Greven Beteiligungs GmbH
Peter-Greven-Straße 20, 53902 Bad Münstereifel, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Werner Maria Robert Heiliger seit 25.6.2014 | Geschäftsführer |
Peter Greven seit 7.1.2003 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 0.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Greven GmbHBad MünstereifelKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022Gliederung 1. Grundlagen des Konzerns a. Geschäftsmodell des Konzerns b. Ziele und Strategien c. Steuerungssystem d. Forschung und Entwicklung II. Wirtschaftsbericht a. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen b. Geschäftsverlauf c. Ertragslage d. Finanzlage e. Vermögenslage f. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren g. Gesamtaussage III. Nachtragsbericht IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht a. Prognosebericht b. Risikobericht c. Chancenbericht d. Gesamtaussage V. Risikobericht in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten VI. Sonstige Angaben a. Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten b. Bestehende Zweigniederlassungen I. Grundlagen des Konzerns a. Geschäftsmodell des Konzerns Der Greven Konzern ist ein weltweit tätiges, mittelständisches Familienunternehmen. Die Geschäftstätigkeit teilt sich auf die beiden Geschäftsbereiche "Oleochemische Additive und Verarbeitungshilfsstoffe" sowie "Beruflicher Hautschutz" auf. Die Greven GmbH ist die Muttergesellschaft der Gruppe und hat im Wesentlichen die Funktion der Komplementärin der Peter Greven GmbH & Co. KG, die ihr als 100%ige Tochter untersteht. Insgesamt fungiert sie als Obergesellschaft für 9 (VJ: 9) direkt oder indirekt gehaltene, vollkonsolidierte Tochtergesellschaften. An folgenden Gesellschaften ist die Greven GmbH mittel- oder unmittelbar zum 31.12.2022 beteiligt:
Im Bereich der Oleochemie bedienen wir als Spezialanbieter für Metallseifen, Alkaliseifen, Dispersionen und Ester auf Basis natürlicher Fettsäuren ein weites Feld von Branchen in denen unsere Produkte ihre Anwendung finden, wie z.B. in der Kunststoff-, Gummi-, Papier-, Bautenschutz- oder Schmierstoffindustrie. Unser Hauptsitz für den Bereich der technischen Anwendungen befindet sich am Standort in Bad Münstereifel. In 2007 haben wir gemeinsam mit der IOI Oleochemicals in einem Joint Venture die Peter Greven Asia Sdn. BHD. gegründet, die am Standort in Penang Malaysia ebenfalls Metallseifen und Dispersionen herstellt, um sie im asiatischen Markt zu vertreiben. Ein wesentlicher Standortvorteil ist dabei die Nähe zum Rohstoff- Malaysia ist ein weltweit führender Standort für Palmöl und palmölbasierte Fettsäuren - und gehört zu den wichtigen Wachstumsmärkten, so dass wir die Möglichkeit haben Kunden zu bedienen, die von Europa aus nicht zu erreichen sind. Einen besonders spezialisierten Standort betreiben wir bei unserem Tochterunternehmen der Peter Greven Nederland CV in Venlo, Niederlande, wo auf Basis pflanzlicher Rohstoffe Produkte für Spezialanwendungen im Bereich Nahrungsmittel, Futtermittel, Kosmetik und Pharma erzeugt werden. Seit dem Jahr 2017 hat sich die in den USA gegründete Präsenz zu einer tragenden Säule der Gruppe entwickelt. Durch die Übernahme der Vermögenswerte der Additivsparte von Norac Inc. und der damit einhergehenden Gründung der Norac Additives LLC sind sowohl die Produktionsstätte in Helena (Arkansas) als auch der Hauptsitz in Ambler (Pennsylvania), an dem wir im Jahr 2020 den Vertrieb und die Entwicklungstätigkeiten der amerikanischen Gesellschaft zusammengeführt haben, ein Teil der Gruppe geworden. Von hier aus können wir den amerikanischen Markt im Bereich der technischen Anwendungen beliefern. Basierend auf einer jahrzehntelangen Erfahrung im Bereich der Entwicklung und Produktion von oleochemischen Additiven, unterstützt unsere chemische und anwendungstechnische Kompetenz eine erfahrene Vertriebsmannschaft, die die speziellen Anforderungen und deren Abbildbarkeit mit unserem Produktprogramm im direkten Kundenkontakt erörtern kann. Ein gezieltes Produktmanagement für ausgewählte Anwendungsbranchen hat die Kompetenz und die Beratungsqualität in unseren Vertrieb seit einigen Jahren nochmal erhöht. Im Geschäftsbereich der Oleochemie unterhalten wir derzeit in vier Ländern Produktionsstandorte (Deutschland, Niederlande, Malaysia und USA). Diese Länder selber und die daran angrenzenden Märkte wie z.B. Benelux, Skandinavien und Zentral- und Osteuropa, Kanada, Indonesien, Vietnam, etc. werden von eigenen Vertriebsmitarbeitern betreut. Zusätzlich haben wir in Paris ein Vertriebsbüro, von dem aus, eine Mitarbeiterin den Markt in Frankreich betreut. Die eigenen Vertriebsmitarbeitern der Norac Additives LLC, kümmern sich um den Absatz der eigenen Produkte in den ausgewählten Märkten. Komplettiert wird das weltumspannende Vertriebskonzept durch ein weltweites Händler- und Distributorennetzwerk, mit dem wir die Präsenz unserer Produkte in den meisten Ländern darstellen können. Das Kerngeschäft unseres zweiten Standbeines - der Peter Greven Physioderm GmbH - ist aus der Weiterentwicklung der Anfänge unseres Mutterunternehmens der Peter Greven GmbH & Co. KG entstanden. Diese startete 1923 mit der Produktion von Stückseifen, die in der Folge zu einem Komplettprogramm von Hautschutzprodukten, d.h. Schutz-, Reinigungs- und Pflegeprodukte, sowie in der weiteren Komplettierung des Portfolios auch Desinfektion inkl. der jeweiligen Spendersysteme für alle beruflichen Anwendungen, weiterentwickelt wurden. Seit den 2000er Jahren wird dieses Sortiment unter der eigenen Organisation der Peter Greven Physioderm GmbH produziert und vertrieben. In diesem Geschäftsbereich bieten wir verschiedene Programme an, ein Basis-Programm (Greven) und ein Premium-Programm (Physioderm) sowie Desinfektion (Myxal). Langfristige Erfahrung und die Kooperation mit renommierten Hochschulen bilden die Basis für die Entwicklung und Produktion unserer Hautschutzprodukte. Neben der technischen und dermatologischen Kompetenz verfügen wir über eine erfahrene Vertriebsmannschaft, die die speziellen Anforderungen im Dialog mit dem Kunden herausarbeiten und unsere Lösungsmöglichkeiten darstellen kann. Als weiteres wesentliches Vertriebsinstrument bilden wir seit einigen Jahren konsequent ein digitales Angebot aus, das den Kunden eine Vielzahl von Informationsmöglichkeiten und Arbeitserleichterungen bietet. Während wir in Deutschland, Österreich, Benelux, Frankreich und Italien sowie in Osteuropa mit eigenen Mitarbeitern im Vertrieb die Märkte betreuen, verfügen wir in ausgewählten Ländern über geeignete Vertriebspartner. In den USA arbeiten wir seit 2018 mit einem Händler, der von unserer eigenen Vertriebsmitarbeiterin bei der Peter Greven US Corporation unterstützt wird. b. Ziele und Strategien Unser strategisches Handeln unterliegt als Grundlage unseres Erfolges der kontinuierlichen Überwachung und Lenkung. Grundsätzlich bieten wir auf Basis oleochemischer Rohstoffe Verarbeitungshilfsstoffe und Additive für unterschiedliche Branchen bzw. ein Komplettprogramm für den beruflichen Hautschutz an, wobei stetiges Wachstum bei gleichzeitig stabiler wirtschaftlicher Basis und solider Finanzierung die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung des Unternehmens sind. Vor diesem Hintergrund haben wir einen Entwicklungspfad für das Unternehmen definiert, der die strategische Stoßrichtung für die operativen Tätigkeiten vorgibt. Neben dem bestehenden stabilen Standbein der Metallseifen wird seit einigen Jahren im Bereich der Ester eine weitere Säule aufgebaut, die dem Unternehmen die notwendige Stabilität und Unabhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen gibt und weiter ausbaut. Der angestrebte weitere Ausbau der Tätigkeiten konnte mit der Inbetriebnahme einer Anlagenerweiterung in 2022 abgeschlossen werden. Die Erweiterung der Gruppe durch den Produktionsstandort in den USA hat uns zudem zu einem global vertretenen Hersteller gemacht, so dass wir in allen Märkten zu konkurrenzfähigen Preisen sämtliche Anwendungen bedienen können. Im Bereich Hautschutz haben wir neben der Festigung der Marktposition in den etablierten und angestammten Märkten spezielle ausländische Absatzregionen festgelegt, die mit entsprechenden personellen Ressourcen intensiv betreut werden. Mit der Erweiterung des Produktportfolios um die Sparte Desinfektion können die Kundenanforderungen umfassend erfüllt werden. Zusätzlich soll der weitere Ausbau der Innovationsführerschaft unsere Position als bedeutsamer Premiumanbieter untermauern. Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie bildet dabei die kontinuierliche Optimierung der Strukturen und Prozesse in allen Unternehmensbereichen und der Fokus auf qualifiziertes Personal, das im Idealfall darauf ausgerichtet ist, universell einsetzbare Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu begeistern und gezielt zu fördern. Der Aufbau von zukünftigen Führungskräften aus dem eigenen Nachwuchs bildet eine wichtige Säule der Personalarbeit, da sich gezeigt hat, dass wir über diesen Weg wesentlich erfolgreicher in der Besetzung von entstehenden Vakanzen sind. c. Steuerungssystem Die Geschäftsführung der Greven GmbH steuert den Gesamtkonzern mittels einer festdefinierten Führungsstruktur und gesetzter operativer Ziele. Die Überwachung der Zielwerte erfolgt anhand eines strukturierten Kennzahlensystems, bei dem Steuerungsgrößen mit Einfluss auf die Kernzielgröße EBIT im Fokus stehen. Die Leistungsstärke unserer Gruppe und der beiden Geschäftsbereiche im Einzelnen wird im Wesentlichen durch die beiden finanziellen Leistungsindikatoren Nettoumsatzerlöse und Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) gemessen. Detaillierter wird die Entwicklung dieser beiden Steuerungsgrößen im Wirtschaftsbericht dargestellt. Eine konzernübergreifende Steuerung mittels nichtfinanzieller Leistungsindikatoren erfolgt nicht einheitlich. In den einzelnen Unternehmenseinheiten sind die wichtigen Aspekte allerdings identifiziert und mit Maßnahmen und Kontrollmechanismen belegt. Auch hierzu erfolgen weitere Angaben im Wirtschaftsbericht. d. Forschung und Entwicklung Unsere Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit und bilden damit die Basis für einen langfristigen und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Um kundengerechte Lösungen anbieten zu können, verfügen wir über fundiertes Know-how aus den Bereichen Forschung, Entwicklung und Anwendungstechnik sowie zielgerichtete Kooperationen mit namhaften Hochschulen und Instituten. Dabei liegt der Fokus auf Produkten, die eher als Spezialitäten und weniger als sogenannte Commodities angesehen werden, wofür die chemische, technische und wissenschaftliche Basis enorm wichtig ist. Insgesamt sind im Bereich Forschung und Entwicklung 9 (VJ: 9) Mitarbeiter beschäftigt. Grundsätzlich wurden keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zum Vorjahr vorgenommen. In Ergänzung betreiben wir zielgerichtet ausgestattete Technikumbereiche, die eine Verfeinerung der Arbeit im Labor vor der Umsetzung in der Produktion ermöglichen. Die Sicherung unserer Position als Innovationsführer im Bereich des beruflichen Hautschutzes, die wir uns in den vergangenen Jahren erarbeitet haben, bildet die Basis unserer Ausrichtung im Bereich Forschung und Entwicklung. Neben der eigenen umfassend ausgestatteten Forschungs- und Entwicklungsabteilung, ist die Zusammenarbeit mit namhaften deutschen Hochschulen, die eine spezielle Expertise im Bereich der Dermatologie ausweisen können, ein zweites wichtiges Standbein. Mit der in 2020 realisierten Verlagerung des Entwicklungslabors an den Produktionsstandort in Euskirchen wurde die Effizienz der Arbeit weiter erhöht. II. Wirtschaftsbericht a. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Nach zwei herausfordernden Jahren 2020 und 2021 hat sich auch das Jahr 2022 als sehr schwierig erwiesen. Durch den Beginn des Ukrainekrieges haben sich die Rahmenbedingungen insbesondere in Europa nochmals verschärft. In der Folge sind Rohstoffquellen und Absatzmärkte in Osteuropa weggebrochen und Energiemengen verknappt und damit einzelne Rohstoffe und Energie im Allgemeinen erheblich teurer geworden. Eine starke Inflation hat in Europa eingesetzt, die im Laufe des Jahres zu einem deutlichen Nachfragerückgang geführt hat. Nach einer noch sehr guten konjunkturellen Entwicklung Europas in der ersten Jahreshälfte 2022 verringerte sich das Wachstum im dritten und vierten Quartal des vergangenen Jahres deutlich auf 0,3% bzw. 0,1%. Im ersten Halbjahr konnte basierend auf den weitestgehenden Aufhebungen der pandemiebedingten Beschränkungen ein kräftiges Wachstum im Euroraum verzeichnet werden. In der zweiten Jahreshälfte wirkten sich dann die sprunghaft steigenden Energiepreise negativ auf die Ausgaben und die Produktion aus. Die Bemühungen der wesentlichen Volkswirtschaften zur Preisstabilisierung haben weltweit zu einem Nachlassen der Nachfrage geführt und die Konjunktur im Euroraum belastet. Ohne genaue Aufschlüsselung der Wachstumsdaten kann auf Basis der Kurzfristindikatoren davon ausgegangen werden, dass von der Binnennachfrage und den Vorratsveränderungen im Schlussquartal 2022 negative Wachstumsimpulse ausgingen, wohingegen der Außenbeitrag positiv ausfiel. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass das BIP in Europa um 3,5% gestiegen ist. Auch wenn die Werte in Deutschland niedriger liegen, hat sich die Wirtschaft insgesamt in 2022 gut behauptet. Trotz Energiekrise und Lieferkettenproblemen wuchs das Bruttoinlandsprodukt nach einer Korrektur um 0,1 %-Punkte nach unten laut des Statistischen Bundesamtes um 1,8%. Stabilisierend wirkte dabei der private Konsum mit einer Wachstumsrate von 4,6%. Die Inflation in Deutschland lag bei 8,7% und damit in etwa auf den Durchschnitt der 27 EU-Staaten mit 9,2%. Die anderen großen Volkswirtschaften innerhalb der EU schnitten jedoch besser ab. In Frankreich konnte ein BIP-Wachstum von 2,6% bei einer Inflation von 5,9% erreicht werden und auch Italien und Spanien liegen mit einem Wachstum von 3,7% bzw. 5,5% besser. Die hohe Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen hat in der Folge der Drosselung der Mengen die Preissteigerungen in Deutschland deutlich mehr beeinflusst als z.B. in Frankreich. Auch zum Jahresende 2022 hat sich der Arbeitsmarkt weiterhin als robust erwiesen und die Arbeitslosenquote lag bei 5,4%. Die Arbeitslosigkeit nahm im Dezember saisonbereinigt um 13.000 Personen ab. Ein negativer Einfluss aus der Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro zum 1.Oktober 2022 kann damit ausgeschlossen werden. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit erhöhte sich im Oktober auf rund 160 Tausend Personen und im November wurde nochmals mit einer höheren Inanspruchnahme gerechnet. In den USA hat sich die Konjunktur besser entwickelt als erwartet. Das reale BIP erhöhte sich im Schlussquartal 2022 auf Jahresrate hochgerechnet um 2,9%. Grundsätzlich tendierten die privaten Konsumausgaben und die Investitionen über das Gesamtjahr eher abwärts, was jedoch durch das kräftigere Wachstum im zweiten Halbjahr 2022 überdeckt wurde. Während China bisher durch seine Null-Covid Politik eher das Wachstum im asiatischen Raum gedämpft hatte, führte die komplette Aufhebung dieser Politik am 07. Dezember 2022 zunächst zu einem ähnlichen Effekt durch sprunghaft ansteigende Infektionszahlen. Im Einklang mit diesen Entwicklungen verlangsamte sich das BIP-Wachstum im Schlussquartal 2022 auf 2,9% gegenüber dem Vorjahr. In der chemischen und pharmazeutischen Industrie sehen die Kenndaten für das vergangene Jahr etwas anders aus. Zwar sind die Erzeugerpreise in den Monaten November und Dezember nach langer Zeit nochmal zurückgelaufen, in der Gesamtbetrachtung des Jahres 2022 liegt der Preiszuwachs gegenüber 2021 jedoch bei 21,7%. Dank dieser Steigerungen in den Verkaufspreisen konnte ein Umsatzzuwachs von 16,6% gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Dem steht jedoch ein Rückgang in der Produktion von 6,6% gegenüber. Noch gravierender fällt die Jahresabrechnung aus. wenn man nur den Bereich Chemie betrachtet und die Pharma Sparte außen vorlässt. Der Produktionsrückgang liegt dann sogar bei 11,9%. Besonders deutlich wird der gegensätzliche Trend bei der Betrachtung der reinen Dezember Werte. Während in der Chemieproduktion ein Minus von 29% gegenüber dem Dezember 2021 entstand, liegt das Plus in der Pharma-Industrie bei 9,5%. Sehr starke Rückgänge finden sich insbesondere bei den Petrochemikalien, Polymeren und Anorganika aber auch die Produktion von Wasch- und Körperpflegemitteln war deutlich geringer als im Jahr zuvor. Die Einschätzung der Geschäftslage der Chemie- und Pharmaindustrie bleibt zum Jahresende negativ, hat sich jedoch gegenüber den Vormonaten verbessert. Unbeeindruckt von diesen Werten zeigt sich die Beschäftigtenzahlen der Branche. Die Unternehmen in der chemischen Industrie haben ihre Beschäftigtenzahlen leicht gesteigert. Die aktuellen Angaben des VCI liegen bei 475.500 Beschäftigten gegenüber 466.500 Mitarbeitern im Jahr 2021. In 2021 konnte man eine Umkehr des grundsätzlichen Trends der letzten Jahre beobachten, dass sich die Wachstumszentren der Chemieindustrie von den Industriestaaten in Regionen mit starker wirtschaftlicher Entwicklung (Schwellenländer, besonders China) oder niedrigen Rohstoff- und Energiekosten (Golfregion, USA) verschieben. Befeuert durch die Engpässe in den Lieferketten zeigte sich eher eine höhere Nutzung von Kapazitäten in Europa. Durch die sprunghaften Anstiege bei den Energiekosten und die gleichzeitige Entspannung bei den Lieferketten, hat sich dieses Bild wieder gewandelt. Ein Indikator dafür ist z.B., dass die Ausfuhren von chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen nach Asien im November unter dem Wert des Novembers des Vorjahres lagen. Für das Geschäftsfeld des beruflichen Hautschutzes sind zwei Entwicklungen wesentlich. Zum einen bedingt die Verlagerung industrieller Arbeitsplätze ein generelles Schrumpfen des Marktes in Deutschland, der auf ein Potenzial von etwa 80 Mio. Euro geschätzt wird. Schmutzarbeitsplätze nehmen also grundsätzlich ab und führen zu einem Schrumpfen des Marktes. Die steigende Beschäftigung und die Schwierigkeiten bei der Besetzung vakanter Positionen führen aber auch zu einer höheren Sensibilität beim Thema vorbeugender Hautschutz, um die bestehende Arbeitskraft nachhaltig zu erhalten. Dies wiederrum stärkt den Bereich der Schutz- und Pflegeprodukte, wo man auch im angrenzenden europäischen Ausland zunehmend auf offene Ohren trifft. Zudem sind Hauterkrankungen weiterhin eine wesentliche Berufskrankheit und damit ein hoher Kostenfaktor für die Sozialsysteme und die Wirtschaft. Das Jahr 2022 hat sich von den Rahmenbedingungen für diesen Geschäftsbereich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Der Markt für Desinfektion ist aus den Sondermengen im ersten Corona-Jahr noch immer mehr als gesättigt, so dass die Nachfrage immer noch deutlich hinter den allgemeinen Erwartungen zurückhängt. Gleichzeitig befinden sich viele Mitarbeiter im Homeoffice und die generelle Wirtschaftsleistung in unseren Zielmärkten ist nach wie vor nicht auf dem Niveau vor Corona. Verstärkt ist die Herausforderung für unsere Vertriebstätigkeit die zusätzliche Erschließung neuer Märkte mit marktgerechten Produkten. Den Schlüssel für ein nachhaltiges Wachstum bildet die zielorientierte Internationalisierung. b. Geschäftsverlauf Wie auch im Vorjahr sind die Entwicklungen in den Geschäftsbereichen aber auch in den einzelnen Gesellschaften sehr unterschiedlich. Die Jahre 2020 mit Corona und 2021 mit der Flut und der weiter bestehenden Pandemie hatten wir als außerordentlich bezeichnet. Mit dem Ausbruch des Ukraine Krieges sind die Maßstäbe nochmal neu gesetzt worden und die Herausforderungen in 2022 und wohl noch mehr auch im kommenden Jahr 2023 haben eine ganz neue Größenordnung angenommen. Der Beginn des Jahres war in der Oleochemie von einer weiterhin sehr hohen Nachfrage und steigenden Rohstoffpreisen geprägt. Mit Ausbruch des Krieges haben die Verunsicherungen am Markt nochmals deutlich zugenommen. Spezielle Rohstoffe verknappten sich zusätzlich zu den bereits bestehenden Engpässen bzw. Lieferquellen sind komplett weggefallen. Die Unsicherheit bei den Energiepreisen und der Energieversorgung bedingten auch eine eher höhere Nachfrage, um Sicherheitsbestände aufzubauen. Gleichzeitig setzte ein Trend zur Stilllegung von Produktionen in Deutschland und Europa ein, die dann in der Folge zu günstigeren Produktionsstandorten z.B. in USA und Asien verlegt wurden. Hier fand also eine Umkehrung des Prozesses statt, dass während der Lieferkettenproblematik Produktionen nach Europa verlagert wurden. Trotz dieser schwierigen Entwicklungen hat sich die Nachfrage bis Mitte des Jahres auf dem guten Niveau gehalten. Zwangsläufig hat sich die Geschäftslage aber in der Folge zunehmend ab-geschwächt. Die stetig massiv steigenden Preise kamen zunehmend auch beim Endkonsumenten an und der Konsum durch extreme Inflationsraten in Europa von teilweise mehr als 10% belastet. Insbesondere das vierte Quartal ist daher bei unserer Zentrale in Bad Münstereifel von sehr geringen Absätzen geprägt. Der Absatzrückgang wurde in der Summe durch die deutlich gestiegenen Verkaufspreise im Umsatz mehr als kompensiert, so dass wir bei einem Plus von 27% liegen. Die dabei im Jahresverlauf erzielten Monatsergebnisse entwickeln sich parallel zur Umsatzentwicklung und zeigen insbesondere gegen Ende des Jahres kein zufriedenstellendes Niveau. In Asien haben wir mal wieder festgestellt, dass China als Wachstumsmotor der Region sehr wichtig ist. Da die dort verfolgte Null-Covid-Politik immer wieder zur Stilllegung ganzer Regionen geführt hat, hat die chinesische und damit die gesamte Wirtschaft im asiatischen Raum gelitten. In der Konsequenz war die Nachfrage eher gering, so dass unser Absatz etwa 20% hinter dem des Vorjahres liegt. Die Marktbedingungen in unserem Geschäftsfeld des beruflichen Hautschutzes waren in diesem Jahr ungleich schwerer als in den beiden vorangegangen Jahren. Mit Kriegsausbruch ist uns ein wesentlicher Markt im Export (die Ukraine) mit einem Umsatz von ca. 500TEUR komplett weggefallen. Gleichzeitig ist die Konjunktur in Deutschland, unserem Hauptmarkt, noch lange nicht wieder auf dem Niveau vor Corona und die einsetzende Abschwächung verschärft die Situation zusätzlich. Eine unserer stärksten Abnehmerbranchen, die Automobilindustrie und alle daran hängenden Zulieferer, befindet sich derzeit in einem Beschäftigungstief. Das Thema Homeoffice ist zusätzlich schädlich für unser Geschäft, denn alle Mitarbeiter, die nicht im Büro sitzen, nutzen auch nicht unsere Produkte, so dass der Verbrauch geringer ist. Wir haben daher unser Umsatzziel für 2022 deutlich verfehlen und konnten auch das Niveau von 2021 nicht erreichen. Positiv stimmt uns aber dabei, dass wir im Bereich der Reiniger trotzdem gegenüber dem Vorjahr gewachsen sind, was uns in einem schrumpfenden Markt indiziert, dass wir Marktanteile vom Wettbewerb gewonnen haben. Auch konnten wir zwei große Ausschreibungen gewinnen, die uns im kommenden Jahre entsprechenden Zuwachs einbringen werden. Die Nachwirkungen aus der Flutkatastrophe konnten in 2022 fast abschließend abgearbeitet werden, haben den Geschäftsbetrieb aber auch nicht mehr beeinflusst. Der wesentliche limitierende Faktor für unsere Produktionskapazitäten in Europa war das mangelnde Fachpersonal. Ausfälle durch Krankheit und generell nicht verfügbares Personal haben dazu geführt, dass wir das gewünschte Produktionsniveau in einigen Monaten nicht erreichen konnten. In der Summe haben diese Entwicklungen dazu geführt, dass unser Absatz 11% unter dem Vorjahrsniveau liegt. Beim Umsatz hingegen haben die Verteuerungen ein deutliches Plus bewirkt. Insgesamt konnten wir den Umsatz um fast 24% steigern. Eine ganz wesentliche Einflussgröße für die operative Ergebnisentwicklung ist grundsätzlich die Preisentwicklung bei unseren Rohstoffen im Bereich der Oleochemie. Auf der Basis extrem stark steigender Notierungen konnten wir unter Berücksichtigung notwendiger Preisanpassungen die Margen grundsätzlich stabilisieren. Ein positiver Effekt, der zum Erhalt der Ertragslage beigetragen hat. In 2022 haben die Energiekosten noch keine entscheidende direkte Rolle für die Ergebnisse gespielt, da wir aus bestehenden Verträgen noch zu wettbewerbsfähigen Preisen eingedeckt waren. Ein in der Summe stark gestiegener Umsatz bei schwächeren prozentualen Margen und gleichzeitig geringen Steigerungen im Bereich der Fixkosten war final eine Konstellation, die es uns ermöglicht hat dieses schwierige Jahr erfolgreich abzuschließen. In der Gesamtbetrachtung der einzelnen Faktoren liegt das EBIT gegenüber 2021 leicht niedriger. Mit einem Minus von 1.854TEUR gegenüber dem Vorjahr liegt es auch 1.823TEUR unter unserer Planung. Bei unveränderter Konstellation der Gruppenstruktur und einem identischen Produktprogramm ist der Materialkostenanteil im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und beträgt jetzt 64,5% nach 60,5% in 2021. Aus der restlichen Erstattung der Versicherung für den Hochwasserschaden resultiert ein Ergebnisbeitrag von 1.326TEUR. Bei den Personalkosten liegen die Mehrkosten bei 1.408TEUR. Eine Einmalzahlung aus der Tarifanpassung der IGBCE und zusätzliche Kosten aus der Anpassung unseres Vergütungssystems in der Produktion am Standort Bad Münstereifel haben dies wesentlich beeinflusst. Wir beschäftigten im Geschäftsjahr 495 Mitarbeiter inkl. Auszubildende (Vorjahr 463). Der Anteil der Auszubildenden an der Gesamtzahl der Beschäftigten liegt etwas höher bei 6% gegenüber 5% in 2021 und bildet nach wie vor eine wichtige Säule unserer Nachfolgeregelung. Die Quote von ungeplanten Abgängen ist auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Wir versuchen mit begleitenden Maßnahmen diese wieder auf das frühere niedrigere Niveau zu bringen. Bei den Fixkosten ist insgesamt ein Zuwachs von 1.571 TEUR gegenüber dem Vorjahr zu beobachten. Hier spielen neben den Personalkostensteigerungen auch höhere Abschreibungen aus abgeschlossenen Investitionen eine Rolle. Insgesamt waren aber keine wesentlichen ungeplanten Steigerungen zu verzeichnen. Das Investitionsniveau lag 2022 auf einem höheren Niveau wie 2021. Mit 14.909 TEUR liegt der Wert unter 2021 mit 6.512 TEUR. Auf unsere Verbindlichkeiten bei Banken wurden die planmäßigen Tilgungen in Höhe von 6.525 TEUR geleistet. Gleichzeitig wurde in den USA die Kreditlinie um 2.000 TUSD erhöht. Diese kann wahlweise kurz- oder langfristig in Anspruch genommen werden. Auf dieser Basis hat sich das Finanzergebnis um 81 TEUR gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. In der Summe können wir mit dem Ergebnis des Jahres 2022 sehr zufrieden sein. Das EBIT liegt zwar mit 7,8% unter dem Vorjahr und nicht im Rahmen unserer mittelfristigen Zielvorgaben, was aber bei den Rahmenbedingungen auch schwer zu realisieren war. c. Ertragslage Neben dem absoluten Rückgang unserer Kenngröße EBIT ist der prozentuale Wert in Relation zum sehr hohen Umsatz ebenfalls geringer als in den Vorjahren. Die überproportionale Umsatzsteigerung konnte bei gleichzeitig deutlich höherem Materialkostenanteil und planmäßigen Erhöhungen der Fixkosten nicht in ein proportionales Wachstum beim EBIT umgesetzt werden. Bei den Abschreibungen wirken sich die finalisierten Großprojekte, insbesondere zur Erweiterung der Ester-Kapazitäten nieder. Da gleichzeitig aber der Einmaleffekt aus der Flut in 2021 weggefallen ist, liegt dieser Kostenblock um 624 TEUR niedriger als 2021. Die Fixkosten sind insgesamt deutlich höher ausgefallen als 2021, bewegten sich dabei aber im Wesentlichen im Rahmen unserer Planung. Im Einzelnen stiegen die Reparaturen um 130TEUR, während die Verwaltungskosten um 532 TEUR und die Vertriebskosten um 1.442 TEUR stiegen. In Summe konnten diese Kostensteigerungen bei zusätzlichem Umsatz von 44.410 TEUR nicht ganz kompensiert werden und das Ergebnis liegt demnach leicht unter dem absoluten Niveau des Vorjahres. d. Finanzlage Die Finanzlage des Unternehmens ist sehr sicher. Bei ähnlicher Ergebnislage und normaler Investitionstätigkeit konnte die Liquidität des Unternehmens stabil weiterentwickelt werden. Im gesamten Geschäftsjahr konnte das Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zumeist unter Ausnutzung von Skontoabzug nachkommen. In 2022 wurde eine zusätzliche Linie eingeräumt und teilweise in Anspruch genommen, während die planmäßigen Tilgungen erfüllt wurden. Es stehen ausreichend freie Linien zur Verfügung, die evtl. entstehende Finanzierungsspitzen ausgleichen können. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 9.500TEUR nach 21.038TEUR im Vorjahr. e. Vermögenslage Unsere Gesellschaft verfügt unverändert über eine sehr solide Vermögenslage. Die konsequente Bildung von Rücklagen aus den Gewinnen der letzten Jahre hat dazu beigetragen, dass die Eigenkapitalquote weiter konstant bleibt. Die Eigenkapitalquote liegt bei einem sehr guten Wert von 54% nach 50% im Vorjahr. Die Bilanzsumme hat sich auf 160 Mio. EUR gegenüber 156,6 Mio. EUR zum Ende des Geschäftsjahres 2021 verändert. Die Veränderung bei den Vorräten in Höhe von 12,2 Mio. EUR liegt deutlich höher als im Vorjahr und trägt den stark gestiegen Einstandspreisen Rechnung. Auf der Basis der guten Ertragslage und damit trotz der relativ hohen Tilgung auf die Finanzierungen der letzten Jahre ist die Ausstattung mit liquiden Mitteln sehr gut. Zum Ende des Geschäftsjahres liegt sie bei 22.290TEUR. f. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Das EBIT setzen wir als Basiskenngröße an, um den Geschäftsverlauf zu beurteilen. Dabei setzen wir diese Kenngröße in Relation zum Umsatz und definieren daraus unseren entsprechenden Zielwert. Ein Abgleich erfolgt monatlich und jährlich mit den aktuellen Ergebnissen. Ein von uns entwickeltes Kennzahlensystem richtet sich auf diesen Wert aus, das neben Umsatz und Absatz auch Personalkosten, Fertigungskosten, Frachtkosten, Bestandsmengen und -werte sowie Gemeinkosten enthält. Die Kennzahlenmatrix ermöglicht frühzeitig die Erkennung von Fehlentwicklungen und in gemeinsamen Besprechungen mit den Führungsmitarbeitern werden notwendige Maßnahmen zur Gegensteuerung eingeleitet. Zusätzlich zu den kennzahlengesteuerten finanziellen Indikatoren spielen auch nicht direkt messbare Aspekte eine wichtige Rolle in unserer Unternehmenspolitik. Hier ist insbesondere das Thema Nachhaltigkeit zu nennen, das mit einer eigens ernannten Nachhaltigkeitsmanagerin besetzt ist und zunehmend an Bedeutung gewinnt. Kundenbindung und Kundenzufriedenheit werden im Rahmen des Vertriebscontrollings einem regelmäßigen Monitoring unterzogen. Dem demographischen Wandel sowie dem zunehmenden Mangel an Fachkräften und der Konkurrenz um Auszubildende begegnen wir mit einem gezielten Personalmarketing und internen Mitarbeiterentwicklungsprogrammen. Flankierend soll die Mitarbeiterbindung durch gezielten Austausch zwischen den Mitarbeitern und dem Personalmanagement erhöht werden. g. Gesamtaussage Im Laufe des Jahres 2022 waren Abweichungen und massive Sondereinflüsse zu erkennen, die intensiv besprochen und bewertet wurden. Entsprechende Gegenmaßnahmen wurden in den betroffenen Einheiten eingeleitet und deren Wirksamkeit wiederrum überwacht. Auf Basis der globalen Verwerfungen und ungekannten Entwicklungen war eine vorausschauende Planung von Maßnahmen nicht bei allen Faktoren möglich. Trotzdem ist es uns im gesamten Konzern gelungen das Ergebnis auf einem zufriedenstellenden Niveau zu halten. Mit unserem Ergebnis beim EBIT von 7,4% liegen wir unter dem Wert von 2021 und damit auch unterhalb unseres gesetzten Zielkorridors. Auf dieser Grundlage kann unsere wirtschaftliche Lage insgesamt als gut bezeichnet werden, insbesondere vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. III. Nachtragsbericht Nach Bilanzstichtag haben sich keine wesentlichen Ereignisse gezeigt. Wir verweisen grundsätzlich auf unsere Ausführungen im Anhang und im Chancen- und Risikobericht. IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht a. Prognosebericht Eine Änderung der Geschäftspolitik ist nicht angezeigt. Nach dem im dritten Quartal 2022 einsetzenden Nachfragerückgang hat sich in allen Geschäftsbereichen und Regionen bisher noch keine wesentliche Belebung gezeigt. Die nach wie vor hohen Inflationsraten, die noch nicht ganz überwundene Rezession in den USA, die Tatsache, dass China nach dem Wegfall der Corona Beschränkungen noch nicht wieder zum Motor der Region zurückgefunden hat, der grundsätzliche Fachkräftemangel und die allgemeine Verunsicherung durch den fortdauernden Krieg in Europa lassen eine schnelle Erholung aktuell unwahrscheinlich erscheinen. Auch wenn die Bundesregierung und einzelne Wirtschaftsbereiche durchaus zuversichtlich in die Zukunft schauen und eine robuste Wirtschaft sehen, die diese Krise überwinden wird, muss dies für den Chemiesektor differenziert betrachtet werden. Gerade dieser Wirtschaftszweig ist durch die hohen Energiekosten und die Energieintensität in der Produktion deutlich schärfer getroffen als andere Branchen. Der Anteil der Chemie am Gasverbrauch des gesamten verarbeitenden Gewerbes liegt bei über 31%. Während die größeren Konzerne oft die Möglichkeit haben, ihre Produktion an Standorte in den USA oder Asien mit geringeren Energiekosten zu verlagern, steht dieser Weg dem Mittelstand meist nicht offen. Hier droht ein Existenzkampf und die deutsche Chemie wird im internationalen Wettbewerb weiter an Boden verlieren. Bei unserer Planung sind wir von einer moderaten, heterogenen Geschäftsentwicklung ausgegangen und haben ein leicht günstigeres Rohstoffpreisniveau wie 2022 vorausgesetzt. Gleichzeitig werden die Energiekostensteigerungen für unsere Standorte in Deutschland evident und das Ergebnis zusätzlich belasten. In der Konsequenz sehen wir bei einem ähnlichen Umsatz wie 2022 geringere Margen. Bei moderaten Steigerungen der Fixkosten wird das Ergebnis aber deutlich unter dem des Jahres 2022 liegen. Mit der Inbetriebnahme der neuen Veresterungsanlage in Bad Münstereifel ist ein wesentlicher Meilenstein zur weiteren Stärkung des Geschäftes vollendet worden. Ebenso ist die Maßnahme zur Erweiterung der Produktionskapazitäten in Asien abgeschlossen worden. Der Fokus liegt hier nun vorerst auf einer Überarbeitung des Energiekonzeptes und ansonsten in der Gruppe auf der Internationalisierung beim beruflichen Hautschutz und der Ausweitung des Produktportfolios in den USA. Neben den Energiekosten werden auch in Teilbereichen die Fixkosten weiter steigen. Insbesondere bei den Personalkosten sind inflationsbedingte Anpassungen erforderlich, um die Attraktivität der Arbeitsplätze zu erhalten. Insgesamt schlägt sich hier aber auch dass allgemein steigende Preisniveau in den einzelnen Positionen nieder. Zur Eindämmung der Inflation hat die EZB im vergangenen Jahr wiederholt Zinserhöhungen vorgenommen und verfolgt diese Politik auch in 2023 weiter. Zwar kann damit ein positiver Effekt bei den Preissteigerungen erreicht werden, jedoch belasten die höheren Kreditzinsen zunehmend die Investitionstätigkeiten insbesondere in der Bauindustrie. Unterstützende Maßnahmen, wie die Strom- und Gaspreisbremsen sollen die Inflation zusätzlich abfangen und den privaten Konsum stützen. Hier bleibt aber abzuwarten, inwiefern das greift, da bei vielen privaten Haushalten die Energiepreissteigerungen erst mit der Abrechnung für 2022 in 2023 ankommen. Die Deutsche Bundesbank geht in ihrem Dezember Bericht davon aus, dass sich die Wirtschaft ab der zweiten Jahreshälfte 2023 erholen dürfte. Bei einem unterstellten Anziehen der Auslandsnachfrage dürfte die Exportwirtschaft schon vorher erste positive Impulse feststellen. Mit der Erschließung weiterer Energiequellen müsste auch der Preisdruck auf die Energierohstoffe nachlassen. Bei einem weiterhin robusten Arbeitsmarkt und nominal kräftig steigenden Löhne sowie ab der zweiten Jahreshälfte 2023 sinkenden Inflationsraten sollte auch die reale Kaufkraft wieder zulegen und die Konsumausgaben wieder steigen. Am längsten dürfte der Rückgang der Wohnungsbauinvestitionen anhalten. Insgesamt wird ein Schrumpfen der deutschen Wirtschaft von 0,5% angenommen. Nach wie vor ist es schwer abzusehen, wie sich der kriegerische Konflikt in Europa weiterentwickelt und welche Konsequenzen für die Weltwirtschaft damit verbunden sein werden. b. Risikobericht Der Ukraine Krieg bleibt eine massive Bedrohung der Weltkonjunktur und birgt eine Vielzahl von Risiken. Eine Gasmangellage kann derzeit für den kommenden Winter noch nicht ausgeschlossen werden, erscheint aber aktuell dank hoher Füllstände der Speicher eher als weniger realistisch. Die Volatilität an den Energiemärkten ist jedoch nach wie vor nicht zu kalkulieren und verschärft die Herausforderungen an die Beschaffung. Es muss das Ziel sein, sich einerseits flexibel in den Mengen aber weitestgehend gesichert auf auskömmlichen Preisniveaus einzudecken. Auch wenn eine Eindämmung der Inflation in Sicht ist, kann diese noch nicht als gegeben angesehen werden. Eine weitere Schmälerung der Kaufkraft kann eintreten und wie bereits geschehen, die Lohnkosten weiter unter Druck bringen. Für den Wegfall des Ukrainegeschäftes im beruflichen Hautschutz kann so schnell kein Ersatz gefunden werden. Ein Volumen von etwa 500TEUR muss dauerhaft ersetzt werden. Der Fachkräftemangel und der Wandel des Arbeitsmarktes hin zu einem Arbeitnehmermarkt stellen eine große Herausforderung dar. Stellen die nicht besetzt werden können, behindern uns in der Ausnutzung der Produktionskapazitäten und begrenzen unser Geschäft. Aus der Abwanderung von Kundenbranchen in energiekostengünstigere Regionen oder der kompletten Stilllegung von Kapazitäten in Europa entstehen Umsatzrisiken. Eine evtl. davon betroffene Steigerung der Arbeitslosenzahlen beeinträchtigt einerseits unser Geschäft, bietet aber evtl. auch freie Fachkräfte. Das insgesamt entstehende Umsatz- und Ergebnisrisiko für unsere Gruppe können wir in Stressszenarien simulieren aber in keinem Fall mit Sicherheit abschätzen. Die starke Diversifizierung unserer Gruppe und die sehr gute Ausstattung mit liquiden Mitteln geben aber Anlass zu der gesicherten Erwartung, dass wir diese Phase wirtschaftlich stabil überstehen werden. Aktuell ist kein Liquiditätsrisiko zu erkennen. Zum Jahresbeginn ergeben sich Spitzenbedarfe aus den turnusmäßig erhöhten Mittelabflüssen zum Jahresbeginn, die aber aus den bestehenden liquiden Mitteln gedeckt werden können. Mit der geplanten Reduzierung der Umlaufvermögens geht ein Mittelzufluss einher, die die Ausstattung mit liquiden Mitteln erhöhen sollte. Gleichzeitig ist die Rückführung von Bankverbindlichkeiten im Rahmen unserer bestehenden Vereinbarungen geplant. Aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit entstehen aus getätigten Verkäufen evtl. Risiken aus Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar. Wir versuchen diese durch entsprechende Einkäufe in korrelierenden Volumina auszugleichen. Durch die hohe Ausstattung mit liquiden Mitteln und die nicht vorhandene Notwendigkeit evtl. in Fremdwährungen gebundene Liquidität verfügbar zu halten, kann das Wechselkursrisiko durch mögliche Zinserträge in USD in gewissem Maße kompensiert werden. Das in Malaysia in geringem Umfang betriebene Hedging ermöglicht uns eine Kurssicherung für die Kalkulation der Verkaufspreise. Auf Basis der sehr guten Liquiditätslage sind trotz der beschriebenen Risiken keine Engpässe zu erwarten. c. Chancenbericht Unsere Gruppe hat in den vergangenen schwierigen Jahren mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie robust aufgestellt ist. Neben den unterschiedlichen Produktbereichen ist auch die regionale Diversifizierung bei den aktuellen Rahmenbedingungen sehr wichtig. Negative Einflüsse für einzelne Geschäftseinheiten konnten wiederholt durch positive Entwicklungen in anderen Einheiten kompensiert werden. Gleichzeitig wurden die Fettsäureester sukzessive als unser zweites wesentliches Standbein aufgebaut. Die notwendige Anlagenerweiterung ist in 2022 abgeschlossen worden. Unterstützt werden unsere Vertriebsaktivitäten durch ein versiertes Produktmanagement, das bei den Kunden qualitative Kommunikationswege öffnet. Für die US-Einheit bieten sich weitere Möglichkeiten am Markt mit erweiterten Abnehmerbranchen, die wir zunehmend in den Fokus nehmen und durch gezielte Produktionserweiterungen bedienen wollen. Zusätzlich kann mit der erfolgten erheblichen Erweiterung der Kapazitäten in Asien auch in diesem Markt noch zusätzliches Wachstum generiert werden. Für die Spezialitäten unseres Standortes in den Niederlanden ist die Nachfrage konstant hoch und unterliegt weniger konjunkturellen Schwankungen. Mit dem Hauptfokus auf die Pharmaindustrie ist dies ein wachsender Sektor. Beim beruflichen Hautschutz bieten sich Potenziale im Ausland, die wir konsequent nutzen wollen. Im nächsten Schritt werden wir den Vertrieb der Produkte in den USA in die eigene Hand übernehmen und damit gezielter am Markt agieren. d. Gesamtaussage Für 2023 fällt eine Chancen-Risiko-Abwägung aktuell sehr schwer. Aktuell sind die Risiken etwas stärker zu gewichten, was sich auch in unserer Planung widerspiegelt. V. Risikobericht in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten Unter Finanzinstrumenten definieren wir finanzielle Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten, wobei wir zwischen originären und derivativen Finanzinstrumenten unterscheiden. Zu den originären Finanzinstrumenten zählen dabei die auf der Aktivseite ausgewiesenen Zahlungsmittel, die Forderungen sowie die Finanzanlagen. Das Kreditrisiko besteht vornehmlich im Ausfall von Schuldnern, welches durch den Abschluss einer Versicherung abgedeckt wird. Ein zusätzlich installierter Überwachungsprozess minimiert das Risiko eines Versicherungsfalles. Evtl. bestehenden Ausfallrisiken bei den finanziellen Vermögensgegenständen, wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen. Die Finanzinstrumente der Passivseite umfassen die Verbindlichkeiten. Diese werden fristgerecht und zumeist unter Ausnutzung von Skonto beglichen. Die Abstimmung zwischen dem Cashflow und den finanziellen Verpflichtungen dient der Minimierung des Liquiditätsrisikos, so dass immer ein Überblick über die Geldein- und ausgänge besteht und entstehende Finanzmittelbedarfe frühzeitig erkannt werden können. Derivate werden ausschließlich zur Zinssicherung ohne Spekulationsanteil eingesetzt. Das durch Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar bestehende Risiko aus getätigten Verkäufen wird versucht durch entsprechende Einkäufe in ähnlichen Volumina auszugleichen bzw. durch Zinserträge auf Fremdwährungen kompensiert. Die Notwendigkeit zum Abschluss von Wechselkurssicherungsgeschäften wird nur in Asien in geringem Umfang gesehen und umgesetzt. VI. Sonstige Angaben a. Forschung- und Entwicklungsaktivitäten Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten an den einzelnen Standorten bilden für das jeweilige Produktportfolio die Basis für die erfolgreiche Positionierung am Markt und die Gewinnung neuer Kunden. Diesen Anforderungen tragen wir mit wachsender Intensivierung und einer kontinuierlich besseren Ausstattung der Bereiche an den einzelnen Standorte Rechnung, was wir auch in den folgenden Jahren fortsetzen werden. b. Bestehende Zweigniederlassungen Die Greven GmbH unterhält über Tochter- und Beteiligungsunternehmen weitere Produktionsstandorte in Holland, Malaysia und den USA. Vertriebsgesellschaften bestehen zusätzlich in Frankreich und den USA. Die Peter Greven Physioderm, die auch der Greven GmbH untergeordnet ist, unterhält keine Zweigniederlassungen.
Bad Münstereifel, den 24.03.2023 Peter Greven Dr. Hermann Josef Stolz Werner Heiliger Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktivseite
Passivseite
Konzerngewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022Allgemeine Angaben Der Konzernabschluss der Greven GmbH wurde auf der Grundlage des Gesellschaftsvertrags und der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten. Angaben zur Identifikation der Gesellschaft
Erläuterungen zu den Konsolidierungsmaßnahmen und zur Währungsumrechnung Kapitalkonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung wurde nach der Neubewertungsmethode (§301 Abs. 1 HGB) durchgeführt. Nach Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB ist die Neubewertungsmethode jedoch nur auf Erwerbsvorgänge anzuwenden, die nach dem 31.12.2009 stattgefunden haben. Die zuvor nach der Buchwertmethode abgebildeten Erwerbsvorgänge sind nicht anzupassen. Die Anteile der Kommanditisten des Tochterunternehmens Peter Greven GmbH & Co. KG werden als "Nicht beherrschende Anteile Kommanditisten" ausgewiesen. Andere Anteile Dritter an Eigenkapital und Jahresergebnis werden als "Andere nicht beherrschende Anteile" ausgewiesen. Schuldenkonsolidierung Die Schuldenkonsolidierung erfolgt gemäß der gesetzlichen Grundlage (§ 303 Abs. 1 HGB) durch Saldierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Aufwands- und Ertragskonsolidierung Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gemäß § 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Umsatzerlöse und sonstigen betrieblichen Erträge zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen. Die Zinserträge sind ebenso mit den entsprechenden Zinsaufwendungen verrechnet worden. Zwischenergebniseliminierung Im Rahmen der Zwischenergebniseliminierung nach § 304 Abs. 1 HGB wurde bei der Vorratsbewertung ein Zwischengewinn in Höhe von 402.507,47 € eliminiert. Währungsumrechnung Die Umrechnung von auf fremde Währung lautenden Abschlüssen erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Für Posten, die ursprünglich auf Euro lauteten, wurden jedoch die ursprünglichen Euro-Beträge in den Konzernabschluss übernommen. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung Anlagevermögen Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. In Ausübung des Fortführungs- und Beibehaltungswahlrechts des Artikels 67 Abs. 4 Satz 1 EGHGB wird die rein nach steuerrechtlichen Vorschriften vorgenommene degressive Abschreibung von Vermögensgegenständen, die bereits zu Beginn des Geschäftsjahres der Erstanwendung des BilMoG vorhanden waren, fortgeführt. Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibung erfolgt in den Fällen, in denen dies zu einer höheren Jahresabschreibung führt. Die Anschaffungskosten beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens bis zu einem Wert von 250,00 Euro wurden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten von mehr als 250,00 Euro aber nicht mehr als 1.000,00 Euro wurde ein Sammelposten gebildet und linear über 5 Jahre abgeschrieben. Die Finanzanlagen wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und bewertet. Umlaufvermögen Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. In die Herstellungskosten wurden neben den unmittelbar zurechenbaren Kosten auch notwendige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. Zur Bewertung von Teilen des Vorratsvermögens wurde gemäß § 240 Abs. 3 HGB das Festwertverfahren angewandt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennbetrag angesetzt und unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Einzelrisiken werden durch angemessene Wertberichtigungen sowie das allgemeine Ausfallrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung auf den Forderungsbestand berücksichtigt. Rückstellungen Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen wurden mit ihrem nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung ermittelten Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei der Bemessung dieser Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken angemessen Rechnung getragen. Die zu erwartenden zwischenzeitlichen Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden zum Stichtag mit dem von der Deutschen Bundesbank bekanntgegebenen Zinssatz abgezinst. Als Zinssatz wird der durchschnittliche laufzeitadäquate Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Grundlagen für die Umrechnung von Fremdwährungsposten in Euro Der Jahresabschluss enthält auf fremde Währung lautende Sachverhalte, die in Euro umgerechnet wurden. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sind gem. § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet und unter Beachtung des Anschaffungskostenprinzips (§ 253 Abs. 1 S. 1 HGB) und des Realisationsprinzips (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB) bewertet. Kurzfristige Posten mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr werden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz Anlagevermögen Die Aufgliederung und Entwicklung der Anlagenwerte ist aus dem folgenden Anlagenspiegel zu entnehmen. Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist ebenfalls aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen. Abschreibung auf Geschäfts- oder Firmenwert Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert aufgrund eines Unternehmenszukaufs in 2017 wurde aktiviert und linear abgeschrieben. Als betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer werden 10 Jahre festgelegt, da dies dem verlässlich geschätzten wirtschaftlichen Nutzungswert entspricht. Sonstige Vermögensgegenstände Unter den sonstigen Vermögensgegenständen wurden u.a. Steuerforderungen erfasst. Die Abgrenzung dient der periodengerechten Gewinnermittlung. Die Beträge haben Forderungscharakter. Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten Die von der Berichtsfirma abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte über einen Bezugsbetrag von insgesamt 20.000.000 USD (18.751.171,95 EUR) dienen zur Sicherung künftiger Zahlungsstromänderunn aus variabel verzinslichen Bankkrediten und haben eine Laufzeit bis längstens September 2025. Zinsswaps und Bankkredite wurden zu Bewertungseinheiten in Form von Mikro-Hedges zusammengefasst. Grundgeschäfte und Sicherungsgeschäfte stimmen jeweils in allen wesentlichen Bedingungen überein. Da eine Änderung des Zinssatzes (EURIBOR/ LIBOR) kompensierende Zahlungsstromänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft nach sich zieht, ist die Effektivität erfüllt (Critical Term Match). Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte wurden entsprechende Quotierungen von Kreditinstituten eingeholt, die den Marktwert auf Basis der Barwertberechnung unter Zugrundlegung des Black-Modells oder der Discounted Cashflow-Methode und der zum Berechnungszeitpunkt vorliegender Marktdaten ermitteln. Die variablen Zinsen werden auf der Grundlage der Forward-Zinsen berechnet. Der ausgewiesene Marktwert entspricht dem Preis, zu dem in der Regel Dritte die Rechte oder Pflichten aus den Finanzinstrumenten am Bilanzstichtag übernehmen würden. Verbindlichkeiten
Es bestehen keine Verbindlichkeiten mit eine Restlaufzeit von über 5 Jahren. In Höhe von Euro 3.730.000,00 bestehen Rangrücktrittsvereinbarungen. In Höhe von Euro 3.680.000,00 bestehen Rangrücktrittsvereinbarungen bei den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern. In Höhe von Euro 50.000,00 bestehen Rangrücktrittsvereinbarungen bei den sonstigen Verbindlichkeiten. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen unterlassene Instandhaltungen in Folge des Hochwasserschadens (306 TEUR), ungewisse Verbindlichkeiten für Personalaufwendungen (2.712 TEUR), für nach Buchungsschluss eingehende Rechnungen (1.102 TEUR), die das alte Geschäftsjahr betreffen, sowie für Gutschriften und Boni (503 TEUR) und für das Risiko aus Garantie- und Gewährleistungsverpflichtungen (668 TEUR). Latente Steuern Die Berechnung der latenten Steuern beruht auf temporären Differenzen zwischen Bilanzposten aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Betrachtungsweise gemäß § 274 HGB und aus der Konsolidierung. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Passive latente Steuern nach § 274 HGB Aufgrund steuerlicher Sondervorschriften erfolgte eine höhere Abschreibung auf Sachanlagen. Daraus entstanden passive latente Steuern in Höhe von EUR 1.374.033,00. Bei der Ermittlung der latenten Steuern werden gesellschaftsspezifische Ertragssteuersätze von 15% bis 25% zugrunde gelegt. Die passiven latenten Steuern werden mit den aktiven latenten Steuern saldiert dargestellt. Aktive latente Steuern aus Konsolidierung nach § 306 HGB Aufgrund der Zwischenergebniseliminierung in der Konzernbilanz sind aktive latente Steuern in Höhe von EUR 80.632,07 entstanden. Diese ermitteln sich wie folgt:
Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung Aufgliederung der Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse werden gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 3 HGB wie folgt aufgegliedert:
Vorschlag zur ErgebnisverwendungDie Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern die folgende Ergebnisverwendung vor: Der Jahresüberschuss der Muttergesellschaft wird auf neue Rechnung vorgetragen. Bei Aufstellung der Bilanz unter Berücksichtigung der Ergebnisverwendung wurde im Bilanzgewinn ein Gewinnvortrag von Euro 27.355.562,56 (Vorjahr: Euro 24.246.083,24) einbezogen. Sonstige Pflichtangaben Namen der Geschäftsführer Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte der Konzernmutter durch folgende Personen geführt:
Gesamtbezüge der Geschäftsführer Die Gesellschaft macht von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB analog Gebrauch. In den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen Gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 1 HGB wird über nachstehende Unternehmen berichtet:
Inanspruchnahme von Erleichterungsvorschriften von Tochterunternehmen (§ 264 Abs. 3, 264 b, § 291 HGB) Die folgenden Unternehmen nehmen die Erleichterungsvorschriften nach § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB bzgl. der Aufstellung, Prüfung und Offenlegung der Jahresabschlüsse in Anspruch:
Die Greven Beteiligungs GmbH nimmt die Erleichterungsvorschriften nach § 291 HGB bezüglich der Erstellung eines Konzernabschlusses in Anspruch. Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:
Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt 450. Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen:
Honorar des Abschlussprüfers Die "sonstigen betrieblichen Aufwendungen" enthalten das als Aufwand erfasste Honorar des Abschlussprüfers. Das Honorar des Abschlussprüfers beträgt insgesamt 121.153,82 Euro und gliedert sich wie folgt:
Unterschrift der Geschäftsleitung
Bad Münstereifel, den 24.03.2023 Unterschrift Unterschrift Unterschrift Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022
Konzernkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2022 Konzerneigenkapitalspiegel nach den Grundsätzen des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 22 (DRS 22)
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Greven GmbH, Bad Münstereifel Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Greven GmbH, Bad Münstereifel, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Greven GmbH, Bad Münstereifel, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln, den 03.07.2023 Löwen + Overhage GmbH Elvira Löwen, Wirtschaftsprüferin Feststellung/Billigung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022 In der Gesellschafterversammlung vom 19.06.2023 wurde der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 gebilligt. GewinnverwendungsbeschlussDie Gesellschafterversammlung hat am 19.06.2023 beschlossen den Jahresüberschuss 2022 auf neue Rechnung vorzutragen. |
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