Stammdaten

Register
Amtsgericht Aschaffenburg HRB 14689
Vorher
heptus 283. GmbH
Eingetragen
5.1.2018
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Bekleidung und BekleidungszubehörGroßhandel mit BekleidungEinzelhandel mit Bekleidung
Gegenstand
Vertrieb von Kleidung, Schuhen, Sport- und Outdoorartikeln sowie die Herstellung und der Vertrieb von Printmedien und Graffiti-Produkten sowie alle damit zusammenhängenden Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Beatrice Mackenroth
seit 22.6.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
SIGNA Sports United N.V.
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Publikat GmbH

Großostheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2019 bis zum 30.09.2020

Bilanz zum 30. September 2020

Aktiva

30.9.2020 30.9.2019
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.470.333,80 1.154.582,66
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.919.542,51 1.741.695,53
3. Geschäfts- oder Firmenwert 1.845.862,10 5.235.738,41 2.092.250,78 4.988.528,97
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.174.560,90 4.108.034,93
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.198.335,68 9.372.896,58 0,00 4.108.034,93
14.608.634,99 9.096.563,90
B. Umlaufvermögen
I. Waren 13.302.069,27 12.842.257,82
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.393.661,59 3.405.456,57
2. Sonstige Vermögensgegenstände 3.245.430,72 9.639.092,31 2.472.451,61 5.877.908,18
- davon eingeforderte, noch nicht eingezahlte Einlagen EUR 0,00 (i. Vj. EUR 0,00) -
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.576.385,69 84.947,25
24.517.547,27 18.805.113,25
C. Rechnungsabgrenzungsposten 58.897,67 47.940,48
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 7.287.303,45 2.144.208,63
46.472.383,38 30.093.826,26

Passiva

EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Stammkapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 5.480.000,00 5.480.000,00
III. Verlustvortrag 7.649.208,63 1.963.186,68
IV. Jahresfehlbetrag 5.143.094,82 5.686.021,95
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 7.287.303,45 2.144.208,63
0,00 0,00
B. Sonstige Rückstellungen 2.008.923,27 662.683,77
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.620.693,70 8.017.663,94
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.104.395,96 273.664,99
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 25.657.686,58 8.477.429,40
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.500.853,08 8.422.584,90
5. Sonstige Verbindlichkeiten 3.579.830,79 4.239.799,26
44.463.460,11 29.431.142,49
46.472.383,38 30.093.826,26

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020

1.10.2019 bis 30.9.2020 1.10.2018 bis 30.9.2019
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 67.704.859,23 63.410.614,73
2. Sonstige betriebliche Erträge 695.929,53 233.201,11
3. Aufwendungen für bezogene Waren 34.911.828,12 36.007.065,75
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 10.688.601,73 7.798.798,18
b) Soziale Abgaben 2.005.923,33 12.694.525,06 1.361.618,51 9.160.416,69
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.281.516,23 1.162.515,25
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 23.008.566,31 22.637.482,54
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 526.966,36 223,83
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.172.723,22 360.166,39
9. Ergebnis vor Steuern -5.141.403,82 -5.683.606,95
10. Sonstige Steuern 1.691,00 2.415,00
11. Jahresfehlbetrag -5.143.094,82 5.686.021,95

Anhang für das Geschäftsjahr 2019/2020

I. Allgemeine Angaben

Die Publikat GmbH hat ihren Sitz in Großostheim und ist in das Handelsregister beim Amtsgericht Aschaffenburg (Reg. Nr. HRB 14689) eingetragen.

Bei der Publikat GmbH handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, auf die die für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches und die ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes anzuwenden sind.

Die Gliederung der Bilanz erfolgt nach den Vorschriften des § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt.

Zum 31. Dezember 2019 wurde der Onlineshop "Big Tree" konzernintern an die internetstores GmbH, Stuttgart, verkauft. Die Vergleichbarkeit der Geschäftsjahre 2018/2019 zu 2019/2020 ist dahingehend eingeschränkt. Das Big Tree Geschäft steuerte im Geschäftsjahr 2018/2019 EUR 10,3 Mio im Vergleich zu EUR 2,4 Mio im Geschäftsjahr 2019/2020 zu den Gesamtumsatzerlösen bei. Zudem hat der Asset Deal Auswirkungen auf die Vermögenslage der Publikat, da im zuge des Verkaufs immaterielle Vermögensgegenstände mit einem Buchwert von TEUR 837,6 sowie Warenbestände im Gesamtumfang von EUR 1,2 Mio an die internetstores GmbH, Stuttgart, übertragen wurden.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei der Bewertung ist von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen worden.

Im Einzelnen wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet:

Immaterielle Vermögensgegenstände, soweit entgeltlich erworben, sind zu Anschaffungskosten bewertet, die um planmäßige Abschreibungen vermindert wurden. Die selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Herstellkosten bewertet. Die durchschnittliche Nutzungsdauer der immateriellen Vermögensgegenstände beträgt drei Jahre. Der aus der Anwachsung resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird linear über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren abgeschrieben. Als Orientierungsgröße für diese Dauer wurde der Gebäudemietvertrag mit einer Mindestvertragslaufzeit von zehn Jahren als zentrale vertragliche Vereinbarung unterstellt.

Sachanlagen sind mit Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Nutzungsdauer der einzelnen Vermögensgegenstände ist grundsätzlich anhand betriebsgewöhnlicher Nutzungsdauern bestimmt. Die durchschnittliche Nutzungsdauer der Sachanlagen beträgt drei Jahre. Planmäßige Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Die Bewertung der Waren erfolgt zu Anschaffungskosten oder niedrigeren beizulegenden Werten. Das strenge Niederstwertprinzip wird beachtet. Alle erkennbaren Risiken, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer ergeben, sind durch angemessene Reichweitenabschläge berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert, bei erkennbaren Einzelrisiken ggf. unter Abzug von Einzelwertberichtigungen und Pauschalwertberichtigungen zur Abgeltung des allgemeinen Kreditrisikos sowie zur Berücksichtigung von Zinsverlusten und Mahnkosten angesetzt. Zur Berücksichtigung der gesetzlichen Vorschriften zum Verbrauchsgüterkauf werden die Warensendungen der beiden letzten Werktage vor Ablauf eines Geschäftsjahres erst im jeweiligen Folgejahr als Umsatz realisiert. Diese Frist beruht auf der Annahme, dass eine Zustellung beim Verbraucher im Regelfall zwei Werktage in Anspruch nimmt.

Die Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand entsprechen den Nominalwerten.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurde zeitanteilig nach der linearen Methode verteilt.

Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Für nach dem Bilanzstichtag retournierte Warenlieferungen wurden Rückstellungen gebildet, die einerseits die auf die retournierte Ware entfallende Marge und andererseits die in Zusammenhang mit der Retouren-Bearbeitung anfallenden Kosten angemessen berücksichtigen. Auf eine Abzinsung der Archivierungsrückstellung wurde aus materiellen Gesichtspunkten verzichtet. Weitere Rückstellungen mit einer Laufzeit über einem Jahr bestehen nicht.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Forderungen und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung der in der Bilanz erfassten Anlagegegenstände ist im Anlagenspiegel dargestellt, der nachfolgend Bestandteil dieses Anhangs ist.

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 2.009 (i. Vj. TEUR 663) beinhalten i. W. ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 877 (i. Vj. TEUR 168), Personalsachverhalte in Höhe von TEUR 701 (i. Vj. TEUR 310), ausstehende Dienstleistungsrechnungen in Höhe von TEUR 290 (i. Vj. TEUR 57), externe Jahresabschlusskosten in Höhe von TEUR 79 (i. Vj. TEUR 67) sowie Archivierungskosten TEUR 43 (i. Vj. TEUR 42).

Die Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Restlaufzeit
Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Summe
TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.981.807,70 638.886,00 7.620.693,70
(i. Vj. 5.084.335,94) (i. Vj. 2.933.328) (i. Vj. 8.017.663,94)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.104.395,96 0,00 1.104.395,96
(i. Vj. 273.664,99) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 273.664,99)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 25.657.686,58 0 25.657.686,58
(i. Vj. 1.025.432,85) (i. Vj. 7.451.996,55) (i. Vj. 8.477.429,40)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen 8.069.857,83 0,00 8.069.857,83
(i. Vj. 8.422.584,90) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 8.422.584,90)
Sonstige Verbindlichkeiten 3.829.830,79 0,00 3.829.830,79
(i. Vj. 4.239.799,26) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 4.239.799,26)
Summe 45.643.578,76 638.886,00 46.282.464,86
(i. Vj. 19.045.817,94) (i. Vj.10.385.324,55) (i. Vj. 29.431.142,49)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mitzugehörig.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.434 (i. Vj. TEUR 1.073), die den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mitzugehörig sind. Es handelt sich dabei um Verbindlichkeiten gegenüber der DZB BANK GmbH, die im Rahmen der Mitgliedschaft der Publikat GmbH bei der Einkaufs- und Marketingkooperation namens SPORT 2000 entstanden sind. Die Veränderung zum Vorjahr ergibt sich aus den aufgenommenen Saisonlinien.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3.830 (i. Vj. TEUR 4.240) beinhalten Verbindlichkeiten aus Rückerstattungsansprüchen in Höhe von TEUR 1.403 (i. Vj. TEUR 1.170), Verbindlichkeiten gegenüber Altgesellschaftern in Höhe von TEUR 856 (i. Vj. TEUR 1.008), Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 644 (i. Vj. TEUR 508) sowie Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit in Höhe von TEUR 161 (i. Vj. TEUR 149).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von TEUR 7.621 (i. Vj. TEUR 8.018) durch das Inventar am Geschäftsstandort in Großostheim sowie den Warenbestand bzw. die daraus resultierenden Verkaufsförderungen besichert. Sämtliche weitere Verbindlichkeiten sind nicht durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte besichert.

Der nach § 268 Abs. 8 HGB ausschüttungsgesperrte Betrag beläuft sich zum 30. September 2020 auf insgesamt TEUR 1.461 (i. Vj. TEUR 1.155). Der Betrag ermittelt sich wie folgt:

in TEUR 2019/2020 2018/2019
Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens zum 30. September 2020 1.461 1.155
abzüglich
passive latente Steuern auf die Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens -410 -324
Aktive latente Steuern (ohne Berücksichtigung der vorangegangen passiven latenten Steuern) 410 324
Zur Ausschüttung gesperrter Betrag 1.461 1.155

Die Berücksichtigung an aktiven latenten Steuern wurde in Höhe der gegenläufigen passiven latenten Steuern begrenzt. Diese ergeben sich i. W. durch steuerliche Verlustvorträge. Auf die darüber hinausgehenden Verlustvorträge wurden keine aktiven latenten Steuern aktiviert. Die passiven latenten Steuern i. Z. m. der Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens i. H. v. TEUR 410 (i. Vj. TEUR 324) wurden zum 30. September 2020 vollständig mit aktiven latenten Steuern saldiert. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgte, analog zum Vorjahr, auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes i. H. v. 28 %. Für die über den Saldierungsbereich hinausgehenden aktiven latenten Steuern wurde von dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB Gebrauch gemacht und auf eine Berücksichtigung in der Bilanz zum 30. September 2020 verzichtet, soweit überhängige werthaltige Verlustvorträge vorliegen sollten.

Zum 30. September 2020 bestehen keine Haftungsverhältnisse aus der Gewährung von Pfandrechten und sonstigen Sicherheiten.

Zum 30. September 2020 bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus dem Pachtvertrag für das Gebäude und Lager mit einer Mindestlaufzeit von zehn Jahren von TEUR 9.735 (i. Vj. TEUR 11.291), aus Mietverträgen für Einrichtungen mit ebenfalls einer Mindestlaufzeit von zehn Jahren von TEUR 57 (i. Vj. TEUR 58) und aus Mietverträgen für Betriebsgeräte von TEUR 36 (Restlaufzeit von über drei Jahren, i. Vj. TEUR 38). Die Restverpflichtungen aus Leasingverträgen betragen TEUR 115 (i. Vj. TEUR 28).

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Von den Umsatzerlösen in Höhe von TEUR 67.705 (i. Vj. TEUR 63.411) entfallen TEUR 47.328 (i. Vj. TEUR 38.302) auf das Inland und TEUR 20.377 (i. Vj. TEUR 25.109) auf das Ausland. Der Großteil der Auslandsumsätze betrifft benachbarte europäische Absatzmärkte. Die Umsatzerlöse resultieren mit TEUR 59.652 (i. Vj. TEUR 60.716) aus dem Versandhandelsgeschäft und mit TEUR 8.053 (i. Vj. TEUR 2.695) aus im Inland erbrachten Dienstleistungen.

Effekte aus der Währungsumrechnung sind in Höhe von TEUR 4 (i. Vj. TEUR 11) in den sonstigen betrieblichen Erträgen und in Höhe von TEUR 29 (i. Vj. TEUR 65) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.

Von den Zinsen und ähnliche Aufwendungen entfallen TEUR 780 (i. Vj. TEUR 109) an verbundene Unternehmen.

Periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 24 resultieren aus der Waiver Fee an die Commerzbank und die Sparkasse (TEUR 13) sowie der Korrektur eines Bescheids der Berufsgenossenschaft aus 2017 (TEUR 11). Periodenfremde Erträge sind im Geschäftsjahr nicht angefallen.

Aufwendungen und Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung lagen hauptsächlich in dem Verkauf der BigTree Sparte. Diese Sparte wurde im Geschäftsjahr mit einem Nettoerlös von TEUR 1.051 aus dem Übertrag der Bestände veräußert. Zudem erhielt die Publikat GmbH weitere TEUR 652 aus dem Veräußerungsvertrag der Vermögensgegenstände der Big Tree Sparte. Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 keine weiteren Aufwendungen und Erträge von außerordentlicher Bedeutung angefallen.

V. Sonstige Angaben

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers entfällt ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen und beträgt TEUR 67 (i. Vj. TEUR 67).

Im Jahresdurchschnitt wurden 487 Mitarbeiter (Angestellte: 129; gewerbliche Arbeitnehmer: 339; davon 102 Aushilfen) sowie 19 Auszubildende beschäftigt. Der Vorjahresdurchschnitt lag bei 344 Mitarbeiten (109 Angestellte, 235 gewerbliche Arbeitnehmer und 19 Auszubildende). Die vorgenannten Jahresdurchschnittswerte wurden jeweils aus den Mitarbeiterzahlen nach Köpfen zum Quartalsende ermittelt.

Im Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 erfolgte die Geschäftsführung der Publikat GmbH durch die nachfolgenden Geschäftsführer:

Dominic Hoffmann, Kaufmann

Philipp Majcher, Kaufmann (seit 17. August 2020)

Maximilian Albert, Kaufmann (bis 30. September 2020)

Die Bezüge der Geschäftsführung beliefen sich im Geschäftsjahr auf insgesamt TEUR 230 (i. Vj. TEUR 697).

Das Vorjahresergebnis von TEUR -5.686 wurde gemäß Gesellschafterbeschluss vom 19. August 2020 auf neue Rechnung vorgetragen. Die Geschäftsführung empfiehlt, den Jahresfehlbetrag 2020 ebenfalls auf neue Rechnung vorzutragen.

Die Gesellschaft hat im Oktober 2020 von ihrer Muttergesellschaft SIGNA Sports United GmbH, München, ein Gesellschafterdarlehen (EUR 2 Mio) und im November 2020 zwei Gesellschafterdarlehen (insgesamt EUR 2 Mio) zur Zwischenfinanzierung erhalten. Weitere Darlehen sind im März und April (insgesamt EUR 2,5 Mio) dazugekommen.

Die SIGNA Sports United GmbH mit Sitz in München erstellt zum 30. September 2020 einen nach International Financial Reporting Standards ("IFRS") aufgestellten Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen wird, und der am Sitz der Gesellschaft erhältlich ist.

Die SIGNA Sports United GmbH, München, wird wiederum eingebunden in den zum 30. September 2020 nach den IFRS erstellten Konzernabschluss der SIGNA Retail Selection AG, Zürich/Schweiz, für den größten Kreis von Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen wird, und der am Sitz der Gesellschaft erhältlich ist.

Nachtragsbericht

Um die mittelfristige Finanzierung der Gesellschaft sicherzustellen wurden weitere Darlehen der Gesellschafterin, SIGNA Sports United GmbH, zur Verfügung gestellt. Im Oktober und November 2020 wurden insgesamt EUR 4,0 Mio in Form von drei Darlehen zu bereitgestellt. Im Dezember folgten zwei weitere Darlehen im Gesamtumfang von EUR 7,0 Mio, die zur Ablösung der Bankdarlehen verwendet wurde. Weitere finanzielle Mittel folgten im März 2021 mit einer Million bzw. EUR 1,5 Mio im April 2021. Die Verbindlichkeiten, resultierend aus Darlehen gegenüber der Gesellschafterin, beläuft sich Ende April auf EUR 38,3 Mio netto.

 

Großostheim, den 25. Mai 2021

Publikat GmbH

Geschäftsführung

Philipp Majcher

Dominic Hoffmann

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019/2020

I. Grundlagen des Unternehmens und Wirtschaftsbericht

1. Geschäftsmodell

Die Publikat GmbH (im Folgenden auch "Publikat") mit Sitz in Großostheim ist unter dem Namen Stylefile im Bereich Athleisure & Graffiti ein Onlinehändler, welcher Ware in Deutschland und im europäischen Ausland verkauft. Bis zum 31. Dezember 2019 vertrieb Publikat unter dem Namen Bigtree auch Artikel aus dem Bereich Outdoor. Dieser Geschäftsbereich wurde zum 31. Dezember 2019 per Asset-Deal konzernintern an die Internetstores GmbH, Stuttgart, veräußert. Neben den eigenen Webshops vertreibt Publikat zudem Waren über Marktplätze und Onlinehändler wie Zalando, AboutYou, Amazon oder ebay. Zum Produktportfolio gehören vor allem Schuhe und Textilien im Bereich Athleisure. Im Bereich Graffiti werden neben Spray-Dosen und Marker v. a. Produkte im Bereich Graffiti-Zubehör vertrieben. Die Ware wird überwiegend direkt bei den Marken eingekauft. Zu den drei größten Lieferanten bzw. Marken gehören Adidas, Nike und New Balance.

2. Forschung und Entwicklung

Bereits im letzten Geschäftsjahr wurde mit der Entwicklung eines neuen Onlineshops über einen externen Dienstleister begonnen, welcher zum Ende dieses Geschäftsjahres für alle Länder fertiggestellt wurde. Zum Stichtag 30. September 2020 erfolgte eine zusätzliche Aktivierung unter den selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten und Werten i. H. v. EUR 0,8 Mio. Der Restbuchwert zum 30. September 2020 beträgt EUR 1,5 Mio des Vorjahres. Der Onlineshop basiert auf einer Basis-Cloudlösung von Salesforce, alle ergänzenden Features wurden selbst entwickelt.

3. Ziele und Strategie

Wie auch im Vorjahr zielte das Geschäftsjahr 2019/2020 auf ein deutliches, zweistelliges Wachstum bei Profitabilitätsverbesserung ab. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf dem deutschen, sondern auch auf dem europäischen Markt. Dazu hat der Ausbau des Logistikstandortes Großostheim maßgeblich das Geschäftsjahr beeinflusst. Die individuelle Strategie von Publikat ist aus der SIGNA Sports United Strategie abgeleitet (Vision "#1 Sports e-commerce platform in continental Europe" und Strategie "Category champion destination and envolving synergetic platforms"). Für Publikat bedeutet das, sich Richtung Kunde individuell als Category Champion im Bereich Athleisure und Graffiti zu etablieren. Im Hintergrund unterstützt die Gruppe und stellt Synergien bereit, um die Effizienz und Leistung zu steigern und die Kostengruppenweit zu reduzieren. 1 Mit der Operationalisierung hat Publikat bereits Anfang 2019 begonnen (neuer e-Shop und der Aufbau des gruppenweiten Logistikstandorts); auch das kommende Jahr wird geprägt sein von Projekten mit Fokus auf Category Champion (Exklusivität) sowie Gruppen-Synergien (weitere Automatisierungen in der Logistik).

4. Wirtschaftsbericht

a Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Umsatzerlöse, der Rohertrag sowie das EBITDA vor außergewöhnlichen Kosten stellen als relevante Kennzahlen zur Steuerung die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren der Publikat GmbH dar. Im Vorjahr wurde der Rohertrag als weiterer bedeutsamer finanzieller Leistungsindikator zur Steuerung der Gesellschaft ergänzt, da der Materialaufwand mit 50 % bis 60 % vom Umsatz einen entscheidenden Kostentreiber darstellt. Der Rohertrag ergibt sich aus den Umsatzerlösen zuzüglich sonstiger betrieblicher Erträge und abzüglich des Materialaufwands. Das EBITDA i. H. v. TEUR -1.520 wurde um externe Beratungsaufwendungen i. H. v. TEUR 195, Konzernumlagen i. H. v. TEUR 439 sowie sonstige Aufwendungen i. H. v. TEUR 215 als außergewöhnliche Kosten bereinigt.

Für das Geschäftsjahr 2019/2020 wurden im Vorjahr stark steigende Umsatzerlöse sowie ein ebenfalls stark steigender Rohertrag prognostiziert. Während die Umsatzerlöse um TEUR 4.294 gesteigert werden konnten, ergibt sich ein um TEUR 5.852 erhöhter Rohertrag. Das für das Geschäftsjahr 2019/2020 prognostizierte ausgeglichene EBITDA vor außergewöhnlichen Kosten wurde mit TEUR -1.520 nicht erreicht. Die Gründe für die Umsatzsteigerung sind vor allem auf den Ausbau des Marktplatzgeschäftes und des Dienstleistungsgeschäftes mit Unternehmen des Konzernverbundes zurückzuführen.

1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019
TEUR TEUR
Umsatzerlöse 67.705 63.411
Rohertrag 33.489 27.637
EBITDA vor außergewöhnlichen Kosten -1.520 -1.778

b) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Laut Statista wird die Online Penetrationsrate im Jahr 2020 in Deutschland bei 74,4 % liegen und im Jahr 2025 voraussichtlich 81,9 % erreichen. Die Covid19 Pandemie treibt den Onlinehandel in Deutschland. 2 Für die Jahre 2021 und 2022 prognostiziert Statista ein Wachstum von 8,5 % bzw. 7,2 %. 3

1 Diese Angabe wurde inhaltlich nicht geprüft.
2 Diese Angabe wurde inhaltlich nicht geprüft.
3 Vgl. Statista (2020): eCommerce Deutschland, letzter Abruf am 19. November 2020.

c) Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2019/2020 war geprägt durch den Ausbau der Marktplatzpräsenz, den finalen Relaunch des Eigenshops sowie den Ausbau des Konzernlogistikzentrums im laufenden Betrieb. Dazu gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung und die Synergien des Standortes wurden gestärkt. Von einer nennenswerten Beeinflussung des Geschäftsverlaufs aufgrund der getroffenen Covid19-Lockdown-Maßnahmen und der damit verbundenen Schwächung im stationären Handel hat sich der Margendruck im E-Commerce reduziert 4 , sodass im 2. Halbjahr bessere Margen erzielt werden konnten.

Der Ausbau der Marktplatzpräsenz schritt im vergangenen Geschäftsjahr deutlich voran. So wurden u. a. Otto, Sportscheck und AboutYou erfolgreich angebunden. Letztgenannter dazu neben Deutschland auch in Schweden, Finnland und Dänemark. Der Relaunch der Eigenshops in allen Ländern zog sich hingegen der ursprünglichen Planung bis kurz vor Geschäftsjahresende hin. Aufgrund der Ausbautätigkeiten in der Logistik während des regulären Geschäftsbetriebs, einen deutlichen Anstieg der abzuwickelnden Konzernlogistikmengen und einer gestiegenen Krankheitsquote während der ersten Covid-19 Welle litt die Performance z. T. deutlich. In Folge dessen konnten die Umsatzpotentiale aufgrund Restriktionen in den Operations nicht vollständig gehoben werden. Trotz der genannten Hemmnisse und Verzögerungen konnte ein Umsatzplus von 6,8 % zum Vorjahr generiert und somit das Budget erreicht werden. Bereinigt um die Umsatzgrößen, die BigTree beigetragen hat, ergibt sich sogar eine Steigerung der Umsatzerlöse von 22,8 %. Das Marktplatzgeschäft und die Erlöse aus dem Dienstleistungsgeschäft mit Unternehmen des Konzernverbundes sind als wesentliche Treiber zu definieren.

Darüber hinaus mussten Verzögerungen beim Ausbau des Konzernlogistikzentrums hingenommen werden. Die Fertigstellung diverser Milestones wurde durch die angeordneten Covid19-Maßnahmen erheblich gestört. Der Stapellauf von der zweiten Automatisierungsphase hat sich in das aktuelle Geschäftsjahr hinein verzögert. Dadurch hat sich die erwartete Verbesserung der Personalkosten/Item noch nicht ergeben. Demzufolge haben sich die negativen Auswirkungen hinsichtlich Produktivität und der damit verbundenen Ergebnisauswirkungen ergeben. Für das kommende Geschäftsjahr ist eine Produktivitätssteigerung eingeplant.

Zum 17. August 2020 trat Herr Philipp Majcher die Nachfolge von Herrn Maximilian Albert als CEO von Publikat an. Herr Albert hat das Unternehmen zum 30. September 2020 verlassen.

Durch die Übernahme von Headcounts der Outfitter Teamsport GmbH, Großostheim, und der Outfitter GmbH, Großostheim, in die Publikat GmbH wurde die Bedeutung der zentralen Steuerung diverser SIGNA-Gesellschaften an einem Standort zusätzlich gestärkt und der Aufbau von Shared Service Centern im Bereich Einkauf, Kundenservice, Content- & Bildproduktion, IT und HR weiter voran getrieben. Der Einzug eines externen Mieters ab Dezember 2019 führte zu zusätzlichen Mieterträgen.

Der Rohertrag verbesserte sich um +5,9%-Punkte auf 49,5 % und somit deutlich über Budget, was jedoch auf einen überproportionalen Anstieg der Dienstleistungsumsätze zurückzuführen ist.

4 Diese Angabe wurde inhaltlich nicht geprüft.

Das EBITDA vor außergewöhnlichen Kosten verbesserte sich zum Vorjahr um 14,5 %. Es wurde aber nicht wie budgetiert ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht, was hauptsächlich aus erhöhten Personal- und Zeitarbeiterkosten im Bereich Logistik resultiert, aufgrund der oben genannten Themen.

d) Ertragslage

Das Umsatzwachstum liegt mit 6,8 % über Vorjahr. Zum einen musste aufgrund von Kapazitätsengpässen in der Logistik und zur Sicherstellung der Vereinbarungen der Partnerverträge der Umsatz nachteilig gedrosselt werden. Dazu kommt, dass sich geplante Steigerungen in den Eigenshops aufgrund der Verzögerungen im Relaunch ebenfalls erst sehr viel später zeigten. Die Sortimentsverschiebung von Schuhen zu Textil geht auch in diesem Berichtsjahr weiter, was den durchschnittlichen Warenkorbwert sinken lässt. Nach wie vor bestimmt der Absatzmarkt Deutschland mit 69,9 % (i. Vj. 60,4 %) die Umsatzverteilung; rd. 3 % fallen auf die Schweiz und Österreich, rd. 27 % auf das restliche europäische Ausland, sowie ein geringer Anteil International.

Innerhalb der Erlöse wurden Dienstleistungsumsätze i. H. v. TEUR 8.200 durch die Übernahme der Konzernlogistik und sonstigen Dienstleistungen erwirtschaftet. Innerhalb der Kosten decken diese v. a. die Personaldienstleistungen (Personalkosten) sowie anteilige Miet- und sonstige laufenden operativen Logistikkosten ab. Die Materialaufwandsquote sank von 56,8 % im Jahr 2018/2019 auf 51,6 % im Geschäftsjahr 2019/2020 aufgrund der sich weiter verschiebenden Umsatzstruktur (hin zu Marktplätzen mit daraus höheren Margen).

Die Personalaufwandsquote stieg deutlich um 4,7%-Punkte gegenüber dem Vorjahr an. Der Anstieg ist auf den Bereich Logistik zurückzuführen. Zum einen aufgrund der bereits genannten Verzögerungen im Standortausbau, zum anderen auch aufgrund einer vorübergehend sprunghaft angestiegenen Krankheitsquote zu Beginn der Covid19-Krise. Die fehlende Produktivität wurde größtenteils durch den Zukauf externer Zeitarbeitsressourcen ausgeglichen, welches sich aber durch klare Mehrkosten zu Buche schlägt. 5

Die Quote der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist von 35,7 % im Jahr 2018/2019 auf 34,0 % im Jahr 2019/2020 gesunken und spiegelt Einsparungen u. a. in den Werbekosten und anderen betrieblichen Kosten wider.

e) Finanzlage

Durch den Jahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2019/2020 und stark gestiegenen Forderungen ergibt sich ein negativer operativer Cashflow von TEUR 8.845. Das Kapital zur Finanzierung der Investitionen in das Konzernlogistikzentrum sowie den Onlineshop inkl. der Defizite im operativen Cashflow wurde durch Gesellschafterdarlehen i. H. v. insgesamt TEUR 17.200 finanziert. Die Gesellschafterdarlehen der SIGNA Sports United GmbH, München, sind alle mit Rangrücktritten versehen und zählen daher im weiteren Sinne zum wirtschaftlichen Eigenkapital. Bereinigt um die Gesellschafterdarlehen, liegt die Fremdkapitalquote bei 55,5 % (i. Vj. 71,8 %). Gegenläufig wurden Bankdarlehen i. H. v. TEUR 400 getilgt. Mit Übernahme durch die SIGNA Sports United GmbH, München, konnte die kurz- und mittelfristige Finanzierung sichergestellt werden. Alle Gesellschafterdarlehen der SIGNA Sports United GmbH, München, laufen mindestens bis Ende Dezember 2022. Es bestehen zudem Darlehen von Kreditinstituten (EUR 8,0 Mio), die bis zum 31. Dezember 2020 laufen. Davon wurden TEUR 7.000 bereits abgelöst und die übrigen TEUR 1.000 belaufen sich auf eine Kreditlinie, welche sich quartalsweise um TEUR 250 vermindert. Die Darlehen der Altgesellschafter i. H. v. insgesamt TEUR 850 werden im März 2023 zur Rückzahlung fällig. Zum Stichtag bestand zudem eine Kreditlinie über den Einkaufsverbund SPORT 2000 i. H. v. TEUR 1.400, welche vollständig in Anspruch genommen wurde. Die Bankdarlehen wurden zum 31. Dezember 2020 über Gesellschafterdarlehen abgelöst.

5 Diese Angabe wurde inhaltlich nicht geprüft.

Der operative Cashflow im Geschäftsjahr 2019/2020 ist negativ und beträgt TEUR -8,845. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist mit TEUR -7.794 ebenfalls negativ. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist insbesondere durch Gesellschafterdarlehen der SIGNA Sports United GmbH, München, i. H. v. TEUR 18.130 positiv. Für 2020/2021 wird mit einem positiven Cashflow aus dem operativen Geschäft von TEUR 700 gerechnet, welcher aber noch nicht ausreicht, um den Cashflow aus Investitionen (TEUR 4.300) zu finanzieren. Inklusive Rückzahlung der Bankdarlehen ist zur Finanzierung ein Gesellschafterdarlehen über TEUR 13.500 vorgesehen. Per Ende April 2021 wurden diese vollständig in Anspruch genommen. Per Ende April 2021 wurden diese vollständig ausgezahlt. Somit ergibt sich per Ende April 2021 ein Gesellschafterdarlehensbestand i. H. v. EUR 38,3 Mio.

f) Vermögenslage

Das Gesamtvermögen von der Publikat beläuft sich zum 30 September 2020 auf EUR 46,5 Mio (i. Vj. EUR 30,1 Mio). Darin enthalten istauch der nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von EUR 7,3 Mio Zudem sind die geleisteten Anzahlungen in Summe und v. a. durch den Standortausbau Logistik um TEUR 4.200 gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Die Anlagenintensität ist im Geschäftsjahr im Wesentlichen durch die Investitionen in das Konzernlogistikzentrum um 3,3 %-Punkte. angestiegen. Der Warenbestand liegt auf Vorjahresniveau. Die Forderungen aus Lieferung und Leistung sind um EUR 3,0 Mio auf EUR 6,4 Mio gestiegen. Dieser Effekt resultiert insbesondere durch längere Zahlungsziele im B2C-Geschäft plus einem steigenden Anteil Marktplätze. Dies führt zu einem weiteren Anstieg der Forderungsquote.

g) Gesamtaussage

In Summe lässt sich festhalten, dass sich das Vermögen durch den Ausbau der Logistik und die Entwicklung eines neuen Onlineshops deutlich erhöht hat und somit nachhaltig in den Ausbau des Geschäftsmodells investiert wurde. Die Ertragslage hat sich operativ verbessert, wenngleich durch die erhöhten Personal- und Zeitarbeitskosten aus der Logistik ein negatives Ergebnis erreicht wurde. Der Finanzbedarf für das operative Geschäft und die Investments sowie die geringfügige Rückführung der externen Kreditverbindlichkeiten wurde durch Gesellschafterdarlehen abgedeckt.

II. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht

Für das Geschäftsjahr 2020/2021 werden stark steigende Umsatzerlöse sowie ein stark steigender Rohertrag erwartet, welche durch die Professionalisierung von Stylefile (Einführung des neuen Webshops, bessere Sortimentspolitik und Warenverfügbarkeit sowie Erweiterung der Vertriebspartnerschaften über neue Absatzkanäle) erreicht werden sollen.

Im Geschäftsjahr 2020/2021 sind weitere Investitionen in die Automatisierung des Lagers, aber auch in weitere Kapazitätserweiterung in Form des Lagerausbaus vorgesehen. Zudem soll ein neues ERP eingeführt werden. Die geplanten Investitionen befinden sich aber deutlich unter Berichtsjahresniveau. Innerhalb der Personalkosten wird mit deutlichen Einsparungen gerechnet, da durch die Automatisierung in der Logistik eine deutliche Produktivitätssteigerung erwartet wird. Für das Geschäftsjahr 2020/2021 wird ein stark steigendes EBITDA vor außergewöhnlichen Kosten erwartet, welches aus einem umsatzbedingt steigenden Rohertrag bei stabilen Fixkosten, erhöhten Dienstleistungserträgen und Steigerung der Produktivität in den Personalkosten der Logistik resultieren soll.

Seit Januar 2020 breitet sich das Coronavirus weltweit weiter aus (Coronavirus-Epidemie). Am 11. März 2020 hat die WHO die Coronavirus-Epidemie zur "Pandemie" erklärt. 6 Derzeit sind die Auswirkungen dieser Pandemie auf die Weltwirtschaft sehr schwer abzuschätzen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) gab bekannt, dass es infolge des Corona-Ausbruchs zu einem Rückgang der Weltwirtschaftsleistung um 3,5 % in 2020 kam. Zudem soll die Weltwirtschaft im Jahr 2021 um 5,5 % und 2022 um 4,2 % wachsen. 7

Da sich bei den vorhandenen Risiken der Publikat GmbH im Zusammenhang mit der Coronavirus-Epidemie nicht nur unbedeutende Chancen ergeben, hat die Geschäftsführung derzeit seine Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung für das Geschäftsjahr 2020/2021 nicht in der Planung angepasst. Wir gehen daher weiter von stark steigenden Umsatzerlösen, einem stark steigenden Rohertrag sowie einem positiven EBITDA vor außergewöhnlichen Kosten für das Geschäftsjahr 2020/2021 aus.

2. Risiken- und Chancenbericht

Den Chancen auf dem Markt stehen auch Risiken gegenüber. Im Folgenden werden Chancen und Risiken nach absteigender Bedeutung und vor etwaigen Sicherungsmaßnahmen aufgeführt.

a) Finanzierungsrisiken

Die Gesellschaft befindet sich ausweislich der Liquiditätsplanung für den Prognosezeitraum bis zum 30. September 2022 in einer herausfordernden Liquiditätssituation. Aufgrund der Wachstumsstrategie werden für die nächsten Jahre weiter negative Cashflows aus dem Bereich Investierung (Erweiterungs- & Automatisierungsinvestments) resultieren, welche nicht durch den operativen Cashflow gedeckt sind. Zur Finanzierung ist die Gesellschaft daher weiterhin auf die Unterstützung der Muttergesellschaft SIGNA Sports United GmbH, München, angewiesen und hat auf der Basis der aktuellen Ergebnis- und Liquiditätsplanung bereits Finanzierungsmaßnahmen zur Deckung der Liquidität der Gesellschaft während des Prognosezeitraums eingeleitet.

6 Vgl. WHO, letzter Abruf am 11. März 2021.
7 Vgl. Handelsblatt: IWF: Weltwirtschaft erholt sich schneller als erwartet von Corona, letzter Abruf am 31. März 2021.

b) Risikobericht

Aus der Ausbreitung des Coronavirus seit Januar 2020 besteht für die Publikat GmbH das Risiko, zukünftige Absatzeinbußen zu erleiden. Es zeigen sich nach aktuellem Kenntnisstand jedoch keine Umsatzrisiken. Im Gegenteil, Business Partner melden einen starken Zuwachs im Online Segment. Zudem besteht das Risiko, dass aufgrund positiver Fälle in der Logistik die Operations nicht sichergestellt werden können. Die operative Tätigkeit kann nach aktuellem Kenntnisstand durch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen weiterhin sichergestellt werden. Eine komplette Schließung der Logistik ist somit nahezu ausgeschlossen und kleinere Ausfälle können durch einen großen Pool an Zeitarbeitern kompensiert werden.

In der Athleisure-Branche besteht eine hohe Preistransparenz und ein starker Margendruck. Dem Risiko begegnet die Publikat GmbH durch eine systematische Beobachtung der Preisentwicklungen am Markt, gepaart mit einem Dynamic Pricing. Im Rahmen des Dynamic Pricings werden die Marktpreise, Kosten und Bestandsreichweiten zur Preisberechnung einbezogen. Zudem können Teile der gesunkenen Margen über Abschriftenbeteiligungen 8 mit den Lieferanten kompensiert werden.

Umsatzrisiken bestehen im Weitesten aufgrund der geringen Markteintrittsbarrieren und der steigenden Konzentration im Markt, welche zudem durch eine zunehmende Vertikalisierung von Herstellern verschärft wird. Dies kann zu Umsatzeinbrüchen über bestehende Vertriebspartnerschaften und damit verbundenen erhöhten Warenbeständen führen. Außerdem erweitern immer mehr Fashion Retailer wie Zara und H&M ihre Sortimente Richtung Athleisure und steigern dadurch ihre Marktanteile. Durch die kontinuierliche Erschließung neuer Vertriebswege (neue Marktplätze, neue Partnerschaften mit Lieferanten etc.) sowie neuer Märkte im europäischen Ausland wird das oben genannte Risiko gemindert. Das Warenrisiko kann durch Rolling-Forecast in Kombination mit einem flexibilisierten Einkaufsbudget und weiter hohen Nachorderanteilen reduziert werden 9.

Im Bereich des E-Commerce ist die Gesellschaft grundsätzlich von der Systemfunktionalität und Zuverlässigkeit der zu betreibenden Online-Plattformen abhängig. Eine Beeinträchtigung der IT-Strukturen könnte zu Störungen im Betriebsablauf und infolgedessen zu Umsatzverlusten und Kundenunzufriedenheit führen. Um diesen Risiken erfolgreich entgegenzuwirken, richtete die Gesellschaft Sicherheits- sowie Überwachungsprozesse ein. Alle Systeme (wie z. B. das Lagerverwaltungssystem, kurz LVS) werden auf internen Servern über Monitoring-Displays auf ein etwaiges Ausfallrisiko hin getrackt.

Im europäischen Ausland professionalisiert sich der E-Commerce zunehmend und immer mehr inländische Händler dominieren aufgrund von Kostenvorteilen vor allem im Bereich der Logistikkosten die heimischen Märkte, wodurch die Publikat GmbH Marktanteile im Ausland verliert.

8 Diese Angabe wurde inhaltlich nicht geprüft.
9 Diese Angabe wurde inhaltlich nicht geprüft.

Risiken aus Forderungsausfällen und aus externem Betrug sowie möglichen Hackerangriffen wird entgegengewirkt. Forderungsausfälle und externer Betrug resultieren daraus, dass Kunden oder Vertragspartner ihren vertraglichen Zahlungspflichten nicht nachkommen. Die Gesellschaft versucht jedoch stetig, durch die überwiegende Abwicklung über sichere Zahlarten wie Kreditkarten, Paypal und Amazon Payment diesen entgegen zu wirken. Weitere sichere Zahlarten wie Klarna sind live und werden von Kundenseite gern angenommen. 10 Diese Maßnahmen führen dazu, dass die Forderungsausfälle nicht wesentlich sind.

Ein steigendes Kostenrisiko stellen die Retouren-Quoten dar. Die Gesellschaft beobachtet dieses Risiko fortlaufend und wirkt u. a. mit Anpassungen der Preisuntergrenze bei entsprechend auffälligen Artikeln aktiv dagegen. 11

c) Chancenbericht

Aus der Ausbreitung des Coronavirus seit Januar 2020 ergeben sich für die Publikat GmbH auch gegenläufige Effekte, indem die Geschäftsführung anstrebt durch Zusatzmaßnahmen die Nachfrage zusätzlich anzukurbeln und die gegenwärtigen Vorteile eines Onlinehändlers gegenüber dem eingeschränkten stationären Handel zu nutzen. Die Zusatzmaßnahmen beinhalten insbesondere gemeinschaftliche Rabattaktionen mit großen Marktplätzen sowie Marketingkampagnen mit den Herstellern. Aktuell zeigt die Erfahrung aus diesbezüglichen Maßnahmen, dass das Risiko von Absatzeinbußen infolge von Covid19 entschieden kompensiert werden kann.

Die Einstiegsbarrieren in neue Märkte sind niedrig. Besonders durch die steigende Marktplatzkompetenz von Publikat aufgrund von Synergien innerhalb der SIGNA Sports United GmbH, München, können neue Marktplätze kurzfristig angeschlossen werden. Durch die Skalierbarkeit lassen sich daher weitere Wachstumspotenziale erschließen.

Die erfolgreiche Umstellung der Stylefile Webshops auf die Commerce-Cloud und der damit einhergehenden intelligenten Komplettlösung für E-Commerce bietet eine Vielzahl neuer Ansätze um die Customer-Journey um weitere innovative und personalisierte Features auf Mobilgeräten, im Internet, in sozialen Medien und in anderen Kanälen zu bereichern. Die Einführung soll vor allem im Mobile-Bereich, welcher eine immer höhere Relevanz für die Zielgruppe von Stylefile darstellt, zur Stabilisierung der Wettbewerbsfähigkeit führen.

10 Diese Angabe wurde inhaltlich nicht geprüft.
11 Diese Angabe wurde inhaltlich nicht geprüft.

Durch den Konzernverbund der SIGNA Sports United GmbH, München, wird Publikat weiter von vielen Synergieprojekten profitieren, welche zu Kosteneinsparungen durch Gruppenverträge oder Dezentralisierungen im Bereich Services führen. 12 Zudem wird der Knowhow-Transfer gefördert. Das größte Synergieprojekt stellt das aufgebaute Konzernlagerzentrum in Großostheim dar, welches von der Publikat GmbH betrieben wird. Hier profitiert Publikat zum einen von einer Fixkostendegression durch die Konzernmengen und zum anderen durch zusätzliche Investitionen in die Automatisierung, welche sich ebenfalls durch die steigenden Konzernmengen amortisieren und damit die Stückkosten senken. Auf diese Weise steigt die Wettbewerbsfähigkeit, da die Logistikkosten einen entscheidenden Kostentreiber darstellen.

 

Großostheim, den 25. Mai 2021

Publikat GmbH

Philipp Majcher, Geschäftsführer

Dominic Hoffmann, Geschäftsführer

12 Diese Angabe wurde inhaltlich nicht geprüft.

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2019/2020

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.10.2019 Zugänge Abgänge Umbuchungen 30.9.2020
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.154.582,66 857.756,96 0,00 0,00 2.012.339,62
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.459.574,00 951.959,93 185.542,68 49.500,00 3.275.491,25
3. Geschäfts- oder Firmenwert 2.461.781,16 0,00 0,00 0,00 2.461.781,16
6.075.937,82 1.809.716,89 185.542,68 49.500,00 7.749.612,03
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.135.461,33 1.221.289,06 306.869,57 652.622,24 7.702.503,06
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 4.900.457,92 0,00 -702.122,24 4.198.335,68
6.135.461,33 6.121.746,98 306.869,57 -49.500,00 11.900.838,74
12.211.399,15 7.931.463,87 492.412,25 0,00 19.650.450,77
Abschreibungen kumuliert
30.9.2019 Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge 30.9.2020
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 542.005,82 0,00 542.005,82
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 717.878,47 696.668,68 58.598,41 1.355.948,74
3. Geschäfts- oder Firmenwert 369.530,38 246.388,68 615.919,06
1.087.408,85 1.485.063,18 58.598,41 2.513.873,62
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.027.426,40 796.453,05 295.937,29 2.527.942,16
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
2.027.426,40 796.453,05 295.937,29 2.527.942,16
3.114.835,25 2.281.516,23 354.535,70 5.041.815,78
Buchwerte
30.9.2020 30.9.2019
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.470.333,80 1.154.582,66
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.919.542,51 1.741.695,53
3. Geschäfts- oder Firmenwert 1.845.862,10 2.092.250,78
5.235.738,41 4.988.528,97
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.174.560,90 4.108.034,93
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.198.335,68 0,00
9.372.896,58 4.108.034,93
14.608.634,99 9.096.563,90

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Publikat GmbH, Großostheim

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Publikat GmbH, Großostheim - bestehend aus der Bilanz zum

30. September 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Publikat GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 geprüft.

Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben zur Bewertung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit unter den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang sowie die Angaben zu Finanzierungsrisiken in Abschnitt II des Lageberichts. Dort beschreiben die gesetzlichen Vertreter, dass sie erwarten, dass die Gesellschaft auch in dem Prognosezeitraum bis zum 30. September 2022 negative Zahlungsmittelüberschüsse erzielen wird. Zur Finanzierung ist die Gesellschaft daher weiterhin auf die Unterstützung der Muttergesellschaft SIGNA Sports United GmbH angewiesen und hat auf der Basis der aktuellen Ergebnis- und Liquiditätsplanung bereits Finanzierungsmaßnahmen zur Deckung der Liquidität der Gesellschaft während des Prognosezeitraums eingeleitet. Weitere Finanzierungs- und Kosteneinsparungsmaßnahmen sind dann erforderlich, wenn Sachverhalte eintreten, die die Liquidität über die in der Planung eingebauten Reserven hinaus belasten. Zur Vermeidung von Liquiditätslücken müssen die eingeleiteten Finanzierungsmaßnahmen zumindest während des Prognosezeitraums aufrechterhalten werden und die Gesellschaft muss ihre Wachstumsstrategie wie geplant umsetzen. Diese Ereignisse und Gegebenheiten deuten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:

die im Lagebericht enthaltenen lageberichtsfremden und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 27. Mai 2021

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