Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 39841
Vorher
young entertainment network GmbHindigo Networks GmbH
Eingetragen
24.7.2001
Branche
Wiederverkaufs- und Vermittlungstätigkeiten für die TelekommunikationHerstellung von Geräten und Einrichtungen der TelekommunikationstechnikEinzelhandel mit Telekommunikationsgeräten
Gegenstand
Der Vertrieb und die Erbringung von Telekommunikationsdienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Geschäftsführer
Thilo Salmon
seit 20.3.2003
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (4)

NameAnteil
48.50%
47.50%
2.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
sipgate Holding GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

sipgate GmbH

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht

1. Grundlagen des Unternehmens

Die sipgate GmbH ist im Bereich der Telekommunikation tätig und erbringt Telekommunikationsdienstleistungen an Endkunden. Der Schwerpunkt liegt hier seit einigen Jahren auf cloud-basierten VoIP-Telefonanlagen für Unternehmen sowie auf ergänzenden integrierten Mobilfunkleistungen. Mit mehreren zehntausend Geschäftskunden in Deutschland und Großbritannien ist sipgate einer der größten VoIP-Anbieter für Geschäftskunden in Europa.

Mit satellite hat sipgate im Jahr 2018 einen OTT-Dienst am Markt platziert, der klassische nummerngebundene Telefonie mit den Vorteilen eines OTT-Dienstes vereint. In 2021 wurden die Vorbereitungen für eine Erweiterung des Dienstes für Firmenkunden begonnen, mit deren Veröffentlichung und Vermarktung in 2022 gestartet wurde.

Ebenfalls in 2018 hat sipgate mit dem Produkt sipgate CLINQ eine cloudbasierte, anbieterunabhängige Softphone-Lösung ohne Hardware-Endgeräte an den Markt gebracht.

Seit 2022 wird auch eine Lösung für iOS und Android auf der Basis des CLINQ Backends entwickelt. Die Software nutzt moderne Cloud Technologien und Machine Learning, um sich vom bisherigen softphone-Markt abzuheben.

Produkte für Privatkunden werden seit Ende September 2022 nicht mehr angeboten.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Jahr 2022 nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes preisbereinigt um 1,9 Prozent zu. Die wirtschaftliche Entwicklung war dabei wesentlich von dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und den damit zusammenhängenden Herausforderungen, insbesondere mit Blick auf die Energieversorgung, geprägt.

Trotz Lieferkettenengpässen, Handels und Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland und schließlich Einstellens russischer Gaslieferungen Ende August hat sich die deutsche Wirtschaft insgesamt als widerstandsfähig erwiesen.

Die Bundesregierung geht in der Jahresprojektion für das Jahr 2023 von einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent aus. Die Ausgangslage zum Jahreswechsel stellt sich günstiger dar als in der Herbstprojektion angenommen. Trotzdem bestehen nach wie vor hohe Unsicherheiten für die deutsche Wirtschaft: der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und dessen wirtschaftliche Folgen, die schwache Entwicklung der Weltwirtschaft, die anhaltend hohen Energie und Verbraucherpreise sowie die Sicherstellung der zukünftigen Gasversorgung.

Für die Verbraucherpreise erwartet die Bundesregierung einen Anstieg um 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Konsequenz hoher Energie und Nahrungsmittelpreise wird auch in diesem Jahr mit zunächst hoher, wenn auch im Jahresverlauf deutlich rückläufiger Inflation zu rechnen sein.

Der Höhepunkt der Inflationsentwicklung dürfte allerdings überschritten sein.

Die realen Einkommens und Kaufkraftverluste für die Verbraucherinnen und Verbraucher werden trotz der preisdämpfenden staatlichen Maßnahmen bis weit in das Jahr 2023 spürbar bleiben und die binnenwirtschaftliche Entwicklung belasten.

Mit einer Abschwächung der hohen Inflationsdynamik im Jahresverlauf, den Impulsen der fiskalischen Stabilisierungsmaßnahmen und der erwarteten weltwirtschaftlichen Belebung dürfte die wirtschaftliche Entwicklung im Verlauf des Jahres dann wieder an Fahrt gewinnen.

Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind im Kontext des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine, der geldpolitischen Drosselung im Zuge der hohen Inflation, hoher Verschuldung und ansteigender Finanzmarktrisiken sowie weiter existierenden Lieferkettenengpässen deutlich eingetrübt. Der Internationale Währungsfonds rechnet für 2023 mit einer weiteren Verlangsamung der wirtschaftlichen Dynamik auf jahresdurchschnittlich +2,7 Prozent. Ein deutlicherer Rückgang wird für den Welthandel erwartet, von +4,3 Prozent im letzten auf +2,5 Prozent in diesem Jahr. Von dieser globalen Wachstums und Handelsschwäche dürfte insbesondere die stark in globale Wertschöpfungsketten eingebundene deutsche Wirtschaft belastet werden (Auszüge aus dem Jahreswirtschaftsbericht 2023 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Wirtschaft/jahreswirtschaftsbericht-2023.pdf?__blob=publicationFile&v=16)

2.2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Aus der "TK-Marktanalyse Deutschland 2022"des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (Vatm) vom Oktober 2022 geht hervor, dass die Außenumsätze im deutschen Telekommunikationsmarkt 2021 mit 60,3 Mrd. Euro gegenüber 2020 mit 59,5 Mrd. Euro wiederum leicht zugelegt haben (sowohl der Mobilfunkaußenumsatz 26,7 [26,3] Mrd. € als auch der Festnetzaußenumsatz 33,6 [33,2] Mrd. €).

Im Teilmarkt Geschäftskunden sinken in 2022 die Umsätze insgesamt leicht ab wobei die Umsätze der Telekom 12,5 [11,9] Mrd. € leicht steigen und die der Wettbewerber 9,1 [9,9] Mrd. € nachgeben. Bei Privatkunden legen die alternativen Anbieter zu 26,8 [25,5] Mrd. €, wohingegen die Telekom leicht verliert von 11,9 [12,2] Mrd. €.

Die Sprachverkehrsvolumina, die über herkömmliche Festnetze geführt wurden, sinken mit dem Abflauen der Pandemie im Jahr 2022 wieder leicht (291 Mio. Min pro Tag [295]), während die Sprachverbindungsminuten im Mobilfunk etwas stärker angestiegen sind (456 Mio. Min pro Tag [443]). Die Sprachverbindungsminuten über OTT-Anbieter stiegen leicht an (231 Mio. Min pro Tag [227]). Die Gesamtminuten steigen leicht auf 978 Mio. Min pro Tag [965])

Die Investitionen in Telekommunikations-Sachanlagen wachsen 2022 weiter auf 11,6 Milliarden Euro (10,8 im Vorjahr). Die Zahl der vermarkteten DSL-Breitbandanschlüsse geht 2022 um 0,3 Millionen zurück - hingegen wächst die Zahl der gebuchten Glasfaseranschlüsse um 0,8 Millionen. Angebot und Nachfrage wachsen bei Glasfaseranschlüssen 2022 absolut so stark wie nie zuvor - Ende 2022 sind in Deutschland gut 12 Millionen FTTB/H-Anschlüsse verfügbar. Ende 2022 sind in Deutschland insgesamt 38,1 Millionen gigabitfähige Festnetzanschlüsse [34,1] verfügbar

Der Gesamtmarkt der Mobilfunkumsätze beträgt 26,7 [26,3] Mrd. €. Knapp vier Fünftel dieser Mobilfunkumsätze werden mit Serviceleistungen (nutzungsunabhängige und nutzungsabhängige Entgelte für Mobilfunkleistungen ohne Leistungen für Interconnection, Wholesale und Endgeräte) erwirtschaftet - von diesen vereinen die drei Netzbetreiber wie im Vorjahr 83 Prozent auf sich. Die Zahl der aktiven SIM-Karten hat 2022 nähert sich der Marke von 170 Millionen. Das durchschnittliche mobile Datenvolumen pro Nutzer wächst im Vergleich zum Vorjahr auf deutlich über drei Gigabyte pro Monat. Das Gesamtdatenvolumen wächst um 47,4 % von 7,6 Mrd GB auf 11,2 Mrd GB in 2022 mit einem durchschnittlichen Datenvolumen pro SIM-Karte und Monat von 5,65 GB (+38,8%).

Quelle:https://www.vatm.de/wp-content/uploads/2021/10/VATM_TK-Marktstudie_281021_f.pdf

2.3. Wettbewerbsbezogene Rahmenbedingungen

Der deutsche Telekommunikationsmarkt wächst insgesamt - wobei der Geschäftskundenbereich leicht rückläufig ist. Diese Entwicklung ist für sipgate nicht wahrnehmbar.

Auch die starke Nutzung von OTT-Diensten insbesondere im Homeoffice und im privaten Bereich hatte keinen unmittelbar feststellbaren Effekt auf die Nachfrage nach klassischen Telefonieprodukten.

2.3.1 Cloudbasierte Telefonanlagen für Firmenkunden

Die Akzeptanz für cloudbasierte Telefonanlagen steigt - auch bedingt durch die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes - weiter. Cloudbasierte Telefonanlagen sind gegenüber klassischen Telefonanlagen derart überlegen, dass die Vorteile von cloudbasierten Telefonanlagen nach den first movern und technikaffinen Entscheidern nun auch eher konservativ denkende Unternehmer zum Umstieg bewegen oder diesen zumindest ins Auge fassen lassen. Große Überzeugungsarbeit hierbei liefern unsere Kunden selbst, die Telefonanlagen von sipgate anderen Kunden weiterempfehlen. Die Kundenzufriedenheit ist daher ein entscheidendes Kriterium, auf das bei sipgate ein besonderes Augenmerk gerichtet ist.

Der Wettbewerb in diesem Segment nimmt weiter zu.

Neben Vorteilen wie den wegfallenden Anschaffungskosten, günstigen Preisen und der Skalierbarkeit entwickelt sich zunehmend die bei sipgate mögliche und kostenlose Integration von Mobiltelefonen in die Telefonanlage zum Kaufargument. Die Íntegrierbarkeit der cloubasierten Telefonanlage in bestehende CRM-Lösungen ist für viele Geschäftskunden attraktiv.

2.3.2 VoIP-basierte Festnetzanschlüsse für Privatkunden

Der Markt für Festnetzanschlüsse ist schon seit mehreren Jahren leicht rückläufig, da aufgrund der hohen Durchdringung von Handys immer mehr Verbraucher auf einen Festnetzanschluss verzichten. sipgate hat im September 2022 entschieden, keine Neukunden mehr für die Privatkundenprodukte anzunehmen.

2.3.3 sipgate satellite

Satellite bietet eine virtuelle, deutsche Handynummer ohne SIM-Karte an. Direkte Mitbewerber gibt es zur Zeit keine. satellite ist seit Februar 2018 für iOS verfügbar, seit Mai 2019 auch für Android. Der Dienst hat inzwischen knapp 500.000 Kunden.

2.3.4 sipgate CLINQ

Software-basierte Telefonie-Endgeräte orientieren sich bis heute in Bedienung und Gestaltung stark an den ortsgebundenen Endgeräten der 90er Jahre. Cloud-Technologien, interaktive APIs und moderne Echtzeitkommunikation mit Web-RTC ermöglichen jedoch ganz neue Interfaces und bessere Kundeninteraktion. Mit CLINQ stellt sipgate diese Technologien für alle VoIP-basierten Telefonanlagen zur Verfügung, die bereits heute in vielen Unternehmen zum Einsatz kommen. Nahtlose Integration in CRM-Systeme und andere Cloud-Produkte wird so auf einem ganz neuen Niveau möglich. Die Integration von Machine Learning ermöglicht erweiterte Statistikfunktionen, Vorhersagen und die Anreicherung von Telefonaten mit Echtzeit-Daten aus verschiedenen Quellen.

2.3.5 Netzzusammenschaltungen

In 2022 hat die Bundesnetzagentur vor dem Hintergrund des Inkrafttretens des Europäischen Elektronischen Kommunikationskodex eine teilweise Deregulierung des Mobilfunkmarktes vorgenommen, die 2022 auch den Festnetzmarkt erfasst. Folge der Deregulierung ist, dass Verbindungen mit Ursprung außerhalb der EU keiner Preisbindung mehr unterliegen. sipgate ist von dieser Deregulierung insoweit betroffen, als eingehende Verkehre aus dem Drittland mit höheren Preisen abgerechnet werden können. Diese Bepreisung wird in der Branche origin based Rating genannt und obR abgekürzt.

Die Einführung origin based Rating hat die Branche im Jahr 2022 stark beschäftigt. Der Aufwand, der mit der Einführung und der Umsetzung dieses System der Bepreisung und der regelmäßigen Anpassung von Preisen für bestimmte Ursprünge einhergeht, ist erheblich. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Situation ab 2023 zunehmend beruhigt. Die Risiken, die mit einer ursprungsabhängigen Bepreisung einhergehen, waren insbesondere für die Transitnetzbetreiber nur schwer vorhersehbar. Insgesamt ist das Preisniveau für Terminierungen in 2022 nicht unerheblich gestiegen.

In 2022 wurden weitere Netzzusammenschaltungen realisiert, die die Erreichbarkeit der sipgate Kunden verbessern und insoweit die Abhängigkeit der sipgate GmbH von der Telekom Deutschland GmbH verringern.

3. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

Sämtliche Anteile an der Gesellschaft wurden im Geschäftsjahr in eine Holdinggesellschaft eingebracht. Zum 1.1.2023 wechselten im Rahmen eines Betriebsübergangs die Mitarbeiter mit Verwaltungsaufgaben in die Holdinggesellschaft. Der Umbau der Gesellschaftsstruktur dient dazu, flexibel auf Anforderungen jeglicher Art reagieren zu können.

3.1. Vermögenslage

Die Bilanzsumme für das Geschäftsjahr 2022 hat sich im Vergleich zum Vorjahr von T€ 8.840 auf T€ 7.223 verringert. Im Geschäftsjahr war eine Abnahme beim Umlauf- und beim Anlagevermögen zu verzeichnen.

Das Anlagevermögen ist von T€ 3.381 um T€ 619 oder 18,31% auf T€ 2.762 abgesunken. Sowohl der Bestand an Sachanlagen als auch die Finanzanlagen waren rückläufig. Hinsichtlich der Sachanlagen ist hervorzuheben, dass in 2022 - anders als in den Vorjahren - keine höheren Investitionen in die technischen Anlage oder in die Büroinfrastruktur getätigt wurden und dass die Möglichkeit der sofortigen Abschreibung digitaler Wirtschaftsgüter zu einer Verringerung der aktivierten Sachanlagen führte. Bei den Finanzanlagen ist der Rückgang auf die Rückführung von Darlehen an Schwestergesellschaften zurückzuführen.

Das Umlaufvermögen ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls zurückgegangen, was in der Hauptsache auf eine Abnahme bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen zurückzuführen ist. Die Abnahme iHv T€ 1.135 ist einem Geldtransfer in 2021 an einen der Gesellschafter geschuldet, um die Jahresendgebühr der Hausbank zu vermeiden (T€ 2.070 Mittel der Gesellschaft und T€ 670 Mittel von Schwestergesellschaften). Dieser Transfer war in 2022 nicht erforderlich. Vor diesem Hintergrund ist der Umfang der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen von T€ 4.003 auf T€ 1.567 gesunken. Der Bankbestand iHv T€ 2.512 ist insbesondere vor dem Hintergrund hoher Ausgaben für Beratungsleistungen im Rahmen der Reorganisation von einem bereinigten Wert, in 2021 iHv T€ 3.961 gesunken (bei diesem bereinigten Wert sind die kurzfristigen Forderungen gegenüber den Gesellschaftern von € 2.750 hinzugerechnet worden).

Aktiva 2022
in TEUR
2021
in TEUR
Delta
in TEUR
Delta
in %
Anlagevermögen 2.763 3.382 -619 -18,3
Umlaufvermögen 4.079 5.214 -1.135 -21,8
RAP 381 244 137 +56,1
Bilanzsumme 7.223 8.840 -1.617 -18,3

Hinsichtlich der Passiva ist folgendes hervorzuheben:

Das Eigenkapital ist aufgrund des geringeren Jahresüberschusses von T€ 2.134 auf T€ 749 gesunken.

Die sonstigen Rückstellungen sind von T€ 465 auf T€ 851 gestiegen. Der Anstieg um T€ 386 ist überwiegend der Tatsache geschuldet, dass eine Rückstellung iHv T€ 343 für zum Zeitpunkt des Buchungsschlusses noch nicht vorliegende Eingangsrechnungen gebildet wurde. Die Steuerrückstellungen sind aufgrund des geringeren Ergebnisses von T€ 339 auf T€ 22 gesunken.

Bei den Verbindlichkeiten ist ein Rückgang von 5,4% oder T€ 319 zu verzeichnen. Die sonstigen Verbindlichkeiten sind um T€ 626 gesunken, wohingegen die erhaltenen Anzahlungen (Kundenguthaben) in 2022 um T€ 265 angestiegen sind .

Passiva 2022
in TEUR
2021
in TEUR
Delta
in TEUR
Delta
in %
Eigenkapital 749 2.134 -1.385 -64,9
Rückstellungen 873 804 69 8,6
Verbindlichkeiten & RAP 5.602 5.900 -298 -5,1
Bilanzsumme 7.224 8.838 -1.614 -18,3

3.2. Finanzlage

Die sipgate finanziert sich seit Gründung im Jahr 2003 aus dem operativen Cashflow. Es wurde zu keiner Zeit ein Bankkredit beansprucht oder auf das Geld eines Investors zugegriffen. Die Liquidität des Unternehmens wird kontinuierlich gemonitort. Rechnungen werden vor dem Fälligkeitsdatum beglichen. Soweit möglich, wird Skonto gezogen. Insbesondere bei kleineren Dienstleistern oder Zulieferern wird auf sofortige Zahlung großen Wert gelegt.

Zum 31.12.2022 betrugen die liquiden Mittel T€ 2.512 und lagen damit unter dem Vorjahreswert bei wirtschaftlicher Betrachtung (T€ 3.961 - einschließlich der kurzfristigen Forderung gegen den Gesellschafter iHv T€ 2.750).

Die Eigenkapitalquote ist im laufenden Geschäftsjahr bei gestiegener Bilanzsumme von 24,0% im Jahr 2021 auf 10,5% in 2022 gesunken. Der Bilanzgewinns ist aufgrund des schwächeren Jahresüberschusses und aufgrund hoher Ausschüttungen von T€ 2.109 auf T€ 724 gesunken. Die nachfolgenden Auszüge aus der Kapitalflussrechnung informieren über die Herkunft und Verwendung finanzieller Mittel im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie über die Liquiditätssituation der Gesellschaft zum Bilanzstichtag.

2022
T€
2021
T€
Periodenergebnis 1.414 3.185
Abschreibungen 1.008 1.036
Cashflow (vereinfacht) 2.422 4.221
Veränderung der sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge sowie Aktiva und Passiva -2.046 -1.145
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 4.468 3.076
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -368 -1.117
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -2.799 -2.716
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes 1.301 -757
Finanzmittelbestand am Anfang des Geschäftsjahres 1.211 1.967
Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres 2.512 1.211

Der vereinfachte Cashflow ist insbesondere aufgrund des schlechteren Ergebnisses niedriger als im Vorjahr. Die Abschreibungen sind aufgrund der hohen Investitionen in das Anlagevermögen sowie der erleichterten Möglichkeiten zur Sofortabschreibung auf dem Vorjahresniveau.

Im Vergleich zum Vorjahr sind sowohl die Veränderungen des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie aus der Investitionstätigkeit hervorzuheben.

Die in 2022 zurückgeführte Forderung gegen die Gesellschafter sowie gesunkene Steuerzahlungen führten zu einer Zunahme des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit.

In 2022 ist der Umfang der Investitionen geringer als in 2021. Die hohen Investitionen in technische Anlagen sowie in die technische Ausstattung für die Homeoffices und insbesondere auch für die neuen Kolleginnen und Kollegen in 2021 waren in 2022 nicht nochmals erforderlich. Der Kapitalabfluss aus der Investitionstätigkeit ist damit geringer als im Vorjahr. Den Auszahlungen für Sachanlagen stehen Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens gegenüber.

Das konstante Niveau des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit ist auf die vergleichbar hohen Ausschüttungen zurückzuführen.

3.3. Ertragslage

Das ordentliche Betriebsergebnis ist im Vergleich zum Vorjahr bei weiter gestiegenen Umsatzerlösen von T€ 4.577 auf T€ 1.961 gesunken. Sowohl der Personalaufwand (+20,4%) als auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (+34,1%) sind erheblich stärker angestiegen als die Umsatzerlöse (+9,55%).

Das Finanzergebnis ist mit T€ 8 auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Jahresüberschuss ist von T€ 3.185 in 2021 um T€ 1.770 auf T€ 1.414 gesunken.

Ergebnis 2022
in TEUR
2021
in TEUR
Delta
in TEUR
Delta
in %
Ordentl. Betriebsergebnis (ohne Zinserträge) 1.961 4.577 -2.616 -57,2
Jahresüberschuss 1.414 3.185 -1.771 -55,6

Im Folgenden werden die wesentlichen Kennziffern dargestellt:

Erträge 2022
in TEUR
2021
in TEUR
Delta
in TEUR
Delta
in %
Umsatzerlöse 35.806 32.686 3.120 +8,7
Sonst. betr. Erträge 1.101 774 327 +42,2
Finanzergebnis 8 8 0 -
Summe Erträge 36.915 33.468 3.448 +10,3

Die Umsatzerlöse sind erneut kräftig um T€ 3.120 angestiegen, was im Rahmen der Erwartungen lag und einem Zuwachs von 9,55% auf T€ 35.806 entspricht. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit T€ 1.101 nochmals deutlich über dem Niveau der Vorjahre und zwar um T€ 327oder 42,2% über dem Wert von 2021. Begründet liegt der Anstieg in den gestiegenen Erträgen aus Sachbezügen (Gestellung der Firmentickets sowie von Mahlzeiten etc.), aus Zuschreibungen von Finanzanlagevermögen sowie aus periodenfremden Erträgen (Verjährung von Verbindlichkeiten).

Aufwendungen 2022
in TEUR
2021
in TEUR
Delta
in TEUR
Delta
in %
Personalaufwand 19.657 16.325 3.332 +20,4
Aufw. für bezog. Leist. 4.195 4.223 -28 -0,7
Abschreibungen 1.307 1.036 271 +26,2
Sonst. Aufwendungen 9.787 7.301 2.486 +34,1
Summe Aufwendungen 34.946 28.880 6.066 +21,00

Die Gesellschaft hat in 2022 eine Umgliederung von Aufwandskonten vorgenommen. Hintergrund war der Wunsch, in den Aufwendungen für bezogene Leistungen die Kosten für unmittelbar umsatzbezogene Leistungen abzubilden, während die sonstigen betrieblichen Kosten keinerlei Aufwandskonten mit unmittelbarem Bezug auf den Umsatz mehr aufweisen. Diese Gliederung wurde für 2021 in der vorstehenden Tabelle ebenfalls vorgenommen, um die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr herzustellen.

Der Personalaufwand ist aufgrund der wachsenden Zahl an Arbeitnehmern und Gehaltserhöhungen um T€ 3.332 auf T€ 19.657 angewachsen. Die Anzahl der Arbeitnehmer betrug 2022 im Jahresmittel 284 und hat sich im Vergleich zu 2021 (253 Mitarbeiter) um 12,3% erhöht.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen sind in 2022 gegenüber 2021 geringfügig gesunken, was auf Einsparungen bei den Leitungskosten, geringere Aufwendungen für SIM-Karten und grundsätzlich auf die sinkenden Terminierungskosten zurückzuführen ist.

Die sonstigen Aufwendungen hingegen sind im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Dies ist insbesondere auf stark gesteigerte Werbeaktivitäten, das Wiederaufleben des Campusleben, steigende Kosten für Weiterbildung sowie auf Kosten für die Reorganisation der sipgate Gruppe zurückzuführen. In 2021 waren die Kosten für das aufgrund von Corona stark eingeschränkte Campusleben sowie die Fortbildungen bereits leicht angestiegen, hatten aber das Vor-Corona-Niveau noch nicht wieder erreicht.

Die Steuerquote lag in 2022 bei 28,2%. Die geringe Steuerquote ist auf die steuerfreie Wertaufholung von Forderungen zurückzuführen.

4. Nachtragsbericht

4.1. Ukraine

Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind nicht vorhersehbar. sipgate erwartet jedoch keine Auswirkungen dieser Krise auf das eigene Geschäft.

4.2. Corona

Die Auswirkungen von Corona auf die Wirtschaft und die Gesellschaft sind mittlerweile eher gering. Daher erwartet sipgate auch keine Auswirkungen dieser Krise auf das eigene Geschäft.

5. Risiko- und Chancenbericht und Prognose

5.1 Risikobericht

Verfügbarkeit der Systeme:

Durch Redundanz auf Netzwerk-, Hardware- und Software-Ebene sowie einer umfassenden System-Überwachung können Ausfälle in vielen Fällen unbemerkt für unsere Kunden festgestellt und behoben werden. Sichergestellt wird dies durch Bereitschaftsdienste, die 24 Stunden am Tag erreichbar sind und automatisch alarmiert werden. Alle geschäftskritischen Systeme sind in mehreren Rechenzentren unterschiedlicher externer Dienstleister untergebracht, die mindestens folgenden Kriterien entsprechen:

o redundante Stromversorgung über getrennte Stromkreise

o im Fehlerfall erfolgt die Versorgung über Batterien und Notstrom-Generatoren

o redundante Klimatisierung

o regelmäßige Tests der Notfall-Infrastruktur

o Carrierneutrale Umgebungen

Unsere Telefonie- und Web-Systeme werden unseren Kunden über Lastverteilungs-Infrastruktur zur Verfügung gestellt. So ist sichergestellt, dass auch bei starker Last keine Beeinträchtigungen auftreten.

Netz der Telefonica

Hinsichtlich der Verfügbarkeit des Mobilfunknetzes sind wir abhängig von unserem Vorleister der Telefonica Deutschland GmbH. sipgate und Telefonica haben die Anbindung der sipgate an die Telefonica überarbeitet. Es besteht nun eine auch regional redundante Anbindung, so dass ein regionaler Ausfall bei Telefonica die Erreichbarkeit der Kunden der sipgate nicht substantiell beeinträchtigen wird.

Abhängigkeit von Großkunden

Die Abhängigkeit von wenigen Großkunden wird zu Recht als Risiko eingestuft, da mit dem Wegfall eines solchen Kunden auch ein relevanter Anteil des Umsatzes entfällt. Von diesem Risiko ist die sipgate jedoch nur in sehr geringem Maße betroffen, da keiner der sipgate-Kunden einen relevanten Umsatzanteil hat. Insofern ist die Kundenstruktur, was den Umsatz betrifft, sehr ausgeglichen.

Schutz der Infrastruktur

Die gesamte Infrastruktur befindet sich in Rechenzentren von externen Dienstleistern, die höchsten Ansprüchen an die Sicherheit genügen. Zutritt ist jeweils nur benannten Personen in Verbindung mit verschiedenen Sicherheitsmerkmalen möglich (Zutrittskarten, Fingerabdruck-Scanner, persönliche PIN Codes etc.). Der Einsatz eines zentralen Benutzer- und Rechtemanagements sorgt dafür, dass Zugriffe auf sipgate Systeme nur da möglich sind, wo sie benötigt werden. Durch systemlokale und zentrale Firewalls wird sichergestellt, dass netzwerkseitig nur die benötigten Verbindungen aufgebaut werden können. Zusätzlich gibt es intern eine Aufteilung in verschiedene Sicherheitszonen, die die Systeme untereinander abschotten. Sämtliche für den Zahlungsverkehr relevanten Systeme sind PCI-DSS zertifiziert und werden regelmäßigen Audits durch einen externen Dienstleister unterzogen.

Wettbewerbsrisiken

Die Zahl der Anbieter für Cloud-Telefonanlagen steigt mit zunehmender Attraktivität des Marktes. Neben Wettbewerbern aus dem Inland bereiten auch ausländische Firmen den Markteintritt in Deutschland vor.

Unklar ist noch, wie sich die Nutzung der Videokonferenz-Tools (google meet, ms teams etc) auf den Markt der Geschäftskundentelefonie auswirken wird.

5.2. Chancenbericht

Aufgrund der zunehmenden Akzeptanz von Cloud-Lösungen und der massiven Kostenersparnis, die der Kunde mit der virtuellen Telefonanlage von sipgate im Vergleich zu einer klassischen Telefonanlage realisieren kann, wird auch in den kommenden Jahren ein starkes Kundenwachstum in diesem Bereich erwartet. Die Integration innovativer Mobilfunkprodukte in die sipgate-Produktpalette wird dieses Wachstum noch zusätzlich unterstützen. Unter Zugrundelegung dieser Annahmen wird weiterhin ein starker Umsatzwachstum im Marktumfeld cloudbasierter Telefonanlagen bis 2025 erwartet.

Im Jahr 2023 wird die Cloud PBX von sipgate kontinuierlich weiterentwickelt und es sind viele neue Features geplant, wie z.B.

- Anrufstatistiken für Gruppen

- sipgate app inkl. CRM Integration

- ständige Erweiterung der angebundenen CRMs

- VoLTE für alle SIM und eSIM

- Verbesserungen beim Routing

- Verbesserungen in der Telefonie.

Der erfolgreiche Launch des neuen und innovativen Privatkundenprodukts "sipgate satellite" im Februar 2018 hat sipgate eine breite Medienaufmerksamkeit generiert und damit eine Vielzahl neuer Kunden gewonnen. In 2023 wird das Produkt satellite um PBX-Funktionen sowie um weitere Mobilfunkleistungen wie SMS-Empfang erweitert werden und bietet damit Unternehmen ein modernes Substitut zur Telefonanlage. sipgate nutzt die stetig wachsende Userbase von satellite Free (250 Signups pro Tag) als Hebel, um Businesskunden durch Querverkäufe und zu günstigen Akquisitionskosten zu gewinnen (Unfair Advantage gegenüber dem Wettbewerb). sipgate sammelt zudem erste Erfahrungen damit, satellite auch im Enterprise-Bereich anzubieten und die App als Ergänzung zur TK-Anlage innerhalb großer Unternehmen zu positionieren.

Das Produkt sipgate CLINQ ist ein browserbasiertes Business-Telefonieprodukt mit einer Schnittstelle für die Einbindung von CRM-Lösungen. sipgate erhofft sich mit diesem Produkt international und National zum Marktführer für Anbieterunabhängige softphones zu werden. Die unabhängigkeit von Rufnummern und dem eigenen Netz ermöglicht es eine viel größere Kundenbasis zu erreichen und nun auch die USA als Markt zu erschließen.

sipgate hat Ende 2019 als erstes Unternehmen in Deutschland die eSIM für Privat- und Geschäftskundenprodukte auf Prepaidbasis gelauncht. Mobilfunk wird durch die eSIM flexibler und die zuletzt wenig innovative Branche gerät wieder in Bewegung. Durch den konsequenten Online-Fokus, in dem sipgate die eSIM anbietet, ist die eSIM jederzeit - auch für ausländische Geschäftskunden - verfügbar. sipgate erhofft sich durch diese Flexibilisierung weiteres Wachstum im Mobilfunkbereich.

5.3. Prognose

Für das Geschäftsjahr 2023 rechnet die Geschäftsführung mit einem weiteren Anstieg der Umsatzerlöse - insbesondere bei den Business-Produkten sipgate Cloud-Telefonanlagen. Erste nennenswerte Umsätze der neuen Produkte clinq sowie satellite Business sind absehbar.

Betriebsergebnis und Jahresüberschuss werden erheblich oberhalb des Niveaus von 2022 erwartet, da positiven Effekte aus Werbemaßnahmen und Preiserhöhungen erwartet werden, die sich Ende 2022 bereits abzeichnen. Der Zuwachs bei den Mitarbeitern wird voraussichtlich geringer ausfallen als in 2021 und 2022. Darüber hinaus sind die Weiterentwicklung der Telefonieplattform und der beiden neuen Produkte geplant.

 

Düsseldorf, den 28.3.2023

Tim Mois

Thilo Salmon

Bilanz

Aktiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Anlagevermögen 2.631.130,91 3.382.779,08
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 61.813,74 29.413,74
II. Sachanlagen 2.357.889,50 2.657.397,50
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 850.169,00 992.904,00
2. technische Anlagen und Maschinen 476.629,50 528.394,50
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.031.091,00 1.127.089,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 9.010,00
III. Finanzanlagen 211.427,67 695.967,84
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 211.427,67
2. Sonstige Finanzanlagen 695.967,84
B. Umlaufvermögen 4.209.940,44 5.212.646,72
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.697.620,84 4.001.288,36
1. Forderungen gegen Gesellschafter 0,00 2.750.000,00
2. sonstige Vermögensgegenstände 1.697.620,84 1.251.288,36
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 103.258,00
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.512.319,60 1.211.358,36
C. Rechnungsabgrenzungsposten 382.229,15 244.149,21
Aktiva 7.223.300,50 8.839.575,01

Passiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Eigenkapital 749.443,47 2.134.200,20
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Gewinn-/Verlustvortrag -1.075.358,83
III. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 3.184.559,03
IV. Bilanzgewinn 724.443,47
B. Rückstellungen 871.837,50 804.724,75
C. Verbindlichkeiten 5.572.928,40 5.892.462,82
1. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,00 138,99
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 0,00 138,99
2. sonstige Verbindlichkeiten 5.572.928,40 5.892.323,83
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.620.030,40 2.204.610,25
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 3.952.898,00 3.687.713,58
D. Rechnungsabgrenzungsposten 29.091,13 8.187,24
Passiva 7.223.300,50 8.839.575,01

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1. Rohergebnis 32.711.796,21 29.238.958,73
2. Personalaufwand 19.657.151,04 16.324.500,83
a) Löhne und Gehälter 16.889.551,60 13.906.577,28
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.767.599,44 2.417.923,55
davon für Altersversorgung 2.429,52 1.621,56
3. Abschreibungen 1.306.839,25 1.036.969,47
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.306.839,25 1.036.598,47
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 371,00
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 9.787.259,90 7.300.588,43
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 381,62 253,78
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8.738,10 8.621,47
davon aus verbundenen Unternehmen 8.498,96
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 164,00
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 554.398,19 1.400.264,44
8. Ergebnis nach Steuern 1.414.885,93 3.185.093,03
9. sonstige Steuern 534,00 534,00
10. Jahresüberschuss 1.414.351,93 3.184.559,03
11. Ausschüttung 689.908,46
12. Bilanzgewinn 724.443,47

Anhang 2022

1. Allgemeine Angaben

Die sipgate GmbH (eingetragen im HRB Düsseldorf 39841), Düsseldorf, weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 1 HGB auf.

Im Berichtsjahr fand ein Anteilseignerwechsel statt, da die beiden Gesellschafter ihre Anteile in die sipgate Holding GmbH eingebracht haben.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Dritten Buches des Handelsgesetzbuches sowie der ergänzenden Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Soweit Wahlrechte für Angaben in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang ausgeübt werden können, wurden Angaben in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung gemacht. Bilanzielle Wahlrechte wurden soweit möglich in Übereinstimmung mit den Vorschriften des EStG und des KStG ausgeübt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

2. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung

Der vorliegende Jahresabschluss ist grundsätzlich unter Beibehaltung der für den vorhergehenden Abschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsgrundsätzen nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches, den rechtsformspezifischen Vorschriften des GmbH-Gesetzes sowie den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages aufgestellt. Im Wirtschaftsjahr erfolgte eine Umgliederung einiger Konten von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu den bezogenen Leistungen.

2.1. Bilanzierungsgrundsätze

Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Die Posten der Aktivseite sind nicht mit Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen verrechnet worden.

Das Anlagevermögen weist nur Gegenstände aus, die dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauernd zu dienen. Aufwendungen für die Beschaffung des Eigenkapitals sowie für immaterielle Vermögensgegenstände, die nicht entgeltlich erworben wurden, werden nicht bilanziert. Rückstellungen wurden nur im Rahmen des § 249 HGB gebildet.

2.2. Bewertungsgrundsätze

Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet. Dem Vorsichtsprinzip wurde Rechnung getragen.

Es wurden alle Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt. Gewinne sind dagegen nur berücksichtigt, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden.

Im Einzelnen wird grundsätzlich wie folgt bewertet:

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßig lineare Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer, bewertet. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände und entsprechend den steuerlichen Vorschriften linear und zum Teil degressiv vorgenommen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert von bis zu € 250,00 werden sofort aufwandswirksam erfasst. Vermögensgegenstände mit einem Anschaffungswert zwischen € 250,01 und € 800,00, die im abgelaufenen Geschäftsjahr zugegangen sind, werden entsprechend der steuerlichen Regelung als geringwertige Wirtschaftsgüter sofort abgeschrieben.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bewertet. Dabei werden erkennbare Einzelrisiken durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Steuerrückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und sind in Höhe des voraussichtlichen Anfalls aufgrund des steuerlichen Gewinns dotiert. Die sonstigen Rückstellungen werden für alle ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Sie werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der deutschen Bundesbank ermittelt wird, abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Erhaltene Anzahlungen sind mit dem Nennbetrag angesetzt.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1. Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr sind im Anlagenspiegel ersichtlich.

3.2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind keine Posten enthalten, die eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr aufweisen.

3.3. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital in Höhe von T€ 25 ist voll eingezahlt und wurde im Geschäftsjahr nicht verändert.

3.4. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Verpflichtungen aus noch nicht genommenen Urlaub (T€ 343), ausstehende Kostenrechnungen (T€ 343) Tantiemen (T€ 80), zukünftige Archivierungskosten (T€ 30), Schwerbehindertenabgabe (T€17) sowie Jahresabschluss- und Prüfungskosten (T€ 35).

3.5. Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft hat eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Höhe von € 0,5 Mio. für eventuelle zukünftige Verbindlichkeiten der sipgate wireless networks Gesellschaft für Telekommunikation mbH gegenüber der Telefonica Deutschland GmbH & Co. KG (vormals E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG) und der Commerzbank übernommen.

Die Gesellschaft haftet im Rahmen der Kundenvertragsverhältnisse gegenüber Verbrauchern nach § 70 TKG, gegenüber Geschäftskunden haftet die Gesellschaft für Vermögensschäden bis zu einem Betrag von € 12.500,00 je Kunde. Gegenüber der Gesamtheit der Geschäftskunden ist die Haftung auf € 10 Millionen je einheitliche Handlung oder je einheitliches schadenverursachendes Ereignis begrenzt.

Es sind keine Anhaltspunkte für eine Inanspruchnahme ersichtlich.

3.6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus längerfristigen Miet- und Leasingverträgen beträgt zum Abschlussstichtag € 5,66 Mio.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Zuschreibungen aus - in der Vergangenheit wertberichtigten Darlehensforderungen iHv T€ 298 (Vj.: T€ 0) sowie periodenfremde Erträge in Höhe von T€ 142 (Vj.: T€ 322) enthalten. Im Wesentlichen resultieren die periodenfremden Erträge aus verjährten Verbindlichkeiten (T€ 87).

Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge beinhalten wie bereits im Vorjahr in erster Linie Zinserträge aus Darlehen, die die sipgate GmbH ihren Schwestergesellschaften zur Verfügung stellt. Im Geschäftsjahr beliefen sich diese auf T€ 9 (Vj.: T€ 9).

5. Sonstige Angaben

5.1. Mitarbeiterzahl

Es wurden durchschnittlich 284 Mitarbeiter beschäftigt, davon waren 68 Werkstudenten, die in Teilzeit beschäftigt waren.

5.2. Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet

5.3. Organe der Gesellschaft

Geschäftsführer waren im Berichtsjahr:

Thilo Salmon (Kaufmann) und

Tim Mois (Kaufmann).

5.4. Nachtragsbericht

Für 2023 rechnet sipgate mit einer stabilen Nachfrage. Ein Anstieg von Insolvenzen bei den Kunden ist nicht absehbar.

Die weitere wirtschaftlichen Auswirkungen der Inflation sowie des Ukraine Krieges auf das laufende Geschäft der sipgate wird detailliert gemonitort.

5.5. Ergebnisverwendung

Es wird vorgeschlagen den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Düsseldorf, den 28. März 2023

Tim Mois

Thilo Salmon

Bericht des Aufsichtsrats

entfällt

sonstige Berichtsbestandteile

 

gez.

Tim Mois

und

Thilo Salmon

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 15.07.2023 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die sipgate GmbH, Düsseldorf:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der sipgate GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der sipgate GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

▪ entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

▪ vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

▪ identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

▪ gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

▪ beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

▪ ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

▪ beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen ent sprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

▪ beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

▪ führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen.

Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Krefeld, den 14. Juli 2023

Treuhand- und Revisions-
Aktiengesellschaft
Niederrhein
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Dr. Pferdmenges, Wirtschaftsprüfer

ppa. Voigt, Wirtschaftsprüfer

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