Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 52839
Vorher
MAGNET-MOTOR Gesellschaft für magnetmotorische Technik mbHL-3 Communications Magnet-Motor GmbHL3 Magnet-Motor GmbH
Eingetragen
1.7.1993
Branche
Herstellung von Elektromotoren und GeneratorenHerstellung von handgeführten Werkzeugen mit MotorantriebHerstellung von Transformatoren und Stromrichtern
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von elektrischen Antriebs- und Stromerzeugungssystemen sowie deren Komponenten.

Historie

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Management

NameRolle
Ulrich Gendritzki
seit 6.6.2025
Prokura
Natalie Käter
seit 5.2.2025
Prokura
Sebastian Döring
seit 26.4.2024
Geschäftsführer
Michael Masur
seit 31.1.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
385.000 €
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

L-3 Communications Magnet-Motor GmbH

Starnberg

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2006

LAGEBERICHT
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2006

Darstellung des Geschäftsverlaufs

1. Entwicklung der Branche und Bezug auf Magnet - Motor

Unverändert zu den Vorjahren beschäftigte sich Magnet-Motor im Jahre 2006 im Wesentlichen mit der Entwicklung bzw. Weiterentwicklung und Herstellung von Komponenten, Komponentensystemen und der Systemtechnik in den Bereichenelektrische Antriebssysteme für Landfahrzeuge (militärisch und zivil) und Schiffe auf Basis von MM-Motoren, MM-Generatoren, Leistungselektronik und Steuerungstechnik,

- Energiewandlersystem (MM-Generatoren und Leistungselektronik)

- Energiespeichertechnik und elektrische Hochstrompulstechnik auf Basis Schwungrad-Speicher Technologie (MDS).

Neben Engineering- und Hardwarearbeiten für Prototyp- und Demonstratorfahrzeuge bearbeitete Magnet-Motor in den genannten Anwendungsfeldern in erheblichem Maße Konzeptarbeiten, die im Rahmen von Kundenaufträgen als Vorstufe für späteres Hardwareengineering und nachfolgende Herstellungsarbeiten durchgeführt wurden.

Der deutsche, öffentliche Auftraggeber ist bei der Neuvergabe von Entwicklungsaufträgen im innovativen, nicht auf konventioneller Technik basierenden Bereich ohne konkreten kurzfristigen Bedarf nach wie vor sehr zurückhaltend. Magnet-Motor hat hier im Vorjahr lediglich kleinere Aufträge, die allerdings auch längerfristige Relevanz besitzen, akquiriert. Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben sich erheblich positiver dargestellt, da hier insbesondere in USA und Großbritannien entsprechende wehrtechnische Programme angelaufen sind, an denen Magnet-Motor teils direkt, teils indirekt partizipieren kann. Mit der Mutter L-3 Communications und deren im Wesentlichen in den USA ansässigen Tochterfirmen hat Magnet-Motor nun auch besseren Zugang zum US-Markt, entweder direkt oder über die Schwesterfirma L-3 Communications Combat Propulsion Systems (CPS)

2. Umsatz und Auftragsentwicklung

(a) Umsatz nach Kundensegmenten

Im Jahre 2006 verteilte sich der Umsatz der Magnet-Motor GmbH auf die verschiedenen Kundensegmente wie folgt:

2005
TEUR
2006
TEUR
Inland
Öffentliche Auftraggeber 2.366 3.908
Automobilindustrie/ sonstige
Verkehrsmittel
430 90
Verbundene Unternehmen 0 0
Sonstige 33 20
2.829 4.018
Ausland
Militärtechnik 2.004 1.849
Sonstige 0 588
2.004 2.437
4.733 6.455

(b) Angaben zur Auftragslage (Auftragseingänge; - estand und - eichweite)

Die Summe der Aufträge, die zum Bilanzstichtag 31.12.2006 bestanden, aber noch nicht ausgeliefert waren, beläuft sich auf 6.454 TEUR. Davon wurden unfertige Leistungen in Höhe von 3.413 TEUR bereits erbracht. Die restliche Leistung von 3.041 TEUR ist in den Folgejahren zu erbringen. Restliche Leistung nach Segment:

Kundensegment in TEUR am
31.12.2006
Militärtechnik USA 1.295
Militärtechnik sonstiges Ausland 137
Öffentlicher Auftraggeber Inland 948
Konzernintern Ausland 149
Sonstige Inland 487
Sonstige Ausland 25
Gesamt 3.041

Bei öffentlichen Aufträgen wurden neben Selbstkostenfestpreisen überwiegend Selbstkostenerstattungspreise vereinbart. Magnet-Motor konnte mit diesen Aufträgen ihre technologische Basis festigen und teilweise erweitern.

3. Produktion und Engineering

Folgende Produkte wurden im Geschäftsjahr 2006 im Kundenauftrag entwickelt bzw. objektspezifisch weiterentwickelt und hergestellt:

- Elektrische Antriebssysteme und Aggregate für Fahrzeuge, bestehend aus Generatoren, Motoren und der dazugehörigen Leistungs- und Steuerungselektronik

- Elektrische Generatoren für Schiffsanwendungen

- Energiespeicher auf Basis der Schwungradspeichertechnik (MDS)

- Elektrische und elektronische Teilsysteme für diverse Anwendungen, i. W. für den Fahrzeugbereich

- Konzeptarbeiten für Systeme, die die zuvor genannten Komponenten und Systeme beinhalten

- Prototyp eines Stromerzeugungsaggregates auf der Basis von MM Technik in Kombination mit Wankelmotor

Die von Magnet-Motor gefertigten Prototypen übersteigen in Bezug auf ihre einzelnen Komponenten in wesentlichen Anteilen jeweils den aktuellen Stand der Technik.

In Bezug auf die technikrelevanten Daten der Systeme (z. B. gesamtes Antriebssystem usw.) hat die MM-Technologie erhebliche Alleinstellungsmerkmale am Markt, die einen wesentlichen Anteil des Unternehmenswertes von MM darstellen.

Magnet-Motor ist nicht für die Fertigung von Serien ausgerüstet, jedoch ist Magnet-Motor durch die Zusammenarbeit mit ausgesuchten Zulieferern und Unterauftragnehmern in der Lage, Prototypen und Muster schnell und flexibel zu fertigen. Um zukünftig auch größere Stückzahlen fertigen und liefern zu können, werden mit der Schwesterfirma CPS Fertigungsmöglichkeiten in USA und Kanada untersucht.

Die Kapazitäten für die Prototypfertigung von elektrischen Maschinen und der dazugehörigen Elektronik waren im vergangenen Jahr weitgehend ausgelastet, ähnliches wird für das folgende Jahr erwartet.

4. Beschaffung

Entsprechend ihrer Fertigungsstruktur und Ausstattung unterhält Magnet-Motor keine größeren Lagermengen von Vormaterialien und Bauteilen. Bei elektronischen Bauteilen im Bereich Leistungselektronik (IGBT) sowie bei integrierten Schaltkreisen sind die in dieser Branche bekannten Lieferfristen und Preissprünge zu beachten. Magnet-Motor versucht, durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Distributoren den Einfluss auf die Preisqualität so gering wie möglich zu halten. Da der L-3 Konzern sehr wesentlich von Elektronikprodukten und den dazugehörigen Fertigungsmöglichkeiten geprägt ist, eröffnet sich auch hier die Möglichkeit für MM zur kostengünstigen Beschaffung und Fertigung.

Die Leistungsfähigkeit der Produkte der Magnet-Motor hängt wesentlich auch von der Qualität der verwendeten Materialien ab. Im Bereich der Bauteile des magnetischen Kreises der Motoren und Generatoren hat Magnet-Motor deshalb in Zusammenarbeit mit namhaften europäischen Zulieferern Teile und Verfahren entwickelt, die auf die speziellen Bedürfnisse der Magnet-Motor zugeschnitten sind. Dabei versucht Magnet-Motor gleichzeitig, eine größere Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu vermeiden.

Auf die Abkündigung der Herstellung von Bauteilen und -qualitäten kann Magnet-Motor jeweils durch technische Adaptionen und Einbezug von Alternativelementen erfolgreich reagieren.

5. Investitionen

Hat Magnet-Motor in den Vorjahren nur geringe Investitionen getätigt, so sind seit der Übernahme durch L-3 grundlegend notwendige und überfällige Investitionen, die zum Erhalt und zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der Gesellschaft dienen, geplant und z.T. bereits begonnen worden. Hierzu gehört z.B. die umfassende Neuerung der IT Struktur mit Hard- und Software-Aktualisierung, welche im Februar 2007 abgeschlossen wurde. Dabei wurden gleichzeitig auch die im L-3 Konzern erforderlichen Sicherheitsstandards berücksichtigt und realisiert. Weitere Investitionen betreffen die Erneuerung bzw. Ersatzbeschaffung von Spezialsoftware im Entwicklungsbereich sowie eine Projektplanungssoftware und eine neue Finanzsoftware, mit deren Hilfe die gestiegenen Reportinganforderungen schneller und korrekter bewältigt werden können. Letzteres ist zum Zeitpunkt der Berichterstellung planerisch vollzogen, aber noch nicht umgesetzt.

Die in den vergangenen Jahren vernachlässigten Investitionen im Bereich der Gebäudeerhaltung, -modernisierung und -erweiterung (z.B. Prüfstandseinrichtungen) sollen in 2007 und 2008 nachgeholt werden.

Im Berichtsjahr wurden Investitionen in Höhe von insgesamt 104 TEUR vorgenommen, davon rund 61 TEUR für die Erneuerung der Netzwerk-Server, deren Software sowie die Netzwerk-Verkabelung und rund 31 TEUR für sonstige Computer und Software.

Finanzinvestitionen oder Investitionen in Beteiligungen wurden von Magnet-Motor im Berichtszeitraum planungsgemäß nicht vorgenommen.

Insgesamt sind für die Jahre 2007 und 2008 Investitionen von rund 1.100 T€ u.a. für die Erweiterung und Modernisierung von Prüfständen, den Ersatz veralteter Maschinen sowie für Beschaffung von Software (Finanz-, ERP-, Projektplanung und Simulation) vorgesehen.

6. Finanzierung

Magnet-Motor finanziert sich durch Fremdmittel.

Die vertraglichen Vereinbarungen mit Auftraggebern sehen teilweise Anzahlungen vor, die den während der Auftragsbearbeitung erforderlichen Finanzbedarf nicht immer in voller Höhe abdecken. Die von Magnet-Motor erbrachten Vorleistungen wurden durch Gesellschafterdarlehen finanziert. Diese sind mit entsprechenden Rangrücktrittsklauseln durch die Gesellschafterin versehen.

Neben den gewährten Gesellschafterdarlehen hatte Magnet-Motor in der Vergangenheit Lieferantenkredite dergestalt in Anspruch genommen, dass Zahlungsziele gestreckt wurden. Dies hat zum Teil zu Lieferantenverbindlichkeiten zu Beginn des Berichtsjahres von mehreren hunderttausend Euro geführt mit der Folge, dass wesentliche Zulieferer nur noch gegen Vorauskasse oder gar nicht mehr geliefert haben und dadurch der normale Geschäftsbetrieb erheblich gestört war. Seit der Zugehörigkeit zum L-3 Konzern wurde diese Praxis verlassen, sämtliche Verbindlichkeiten werden nun wieder bei Fälligkeit beglichen, was im Wesentlichen durch Gesellschafterdarlehen und Kapitaleinlagen bewerkstelligt werden muss, sofern die Liquidität aus der eigenen Geschäftstätigkeit dazu nicht ausreicht.

Zur Sicherung der Liquidität der Magnet-Motor hat die Gesellschafterin mit Datum vom 2. Juli 2007 eine Liquiditätsausstattungsgarantie zugunsten der Magnet-Motor abgegeben. Notwendige Mittel werden durch die Gesellschafterin auf erstes Anfordern durch Magnet-Motor zur Verfügung gestellt.

7. Personal

Die kontinuierliche Reduzierung des Personalstandes aufgrund der rückläufigen Auftragssituation vor Übernahme durch L-3 führte auch zum Verlust von Know-How- Trägern bzw. Fachkräften, dem die Gesellschaft durch etliche Neueinstellungen im Berichtsjahr begegnete. Zu erwähnen ist hierbei auch die Neubesetzung im administrativen Bereich durch eine Projekt- und Finanzcontrollerin sowie durch eine Personal- und Marketingfachfrau.

Die Geschäftsleitung wurde mit Übernahme durch L-3 neu besetzt und statt mit bisher 3 Geschäftsführern nur noch mit einem Geschäftsführer ausgestattet.

Die Gesellschaft unterliegt keiner Tarifbindung.

Auf das gesamte Berichtsjahr bezogen, beschäftigte Magnet-Motor im Durchschnitt 67 Mitarbeiter/-innen (Vorjahr 63). Der Personalstand Ende 2006 betrug 71 (60) Mitarbeiter/-innen.

Die Zusammensetzung des Mitarbeiterstammes in Bezug auf die Qualifikation stellt sich zum Stichtag 31.12.2006 wie folgt dar:

Wissenschaftler 7%
Ingenieure/Techniker 56%
Werkstattpersonal 23%
Sonstige 14%

8. Wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres

Die Übernahme der Gesellschaft durch die L-3 Communications Holding GmbH, Bremen wurde am 20.03.2006 vollzogen Die Geschäftsführer Dr. Heidelberg und Herr Haalck traten, wie im Übernahmevertrag vorgesehen, an diesem Tage als Geschäftsführer zurück. Bis zum 30.04.2006 wurde die Gesellschaft von Herrn Dr. Peter Ehrhart, einem der drei bisherigen Geschäftsführer, weitergeführt. Am 01.05.2006 wurde Herr Manfred Heeg als neuer, alleiniger Geschäftsführer eingesetzt. Herr Dr. Heidelberg steht der Gesellschaft weiterhin als Berater zur Verfügung.

Der Rechtsstreit mit der Fa. SAM in Hamburg, welche seit Anfang 2006 ebenfalls zum L-3 Konzern gehört, bezüglich der Zahlung der Schlussrechnung im Projekt "Planet" durch SAM einerseits sowie der Zahlung von Schadensersatz durch MM andererseits wurde durch einen außergerichtlichen Vergleich beigelegt. Eine entsprechende Vereinbarung wurde von den Parteien am 11. Dezember 2006 unterzeichnet, die Klage vor dem Landgericht Hamburg von MM daraufhin mit Schreiben vom 12.12.2006 zurückgezogen.

Die Kosten der Magnet-Motor im Zusammenhang mit dem Schadensfall eines Schiffsmotors im August 2004 wurden bei dem verantwortlichen Unterlieferanten Benning eingeklagt. Mögliche Folgen der Gegenklage von Benning wurden in den Rückstellungen berücksichtigt. Der Rechtsstreit wurde nach Abschluss des Geschäftsjahres beendet (siehe 9.).

9. Wichtige Vorgänge nach Abschluss des Geschäftsjahres

Die Schadensersatzklage von MM gegen Fa. Benning wegen Lieferung mangelhafter Spulen für das Projekt "Planet" sowie die Gegenklage von Benning wegen nicht erfolgter Schlusszahlung durch MM wurden jeweils zurückgezogen, nachdem sich die Parteien in einem außergerichtlichen Vergleich mit Vereinbarung vom 02.04.2007 geeinigt hatten. In den Rückstellungen wurde dieser Sachverhalt berücksichtigt.

Im März und August 2007 wurden durch die Gesellschafterin jeweils 500 T€ in die freie Kapitalrücklage der Magnet-Motor eingezahlt.

Im November 2007 wurde darüber hinaus ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft abgeschlossen.

Darstellung der Lage

1. Vermögenslage

Planmäßig wurde ein Teil der begonnenen Aufträge im Berichtszeitraum nicht abgeschlossen. Die hierfür geleistete Arbeit wurde nach den bilanziellen Richtlinien zu Herstellkosten bewertet. Die Vorräte erreichen eine Höhe von 49% der Bilanzsumme.

Darüber hinaus kam es bei der Abwicklung einiger Aufträge zu Verzögerungen. Die noch nicht abgerechneten Leistungen wurden jeweils verlustfrei bewertet.

Die vorhandene Kapitalrücklage reicht nicht aus, den Verlust des Geschäftsjahres 2006 abzudecken und es entsteht ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag. Wegen der erwarteten, negativen Geschäftsentwicklung in den Folgejahren sind zusätzliche Kapitalzuführungen durch die Muttergesellschaft erforderlich. Die Eigenkapitalausstattung der Gesellschaft zum Bilanzstichtag ist für die Geschäftstätigkeit und die damit verbundenen Risiken bei der Auftragsbearbeitung als nicht hinreichend anzusehen. Allerdings wurden von der Muttergesellschaft zwei weitere Kapitalzuführungen nach dem Bilanzstichtag durchgeführt, mit der die Gesellschaft einen stabilen Wachstumspfad erreichen soll. Dieses langfristige Engagement wird erst in späteren Jahren Früchte tragen. Ebenfalls nach dem Bilanzstichtag wurde ein Gewinnabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft abgeschlossen. Im Rahmen dieser Vereinbarung sind der Gesellschaft entstehende Verluste vollständig auszugleichen.

Wegen des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages beträgt die Eigenkapitalquote 0,0%.

2. Finanzlage

Die folgenden Finanzkennzahlen verdeutlichen die Finanzsituation der Magnet-Motor:

Deckungsgrad A (EK/Anlagevermögen): 0,0 %
Liquiditätsgrad (Liquidität 1. Grades): 9,9 %

Formel:



Der Liquiditätsgrad gibt das stichtagsbezogene Verhältnis des Finanzmittelbestandes zum kurzfristigen Fremdkapital wieder. Mittel der Muttergesellschaft sind dabei nicht berücksichtigt.

Aufgrund der regelmäßig im Rahmen der Auftragsfertigung zu erbringenden Vorleistungen ist für Magnet-Motor zur nachhaltigen Sicherung der Zahlungsfähigkeit die Verfügbarkeit entsprechender Kreditlinien erforderlich. Rahmenvereinbarungen mit Kreditinstituten wurden nicht abgeschlossen. Der finanzielle Handlungsspielraum wurde und wird durch Gesellschaftermittel hergestellt. Zur Absicherung der Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft ist die weitere Gewährung von Finanzmitteln durch die Muttergesellschaft erforderlich. Diese Finanzmittel werden durch eine Liquiditätsausstattungsgarantie der Muttergesellschaft sichergestellt.

3. Ertragslage, voraussichtliche Entwicklung

Das Geschäftsjahr 2006 wurde mit einem negativen Ergebnis abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Verlust nochmals deutlich, von 1.922 T€ auf 2.229 T€ erhöht. Durch diesen Verlust wurde das noch vorhandene Eigenkapital vollständig aufgezehrt, so dass sich ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von 2.072 T€ ergibt. Der Verlust beträgt 34,5% des Umsatzes (40,6%). Das Ergebnis wurde aufgrund diverser Verzögerungen bei Fahrzeugprojekten belastet. Die Belastungen wurden durch unvorhergesehene Nacharbeiten und durch erforderliche zusätzliche und ausgedehnte, personalintensive Entwicklungsleistungen hervorgerufen. Insgesamt belaufen sich die Wertberichtigungen zum Bilanzstichtag auf 787 TEUR. Den Ergebnisbelastungen stehen im Wesentlichen die Erlöse aus der Abrechnung der mit GDLS, KMW und dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, BWB vereinbarten Lieferungen und Leistungen gegenüber.

Die bisherigen Gesellschafter haben die Gesellschaft zum 20.03.2006 an die L-3 Communications Holding GmbH, Bremen veräußert. L-3 Communications Magnet-Motor GmbH gehört damit zur USamerikanischen L-3 Gruppe. Aus diesem Gesellschafterwechsel wird eine sichere Finanzierungsbasis und ein stark wachsendes Geschäft, insbesondere im US-Wehrtechnikbereich erwartet. Aufgrund von Anpassungs- und Re-Investitionsmaßnahmen jedoch wird auch für das Geschäftsjahr 2007 noch ein deutlich negatives Ergebnis erwartet. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass zukünftig Aufträge besser abgewickelt werden können. Der damit geplante und erwartete Umsatz soll bei MM langfristig zu einem positiven Ergebnis führen.

Es wird davon ausgegangen, dass alle diese Maßnahmen in Folgejahren zu stark steigenden Auftragseingängen und Umsätzen führen werden, was zu deutlich besseren Betriebsergebnissen führen wird.

Chancen und Risiken

Die Magnet-Motor ist einer Vielzahl von möglichen Risiken ausgesetzt. Ziel unseres unternehmerischen Handelns ist es, die Risiken zu minimieren und die potenziellen Chancen zu nutzen, um so die gesteckten Ziele zu erreichen.

Wesentliche Risiken

Die vorhandene Personalkapazität für das Jahr 2007 ist durch den bestehenden Auftragsbestand noch nicht vollständig gedeckt.

Bei den Aufträgen des deutschen öffentlichen Auftraggebers, die in der Vergangenheit einen Großteil der Auslastung ausmachten, kann aufgrund der haushaltspolitischen Lage und der damit verbundenen Ausgabenbeschränkungen nicht sicher davon ausgegangen werden, dass Nachfolgeaufträge erteilt werden.

Bei den Auslandsaufträgen kann die Exportsituation durch Währungsschwankungen schlechter werden bzw. die erzielbaren Preise geringer werden. Speziell die Aufträge von GDLS an Magnet-Motor sind trotz der guten technischen Zusammenarbeit und der bestehenden und geplanten Anwendungsprogramme sowohl von inneramerikanischen Konstellationen als auch von der aktuellen politischen Situation abhängig.

Magnet-Motor nutzt bei der Umsetzung von Aufträgen die technisch gegebenen Möglichkeiten maximal aus und bringt neue technische Erkenntnisse ein. Es besteht insofern ein Risiko, dass bei der Durchführung der Aufträge unerwartete Umstände und Ergebnisse dazu führen, dass nicht kalkulierte Nachbesserungen zu Mehraufwänden führen.

Bei Auftreten nicht abschließend kalkulierbarer technischer Schwierigkeiten kann es zu erheblichen Verzögerungen in der Auftragsbearbeitung und damit auch zu entsprechenden Vertragsstrafen kommen.

Dies hat teilweise das Jahresergebnis 2006 insoweit getroffen, dass Rückstellungen und verlustfreie Bewertungen vorgenommen werden mussten. Auch zukünftig können derartige Belastungen aufgrund des hohen technischen Innovationsgrades nicht ausgeschlossen werden. Jedoch wird versucht, durch Verbesserung der Durchführung der Risikoanalyse unvorhergesehene technische Probleme möglichst schon im Vorfeld zu erkennen und zu vermeiden.

Insgesamt hängt die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft von der Markteinführung der Technologie der MM ab. Neben erheblichen Chancen, die sich in den Zukunftsperspektiven einer erfolgreichen Marktakzeptanz ergeben, besteht auch das Risiko, dass keine nachhaltigen Anwendungsgebiete erschlossen werden können und somit weitere Geschäftsfelder insbesondere im Bereich der zivilen Entwicklung erschlossen werden müssen.

Magnet-Motor hat mit mehreren Geschäftspartnern Lizenzverträge bezüglich verschiedener vorhandener MM-Technologien abgeschlossen. Durch die Abhängigkeit von der geschäftlichen Entwicklung der Partnerfirmen können Risiken bzw. Hemmnisse bezüglich der weiteren Vermarktung der eigenen Technologien entstehen. Zu erwartende Lizenzzahlungen wurden aus Vorsichtsgründen nicht in die Planung aufgenommen. Dennoch besteht aufgrund der geschlossenen Verträge berechtigte Aussicht, in den Folgejahren entsprechende Lizenzeinnahmen zu erhalten.

Die Zahlungsmodalitäten im Rahmen langfristiger Aufträge sind in der Regel mit erhöhtem Liquiditätsbedarf der Magnet-Motor verbunden. Die Ausgaben im Zusammenhang mit den bei langfristiger Auftragsfertigung zu erbringenden Vorleistungen können zu vorübergehendem Liquiditätsbedarf führen, der durch Gesellschaftermittel gedeckt werden soll, wenn beim Kunden keine Anzahlungen und / oder Teilzahlungen durchzusetzen sind.

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass der neue Eigentümer die für den Fortbestand der Gesellschaft erforderliche Zuführung von Eigenkapital auch weiterhin vornimmt und damit die finanzielle Lage auch in Zukunft stabilisiert. Ohne zusätzliche Finanzmittel oder kapitalersetzende Maßnahmen wäre der Bestand der Gesellschaft ernsthaft gefährdet. Aufgrund des im Geschäftsjahr 2007 geschlossenen Gewinnabführungvertrages sowie der ebenfalls nach dem Bilanzstichtag erfolgten weiteren sonstigen Zuzahlungen in die Kapitalrücklage der Gesellschaft bestehen aus Sicht der Geschäftsführung derzeit jedoch keine Zweifel an der Unternehmensfortführung.

Wesentliche Chancen

Die wesentlichen Chancen der Magnet-Motor werden unter Abschnitt E. im Rahmen der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft näher erläutert.

D. Forschung und Entwicklung

Magnet-Motor verfügt über mehr als 150 Patente in mehr als 30 Patentfamilien, über die z. T. Lizenzrechte für verschiedene Anwendungsfelder erteilt wurden.

Neben dem Lizenzvertrag mit GDLS, der i. W. die elektrische Antriebstechnik für militärische Fahrzeuge in Nordamerika umfasst und mit Renk AG über elektrische Antriebssysteme für Kettenfahrzeuge hat Magnet-Motor in der Vergangenheit weitere Lizenzverträge mit ABB, AdCapital und Proton Motor (letzterer nur als Option) abgeschlossen.

E. Voraussichtliche Entwicklung

Die Tätigkeiten der Magnet-Motor gliedern sich in Geschäftsbereiche, deren voraussichtliche Entwicklung im Folgenden einzeln beschrieben wird:

Elektrische Antriebe für militärische Landfahrzeuge

Bei den Antriebssystemen für militärische Landfahrzeuge ist in den letzten Jahren die Entwicklung weit fortgeschritten und die Einsatzreife in Tests nachgewiesen worden. Es ist davon auszugehen, dass MM-Antriebe in einigen Jahren serienmäßig in spezielle militärische Radfahrzeuge eingebaut werden. Vor allem in den USA, wo eine Herstell- und Vertriebslizenz an GDLS vergeben wurde, ist mit einer Serienfertigung zunächst für ein kleineres Aufklärungsfahrzeug zu rechnen. Magnet-Motor geht daher von künftigen Lizenzeinnahmen in diesem Bereich aus. In Europa führt Magnet-Motor derzeit überwiegend Entwicklungsaufträge und Demonstratorprojekte durch.

Großes Interesse finden die MM-Radantriebssysteme auch bei den einschlägigen Firmen in der Schweiz, Spanien, Österreich, Skandinavien, der Türkei, Singapur, Korea und Taiwan. Diese Märkte werden derzeit aktiv beworben und bereist. Ausserdem will Armscor/Südafrika die seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit mit neuen Fahrzeugprojekten im militärischen und zivilen (Bergbau) Bereich fortsetzen.

Die Schwestergesellschaft L-3 CPS, Muskegon, USA hat bei MM die "Industrialisierung" von Standardkomponenten für diese Anwendung beauftragt. Die Absicht ist, durch seriengerechte Konstruktion die Komponenten in der Fertigung billiger und in der Funktion zuverlässiger zu machen um damit die Markterschließung zu beschleunigen.

Stromerzeugungs- und Antriebskomponenten für Schiffe

Magnet-Motor hat für das deutsche Forschungs- und Erprobungsschiff "Planet" elektrische Motoren und Generatoren speziell entwickelt, gebaut und erfolgreich in Betrieb genommen, die auf dem Markt nach wie vor einzigartig sind. In diese Technologie werden für die weitere Vermarktung Hoffnungen gesetzt.

Großes Interesse hierzu besteht bei der zu ThyssenKruppMarinesystems gehörenden Kockums in Schweden. Die Evaluierung eines von MM beigestellten Generators in einem schwedischen Schiff wurde im Herbst 2006 erfolgreich durchgeführt. Ein Studienauftrag wurde von der Werft in Aussicht gestellt.

Andere Antriebssysteme

Der Auftrag der Firma Renk AG über ein elektrisches Parallelhybridsystem, das in ein herkömmliches mechanisches Kettenfahrzeuggetriebe integriert wird, soll als Aufrüstlösung für bestehende Kettenfahrzeuge zunächst in Prototypanwendungen ausgebaut werden.

Magnet-Motor bietet Antriebssysteme für Omnibusse an, wobei Magnet-Motor auch in den mit Brennstoffzellen betriebenen Elektro-Omnibussen ein Betätigungsfeld für die Zukunft sieht.

Darüber hinaus sieht die Magnet-Motor Auftragsperspektiven in Nachfolgeaufträgen erfolgreich abgeschlossener Aufträge im Bereich der Automobilindustrie. Dieses betrifft insbesondere Lösungen auf Basis von Hybridantrieben.

Stromerzeuger / elektrische Zusatzaggregate

Stromerzeuger für mobile Anwendungen und elektrische Zusatzaggregate auf Basis der MM-Technik haben in verschiedenen Größen ein erhebliches Potenzial für die weitere Entwicklung der Magnet-Motor. Von kleinen Generatoren, Lade-Start-Wandlern für PKW, Lüfterantrieben und Zusatzgeneratoren, über Generatoren für Busantriebe und Schiffe, bis hin zu Turbogeneratoren im Megawattbereich, verfügt Magnet-Motor über eine breite technologische Basis für die Zukunft. Ein konkreter Start soll mit Ladeaggregaten für U-Boote erfolgen, weitere konkrete Umsetzungen sind sowohl im Nutzfahrzeugbereich als auch für neue Generationen kompakter Stromerzeugungssysteme im militärischen Bereich geplant. Sowohl die Fa. GDLS als auch die Schwesterfirma L-3 CPS, beide in den USA, haben Generatorsysteme im Leistungsbereich 30 kW bei MM beauftragt, die Auslieferungen erfolgen Ende 2007.

Energiespeicher

Magnet-Motor beschäftigt sich bei den Energiespeichern mit zwei sich in ihren Aufgaben ergänzenden Technologien. Es handelt sich zum einen um die universell nutzbare Schwungradspeichertechnik mit integrierter mechanischelektrischer Energieumsetzung. Darüber hinaus wird im Bereich der früher stark geförderten supraleitenden Stromspeichertechnik in geringst möglichem Umfang Knowhow-Sicherung betrieben. Die F&T-Aktivitäten des deutschen öffentlichen Auftraggebers, u.a. auch für weiterentwickelte Leistungselektroniken, werden unter dem Titel Energiespeicher gebündelt. Magnet-Motor geht davon aus, dass die hier laufenden Weiterentwicklungsarbeiten in den Folgejahren durch Auslösung entsprechender Optionen durch den deutschen öffentlichen Auftraggeber erweitert werden können. Großes Interesse wird hierzu auch aus den USA signalisiert. Mit der Zugehörigkeit zu einem amerikanischen Konzern wird für MM der Zugang zu diesem strategisch wichtigen Markt prinzipiell erleichtert. Erste Umsätze aus diesem Marktsegment sind im 5-Jahreszeitraum zu erwarten.

Neben Hochleistungsversionen für Hochstrompulsanwendungen werden einfachere Ausführungen des Magnetdynamischen Speichers MDS in Linienbussen verwendet.

Insgesamt ist die Gesellschaft darauf angewiesen, Entwicklungsarbeiten in genügender Zahl und Höhe durchzuführen. Diese werden überwiegend im Rahmen von Systemaufträgen mit Hardwarelieferungen abgewickelt. Hieraus ergibt sich die Chance für Magnet-Motor, in Folgeaufträgen weitere Adaptions- bzw. Engineeringarbeiten parallel zu kleinen Vormusterstückzahlen zu akquirieren.

F. Sonstiges

1. Tochtergesellschaften

Magnet-Motor hatte im Berichtszeitraum keine Tochtergesellschaften.

2. Wirtschaftliche Lage

Magnet-Motor ist durch die aufgelaufenen Verluste und die anhaltende Verlustsituation nicht in der Lage, ohne Unterstützung der Muttergesellschaft zu agieren. Die Muttergesellschaft ist jedoch bereit, in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen in Magnet-Motor zu tätigen um die in der vorhandenen Technologie steckenden Potentiale zu heben. Der Gesellschafter hat hierzu Darlehen gewährt und Eigenkapital eingelegt. Von der Gewährung weiterer Kapitaleinlagen bzw. Darlehen durch den Gesellschafter wird mit Sicherheit ausgegangen. Abgesichert wird diese Annahme über die von der Muttergesellschaft abgegebene Liquiditätsausstattungsgarantie. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag wird von der Geschäftsführung nicht als bestandsgefährdender Umstand angesehen, da die in der Umstellungsphase zur Serienfertigung anfallenden Verluste planmäßig und im Rahmen der mit der Muttergesellschaft abgestimmten Strategie anfallen. Darüber hinaus wurden seitens der Muttergesellschaft hinsichtlich der vorhandenen Gesellschafterverbindlichkeiten Rangrücktrittserklärungen abgegeben.

 

Starnberg, im November 2007

L - 3 Communications Magnet - Motor GmbH

Manfred Heeg

Bilanz zum 31. Dezember 2006

Aktiva

31.12.2006 31.12.2005
A. Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 22.712 8.778
Sachanlagen 580.178 636.291
602.890 645.069
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 3.413.000 4.585.700
2. geleistete Anzahlungen 4.043 0
3.417.043 4.585.700
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 346.420 1.185.825
2. sonstige Vermögensgegenstände 2.110 6.375
348.530 1.192.199
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 475.205 45.884
4.240.778 5.823.784
C. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 2.072.301 0
6.915.969 6.468.852

Passiva

31.12.2006 31.12.2005
A. Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 385.000 385.000
Kapitalrücklage 0 1.694.078
Bilanzverlust -2.457.301 -1.922.167
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 2.072.301 0
0 156.911
B. Rückstellungen
sonstige Rückstellungen 681.234 409.400
681.234 409.400
C. Verbindlichkeiten
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.830.082 4.325.523
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 165.688 682.384
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 3.177.978 575.677
sonstige Verbindlichkeiten 60.986 318.957
- davon aus Steuern € 60.776 (Vorjahr T€ 67)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 0 (Vorjahr T€ 83)
6.234.735 5.902.541
6.915.969 6.468.852

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar bis 31. Dezember 2006

2006
2005
1. Umsatzerlöse 6.454.787 4.732.643
2. Verminderung des Bestands an unfertigen
Erzeugnissen und unfertigen Leistungen
-1.172.700 -184.000
3. sonstige betriebliche Erträge 72.127 224.365
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe und für bezogene Waren
-1.356.241 -1.032.897
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -702.830 -663.349
-2.059.071 -1.696.246
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -3.462.568 -2.966.262
b) Soziale Abgaben -571.072 -561.377
-4.033.640 -3.527.639
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
-143.011 -159.250
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.330.106 -1.272.758
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 4.184 106
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -18.999 -36.884
10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -2.226.429 -1.919.663
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -457 0
12. Sonstige Steuern -2.326 -2.504
13. Jahresfehlbetrag -2.229.212 -1.922.167
14. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -1.922.167 0
15. Entnahme aus der Kapitalrücklage 1.694.078 0
16. Bilanzverlust -2.457.301 -1.922.167

ANHANG
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2006

I. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Jahresabschluss wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Der Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung liegen die gesetzlichen Vorschriften der §§ 266 und 275 Abs. 2 HGB zugrunde.

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden linear bei einer zugrunde gelegten Nutzungsdauer von 3 bis 4 Jahren vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Bei beweglichen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens wird die Abschreibung der Zugänge, entsprechend den geänderten steuerlichen Vorschriften, pro rata temporis vorgenommen. Die Abschreibungen wurden mit folgenden linearen Sätzen vorgenommen:

%
Bauten auf fremden Grundstücken 4-10
technische Anlagen und Maschinen 7-33
Betriebs- und Geschäftsausstattung 7-33

Außerplanmäßige Abschreibungen werden von der Gesellschaft vorgenommen, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

Die Unfertigen Leistungen werden zu Herstellungskosten bewertet. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten und den Material- und Fertigungsgemeinkosten auch angemessene anteilige Verwaltungskosten einbezogen. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bestimmte Zukaufteile werden stets projektbezogen beschafft und im Rahmen der unfertigen Leistungen aktiviert. Das Prinzip der verlustfreien Bewertung wird beachtet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

Liquide Mittel sind zu Nennwerten angesetzt.

Rückstellungen werden mit dem Betrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag bilanziert.

Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden grundsätzlich mit dem jeweiligen Tageskurs des Geschäftsvorfalles umgerechnet. Soweit zur Beachtung des Niederstwertprinzips erforderlich, werden Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung zum Bilanzstichtag mit dem niedrigeren bzw. höheren Stichtagskurs bewertet.

Die Umsatzrealisierung erfolgt grundsätzlich mit erfolgter Abnahme der erbrachten Leistung durch den Auftraggeber. Bestimmte Umsatzvorgänge werden bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen nach den Grundsätzen der Teilgewinnrealisierung als Umsatz verbucht. Hierbei handelt es sich in der Regel um öffentliche Aufträge zu Selbstkosten mit vereinbarter Marge.

II. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung sowie die Abschreibungen des Geschäftsjahres 2006 sind in dem gesonderten Anlagenspiegel 2006 dargestellt.

Vorräte

Bei den Vorräten in Höhe von insgesamt 3.417 T€ handelt es sich nahezu ausschließlich um Unfertige Leistungen, die im Rahmen von laufenden Aufträgen aktiviert wurden. Abwertungen für Bestandsrisiken wurden in angemessenem und ausreichendem Umfang vorgenommen. Im Rahmen der verlustfreien Bewertung der Aufträge wurden Abwertungen in Höhe von 787 T€ vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig.

Eigenkapital

Das Stammkapital von 385 T€ sowie die Kapitalrücklage sind durch die angefallenen Verluste vollständig aufgebraucht. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag beträgt 2.072 T€.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

T€
Drohende Verluste aus langfristigen Fertigungskontrakten 220
Urlaubsverpflichtungen und Zeitguthaben 155
Rückstellungen für Prozessrisiken 121
Rückstellungen Sozialabgaben 63
Gewährleistungsverpflichtungen 42
Rückstellungen für Altersteilzeit 39
Jahresabschluss- und Prüfungskosten 35
Aufbewahrungsrückstellung 5
681

Aufgrund des Jahresfehlbetrages waren für das Geschäftsjahr 2006 keine Rückstellungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zu bilden.

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Bei den Darlehen, die der Gesellschafter gewährt hat, liegt eine Rangrücktrittserklärung vor.

Hinsichtlich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen, soweit ihnen Warenlieferungen zugrunde liegen, handelsübliche Eigentumsvorbehalte.

Die Verbindlichkeiten gegen Gesellschafter betreffen Gesellschafterdarlehen der deutschen Muttergesellschaft L-3 Communications Holding GmbH, Bremen, in Höhe von 3.025 T€ sowie den Liefer- und Leistungsverkehr mit der Gesellschafterin in Höhe von 152 T€. Der von der Gesellschafterin zugesagte Darlehensrahmen mit bis zu 3.100 T€ wurde im Geschäftsjahr 2006 nahezu vollständig ausgeschöpft. Der in Anspruch genommene Darlehensbetrag ist bis zum 31. Dezember 2012 unverzinslich. Anschließend wurde eine Verzinsung von 3,0 % über dem jeweils gültigen 3-Monats-EURIBOR vereinbar. Die Muttergesellschaft hat den Rangrücktritt ihrer Forderungen erklärt und darüber hinaus in einer Liquiditätsausstattungsgarantie zugesagt, die zukünftige Liquidität der Gesellschaft sicher zu stellen.

III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Forschungs- und Entwicklungsaufträge des Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB), die nach den bei der Gesellschaft entstandenen Selbstkosten zuzüglich einer vereinbarten Marge abzurechnen sind, wurden jeweils entsprechend des Leistungsfortschrittes nach den Grundsätzen der Teilgewinnrealisierung ertragswirksam vereinnahmt.

Periodenfremde Erträge in Höhe von 208 T€ resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung einer Wertberichtigung auf eine Forderung. Diese bestand seit dem Kauf der Gesellschaft durch die L-3 Communications Corporation, USA, gegen ein verbundenes Unternehmen und wurde im Rahmen einer Vergleichsvereinbarung beglichen.

IV. Sonstige Angaben

Finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag setzen sich die sonstigen finanziellen Verpflichtungen wie folgt zusammen:

zahlbar innerhalb von
1 Jahr
T€
1 - 5 Jahre
T€
5 Jahre
u. länger
T€
Mietverträge 186 649 41
Versicherungen 65 - -
Leasingverträge 12 12 -
263 661 41

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen ergeben sich aus den bis zum Bilanzstichtag abgeschlossenen Verträgen. Ausgewiesen werden die bis zum jeweils nächstmöglichen Kündigungstermin anfallenden Beträge.

Geschäftsführung

Zu Beginn des Geschäftsjahres waren Herr Dr.-Ing. Dipl.-Phys. Götz Heidelberg, Physiker, Herr Dr. Peter Ehrhart, Physiker und Herr Peter Haalck, Kaufmann, zu Geschäftsführern bestellt. Herr Dr. Heidelberg und Herr Haalck traten am 20.03.2006, dem Datum des Verkaufs der von ihnen kontrollierten Geschäftsanteile, zurück. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 29.03.2006.

Herr Dr. Ehrhart trat am 26.04.2006, wie im Übergabevertrag vereinbart, auf Wunsch des neuen Gesellschafters von seinem Amt zurück, Herr Manfred Heeg, Diplomingenieur, wurde am 22.04.2006 zum Geschäftsführer bestellt. Dieser Geschäftsführerwechsel wurde am 10.05.2006 im Handelsregister eingetragen.

Die Geschäftsführerbezüge betrugen im Geschäftsjahr 2006 insgesamt 179 T€.

Zusätzlich zu den bisherigen Prokuristen, Herrn Dr. Werner Weck und Herrn Dr. Gerhard Reiner, wurde am 10.10.2006 Herrn Dr. Peter Ehrhart und Herrn Arndt Hennig Gesamtprokura (gemeinsam mit einem anderen Prokuristen oder Geschäftsführer) erteilt und ins Handelsregister eingetragen.

Arbeitnehmer

Die Gesellschaft hat während des Geschäftsjahres durchschnittlich 67 Mitarbeiter beschäftigt (Ermittlung gemäß § 267 Abs. 5 HGB).

Hiervon entfallen auf die einzelnen Bereiche:

Entwicklung und Fertigung 54
Verwaltung 13

Konzerneinbindung

Die Anteile der Gesellschaft wurden am 20.03.2006 zu 100% von der L-3 Communications Holding GmbH, Bremen übernommen. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der L-3 Communications Holding GmbH einbezogen.

Die Anteile der L-3 Communications Holding GmbH werden von der L-3 Communications Corporation, New York USA gehalten. Der Konzernabschluss der L-3 Communications Corporation kann bei der Gesellschaft in New York angefordert werden.

 

Starnberg, den 23. November 2007

L - 3 Communications Magnet Motor GmbH
Starnberg

Manfred Heeg

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss- bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhangunter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der L-3 Communications Magnet-Motor GmbH, Starnberg, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2006 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Geschäftsführers der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Geschäftsführers sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

München, den 23. November 2007

PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Karlheinz Gohel, Wirtschaftsprüfer

ppa. Holger Graßnick, Wirtschaftsprüfer

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