5 vor Flug GmbHLiquidiert

80339 München, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 93903
Vorher
Villas InStyle Touristik GmbH
Eingetragen
30.1.1991
Branche
Erbringung sonstiger reisebezogener Dienstleistungen a. n. g.Vermittlungstätigkeiten für BeherbergungsdienstleistungenVermittlungstätigkeiten für die Personenbeförderung
Gegenstand
Veranstaltung, Vertrieb und Vermittlung von Reiseleistungen aller Art, insbesondere Last Minute Reisen sowie alle hiermit in Zusammenhang stehenden Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Prokura
Sabine Prähauser
seit 4.4.2018
Prokura
Thomas Juretzki
seit 15.7.2015
Prokura
Carsten Falco Becker
seit 15.7.2015
Prokura
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

FTI Touristik GmbH

München

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.11.2020 bis zum 31.10.2021

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. November 2020 bis zum 31. Oktober 2021

I. Grundlagen des Konzerns

Der FTI-Konzern

Die FTI Touristik GmbH (nachfolgend auch kurz FTI) ist das Mutterunternehmen des FTI-Konzerns (nachfolgend auch "FTI-Group") und hat ihren Geschäftssitz in München. Neben dem eigenen operativen Geschäft hält sie direkt oder indirekt Beteiligungen an den wesentlichen Konzerngesellschaften, die das operative Geschäft des Konzerns in den jeweiligen Ländern betreiben und ergänzen. Insgesamt gehörten am Bilanzstichtag 106 unmittelbare und mittelbare Tochterunternehmen zum Kreis der vollkonsolidierten Konzernunternehmen. Zudem werden fünf assoziierte Unternehmen nach der At-Equity-Methode im Konzernabschluss bewertet. Weitere vier Tochterunternehmen wurden wegen ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung nicht konsolidiert und zu Anschaffungskosten bilanziert.

Organisation und Leitung

Die FTI Touristik GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung deutschen Rechts, deren Organe die Geschäftsführung und die Gesellschafterversammlung sind. Dabei trägt die Geschäftsführung die Gesamtverantwortung für die Leitung des Unternehmens.

Die Ernennung und Abberufung der Geschäftsführer richtet sich nach § 46 GmbHG. Gesellschaftsvertragsänderungen erfolgen nach den Regelungen der §§ 53 ff. GmbHG.

Geschäftsführungsstruktur

Die Geschäftsführung der FTI Touristik GmbH bestand zum Bilanzstichtag aus drei Mitgliedern, dem Vorsitzenden sowie zwei weiteren geschäftsführenden Personen. Daneben zählen sechs weitere Personen zum erweiterten Kreis der Geschäftsleitung ("ExComm").

Geschäftstätigkeit

Die FTI-Group ist ein vertikal integrierter Touristikkonzern und ist dementsprechend auf den wesentlichen Stufen der touristischen Wertschöpfungskette vertreten. Bewusst engagiert sich die FTI-Group im Flugbereich nicht mit eigenen Flugzeugen. Die Geschäftstätigkeit und auch die Konzernstruktur der FTI-Group wird in Segmenten abgebildet, um die Messbarkeit der Erfolgsbeiträge einzelner Geschäftsfelder transparent darstellen zu können. Die dazugehörigen rechtlichen Einheiten (sog. "legal entities") wurden weitestgehend, d.h. soweit keine lokalen steuerrechtlichen Hinderungsgründe bestehen, im Rahmen einer Zwischenholdingstruktur gebündelt. Insgesamt wurden fünf Segmente gebildet:

Tour Operator

Distribution

Destination Management

Own Content

Internal Services

Das Segment Tour Operator umfasst die folgenden Geschäftsfelder:

Pauschalreisen

Bausteinreisen

Spezialreisen

Ticket-Shop

Bettenbank/Hotel-Shop

Das Geschäftsfeld Pauschalreisen - auch Charterbereich genannt - ist das größte Geschäftsfeld innerhalb der FTI-Group. In diesem Geschäftsfeld findet seit Jahren ein intensiver Preiswettbewerb statt. Ursachen hierfür sind insbesondere niedrige Markteintrittsbarrieren für dynamische Veranstalter und die damit einhergehende Vergleichbarkeit dieser Angebote. Verstärkt wird diese Tendenz durch Preisvergleichsportale im Internet, die für eine immer stärkere Preistransparenz sorgen.

Die kompetente Beherrschung alternativer Vertriebswege wie Internet, Callcenter und Fernsehkanäle sowie ein umfangreiches Produktangebot sind deshalb wichtige Erfolgsfaktoren, um in dem Geschäftsfeld der Pauschalreisen erfolgreich bestehen zu können.

Im Geschäftsfeld Bausteinreisen - auch Modularbereich genannt - gilt FTI als einer der führenden Anbieter in Deutschland. In diesem Bereich kann der Reisegast sich alle Leistungen der Reise individuell und unabhängig voneinander als Bausteine zusammenstellen. Mit Abstand den größten Umsatzanteil in diesem Geschäftsfeld haben Destinationen in Nordamerika.

Das Geschäftsfeld Bausteinreisen birgt noch erhebliches Potenzial, da durch die immer bessere Grundversorgung des Verbrauchers mit Informationen aus den elektronischen Medien das Bedürfnis und die Fähigkeit steigt, sich Reisen individuell zusammenzustellen.

Die Veranstaltung von Spezialreisen gehört ebenfalls zur Geschäftstätigkeit von FTI. Zu diesem Geschäftsfeld gehören unter anderem die Mietwagenvermittlung driveFTI, einer der größten Mietwagenbroker Europas.

Über das Tochterunternehmen FTI Ticketshop GmbH und deren gleichnamige Tochterunternehmen verfügt FTI seit Ende Oktober 2019 wieder über einen eigenen Consolidatorbereich, der für den Verkauf von Linienflugtickets sowohl über externe Reisebüros als auch im Rahmen des FTI-Bausteinprogramms zuständig ist.

Das Geschäftsfeld Bettenbank/Hotel-Shop bietet über die Anbindung an die Datenbanken von Hotelbrokern tagesaktuelle Angebote von Hotels aller Kategorien in nahezu allen Ländern der Welt an. Über Internetportale und Reisebüros können diese Hotelangebote mit Flügen zu Tagespreisen individuell kombiniert werden und ergänzen das Katalogangebot. Diese dynamische Angebotserweiterung ist vor allem im Internetzeitalter eine Notwendigkeit und ein langfristiger, strategischer Vorteil.

Das Segment Distribution wurde unter der FTI Distribution Holding GmbH gebündelt. Diese hält 50 % der Anteile an der TVG Touristik Vertriebsgesellschaft mbH (TVG). Sowohl über Internet und Call Center als auch über Reisebüros wird die Strategie mehrerer Vertriebswege umgesetzt. Die Reisebüros werden von der TVG betreut und basieren auf einem Franchise-Konzept.

Das Segment Destination Management übt über Tochtergesellschaften (sog. Destination Management Companies, "DMC") Inbound-Aktivitäten in mehreren Destinationen aus. Die DMC-Aktivitäten sind zentral unter der Zwischenholding Meeting Point International GmbH gebündelt. Lokale Einheiten in den Destinationen sind verantwortlich für das Destination Management, das im Wesentlichen den Hoteleinkauf, die Organisation von Transfers und das Verkaufen von Excursions beinhaltet.

Im Segment Own Content sind die beiden Geschäftsfelder Hotelmanagement und Property zusammengefasst. Lokale Hotelmanagementgesellschaften sind verantwortlich, über Leasing-/Pachtverträge in ausgewählten Destinationen Hotelkapazitäten vorzuhalten und die Hotelbetten sowohl gruppenintern als auch extern zu vertreiben. Zum Bilanzstichtag wurden insgesamt 60 (Vorjahr: 66) Hotels operativ betrieben; davon 50 (Vorjahr: 50) im Rahmen eines Pacht-/Leasingverhältnisses. Mit insgesamt zwei (Vorjahr: acht) Hotels bestehen Franchise- bzw. Managementverträge. Im September 2015 hat der FTI-Konzern die Hotelmarke "Labranda Hotels & Resorts" vorgestellt. Seit 2018 werden unter der Dachmarke "MP Hotels" Hotels der Marken "Labranda Hotels & Resorts", "Kairaba Hotels & Resorts", "Design Plus Hotels", "Lemon & Soul Hotels" sowie "Club SEI" betrieben. Die Hotels dieser Marken umfassen derzeit rund 13.000 Zimmer. Grundsätzlich plant FTI, auch in Zukunft weitere Hotels in das Portfolio aufzunehmen. Dabei wird eine Expansion überwiegend über Management- und Pachtverträge in Betracht gezogen. Aufgrund der seit März 2020 spürbaren einschneidenden Auswirkungen der Corona-Pandemie ist die Expansion vorläufig ausgesetzt. Die Meeting Point Hotelmanagement Holding GmbH fungiert als zentraler Franchisegeber. Konzerneigene und fremde Hotelmanagementgesellschaften betreiben operativ als Franchisenehmer die Hotels unter den genannten Marken.

Die Gesellschaften des Geschäftsfeldes Property sind Eigentümer von Immobilien und/oder dem Anlagevermögen zugeordneten Mobilien und vermieten oder verpachten ihr Anlagevermögen (z.B. Hotels) - an andere Konzerngesellschaften. Zum Bilanzstichtag befinden sich sieben (Vorjahr: acht) Hotels im Eigentum von vollkonsolidierten Unternehmen des FTI-Konzerns. Zudem ist die FTI mittel- bzw. unmittelbar insgesamt zu 100 % an der Meeting Point Jandia Investment S.L. beteiligt, welche im Oktober 2016 die ehemalige Hotelanlage Stella Canaris auf Fuerteventura erworben hat.

Dem Segment Internal Services sind u.a. Callcenter und weitere interne Dienstleistungsgesellschaften zugeordnet. Die Callcenter erbringen ihre Dienstleistungen vor allem für Gruppenunternehmen, aber auch für Dritte.

Geschäftsstrategie

FTI verfolgte bis zu den durch die Corona-Krise hervorgerufenen gravierenden Änderungen der Rahmenbedingungen neben einer ausgeprägten Wachstumsstrategie insbesondere das Ziel der Ergebnisstabilisierung und -steigerung. Das dabei anvisierte Umsatzwachstum sollte wesentlich aus dem Ausbau unseres Marktanteils in bestehenden Quellmärkten durch optimal abgestimmte Produktangebote und IT-gestützte, effiziente Prozesse erzielt werden.

Der touristische Sektor wurde durch die wegen der Corona-Pandemie verordneten Beschränkungen besonders hart getroffen. Faktisch war die FTI-Group seit Mitte März 2020 in weiten Teilen an der Ausübung ihrer unternehmerischen Tätigkeit gehindert. Infolge der weltweiten Reiseeinschränkungen kam es temporär zu hohen Reisestornierungen sowie einhergehenden Rückerstattungen von Kundengeldern und letztlich zu Liquiditätsengpässen. Im Zuge der Corona-Krise hat das FTI Management deshalb den Fokus seiner Geschäftsstrategie auf Profitabilität, Kundenorientierung sowie zukunftsorientierte und digitalisierte Kernkompetenzen geändert. Die Konsolidierung und Stabilisierung der Geschäftstätigkeit sowie die Sicherstellung der Liquidität wurden in den Vordergrund gestellt, eine Expansionsstrategie wurde in dieser für die Reisebranche von der Corona-Pandemie dominierten Zeit nicht verfolgt.

Durch die zur Verfügung stehenden Impfstoffe kam es zwischenzeitlich zu Rücknahmen von Reisebeschränkungen und einem Anstieg der Reise- und Buchungszahlen, so dass profitables Wachstum wieder in den Vordergrund der Unternehmensstrategie gestellt werden kann. Entsprechend erwartet die FTI-Group Buchungszahlen für die Sommersaison 2021/2022 trotz anhaltender Corona-Auswirkungen wieder auf hohem Niveau, aber noch unter dem Niveau von 2018/2019, als Umsätze von Mrd. EUR 4,2 verbucht werden konnten.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Lt. Monatsbericht Februar 2022 der Deutschen Bundesbank ging die Wirtschaftsaktivität in Deutschland im Herbstquartal 2021 spürbar zurück, nachdem sie im Sommer kräftig gewachsen war. Der Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes zufolge verringerte sich das reale BIP gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt um 0,7 %. Seinen Vorkrisenstand vom vierten Quartal 2019 unterschritt es damit noch um 1,5 %. Im Jahr 2021 insgesamt erhöhte sich das reale BIP um 2,8 %, nachdem es im Jahr zuvor aufgrund der Pandemie eingebrochen war. Zu dem Rückgang der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2021 trug laut der Deutschen Bundesbank vor allem das wieder verstärkte Pandemiegeschehen bei. Die dadurch ausgelösten Eindämmungsmaßnahmen und Verhaltensanpassungen trafen einige Dienstleistungsbereiche stark. 1

Branchenentwicklung

Lt. Pressemitteilung des Deutschen Reiseverbands (DRV) vom 2. März 2022 ist das Bedürfnis zu reisen und der Wunsch nach Erholung bei den Deutschen definitiv zurück, der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV) blickt optimistisch auf die kommende Urlaubssaison, allerdings bleibt der Pressemitteilung zufolge zum jetzigen Zeitpunkt abzuwarten, inwieweit der Krieg in der Ukraine Einfluss auf das Reiseverhalten haben wird.

Lt. DRV gingen die Anzahl der Reisenden und der Reisen sowie die Reiseausgaben nach einem historischen Rückgang 2020 erneut zurück. Demzufolge gaben die Deutschen 2021 insgesamt Mrd. EUR 28,8 für ihre Reisen aus (vorab gebuchte Leistungen) - das ist ein Rückgang um zehn Prozent zum Vorjahr. Im Vor-Corona-Jahr 2019 betrugen die Reiseausgaben noch fast Mrd. EUR 70.

Auch sanken lt. DRV die Anzahl der Reisen 2021 ebenfalls um zehn Prozent gegenüber Vorjahr auf 136 Millionen. Fünf Prozent weniger Reisende (44 Millionen) wurden 2021 gezählt.

Lt. Pressemitteilung feierte im Sommer 2021 die Pauschalreise ihr Comeback - die Ausgaben stiegen um 134 % gegenüber dem Vorjahressommer. Dennoch gingen die Ausgaben für Pauschal reisen aufgrund der fehlenden Winterbuchungen im Gesamtjahr 2020/2021 um 16 % zurück.

Am stärksten nachgefragt waren bei allen Reisen (pauschal wie individuell organisiert) die Urlaubsländer Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Griechenland und die Türkei - damit gab es keine gravierenden Änderungen zu den Vorjahren. 2

1 Vgl. https://www.bundesbank.de/resource/blob/885332/7917a453c86a939c2d8ba06e64440c9f/mL/2022-02-monats-bericht-data.pdf
2 https://www.drv.de/anzeigen/txnews/tourismusbilanz-des-vergangenen-jahres-sommer-2021-zeigt-reiselust-der-deut- schen.html

2. Besondere Vorgänge im Geschäftsjahr 2020/2021

Das Geschäftsjahr 2020/2021 begann im November 2020 mit einem Lockdown "light", der nahtlos in einen harten Lockdown am 6. Januar 2021 überging. Am 19. Januar 2021 wurde erneut bekannt gegeben, den Lockdown in Deutschland bis zum 14. Februar 2021 zu verlängern. Am 26. Januar 2021 wurden zudem neue Regelungen zur Ein- und Ausreise in Deutschland beschlossen:

Aus einem Risikogebiet Einreisende mussten bis 48 Stunden nach Ankunft einen negativen Corona-Test nachweisen.

Einreisende aus Risikogebieten mit Virus-Mutationen oder besonders hohen Inzidenz-Werten mussten schon vor der Abreise und bei der Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen.

Im Mai 2021 endete der zweite, fast sechsmonatige coronabedingte Lockdown in Deutschland.

In der Folge erschwerten unterschiedliche Ein- und Ausreisebestimmungen die Reiseplanung, so dass auch das Sommerreisevolumen beeinträchtigt war. Zudem trat Ende April 2021 erstmals die Delta-Variante in Deutschland auf, nahm ab Ende Mai 2021 sehr stark zu und war von Ende Juni 2021 bis Anfang Januar 2022 die dominierende Variante in Deutschland. Da die verfügbaren Impfstoffe auch gegen die Delta-Variante einen gewissen Schutz boten, blieben Reisen unter bestimmten Voraussetzungen allerdings möglich.

Aufgrund der im Geschäftsjahr 2020/2021 anhaltenden Corona-Auswirkungen wurde der FTI-Group im Dezember 2020 eine weitere Unterstützungsmaßnahme vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds in Form einer stillen Einlage mit einem Gesamtvolumen von Mio. EUR 250 gewährt. Davon waren zum Bilanzstichtag 31. Oktober 2021 Mio. EUR 165 abgerufen. Vertragsgemäß kürzen ausländische Finanzierungshilfen den Nennbetrag der stillen Einlage. Aufgrund erhaltener ausländischer Subventionen wurde der Gesamtbetrag um Mio. EUR 7,9 auf Mio. EUR 242,1 reduziert. Die vollständige Inanspruchnahme erfolgte im Dezember 2021. Bei der stillen Einlage handelt es sich vom Grundgedanken und dem Willen der Vertragsparteien nach wirtschaftlich um Eigenkapital. Obwohl langfristig zur Verfügung gestellt und am Verlust teilnehmend, steht einem Ausweis als Eigenkapital zum Bilanzstichtag ein im Vertrag über die Stille Gesellschaft vereinbartes vertragliches Kündigungsrecht entgegen. FTI hat auf sein Kündigungsrecht dem WSF gegenüber zwischenzeitlich verzichtet.

Aufgrund der in der Vergangenheit wirtschaftlich unzureichenden Reisepreisabsicherung, wurde vom Gesetzgeber das Pauschalreiserecht mit Wirkung zum 1. Juli 2021 geändert. Die Kundengelder, die eventuell notwendige Rückbeförderung der Reisenden sowie alle weiteren Kosten, die im Zusammenhang mit einer Insolvenz entstehen, sollen über einen neu eingerichteten Pflichtfonds abgesichert sein. Dieser finanziert sich überwiegend aus laufenden Beiträgen der Reiseveranstalter. Zudem war eine umsatzabhängige Sicherheitsleistung in Form einer Bankbürgschaft oder einer ähnlichen Absicherung zu stellen. In diesem Zusammenhang musste von der FTI eine Bankbürgschaft über Mio. EUR 112,3 erbracht werden, für die eine entsprechende Barhinterlegung bei der bürgenden Bank erforderlich war. Um diesen Betrag in Coronazeiten zu finanzieren, wurde der FTI im Oktober 2021 ein weiteres Nachrangdarlehen vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds über ein Volumen von insgesamt Mio. EUR 118 eingeräumt, von dem zum Bilanzstichtag Mio. EUR 89,3 für die Barhinterlegung abgerufen waren.

Unternehmen, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders betroffen waren, wurden 2021 durch die sogenannte Überbrückungshilfe III unterstützt. Im Zuge der Ausweitung der Hilfe auch auf große Veranstalterunternehmen hat die Gesellschaft einen Antrag auf Überbrückungshilfe III über den Höchstbetrag von Mio. EUR 52 gestellt, über den noch nicht final entschieden ist. FTI hat einen Betrag von Mio. EUR 16,6 in den sonstigen betrieblichen Erträgen des Geschäftsjahres 2020/2021 erfasst, da dieser Betrag zum Bilanzstichtag und darüber hinaus mit hinreichender Sicherheit feststand. Zudem wurden von Konzerngesellschaften im Ausland weitere nicht rückzahlbare Subventionszuschüsse in Höhe von Mio. EUR 6,7 erfolgswirksam erfasst.

Im Zuge der Corona-Pandemie konnten in der Vergangenheit (vor Corona) geleistete Vorauszahlungen auf touristische Leistungen und andere Ansprüche noch nicht oder nicht mehr realisiert bzw. durchgesetzt werden, so dass zum Abschlussstichtag Wertberichtigungen bzw. Rückstellungen gebildet hat. Insgesamt wurden für Vorauszahlungen an eine Airline Wertberichtigungen in Höhe von Mio. EUR 56,2 gebildet. Derzeit arbeitet die FTI-Group an einem Vertragskonstrukt, diese wertberichtigten Forderungen in langfristige, grundschuldrechtlich abgesicherte Ansprüche umzuwandeln, welche mit touristischen Verpflichtungen seitens der FTI-Group verrechnet werden sollen und einhergehende Wertaufholungen zulassen könnten.

Zudem wurden gruppenweit weitere Risikovorsorgen in Form von Wertberichtigungen und ähnlichen Aufwendungen über Mio. EUR 39,4 gebildet.

Für Kosten im Zusammenhang mit Restrukturierungen bzw. Schließungen/Liquidationen von Einheiten wurden im Geschäftsjahr 2020/2021 Mio. EUR 8,3 erfasst, wovon Mio. EUR 1,7 bzw. Mio. EUR 2,5 auf Aufwendungen aus planmäßiger Liquidation bzw. Schließung von Einheiten aus dem DMC- bzw. Hotelbereich entfallen.

Im Februar 2020 hat sich eine Konzerngesellschaft vertraglich verpflichtet, zu den bereits gehaltenen Anteilen von 62,8 % an einer Hotelbesitzgesellschaft mit 2 Immobilien die restlichen 37,2 % für insgesamt Mio. USD 15 zu erwerben. Der Kaufpreis wurde in Teilen mehrfach gestundet und 2021 in Tranchen vollständig bezahlt.

Aus dem Erwerb und den Konsolidierungsmaßnahmen ergaben sich folgende Auswirkungen auf die Vermögenslage der FTI-Group:

Auswirkung
TEUR
Anlagevermögen 4.992
davon Grundstücke und Gebäude 4.992
Forderungen und sonstige Aktiva -3.993
Liquide Mittel -8.378
Währungausgleichsposten 397
Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung 3.472
Rückstellungen
Verbindlichkeiten und sonstige Passiva
Latente Steuern 1.123

3. Geschäftsverlauf

Der FTI-Konzern weist für das Geschäftsjahr 2020/2021 touristische Umsatzerlöse in Höhe von Mio. EUR 1.554,9 aus. Im Vorjahr betrugen die touristischen Umsatzerlöse Mio. EUR 1.548,8. Die Umsatzerlöse stiegen damit um 0,4 % gegenüber dem Vorjahr. Das für die FTI-Gruppe entscheidende Mengengerüst (Anzahl der Paxe) ging für die FTI-Group leicht zurück, so dass ein Anstieg des durchschnittlichen Reisepreises zu verzeichnen war.

Die Umsatzaufteilung gestaltet sich wie folgt (Angaben in Mio. EUR):

2020/2021 2019/2020 2020/2021 zu 2019/2020
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR %
Veranstaltererlöse 1.517,6 1.450,5 67,2 4,6
Flugumsatz 19,1 69,5 -50,3 -72,4
Provisionserlöse 18,1 28,9 -10,8 -37,2
Touristische Umsatzerlöse 1.554,9 1.548,8 6,1 0,4
Sonstige Erlöse 17,4 18,4 -1,0 -5,4
Umsatzerlöse 1.572,4 1.567,3 5,1 0,3

Der Materialaufwand hat sich wie folgt entwickelt (Angaben in Mio. EUR):

2020/2021 2019/2020 2020/2021 zu 2019/2020
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR %
Touristischer Materialaufwand 1.233,4 1.262,6 -29,3 -2,3
Sonstiger Materialaufwand 0,8 1,9 -1,1 -59,8
Materialaufwand 1.234,1 1.264,6 -30,4 -2,4

4. Lage

i. Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2020/2021 hat FTI touristische Umsatzerlöse in Höhe von Mio. EUR 1.554,9 (Vorjahr: Mio. EUR 1.548,8) erzielt. Es besteht eingeschränkte Vergleichbarkeit der touristischen Umsatzerlösgröße mit dem Vorjahr. Im Vorjahr konnten aufgrund nachfolgender Reisebeschränkungen lediglich bis Mitte März 2020 uneingeschränkt Umsatzerlöse erzielt werden und in der Folge lediglich phasenweise und nur eingeschränkt im Sommer 2020. Im Geschäftsjahr 2020/2021 konnten aufgrund der im Wirtschaftsbericht unter Punkt 2 beschriebenen Einschränkungen touristische Umsatzerlöse weitestgehend nur ab Ende Mai 2021 erzielt werden. Somit konnte in der Sommersaison 2021 gegenüber der Sommersaison 2020 eine Umsatzsteigerung von ca. 235 % erwirtschaftet werden. Den Umsatzerlösen stehen touristische Materialaufwendungen insbesondere aus dem Einkauf von Reisevorleistungen in Höhe von Mio. EUR 1.234,1 (Vorjahr: Mio. EUR 1.262,6) gegenüber. Die Bruttomarge beträgt 20,7 %, nach 18,5 % im Vorjahr.

Die im Zusammenhang mit der Vertriebstätigkeit angefallenen Vertriebsprovisionen - insbesondere an Reisebüros - betrugen Mio. EUR 151,3 bzw. 9,7 % vom touristischen Umsatz nach Mio. EUR 140,9 bzw. 9,1 % vom Umsatz im vorangegangenen Geschäftsjahr. Die Vertriebsprovisionen sind insgesamt den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zugeordnet.

Auf der Kostenseite betrugen die Personalaufwendungen Mio. EUR 149,0 bzw. 9,6 % vom Umsatz nach 193,5 bzw. 12,5 % vom Umsatz im Vorjahr. Der im Juli 2020 vorgenommene Personalabbau wirkte sich ab September bzw. Oktober 2020 und damit wesentlich ab dem Geschäftsjahr 2020/2021 aus.

Das EBITDA beläuft sich auf Mio. EUR -194,3 nach Mio. EUR -256,1 im Vorjahr. Das EBITDA ist durch Währungskursverluste und -gewinne beeinflusst. Aus Wechselkurseffekten resultierte im Geschäftsjahr 2020/2021 ein negativer Beitrag von Mio. EUR 9,2 nach Mio. EUR 24,2 in 2019/2020. Der negative Effekt ergibt sich wesentlich aus der anhaltenden Abwertung der türkischen Lira im Verlauf des Jahres 2020 und 2021. Sondereinflüsse im Geschäftsjahr 2020/2021 mit Auswirkungen auf das EBITDA ergaben sich durch Einmaleffekte wie erfasste Subventionen (u.a. Überbrückungshilfe III) einerseits und andererseits aus Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von Mio. EUR 8,3.

Das zur Unternehmenssteuerung herangezogene und um Wechselkursauswirkungen bereinigte "EBITDA adjusted" (Ergebnis vor Finanzergebnis, Wechselkursauswirkungen, einmaligen Sondereinflüssen, Ertragsteuern und Abschreibungen) beläuft sich damit auf Mio. EUR -199,3 (Vorjahr: Mio. EUR -239,7).

Nachfolgend haben wir die finanziellen Leistungsindikatoren dargestellt, wie sie für Zwecke der Unternehmensgesamtplanung sowie zur Nachverfolgung der Planung, zur Unternehmenssteuerung und zur Messung der Performance von FTI in der Ergebnisrechnung Verwendung finden. Wesentliche Kennzahlen zur Performancemessung sind das EBIT adjusted (Ergebnis vor Ertragsteuern, einmaligen Sondereinflüssen, Finanzergebnis und angepasst um Währungsgewinne/-verluste) sowie insbesondere das EBITDA adjusted (Ergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen, einmaligen Sondereinflüssen und angepasst um Währungsgewinne/ -verluste).

Die Überleitung von der Konzerngewinn- und Verlustrechnung zum EBITDA adjusted stellt sich wie folgt dar (Mio. EUR):

Mio. EUR Δ 2020/2021 zu 2019/2020
2020/2021 2019/2020 Mio. EUR %
Bruttomarge 338,2 302,7 35,5 11,7
Vertriebsprovisionen -151,3 -140,9 -10,4 7,4
Personalaufwand -149,0 -193,5 44,5 -23,0
Übrige Positionen -232,2 -224,4 -7,8 3,5
EBITDA -194,3 -256,1 61,8 -24,1
Außerordentliche Einflüsse 14,2 7,8 6,4 >100%
Ergebnis aus Wechselkursänderungen -9,2 -24,2 15,0 -62,0
EBITDA (adjusted) -199,3 -239,7 40,4 -16,9
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und auf Sachanlagen -41,7 -61,4 19,7 -32,1
EBIT (adjusted) -241,0 -301,1 60,1 -20,0
Finanzergebnis und Währungsergebnis -49,8 -46,1 -3,7 8,0
EBT -290,8 -347,2 56,4 -16,2
Steuern vom Einkommen und Ertrag -6,5 -8,2 1,7 -20,7
Außerordentliche Einflüsse 14,2 7,8 6,4 >100%
Verlustbeteiligung stiller Gesellschafter 157,1 0,0 157,1 -
Konzern-Jahresergebnis vor Fremdanteilen -126,0 -347,6 221,6 -63,8
Ergebnisanteil fremder Gesellschafter (Fremdanteil) 1,8 2,8 -1,0 -35,7
Konzernergebnis -124,2 -344,8 220,6 -64,0

Die Abschreibungen auf die immateriellen Vermögensgegenstände, Sachanlagen und Finanzanlagen betragen im Geschäftsjahr 2020/2021 Mio. EUR 41,7 nach Mio. EUR 61,4 im Vorjahr. Die gesunkenen Abschreibungen sind vor allem auf im Vorjahr vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von Mio. EUR 21,1 zurückzuführen.

Das um Wechselkurseffekte bereinigte EBIT adjusted beläuft sich auf Mio. EUR -241,0 nach Mio. EUR -301,1 im Vorjahr.

Das Zinsergebnis enthält die Zinserträge und -aufwendungen (per saldo Zinsaufwand: Mio. EUR -40,7; Vorjahr: Mio. EUR -20,2). Der erhöhte Zinsaufwand ist auf die im Zuge der erhaltenen Coronahilfen gestiegene Verschuldung zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) beläuft sich auf Mio. EUR 290,8 nach Mio. EUR -347,2 im Vorjahr.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag haben das Ergebnis mit Mio. EUR 6,5 negativ beeinflusst.

Zur Berücksichtigung von außergewöhnlichen Einflüssen und weiteren wesentlichen Sachverhalten verweisen wir auf Abschnitt II. 2. (Besondere Vorgänge).

Der Konzernjahresfehlbetrag (vor Fremdanteilen) beträgt nach der Verlustbeteiligung des stillen Gesellschafters in Höhe von Mio. EUR 157,1 insgesamt Mio. EUR -126,0 nach Mio. EUR -347,6 im Vorjahr.

ii. Finanzlage

Kapitalstruktur

Vertikale Strukturkennzahlen:

Die langfristigen Vermögenswerte (Anlagevermögen + aktive latente Steuern) hatten einen Anteil von 32,3 % am Gesamtvermögen, im Vorjahr betrug er 41,2 %. Die Anlagenintensität (Anlagevermögen zu Gesamtvermögen) sank von 39,9 % auf 31,4 %. Die Verringerung ist im Wesentlichen auf die gestiegene Bilanzsumme zurückzuführen.

Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte (Umlaufvermögen + Rechnungsabgrenzungsposten) am Gesamtvermögen betrug 52,9 % nach 45,6 % im Vorjahr. Die Finanzmittel des Konzerns stiegen gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert um Mio. EUR 231,6 auf Mio. EUR 368,6. Sie hatten damit einen Anteil am Gesamtvermögen von 24,9 % nach 11,6 % im Vorjahr.

Horizontale Strukturkennzahlen:

Zur Ermittlung bestimmter Kennzahlen bezieht sich die FTI auf das "wirtschaftliche Eigenkapital". Dies umfasst neben dem handelsrechtlichen Eigenkapital auch weitere Bestandteile, die nachfolgend dargestellt sind:

31.10.2021 Vorjahr
Mio. EUR Mio. EUR
handelsrechtliches Eigenkapital -219,1 -155,9
Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung 12,4 9,4
Eigenkapitalnahe Stille Einlagen (WSF II) 7,9 0,0
Stille Einlagen Gesellschafter (nachrangig) 0,0 55,0
Nachrangdarlehen Wirtschaftsstabilisierungsfonds I+III 324,3 140,0
Wirtschaftliches Eigenkapital 125,6 48,5

Die langfristigen Vermögenswerte waren am Bilanzstichtag zu 26,3 % durch wirtschaftliches Eigenkapital gedeckt nach 10,0 % im Vorjahr. Für das Anlagevermögen betrug die Deckung durch Eigenkapital 27,0 % (Vorjahr: 10,3 %). Wirtschaftliches Eigenkapital plus mittel- und langfristige Finanzschulden deckten das Anlagevermögen zu 116,6 %. Im Vorjahr waren es 95,0 %.

Investitionen

Die Entwicklung des Anlagevermögens, einschließlich der Entwicklung der Sachanlagen und des immateriellen Vermögens sowie der Finanzanlagen, ist im Abschnitt iii. Vermögenslage dargestellt.

Liquidität

Die Finanzlage des Konzerns und dessen Liquidität ist wesentlich bestimmt durch liquide Mittel in Höhe von Mio. EUR 368,6 (Vorjahr: Mio. EUR 137,0), von denen zum Bilanzstichtag rund Mio. EUR 217,7 (Vorjahr: Mio. EUR 23,9) durch Barhinterlegungen im Rahmen der Stellung von Sicherheiten gebunden sind. Die von der Hinterlegung betroffenen Bankbestände stehen nicht zur laufenden Finanzierung des Geschäftsbetriebs und zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit zur Verfügung; allerdings wurden Mio. EUR 62,5 im Zuge eines Vertragsablaufs kurz nach dem Bilanzstichtag freigegeben.

Liquiditätssicherung:

Die FTI entwickelt im Rahmen der jährlichen Unternehmensplanung einen Finanzplan, aus dem der Finanzierungsbedarf abgeleitet wird. Diese Informationsgrundlage ist die Entscheidungsbasis, um frühzeitig geeignete Finanzierungsinstrumente zur langfristigen Unternehmensfinanzierung einzugehen.

FTI sichert in normalen Jahren grundsätzlich die kurzfristige Liquiditätsreserve durch Bankkreditlinien, branchenübliche Lieferantenkredite sowie dem Bestand an flüssigen Mitteln. Ebenso werden im Zuge der gruppenweiten Liquiditätssteuerung die Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften zur Finanzierung des Geldbedarfs anderer Gesellschaften eingesetzt. Grundlage für die Dispositionen mit den Banken ist eine wöchentliche, rollierende 13-Wochen-Liquiditätsvorausschau.

Liquidität:

Die Zahlungsfähigkeit der FTI und der FTI-Group konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr nur durch Gesellschafterbeiträge, regierungsgestützte Darlehen und stille Einlagen sowie Kreditvereinbarungen mit Banken sichergestellt werden. Im Zuge der Corona-Krise wurden vonseiten der Gesellschafter im Geschäftsjahr 2020/2021 Beiträge über Mio. EUR 10 in bar geleistet, zudem wurde seitens des Wirtschaftsstabilisierungsfonds eine nachrangige stille Einlage mit Verlustbeteiligung über Mio. EUR 250 sowie ein nachrangiges Darlehen über Mio. EUR 118 eingeräumt, wovon zum Abschlussstichtag Mio. EUR 165 bzw. Mio. EUR 85,3 ausbezahlt waren.

Zum Bilanzstichtag betrug der Finanzmittelbestand des FTI-Konzerns Mio. EUR 368,6 (Vorjahr: Mio. EUR 137,0), bei Berücksichtigung der o.g. Barhinterlegungen.

Covenants:

In Zusammenhang mit den o.g. Krisen-bedingten Finanzierungsmaßnahmen sind in den zugrunde liegenden Verträgen nicht-finanzielle Covenants festgelegt worden, bei deren Nichtbeachtung durch FTI dem Kapitalgeber das Recht zur Kündigung der Finanzierungsmittel zusteht. Dies betrifft insbesondere die o.g. Stabilisierungshilfen vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds. Ebenso sind in Zusammenhang mit dem o.g. staatlich verbürgten Darlehen nicht-finanzielle Covenants vereinbart. FTI legt im Rahmen seiner Monatsabschlüsse und der rollierenden Liquiditätsplanung besonderes Augenmerk auf die Einhaltung dieser Covenants und hat diese bislang nicht übertreten.

Kapitalflussrechnung:

In der Kapitalflussrechnung wird die Entwicklung der Zahlungsströme getrennt nach Mittelzuflüssen und Mittelabflüssen aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist im Geschäftsjahr 2020/2021 negativ und beträgt Mio. EUR -35,0 nach Mio. EUR -581,2 im Vorjahr.

Ertragsteuerzahlungen führten zu Mittelabflüssen von Mio. EUR 0,8 (Vorjahr: Mio. EUR 5,4).

Aus der Investitionstätigkeit sind im abgelaufenen Geschäftsjahr per saldo Mio. EUR 45,1 abgeflossen, nach einem Zufluss von Mio. EUR 48,3 im Vorjahr. Die Investitionen sind wesentlich auf vertraglich verpflichtende Renovierungsarbeiten zurückzuführen. Der Zufluss des Vorjahres war wesentlich auf die Veräußerung von zwei Hotelimmobilien zurückzuführen.

Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Zahlungsmittelzufluss in Höhe von Mio. EUR 310,7 nach Mio. EUR 553,4 im Vorjahr. Zinszahlungen führten per saldo zu Mittelabflüssen von Mio. EUR 42,2 (Vorjahr: Mio. EUR 23,5).

Insgesamt ergab sich eine zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds im Geschäftsjahr 2020/2021 von plus Mio. EUR 230,5.

iii. Vermögenslage

Die Vermögenslage zum 31.10.2021 ist gekennzeichnet von einem wieder ansteigenden Buchungsverhalten und Sondereffekten.

Die immateriellen Vermögensgegenstände von Mio. EUR 108,3 (Vorjahr: Mio. EUR 124,8) sind wesentlich durch Geschäfts- oder Firmenwerte von insgesamt Mio. EUR 56,7 (Vorjahr: Mio. EUR 68,7) geprägt. Der Rückgang der Geschäfts- oder Firmenwerte ist auf planmäßige Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von Mio. EUR 12,0 zurückzuführen. Im Vorjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von Mio. EUR 6,0 vorgenommen. Die Mittelfristplanungen der betreffenden Gesellschaften unterstützen die Werthaltigkeit der verbliebenen Geschäfts- oder Firmenwerte. Dementsprechend waren keine weiteren außerplanmäßigen Abschreibungen vorzunehmen.

Das Sachanlagevermögen beträgt zum Abschlussstichtag Mio. EUR 300,9 nach Mio. EUR 280,9 im Vorjahr. Der Anstieg ist wesentlich überwiegend auf vertraglich verpflichtende Renovierungen und Investitionen in Spanien sowie auf die Übernahme aller Minderheitenanteile an einer ägyptischen Hotelbesitzgesellschaft zurückzuführen.

Das Sachanlagevermögen umfasst damit im Wesentlichen Hotelimmobilien und Bauten auf fremden Grundstücken.

Das Finanzanlagevermögen beträgt Mio. EUR 55,1 nach Mio. EUR 65,1 im Vorjahr. Der Rückgang ist auf eine Umgliederung von Vorauszahlungen ins Umlaufvermögen zurückzuführen.

Im Umlaufvermögen bestehen insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Reisebüros und Kooperationspartner im Bereich des Marketings sowie geleistete Anzahlungen - vor allem an Hotels und Fluggesellschaften - und Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen sowie nahestehende Unternehmen und sonstige Vermögensgegenstände von insgesamt Mio. EUR 357,4 (Vorjahr: Mio. EUR 361,2). Die Veränderung ist zum einen durch gestiegene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wegen der verzögerten Auszahlung von Kundengeldern durch Kreditkarten-Payment-Provider sowie auf den aktivierten Anspruch auf Auszahlung von Unterstützungsleistungen aus der Überbrückungshilfe III (Mio. EUR 16,6), welcher in den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen ist, zurückzuführen. Gegenläufig haben sich vorgenommene Wertberichtigungen auf Anzahlungen in Höhe von Mio. EUR 57,6 ausgewirkt.

Auf der Schuldenseite sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Rückstellungen, im Wesentlichen für ausstehende Rechnungen aus dem Einkauf von Reisevorleistungen, in Höhe von Mio. EUR 310,0 bzw. 21,0 % der Bilanzsumme (Vorjahr: Mio. EUR 251,7 bzw. 21,3 % der Bilanzsumme) erfasst.

Die für Buchungen erhaltenen Anzahlungen betragen zum 31. Oktober 2021 Mio. EUR 168,5 gegenüber Mio. EUR 76,3 zum 31. Oktober 2020. Diese Zahl spiegelt das ansteigende Buchungsvolumen der Kunden wider.

Zum Bilanzstichtag deckt das Umlaufvermögen inklusive gebundener liquider Mittel von Mio. EUR 743,1 (Vorjahr: Mio. EUR 508,4) die sonstigen Rückstellungen von Mio. EUR 120,3 (Vorjahr: Mio. EUR 125,2) und kurzfristigen Verbindlichkeiten von Mio. EUR 549,8 (Vorjahr: Mio. EUR 414,4); die Überdeckung beträgt Mio. EUR 108,5 nach einer Unterdeckung von Mio. EUR -31,2 im Vorjahr.

Das wirtschaftliche Eigenkapital im Konzern, welches sich unter Einbeziehung nachrangiger stiller Beteiligungen sowie zweier Nachrangdarlehen vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds sowie des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung ergibt, beträgt zum Abschlussstichtag Mio. EUR 125,6 (Vorjahr: Mio. EUR 48,5), die wirtschaftliche Eigenkapitalquote damit 8,5 % nach 4,1 % zum 31. Oktober 2020.

Der Rückgang der Minderheitenanteile ist im Wesentlichen auf den Erwerb aller Minderheitenanteile an einer ägyptischen Hotelbesitzgesellschaft und grundsätzlich den Minderheiten zu allokierenden Ergebnisanteile zurückzuführen.

iv. Gesamtaussage zur Lage

Die im Vorjahr getroffene Prognose, im Geschäftsjahr 2020/2021 rund 31 % der Umsatzerlöse des Referenzgeschäftsjahr 2018/2019 von Mio. EUR 4.201 (=rd. Mio. EUR 1,3) zu erreichen, wurde übertroffen. Das EBITDA und EBITDA adjusted war für das Geschäftsjahr 2020/2021 deutlich negativ geplant worden. Das eingetretene negative EBITDA beträgt Mio. EUR -194,3 (Vorjahr: Mio. EUR -256,1), das negative EBITDA adjusted Mio. EUR -199,3 (Vorjahr: Mio. EUR -239,7) und bestätigt die im Vorjahr getroffene Prognose. Insgesamt ist die Geschäftsführung mit der Umsatz- und Ergebnisentwicklung aufgrund der Corona-Pandemie nicht zufrieden.

5. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

i. Finanzielle Leistungsindikatoren

Als finanzielle Leistungsindikatoren und wesentlichen Steuerungsgrößen dienen neben den direkt aus Bilanz bzw. GuV ableitbaren Kennzahlen (insbesondere den Umsatzerlösen) im Wesentlichen das EBITDA adjusted (Ergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen, einmaligen Sondereinflüssen und angepasst um Währungs- gewinne/-verluste) und das EBIT adjusted (Ergebnis vor Ertragsteuern, einmaligen Sondereinflüssen, Finanzergebnis und angepasst um Währungsgewinne/-verluste).

ii. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren:

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (Headcount) ist der nichtfinanzielle Leistungsindikator, der zur direkten Steuerung der Geschäftstätigkeit genutzt wird.

Neben einer effizient geführten Organisation haben die nachfolgend dargestellten nicht finanziellen Leistungsindikatoren, die nicht direkt zur Steuerung der Geschäftstätigkeit verwendet werden, entscheidenden Anteil an dem nachhaltigen Erfolg von FTI:

Qualifikation unserer Mitarbeiter:

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von FTI sind ein wesentlicher Teil des Kapitals der Firma. Ihre Identifikation mit dem Unternehmen und ihr Engagement für die Ziele der Gruppe leisten einen entscheidenden Beitrag zum Unternehmenserfolg. Die Ausbildung von jungen Menschen mit dem Ziel, diese nach ihrer Ausbildungszeit in eine Festanstellung zu übernehmen, ist Teil der Wachstumsstrategie der Gesellschaft; zum 31. Oktober 2021 werden 60 Auszubildende beschäftigt.

Qualität der Produkte:

Die Reisepakete und individuellen Reiseleistungen der FTI-Group zeichnen sich durch ein gutes Preis-Leistungs- Verhältnis bei hoher Qualität aus. Durch qualifiziertes Personal in den Destinationen und in Zusammenarbeit mit dem Produktmanagement überprüfen wir unsere Produkte in einem laufenden Prozess.

Branchenkenntnisse:

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die nachhaltige Entwicklung von FTI war und ist in zunehmendem Maße der enge Kontakt zu Kunden sowie ein fundiertes Wissen über die touristischen Märkte. Um dies sicherzustellen, verfügt FTI über ein Instrumentarium zur Beobachtung und Auswertung von Kundenwünschen und neuen Anforderungen der Kunden an ihre Ferienreise.

Effizienz der Geschäftsprozesse:

Die Geschäftsprozesse im Zusammenhang mit der Erbringung unserer touristischen Leistungen sowie der Minimierung der Verluste aus empty seats, empty legs und empty beds unterliegen von der Auswahl der Reiseziele bis hin zur Produktion und dem Vertrieb der Reise einem kontinuierlichen Optimierungsprozess. Dies ermöglicht es uns, neue Entwicklungen rasch zu integrieren und bestehende Prozesse zu verbessern.

Umweltschutz:

Als drittgrößter Reiseveranstalter Europas ist es uns ein besonderes Anliegen, unser Handeln auf Nachhaltigkeit auszurichten und unserer ökologischen sowie sozialen Verantwortung weitestmöglich nachzukommen. Deswegen beteiligen wir uns an zahlreichen Initiativen und Projekten. Bei der Produktion unserer Kataloge und Reisebroschüren legen wir Wert darauf, die natürlichen Ressourcen so effektiv und nachhaltig wie möglich zu nutzen. So produziert unser Druckereilieferant beispielsweise mit 100 % Ökostrom und wir bieten sämtliche Druckerzeugnisse, vom e-Katalog bis zu den Reiseunterlagen, auch digitalisiert an. Darüber hinaus arbeitet die FTI-Group mit den Klimaschutz-Organisationen Atmosfair und myclimate zusammen und ermöglicht ihren Kunden, einen Beitrag zum Ausgleich von CO 2 -Emissionen zu leisten.

Unser als Green Building zertifiziertes Bürogebäude war bei seinem Bezug im Jahr 2010 das erste nach LEED (Leadership in Energy & Environmental Design) ausgewiesene "Gold"-Bürogebäude in München. Grundpfeiler dieser Auszeichnung sind ressourcenschonende Licht-, Kühl- und Heiz- sowie Wassersysteme, schadstoffarme Baumaterialien und Holz aus Wiederaufforstungsanlagen. Seit Januar 2018 gibt es ferner in unseren Standorten München und Berlin keine Plastik-Strohhalme mehr. Im Januar 2019 wurde zudem das Recup-Bechersystem eingeführt, um Abfall aufgrund der To-go-Kaffeebecher zu vermeiden.

Seit Juni 2018 besteht eine Bienen-Patenschaft mit dem mehrfach ausgezeichneten Münchner Start-up near-Bees. Damit leisten wir einen Beitrag gegen das Bienensterben und für unsere Umwelt. Auf einer abgeschlossenen Dachterrasse unserer Konzernzentrale im Münchner Westen haben wir drei Bienenvölkern mit je etwa 50.000 Bienen eine neue Heimat geschenkt.

Als einer der größten Reiseveranstalter Europas ist es der FTI-Gruppe ein besonderes Anliegen, auch den Tourismus so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Zusammen mit anderen führenden Reiseunternehmen sind wir daher Mitglied von Futouris e.V., der Nachhaltigkeitsinitiative der Tourismuswirtschaft. Gemeinsam arbeiten wir an zahlreichen Projekten in beliebten Reiseländern, dazu gehören unter anderem Initiativen zur Vermeidung von Abfällen, von Lebensmittelverschwendung und Maßnahmen zum Tierschutz.

Seit 2018 werden zudem nachhaltig zertifizierte Hotels in den FTI-Katalogen mit einem brancheneinheitlichen Label versehen und im Rahmen der Green Travel Transformation auch in allen Buchungssystemen entsprechend gekennzeichnet. Als jüngstes Engagement zum Umweltschutz unterstützt die FTI-Group das Abkommen Code Red 2.0 von HEPCA zum Schutz des Roten Meeres - das Commitment wurde zur ITB 2019 offiziell unterzeichnet.

Soziale Verantwortung:

Einige unserer Hotels sind mit Produkten des Labels "Malaika" ausgestattet. "Malaika" ist ein soziales Projekt, in dem ägyptische Frauen aus hochwertiger ägyptischer Baumwolle Handtücher und Bettbezüge herstellen. In regelmäßigen Abständen engagieren sich die Mitarbeiter der FTI-Gruppe zudem bei großen und kleinen Spendenaktionen. Diese reichen von umweltschützenden Maßnahmen beispielsweise gegen Plastikmüll im Meer über soziales Engagement in touristischen Regionen etwa nach Klimakatastrophen bis zur Unterstützung von Flüchtlingskindern und Waisen in der Region.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht

i. Rahmenbedingungen

Lt. Monatsbericht März 2022 der Deutschen Bundesbank dürften die Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland ab März spürbar belasten. Vor der Invasion hatte sich lt. Monatsbericht die wirtschaftliche Lage im ersten Quartal 2022 trotz der Omikron-Welle besser dargestellt als erwartet. Die Umsätze im Einzelhandel und im Gastgewerbe erholten sich im Januar etwas von dem kräftigen Rückgang im Dezember. Aufgrund der russischen Invasion der Ukraine dürften sich lt. Einschätzung der Bundesbank die Probleme in den Lieferketten aber schon im März wieder verstärken. Darüber hinaus stiegen dem Monatsbericht zufolge im Gefolge des Krieges und der ergriffenen Wirtschaftssanktionen die Preise für Energierohstoffe massiv an. Dies wird voraussichtlich den Konsum der privaten Haushalte und die Produktion energieintensiver Industrien dämpfen. Im Verbund mit den absehbaren Beeinträchtigungen des Außenhandels sowie der erhöhten Unsicherheit dürften die Folgen des Krieges die eigentlich erwartete wirtschaftliche Erholung erheblich schwächen. Das erste Vierteljahr ist davon allerdings lediglich für einen begrenzten Zeitraum betroffen. 3

Lt. Presseerklärung des DRV vom 2. März 2022 ziehen die Urlaubsbuchungen für die Hauptreisezeit in den Sommermonaten derzeit deutlich an - seit Anfang Februar übertrifft das wöchentlich gebuchte Umsatzvolumen sogar das der Vergleichswochen im Februar 2019 und damit der Zeit vor Corona. Dabei setzen lt. DRV die Urlauber auf die Absicherung und Vorteile der organisierten Reise: Dreiviertel aller Neubuchungen in stationären Reisebüros und auf Online-Reiseportalen sind derzeit Pauschalreisen In diesem Jahr rechnet der DRV mit einem richtig guten Sommer - die Reiselust der Deutschen sei grundsätzlich da. Schwer abzuschätzen bleiben zum jetzigen Zeitpunkt jedoch die möglichen Auswirkungen aufgrund der Lage in der Ukraine. Der DRV schätzt, dass auf das gesamte touristische Jahr gesehen, die Vor-Corona-Umsätze aufgrund des herausfordernden Winters voraussichtlich noch nicht ganz erreicht werden. Allerdings werden für 2023 aus heutiger Sicht wieder Umsätze auf dem Niveau der Vor-Corona-Zeit erwartet. 4

Nach der ifo Konjunktur- und Gemeinschaftsprognose Frühjahr 2022 dämpft der russisch-ukrainische Krieg die deutsche Konjunktur. Die Corona-Krise wurde als Folge des Krieges von der Energiekrise abgelöst. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,7 % im laufenden Jahr 2022 und um 3,1 % im Jahr 2023. 5

ii. Geschäftsverlauf

Durch organisches Wachstum und durch Zukäufe und Investitionen stieg FTI zu einem der größten Reiseveranstalter Europas auf. FTI hat damit eine Größe erreicht, die ihr in einem Marktumfeld, das von Synergie- und Skaleneffekten getrieben ist, strategische Vorteile sichern könnte.

Für die Zukunft gilt es, diese Strategien weiterzuentwickeln und Geschäftsfelder aus- und aufzubauen, die die Ertragskraft des Konzerns stärken und weiteres organisches Wachstum ermöglichen.

FTI setzt dabei auf die Intensivierung ihrer Präsenz in den wichtigsten touristischen Destinationen weltweit. Hintergrund ist der im Zeitablauf veränderte Beschaffungsmarkt für touristische Leistungen. Mittlerweile besteht die Notwendigkeit, Lieferketten, wie wir sie aus anderen Industrien, beispielsweise der Automobilindustrie, kennen, bereitzuhalten. Vor diesem Hintergrund wurde und wird weiterhin die Entwicklung des FTI-Konzerns zu einem vertikal integrierten Tour Operator vorangetrieben, da sich wichtige Teile der touristischen Wertschöpfungskette in die Destination verlagert haben.

3 https://www. bundesbank.de/de/publikationen/berichte/monatsberichte/monatsbericht-maerz-2022-887324
4 https://www.drv.de/anzeigen/txnews/ausblick-auf-das-reisejahr-sehnsucht-nach-urlaub-von-der-pandemie.html
5 https://www.ifo.de/prognosen

In wichtigen Destinationen (i.W. Türkei, Kanaren, Griechenland und Ägypten) wurden Flagship-Hotels erworben bzw. Pachtverhältnisse eingegangen, mit dem Ziel der Stärkung der eigenen Präsenz in der Region. Dies ist mit einer zentralen Struktur allein nicht mehr zu leisten. Das Bett wird zum Rohstoff, der Rohstoff wird täglich gehandelt, zu Preisen, die sich im Internet unter Umständen stündlich verändern. Deshalb investierte und investiert FTI in den wichtigsten Destinationen in Unternehmen und Strukturen, die sich zum einen täglich um die Beschaffung von Bettenkapazitäten kümmern und zum anderen die Serviceleistungen für ankommende Passagiere zur Verfügung stellen. Damit hat sich ein wichtiger Teil der touristischen Wertschöpfungskette in die Destination verlagert.

Im Hinblick auf die Ertragslage im Geschäftsjahr 2021/2022 ist es das Ziel, den durch die Corona-Krise ausgelösten Schaden so gering wie möglich zu halten. Intensive Kosteneinsparungsmaßnahmen und Fokussierung auf notwendige Geschäftsfelder sowie Destinationen werden auch das Geschäftsjahr 2021/2022 prägen.

iii. Erwartete Finanzlage

Der primäre Fokus liegt auf der Sicherung und Steuerung der Liquidität für die gesamte FTI-Group. Hierbei wird wiederum wie in den letzten Jahren auf eingeführte Planungstools (Unternehmensgesamtplanung und davon abgeleitete Liquiditätsplanung) und Steuerungsinstrumente (Yield-Management) zurückgegriffen.

Die Finanzlage war im Winter 2021/2022 noch stark durch die Auswirkungen des Coronavirus beeinflusst. Unter der Annahme, dass das Umsatzvolumen 2021/2022 auf 82 % der Umsatzerlöse im Basisgeschäftsjahr 2018/2019 ansteigen wird, wird davon ausgegangen, dass der Liquiditätsbedarf im Geschäftsjahr 2021/2022 und darüber hinaus sichergestellt ist.

iv. Gesamtaussage der voraussichtlichen Entwicklung

Für das Geschäftsjahr 2021/2022 rechnet die FTI-Group mit ca. 82 % des Umsatzvolumens von 2018/2019 von Mrd. EUR 4,2 - d.h. für den Konzern rund Mrd. EUR 3,4 bzw. rund 120 % mehr als 2020/2021 - und erwartet ein positives EBITDA adjusted im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Der Prognose für das Geschäftsjahr 2021/2022 liegt die Annahme zugrunde, dass keine wesentlichen neuerlichen Reisebeschränkungen auferlegt werden. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter soll plangemäß im Geschäftsjahr 2021/2022 wieder leicht steigen.

2. Risikobericht

Die Risikopolitik der FTI Touristik GmbH orientiert sich an dem Ziel, den Wert des Unternehmens und des Konzerns stetig und nachhaltig zu steigern, die mittelfristigen finanziellen Ziele zu erreichen und den Fortbestand des Unternehmens und des Konzerns langfristig zu sichern. Damit bildet sie einen wesentlichen Bestandteil der Unternehmenspolitik.

i. Risikomanagementsystem

FTI ist im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Wir definieren Risiken im weitesten Sinne als die Gefahr, unsere finanziellen, operativen oder strategischen Ziele nicht wie geplant zu erreichen. Das Management von Risiken aus dem operativen Geschäft liegt dabei in erster Linie bei der Geschäftsführung des Mutterunternehmens. FTI verfügt über ein konzernweites Berichtswesen, das ein Controlling aller wirtschaftlich relevanten Eckdaten ermöglicht. Es wird durch eine ständige Verfolgung der Finanzströme und durch ein zentrales Konzern-Treasury ergänzt. Die Geschäftsführung überwacht die Liquiditätsentwicklung auf Basis einer rollierenden 13-Wochen-Liquiditätsvorschau. Zudem wird auf monatlicher Ebene ein Abgleich mit der Planung vorgenommen, um bei wesentlichen Planabweichungen gegensteuern zu können.

ii. Risiken

Inhärente Risiken

Umfeld- und Branchenrisiken

Das Buchungsverhalten der Kunden in der Touristik wird wesentlich durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen und externe Faktoren beeinflusst. Politische Ereignisse, Naturkatastrophen, Epidemien, Pandemien wie die derzeit kursierende Corona-Pandemie oder terroristische Anschläge wirken sich auf Urlaubsentscheidungen und damit den Geschäftsverlauf in einzelnen Märkten aus. FTI begegnet diesen Risiken mit einer breiten Streuung seiner touristischen Aktivität in weltweit über 100 Zielgebieten, dennoch kann ein Umsatzrückgang in für den Konzern bedeutenden Zielgebieten nicht restlos aufgefangen werden. Die FTI-Group verfügt z.B. in Ägypten durch ihr besonderes Engagement über einen hohen Marktanteil. Eine Umsteuerung von Umsätzen in andere vergleichbare Zielgebiete ist selten in vollem Umfang möglich und durch i.d.R. hohe Markteintrittskosten stets von niedrigeren Margen begleitet.

Mit zunehmender Wettbewerbsintensität und dem Auftritt weiterer Marktteilnehmer mit neuen Geschäftsmodellen nehmen die Marktrisiken zu. Beispiele hierfür sind der Verkauf von Reiseleistungen über das Internet und Niedrigpreis-Fluggesellschaften, die den Vertrieb von Reisen negativ beeinflussen können. Um dieses Risiko zu begrenzen, sind FTI und ihre Tochterfirmen selbst im Bereich E-Commerce aktiv, um mit eigenen Internet-Angeboten vertreten zu sein. Des Weiteren werden neue Geschäftsmodelle aktiv entwickelt und auch durch Erwerb von komplementären Unternehmen ergänzt. Hierzu zählt vor allem der Aufbau von Inbound- und Hotelgesellschaften in bedeutenden Zielgebieten.

Die Erschließung neuer Quellmärkte und die Entwicklung neuer Zielgebiete tragen nicht nur zur Potentialerhöhung, sondern auch zur Risikominimierung bei.

Gesundheit und Naturkatastrophen

In der Vergangenheit kam es bereits temporär zu lokal eingegrenzten Einflüssen wie z.B. Zika-Virus, Hurricanes, Vulkanausbruch etc., die sich negativ auf Buchungsverläufe und Profitabilität auswirkten. Aktuell wird die gesamte Tourismusbranche von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Die FTI-Group kann sich diesen Risiken nicht entziehen, ist aber stets vorbereitet, um auf derartige Einflüsse flexibel und effizient zu reagieren. Oberste Priorität haben in solchen Situationen unsere Kunden im Krisengebiet, die durch speziell geschulte Mitarbeiter betreut und beraten werden. Aufgrund der weltweiten Präsenz in den wichtigsten Destinationen könnten grundsätzlich schnell Alternativziele angeboten werden. Bei nahezu vollständigen Reisebeschränkungen, wie im Fall der Corona-Krise, entfällt diese Möglichkeit weitestgehend.

Politische Instabilitäten, kriegerische Auseinandersetzungen und andere Ereignisse in den Destinationen oder Quellmärkten

Ebenfalls ergaben sich in der Vergangenheit in Reiseregionen terroristische Ereignisse, politische Instabilitäten u.ä. Sachverhalte. Die FTI-Group schätzt die Situation vor Ort ein und stützt sich dabei wesentlich auf die Einschätzungen des Auswärtigen Amtes und anderer Organisationen. Derartige Ereignisse können sich kurz- oder langfristig auf das Buchungsverhalten auswirken und zu einer veränderten Nachfragesituation führen. Es besteht das Risiko, dass sich hieraus negative Einflüsse auf die Profitabilität ergeben können, sofern FTI nicht rechtzeitig situationsangepasste Maßnahmen ergreift. FTI verfügt über einen Krisenmanagementprozess, um ggf. Kunden schnellstmöglich aus dem Gefahrengebiet auszufliegen und nicht notwendige Anreisen zu minimieren, um die Anzahl unserer Gäste in dem betroffenen Gebiet weitestgehend und schnellstmöglich zu reduzieren. Auch in solchen Fällen gilt die oberste Priorität dem Kunden vor Ort. Zudem können kriegerische Ereignisse Einflüsse auf die Bereisbarkeit von Destinationen, das Buchungsverhalten der Kunden verändern oder aber Reisen aus Quellmärkten einschränken oder verhindern. Die aktuelle Kriegssituation in der Ukraine könnte sich insbesondere negativ auf die Auslastung von Hotels in bestimmten Destinationen auswirken. Daneben könnten sich die kriegsbedingten Erhöhungen bei den Energiekosten und damit die Verteuerung der Flugpreise negativ auf das Buchungsverhalten auswirken.

Von Saisonalität geprägte Profitabilität und Liquidität

Die Touristik ist geprägt von einem saisonalen Geschäftsverlauf. Aufgrund der tendenziell längeren Ferienzeiten der europäischen Quellmärkte in den Sommermonaten und der klimatischen Unterschiede zwischen Winter- und Sommermonaten in der nördlichen Hemisphäre, wird die Mehrzahl der touristischen Reisebuchungen für die Sommermonate vorgenommen. Dies führt dazu, dass höhere Margen und Gewinne sowie Nettoliquiditätszuflüsse in den Sommermonaten erwirtschaftet werden. In der Wintersaison hingegen ergeben sich branchentypische Nettoliquiditätsabflüsse, die zu einer geringeren Liquidität führen.

Unsere Anstrengungen gelten deshalb einer sehr sorgfältigen Finanzplanung zur Sicherung der laufenden und der zukünftigen Liquidität. Die erhaltenen Staatshilfen und die mit unseren Hausbanken vereinbarten Kreditlinien haben zur Finanzierung der geschäftsverlaufbedingten Nettoliquiditätsabflüsse beigetragen. Zur Finanzierung unseres Geschäfts greifen wir daneben regelmäßig auf branchenübliche Lieferantenkredite zurück.

Fremdwährungsrisiken

Um Währungsrisiken zu begegnen, die sich insbesondere aus dem Einkauf von Hotelleistungen im Ausland ergeben können, werden neben der Bevorratung von Devisen auch für alle maßgeblichen Fremdwährungen, insbesondere den USD, Devisentermingeschäfte zum Kalkulationskurs abgeschlossen. Entsprechend unserer Währungssicherungsstrategie werden ausgewählte Teile unserer Grundgeschäfte in Fremdwährung mittels Währungssicherungsgeschäften abgesichert. Um bestehende Risiken in diesem Bereich weiter zu minimieren und um die Transparenz zusätzlich zu erhöhen, ist ein Treasury Management System implementiert.

Unternehmensindividuelle Risiken

Geschäftliche Risiken

Risiken aus dem Engagement in einzelnen Geschäftsbereichen können sich auch durch veränderte Rahmenbedingungen für einzelne Geschäftsmodelle innerhalb der FTI-Unternehmen ergeben, wenn diese nicht mehr zum geplanten Mehrwert für die gesamte Unternehmensgruppe führen. Diesem Risiko wird mit einer laufenden Überprüfung der bestehenden Konzepte auf ihre Erfolgsaussichten hin begegnet. Dem folgend wurden im Geschäftsjahr 2019/2020 das Geschäftsfeld Sprachreisen verkauft und der eigene Kreuzfahrtbetrieb eingestellt.

Zur Zusammenstellung der Reisepakete ist es zum Teil erforderlich, feste Kapazitäten mit Airlines oder auch Hotels zu vereinbaren. Je nach Vereinbarung besteht das Risiko, dass es nicht gelingt, fest eingekaufte Kapazitäten in vollem Umfang abzusetzen. Der Umfang der anfallenden Kosten aus nicht abgesetzten Festabnahmen (Kosten für "empty seats", "empty legs" und "empty beds") sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für unsere Geschäftstätigkeit. Zur Minimierung des Risikos aus Festabnahmen verfügen wir über ein entsprechendes Kontrollsystem. Vor Beginn der Corona-Pandemie mussten im Zuge der Insolvenz des bis dato zweitgrößten Reiseveranstalters Europas verstärkt Reisevorleistungen vorausbezahlt werden oder es mussten garantierte Abnahmen vereinbart werden, um Kapazitäten zu sichern. Aufgrund von nicht stattgefundenen Flügen oder Reisen mussten und konnten diese Vorauszahlungen teilweise zurückgefordert werden. Nicht verlängerbare Garantien führten bereits zu zusätzlichem Aufwand und aus noch nicht refundierten Vorauszahlungen und Depositleistungen könnte sich im Falle von Insolvenzen im Zuge der Corona-Pandemie weiterer Wertberichtigungsbedarf ergeben. Aufgrund von geänderten Marktbedingungen besteht, im laufenden Geschäftsjahr allerdings nur in eingeschränktem Umfang, die Notwendigkeit, in ausgewählten Destinationen neue Festabnahmen im Flugbereich zu vereinbaren und weiter ins Risiko der Kapazitätsauslastung zu gehen.

FTI verfügt über keine eigene Fluggesellschaft. Aufgrund dessen kann FTI flexibel auf Nachfragerückgänge reagieren, ohne dass hohe Fixkosten aufgrund von Abschreibungen und Instandhaltungsmaßnahmen sowie andere Kosten anfallen. Andererseits ist FTI auf die Bereitstellung von Kapazitäten durch Fluggesellschaften angewiesen, um ihre Destinationen bedienen zu können.

Im Rahmen der Destination Management-Aktivität kooperiert FTI über Tochtergesellschaften auch mit fremden Dritten. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um ausländische Reiseveranstalter, die über die DMCs Leistungen beziehen.

Durch die im Eigentum von Konzerngesellschaften stehenden Hotels in Malta, Italien, Türkei und Marokko bzw. über insgesamt 53 (Stand 31. Oktober 2021) Hotelpacht- bzw. Franchise- oder Managementverträge ist die FTI Touristik GmbH durch ihre mittelbare oder unmittelbare Beteiligung an diesen Konzerngesellschaften dem Risiko ausgesetzt, dass eine zu geringe Auslastung der Hotels einen kostendeckenden Betrieb nicht zulassen könnte.

Risiken aus Covenants

Die FTI Touristik GmbH erhielt im Geschäftsjahr 2019/2020 sowie 2020/2021 Stabilisierungshilfen vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds in Form zweier nachrangiger Darlehen sowie einer stillen Einlage. Die Gewährung der Stabilisierungshilfen ist an zu erfüllende Auflagen geknüpft, die im Einzelnen in der gültigen Rahmenvereinbarung vorgegeben sind. Ebenso bestehen in Zusammenhang mit dem staatlich verbürgten Bankdarlehen Kreditauflagen. Sollte gegen Auflagen, die in Form nicht-finanzieller Covenants vorgegeben sind, verstoßen werden, kann dies im schlimmsten Falle eine Aufkündigung der Stabilisierungshilfen bzw. des Bankdarlehens zur Folge haben. FTI begegnet diesem Risiko durch laufende Überwachung der Covenants.

Risiken aus Finanzanlagen

Risiken der Werthaltigkeit von Finanzanlagen ergeben sich insbesondere aus Anteilen an Beteiligungsunternehmen und Ausleihungen. So kann sich bspw. aufgrund segmentspezifischer Entwicklungen der Bedarf zur Abschreibung einzelner Beteiligungsbuchwerte infolge von voraussichtlich dauernder Wertminderung ergeben. Darüber hinaus könnte sich auch aus den Umfeld- und Branchenrisiken, die sich als Folge der Corona-Pandemie ergeben haben, weiterer Wertminderungsbedarf ergeben, sofern die Pandemie-Situation noch länger als unseren Annahmen zugrunde legen anhält, weil diesbezüglich risikobegrenzende Maßnahmen seitens FTI bzw. der einzelnen Konzernunternehmen nur bedingt ergriffen werden können.

Eventuell notwendige weitere Abschreibungen wären zwar nicht direkt liquiditätswirksam, würden aber die Ertrags- und Vermögenslage des Konzerns zunächst beeinträchtigen, wenngleich spätere Wertaufholungen in der Post-Corona-Zeit die operativen Ergebnisse entsprechend positiv ergänzen könnten.

Personalrisiken

Wesentlicher Erfolgsfaktor für die Konzernunternehmen ist die Belegschaft (Humankapital). Als Risiko in diesem Bereich sehen wir Austrittsrisiken von Mitarbeitern in Führungs- oder Schlüsselpositionen und die damit verbundenen Know-how-Verluste. Um dem entgegenzuwirken, sieht die Geschäftsführung es als eine zentrale Aufgabe, das bestehende Personal in seiner fachlichen Qualifikation laufend durch interne und externe Schulungsmaßnahmen zu fördern. Daher wurden umfassende Maßnahmen zur Förderung und Weiterentwicklung der Führungsqualitäten in allen Hierarchieebenen ins Leben gerufen. Durch diese Maßnahmen werden jedoch nicht nur die fachlichen und sozialen Kompetenzen gefördert, es fördert im selben Ausmaß das Betriebsklima, da die bereichs- und abteilungsübergreifende Zusammensetzung der jeweiligen Gruppen wesentlich die Interaktion fördert. Dies führt zu einem bereichsübergreifenden Verständnis, reduziert Konfliktpotenziale und erhöht die Corporate Identity.

Engpassrisiken können sich während der Katalogproduktion und während der Erstellung des Jahresabschlusses in den jeweiligen Bereichen ergeben. Diese Risiken werden jedoch durch eine sorgfältige Personalplanung minimiert. Anpassungsrisiken versucht man proaktiv durch eine sorgfältige Personalauswahl bei Neueinstellungen zu vermeiden.

Durch die globale Präsenz von FTI mit eigenen Niederlassungen und ein i.d.R. aus CEO, CFO und COO bestehendes Geschäftsführungsteam mit interkultureller Kompetenz verfügt FTI über einen Pool von weltweit einsetzbaren Führungskräften und kann damit auf unerwartete Veränderungen im Führungskreis oder anderweitig kurzfristig auftretenden Bedarf rasch und adäquat reagieren.

Generell wird dem Personalrisikomanagement eine hohe Bedeutung im Unternehmen eingeräumt. Hier sieht sich nicht nur die Personalabteilung in der Verpflichtung, sondern neben der Geschäftsführung auch jede einzelne Führungskraft. Als harmonische Ergänzung hat sich das seit Jahren erfolgreich tätige Teamforum als "Sprachrohr" der Belegschaft bewährt. Das Teamforum erarbeitet in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung laufend Konzepte, welche das Wohlbefinden der Belegschaft steigern und somit einen wesentlichen Beitrag zum Betriebsklima und zur Mitarbeiterbindung leisten.

Informationstechnische Risiken

Die Geschäftsprozesse in der Touristik sind in hohem Maße von den installierten Informationssystemen abhängig. Beispielsweise sind die Buchungssysteme sowie sämtliche administrative Bereiche IT-basiert. Darüber hinaus gewinnt das Internet nicht nur als Vertriebskanal, sondern auch als Basistechnologie zur Automatisierung von Geschäftsprozessen zwischen Geschäftspartnern weiter an Bedeutung.

Für IT-Betrieb, Entwicklung, Systembetreuung und Support sind internationale, leistungsstarke Partner als IT-Dienstleister tätig. Die IT-Governance wird im FTI-Konzern durch ein konzernweites und alle Geschäftsfelder umfassendes IT-Führungsgremium gewährleistet, dass hierbei durch ein aus IT-Direktoren bestehendes Expertenteam unterstützt wird.

Um zu gewährleisten, dass die Geschäftsprozesse sicher und effizient ablaufen, werden die IT-Systeme ständig überprüft und weiterentwickelt. Die Regelungen zur Informationssicherheit werden ebenfalls permanent verbessert. Sie umfassen beispielsweise die konzernweite Implementierung von Firewalls, Virenscannern und Verschlüsselungsmechanismen. Des Weiteren werden gegen möglichen Datenmissbrauch und -verlust zusätzliche Maßnahmen angewendet: Zugangs- und Zugriffsschutzsysteme, Back-up-Verfahren sowie die Spiegelung geschäftskritischer Systeme in zwei Rechenzentren.

Die im Unternehmen zur Abbildung des operativen Geschäfts vorhandenen IT-Eigenentwicklungen und deren permanente Weiterentwicklung sind einerseits Grundlage für den geschäftlichen Erfolg und die schnelle Reaktionsfähigkeit auf Veränderungen des Marktes. Andererseits bergen sie aber auch jene Risiken, die Individuallösungen gegenüber Standardprodukten üblicherweise mit sich bringen.

Sicherlich ist erwähnenswert, dass sämtliche Risiken wie auch im Bereich IT & Datenschutz in unserem Risk Assessment System präzise bewertet werden und kontinuierlich an Verbesserungen gearbeitet wird, wie auch erfolgt, nach dem Cyber-Angriff vom 28. Oktober 2021, der nur weniger als 24 Stunden unsere Buchungssysteme zum Stillstand bringen konnte.

Das Outbound-Reservierungssystem und das damit verbundene Warenwirtschaftssystem unterliegen einer permanenten Wartung und Verbesserung, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden. Für den Geschäftsbereich Inbound wird derzeit ein maßgeschneidertes System von Grund auf entwickelt. Die besondere Herausforderung besteht darin, dass innerhalb dieser Software verschiedene Geschäftsarten abzubilden sind. Aus Sicht des Unternehmens rechtfertigt der Mehrwert eines integrierten, konzernweit einsetzbaren Systems, die damit verbundenen Mehraufwendungen gegenüber einer einfachen, lokalen Lösung. Vorübergehende Erschwernisse bei der Datenverarbeitung bis zur Fertigstellung des integrierten Systems sind unvermeidbar und müssen derzeit hingenommen werden. Eine Standardsoftware, die diesen Anforderungen genügt, existiert zurzeit nicht.

Risiken aus bisherigen Investitionen und Wachstumsstrategien

Die bisherige Wachstumsstrategie der FTI-Group war nur mit der Sicherung von Fixkapazitäten im Flug- und Hotelbereich umsetzbar. Fixkapazitäten bergen stets das Risiko, dass sie nicht vollständig verwertet werden können und dann ggf. erhebliche Leerkosten verursachen. Strategische Partnerschaften ermöglichen jedoch unter bestimmten Bedingungen einen Risikosplitt zwischen Lieferanten und Abnehmern bei Fixkapazitäten. Die Destination Ägypten konnte wegen ihres Volumens bislang nur mit Fixkapazitäten bedient werden. Derzeit ergibt sich für den Tourismus aufgrund der Coronapandemie eine völlig neue Situation. Aufgrund einer ungewissen Nachfrage hinsichtlich Zeitpunkt und Reiseziel muss hierfür mit einer hohen Reaktionsgeschwindigkeit ein äußerst flexibles Angebot zu Verfügung gestellt werden.

Im Zuge der bisherigen Wachstumsstrategie wurden in der Vergangenheit im Konzern verschiedene Investitionen getätigt.

Es besteht das Risiko, dass sich die Investitionen in neue bzw. im Aus- und Aufbau befindlichen z.T. interdependenten Geschäftsfelder nicht wie geplant entwickeln und entgegen der Planung mit zu niedrigen Erfolgsbeiträgen zum Konzernergebnis beitragen und ggf. die Bereitstellung weiterer und nicht geplanter Liquidität erforderlich machen. Im Zuge der jährlich durchzuführenden Überprüfung der Werthaltigkeit der Beteiligungsbuchwerte können bei Planabweichungen ergebnisbelastende Wertberichtigungen bzw. zusätzliche Abschreibungen erforderlich werden.

Einhaltung gesetzlicher Vorschriften

Wie andere große Anbieter von Urlaubs- und Reisedienstleistungen operiert die FTI-Group in unterschiedlichen Volkswirtschaften und Rechtsordnungen und unterliegt damit einer Vielzahl rechtlicher Bestimmungen und Gesetzesvorgaben, die einzuhalten sind. Die FTI-Group verfügt in den einzelnen Landesgesellschaften über eigene Rechtsabteilungen oder kooperiert mit externen Rechtsberatern. Aufgrund der Vielzahl von Gesetzen, Bestimmungen und Vorschriften besteht das latente Risiko, im Rahmen des operativen Geschäfts unbewusst gegen Vorschriften zu verstoßen. Trotz geeigneter Maßnahmen besteht zudem das Risiko, dass einzelne Mitarbeiter fahrlässig oder aus persönlicher Motivation Gesetzesverstöße begehen und der Gruppe Schaden zufügen. Mögliche Gesetzesverstöße werden in unserem Risikomanagementsystem überwacht.

Unternehmensfortführung

Mit Erreichen des Pandemiestatus des Coronavirus kam es zu weltweiten Reisebeschränkungen, die den touristischen Betrieb ab März 2020 teilweise zum Erliegen gebracht haben. In der Folge brachen die Neubuchungen und damit die Umsatzerlöse sowie die Zahlungseingänge massiv ein und lösten Reisestornos aus. Dies führte in der Folge zu erheblichem ungeplantem Liquiditätsbedarf, der nur durch eine Kombination von Gesellschaftermitteln, regierungsgestützter Darlehen und Stabilisierungsmaßnahmen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds sowie Einsparungen und Kostensenkungsmaßnahmen überbrückt werden konnte. Zusätzlicher Liquiditätsbedarf wurde durch die ab dem 1.11.2021 für die Insolvenzabsicherung erforderlichen Hinterlegungen beim Reisesicherungsfonds ausgelöst, die nach Bereitstellung von Liquidität durch den Wirtschaftsstabilisierungsfonds geleistet wurden. Die zur Liquiditätssicherung und Stabilisierung der Geschäftstätigkeit vereinbarten Unterstützungsmaßnahmen haben per heute den folgenden Umfang:

Bürgschaftsdarlehen (90 %ige Bundes- und Landesbürgschaft): Mio. EUR 280
Nachrangdarlehen I des Wirtschaftsstabilisierungsfonds: Mio. EUR 235
Stille Einlage des Wirtschaftsstabilisierungsfonds: Mio. EUR 242,1
Nachrangdarlehen II des Wirtschaftsstabilisierungsfonds: Mio. EUR 118

Den Stabilisierungsmaßnahmen liegt eine 6-Jahres-Planung zugrunde, die eine Rückführung der gewährten Maßnahmen zum Ende der Laufzeiten vorsieht. Daneben wurden der FTI Gruppe im Ausland aus lokalen Corona-Hilfsprogrammen nicht rückzahlbare Subventionen zugewendet bzw. es sind weitere Corona-Finanzierungshilfen in Deutschland (Überbrückungshilfe) und im Ausland beantragt. Zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit bestehen des Weiteren Betriebsmittellinien und Kreditvereinbarungen mit Hausbanken, die zum Abschlussstichtag Mio. EUR 282,7 betragen.

FTI geht in ihrer 6-Jahres-Planung davon aus, dass sich die Umsatzentwicklung schrittweise wieder dem Basisjahr 2018/2019 annähern wird. Die bisherige Umsatzentwicklung und die Buchungszahlen für die Sommersaison 2022 unterstützen bisher diese Planung. Die Liquiditätsplanung unterstellt, dass die Mittel aus den Stabilisierungsmaßnahmen und Einzahlungen des Gesellschafters zusammen mit der Bankenfinanzierung und den Saisonkreditlinien der Banken sowie den weiterhin in Anspruch genommenen branchenüblichen Lieferantenkredite zum Ausgleich saisonaler Liquiditätsschwankungen die Finanzierung der FTI-Gruppe in den nächsten zwölf Monaten und darüber hinaus sicherstellen wird.

Risiken wegen eintretender Finanzierungslücken, die den Bestand des Unternehmens und der Gruppe gefährden könnten, können sich ergeben, wenn sich die Rahmenbedingungen, die der Liquiditätsplanung zur Überwindung der Auswirkungen aus der Corona-Krise zugrunde gelegt wurden, wesentlich ändern. Änderungen der Rahmenbedingungen können sich beispielsweise durch stark von den Planannahmen abweichende Buchungseingänge oder Reisestornos sowie infolge von Reisewarnungen oder Lockdowns aufgrund wiederum steigender Infektionszahlen oder mutierter Coronavarianten ergeben. Die Schließung dann entstehender Finanzierungslücken könnte je nach dem Umfang der Planabweichungen weitere externe Liquiditätszuführungen in Form von Eigen- und Fremdkapital erforderlich machen. Dies ist aus heutiger Sicht nicht einschätzbar bzw. vorhersehbar. Insoweit liegt in den wirtschaftlichen Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie für die FTI-Group, ebenso wie für viele andere Unternehmen insbesondere aus der Touristikbranche, eine zumindest potentielle Bestandsgefährdung begründet. Insofern bestehen auch für FTI sowie für die FTI-Group insgesamt grundsätzlich weiterhin, wenn auch in der Tendenz abnehmende, Unsicherheiten in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.

Sonstige Risiken

Sonstige Risiken von nennenswerter Bedeutung sind nicht bekannt.

Risikorangfolge

Die Umfeld- und Branchenrisiken, die sich als Folge der Corona-Pandemie ergeben haben, sehen wir als am bedeutsamsten an. Insbesondere könnten sie - wie im vorstehenden Punkt erläutert - potenziell den Bestand der FTI Touristik GmbH und des Konzerns gefährden, da diesbezüglich aktive risikobegrenzende Maßnahmen seitens FTI nur bedingt ergriffen werden können. Die übrigen Risiken sind in etwa für sich gesehen gleich bedeutsam.

Auf Grundlage unserer Beurteilung der gegenwärtigen Risikosituation und der von uns ergriffenen Maßnahmen sehen wir die Unternehmensfortführung - trotz der o.g. bestehenden grundsätzlichen Risiken - als voraussichtlich gesichert an.

3. Chancenbericht

Das Chancenmanagement der FTI und der FTI-Group steht in Einklang mit der Unternehmensstrategie. Die Verantwortung für das systematische Erkennen und die Nutzung sich bietender Chancen liegt bei dem operativen Management der touristischen Sparten. Aufgabe der Geschäftsführung ist es, die Chancen für die Steigerung der Profitabilität des Unternehmens und der FTI-Group zu erkennen und die Weiterentwicklung der Konzernstruktur nachhaltig abzusichern.

Für das Nutzen von Chancen, die sich aus den wesentlichen Trends ergeben, ist FTI mit seiner Konzernstruktur als vertikal integrierter Touristikkonzern mit Präsenz auf den wesentlichen Stufen der touristischen Wertschöpfungskette grundsätzlich gut aufgestellt.

Operative Chancen

Mit unserem differenzierten Produktangebot und dem weiteren Ausbau der DMCs wollen wir unsere Wettbewerbsposition weiter verbessern. Operative Chancen sehen wir außerdem im Ausbau unseres Content-Geschäfts (Hotelmanagement & Property).

Chancen aufgrund erhaltener Staatshilfen

Mithilfe der erhaltenen Staatshilfen und Gesellschafterbeiträge hat die FTI-Group die Chance erhalten, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Ein Transformationsprogramm wurde 2021 gestartet, welches eine nachhaltige profitable Ausrichtung zum Ziel hat.

Chancen aus den Rahmenbedingungen

Daneben könnten sich aus dem veränderten Wettbewerbsumfeld nach der Coronakrise und nach der 2019 erfolgten Insolvenz des bis dato zweitgrößten Reiseveranstalters Europas in einzelnen Märkten Chancen für FTI ergeben.

Strategische Chancen

Chancen für weiteres organisches Wachstum sehen wir insbesondere im weiteren Ausbau unserer Hotelmanagement-Aktivität.

Sonstige Chancen

Weitere Chancen werden in der Profitabilitätssteigerung einzelner Teilbereiche und Gesellschaften gesehen.

IV. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Im Wesentlichen entstehen bei der Gesellschaft und im FTI-Konzern finanzwirtschaftliche Risiken durch Zahlungsströme in Fremdwährungen sowie Kreditrisiken hinsichtlich Kunden und Lieferanten. Die Zahlungsströme in Auslandswährungen resultieren insbesondere aus dem Einkauf von Hotelzimmern in Destinationen die außerhalb des Euro-Raumes liegen. Zur Begrenzung der Risiken aus Änderungen von Wechselkursen für diese Grundgeschäfte setzt FTI derivative Finanzinstrumente ein, die nicht an Börsen gehandelt werden. Dabei handelt es sich überwiegend um Festpreisgeschäfte (zum Beispiel Termingeschäfte und Swaps). Daneben werden auch im geringeren Umfang Optionsgeschäfte eingesetzt. Der Abschluss dieser Geschäfte erfolgt zu Marktbedingungen mit Anbietern aus dem Finanzsektor, die über eine einwandfreie Bonität verfügen und deren Kontrahentenrisiko regelmäßig überwacht wird.

Die im Geschäftsjahr 2019/2020 und 2020/2021 gewährten Stabilisierungshilfen vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds in Höhe von Mio. EUR 235, Mio. EUR 250 und Mio. EUR 118 und Kreditvereinbarungen mit Banken sehen eine feste Verzinsung vor, Zinsänderungsrisiken ergeben sich insoweit nicht. Die vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds gewährten Stabilisierungshilfen sehen jedoch über die Laufzeit von 6 Jahren eine ansteigende, feste Verzinsung vor, die über die Laufzeit der Stabilisierungsmaßnahme kontinuierlich ansteigende Zahlungsmittelabflüsse zur Bedienung des Zinsendienstes zur Folge haben.

Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite der Bilanz im Wesentlichen die flüssigen Mittel, die Forderungen sowie die Finanzanlagen. Auf der Passivseite entsprechen die Finanzinstrumente den Verbindlichkeiten. Kreditrisiken beziehen sich auf den möglichen Ausfall von Schuldnern und auf eventuelle Bonitätsverschlechterungen. Der Konzern begrenzt dieses Risiko, indem regelmäßig hohe Anforderungen an die finanzielle Solidität der Kontrahenten gestellt werden. Die Außenstände werden dezentral laufend überwacht. Möglichen Ausfallrisiken wird durch Einzelwertberichtigungen und pauschalierte Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das maximale Ausfallrisiko begrenzt sich auf Forderungen und Finanzanlagen und entspricht dem Bilanzansatz dieser Instrumente.

 

München, den 29. April 2022

Ralph Schiller, Geschäftsführer

Sabine Dorn-Aglagul, Geschäftsführerin

Mario Habig , Geschäftsführer

Konzernbilanz zum 31. Oktober 2021

AKTIVA

31.10.2021 31.10.2020
EUR EUR TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst erstellte Software 8.180.578,61 9.709
2. Entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 39.678.498,91 44.030
3. Geschäfts- oder Firmenwerte 56.697.345,31 68.655
4. Geleistete Anzahlungen auf entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 3.745.813,11 2.360
108.302.235,94 124.754
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 201.998.540,83 200.704
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.426.917,36 3.666
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 54.250.236,88 38.213
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 41.231.291,50 38.322
300.906.986,57 280.905
III. Finanzanlagen
1. Anteile an einem herrschenden Unternehmen 6.550.250,00 6.550
2. Anteile an verbundenen Unternehmen 20.022.815,89 20.023
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 2.954.102,03 2.837
4. Beteiligungen 521.920,93 522
5. Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 285.348,24 285
6. Geleistete Anzahlungen auf Anteile an einem herrschenden Unternehmen 357.400,00 358
7. Sonstige Ausleihungen 24.456.631,94 34.574
55.148.469,03 65.149
464.357.691,54 470.808
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
Flugtickets 17.120.094,05 10.123
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 155.956.718,55 68.404
2. Geleistete Anzahlungen an Leistungsträger 93.214.593,84 178.595
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.117.794,93 999
4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 183.181,56 362
5. Sonstige Vermögensgegenstände 106.893.236,91 112.921
357.365.525,79 361.281
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 368.616.882,42 136.994
743.102.502,26 508.398
C. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 38.735.034,76 30.684
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 12.978.386,26 15.671
E. NICHT DURCH EIGENKAPITAL GEDECKTER FEHLBETRAG 219.086.616,96 155.864
1.478.260.231,78 1.181.425

PASSIVA

31.10.2021 31.10.2020
EUR EUR TEUR
A. EIGENKAPITAL
I. Ausgegebenes Kapital
1. Gezeichnetes Kapital 140.912,04 141
2. abzüglich Nennbetrag eigener Anteile -10.737,13 -11
130.174,91 130
II. Kapitalrücklage 0,00 100.000
III. Einlage stiller Gesellschafter mit Eigenkapitalcharakter 0,00 55.000
IV. Gewinnrücklagen
1. Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen 6.550.250,00 6.550
2. Andere Gewinnrücklagen 0,00 54
6.550.250,00 6.604
V. Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung -7.185.975,90 -14.223
VI. Konzernbilanzverlust -218.664.341,19 -316.004
VII. Anteile anderer Gesellschafter 83.275,22 12.629
-219.086.616,96 -155.864
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag (Aktiva E.) 219.086.616,96 155.864
0,00 0
B. UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER KAPITALKONSOLIDIERUNG 12.447.938,57 9.389
C. RÜCKSTELLUNGEN
1. Steuerrückstellungen 10.519.480,15 6.522
2. Sonstige Rückstellungen 120.289.858,63 125.229
130.809.338,78 131.751
D. VERBINDLICHKEITEN
1. Eigenkapitalnahe stille Einlagen mit Verlustbeteiligung 7.895.462,32 0
2. Nachrangige Verbindlichkeiten und stille Einlagen ohne Verlustbeteiligung 324.300.000,00 195.003
3. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 562.741.465,28 569.233
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 168.496.780,93 76.251
5. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 189.707.290,24 126.514
6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.094.686,23 7.118
7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 916.691,90 1.452
8. Sonstige Verbindlichkeiten 34.081.941,46 33.207
1.300.234.318,36 1.008.778
E. PASSIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 8.901.752,03 5.690
F. PASSIVE LATENTE STEUERN 25.866.884,04 25.817
1.478.260.231,78 1.181.425

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. November 2020 bis zum 31. Oktober 2021

2020/2021 Vorjahr
EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 1.572.351.970,91 1.567.254
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 5.685.473,61 5.765
3. Sonstige betriebliche Erträge 49.856.430,85 47.164
4. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.234.139.991,87 -1.264.558
5. Personalaufwand -149.046.405,01 -193.505
a) Löhne und Gehälter -124.033.296,11 -165.616
b) Soziale Abgaben -25.013.108,90 -27.890
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -41.663.113,19 -48.697
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -436.682.576,10 -416.639
8. Beteiligungsergebnis 314.771,36 -1.490
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.409.708,20 3.251
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen -197.598,83 -12.750
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -42.135.951,18 -23.470
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -6.460.665,93 -8.210
13. Ergebnis nach Steuern -280.707.947,18 -345.885
14. Sonstige Steuern -2.346.972,86 -1.664
15. Verlustbeteiligung des stillen Gesellschafters 157.104.537,68 0
16. Konzernjahresfehlbetrag -125.950.382,36 -347.549
17. Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 1.796.369,60 2.751
18. Konzernjahresergebnis -124.154.012,76 -344.798
19. Verlustvortrag (Vorjahr: Gewinnvortrag) -316.004.444,56 20.904
20. Auflösung Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen 0,00 7.890
21. Entnahmen aus der Kapitalrücklage 221.440.500,00 0
22. Entnahmen aus anderen Gewinnrücklagen 53.616,13 0
23. Konzernbilanzverlust -218.664.341,19 -316.004

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. November 2020 bis zum 31. Oktober 2021

2020/2021 Vorjahr
TEUR TEUR
Konzernjahresfehlbetrag -125.950 -347.549
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 41.861 61.447
Ansatz (-) / Auflösung (+) aktiver latenter Steuern 2.693 3.754
Ansatz (+) / Auflösung (-) passiver latenter Steuern -1.074 -320
Zu-/Abnahme von Rückstellungen -2.583 -32.758
Ertrag aus Verlustbeteiligung des stillen Gesellschafters -157.105 0
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) und Erträge (-) -18.369 1.608
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Anlagevermögen -1.385 -17.116
Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 14.431 157.185
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 166.140 -430.520
Zinsaufwendungen/Zinserträge 40.727 20.220
Ertragsteueraufwand/-ertrag 6.461 8.210
Ertragsteuerzahlungen -844 -5.394
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -34.997 -581.233
Einzahlungen aus dem Abgang von Anlagevermögen 4.449 69.330
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Anlagen und Sachanlagen -44.907 -23.662
Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen -406 -744
Einzahlungen aus Ausleihungen und anderen Finanzanlagen 2.685 3.189
(Netto-) Zahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 -3.043
Auszahlungen für Erwerb von Minderheitenanteilen -8.378 0
Erhaltene Zinsen 1.409 3.251
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -45.148 48.321
Einzahlung aus nachrangigem Fremdkapital 184.300 140.000
Einzahlung aus der Aufnahme von Darlehen bei Kreditinstituten 0 331.891
Auszahlungen aus der Tilgung von Darlehen bei Kreditinstituten -6.492 0
Gezahlte Zinsen -42.136 -23.471
Einzahlungen stiller Gesellschafter 165.000 35.000
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von anderen Gesellschaftern 10.000 70.000
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 310.672 553.420
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 230.527 20.508
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 136.994 116.960
Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 1.096 -474
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 368.617 136.994

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung zum 31. Oktober 2021

Ausgegebenes Kapital
Gezeichnetes Kapital Eigene Anteile
TEUR TEUR
Stand zum 1. November 2019 141 -11
Währungsumrechnungsdifferenzen
Stille Gesellschaftereinlagen
Kapitalrücklage
Konzernjahresfehlbetrag
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter
Auflösung Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen
Stand zum 31. Oktober 2020 141 -11
Stand zum 1. November 2020 141 -11
Währungsumrechnungsdifferenzen
Stille Gesellschaftereinlagen
Kapitalrücklage
Konzernjahresfehlbetrag
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter
Auflösung Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen
Entnahme aus der Kapitalrücklage
Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen
Stand zum 31. Oktober 2021 141 -11
Rücklagen
Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
Einlage stiller Gesellschafter mit Eigenkapitalcharakter Rücklage für Anteile am herrschenden Unternehmen
TEUR TEUR TEUR
Stand zum 1. November 2019 30.000 0 14.440
Währungsumrechnungsdifferenzen
Stille Gesellschaftereinlagen 55.000
Kapitalrücklage 70.000
Konzernjahresfehlbetrag
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter
Auflösung Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen -7.890
Stand zum 31. Oktober 2020 100.000 55.000 6.550
Stand zum 1. November 2020 100.000 55.000 6.550
Währungsumrechnungsdifferenzen
Stille Gesellschaftereinlagen 55.000 -55.000
Kapitalrücklage 66.441
Konzernjahresfehlbetrag
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter
Auflösung Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen
Entnahme aus der Kapitalrücklage -221.441
Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen
Stand zum 31. Oktober 2021 0 0 6.550
Rücklagen
Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung Konzernbilanzgewinn/-verlust
TEUR TEUR TEUR
Stand zum 1. November 2019 54 -19.475 20.904
Währungsumrechnungsdifferenzen 5.252
Stille Gesellschaftereinlagen
Kapitalrücklage
Konzernjahresfehlbetrag -347.549
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 2.751
Auflösung Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen 7.890
Stand zum 31. Oktober 2020 54 -14.223 -316.004
Stand zum 1. November 2020 54 -14.223 -316.004
Währungsumrechnungsdifferenzen 7.037
Stille Gesellschaftereinlagen
Kapitalrücklage
Konzernjahresfehlbetrag -125.950
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 1.795
Auflösung Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen
Entnahme aus der Kapitalrücklage 221.441
Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen -54 54
Stand zum 31. Oktober 2021 0 -7.186 -218.664
Anteile anderer Gesellschafter Konzerneigenkapital
TEUR TEUR
Stand zum 1. November 2019 15.380 61.433
Währungsumrechnungsdifferenzen 5.252
Stille Gesellschaftereinlagen 55.000
Kapitalrücklage 70.000
Konzernjahresfehlbetrag -347.549
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter -2.751 0
Auflösung Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen 0
Stand zum 31. Oktober 2020 12.629 -155.864
Stand zum 1. November 2020 12.629 -155.864
Währungsumrechnungsdifferenzen 7.037
Stille Gesellschaftereinlagen 0
Kapitalrücklage 66.441
Konzernjahresfehlbetrag -125.950
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter -12.546 -10.751
Auflösung Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen 0
Entnahme aus der Kapitalrücklage 0
Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen 0
Stand zum 31. Oktober 2021 83 -219.087

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. November 2020 bis zum 31. Oktober 2021

Vorbemerkung

Die FTI Finanzholding GmbH, Planegg, hält - unter Berücksichtigung der von der FTI Touristik GmbH selbst gehaltenen eigenen Anteile - sämtliche Anteile an der FTI Touristik GmbH, München. Über die FTI Finanzholding GmbH gehören die FTI und ihre Tochterunternehmen zum Konzern der SOSTNT Luxembourg S.à r.l., Luxemburg.

1. Allgemeine Angaben

Der Konzernabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewandt.

Die FTI Touristik GmbH mit Sitz in München ist im Handelsregister des Amtsgericht München unter der Nummer HRB 71745 eingetragen. Sie ist das Mutterunternehmen der FTI-Gruppe.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, insgesamt im Konzernanhang aufgeführt. Soweit einzelne Posten in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst werden, erfolgt eine Aufgliederung im Konzernanhang. Zudem sind branchenspezifische Posten ergänzt worden.

Das Geschäftsjahr der Gesellschaft umfasst den Zeitraum vom 1. November bis zum 31. Oktober des Folgejahres.

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. November 2020 bis zum 31. Oktober 2021 wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie wird für FTI, ebenso wie für viele andere Unternehmen insbesondere aus der Touristikbranche, eine potenzielle Bestandsgefährdung begründet, da aktive risikobegrenzende Maßnahmen seitens FTI nur bedingt ergriffen werden können. Hinsichtlich der Darstellung der diesbezüglichen Risiken verweisen wir namentlich auf die Ausführungen im Abschnitt "III. 2. Risikobericht" des Konzernlageberichts unter dem Punkt "Unternehmensfortführung". Auf Grundlage unserer Beurteilung der gegenwärtigen Risikosituation und der von uns ergriffenen Maßnahmen sehen wir die Unternehmensfortführung - trotz der bestehenden grundsätzlichen Risiken - als voraussichtlich gesichert an.

Konzernverhältnisse

In den Konzernabschluss werden zusammen mit dem Mutterunternehmen FTI Touristik GmbH, München, 106 Unternehmen im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen. Fünf assoziierte Unternehmen sind at equity bewertet. Vier Tochterunternehmen sind wegen ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung nicht konsolidiert bzw. zu Anschaffungskosten bilanziert.

Eine Aufstellung des Anteilsbesitzes ist diesem Konzernanhang als Anlage C beigefügt.

Veränderungen im Konsolidierungskreis

Folgende Unternehmen sind im Geschäftsjahre 2020/2021 aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden bzw. wurden verschmolzen oder liquidiert:

fly GmbH, München

touristic24 GmbH, Berlin

MP PROPERTY III TURİZM VE OTELCİLİK ANONİM ȘİRKETİ, Türkei

Meeting Point Holdings Gambia Ltd., Fajara, Gambia

Meeting Point Investment Avocado Ltd., Fajara, Gambia

Meeting Point Investment Baobab Ltd., Fajara, Gambia

Cactus Hotel Management S.L.U., Las Palmas, Spanien

Auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergaben sich dadurch keine wesentlichen Auswirkungen.

Für folgende Tochtergesellschaften werden die Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen:

LAL Sprachreisen GmbH, München

Kairaba Lounge GmbH, München

5 vor Flug GmbH, München

Meeting Point International GmbH, München

LAL Holding GmbH, München

sonnenklar Reisebüro GmbH, München

FTI Flight Trading GmbH, München

Travianet GmbH, Deggendorf

FTI Distribution Holding GmbH, München

FTI Cruises GmbH, München

FTI Services Holding GmbH, München

Meeting Point Hotelmanagement Holding GmbH, München

Windrose Finest Travel GmbH, Berlin

Travelco Holding GmbH, Berlin

FTI Ticketshop GmbH, München

Für die LLM Last Media GmbH & Co. KG, Berlin, werden die Befreiungsmöglichkeiten nach § 264b HGB in Anspruch genommen.

2. Bilanzierung- und Bewertungsmethoden

Im Konzernabschluss sind die Jahresabschlüsse des Mutterunternehmens sowie der übrigen einbezogenen Konzernunternehmen nach den Grundsätzen des § 297 ff. HGB zusammengefasst. Die Jahresabschlüsse bzw. die zu Zwecken der Konzernrechnungslegung erstellten Reporting Packages sind nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften einheitlich nach den bei der FTI Touristik GmbH geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Aufgrund der Zugehörigkeit des FTI Touristik GmbH zum Konzern der SOSTNT Luxembourg S.à r.l., Luxemburg, werden Beteiligungen an (TEUR 20.000; Vorjahr: TEUR 20.000), Forderungen gegen (TEUR 1.118; Vorjahr: TEUR 999) und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften dieses Konzerns (TEUR 12.095; Vorjahr: TEUR 7.118) als verbunden in der Bilanz unter Anpassung der Vorjahresangaben ausgewiesen.

Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden planmäßig linear über deren geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Die geschätzten Nutzungsdauern liegen zwischen fünf und 13 Jahren. Die Nutzungsdauern wurden individuell bei Erwerb der Gesellschaften festgelegt und basieren auf der zum damaligen Zeitpunkt getroffenen Einschätzung über den Nutzen der jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwerte für den Konzern. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn der Buchwert über dem niedrigeren beizulegenden Wert liegt.

Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit ihren Herstellungskosten aktiviert, sofern mit deren Herstellung nach dem 1. Oktober 2009 begonnen wurde. In die Herstellungskosten werden keine Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie keine Zinsen für Fremdkapital einbezogen. Sie betreffen eigenerstellte Software. Planmäßige Abschreibungen erfolgen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von in der Regel fünf Jahren linear. Sofern erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Auch entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden nach der linearen Methode abgeschrieben. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt zwischen drei und acht Jahren. Sofern erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten bewertet und, sofern abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Für Gebäudeabschreibungen gilt eine 30- bis 50-jährige Nutzungsdauer. Mietereinbauten werden über die Mietvertragsdauern von fünf bis zwölf Jahren, die übrige Betriebs- und Geschäftsausstattung über drei bis 13 Jahre abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von EUR 250 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und unter den Abgängen erfasst. Geringwertige Wirtschaftsgüter ab einem Wert von EUR 250 bis zu einem Wert von EUR 1.000 werden in einen Sammelposten eingestellt, über fünf Jahre linear abgeschrieben und dann als Abgang erfasst. Die Erstausstattungen des Betriebskindergartens/-kindertagesstätte am Standort München sowie des durch die Kairaba Lounge GmbH, München, betriebenen Betriebsrestaurants, ebenfalls am Standort München, wurden aus Vereinfachungsgründen gemäß § 240 Abs. 3 HGB zu Festwerten angesetzt.

Anteile an aus Wesentlichkeitsgründen nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen, Beteiligungen sowie Ausleihungen und geleistete Anzahlungen werden zu Anschaffungskosten bzw. mit den zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Vorräte (Flugtickets) werden zu Anschaffungskosten bewertet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Möglichen Ausfallrisiken wird durch Einzelwertberichtigungen und pauschalierte Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Guthaben bei Kreditinstituten und die Kassenbestände wurden zum Nenn- bzw. Nominalwert angesetzt.

Als Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Stille Einlagen werden zunächst mit dem Nominalwert angesetzt. Etwaige Gewinn- oder Verlustteilnahmen werden in der Folgebewertung dem Nominalwert hinzugerechnet oder mindern diesen. Der Ausweis der stillen Einlagen erfolgt entsprechend der vertraglichen Ausgestaltung innerhalb des Eigenkapitals oder als Fremdkapital unter den Verbindlichkeiten. Die Qualifizierung erfolgt dabei auf Basis einer Rechnungslegungsstellungnahme des Instituts der Wirtschaftsprüfer aus dem Jahre 1994. Demnach waren die Voraussetzungen des Eigenkapitalausweises für die stillen Einlagen der Gesellschafterin zum Bilanzstichtag 31. Oktober 2020 erfüllt. Für die stille Einlage des Wirtschaftsstabilisierungsfonds waren trotz langfristiger Überlassung und Verlustteilnahme diese Bedingungen zum Bilanzstichtag 31. Oktober 2021 nicht erfüllt, weswegen die Beteiligung unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen wird.

Der passive Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung wird im Rahmen der Erstkonsolidierung angesetzt, soweit die zu Zeitwerten bewerteten Vermögenswerte und Schulden die Anschaffungskosten übersteigen. Passivische Unterschiedsbeträge, die in Zusammenhang mit der Auflösung stiller Reserven durch Ansatz der beizulegenden Zeitwerte beim Grund und Boden und Gebäuden im Rahmen der Neubewertungsmethode entstanden sind, werden, soweit auf abnutzbares Anlagevermögen entfallend, über deren geschätzte Nutzungsdauer linear aufgelöst.

Latente Steuern werden für zeitliche, sich in der Zukunft voraussichtlich umkehrende Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen und für steuerliche Verlustvorträge gebildet, soweit dies nach § 274 HGB zulässig bzw. erforderlich ist. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden in Höhe der innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erwartenden Verlustverrechnung berücksichtigt. Latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen (§ 306 HGB) werden unter Anwendung der unternehmensindividuellen Steuersätze im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen von 33 % (Deutschland) bzw. 20 % bis 35 % (Ausland) gebildet. Aktive und passive latente Steuern wurden im Konzernabschluss nicht verrechnet.

Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre gem. RückAbzinsV abgezinst. Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeitverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Entsprechend werden die Verpflichtungen und der Aktivwert der Rückdeckungsversicherung sowie die damit in Zusammenhang stehenden Aufwendungen und Erträge nach § 246 Abs. 2 HGB saldiert ausgewiesen. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung.

Die Steuerrückstellungen und alle sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden entsprechend § 253 Abs. 2 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, wie er von der Deutschen Bundesbank nach RückAbzinsV ermittelt wurde, abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden für Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Bei Restlaufzeiten größer einem Jahr wird das Imparitäts-, Realisations- und Anschaffungskostenprinzip beachtet.

Gemäß § 254 HGB werden Sicherungsgeschäfte zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme (sogenannte antizipative Cashflow-Hedges) mit den zugrundeliegenden, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Grundgeschäften zusammengefasst und bewertet. Die bilanzielle Abbildung der wirksamen Teile der antizipativen Bewertungseinheiten erfolgt anhand der Einfrierungsmethode, wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden. Bei Bewertungseinheiten auf Basis der Absicherung bestehender Grund- und Sicherungsgeschäfte werden die wirksamen Teile der Grund- und Sicherungsgeschäfte unter der Anwendung der Durchbuchungsmethode bilanziert.

Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt nach Erbringung der Lieferung oder Leistung und damit mit dem Gefahrenübergang. Umsatzerlöse aus dem Veranstaltergeschäft und Flugumsätze werden zum Zeitpunkt des Reiseantritts, d.h. bei Abreise des Reisegasts, erfasst. Die übrigen Umsatzerlöse werden bei Inanspruchnahme der Leistung bzw. Abnahme der Lieferung oder bei Vermittlungsleistungen frühestens bei Kundenbuchung bzw. spätestens bei Reiseantritt erfasst.

Außer den Eigenleistungen für selbsterstellte Software (siehe oben) werden Eigenleistungen auch in Zusammenhang mit der Einführung von neuen fremderstellten Softwaresystemen erbracht. Diese Eigenleistungen werden in Höhe der direkt zurechenbaren Einzel- und Gemeinkosten angesetzt und als Anschaffungsnebenkosten im Posten "Entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte" ausgewiesen. Allgemeine Verwaltungskosten und Finanzierungszinsen werden dabei nicht einbezogen.

Zuwendungen und Zuschüsse der öffentlichen Hand werden, sofern sie nicht konkrete Vermögensgegenstände betreffen, mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Im Geschäftsjahr 2020/2021 betraf dies die Erstattungen seitens der Agentur für Arbeit im Zusammenhang mit der temporären Kurzarbeit von FTI-Mitarbeitern. Der Anspruch auf Corona-bezogene Finanzhilfe (Unterstützungshilfe III) wurde in Höhe des als hinreichend sicher erachteten Betrags aktiviert und erfolgswirksam erfasst.

Beteiligungserträge von Kapitalgesellschaften werden erfasst, wenn der zugrunde liegende Abschluss festgestellt und die Ausschüttung beschlossen wurde. Gewinnanteile aus Beteiligungen an Personenhandelsgesellschaften werden erfasst, wenn der Anspruch hinreichend konkretisiert ist.

In Zusammenhang mit dem Geschäftsjahr 2011/2012 eingeführten Management-Beteiligungsprogramm, für das ggf. eine Kapitalerhöhung erfolgen soll, ordnet FTI die Optionsgewährung der Gesellschaftersphäre zu. Dementsprechend wird bei Einräumung der Optionen kein Personalaufwand gebucht.

Konsolidierungsmethoden

Die Erstkonsolidierung des Eigenkapitals erfolgte bis zum 30. September 2009 nach der Buchwertmethode zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile oder zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung. Seit dem 1. Oktober 2009 erfolgt die Erstkonsolidierung erstmals in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen nach der Neubewertungsmethode und zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile. Entstehende aktivische Unterschiedsbeträge werden grundsätzlich den Vermögensgegenständen und Schulden in Höhe der identifizierten stillen Reserven und Lasten zugeordnet. Danach verbleibende Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwerte aktiviert und planmäßig linear abgeschrieben, oder als Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung passiviert bzw. ergebniswirksam vereinnahmt. Der Abschreibungszeitraum für Geschäfts- oder Firmenwerte wird individuell festgelegt; passive Unterschiedsbeträge werden -sofern diese auf einem günstigen Kauf beruhen- über die geplante Restnutzungsdauer der erworbenen abnutzbaren Vermögensgegenstände aufgelöst. Sofern ein nicht abnutzbarer Vermögensgegenstand zugrunde liegt, erfolgt keine planmäßige Vereinnahmung.

Die Anteile assoziierter Unternehmen werden at equity mit dem Buchwert zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung erfasst. Die Bewertung der Anteile zum Bilanzstichtag erfolgt zum anteiligen Eigenkapital, erhöht oder vermindert um die anteiligen Ergebnisse, vermindert um die planmäßige bzw. außerplanmäßige Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte, Auflösung passivischer Unterschiedsbeträge und die Gewinnausschüttungen.

Die Positionen der auf Fremdwährung lautenden Jahresabschlüsse einbezogener Gesellschaften werden nach der modifizierten Stichtagskursmethode in Euro umgerechnet. Dies bedeutet, dass die Umrechnung der Positionen der Bilanz, mit Ausnahme des Eigenkapitals und der Anteile an verbundenen Unternehmen, zum Abschlussstichtagskurs erfolgt. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Das Eigenkapital sowie der Anteilsbesitz werden zum historischen Kurs bei Erstkonsolidierung umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung des Eigenkapitals zu historischen Kursen und aus der Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung zu Jahresdurchschnittskursen werden im Eigenkapital in einem gesonderten Posten aus der Währungsumrechnung verrechnet.

Die sich aus der Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zu dem in der Regel vom Stichtagskurs abweichenden Jahresdurchschnittskurs ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam als sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen erfasst.

Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Währungsdifferenzen aus der Schuldenkonsolidierung werden sofort erfolgswirksam verrechnet. Konzerninterne Umsatzerlöse und andere konzerninterne Erträge werden mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet.

3. Erläuterungen zum Konzernabschluss

Anlagevermögen

Die Zusammensetzung des Anlagevermögens sowie die Entwicklung der einzelnen Posten sind im Anlagengitter (Anlage A zum Konzernanhang) dargestellt.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Die selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände betreffen die Eigenleistungen für neue Software. Zum 31. Oktober 2021 sind selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 8.181 aktiviert.

Unter den immateriellen Vermögensgegenständen sind Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 56.697 (Vorjahr: TEUR 68.655) aktiviert.

Unter den Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände sind die Anzahlungen für neue touristische Vorsysteme sowie die von FTI erbrachten Eigenleistungen im Rahmen der Einführung/Entwicklung dieser Softwaresysteme erfasst.

Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 910 auf immaterielle Vermögensgegenstände vorgenommen.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen von TEUR 55.148 (Vorjahr: TEUR 65.149) enthalten überwiegend die Anteile an verbundenen Unternehmen, an Beteiligungen und assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 23.499 und sonstige Ausleihungen in Höhe von TEUR 24.457. Zudem sind in den Finanzanlagen Anteile an einem herrschenden Unternehmen in Höhe von TEUR 6.550 ausgewiesen, für die eine entsprechende Rücklage unter den Gewinnrücklagen gebildet ist.

Vorräte

Die Vorräte beinhalten Flugtickets für Reiseleistungen im Geschäftsjahr 2021/2022.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.10.2021 31.10.2020
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 155.957 68.404
Geleistete Anzahlungen an Leistungsträger 93.215 178.595
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.118 999
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 183 362
Sonstige Vermögensgegenstände 106.893 112.921
357.366 361.281

Bei den geleisteten Anzahlungen an Leistungsträger handelt es sich um Anzahlungen und Depositzahlungen an Hoteliers und Charterfluggesellschaften, um Kontingente zu sichern oder verbesserte Zahlungsbedingungen sowie zusätzliche Preisnachlässe zu erhalten.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten mit TEUR 26.346 (Vorjahr: TEUR 24.517) Erstattungsansprüche aus Umsatz- und Ertragsteuern, Forderungen aus Werbekostenzuschüssen und Marketingerträgen mit TEUR 888 (Vorjahr: TEUR 1.218), sonstige Zuschüsse mit TEUR 9.783 (Vorjahr: TEUR 7.716) und Provisionsansprüche mit TEUR 1.645 (Vorjahr: TEUR 2.310). Außerdem sind mit TEUR 21.067 (Vorjahr: TEUR 26.752) geleistete Hotelkautionen enthalten. Zusätzlich und als Besonderheit für das Jahr Geschäftsjahr 2020/2021 ist noch eine staatliche Corona-bezogene Finanzhilfe (Unterstützungshilfe III) in Höhe von TEUR 16.546 enthalten.

Von den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen haben die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 21.067 (Vorjahr: TEUR 26.752) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Liquide Mittel

Zum Stichtag 31.10.2021 bestanden im Konzern liquiditätsgedeckte Aval- und Garantieverbindlichkeiten in Höhe von 217,7 Mio. EUR. Davon waren 112,3 Mio. EUR für den Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF) gemäß dem Absicherungsvertrag für Kundengeldabsicherung nach § 2 RSG hinterlegt. Weitere 10,0 Mio. CHF (ca. 9,4 Mio. EUR) waren für die analog § 651k BGB gesetzlich vorgeschriebene Kundengeldabsicherung (Insolvenzversicherung) der FTI Touristik AG, Schweiz vorgesehen. Für sonstige Sicherheitsleistungen gegenüber Vermietern und Lieferanten der FTI Touristik GmbH und ihrer Tochtergesellschaften bestanden weitere Avale und Garantien in Höhe von rund 100,0 Mio. EUR. Inanspruchnahmen können die Hinterlegung aufgrund saisonaler Schwankungen überschreiten. 62,5 Mio. EUR wurden kurz nach dem Bilanzstichtag wieder freigegeben, so dass über diese wieder uneingeschränkt verfügt werden konnte.

Latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern betragen TEUR 12.978; davon betreffen TEUR 11.377 aktive latente Steuern auf vorhandene steuerliche Verlustvorträge im In- und Ausland, die gemäß § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 274 Abs. 1 HGB unter Anwendung unternehmensindividueller Steuersätze ermittelt werden, und ansonsten temporäre Differenzen zwischen Steuerbilanz und Handelsbilanz.

1.11.2020 Veränderung 31.10.2021
TEUR TEUR TEUR
Aktive latente Steuern 15.671 -2.693 12.978
Passive latente Steuern 25.817 +50 25.867

Die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge ergeben sich bei Berücksichtigung der kaufmännischen Vorsicht und unter Zugrundelegung des Geschäftsverlaufs und der Ertragssituation des Konzerns aus der mittelfristigen Fünf-Jahres-Planung des FTI-Konzerns. Die von der 5-Jahres-Planung abgeleitete Steuerplanung berücksichtigt, dass Zinsaufwendungen aus den diversen Finanzierungsmaßnahmen aufgrund der Zinsschranke nur im eingeschränkten Umfang abzugsfähig sind.

Der Aktivierung latenter Steuern liegen die folgenden steuerlichen Verlustvorträge zugrunde:

• Körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Deutschland: Mio. EUR 556
• Gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Deutschland: Mio. EUR 549
• Ertragsteuerliche Verlustvorträge im Ausland. Mio. EUR 218

Von den passiven latenten Steuern von TEUR 25.867 sind TEUR 23.390 auf unterschiedliche Wertansätze von Immobilien zurückzuführen. Zusätzliche TEUR 1.394 resultieren aus der Neubewertung immaterieller Vermögensgegenstände und Auftragsbestände im Rahmen der Erstkonsolidierung der in Abschnitt 1. genannten Unternehmen. Weitere TEUR 293 sind auf die abweichende Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden in fremder Währung angesetzt. Der verbleibende Betrag von TEUR 790 entfällt auf sonstige unterschiedliche Wertansätze.

Der Ausweis der latenten Steuern erfolgt in der Bilanz unsaldiert in den Posten aktive latente Steuern bzw. passive latente Steuern.

Eigenkapital

Das Stammkapital des Mutterunternehmens beträgt nominal DM 275.600,00 (entsprechend EUR 140.912,04) und ist unverändert zum Vorjahr. Hiervon werden die von der Gesellschaft selbst gehaltenen Anteile in Höhe von nominal DM 21.000,00 (entsprechend: EUR 10.737,13) offen abgesetzt.

Die im Vorjahr im Eigenkapital ausgewiesenen stillen Einlagen der Gesellschafterin über TEUR 55.000 waren nachrangig und am Verlust beteiligt; sie wurden zum 1. November 2020 in Kapitalrücklagen gewandelt. Außerdem wurden weitere Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 56.441 zum 1. November 2020 in Kapitalrücklagen gewandelt. Daneben wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 10.000 geleistet. Im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens wurden die gesamten Kapitalrücklagen in Höhe von TEUR 221.441 und andere Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 54 aufgelöst.

Der Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung ist im Berichtsjahr um TEUR 3.059 im Zuge des Erwerbs der Minderheitenanteile eines bereits vollkonsolidierten Unternehmens gestiegen.

Rückstellungen

In den sonstigen Rückstellungen sind als wesentliche Posten Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, Personal- und Provisionsverpflichtungen sowie Drohverluste enthalten; sie betreffen im Einzelnen:

31.10.2021 31.10.2020
TEUR TEUR
Ausstehende Rechnungen 99.873 103.255
Provisionen 6.253 3.404
Personalrückstellungen 9.043 13.026
Drohverluste 575 1.312
Übrige 4.546 4.232
120.290 125.229

Verbindlichkeiten

31.10.2021 31.10.2020
TEUR TEUR
Eigenkapitalnahe stille Einlagen mit Verlustbeteiligung 7.895 0
Nachrangige Verbindlichkeiten und stille Einlagen ohne Verlustbeteiligung 324.300 195.003
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 562.741 569.233
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 168.497 76.251
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 189.707 126.514
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.095 7.118
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 917 1.452
Sonstige Verbindlichkeiten 34.082 33.207
1.300.234 1.008.778

Die eigenkapitalnahen stillen Einlagen mit Verlustbeteiligung wurden vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds gewährt. Vom Gesamtbetrag von TEUR 250.000 waren zum Abschlussstichtag TEUR 165.000 abgerufen. Durch die vereinbarte Verlustbeteiligung reduzierte sich der Buchwert zum 31.10.2021 auf TEUR 7.895.

Zum 31.10.2021 bestehen die nachrangigen Verbindlichkeiten und stillen Einlagen ohne Verlustbeteiligung aus zwei vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds ausgereichten nachrangigen Darlehen mit Gesamtvolumina von TEUR 235.000 bzw. TEUR 118.000, deren Inanspruchnahmen sich zum Abschlussstichtag auf TEUR 235.000 (Vorjahr: TEUR 140.000) bzw. TEUR 89.300 (Vorjahr: TEUR 0) belaufen. Im Vorjahr waren zusätzlich vom Gesellschafter gewährte stille Einlagen über TEUR 55.003 enthalten, die im Geschäftsjahr 2020/2021 in Kapitalrücklagen umgewandelt wurden.

Von den oben aufgeführten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen TEUR 280.000 ein Darlehen, welches zu 90 % durch eine Bundesbürgschaft und eine Bürgschaft des Freistaates Bayern abgesichert ist.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen TEUR 571 (Vorjahr: TEUR 0) den Gesellschafter.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Steuern von TEUR 13.666 (Vorjahr: TEUR 10.228) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von TEUR 2.254 (Vorjahr: TEUR 2.324).

Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten sowie eingeräumte Sicherheiten sind dem als Anlage B zum Konzernanhang beigefügten Verbindlichkeitenspiegel zu entnehmen.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Für die Erfüllung des Unternehmenszwecks hat der FTI-Konzern diverse Leasingverträge über Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie einen Mietvertrag über ein Bürogebäude abgeschlossen. Bei den Leasingverträgen handelt es sich ausschließlich um Operating-Leasingverträge. Der Vorteil von Leasing- bzw. Mietverträgen gegenüber im Eigentum befindlicher, angeschaffter Betriebs- und Geschäftsausstattung bzw. Bürogebäuden liegt im konstanten Cash-Outflow anstelle einer hohen Anfangsinvestition. Das wesentliche Risiko langfristiger Leasing- und Mietverträge liegt in einem potenziellen Rückgang der Leasingraten für vergleichbare Objekte sowie in den aufgrund des Finanzierungsmodells grundsätzlich höheren Gesamtkosten.

Zwei bzw. drei Jahre nach Abschluss der Leasingverträge bestehen i.d.R. Kündigungsrechte. Die Grundlaufzeit des Mietvertrags für das Bürogebäude begann im April 2010, ist über zwölf Jahre fest geschlossen und kann von FTI einseitig vor Ablauf von zwölf Jahren um fünf Jahre verlängert werden. Die daraus resultierenden finanziellen Verpflichtungen sind in der unten angegebenen Aufstellung enthalten.

Der Gesamtbetrag der Verpflichtungen beträgt TEUR 734.009 (31. Oktober 2020: TEUR 507.622) und beinhaltet finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen bzw. Pachtverträge für Hotels, Charterverträgen sowie aus Verträgen mit Hoteliers zur Sicherung von Bettenkontingenten (sog. Commitments).

Die finanziellen Verpflichtungen entfallen wie folgt auf die einzelnen Jahre:

in TEUR 2021/2022 2022/2023 2023/2024
Mieten/Pachten 60.057 65.709 65.484
Leasing 8.491 3.537 2.862
Commitments 222.029 1.077 1.077
Gesamt 290.577 70.323 69.423
in TEUR 2024/2025 2025/2026 2026/2027 und später Total
Mieten/Pachten 65.209 65.209 158.805 480.473
Leasing 2.753 2.699 4.123 24.465
Commitments 1.077 1.077 2.734 229.071
Gesamt 69.039 68.985 165.662 734.009

Gegenüber verbundenen Unternehmen, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen sind, bestehen zum Stichtag keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen.

Umsatzerlöse

Die Umsätze setzen sich wie folgt zusammen:

2020/2021 2019/2020
TEUR TEUR
Veranstaltererlöse 1.517.643 1.450.473
Flugumsätze 19.150 69.461
Provisionserlöse 18.129 28.886
Sonstige 17.430 18.434
1.572.352 1.567.254

Geografisch entfallen die erzielten Umsätze mit 75,69 % auf Deutschland, mit 3,92 % auf die Vereinigten Arabischen Emirate und mit 5,71 % auf die Schweiz; 14,67 % der Umsätze entfallen auf andere Länder.

Unter den sonstigen Umsatzerlösen werden unter anderem ausgewiesen: Werbekostenzuschüsse TEUR 540 (Vorjahr: TEUR 1.547), Katalogkostenzuschüsse TEUR 542 (Vorjahr: TEUR 885), Reklamationserträge TEUR 491 (Vorjahr: TEUR 1.039), Erträge aus Marketing TEUR 1.401 (Vorjahr: TEUR 4.692), Mieterträge TEUR 53 (Vorjahr: TEUR 133), Direktverrechnungserträge TEUR 1.177 (Vorjahr: TEUR 1.459) sowie übrige Erträge TEUR 13.202 (Vorjahr: TEUR 10.476).

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 49.856 (Vorjahr: TEUR 47.164) enthalten in Höhe von TEUR 16.546 (Vorjahr: TEUR 0) beantragte Unterstützungsleistungen aus Überbrückungshilfe III, Gewinne aus dem Abgang von Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 2.640 (Vorjahr: TEUR 19.835), Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 5.779 (Vorjahr: TEUR 11.548) sowie Kostenweiterbelastungen und andere Erträge. Dabei sind die Erträge aus Überbrückungshilfe und anderen ausländischen Hilfen in Höhe von insgesamt Mio. EUR 23,3 als außergewöhnlich im Sinne von § 314 Abs. 1 Nr. 23 HGB anzusehen.

Materialaufwand

Die ausgewiesenen Materialaufwendungen von TEUR 1.234.140 (Vorjahr: TEUR 1.264.558) umfassen im Wesentlichen Aufwendungen für Reisevorleistungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 436.683 (Vorjahr: TEUR 416.639) umfassen im Wesentlichen Provisions-, Werbe- und Druckkosten für die Katalogproduktion sowie Aufwendungen aus der Währungsumrechnung TEUR 14.993 (Vorjahr: TEUR 35.751), Verwaltungsaufwendungen und Wertberichtigungen Onur Air. Dabei qualifizieren sich neben den gebildeten Risikovorsorgen und Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt Mio. EUR 95,6 die Restrukturierungsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen über Mio. EUR 9,1 als außergewöhnlich im Sinne von § 314 Abs. 1 Nr. 23 HGB.

Periodenfremdes Ergebnis

2020/2021 2019/2020
TEUR TEUR
Periodenfremde Erträge 6.828 2.129
Periodenfremde Aufwendungen -20.132 -5.203
-13.304 -3.074

Das Ergebnis aus periodenfremden Erträgen und Aufwendungen ist i.W. auf Auflösungen von Rückstellungen, Gutschriften für im Vorjahr eingegangene Rechnungen und verjährte Verbindlichkeiten sowie Aufwand aus Nachbelastungen zurückzuführen.

Zinsergebnis

2020/2021 2019/2020
TEUR TEUR
Zinsen und ähnliche Erträge 1.410 3.251
davon aus der Abzinsung 0 0
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -42.136 -23.471
davon aus der Aufzinsung -15 -8
-40.726 -20.220

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen die - unter Berücksichtigung der steuerlichen Organschaft, die die FTI Touristik GmbH mit ihren deutschen Tochterunternehmen bildet - errechneten Ertragsteuern für das Geschäftsjahr sowie die Ertragsteuern ausländischer Tochterunternehmen. Aus den latenten Steuern ergibt sich ein Aufwand von TEUR 2.642 (Vorjahr: Aufwand TEUR 3.434), der auf die latente Steuer auf Verlustvorträge sowie Unterschiede der Handelsbilanz zur Steuerbilanz zurückzuführen ist.

4. Sonstige Angaben

Kapitalflussrechnung

Der Finanzmittelfonds entspricht den in der Konzernbilanz ausgewiesenen Flüssigen Mitteln. Hiervon sind insgesamt Mio. EUR 217,7 (Vorjahr: Mio. EUR 23,9) in Form von Barhinterlegungen gebunden bzw. zu Sicherungszwecken abgetreten und unterliegen daher Verfügungsbeschränkungen für den Konzern.

Der Gesamtbetrag der Zinszahlungen im Geschäftsjahr 2020/2021 beträgt TEUR 42.136 (Vorjahr: TEUR 23.471). Der Gesamtbetrag der erhaltenen Zinszahlungen und ähnlicher Erträge beläuft sich im Geschäftsjahr auf TEUR 1.409 (Vorjahr: TEUR 3.251).

Honorar des Abschlussprüfers

Für das Geschäftsjahr 2020/2021 wurden vom Konzernabschlussprüfer Honorare für folgende Leistungen berechnet:

Leistung TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 491
Andere Bestätigungsleistungen 0
Steuerberatungsleistungen 115
Sonstige Leistungen 172
Gesamt 778

Derivative Finanzinstrumente

Zur Begrenzung des Währungsrisikos, dem der FTI Konzern durch den Einkauf von Reisevorleistungen in verschiedenen Zielgebieten ausgesetzt ist, werden laufzeit-, betrags- und währungskongruente Devisentermingeschäfte (DTG) sowie Devisen-Swaps eingesetzt.

Die Devisen-Sicherungsgeschäfte beziehen sich sowohl auf bereits realisierte wie auch auf nicht realisierte Grundgeschäfte in Fremdwährung. Realisierte Grundgeschäfte sind solche Geschäfte, die bereits zum Zeitpunkt des Konzernabschlusses durchgeführt sind (Schulden). Nicht realisierte Grundgeschäfte hingegen werden, basierend auf internen Planungsprozessen und historischen Daten, hinreichend quantifiziert und treten in Zukunft mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein (antizipative Geschäfte).

Zum Bilanzstichtag 31. Oktober 2021 befinden sich 25 derivative Finanzinstrumente im Bestand (18 Devisentermingeschäfte und 7 Devisenswapgeschäfte). Die Derivate dienen ausschließlich der Absicherung von Schulden (bestehende Rückstellungen und Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag) sowie antizipativer Geschäfte in verschiedenen Währungen in einem Zeitraum von bis zu einem Jahr.

Die derivativen Finanzinstrumente entfallen auf folgende Währungen:

Fremdwährung in Tausend
Währung Verbindlichkeiten antizipative Geschäfte Nominalwert Derivat
AED 67.230 28.266 95.495
MAD 8.548 0 2.500
THB 53.278 191.722 245.000
USD 20.862 19.038 39.900
in TEUR zu Stichtagskursen zum Sicherungskurs
Währung Verbindlichkeiten antizipative Geschäfte Nominalwert Derivat Nominalwert Derivat
in TEUR
AED 15.834 6.657 22.491 22.093
MAD 814 0 238 240
THB 1.376 4.952 6.327 6.358
USD 17.915 16.349 34.264 33.986
35.938 27.957 63.320 62.676

Sind im Rahmen der Absicherung von Währungsrisiken die Voraussetzungen zur Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt, werden (im Sinne des § 254 HGB) die Grund- und Sicherungsgeschäfte zu Bewertungseinheiten (Mikro-Hedges) zusammengefasst. Die prospektive Beurteilung der Wirksamkeit und rechnerische Ermittlung des Betrags der bisherigen Unwirksamkeit erfolgen anhand der Dollar-Offset-Methode.

Die beizulegenden Zeitwerte der FX-Derivate zum 31.10.2021 betragen:

Derivate Fair Values
in TEUR
positive negative
DTG 529 -78
SW AP 22 -3
Optionen 0 0
551 -81
per Saldo 469

Bis zur Fälligkeit der Derivate gleichen sich gegenläufige Wertänderungen oder Zahlungsströme weitestgehend aus. Die bilanzielle Abbildung der wirksamen Teile der antizipativen Bewertungseinheiten erfolgt anhand der Einfrierungsmethode, wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden. Bei Bewertungseinheiten auf Basis der Absicherung realisierter Geschäfte (Schulden) werden die wirksamen Teile der Grund- und Sicherungsgeschäfte unter der Anwendung der Durchbuchungsmethode bilanziert.

Zum Abschlussstichtag wurden, aufgrund von Ineffektivitäten, Drohverlustrückstellungen in Höhe von TEUR 97 gebildet.

Die eingesetzten Derivate werden grundsätzlich nicht börsengehandelt. Der beizulegende Zeitwert (Fair Value) wird durch geeignete finanzmathematische Methoden bestimmt. Die Terminkurse, bzw. Zeitwerte von Termingeschäften richten sich dabei nach den Kassakursen und -preisen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen; Entsprechendes gilt für die Zeitwertermittlung von Swapgeschäften. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Devisentermingeschäfte und -swaps erfolgt anhand der Barwertmethode.

Staatliche Zuschüsse

Die FTI Touristik GmbH betreibt einen Betriebskindergarten mit Kindertagesstätte, der im Geschäftsjahr 2009/2010 gegründet wurde. Dieser wurde durch die Landeshauptstadt München bezuschusst. Teile der Zuschüsse unterliegen dem aufschiebend bedingten Vorbehalt der Rückgewähr, für den Fall, dass der Betrieb des/der Kindergartens/-tagesstätte vor dem 1. Januar 2035 eingestellt wird. Zum 31. Oktober 2020 unterliegen die ursprünglich gewährten Zuschüsse in Höhe von TEUR 247 (Vorjahr: TEUR 262) dem Vorbehalt der Rückgewähr.

Angaben zum Mutterunternehmen

Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die SOSTNT Luxembourg S.à r.l., Luxemburg (Registre de commerce et des sociétés (RCS) Nr. B 124.732). Der nach luxemburgischen Vorschriften aufgestellte Konzernabschluss der SOSTNT Luxembourg S.à r.l. wird durch Hinterlegung auf der Website des RCS veröffentlicht.

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer im aktuellen Geschäftsjahr betrug im FTI-Konzern 7.340 (Vorjahr: 9.247), davon im Inland 1.176 und im Ausland 6.164; sie betreffen vollumfänglich Angestellte und keine Arbeiter. Zusätzlich waren zum 31. Oktober 2021 bei der FTI-Gruppe Deutschland 60 Auszubildende (Vorjahr: 110) beschäftigt.

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag (Nachtragsbericht)

Die zum 31. Oktober 2021 noch nicht abgerufenen Teile des im Oktober 2021 aufgenommenen Nachrangdarlehens des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) sind bis zur Erstellung dieses Konzernabschlusses in Höhe von Mio. EUR 99,3 in Anspruch genommen worden. Mit dem WSF wurde eine Verlängerung der Ziehungsfrist für den verbleibenden Teil von Mio. EUR 18,7 bis zum 31. Dezember 2022 vereinbart. Im Zusammenhang mit diesem Nachrangdarlehen sind im Januar 2022 Gesellschafterbeiträge in Höhe von Mio. EUR 1,5 geleistet worden, die in den Kapitalrücklagen erfasst wurden.

Die Inanspruchnahme der eigenkapitalnahen stillen Einlage des Wirtschaftsstabilisierungsfonds wurde bis Ende Dezember 2021 vollständig in Anspruch genommen, wobei der Gesamtbetrag, wie vertraglich vereinbart, aufgrund erhaltener ausländischer Coronahilfen um Mio. EUR 7,9 auf Mio. EUR 242,1 reduziert wurde.

Im Dezember 2021 wurde der über den Höchstbetrag von Mio. EUR 52,0 gestellte Antrag auf Überbrückungshilfe III teilbewilligt. Der Zahlungseingang über den Teilbetrag von Mio. EUR 40,4 wurde im Januar 2022 an die FTI Gruppe ausbezahlt.

Am 31. März 2021 wurden auf das erste Nachrangdarlehen Tilgungsleistungen in Höhe von Mio. EUR 40,4 erbracht.

Im Februar 2022 ist der Russland-Ukraine-Konflikt zu einem Krieg eskaliert. Infolge der mit dem Krieg verbundenen Unwägbarkeiten über den weiteren Verlauf des russisch-ukrainischen Krieges wurden die Konjunkturprognosen für das Jahr 2022 und 2023 gesenkt. Inwieweit sich infolge des Krieges Auswirkungen auf den Tourismus und die Geschäftstätigkeit der FTI-Gruppe ergeben können, ist derzeit nicht absehbar.

Weitere Vorgänge mit besonderer Bedeutung für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben sich nach dem Bilanzstichtag nicht ergeben.

Geschäftsführung

Ralph Schiller, Tutzing Geschäftsführer - Chief Executive Officer
Sabine Dorn-Aglagul, Aying Geschäftsführerin - Chief Executive Officer Hotels (seit 1. Juli 2021)
Mario Habig, Dubai, VAE Geschäftsführer - Chief Executive Officer Destination Management Companies (seit 19. Januar 2022)
Anthony Leung, Wantage, Oxfordshire, UK Geschäftsführer - Chief Strategy & Transformation Officer (vom 1. Juli 2021 bis 19. Januar 2022)
Constantin von Bülow, Düsseldorf Geschäftsführer - Chief Restructuring Officer (bis 30. Juni 2021)
Dietmar Gunz, München Geschäftsführer - Chief Executive Officer (bis 25. März 2021)

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung sowie der ausgeschiedenen Mitglieder der Geschäftsführung wird nach § 314 Abs. 3 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Im Rahmen eines im Geschäftsjahr 2011/2012 eingeführten Management-Beteiligungsprogramms bestehen für verschiedene aktive und ehemalige Führungskräfte sowie ein Mitglied der Geschäftsführung Optionen, direkt oder indirekt Anteile an der FTI Touristik GmbH zu deren Nennbetrag im Umfang von bis zu 3,6 % zu erwerben.

Aufsichtsrat

Wolfgang Altmüller, Simbach am Inn (Vorsitzender) Vorstandsvorsitzender der VR meine Raiffeisenbank eG und Geschäftsführer der RT/Raiffeisen Touristik Group GmbH (seit 5. Februar 2021)
Kevin James Forsyth, Kenley, Surrey, England (stellvertretender Vorsitzender)
Mitglied des Verwaltungsrats der SOSTNT Luxembourg S.à r.l. sowie Chief Operating Officer der Seven Pillars Capital Management LLP (5. Februar 2021 bis 19. April 2021)
Jaan Ulrich Albrecht Binderberger, Wiesbaden Verkehrspilot (19. April 2021 bis 8. Juni 2021)
Florian Benedikt Amereller, Kairo, Ägypten (stellvertretender Vorsitzender)
Rechtsanwalt (seit 8. Juni 2021)
Katrin Kretschmer, München Team Manager Bankett- und Eventleitung (seit 5. Februar 2021)

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats sowie der ausgeschiedenen Mitglieder des Aufsichtsrats wird nach § 314 Abs. 3 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

 

München, den 29. April 2022

Ralph Schiller, Geschäftsführer

Sabine Dorn-Aglagul, Geschäftsführerin

Mario Habig, Geschäftsführer

Entwicklung des Konzernanlagevermögens vom 1.11.2020-31.10.2021

Anschaffungs-/Herstellungskosten (AHK)
In EURO Stand 1.11.2020 Zugänge (+) Abgänge (-)
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst erstellte Software 11.222.858,96 1.010.236,61 0,00
2. Entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 103.429.506,47 2.278.442,53 903.195,44
3. Geschäfts- oder Firmenwerte 159.263.340,36 0,00 0,00
4. Geleistete Anzahlungen auf entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 2.359.549,00 5.429.082,52 0,00
276.275.254,79 8.717.761,66 903.195,44
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 233.676.112,91 6.869.485,49 4.776.325,60
2. Technische Anlagen und Maschinen 8.298.450,30 968.119,92 70.744,82
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 105.235.655,18 25.442.969,59 1.595.773,02
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 38.322.480,44 2.908.811,06 0,00
385.532.698,83 36.189.386,06 6.442.843,44
III. Finanzanlagen
1. Anteile an einem herrschenden Unternehmen 14.440.250,00 0,00 0,00
2. Anteile an verbundenen Unternehmen 20.022.815,89 0,00 0,00
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 4.158.169,50 542.658,14 227.886,78
4. Beteiligungen 1.367.476,30 0,00 0,00
5. Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 285.348,24 0,00 0,00
6. Geleistete Anzahlungen auf Anteile an einem herrschenden Unternehmen 4.467.400,00 0,00 0,00
7. Sonstige Ausleihungen 34.824.245,85 177.845,01 10.296.238,66
79.565.705,78 720.503,15 10.524.125,44
Anlagevermögen 741.373.659,40 45.627.650,87 17.870.164,32
Anschaffungs-/Herstellungskosten (AHK)
In EURO Umbuchungen Währungsdifferenzen Konsolidierungskreis Änderungen Stand am 31.10.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst erstellte Software -1.738.360,08 695,17 0,00 10.495.430,66
2. Entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 5.780.516,44 -241.864,63 0,00 110.343.405,37
3. Geschäfts- oder Firmenwerte 0,00 0,00 0,00 159.263.340,36
4. Geleistete Anzahlungen auf entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte -4.042.156,36 -662,05 0,00 3.745.813,11
0,00 -241.831,51 0,00 283.847.989,50
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 449.134,84 -691.734,23 4.992.143,52 240.518.816,93
2. Technische Anlagen und Maschinen -638.004,00 -23.062,02 0,00 8.534.759,38
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 188.869,16 -1.433.845,91 0,00 127.837.875,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 41.231.291,50
0,00 -2.148.642,16 4.992.143,52 418.122.742,81
III. Finanzanlagen
1. Anteile an einem herrschenden Unternehmen 0,00 0,00 0,00 14.440.250,00
2. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 20.022.815,89
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 0,00 4.472.940,86
4. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 1.367.476,30
5. Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 0,00 0,00 0,00 285.348,24
6. Geleistete Anzahlungen auf Anteile an einem herrschenden Unternehmen 0,00 0,00 0,00 4.467.400,00
7. Sonstige Ausleihungen 0,00 1.220,78 0,00 24.707.072,98
0,00 1.220,78 0,00 69.763.304,27
Anlagevermögen 0,00 -2.389.252,89 4.992.143,52 771.734.036,58
Abschreibungen
In EURO Stand 01.11.2020 Zugänge (+) Abgänge (-)
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst erstellte Software 1.513.959,95 800.814,68 0,00
2. Entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 59.399.095,46 11.798.193,46 537.490,04
3. Geschäfts- oder Firmenwerte 90.608.261,70 11.957.733,35 0,00
4. Geleistete Anzahlungen auf entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 0,00 0,00 0,00
151.521.317,11 24.556.741,49 537.490,04
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 32.972.381,12 8.287.148,34 2.677.076,63
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.632.119,60 764.076,99 13.476,42
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 67.023.075,46 8.055.146,37 1.054.023,24
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00
104.627.576,18 17.106.371,70 3.744.576,29
III. Finanzanlagen
1. Anteile an einem herrschenden Unternehmen 7.890.000,00 0,00 0,00
2. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 1.321.240,00 197.598,83 0,00
4. Beteiligungen 845.555,37 0,00 0,00
5. Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 0,00 0,00 0,00
6. Geleistete Anzahlungen auf Anteile an einem herrschenden Unternehmen 4.110.000,00 0,00 0,00
7. Sonstige Ausleihungen 250.441,04 0,00 0,00
14.417.236,41 197.598,83 0,00
Anlagevermögen 270.566.129,70 41.860.712,02 4.282.066,33
Abschreibungen
In EURO Umbuchungen Währungsdifferenzen Konsolidierungskreis Änderungen Stand am 31.10.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst erstellte Software 0,00 77,42 0,00 2.314.852,05
2. Entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 0,00 5.107,58 0,00 70.664.906,46
3. Geschäfts- oder Firmenwerte 0,00 0,00 0,00 102.565.995,05
4. Geleistete Anzahlungen auf entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 5.185,00 0,00 175.545.753,56
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 -62.176,73 0,00 38.520.276,10
2. Technische Anlagen und Maschinen -280.811,35 5.933,20 0,00 5.107.842,02
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 280.811,35 -717.371,82 0,00 73.587.638,12
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 -773.615,35 0,00 117.215.756,24
III. Finanzanlagen
1. Anteile an einem herrschenden Unternehmen 0,00 0,00 0,00 7.890.000,00
2. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 0,00 1.518.838,83
4. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 845.555,37
5. Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
6. Geleistete Anzahlungen auf Anteile an einem herrschenden Unternehmen 0,00 0,00 0,00 4.110.000,00
7. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 250.441,04
0,00 0,00 0,00 14.614.835,24
Anlagevermögen 0,00 -768.430,35 0,00 307.376.345,04
In EURO Nettobuchwerte 31.10.2021 Nettobuchwerte 31.10.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst erstellte Software 8.180.578,61 9.708.899,01
2. Entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 39.678.498,91 44.030.411,01
3. Geschäfts- oder Firmenwerte 56.697.345,31 68.655.078,66
4. Geleistete Anzahlungen auf entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 3.745.813,11 2.359.549,00
108.302.235,94 124.753.937,68
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 201.998.540,83 200.703.731,79
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.426.917,36 3.666.330,70
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 54.250.236,88 38.212.579,72
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 41.231.291,50 38.322.480,44
300.906.986,57 280.905.122,65
III. Finanzanlagen
1. Anteile an einem herrschenden Unternehmen 6.550.250,00 6.550.250,00
2. Anteile an verbundenen Unternehmen 20.022.815,89 20.022.815,89
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 2.954.102,03 2.836.929,50
4. Beteiligungen 521.920,93 521.920,93
5. Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 285.348,24 285.348,24
6. Geleistete Anzahlungen auf Anteile an einem herrschenden Unternehmen 357.400,00 357.400,00
7. Sonstige Ausleihungen 24.456.631,94 34.573.804,81
55.148.469,03 65.148.469,37
Anlagevermögen 464.357.691,54 470.807.529,70

Verbindlichkeitenspiegel zum 31.10.2021 in €

mit einer Restlaufzeit von
Art der Verbindlichkeit Gesamtbetrag bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre
1. Eigenkapitalnahe stille Einlagen mit Verlustbeteiligung 7.895.462,32 0,00 7.895.462,32
2. Nachrangige Verbindlichkeiten und stille Einlagen ohne Verlustbeteiligung 324.300.000,00 0,00 235.000.000,00
3. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 562.741.465,28 168.189.224,68 360.414.286,64
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 168.496.780,93 168.496.780,93 0,00
5. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 189.707.290,24 187.216.491,05 2.490.799,19
6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.094.686,23 12.094.686,23 0,00
7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 916.691,90 916.691,90 0,00
8. Sonstige Verbindlichkeiten 34.081.941,46 12.857.057,35 17.030.507,91
Summe aller Verbindlichkeiten 1.300.234.318,36 549.770.932,14 622.831.056,06
mit einer Restlaufzeit von
Art der Verbindlichkeit mehr als 5 Jahre gesicherte Beträge Art der Sicherheit
(TEUR)
1. Eigenkapitalnahe stille Einlagen mit Verlustbeteiligung 0,00 0
2. Nachrangige Verbindlichkeiten und stille Einlagen ohne Verlustbeteiligung 89.300.000,00 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 34.137.953,96 418.550 Hypothek, Grundschuld, Globalzession von Forderungen, Verpfändung von Rechten an Marken und Gesellschaftsanteilen, Abtretung von Rückerstattungen von Vorauszahlungen an Airlines
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 0
5. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0,00 0
6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0
7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0
8. Sonstige Verbindlichkeiten 4.194.376,20 0
Summe aller Verbindlichkeiten 127.632.330,16 418.550

Verbindlichkeitenspiegel zum 31.10.2020 in €

mit einer Restlaufzeit von
Art der Verbindlichkeit Gesamtbetrag bis zu 1 Jahr
1. Eigenkapitalnahe stille Einlagen mit Verlustbeteiligung 0,00 0,00
2. Nachrangige Verbindlichkeiten und stille Einlagen ohne Verlustbeteiligung 195.003.000,00 0,00
3. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 569.233.105,70 197.972.803,57
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 76.251.035,01 76.246.380,00
5. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 126.513.937,53 125.703.361,14
6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.118.660,30 7.118.660,30
7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.451.873,21 1.451.873,21
8. Sonstige Verbindlichkeiten 33.206.937,78 5.910.453,84
Summe aller Verbindlichkeiten 1.008.778.549,53 414.403.532,06
mit einer Restlaufzeit von
Art der Verbindlichkeit 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre gesicherte Beträge Art der Sicherheit
(TEUR)
1. Eigenkapitalnahe stille Einlagen mit Verlustbeteiligung 0,00 0,00 0
2. Nachrangige Verbindlichkeiten und stille Einlagen ohne Verlustbeteiligung 25.000.000,00 170.003.000,00 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 367.095.285,83 4.165.016,30 411.104 Hypothek, Grundschuld, Globalzession von Forderungen, Verpfändung von Rechten an Marken und Gesellschaftsanteilen, Abtretung von Rückerstattungen von Vorauszahlungen an Airlines
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.655,01 0,00 0
5. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 810.576,39 0,00 0
6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0
7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0
8. Sonstige Verbindlichkeiten 23.386.679,97 3.909.803,97 0
Summe aller Verbindlichkeiten 416.297.197,20 178.077.820,27 411.104

Aufstellung des Anteilsbesitzes

(mittelbar und unmittelbar gehaltene Anteile)

Tochtergesellschaften Sitz Beteiligungsquote in % Eigenkapital zum 31.10.2021 in TEUR Jahresergebnis zum 31.10.2021 in TEUR Konsolidierung
5 vor Flug GmbH 2) Munich 100,0000 30 0 (A)
LMM Last Mile Media GmbH & Co. KG 1) Berlin 93,1035 -7.384 -2.008 (A)
LMM Last Mile Media Verwaltungs GmbH Berlin 100,0000 3 -7 (A)
erf24 touristic services GmbH Erfurt 100,0000 -262 17 (A)
BigX-tra Touristik GmbH 2) Munich 100,0000 12.764 0 (A)
Filmhelden Verwaltungsgesellschaft GmbH 3) Munich 100,0000 0 0 (B)
Big Xtra Touristik AG Allschwil 100,0000 882 -89 (A)
Travelco Holding GmbH 2) Düsseldorf 100,0000 5.038 0 (A)
Windrose Finest Travel GmbH 2) Berlin 100,0000 1.153 0 (A)
Windrose Finest Travel GmbH Austria 3) Wien 100,0000 0 0 (B)
LMM Last Mile Media Beteiligungs GmbH (ehemals Dietmar Gunz GmbH) Munich 100,0000 400 -7 (A)
FTI Touristik AG Allschwil 100,0000 1.159 7.907 (A)
FTI Voyages SAS Mulhouse 100,0000 -7.010 1.369 (A)
FTI & PRET A PARTIR SAS 4) Gondreville 25,1000 1.219 -66 (C)
FTI Europe AG Allschwil 100,0000 57 -10 (A)
FTI Cruises GmbH 2) Munich 100,0000 69 0 (A)
LAL Holding GmbH 2) Munich 100,0000 1.214 0 (A)
LAL Sprachreisen GmbH 2) Munich 100,0000 30 0 (A)
Meeting Point YouTravel LLC Dubai 100,0000 -15.728 -7.019 (A)
Stelow Ltd. Birmingham 100,0000 24.726 16 (A)
YOUTRAVEL.COM Ltd. London 100,0000 5.901 63 (A)
Youtravel.com TOURISTIKI KAI XENODOCHIAKI ANONYMI ETAIRIA Athens 100,0000 -7.780 0 (A)
FTI Distribution Holding GmbH 2) Munich 100,0000 254 0 (A)
sonnenklar Reisebüro GmbH 2) Munich 100,0000 51 0 (A)
TVG Touristik Vertriebsgesellschaft mbH Munich 50,0000 780 -175 (C)
FTI Services Holding GmbH 2) Munich 100,0000 8.275 0 (A)
Travianet GmbH 2) Deggendorf 100,0000 1.713 0 (A)
Kairaba Lounge GmbH 2) Munich 100,0000 31 0 (A)
MP Services Turizm ve Danışmanlık Anonim Şirketi 3) Istanbul 100,0000 0 0 (B)
ams24 B.V. Breda 100,0000 219 82 (A)
Anixe Polska Sp. z o.o. Wroclaw 100,0000 6.620 1.111 (A)
FTI Services Holding Malta Ltd. Smart City 100,0000 3.461 -13 (A)
FTIAS Ltd. Smart City 100,0000 -167 26 (A)
FTI Touristik Canaries S.L. Las Palmas 100,0000 -179 13 (A)
Meeting Point International GmbH 2) Munich 100,0000 83.524 0 (A)
Anixe Technology Hellas Single Member Private Company Greece Athens 100,0000 1.136 273 (A)
Meeting Point Global Tourism LLC Dubai 100,0000 -12.442 -4.880 (A)
Meeting Point Tourism LLC Dubai 100,0000 3.102 -7.457 (A)
Meeting Point Tourism Oman Muscat 100,0000 -865 -3.514 (A)
Meeting Point Italia SRL Carmagnola 100,0000 2.204 10 (A)
Meeting Point Croatia d.o.o. Rijeka 100,0000 -19 -62 (A)
Meeting Point Tunisia s.a.r.l. Hammam Sousse 99,3750 -1.168 -351 (A)
MP Turkey Turizm Anonim Șirketi Antalya 100,0000 -8.243 -7.210 (A)
MP Hotel Management Turizm İnșaat Yatırım Ticaret Anonim Șirketi Touristikes Xenodohiakes Emporikes ke Taxioditikes Epihirisis Antalya 100,0000 -13.085 -16.986 (A)
Meeting Point Hellas Anonimi Eteria Heraklion 100,0000 7.166 2.657 (A)
Meeting Point Asia Ltd. Bangkok 100,0000 212 -1.026 (A)
FTI North America INC d/b/a Meeting Point North America Orlando 100,0000 -585 -1.073 (A)
Meeting Point Morocco S.A. Marrakech 99,8300 -2.623 -1.502 (A)
Meeting Point Morocco Transport S.A. Marrakech 99,8300 23 -1 (A)
Tochtergesellschaften Sitz Beteiligungsquote in % Eigenkapital zum 31.10.2021 in TEUR Jahresergebnis zum 31.10.2021 in TEUR Konsolidierung
Meeting Point Spain Sociedad Limitada (SL) Las Palmas 100,0000 61.860 -17.426 (A)
Meeting Point Mexico S.A. de C.V. Quintana Roo 99,0000 -1.724 -1.662 (A)
Meeting Point Dominicana, S.R.L. Bávaro 99,8000 -3.092 -1.771 (A)
Meeting Point Cuba S.L. 3) Las Palmas 100,0000 0 0 (B)
Meeting Point Holdings Malta Ltd. Smart City 99,9300 471 -13 (A)
Meeting Point International Ltd. Smart City 99,9300 -2.099 -2.518 (A)
Meeting Point Malta Ltd. Smart City 100,0000 477 -742 (A)
Meeting Point Partners Ltd. Smart City 100,0000 444 -35 (A)
B.B. Meeting Point Cyprus Holidays Ltd. Nicosia 100,0000 504 114 (A)
Meeting Point Lebanon s.a.r.l Beirut 98,0000 -813 -38 (A)
Meeting Point Investments Egypt for Touristik Marketing S.A.E. Cairo 100,0000 2.068 -8 (A)
Meeting Point Egypt Travel Limited Partnership Hurghada 100,0000 5.938 -2.325 (A)
MPE for Tourism & Transportation LP Luxor 99,9900 2.444 -261 (A)
Egyptian House for Trading Antiquities & Cotton Clothing Co. SAE Hurghada 99,9800 197 -87 (A)
MPE Aqua Center for Trips LLC Hurghada 98,0000 -13 -3 (A)
Red Sea 24 for Consulting Services S.A.E Hurghada 98,0000 941 233 (A)
LAL Language Centres Egypt for Training and Education Ltd. Hurghada 99,0000 -1 0 (A)
Meeting Point Gambia Ltd. Fajara 100,0000 322 167 (A)
Meeting Point Bahrain Travels W.L.L. Manama 100,0000 -182 -86 (A)
Meeting Point Tunisia Tourism S.a.r.l. Port El Kanataoui Sous 50,0000 -1.302 -466 (C)
FTI Flight Trading GmbH 2) Munich 100,0000 30 0 (A)
Meeting Point CLM Austria GmbH Linz 100,0000 -15 -9 (A)
Meeting Point Hotelmanagement Holding GmbH 2) Munich 100,0000 142.493 0 (A)
Meeting Point Hotel Management Malta Ltd. Smart City 100,0000 -3.477 -2.269 (A)
Meeting Point Hotel Management Travel and Hotel Company Societe Anonyme Heraklion 100,0000 -19.361 -4.432 (A)
Meeting Point Egypt Hotel Management S.A.E Hurghada 100,0000 -819 -1.517 (A)
Meeting Point Hotels Morocco S.A. Marrakech 50,0000 2.457 -2.454 (A)
M.P.I Hotel Management Cyprus Ltd. Nicosia 100,0000 -67 -23 (A)
Meeting Point Hotel Management Gambia Ltd. Fajara 100,0000 -1.867 -28 (A)
Meeting Point Hotelmanagement d.o.o. Rijeka 100,0000 -1.802 -376 (A)
Meeting Point Hotel Management LLC Muscat 100,0000 -3.565 342 (A)
FTI Holdings Malta Ltd. Smart City 100,0000 93.226 -8.368 (A)
Hispanitalia Hotels SRL Tropea 100,0000 34.654 693 (A)
Efes Prenses Turizm Ve Otelcilik Anonim Sirekti Istanbul 100,0000 5.741 -317 (A)
Meeting Point Investment S.L. Las Palmas 100,0000 27.323 -2.185 (A)
Golden Beach Fuerteventura Investment S.L. Las Palmas 100,0000 7.242 -35 (A)
Tamaran Touristic S.A. Las Palmas 100,0000 59 0 (A)
Meeting Point Jandia Investment S.L. Las Palmas 100,0000 25.236 -717 (A)
Monteverde Hotelmanagement S.L. Las Palmas 100,0000 6 -1 (A)
Montesol Hotelmanagement S.L. Las Palmas 100,0000 6 -1 (A)
Vistamar Hotelmanagement S.L. Las Palmas 100,0000 5 -2 (A)
Meeting Point Isla Bonita S.L. Las Palmas 100,0000 2 -1 (A)
Aquasol Puerto Rico Investment S.L.U. Las Palmas 100,0000 2 -1 (A)
Meeting Point Properties S.L.U. Las Palmas 100,0000 2 -1 (A)
Ponte & Silva Sociedade de Investimentos Turísticos, Lda. Madeira 100,0000 779 -63 (A)
Meeting Point Hotelmanagement (Canaries) SL Las Palmas 100,0000 -8.672 -26.940 (A)
Meeting Point Hotelmanagement Cuba S.L. Las Palmas 100,0000 99 -42 (A)
Meeting Point Urban Hotels S.L. Las Palmas 100,0000 -1.005 -1.254 (A)
MP PROPERTY I TURİZM VE OTELCİLİK ANONİM ŞİRKETİ Istanbul 100,0000 -200 -166 (A)
MP PROPERTY II TURIZM VE OTELCİlİK ANONİM ŞİRKETİ Istanbul 100,0000 -2.103 -452 (A)
FTI Cruises Ltd. Smart City 100,0000 -8.736 165 (A)
Hellas Star Resorts S.A Athen 100,0000 8.768 -260 (A)
MPE Cruise Hotel Management SAE Luxor 100,0000 3.149 -92 (A)
M.P.E. Red Sea for Touristic Development S.A.E. Hurghada 100,0000 1.597 79 (A)
M.P.E. for Investments and Touristic Establishments S.A.E. Hurghada 100,0000 1.084 -156 (A)
M.P. Egypt for Investments and Touristic Development S.A.E. Hurghada 100,0000 21.946 -534 (A)
Royal for Investments and Touristic Development S.A.E. Hurghada 100,0000 -7.801 -762 (A)
I.E.L.S. Ltd. Sliema 50,0000 2.727 0 (C)
Magister Ltd. 3) Sliema 50,0000 -196 0 (C)
FTI Holdings Tunisia S.A. Hammam Sousse 97,0000 -59 -12 (A)
Consulting Hotelero Balear S.L. Palma de Mallorca 100,0000 -16 0 (A)
FTI Ticketshop GmbH 2) München 100,0000 16.551 0 (A)
FTI Ticketshop GmbH Linz 100,0000 2.161 117 (A)
FTI Ticketshop AG Dietlikon 100,0000 675 -59 (A)
FTI Ticketshop SAS Mulhouse 100,0000 -828 -551 (A)
FTI Ticketshop SPRL Bruxelles 100,0000 -68 -36 (A)
Sonstige verbundene Unternehmen Sitz Beteiligungsquote Eigenkapital zum 31.12.2020 Jahresergebnis zum 31.12.2020
in % in TEUR in TEUR
RT / Raiffeisen Touristik Group GmbH Altötting 16,7400 36.848 -30.107 (D)

(A) Vollkonsolidierung

(B) Nichtkonsolidierung wegen untergeordneter Bedeutung

(C) Bewertung nach Equity-Methode

(D) Nichteinbeziehung nach Equitymethode, da kein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik genommen wird.

1) ausgewiesen wird die direkte Beteiligungsquote zwischen dem jeweiligen Mutter- und Tochterunternehmen
2) das Jahresergebnis wird nach Ergebnisabführung an die jeweilige Muttergesellschaft dargestellt
3) keine Angaben, wenn kein Abschluss vorliegt
4) Angabe aus dem letzten vorhandenen Abschluss

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die FTI Touristik GmbH, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der FTI Touristik GmbH, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Oktober 2021, der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. November 2020 bis zum 31. Oktober 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der FTI Touristik GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. November 2020 bis zum 31. Oktober 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Oktober 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. November 2020 bis zum 31. Oktober 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf den Abschnitt "1. Allgemeine Angaben" im Konzernanhang sowie auf die Abschnitte "III. 1. Prognosebericht" und "III.2. Risikobericht" (dort insbesondere Unterpunkt "Unternehmensfortführung") des Konzernlageberichts. Dort beschreiben die gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens, dass es als Folge der Corona-Pandemie zu weltweiten Reisebeschränkungen gekommen ist, die den touristischen Betrieb seit März 2020 stark eingeschränkt und teilweise sogar zum Erliegen gebracht haben. Der damit einhergehende Einbruch von Neubuchungen, Umsatzerlösen und Zahlungseingängen verursachte erheblichen ungeplanten Liquiditätsbedarf des Konzerns, der nur durch Sparmaßnahmen und die Zuführung von Gesellschaftermitteln und die Inanspruchnahme von regierungsgestützten Darlehen sowie durch Stabilisierungsmaßnahmen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds überbrückt werden konnte. Die gesetzlichen Vertreter gehen im Rahmen der aktuellen Liquiditätsplanung davon aus, im Geschäftsjahr 2021/2022 Umsatzerlöse in Höhe von 82 % der Umsatzerlöse des Basisjahres 2018/2019 - d.h. für den Konzern rund Mrd. EUR 3,4 - realisiert werden können. Wenn sich die der Liquiditätsplanung zugrunde gelegten Rahmenbedingungen beispielsweise durch von der Planung abweichende Buchungseingänge, Reisestornos oder infolge von Reisewarnungen oder Lockdowns aufgrund wiederum steigender Infektionszahlen oder mutierter Coronavarianten wesentlich ändern, könnte dies weitere externe Liquiditätszuführungen in Form von Eigen- und Fremdkapital erforderlich machen. Wie im Konzernanhang und im Konzernlagebericht dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 6. Mai 2022

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Karl-Heinz Müller, Wirtschaftsprüfer

Markus Kraus, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

20 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.