von 0,15 Mio € geplant, welches mit einem Rangrücktritt versehen wird. Somit sind alle Gesellschafterdarlehen nachrangig.

Personal und Sozialbereich

Durch das geplante Firmenwachstum werden auch die Strukturen entsprechend angepasst. Hierfür wird zusätzliches Personal im Administrationsbereich und in der Operativen eingestellt. Der Zeitpunkt und die Anzahl der Mitarbeiter richtet sich nach dem Wachstum der Kunden und sowie den Neukundenprojekten. In der Planung wird von zwei zusätzlichen Administrationskräften und ca. zehn zusätzlichen Vollzeitkräften im operativen Bereich ausgegangen. Für das Jahr 2022 plant die FineCom mit einem erhöhten Personalbedarf durch das angestrebte Umsatzwachstum. Die Fremdleistungen sollen aber durch Produktivitätssteigerungen stark reduziert werden.

3. Nachtragsbericht

Umsatz und Ertragsentwicklung

Das Umsatzwachstum für 2022 hat die Planung um ca. 10% überschritten, was zu wesentlichen Veränderungen der weiteren Planungsparametern führt. Der Umsatzplan für 2022 liegt nun bei ca. 22 Mio €. Trotz dem erhöhten Wachstum, wurde ein Standort Anfang des Jahres 2022 geschlossen. Nach einer intensiven Kundenanalyse wurden Kunden, welche keinen positiven Deckungsbeitrag liefern, gekündigt. Die Preise der Kunden wurden aufgrund der Kostensteigerungen angepasst. Aufgrund der überschaubaren Zugänge von Neukunden und Umsetzung interner Maßnahmen zur Verbesserung von Abläufen konnten Produktivitätssteigerungen sowohl in den Personalkosten als auch den Fremdleistungen erreicht werden. Externe Berater sind weiterhin damit beauftragt, die positive Entwicklung des Unternehmens zu begleiten und zu geeigneter Zeit eine Wachstumsfinanzierung mit externen Partnern zu prüfen und zu begleiten.

Investitionen

Die wesentlichen Investitionen in 2022 erfolgten im Bereich IT, um Produktivitätssteigerungen zu erreichen.

Personal und Sozialbereich

Die Arbeitnehmerakquise gestaltet sich schwieriger als gedacht. Die erhöhte Krankenquote, welche hauptsächlich auf die Pandemie zurückzuführen ist, führt zu einer enormen Belastung der Personalkosten und der Produktivität. Die Mindestlohnerhöhung im Oktober 2022 wirkt sich grundsätzlich sowohl auf die administrativen, wie auch operativen Gehälter aus. Somit ist die Erhöhung der Personalkosten nicht allein auf zusätzliche Arbeitnehmer zurückzuführen.

Spezialbericht

Aufgrund der Geschäftsentwicklung in den Jahren 2020 und 2021 und dem daraus resultierenden Überschuldungsstand wurden im Jahr 2022 externe Berater damit beauftragt, eine Liquiditätsanalyse durchzuführen. Hierbei wurde eine Analyse des Business Modell, Ermittlung des Liquiditätsbedarfs, Forecasts mittels integrierter Planung, Beschreibung des Makroumfeld und eine kritische Kundenanalyse durchgeführt. Es wurde hierbei besonders Wert auf Margenanalyse und Kundengruppenanalyse gelegt. Das Resultat des Gutachtens hat die Struktur und die strategische Ausrichtung der FineCom bestätigt und wurde somit positiv abgeschlossen. Gleichzeitig wurden mit anwaltlicher Unterstützung individuelle Zahlungs- und Stundungsvereinbarungen mit den wichtigsten Lieferanten und Gläubigern getroffen. Des Weiteren wurden externe Berater beauftragt, eine Beurteilung des Vorliegens von Insolvenzeröffnungsgründen vorzunehmen und hierzu eine Stellungnahme nach den Grundsätzen des IDW-Standard S 11 zu erstellen. Die Berater haben einen positiven Finanzstatus zum 2. September 2022 sowie eine positive Fortbestehensprognose bestätigt. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die Gesellschaft mittelfristig (24 Monate) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durchfinanziert ist. Ein Anpassen der Finanzierungsstruktur wird fortlaufend geprüft und gegebenenfalls im Zeitverlauf von Nöten sein. Kurz- und mittelfristige Maßnahmen, wurden definiert. So sollen die Verringerung der Zahlungsziele der Debitoren und die Kautionsstellung von neuen Kunden dazu führen, dass bei Kundeninsolvenzen das Unternehmen die Sicherheitsleistung zum Ausgleich der offenen Forderungen verwenden kann. Es wurde entschieden, dass Wachstum den Finanzmitteln anzupassen und somit eine niedrigere Wachstumsrate zu realisieren. Die laufende Ertrags- und Liquiditätsentwicklung wird zeitnah verfolgt und mit Unterstützung externer Berater mit einem monatlichen Reporting dokumentiert und analysiert. Stundungsvereinbarungen mit Gläubigern werden laufend verfolgt, erneuert und, soweit erforderlich, neu getroffen sowie dokumentiert. Es wird vorrangig das Ziel verfolgt, interne Abläufe zu optimieren und damit verbunden die Kostenstruktur zu verbessern, um nachhaltig Ertrag und Liquidität zu sichern. Der Gesellschafter hat weitere Gesellschafterdarlehen schon eingebracht und diese auch mit einem Nachrang versehen. Die Kreditinstitute und der Gesellschafter sind weiterhin in partnerschaftlichem Austausch.

5. Risikobericht

Wechselkurs- und Zinsrisiken

Es bestehen keinerlei Wechselkursrisiken, da die FineCom ausschließlich in Euro Leistungen einkauft und die Rechnungsstellung ebenfalls nur in Euro stattfindet. Zinsrisiken sind teilweise schon eingetreten - Zur Bekämpfung der Inflation wurde in den letzten Monaten der Leitzins erhöht. Es ist davon auszugehen, dass nun der maximale Leitzins erreicht ist.

Branchenbezogene Risiken wie Marktveränderungen, Wettbewerbsbedingungen

Die externen Einflussfaktoren: Krieg in der Ukraine, Energiekosten Erhöhung und Inflation, sowie erhöhte Zinsen können zu einem Konsumrückgang führen. Dies hätte zur Folge dass weniger Konsum stattfindet. Dies führt zu einem erhöhten Risiko von Insolvenzen und einem niedrigerem Wachstum. Zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Großteil der Kunden weiterhin auf einem Wachstumskurs, wenn auch nicht so hoch, wie in den letzten Jahren. Es sind lediglich die allgemeinen Risiken, welche für jegliche Marktteilnehmer gelten, zu beachten. Hierzu zählen erhöhte Nebenkosten, Mindestlohnerhöhung bzw. dem daraus resultierenden Nachzugeffekt. Die negative Beeinflussung von Lieferketten der Produzenten und Kunden kann zu unerwünschten Extremauslastungen führen, welche zu einem erhöhten Aufwand verbunden mit Mehrkosten führen. Grundsätzliche Risiken bestehen in der Bereitstellung von Finanzierungsmitteln durch die Hausbanken sowie die Einräumung von Zahlungszielen bzw. Fortführung geduldeter Kreditlinien durch die Lieferanten.

Personal und Finanzierungsrisiko

Eines der maßgeblichen Risiken ist aufgrund des Umstands gegeben, dass die Rekrutierung und Beschäftigung von Arbeitnehmern das Umsatzwachstum wie auch die Zufriedenheit der Kunden aufgrund bestehender Wechselwirkungen negativ beeinflussen können. Sollte dieser Umstand weiterhin Bestand haben, so muss mit steigenden Kosten im Bereich Arbeitnehmerakquise gerechnet werden, da die fehlenden Mitarbeiter durch Inanspruchnahme von Fremdarbeit zu ersetzen sind, bis Stammpersonal weiter aufgebaut werden kann

6. Chancenbericht

Ebenso ist die Diversifizierung der Kunden und Produktgruppen gleichzeitig eine Chance, die Abhängigkeit von Saisonalitäten weiter zu reduzieren. Der Bereich Versandhandel/eCommerce wird zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen und somit auch Teilumsätze des stationären Handels kannibalisieren. Mit Unterstützung einer Leistungsfähigen IT-Abteilung können zukünftig den Bestandskunden operativ unabhängige Dienstleistungen angeboten und verkauft werden. Somit kann mit den Bestandskunden weiterer Umsatz generiert werden, welcher einen positiven Effekt auf den Deckungsbeitrag haben kann. Neue Geschäftsmöglichkeiten und damit verbunden neue Chancen können sich aufgrund der zwischenzeitlich aufgebauten Erfahrung in unserer Geschäftstätigkeit und der bis heute bestehenden Kundenverbindungen ergeben. Das frühzeitige Erkennen von Kundenwünschen und Bedarfssituationen sowie die Fähigkeit, entsprechende Dienstleistungen in einem sich ständig ändernden Marktumfeld anzubieten, bieten Möglichkeiten neue Geschäftsfelder aufzubauen wie auch bestehende auszuweiten und zu stabilisieren.

Ausblick

Für das Jahr 2022 rechnen wir mit einem Jahresüberschuss von rd. T€ 500. Die Gesellschaft unterhält keine Niederlassungen.

 

Plattling, im August 2023

Alt FineCom Finishing-eCommerce-Logistics GmbH

Gez. Franz S. Alt, Geschäftsführer

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks und Schlussbemerkung

Nach dem abschließenden Ergebnis meiner Prüfung habe ich folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk wie folgt erteilt:

"Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers

an die Alt FineCom Finishing-eCommerce-Logistics GmbH, Plattling

Prüfungsurteile

Ich habe den Jahresabschluss der Alt FineCom Finishing-eCommerce-Logistics GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie den Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus habe ich den Lagebericht der Alt FineCom Finishing-eCommerce-Logistics GmbH, Plattling, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erkläre ich, dass meine Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Ich habe meine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Ich verweise pflichtgemäß auf die Ausführungen des gesetzlichen Vertreters im Anhang sowie in den Abschnitten "Überschuldung und Liquiditätssituation" und "Spezialbericht" des Lageberichts, hin. Dort wird ausgeführt, dass die Gesellschaft überschuldet ist und sich Auswirkungen auf die Liquidität ergeben können. Zur Finanzierung der anhaltenden Verlustsituation musste die Gesellschaft auf Gesellschafterdarlehen und auf externe Finanzierungsmittel und Stundungen zurückgreifen. Die Geschäftsführung geht bei ihrer Fortführungsprognose davon aus, dass die Gesellschafterdarlehen und externen Finanzierungsmittel auch weiterhin zur Verfügung stehen.

Derzeit geht die Geschäftsführung aufgrund der Unternehmensplanung von einer positiven Fortführungsprognose aus.

Wie im Anhang und im Lagebericht dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Meine Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben.

Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung übe ich pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifiziere und beurteile ich die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, plane und führe Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinne ich ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteile ich die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehe ich Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich zu dem Schluss komme, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteile ich die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteile ich den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führe ich Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehe ich dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteile die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen gebe ich nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Ich erörtere mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Prüfung feststelle."

Ich erstatte diesen Prüfungsbericht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Berichterstattung bei Abschlussprüfungen (IDW PS 450 n.F.).

Eine Verwendung des oben wiedergegebenen Bestätigungsvermerks außerhalb dieses Prüfungsberichts bedarf meiner vorherigen Zustimmung. Bei Veröffentlichungen oder Weitergabe des Jahresabschlusses und/oder des Lageberichts in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form bedarf (einschließlich der Übersetzung in andere Sprachen) es zuvor meiner erneuten Stellungnahme, sofern hierbei mein Bestätigungsvermerk zitiert oder auf meine Prüfung hingewiesen wird; auf § 328 HGB wird verwiesen.

 

Plattling, den 18. August 2023

Dipl.-Kfm. Rudolf Christel, Wirtschaftsprüfer

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